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	<title>SteinerWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<title>GA 200</title>
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		<updated>2026-08-07T13:09:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA200.jpg|thumb|{{RSV|200}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die neue Geistigkeit&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und das Christus-Erlebnis&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des zwanzigsten Jahrhunderts&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Sieben Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem 17. und 31. Oktober 1920&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 200&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1970&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 200#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. Oktober 1920|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#ZWEITER VORTRAG Dornach, 22. Oktober 1920|ZWEITER VORTRAG Dornach, 22. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#DRITTER VORTRAG Dornach, 23. Oktober 1920|DRITTER VORTRAG Dornach, 23. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. Oktober 1920|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#SECHSTER VORTRAG Dornach, 30. Oktober 1920|SECHSTER VORTRAG Dornach, 30. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. Oktober 1920|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in den Vorträgen, die hier während des Kursus über Geschichte gehalten worden sind, mehreres erwähnt worden, das zu betrachten gerade in der gegenwärtigen Zeit von einer ganz besonderen Wichtig­keit sein kann. Zunächst ist in bezug auf den geschichtlichen Verlauf der Menschheitsentwickelung, die ja oftmals besprochene Frage er­wähnt worden, ob die hauptsächlichsten treibenden Kräfte in dieser Entwickelung die einzelnen hervorragenden, tonangebenden Persön­lichkeiten seien, oder ob das Wesentliche bewirkt werde nicht von diesen einzelnen Persönlichkeiten, sondern von den Massen. Es ist die­ses in vielen Kreisen immer ein strittiger Punkt gewesen, und über ihn wurde wirklich mehr aus Sympathie und Antipathie heraus entschie­den als aus wirklicher Erkenntnis. Das ist die eine Tatsache, die ich gewissermaßen als wichtig erwähnen möchte. Die andere Tatsache, die ich gerade aus den geschichtlichen Betrachtungen heraus als wichtig hier notieren möchte, ist die folgende: Mit einem deutlichen Kundgeben ist im Beginn des 19. Jahrhunderts Wilhelm von Humboldt auf­getreten, indem er verlangt hat, die Geschichte solle so betrachtet werden, daß man nicht nur die einzelnen Tatsachen in Erwägung zieht, die äußerlich in der physischen Welt zu beobachten sind, sondern aus einer zusammenfassenden, synthetisierenden Kraft heraus dasjenige sieht, was im geschichtlichen Werden wirksam ist, was aber eigentlich nur gefunden werden kann von demjenigen, der in einem gewissen Sinne dichterisch, aber dann eigentlich die Wahrheit dichtend, die ge­schichtlichen Tatsachen zusammenzufassen weiß. Es ist auch darauf aufmerksam gemacht worden, wie im Laufe des 19. Jahrhunderts dann gerade die entgegengesetzte geschichtliche Denkweise und Gesinnung eine besondere Ausbildung erfahren hat, wie keineswegs Ideen in der Geschichte verfolgt worden sind, sondern eben nur der Sinn für die äußere Tatsachenwelt entwickelt worden ist. Und es ist darauf auf­merksam gemacht worden, daß gerade über die letztere Frage eigent­lich erst zur Klarheit gekommen werden kann aus der Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heraus, weil ja erst die Geisteswissenschaft die wirklichen trei­benden Kräfte des geschichtlichen Werdens der Menschheit enthül­len kann. Humboldt war eine solche Geisteswissenschaft noch nicht zugänglich. Er sprach von Ideen, aber Ideen haben doch keine trei­bende Kraft. Ideen als solche sind eben Abstraktionen, wie ich schon gestern hier erwähnte. Und derjenige, der auch Ideen als die treiben­den Kräfte der Geschichte finden möchte, könnte niemals beweisen, daß diese Ideen wirklich etwas tun, denn sie sind nichts Wesenhaftes, und nur Wesenhaftes kann etwas tun. Die Geisteswissenschaft deutet auf wirkliche geistige Kräfte hin, die hinter den sinnlich-physischen Tatsachen sind, und in solchen wirklichen geistigen Kräften liegen die Motoren des Geschichtlichen, wenn auch diese geistigen Kräfte für den Menschen dann eben durch Ideen ausgedrückt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber über all diese Dinge kommen wir nur zur Klarheit, wenn wir einen tieferen Blick eben gerade vom geisteswissenschaftlichen Stand­punkte aus in das geschichtliche Werden der Menschheit werfen, und wir wollen es heute einmal so tun, daß durch unsere Betrachtungen einige Tatsachen uns erfließen, die gerade für die Beurteilung der ge­genwärtigen Menschheitssituation wichtig sein können. Ich habe schon öfter erwähnt, daß die Geisteswissenschaft, wenn sie geschichtliche Betrachtungen anstellt, dann eigentlich eine Symptomatologie betrei­ben müsse, eine Symptomatologie, die darin besteht, daß man sich be­wußt ist: Hinter dem, was als physisch-sinnlicher Tatsachenstrom ab­läuft, liegen die treibenden geistigen Kräfte. Aber es gibt überall in dem geschichtlichen Werden Punkte, wo das eigentlich Wesenhafte symptomatisch an die Oberfläche tritt und wo man es beurteilen kann aus den Erscheinungen heraus, wenn man nur die Möglichkeit hat, in seiner Erkenntnis von diesen Erscheinungen aus mehr hineinzudringen in die Tiefen des geschichtlichen Werdens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das durch eine einfache versinnlichende Zeichnung klar­machen. Nehmen wir einmal an, dies wäre ein Strom von geschicht­]ichen Tatsachen (siehe Zeichnung). Dasjenige, was treibende Kräfte sind, liegt eigentlich für die gewöhnliche Beobachtung unter dem Strom dieser Tatsachen. Wenn etwa ein Seelenauge diesen Strom der Tat­sachen so beobachtet, dann würde unter dem Strom der Tatsachen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das eigentliche Wirken der treibenden Kräfte liegen (rot). Aber es gibt bedeutsame Punkte innerhalb des Tatsachenstromes. Und diese bedeutsamen Punkte zeichnen sich eben dadurch aus, daß bei ihnen das sonst sich Verbergende an die Oberfläche tritt. So daß wir sagen können: Hier würde an einer besonderen Erscheinung, die man nur richtig abschätzen muß, klarwerden können, was auch sonst überall wirkt, was sich aber nicht an so prägnanten Erscheinungen zeigt. - Nehmen wir an, das (siehe Zeichnung) wäre in irgendeinem Jahre der Weltgeschichte, was sich hier abspielt etwa 800 nach Christi Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 11 Kopie.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 11]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was für Europa, sagen wir, für Westeuropa bedeutsam war, wirkte natürlich auch vorher, wirkte auch nachher; aber nicht in einer so prägnanten Art zeigte es sich in der vorhergehenden Zeit und in der nachfolgenden Zeit, wie gerade da. Wenn man auf eine solche Geschichtsbetrachtung weist, die hinschaut auf prägnante Punkte, so liegt eine solche durchaus im Sinne des Goetheanismus. Denn Goethe wollte überhaupt alle Weltbetrachtung so einrichten, daß auf gewisse prägnante Punkte hingeschaut werde, und aus dem, was in solchen prägnanten Punkten erschaut werden kann, dann der übrige Gehalt des Weltgeschehens erkannt werden sollte. Goethe sagt gerade­zu: Innerhalb der Fülle der Tatsachen komme es darauf an, überall einen prägnanten Punkt zu finden, von dem aus sich die Nachbar-gebiete überschauen lassen, von dem aus sich viel enträtseln läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nehmen wir dieses Jahr 800 etwa. Da können wir auf eine Tatsache hinweisen in der westeuropäischen Menschheitsentwickelung, die gegenüber der gewöhnlichen Geschichtsbetrachtung unbedeutend erscheinen könnte, die man vielleicht gar nicht beachtenswert findet für das, was man sonst Geschichte nennt, die aber doch für eine tiefere Betrachtung des Menschheitswerdens eben ein prägnanter Punkt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses Jahr herum etwa war eine Art theologisch-gelehrter Streit zwischen dem Manne, der eine Art Hofphilosoph des Frankenreiches war, Alkuin, und einem damals im Frankenreiche lebenden Griechen. Der Grieche, der bewandert war gerade in der besonderen Seelenver-fassung des Griechenvolkes, die sich auf ihn herüber vererbt hatte, hatte die Prinzipien des Christentums beurteilen wollen und kam auf den Begriff der Erlösung. Er stellte die Frage: Wem ist denn eigent­lich bei dieser Erlösung durch den Christus Jesus das Lösegeld ausbe­zahlt worden? - Er, der griechische Denker, kam zu der Lösung, dem Tod sei das Lösegeld ausbezahlt worden. Also es war gewissermaßen eine Art Erlösungstheorie, die dieser Grieche aus dieser ganz griechi­schen Denkweise, die eben das Christentum kennenlernt, entwickelt hat. Dem Tod sei das Lösegeld durch die Weltenmächte ausbezahlt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alkuin, der damals in jener theologischen Strömung drinnenstand, welche dann maßgebend geworden ist für die Entwickelung der rö­misch-katholischen Kirche des Abendlandes, diskutierte in der folgen­den Weise über das, was dieser Grieche vorgebracht hatte. Er sagte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lösegeld kann doch nur einem Wesen ausbezahlt werden, das wirklich ist; aber der Tod hat doch keine Wirklichkeit, der Tod schließt nur die Wirklichkeit ab, der Tod ist nichts Wirkliches; also könne auch nicht das Lösegeld an den Tod bezahlt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es kommt jetzt nicht darauf an, die Alkuinsche Denkweise zu kritisieren; denn für denjenigen, der die Tatsachenzusammenhänge etwas durchschauen kann, hat die ganze Anschauung, daß der Tod kein Wirkliches sei, etwas Ähnliches mit jener Anschauung, die sagt: Die Kälte ist doch nichts Wirkliches, sondern sie ist nur die Herab-minderung der Wärme, ist nur eine geringere Wärme; da die Kälte nichts Wirkliches ist, ziehe ich mir keinen Winterrock im Winter an, denn ich werde mich doch nicht gegen etwas Unwirkliches schützen. -Aber davon wollen wir ganz absehen, sondern wir wollen vielmehr den Streit zwischen Alkuin und dem Griechen rein positiv nehmen und wollen uns fragen, was da eigentlich geschehen ist; denn es ist schon etwas höchst Auffälliges, daß ja nicht diskutiert wird über den Begriff der Erlösung selber, nicht diskutiert wird so, daß gewissermaßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die beiden Persönlichkeiten, der Grieche und der römisch-ka­tholische Theologe, denselben Gesichtspunkt einnehmen, sondern daß der römisch-katholische Theologe den Standpunkt ganz verschiebt, bevor er überhaupt darauf eingeht. Er redet nicht in der Richtung weiter, die er gerade angeschlagen hat, sondern er bringt das ganze Problem in eine ganz andere Richtung. Er fragt: Ist der Tod etwas Wirkliches oder nicht? - und wendet ein, der Tod sei eben nichts Wirkliches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weist uns von vorneherein darauf hin, daß da zwei Anschau­ungen zusammenstoßen, die aus ganz verschiedenen Seelenverfassun­gen herauskommen. Und so ist es auch. Der Grieche dachte gewisser­maßen noch fort in der Richtung, die im Griechentum im Grunde ge­nommen erst verglommen war zwischen Plato und Aristoteles. In Plato war noch etwas lebendig von der alten Weisheit der Menschheit, von jener Weisheit, die uns hinüberführt nach dem alten Orient, wo eine Urweisheit gelebt hat, allerdings in alten Zeiten, die dann immer mehr und mehr in die Dekadenz gekommen ist. Die letzten Ausläufer, möchte ich sagen, dieser orientalischen Urweisheit, finden wir bei Plato, wenn wir ihn richtig verstehen können. Dann setzt, wie durch eine rasch sich entwickelnde Metamorphose, der Aristotelismus ein, der im Grunde genommen eine ganz andere Seelenverfassung darbietet, als es die pla­tonische ist. Der Aristotelismus stellt ein ganz anderes Element dar in der Menschheitsentwickelung als der Platonismus. Und wenn wir den Ari­stotelismus dann weiter verfolgen, so nimmt er auch wiederum verschie­dene Formen, verschiedene Metamorphosen an, aber sie lassen sich doch alle in ihrer Ähnlichkeit erkennen. Wir sehen dann, wie als altes Erbgut in dem Griechen, der gegen Alkuin zu kämpfen hat, der Platonismus wei­ter fortlebt, wie aber bei Alkuin bereits der Aristotelismus vorhanden ist. Und wir werden hingewiesen, indem diese beiden Menschen in unser Blickfeld treten, auf jenes Wechselspiel, das sich vollzogen hat auf euro­päischem Boden zwischen zwei, man kann nicht einmal gut sagen Weltanschauungen, sondern menschlichen Seelenverfassungen, derje­nigen, die ihren Ursprung noch hat in alten Zeiten des Orients drüben und derjenigen, die sich dann später hineinstellt, die wir im Orient noch nicht finden, die auftauchte in den mittleren Gegenden der Zivilisation,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Aristoteles zuerst ergriffen hat. Sie klingt in Aristoteles aber erst leise an; denn in ihm lebt doch noch viel Griechentum, sie entwickelt sich aber dann mit besonderer Vehemenz in der römischen Kultur, innerhalb welcher sie sich schon lange vor Aristoteles, ja vor Plato vorbereitet hat. So daß wir auch sehen, wie auf der italienischen Halbinsel schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert sich eine be­sondere Kultur, nur nuanciert, vorbereitet neben dem, was auf der griechischen Halbinsel weiterlebt wie eine Art letzter Ausläufer der orientalischen Seelenverfassung. Und wenn wir auf die Unterschiede dieser beiden menschlichen Denkweisen eingehen, so finden wir wich­tige historische Impulse. Denn dasjenige, was sich in diesen Denkwei­sen ausdrückt, ging dann über in das Gefühlsleben der Menschen, ging über in die Struktur der menschlichen Handlungen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fragen wir uns einmal: Was lebte denn in dem, was in Ur­zeiten sich entwickelte im Oriente drüben als Weltanschauung, was dann im Platonismus, ja noch sogar als in einem Spätling im Neupla­tonismus seine Ausläufer fand. Es ist eine hochgeistige Kultur, die aus einer inneren Anschauung kam, welche vorzugsweise in Bildern, in Imaginationen lebte, aber in Bildern, die nicht durchdrungen waren von dem Vollbewußtsein, noch nicht durchdrungen waren von dem vollen Ich-Bewußtsein der Menschen. In gewaltigen Bildern ging ge­rade im alten orientalischen Geistesleben, von dem Veda und Vedanta die Nachklänge sind, dasjenige auf, was eben im Menschen als das Geistige lebt. Aber es war in einer - ich bitte, das Wort nicht mißzu­verstehen und es nicht mit dem gewöhnlichen Träumen zu verwech­seln -, es war in einer traumhaften, in einer dumpfen Art vorhanden, so daß dieses Seelenleben nicht durchwellt und durchstrahlt war von dem, was im Menschen lebt, wenn er deutlich sich seines Ich und seiner eigenen Wesenheit bewußt wird. Der Orientale war sich wohl be­wußt, daß seine Wesenheit vorhanden war vor der Geburt, daß sie durch den Tod wiederum in dieselbe geistige Welt zieht, in der sie vor der Geburt oder vor der Empfängnis vorhanden war. Der Orien-tale schaute auf dasjenige, was durch Geburten und Tode zog. Aber jenes innere Fühlen, das in dem «Ich bin» lebt, das schaute der Orien­tale als solches nicht an. Es war gewissermaßen dumpf, wie ausgeflossen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in einer Gesamtseelenanschauung, die sich nicht bis zu einem solchen Punkte hin konzentriert, wie es das Ich-Erlebnis ist. In was schaute denn da der Orientale eigentlich hinein, wenn er sein instink­tives Schauen hatte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann es noch fühlen, wie ganz anders diese orientalische Seelen-verfassung war als die der späteren Menschheit, wenn man sich zu diesem Verständnis vielleicht durch Geisteswissenschaft vorbereitet, in jene merkwürdigen Schriften vertieft, die zugeschrieben werden -ich will jetzt die Autorfrage nicht weiter untersuchen, ich habe mich öfter darüber ausgesprochen - dem Dionysius vom Areopag, dem Areo­pagiten. Da wird noch gesprochen von dem «Nichts» als von einer Realität, der nur das Sein der äußeren Welt, wie man sie im gewöhn­lichen Bewußtsein überblickt, als etwas anderes Reales entgegenge-stellt wird. Dieses Sprechen von dem Nichts, das klingt dann noch weiter fort. Bei Scotus Erigena, der am Hofe Karls des Kahlen lebte, findet man noch Nachklänge, und den letzten Nachklang findet man dann im 15. Jahrhundert bei Nikolaus Cusanus. Aber dann verglimmt das vollständig, was gemeint war in dem Nichts, das man bei Dio­nysius dem Areopagiten findet, von dem aber der Orientale als von etwas ihm Selbstverständlichen sprach. Was war für den Orientalen dieses Nichts? Es war ein Wirkliches für ihn. Er richtete den Blick in die umgebende Sinneswelt, er sagte sich: Diese Sinneswelt ist ausge­dehnt im Raum, verfließt in der Zeit, und man sagt im gewöhnlichen Leben zu dem, was im Raume ausgedehnt ist und in der Zeit verfließt, es sei ein Etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das, was der Orientale sah, was für ihn eine Realität war, die durch Geburten und Tode geht, das war nicht in diesem Raum ent­halten, in dem sich die Mineralien befinden, die Pflanzen sich ent­wickeln, die Tiere sich bewegen, der Mensch als physisches Wesen sich bewegt und handelt, es war auch nicht in jener Zeit enthalten, in der sich unsere Vorstellungen, Gefühle und Willensimpulse abspielen. Der Orientale war sich ganz klar: Man muß aus diesem Raume heraus­gehen, in dem die physischen Dinge ausgedehnt sind, und sich bewegen, und man muß aus dieser Zeit herausgehen, in der unsere Seelenkräfte des gewöhnlichen Lebens sich betätigen. Man muß in eine ganz andere&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Welt eindringen, in die Welt, die für das äußere zeitlich-räumliche Dasein das Nichts ist, das aber doch ein Wirkliches ist. Der Orientale empfand eben gegenüber den Welterscheinungen etwas, was der Euro­päer höchstens noch auf dem Gebiete der realen Zahl empfindet. Wenn der Europäer fünfzig Franken hat, so hat er etwas. Wenn er fünfund­zwanzig Franken davon ausgibt, so hat er nur noch fünfundzwanzig Franken; wenn er wieder fünfzehn Franken ausgibt, so hat er noch zehn; wenn er diese auch ausgibt, hat er nichts; wenn er jetzt mit Aus­geben weiterfährt, hat er fünf, zehn, fünfzehn, fünfundzwanzig Fran­ken Schulden. Er hat immer nichts, aber er hat doch etwas sehr Reales, wenn er statt einfach leerem Portemonnaie fünfundzwanzig oder fünf­zig Franken Schulden hat. Das bedeutet in der realen Welt auch etwas sehr Reales, wenn man diese Schulden hat. Es ist ein Unterschied in der ganzen Lebenssituation, ob man nichts hat oder ob man fünfzig Franken Schulden hat. Diese fünfzig Franken Schulden sind ebenso wirksame Kräfte für die Lebenssituation, wie auf der anderen Seite im entgegengesetzten Sinne fünfzig Franken Vermögen wirksame Kräfte sind. Auf diesem Gebiete läßt sich wahrscheinlich der Europäer auf die Realität der Schulden ein, denn es muß in der realen Welt immer etwas vorhanden sein, wenn man Schulden hat. Die Schulden, die man selber hat, mögen für einen eine noch so sehr negative Größe sein, für den anderen, dem man sie schuldet, sind sie aber eine recht positive Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, wenn es nicht bloß auf das Individuum ankommt, sondern auf die Welt, da ist dasjenige, was ja nach der einen Seite der Null liegt, die entgegengesetzt ist der Vermögensseite, doch etwas sehr Rea­les. Der Orientale empfand, aber nicht, weil er irgendwie spekulierte, sondern weil ihn seine Anschauung nötigte, so zu empfinden, er emp­fand: Da erlebe ich auf der einen Seite den Raum und die Zeit, und auf der anderen Seite erlebe ich dasjenige, was nicht im Raum und in der Zeit beobachtet werden kann, was für die Raum- und Zeitdinge und für das Raum- und Zeitgeschehen ein Nichts ist, aber eine Realität ist, eben nur eine andere Realität. Nur durch ein Mißverständnis ist dann dasjenige entstanden, dem sich die abendländische Zivilisation unter Roms Führung hingegeben hat: die Schöpfung der Welt aus dem Nichts,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wobei man unter dem Nichts nur die Null gedacht hat. Im Oriente, wo diese Dinge ursprünglich konzipiert worden sind, entsteht die Welt nicht aus dem Nichts, sondern aus jenem Realen, auf das ich Sie eben hingewiesen habe. Und ein Nachklang desjenigen, das durch alle orien­talische Denkweise und bis zu Plato herunter vibriert hat, was Ewig­keitsimpuls einer alten Weltanschauung war, ein Nachklang davon lebte in dem Griechen am Hofe Karls des Großen, der mit Alkuin zu diskutieren hatte. Und eine Abweisung des geistigen Lebens, für das dieses Nichts die äußere Form war im Oriente, lebte bei dem Theolo­gen Alkuin, der daher, als der Grieche von dem Tod, der aus dem geistigen Leben heraus verursacht ist, als von etwas Realem sprach, nur erwidern konnte: Der Tod ist doch ein Nichts, also kann er kein Löse-geld erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, all das, was Gegensatz ist zwischen alter orientalischer, bis zu Plato reichender Denkweise und dem, was später folgte, drückt sich aus in diesem prägnanten Punkte, wo Alkuin mit dem Griechen am Hofe Karls des Großen diskutierte. Denn, was war mittlerweile eingezogen in die europäische Zivilisation seit Plato, namentlich durch die Verbreitung des romanischen Wesens? Es war eingezogen diejenige Denkweise, welche man dadurch zu begreifen hat, daß sie vorzugs­weise auf das geht, was der Mensch durchlebt zwischen Geburt und Tod. Die Seelenverfassung, die sich vorzugsweise beschäftigt mit dem, was der Mensch durchlebt zwischen Geburt und Tod, das ist die lo­gisch-juristische, die logisch dialektisch-juristische. Das Morgenland hatte nichts Logisch-Dialektisches und am wenigsten etwas Juristi­sches. Das Abendland brachte in die morgenländische Denkweise das logisch-juristische Denken so stark hinein, daß wir selbst das religiöse Empfinden durchjuristet finden. Wir sehen in der Sixtinischen Ka­pelle in Rom uns entgegenragen von der Meisterhand Michelangelos den Weltenrichter Christus, der da richtet über die Guten und die Bösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die Gedanken über den Weltverlauf ist Juristisch-Dialektisches hineingezogen. Ganz fremd war das der orientalischen Denkweise. Da gab es so etwas nicht, wie Schuld und Sühne, wie Erlösung überhaupt. Daher kann der Grieche fragen: Was ist denn diese Erlösung? - Da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gab es eben die Anschauung jener Metamorphose, durch die sich das Ewige umgestaltet durch Geburten und Tode hin; da gab es dasjenige, was in dem Begriff des Karma lebte. Dann aber wurde alles hereinge-spannt in eine Anschauungsweise, welche eigentlich nur gültig ist für das Leben zwischen Geburt und Tod, welche nur umfassen kann dieses Leben zwischen Geburt und Tod. Das aber, dieses Leben zwischen Geburt und Tod, hatte sich gerade wieder dem Orientalen entzogen. Er blickte viel mehr auf des Menschen Wesenskern hin. Er hatte we­niger Verständnis für das, was sich zwischen Geburt und Tod ab­spielte. Und innerhalb dieser abendländischen Kultur wurde nun groß jene Denkweise, die vorzugsweise das erfaßt, was innerhalb von Ge­burt und Tod sich abspielt durch jene Kräfte, die der Mensch dadurch hat, daß er sein Geistig-Seelisches mit einem Leib umkleidet hat, mit einem physischen und ätherischen Leibe. In dieser Konstitution, in dem innerlichen Erleben des Geistig-Seelischen und in der Art dieses Erle­bens, die davon herkommt, daß man eben eingetaucht ist mit dem Gei­stig-Seelischen in einen physischen Leib, kommt die klare, die volle Erfassung, die innerliche Erfassung des Ich. Daher geschieht es auch im Abendlande, daß der Mensch sich gedrängt fühlt, gerade sein Ich zu erfassen, sein Ich als Göttliches zu erfassen. Wir sehen diesen Drang, das Ich als ein Göttliches zu erfassen, auftreten bei den mittelalterlichen Mystikern, bei Eckart, bei Tauler, bei den anderen. Diese Erfassung des Ich kristallisiert sich mit aller Macht heraus in dem, was die mitt­lere Kultur ist. So daß wir unterscheiden können: die Ostkultur, die Zeit, in der das Ich erst dumpf erlebt wird; die Mittelkultur, sie ist vorzugsweise diejenige, in der das Jch erlebt wird. Und wir sehen, wie in den mannigfaltigsten Metamorphosen dieses Ich erlebt wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erst, ich möchte sagen, in jener dämmerhaften Weise, in der es auf­tritt bei Eckart, bei Tauler, bei den anderen Mystikern; dann immer deutlicher und deutlicher, indem sich alles dasjenige herausentwickelt, was aus dieser Ich-Kultur stammen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen dann, wie innerhalb der Ich-Kultur der Mitte ein anderer Einschlag auftritt. Am Ende des 18.Jahrhunderts tritt in Kant etwas auf, was im Grunde genommen gar nicht erklärbar ist aus dem Fort-strömen dieser Ich-Kultur. Denn, was kommt durch Kant herauf?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Kant untersucht das Erkennen der Natur. Er kommt nicht zurecht damit. Es fällt ihm das Naturerkennen auseinander in Subjektivitäten, er dringt nicht bis zum Ich vor, trotzdem er fortwährend vom Ich spricht, sogar aus dem Ich heraus in manchen Kategorien, in den An­schauungen von Raum und Zeit, die ganze Natur umfassen möchte. Er dringt doch nicht zum wirklichen Erleben des Ich vor. Er kon­struiert auch eine praktische Philosophie mit dem kategorischen Im­perativ, der aus unergründlichen Gegenden der Menschenseele sich kundgeben soll. Wiederum erscheint dabei nicht das Ich. In der Kant­schen Philosophie ist es merkwürdig: Es ist die ganze Wucht der Dia­lektik, des dialektisch-logisch-juristischen Denkens da, indem alles auf das Ich hintendiert; aber er kann nicht dazu kommen, dieses Ich philo­sophisch wirklich zu durchschauen. Da muß irgend etwas sein, was ihn daran hindert. Dann kommt Fichte, der noch der Schüler Kants ist, und der mit aller Wucht seine ganze Philosophie aus diesem Ich heraus-quellen lassen will, der den, ich möchte sagen, durch seine Einfachheit niederschlagenden Satz als den höchsten Satz seiner Philosophie hin­stellt: «Ich bin.» Und aus diesem «Ich bin» soll alles, was richtig wis­senschaftlich ist, folgen. Man soll gleichsam deduzieren können, her­auslesen können aus dem «Ich bin», die ganze Weltanschauung. Kant kann nicht zu dem «Ich bin» kommen. Fichte gleich hinterher, noch als der Schüler Kants, schleudert ihm entgegen das «Ich bin». Und die Leute sind erstaunt: Das ist ein Schüler Kants, der redet so etwas! -Und Fichte sagt: So viel er nur verstehen kann, müsse Kant, wenn er richtig zu Ende denken könnte, dasselbe denken, was er denkt! - So unerklärlich ist es Fichte, daß Kant anders denkt als er, daß er sagt: Wenn Kant nur zu Ende denkt, so muß er geradeso denken, so muß er auch zu dem «Ich bin» kommen. - Und Fichte drückt das noch deutlicher aus, indem er sagt: Ich würde lieber die ganze Kantsche Kritik für ein blindes Spiel von zufällig durcheinander gewirbelten Begriffen halten, als für das Werk eines Kopfes, wenn nicht meine Philosophie aus der Kantschen richtig folgen würde. - Kant weist das selbstverständlich zurück. Er will nichts zu tun haben mit dem, was Fichte als seine Konsequenzen gezogen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sehen wir, wie sich an Fichte das anschließt, was dann als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
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deutsche idealistische Philosophie in Schelling, in Hegel aufgesprossen ist, was all die Kämpfe hervorgerufen hat, von denen ich zum Teil in meinen Vorträgen über die «Grenzen der Naturerkenntnis» gesprochen habe. Aber wir sehen doch etwas Eigentümliches. Wir sehen, wie Hegel ganz in einer kristallklaren Ausgestaltung des Juristisch-Dialektisch-Logischen lebt und ein Weltanschauungsbild daraus gewinnt, aber nur ein Weltanschauungsbild, welches sich interessiert für dasjenige, was zwischen Geburt und Tod verfließt. Denn gehen Sie die ganze Hegel­sche Philosophie durch, Sie finden darin nichts, was über Geburt und Tod hinausgeht. Es schließt alles mit der Weltgeschichte, mit Religion, Kunst und Wissenschaft, all dem, was hereinfällt in die Erlebnisse zwischen Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn da Merkwürdiges geschehen? Nun, dasjenige, was in Fichte, Schelling und Hegel herausgekommen ist, diese stärkste Ent­faltung der mittleren Kultur, in der das Ich zum vollen Bewußtsein, zum inneren Erleben kam, das war nur eine Reaktion noch, ein letztes Reagieren gegenüber etwas anderem. Denn man versteht Kant nur, wenn man folgendes richtig ins Auge faßt. Jetzt komme ich wieder an einen prägnanten Punkt, von dem sich vieles ableiten läßt. Sehen Sie, Kant war noch - das geht aus seinen älteren Schriften klar her­vor - ein Schüler des Rationalismus des 18.Jahrhunderts, der in Leib­niz in genialer, in Wolff in pedantischer Weise gelebt hat. Und man sieht: Diesem Rationalismus kam es eigentlich gar nicht darauf an, auf ein Geistig-Wirkliches wirklich zu kommen - Kant wies es daher ab, dieses «Ding an sich», wie er es nannte -, sondern es kam ihm darauf an, zu beweisen, sicher zu beweisen! Kants Schriften sind in dieser Beziehung auch merkwürdig. Er schrieb seine «Kritik der rei­nen Vernunft», in der er eigentlich fragt: Wie muß die Welt sein, damit man in ihr beweisen kann? - Nicht: Was sind die Realitäten dabei? -, sondern er frägt eigentlich: Wie muß ich mir die Welt denken, damit ich in ihr logisch-dialektisch, logisch beweisen kann? - Es kommt ihm nur darauf an, und er sucht in seinen «Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten kön­nen», eine Metaphysik zu dem, was sich in seinem Sinne beweisen läßt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles andere raus! Hol&#039; der Teufel die Realität der Welt, man lasse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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mir nur die Kunst des Beweisens! Was schert mich, was die Wirklich­keit ist; wenn ich sie nicht beweisen kann, dann kümmere ich mich nicht um sie!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise haben diejenigen natürlich nicht gedacht, die solche Bücher geschrieben haben wie Christian Wolff zum Beispiel, «Ver­nünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt» etwa, sondern ihnen kam es darauf an, ein sauberes, in sich geschlossenes System von Beweisen zu haben, wie sie eben das Beweisen ansehen. Kant lebte in dieser Sphäre; aber da war immerhin etwas da, was zwar ein ausgepreßter Balg der mittleren Welt­anschauung war, aber doch in die mittlereweltanschauung hineinpaßte. Kant aber, der hat noch etwas anderes, was unerklärlich macht, wodurch er Fichtes Lehrer werden konnte. Er regt doch immerhin Fichte an, und Fichte wirft ihm wieder entgegen die starke Betonung des «Ich bin», wirft ihm entgegen allerdings nicht bloße Beweise, denn die wird man bei Fichte nicht suchen, aber ein vollentwickeltes inneres Seelenleben. Es taucht bei Fichte mit aller Kraft des inneren Seelenlebens eigent­lich das auf, was man bei den Wolffianern, bei den Leibnizianern strohern finden kann. Fichte konstruiert seine Philosophie aus dem «Ich bin» heraus in lauter reinen Begriffen; nur sind sie bei ihm le­bensvoll. Sie sind auch bei Schelling, sie sind auch bei Hegel. Aber was ist denn da eigentlich über Kant herüber geschehen? Nun, man trifft auf den prägnanten Punkt, wenn man Kant verfolgt, wie er sich ent­wickelt hat. Aus einem Schüler Wolffs ist etwas anderes dadurch geworden, daß ihn der englische Philosoph David Hume, wie er sel­ber sagt, aus dem dumpfen dogmatischen Schlummer geweckt hat. Was ist da in Kant hineingefahren, was Fichte nicht mehr verstehen konnte? Da ist in Kant - es paßte nur schlecht in ihn hinein, weil er zu stark verstrickt war mit dem Mitteleuropäertum - hineingefahren das­jenige, was jetzt die Westkultur ist. Ihm trat sie entgegen in der Per­sönlichkeit des David Hume; da fuhr in Kant die Westkultur hinein. Und worin können wir ihr Eigentümliches suchen? In der morgen-ländischen Kultur, da finden wir, daß das Ich unten dumpf noch lebt, wie traumhaft, in den Seelenerlebnissen, die sich imaginativ bildhaft ausdrücken, ausbreiten. In der Westkultur, da finden wir, daß das&lt;br /&gt;
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Ich gewissermaßen von den rein äußerlichen Tatsachen erdrückt wird. Da ist das Ich zwar vorhanden, da ist es aber nicht dumpf vorhanden, sondern da bohrt es sich hinein in die Tatsachen. Und da bildet man zum Beispiel eine merkwürdige Psychologie aus. Da redet man nicht so wie Fichte über das Seelenleben, der alles aus dem einen Punkt des Ich herausarbeiten möchte, da redet man von Gedanke und Gedanke und Gedanke, und die assoziieren sich. Da redet man von Gefühlen und Vorstellungen und Empfindungen, und die assoziieren sich, und Willensimpulse assoziieren sich. Da redet man von dem inneren Seelen-leben so, wie von Gedanken, die sich assoziieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte redet von dem Ich; das strahlt die Gedanken aus. Im Westen fällt das Ich vollständig heraus, weil es absorbiert, aufgesogen ist von den Gedanken, von den Empfindungen, die man wie selbständig macht, und die sich assoziieren und wieder trennen. Und man verfolgt das Seelenleben so, als ob sich die Vorstellungen verbinden und trennen würden. Lesen Sie Spencer, lesen Sie John Stuart Mill, lesen Sie die amerikanischen Philosophen: überall, wo sie auf Psychologie zu reden kommen, da ist diese merkwürdige Anschauung, die nicht das Ich ausschließt wie der Orient, weil es dort dumpf entwickelt wird, son­dern die das Ich voll in Anspruch nimmt, aber es versinken läßt in die Region des vorstellenden, fühlenden, wollenden Seelenlebens. Man könnte sagen: Beim Orientalen ist das Ich noch über Vorstellen, Füh­len und Wollen; es ist noch nicht heruntergestiegen auf das Niveau von Vorstellen, Fühlen und Wollen. Bei dem Menschen der Westkul­tur ist das Ich schon unter der Sphäre, da ist es unter der Oberfläche von Denken, Fühlen und Wollen, so daß es zunächst nicht mehr bemerkt&lt;br /&gt;
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[[Datei:GA200 22.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 22]]&lt;br /&gt;
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wird, daß man von Denken, Fühlen und Wollen wie von selb­ständigen Mächten redet. - Das ist in Kant hineingefahren in der Ge­stalt der Philosophie des David Hume. Dem hat sich noch die mitt­lere Partie der Erdenkultur mit aller Gewalt entgegengestellt in Fichte, in Schelling, in Hegel. Dann überflutet der Darwinismus, der Spence­rismus die Westkultur, alles, was zunächst da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur dann wird man zu einem Verständnisse desjenigen kommen können, was da lebt in der Menschheitsentwickelung, wenn man diese tieferen Kräfte untersucht. Dann findet man, daß sich auf eine natur­gemäße Weise im Oriente etwas entwickelt, was eigentlich nur Geistes­leben war. Dann hat sich in dem mittleren Gebiete etwas entwickelt, was dialektisch-juristisch war, was eigentlich die Staatsidee hervorge­bracht hat, weil es auf diese anwendbar ist. Gerade solche Denker, wie Fichte, Schelling, Hegel, konstruieren mit einer ungeheuren Sympathie die einheitlichen Staatsgebilde. Dann taucht aber im Westen eine solche Kultur auf, die von einer Seelenverfassung herrührt, wo das Ich ab­sorbiert ist, unter dem Niveau von Denken, Fühlen und Wollen ver­läuft, wo man von Assoziationen spricht im Vorstellungs-, im Ge­fühlsleben. Man sollte dieses Denken nur auf das Wirtschaftsleben an­wenden! Da ist es am richtigen Platze. Man war vollständig fehlge­gangen, als man es anwendete zuerst auf etwas anderes als auf das Wirtschaftsleben. Da ist es groß, da ist es genial, und würde Spencer, würde John Stuart Mill, würde David Hume, würden sie alle dasje­nige, was sie auf die Philosophie verschwendet haben, auf Einrich­tungen des Wirtschaftslebens verwendet haben, es wäre großartig geworden. Würden die in Mitteleuropa wohnenden Menschen das, was ihnen als Begabung naturgemäß war, beschränkt haben auf den bloßen Staat, und würden sie nicht zugleich damit auch das Geistesleben und das Wirtschaftsleben haben erfassen wollen, es hätte etwas Großartiges daraus werden können. Denn mit dem, was Hegel denken konnte, was Fichte denken konnte, hätte man, wenn man innerhalb des juristisch-staatlichen Gebilde bliebe, das wir im dreigliedrigen Organismus her-aussondern wollen als das staatliche Gebilde, etwas Großartiges errei­chen können. Aber dadurch, daß diesen Geistern vorschwebte, sie müßten ein Staatsgebilde schaffen, wo das Wirtschaftsleben drinnen&lt;br /&gt;
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ist und das Geistesleben drinnen ist, dadurch wurden Karikaturen statt wirklicher Staatsgebilde. Und das Geistesleben hat man überhaupt nur gehabt als ein Erbgut des alten Orientes. Man wußte nur nicht, daß man noch von diesem Erbgut des alten Orientes lebte. Was zum Beispiel brauchbare Aufstellungen der christlichen Theologie sind, ja, was brauchbare Aufstellungen noch innerhalb unserer materialistischen Wissenschaften sind, es ist entweder altes orientalisches Erbgut, oder es ist ein Wechselbalg von juristisch-dialektischem Denken, oder es ist schon herübergenommen, so wie Spencer und Mill es getan haben, aus der westlichen Kultur, die für das Wirtschaftsleben besonders geeig­net ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So war über die Erde hin verteilt geistiges Denken, das der alte Orient hatte, aber in einer instinktiven Weise, wie es heute nicht mehr zu gebrauchen ist, da es heute in der Dekadenz ist, dialektisch-staat­liches Denken, das seine Auflösung erlebte gerade durch die Welt-katastrophe. Denn niemand war weniger geeignet, wirtschaftlich zu denken, als die Schüler von Fichte, Schelling und Hegel. Als sie an­fingen, ein Reich zu gründen, das vorzugsweise durch die Wirtschaft groß werden wollte, mußten sie selbstverständlich unterliegen, denn das war nicht naturgemäß in ihrer Begabung gelegen. Verteilt war nach dem historischen Entwickelungsgang der Menschheit: geistiges Denken, staatlich-politisches Denken, wirtschaftliches Denken auf Osten, Mitte, Westen. Wir sind an dem Punkte der menschlichen Ent­wickelung angelangt, wo über die ganze Menschheit Verständnis, glei­chermaßen Verständnis sich ausbreiten muß. Wie kann das geschehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kann nur geschehen aus der Initiationskultur, aus der neuen Geisteswissenschaft heraus, die nun nicht nach Einseitigkeiten hin sich entwickelt, sondern die gerade auf allen Gebieten das, was sich sonst von selber dreigegliedert hat, als Dreigliederung auch im sozialen Le­ben wirklich ins Auge faßt, die zusammenfaßt dasjenige, was über die Erde verbreitet ist. Das kann aber nicht durch natürliche Anlagen ver­breitet werden, das kann nur dadurch verbreitet werden, daß man sich einläßt auf diejenigen, die diese Dinge durchschauen, die wirklich erleben können als ein besonderes Gebiet das Geistgebiet, als ein be­sonderes Gebiet das Staats- oder politische Gebiet, als ein besonderes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Gebiet das Wirtschaftsgebiet. Darin liegt die Einigung der Menschen über die Erde hin, daß dasjenige, was auf drei Sphären verteilt war, im Menschen zusammengefaßt wird, indem er es selbst im sozialen Or­ganismus so gliedert, daß es sich vor ihm, vor seiner Nase in Harmonie befinden kann. Das aber kann nur erfolgen aus der geisteswissenschaft­lichen Schulung heraus. Und hier stehen wir an dem Punkte, wo wir sagen müssen: Wir sehen in alten Zeiten die einzelnen Persönlichkeiten, wir sehen sie aussprechen dasjenige, was der Geist der Zeit ist. Aber wenn wir wirklich prüfen, zum Beispiel gerade innerhalb der orienta­lischen Kultur, dann finden wir, daß im Grunde genommen in den Massen instinktiv lebte etwas von Seelenverfassung, was in einer merk­würdigen, selbstverständlichen Übereinstimmung mit dem war, was die einzelnen aussprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Zusammenwirken wird aber immer geringer und geringer. In unserer Zeit sehen wir das entgegengesetzte Extrem sich herausbil­den. Wir sehen in den Massen die entgegengesetzten Instinkte von dem heraufkommen, was der Menschheit eigentlich heilsam ist. Wir sehen heraufkommen, was gerade das notwendig macht, was dem einzelnen, der auf die Geisteswissenschaft bis in ihre Tiefen eingehen kann, ent­strömen kann. Aus den Instinkten wird kein Heil kommen, allein aus jenem Verständnis, von dem hier auch Dr. Unger gesprochen hat, das oftmals betont wird, das jeder Mensch dem Geistesforscher entgegen­bringen kann, wenn er sich nur dem gesunden Menschenverstand wirk­lich hingibt. So wird eine Kultur kommen, wo gerade die einzelne Individualität mit ihrem immer tieferen Eindringen in innere Tiefen der geistigen Welten von besonderer Wichtigkeit ist, und wo man den, der so eindringt in die geistigen Welten, gelten lassen will wie den, der sonst ein Handwerk betreibt. Man läßt sich nicht vom Schneider Stiefel machen, nicht vom Schuster rasieren, warum sollte man das, was man braucht als Weltanschauung, bei jemandem anderen holen als bei dem, der in sie eingeweiht ist? Aber das ist es ja, was gerade gegenwär­tig im intensivsten Sinne notwendig ist zum Menschenheil, obwohl die Reaktion dagegen da ist, die zeigt, wie die Menschheit sich noch sträubt gegen das, was ihr heilsam ist. Das ist der furchtbare Kampf, der Ernst, in dem wir drinnenstehen.&lt;br /&gt;
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Keiner Zeit ist notwendiger gewesen, daß hingehorcht werde auf das, was der einzelne in dem oder jenem weiß, und daß - nicht auf Autoritätsglaube hin, sondern auf Verstand und auf verständnismäßige Zustimmung hin - wirken kann für das soziale Leben derjenige, der auf einem einzelnen Gebiete etwas weiß. Aber die Instinkte wenden sich zunächst dagegen, und man glaubt, daß man vom allgemeinen Nivelle­ment aus irgend etwas Heilsames erreichen kann. Das ist der ernste Kampf, in dem wir drinnenstehen. Da hilft keine Sympathie und Anti­pathie, da hilft kein Leben in Schlagworten, da hilft nur ein klares Ansehen der Tatsachen. Denn heute entscheiden sich ja die großen Fragen, die Fragen, ob die Persönlichkeit oder die Masse eine Bedeu­tung hat. Für andere Zeiten hatte sie keine große Bedeutung, denn es stimmte die Masse mit den einzelnen Persönlichkeiten zusammen; die Persönlichkeiten waren gewissermaßen doch nur die Exponenten der Masse. Immer mehr gehen wir derjenigen Zeit entgegen, wo der einzelne ganz in sich selber den Quell dessen suchen muß, was er zu finden hat, und was er dann wiederum hineinzuwerfen hat in das so­ziale Leben, und es ist nur das letzte Sträuben gegen diese Geltung ge­rade der Individualität und immer mehr einer größeren und größeren Zahl von Individualitäten. Man kann geradezu hineinschauen, wie das, was Geisteswissenschaft zeigt, überall an dem prägnanten Punkt sich auch beweist. Wir reden von den notwendigen Assoziationen im Wirt­schaftsleben, brauchen dazu ein bestimmtes Denken. In der Westkultur hat sich das entwickelt, indem man die Gedanken sich assoziieren läßt. Wenn man das nehmen könnte, was John Stuart Mill mit der Logik treibt, wenn man diese Gedanken dort herausnehmen und sie aufs Wirtschaftsleben anwenden könnte, da paßten sie hinein, da kämen gerade die Assoziationen hinein, die nicht hineinpassen in die Psycho­logie. Bis in dasjenige hinein, was so erscheint im Gebiete der mensch­lichen Entwickelung, verfolgt Geisteswissenschaft eben die Realität.&lt;br /&gt;
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Daher steht Geisteswissenschaft mit vollem Bewußtsein in dem gan­zen Ernst der gegenwärtigen Weltlage drinnen, weiß, welcher große Kampf sich abspielt zwischen dem, was sich als bolschewistische Welle, die zum Unheile der Menschheit führen würde, demjenigen entgegen-wirft, was aus der Geisteswissenschaft heraus an sozialen Impulsen in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Dreigliederung kommen kann. Und ein Drittes neben diesen beiden gibt es nicht. Zwischen diesen beiden muß sich der Kampf abspielen. Das muß man einsehen. Alles andere ist bereits Dekadentes. Wer unbe­fangen die Verhältnisse anschaut, in denen wir drinnenstehen, der muß sich schon sagen, daß es heute notwendig ist, daß alle Kräfte zusam­mengenommen werden, damit diese furchtbare ahrimanische Sache, die sich entgegenwirft der Geisteskultur, abgewehrt werden könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bau steht da, zunächst unvollendet. Es ist heute aus den Mittelländern heraus nicht dasjenige zu haben, was ihn zum großen Teile bis zu diesem Punkte gebracht hat im Zusammenhange mit dem, was von den neutralen Staaten uns zugekommen ist. Wir müssen Zu­schüsse aus den Ländern der ehemaligen Entente haben. Da muß Ver­ständnis entwickelt werden für dasjenige, was eine Einheitskultur wer­den soll, die Geist und Politik und Wirtschaft enthält. Denn die Men­schen müssen aus einer einseitigen Anlage heraus und denjenigen fol­gen, die auch von Politik und Wirtschaft etwas verstehen, die nicht nur in Dialektik machen, sondern auch Geistiges durchschauen und auf Wirtschaftsimpulse sich einlassen, nicht Staaten gründen wollen, wo der Staat schon selber wirtschaften könne. Die westlichen Völker werden einsehen müssen, daß zu ihrer besonderen Zukunftsbegabung im wirtschaftlichen Assoziationenwesen, das sie gerade am verkehrten Ende, bei der Psychologie, angebracht haben, zu dem sich hinzuent­wickeln muß: ein volles Verständnis des staatlich-politischen Elemen­tes, welches andere Quellen hat als das wirtschaftliche Leben, und des geistigen Elementes zu gewinnen. Aber am Boden liegen die Mittel-länder. Man wird in westlichen Gebieten das einsehen müssen - an den Orient ist ja gar nicht zu denken -, was dieser Bau hier will! Daher ist es nötig, daß man sich daraufhin besinnt, wie es geschehen muß, daß für diejenige Kultur wirklich gesorgt werde, die hier jetzt sich zeigen wollte als eine solche Kultur, die berufen ist, das Hochschulwesen der Zukunft zu durchdringen und die sich in der Begründung der Wal­dorfschule gezeigt hat als eine solche, die das Volksschulwesen durch-leuchten kann. Aber wir brauchen dazu die verständnisvolle Unter­stützung weitester Kreise.&lt;br /&gt;
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Wir brauchen dazu vor allen Dingen Mittel. Zu all dem, was im&lt;br /&gt;
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höheren oder niederen Sinne Schule heißt, brauchen wir die Gesinnung, die ich schon betätigte damals, als die Waldorfschule in Stuttgart be­gründet wurde; bei der Begründung sagte ich es, in der Eröffnungs-rede: Diese eine Waldorfschule, ja, schön, daß wir sie haben, aber für sich ist sie nichts; sie ist erst etwas, wenn wir in dem nächsten Viertel­jahre zehn solcher Waldorfschulen errichten würden, und dann wei­tere. Das hat die Welt nicht verstanden, dazu hatte sie kein Geld. Denn da steht sie auf dem Standpunkt: Oh, die Ideale sind zu hoch und zu rein, als daß wir das schmutzige Geld an sie heranbringen soll­ten; das behalten wir lieber in der Tasche, da ist es am richtigen Platz, das schmutzige Geld. Die Ideale, oh, die sind viel zu rein, die darf man nicht besudeln mit dem Geld! - Es läßt sich allerdings eine solche Verkörperung der Ideale mit derjenigen Reinheit nicht erreichen, an die das schmutzige Geld nicht herangebracht wird, und so müssen wir schon daran denken, daß wir bis jetzt ja bei der einen Waldorfschule stehen blieben, die eigentlich noch nicht recht vorwärts kann, weil wir in großen Geldsorgen steckten im Herbste. Sie sind zunächst beho­ben; zu Ostern werden wir wieder davor stehen. Und hier, hier wer­den wir nach verhältnismäßig kurzer Zeit fragen: Sollen wir auf­hören? Und wir werden aufhören müssen, wenn nicht vorher ein sehr stark in die Taschen greifendes Verständnis sich findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher kommt es darauf an, nach dieser Richtung hin Verständnis zu erwecken. Ich glaube nicht, daß viel Verständnis erwachsen würde -das hat sich uns schon gezeigt -, wenn wir sprechen würden, daß wir etwas wollen für den Bau in Dornach oder dergleichen. Aber - und dafür findet sich ja heute noch Verständnis -, wenn man Sanatorien oder dergleichen gründen will, dazu kriegt man Geld, so viel man will! Das wollen wir ja nicht gerade, wir wollen nicht lauter Sanato­rien begründen, sind ganz einverstanden mit ihrer Begründung, so­weit sie notwendig sind, aber hier handelt es sich vor allen Dingen um die Pflege derjenigen Geisteskultur, deren Notwendigkeit wohl sich beweisen wird aus dem, was gerade dieser Hochschulkursus hier lei­sten wollte. Daher versuchte ich dasjenige anzuregen, was ich vor einigen Tagen hier in das Wort zusammengefaßt habe: «Weltschul­verein». Unsere deutschen Freunde sind abgereist; auf sie kommt es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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nicht an bei diesem Weltschulverein. Es kommt auf diejenigen an, die als Freunde zum größten Teil aus allen möglichen Gegenden der nicht deutschen Welt hier erschienen sind und hier noch sitzen, daß sie ver­stehen dieses Wort «Weltschulverein», denn es ist notwendig, daß wir Schulen über Schulen in allen Gegenden der Welt aus dem pädagogisch-didaktischen Geiste heraus gründen, der in der Waldorfschule herrscht. Es ist notwendig, daß wir diese Schule erweitern können, bis wir den Anschluß finden an dasjenige, was wir hier als Hochschulwesen wollen. Dazu ist aber notwendig, daß wir imstande sind, diesen Bau mit allem, was zu ihm gehört, zu vollenden und fortwährend dasjenige unter­halten können, was notwendig ist, um hier zu wirken, um zu schaf­fen, zu schaffen an dem weiteren Ausbau aller einzelnen Wissenschaf­ten aus dem Geiste der Geisteswissenschaft heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es fragen einen die Leute, wieviel Geld man zu alledem braucht. Man kann gar nicht sagen, wieviel man braucht, denn nach oben hat das überhaupt niemals eine Grenze. Selbstverständlich - einen Welt­schulverein, wir werden ihn nicht dadurch begründen, daß wir ein Komitee schaffen von zwölf oder fünfzehn oder dreißig Personen, die schöne Statuten ausarbeiten, wie ein solcher Weltschulverein wirken und arbeiten soll. Das hat alles keinen Zweck. Ich gebe nichts auf Programme, nichts auf Statuten, sondern auf die Arbeit der lebendigen Menschen, die verständnisvoll wirken. Man wird diesen Weltschul-verein einmal gründen können, nun, nach London wird man ja noch lange Zeit nicht kommen können; aber vom Haag oder von einem solchen Orte aus, wenn etwa dadurch eine Unterlage geschaffen ist, und noch durch manche andere Dinge, wenn diejenigen Freunde, die jetzt nach Norwegen oder Schweden oder Holland oder nach irgend­welchen anderen Ländern, nach England, Frankreich, Amerika und so weiter gehen, wenn diese Freunde überall, bei jedem Menschen, an den sie herankommen können, die Überzeugung, die wohlbegründete Überzeugung hervorrufen: Einen Weltschulverein muß es geben! - Das müßte wie ein Lauffeuer durch die Welt gehen: Ein Weltschulverein muß entstehen zur Beschaffung der materiellen Mittel für die Geistes-kultur, die hier gemeint ist. - Kann man ja sonst als einzelner von allem möglichen Hunderte und Hunderte von Menschen überzeugen,&lt;br /&gt;
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warum sollte man denn nicht in einer kurzen Zeit - denn der Nieder­gang geht so schnell, daß nur kurze Zeit uns zur Verfügung steht -, als ein einzelner Mensch auf viele wirken können, so daß man, wenn man dann nach einigen Wochen etwa nach dem Haag kommt, sehen würde, wie schon weitverbreitet das Urteil ist: Die Entstehung eines Welt­schulvereins ist notwendig, nur die Mittel fehlen zu alledem. Was man von Dornach aus will, ist eine historische Notwendigkeit. - Dann wird man reden können über die Inaugurierung dieses Weltschulver-eins, wenn die Meinung über ihn schon da ist. Komitees zu begründen und zu beschließen den Weltschulverein, das ist utopistisch, das hat gar keinen Zweck; aber von Mensch zu Mensch zu wirken und die Mei­nung, die begründete Meinung in einer Raschheit zu verbreiten, die eben nötig ist, das ist dasjenige, was vorausgehen muß der Gründung. Geisteswissenschaft lebt in Realitäten. Deshalb läßt sie sich auch nicht auf programmäßige Vornahmen von Gründungen ein, sondern sie weist auf dasjenige hin, was unter Realitäten - die Menschen sind ja Rea­lität -, was unter Menschen zu geschehen hat, damit eine solche Sache eine Aussicht hat.&lt;br /&gt;
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Also darauf kommt es an, daß wir endlich lernen von der Geistes­wissenschaft, im realen Leben zu stehen. Ich werde mich nie einlassen auf eine bloß utopistische Begründung des Weltschulvereins, sondern ich werde der Meinung immer sein: Der Weltschulverein kann erst ent­stehen, wenn eine genügend große Anzahl von Menschen von seiner Notwendigkeit überzeugt sind. Und damit dasjenige, was der Mensch­heit notwendig ist - es hat sich ja wohl aus unseren Hochschulkursen erwiesen -, geschehen könne, dazu muß dieser Weltschulverein gegrün­det werden. Also man sehe das, was mit diesem Weltschulverein ge­meint ist, im ganzen internationalen Leben im rechten Sinne an! In diese Aufforderung möchte ich ausklingen lassen am heutigen Tage dasjenige, was in ganz anderer Weise aus unserem ganzen Kursus her­aus zu der Menschheit gesprochen hat gerade durch diejenigen, die hier gewesen sind, und von denen wir die Hoffnung und den Wunsch haben, sie mögen es in die Welt hinaustragen. Der Weltschulverein, er kann die Antwort der Welt sein auf dasjenige, was wie eine Frage vor die Welt hingestellt wird, aber eine Frage, die aus den wirklichen Kräften&lt;br /&gt;
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des Menschenwerdens, das heißt, der Menschheitsgeschichte heraus-gegriffen ist. Also, was geschehen kann für den Weltschulverein nach jener Überzeugung, die Sie hier haben gewinnen können in den letzten drei Wochen, das geschehe! Darinnen klingt aus dasjenige, was ich auch heute noch habe sagen wollen.&lt;br /&gt;
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= ZWEITER VORTRAG Dornach, 22. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
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Mit dem 15. Jahrhundert ist für die Entwickelung der zivilisierten Menschheit der nördlichen Halbkugel eine Zeit eingetreten, in welcher namentlich die Individualität des Menschen in vollem Ich-Bewußt­sein immer mehr und mehr sich herausbilden soll. Diejenigen Kräfte, welche dieses individuelle Ich-Bewußtsein herausarbeiten, werden sich immer mehr und mehr verstärken, und alle Erscheinungen des Lebens, namentlich des Lebens im großen zunächst, gehen vor sich im Zeichen dieser Heranbildung der Individualität. Das heißt aber nichts anderes, als daß auch das, was von den geistigen Welten herkommt und in unsere physische Welt hineinspielt, einen solchen Verlauf nimmt, daß in der ganzen Menschheit als solcher das Menschlich-Individuelle zur Gel­tung komme. Denn nicht allein darum handelt es sich, daß die einzel­nen Menschen in egoistischer Art daran denken können: Wir werden Individualitäten -, sondern darum, daß die Gesamt-Menschheitsent­wickelung einen solchen Verlauf nehmen soll, daß in diese Mensch­heitsentwickelung das Individuelle der Menschen hineinwirkt. Jedes Zeitalter, jede Epoche, die wir im Laufe der Menschheitsentwickelung verfolgen können, hat nun, je nachdem sie das eine oder das andere, wie jetzt eben die Individualität, entwickelt, diese oder jene besonderen Ei­gentümlichkeiten. Diese Eigentümlichkeiten werden aufgedrückt der Menschheitsentwickelung durch die Art, wie die geistigen Mächte hereinwirken in das physische Erdenleben der Menschheit. Aber gerade durch diese Abgeschlossenheit, die der einzelne Mensch darstellt jetzt, wo die Individualität herauskommen soll, wo das Ichbewußtsein sich voll entwickeln soll, wo die Bewußtseinsseele sich gewissermaßen konturieren, in sich zusammenschließen soll, werden die besonderen Eigen­tümlichkeiten dieser Epoche nicht so wie in früheren Epochen von der geistigen Welt heraus dirigiert, sondern es kommen da ganz besondere Dinge innerhalb der Menschheitsentwickelung zum Vorschein. Und der Mensch, der durch die Entwickelung seiner Individualität immer mehr und mehr zu seiner Freiheit erzogen wird, der muß immer mehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und mehr auch bewußt Stellung nehmen zu dem, was da herauskommt. Insbesondere handelt es sich darum, daß ein soziales Leben, aber von unserem Gesichtspunkte aus müssen wir sagen, tief innerlich begrün­det ein soziales Leben sich gestalten muß, trotzdem die dem sozialen Leben entgegengesetzten, starken egoistischen Kräfte der Bewußtseinsseele ja auch immer mehr und mehr herauskommen aus den Tiefen des Daseins. Auf der einen Seite sind die starken egoistischen Kräfte der Bewußtseinsseele da, auf der anderen Seite um so mehr die Notwendig­keit, auch bewußt ein soziales Leben zu begründen. Und bewußt muß man Stellung nehmen zu alledem, was fördern kann dieses soziale Zusammenleben. Wir haben schon im Laufe der Zeit von den ver­schiedensten Gesichtspunkten aus dargelegt, wie verschieden die ganze Stellung des westlichen Menschen, des Menschen der europäischen Mitte und des östlichen Menschen zu der ganzen Menschheitsentwicke­lung sich ausnimmt. Wir haben auf verschiedenes hingedeutet, das den östlichen Menschen heute eigen ist, das den Menschen der europäischen Mitte, das den westlichen Menschen eigen ist. Nun wollen wir auf eine Erscheinung hinweisen, welche uns äußerlich schon zeigen kann, wie diese Differenzierungen der Menschheit über die zivilisierte Welt hin sich ausleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen, daß sich entwickelt hat unter dem Einflusse der mo­dernen naturwissenschaftlichen Denkweise im sozialen Leben ein be­stimmtes Lebensanschauungselement, das insbesondere stark zum Aus­druck kommt in den breiten Massen des Proletariats, das sich herauf-entwickelt hat in unserem Maschinenzeitalter, in unserem intellektuel­len Zeitalter. Ich habe alles das, was dabei für die soziale Frage in Be­tracht kommt, in dem ersten Teil meiner «Kernpunkte der sozialen Frage» dargestellt. Ich möchte heute nur hinweisen gerade auf die Differenzierung der Anschauung breiter Menschenmassen über die so­ziale Frage. Da haben wir deutlich differenziert die sozialen Anschau­ungen, sagen wir des Proletariats, die aber dann abfärben auf andere Kreise der Menschheitsbevölkerung; da haben wir deutlich abgetönt von den anderen Menschen die Lebensanschauung in den westlichen, namentlich in den angelsächsischen Ländern. In diesen Ländern hat sich ja auch herausgebildet unter dem Einfluß des modernen Maschinenzeitalters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und der Industrie jene materialistische Lebensanschauung der breiten Masse, die hier öfter charakterisiert worden ist, neben dem Materialismus oder gerade hervorgerufen durch den Materialismus der anderen Klassen der Menschheit. Aber es hat sich diese sozialistische Lebensanschauung so ausgebildet, daß sie ganz unter dem Zeichen der wirtschaftlichen Kämpfe steht, da sie ganz durchsetzt ist von wirt­schaftlichen Vorstellungen, wirtschaftlichen Gedanken, Wirtschafts­kämpfen, die wenig durchdrungen sind von Lebensanschauungskämp­fen. Das ist die Signatur dessen, was innerhalb der sozialistischen Welt des angelsächsischen Westens vor sich geht. Weil das Wirtschaftsleben der eigentliche Charakter, der bisherige Charakter des neuzeitlichen öffentlichen Lebens überhaupt war, so gingen die Impulse des Sozia­lismus auch aus diesen Lebensverhältnissen des Proletariats der angel­sächsischen Bevölkerung hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sich zum Beispiel jetzt an Impulsen äußert in der großen Streikbewegung, das ist bedeutsam gerade für die eigentliche Charak­teristik desjenigen, was sich im Westen von diesen Seiten her gestaltet. Selbst wenn scheinbar beigelegt werden könnten die Diskrepanzen, die da bestehen, es wäre nur eine scheinbare Beilegung; es werden ganz be­deutsame Wirkungen gerade von dem ausgehen, was in diesen Kämp­fen an tieferen Kräften spielt. Und wenn nach der ganzen Veranla­gung des Westens nicht eigentliche Lebensauffassungen sich herausent­wickeln aus diesen Impulsen, so können wir doch deutlich wahrneh­men, wie auch die Lebensanschauungen, die sich bilden und innerhalb der letzten Zeit sich gebildet haben, ihren Anstoß erhalten haben von dem, was da als Impulse vorhanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Marx hat ja sogar, trotzdem er in Mitteleuropa geboren war, aus mitteleuropäischer Gedankenströmung hervorgegangen ist, nach England gehen müssen, um dasjenige aufzunehmen, was dort an Le­bensimpulsen sich entwickelt hat. Aber er hat es zu einer Lebensan­schauung umgestaltet. Es ist der Marxismus als Lebensanschauung we­niger in den westlichen Gegenden selber zum äußeren Dasein gekom­men; es ist das zum äußeren Dasein gekommen als Lebensanschauung in der Mitte Europas. Da hat es in den Zielen der Sozialdemokratie ganz den Charakter der Lebensanschauung angenommen. Was im Westen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wirtschaftliche Impulse sind, die zu wirtschaftlichen Kämpfen führen, wurde in juristisch-staatliche Vorstellungen gebannt, lebte in der Mitte Europas in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts und in das 20. Jahrhundert hinein als solche marxistische Lebensanschauung und ergriff die breite Masse der Menschheitsbevölkerung. Es lebte aber auch nach dem Osten hinüber, da, wo in Europa schon der Charakter des Ustlichen beginnt. Und da lebte es sich wieder in einer anderen Form aus. Wirtschaftlich im Westen, staatlich-politisch in der Mitte; im Osten nimmt es deutlich einen religiösen Charakter an. Wenn nicht noch jene Fälschung vorhanden wäre, die vorhanden war sowohl bei der Überflutung des Ostens durch Peter den Großen, wie jetzt durch Lenin und Trotzkij, wenn nicht diese Fälschung vorhanden wäre, die dadurch entsteht, daß eben dasjenige, was da als Bolschewismus sich geltend macht, fremder Import ist, so würde man noch viel deutlicher sehen, daß in diesem Bolschewismus schon heute ein starkes religiöses Element steckt, das allerdings ganz materialistisch religiös ist, das aber mit den früheren religiösen Impulsen wirkt und weiter wirken wird mit diesen früheren religiösen Impulsen, und gerade darinnen sein Furchtbares zeigen wird durch ganz Asien hindurch, daß es mit dem Furor eines religiösen Impulses wirkt. Wirtschaftlich ist im Westen der soziale Impuls, staatlich-politisch in der Mitte Europas, mit einem religiösen Furor wirkt er schon von Rußland an und nach dem Osten hin, nach Asien hinüber. Gegenüber diesen Impulsen, die da durch die Entwickelung der Menschheit ziehen, ist vieles andere höchst unbe­deutend. Und wer in solchen Dingen, wie es der jetzige englische Berg­arbeiterstreik ist, nicht etwas in allerintensivstem Sinne symptomatisch Bedeutsames sieht, der versteht eben durchaus nicht das Wühlen tie­ferer Kräfte in unserer ganzen Zeitentwickelung.&lt;br /&gt;
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Aber all das, was man so äußerlich schildern kann, hat seine tieferen Untergründe, und zuletzt seine tieferen Untergründe in der geistigen Welt. Es kann das neuere Menschheitsleben nur verstanden werden, wenn man diese Gliederung in ein westliches Wirtschaftliches, in ein Politisch-Staatlich-Juristisches in der Mitte Europas, und in ein reli­giöses Element im Osten versteht, in ein geistiges Element im Osten, das nur einen religiösen Charakter hat, das aber eigentlich das geistige&lt;br /&gt;
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Moment ist, wie es sich da im dekadenten Osten ausleben kann. Das zeigt sich so stark, daß man sagen muß: Für den Westen ist es natür­lich - und das erfolgt gründlich -, daß er alles dasjenige hat, was wirtschaftlich ist; für die Mitte kann bloßes wirtschaftliches Streben deshalb keinen Erfolg haben, weil in der Mitte jedes wirtschaftliche Streben einen staatlich-politischen Charakter annimmt; im Osten Europas ist der große äußere Mißerfolg dadurch entstanden, daß durch die Traditionen Peters des Großen dasjenige, was eigentlich aus einem geistig-religiösen Impuls heraus stammt, der Panslawismus, das Sla­wophilentum einen politischen, staatlichen Charakter angenommen hat. Hinter diesem staatlichen Charakter, der all das Entsetzliche her­vorgetrieben hat, was sich im europäischen Osten entwickelt hat, hin­ter diesem staatlichen Charakter, der aufgeprägt hat allem östlichen Streben seine Signatur seit Peter dem Großen, hinter alledem steht im Grunde genommen doch immer die geistige Tendenz der Fortset­zung von Byzanz, eben geistige Byzanz-Religiositat und so weiter. Selbst die einzelnen Erscheinungen des geschichtlichen Lebens, sie wer­den nur verständlich, wenn man sie in diesem Lichte sehen kann. Man kann sagen: In einem gewissen Maße kann alles das, was noch in Europa liegt, auch gegen Westen hin, sogar nach Frankreich hinein, zur europäischen Mitte gerechnet werden, denn charakteristisch für den Westen ist eigentlich das Angelsachsentum. Und dieses Angelsach­sentum geht durchaus seinen Instinkten nach mit den in der Mensch­heitsentwickelung naturgemäßen Impulsen der letzten drei bis vier Jahrhunderte und weiterhin. Diese Impulse führten dahin, daß gerade im Westen am besten sich entwickeln konnte alles das, was dem sozialen Leben aufgedrängt wurde durch die moderne naturwissenschaftliche Denkweise mit ihren Errungenschaften. Diese Denkweise mit ihren Errungenschaften, zusammen mit dem Charakter des Angelsachsen­tums, hat die Weltherrschaft dieses Angelsachsentums begründet. Alles, was aus der modernen Naturwissenschaft heraus an glänzendem Auf­schwung des Verkehrswesens, des Handelswesens, des Industriewesens gekommen ist, all das, was zu den großen Kolonisationen geführt hat, ist entstanden eben durch den Zusammenfluß der naturwissenschaft­lichen Denkweise mit dem Charakter des Angelsachsentums. Und das&lt;br /&gt;
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wurde tief in den Instinkten des Westens empfunden. Man kann ge­radezu auf einen Knotenpunkt der modernen geschichtlichen Ent­wickelung hinweisen: auf das Jahr 1651, als der geniale Cromwell mit der Navigationsakte diejenige Konfiguration im englischen Seewesen und im ganzen englischen Handelswesen hervorgerufen hat, welche alles das begründet hat im Westen, was dann später gekommen ist; und man kann darauf hinweisen, wie, man möchte sagen, aus äußerlich unerklärlichen Gründen heraus, gerade als der Stern Napoleons auf­ging, die französische Seeschiffahrt eben den größten Mangel litt. Das­jenige, was im Westen geschieht, geschieht eben aus den gerade in der Richtung der Menschheitsentwickelung liegenden Kräften. Es geschieht aus einer ganz wirtschaftlichen Denkweise heraus, aus wirtschaftlichen Vorstellungsimpulsen heraus. Daher muß ihm unterliegen all das, was von der Mitte kommt und nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus ju­ristisch-politisch-militärischen Gesichtspunkten heraus gedacht ist. Wir sehen geradezu als krasses Beispiel, wie aus politisch-militärischem Gesichtspunkt von dem europäischen Kontinent aus Napoleon etwas entgegenstellt dem, was aus der Navigationsakte des Cromwell her­vorgegangen ist, in der Kontinentalsperre. Die Navigationsakte ist durchaus aus wirtschaftlichen Instinkten heraus gedacht und geschaf­fen. Die Kontinentalsperre Napoleons im Beginne des 19. Jahrhun­derts ist ein politisch Gedachtes; aber ein politisch Gedachtes ist etwas, was hereinragt aus früheren Zeiten in die neuere Zeit, ist ein Anti­quiertes, ist ein tatsächlicher Anachronismus. Daher kann auch dieses politisch Gedachte gegen das neuzeitlich Gedachte, aus der die Navi­gationsakte entspringt, nicht aufkommen. Dagegen haben im Westen, wo im Sinne der neueren Zeit wirtschaftlich gedacht wird, politische Dinge, auch wenn sie im ungünstigen Sinne als politische Dinge ver­laufen, im Grunde genommen keine schädliche Wirkung.&lt;br /&gt;
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Nehmen Sie einmal die Tatsache, daß, von Europa ausgehend, Frankreich in Nordamerika kolonisiert hat. Es hat diese Kolonien ver­loren an England. Die Kolonien machten sich wieder frei. Das erste, das französische Kolonisieren im 18. Jahrhundert war eine politische Tätigkeit; sie trug keine Früchte. Das englische Kolonisieren in Nord­amerika war ganz aus wirtschaftlichen Impulsen heraus. Das Politische&lt;br /&gt;
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konnte wiederum zugrunde gehen. Nordamerika machte sich frei. Ein politischer Zusammenhang existierte fortan nicht. Dem wirtschaft­lichen Zusammenhang wurde kein Schaden getan.&lt;br /&gt;
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So gliedern sich in der menschlichen Entwickelung die Dinge zu­sammen. Und wir können durchaus sagen: Auch in der Geschichte zeigt sich, daß wenn zwei dasselbe tun, es nicht dasselbe ist. Als Crom­well zur rechten Zeit aus wirtschaftlichen Impulsen heraus seine ja für die anderen Mächte außerordentlich tyrannische, man kann sagen, brutale Navigationsakte geschaffen hat, da war aber diese Naviga­tionsakte aus wirtschaftlichem Denken entsprungen. Als Tirpitz inner­halb der neueren Entwickelung die deutsche Schiffahrt, die deutsche Marine schuf, da war das politisch gedacht, rein politisch, ohne jeden wirtschaftlichen Impuls, ja gegen alle wirtschaftlichen Instinkte. Heute ist das von der Erdoberfläche hinweggefegt, weil es gegen den Lauf der Menschheitsentwickelung gedacht und geplant war. Und so könnte man in bezug auf alle einzelnen Erscheinungen zeigen, wie, man möchte sagen, diese historische Dreigliederung da ist: im Osten, aber heute in der Dekadenz, etwas, was auf alte Zeiten der östlichen Ent­wickelung zurückweist, und was einen geistigen Charakter hat; in der Mitte etwas, was aber heute auch schon antiquiert ist, was immer mehr oder weniger annimmt die Form des Politisch-Juristisch-Militärischen, des Staatlichen; im Westen ist der Staat nur immer Dekoration, das Po­litische hat gar keine Bedeutung, keine wirkliche Bedeutung; da präpon-deriert das wirtschaftliche Denken. Während Deutschland daran zu­grunde gegangen ist, daß sein Staat die Wirtschaft aufgesogen hat, daß die Industriellen, die Kommerziellen untertauchten und sich duckten unter die Macht des Staates, sehen wir, wie im Westen der Staat auf­gesogen wird von dem Wirtschaftsleben, und alles überflutet ist von dem Wirtschaftsleben. Das ist äußerlich angesehen die Differenzie­rung über die heutige zivilisierte Welt hin. Aber das, was man so äußerlich ansehen kann, das ist schließlich im Grunde nur an die äußere Oberfläche getragen aus den Untergründen der geistigen Welt heraus. Es ist alles in der geistigen Entwickelung der neueren Zeit daraufhin angelegt, die Individualität emporzubringen, die Indivi­dualität im Westen nach westlicher Art, nach wirtschaftlicher Art;&lt;br /&gt;
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die Individualität in der Mitte nach der heute schon antiquierten staatlich-politisch-militärischen Art; die Individualität des Ostens nach antiquierter Art, nach der alten Geistigkeit, vollständig in der Dekadenz. Das muß von der geistigen Welt getragen werden. Und es wird dadurch getragen, daß sowohl im Westen wie im Osten - wollen wir zunächst von diesen zwei Gebieten reden - eine eigentümliche, tief bedeutsame Erscheinung auftritt. Es ist diese, daß außerordentlich viele Menschen, wenigstens verhältnismäßig viele Menschen geboren wer­den, die nicht den regelmäßigen Gang der Wiederverkörperung zeigen.&lt;br /&gt;
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Sehen Sie, deshalb ist es ja so schwierig, über ein solches Problem wie die Wiederverkörperung zu sprechen, weil man nicht in einem heute beliebten abstrakten Sinne von ihr sprechen kann, weil ein sol­ches Problem zwar auf etwas hinweist, was eine bedeutsamste Reali­tät in der Menschheitsentwickelung ist, was aber Ausnahmen erlaubt, und wir sehen sowohl im Osten wie im Westen - von der Mitte werden wir noch zu reden haben in diesen Tagen -, daß heute Menschen ge­boren werden, denen wir nicht so gegenübertreten können, daß wir sagen können: In ganz regelmäßiger Weise lebt in diesen Menschen eine Individualität, die da war in einem früheren Leben und wieder in einem früheren Leben, die da sein wird in einem späteren Leben und wieder in einem späteren Leben. - Diese Wiederverkörperungen sind zwar der regelmäßige Gang der Menschheitsentwickelung, aber sie er­leiden eben Ausnahmen. Dasjenige, was uns als Mensch in Menschen-form entgegentritt, muß nicht immer das sein, was der äußere Schein zeigt. Der äußere Schein kann eben Schein sein. Es können uns Men­schen in Menschenform entgegentreten, die eigentlich nur dem äußeren Scheine nach solche Menschen sind, die immer wiederkommenden Erdenleben unterliegen; in Wahrheit sind das Menschenkörper mit physischem, ätherischem, astralischem Leib, aber in diesen verkörpern sich andere Wesenheiten, Wesenheiten, die sich dieser Menschen bedie­nen, um durch sie zu wirken. Es ist in der Tat so, daß zum Beispiel im Westen es wirklich eine große Anzahl solcher Menschen gibt, welche im Grunde genommen nicht einfach wiederverkörperte Menschen sind, sondern welche die Träger sind von Wesenheiten, die einen ausgespro­chen verfrühten Entwickelungsgang zeigen, die eigentlich erst in einem&lt;br /&gt;
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späteren Entwickelungsstadium in der Menschheitsform auftreten soll­ten. Diese Wesenheiten benützen nun nicht den ganzen menschlichen Organismus, sondern sie benützen vorzugsweise von diesen westlichen Menschen das Stoffwechselsystem. Von den drei Gliedern der mensch­lichen Natur benützen sie das Stoffwechselsystem so, daß sie hereinwirken durch diese Menschen hindurch in diese physische Welt. Solche Menschen zeigen auch äußerlich schon für denjenigen, der das Le­ben richtig betrachten kann, daß es so mit ihnen steht. So sind zum Beispiel eine große Anzahl derjenigen Menschen, welche angelsächsi­schen Geheimgesellschaften angehören - die Rolle solcher Geheimge­sellschaften haben wir ja in den letzten Jahren wiederholt bespro­chen -, so sind diese Angehörigen solcher Geheimgeselischaften, die einflußreich sind, eigentlich Träger solcher verfrühter Existenzen, die durch das Stoffwechselsystem gewisser Menschen hereinwirken in die Welt und sich ein Arbeitsfeld suchen durch die Leiber der Menschen, die nicht in regelmäßigen Wiederverkörperungen leben. Ebenso sind die tonangebenden Persönlichkeiten gewisser Sekten von solcher Art, und namentlich ist die überwiegende Zahl einer sehr verbreiteten Sekte, die großen Anhang hat im Westen, aus Menschen von dieser Art be­stehend. Auf diese Weise wirkt, ich möchte sagen, eine ganz andere Geistigkeit herein in die gegenwärtigen Menschen. Und es wird eine wesentliche Aufgabe sein, Stellung nehmen zu können zum Leben von diesen Gesichtspunkten aus. Nicht sollte man in abstrakter Weise glau­ben, daß ausnahmslos die Menschen überall den wiederholten Erdenleben unterliegen. Das hieße dem äußeren Schein eben nicht den Cha­rakter eines Scheins zusprechen. Auf die Wahrheit gehen, heißt, selbst in solchen Fällen noch die Wahrheit, die Wirklichkeit suchen, wo der äußere Schein so trügt, daß Wesenheiten von anderer Art, als der Mensch der Gegenwart es ist, sich in Menschengestalt verkörpern, in einem Teil vom Menschen, namentlich durch das Stoffwechselsystem; aber sie wirken dann auch im Rumpfsystem, im rhythmischen System und im Nerven-Sinnessystem. Es sind namentlich dreierlei Wesenheiten von dieser Art, die sich so durch das Stoffwechselsystem verschiedener Menschen des Westens verkörpern.&lt;br /&gt;
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Die erste Art sind solche Geister, welche eine besondere Anziehungskraft&lt;br /&gt;
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haben zu dem, was gewissermaßen die elementarischen Kräfte der Erde sind, die einen Hang, eine Affektion haben zu den elemen­taren Kräften der Erde, die also aufspüren können: Wie ist da eine Kolo­nisation zu betreiben nach den Naturverhältnissen des Klimas und den sonstigen Verhältnissen der Erde, oder wie ist dort eine Handelsver-bindung anzuknüpfen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Art von diesen Geistern sind diejenigen, welche sich namentlich zur Aufgabe setzen, innerhalb des Gebietes, auf dem sie wirken, das Selbstbewußtsein zurückzudrängen, das volle Bewußtsein der Bewußtseinsseele nicht herauskommen zu lassen und dadurch auch in der Umgebung bei den anderen Menschen, unter denen sich epide­misch so etwas ausbreitet, eine gewisse Sucht hervorzurufen, nicht sich über die wahren Motive ihrer Handlungen Rechenschaft zu geben. Man könnte sagen, solch ein durch und durch unwahrer Bericht oder solch ein durch und durch unwahres Dokument wie dasjenige der Oxfor­der Professoren, das in den letzten Tagen an die Öffentlichkeit getreten ist, solch ein durch und durch, ich möchte sagen, töricht verlogenes Dokument, das möchte man zur Schülerschaft dieses unwahren Elemen­tes rechnen, das nicht auf die eigentlichen Impulse gehen will, sondern oben über diese Impulse eine Sauce darüber macht und schöne Worte prägt, während darunter im Grunde genommen nichts ist als unwahre Impulse. Dadurch behaupte ich nicht, daß diese an sich vielleicht ganz braven Oxforder Professoren - ich mute ihnen nicht großartige ahri-manische Impulse zu -, daß diese Professoren selbst Träger solcher verfrühten Wesen sind; aber die Schülerhaftigkeit gegenüber solchen Wesen liegt in ihnen. Also diese letzteren Wesen, die inkarnieren sich namentlich durch das rhythmische System gewisser Menschen im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Gattung von Wesen, die da wirkt im Westen, das ist die­jenige, welche sich zur Aufgabe macht, vergessen zu machen im Men­schen, was seine individuellen Fähigkeiten sind - diejenigen Fähigkei­ten, die wir aus den geistigen Welten mitbringen, wenn wir durch die Empfängnis und die Geburt ins physische Dasein schreiten - und den Menschen gewissermaßen mehr oder weniger zur Schablone seiner Na­tionalität zu machen. Das stellt sich diese dritte Art von Wesen zur besonderen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Aufgabe: nicht den Menschen zur individuellen Geistigkeit kommen zu lassen.&lt;br /&gt;
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Während also die erste Art von Wesen Affektionen hat zum Ele­mentaren des Erdbodens, des Klimas und so weiter, hat die zweite Art von Wesen besondere Neigung, ein gewisses oberflächliches, unwahres Element zu züchten, und die dritte Art von Wesen, die individuellen Fähigkeiten auszurotten und die Menschen mehr oder weniger zur Schablone, zum Abdruck ihrer Nationalität, ihrer Rasse zu machen. Diese letztere Art von Wesen inkarniert sich namentlich durch das Hauptessystem, durch das Nerven-Sinnessystem im Westen. Da haben wir dasjenige, was wir äußerlich betrachtet haben von verschiedenen Seiten her als Charakteristikum gerade der westlichen Menschenwelt, da haben wir es dadurch charakterisiert, daß wir, ich möchte sagen, ken­nenlernen eine größere Anzahl von Menschen, die in Geheimgesell­schaften, in Sekten und ähnlichem eingestreut sind, deren Menschheit aber darinnen besteht, daß bei ihnen nicht einfach Wiederverkörpe­rungen vorliegen, sondern daß eine Art von Verkörperung vorliegt von Wesenheiten, die verfrüht sind in ihrer Entwickelung auf der Erde hier, die daher besondere Schülerschaften erzeugen, respektive epide­misch ihre besonderen Eigentümlichkeiten auf die anderen Menschen ausstrahlen. Diese drei verschiedenen Wesen wirken durchaus durch Menschen, und wir verstehen Menschencharaktere nur, wenn wir das, was ich jetzt gesagt habe, wissen, wenn man weiß: Dasjenige, was im öffentlichen Leben lebt, läßt sich nicht bloß so, wie es der Philister will, erklären, sondern es muß erklärt werden durch das Hereinragen solcher geistiger Kräfte.&lt;br /&gt;
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Daß gerade diese drei Arten von Kräften, von Wesen auf dieser besonderen Entwickelungsstufe da im Westen durch Menschen zum Vorschein kommen, das wird begünstigt eben dadurch, daß diesem Westen auferlegt ist, die ganz besondere wirtschaftliche Denkweise zu entwickeln. Ich möchte sagen, das Wirtschaftsleben ist der Grund und Boden, aus dem so etwas aufschießen kann. Und was stellen sich eigent­lich im großen und ganzen, in Totalität diese Wesenheiten für eine Aufgabe?&lt;br /&gt;
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Sie stellen sich die Aufgabe, das ganze Leben als bloßes Wirtschaftsleben&lt;br /&gt;
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zu erhalten, auszurotten allmählich alles andere, was von gei­stigem Leben da ist, das ja gerade da, wo es am regsten ist, in die Ab­straktheit des Puritanismus zusammengeschrumpft ist, auszurotten das geistige Leben, allmählich zu verstumpfen das politisch-staatliche Le­ben und alles aufzusaugen durch das Wirtschaftsleben. Im Westen sind diese Menschen, die in einer solchen Weise in die Welt treten, die eigentlichen Feinde und Gegner des Dreigliederungsimpulses. Die erste Art von Wesen läßt nicht heraufkommen ein solches Wirtschaftsleben, das sich als ein selbständiges hinstellt neben das staatlich-rechtliche und neben das geistige Glied des sozialen Organismus. Die zweite Art von Wesen, die sich vorzugsweise die Oberflächlichkeit, das Phrasen­tum, die Lügenhaftigkeit zur Aufgabe macht, die will nicht aufkom­men lassen neben dem Wirtschaftsleben ein selbständiges demokrati­sches Staatsleben. Und die dritte Art von Wesenheiten, welche die in­dividuellen Fähigkeiten unterdrückt, welche nicht will, daß der Mensch etwas anderes ist als eine Art Schablone seiner Rasse, seiner Nationali­tät, die arbeitet entgegen der Emanzipation des Geisteslebens, der selbständigen Stellung des Geisteslebens.&lt;br /&gt;
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So sind da solche Mächte, welche in dieser Weise im Westen ent­gegenarbeiten dem Impuls des dreigliedrigen sozialen Organismus. Und derjenige, der in tieferem Sinne arbeiten will für die Ausbreitung die­ses Impulses der Dreigliederung, der muß sich klar sein darüber, daß er nicht anders kann, als auch zu rechnen mit solchen geistigen Faktoren, die in der Menschheitsentwickelung vorhanden sind. Es stehen ja den­jenigen Mächten, an die man appellieren muß, wenn man irgend etwas in die Menschheitsentwickelung einführen will, nicht bloß solche Dinge gegenüber, die der steife Philister bemerkt, sondern es stehen ihnen Dinge gegenüber, die sich nur einer Geist-Erkenntnis erschließen. Was hilft es denn, daß in der Gegenwart die Menschen das als einen Aber­glauben betrachten und nicht davon hören mögen, wenn gesprochen wird von solchen durch die Menschen hereinragenden geistigen Wesen­heiten? Sie sind ja doch da, diese geistigen Wesenheiten! Und wer nicht mit nur schlafender Seele das Leben verfolgen will, sondern mit wacher Seele, der kann überall die Wirkungen dieser Wesenheiten schauen. Wollte man nur aus dem Vorhandensein der Wirkungen sich ein wenig&lt;br /&gt;
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überzeugen lassen von dem Dasein der Ursachen! Das ist zunächst die Charakteristik nach dem Westen hin. Der Westen gestaltet sich so, weil er eben ganz in der allerelementarsten Äußerungsform der gegen­wärtigen Epoche lebt, in dem wirtschaftlichen Vorstellen, dem wirt­schaftlichen Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Osten hatte einstmals ein grandioses Geistesleben. Alle Geistig­keit, mit Ausnahme dessen, was angestrebt wird in der Anthroposophie und was neu sich gestalten will, alle Geistigkeit der zivilisierten Welt ist ja im Grunde genommen Erbstück des Ostens. Aber die eigentliche Glorie dieses religiös-geistigen Lebens war im Osten eben in sehr alten Zeiten vorhanden. Und heute ist gerade der östliche Mensch bis herein nach Rußland in einem merkwürdigen Zwiespalt, weil er auf der einen Seite noch aus seinem Erbe heraus in dem alten spirituellen Elemente lebt, und weil auf der anderen Seite auch auf ihn wirkt dasjenige, was aus der gegenwärtigen Epoche der Menschheitsentwickelung kommt, das Trainieren zur Individualität hin. Das bedingt, daß im Osten eine starke Dekadenz der Menschheit ist, daß gewissermaßen der Mensch nicht Vollmensch werden kann, daß ihm noch im Nacken sitzt, diesem östlichen Menschen bis herein nach Rußland, was geistiges Erbe uralter Zeiten ist. Und das bedingt, daß dieser östliche Mensch heute dann, wenn sein Bewußtsein herabgestimmt ist, wenn er im Schlaf- oder Traumzustand ist, oder in irgendeinen da im Osten so unendlich häu­figen medialen Zustand kommt, daß er dann zwar nicht imprägniert wird, wie im Westen, mit einer ganz anderen Wesenheit, daß aber diese Wesenheit hereinwirkt in sein Seelisches, daß ihm gewisserma­ßen diese anderen Wesenheiten erscheinen. Während es im Westen ver­frühte Wesenheiten von drei Gattungen sind, die ich aufgezählt habe, die da wirken, sind es im Osten verspätete Wesenheiten, die ihre Voll­kommenheit früher gehabt haben, die zurückgeblieben sind, und die jetzt den Menschen des Ostens in medialem Zustande, im Traume er­scheinen, oder auch über sie kommen ohne Traum, ohne medialen Ein­fluß, einfach dadurch, daß sie in den Schlaf hineinkommen, und der Mensch dann im wachen Zustande die Inspiration solcher Wesenheiten in sich trägt, also gewissermaßen bei Tag von den Nachwirkungen sol­cher Wesenheiten, die über ihn in der Nacht kommen, inspiriert ist.&lt;br /&gt;
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Und wiederum sind es dreierlei Arten von Wesenheiten, die da im Osten wirken, und die wiederum einen starken Einfluß haben. Wäh­rend man im Westen direkt auf einzelne Menschen zeigen muß, durch welche sich diese Wesen inkarnieren, muß man im Osten hinweisen auf eine Art von Hierarchie, die den verschiedensten Menschen er­scheinen kann. Wiederum dreierlei Wesenheiten, aber es sind keine Wesenheiten, die durch die Menschen sich inkarnieren, sondern es sind Wesenheiten, die dem Menschen erscheinen, die den Menschen auch inspirieren vom Nachtschlaf aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Art dieser Wesenheiten ist die, welche den Menschen hin­dert, vollen Besitz zu nehmen von seinem physischen Leib, die den Menschen hindert, sich zu verbinden mit dem Wirtschaftlichen, mit den öffentlichen Verhältnissen der Gegenwart überhaupt. Das sind die Wesenheiten, welche zurückhalten wollen im Osten das wirtschaft­liche Leben, so wie man es im dreigliedrigen sozialen Organismus braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Art von Wesenheiten sind diejenigen, welche ein bereits überindividuelles Wesen hervorbringen, eine Art von - wenn ich das paradoxe Wort gebrauchen darf - unegoistischem Egoismus, der um so raffinierter ist, wie er ja insbesondere bei den Menschen des Ostens so sehr häufig angetroffen wird, die alles mögliche Selbstlose sich von sich selber einbilden, welche Selbstlosigkeit aber gerade eine besonders raffinierte Selbstsucht, ein besonders raffinierter Egoismus ist. Sie wol­len ganz gut sein, sie wollen so gut sein, als man nur sein kann. Das ist auch ein egoistisches Gefühl. Das ist etwas, was durchaus eben mit dem Paradoxon bezeichnet werden kann: ein unegoistischer Egoismus, ein aus der Selbstlosigkeit hervorgetriebener Egoismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Art von Wesenheiten, welche auf die geschilderte Weise den Menschen des Ostens erscheinen, das sind diejenigen Wesen, welche das geistige Leben abhalten von der Erde, welche gewissermaßen eine dumpfe mystische Atmosphäre unter den Menschen ausbreiten, wie sie im Osten in der heutigen Zeit besonders gefunden werden kann. Wiederum sind diese drei Gattungen von Wesenheiten, die aber jetzt aus der geistigen Welt herunterwirken, sich nicht in Menschen inkar­nieren, die Feinde des dreigliedrigen sozialen Organismus. So daß der&lt;br /&gt;
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Dreigliederungsimpuls eingeschnürt wird von geistiger Seite vom Osten her, von menschlicher Seite auf die geschilderte Weise vom Westen her. Da sehen wir also dasjenige, was der Differenzierung zugrunde liegt von geistigen Untergründen her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden dazu noch hinzuzufügen haben dasjenige, was von der europäischen Mitte aus als feindlich der Dreigliederung zugrunde liegt, damit wir allmählich auch vom geistigen Gesichtspunkte aus eine Vor­stellung darüber gewinnen, wie man sich ausrüsten muß, damit die Dreigliederungsidee den widerstrebenden Mächten - ob diese nun von der geistigen Welt, wie im Osten, ob sie von Menschen, wie im Westen, oder auf noch andere Art, wie ich es morgen schildern werde, von der Mitte Europas ausgehen - wirklich einen Impuls entgegenbringen kann, der so notwendig wie nur irgend etwas für die Menschheitsentwicke­lung ist. Wie man sich diesen Dingen gegenüber zu verhalten hat, dar­über muß man mit Gedanken ausgerüstet sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 23. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gestern wiederum von einem anderen Gesichtspunkte aus, als dies schon durch längere Zeiten hindurch geschehen ist, auf die Diffe­renzierung aufmerksam gemacht, die unter den Völkern der gegen­wärtigen zivilisierten Welt besteht. Ich habe darauf hingewiesen, wie die Individualisierung des Menschen im fünften nachatlantischen Zeit­raum von den geistigen Welten her gelenkt wird, wie eingreifen auf der einen Seite im Westen durch die Menschen selber gewisse Wesen­heiten, welche in einer unregelmäßigen Weise vorgerückt sind, welche weiter sind als die Menschheit, aber aus gewissen Interessen heraus sich in Menschen verkörpern, um den wahren Impulsen der Gegen­wart entgegenzuwirken, den Impulsen der Dreigliederung des sozialen Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe auch darauf aufmerksam gemacht, wie in anderer Art im Osten sich die Tatsache geltend macht, daß zwar nicht durch die Men­schen selber, wohl aber durch ihr Erscheinen gegenüber den Menschen sich gewisse Wesenheiten geltend machen, Wesenheiten, die ihre eigent­liche Bedeutung in ferner Vergangenheit hatten, die aber jetzt ins Men­schenleben hereinwirken wollen; wie diese durch die besondere Seelen-verfassung der im Orient Wohnenden auf diese Menschen wirken, sei es mehr oder weniger bewußt, indem sie als Imagination hereinwirken in das Bewußtsein einiger Menschen des Ostens, sei es, daß sie während des Schlafes hineinwirken in das menschliche Ich, in den astralischen Leib und sich dann geltend machen, ohne daß die Menschen es wissen, in den Nachwirkungen während des Wachens und auf diese Weise alles das hereintragen, was sich gegen einen regelmäßigen Fortschritt der Menschheit im Osten auftürmen will. So daß wir sagen können: Im Westen hat sich seit langem vorbereitet in einer gewissen Weise eine Art Erdgebundenheit bei solchen Menschen, wie ich sie gestern geschil­dert habe, die da eingestreut sind, die insbesondere in Sekten Führerstellungen einnehmen, die auch in Geheimgesellschaften Führerstellungen einnehmen und dergleichen. Im Osten finden sich auch gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
führende Persönlichkeiten, welche eben unter dem Eindrucke solcher durch Imagination erscheinenden Wesen der Vorzeit dasjenige aus­üben, was sie eben in die gegenwärtige Kulturentwickelung herein­bringen. Wenn man verstehen will, wie die Menschen der europäischen Mitte zwischen dem Westen und dem Osten gewissermaßen eingekeilt sind, so muß man genauer hinschauen gerade auf die geistigen Bedin­gungen, die da zugrunde liegen, und auf alles das, was sich ausspricht in der physisch-sinnlichen Welt aus diesen geistigen Bedingungen heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie ja eben von den verschiedensten Gesichtspunkten aus darauf aufmerksam gemacht, wie in der Hauptsache das Leben des uralten Orients ein Geistesleben war, wie der Mensch des uralten Orients ein hochentwickeltes Geistesleben hatte, ein Geistesleben, das aus unmittelbarer Anschauung der geistigen Welten herausströmte; wie dann dieses Geistesleben eigentlich als Erbstück weiter fortlebte, wie es im Griechentum als schöne Künstlerschaft zunächst vorhanden war, aber auch noch als eine gewisse Einsicht; wie aber auch schon im Grie­chentum sich hineinmischte dasjenige, was dann der Aristotelismus war, was bereits verstandesmäßiges, dialektisches Denken war. Aber es drang dann das, was von orientalischer Weisheit kam, eben in die Zivilisation des Abendlandes hinein, und mit Ausnahme dessen, was aus der Naturwissenschaft stammt, und was stammen kann aus der modernen anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, ist im Grunde genommen alles, was in der abendländischen Zivilisation an Geistesleben vorhanden ist, altes orientalisches Erbgut. Aber dieses Geistesleben ist eben durchaus dekadent. Dieses Geistesleben ist so, daß ihm die eigentliche Tragkraft fehlt, daß der Mensch zwar noch eine gewisse Hinlenkung zur geistigen Welt hat, aber dies, was er von der geistigen Welt glaubt, nicht mehr verbinden kann mit dem, was hier in der physischen Welt geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich das am stärksten, wenn im angelsächsischen Puritaner­tum ein, ich möchte sagen, ganz weltfremdes, neben dem weltlichen Treiben einhergehendes weltfremdes Glauben Platz gegriffen hat, das nach ganz abstrakten geistigen Regionen hinzielt, das im Grunde ge­nommen gar nicht sich die Mühe gibt, sich auseinanderzusetzen mit der äußeren physisch-sinnlichen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Im Orient nehmen selbst ganz weltliche Bestrebungen, Bestrebun­gen des sozialen Lebens, einen so geistigen Charakter an, daß sie sich wie religiöse Bewegungen ausnehmen. Und im Osten ist zum Beispiel die Tragkraft des Bolschewismus darauf zurückzuführen, daß er eigent­lich von den Menschen des Ostens, schon vom russischen Volke, wie eine Religionsbewegung aufgefaßt wird. Nicht so sehr auf den abstrak­ten Vorstellungen des Marxismus beruht die Tragkraft dieser sozialen Bewegung des Ostens, sondern sie beruht im wesentlichen darauf, daß die Träger wie neue Heilande angesehen werden, gewissermaßen wie die Fortsetzer früheren religiös-geistigen Strebens und Lebens. Aus dem Römertum heraus, auch schon aus späterem Griechentum her­aus hat sich dann, wie wir wissen, dasjenige entwickelt, was die Men­schen der Mitte am allermeisten ergriffen hat, das dialektische Ele­ment, das Element des juristischen, des politischen, des militärischen Denkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und welche Rolle das dann später spielte, was da aus dem Römer­tum heraus sich entwickelte, das kann man nur verstehen, wenn man zunächst bedenkt, daß alle drei Zweige des menschlichen Erlebens, das geistige Erleben, das wirtschaftliche Erleben, das staatlich-politische Erleben in den Zeiten, in denen das Römertum sich zu besonderem Glanze entwickelte, in denen das römische Kaisertum aufkam, in einer ähnlichen Weise verknäuelt waren, durcheinanderstrebten, wie das im Grunde über die ganze zivilisierte Welt hin in der gegenwärtigen Zeit der Fall ist. Das Römertum lief durchaus in eine Dekadenz aus, welche im wesentlichen dadurch bedingt war, daß im römischen Welt-reiche die Unmöglichkeit wirkte, die immer daraus hervorgeht, daß die drei menschlichen Betätigungen - Geistesleben, Staatsleben, Wirt­schaftsleben - chaotisch ineinandergreifen. Man kann ja wirklich sa­gen, das römische und insbesondere das byzantinische Kaisertum ist eine Art Symbolum gewesen für den Verfall der vierten nachatlanti-schen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit. Man braucht ja nur zu bedenken, daß von einhundertsieben oströmischen Kaisern bloß vier­unddreißig in ihrem Bette gestorben sind. Von einhundertsieben Kai­sern sind bloß vierunddreißig in ihrem Bette gestorben! Die anderen sind entweder vergiftet oder verstümmelt worden und im Kerker gestorben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind aus dem Kerker ins Mönchsleben übergegangen und der­gleichen. Und aus dem, was da im Süden Europas (siehe Zeichnung) als die romanische Welt ihrem Niedergange entgegenging, aus dem entwickelte sich dasjenige heraus, was dann, ich möchte sagen, in drei Ästen nach Norden heraufströmte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 50.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 50]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir zunächst den westlichsten Ast. Ich will heute nicht darauf eingehen, was sich in geschichtlichen Einzelheiten entwickelte durch das hindurch, was als das Mittelalter aus der alten Menschheits­entwickelung hervorging; aber ich will auf einiges aufmerksam ma­chen. Die charakteristische Erscheinung der westlichen, zunächst der mehr südwärts gelegenen westlichen Entwickelung ist ja diese, daß das Römertum, ich möchte sagen, auch als eine Summe von Menschen zunächst sich ausdehnt nach Spanien, über das heutige Frankreich, auch über einen Teil von Britannien hin. Römische Menschen waren es, die da hinein sich entwickelten. Aber alles das wurde durchsetzt von dem, was als germanische Stämme der verschiedensten Art durch die Völker­wanderung gerade in diese Bevölkerungen von römischen Menschen hineindrang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und eine eigentümliche Erscheinung finden wir da. Die Erschei­nung finden wir, daß germanische Menschen in das Römertum sich hin­elnzwängen, in das Römertum sich hineinstoßen, und daß da etwas entsteht, was nur so charakterisiert werden kann, daß man sagt: Es war Menschenwesen germanischer Art eingedrungen in das Römer­tum; das Römertum als solches ging im Grunde genommen als Men­schenwesen unter; was aber erhalten blieb von dem Römertum, also dasjenige, was, ich möchte sagen, durch diese Kreuzung (siehe Zeich­nung S.50) der beiden Linien hier sich bildete, was sich da bildete als spanische Bevölkerung, als französische Bevölkerung, zum Teil auch als britannische Bevölkerung, das ist im wesentlichen germanisches Blut, übertönt von dem romanischen Sprachelemente. Nicht anders kann in Wirklichkeit verstanden werden, um was es sich da handelt, als wenn man es so anschaut. Dieses Menschenwesen ist durchaus seiner Seelen-konfiguration nach, seiner Empfindungs-, Gefühls- und Willensrich­tung nach hervorgegangen aus dem, was sich als germanisches Element im Strom der Völkerwanderung vom Osten nach dem Westen bewegt hat. Aber es ist eine Eigentümlichkeit dieses germanischen Elementes, daß, wenn es zusammenstößt mit einem fremden Sprachelemente - und in der Sprache ist immer eine Kultur, möchte ich sagen, verkörpert-, es in diesem fremden Sprachelemente aufgeht, diese Sprache annimmt. Es wächst hinein in diese fremde Sprache, ich möchte sagen, wie in ein Zivilisationskleid. Was im Westen von Europa lebt als lateinische Rasse, das hat im Grunde genommen nichts von lateinischem Blute in sich. Das ist aber hineingewachsen in dasjenige, was da heraufgeströmt ist, verkörpert durch die Sprache. Denn es lag im Wesen des latei­nischen, des römischen Elementes, sich selber über das Menschentum hinaus im Weltenentwickelungsgang zu behaupten. Deshalb ist ja in Rom zuerst das Testament aufgekommen, die Behauptung des Egois­mus über den Tod hinaus. Daß der Wille über den Tod hinausreiche, das hat dazu geführt, den Gedanken des Testamentes zu fassen. So auch wirkte der Bestand der Sprache über den Bestand des Mensch­lichen im Volkstum hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und anderes als die Sprache wurde erhalten. So wurden erhalten für diesen Westen auf dieser Strömung hier (siehe Zeichnung 5.50) die alten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Traditionen der verschiedenen Geheimgesellschaften, von deren Be­deutung ich Ihnen ja im Laufe der letzten Jahre Mannigfaltiges er­zählt habe, durchaus Traditionen, die aus der vierten nachatlantischen Zeit, aus der griechisch-lateinischen Zeit stammen, die allerdings Ent­lehnungen sind aus dem Orient - namentlich aber aus Handschriften -, die aber durchaus durch das Römertum, durch das Lateinertum durch­gegangen sind. So daß man in einer gewissen Beziehung in dem west­lichen Menschentum, insofern es untergetaucht ist in dem römischen Sprachelemente, das sich über das Volkstum hinaus erhalten hat, den Menschen in einem fremden Zivilisationskleide hat. Man hat auch den Menschen in einem fremden Kleide, indem man in den alten Mysterien-wahrheiten, die schon abstrakt geworden sind, die namentlich in den Zeremonien und in dem Kultus der westlichen Gesellschaften mehr oder weniger leere Formeln geworden sind, etwas hat, worin das Men­schentum untergetaucht ist und worin es als in etwas lebt, wovon es ergriffen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind nun andere Verhältnisse besonders günstig, dann bietet gerade dieses, ich möchte sagen, mehr von außen Durchdrungenwerden des Menschen mit alledem, was aus der Sprache herauskommt, einen An­haltspunkt dafür, daß sich solche Wesen, wie ich es gestern geschildert habe, in diesen Menschen verkörpern können. Aber besonders günstig ist für dieses Verkörpern gerade das angelsächsische Element aus dem Grunde, weil da auch durchaus germanisches Menschenwesen nach dem Westen hinübergekommen ist, weil sich stark das germanische Menschenwesen erhalten hat, und in einem geringeren Maße als das eigentlich lateinische Element sich durchdrungen hat mit dem römi­schen Elemente. So daß da ein viel labileres Gleichgewicht in der an­gelsächsischen Rasse vorhanden ist, und durch dieses labilere Gleich­gewicht jene Wesen, die sich da verkörpern, eine viel größere Willkür des Wirkens, einen viel größeren Spielraum haben. In eigentlich ro­manischen Ländern würden sie außerordentlich gebunden sein. Vor allen Dingen aber muß man sich klar sein darüber, daß von solchen volkspsychologischen Konfigurationen dasjenige abhängt, was sich dann in einzelnen Persönlichkeiten äußern kann. Durch dieses freiere Element im Angelsachsentum ist es möglich geworden, daß, während&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
allerdings das Puritanertum eine abstrakte Glaubenssphäre darstellt, dieses angelsächsische Element im höchsten Grade geeignet war, das naturwissenschaftliche Denken auch als Welt- und Lebensanschauung aufzunehmen und auszugestalten. Es wird allerdings nicht das volle Menschentum ergriffen, aber es wird gerade derjenige Teil des Men­schenwesens ergriffen, welcher durch die Eingliederung von Sprachen, durch die Eingliederung von anderen Elementen des Menschenwesens es möglich macht, daß sich solche Wesen, wie ich es gestern geschildert habe, in diesen Menschen verkörpern.&lt;br /&gt;
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Ich bemerke ausdrücklich, daß bei alledem, was ich jetzt bespreche, es sich nur um solche einzelne Menschen handelt, die unter der Menge der übrigen Menschen zerstreut sind. Es betrifft nicht die Nationen, es betrifft nicht irgendwie die große Masse der Menschen, es betrifft die einzelnen Menschen, die aber außerordentlich starke Führerstel­lungen in den Regionen haben, von denen ich gesprochen habe. Was nun da im Westen vorzugsweise ergriffen wird von solchen Wesen, die dann dem Menschenleib, in welchem sie sich verkörpern, eine gewisse Führerstellung sichern, das ist hauptsächlich Leib und Seele, nicht der Geist, für den man sich daher weniger interessiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher kommt zum Beispiel die ganz grandiose, aber einseitige Aus-gestaltung der Deszendenzlehre durch Charles Darwin? Sie kommt daher, daß bei Charles Darwin tatsächlich besonders dominierend wa­ren Leib und Seele, nicht der Geist. Daher betrachtet er den Menschen auch nur nach Leib und Seele, sieht ab von dem Geiste und von dem, was aus dem Geiste in das Seelische sich hereinlebt. Wer unbefangen auf die Ergebnisse der Forschungen Darwins sieht, der wird sie verste­hen von dem Gesichtspunkte aus, daß da etwas lebte, was den Men­schen nicht betrachten wollte seinem Geiste nach. «Geist» nahm man nur von der neueren naturwissenschaftlichen Richtung, die interna­tional ist; dasjenige aber, was die ganze Anschauung über das Men­schenwesen färbte, nuancierte, das war die Hinneigung zu Leib und Seele, mit Außerachtlassung des Geistes. Ich möchte sagen, die treue-sten Schüler des ökumenischen Konzils vom Jahre 869 waren die Men­schen des Westens. Sie haben den Geist zunächst unberücksichtigt ge­lassen, Leib und Seele genommen, wie sie besonders in der Schilderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Darwins zum Vorschein kommen, und nur einen künstlichen Kopf aufgesetzt als Geist mit materialistischer Denkungsweise, wie er aus der Naturwissenschaft hervorkommt. Und weil man sich gewisser­maßen schämte, aus der Naturwissenschaft eine Universalreligion zu machen, blieb als äußerliches Nebenwerk, das ein abstraktes Dasein führte, dasjenige, was als Puritanismus und dergleichen weiterlebt, was aber mit der eigentlichen Weltkultur hier keinen Zusammenhang hat. Da sehen wir, wie in einer gewissen Weise überwältigt wird Leib und Seele von einem abstrakt naturwissenschaftlichen Geist, den wir bis in die Gegenwart herauf klar beobachten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man nehme an, das andere geschähe. Es würde stärker sein dasjenige, was in der Sprache weiterlebt, was in der ganzen geistigen Formenwelt der vierten nachatlantischen Zeit weiterlebt, was würde da herauskommen? Da würde ein strenges fanatisches Abweisen des modernen Geistes herauskommen; und es würde nicht betont werden, daß aus naturwissenschaftlichen Begriffen ein künstlicher Kopf auf­gesetzt werde dem Leiblich-Seelischen, sondern es würden die alten Traditionen aufgesetzt werden, aber es würden doch nur das Leib­liche und Seelische eigentlich gepflegt werden. Da könnten wir uns denken, daß irgendein Mensch in ebenso brutaler Weise alles das, was nur Leib und Seele ist, ausbildet und eine Lehre erfindet, die nur auf Leib und Seele hinsehen will und als Äußeres nicht die Naturwissen­schaft hat, sondern einen wiederum nur noch äußerlich gebliebenen Teil von einer aus früherer Zeit in spätere Zeit hineingetragenen Offen­barung: Und dann haben wir den Jesuitismus, dann haben wir Ignaz von Loyola. Ich möchte sagen, ebenso wie mit Notwendigkeit Geister wie Darwin hervorgingen aus dem Angelsachsentum, ebenso ging aus dem Spätromanismus Ignaz von Loyola hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentümliche der Menschen, von denen wir hier in bezug auf den Westen zu sprechen haben, ist, daß sich durch sie der Welt be-merklich machen jene geistigen Wesen, die ich gestern charakterisiert habe, daß sie durch sie in der Welt wirken. Im Osten ist das anders. Nach dem Osten geht eben eine andere Strömung (siehe Zeichnung S. 50). Wir werden zunächst aber etwas betrachten, was als eine zweite Strömung von dem alten Römertum ausgeht, was nun nicht die Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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auch hinaufträgt, wohl aber die ganze Richtung der Seelenverfassung hinauf darstellt, was die Gedankenrichtung hinauf darstellt. Nach dem Westen geht mehr die Sprache. Dadurch kommen alle diejenigen Er­scheinungen, von denen ich eben gesprochen habe. Nach der europäi­schen Mitte geht dasjenige, was mehr die Gedankenrichtung ist. Aber es vereinigt sich mit dem, was in dem Germanentum veranlagt ist, und in dem Germanentum ist veranlagt ein gewisses Verwachsen-sein-Wollen mit der Sprache. Aber man kann dieses Verwachsen-sein-Wol­len mit der Sprache nur erhalten, solange die Menschen, die in dieser Sprache leben, zusammen sind. Als die Goten, die Vandalen und so weiter nach dem Westen zogen, tauchten sie unter in das lateinische Element. Es blieb das Verwachsensein mit der Sprache nur in der euro­päischen Mitte vorhanden. Dies bedeutet, daß in dieser europäischen Mitte die Sprache zwar nicht in einer besonders starken Weise an dem Menschen haftet, aber doch stärker haftet, als sie in den römischen Menschen war, die als solche sich verloren haben, aber die Sprache selber abgegeben haben. Die germanischen Menschen würden ihre Spra­che nicht abgeben können. Die germanischen Menschen haben ihre Sprache als ein Lebendigeres in sich. Sie würden es nicht als Erbstück hinterlassen können. Sie kann sich nur so lange erhalten, diese Sprache, als sie mit dem Menschen verbunden ist. Das hängt zusammen mit der ganzen Art und Weise der menschlichen Verfassung dieser Völker, die in Europas Mitte sich nach und nach geltend gemacht haben. Das be­dingt, daß in dieser europäischen Mitte sich Menschen geltend gemacht haben, die nicht gerade geeignet waren, starke Möglichkeiten für die Verkörperung solcher Wesen zu bieten, wie es im Westen der Fall war. Aber ergriffen konnten sie doch auch werden. Bei diesen Menschen der europäischen Mitte war es durchaus möglich, daß in den Führer-gestalten sich solche Wesen der dreifachen Gattung geltend machten, wie ich sie gestern geschildert habe. Aber das bewirkt immer, daß auf der anderen Seite auch eine gewisse Zugänglichkeit bei diesen Men­schen vorhanden ist für jene Erscheinungen, die den Menschen des Orients sich als Imagination entgegenstellen. Nur bleiben diese Ima­ginationen bei den Menschen der Mitte während des Tagwachens so blaß, daß sie eben nur als Begriffe, als Vorstellungen erscheinen. In&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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derselben Weise wirkt dasjenige, was von jenen Wesen herrührt, die sich durch die Menschen verkörpern und eine so große Rolle bei ein­zelnen Menschen des Westens spielen. Dadurch können diese durch­aus nicht eine solche Wirkung hervorbringen, aber doch dem ganzen Menschen eine gewisse Richtung geben. Es ist insbesondere bei den Menschen dieser Mitte so, daß es durch Jahrhunderte hindurch kaum möglich gewesen ist, daß diejenigen Menschen, die irgendeine Bedeu­tung erhielten, sich retten konnten vor der Einkörperung auf der einen Seite der Geister des Westens und auf der anderen Seite der Geister des Ostens. Das bewirkte immer eine Art Zwiespältigkeit dieser Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte sagen, wenn man sie ihrer wahren Realität nach schil­dert: Wenn diese Menschen wachten, so war etwas von den Attacken der Geister des Westens in ihnen, das ihre Triebe, ihr Instinktieben be­einflußte, das in ihrem Willen lebte, das ihren Willen lähmte. Wenn diese Menschen schliefen, wenn der astralische Leib und das Ich ge­sondert waren, da machten sich auf sie solche Geister geltend wie die­jenigen, die auf die Menschen des Orients als Erscheinungen in Imagi-nationen oft unbewußt wirkten. Und man braucht nur eine ganz cha­rakteristische Persönlichkeit aus der Zivilisation der Mitte herauszu­nehmen, und man wird, ich möchte sagen, mit Händen greifen können, daß das so ist, wie ich es geschildert habe. Man braucht nur Goethe herauszunehmen. Nehmen Sie all das, was in Goethe von den Attacken der Geister des Westens lebte, was in seinem Willen sich geltend machte, was insbesondere in dem jungen Goethe wühlte, was man wohl fühlt, wenn man die in der Jugend hingewühlten Szenen des «Faust» oder des «Ewigen Juden» liest; und dann sehen Sie, wie Goethe auf der anderen Seite abgeklärt war - weil das bloß nach dem Geistig-See­lischen hintendierende Element des Orients in ihm gebändigt war, durch­strömt war von diesem Willenselement -, wie er im Alter sich mehr zu Imaginationen hinwendet im zweiten Teil seines «Faust». Aber eine Kluft ist doch vorhanden. Sie kommen nicht recht herüber vor allen Dingen aus dem Stil des ersten Teiles des «Faust» in den Stil des zweiten Teiles des «Faust».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und betrachten Sie den lebendigen Goethe selbst, der herauswächst aus den Impulsen des Westens, der, ich möchte sagen, gepeinigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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von den Geistern des Westens, der sich als junger Mensch tröstet mit dem, was ja schließlich auch etwas Westliches in sich enthält: mit der Gotik, womit aber auftaucht das Streben zu den Geistern der Vergan­genheit, zu jenen Geistern, die im Griechentum, die auch ganz beson­ders in der Gotik tätig waren, die aber doch im Grunde genommen die Nachkommen jener Geister waren, die einstmals den Orientalen inspirierten, als er zu seiner großen Urweisheit kam. Und so sehen wir, als es in die achtziger Jahre hereingeht, wie er es nicht aushält mit den Geistern des Westens, wie sie ihn quälen. Er will das ausgleichen, indem er nach dem Süden zieht, um aufzunehmen, was von der an­deren Seite kommen kann. Das gibt den Menschen der Mitte gerade in ihren hervorragenden Führern - und die anderen folgen ja diesen Führern - ihr charakteristisches Gepräge. Die Menschen der Mitte waren dadurch besonders vorgebildet zur Geltendmachung des einen, was wichtig ist in der ganzen Menschheitsentwickelung. Man kann es am besten bei einem solchen Geiste wie Hegel beobachten. Wenn Sie Hegels Philosophie nehmen - ich habe das schon öfter hier erwähnt -, Sie finden überall diese Philosophie hinentwickelt bis zum Geiste. Aber nirgends finden Sie irgend etwas bei Hegel, was über das physisch-sinnliche Leben hinausragt. Statt einer eigentlichen Geistlehre finden Sie eine logische Dialektik als ersten Teil der Philosophie; die Natur-philosophie finden Sie bloß als eine Summe von Abstraktionen dessen, was im Menschenwesen selber lebt; was durch die Psychologie ergriffen werden soll, das finden Sie dargestellt im dritten Teil von Hegels Philo­sophie. Aber es kommt nichts anderes heraus als das, was der Mensch auslebt zwischen Geburt und Tod, was sich dann zusammendrängt in der Geschichte. Von irgendeinem Hineingehen des Ewigen im Men­schen in ein vorgeburtliches, in ein nachtodliches Dasein ist ja bei Hegel nirgends die Rede; es kann auch gar nicht geltend gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist es, was die Menschen, die hervorragendsten Menschen der Mitte geltend machen, daß in dem Menschen, wie er hier lebt zwi­schen Geburt und Tod, Leib, Seele und Geist vorhanden sind. Für den Menschen der Sinneswelt, für unsere physische Welt sollte durch diese Menschen der Mitte der Geist und das Seelische sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald wir nach dem Osten gehen, finden wir, daß - ebenso wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wir im Westen sagen müssen, es lebe vorzugsweise Leib, Seele - im Osten vorzugsweise Seele und Geist lebt. Daher das Hinaufheben zu den Imaginationen ja natürlich ist, und wenn diese Imaginationen auch nicht zum Bewußtsein kommen, so wirken sie in das Bewußtsein hin­ein. Die ganze Anlage des Denkens ist beim Menschen des Ostens so, daß sie nach Imaginationen hintendiert, wenn auch diese Imaginatio­nen zuweilen, wie bei Solowjow, in abstrakte Begriffe gefaßt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ein dritter Ast geht von dem Römertum nach dem Norden über Byzanz in den Osten hinein (siehe Zeichnung S. 50). Es spaltet sich ge­wissermaßen dasjenige, was im Römertum chaotisch beisammen war, in drei Zweige. Es strebt auseinander, kommt zum Westen, wo ein neues Element des Wirtschaftlichen sich geltend macht als dasjenige, was der Neuzeit besonders angemessen war, und was sich mit der Na­turwissenschaft verbindet. Es kommt zum Osten und kommt aus der alten Urweisheit in die Dekadenz hinein; es entwickelt sich da hin­über dasjenige, was in religiöser Form das Geistige ist. Das alles geht natürlich parallel. Es entwickelt sich nach der Mitte hin dasjenige, was Politisch-Militärisches, Staatlich-Juristisches ist, was natürlich nach den verschiedenen Seiten sich ausbreitet; aber wir müssen die charakteristischen Äste ins Auge fassen. Je weiter wir nach dem Osten kommen, desto mehr sehen wir, wie diese Menschen des Ostens mit ihrer Sprache nicht in derselben Art verwachsen sind wie die germani­schen Völker. Die germanischen Völker leben in ihrer Sprache, solange sie sie haben. Studieren Sie einmal diesen merkwürdigen Gang gerade der germanischen Menschheit Mitteleuropas. Studieren Sie diese Zweige der germanischen Bevölkerung, die sich zum Beispiel nach Ungarn hinüber in die Zipser Gegend, als Schwaben hinunter ins Banat, nach Siebenbürgen als die Siebenbürgener Sachsen bewegt haben. Überall ist es, ich möchte sagen, etwas wie ein Abglimmen des eigentlich sprach­lichen Elementes. Diese Menschen gehen überall in der Sprache auf, in die sie untertauchen. Und eine der allerinteressantesten ethnogra­phischen Studien wäre es, zu sehen, wie um Wien herum in verhältnis­mäßig kurzer Zeit, im Laufe der letzten zwei Drittel des 19.Jahrhun-derts, das Deutschtum zurückgegangen ist, überflutet worden ist. Man könnte das mit Händen greifen, wenn man diese Sache verständig ansähe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Man sah, wie in das Magyarentum hinein auf künstliche Weise, aber namentlich in das Slawentum hinein auf natürliche Weise, sich das germanische Element entwickelte. Im Osten ist der Mensch mit seiner Sprache aber ganz verwachsen. Da lebt das Geistig-Seelische, lebt in der Sprache. Das ist etwas, was man oftmals gar nicht berücksichtigt. Der Mensch des Westens lebt ja in der Sprache in einer ganz anderen Art, in einer radikal anderen Art als der Mensch des Ostens. Der Mensch des Westens lebt in seiner Sprache wie in einem Kleide; der Mensch des Ostens lebt in seiner Sprache wie in sich selbst. Daher konnte der Mensch des Westens die naturwissenschaftliche Lebensauf­fassung annehmen, hineingießen in seine Sprache, die ja nur ein Ge­fäß ist. Im Orient wird die naturwissenschaftliche Weltanschauung des Westens niemals Fuß fassen, denn sie kann gar nicht untertauchen in die Sprachen des Orients. Die Sprachen des Orients weisen sie zu­rück, die naturwissenschaftliche Weltanschauung nehmen sie gar nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das können Sie schon verspüren, wenn Sie die allerdings heute noch koketten Auseinandersetzungen des Rabindranath Tagore auf sich wir­ken lassen; wenn auch das bei Rabindranath Tagore von Koketterie durchwirkt ist, so sieht man doch, wie sein ganzes Sich-Darleben be­steht im Erleben eines Anpralles der westlichen Weltanschauung, aber sofort - durch das Leben in der Sprache - ein Zurückwerfen dieser Weltanschauung des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieses Ganze war der Mensch der Mitte hineingeworfen. Er mußte alles das aufnehmen, was er im Westen erlebte. Er nahm es nicht so tief auf wie der Westen, er durchtränkte es mit dem, was auch der Osten hatte. Daher das labilere Gleichgewicht in der Mitte, dadurch aber auch die Zerrissenheit, die Zweiheit der Individualisierung der Seelen der Menschen der Mitte, dieses Streben, eine Harmonie, einen Ausgleich in der Zweiheit zu finden, wie es sich so klassisch, so groß­artig darlebt in Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung, wo zwei Triebe - der Naturtrieb und der Vernunfttrieb -, die vereinigt werden sollen, deutlich hinweisen auf diese Zweiheit. Aber man kann noch auf viel Tieferes deuten.&lt;br /&gt;
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Sehen Sie, wenn man nach dem Westen hinblickt, so findet man,&lt;br /&gt;
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daß da vorzugsweise eine gewisse Geneigtheit im ganzen Volkstum ist, die naturwissenschaftliche Denkweise aufzunehmen, die sich für das Wirtschaftsleben so außerordentlich eignet. Ich habe Ihnen gezeigt, wie die naturwissenschaftliche Denkweise sich bis in die Psychologie, bis in die Seelenkunde hineingelebt hat. Da nimmt man sie auf, da nimmt man sie restlos auf, diese naturwissenschaftliche Anschauungs­weise. Und das Puritanertum lebte eben dort wie ein abstrakter Ein­schlag, wie etwas, das mit dem eigentlichen äußeren Leben nichts zu tun hat, das man auch gewissermaßen in sein Seelenhaus einsperrt, das man nicht berührt werden läßt von der äußeren Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was da im Westen sich entwickelt, ist so, daß man sagen kann: Es ist eine Neigung vorhanden, alles in sich aufzunehmen, was der menschlichen Vernunft zugänglich ist, insofern sie gebunden ist an Leib und Seele. Das andere, der Puritanismus, ist ja nur ein Sonntags-kleid dessen, was Leib ist, was zugänglich ist der Vernunft. Daher der Deismus, diese ausgepreßte Zitrone einer religiösen Weltanschauung, wo von Gott nichts mehr vorhanden ist als ein Märchen einer allge­meinen, ganz abstrakten Weltursache; die Vernunft, wie sie an Leib und Seele gebunden ist, die macht sich da geltend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie nach dem Osten gehen, da ist gar kein Verständnis für eine solche Vernünftigkeit. Schon in Rußland fängt es an. Hat denn der Russe überhaupt Verständnis für das, was man im Westen Ver­nünftigkeit nennt? Man gebe sich nur keiner Täuschung hin; nicht das geringste Verständnis hat der Russe schon für das, was man im Westen Vernünftigkeit nennt. Der Russe ist zugänglich für dasjenige, was man Offenbarung nennen könnte. Er nimmt im Grunde genommen alles das auf als seinen Seeleninhalt, was er einer Art Offenbarung ver­dankt. Vernünftigkeit, wenn er auch das Wort den westlichen Men­schen nachsagt, so versteht er doch nichts davon, das heißt, er fühlt nicht das, was die westlichen Menschen dabei fühlen. Aber was nach­gefühlt werden kann, wenn man von Offenbarung, von dem Herab-kommen von Wahrheiten aus der übersinnlichen Welt in den Menschen herein spricht, das versteht er gut. Dasjenige aber, wovon man im Westen so redet - und dafür ist ja gerade das Puritanertum ein Be­weis -, ist so, daß man sieht: In diesem Westen ist selbstverständlich&lt;br /&gt;
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nicht das geringste Verständnis da für dasjenige, was man eigentlich als das Verhältnis des russischen Menschen und gar erst des Orientalen, des asiatischen Menschen, was man überhaupt als das Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt ansprechen muß. Dafür ist im Westen nicht das geringste Verständnis. Denn das ist etwas ganz anderes als das, was durch Vernunft vermittelt wird; das ist etwas, was, vom Gei­stigen ausgehend, den Menschen ergreift und den Menschen lebendig durchdringt.&lt;br /&gt;
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Und bei den Menschen der europäischen Mitte, nun, da ist es so: Als der fünfte nachatlantische Zeitraum sich schon nahte, so im 10., 11., 12.Jahrhundert - er kam ja dann in der Mitte des 15.Jahrhun-derts -, da standen die hervorragendsten Geister der europäischen Mitte vor einer ungeheuren Frage, vor einer Frage, die ihnen aufgege­ben war als Menschen, die drinnenstanden zwischen dem Westen und dem Osten, und es drängte in ihnen der Westen nach Vernunft, und es drängte in ihnen der Osten nach Offenbarung. Und man studiere einmal von diesem Gesichtspunkte aus die Hochscholastik, die Glanz-epoche mittelalterlicher Geistesentwickelung, man studiere von diesem Gesichtspunkte aus solche Geister, wie Albertus Magnus, Thomas von Aquino, Duns Scotus und so weiter; man vergleiche sie mit solchen Geistern wie Roger Bacon - ich meine den Älteren, der mehr west­wärts orientiert war-, und man wird sehen: Eine große Frage entstand bei den Geistern der mitteleuropäischen Hochscholastik aus dem Zu­sammenwirken von dem, was vom Westen her als Vernunft, vom Osten her als Offenbarung drängte. Ihre Bedrängnis war die, die auf der einen Seite von den Geistern herrührte, die durch den Willen den menschlichen Leib und die menschliche Seele ergreifen wollten, auf der anderen Seite von den Geistern herrührte, die von der Imagination aus Geist und Seele im Osten ergreifen wollten. Daher entstand die scholastische Lehre, daß alles beides gilt: Vernunft auf der einen Seite, Offenbarung auf der anderen Seite, Vernunft für alles dasjenige, was auf der Erde mit den Sinnen zu erreichen ist, Offenbarung für die übersinnlichen Wahrheiten, die nur aus der Bibel und aus der Tradi­tion des Christentums geschöpft werden können. Man begreift so rich­tig die christliche Scholastik des Mittelalters, wenn man ihre hervorragendsten&lt;br /&gt;
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Geister auffaßt als diejenigen, in denen zusammenströmte Vernünftigkeit von Westen, Offenbarung von Osten. Da wirkten in den Menschen beide Richtungen, und im Mittelalter konnte man sie nicht anders zusammenbringen als dadurch, daß man gewissermaßen in sich selber den Zwiespalt empfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jener Stelle unserer kleinen Kuppel, drüben im kleinen Kuppel-raum, wo das germanische Element zur Darstellung kommen sollte mit seinem Dualismus, sehen Sie daher auch in dem Bräunlich-Schwärz-lichen und dem Rötlich-Gelblichen aneinanderstoßen diese Zweiheit: das Rot-Gelbliche der Offenbarung, das Schwärzlich-Bräunliche des Vernünftigen; wie dort überhaupt inspirierend das gewirkt hat, was durch die verschiedenen Menschheitskulturen hindurch an die Men­schen herangetreten ist; nur ist es dort in Farben und in den Offen­barungen der Farben empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, möchte man sagen, ist das, was wir jetzt haben über die zivi­lisierte Welt hin, im Westen ergriffen von dem eigentlichen, erst in der Neuzeit heraufgekommenen Element, von dem Wirtschaftsleben; denn dieses Wirtschaftsleben selbst war in keiner früheren Epoche eine solche Zeitfrage, wie es jetzt geworden ist. Es ist eigentlich zeitgemäß. Dagegen ist dasjenige, was in Staat und Politik ist, schon im Abglim­men begriffen. Und was dann im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts als Deutsches Reich begründet worden ist, das nahm eben in sich auf dieses abglimmende Element des alten Römertums und ging daran zugrunde. Schon wie es sich aufgebaut hat, war es so, aber insbeson­dere, wie es dann sich ausgestaltet hat. Im Grunde genommen gab es innerhalb dieses Deutschen Reiches nur die Fortsetzung des juristisch-staatlichen, politischen Elementes, das organisierte, das ja große Ge­nies des Organisierens hatte; aber das wollte sich einverleiben die Wirtschaft, ohne daß man das wirtschaftliche Denken hatte. Denn alles, was die Wirtschaft innerhalb dieses Gebietes trieb, das wollte immer mehr und mehr unter das Staatssystem unterkriechen. Der Mi­litarismus zum Beispiel, der im Grunde genommen von Frankreich oder auch der Schweiz ausgegangen ist, der aber ja noch andere Formen hatte, wurde verstaatlicht, möchte man sagen, in Mitteleuropa. So daß dieses Mitteleuropa weder aufnehmen konnte das wirtschaftliche Leben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch aufnehmen konnte ein wirklich in sich selbst lebendiges, aus seinen Wurzeln heraus treibendes Geistesleben. Was organisiert wurde an Widergeistigkeit in der letzten Zeit gerade in Mitteleuropa, das ist ja das Allerfurchtbarste! Wir sehen alles, was Geistesleben ist, immer mehr und mehr hineinwachsen in die Form des politischen Staates. Und so kam es, daß es im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa keinen Menschen mehr gab, der über Geschichte oder über ähnliche Dinge anders schrieb denn als politischer Parteimann. Alles, was von den Universitäten ausging, ist nicht objektive Ge­schichte, ist Parteiweisheit, ist durchaus politisch gefärbt. Und noch mehr in der Dekadenz ist das geistige Leben, das aus Urzeiten aus dem Orient stammt. Es wuchs hinein in eine Überschwemmung aus dem We­sten, aus der Mitte, in den Maßnahmen Peters des Großen, die noch durchdrungen waren von einem urwüchsigen Geistigen, das aber eben in der Dekadenz ist, das sich im Pansiawismus, im Slawophilentum aus-lebt. Und es führte endlich dazu, daß die heutigen Zustände geschaf­fen wurden, aus denen heraus will ein neuer Geist, denn der alte ist ja ganz in der Dekadenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehen wir über die Welt verbreitet die neue Wirtschaft, die en­dende Jurisprudenz und Staatlichkeit und das geendete Geistesleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen sehen wir, von der Wirtschaft ganz aufgesogen, das Staatselement, und das Geistige ist ja nur in der Form der Naturwis­senschaft da, wenn man eben absieht von dem unwahren Puritaner­tum. In der Mitte haben wir einen schon alternden Staat gehabt, der Wirtschaft und Geistesleben aufsaugen wollte und deshalb nicht le­ben konnte. Und im Osten haben wir nichts anderes als den erster­benden Geist der alten Zeit, der galvanisiert werden soll durch aller­lei Maßnahmen des Westens; gleichgültig, ob es Peter der Große ist, ob es Lenin ist, dasjenige, was vom Westen kommen will, galvanisiert den Leichnam des östlichen Geistes. Die Rettung besteht darinnen, daß man klar einsieht: Ein neuer Geist muß die Menschen durchziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser neue Geist, der nun nicht im Orient, der im Abendlande selber gefunden werden kann, dieser neue Geist muß reinlich neben­einander hinstellen Wirtschaftsleben, staatlich-politisches Leben, Gei­stesleben. Dann kann zu dem Wirtschaftsleben des Westens, wozu der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Westen besonders durch seine Natureigenschaften organisiert ist, auch das staatliche und geistige Leben treten. Dann kann die Mitte neben dem staatlichen Leben, das, wenn es anthroposophisch orientiert wird, aus ganz anderen Grundsätzen heraus aufgebessert wird, als früher da waren, dann kann die Mitte wirklich ein Wirtschafts- und ein Gei­stesleben aufnehmen. Und dann kann der Orient wiederum befruchtet werden. Das Geistesleben, das im Abendlande blüht, das wird der Orient verstehen, wenn man es ihm nur in der richtigen Weise bringt. Sobald nicht mehr künstliche Grenzen geschaffen sind, über die nicht hinübergelassen wird, was an wirklichem anthroposophisch orientier­ten Geistesleben im Abendlande lebt, sobald das hinübergelassen wird nach dem Orient; man wird es verstehen, wenn es auch zunächst durch so kokette Geister dringt wie Rabindranath Tagore oder andere. Es handelt sich darum, daß die Naturwissenschaft als solche zurückge­wiesen wird von dem Orient. Aber jene Naturwissenschaft, welche durchleuchtet ist von wirklicher Geistigkeit, wie wir sie ja darstellen wollten in unseren Hochschulkursen hier, die wird mit allem Eifer auch vom Orient aufgenommen werden. Dann wird der Orient sehr viel Verständnis für ein selbständiges Geistesleben haben. Und er wird auch aufnehmen das selbständige staatlich-politische Leben, er wird aufnehmen können das Wirtschaftsleben, es in Unabhängigkeit trei­ben können. So daß wirklich in dieser Dreigliederung des sozialen Organismus sich auch dasjenige erfüllt, was sich aus einer vernünftigen und zu gleicher Zeit geistigen Betrachtung als Entwickelung der euro­päischen und asiatischen Welt seit dem untergehenden Römertum dar­stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe bereits im Jahre 1891 aufmerksam gemacht auf die Bezie­hung, welche besteht zwischen Schillers «Ästhetischen Briefen» und Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie». Heute möchte ich darauf hinweisen, daß ein gewisser Zusammenhang besteht zwischen dem, was ich gestern als Charakteristik der mittelländischen Zivilisation im Gegensatze zu der westlichen und der öst­lichen gegeben habe, und dem, was ja in ganz eigenartiger Weise bei Schiller und bei Goethe auftritt. Man kann dieses ganze Streben, wie ich es gestern charakterisiert habe - auf der einen Seite das Ergriffensein der menschlichen Leiblichkeit von den Geistern des Westens und auf der anderen Seite das Fühlen jener geistigen Wesenheiten, die als Imaginationen, als Geister des Ostens inspirierend wirken auf die östliche Zivilisation -, man kann beides gerade bei diesen führenden Geistern, bei Schiller und bei Goethe, merken. Ich mache nur noch dar­auf aufmerksam, wie in Schillers «Ästhetischen Briefen» gesucht wird, eine Seelenverfassung des Menschen zu charakterisieren, die eine ge­wisse mittlere Stimmung darstellt zwischen dem einen, das der Mensch auch haben kann, dem Hingegebensein an die Instinkte, an das Sinn­lich-Physische, und dem anderen, das er haben kann, wenn er an die logische Vernunftwelt hingegeben ist. Schiller meint, daß der Mensch in beiden Fällen nicht zur Freiheit kommen könne. In dem Falle nicht, wenn er ganz der Sinnenwelt, der Welt der Instinkte, der Triebe hinge­geben ist; da ist er seiner leiblich-physischen Wesenheit unfrei hinge­geben. Aber er ist auch nicht frei, wenn er der Vernunftnotwendig­keit, der logischen Notwendigkeit ganz hingegeben ist, denn da zwin­gen ihn eben die logischen Gesetze unter ihre Tyrannei. Aber Schiller will hinweisen auf einen mittleren Zustand, wo der Mensch seine In­stinkte so weit vergeistigt hat, daß er sich ihnen überlassen kann, daß sie ihn nicht hinunterziehen, daß sie ihn nicht versklaven, und wo auf der anderen Seite die logische Notwendigkeit aufgenommen ist in das sinnliche Anschauen, aufgenommen ist in die persönlichen Triebe, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß auch diese logische Notwendigkeit den Menschen nicht versklavt. Schiller findet allerdings dann in dem Zustand des ästhetischen Genießens und des ästhetischen Schaffens jenen mittleren Zustand, in dem der Mensch zur wahren Freiheit kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist von großer Wichtigkeit, daß diese ganze Abhandlung Schil­lers hervorgegangen ist aus derselben europäischen Stimmung, aus der die Französische Revolution hervorgegangen ist. Dasselbe, was sich tumultuarisch im Westen geäußert hat als große politische Bewegung mit der Hinorientierung auf äußere Umwälzungen, das bewegte Schil­ler, und es bewegte ihn so, daß er suchte die Frage zu beantworten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß der Mensch an sich selbst tun, um zu einem wahrhaft freien Wesen zu werden? - Im Westen stellte man die Frage: Wie müssen die äußeren sozialen Zustände werden, damit der Mensch in ihnen frei werden könne? - Schiller frägt: Wie muß der Mensch selbst in sich werden, damit er in seiner Seelenverfassung die Freiheit darleben könne? - Und Schiller stellt sich vor, daß, wenn die Menschen zu einer solchen mittleren Stimmung erzogen werden, sie auch ein soziales Ge­meinwesen darstellen werden, in dem Freiheit herrscht; also auch ein soziales Gemeinwesen will Schiller auf die Weise verwirklichen, daß durch die Menschen die freien Zustände geschaffen werden, nicht durch äußere Maßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiller ist zu dieser Fassung seiner «Ästhetischen Briefe» durch seine Kant-Schulung gekommen. Er war ja bis zu einem hohen Grade eine künstlerische Natur, allein er hat sich gerade am Ende der achtziger Jahre und im Beginne der neunziger Jahre des 18.Jahrhunderts von Kant stark beeinflussen lassen und versuchte, im Kantischen Sinne sich solche Fragen zu beantworten. Die Abfassung der «Ästhetischen Briefe» fällt nun gerade in die Zeit, in der Goethe und Schiller zusammen die Zeitschrift «Die Horen» gründen, und Schiller legt die «Ästhetischen Briefe» Goethe vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir ja, wie Goethes Seelenverfassung eine ganz andere war als die Schillers. Gerade durch die Verschiedenheit dieser Seelen-verfassung kamen sich die beiden so nahe. Sie konnten, jeder dem an­deren, das geben, was eben dieser andere nicht hatte. Nun bekam also Goethe Schillers «Asthetische Briefe», in denen Schiller die Antwort geben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wollte auf die Frage: Wie kommt der Mensch innerlich zu einer innerlich freien Seelenverfassung und äußerlich zu sozial freien Zu­ständen? Goethe konnte aus der philosophischen Abhandlung Schillers nicht viel machen. Diese Art der Begriffsführung, der Ideenentwicke­lung war Goethe nicht etwa fremd gewesen, denn derjenige, der, wie ich, gesehen hat, wie Kants «Kritik der reinen Vernunft» in Goethes eigenem Exemplar mit Unterstreichungen und Randbemerkungen ver­sehen ist, der weiß, wie Goethe dieses noch in ganz anderem Sinne ab­strakte Werk Kants wirklich studiert hat. Und wie er sie als solche Werke durchaus hätte hinnehmen können, so hätte er natürlich als Studiumwerk auch Schillers «Asthetische Briefe» hinnehmen können. Aber darum handelte es sich gar nicht, sondern für Goethe war diese ganze Konstruktion des Menschen, auf der einen Seite der Vernunft-trieb mit seiner logischen Notwendigkeit, auf der anderen Seite der Sinnestrieb mit seiner sinnlichen Notdurft, wie Schiller sagte, und der dritte, mittlere Zustand, das war für Goethe etwas viel zu Gradliniges, zu Einfaches. Er empfand: So einfach kann man sich den Menschen nicht vorstellen, so einfach kann man auch die menschliche Entwicke­lung nicht darstellen, und deshalb schrieb er an Schiller, er wolle das ganze Problem, das ganze Rätsel nicht in einer solchen philosophisch verstandesmäßigen Form behandeln, sondern bildmäßig. Bildmäßig hat Goethe denn auch dieses selbe Problem, gewissermaßen als die Antwort auf die Zusendung der « Asthetischen Briefe» Schillers, in sei­nem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie behan­delt, indem er in den beiden Reichen, diesseits und jenseits des Flusses, aber in bildhafter, mannigfaltiger, konkreter Weise dasselbe hingestellt hat, was Schiller als Sinnlichkeit und als Vernunftmäßigkeit auf der anderen Seite hinstellte. Und das, was Schiller bloß abstrakt als den mittleren Zustand charakterisiert, das hat Goethe dann in der Aufrich­tung des Tempels, in dem da herrscht der König der Weisheit, der gol­dene König, der König des Scheines, der silberne König, der König der Gewalt, der eherne, der kupferne König, und in dem zerfällt der gemischte König; das hat Goethe in bildhafter Weise behandeln wol­len. Und wir haben gewissermaßen eine Hindeutung, aber eben noch in der Goetheschen Weise eine Hindeutung auf die Tatsache, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
äußere Gliederung der menschlichen Gesellschaft nicht eine Einheit sein dürfe, sondern eine Dreiheit sein müsse, wenn der Mensch darin­nen gedeihen wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was dann entsprechend einer späteren Epoche als die Dreigliederung herauskommen mußte, das gibt Goethe noch im Bilde; natürlich ist noch nicht die Dreigliederung des sozialen Organismus da, aber Goethe gibt eben die Gestalt, die er dem sozialen Organismus anweisen will, in diesen drei Königen, in dem goldenen, dem silbernen und dem kupfernen König; und das, was zerfällt, gibt er in dem ge­mischten König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute nicht mehr so diese Dinge geben. Das habe ich gezeigt in meinem ersten Mysterium, wo im Grunde genommen das­selbe Motiv behandelt ist, wo es aber so ist, wie man es behandeln mußte im Beginn des 20. Jahrhunderts, während Goethe sein Märchen schrieb am Ende des 18.Jahrhunderts Nun kann man aber in einer gewissen Weise schon hindeuten dar­auf, wenn das auch Goethe selber noch nicht getan hat, wie der gol­dene König entsprechen würde demjenigen sozialen Gliede, das wir als das geistige Glied des sozialen Organismus bezeichnen; wie der König des Scheines, der silberne König, entsprechen würde dem poli­tischen Staate; wie der König der Gewalt, der kupferne König, ent­sprechen würde dem wirtschaftlichen Gliede des sozialen Organismus; und wie der gemischte König, der in sich selber zerfällt, den Einheits­staat darstellt, der in sich selber eben keinen Bestand haben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen Goethes bildhafte Hindeutung auf das, was einmal herauskommen mußte als die Dreigliederung des sozialen Or­ganismus. Goethe hat also gewissermaßen gesagt, als er Schillers «Asthe­tische Briefe» bekam: So kann man das nicht machen; Sie, lieber Freund, stellen sich den Menschen viel zu einfach vor. Sie stellen sich drei Kräfte vor. So ist es beim Menschen nicht. Wenn man dieses ganze reichgegliederte Innere des Menschen nehmen und anschauen will, so bekommt man so ungefähr zwanzig Kräfte - die Goethe dann in sei­nen zwanzig Märchengestalten bildhaft dargestellt hat -, und man muß dann das Spielen und Ineinanderwirken dieser etwa zwanzig Kräfte auch in einer wesentlich weniger abstrakten Weise darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben wir am Ende des 18.Jahrhunderts zwei Darstellungen ein und derselben Sache, eine von Schiller, man möchte sagen aus dem Verstande heraus, aber nicht so, wie die Menschen gewöhnlich aus dem Verstande heraus etwas machen, sondern doch so, daß der Ver­stand durchdrungen ist von Empfindung und Seele, von dem ganzen Menschen. Nur ist es ein Unterschied, ob irgendein steifer durch­schnittsprofessionaler Philister irgendeine Sache über den Menschen psychologisch darstellt, wo nur der Kopf über die Sache denkt, oder ob hier Schiller aus dem Erleben des vollen Menschen heraus sich das Ideal einer menschlichen Seelenverfassung konstruiert und gewisser­maßen das, was er empfindet, nur in Verstandesbegriffe umwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte nicht weiter nach dem Logisieren, nach dem verstan­desmäßigen Analysieren gehen auf dem Wege, auf dem Schiller ge­gangen ist, ohne daß man philiströs und abstrakt würde. Es ist noch das volle Fühlen und Empfinden Schillers in jeder Zeile dieser «Ästhe-tischen Briefe». Es ist nicht die steife Königsbergerität Immanuel Kants mit den trockenen Begriffen, es ist Tiefsinn in Verstandesform, in Ideen hinein gestaltet. Aber würde man einen Schritt weitergehen, dann würde man eben in das verstandesmäßige Getriebe hineinkommen, das verwirklicht ist in der heutigen gewöhnlichen Wissenschaft, wo ja im Grunde genommen hinter dem, was verstandesmäßig ausgestaltet ist, der Mensch nichts mehr bedeutet, wo es gleichgültig ist, ob der Pro­fessor A oder D oder X die Sache ausgestaltet, weil die Dinge eben dargestellt werden, ohne aus dem ganzen Menschen heraus genommen zu sein. Bei Schiller ist noch alles urpersönlich, aber bis in den Ver­stand heraufgehoben. Da lebt Schiller in einer Phase, ja geradezu in einem Entwickelungspunkt der modernen Menschheitsentfaltung, der wichtig und wesentlich ist, weil Schiller gerade haltmacht vor dem, in das dann später die Menschheit vollständig hinein verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal graphisch darstellen, wie etwa die Sache gemeint sein könnte. Man könnte sagen: Das ist im allgemeinen die Tendenz der Menschheitsentwickelung (Pfeil aufwärts). Sie geht aber nicht so vor sich, diese Menschheitsentwickelung - es ist dies nur schematisch, graphisch dargestellt -, sondern sie geht so vor sich, daß sich die Ent­wickelung (blau) in einer Lemniskate herumschlängelt; aber sie kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht so gehen, sondern es muß fortwährend, wenn die Entwickelung diesen Gang nimmt, neue Antriebe geben, die im Sinne dieser Linie die Lemniskate heraufheben. Schiller würde, angekommen an diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 70.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 70]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Punkte hier (siehe Zeichnung), gewissermaßen in ein dunkleres Blau der bloßen Abstraktion, des bloßen Verstandesmäßigen hineingekom­men sein, wenn er weiter fortgefahren hätte im Selbständigmachen des­jenigen, was er innerlich fühlte. Er machte halt, und gerade noch hielt er mit dem verständigen Gestalten inne an dem Punkt, wo man die Persönlichkeit nicht verliert, sondern in dem verständigen Gestalten noch die Persönlichkeit drinnen hat. Daher wurde das nicht blau, son­dern es wurde auf einer höheren Stufe der Persönlichkeit, die ich hier (siehe Zeichnung) mit Rot durchziehen will, grün gemacht. So daß man sagen kann: Schiller hielt zurück gerade im Verstandesmäßigen vor dem, wo das Verstandesmäßige in seiner Reinheit heraus will. Sonst wäre er in den gewöhnlichen Verstand des 19. Jahrhunderts hineinver­fallen. Goethe drückte dasselbe aus in Bildern, in wunderbaren Bil­dern, in dem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie»; aber er blieb auch stehen bei diesen Bildern; er konnte gar nicht leiden, daß man irgendwie an diesen Bildern etwas herummäkelte, denn für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihn ergab sich das, was er über das Individuell-Menschliche und über das soziale Leben empfand, eben in solchen Bildern. Aber weiter durfte er nicht gehen als bis zu diesen Bildern. Denn würde er nun weiterzugehen versucht haben von seinem Standpunkte aus, er wäre in das Schwärmerische, in die Phantastik hineingekommen. Die Sache würde nicht mehr Konturen gehabt haben; sie würde nicht mehr an­wendbar gewesen sein für das Leben, sie würde das Leben überschrit­ten haben, sich über das Leben hinaus erhoben haben. Es würde schwär­merische Phantastik geworden sein. Man möchte sagen: Goethe war genötigt, die andere Klippe zu vermeiden, wo er ganz ins Phantastisch-Rote hineingekommen wäre. Darum hat er beigemischt das, was das Unpersönliche ist, dasjenige, was die Bilder in der Region des Imagi­nativen hielt, und ist dadurch auch auf das Grün gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiller hat gewissermaßen, wenn ich mich schematisch ausdrücken soll, das Blau vermieden, das Ahrimanisch-Verstandesmäßige; Goethe hat vermieden das Rot, das Schwärmerische, und ist beim konkreten imaginativen Bilde geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiller hat sich auseinandergesetzt als mittelländischer Mensch mit den Geistern des Westens. Die wollten ihn verleiten zu dem ganz Ver­standesmäßigen. Kant ist dem unterlegen. Ich habe es dargestellt, in­dem ich vor kurzer Zeit hier darauf hingewiesen habe, wie Kant durch David Hume unterlegen ist dem Verstandesmäßigen des Westens. Schiller hat sich herausgearbeitet, obwohl er von Kant sich schulen ließ. Er ist geblieben bei dem, das nicht bloß das Verstandesmäßige ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hatte mit den anderen Geistern, den Geistern des Ostens zu kämpfen, die ihn nach der Imagination trieben. Er konnte zu seine: Zeit, weil Geisteswissenschaft noch nicht vorhanden war, nicht weiter gehen als bis zu dem Gewebe der Imagination in dein «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie». Aber auch da blieb er inner­halb der festen Konturen. Er ging nicht bis ins Phantastische, Schwär­merische hinauf. Er befruchtete sich, indem er nach Süden zog, wo noch viel erhalten war von dem Erbgute des Orients. Er lernte kennen, wie die Geister des Orients da noch wirkten in der Nachblüte orien­talischer Kultur, der griechischen Künste, wie er sie sich konstruierte aus den italienischen Kunstwerken. So daß man sagen kann: Es ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
etwas Eigentümliches in diesem Freundschaftsbunde zwischen Schiller und Goethe. Schiller hat zu kämpfen mit den Geistern des Westens; er ergibt sich ihnen nicht, er hält zurück, er verfällt nicht in den bloßen Verstand. Goethe hat zu kämpfen mit den Geistern des Ostens; sie wollen ihn zum Schwärmerischen treiben. Er hält zurück; er bleibt bei den Bildern, die er im «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» gegeben hat. Goethe hätte entweder in die Schwärmerei verfallen oder die orientalische Offenbarung annehmen müssen. Schil­ler hätte entweder ganz verstandesmäßig werden müssen, oder er hätte das, was er geworden ist, ernst nehmen müssen; bekanntlich ist er ja von der Revolutionsregierung zum «französischen Bürger» ernannt worden, aber er hat die Sache nicht sehr ernst genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sehen wir, wie in einem wichtigen Punkte europäischer Ent­wickelung diese zwei Seelenverfassungen nebeneinanderstehen, die ich Ihnen charakterisiert habe. Sie leben sonst ja auch, man möchte sagen in jeder einzelnen bedeutsamen mitteleuropäischen Individualität, aber in Schiller und Goethe stehen sie zu gleicher Zeit in einer gewissen Weise nebeneinander. Es mußte, während Schiller und Goethe gewis­sermaßen noch auf jenem Punkte geblieben sind, erst der Einschlag der Geisteswissenschaft kommen, der diese Lemniskatenkurve (siehe Zeichnung) heraufhebt, so daß sie auf einer höheren Stufe dann er­scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir denn in einer eigentümlichen Weise in Schillers drei Zuständen, dem Zustand der Vernunftnotwendigkeit, dem der Instinktnotwendigkeit und dem der freien ästhetischen Stimmung, und in Goethes drei Königen, dem goldenen, dem silbernen, dem kup­fernen, vorgebildet alles das, was wir sowohl über die Dreigliederung des Menschen, wie über die Dreigliederung des sozialen Gemeinwe­sens zu finden haben durch Geisteswissenschaft als die nächsten not­wendigen Ziele und Rätselfragen des einzelnen Menschen und des menschlichen Zusammenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge weisen uns doch wohl darauf hin, daß nicht durch eine Willkür diese Dreigliederung des sozialen Organismus an die Ober­fläche getragen worden ist, sondern daß schon beste Geister der neueren Menschheitsentwickelung darauf hintendiert haben, solches zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn es nichts anderes gäbe als ein solches Denken über das Soziale, wie es Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» ist, so würde man nicht zur Schlagkraft des äußeren Wir­kens kommen können. Goethe stand an dem Punkt, die bloße Offen­barung zu überwinden. Er ist ja auch in Rom nicht zum Katholiken geworden. Er erhob sich eben zu seinen Imaginationen. Aber er blieb doch beim bloßen Bilde stehen. Und Schiller ist nicht zum Revolutionär geworden, sondern zum Erzieher des inneren Menschen. Er blieb ste­hen bei dem Punkte, wo noch Persönlichkeit in der Verstandesgestal­tung drinnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wirkte sich in einer späteren Phase mitteleuropäischer Kultur etwas aus, was schon seit älteren Zeiten zu bemerken ist, am klarsten für den modernen Menschen noch im Griechentum. Nach dem Grie­chentum strebte ja auch Goethe. Im Griechentum ist zu bemerken, wie das Soziale im Mythus dargestellt wird, also auch im Bilde. Aber im Grunde genommen ist der griechische Mythus so Bild, wie auch Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» Bild ist. Man kann nicht mit diesen Bildern nun etwa reformatorisch wir­ken im sozialen Organismus. Man kann gewissermaßen nur als Idealist etwas sagen, was sich bilden müßte. Aber die Bilder sind ein zu leichtes Gebäude, als daß man wirklich schlagkräftig eingreifen könnte in die Gestaltung des sozialen Organismus. Daher haben die Griechen auch nicht geglaubt, mit ihrem Stehenbleiben in den Mythenbildern auch das Soziale zu treffen. Und da kommt man, wenn man diese Linie des Forschens verfolgt, an einen wichtigen Punkt der griechischen Ent­wickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man möchte sagen: Für das Alltagsleben, wo sich die Dinge ge­wohnheitsmäßig abspielen, da dachten sich die Griechen abhängig von ihren Mythengöttern, Mythengeistern. Dann aber, wenn es sich darum handelte, Großes zu entscheiden, da sagten sich die Griechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, da machen es diejenigen Götter nicht aus, welche in die Imagination hereinwirken und eben die Mythengötter sind; da muß etwas Reales zutage treten. Und da trat das Orakel zutage. Da wurden die Götter nicht bloß imaginativ vorgestellt, da wurden sie veranlaßt, die Men­schen wirklich zu inspirieren. Und mit den Orakelsprüchen befaßten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich die Griechen, wenn sie soziale Impulse haben wollten. Da stiegen sie auf von der Imagination zur Inspiration, aber zu einer Inspiration, zu welcher sie die äußere Natur herbeiriefen. Wir modernen Menschen müssen allerdings auch versuchen, uns zur Inspiration zu erheben, aber dann zu einer Inspiration, die nicht die äußere Natur in den Orakeln herbeiruft, sondern die zum Geiste aufsteigt, um in der Sphäre des Geistigen sich inspirieren zu lassen. Aber so wie die Griechen zum Realen griffen, wenn es sich um Soziales handelte, wie sie nicht bei Imaginationen geblieben sind, sondern zu den Inspirationen aufstiegen, so können wir auch nicht bei den bloßen Imaginationen bleiben, son­dern müssen zu den Inspirationen aufsteigen, wenn wir irgend etwas zum sozialen Heile finden wollen in der neueren Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier kommen wir an einen anderen Punkt, der wichtig ist zu beachten. Warum sind denn eigentlich Schiller und Goethe stehenge­blieben, der eine auf dem Wege nach dem Verständigen, der andere auf dem Wege nach dem Imaginativen? Geisteswissenschaft hatten sie beide nicht, sonst hätte Schiller fortschreiten können dazu, seine Be­griffe geisteswissenschaftlich zu durchdringen, und er würde dann etwas viel Realeres in seinen drei Seelenzuständen gefunden haben als die drei Abstraktionen, die er in den «Ästhetischen Briefen» hat. Goethe würde die Imagination ausgefüllt haben mit dem, was real aus der geistigen Welt herein spricht, und er hätte vordringen können zu den Gestaltungen des sozialen Lebens, die da bewirkt sein wollen aus der geistigen Welt herein, dem geistigen Glied des sozialen Orga­nismus, dem goldenen König; dem staatlichen Glied des sozialen Or­ganismus, dem silbernen König, dem König des Scheins; dern wirt­schaftlichen Gliede, dem ehernen, dem kupfernen König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit, in der Schiller und Goethe zu diesen Einsichten, der eine in den «Ästhetischen Briefen», der andere im «Märchen», vorgedrungen sind, diese Zeit war noch nicht dazu angetan, weiterzudringen; denn um weiterzudringen muß man etwas ganz Bestimmtes einsehen. Man muß das einsehen, was eigentlich aus der Welt würde, wenn man den Weg Schillers nun weitergehen würde bis zur vollen Ausgestaltung des Unpersönlich-Verstandesmäßigen. Das 19. Jahrhundert hat es ja zu­nächst in der Naturwissenschaft ausgebildet, dieses Unpersönlich-Verstandesmäßige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts hat ange­fangen, es in den äußeren öffentlichen Angelegenheiten verwirklichen zu wollen. Da liegt aber ein bedeutsames Geheimnis vor. Im mensch­lichen Organismus wird fortwährend das, was aufgenommen wird, auch zur Zerstörung geführt. Wir können nicht fortwährend bloß es-sen, wir müssen auch ausscheiden, es muß das, was wir als Stoff auf­nehmen, auch einem Niedergang entgegengehen, das muß auch zer­stört werden, muß wiederum heraus aus dem Organismus. Und das Verstandesmäßige ist dasjenige, welches, sobald es - und hier kommt eine Komplikation - das wirtschaftliche Leben ergreift, im Einheits­staat, im gemischten König, dieses Wirtschaftsleben zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun leben wir aber in der Zeit, in der sich der Verstand entwickeln muß. Wir können nicht im fünften nachatlantischen Zeitraum zur Ent­wickelung der Bewußtseinsseele kommen, ohne den Verstand zu ent­wickeln. Und die westlichen Völker haben ja gerade die Aufgabe, den Verstand in das Wirtschaftsleben hineinzutragen. Was bedeutet das? Wir können das moderne Wirtschaftsleben, weil wir es verständig ge­stalten müssen, nicht imaginativ gestalten, wie Goethe es in seinem «Märchen» gestaltet hat. Weil wir im Wirtschaftlichen den Weg weiter machen müssen, den Schiller nur getrieben hat bis zu dem noch per­sönlichen Aushauchen des Verstandesmäßigen, müssen wir ein Wirt­schaftsleben gründen, das als Wirtschaftsleben, weil es eben verstän­dig sein muß, im fünften nachatlantischen Zeitraum notwendig zer­störend wirkt. Es gibt im heutigen Zeitraum kein Wirtschaftsleben, das etwa imaginativ geführt werden könnte wie das Wirtschaftsleben des Orients oder noch das Wirtschaften des europäischen Mittel­alters, sondern seit der Mitte des 15. Jahrhunderts haben wir nur die Möglichkeit, ein solches Wirtschaftsleben zu haben, das, wenn es allein da wäre oder mit den anderen Gliedern des sozialen Organismus ver­mengt ist, zerstörend wirkt. Es geht nicht anders. Daher betrachten wir dieses Wirtschaftsleben als die eine Waagschale, die tief herunter-sinken würde und dadurch zerstörend wirken muß; es muß ein Gleich­gewicht da sein. Daher müssen wir ein Wirtschaftsleben haben als das eine Glied des sozialen Organismus, und ein Geistesleben, welches jetzt eben das Gleichgewicht hält, immer wieder aufbaut. Hält man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute an dem Einheitsstaat fest, dann wird das Wirtschaftsleben, wie es im Westen der Fall ist, diesen Einheitsstaat mit dem Geistesle­ben aufsaugen, dann müssen aber solche Einheitsstaaten notwendig zur Zerstörung führen. Und wenn man bloß aus dem Verstande heraus wie Lenin und Trotzkij, einen Staat begründet, er muß zur Zerstörung führen, weil sich der Verstand bloß auf das Wirtschafts­leben richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fühlte Schiller, indem er seinen sozialen Zustand ausdachte. Schiller fühlte: Gehe ich weiter in dem verstandesmäßigen Können, komme ich ins Wirtschaftsleben hinein, so muß ich den Verstand auf das Wirtschaftsleben anwenden. Dann schildere ich nicht dasjenige, was wächst und gedeiht, dann schildere ich dasjenige, was in der Zer­störung lebt. - Schiller zuckte zurück vor der Zerstörung. Er hielt ge­rade an dem Punkt, wo die Zerstörung anbrechen würde; da blieb er stehen. Die Neueren denken alle möglichen sozialen wirtschaftlichen Systeme aus, wissen nur nicht, weil sie ein zu grobes Gefühl dazu ha­ben, daß jedes wirtschaftliche System, das sie so ausdenken, zur Zer­störung führt, unbedingt zur Zerstörung führt, wenn es nicht jederzeit wiederum erneuert wird durch das selbständige, sich entwickelnde Gei­stesleben, das immer wieder und wiederum sich zu dem Zerstören, zu dem Ausscheiden des Wirtschaftslebens verhält wie das Aufbauende. In diesem Sinne ist auch in meinen «Kernpunkten» das Zusammen­wirken des geistigen Gliedes des sozialen Organismus mit dem Wirt­schaftlichen geschildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde unter der modernen Verständigkeit des fünften nachatlan­tischen Zeitraums das Kapital bleiben bei den Menschen, auch dann, wenn sie nicht mehr es selber verwalten können, dann würde das Wirt­schaftsleben selber den Kreislauf des Kapitals bewirken; Zerstörung müßte kommen. Da muß das geistige Leben eingreifen, da muß über das geistige Leben hinüber das Kapital an denjenigen gebracht werden, der wieder bei seiner Verwaltung dabei ist. Das ist der innere Sinn der Dreigliederung des sozialen Organismus, das auch in dem richtig gedachten dreigliedrigen sozialen Organismus man sich keiner Illusion hingibt, daß das wirtschaftliche Denken in der modernen Zeit ein zerstörendes Element ist, und daß daher fortwährend ihm entgegengesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden muß das aufbauende Element des geistigen Gliedes des sozialen Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit jeder neuen Generation, mit den Kindern, die wir in der Schule unterrichten, wird uns von der geistigen Welt etwas gegeben, etwas heruntergeschickt; das fangen wir auf in der Erziehung, das ist etwas Geistiges, das einverleiben wir wiederum dern Wirtschaftsleben und verhüten dessen Zerstörung; denn das Wirtschaftsleben, durch sich selbst seinen Gang gehend, zerstört sich. So muß man hineinsehen in das Getriebe. So muß man sehen, wie am Ende des 18.Jahrhunderts Goethe und Schiller dastanden, Schiller sich sagte: Ich muß zurück­zucken, ich darf keinen sozialen Zustand schildern, der bloß an den persönlichen Verstand appelliert, ich muß mit dem Verstand inner­halb des Persönlichen bleiben, sonst würde ich die wirtschaftliche Ver­nichtung schildern -, Goethe: Ich will nicht die schwärmerischen, ich will die scharf konturierten Bilder; denn würde ich eine Strecke wei­tergehen, ich käme hinein in einen Zustand, der nicht auf der Erde ist, der nicht eingreift schlagkräftig in das Leben selber; ich würde wie etwas Unlebendiges das Wirtschaftsleben unter mir lassen, würde ein Geistesleben begründen, das nicht eingreifen kann in die Tatsachen des unmittelbaren Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehen wir, daß wir im richtigen Goetheanismus leben, wenn wir nirgends bei Goethe stehenbleiben, sondern überall mitmachen die Ent­wickelung, die ja wohl Goethe selber mitgemacht hat seit dern Jahre 1832. Ich habe auch dieses, daß das Wirtschaftsleben fortwährend heute in seine eigene Zerstörung hineinarbeitet und fortwährend der eigenen Zerstörung entgegengearbeitet werden muß, wie der Zerstörung des Menschen durch das Essen entgegengearbeitet werden muß, ich habe auch das an einer bestimmten Stelle in meinen «Kernpunkten der so­zialen Frage» angedeutet. Nur liest man die Sachen nicht ordentlich, sondern man denkt, dieses Buch sei auch so geschrieben, wie etwa heute die meisten Bücher geschrieben sind, daß man, nun ja, einfach so durch­lesen kann. Es will eben jeder Satz bei einem solchen, aus dem Prak­tischen heraus geschriebenen Buche durchaus bedacht sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn man diese beiden Dinge nimmt: Schillers «Ästhetische Briefe» sind wenig verstanden worden in der Folgezeit, ich habe davon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
öfter gesprochen, man hat sich wenig mit ihnen beschäftigt; es würde sonst das Studium der Schillerschen «Ästhetischen Briefe» ein guter Weg sein zum Hineinmünden in das, was Sie finden in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?»; dazu könnten Schil­lers «Ästhetische Briefe» die Vorbereitung sein. Und wiederum könnte Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» die Vorbereitung sein, um jene Art der Geisteskonfiguration sich anzu­eignen, die nicht aus dern bloßen Verstande, sondern aus tieferen Kräf­ten heraus kommen kann, und die dann so etwas wie die «Kernpunkte der sozialen Frage» wirklich verstehen könnte. Denn sowohl Schiller wie Goethe empfanden das Tragische der mitteleuropäischen Zivili­sation. Gewiß, die Dinge waren ihnen nicht bewußt, aber sie empfan­den sie. Beide empfanden - man kann das nachlesen bei Goethe überall in den Gesprächen mit Eckermann, mit dern Kanzler von Müller, in den zahlreichen anderen Andeutungen Goethes -: Wenn nicht etwas heraufkommt wie ein neuer Einschlag aus dern Geistigen, wie ein neues Begreifen des Christentums, dann muß es abwärts gehen. - Vieles, was Goethe an Resignation in seinen späteren Jahrzehnten dargelebt hat, beruht zweifellos auf dieser Stimmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diejenigen, die ohne die Geisteswissenschaft Goetheaner ge­worden sind, die fühlen, wie namentlich aus dern deutschen mitteleuro­päischen Wesen gerade dieses eigentümliche Nebeneinanderwirken der Geister des Westens und der Geister des Ostens ersichtlich ist. Ich habe gestern gesagt: Innerhalb der mitteleuropäischen Zivilisation ist jener Ausgleich, den die Hochscholastik gesucht hat zwischen Vernunftwis­senschaft und Offenbarung, auch zurückzuführen auf die Wirkungen der Geister des Westens und der Geister des Ostens. Wie das bei Schil­ler und Goethe zum Vorschein kommt, wir haben es heute gesehen. Aber im Grunde genommen schwankt die ganze mitteleuropäische Zi­vilisation in diesem Wirbel drinnen, in dern der Osten und der Westen durcheinanderwirbeln; vom Osten herüber die Sphäre des goldenen Königs, vom Westen herüber die Sphäre des kupfernen, vom Osten herüber die Weisheit, vom Westen herüber die Gewalt und in der Mitte dasjenige, was Goethe im silbernen König darstellt, der Schein, der sich nur schwer durchdringt mit Wirklichkeit. Das Scheinhafte der mitteleuropäischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Zivilisation, es lag als tragische Stimmung auf dem Un­tergrunde der Goetheschen Seele. Und Herman Grimm hat in schöner Weise aus seinem Goethe-Empfinden heraus - er hat ja als ein Mensch, der eben auch von der Geisteswissenschaft unberührt war, Goethe an­gesehen -, er hat als ein solcher Geist charakterisiert, wie diese mittel­europäische Zivilisation in sich hat dieses Hineingetriebensein in den Wirbel der Geister des Ostens und der Geister des Westens, was dazu führt, den Willen nicht zu seinem Rechte kommen zu lassen, und was zu der ewig schwankenden Stimmung der deutschen Geschichte ge­führt hat. Schön sagt Herman Grimm gerade über diese Dinge: «Die deutsche Geschichte ist für Treitschke das unablässige Streben nach geistiger und staatlicher Einheit und auf dern Wege zu ihr das unab­lässige Dazwischentreten unserer eigensten angeborenen Eigenschaf­ten.» So sagt Herman Grimm, sich selber als Deutscher fühlend. Er sagt weiter: «Immer dieselbe Art unserer Natur, sich zu widersetzen, wo man nachgeben sollte, und nachzugeben, wo Widerstand nötig war. Das wunderbare Vergessen des eben erst Vergangenen, das plötz­liche Nichtmehrwollen des eben noch heftig Erstrebten, die Mißach­tung der Gegenwart, aber die feste, doch unbestimmte Hoffnung. Dazu der Hang, sich dern Fremden hinzugeben und, wenn dies einmal ge­schah, zugleich dann aber der unbewußte, maßgebende Einfluß auf die Ausländer, denen man sich doch unterwarf.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man es heute mit mitteleuropäischer Zivilisation zu tun hat und mit ihr etwas erreichen möchte, so weht einem überall diese Tra­gik entgegen, die die ganze Geschichte dieses Deutschen, Mitteleuro­päischen, zwischen dern Westen und Osten verrät. Auch heute ist es überall noch so, daß man mit Herman Grimm sagen könnte: Der Drang, sich zu widersetzen, wo man nachgeben sollte, und nachzu­geben, wo Widerstand nötig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was von dern schwankenden Mittleren herrührt, von dem, was zwischen Wirtschaft und aufbauendem Geistesleben als das rhythmische Hin- und Herschwanken des Staatlichen mitten drin­nensteht. Weil in diesen Mittelländern gerade das staatlich-politi­sche Element seine Triumphe gefeiert hat, deshalb lebt der Schein, der leicht zur Illusion werden kann. Schiller will nicht den Schein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
verlassen, indem er seine «Ästhetischen Briefe» hinschreibt. Er weiß, wenn es mit dem bloßen Verstande zu tun ist, dann kommt man in die Zerstörung des Wirtschaftslebens hinein; im 18. Jahrhundert wurde der Teil zerstört, der durch die Französische Revolution zerstört wer­den konnte; im 19. Jahrhundert würde es viel schlimmer werden. Goethe wußte, er darf nicht bis zum Schwärmerischen gehen, er muß im Imaginativen stehenbleiben. Aber es erzeugt sich auch sehr leicht bei diesem Schwanken zwischen dern einen und dern anderen in dieser Zweiheit, die in der wirbelnden Hin- und Herbewegung der Geister des Westens und des Ostens sich vollzieht, es erzeugt sich leicht eine illusionäre Stimmung. Es ist gleichgültig, ob diese illusionäre Stim­mung im Religiösen, ob sie im Politischen, im Militärischen heraus­kommt, es ist schließlich ganz gleichgültig, ob der Schwärmer irgend­welche Mystik ausschwärmt, oder ob er so schwärmt, wie Ludendorfj geschwärmt hat, ohne auf dern Boden der Wirklichkeit zu stehen. Und schließlich, auch in einer liebenswürdigen Weise kann einem das ent­gegentreten. Denn dieselbe Stelle von Herman Grimm, die ich Ihnen vorgelesen habe, fährt fort: «Man sehe doch heute: Niemand schien so völlig vom Vaterlande losgetrennt als der Deutsche, der zum Ame­rikaner geworden war, und heute steht das amerikanische Leben, in dern das unserer Auswanderer aufging, unter dern Einflusse des deut­schen Geistes.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So schreibt Herman Grimm, der geistvolle Mann, im Jahre 1895, wo man wirklich nur aus der schlimmsten Illusion heraus glauben konnte, daß die Deutschen, die nach Amerika gekommen sind, das amerikanische Leben deutsch nuancieren werden. Denn längst bereitete sich das vor, was dann im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts her­auskam: daß eben das Amerikanische völlig überflutet hat das We­nige, was die Deutschen hineinbringen konnten.&lt;br /&gt;
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Und schließlich, noch größer wird das Illusionshafte dieses Herman Grimmschen Ausspruches, wenn man folgendes ins Auge faßt. Her-man Grimm tut diesen Ausspruch aus Goethescher Gesinnung heraus, denn er hat sich ganz an Goethe herangebildet. Nur, einen Einschlag hat er gehabt. Wer Herman Grimm genau kennt, seinem Stil nach, seiner ganzen Ausdrucksform nach, seiner Denkweise nach, der weiß,&lt;br /&gt;
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Herman Grimm hat sehr viel von Goethe angenommen, nicht das Reale, Durchdringende Goethes; denn er schildert ja so, daß er eigent­lich Schattenbilder schildert, nicht wirkliche Menschen. Aber er hat doch etwas anderes noch in sich, nicht bloß Goethe. Und was hat Her­man Grimm in sich? Amerikanismus, denn dasjenige, was er in seinem Stile, seinen Gedankenformen außer von Goethe in sich hat, das hat er durch eine frühe Lektüre Emersons bekommen; und sogar seine Satzbildung, seine Gedankenführung ist dern Amerikaner Emerson nachgebildet.&lt;br /&gt;
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So findet sich also Herman Grimm in dieser doppelten Illusion, in diesem Reiche des silbernen Königs des Scheins. Er wähnt, als schon alles herausgeworfen wird, was in Amerika deutscher Einfluß ist, daß Amerika germanisiert würde, während er einen guten Einschlag von Amerikanismus in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So drückt sich oftmals intim aus, was dann in der äußeren Kultur grob da ist. Da hat sich der grobe Darwinismus, die grobe wirtschaft­liche Denkweise ausgebreitet, und würde schließlich, wenn nicht die Dreigliederung des sozialen Organismus kommt - weil eben das bloß verstandesmäßig konstruierte Wirtschaftsleben notwendig zum Ruin führen muß -, zum Ruin führen. Und derjenige, der aus diesem Wirt­schaftsleben heraus denkt wie Oswald Spengler, der kann wissenschaft­lich beweisen, daß mit dern Beginn des 3. Jahrtausends die heutige zi­vilisierte Welt - sie ist ja eigentlich heute nicht mehr so stark zivilisiert -in die wüsteste Barbarei wird versunken sein müssen. Denn Spengler weiß nichts von demjenigen, was diese Welt als Einschlag erhalten muß, von dern geistigen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber doch hat sich recht schwer durchzukämpfen, was als Geistes­wissenschaft und als geisteswissenschaftliche Kultur vor die Welt heute nicht hintreten will, sondern hintreten muß. Und überall machen sich diejenigen geltend, die gerade diese Geisteswissenschaft nicht aufkom­men lassen wollen. Und wenig tatkräftige Arbeiter sind im Grunde genommen noch auf diesem Boden der Geisteswissenschaft da, wäh­rend die anderen, die in das Werk der Zerstörung hineinführen, durch­aus tatkräftig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht nur zu sehen, wie eigentlich der heutige Mensch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz ratlos ist gegenüber dein, was im heutigen Zivilisationsleben auf­tritt. Es ist zum Beispiel charakteristisch, wie eine Zeitung der Ost-schweiz Berichte gebracht hat über meine Vorträge über die «Grenzen des Naturerkennens» während des Hochschulkurses. Und jetzt hält in dern Ort, in dern die Zeitung erscheint, der Nachgackerer Eduard von Hartmanns, Arthur Drews, Vorträge, der niemals etwas anderes zustande gebracht hat, als daß er nachgegackert hat dern Eduard von Hartmann, dern Philosophen des Unbewußten. Bei dem ist es interes­sant. Bei dern Nachgackerer ist es natürlich etwas höchst Überflüssiges. Und diese an der Karlsruher Hochschule wirkende philosophische Hohlköpfigkeit, die macht sich jetzt auch über dasjenige her, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ist!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie steht der heutige Mensch - das möchte ich besonders her­vorheben - vor diesen Dingen? Nun haben wir dern einen Gehör ge­geben, nun geben wir auch dern anderen Gehör. Das heißt, dern heu­tigen Menschen ist alles egal. Und das ist das Furchtbare. Ob nun der heutige Nachgackerer des Eduard von Hartmann, Arthur Drews, etwas gegen die Anthroposophie hat oder nicht, darauf kommt es schon gar nicht an; denn das, was der Mann haben kann gegen Anthroposophie, kann man aus dessen Büchern durchaus vorher konstruieren, nicht ein einziger Satz braucht auszubleiben. Aber das Bedeutsame ist, daß die Menschen eigentlich auf dern Standpunkte stehen: Man hört das, man notifiziert das, und dann abgetan, dann Schluß! Ein wirkliches Ein­gehen auf die Sache braucht es ja nur, um auf den rechten Weg zu kom­men. Aber der heutige Mensch will sich nicht erfassen lassen von einem rechten Eingehen auf die Sache. Das ist das ganz Furchtbare, das Schreckliche, das ist dasjenige, was die Menschen schon so weit ge­trieben hat, daß sie nicht imstande sind, noch zu unterscheiden zwi­schen dem, was von Realitäten spricht, und dem, was ganze Bücher schreibt, wie der Graf Hermann von Keyserling, in denen kein einziger Gedanke ist, sondern nur Worte, durcheinandergewürfelte Worte. Und sehnt man sich nach einem enthusiastischen Aufnehmen von irgend etwas, was ja von selbst dazu führen würde, daß das hohle Wortge­plänkel unterschieden würde von dem, was auf wirklich geistiger For­schung beruht, da findet man niemanden, der auch nur sich aufraffen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Herz zusammennehmen und ergriffen werden könnte von dem, was substantiell ist. Das haben die Leute verlernt, gründlich verlernt, namentlich in der Zeit, wo die Wahrheit nicht nach der Wahrheit entschieden worden ist, sondern wo unter die Menschen die große Lüge getreten ist, daß die einzelnen Nationalitäten in den letzten Jah­ren das wahr gefunden haben, was von ihnen ist, und falsch gefunden haben, was von einer anderen Nationalität ist. Das empörende Gegen­einander-Lügen, das ist im Grunde genommen Signatur des öffent­lichen Geistes geworden. Wenn irgend etwas von einer anderen Nation gekommen ist, so war es das Unwahre; wenn es von der eigenen Nation gekommen ist, war es das Wahre. Es klingt heute noch nach, es ist heute schon in die Denkgewohnheiten hineingegangen. Dagegen ein wirkliches, unbefangenes Hingeben an das, was die Wahrheit ist, es führt zu einer Vergeistigung. Aber im Grunde ist das den Menschen heute noch egal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor sich nicht eine genügend große Anzahl von Menschen findet, die nun wirklich mit dern ganzen Herzen eintreten wollen für das, was geistige Substanz ist, kann nichts Heilsames aus dern heutigen Chaos her­auskommen. Man glaube nur nicht, daß man mit der Galvanisierung des Alten irgendwie weiter vorschreiten könne. Dieses Alte, es gründet «Weisheitsschulen» auf bloße hohle Worte. Es hat die Universitäts­philosophie mit Arthur Drewsen versehen, die aber wahrhaftig über­all vertreten sind, und die Menschheit will nicht Stellung nehmen. Ehe sie nicht Stellung nimmt auf allen drei Gebieten des Lebens, auf geistigem, auf politischem, auf wirtschaftlichem Gebiet, eher kann kein Heil hervorgehen aus dern heutigen Chaos, sondern es muß immer tie­fer und tiefer hinuntergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde in diesen Tagen, heute, morgen und übermorgen, zu spre­chen haben von dem, worauf ja vor längerer Zeit schon hingewiesen worden ist, auf die besondere Art, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewissermaßen eine Art von Wiederoffenbarung des Christus-Ereignisses stattfinden soll. Dazu wird einiges vorzubereiten sein, zunächst heute dadurch, daß ich versuchen werde, die Geistesver­fassung der zivilisierten Welt noch einmal von einem gewissen Ge­sichtspunkte aus zu charakterisieren, und von diesein Gesichtspunkte aus darauf aufmerksam zu machen, welche Forderungen in bezug auf die Menschheitsentwickelung, die Menschheitserziehung im großen in der nächsten Zukunft durch die Tatsache dieser Menschheitsentwicke­lung selber gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen ja, ein neues Zeitalter in der Entwickelung der zivili­sierten Menschheit hat begonnen um die Mitte des 15. Jahrhunderts. Seit jener Zeit haben wir es zu tun mit einer besonderen Ausbildung des menschlichen Intellekts. Man macht sich heute nicht mehr genaue Vorstellungen von der Seelenverfassung, welche vorhanden war bei den Menschen, die vor diesem großen Wendepunkt der neueren Ge­schichte gelebt haben. Man bedenkt nicht, was es für eine andere Seelenverfassung gewesen sein muß, und man könnte es doch leicht beden­ken, wie anders in Europa die Seelenverfassung gewesen sein muß, welche über weite Territorien hin die Menschen geneigt gemacht hat, die Kreuzzüge nach Asien hinüber, nach dern Orient zu unterneh­men, wenn man sich vorstellt, wie unmöglich ein solches, auf ideal­spirituellen Hintergründen stehendes Ereignis seit der Mitte des 15. Jahrhunderts geworden ist. Man bedenkt nicht, welche ganz anders­artigen Interessen die Menschheit vor diesem geschichtlichen Wende­punkt gehabt hat, und welche Interessen seit jener Zeit ganz beson­ders groß geworden sind. Aber wenn man unter den mancherlei Cha­rakteristiken, die man geben kann von diesem neueren Zeitabschnitte, eine als die bedeutsamste hervorheben will, so ist es eben das Überhandnehmen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das immer Intensiverwerden der intellektuellen Kraft des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun steht ja im Menschen immer eine andere Kraft, sei es als Sehn­sucht, sei es als mehr oder weniger klare Bewußtseinstatsache, in dern Untergrunde der Seele. Es ist die Erkenntnissehnsucht. Man kann nun, wenn man zurückblickt in ältere Zeiten, selbst wenn man zurückblickt in das 11., 12., 13., 14.Jahrhundert europäischer Entwickelung, von einer deutlichen Erkenntnissehnsucht sprechen, insofern als da­zumal der Mensch in seiner Seele Fähigkeiten hatte, welche ihn dazu brachten, ein Verhältnis zu gewinnen zu der Natur, zu dem, was die Natur an Geist offenbarte, und dadurch ein Verhältnis zur geistigen Welt selber. Gewiß, von Erkenntnissehnsuchten spricht man auch seit­her viel. Aber man kann, wenn man ganz unbefangen die Menschheits­entwickelung betrachtet, jene Erkenntnissehnsucht, die etwa heute herrscht, gar nicht vergleichen an Intensität mit der Erkenntnissehn­sucht, die vor der Mitte des 15. Jahrhunderts herrschte. Es war eine intensive Angelegenheit der menschlichen Seele, nach Erkenntnis zu streben, nach einer solchen Erkenntnis, die auch etwas bedeutete an Glut, an innerer Wärme für den Menschen, die für diesen Menschen auch etwas bedeutete in bezug auf die Antriebe, die ihn dazu brachten, seine Arbeit in der Welt zu verrichten und so weiter. Mit alledem, was da an Erkenntnissehnsucht vorhanden war, läßt sich eben immer we­niger und weniger vergleichen, was seit der Mitte des 15. jahrhunderts heraufzieht. Und selbst wenn wir die großen Philosophen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Betracht ziehen, geniale Ausgestaltun­gen des menschlichen Ideensystems bieten sie dar, aber eigentlich nur, ich möchte sagen, künstlerische Ausgestaltungen dieses Ideensystems; nicht eigentlich kommt bei ihnen, nicht bei Fichte, nicht bei Schelling, nicht bei Hegel - bei Hegel schon gar nicht - ein rechter Begriff vor von dem, was vorher an Erkenntnissehnsucht da war. Und dann in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts tritt die Erkenntnis, wenn sie auch noch nach alter Gewohnheit abgesondert gepflegt wird, mehr oder weniger in den Dienst des äußeren Lebens. Sie tritt in den Dienst der Technik und bekommt auch die Konfiguration dieser Technik. Woher kommt denn das alles? Ja, gerade davon rührt es her, daß wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dieser neuesten Zeit die besondere Ausbildung des Intellektes zu verzeichnen haben. Gewiß ist das nicht auf einmal gekommen. Dieser Intellekt hat sich langsam vorbereitet. Die Nachklänge des alten hell­seherischen Zustandes waren ja schon lange nur mehr höchst undeut­liche. Aber man kann doch sagen: Bis zu einem gewissen Grade waren, wenn auch nicht der alte hellseherische Zustand selbst, so doch seine Nachklänge bis in das 15. Jahrhundert schon noch vorhanden. Die Menschen hatten alle, wenigstens diejenigen, die nach Erkenntnis streb­ten, eine Vorstellung von dem, was sich aus der menschlichen Seele heraushebt an höheren Fähigkeiten, als es die des alltäglichen Lebens sind. Wenn sich diese Fähigkeiten in alten Zeiten nur traumhaft her­ausgehoben haben aus der Seele, sie waren eben doch andere Fähig­keiten als die des gewöhnlichen Lebens, und man hat durch solche an­dere Fähigkeiten eindringen wollen in die Tiefe des Weltenwesens und ist gedrungen bis zur Geistigkeit dieses Weltenwesens. Und das gab dann die Erkenntnis. Als Erkenntnis empfand man es, wenn man aus den Naturerscheinungen, aus den Naturwesen heraus empfand, wahr-nahm, wie geistig-elementare Wesenheiten durch die einzelnen Erschei­nungen der Natur wirkten, wie da wirkte die göttlich-geistige Wesen­heit im großen und ganzen durch die Totalität der Natur. Das empfand man als Erkenntnis, wenn Götter sprachen durch die Naturerschei­nungen, wenn Götter sprachen durch die Wanderungen der Gestirne, im Erscheinen der Gestirne. Das verstand man unter Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Augenblick, in dem die Menschheit darauf verzichtete, das Geistige zu vernehmen aus den Erscheinungen der Welt, kam auch der Erkenntnisbegriff mehr oder weniger in einen Niedergang hinein. Und das Abnehmen der eigentlichen Erkenntnisintensität, das müssen wir verzeichnen für den neuesten Zeitraum der Menschheitsentwicke­lung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist da notwendig geworden? Das, was jetzt nur in dern kleinen Kreise anthroposophisch strebender Menschen vorhanden ist, was aber immer allgemeiner und allgemeiner werden muß. Ja, zu den alten Men­schen haben die Naturerscheinungen so gesprochen, daß sie ihnen Geistiges offenbart haben. Aus jeder Quelle, aus jeder Wolke, aus jeder Pflanze hat Geistiges gesprochen. Die Menschen haben dadurch, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie in ihrer Art die Naturerscheinungen und Naturwesen kennenlern­ten, das Geistige kennengelernt. Das ist nun nicht mehr der Fall. Ein Zwischenzustand ist nur der Zustand des Intellektualismus. Denn dieser Intellektualismus, was hat er denn als seine tiefste Eigentümlichkeit? Daß man mit ihm, mit der reinen Intellektualität, überhaupt nichts erkennen kann. Der Intellekt ist nämlich gar nicht zum Erkennen da. Das ist der große Irrtum, dern sich der Mensch hingeben kann, daß der Intellekt zum Erkennen da sei. Erkennen werden die Menschen erst wiederum, wenn sie eingehen auf dasjenige, was der geisteswissen­schaftlichen Forschung zugrunde liegt, was zum mindesten durch Imagination vermittelt wird. Erkennen werden die Menschen erst wiederum, wenn sie sich sagen: In alten Zeiten haben aus den Na­turerscheinungen geistig-göttliche Wesenheiten gesprochen. Für den Intellekt sprechen sie nicht. Für die höheren, für die übersinnlichen Erkenntnisse werden zwar nicht die Naturerscheinungen unmittelbar sprechen, denn die Natur wirkt als solche stumm, aber es werden zu dern Menschen Wesenheiten sprechen, die ihm in Imaginationen er­scheinen werden, die ihn inspirieren werden, mit denen er intuitiv vereinigt wird, und die er wiederum wird auf die Naturerscheinungen beziehen können. - So kann man sagen: In alten Zeiten ist dern Men­schen durch die Natur das Geistige erschienen. In unserem Zwischenzustande hat der Mensch den Intellekt. Die Natur bleibt geistlos. Der Mensch wird sich hinaufschwingen zu einem Zustande, wo er wieder erkennen kann, wo ihm zwar die Natur nicht mehr vom Göttlich-Geistigen sprechen wird, wo er aber das Göttlich-Geistige in über­sinnlicher Erkenntnis ergreifen wird, und wo er dadurch wiederum dieses Geistige auf die Natur wird beziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Eigentümliche des alten orientalischen Geisteslebens, der alten orientalischen Erkenntnis, von der wir wissen, daß sie als Erb­schaft weiterlebte in der abendländischen Zivilisation, daß die Orien­talen in der Zeit ihrer Erkenntnisblüte in allen Naturerscheinungen zu gleicher Zeit ein Geistiges wahrgenommen haben, daß das Göttlich-Geistige eben durch die Natur gesprochen hat, sei es durch die nie­deren elementaren Wesenheiten in den einzelnen Dingen und einzelnen Erscheinungen, oder sei es, daß durch die ganze Natur das umfassende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Göttlich-Geistige gesprochen hat. Innerhalb der Erdenmitte hat sich dann später ausgebildet dasjenige, was unter dern juristisch-dialekti­schen Geiste stand. Aus dern heraus wurde ja die Intellektualität ge­boren. Der Mensch behielt die geistige Kultur als Erbschaft aus dem alten Orient. Und als man noch die letzte Sehnsucht hatte, aus dem Orient etwas zu erfahren - man hat auch etwas erfahren durch die Kreuzzüge, hat es nach Europa gebracht -, und nachdem man diese letzte Sehnsucht durch die Kreuzzüge gestillt hatte, da lagerte sich vor den Orient auf der einen Seite dasjenige vor, was Peter der Große stiftete, der die Reste der orientalischen Seelenverfassung gegen die europäische Seite hin vernichtete; auf der anderen Seite lagerten die Türken sich vor, die ja gerade in dern Beginne des Zeitabschnittes, den wir den fünften nachatlantischen nennen, in Europa ihre Herrschaft festsetzten. Es wurde gewissermaßen die europäische Bildung nach dern Orient hin abgeschlossen. Sie mußte sich weiter entwickeln. Sie konnte sich nur entwickeln unter dern Einflusse des juristisch-dialektischen Lebens, unter dem Einflusse des von Westen heraufkommenden Wirt­schaftslebens und in dem dekadenten Fortgehen dessen, was man an Geistesleben vom Orient erhalten hatte, gegen den aber die Tore auf die Weise zugemacht worden waren, wie ich das charakterisiert habe. Damit ist ja auch vorbereitet worden der Zustand, in dem wir jetzt le­ben, wo wir darauf angewiesen sind, aus uns selbst heraus wiederum die Tore zur geistigen Welt zu eröffnen, durch Imagination und Inspira­tion und Intuition zur Anschauung der geistigen Welt zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze Sache hängt damit zusammen, daß in jenen alten Zeiten, in denen der orientalische Mensch zu seinen Erkenntnissen aufstieg, dasjenige besonders wichtig war, was an Fähigkeiten, an Kräften der Mensch durch die Geburt in das physische Dasein hereintrug. Im Grunde genommen lag in diesen Zeiten der orientalischen Weisheit, trotz dem, was da als Zivilisation sich abspielte, weisheitdurchleuchtet war, es lag in diesen orientalischen Zeiten alles im Blute; aber das, was im Blute lag, war zu gleicher Zeit geistig anerkannt. Aus den My­sterien heraus wurde bestimmt, wer durch seine Blutsabstammung zur Menschenführerschaft berufen war. Da gab es keinen Widerspruch. Derjenige, der zur Menschenführerschaft aus den Mysterien heraus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berufen war, war gewissermaßen dadurch auf seinen Platz gestellt, daß seine Blutsabstammung das äußere Zeichen war. Da gab es keinen irgendwie gearteten juristischen Nachweis, ob irgend jemand richtig an seinen Platz gestellt sei, denn gegen den Götterausspruch, nach wel­chem die Leute da an ihre Plätze gestellt wurden, gab es keinen Ein­spruch. Die Jurisprudenz kannte man nicht im Orient. Theokratie, ge­wiß, Weltenregiment kannte man. Von der geistigen Welt herunter war dern Menschen seine Mission hier in der Sinneswelt angewiesen. An die Stelle dessen, was man empfand, indem man sich sagte: Ein Mensch, der an seinen Platz gestellt ist, dessen Blutsabstammung die Götter so dirigiert haben, daß er an seinen richtigen Platz gestellt werden konnte -, an die Stelle dieser Empfindung trat die andere, die ein ju­ristisch-dialektisches Kleid trug, aus der heraus man disputieren konnte aus Rechtsgründen heraus, ob irgend jemandem es zukam, an seiner Stelle zu stehen, das oder jenes zu tun und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise der Seelenverfassung - das bereitete sich schon aus dern Griechentum heraus vor, besonders aber aus dern Römertum heraus -, durch die man anfing in Mitteleuropa aus Begriffen, aus Dialektik heraus zu nehmen, was Rechtens ist, diese Seelenverfassung, ich habe es von den verschiedensten Gesichtspunkten schon ausgespro­chen, die kannte allerdings der Orient nicht, die war ihm ganz fremd. Bei ihm handelte es sich darum, den Willen der Götter zu ergründen. Und da gab es keine Dialektik, darüber zu entscheiden, was die Götter wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt stehen wir wiederum an einer Wende. Jetzt tritt in die Menschheit die Notwendigkeit herein, auch dieses Dialektisch-Juri­stische genauer ins Auge zu fassen. Denn ganz verstrickt mit diesem Zustande, der herausgekommen ist durch das Dialektisch-Juristische, ist schon das Wirtschaftliche, das wirtschaftliche Element, das vom Westen aus die Welt mit Hilfe der Technik erobert hat. Das Wirt­schaftliche bildete ein untergeordnetes Element in den alten Kulturen, die ganz theokratisch waren, ganz Gott-Geistdurchdrungen waren. Da tat eben im wirtschaftlichen Leben der Mensch das, was sich von selbst ergab nach der Stellung und Würde, in die ihn die Götter hinge-stellt hatten durch die Aussprüche der Mysterienweisen. Gewissermaßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eingefaßt in die Fäden des dialektisch-juristischen Lebens war nun das Wirtschaftsleben, das ja auch primitiv wieder anfing; denn als das Mittelalter, das sogenannte Mittelalter begann, hatten vor allen Dingen die Römer kein Geld mehr. Die Geldwirtschaft verlor sich allmählich, und in Europa breitete sich die dialektisch-juristische Kultur im Grunde genommen unter einer Art Naturalwirtschaft aus. Der erste Teil des Mittelalters war im Grunde genommen geldarm; daher kamen alle diejenigen Formen des Heereswesens herauf, die notwendig waren, weil man den Truppen kein Geld bezahlen konnte. Die Römer hatten ihre Truppen mit Geld entlöhnt. Im Mittelalter bildete sich das Le­henswesen aus, ein besonderer Soldatenstand bildete sich aus. Das alles, weil der selbst an die Scholle gebundene Mensch unter dem Einfluß der Naturalwirtschaft nicht weite Kriegszüge unternehmen konnte. Also in eine Art Naturalwirtschaft wuchs dieses Dialektisch-Juristische hinein, und erst als von Westen her die Technik dieses Wirtschafts­leben durchdrang, kam die neuere Zeit herauf. Dieses neuere Zivili­sationsleben, das jetzt so brüchig wird, ist im Grunde genommen ganz und gar entstanden im fünften nachatlantischen Zeitraume durch die Technik. Ich habe das ja schon in der verschiedensten Weise ausge­führt. Ich habe ausgeführt, wie der äußeren Zählung nach auf unserer Erde am Ende des 19.Jahrhunderts eintausendvierhundert Millionen Menschen wohnten, daß aber eigentlich so viel Arbeit verrichtet wurde, als ob zweitausend Millionen Menschen da wohnten. Das ist aus dern Grunde, weil so ungeheuer viel Arbeit von Maschinen verrichtet wird. Die Maschinentechnik mit ihrer kolossalen Umgestaltung des Wirt­schaftslebens, auch mit ihrer kolossalen Umgestaltung des sozialen Le­bens ist heraufgezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch nicht angekommen - eben weil das intellektuelle Leben noch alles überflutet -, ist dasjenige, was nun gerade die maschinelle Wirt­schaftstechnik in die moderne Zivilisation hereintragen muß. Man kann in bezug auf das, was ja der Menschheit in Aussicht steht, heute die merkwürdigsten Erfahrungen machen. Es gibt heute schon viele Men­schen, insbesondere auf dern Boden, wo sich die Leute Praktiker nen­nen, die zum Beispiel ihre Praxis in die Regierungsstellen hineintragen, wo dann diese Praxis gewöhnlich verduftet; das bißchen Praxis, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch vorhanden ist, verduftet gewöhnlich, wenn die Leute ihre Praxis in die Regierungsstellen hineintragen. Bei solchen «regierenden Prak-tikern» oder «praktischen Regierern» - man muß das unter Gänse­füßchen heute sagen -, entstehen heute sonderbare Ideen. So äußerte sich mir jemand vor kurzem: Ja, das neuere Zeitalter hat uns die Maschi­nen und damit das städtische Leben gebracht; wir müssen das Leben wiederum auf das Land hinausbringen. - Als ob man das Maschinen-zeitalter aus der Welt schaffen könnte! Es werden einfach die Ma­schinen mit auf das Land hinausgehen, sagte ich dern Manne. Ich sagte ihm: Alles kann vergessen werden, die Geistkultur kann verges­sen werden, aber die Maschinen werden bleiben, man wird einfach die Maschinen mit aufs Land hinausnehmen. Dasjenige, was in den Städten aufgegangen ist, wird sich aufs Land hinaus verpflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute werden eben im großen Stil Reaktionäre, wenn sie keine Neigungen mehr haben. Und das ist überhaupt heute das Charakteri­stikum der Menschen, daß sie keinen Willen haben, sich Ideen über den wahren Fortschritt zu machen. So möchten sie am liebsten alte Zustände wieder herbeiführen auf dern Lande draußen. Sie stellen sich vor, daß man das so machen kann. Sie glauben, daß man aus­schalten kann, was die Jahrhunderte gebracht haben. Unsinn ist das! Aber diesen Unsinn lieben die Menschen heute ganz ungeheuer, weil sie zu bequem sind, das Neue zu erfassen, und sich mit dem Alten mehr zu helfen wissen. Das maschinelle Zeitalter ist heraufgezogen. Das zeigen zunächst die Maschinen, daß mit ihnen Menschenkraft erspart worden ist. Es müßten heute einfach fünfhundert Millionen Menschen das leisten, was die Maschinen leisten, wenn es durch Menschen ge-leistet werden sollte auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und im Grunde genommen ist all dieses maschinelle Arbeiten in der abendländischen Zivilisation entstanden. Es ist in der abendlän­dischen Zivilisation heraufgekommen, hat sich erst ganz spät nach dern Orient hingezogen, und ist da eben durchaus nicht in derselben Weise eingewöhnt, wie es in der abendländischen Zivilisation einge­wöhnt ist. Aber das ist eine Übergangszeit. Und jetzt fassen Sie einen Gedanken, aber so sonderbar Ihnen der Gedanke erscheinen wird, fassen Sie ihn ernst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nehmen wir an, der alte Mensch hatte eine Wolke, er hatte viel­leicht einen Fluß, allerlei Gewächse und so weiter vor sich. Er sah darinnen geistige Elementarwesen, bis hinauf zu den göttlich-geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das sah er gewissermaßen durch die Natur hindurch. Die Natur spricht eben nicht mehr von diesen göttlich-geistigen Wesen. Wir müssen sie als Geistiges erfassen, jenseits von der Natur, dann können wir es wiederum auf die Natur beziehen. Die Übergangszeit kam. Der Mensch schuf zu der Natur hinzu die Maschinen. Diese sieht der Mensch zunächst in aller Abstraktion an. Er wirtschaftet mit ihnen in aller Abstraktion. Er hat seine Mathema­tik, er hat seine Geometrie, seine Mechanik. Er konstruiert damit seine Maschinen und sieht sie so in aller Abstraktion an. Aber er wird sehr bald eine gewisse Entdeckung machen. So sonderbar es dern heutigen Menschen noch erscheinen mag, daß diese Entdeckung gemacht wird, der Mensch wird die Entdeckung machen, daß bei all dern Maschinel­len, das er dern Wirtschaftsleben einverleibt, die Geister wieder wirken werden, die er früher in der Natur wahrgenommen hat. In seinen tech­nischen Wirtschaftsmechanismen wird er wahrnehmen: er hat sie fa­briziert, er hat sie gemacht, aber sie gewinnen ein eigenes Leben nach und nach, zunächst allerdings nur ein Leben, das er noch ableugnen kann, weil es sich im Wirtschaftlichen kundgibt. Aber er wird es im­mer mehr und mehr bemerken durch das, was er da selber schafft, wie das ein eigenes Leben gewinnt, wie er es, trotzdem er es aus dern Intellekt heraus geboren hat, mit dern Intellekt nicht mehr erfassen kann. Viel­leicht kann man sich heute noch nicht einmal eine gute Vorstellung davon machen, dennoch wird es so sein. Die Menschen werden nämlich entdecken, wie ihre Wirtschaftsobjekte durchaus die Träger von Dä­monen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen wir dieselbe Sache von einer anderen Seite her an. Aus dern bloßen Intellekt, aus dern ödesten Verstande heraus ist das Lenin­Trotzkijsche System entstanden, das ein Wirtschaftsleben in Rußland bauen will. Geistesleben, trotz Lunatscharskij, interessiert die Leute nicht. Das soll ja nur Ideologie aus dern Wirtschaftsleben sein. Daß gerade das Dialektisch-Juristische sehr stark ist im Trotzkij-Lenin­System, wird man ja nicht behaupten können. Aber auf das Wirtschaftliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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soll alles hinorientiert sein. Man will den Intellekt gewis­sermaßen verkörpern im Wirtschaftsleben. Würde man es können eine Zeitlang - dieses erste Experiment wird gar nicht gehen -, aber neh­men wir an, man würde es können, dann würde einem das Wirtschafts­leben über den Kopf wachsen, dann würde das Wirtschaftsleben über­all zerstörerische dämonische Kräfte aus sich hervorbringen. Es würde nicht gehen, weil der Intellekt das nicht handhaben kann, was über­all hervordringen würde an wirtschaftlichen Forderungen! So wie der alte Mensch auf die Natur und die Naturerscheinungen hingesehen hat und in ihnen Dämonisches gesehen hat, so muß der neuere Mensch lernen, bei dem, was er selber hervorbringt im Wirtschaftsleben, auf Dämonisches zu sehen. Vorläufig sind diese Dämonen, die die Leute nicht in die Maschinen abgeleitet haben, noch in die Menschen ge­fahren und machen sich als die zerstörenden in sozialen Revolutio­nen geltend. Nichts anderes sind diese zerstörenden sozialen Revolu­tionen als das Ergebnis der Nichtanerkennung des Dämonischen in unserem Wirtschaftsleben. Elementarische Geistigkeit muß im Wirt­schaftsleben gesucht werden, wie in der Natur in alten Zeiten ele­mentarische Geistigkeit gesucht worden ist. Und das bloße intellek­tuelle Leben ist nur ein Zwischenzustand, der überhaupt für die Na­tur und das, was der Mensch hervorbringt, keine Bedeutung hat, son­dern nur für den Menschen selbst. Die Menschen haben den Intellekt ausgebildet, damit sie frei werden können. Die Menschen müssen ge­rade eine Fähigkeit ausbilden, die gar nichts zu tun hat weder mit der Natur noch mit der Maschine, sondern die nur mit dern Menschen selbst zu tun hat. Wenn der Mensch Fähigkeiten ausbildet, die zu der Natur in einem Verhältnis stehen, da ist er ja nicht frei. Ins Wirt­schaftsleben hinein fällt es auch nicht, denn die Maschinen überwälti­gen ihn, wenn er Fähigkeiten ausbildet, die weder mit der Erkenntnis noch mit dern praktischen Leben etwas zu tun haben wie die reine In­telligenz. Kann er sich die Freiheit im Laufe der Kulturentwickelung anerziehen, gerade durch eine ohne Beziehung zur Welt stehende Fä­higkeit, wie der Intellekt es ist, so könnte die Freiheit heraufkommen. Aber zu diesem Intellekt muß, damit der Mensch nicht abreißt von der Natur, damit er in die Natur wiederum herauswirken kann, wiederum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die Imagination, muß alles dasjenige hinzukommen, was geisteswissen­schaftliche Forschung finden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch ein anderes. Ich sagte schon, für den alten Orien­talen waren von ganz besonderer Wichtigkeit die Blutsabstammungs-verhältnisse; denn danach richteten sich als nach göttlichen Zeichen die Mysterienweisen, wenn sie den Menschen ihre Stellen anwiesen. Diese Dinge alle, die ragen dann noch wie Nachzügler, wie Gespenster in spätere Zeiten herein. Dann kam das dialektisch-juristische Element. Die Staatsabstempelung wurde das Wesentliche. Das Diplom, das Exa­mensergebnis beziehungsweise das, was auf dem Papier vom Examens-ergebnis stand, das wurde das Wesentliche; während das Blut in den alten Zeiten der Theokratie das Ausschlaggebende war, wurde nun das Papier das Ausschlaggebende. Jene Zeiten rückten heran, welche man ja durch mancherlei gekennzeichnet findet; mir sagte einmal ein Rechtsanwalt bei einer Diskussion, die ich mit ihm hatte: Ja, darauf kommt es nicht an, daß Sie geboren sind, daß Sie da sind! - Das interessierte ihn nicht, sondern der Taufschein oder der Geburtsschein muß da sein; da muß es daraufstehen. Also das stellvertretende Pa­pier! Das Dialektisch-Juristische, nicht wahr, das kam dann herauf. Das ist auch zugleich der Ausdruck für das Scheinhafte in bezug auf die Welt, für das Scheinhafte des Intellekts. Aber gerade im Men­schen selbst konnte sich als das Gegenspiel dieses Scheinhaften für die Welt dasjenige entwickeln, was dern Menschen die Freiheit gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber entwickelt sich heraus aus dem, was ja das Papier be­deutet - was früher das Blut bedeutet hat -, was Adelsbrief oder sonst dergleichen Papier bedeutet, aus dern bildet sich das heraus, was heute schon sich zeigt, was aber bleiben wird, wenn die Dinge weitergehen, und sie werden weitergehen. Die Blutsabstammung wird keine Be­deutung mehr haben, der Adelsbrief oder etwas Ähnliches wird keine Bedeutung mehr haben, sondern höchstens noch das, was der Mensch nun sich an Besitz gerettet hat aus den alten Zeiten. Ein Warum war nicht möglich, als die Götter noch des Menschen Platz auf der Welt bestimmten. Über das Warum konnte man diskutieren im juristisch-dialektischen Zeitalter. Nun hört alles Diskutieren auf, denn das rein Faktische liegt nur noch da, das Tatsächliche, das, was sich der Mensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
noch gerettet hat. In dern Augenblicke, wo man gar nicht mehr an das Papier glauben wird, wird man auch nicht mehr diskutieren, son­dern wird die Sachen einfach wegnehmen, die sich der Mensch ge­rettet hat. Da gibt es nichts anderes, da die Natur nicht mehr das Gei­stige offenbart, um die Menschheit überhaupt weiterzubringen, als eine Umkehrung zu vollziehen zum Geistigen selbst hin. Und auf der anderen Seite in dern Wirtschaftlichen selber dasjenige zu finden, was man früher in der Natur gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber läßt sich nur finden durch die Assoziation. Was der ein­zelne Mensch nicht mehr finden kann, kann die Assoziation finden, die wiederum eine Art Gruppenseele entwickeln wird, die auf das­jenige gehen wird, was jetzt nicht der einzelne entscheidet. Im mitt­leren Zeitalter, im Zeitalter des Intellektes war der einzelne der Wirt­schafter, in der Zukunft wird es die Assoziation sein. Und in der Asso­ziation müssen die Menschen zusammenstehen. Da kann dann wieder­um, wenn man anerkennt, daß ein Geistiges gebändigt werden muß im Wirtschaftsleben, etwas herauskommen, was Blutsabstammung und Patent ersetzen kann. Denn dern Menschen würde das Wirtschafts­leben über den Kopf wachsen, wenn er ihm nicht gewachsen wäre, wenn er nicht Geistiges mitbrächte, um dieses Wirtschaftsleben zu lei­ten. Keiner wird sich mit einem anderen assoziieren, wenn der andere nichts mitbringt, was ihn tüchtig macht im Wirtschaftsleben, was ihn berechtigt, die Geister wirklich zu bändigen, die sich im Wirtschafts­leben geltend machen. Ein ganz neuer Geist wird heraufziehen. Und warum wird das sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in jenen alten Zeiten, in denen man nach dern Blute geurteilt hat, da war wichtig für die Menschen dasjenige, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis sich abzuspielen hatte, denn das brachten sie durch das Blut herein in die physische Welt; wenn auch vergessen worden war das vorgeburtliche Leben, in der Anerkennung der Blutsabstammung lebte noch fort diese Anerkennung des vorge­burtlichen Lebens. Dann kam das Dialektisch-Juristische. Der Mensch wurde nur anerkannt in bezug auf das, was er als physischer Mensch auslebte. Jetzt ragt herein das andere, das dämonisch werdende Wirt­schaftsleben. Jetzt muß auch wiederum anerkannt werden der Mensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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nach seinem geistig-seelischen Kern, und ebenso, wie man hinsehen wird auf das Dämonische des Wirtschaftslebens, wird man anfangen müssen, hinzusehen auf das, was der Mensch durch die wiederholten Erdenleben trägt. Man wird hinzusehen haben auf das, womit er her­einkommt in dieses Leben. Das wird man in dern geistigen Teil des sozia­len Organismus zu lösen haben. Wenn man nach dern Blute urteilt, braucht man im Grunde genommen gar keine Pädagogik, sondern nur eine Erkenntnis eben des Symbolischen, durch das die Götter ausdrük­ken, wo sie einen Menschen hingestellt sein lassen. Solang man bloß juri­stisch-dialektisch urteilt, braucht man eine abstrakte Pädagogik, eine Pädagogik, die im allgemeinen von dern Menschenkinde spricht. Wenn man aber den Menschen hineinstellen soll in das assoziative Leben, so daß er drinnen tüchtig ist, dann muß man das Folgende berücksichtigen, dann muß man sich zunächst klar sein: Die ersten sieben Jahre, in denen der Mensch seine physische Leiblichkeit entwickelt, die sind nicht bedeutsam für das, was er später im sozialen Leben leisten kann, die müssen nur im allgemein-menschlichen Sinne tüchtig gemacht wer­den. In der Zeit vom siebenten bis vierzehnten Jahre, in der eigentlich der Ätherleib seine Ausbildung erlangt, da muß zunächst der Mensch erkannt werden; es muß das erkannt werden, was dann mit dern vier­zehnten, fünfzehnten Jahre herauskommt als astralischer Leib, und was in Betracht kommt, wenn der eigentliche geistig-seelische Wesens-kern des Menschen ihn hinstellen soll an den Platz, an dern er stehen soll. Da wird der Erziehungsfaktor ein besonderer sozialer Faktor. Da handelt es sich darum, daß nun wirklich aus der Erkenntnis des Kindes, das man heranerzieht, sich ergeben kann: Das taugt für das, dies taugt für jenes, und das zeigt sich klar nicht früher als gerade in dern Momente, wo das Kind aus der Volksschule entlassen wird. Und es wird hinzugehören zur künstlerischen Pädagogik und Didaktik, die Entscheidung treffen zu können: Der eine ist zu dem, der andere ist zu jenem geeignet. Darnach werden jene Entscheidungen getroffen werden, welche in den «Kernpunkten der sozialen Frage» gefordert werden für die Zirkulation des Kapitals, das heißt der Produktions­mittel. Eine ganz neue geistige Anschauung muß heraufkommen, die erstens das Wirtschaftsleben in seiner inneren geistigen Lebendigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durchschaut und auf der anderen Seite weiß, welche Rolle das Geistes­leben spielen muß, wie das Geistesleben das Wirtschaftsleben konfigu­rieren muß. Das kann nur sein, wenn das Geistesleben selbständig ist, wenn das Wirtschaftsleben ihm nicht irgend etwas aufdrängt. Gerade wenn man innerlich erfaßt den ganzen Gang der Menschheitsentwicke­lung, dann erkennt man, wie diese Menschheitsentwickelung die Drei-gliederung des sozialen Organismus fordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir brauchen wiederum, weil uns auf der einen Seite die Tür­kei, auf der anderen Seite der Petrinismus Peters des Großen durch die neuere Zeit abgeschlossen haben von dein Orient, wir brauchen ein selbständiges Geistesleben, ein Geistesleben, das wirklich die geistige Welt erkennt in einer neuen Form, nicht so, wie es in alten Zeiten der Fall war, wo man die Natur zu sich sprechen ließ. Man wird dann dieses Geistesleben auf die Natur beziehen können. Man wird aber auch dieses Geistesleben, nachdem man es gefunden hat, so in dern Men­schen heranbilden können, daß es zum Inhalt seiner Geschicklichkei­ten wird, daß er durch dieses Geistesleben im assoziativen Zusammen­wirken das immer lebendiger und lebendiger werdende Wirtschafts­leben befriedigt. Diese Gedanken, die müssen eigentlich sein in einer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Daher kann eine solche Geisteswissenschaft nur herausgeboren sein aus einer Erkennt­nis des Ganges der Menschheitsentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste ist, daß hingesteuert werden muß zu einem wirklichen Wissen von dern Geiste. Jenes allgemeine Reden von dern Geiste in leeren, abstrakten Worten, wie es heute die offiziellen Philosophen und andere Kreise beherrscht, und wie es auch populär geworden ist, das wird für die Zukunft nichts taugen. Die geistige Welt ist anders als die physische. Daher kann man nicht durch Abstraktion von der physischen Anschauung über die geistige Welt etwas gewinnen, son­dern man muß durch unmittelbare Geistesforschung Anschauungen über die geistige Welt gewinnen. Die erscheinen selbstverständlich dann als etwas ganz anderes als das, was der Mensch wissen kann, wenn er nur von der physischen Welt weiß. Die Menschen, die nur von der physischen Welt wissen wollen aus Bequemlichkeit, die mögen es heute phantastisch nennen, wenn man von der Mondenzeit, von der Sonnenzeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
von der Saturnzeit spricht. Sie finden, da äußert man Ideen, wenn man von diesen vorhergehenden Verkörperungen der Erde spricht, die an nichts bei ihnen anschlagen. Da beschreibt man Dinge, von denen sie keinen Dunst haben. Es ist natürlich, daß sie keinen Dunst haben, denn sie wollen ja von der geistigen Welt nichts wissen. Nun wird ihnen von der geistigen Welt erzählt, und da finden sie: Ja, es stimmt mit nichts überein von dem, was wir schon wissen! - Darauf kommt es ja gerade an, daß Welten gefunden werden, die mit nichts stimmen, was man schon weiß. Nicht wahr, so ungefähr urteilt jeder Philosophieprofessor wie zum Beispiel Arthur Drews über Geisteswis­senschaft; das stimmt mit nichts von dem zusammen, was er sich schon vorgestellt hat. Ja, der Postmeister von Berlin hat auch, als die Eisen­bahn von Berlin nach Potsdam gebaut werden sollte, gesagt: Nun soll ich noch nach Potsdam heraus Eisenbahnen fahren lassen! Ich lasse in der Woche vier Postkutschen hinausfahren, und da sitzt niemand drin­nen. Wenn die Leute ihr Geld zum Fenster hinauswerfen wollen, so mögen sie es gleich direkt machen! - Natürlich haben die Eisenbahnen dann anders ausgeschaut als die Postkutschen des biederen Postmeisters von Berlin aus den dreißiger Jahren. Aber so sieht natürlich auch die Beschreibung der geistigen Welt anders aus als dasjenige, was in sol­chen Köpfen drinnen nistet, wie der Arthur Drews einer ist. Aber er ist nur charakteristisch für alle anderen, er ist sogar noch immer einer der Besseren, das muß man kurioserweise schon sagen, nicht weil er gut ist, sondern weil die anderen nämlich noch schlechter sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zunächst eine Notwendigkeit, zu zeigen, wie man wirklich, ganz auf strengem Boden des Wissenschaftlichen stehenbleibend, in die geistige Welt vordringen kann. Das war ja zunächst, was unser Hoch­schulkursus in diesem Herbste angestrebt hat. Und es ist, wenn auch alles das im Anfange ist, doch zum mindesten gezeigt worden, wie auf gewissen Gebieten aus den Wissenschaften selbst hinaufgehoben werden kann das Erkennen zu dern Erkennen des Geistigen als solchem, und wie wiederum das Geistige dann durchdringen kann das, was die Sin­neserkenntnis gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber unvollständig würde bleiben, was so nach der Erkenntnis-seite hin gewonnen werden kann, und was gegen die landläufigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Bestrebungen der Schulwissenschaft doch errungen werden wird - denn darinnen zeigen sich die schönsten Anfänge; man konnte immerhin schon zeigen, wie Psychologie, ja selbst Mathematik hinaufweist in geistige Gebiete -, aber es würde etwas unvollständig getan werden, und deshalb doch nicht unserer zugrunde gehenden Zivilisation aufge­holfen werden können, wenn nicht ein wirklich elementarisches, ein wirklich intensives Wollen auch aus dern Gebiete herkommen würde, das man das Gebiet des praktischen wirtschaftlichen Lebens nennt. Das ist notwendig, daß wirklich die alten Usancen, die alten Gewohnheiten verlassen werden, und daß auch da durchdrungen werde das unmittel­bare Leben mit der Geistigkeit. Das ist etwas, was eben als eine Blüte der anthroposophischen Bewegung kommen muß, daß herangetragen werde mit Hilfe jener Seelengesinnung, die aus Geisteswissenschaft hervorgehen kann, ein Durchschauen des praktischen Lebens, nament­lich des praktischen wirtschaftlichen Lebens, und daß gezeigt werde, wie der Niedergang abgewendet werden kann, wenn man hineinträgt in dieses Wirtschaftsleben das Bewußtsein davon, daß man eigent­lich etwas Lebendiges schafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte jeden Tag, möchte ich sagen, aufs neue hinblicken auf die so kraß hervortretenden Zeichen unseres niedergehenden Wirt­schaftslebens. Galvanisieren läßt sich dieses alte Wirtschaftsleben nicht. Es läßt sich die Menschheit nur weiterbringen durch Schaffen neuer Wirtschaftszentren. Denn wie heute niemand stolz sein sollte auf das, was er aus der usuellen Wissenschaft heraus gewinnt - denn das würde die Menschheit durchaus in die von Oswald Spengler pro­phezeite Zukunft hineinbringen -, so sollte aber auch nicht jemand stolz sein auf das, was er aus dern alten Wirtschaftsleben heraus an einer diesem Wirtschaftsleben entsprechenden Tüchtigkeit gewinnen kann. Niemand kann heute stolz darauf sein, ein Physiker, ein Mathema­tiker, ein Biologe im usuellen Sinne zu sein. Aber niemand kann auch darauf stolz sein, ein Kaufmann, ein Industrieller im alten Sinne zu sein. Und dieser alte Sinn ist heute doch einzig und allein noch da. Wir sehen heute noch nirgends irgendwie etwas aufgehen, was wahr­haftige Assoziationen schon darstellen würde. Das wäre notwendig, daß, wenn wir wiederum, gewissermaßen als eine zweite Veranstaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Goetheanums, hier so etwas hätten, wie dieser Kursus jetzt ge­wesen ist, daß dann gesehen werden könnte etwas, was konkret er­griffen werden kann aus dem praktischen Leben heraus selber, ne­ben den Wissenschaften stehend. Nicht durch dasjenige, was die eine Strömung bloß enthält, kommen wir weiter, sondern einzig und allein dadurch kommen wir weiter, daß nun wirklich auch diese andere Seite des Strebens sich zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute noch das besonders charakteristische Kennzeichen unserer gegenwärtigen Menschheitsentwickelung: Auf der einen Seite die traditionellen Träger des alten Geisteslebens, die einen verketzern, verleumden, wenn man aus der modernen Wissenschaftlichkeit heraus eine Durchgeistigung anstrebt. Sie tun es heute schon ganz bewußt, weil sie kein Interesse haben für den Fortgang der Menschheitsent­wickelung, und weil sie zunächst nur daran denken, diese Mensch­heitsentwickelung zurückzuhalten. Sie tun es manchmal in so grotes­ker Weise wie jener sonderbare Gelehrte, der neulich auch über An­throposophie in Zürich gesprochen hat, und der so kraß geredet hat, daß es selbst seinen Amtsgenossen zu toll geworden ist, so daß, wie es scheint, eine Art kleiner Reklame gerade aus dieser Bekämpfung der Anthroposophie geworden ist. Aber sie tun es; sie werden es noch viel mehr tun, denn sie werden mit ganz großen Verleumdungen auf­rücken. Da sieht man eben das, um was es sich handelt, in Form von Verleumdungen und so weiter auftreten, in Form des Unwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite ist heute noch ein starker Widerstand zu be­merken, der aber im Grunde im Unbewußten spielt. Und das ist ein schmerzliches Erlebnis; da, auf diesem Gebiete, ist durchaus zu spre­chen von einer inneren Opposition, die zuweilen gar nicht so gemeint ist, gegen das, was eigentlich in der Richtung des geisteswissenschaft­lichen Strebens liegen muß. Es wird sich darum handeln, daß gerade auf diesem Gebiete gelernt werden muß ein volles Mitgehen mit dem, was Geisteswissenschaft da wollen kann. Denn die Beurteilung dessen, was aus dern Geisteswissenschaftlichen heraus gewollt werden muß, nach dern bisher üblichen Subjektiven, das würde ja auf diesem Ge­biete genau dasselbe sein, was die Pfarrer und die anderen tun auf an­deren Gebieten, indem sie Geisteswissenschaft verketzern. Das ist, was&lt;br /&gt;
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unsere anthroposophische Bewegung schwierig macht, daß im Grunde genommen gerade auf diesem Gebiete deutlich bemerkbar ist eine Art innerer Opposition. Man kann schon sagen, gerade auf diesem Ge­biete zeigt sich am klarsten, was in so merkwürdiger Weise gewisse Anschuldigungen beleuchtet, die von mancher Seite kommen. Da wird gesagt: In dieser Anthroposophischen Gesellschaft, da sprechen ja alle doch nur dern einen nach, - und in Wirklichkeit sprechen sie gar nicht nach, sondern das, was jeder selber meint, das sagt er, daß der eine es möchte. Das haben wir ja so vielfach erfahren, nicht wahr? Was einer gerade möchte, davon sagt er sehr häufig, daß ich es ihm gesagt habe, wenn er auch genau das Gegenteil davon gehört hat. Das ist der nun wirklich herrschende Autoritätsglaube. Sonderbarer Autoritätsglaube! Es hat sich ja das in vielen Fällen gezeigt. Aber von einer besonderen Schädlichkeit wäre, wenn dieses, was ja eine merkwürdige Art von Opposition ist - Opposition hat es ja eigentlich in Wirklichkeit immer mehr gegeben als Autoritätsglaube, und daher ist die Beschuldigung des Autoritätsglaubens wirklich eine recht ungerechte -, noch ver­hängnisvoller wäre es, wenn das, was ich hier andeute als innere Oppo­sition, gerade auf dern Gebiete des praktischen Lebens weitere Dimen­sionen annehmen würde. Denn dann würden, solange es noch geht, selbstverständlich die Gegner des anthroposophischen Strebens sagen: Na ja, eine sektiererisch phantastische Bewegung, die doch nicht prak­tisch sein kann. - Sie kann natürlich nicht praktisch sein, wenn die Praktiker sich nicht auf sie einlassen, geradesowenig wie man schließ­lich nähen kann, wenn man keine Nadel hat, wenn man es noch so gut versteht, das Nähen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte dadurch nur auf etwas hindeuten, was notwendig zu beachten ist. Ich spreche damit nicht eine Kritik aus, deute überhaupt auf nichts Vergangenes hin, sondern ich deute auf etwas hin, was für die Zukunft notwendig ist. Allerdings, ich würde selbstverständlich nicht hindeuten, wenn ich nicht allerlei Rauchwolken heraufsteigen sehen würde. Aber ich deute wirklich nur auf etwas hin, was gewisser­maßen als eine Aufforderung zu gelten hat, nun wirklich von allen Seiten mitzuarbeiten und ja nicht hinter die reaktionäre Praxis sich zu verschanzen und hinter den Schanzen der reaktionären Praxis Anthroposophie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
trotzdem man ihr vielleicht aufhelfen will, im Grunde genommen zu vernichten. Also nicht auf irgend etwas, was schon ge­schehen ist, deute ich hin, sondern auf dasjenige deute ich hin, was für die Zukunft notwendig ist. Es ist schon notwendig, daß man über diese Dinge nachdenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es heute bei diesen Bemerkungen müssen bewenden las­sen. Wir werden dann an diese Vorrede, von der Sie schon sehen wer­den, daß sie doch eine Einleitung ist zu der Christus-Betrachtung für das 20. Jahrhundert, morgen und übermorgen anzuknüpfen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 30. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll das Verständnis für dasjenige, was man nennen kann die Wieder-erscheinung des Christus, in der richtigen Art in der Seele Platz grei­fen, dann ist nötig, daß man sich ein vorbereitendes Verständnis ver­schafft für den Gang, den die Christus-Idee, die Christus-Vorstellung im Laufe der Menschheitsgeschichte genommen hat. Wir erinnern uns, daß die Menschheitsentwickelung von einer Seelenverfassung ausge­gangen ist, die wir oft genannt haben eine Art instinktiver Anschau­ung, eine Hellsichtigkeit, welche dumpf, traumhaft war. Nun haben wir ja zu wiederholten Malen die verschiedenen Epochen der Mensch­heitsentwickelung so charakterisiert, daß wir die entsprechende Form dieser Seelenverfassungen in die Zeiten hineingestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wollen wir uns daran erinnern, daß starke Reste des alten hellsichtigen Zustandes der Menschheit noch vorhanden waren in der Zeit, als das Mysterium von Golgatha geschah. Das Mysterium von Golgatha hat man zunächst aufzufassen als eine Tatsache, aber als eine solche Tatsache, die ihrer Wesenheit nach niemals durchschaut werden kann mit dem Intellekt, der seit der Mitte des 15.Jahrhunderts die Seelenverfassung der modernen Zivilisation ausmacht, der aber sich schon vorbereitete seit der griechischen, der römischen Zeit. So daß man sagen kann: Während die griechische Geschichte abläuft, die rö­mische Geschichte abläuft und das Mysterium von Golgatha sich auf der Erde vollzieht, sind noch starke Reste des alten Hellsehens unter vielen Menschen vorhanden. Andere Menschen haben dieses HelIse­hen schon verloren, sind durchaus schon in den Anfängen der intellek­tuellen Entwickelung darinnen. Das war insbesondere bei den Römern der Fall. Und man kann daher sagen, daß seiner Wirklichkeit nach, seiner Wesenheit nach zunächst das Mysterium von Golgatha nur von denjenigen aufgefaßt werden konnte, die noch Reste des alten Hell­sehens hatten. Es konnte beschrieben werden, es konnte das Symbol auch angedeutet werden bei denen, die solche Reste des alten Hell­sehens nicht hatten. Dieses instinktive Hellsehen war insbesondere eine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Eigenschaft der alten orientalischen Bevölkerung, und im wesentlichen ist es auch in seinen Resten vorzugsweise bei den Orientalen vorhanden gewesen. Schließlich ist ja unter den Orientalen auch der Christus Jesus über die Erde gegangen. So daß aus den Resten alter orientalischer Weisheit zunächst das Mysterium von Golgatha verstanden worden ist. Als dann dieses Mysterium von Golgatha herüberwanderte nach dem Westen zu den Griechen, zu den Römern, da konnte man das­jenige übernehmen, was solche Leute sagten, welche aus den Resten des alten Hellsehens heraus noch verstanden hatten, was da eigentlich auf der Erde sich zugetragen hatte. Und damit auch eine Anschauung durch seelische Augenzeugenschaft vorhanden sei, erstand in Paulus durch eine besondere, im späteren Lebensalter erst eintretende Erleuch­tung der Zustand eines solchen Hellsehens, in dem er, Paulus, sich über­zeugen konnte von der Wahrheit, von der Echtheit des Mysteriums von Golgatha. Was Paulus sagen konnte aus seiner Überzeugung her­aus, was diejenigen, die sich die Reste alten Hellsehens bewahrt hatten, aus der alten orientalischen Urweisheit heraus aufstellen konnten über das Mysterium von Golgatha, das konnte man dann übernehmen als Nachrichten, konnte es einkleiden in die Form des aufkeimenden In­tellektes; aber eigentlich durchschauen konnte man mit diesem In­tellekt zunächst das Mysterium von Golgatha nicht. Die Art und Weise, wie diejenigen, die noch Reste alten Hellsehens hatten, von dem Mysterium von Golgatha sprachen, die bezeichnete man als die gnostische. Und ich möchte sagen, die Form, vom Mysterium von Gol­gatha zu sprechen, so wie man es eben vermochte mit diesen Resten alten Hellsehens, das ist die christliche Gnosis. Auf die Art und Weise, wie ich es geschildert habe in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», ist dann die Darstellung des Mysteriums von Golgatha auf die Nachwelt gekommen. Also das erste Verständnis des Mysteriums von Golgatha wurde erreicht durch diese Reste des alten Hellsehens, durch altes orientalisches instinktives Anschauen. Man möchte sagen, dieses alte orientalische instinktive Anschauen hat sich bis zu dem Mysterium von Golgatha in genügender Ausdeh­nung erhalten, damit auch noch eine wirkliche menschliche Auffassung dieses Mysteriums Platz greifen könne, ehe der Intellekt hereinbricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und das Verständnis für das Mysterium von Golgatha nicht mehr vor­handen sein kann. Wäre das Mysterium von Golgatha in der Zeit der Vollblüte des Intellekts gekommen, so hätte es auf die Menschheit selbstverständlich gar keinen Eindruck gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also lebten die Mitteilungen von dem Mysterium von Golgatha in den Berichten der alten Hellseher, und im Grunde genommen - Sie wissen das ja aus meiner Darstellung im «Christentum als mystische Tatsache&amp;gt; - sind die Evangelien nichts weiter als solche durch Hell-sehen gewonnene Nachrichten über das Mysterium von Golgatha. Nun aber breitete sich über die Menschheitsentwickelung jene Welle aus, die schon im Griechentum, wie ich Ihnen dargestellt habe, Wurzel gefaßt hat, welche vorzugsweise ihren Quell im Römertum hat, und die man bezeichnen kann als die Welle, welche die spätere Intellektua­lität vorbereitete, in der diese Intellektualität aber schon lebte. Es brei­tete sich aus das juristisch-dialektische Denken, dasjenige Denken, das dann auch zum staatlich-politischen Denken geführt hat. Das breitete sich vom Süden her aus, drang in jene Gegenden, in denen, wie ich Ihnen gestern gesagt habe, noch Naturalwirtschaft war, drang ein in die nördlichen Gebiete. Es bildete sich die mitteleuropäische Zivilisa­tion, die zunächst, von Rom aus genährt, vorzugsweise im Zeichen der intellektualistischen, also eigentlich der juristisch-dialektischen Entfaltung der menschlichen Seele stand. Innerhalb alles dessen, was sich da abspielte, konnte man nicht mehr im Sinne der alten Geistig­keit das Mysterium selber anschauen, sondern man bekam eben die Berichte, man bekam die Tradition und kleidete das in die Form der Seelenverfassung, die man hatte. Man kleidete es immer mehr und mehr in die Dialektik. Durch das Römertum wurde das Mysterium von Golgatha eingekleidet in diese Dialektik. Aus dem, was christ­liche Gnosis war, was noch auf Schauen beruhte, bildete sich heraus die reine dialektische Theologie, die Hand in Hand ging mit der Ein­richtung der europäischen Reichsgebilde, die dann später zu Staaten wurden. Aber das erste große Reich war eigentlich das verweltlichte Kirchenreich, das von römisch-juristischen Formen durchzogene Kir­chenreich. Äußerlich haben sich ja viele Tatsachen abgespielt, welche zeigen, wie sich dieses juristisch-dialektische, politische Denken, in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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das sich das alte orientalische Schauen einkleidete, über Europa aus­breitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl der Große zum Beispiel wurde ein Lehensträger des Papstes. Seine Kaiserwürde war ihm vom Papste verliehen. Und wenn man die Ausbreitung der ganzen Herrschaft Karls des Großen studiert, so findet man auf der einen Seite unter den Kräften, durch die diese Herrschaft Karls des Großen sich ausbreitete, den kirchlich-theolo­gischen Einfluß. Eine Art theokratischen Reiches breitete sich aus; aber das wird überall durchsetzt von den Formen des Juristisch-Dia­lektischen. Die Geistlichen sind die Beamten; sie bekleiden die Staats-ämter, sie vereinigen in ihrer Person das politische Element mit dem kirchlichen Elemente. Es geht allmählich ganz und gar über das alte auf Schauen beruhende geistige Leben, das den Geist überhaupt schon im Jahre 869 abgeschafft hatte, wie wir öfter besprochen haben, in ein politisches Kirchenreich, das sich über den größten Teil der europäi­schen Territorien ausbreitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen aus der Geschichte und aus dem, was ich hier schon dar­gestellt habe vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte, wie dieses fortwährende Ineinanderfluten des Römisch-Kirchlichen und dessen, was mehr oder weniger sich wiederum losmachen wollte vom Römisch-Kirchlichen, gegeneinander kämpfte, und wie diese Kämpfe im Grunde genommen einen großen Teil der mittelalterlichen Geschichte bilden. Aber schauen muß man auf den gewaltigen Unterschied, der besteht zwischen der ganzen sozialen Struktur dieses mittelalterlichen Gebil­des, das dann in die neueren Staaten aufging, und der sozialen Struk­tur des alten Orients, die durchaus durchgeistigt war von dem alten instinktiven Schauen und von alledem, was dieses Schauen im Ge­folge hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher kam denn eigentlich das, was der Inhalt des alten orienta­lischen Schauens war? Es kam, man kann nicht anders sagen, vom Angeborensein; denn diejenigen, die Mysterienweise waren, suchten eben zu ihren Schülern wiederum Menschen, die solche angeborenen Fähigkeiten hatten, daß sie zu diesem instinktiven Schauen kommen konnten. Man wählte aus der großen Masse der Menschen diejenigen aus, denen es im Blute lag, solches Schauen zu haben. Man war sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
also klar darüber, daß einfach in den Menschen, die aus geistigen Wel­ten als Kinder in diese physische Welt hereingesandt werden, Reste der Erlebnisse in den geistigen Welten mitkommen. Ich rede immer von den Zeiten, in denen das Mysterium von Golgatha herannahte oder schon da war. Mit dem einen kam weniger, mit dem anderen kam mehr herein. Ich möchte sagen, mit dem Blute kamen noch Nachklänge aus den Erlebnissen der geistigen Welten herein. Diejenigen, welche die allermeisten instinktiven Erinnerungen hatten an das Erleben vor der Geburt oder vor der Empfängnis, die waren die geeigneten Myste­rienschüler. Sie konnten begreifen und schauen, beziehungsweise sie konnten durch begreifendes Schauen erkennen, was die Götter mit den Menschen für Absichten hatten, denn sie hatten das erlebt vor der Geburt, und sie hatten eine instinktive Erinnerung daran in diesem Erdenleben. Und sie wurden ausgesucht von den Mysterienweisen, von den Priestern, um nun wiederum vor die Menschheit hingestellt zu werden als diejenigen, die nun Zeugen waren für das, was die geistige Welt mit der physischen Welt will. Solche Menschen waren es, die zuerst reden konnten von dem Mysterium von Golgatha. Man kann sagen, es war das ein ganz anderes Hineinstellen des Menschen in die soziale Ordnung. Er wurde so hineingestellt in diese soziale Ordnung, wie die Mysterien erkannten, daß er von den Göttern selber da hin­eingestellt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die Stelle der angeborenen Fähigkeiten durch die Blutwirkung trat nun jene mittelalterliche Welle, wo nichts mehr oder immer we­niger in den Menschen war, wo jedenfalls in den maßgebenden Men­schen nichts mehr war von dem, was durch die Geburt aus geistigen Welten in die physische Welt hereingebracht wird, wo nichts mehr als instinktive Erinnerung da war. Worauf konnte man also dasjenige be-gründen, was soziale Struktur unter den Menschen war? Worauf konnte man das im dialektisch-juristischen Zeitalter begründen? Man konnte es nur begründen auf Autorität. Die Autorität, welche vor allen Din­gen die römischen Päpste für sich in Anspruch nahmen, diese Autori­tät war es, welche an die Stelle dessen trat, was erkennend die alten Mysterienpriester schauten als das von den geistigen Welten Herüber-gebrachte. Nach dem, was aus den geistigen Welten herübergebracht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wurde, hatte man in alten Zeiten auch das entschieden, was im sozialen Leben geschehen soll. Jetzt konnte man das nur dadurch entscheiden, daß gewissen Leuten, also den römischen Päpsten, und in übertragener Bedeutung dann den einzelnen Lehensfürsten der römischen Päpste, den Königen und anderen Fürsten, eine gewisse Autorität auf Erden zugesprochen wurde, daß ihnen gewissermaßen durch juristische Recht­fertigung, durch formales Recht solch eine Autorität zugesprochen wurde. Die Menschen hatten jetzt zu befehlen, da die Götter nicht mehr befahlen. Und dieses: wer zu befehlen hatte, das mußte eben nur durch äußeres Recht festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam das Autoritätsprinzip des Mittelalters herauf, und man kann sagen, in dieses Autoritätsprinzip wurde auch eingegliedert die ganze Anschauung von dem Mysterium von Golgatha, die man ja eben nur als Mitteilung empfing. Höchstens konnte man sie in Symbole klei­den, wo man aber nur Bilder hatte. Ein solches Symbol ist das Meß­opfer mit dem heiligen Abendmahl, ist alles das, was der Christ in der Kirche erleben konnte. In dem Abendmahl hatte er unmittelbar gegen­wärtig nach seiner Auffassung, was das Hereinkraften der Christus-Kraft in die physische Welt war. Daß diese Christus-Kraft für die Gläubigen hereinströmen konnte in die physische Welt, das wurde un­ter Autorität gestellt, das ging wiederum aus von den Weihen der rö­mischen Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das, was sich da als juristisch-dialektisch-römisches Element heraufentwickelte, das trug gewissermaßen in seinem Schoße auch seine andere Seite. Es trug wiederum den fortwährenden Protest in sich ge­gen die Autorität. Denn wenn alles auf Autorität gestellt ist, wie es im Mittelalter der Fall war, dann äußert sich im Menschen schon wieder­um dasjenige, was zukünftig kommen soll: der innerliche Protest gegen die Autorität. Dieser innerliche Protest gegen die Autorität trat durch die verschiedensten geschichtlichen Erscheinungen zutage durch solche Leute wie Wyelif, Hus und so weiter, die sich auflehnten gegen das bloße Autoritätsprinzip, die den Christus aus ihrem Inneren heraus begreifen wollten, wozu die Zeit aber dazumal noch nicht da war. So daß man sich im Grunde genommen nur der Täuschung hingeben konnte, man begreife den Christus aus dem Inneren heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Diejenigen, die noch in mittelalterlichen Zeiten als Mystiker auf­traten, sprachen auch von dem Christus, aber sie hatten noch nicht das Christus-Erlebnis. Sie hatten doch im Grunde genommen nur die alten Nachrichten von dem Christus. Und immer stärker und stärker wurde diese Auflehnung gegen die Autorität. Dadurch wurde auch natürlich immer stärker der Drang, diese Autorität zu befestigen. Und die stärk­ste Aufwendung von Kraft, um diese Autorität zu befestigen, um ge­wissermaßen das, was von dem Mysterium von Golgatha ausgeht, nur auf Autorität zu stellen, gewissermaßen so auf Autorität zu stellen, daß es ewig nur auf Autorität sein könne, das ist dann der Jesuitismus. Der Jesu itismus hat nichts mehr von dem Christus. Der Jesuitismus enthält in sich schon die ganze volle Auflehnung gegen das erste Ver­ständnis des Christus. Das erste Verständnis war eben mit den Resten des orientalischen Hellsehens in der Gnosis geschehen. Der Jesuitismus nahm nur das Intellektuell-Dialektische in sich auf, er wies zurück das Christus-Prinzip. Er bildete keine Christologie aus, er bildete eine Kampflehre für den Jesus aus, eine Jesulogie. Wenn auch der Jesus an­gesehen wurde als etwas über alle Menschen Hinausragendes, so sollte aber doch dasjenige, was durch den Jesuitismus zu dem Mysterium von Golgatha hinführte, eben nur etwas sein, was rein auf Autorität gestellt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde vorbereitet, was dann kam, und dessen Kulmination wir dann im 19. Jahrhundert die Menschen erleben sehen, wo der Christus-Impuls als etwas Spirituelles, als etwas Geistiges vollständig verloren-gegangen war, wo die Theologie, insofern sie moderne Theologie sein wollte, nur noch von dem Menschen Jesus reden wollte. Indem diese ganze Entwickelung vor sich gegangen war, hatten sich aber manche, ich möchte sagen, Mißstände ergeben. Nehmen Sie die Tatsache, daß von dem römischen Prinzip in rein juristischer Dialektik übernommen worden ist, was an Nachrichten über das Mysterium von Golgatha vorhanden war, daß es übernommen worden ist durch äußere Sym­bolik, die gedeutet werden kann: dann war keine Möglichkeit, die Nachrichten, wie sie vorhanden waren, unter die Gläubigen kommen zu lassen. Daher das strenge Verbot für die Gläubigen Roms, die Bibel zu lesen. Das ist ja die wichtigste kirchliche Tatsache bis ins späteste&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Mittelalter herein, daß das Verbot bestand für die Gläubigen, die Bi­bel zu lesen. Als das Furchtbarste sah man an innerhalb der Priester­schaft, innerhalb der leitenden katholischen Kreise, wenn das Evan­gelium bekannt würde in der breiten Masse der Gläubigen. Denn das Evangelium stammt aus einer ganz anderen Seelenverfassung. Das Evangelium ist nur verständlich aus einer geistigen Seelenverfassung heraus. Eine dialektische Seelenverfassung kann mit dem Evangelium gar nichts anfangen. Es ist unmöglich gewesen daher für diese Zeiten, in denen sich der Intellekt, in denen sich die Dialektik vorbereitete, das Evangelium in die Massen kommen zu lassen. Die Kirche kämpft wü­tend gegen das Bekanntwerden des Evangeliums, und sie sieht als die wildesten Ketzer diejenigen an, die sich gegen das Verbot des Lesens des Evangeliums auflehnen, wie zum Beispiel die Waldenser oder die Albigenser; die machten Ansprüche darauf, durch das Evangelium selber unterrichtet zu werden über das Mysterium von Golgatha. Da­gegen lehnte sich die Kirche auf, denn die Kirche wußte ganz gut: Mit der Art, wie sie das Mysterium von Golgatha behandelte, ist das Be­kanntwerden des Evangeliums nicht vereinbar, denn dieses Evan­gelium in seiner wahren Gestalt besteht ja aus vier Evangelien, die einander widersprechen. Man wußte, wenn man der großen Masse der Gläubigen hinausgibt die Evangelien, so bekommen sie zunächst nichts anderes als widersprechende Berichte, die sie aber unter der aufkeimenden Intellektualität nur als etwas auffassen konnten, das sie so verstehen mußten, wie man auf dem physischen Plan versteht. Ja, bei einem Ereignis auf dem physischen Plan kann man nicht verstehen, daß es in vier verschiedenen Formen beschrieben werden soll. Für ein Ereignis, das verstanden werden muß mit höheren Kräften, kommt es darauf an, wie es, da es immer von verschiedenen Seiten angesehen werden muß, von der einen oder von der anderen Seite sich ausnimmt. Ich habe öfter gesagt, selbst für Träume gilt das; Menschen können das Gleiche träumen, das heißt, in ihrem Inneren kann das Gleiche vor­gehen; dasjenige aber, was sich ihnen in Bildern formt, das kann in der verschiedensten Weise differieren. So können für den, der in einer spirituellen Art zu dem Mysterium von Golgatha steht, die Wider­sprüche der Evangelien nichts bedeuten. Aber in spirituellem Verhältnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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standen ja die Menschen des heraufkommenden Mittelalters nicht, sie standen im Zeichen der Dialektik bis in die untersten Schichten des Volkes hinein. Für diese Dialektik konnte man nicht ein vierfach sich widersprechendes Berichterstatten über das Mysterium von Golgatha herausgeben. Und als die Kirche das Bibelverbot nicht mehr halten konnte, als der Protestantismus heraufkam, da ergab sich eben jene Diskrepanz im europäischen Leben, die dann zu der modernen Theo­logie des 19. Jahrhunderts führte, wo man zuletzt alles hinwegradiert hat aus den Evangelien, was sich widersprach. Und zuletzt ist ja nun wirklich aus den Evangelien ein sehr gerupftes Hühnchen geworden. Das Magerste, was entstanden ist, das am meisten Gerupfte sind die Dinge, die der von dieser Seite her berühmte Sehmiedel herausgefunden hat, der die Stellen, wo irgend jemand in den Evangelien nicht gelobt wird, wo irgend etwas Abfälliges gesagt wird, für das einzig Echte hielt und alles übrige abfertigte. Und so entstanden die Jesus-Beschrei­bungen der Theologen des 19. Jahrhunderts und des beginnenden 20. Jahrhunderts, die nur den Menschen Jesus beschreiben wollten und glaubten, sie könnten damit noch innerhalb des Christentums stehen. Innerhalb des Christentums konnte eine intellektualistisch-dialektische Zeit nur stehen bei dem Verbot der Evangelien. Mit den Evangelien konnte eine dialektisch-juristische Zeit nur das bewirken, daß sie den Christus nach und nach als solchen vollständig ausschaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dieser Unwahrheit entwickelte sich eigentlich die neuere Menschheit. Diese neuere Menschheit ahnt gar nicht, daß sie im Grunde genommen ganz und gar unter dem Prinzip der Autorität lebt, sich aber fortwährend selber ableugnet, daß sie unter diesem Prinzip der Autorität lebt. Es gibt kaum eine stärkere Ausprägung des Autoritäts­glaubens, als es bei all denen der Fall ist, welche die heutige offizielle Wissenschaft als das Maßgebende für die Welt annehmen. Sehen wir doch, wie die Leute sich befriedigt erklären, wenn sie irgendwo gesagt bekommen, irgend etwas sei wissenschaftlich festgestellt. Sie wissen gar nichts anderes über diese wissenschaftliche Feststellung, als daß es von einem Menschen gesagt worden ist, der sein Gymnasium, seine Univer­sitätsstudien durchgemacht hat, der Privatdozent, Universitätsprofes­sor geworden ist, der also durch Autoritäten wiederum eingesetzt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ist; da wird das verbreitet. Dann ist das, was auf diese Weise unter die Menschen kommt, sichere Wissenschaft. Versuchen Sie sich ein­mal zusammenzuhalten dasjenige, wovon die Menschen heute anneh­men, es sei festgestellte sichere Wissenschaft. Es beruht letzten Endes -man täuscht sich nur darüber, man gibt sich nur Illusionen darüber hin - auf nichts anderem als auf einem ganz reinen Autoritatsprinzip, auf reinstem Autoritätsglauben. Das ist der Autoritätsglaube, der eben heraufgekommen ist, indem er ersetzt hat die andere Art, auf die so­ziale Struktur zu wirken, die noch vom Orientalischen herstammte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und begreifen muß man, welcher Haß sich ausbildete innerhalb derjenigen Kreise, die gar kein Verständnis mehr hatten für das Myste­rium von Golgatha, die ein nur traditionell durch Autorität Fortge­pflanztes hatten, denen angst und bange war vor dem Bekanntwerden des Evangeliums unter der großen Masse, begreifen muß man den Haß, der eigentlich immer stärker und stärker wurde und besonders inner­halb des Jesuitismus dann zum vollständigsten System ausgebildet wor­den ist: den Haß auf dasjenige, was die Gnosis war. Und heute sehen wir immer noch gerade die Theologen da, wo irgendwo von Gnosis die Rede ist, rote Köpfe bekommen! Wir müssen das aus der histori­schen Entwickelung der europäischen Menschheit heraus verstehen. Man muß zum Beispiel die Entwickelung der Universitäten verstehen. Wie haben sich die Universitäten entwickelt? Man sehe die Geschichte vom 11. bis zum 13., 14. Jahrhundert nach: Aus der Kirche heraus ha­ben sie sich entwickelt. Die Klosterschulen sind Universitäten gewor­den. Alles, was gelehrt wurde, sollte von Rom abgestempelt sein, nur was von Rom abgestempelt war, das war wirklich zu glauben. Dafür, daß es von Rom abgestempelt sein sollte, verlor sich dann allmählich der Gedanke. Aber daß es irgendwie doch abgestempelt sein mußte, das blieb. Und so blieb das Autoritätsprinzip auch bei denen, die nicht mehr an die römische Autorität glaubten. Und ohne daß man an Rom, an die römische Autorität selber glaubt, ist dieses Fortleben des römi­schen Autoritätsprinzipes die Seelenverfassung des heutigen Univer­sitätslebens. Es ist die Seelenverfassung auch in protestantischen Län­dern. Die katholische Kirche kämpft eben nur für ihre Autorität mit Ausschluß alles Geistigen weiter, verleumdet alles, was über ihre dialektisch-juristische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Denkweise hinausragt, verleumdet alles, was sich nicht in das soziale Autoritätsprinzip einfügen lassen will. Man muß nur verstehen, wie tief das hineingekraftet hat in die Seelenverfassung derjenigen Menschen, die dann im Heraufkommen der modernen Zi­vilisation lebten. Bei den meisten ging ja gerade dadurch ein Sich-Stellen zu dem Inhalt der Wahrheit verloren, und das gab dann letzten Endes die große Verwirrung, das furchtbare Chaos, innerhalb dessen wir jetzt leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber leben wir zugleich in einer Zeit, in welcher sich wieder vorbereitet ein Schauen. Geisteswissenschaft will ja vorbereiten auf dieses Schauen, das die Menschheit wiederum ergreifen muß. Nicht das alte instinktive Schauen, sondern ein Schauen, das auf volles Bewußt­sein gebaut ist. Theologieprofessoren und andere kämpfen gegen dieses Schauen. Sie verwechseln es mit dem alten gnostischen Schauen; sie reden allerlei Dinge, die sie selber nicht verstehen, gegen dieses moderne Schauen. Aber dieses moderne Schauen zieht herauf als eine Notwen­digkeit, von der die Menschheit ergriffen werden muß. Und in dieses Schauen kann nun wiederum ein wirkliches Erfassen des Mysteriums von Golgatha hineinleuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So daß der Gang der Christus-Vorstellung eigentlich dieser ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mysterium von Golgatha geschieht in einer Zeit, in der noch Reste alten Hellsehens vorhanden waren. Die Menschen können es gerade noch verstehen. Sie legen dieses Verständnis in die Evangelien hinein. Das Christentum wandert nach Westen, wird vom Römertum mit dialektischem Geiste aufgenommen. Es wird immer weniger und we­niger verstanden. Man redet in Worten von dem Mysterium von Golgatha, man redet in Worten, die bloße Worte bleiben, so daß die Gläubigen auch zufrieden sind, wenn sie in der Kirche sind und der Priester in einer ihnen unverständlichen Sprache die Worte sagt. Denn es kommt ihnen nicht darauf an, die Sache zu verstehen, es kommt ihnen höchstens darauf an, in der allgemeinen Atmosphäre zu leben, die hinweist auf das Mysterium von Golgatha. Und es geht verloren der wirkliche Zusammenhang der Menschen mit dem Myste­rium von Golgatha. Immer mehr geht er verloren. In einer bestimmten Zeit des Mittelalters beginnt man zu diskutieren über die Bedeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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eines Symbols, in das sich die fortdauernde Benachrichtigung vom My­sterium von Golgatha gekleidet hat. Man beginnt zu diskutieren zum Beispiel über die Bedeutung des Abendmahls. Aber in dem Moment, wo man über etwas zu diskutieren anfängt, versteht man es ja schon nicht mehr. Dasjenige, was in der Entwickelung der Menschheit lebt, das lebt als Erlebnis. Solange man es als Erlebnis hat, so lange dispu­tiert man nicht. Als der Abendmahlsstreit im Mittelalter auftrat, da war schon der letzte, der allerletzte Rest des Verständnisses für das Abendmahl verlorengegangen, da bemächtigte sich schon das dialek­tische Spiel dieses Abendmahles. Und so entwickelte sich das neuere Menschheitsleben herauf, bis das Bibelverbot nicht mehr gelten konnte. Theoretisch ist allen Katholiken heute noch verboten, die Bibel zu le­sen. Nur jener Auszug der Bibel, der zubereitet wird, wie wenn die Evangelien eine Einheit wären, ist ihnen theoretisch gestattet zu le­sen. Es ist den Katholiken noch heute streng verboten, sich mit den vier Evangelien zu befassen, denn selbstverständlich, in dem Augen­blicke, wo man in den modernen Geist die vier Evangelien hereinbe­kommt, wo man sie so liest, wie man eine Darstellung des äußeren phy­sischen Planes liest, in dem Augenblicke zerflattern die Evangelien. Es ist unverantwortlich, wenn Leute, die das ganz gut wissen, die auch er­lebt haben, wie im Laufe des 19. Jahrhunderts eben unter der Philolo­gisiererei der Theologie die Evangelien zerflattert sind, wenn die sich erfrechen - man kann es nicht anders bezeichnen -, von der Anthro­posophie zu sagen, daß sie die Evangelien in einer willkürlichen Weise auslege, daß sie allerlei hineinlege in die Evangelien. Diese Leute wis­sen, daß der Zusammenhang mit dem Mysterium von Golgatha ver­loren wird, wenn die Evangelien nicht im spirituellen Sinne verstanden werden. Man erlebt es, wie sich alle die Leute aufs Podium stellen vom Standpunkte katholischer oder protestantischer Theologie aus und im­mer wieder und wiederum davon schwätzen, daß Anthroposophie in die Evangelien etwas hineinlege, während sie ganz genau wissen: Wenn nichts von geistiger Auffassung in die Evangelien hineingelegt wird, so müssen die Evangelien die christliche Seelenverfassung vom Grunde aus zerstören. Würden die Menschen nur ein wenig besser darauf hin­schauen, wie es den meisten von denen, die solches Zeug schwätzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
über die Anthroposophie, im Grunde genommen nur darauf ankommt, in bequemster Weise ihr Amt weiter zu verwalten, so zu verwalten, wie sie es gelernt haben in ihrer Jugend, würden die Menschen wissen, daß in diesen Theologen nicht ein eigentliches Wahrheitsgefühl lebt, sondern nur die Furcht, es könnte ihnen ihre bequeme Art, die Dinge aufzufassen, verlorengehen, dann würde man schon viel weiterkommen im Ablehnen derlei Frohnmeyers und ähnlicher Leute, die eben durch­aus nicht mehr von dem geringsten Funken irgendeines Wahrheits-sinnes durchzogen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was heute zu retten ist, das ist das Mysterium von Golgatha selbst. Und vorbereitet darauf muß werden, daß dieses Mysterium von Gol­gatha der menschlichen Imagination wiederum erscheine. Denn dem Intellekt kann es nicht erscheinen. Der Intellekt kann es nur auflösen. Der Intellekt kann es nur durch seine Philologiekünste aus der Welt schaffen, oder er kann es durch eine tyrannische Autorität im jesuiti­schen Sinne für diejenigen erhalten, die nicht nach Wahrheit, sondern nur nach einem bequemen Leben streben. Für solche aber, die nach Wahrheit streben, geht heute der Weg der Imagination, das heißt, dem bewußten Schauen der geistigen Welten entgegen. Da handelt es sich darum, daß man von dem Gesichtspunkte dieses bewußten Schauens der geistigen Welten auch das ganze Menschheitswesen wiederum auf­zufassen in der Lage ist. Da handelt es sich vor allen Dingen darum, daß das ganze Menschenerziehen und Menschenunterrichten von die­sem Gesichtspunkte aus geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen, das Kind lebt bis zu seinem siebenten Jahre, bis zum Zahnwechsel, in der Nachahmung. Die Nachahmung ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Weiterleben dessen, was in ganz an­derer Form vor der Geburt oder Empfängnis in der geistigen Welt vorhanden war, wo das Untertauchen des einen Wesens in das andere vorhanden ist; das drückt sich dann in der Nachahmung des Kindes gegenüber seiner Menschenumgebung als Nachklang des geistigen Er-lebens aus. Dann kommt vom siebenten Lebensjahre, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, das Bedürfnis des Kindes nach Autorität. Ge­rade dasjenige, was heute nur noch in der Nachahmung des Kindes lebt, das lebte in einer gewissen Weise durch den ganzen Menschen hindurch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
innerhalb der alten orientalischen Struktur. Diejenigen Men­schen, die aus den Mysterien heraus wirkten, wirkten mit einer so star­ken Kraft, daß ihnen die anderen Menschen folgten, wie das Kind den Erwachsenen folgt, die in seiner Umgebung sind. Dann kam das Prin­zip der Autorität. Und jetzt wächst der Mensch heraus aus dem Prin­zip der Autorität. Er wächst hinein in das Prinzip, welches nach der Geschlechtsreife im Menschen sich andeutet, allerdings in persönlich­individueller Weise, anders als in bezug auf die ganze Menschheits­entwickelung. Heute lebt der Mensch einer Zeit entgegen, wo es not­wendig wird, in ihm auszubilden dasjenige, was nicht von selbst aus­gebildet werden kann. Das Kind kommt als Nachahmer zur Welt. Im alten orientalischen sozialen Leben kam es auch schon als Nachahmer zur Welt. Aber das, was bei ihm als Nachahmungsprinzip lebte, das blieb auch in die Autoritätszeit, in die Urteilszeit hinein noch immer wirksam in bezug auf die sozialen Angelegenheiten, auch in bezug auf alles das, was religiöses Leben war. Das Autoritätsprinzip machte sich im alten Orient nur geltend in bezug auf dasjenige, was nächste Um­welt war. Die großen Angelegenheiten des Lebens blieben in der Form des kindlichen Erlebens stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kamen diese großen Angelegenheiten des Lebens in die Zei­ten des Mittelalters hinein. Das Autoritätsprinzip herrschte. Jetzt macht sich zuerst geltend das Heraustreten aus dem Autoritatsprinzip, das Prinzip des eigenen Urteils macht sich geltend. Was für die Ange­legenheiten des religiösen, des künstlerischen, überhaupt des über das unmittelbare Elementar-Natürliche hinausgehenden menschlichen Le­bens im alten Orient entfaltet wurde, man konnte es im Kinde auf­suchen, das es durch das Blut hereintrug aus den geistigen Welten in diese physische Welt. Als das Autoritätsprinzip herrschte, brauchte man ja nur auf etwas zu bauen, was sich mit einer gewissen Notwendig­keit aus dem noch ganz unbewußten ätherischen Leib herausentwickelt. Jetzt, wo auftritt das Prinzip des freien Urteils, da tritt für Pädagogik und Didaktik eine neue große Verantwortung auf. Da tritt das auf, daß man in dem werdenden Kinde hinzuschauen hat auf das, was her­auskommen wird. Wenn das Kind das fünfzehnte Lebensjahr erreicht, dann wird in ihm der astralische Leib geboren. Dasjenige wird in ihm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geboren, was hereinträgt in die Welt, jetzt nicht in unbewußter Weise, sondern in immer mehr und mehr bewußter Weise die Erlebnisse der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit rückt heran, wo wir bei aller Erziehung und allem Unter­richt zu sehen haben, was aus dem Kinde herauswächst, wenn es im vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahre steht. Das war für alle alten Zeiten von keiner so großen Wichtigkeit, denn das ist verknüpft mit dem, was frei im Menschen lebt, was der Mensch sich nicht durch Ge­burt mitbringt, was er auch nicht durch Autorität empfangen kann, was er wirklich aus sich selber herausholen muß. Und daß er es auf rechte Weise aus sich herausholt, dafür hat man zu sorgen, indem man in der richtigen Weise das Kind heranerzieht und heranunterrichtet bis zum vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahre, damit es dann in die­sem vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahr in der richtigen Weise den astralischen Leib entwickeln kann. Erziehung und Unterricht bekom­men eine ganz neue Bedeutung in dieser neueren Zeit, und ohne die Zusanimenhänge des Menschen mit der geistigen Welt zu durchschauen, sollte eigentlich nicht mehr unterrichtet werden. Das ist der Kampf, der heraufzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissermaßen noch aus instinktiven Untergründen hat sich gel­tend gemacht dasjenige, was sich dann in der idealistischen Philosophie Mitteleuropas an die Oberfläche des menschlichen Bewußtseins drängte, das Ich-Gefühl, das ja im Grunde bei Fichte, Sehelling und Hegel nur zu tun hatte mit dem, was der Mensch erlebt zwischen Geburt und Tod, das nichts zu tun hatte mit dem, was überphysisch-menschlich ist. Ich habe gestern gesagt, der mitteleuropäische Mensch war abge­schlossen durch das Türkentum, durch das Element Peters des Großen von dem, was orientalisch war, aber es lebte als Erbschaft dasjenige fort, was ihm noch so vorschwebte als eine Offenbarung, die eigent­lich nur im alten Orient verstanden wurde aus dem alten Hellsehen heraus, die noch ihre Nachklänge hat in dem asiatisch empfindenden Russentum, in dem noch nicht europäisierten Russentum. Offenbarung lebt im Grunde genommen, wenn auch ganz dekadent, heute noch im­mer in Asien drüben. Da ist noch Sinn für Offenbarung vorhanden. Das intellektualistische Element, das rein dialektische Element ist das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
westliche Element, das heute nur für das wirtschaftliche Leben aus­gebildet ist. Zwischen diesen beiden Elementen, dem ganz noch auf das Irdisch-Wirtschaftliche beschränkten westlichen Intellektualis­mus, der menschlichen Vernünftigkeit, die sich nur mit der äußeren Er­fahrung beschäftigen will, und der orientalischen Offenbarung, war immer das mitteleuropäische Element eingeklemmt. Und immer dro­hender und drohender zogen sich die Wolken zusammen, indem im Grunde genommen nur eine Art rhythmischer Ausgleich vorhanden war zwischen Offenbarung und Vernünftigkeit. Was bei den großen Scholastikern des Mittelalters versucht wird auseinanderzuhalten, ver­nünftiges Begreifen der äußeren Sinneswelt und übersinnliche Offen­barung, das schlug aber immer mehr ineinander, als die neuere Zeit heraufzog. Und wir sehen dieses Ineinanderschlagen insbesondere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wo die mitteleuropäisch-idea­listische Philosophie geboren wird, wir sehen dann, wie das Westler­tum übergreift in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie gewis­sermaßen ganz Europa bis nach Rußland hinein anglisiert wird, und wie das äußere Zeichen für einen tief inneren Vorgang, den die Menschheit gegenwärtig nur noch nicht begreifen will, wie das äußere Zeichen für diesen inneren Vorgang das Zermalmtsein, das auf dem Bodenliegen des Mitteleuropäischen in der Gegenwart ist. Alles, was da zwischen Westen und Osten eingeklemmt ist, liegt auf dem Boden, ist zermalmt, weiß überhaupt nicht, was es mit sich anfangen soll, lebt in Konvulsionen, redet von allerlei, wodurch man irgendwie weiter­kommen will, redet aber im Grunde genommen nur von lauter Nulli-täten. Bis in die Einzelheiten drückt sich das aus. Ein ungeheures Un­vermögen des Wirtschaftens mit den alten Verhältnissen zeigt sich. Was tut man? Man preßt entweder aus dem Alten heraus, was noch drinnen ist, durch eine furchtbare Steuerschraube, oder man füllt das­jenige, was fehlt, durch wertloses Notendrucken an, indem man in einer Woche Milliarden von Noten druckt. Und wenn es vielleicht auch nur ein Symbolum ist, einzelnen Leuten steht doch vor der Seele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses dekadente Festhalten an der Offenbarung im Osten, die Nulli­tät der Mitte und das nur noch im Wirtschaftlichen steckende Ver­nünftigsein des Westens. Und sie reden wie von einer Zukunftsperspektive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
- als ob das Mittlere gar nicht da wäre - von dem großen Kampfe, der zwischen Japan und Amerika in Aussicht steht. Das stellen sich die Leute natürlich bloß physisch vor. Das bedeutet auch etwas ungeheuer Tiefes. Und wenn dasjenige, was real ist als Deka­dentes im Osten, was noch nicht Geborenes im Westen ist, wenn das aufeinanderstößt mit Ignorierung der Mitte, dann sozusagen versinkt das Ich-Gefühl, das namentlich in der Mitte zum Ausdruck gekommen ist, in jenem Chaos, das durch das Zerquetschen vom Osten und vom Westen entsteht. Das Denken über das Ich ist ja verschwunden mit der mitteleuropäisch-idealistischen Philosophie. Es ist seit der Mitte des 19.Jahrhunderts nicht mehr da. Auch dasjenige, was man aus den Konvulsionen heraus als Staatsgebilde hat schaffen wollen, es liegt heute am Boden. Unmögliche Staatsgebilde erheben sich, wie die Tschechoslowakei, die ganz gewiß auf die Dauer nicht leben und nicht sterben kann. Diese unmöglichen Gebilde können sich nur erheben da­durch, daß Friede geschlossen wird von Leuten des Westens, die keine Ahnung davon haben, welches die Lebensbedingungen der Mitte sind. Man hört sich in Zürich irgend jemanden an, der von Paris kommt und der die Einheit des slowakischen mit dem tschechischen Elemente in einer geistreichen Form, wie man sagt, den Leuten vortradiert. Man ist erstaunt über das, was solch ein Professor verkündigt über die Prä­destination der Tschechoslowakei, weil man keine Ahnung hat, welches die Lebensbedingungen im Osten sind, weil man eben auch nicht weiß, daß, was da entsteht, nur das zerquetschende Element ist, der zusam-menstoßende Osten und Westen. Die Leute verhüllen sich noch die Augen, um nicht zu sehen, wie sich die äußeren Symptome ankündi­gen. Sie wollen nicht glauben, wie in diesem Mitteleuropa selbst sol­che Szenen sich abspielen - allerdings gegenwärtig noch stark nach Osten vorgeschoben -, daß die Reste derjenigen Menschen, die die Träger des Krieges waren, jetzt als Offiziere, die nicht mehr eine Rechtfertigung haben innerhalb der gegenwärtigen Verhältnisse, da oder dort erscheinen, unschuldige Frauen nackt vor sich tanzen lassen und ihnen dann das Bajonett in den Bauch stoßen und es im Bauche umdrehen, Szenen, wie sie durchaus befohlen werden von Menschen, die nebenher tapfer im Kriege gefochten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Vor allen diesen Dingen - die geblendete Menschheit des Westens, die Frieden schließt über Dinge, von denen sie nichts versteht, sie ver­hüllt die Augen davor. Sie sieht nicht, wie sich Bedeutsamstes an­kündigt in dem, was da eigentlich vor sich geht. Und die Leute leben zum großen Teile so fort, als ob eigentlich gar nichts in der Welt ge­schähe. So wird etwas, man möchte sagen, in die vollständigste Enge des Bewußtseins hineingetrieben. Dasjenige, was einmal hervorge­bracht hat solche idealistische Höhe, solche Ideen, wie man sie bei Goethe, Fichte, bei Schelling, bei Hegel findet, das ist in Wirklichkeit im öffentlichen Leben nicht mehr da. Und wenn es sich geltend machen will wie hier im Goetheanum, dann verleumdet man es, dann tritt überall verleumderisches Lumpentum auf, um es als etwas hinzustel­len, wovon es vorgibt, daß es etwas davon verstünde und es verurtei­len müsse. In die Nullität hinein entwickelt sich etwas, was vor einem Jahrhunderte noch leuchtendes Geistesleben war. Und darüber hai­len sich zusammen die Wolken aus dem Osten und aus dem Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was bedeutet das, was in den nächsten Jahrzehnten in der furchtbarsten Weise zum Ausdrucke kommen muß, was bedeutet es? Es ist von der einen Seite die Aufforderung, festzustehen auf dem Boden, der das neue Geistesleben gebären will, und auf der anderen Seite ist es das Wetterleuchten dessen, was seit längerer Zeit unter uns gesprochen wird, das Herannahen des Christus in der Form, in der er wird geschaut werden müssen vom 20. Jahrhunderte an. Denn ehe die­ses Jahrhunderts Mitte verflossen sein wird, wird der Christus geschaut werden müssen. Aber vorher muß alles das, was Rest des Alten ist, in die Nullität hineingetrieben sein, müssen sich die Wolken zusammen­ballen. Der Mensch muß finden seine volle Freiheit aus der Nullität heraus. Und das neue Anschauen muß sich gebären aus dieser Nullität heraus. Der Mensch muß seine ganze Kraft aus dem Nichts heraus finden. Nur ihn dazu vorbereiten möchte die Geisteswissenschaft. Das ist etwas, wovon man nicht sagen darf, daß sie es will, sondern daß sie es wollen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gestern versucht, Ihnen einiges zu schildern von den europäi­schen Verhältnissen, wie sie sich in der nächsten Zeit herausbilden müssen, und Sie haben gesehen, wie mit der europäischen Entwickelung, überhaupt mit der Entwickelung der modernen Zivilisation verbunden sein muß ein gewisses Hinschwinden dessen, was die Menschen in der gegenwärtigen Zeit auf manchen Gebieten noch durchaus als etwas ihnen Bequemes, etwas ihnen Wertes ansehen. Aus der Art, wie ich gerade gestern darstellen mußte, ersehen Sie, daß es noch für manchen, der lieber die Entwickelung der nächsten Zeiten in bequemem Schlafe, im Seelenschlafe verleben möchte, ein gar nicht behagliches Erwachen geben wird. Ich will nicht sagen - ich habe das schon gestern ange­deutet -, daß die Prophezeiungen derjenigen bis aufs i-Pünktchen stimmen müssen, die nur in so äußerlichen Dingen wie in der Diskre­panz zwischen Japan und Amerika etwa das Wesentliche der nächsten Entwickelung sehen. Aber als bevorstehend muß betrachtet werden, was ich Ihnen, wenigstens mit einigen Strichen, charakterisiert habe als den großen Geisteskampf des Ostens mit dem Westen, des Westens mit dem Osten, in dem eingekeilt sein wird dasjenige, was wir jetzt schon durch Wochen kennengelernt haben als die eigentliche Kultur der europäischen Mitte. Gerade aus dem heraus, was sich als die mo­derne, auf Naturwissenschaft gebaute Weltanschauung in der letzten Zeit betätigt hat - so sonderbar das klingt, es muß gesagt werden -, ge­rade aus dem heraus wird das intensivste Bedürfnis entstehen müssen nach dem, was ich bezeichnete als das Christus-Erlebnis, das bevor­steht. Wir haben namentlich durch die Auseinandersetzungen von ge­stern erfahren können, wie wenig von diesem Christus-Erlebnis eigent­lich in der Gegenwart vorhanden ist. Gerade das, was man das Chri­stus-Erlebnis nennen könnte, ist ja seit dem Mysterium von Golgatha durch die Entwickelung der Menschheit, besonders in den letzten Jahr­hunderten, durchaus in die Dekadenz gekommen. Und wir konnten sehen, daß auf Grund des unmöglichen Festhaltens an dem alten Ver­bot&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Evangelienlesens, das ja von der katholischen Kirche noch theoretisch festgehalten wird gegenüber der Forderung der Mensch­heit, die Evangelien zu bekommen, die Evangelien lesen zu können, sich ein Christus-Erlebnis nicht entwickeln kann. Und wir haben schon darauf hingewiesen, wie die besondere Seelenverfassung, die da im An­zuge ist innerhalb der modernen Zivilisation, wiederum hinführen wird zu dem Christus-Erlebnis, geradeso wie zu solchem Erlebnis hinführen konnte dasjenige, was von den Resten der alten instinktiven Hellsichtigkeit der Menschheit zur Zeit des Mysteriums von Golgatha noch da war. Aber man muß sich klar sein darüber, daß, wie auch sonst wesentliche, einschlagende Ereignisse in der Menschheitsentwickelung auf eine andere Art kommen, als man in den Kreisen der Philister und Pedanten erwartet, dasjenige, was man das Christus-Erlebnis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nennen muß, in einer anderen Weise kommen wird. Und eine ganz klar zu umschreibende Beziehung zu der auf moderne Naturwissenschaft gebauten Weltanschauung wird dieses Erlebnis haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie nur das Folgende: Die Seelenverfassung der Men­schen ist - ich habe das oft beschrieben, noch in diesen Tagen - seit der Mitte des 15.Jahrhunderts eine ganz andere geworden, als sie frü­her war. Das berücksichtigt die äußere Geschichte nicht, weil diese äußere Geschichte immer wieder und wieder an der Oberfläche haftet. Aber insbesondere ist in der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in unsere Tage die Seelenverfassung der Gesamtmenschheit einer wesentlichen Änderung unterworfen gewesen. Auch das wird viel zu wenig berücksichtigt, weil die Menschen gewohnheitsmäßig an den­jenigen Dingen festhalten, welche ihnen einmal eingepfropft worden sind. Man kann höchstens eine Durchbrechung dieses gewohnheits­mäßigen Festhaltens an dem Eingepfropften bemerken, wenn man heute mit wacher Seele verfolgt, was mit der jüngeren Generation an Anschauung heraufkommt, und es vergleicht mit dem, was in ihrer Jugend die heute älteren Menschen als Anschauung gehabt haben. Die Diskrepanz zwischen dem heutigen Alter und der heutigen Ju­gend ist insbesondere durch die Dichter immer wieder und wiederum dargestellt worden, und wenn die Menschen sich nicht gar zu sehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einkapseln würden in ihre gewohnten Vorstellungen, so daß sie eigent­lich nichts hereinlassen, was ihren Denkgewohnheiten widerspricht, so würde man schon bemerken, welch ein ungeheurer Riß eigentlich vor­handen ist zwischen dem heutigen Alter und der heutigen Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite ist heute ein ungeheuer reaktionär-konser­vatives Element in der Menschheitsentwickelung vorhanden, und auf das habe ich auch schon gestern hingedeutet. Es ist der Autoritäts­glaube gegenüber der landläufigen Wissenschaft. Und das hängt zu­sammen damit, daß diese landläufige Wissenschaft eigentlich sich mit Riesenschritten das allgemeine Bewußtsein erobert hat. Das unter­schätzt man eben durchaus heute. Man sollte nur einmal verfolgen, mit welcher Raschheit insbesondere in den letzten Jahrzehnten die gebräuchlichen Vorstellungen jener Wissenschaft, die sich im 19. Jahr­hundert ausgebildet hat, bis in die allerungebildetsten Menschenklassen hinunter alle Seelen ergriffen haben. Gewiß, es halten sich manche Menschen noch im Zustande einer gewissen Frömmigkeit, die nichts wissen will von dem, was durch die moderne naturwissenschaftliche Vorstellung in die Menschheit eindringt. Aber in dieser Frömmigkeit ist zumeist verankert eine ungeheure Unwahrhaftigkeit, ein Nicht-se­hen-Wollen auch desjenigen, was sich dort ausbreitet, und was man nicht anders bezeichnen kann als den durch die Naturwissenschaft hervorgerufenen Materialismus der neueren Menschheit. Die Ausbrei­tung dieses Materialismus wird in den nächsten Zeiten nicht etwa eine Zurückdämmung erfahren, wie einzelne wissenschaftliche Illusio­näre glauben, sondern im Gegenteil, die Ausbreitung dieses populär-wissenschaftlichen Materialismus wird mit rasender Eile zunehmen, und man wird sehen, daß aus dem Chaos der modernen Zivilisation heraus diese materialistische Stimmung immer mehr und mehr zuneh­men wird. Und aus dieser materialistischen Stimmung heraus können sich, wenn die Sache genügend vorbereitet wird, wenn Geisteswissen­schaft mit dem, was sie will, durchdringt, wenn also Anregung gege­ben werden kann zu einer sachgemäßen Entwickelung schon der Kin­der in der Schule, dann können sich aus diesem Chaos heraus einzelne Seelen entwickeln, welche eines besonders stark empfinden werden, das ich jetzt charakterisieren möchte, obwohl diese Charakteristik in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der verschiedensten Weise schon bei anderen Gelegenheiten gegeben worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn derjenige, der ein wenig die moderne naturwissenschaftliche Weltanschauung kennt, sie mit wachen Seelenaugen verfolgt, so muß er das besonders charakteristisch in ihr finden, daß sie außerstande ist, den Menschen irgendwie zu begreifen. Eigentlich fällt aus dieser mo­dernen naturwissenschaftlichen Weltanschauung der Mensch als sol­cher ganz heraus. Wir haben Gelegenheit gehabt, als hier unser Hoch­schulkursus gehalten worden ist, auf den verschiedensten Gebieten der einzelnen Fachwissenschaften zu sehen, wie diese Fachwissenschaften nichts zu sagen haben über das eigentliche Wesen des Menschen. Man braucht nur einiges Charakteristische aus diesen Wissenschaften her­auszunehmen. Da haben wir zum Beispiel die gebräuchliche Darwini­stische oder Weismannsche oder wie immer gefärbte Entwickelungs­lehre; sie zeigt die Entwickelung der Lebewesen von den unvollkom­mensten bis zu den vollkommensten, und sie begründet die Ansicht, daß auch der Mensch aus dieser Entwickelungsströmung hervorgegangen ist. Aber eigentlich betrachtet sie vom Menschen nur so viel, als am Menschen Tierisches ist. Sie betrachtet den Menschen überall nur so weit, als sie sagen kann: Irgendein Glied, irgendeine Ausbildung am Men­schen geht aus diesem Glied, aus dieser Ausbildung der Tierströmung hervor. Inwiefern das Tierische am Menschen verändert auftritt, inwie­fern das Tierische beim Menschen etwas anderes ist als beim Tiere, das betrachtet eigentlich diese Wissenschaft nicht. Dagegen den Menschen selbst wirklich ins Auge zu fassen, das ist dieser Wissenschaft abhanden gekommen. Der Mensch fällt gewissermaßen aus dieser Wissenschaft ganz heraus. Diese Wissenschaft hat gewissenhafte Methoden entwikckelt. Sie hat eine gewisse Disziplin begründet, die notwendig ist, wenn man heute mitreden will in Fragen der Weltanschauung. Aber es war diese Wissenschaft nicht imstande, irgendwie das menschliche Begreifen zu dem zu erheben, was den Menschen selbst begreiflich macht. Der Mensch fällt heraus aus dem, was heute wissenschaftliches Begreifen ist, so daß er immer mehr und mehr sich selber als ein Rätsel gegenübertreten muß. Das empfinden heute noch die wenigsten; und diejenigen, die es empfinden, können es sich wohl theoretisch klarmachen, aber es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ist noch nicht ein einheitliches Gefühl davon vorhanden. Aus richtig geleiteten Volksschulen wird dieses Gefühl mit aller Lebendigkeit her­vorgehen. Es werden aus richtig geleiteten Volksschulen die Kinder so hervorkommen, daß sie im Fühlen schon haben: Ja, wir haben eine Wissenschaft, die aus der modernen Intellektualität geboren ist; aber gerade je weiter wir kommen in diesem Wissen, je mehr wir da lernen von der Natur, desto weniger können wir von uns selbst, desto weniger können wir vom Menschen begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Intellekt, der ja die hauptsächlichste sich entwickelnde See­lenkraft der letzten Jahrhunderte war, und der es auch heute noch ist, höhlt gewissermaßen den Menschen ganz aus in bezug auf seine Selbstempfindung, in bezug auf sein Selbstgefühl. Und auf der anderen Seite steht wieder die Forderung da, daß der Mensch sich ganz auf den Bo­den seiner eigenen Wesenheit stellen soll. Das tritt gerade, ich möchte sagen, als eine wesentliche soziale Forderung hervor. Neben dem, daß die Wissenschaft der neueren Zeit über den Menschen nichts auszu­sagen vermag, sehen wir auf der anderen Seite überall die Forderun­gen stehen, die nun nicht wissenschaftlich auftreten, sondern die aus der Tiefe der Menscheninstinkte heraufkommen, wir sehen die Forde­rung: Der Mensch müsse sich erheben können zu einem menschenwür­digen Dasein, der Mensch müsse erfühlen können, was sein Wesen ist. Wir sehen immer mehr und mehr praktische Forderungen auftreten, und wir sehen auf der anderen Seite immer mehr und mehr das Unver­mögen der Wissenschaft, dem Menschen über sein eigenes Wesen irgend etwas zu sagen. Solch eine Diskrepanz im menschlichen Erleben wäre in älteren Zeiten der menschlichen Weltanschauungs-Entwickelung ganz unmöglich gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stellen wir die alte orientalische Weltanschauung noch einmal vor uns, so werden wir aus dem, was wir darüber andeuten konnten, sa­gen müssen: Da wußte der Mensch, er kommt aus geistigen Höhen her­unter; er lebt, bevor er durch die Empfängnis beziehungsweise Geburt eingetreten ist in das physische Dasein, in einer geistigen Welt. Er bringt sich aus einer geistigen Welt mit, was eben noch in ihm ist, was als Anlage, was als Aspiration herauskommt in der Kindheit, was ihm dann durch die ganze Lebenszeit auf Erden hindurch bleibt. Jeder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Orientale der älteren Zeiten hat gewußt, daß dasjenige, was aus seiner Seele sich herausarbeitet in der Kindheit, in der Jugend, eine Mitgift ist aus den geistigen Welten heraus, die er durchlebt hat, bevor er sein physisches Dasein angetreten hat. Theoretisch einzusehen, daß man ein solches geistiges Leben vor dem Erdenleben durchlebt hat, das hat nicht den großen Wert. Den großen Wert hat das lebendige Gefühl davon, den großen Wert hat es, wenn man fühlt: Was da in einem herange­wachsen ist seit der Kindheit in der seelischen Entwickelung, das kommt aus der geistigen Welt her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Gefühl aber ist heute eigentlich einem anderen gewichen. Es ist einem anderen gewichen beim einzelnen Menschen, und namentlich im sozialen Leben ist es heute einem anderen Gefühl gewichen. Und da liegt etwas Wichtiges vor, auf das man hinschauen muß. Immer mehr und mehr lastet auf dem Menschen halb unbewußt das Gefühl von sei­nen vererbten Eigenschaften. Wer unbefangen heute auf das, was die Menschen fühlen, hinschauen kann, der sieht: Eigentlich fühlt der Mensch, das, was er ist, ist er durch seine Eltern, Voreltern und so weiter. Er fühlt nicht wie der alte Mensch, daß dasjenige, was in ihm auffiammt von Kindheit auf, aus jenen Tiefen herauskommt, in denen sich verankert hat, was er aus seinen geistigen Erlebnissen vor dem Er­denleben mitbekommen hat, sondern er fühlt in sich die von den Eltern, Großeltern und so weiter vererbten Eigenschaften. Man fragt auch heute zuerst: Wo hat das Kind das, wo jenes her? - Und wenige Men­schen geben sich darauf die Antwort: Das hat das Kind von dem oder jenem Erlebnisse der geistigen Welt -, sondern man forscht danach, ob das von Großmutter, Großvater und dergleichen herstammt. Aber je mehr im einzelnen Menschen dies nicht als eine theoretische Ansicht, sondern als ein Gefühl auftritt, als ein Gefühl der Abhängigkeit von bloß irdisch vererbten Eigenschaften, desto drückender wird dieses Gefühl, desto furchtbarer nach und nach wird dieses Gefühl. Und die­ses Gefühl wird mit einer rasenden Eile an Stärke zunehmen. Es wird bis zur Unerträglichkeit sich steigern müssen in dem nächsten Jahr­zehnt, denn dieses Gefühl ist verbunden mit einem anderen, mit einem gewissen Gefühl der Wertlosigkeit des menschlichen Daseins. Das wird immer mehr und mehr auftreten, daß der Mensch die Wertlosigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seines Daseins fühlt, wenn er dieses Sein als nichts anderes fühlen kann denn als eine Zusammenfassung dessen, was seinem Blute, was seinen übrigen Organen eingepflanzt ist aus den physisch vererbten Eigen­schaften heraus. Heute ist das, was da auftritt, allerdings noch bis zu einem gewissen Grade eine bloße Theorie. Dichter haben es auch schon als Erlebnis dargestellt. Aber es wird als Gefühl, es wird als Empfin­dung auftreten, und dann wird es eine drückende Eigentümlichkeit sein des Fühlens der zivilisierten Menschheit. Es wird wie eine Last auf der Seele ruhen, dieses Sich-Erleben in den bloß vererbten Eigen­schaften. So tritt das, was die Naturwissenschaft dem Menschen nicht geben kann, das Menschenverständnis selber, so tritt es auf in seinem Mangel, indem der Mensch sich nicht als ein Kind der geistigen Welt fühlt, sondern lediglich als ein Kind der in dem irdischen, physischen Daseinslaufe vererbten Eigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber mit aller Vehemenz tritt das im sozialen Leben auf. Denken Sie nur, welche Forderungen da auftraten als der Ausfluß einer rie­sigen weltpolitischen Dummheit, die in den letzten Jahren durch die Welt gezogen ist! Langsam ist es heraufgekommen in den letzten Jahr­hunderten, seine Kulmination hat es erlangt, als es in unseren Tagen eben eine weltpolitische Dummheit geworden ist. Die große Krise im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts trat ein, als alle diejenigen Nichtswisser von den Menschheitsverhältnissen, die nun die Führung der verschiedenen Nationen und so weiter angeblich in der Hand hat­ten, die wenigstens an den Plätzen standen, auf denen man glaubte, die Führung der Menschheit in der Hand zu haben, als alle diese von einer Gliederung der Menschheit nach dem Willen der einzelnen Na­tionen sprachen. Im allerschlimmsten Sinne wurde nationaler Chau­vinismus gerade in der neuesten Zeit wachgerufen. Und nationaler Chauvinismus klingt heute durch die ganze zivilisierte Welt. Das ist nur das soziale Gegenbild für jene urreaktionäre Weltanschauung, welche alles auf die vererbten Eigenschaften zurückführen will. Wenn man nicht mehr danach strebt, sein Wesen als Mensch zu ergründen und die soziale Struktur so zu gestalten, daß dieses Wesen als Mensch zurechtkommt, sondern wenn man nur darnach strebt, die soziale Struktur so herbeizuführen, daß sie dem entspricht, was man als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Tscheche, als Slowake, als Magyar, als Franzose, als Engländer, als Pole und so weiter ist, dann vergißt man alle Geistigkeit. Dann schließt man alle Geistigkeit aus, dann will man die Welt bloß nach den bluts­vererbten Eigenschaften ordnen, weil man immer mehr und mehr dazu gekommen ist, in seinen Begriffen nicht den geringsten Inhalt zu ha­ben, weil dieses 20. Jahrhundert die Probe zu liefern hatte, daß auch ein Mensch da sein kann, der angestaunt wird von einer großen Menge als ein Weltenlenker, der aber überhaupt in seinen Worten gar keinen Begriff mehr hat, wie Woodrow Wilson, der nur Worte sagt, die gar keine Begriffe mehr enthalten. Deshalb mußte man sich anlehnen an irgend etwas, was ganz geistlos ist, die Blutsverwandtschaft, die bluts-verwandten Eigenschaften der Nationen, woraus dann nichts anderes geworden ist, als daß Friedensschlüsse zustande gekommen sind - nun ja, wie sie eben zustande gekommen sind -, in denen Leute über die Ge­staltung der modernen zivilisierten Welt Landkarten bestimmt haben, die überhaupt nicht das geringste von den Lebensverhältnissen dieser modernen Welt kennen. Nichts zeigt vielleicht deutlicher den Mate­rialismus der Neuzeit, dieses Verleugnen alles Geistigen, als das Auf­treten des Nationalprinzips.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist selbstverständlich eine Wahrheit, die heute vielen Menschen unangenehm ist. Und das macht es wiederum, daß so viel Lüge auf dem Grunde der Seele sich ablagern muß. Denn geht man nicht ehrlich darauf ein, daß man den Geist ableugnet, wenn man eine Weltordnung nur auf die Blutsverwandtschaft begründen will, so lügt man; man lügt, wenn man dann sagt, man neige irgendeiner geistigen Weltan­schauung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun sehen Sie sich den Gang der heutigen Weltentwickelung an. Was aus den chaotischen Instinkten der Menschheit herausquillt, das verleugnet ja überall den Geist. Ich habe Ihnen gestern eine Probe geliefert. Ich will, um Ihre zarten Nerven zu schonen, die ich gestern einigermaßen bemerkte, nicht diese Probe noch vermehren, sie könnte leicht vermehrt werden. So sehen wir überall, wie die Anschauung des menschlichen Wesens dem Menschen abhanden gekommen ist. Und nun wollen wir einmal geisteswissenschaftlich von dem, was ich da als ein heraufziehendes Gefühl schildern mußte, das Gegenbild insAuge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie wissen ja, geisteswissenschaftlich zeigt sich, wie unser Erden-planet, auf dem der Mensch sein gegenwärtiges Schicksal zu erleben hat, die Wiederverkörperung von drei vorangehenden Weltenverkörpe­rungen ist, und wie wir hinschauen müssen auf drei folgende Weltenkörper, wie also unsere Erde, schematisch dargestellt, der Zwischenzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 129.png|600px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 129]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen nun auch aus dem, was in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt worden ist, daß im wesentlichen das, was der Mensch heute als seinen physischen Leib an sich trägt, eine Erbschaft ist des ersten, zweiten, dritten und vierten Zustandes, daß dasjenige, was der Mensch als seinen Ätherleib an sich trägt, ein Ergebnis ist des zweiten, dritten und vierten Zustandes; was wir als seinen astrali-sehen Leib bezeichnen, ist das Ergebnis des dritten und vierten Zu­standes, und sein Ich kommt jetzt in unserer Erdenentwickelung zum Vorschein. Es wird ferner zum Vorschein kommen, wenn die Erde in ihre nächsten Zustände eingetreten ist, dasjenige, was heute im Men­schen nur keimhaft angedeutet ist, Geistselbst, Lebensgeist und der eigentliche Geistesmensch. Das muß sich im Menschen ebenso heraus-arbeiten, wie sich in ihm herausgearbeitet hat physischer Leib, Äther-leib, astralischer Leib, und wie das Ich gegenwärtig in seinem Herausarbeiten ist. Aber Sie wissen, wenn Sie überdenken, was als diese kosmisch-irdische Evolution an Sie herangebracht werden kann: Wäh­rend der Erdenentwickelung können ja doch nur die Keime von Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch entwickelt werden, denn es muß abgewartet werden die Umwandlung der Erde in ihre drei nächstfol­genden Zustände, wenn das zum Vorschein kommen soll. Und aus der Schilderung, die ich gegeben habe in meiner «Geheimwissenschaft», werden Sie ersehen, daß im wesentlichen das Geistselbst die Umwandlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des astralisehen Leibes zu einer höheren Stufe bedeutet, daß der Lebensgeist die Umwandlung des Ätherleibes zu einer höheren Stufe und der Geistesmenseh die Umwandlung des physischen Leibes zu einer höheren Stufe bedeutet. Aber diese Umwandlung des physischen Lei­bes zu einer höheren Stufe wird ja erst im siebenten Zustande - und so entsprechend auch die Umwandlung der anderen Glieder - statt­finden. Aber daß das stattfinden muß, das kann der Mensch heute schon einsehen; er kann heute den Gedanken aufnehmen, daß das stattfinden muß. Ja, noch mehr kann der Mensch heute begreifen, wenn er unbefangen über die naturwissenschaftliche Besehränktheit heraus den Seelenbliek auf sein eigenes Wesen lenkt. Er muß sich sagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, ich kann nicht in meinem astralischen Leib während des Erdendaseins das Geistselbst erringen, ich kann nicht während des Erdendaseins in meinem Ätherleib den Lebensgeist, in meinem physischen Leib den Geistesmensehen erringen, aber seelisch muß ich das vorbil-den. Und indem ich jetzt die Bewußtseinsseele ausbilde, bereite ich mich vor, in dem nächsten, in dem sechsten Zeitalter das Geistselbst in diese Bewußtseinsseele hereinzunehmen. Zwar kann ich noch nicht das Geistselbst in meinen ganzen astralischen Leib hineinbringen, aber ich muß es in meine Bewußtseinsseele hereinbringen. Ich muß innerlich als Mensch lernen so zu leben, wie ich einstmals leben werde, wenn die Erde in ihren nächsten Entwiekelungszustand durch eine gewisse, selbstverständlich kosmische Entwickelung übergegangen sein wird. Und ich muß noch während des Erdendaseins diese Zukunftszustände wenigstens in mein Inneres hereinnehmen. Ich muß mein Inneres keim-haft vorbereiten, so daß auch mein Äußeres in der Zukunft in einer solchen Weise sieh gestalten kann, wie ich es heute verstehen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun machen Sie sieh einmal empfindungsgemäß klar, was da eigent­lich vorliegt. Der Mensch wächst ja schon jetzt in das Geistselbst hin­ein, wie ich das öfter dargestellt habe, der Mensch wächst in Bewußt­seinszustände hinein, von denen er sieh sagen muß, sie sind eigentlich so, daß sie während der Erdenzeit nicht vollständig herauskommen können. Diese Bewußtseinszustände wollen ihn eigentlich auch in be­zug auf seine äußeren Hüllen, in bezug auf Astralleib, Ätherleib und physischen Leib umgestalten; aber das kann er als Erdenmensch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der Mensch muß sich sagen, für den Rest der Erdenentwiekelung muß ich durch diese so durchgehen, daß ich eigentlich überall empfinde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bereite mich vor durch mein Inneres zu Zuständen, die ich jetzt noch nicht entwickeln kann. - Das muß die normale Entwickelung der Zukunft sein, daß der Mensch sieh sagt: Ich sehe das Menschen-wesen als etwas an, was eigentlich durch sein inneres Wesen hinaus-wächst über das, was ich als Erdenmenseh werden kann. Ich muß mich als Erdenmenseh gewissermaßen als Zwerg fühlen gegenüber dem, was der eigentliche Mensch ist. Und aus dem Unbefriedigten, das richtig erzogene Kinder schon in der allernächsten Zeit haben werden, wird eben gerade dieses Gefühl herauswachsen. Die Kinder werden empfinden: Mit aller intellektualistisehen Bildung kommt man nicht dazu, das Rätsel des Menschen zu lösen. Der Mensch fällt heraus aus dem, was man intellektualistiseh wissen kann, aus dem sozialen Ge­stalten. All das, was sieh unter den Wilsonsehen Dummheitsformeln und unter dem, was sonst als Chauvinismus durch die Welt geht, ent­wickeln wird, das werden ja lauter Unmöglichkeiten sein. Die mo­derne Zivilisation geht durch all diese Dinge lauter Unmöglichkeiten entgegen. Richten Sie noch mehr nationale Reiche auf innerhalb der modernen Zivilisation, so liefern Sie noch mehr Zerstörungskeime -und aus alledem, was sieh da ablagert auf den Seelen, wird hervorge­hen eben gerade dasjenige Gefühl, was ich jetzt Ihnen von einer an­deren Seite her geschildert habe. Der Mensch wird sich sagen: Ja, aber des Menschen Wesen, das mir innerlich aufleuchtet, ist ein viel höheres als dasjenige, was ich da äußerlich verwirklichen kann. Ich muß etwas ganz anderes in die Welt hineintragen. Ich muß in die soziale Struktur etwas ganz anderes hineintragen, etwas, was aus geistigen Höhen her erkannt wird. Ich kann mich nicht dem überlassen, was ich aus der Naturwissenschaft für die soziale Wissenschaft und dergleichen ler­nen kann. - Aber den inneren Zwiespalt muß der Mensch empfinden zwischen diesem zwerghaften Dasein auf der Erde und dem, was ihm aufleuchtet als einem kosmischen Wesen, als das er sieh empfinden wird. Aus all dem, was die moderne Bildung, diese heute so vielge­priesene, angebetete Bildung dem Menschen geben kann, wird herauswachsen, daß er sieh auf der einen Seite als Erdenmenseh fühlt,&lt;br /&gt;
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{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und auf der anderen Seite, daß er sieh sagt: Aber der Mensch ist mehr als ein Erdenwesen. Die Erde kann gar nicht den Menschen ausfüllen, sie muß, wenn sie ihn ausfüllen will, sieh erst in andere Zustände ver­wandeln. - Der Mensch ist ja auch kein Erdenwesen in Wirklichkeit, der Mensch ist in Wirklichkeit ein kosmisehes Wesen, ein Wesen, das dem ganzen Weltenall angehört. Auf der einen Seite wird der Mensch erdgebunden sein, auf der anderen Seite wird er sieh als ein kosmi­sches Wesen fühlen. Und dieses Gefühl wird sieh in ihm ablagern. Wenn das einmal nicht mehr Theorie ist, sondern gefühlt wird von einzelnen Menschen, die durch ihr entsprechendes Karma herauswach­sen aus dem, was heute triviales Gefühl ist, wenn die Menschheit sieh angeekelt fühlt und dadurch zu einer Umkehr kommt über das Füh­len der bloß vererbten Eigenschaften, über das Fühlen des Chauvinis­mus, nur dann wird eine Art Reversion eintreten. Der Mensch wird sich als kosmisehes Wesen fühlen. Er wird verlangen wie mit ausge­streckten Armen nach einer Enträtselung seines kosmischen Wesens. Das ist, was in den nächsten Jahrzehnten kommt, daß der Mensch wie - ich meine das jetzt natürlich symbolisch - mit ausgestreckten Armen fragt: Wer enträtselt mir mein Wesen als ein kosmisches We­sen? Alles, was ich auf der Erde ergründen kann, was mir die Erde geben kann, alles, was ich aus der modernen Wissenschaft, die heute so geschätzt wird, entnehmen kann, enträtselt mich nur als Erdenwe-sen, läßt mir gerade das eigentliche Wesen des Menschen als ein un­gelöstes Rätsel erscheinen. Ich weiß, ich bin ein kosmisehes, ich bin ein überirdisches Wesen; wer enträtselt mir mein überirdisches Wesen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine Grundempfindungsfrage wird das aus den Seelen heraus leben. Wichtiger als alle anderen Dinge, die in den nächsten Jahrzehn­ten auftreten können, noch bevor das Jahrhundert seiner Hälfte sieh nähert, wichtiger als alle anderen Empfindungen, die auftreten kön­nen, wird gerade diese Empfindung sein. Und aus der Erwartung, aus dem Verlangen, daß doch etwas da sein muß, was dieses menschliche Rätsel löst, dieses Rätsel, daß der Mensch doch ein kosmisches Wesen ist, aus diesem Gestimmtsein gegenüber dem Kosmos: Es muß das aus dem Kosmos einmal heraus sich enthüllen, was nicht von der Erde kommen kann. - Aus dem heraus wird die Stimmung entstehen, der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Kosmos entgegenkommt. So wie zur Zeit des Mysteriums von Gol­gatha der physische Christus erschienen ist, so wird der geistige Chri­stus der Menschheit erscheinen, der allein Antwort geben kann, weil er nicht irgendwo ist, weil er charakterisiert werden muß als ein We­sen, das sich aus Außerirdischem mit der irdischen Menschheit ver­bunden hat. - Man wird begreifen müssen: Beantwortet werden kann die Frage nach dem kosmischen Menschen nur dann, wenn dem Men­schen zu Hilfe kommt dasjenige, was aus dem Kosmos heraus sich mit dem Erdendasein verbindet. So wird die Lösung sein der bedeutsam­sten Disharmonie, die jemals im Erdendasein hervorgetreten ist: der Disharmonie des menschlichen Erfühlens als eines irdischen Wesens und seiner Erkenntnis, daß er ein überirdisches, ein kosmisches Wesen ist. Die Erfüllung dieses Dranges wird ihn dazu vorbereiten, zu er­kennen, wie aus grauen Geistestiefen heraus sieh ihm offenbaren wird dieses Christus-Wesen, das nun geistig zu ihm sprechen wird, wie es im Physischen während der Zeit des Mysteriums von Golgatha zu ihm gesprochen hat. Es wird der Christus nicht kommen im geistigen Sinn, wenn die Menschen nicht dazu vorbereitet sind. Aber vorbereitet da­zu können sie nur sein durch die Art, wie ich es eben auseinanderge­setzt habe, indem sie die geschilderte Diskrepanz empfinden, indem der Zwiespalt furchtbar auf ihnen lastet: Ich bin ja zunächst ein Erden­wesen. Die intellektuelle Entwickelung der letzten Jahrhunderte hat alles das gebracht, was mich erscheinen läßt als ein Erdenwesen. Aber ich bin kein Erdenwesen. Ich muß mich verbunden fühlen mit einem Wesen, das nicht von dieser Erde ist, das wirklich in Wahrheit, und nicht mit der theologischen Verlogenheit sagen kann: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Denn der Mensch wird sich sagen müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Reich ist nicht von dieser Welt. - Daher wird er verbunden sein müssen mit einem Wesen, dessen Reich nicht von dieser Welt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade aus den Wissenschaften heraus, die sich, wie ich geschil­dert habe, mit rasender Eile zum populären Bewußtsein verbreiten werden, muß sich das entwickeln, was die Menschheit der Neuerschei­nung des Christus von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entgegen­führt. Das konnte natürlich nicht eintreten in derjenigen Seelenver­fassung, in der die zivilisierte Welt vor dem Jahre 1914 war, wo alles&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reden von Idealen, alles Reden von Spiritualität im Grunde genommen eine Verlogenheit war. Die Not muß dem Menschen wahrmachen das Streben nach der Geistigkeit. Und der Christus wird erscheinen nie­mand anderen als denjenigen, die verlassen all das, was Verlogenheit über das irdische Leben ausbreitet. Und keine soziale Frage wird gelöst werden, die nicht verbunden gedacht wird mit diesem geisteswissen­sehaftliehen Streben, das den Menschen in Wahrheit wieder als ein überirdisches Wesen erscheinen läßt. Unsere sozialen Lösungen werden in demselben Maße sich ergeben, als die Menschen den Christus-Im­puls in ihrer Seele werden empfinden können. Alle anderen sozialen Lösungen werden nur in Zerstörung, in Chaos hineinführen. Denn alle anderen Lösungen gehen darauf aus, den Menschen als ein irdisches Wesen zu beschreiben. Aber der Mensch wächst heraus - gerade in unserem Zeitalter wächst er heraus - aus jener Seelenverfassung, die ihn in seinem Bewußtsein für sieh selber ein bloß irdiseh-physisehes Wesen sein läßt. Aus der Gestimmtheit der Mensehenseele und aus der Not heraus wird sich das neue Christus-Erlebnis bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um so mehr aber muß hingesehen werden auf alles, was das Her­ankommen dieses neuen Christus-Erlebnisses verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben ja, indem wir unmittelbar auf Angriffe auf unsere ei­gene Sache hinweisen mußten, auch hier gesehen, wie eigentlich die Menschen sieh so stellen zu der heraufkommenden Geisteswissenschaft, daß sie sie aus innerer Unwahrheit heraus bekämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesem Gebiete erlebt man wirklich heute etwas, was ganz un­befangen ins Auge gefaßt werden muß. Man möchte sagen, fast jeden Tag wird da jetzt einmal die Geisteswissenschaft totgeschlagen. Der letzte dieser Totsehläge ist ja derjenige, den ein Professor der Theolo­gie, Karl Goetz, verübt hat in Übereinstimmung mit einem anderen Doktor der Theologie, einem gewissen Heinzelmann. Ich will ganz absehen davon, daß jener Doktor der Theologie, Karl Goetz, einen An­griff auf die Geisteswissenschaft oder, wie er sagt, wie es zum Beispiel nach dem Zeitungsberieht heißt, auf die sogenannte Geisteswissenschaft verübt hat - an diese Dinge gewöhnt man sieh ja heute, namentlich hier in Dornach, allmählich mehr und mehr. Aber man kann das ganze, was da von einem Dr. theol. Goetz verübt worden ist, auch noch von einem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
anderen Standpunkte aus betrachten. Man kann es von dem Stand­punkte aus betrachten, wie unwissend diese offizielle Gelehrsamkeit ist, die die Heranbildung der heutigen Jugend in der Hand hat. Man kann abstrahieren davon, daß ein Angriff auf die Geisteswissenschaft vorliegt, aber man kann auf das Folgende seine Blicke richten, und ich will einige charakteristische Dinge herausheben - allerdings nur nach dem Zeitungsbericht -, die gerade in diesem Angriff vorkommen sol­len. Da wird also hingewiesen auf die Erkenntnismethode der Geistes­wissenschaft von einem Manne, dessen Beruf es ist, über die Christo­logie zu sprechen, der sein Brot dafür ißt, daß er die Jugend aufzieht in Christologie. Von diesem Manne wird über die Erkenntnismethode der anthroposophischen Wissenschaft so gesprochen, daß er sagt, was da angestrebt werde als Imagination, als Intuition, das beruhe darauf, daß durch die Übungen künstlich gehemmte und verdrängte Vorstel­lungstätigkeit hervorgerufen wird, und daß die dabei ersparte Nerven-energie dann jene Vorstellungsbilder erzeuge, welche der Anthroposoph Imagination und Intuition nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, sehen Sie sieh den Mann einmal an: künstlich gehemmte und verdrängte Vorstellungstätigkeit, und dabei ersparte Nervenenergie! Ganz abgesehen davon, daß der Mann selbstverständlich von ersparter Nervenenergie nur als von einer ganz vagen Hypothese reden kann, denn kein Mensch kann sieh heute aus der Wissenschaft heraus irgend etwas vorstellen unter ersparter Nervenenergie, aber er redet von künstlich gehemmter und von verdrängter Vorstellungstätigkeit. Hat dieser Mann in seiner wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit - ich muß in diesem Falle das Wort richtig wählen: «wissenschaftliche Gewissen­haftigkeit», ich sage es jetzt in Gänsefüßchen - sieh jemals wirklich beschäftigt mit dem, was zum Beispiel hier als die Erkenntnismethode angewendet wird, um zu Imaginationen zu kommen? Kann man da reden von künstlich gehemmter oder verdrängter Vorstellungstätig­keit? Nun, der Mann könnte sich das beantworten, wenn er die anthro­posophisehe Literatur vornähme. Diejenigen Vorstellungen, die er als seine normalen betrachtet, die werden wahrhaftig nicht zurückge­drängt. Hätte der Mann nur ein wenig sich erkundigt, ob hier ver­trackte Vorstellungen walteten, als unser Hochsehulkursus abgehalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurde, dann könnte er nicht davon reden, daß hier Vorstellungstätig­keit unterdrückt wird. Es kommt immer reichlich noch dasjenige her­aus an niehtunterdrücktem Vorstellungsleben, das, mindestens in bezug auf manche Fachwissenschaften, auch begreifen kann, was der Mann be­greifen kann. Also von unterdrückter Vorstellungstätigkeit kann gar nicht gesprochen werden. Und würde er sich jemals in seiner sogenann­ten «wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit» bekanntgemacht haben mit dem, was hier geschildert wird als der Weg in die geistigen Welten, so würde er sehen: Künstlich gehemmt wird da nämlich gar nicht, son­dern da wird freigemacht. Nichts anderes liegt vor, als daß der Mann kein Sterbenswörtehen von dem verstanden hat, was in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» steht. Und nichts weiß er von Erkenntnismethoden der Geisteswissenschaft als dasjenige, was er nach seiner Seelenverfassung aus den Meditationserfolgen eini­ger alter Tanten ablesen kann. Von dem übrigen versteht er nichts. Das wirkt heute als «wissenschaftliche Gewissenhaftigkeit» in dem, was offizielle Wissenschaft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was er dann weiter redet, daß durch die Zurüekstauung dieser ge­hemmten Vorstellungen - es soll sich ein Mensch dabei nur etwas vor­stellen, wenn da wie Wasser zurückgestaut sind die Vorstellungen -, daß durch dieses Zurückstauen nun die Imaginationen lebendig wer­den, so daß sie wie sinnliche Wahrnehmungen sieh ausnehmen, ja, ich möchte die Seiten zusammenzählen, wo immer und immer wiederum in meinen Büchern gesagt wird, daß Imaginationen nichts ähnliches haben mit sinnlichen Vorstellungen, mit sinnlichen Wahrnehmungen. Das wird in aller Breite überall auseinandergesetzt. Was herrscht also in dieser «wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit»? Die Lüge, die viel­leicht aus der Ohnmacht hervorgeht, aus dem Unvermögen. Aber diese Lüge, sie breitet sieh insbesondere im Theologischen, im Philosophi­schen, im Geschichtswissenschaftlichen, im Juristischen und in ähnli­chen Unterrichtszweigen mit rasender Eile aus. Auf diese Tatsache sollte die moderne Menschheit hinschauen. Denn in diesen Tatsachen liegen die Gründe für das Hineinsteuern in das Chaos, nicht in jenen Redereien, die die Woodrow Wilsoneanerei aus ihren gehaltleeren Wor­ten und dergleichen fabriziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kommt noch eine schöne Stelle, wie gesagt, ich kann alles nur aus dem Zeitungsbericht besprechen: Weil sie unwillkürlich aufsteigen, diese durch das zurückgestaute Vorstellungselement lebendig gewor­denen Imaginationen, deshalb werden sie als leibfreie Erlebnisse ge­schildert -, so sagt er. Wiederum hat er in seiner «wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit» niemals sein Auge darauf hingerichtet, wie gezeigt wird, daß gar nichts unwillkürlich aufsteigt, wie das willkürliche Vor­stellen gerade im geisteswissenschaftlichen Erkennen eine Steigerung erfährt. Vielleicht aus spiritistischen oder aus medialen Kindskopf­stuben heraus hat sich der Mann seine Kenntnisse gebildet. Dann Soll er den kindsköpfigen Spiritismus, die kindsköpfige Mediumschaft tref­fen, aber er soll die Hand weglassen von demjenigen, wovon er nichts versteht und nichts verstehen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter erzählt er: Durch die Bewußtseinsspaltung wird das hervorgerufen, was dann die Imagination personifiziert. - Das ist eine gewissenlose, lügenhafte Verdrehung alles dessen, was dargestellt wird in meinen Büchern als die Erkenntnismethode der Geisteswissenschaft! Dadurch macht sich der Mann dann den Boden zurecht, um in seiner Art zuletzt sagen zu können, daß zwar diese Geisteswissenschaft das Christentum nicht bekämpft, aber daß sie doch kulturell wertlos ist. Und jetzt kommt etwas ganz besonders «Schönes»: Diese Geisteswis­senschaft ist kulturell wertlos, denn die Telepathie wird niemals den Telegraphen ersetzen, das Gedankenlesen wird nicht das Telephon ersetzen und die magnetische Heilkraft niemals die Medizin!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, während hier im Goetheanum während dieses Hochschul­kursus über Medizin gesprochen worden ist, wahrhaftig mit Ausschluß alles Dilettantismus in magnetischen Heilkräften, und während in Wirklichkeit hingedeutet worden ist auf das ganz ernsthaftig Medizi­nische, redet ein theologischer Doktor unmittelbar in der Nachbar­schaft, nachdem dieser Kursus abgelaufen ist, davon, daß die ganzen Bestrebungen der Geisteswissenschaft darinnen bestünden, die Medizin ersetzen zu wollen durch magnetische Heilkräfte. Und mit solchem Gerede erlebt ein heutiger Dr. theol. Erfolge bei dem heutigen Publi­kum! Und er erlebt Erfolge, wenn ihm dann das Heinzelmännehen bei-springt, ein modernes Heinzelmännehen, und zuletzt hinzufügt, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|138}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man mit der Geisteswissenschaft doch nicht den Christus finden kann, sondern nur durch die Evangelien. Nun sollte man dieses Heinzel­männchen einmal fragen: Mit welchem der Evangelien? - Man sollte dieses Heinzelmännehen fragen: Was habt ihr denn mit eurer Theolo­gie aus den Evangelien gemacht? - Das habt ihr gemacht, daß schließ­lich die ganze Christologie aus der modernen Entwickelung verschwun­den ist. Und jetzt, nachdem der Brei da ist, hört man von dieser Seite reden: Was von der Geisteswissenschaft kommt, das braucht man nicht für das Christliche, denn da muß die Einfachheit der Evangelien wir­ken. - Ist das nicht die allergründlichste Verlogenheit? Eine Verlogen­heit ist es, zu wissen, was die moderne Evangelienkritik geliefert hat, und sieh dann hinzustellen und zu sagen: Es muß Rettung für Zeit und Ewigkeit kommen aus den Evangelien ohne die Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was von dieser Seite kommt, was ist es denn? Es ist Verleugnung des Christus. Und die stärksten Verleugner des Christus sind heute die Theologen. Diejenigen, die nur ja keine wahre Idee von dem Christus heraufkommen lassen wollen, das sind heute die Theologen. Und ehe das nicht eingesehen ist, daß dieses neue Erlebnis des Christus im 20. Jahrhundert so heraufkommen muß, daß zunächst die Theologie aller Konfessionen den Christus verleugnet hat, eher wird er nicht kommen. Er wird den Menschen wieder erscheinen, wenn ihn diejenigen, die «von den Seinen» sind, die modernen Schriftgelehrten und Pharisäer, völlig verleugnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht leicht, diese Dinge in aller Stärke zu durchschauen, denn man sieht dann immer auch, wie wenig die Menschen der Gegenwart geneigt sind, mit solchem Durchschauen zu rechnen. Die Gegner ste­hen auf ihren Posten. Die Gegner entwickeln alle Intensität des Kamp­fes. Unser Kampf, dasjenige, was wir vermögen, ist schwach, recht schwach, und unsere Auffassung der Anthroposophie ist in vieler Be­ziehung schläfrig, recht schläfrig. Das ist der große Schmerz, der sich heute ablagert auf den, der die Dinge voll durchschaut. Man fühlt es so oft, wie man mit dem, von dem man meint, daß es aus den Forde­rungen der Zeit heraus gesprochen ist, daß es gerade gesprochen ist zur sozialen Heilung der Zeit, wie man mit dem eigentlich kaum etwas anderes sagt als etwas, was die Menschen als ein gesprochenes Feuilleton&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|139}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hinnehmen. Man möchte die Menschen aufrufen, daß sie hineinneh­men in alle Gestaltung des Lebens dasjenige, was aus der Geisteswissen­schaft kommen kann, und man sieht, wie die Menschen das Leben lau­fen lassen, hinschauen auf diejenigen, die aus Verlogenheit heraus die­ses Leben dirigieren, und aus einer gewissen inneren Wollust heraus zuhören dem, was sie als ein gesprochenes Feuilleton der Geisteswis­senschaft aufnehmen. Das ist es, was noch erstehen muß: der tiefe, der heilige Ernst im Aufnehmen des Geisteswissensehaftliehen, das Abge­wöhnen dessen, was die Menschen dazu bringt, wie irgendein anderes literarisches Produkt, so auch die Geisteswissenschaft aufzunehmen als etwas, an dem man sieh in einer etwas besseren Weise amüsiert, weil es einem die Sehnsucht nach dem Weiterleben nach dem Tode garantiert. Es ist heute noch ein furchtbarer Abstand zwischen dem, was notwendig ist im Aufnehmen der Geisteswissenschaft, und dem, was wirklich da ist. Sehen Sie, man kann ganz absehen von dem, was ein solcher Angriff auf die Anthroposophie ist bei einem Goetz oder bei einem Heinzelmann, man braucht nur hinzuschauen auf ihre Fä­higkeiten und man muß sich sagen: Wie war denn die Auslese det Menschheit, daß sie diese Leute auf solch führende Posten gebracht hat? - Ehe man sich aber nicht diese Frage in der intensivsten Weise stellen will, ehe man nicht hinschauen will, wo es eigentlich fehlt, eher kommt man nicht weiter. Alles Deklamieren von sozialen oder ähn­lichen Idealen nützt nichts, wenn man nicht hinschauen will auf die­ses ganz prinzipiell in unserer Gegenwart Lebende. Denn die Schäden unserer Zeit gehen von unserem verkehrten Geistesleben aus, das all­mählich ganz tief in die Unwahrheit hineingekommen ist, und das sich nicht einmal bewußt ist, wie tief es in der Unwahrheit drinnen lebt. Wie sehr kontrastiert von dem, was notwendig ist, die Art, wie das­jenige, was hier gesprochen wird, aufgenommen wird! Es ist nicht als ein gesprochenes Feuilleton gemeint, es ist gemeint als eine Lebens­kraft, und man wird allmählich sich dazu bequemen müssen, es als eine Lebenskraft zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was ich Ihnen heute sagen wollte im positiven und im negativen Sinne über - um jetzt das triviale Wort zu gebrauchen - den Geist unseres Zeitalters. Dieser Geist unseres Zeitalters sollte der Geist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|140}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Erwartung sein, er sollte der Geist sein, der aus der Erwartung her­aus sieh ein Verständnis für das große, aus der Not geborene Erlebnis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Aber ohne daß man in Wahrheit auf alles, was ein Hemmschuh ist, hinschaut, wird man heute nicht diesem Erlebnis entgegengehen können. Will man heute, wie man es so gerne aus Bequemlichkeit, aus innerer Wollust tut, das Knie beugen vor dem Traditionellen, und will man sich nicht bewußt werden, daß man mit dieser Kniebeuge eine tiefe Unwahrheit an den Tag legt, dann wird man sich nicht reif machen für das Chri­stus-Erlebnis des 20. Jahrhunderts. Aber von diesem Reifmachen hängt alles ab. Alles hängt davon ab, daß wir die theologische Rederei über den Christus überwinden, um zum Verständnis des Christus wirklich vorzudringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 in den Vorträgen... über Geschichte: Gemeint sind die Vorträge von Dr. Karl Heyer, die er während des ersten anthroposophischen Hochschulkurses am Goetheanum zu dem Thema «Anthroposophische Betrachtungen über die Geschichtswissenschaft und aus der Geschichte» am 14., 15. und 16. Oktober 1920 gehalten hat; abgedruckt in «Kultur und Erziehung», (3. Bd. der Anthr. Hochschulkurse), Stuttgart 1921.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem deutlichen Kund geben ist... Wilhelm von Humboldt aul getreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe Wilhelm von Humboldt (1767-1s35&amp;gt; «Über die Aufgabe des Geschichts­schreibers» im IV. Bd. von H.s Werken, hg. von Leitzmann, Berlin 1905, S.35-56. Daraus einige einscMägige Stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Das Geschäft des Geschichtsschreibers in seiner letzten, aber einfachsten Auf-lösung ist Darstellung des Strebens einer Idee, Dasein in der Wirklichkeit zu gewinnen. Denn nicht immer gelingt ihr dies beim ersten Versuch, nicht selten auch artet sie aus, indem sie den entgegenwirkenden Stoff nicht rein zu be­messtern vermag.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Die Wahrheit alles Geschehenen beruht auf dem Hinzukommen jenes oben­erwähnten unsichtbaren Teils jeder Tatsache, und diesen muß daher der Ge­schichtsschreiber hinzufügen. Von dieser Seite betrachtet, ist er selbsttätig und sogar schöpferisch, zwar nicht indem er hervorbringt, was nicht vorhanden ist, aber indem er aus eigner Kraft bildet, was er, wie es wirklich ist, nicht mit bloßer Empfänglichkeit wahrnehmen konnte. Auf verschiedene Weise, aber ebensowohl als der Dichter muß er das zerstreut Gesammelte in sich zu einem Ganzen verarbeiten.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Es mag bedenklich scheinen, die Gebiete des Geschichtsschreibers und Dich­ters sich auch nur in einem Punkte berühren zu lassen. Allein die Wirksamkeit beider ist unleugbar eine verwandte. Denn wenn der erstere, nach dem vorigen, die Wahrheit des Geschehenen durch die Darstellung nicht anders erreicht, als indem er das Unvollständige und Zerstückelte der unmittelbaren Beobachtung ergänzt und verknüpft, so kann er dies, wie der Dichter, nur durch die Phan­tasie. Da er aber diese der Erfahrung und der Ergründung der Wirklichkeit unterordnet, so liegt darin der, jede Gefahr aufhebende, Unterschied. Sie wirkt in dieser Unterordnung nicht als reine Phantasie, und heißt darum richtiger Ahndungsvermögen und Verknüpfungsgabe.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Nach dem Notwendigen muß daher auch der Geschichtsschreiber streben, nicht den Stoff, wie der Dichter, unter die Herrschaft der Form der Notwen­digkeit geben, aber die Ideen, welche ihre Gesetze sind, unverrückt im Geiste behalten, weil er, nur von ihnen durchdrungen, ihre Spur bei der reinen Er-Forschung des Wirklichen in seiner Wirklichkeit finden kann.« -«Der Geschichtsschreiber umfaßt alle Fäden irdischen Wirkens und alle Ge­präge überirdischer Ideen; die Summe des Daseins ist, näher oder entfernter, der Gegenstand seiner Bearbeitung, und er muß daher auch alle Richtungen des Geistes verfolgen. Spekulation, Erfahrung und Dichtung sind aber nicht abgesonderte, einander entgegengesetzte und beschränkende Tätigkeiten des Geistes. sondern verschiedene Strahlseiten derselben.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Außerdem, daß die Geschichte, wie jede wissenschaftliche Beschäftigung, vie­len untergeordneten Zwecken dient, ist ihre Bearbeitung, nicht weniger als Philosophie und Dichtung, eine freie, in sich vollendete Kunst.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wie die Philosophie nach dem ersten Grunde der Dinge, die Kunst nach dem Ideale der Schönheit, so strebt die Geschichte nach dem Bilde des Menschen-schicksals in treuer Wahrheit, lebendiger Fülle, und reiner Klarheit, von einem dergestalt auf den Gegenstand gerichteten Gemüt empfunden, daß sich die Ansichten, Gefühle und Ansprüche der Persönlichkeit darin verlieren und auf­lösen. Diese Stimmung hervorzubringen und zu nähren, ist der letzte Zweck des Geschichtsschreibers, den er aber nur dann erreicht, wenn er seine nächsten, die einfache Darstellung des Geschehenen, mit gewissenhafter Treue verfolgt.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Ideen . . . sind eben Abstraktionen, wie ich schon gestern hier erwähnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe die Abschiedsworte Rudolf Steiners nach Schluß des ersten anthropo­sophischen Hochschulkurses am 16. Oktober 1920 in «Die Kunst der Rezita­tion und Deklamation«, 1. Aufl. Dornach 1928, S. 118 f. (In der Neuaufl. vorgesehen in Bibl.-Nr. 253).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe schon öfter erwähnt: Siehe «Geschichtliche Symptomatologie», Ge­samtausgabe Dornach 1962, Bibl.-Nr. 185.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11 Goethe sagt geradezu: Vgl. «Bedeutende Fördernis durch ein einziges geist­reiches Wort« in Goethes Naturwissenschaftl. Schriften, hg. von Rudolf Stei­ner, Bd. 2 (= Dtsch. Nat. Lit. Bd. 115), S. 34 f., wo es wörtlich heißt: « . . . ich raste nicht, bis ich einen prägnanten Punkt finde, von dem sich vieles ab­leiten läßt, oder vielmehr, der vieles freiwillig aus sich hervorbringt und mir entgegen trägt, da ich denn im Bemühen und Empfangen vorsichtig und treu zu Werke gehe. Findet sich in der Erfahrung irgend eine Erscheinung, die ich nicht abzuleiten weiß, so laß&#039; ich sie als Problem liegen, und ich habe diese Verfahrungsart in einem langen Leben sehr vorteilhaft gefunden: denn wenn ich auch die Herkunft und Verknüpfung irgend eines Phänomens lange nicht enträtseln konnte, sondern es beiseite lassen mußte, so fand sich nach Jahren auf einmal alles aufgeklärt in dem schönsten Zusammenhange».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Alkuin (eigentl. Alhwin oder Alchwin, d. i. Freund des Tempels), um 735-804, Rektor der Klosterschule in York; folgte 782 dem Rufe Kaiser Karls des Großen und übernahm die Leitung der Hofschule, förderte die Wissenschaften in den Klöstern und erhob die von ihm gestiftete Schule des Klosters St. Martin in Tours, dessen Abt er seit 796 war, zum Hauptsitz der Wissenschaften. -Die Auseinandersetzung mit dem Griechen wird in «Alcuin und sein Jahr­hundert« von Karl Werner, Wien 1881 im 11. Kapitel (S. 166f.) folgender­maßen geschildert: «So wollte Karl einmal von Alcuin erfahren, was über die Ansicht eines griechischen Gelehrten zu halten sei, der vermutlich Mit­glied einer byzantinischen Gesandtschaft an Karl&#039;s Hof, dem Kaiser gegen­über die Meinung ausgesprochen hatte, daß Christus die Sühne für unsere Schuld an den Tod gezahlt habe. Alcuin bezeichnet diese Ausdrucksweise und die damit verbundene Vorstellung als durchaus unzulässig, da Christus kein Schuldner des Todes war, noch auch sein konnte; der Preis für unsere Erlö­sung wurde von Christus an den göttlichen Vater gezahlt, dem er sterbend seine Seele empfahl. Der Tod ist überhaupt gar keine wesenhafte Realität, son­dern seinem Begriffe nach etwas rein Negatives, die bloße Abwesenheit oder Carenz des Lebens: ist er nichts Seiendes, so kann er auch nichts entgegennehmen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also an ihn keine Zahlung geleistet werden. Im Gegenteil ist in der Person Christi der Tod, den Gott nicht geschaffen hat, selber zur Sühnleistung für unsere Schuld geworden, und hat uns durch dieselbe das Leben erworben, das er selbst in seiner Heilandsmacht uns verleiht.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Autorfrage.. . Dion ysius vom Areopag: Rudolf Steiner machte verschiedent­lich darauf aufmerksam, daß der Inhalt der von 533 n. Chr. erwähnten Schriften des Dionysius Areopagita tatsächlich auf den in der Apostelgeschichte (17,34) erwähnten zurückgehen. Vgl. die Vorträge vom 17. und 25. März 1907 in «Die Mysterien des Geistes, des Sohnes und des Vaters», eine Osterbetrach­tung, Dornach 1962, S. 9 f. und 23 f. - Die Schriften des Dionysius wurden ins Deutsche übertragen von J. G. V. Engelhardt und erschienen Sulzbach 1823.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Seotus Erigena, um 810 bis ca. 877. Übersetzer der Schriften des Dio­nysius Areopagita ins Lateinische (s. o.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaus Cusanus, (Nikolaus Chrypffs aus Kues), 1401-1464, Kardinal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft», 1781; «Prole­gomena zu einer jeden künftigen Metaphysik...», 1783.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 und Fichte sagt: Vgl. Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), «Erste und zweite Einleitung in die Wissenschaftslehre und Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre» in Fichtes Werken Bd. III, hg. von Fritz Medicus, Leipzig o. J., insbesondere die zweite Einleitung Abschn. 6, S. 60 ff. und S. 70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 in meinen Vorträgen über die «Grenzen der Naturerkenntnis»: Acht, während des ersten Hochschulkurses gehaltene Vorträge, vom 27. September bis 3. Okto­ber 1920; Gesamtausgabe Dornach 1969, Bibl.-Nr. 322.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21 Freiherr Christian von Wolff, 1679-1754, Philosoph und Mathematiker. «Ver­nünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt», 1719.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David Hume, 1711-1776, engl. Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Herbert Spencer, 1820-1903, engl. Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Stuart Mill, 1806-1873, engl. Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. f. das wir im drei gliedri gen Organismus heraussondern wollen: Siehe Rudolf Steiner «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft», Gesamtausgabe Dornach 1961, Bibl.-Nr. 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 von dem hier auch Dr. Unger gesprochen hat: Dr. Carl Unger (1878-1929), hielt in der dritten Woche des ersten Hochschulkurses Vorträge unter dem Titel «Rudolf Steiners Werk». Ein Autoreferat dieser sechs Vorträge findet sich im ersten Bande von Carl Ungers Schriften, Stuttgart 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Dieser Bau steht da: Das seit 1913 unter der Leitung von Rudolf Steiner im Bau befindliche erste Goetheanum wurde, obwohl im Innern noch nicht fer­tiggestellt, 1920 in Betrieb genommen. In der Sylvesternacht 1922/23 wurde es durch Brand vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Begründung der Waldorfschule: Die Freie Waldorfschule in Stuttgart wurde im Frühjahr 1919 von dem Kommerzienrat Dr. Emil Molt, zunächst für die Kinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, begründet. Die Schule stand unter der Leitung von Dr. Steiner, der auch die an ihr wirkenden Lehrkräfte berief und die vorbereitenden seminaristischen Kurse erteilte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28/124 was . . . dieser Hochschulkursus hier leisten wollte: Der erste anthroposo­phische Hochschulkursus der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum fand statt vom 26. September bis zum 16. Oktober 1920. - Siehe auch die Hinweise zu S. 9, 10, 20 und 25.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Weltschulverein: Die Anregung zur Begründung eines Weltschulvereins gab Rudolf Steiner während einer Lehrerversammlung am 16. Oktober 1920. Eine Nachschrift dieser Ansprache ist nicht vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33 Wir haben schon im Laufe der Zeit . . . dargelegt: Siehe «Die soziale Grund-forderung unserer Zeit - In geänderter Zeitlage», Gesamtausgabe Dornach 1963, Bibl.-Nr. 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34 Karl Marx, 1818-1883, Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35 Zar Peter der Große, 1672-1725.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin, eigentl. Uljanow, 1870-1924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzkij, eigentl. Leib Bronstein, 1879-1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37 Navigationsakte: Die Magna Charta Maritima des Oliver Cromwell (1599-1658) bezweckte die Stärkung der englischen Flotte, indem Waren des Aus-landes nur auf englischen Schiffen oder Schiffen des Ursprunglandes einge­führt werden durften. Diese Maßnahme traf vor allem die Vormachtstellung Hollands im internationalen Zwischenhandel empfindlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontinentalsperre: Das am 21. November 1806 von Berlin aus erlassene De­kret Napoleons I. verhängte den strengsten Blokadezustand über die britischen Inseln durch Absperrung des gesamten europäischen Festlandes für Handel und Verkehr mit England.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 Alfred von Tirpitz, 1849-1930, Großadmiral, Staatsmann; schuf die deutsche Kampfflotte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 die Rolle solcher Geheimgesellschaften haben wir ja wiederholt besprochen Siehe u. a. die Vorträge vom 20 22 Januar 1917 Das Geheimnss des Lebens nach dem Tode» in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen» II Teil Gesamtaus gabe Dornach 1966, Bibl Nr 174 «Individuelle Geistwesen und ihr Wsrken in der Seele des Menschen» Gesamtausgabe Dornach 1966 Bibl. Nr 178&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Die okkulte Bewegung sm 19 Jahrhundert und shre Bezsehung zur Weltkul tur», Gesamtausgabe Dornach 1969 Bsbl Nr 254&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 unwahres Dokument . . . der Oxforder Professoren: Im Oktober 1920 hatten Professoren und Doktoren der Universität Ozford einen Appell an die Pro­fessoren für Kunst und Wissenschaft in Deutschiand und Österreich gerichtet um, wie es darin heißt, «mit der bitteren Feindseligkeit aufzuräumen, welche unter dem Einflusse des Patriotismus» entstanden sei und zu einer Versöhnung zu finden durch die «brüderlichen Gefühle bei den Studien». - Artikel «Die Völkerversöhnung» in der Basler Nationalzeitung vom 20. Oktober 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53 Charles Darwin, 1809-1882.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53/106 des ökumenischen Konzils: Das achte ökumenische Konzil von Konstanti­nopel im Jahre 869 dekretierte unter Papst Hadrian II. gegen Photios, daß der Mensch eine vernünftige und erkennende Seele habe - unam animam rationa­bilem et intellectualem -, so daß von einem besonderen Geistprinzip im Men­schen nicht mehr gesprochen werden durfte. Das Geistige wurde fortan nur mehr als Eigenschaft der Seele angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54 Ignatius von Loyola, 1491-1556, begründete im Jahre 1534 den Jesuitenorden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58 Wladimir Sergejewitsch Solowjow, 1853-1900, russischer Philosoph und Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59 Rabindranath Tagore, 1861-1941, indischer Philosoph und Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61 Albertus Magnus, 1193-1280, scholastischer Philosoph, genannt Doctor uni­versalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas von Aquino, 1225-1274, Scholastiker, Schüler von Albertus Magnus; genannt Doctor angelicus. 1323 heilig gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Duns Scotus, 1266-1308, Scholastiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roger Bacon, 1214-1294, Franziskaner, lehrte an der Universität Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 drüben im kleinen Kuppelraum: Im ersten Goetheanum. Siehe den Hinweis zu S. 18. - Eine Darstellung der einzelnen Motive des kleinen Kuppelraums findet sich in «Der Baugedanke des Goetheanum», Dornach 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65 Ich habe bereits im Jahre 1891 aufmerksam gemacht: Siehe das Autoreferat Rudolf Steiners über seinen Vortrag im Wiener Goetheverein am 27. Novem­ber 1891 «Über das Geheimnis in Goethes Rätselmärchen in den , im «Literarischen Frühwerk« Bd. III, Heft IV, Dornach 1942, vorgesehen in Bibl.-Nr. 51. - Siehe ferner «Goethes Geistes-art in ihrer Offenbarung durch seinen ,Faust&amp;gt; und durch sein (1899), Gesamtausgabe Dornach 1956, Bibl.­Nr.22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schi!lers «Ästhetischen Briefen»: Siehe «Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, erschienen 1795 in den «Horen». Diese Schrift ging aus Briefen der Jahre 1793-1795 hervor, die Schiller an den Herzog von Augustenburg richtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie»: Erschien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1795 in den «Horen« als Abschluß der Erzählung «Unterhaltungen deutscher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgewanderter« .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68 in meinem ersten Mysterium: Siehe «Die Pforte der Einweihung (Initiation). Ein Rosenkreuzermysterium» (1910) in «Vier Mysteriendramen», Gesamtaus­gabe Dornach 1962, Bibl.-Nr. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Ich habe es dargestellt, indem ich vor kurzer Zeit hier darauf hingewiesen habe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe den ersten Vortrag dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 in meinen «Kern punkten» . . . geschildert: Für die folgenden Ausführungen vgl. das II. Kapitel «Die vom Leben geforderten wirklichkeitsgemäßen Lö­sungsversuche für die sozialen Fragen und Notwendigkeiten».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 man kann das nachlesen bei Goethe überall: Vgl. zum Beispiel das Gespräch mit dem Kanzler von Müller am 8. Juni 1830 und dasjenige mit Eckermann am 11. März 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79 f. Herman Grimm, 1828-1901. Die Zitate sind dem Aufsatz «Heinrich von Treitschke&#039;s Deutsche Geschichte» in «Beiträge zur Deutschen Kulturge­schichte», Berlin 1897, S. 5 f. entnommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80 Erich Ludendorff, 1865-1937, deutscher General.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Ralph Waldo Emerson, 1803-1882, amerikanischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81/99 denkt wie Oswald Spengler: Hier ist Bezug genommen auf Oswald Spenglers (1880-1936) Werk «Der Untergang des Abendlandes», dessen erster Teil 1918 erschienen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82/98 jetzt hält . Arthur Drews Vorträge: Arthur Drews, 1865-1935, Professor der Philosophie an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe, hatte am 10. Oktober 1920 in von der freireligiösen Gemeinde zu Konstanz veranstalteten Vorträgen über «Rudolf Steiners Anthroposophie» gesprochen. Diesen Vor­trag wiederholte er am 19. November in Mainz. - Seine gegen die Anthropo­sophie gerichteten Aufsätze erschienen gesammelt unter dem Titel «Meta­physik und Anthroposophie in ihrer Stellung zur Erkenntnis des Übersinn­lichen», Berlin 1922.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 Eduard von Hartmann, 1842-1906. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graf Hermann Keyserling, 1880-1946. Vgl. beispielsweise das Kapitel: «Für und wider die Theosophie» in «Philosophie als Kunst», Darmstadt 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84 worauf ja vor längerer Zeit schon hingewiesen worden ist: Siehe u. a. «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt», Gesamtausgabe Dornach 1965, Bibl.-Nr. 118.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Anatol Wassiljewitsch Lunatscharskij, 1875-1933, russischer Schriftsteller und Politiker; seit 1917 Volkskommissar für Volksaufklärung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98 der Postmeister von Berlin: Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, 1770-1846.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100 jener sonderbare Gelehrte: Konnte nicht festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 John Wyclif, um 1330-1384, englischer Theologe und Reformator.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Hus, um 1369-1415, böhmischer Theologe und Reformator.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111 Dinge, die der . . . berühmte Schmiedel herausgefunden hat: Gemeint ist der Professor Otto Schmiedel, geb. 1858, der in seiner Schrift «Die Hauptpro­bleme der Leben Jesu Forschung«, Tübingen und Leipzig 1902 S. 39 f. sich fol­gendermaßen äußert: «Wir haben es als ein wesentliches Merkmal der Lebens-darstellungen der Religionsitifter und Erlöserpersönlichkeiten erkannt, daß sie mit frommem Eifer diese Persönlichkeit verherrlichen, ja vergöttlichen. Je mehr diese Tendenz sich steigert, desto mehr verliert der Bericht den ge­schichtlichen Charakter und wird legendarisch. Kehren wir nun die Sache um! Finden wir in den Evangelien Stellen, welche von Jesus etwas im Gegensatz zu diesem Verherrlichungsstreben stehendes aussagen, welche aber von späteren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evangelien umgebogen oder beseitigt worden sind, weil diese an jenen Mensch-lichkeiten, an jenem Mangel an Verherrlichung Anstoß nehmen, so kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß diese Jesum nicht verherrlichenden Stellen alt und echt sind.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 im Ablehnen derlei Frohnmeyers: Bezieht sich auf den protestantischen Mis­sionsinspektor Johann Frohnmeyer in Basel, der 1920 eine Schrift schrieb unter dem Titel «Die theosophische Bewegung, ihre Geschichte, Darstellung und Beurteilung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 Woodrow Wilson, 1856-1924, von 1913-1921 Präsident der Vereinigten Staa­ten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 «Mein Reich ist nicht von dieser Welt»: Job. 18,36.&lt;br /&gt;
134 Karl Goetz und Gerhard Heinzelmann waren damals Theologieprofessoren in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts&#039;&#039;, [[GA 200]] (2003), ISBN 3-7274-2000-6 {{Vorträge|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 200 Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts|!]] [[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 200]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_200&amp;diff=11534</id>
		<title>GA 200</title>
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		<updated>2026-08-07T12:58:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA200.jpg|thumb|{{RSV|200}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
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DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die neue Geistigkeit&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und das Christus-Erlebnis&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des zwanzigsten Jahrhunderts&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Sieben Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
zwischen dem 17. und 31. Oktober 1920&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;h3&amp;gt;GA 200&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 200#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. Oktober 1920|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#ZWEITER VORTRAG Dornach, 22. Oktober 1920|ZWEITER VORTRAG Dornach, 22. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#DRITTER VORTRAG Dornach, 23. Oktober 1920|DRITTER VORTRAG Dornach, 23. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. Oktober 1920|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#SECHSTER VORTRAG Dornach, 30. Oktober 1920|SECHSTER VORTRAG Dornach, 30. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
* [[GA 200#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. Oktober 1920|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. Oktober 1920]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in den Vorträgen, die hier während des Kursus über Geschichte gehalten worden sind, mehreres erwähnt worden, das zu betrachten gerade in der gegenwärtigen Zeit von einer ganz besonderen Wichtig­keit sein kann. Zunächst ist in bezug auf den geschichtlichen Verlauf der Menschheitsentwickelung, die ja oftmals besprochene Frage er­wähnt worden, ob die hauptsächlichsten treibenden Kräfte in dieser Entwickelung die einzelnen hervorragenden, tonangebenden Persön­lichkeiten seien, oder ob das Wesentliche bewirkt werde nicht von diesen einzelnen Persönlichkeiten, sondern von den Massen. Es ist die­ses in vielen Kreisen immer ein strittiger Punkt gewesen, und über ihn wurde wirklich mehr aus Sympathie und Antipathie heraus entschie­den als aus wirklicher Erkenntnis. Das ist die eine Tatsache, die ich gewissermaßen als wichtig erwähnen möchte. Die andere Tatsache, die ich gerade aus den geschichtlichen Betrachtungen heraus als wichtig hier notieren möchte, ist die folgende: Mit einem deutlichen Kundgeben ist im Beginn des 19. Jahrhunderts Wilhelm von Humboldt auf­getreten, indem er verlangt hat, die Geschichte solle so betrachtet werden, daß man nicht nur die einzelnen Tatsachen in Erwägung zieht, die äußerlich in der physischen Welt zu beobachten sind, sondern aus einer zusammenfassenden, synthetisierenden Kraft heraus dasjenige sieht, was im geschichtlichen Werden wirksam ist, was aber eigentlich nur gefunden werden kann von demjenigen, der in einem gewissen Sinne dichterisch, aber dann eigentlich die Wahrheit dichtend, die ge­schichtlichen Tatsachen zusammenzufassen weiß. Es ist auch darauf aufmerksam gemacht worden, wie im Laufe des 19. Jahrhunderts dann gerade die entgegengesetzte geschichtliche Denkweise und Gesinnung eine besondere Ausbildung erfahren hat, wie keineswegs Ideen in der Geschichte verfolgt worden sind, sondern eben nur der Sinn für die äußere Tatsachenwelt entwickelt worden ist. Und es ist darauf auf­merksam gemacht worden, daß gerade über die letztere Frage eigent­lich erst zur Klarheit gekommen werden kann aus der Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heraus, weil ja erst die Geisteswissenschaft die wirklichen trei­benden Kräfte des geschichtlichen Werdens der Menschheit enthül­len kann. Humboldt war eine solche Geisteswissenschaft noch nicht zugänglich. Er sprach von Ideen, aber Ideen haben doch keine trei­bende Kraft. Ideen als solche sind eben Abstraktionen, wie ich schon gestern hier erwähnte. Und derjenige, der auch Ideen als die treiben­den Kräfte der Geschichte finden möchte, könnte niemals beweisen, daß diese Ideen wirklich etwas tun, denn sie sind nichts Wesenhaftes, und nur Wesenhaftes kann etwas tun. Die Geisteswissenschaft deutet auf wirkliche geistige Kräfte hin, die hinter den sinnlich-physischen Tatsachen sind, und in solchen wirklichen geistigen Kräften liegen die Motoren des Geschichtlichen, wenn auch diese geistigen Kräfte für den Menschen dann eben durch Ideen ausgedrückt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber über all diese Dinge kommen wir nur zur Klarheit, wenn wir einen tieferen Blick eben gerade vom geisteswissenschaftlichen Stand­punkte aus in das geschichtliche Werden der Menschheit werfen, und wir wollen es heute einmal so tun, daß durch unsere Betrachtungen einige Tatsachen uns erfließen, die gerade für die Beurteilung der ge­genwärtigen Menschheitssituation wichtig sein können. Ich habe schon öfter erwähnt, daß die Geisteswissenschaft, wenn sie geschichtliche Betrachtungen anstellt, dann eigentlich eine Symptomatologie betrei­ben müsse, eine Symptomatologie, die darin besteht, daß man sich be­wußt ist: Hinter dem, was als physisch-sinnlicher Tatsachenstrom ab­läuft, liegen die treibenden geistigen Kräfte. Aber es gibt überall in dem geschichtlichen Werden Punkte, wo das eigentlich Wesenhafte symptomatisch an die Oberfläche tritt und wo man es beurteilen kann aus den Erscheinungen heraus, wenn man nur die Möglichkeit hat, in seiner Erkenntnis von diesen Erscheinungen aus mehr hineinzudringen in die Tiefen des geschichtlichen Werdens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das durch eine einfache versinnlichende Zeichnung klar­machen. Nehmen wir einmal an, dies wäre ein Strom von geschicht­]ichen Tatsachen (siehe Zeichnung). Dasjenige, was treibende Kräfte sind, liegt eigentlich für die gewöhnliche Beobachtung unter dem Strom dieser Tatsachen. Wenn etwa ein Seelenauge diesen Strom der Tat­sachen so beobachtet, dann würde unter dem Strom der Tatsachen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das eigentliche Wirken der treibenden Kräfte liegen (rot). Aber es gibt bedeutsame Punkte innerhalb des Tatsachenstromes. Und diese bedeutsamen Punkte zeichnen sich eben dadurch aus, daß bei ihnen das sonst sich Verbergende an die Oberfläche tritt. So daß wir sagen können: Hier würde an einer besonderen Erscheinung, die man nur richtig abschätzen muß, klarwerden können, was auch sonst überall wirkt, was sich aber nicht an so prägnanten Erscheinungen zeigt. - Nehmen wir an, das (siehe Zeichnung) wäre in irgendeinem Jahre der Weltgeschichte, was sich hier abspielt etwa 800 nach Christi Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 11 Kopie.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 11]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was für Europa, sagen wir, für Westeuropa bedeutsam war, wirkte natürlich auch vorher, wirkte auch nachher; aber nicht in einer so prägnanten Art zeigte es sich in der vorhergehenden Zeit und in der nachfolgenden Zeit, wie gerade da. Wenn man auf eine solche Geschichtsbetrachtung weist, die hinschaut auf prägnante Punkte, so liegt eine solche durchaus im Sinne des Goetheanismus. Denn Goethe wollte überhaupt alle Weltbetrachtung so einrichten, daß auf gewisse prägnante Punkte hingeschaut werde, und aus dem, was in solchen prägnanten Punkten erschaut werden kann, dann der übrige Gehalt des Weltgeschehens erkannt werden sollte. Goethe sagt gerade­zu: Innerhalb der Fülle der Tatsachen komme es darauf an, überall einen prägnanten Punkt zu finden, von dem aus sich die Nachbar-gebiete überschauen lassen, von dem aus sich viel enträtseln läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nehmen wir dieses Jahr 800 etwa. Da können wir auf eine Tatsache hinweisen in der westeuropäischen Menschheitsentwickelung, die gegenüber der gewöhnlichen Geschichtsbetrachtung unbedeutend erscheinen könnte, die man vielleicht gar nicht beachtenswert findet für das, was man sonst Geschichte nennt, die aber doch für eine tiefere Betrachtung des Menschheitswerdens eben ein prägnanter Punkt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dieses Jahr herum etwa war eine Art theologisch-gelehrter Streit zwischen dem Manne, der eine Art Hofphilosoph des Frankenreiches war, Alkuin, und einem damals im Frankenreiche lebenden Griechen. Der Grieche, der bewandert war gerade in der besonderen Seelenver-fassung des Griechenvolkes, die sich auf ihn herüber vererbt hatte, hatte die Prinzipien des Christentums beurteilen wollen und kam auf den Begriff der Erlösung. Er stellte die Frage: Wem ist denn eigent­lich bei dieser Erlösung durch den Christus Jesus das Lösegeld ausbe­zahlt worden? - Er, der griechische Denker, kam zu der Lösung, dem Tod sei das Lösegeld ausbezahlt worden. Also es war gewissermaßen eine Art Erlösungstheorie, die dieser Grieche aus dieser ganz griechi­schen Denkweise, die eben das Christentum kennenlernt, entwickelt hat. Dem Tod sei das Lösegeld durch die Weltenmächte ausbezahlt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alkuin, der damals in jener theologischen Strömung drinnenstand, welche dann maßgebend geworden ist für die Entwickelung der rö­misch-katholischen Kirche des Abendlandes, diskutierte in der folgen­den Weise über das, was dieser Grieche vorgebracht hatte. Er sagte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lösegeld kann doch nur einem Wesen ausbezahlt werden, das wirklich ist; aber der Tod hat doch keine Wirklichkeit, der Tod schließt nur die Wirklichkeit ab, der Tod ist nichts Wirkliches; also könne auch nicht das Lösegeld an den Tod bezahlt worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es kommt jetzt nicht darauf an, die Alkuinsche Denkweise zu kritisieren; denn für denjenigen, der die Tatsachenzusammenhänge etwas durchschauen kann, hat die ganze Anschauung, daß der Tod kein Wirkliches sei, etwas Ähnliches mit jener Anschauung, die sagt: Die Kälte ist doch nichts Wirkliches, sondern sie ist nur die Herab-minderung der Wärme, ist nur eine geringere Wärme; da die Kälte nichts Wirkliches ist, ziehe ich mir keinen Winterrock im Winter an, denn ich werde mich doch nicht gegen etwas Unwirkliches schützen. -Aber davon wollen wir ganz absehen, sondern wir wollen vielmehr den Streit zwischen Alkuin und dem Griechen rein positiv nehmen und wollen uns fragen, was da eigentlich geschehen ist; denn es ist schon etwas höchst Auffälliges, daß ja nicht diskutiert wird über den Begriff der Erlösung selber, nicht diskutiert wird so, daß gewissermaßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die beiden Persönlichkeiten, der Grieche und der römisch-ka­tholische Theologe, denselben Gesichtspunkt einnehmen, sondern daß der römisch-katholische Theologe den Standpunkt ganz verschiebt, bevor er überhaupt darauf eingeht. Er redet nicht in der Richtung weiter, die er gerade angeschlagen hat, sondern er bringt das ganze Problem in eine ganz andere Richtung. Er fragt: Ist der Tod etwas Wirkliches oder nicht? - und wendet ein, der Tod sei eben nichts Wirkliches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das weist uns von vorneherein darauf hin, daß da zwei Anschau­ungen zusammenstoßen, die aus ganz verschiedenen Seelenverfassun­gen herauskommen. Und so ist es auch. Der Grieche dachte gewisser­maßen noch fort in der Richtung, die im Griechentum im Grunde ge­nommen erst verglommen war zwischen Plato und Aristoteles. In Plato war noch etwas lebendig von der alten Weisheit der Menschheit, von jener Weisheit, die uns hinüberführt nach dem alten Orient, wo eine Urweisheit gelebt hat, allerdings in alten Zeiten, die dann immer mehr und mehr in die Dekadenz gekommen ist. Die letzten Ausläufer, möchte ich sagen, dieser orientalischen Urweisheit, finden wir bei Plato, wenn wir ihn richtig verstehen können. Dann setzt, wie durch eine rasch sich entwickelnde Metamorphose, der Aristotelismus ein, der im Grunde genommen eine ganz andere Seelenverfassung darbietet, als es die pla­tonische ist. Der Aristotelismus stellt ein ganz anderes Element dar in der Menschheitsentwickelung als der Platonismus. Und wenn wir den Ari­stotelismus dann weiter verfolgen, so nimmt er auch wiederum verschie­dene Formen, verschiedene Metamorphosen an, aber sie lassen sich doch alle in ihrer Ähnlichkeit erkennen. Wir sehen dann, wie als altes Erbgut in dem Griechen, der gegen Alkuin zu kämpfen hat, der Platonismus wei­ter fortlebt, wie aber bei Alkuin bereits der Aristotelismus vorhanden ist. Und wir werden hingewiesen, indem diese beiden Menschen in unser Blickfeld treten, auf jenes Wechselspiel, das sich vollzogen hat auf euro­päischem Boden zwischen zwei, man kann nicht einmal gut sagen Weltanschauungen, sondern menschlichen Seelenverfassungen, derje­nigen, die ihren Ursprung noch hat in alten Zeiten des Orients drüben und derjenigen, die sich dann später hineinstellt, die wir im Orient noch nicht finden, die auftauchte in den mittleren Gegenden der Zivilisation,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Aristoteles zuerst ergriffen hat. Sie klingt in Aristoteles aber erst leise an; denn in ihm lebt doch noch viel Griechentum, sie entwickelt sich aber dann mit besonderer Vehemenz in der römischen Kultur, innerhalb welcher sie sich schon lange vor Aristoteles, ja vor Plato vorbereitet hat. So daß wir auch sehen, wie auf der italienischen Halbinsel schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert sich eine be­sondere Kultur, nur nuanciert, vorbereitet neben dem, was auf der griechischen Halbinsel weiterlebt wie eine Art letzter Ausläufer der orientalischen Seelenverfassung. Und wenn wir auf die Unterschiede dieser beiden menschlichen Denkweisen eingehen, so finden wir wich­tige historische Impulse. Denn dasjenige, was sich in diesen Denkwei­sen ausdrückt, ging dann über in das Gefühlsleben der Menschen, ging über in die Struktur der menschlichen Handlungen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fragen wir uns einmal: Was lebte denn in dem, was in Ur­zeiten sich entwickelte im Oriente drüben als Weltanschauung, was dann im Platonismus, ja noch sogar als in einem Spätling im Neupla­tonismus seine Ausläufer fand. Es ist eine hochgeistige Kultur, die aus einer inneren Anschauung kam, welche vorzugsweise in Bildern, in Imaginationen lebte, aber in Bildern, die nicht durchdrungen waren von dem Vollbewußtsein, noch nicht durchdrungen waren von dem vollen Ich-Bewußtsein der Menschen. In gewaltigen Bildern ging ge­rade im alten orientalischen Geistesleben, von dem Veda und Vedanta die Nachklänge sind, dasjenige auf, was eben im Menschen als das Geistige lebt. Aber es war in einer - ich bitte, das Wort nicht mißzu­verstehen und es nicht mit dem gewöhnlichen Träumen zu verwech­seln -, es war in einer traumhaften, in einer dumpfen Art vorhanden, so daß dieses Seelenleben nicht durchwellt und durchstrahlt war von dem, was im Menschen lebt, wenn er deutlich sich seines Ich und seiner eigenen Wesenheit bewußt wird. Der Orientale war sich wohl be­wußt, daß seine Wesenheit vorhanden war vor der Geburt, daß sie durch den Tod wiederum in dieselbe geistige Welt zieht, in der sie vor der Geburt oder vor der Empfängnis vorhanden war. Der Orien-tale schaute auf dasjenige, was durch Geburten und Tode zog. Aber jenes innere Fühlen, das in dem «Ich bin» lebt, das schaute der Orien­tale als solches nicht an. Es war gewissermaßen dumpf, wie ausgeflossen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in einer Gesamtseelenanschauung, die sich nicht bis zu einem solchen Punkte hin konzentriert, wie es das Ich-Erlebnis ist. In was schaute denn da der Orientale eigentlich hinein, wenn er sein instink­tives Schauen hatte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann es noch fühlen, wie ganz anders diese orientalische Seelen-verfassung war als die der späteren Menschheit, wenn man sich zu diesem Verständnis vielleicht durch Geisteswissenschaft vorbereitet, in jene merkwürdigen Schriften vertieft, die zugeschrieben werden -ich will jetzt die Autorfrage nicht weiter untersuchen, ich habe mich öfter darüber ausgesprochen - dem Dionysius vom Areopag, dem Areo­pagiten. Da wird noch gesprochen von dem «Nichts» als von einer Realität, der nur das Sein der äußeren Welt, wie man sie im gewöhn­lichen Bewußtsein überblickt, als etwas anderes Reales entgegenge-stellt wird. Dieses Sprechen von dem Nichts, das klingt dann noch weiter fort. Bei Scotus Erigena, der am Hofe Karls des Kahlen lebte, findet man noch Nachklänge, und den letzten Nachklang findet man dann im 15. Jahrhundert bei Nikolaus Cusanus. Aber dann verglimmt das vollständig, was gemeint war in dem Nichts, das man bei Dio­nysius dem Areopagiten findet, von dem aber der Orientale als von etwas ihm Selbstverständlichen sprach. Was war für den Orientalen dieses Nichts? Es war ein Wirkliches für ihn. Er richtete den Blick in die umgebende Sinneswelt, er sagte sich: Diese Sinneswelt ist ausge­dehnt im Raum, verfließt in der Zeit, und man sagt im gewöhnlichen Leben zu dem, was im Raume ausgedehnt ist und in der Zeit verfließt, es sei ein Etwas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das, was der Orientale sah, was für ihn eine Realität war, die durch Geburten und Tode geht, das war nicht in diesem Raum ent­halten, in dem sich die Mineralien befinden, die Pflanzen sich ent­wickeln, die Tiere sich bewegen, der Mensch als physisches Wesen sich bewegt und handelt, es war auch nicht in jener Zeit enthalten, in der sich unsere Vorstellungen, Gefühle und Willensimpulse abspielen. Der Orientale war sich ganz klar: Man muß aus diesem Raume heraus­gehen, in dem die physischen Dinge ausgedehnt sind, und sich bewegen, und man muß aus dieser Zeit herausgehen, in der unsere Seelenkräfte des gewöhnlichen Lebens sich betätigen. Man muß in eine ganz andere&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Welt eindringen, in die Welt, die für das äußere zeitlich-räumliche Dasein das Nichts ist, das aber doch ein Wirkliches ist. Der Orientale empfand eben gegenüber den Welterscheinungen etwas, was der Euro­päer höchstens noch auf dem Gebiete der realen Zahl empfindet. Wenn der Europäer fünfzig Franken hat, so hat er etwas. Wenn er fünfund­zwanzig Franken davon ausgibt, so hat er nur noch fünfundzwanzig Franken; wenn er wieder fünfzehn Franken ausgibt, so hat er noch zehn; wenn er diese auch ausgibt, hat er nichts; wenn er jetzt mit Aus­geben weiterfährt, hat er fünf, zehn, fünfzehn, fünfundzwanzig Fran­ken Schulden. Er hat immer nichts, aber er hat doch etwas sehr Reales, wenn er statt einfach leerem Portemonnaie fünfundzwanzig oder fünf­zig Franken Schulden hat. Das bedeutet in der realen Welt auch etwas sehr Reales, wenn man diese Schulden hat. Es ist ein Unterschied in der ganzen Lebenssituation, ob man nichts hat oder ob man fünfzig Franken Schulden hat. Diese fünfzig Franken Schulden sind ebenso wirksame Kräfte für die Lebenssituation, wie auf der anderen Seite im entgegengesetzten Sinne fünfzig Franken Vermögen wirksame Kräfte sind. Auf diesem Gebiete läßt sich wahrscheinlich der Europäer auf die Realität der Schulden ein, denn es muß in der realen Welt immer etwas vorhanden sein, wenn man Schulden hat. Die Schulden, die man selber hat, mögen für einen eine noch so sehr negative Größe sein, für den anderen, dem man sie schuldet, sind sie aber eine recht positive Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, wenn es nicht bloß auf das Individuum ankommt, sondern auf die Welt, da ist dasjenige, was ja nach der einen Seite der Null liegt, die entgegengesetzt ist der Vermögensseite, doch etwas sehr Rea­les. Der Orientale empfand, aber nicht, weil er irgendwie spekulierte, sondern weil ihn seine Anschauung nötigte, so zu empfinden, er emp­fand: Da erlebe ich auf der einen Seite den Raum und die Zeit, und auf der anderen Seite erlebe ich dasjenige, was nicht im Raum und in der Zeit beobachtet werden kann, was für die Raum- und Zeitdinge und für das Raum- und Zeitgeschehen ein Nichts ist, aber eine Realität ist, eben nur eine andere Realität. Nur durch ein Mißverständnis ist dann dasjenige entstanden, dem sich die abendländische Zivilisation unter Roms Führung hingegeben hat: die Schöpfung der Welt aus dem Nichts,&lt;br /&gt;
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wobei man unter dem Nichts nur die Null gedacht hat. Im Oriente, wo diese Dinge ursprünglich konzipiert worden sind, entsteht die Welt nicht aus dem Nichts, sondern aus jenem Realen, auf das ich Sie eben hingewiesen habe. Und ein Nachklang desjenigen, das durch alle orien­talische Denkweise und bis zu Plato herunter vibriert hat, was Ewig­keitsimpuls einer alten Weltanschauung war, ein Nachklang davon lebte in dem Griechen am Hofe Karls des Großen, der mit Alkuin zu diskutieren hatte. Und eine Abweisung des geistigen Lebens, für das dieses Nichts die äußere Form war im Oriente, lebte bei dem Theolo­gen Alkuin, der daher, als der Grieche von dem Tod, der aus dem geistigen Leben heraus verursacht ist, als von etwas Realem sprach, nur erwidern konnte: Der Tod ist doch ein Nichts, also kann er kein Löse-geld erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, all das, was Gegensatz ist zwischen alter orientalischer, bis zu Plato reichender Denkweise und dem, was später folgte, drückt sich aus in diesem prägnanten Punkte, wo Alkuin mit dem Griechen am Hofe Karls des Großen diskutierte. Denn, was war mittlerweile eingezogen in die europäische Zivilisation seit Plato, namentlich durch die Verbreitung des romanischen Wesens? Es war eingezogen diejenige Denkweise, welche man dadurch zu begreifen hat, daß sie vorzugs­weise auf das geht, was der Mensch durchlebt zwischen Geburt und Tod. Die Seelenverfassung, die sich vorzugsweise beschäftigt mit dem, was der Mensch durchlebt zwischen Geburt und Tod, das ist die lo­gisch-juristische, die logisch dialektisch-juristische. Das Morgenland hatte nichts Logisch-Dialektisches und am wenigsten etwas Juristi­sches. Das Abendland brachte in die morgenländische Denkweise das logisch-juristische Denken so stark hinein, daß wir selbst das religiöse Empfinden durchjuristet finden. Wir sehen in der Sixtinischen Ka­pelle in Rom uns entgegenragen von der Meisterhand Michelangelos den Weltenrichter Christus, der da richtet über die Guten und die Bösen.&lt;br /&gt;
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In die Gedanken über den Weltverlauf ist Juristisch-Dialektisches hineingezogen. Ganz fremd war das der orientalischen Denkweise. Da gab es so etwas nicht, wie Schuld und Sühne, wie Erlösung überhaupt. Daher kann der Grieche fragen: Was ist denn diese Erlösung? - Da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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gab es eben die Anschauung jener Metamorphose, durch die sich das Ewige umgestaltet durch Geburten und Tode hin; da gab es dasjenige, was in dem Begriff des Karma lebte. Dann aber wurde alles hereinge-spannt in eine Anschauungsweise, welche eigentlich nur gültig ist für das Leben zwischen Geburt und Tod, welche nur umfassen kann dieses Leben zwischen Geburt und Tod. Das aber, dieses Leben zwischen Geburt und Tod, hatte sich gerade wieder dem Orientalen entzogen. Er blickte viel mehr auf des Menschen Wesenskern hin. Er hatte we­niger Verständnis für das, was sich zwischen Geburt und Tod ab­spielte. Und innerhalb dieser abendländischen Kultur wurde nun groß jene Denkweise, die vorzugsweise das erfaßt, was innerhalb von Ge­burt und Tod sich abspielt durch jene Kräfte, die der Mensch dadurch hat, daß er sein Geistig-Seelisches mit einem Leib umkleidet hat, mit einem physischen und ätherischen Leibe. In dieser Konstitution, in dem innerlichen Erleben des Geistig-Seelischen und in der Art dieses Erle­bens, die davon herkommt, daß man eben eingetaucht ist mit dem Gei­stig-Seelischen in einen physischen Leib, kommt die klare, die volle Erfassung, die innerliche Erfassung des Ich. Daher geschieht es auch im Abendlande, daß der Mensch sich gedrängt fühlt, gerade sein Ich zu erfassen, sein Ich als Göttliches zu erfassen. Wir sehen diesen Drang, das Ich als ein Göttliches zu erfassen, auftreten bei den mittelalterlichen Mystikern, bei Eckart, bei Tauler, bei den anderen. Diese Erfassung des Ich kristallisiert sich mit aller Macht heraus in dem, was die mitt­lere Kultur ist. So daß wir unterscheiden können: die Ostkultur, die Zeit, in der das Ich erst dumpf erlebt wird; die Mittelkultur, sie ist vorzugsweise diejenige, in der das Jch erlebt wird. Und wir sehen, wie in den mannigfaltigsten Metamorphosen dieses Ich erlebt wird:&lt;br /&gt;
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erst, ich möchte sagen, in jener dämmerhaften Weise, in der es auf­tritt bei Eckart, bei Tauler, bei den anderen Mystikern; dann immer deutlicher und deutlicher, indem sich alles dasjenige herausentwickelt, was aus dieser Ich-Kultur stammen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen dann, wie innerhalb der Ich-Kultur der Mitte ein anderer Einschlag auftritt. Am Ende des 18.Jahrhunderts tritt in Kant etwas auf, was im Grunde genommen gar nicht erklärbar ist aus dem Fort-strömen dieser Ich-Kultur. Denn, was kommt durch Kant herauf?&lt;br /&gt;
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Kant untersucht das Erkennen der Natur. Er kommt nicht zurecht damit. Es fällt ihm das Naturerkennen auseinander in Subjektivitäten, er dringt nicht bis zum Ich vor, trotzdem er fortwährend vom Ich spricht, sogar aus dem Ich heraus in manchen Kategorien, in den An­schauungen von Raum und Zeit, die ganze Natur umfassen möchte. Er dringt doch nicht zum wirklichen Erleben des Ich vor. Er kon­struiert auch eine praktische Philosophie mit dem kategorischen Im­perativ, der aus unergründlichen Gegenden der Menschenseele sich kundgeben soll. Wiederum erscheint dabei nicht das Ich. In der Kant­schen Philosophie ist es merkwürdig: Es ist die ganze Wucht der Dia­lektik, des dialektisch-logisch-juristischen Denkens da, indem alles auf das Ich hintendiert; aber er kann nicht dazu kommen, dieses Ich philo­sophisch wirklich zu durchschauen. Da muß irgend etwas sein, was ihn daran hindert. Dann kommt Fichte, der noch der Schüler Kants ist, und der mit aller Wucht seine ganze Philosophie aus diesem Ich heraus-quellen lassen will, der den, ich möchte sagen, durch seine Einfachheit niederschlagenden Satz als den höchsten Satz seiner Philosophie hin­stellt: «Ich bin.» Und aus diesem «Ich bin» soll alles, was richtig wis­senschaftlich ist, folgen. Man soll gleichsam deduzieren können, her­auslesen können aus dem «Ich bin», die ganze Weltanschauung. Kant kann nicht zu dem «Ich bin» kommen. Fichte gleich hinterher, noch als der Schüler Kants, schleudert ihm entgegen das «Ich bin». Und die Leute sind erstaunt: Das ist ein Schüler Kants, der redet so etwas! -Und Fichte sagt: So viel er nur verstehen kann, müsse Kant, wenn er richtig zu Ende denken könnte, dasselbe denken, was er denkt! - So unerklärlich ist es Fichte, daß Kant anders denkt als er, daß er sagt: Wenn Kant nur zu Ende denkt, so muß er geradeso denken, so muß er auch zu dem «Ich bin» kommen. - Und Fichte drückt das noch deutlicher aus, indem er sagt: Ich würde lieber die ganze Kantsche Kritik für ein blindes Spiel von zufällig durcheinander gewirbelten Begriffen halten, als für das Werk eines Kopfes, wenn nicht meine Philosophie aus der Kantschen richtig folgen würde. - Kant weist das selbstverständlich zurück. Er will nichts zu tun haben mit dem, was Fichte als seine Konsequenzen gezogen hat.&lt;br /&gt;
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Nun sehen wir, wie sich an Fichte das anschließt, was dann als&lt;br /&gt;
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deutsche idealistische Philosophie in Schelling, in Hegel aufgesprossen ist, was all die Kämpfe hervorgerufen hat, von denen ich zum Teil in meinen Vorträgen über die «Grenzen der Naturerkenntnis» gesprochen habe. Aber wir sehen doch etwas Eigentümliches. Wir sehen, wie Hegel ganz in einer kristallklaren Ausgestaltung des Juristisch-Dialektisch-Logischen lebt und ein Weltanschauungsbild daraus gewinnt, aber nur ein Weltanschauungsbild, welches sich interessiert für dasjenige, was zwischen Geburt und Tod verfließt. Denn gehen Sie die ganze Hegel­sche Philosophie durch, Sie finden darin nichts, was über Geburt und Tod hinausgeht. Es schließt alles mit der Weltgeschichte, mit Religion, Kunst und Wissenschaft, all dem, was hereinfällt in die Erlebnisse zwischen Geburt und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn da Merkwürdiges geschehen? Nun, dasjenige, was in Fichte, Schelling und Hegel herausgekommen ist, diese stärkste Ent­faltung der mittleren Kultur, in der das Ich zum vollen Bewußtsein, zum inneren Erleben kam, das war nur eine Reaktion noch, ein letztes Reagieren gegenüber etwas anderem. Denn man versteht Kant nur, wenn man folgendes richtig ins Auge faßt. Jetzt komme ich wieder an einen prägnanten Punkt, von dem sich vieles ableiten läßt. Sehen Sie, Kant war noch - das geht aus seinen älteren Schriften klar her­vor - ein Schüler des Rationalismus des 18.Jahrhunderts, der in Leib­niz in genialer, in Wolff in pedantischer Weise gelebt hat. Und man sieht: Diesem Rationalismus kam es eigentlich gar nicht darauf an, auf ein Geistig-Wirkliches wirklich zu kommen - Kant wies es daher ab, dieses «Ding an sich», wie er es nannte -, sondern es kam ihm darauf an, zu beweisen, sicher zu beweisen! Kants Schriften sind in dieser Beziehung auch merkwürdig. Er schrieb seine «Kritik der rei­nen Vernunft», in der er eigentlich fragt: Wie muß die Welt sein, damit man in ihr beweisen kann? - Nicht: Was sind die Realitäten dabei? -, sondern er frägt eigentlich: Wie muß ich mir die Welt denken, damit ich in ihr logisch-dialektisch, logisch beweisen kann? - Es kommt ihm nur darauf an, und er sucht in seinen «Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten kön­nen», eine Metaphysik zu dem, was sich in seinem Sinne beweisen läßt:&lt;br /&gt;
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Alles andere raus! Hol&#039; der Teufel die Realität der Welt, man lasse&lt;br /&gt;
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mir nur die Kunst des Beweisens! Was schert mich, was die Wirklich­keit ist; wenn ich sie nicht beweisen kann, dann kümmere ich mich nicht um sie!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Weise haben diejenigen natürlich nicht gedacht, die solche Bücher geschrieben haben wie Christian Wolff zum Beispiel, «Ver­nünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt» etwa, sondern ihnen kam es darauf an, ein sauberes, in sich geschlossenes System von Beweisen zu haben, wie sie eben das Beweisen ansehen. Kant lebte in dieser Sphäre; aber da war immerhin etwas da, was zwar ein ausgepreßter Balg der mittleren Welt­anschauung war, aber doch in die mittlereweltanschauung hineinpaßte. Kant aber, der hat noch etwas anderes, was unerklärlich macht, wodurch er Fichtes Lehrer werden konnte. Er regt doch immerhin Fichte an, und Fichte wirft ihm wieder entgegen die starke Betonung des «Ich bin», wirft ihm entgegen allerdings nicht bloße Beweise, denn die wird man bei Fichte nicht suchen, aber ein vollentwickeltes inneres Seelenleben. Es taucht bei Fichte mit aller Kraft des inneren Seelenlebens eigent­lich das auf, was man bei den Wolffianern, bei den Leibnizianern strohern finden kann. Fichte konstruiert seine Philosophie aus dem «Ich bin» heraus in lauter reinen Begriffen; nur sind sie bei ihm le­bensvoll. Sie sind auch bei Schelling, sie sind auch bei Hegel. Aber was ist denn da eigentlich über Kant herüber geschehen? Nun, man trifft auf den prägnanten Punkt, wenn man Kant verfolgt, wie er sich ent­wickelt hat. Aus einem Schüler Wolffs ist etwas anderes dadurch geworden, daß ihn der englische Philosoph David Hume, wie er sel­ber sagt, aus dem dumpfen dogmatischen Schlummer geweckt hat. Was ist da in Kant hineingefahren, was Fichte nicht mehr verstehen konnte? Da ist in Kant - es paßte nur schlecht in ihn hinein, weil er zu stark verstrickt war mit dem Mitteleuropäertum - hineingefahren das­jenige, was jetzt die Westkultur ist. Ihm trat sie entgegen in der Per­sönlichkeit des David Hume; da fuhr in Kant die Westkultur hinein. Und worin können wir ihr Eigentümliches suchen? In der morgen-ländischen Kultur, da finden wir, daß das Ich unten dumpf noch lebt, wie traumhaft, in den Seelenerlebnissen, die sich imaginativ bildhaft ausdrücken, ausbreiten. In der Westkultur, da finden wir, daß das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Ich gewissermaßen von den rein äußerlichen Tatsachen erdrückt wird. Da ist das Ich zwar vorhanden, da ist es aber nicht dumpf vorhanden, sondern da bohrt es sich hinein in die Tatsachen. Und da bildet man zum Beispiel eine merkwürdige Psychologie aus. Da redet man nicht so wie Fichte über das Seelenleben, der alles aus dem einen Punkt des Ich herausarbeiten möchte, da redet man von Gedanke und Gedanke und Gedanke, und die assoziieren sich. Da redet man von Gefühlen und Vorstellungen und Empfindungen, und die assoziieren sich, und Willensimpulse assoziieren sich. Da redet man von dem inneren Seelen-leben so, wie von Gedanken, die sich assoziieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte redet von dem Ich; das strahlt die Gedanken aus. Im Westen fällt das Ich vollständig heraus, weil es absorbiert, aufgesogen ist von den Gedanken, von den Empfindungen, die man wie selbständig macht, und die sich assoziieren und wieder trennen. Und man verfolgt das Seelenleben so, als ob sich die Vorstellungen verbinden und trennen würden. Lesen Sie Spencer, lesen Sie John Stuart Mill, lesen Sie die amerikanischen Philosophen: überall, wo sie auf Psychologie zu reden kommen, da ist diese merkwürdige Anschauung, die nicht das Ich ausschließt wie der Orient, weil es dort dumpf entwickelt wird, son­dern die das Ich voll in Anspruch nimmt, aber es versinken läßt in die Region des vorstellenden, fühlenden, wollenden Seelenlebens. Man könnte sagen: Beim Orientalen ist das Ich noch über Vorstellen, Füh­len und Wollen; es ist noch nicht heruntergestiegen auf das Niveau von Vorstellen, Fühlen und Wollen. Bei dem Menschen der Westkul­tur ist das Ich schon unter der Sphäre, da ist es unter der Oberfläche von Denken, Fühlen und Wollen, so daß es zunächst nicht mehr bemerkt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 22.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 22]]&lt;br /&gt;
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wird, daß man von Denken, Fühlen und Wollen wie von selb­ständigen Mächten redet. - Das ist in Kant hineingefahren in der Ge­stalt der Philosophie des David Hume. Dem hat sich noch die mitt­lere Partie der Erdenkultur mit aller Gewalt entgegengestellt in Fichte, in Schelling, in Hegel. Dann überflutet der Darwinismus, der Spence­rismus die Westkultur, alles, was zunächst da ist.&lt;br /&gt;
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Nur dann wird man zu einem Verständnisse desjenigen kommen können, was da lebt in der Menschheitsentwickelung, wenn man diese tieferen Kräfte untersucht. Dann findet man, daß sich auf eine natur­gemäße Weise im Oriente etwas entwickelt, was eigentlich nur Geistes­leben war. Dann hat sich in dem mittleren Gebiete etwas entwickelt, was dialektisch-juristisch war, was eigentlich die Staatsidee hervorge­bracht hat, weil es auf diese anwendbar ist. Gerade solche Denker, wie Fichte, Schelling, Hegel, konstruieren mit einer ungeheuren Sympathie die einheitlichen Staatsgebilde. Dann taucht aber im Westen eine solche Kultur auf, die von einer Seelenverfassung herrührt, wo das Ich ab­sorbiert ist, unter dem Niveau von Denken, Fühlen und Wollen ver­läuft, wo man von Assoziationen spricht im Vorstellungs-, im Ge­fühlsleben. Man sollte dieses Denken nur auf das Wirtschaftsleben an­wenden! Da ist es am richtigen Platze. Man war vollständig fehlge­gangen, als man es anwendete zuerst auf etwas anderes als auf das Wirtschaftsleben. Da ist es groß, da ist es genial, und würde Spencer, würde John Stuart Mill, würde David Hume, würden sie alle dasje­nige, was sie auf die Philosophie verschwendet haben, auf Einrich­tungen des Wirtschaftslebens verwendet haben, es wäre großartig geworden. Würden die in Mitteleuropa wohnenden Menschen das, was ihnen als Begabung naturgemäß war, beschränkt haben auf den bloßen Staat, und würden sie nicht zugleich damit auch das Geistesleben und das Wirtschaftsleben haben erfassen wollen, es hätte etwas Großartiges daraus werden können. Denn mit dem, was Hegel denken konnte, was Fichte denken konnte, hätte man, wenn man innerhalb des juristisch-staatlichen Gebilde bliebe, das wir im dreigliedrigen Organismus her-aussondern wollen als das staatliche Gebilde, etwas Großartiges errei­chen können. Aber dadurch, daß diesen Geistern vorschwebte, sie müßten ein Staatsgebilde schaffen, wo das Wirtschaftsleben drinnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ist und das Geistesleben drinnen ist, dadurch wurden Karikaturen statt wirklicher Staatsgebilde. Und das Geistesleben hat man überhaupt nur gehabt als ein Erbgut des alten Orientes. Man wußte nur nicht, daß man noch von diesem Erbgut des alten Orientes lebte. Was zum Beispiel brauchbare Aufstellungen der christlichen Theologie sind, ja, was brauchbare Aufstellungen noch innerhalb unserer materialistischen Wissenschaften sind, es ist entweder altes orientalisches Erbgut, oder es ist ein Wechselbalg von juristisch-dialektischem Denken, oder es ist schon herübergenommen, so wie Spencer und Mill es getan haben, aus der westlichen Kultur, die für das Wirtschaftsleben besonders geeig­net ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So war über die Erde hin verteilt geistiges Denken, das der alte Orient hatte, aber in einer instinktiven Weise, wie es heute nicht mehr zu gebrauchen ist, da es heute in der Dekadenz ist, dialektisch-staat­liches Denken, das seine Auflösung erlebte gerade durch die Welt-katastrophe. Denn niemand war weniger geeignet, wirtschaftlich zu denken, als die Schüler von Fichte, Schelling und Hegel. Als sie an­fingen, ein Reich zu gründen, das vorzugsweise durch die Wirtschaft groß werden wollte, mußten sie selbstverständlich unterliegen, denn das war nicht naturgemäß in ihrer Begabung gelegen. Verteilt war nach dem historischen Entwickelungsgang der Menschheit: geistiges Denken, staatlich-politisches Denken, wirtschaftliches Denken auf Osten, Mitte, Westen. Wir sind an dem Punkte der menschlichen Ent­wickelung angelangt, wo über die ganze Menschheit Verständnis, glei­chermaßen Verständnis sich ausbreiten muß. Wie kann das geschehen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das kann nur geschehen aus der Initiationskultur, aus der neuen Geisteswissenschaft heraus, die nun nicht nach Einseitigkeiten hin sich entwickelt, sondern die gerade auf allen Gebieten das, was sich sonst von selber dreigegliedert hat, als Dreigliederung auch im sozialen Le­ben wirklich ins Auge faßt, die zusammenfaßt dasjenige, was über die Erde verbreitet ist. Das kann aber nicht durch natürliche Anlagen ver­breitet werden, das kann nur dadurch verbreitet werden, daß man sich einläßt auf diejenigen, die diese Dinge durchschauen, die wirklich erleben können als ein besonderes Gebiet das Geistgebiet, als ein be­sonderes Gebiet das Staats- oder politische Gebiet, als ein besonderes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gebiet das Wirtschaftsgebiet. Darin liegt die Einigung der Menschen über die Erde hin, daß dasjenige, was auf drei Sphären verteilt war, im Menschen zusammengefaßt wird, indem er es selbst im sozialen Or­ganismus so gliedert, daß es sich vor ihm, vor seiner Nase in Harmonie befinden kann. Das aber kann nur erfolgen aus der geisteswissenschaft­lichen Schulung heraus. Und hier stehen wir an dem Punkte, wo wir sagen müssen: Wir sehen in alten Zeiten die einzelnen Persönlichkeiten, wir sehen sie aussprechen dasjenige, was der Geist der Zeit ist. Aber wenn wir wirklich prüfen, zum Beispiel gerade innerhalb der orienta­lischen Kultur, dann finden wir, daß im Grunde genommen in den Massen instinktiv lebte etwas von Seelenverfassung, was in einer merk­würdigen, selbstverständlichen Übereinstimmung mit dem war, was die einzelnen aussprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Zusammenwirken wird aber immer geringer und geringer. In unserer Zeit sehen wir das entgegengesetzte Extrem sich herausbil­den. Wir sehen in den Massen die entgegengesetzten Instinkte von dem heraufkommen, was der Menschheit eigentlich heilsam ist. Wir sehen heraufkommen, was gerade das notwendig macht, was dem einzelnen, der auf die Geisteswissenschaft bis in ihre Tiefen eingehen kann, ent­strömen kann. Aus den Instinkten wird kein Heil kommen, allein aus jenem Verständnis, von dem hier auch Dr. Unger gesprochen hat, das oftmals betont wird, das jeder Mensch dem Geistesforscher entgegen­bringen kann, wenn er sich nur dem gesunden Menschenverstand wirk­lich hingibt. So wird eine Kultur kommen, wo gerade die einzelne Individualität mit ihrem immer tieferen Eindringen in innere Tiefen der geistigen Welten von besonderer Wichtigkeit ist, und wo man den, der so eindringt in die geistigen Welten, gelten lassen will wie den, der sonst ein Handwerk betreibt. Man läßt sich nicht vom Schneider Stiefel machen, nicht vom Schuster rasieren, warum sollte man das, was man braucht als Weltanschauung, bei jemandem anderen holen als bei dem, der in sie eingeweiht ist? Aber das ist es ja, was gerade gegenwär­tig im intensivsten Sinne notwendig ist zum Menschenheil, obwohl die Reaktion dagegen da ist, die zeigt, wie die Menschheit sich noch sträubt gegen das, was ihr heilsam ist. Das ist der furchtbare Kampf, der Ernst, in dem wir drinnenstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Keiner Zeit ist notwendiger gewesen, daß hingehorcht werde auf das, was der einzelne in dem oder jenem weiß, und daß - nicht auf Autoritätsglaube hin, sondern auf Verstand und auf verständnismäßige Zustimmung hin - wirken kann für das soziale Leben derjenige, der auf einem einzelnen Gebiete etwas weiß. Aber die Instinkte wenden sich zunächst dagegen, und man glaubt, daß man vom allgemeinen Nivelle­ment aus irgend etwas Heilsames erreichen kann. Das ist der ernste Kampf, in dem wir drinnenstehen. Da hilft keine Sympathie und Anti­pathie, da hilft kein Leben in Schlagworten, da hilft nur ein klares Ansehen der Tatsachen. Denn heute entscheiden sich ja die großen Fragen, die Fragen, ob die Persönlichkeit oder die Masse eine Bedeu­tung hat. Für andere Zeiten hatte sie keine große Bedeutung, denn es stimmte die Masse mit den einzelnen Persönlichkeiten zusammen; die Persönlichkeiten waren gewissermaßen doch nur die Exponenten der Masse. Immer mehr gehen wir derjenigen Zeit entgegen, wo der einzelne ganz in sich selber den Quell dessen suchen muß, was er zu finden hat, und was er dann wiederum hineinzuwerfen hat in das so­ziale Leben, und es ist nur das letzte Sträuben gegen diese Geltung ge­rade der Individualität und immer mehr einer größeren und größeren Zahl von Individualitäten. Man kann geradezu hineinschauen, wie das, was Geisteswissenschaft zeigt, überall an dem prägnanten Punkt sich auch beweist. Wir reden von den notwendigen Assoziationen im Wirt­schaftsleben, brauchen dazu ein bestimmtes Denken. In der Westkultur hat sich das entwickelt, indem man die Gedanken sich assoziieren läßt. Wenn man das nehmen könnte, was John Stuart Mill mit der Logik treibt, wenn man diese Gedanken dort herausnehmen und sie aufs Wirtschaftsleben anwenden könnte, da paßten sie hinein, da kämen gerade die Assoziationen hinein, die nicht hineinpassen in die Psycho­logie. Bis in dasjenige hinein, was so erscheint im Gebiete der mensch­lichen Entwickelung, verfolgt Geisteswissenschaft eben die Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher steht Geisteswissenschaft mit vollem Bewußtsein in dem gan­zen Ernst der gegenwärtigen Weltlage drinnen, weiß, welcher große Kampf sich abspielt zwischen dem, was sich als bolschewistische Welle, die zum Unheile der Menschheit führen würde, demjenigen entgegen-wirft, was aus der Geisteswissenschaft heraus an sozialen Impulsen in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Dreigliederung kommen kann. Und ein Drittes neben diesen beiden gibt es nicht. Zwischen diesen beiden muß sich der Kampf abspielen. Das muß man einsehen. Alles andere ist bereits Dekadentes. Wer unbe­fangen die Verhältnisse anschaut, in denen wir drinnenstehen, der muß sich schon sagen, daß es heute notwendig ist, daß alle Kräfte zusam­mengenommen werden, damit diese furchtbare ahrimanische Sache, die sich entgegenwirft der Geisteskultur, abgewehrt werden könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bau steht da, zunächst unvollendet. Es ist heute aus den Mittelländern heraus nicht dasjenige zu haben, was ihn zum großen Teile bis zu diesem Punkte gebracht hat im Zusammenhange mit dem, was von den neutralen Staaten uns zugekommen ist. Wir müssen Zu­schüsse aus den Ländern der ehemaligen Entente haben. Da muß Ver­ständnis entwickelt werden für dasjenige, was eine Einheitskultur wer­den soll, die Geist und Politik und Wirtschaft enthält. Denn die Men­schen müssen aus einer einseitigen Anlage heraus und denjenigen fol­gen, die auch von Politik und Wirtschaft etwas verstehen, die nicht nur in Dialektik machen, sondern auch Geistiges durchschauen und auf Wirtschaftsimpulse sich einlassen, nicht Staaten gründen wollen, wo der Staat schon selber wirtschaften könne. Die westlichen Völker werden einsehen müssen, daß zu ihrer besonderen Zukunftsbegabung im wirtschaftlichen Assoziationenwesen, das sie gerade am verkehrten Ende, bei der Psychologie, angebracht haben, zu dem sich hinzuent­wickeln muß: ein volles Verständnis des staatlich-politischen Elemen­tes, welches andere Quellen hat als das wirtschaftliche Leben, und des geistigen Elementes zu gewinnen. Aber am Boden liegen die Mittel-länder. Man wird in westlichen Gebieten das einsehen müssen - an den Orient ist ja gar nicht zu denken -, was dieser Bau hier will! Daher ist es nötig, daß man sich daraufhin besinnt, wie es geschehen muß, daß für diejenige Kultur wirklich gesorgt werde, die hier jetzt sich zeigen wollte als eine solche Kultur, die berufen ist, das Hochschulwesen der Zukunft zu durchdringen und die sich in der Begründung der Wal­dorfschule gezeigt hat als eine solche, die das Volksschulwesen durch-leuchten kann. Aber wir brauchen dazu die verständnisvolle Unter­stützung weitester Kreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir brauchen dazu vor allen Dingen Mittel. Zu all dem, was im&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
höheren oder niederen Sinne Schule heißt, brauchen wir die Gesinnung, die ich schon betätigte damals, als die Waldorfschule in Stuttgart be­gründet wurde; bei der Begründung sagte ich es, in der Eröffnungs-rede: Diese eine Waldorfschule, ja, schön, daß wir sie haben, aber für sich ist sie nichts; sie ist erst etwas, wenn wir in dem nächsten Viertel­jahre zehn solcher Waldorfschulen errichten würden, und dann wei­tere. Das hat die Welt nicht verstanden, dazu hatte sie kein Geld. Denn da steht sie auf dem Standpunkt: Oh, die Ideale sind zu hoch und zu rein, als daß wir das schmutzige Geld an sie heranbringen soll­ten; das behalten wir lieber in der Tasche, da ist es am richtigen Platz, das schmutzige Geld. Die Ideale, oh, die sind viel zu rein, die darf man nicht besudeln mit dem Geld! - Es läßt sich allerdings eine solche Verkörperung der Ideale mit derjenigen Reinheit nicht erreichen, an die das schmutzige Geld nicht herangebracht wird, und so müssen wir schon daran denken, daß wir bis jetzt ja bei der einen Waldorfschule stehen blieben, die eigentlich noch nicht recht vorwärts kann, weil wir in großen Geldsorgen steckten im Herbste. Sie sind zunächst beho­ben; zu Ostern werden wir wieder davor stehen. Und hier, hier wer­den wir nach verhältnismäßig kurzer Zeit fragen: Sollen wir auf­hören? Und wir werden aufhören müssen, wenn nicht vorher ein sehr stark in die Taschen greifendes Verständnis sich findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher kommt es darauf an, nach dieser Richtung hin Verständnis zu erwecken. Ich glaube nicht, daß viel Verständnis erwachsen würde -das hat sich uns schon gezeigt -, wenn wir sprechen würden, daß wir etwas wollen für den Bau in Dornach oder dergleichen. Aber - und dafür findet sich ja heute noch Verständnis -, wenn man Sanatorien oder dergleichen gründen will, dazu kriegt man Geld, so viel man will! Das wollen wir ja nicht gerade, wir wollen nicht lauter Sanato­rien begründen, sind ganz einverstanden mit ihrer Begründung, so­weit sie notwendig sind, aber hier handelt es sich vor allen Dingen um die Pflege derjenigen Geisteskultur, deren Notwendigkeit wohl sich beweisen wird aus dem, was gerade dieser Hochschulkursus hier lei­sten wollte. Daher versuchte ich dasjenige anzuregen, was ich vor einigen Tagen hier in das Wort zusammengefaßt habe: «Weltschul­verein». Unsere deutschen Freunde sind abgereist; auf sie kommt es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht an bei diesem Weltschulverein. Es kommt auf diejenigen an, die als Freunde zum größten Teil aus allen möglichen Gegenden der nicht deutschen Welt hier erschienen sind und hier noch sitzen, daß sie ver­stehen dieses Wort «Weltschulverein», denn es ist notwendig, daß wir Schulen über Schulen in allen Gegenden der Welt aus dem pädagogisch-didaktischen Geiste heraus gründen, der in der Waldorfschule herrscht. Es ist notwendig, daß wir diese Schule erweitern können, bis wir den Anschluß finden an dasjenige, was wir hier als Hochschulwesen wollen. Dazu ist aber notwendig, daß wir imstande sind, diesen Bau mit allem, was zu ihm gehört, zu vollenden und fortwährend dasjenige unter­halten können, was notwendig ist, um hier zu wirken, um zu schaf­fen, zu schaffen an dem weiteren Ausbau aller einzelnen Wissenschaf­ten aus dem Geiste der Geisteswissenschaft heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es fragen einen die Leute, wieviel Geld man zu alledem braucht. Man kann gar nicht sagen, wieviel man braucht, denn nach oben hat das überhaupt niemals eine Grenze. Selbstverständlich - einen Welt­schulverein, wir werden ihn nicht dadurch begründen, daß wir ein Komitee schaffen von zwölf oder fünfzehn oder dreißig Personen, die schöne Statuten ausarbeiten, wie ein solcher Weltschulverein wirken und arbeiten soll. Das hat alles keinen Zweck. Ich gebe nichts auf Programme, nichts auf Statuten, sondern auf die Arbeit der lebendigen Menschen, die verständnisvoll wirken. Man wird diesen Weltschul-verein einmal gründen können, nun, nach London wird man ja noch lange Zeit nicht kommen können; aber vom Haag oder von einem solchen Orte aus, wenn etwa dadurch eine Unterlage geschaffen ist, und noch durch manche andere Dinge, wenn diejenigen Freunde, die jetzt nach Norwegen oder Schweden oder Holland oder nach irgend­welchen anderen Ländern, nach England, Frankreich, Amerika und so weiter gehen, wenn diese Freunde überall, bei jedem Menschen, an den sie herankommen können, die Überzeugung, die wohlbegründete Überzeugung hervorrufen: Einen Weltschulverein muß es geben! - Das müßte wie ein Lauffeuer durch die Welt gehen: Ein Weltschulverein muß entstehen zur Beschaffung der materiellen Mittel für die Geistes-kultur, die hier gemeint ist. - Kann man ja sonst als einzelner von allem möglichen Hunderte und Hunderte von Menschen überzeugen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
warum sollte man denn nicht in einer kurzen Zeit - denn der Nieder­gang geht so schnell, daß nur kurze Zeit uns zur Verfügung steht -, als ein einzelner Mensch auf viele wirken können, so daß man, wenn man dann nach einigen Wochen etwa nach dem Haag kommt, sehen würde, wie schon weitverbreitet das Urteil ist: Die Entstehung eines Welt­schulvereins ist notwendig, nur die Mittel fehlen zu alledem. Was man von Dornach aus will, ist eine historische Notwendigkeit. - Dann wird man reden können über die Inaugurierung dieses Weltschulver-eins, wenn die Meinung über ihn schon da ist. Komitees zu begründen und zu beschließen den Weltschulverein, das ist utopistisch, das hat gar keinen Zweck; aber von Mensch zu Mensch zu wirken und die Mei­nung, die begründete Meinung in einer Raschheit zu verbreiten, die eben nötig ist, das ist dasjenige, was vorausgehen muß der Gründung. Geisteswissenschaft lebt in Realitäten. Deshalb läßt sie sich auch nicht auf programmäßige Vornahmen von Gründungen ein, sondern sie weist auf dasjenige hin, was unter Realitäten - die Menschen sind ja Rea­lität -, was unter Menschen zu geschehen hat, damit eine solche Sache eine Aussicht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also darauf kommt es an, daß wir endlich lernen von der Geistes­wissenschaft, im realen Leben zu stehen. Ich werde mich nie einlassen auf eine bloß utopistische Begründung des Weltschulvereins, sondern ich werde der Meinung immer sein: Der Weltschulverein kann erst ent­stehen, wenn eine genügend große Anzahl von Menschen von seiner Notwendigkeit überzeugt sind. Und damit dasjenige, was der Mensch­heit notwendig ist - es hat sich ja wohl aus unseren Hochschulkursen erwiesen -, geschehen könne, dazu muß dieser Weltschulverein gegrün­det werden. Also man sehe das, was mit diesem Weltschulverein ge­meint ist, im ganzen internationalen Leben im rechten Sinne an! In diese Aufforderung möchte ich ausklingen lassen am heutigen Tage dasjenige, was in ganz anderer Weise aus unserem ganzen Kursus her­aus zu der Menschheit gesprochen hat gerade durch diejenigen, die hier gewesen sind, und von denen wir die Hoffnung und den Wunsch haben, sie mögen es in die Welt hinaustragen. Der Weltschulverein, er kann die Antwort der Welt sein auf dasjenige, was wie eine Frage vor die Welt hingestellt wird, aber eine Frage, die aus den wirklichen Kräften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Menschenwerdens, das heißt, der Menschheitsgeschichte heraus-gegriffen ist. Also, was geschehen kann für den Weltschulverein nach jener Überzeugung, die Sie hier haben gewinnen können in den letzten drei Wochen, das geschehe! Darinnen klingt aus dasjenige, was ich auch heute noch habe sagen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ZWEITER VORTRAG Dornach, 22. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem 15. Jahrhundert ist für die Entwickelung der zivilisierten Menschheit der nördlichen Halbkugel eine Zeit eingetreten, in welcher namentlich die Individualität des Menschen in vollem Ich-Bewußt­sein immer mehr und mehr sich herausbilden soll. Diejenigen Kräfte, welche dieses individuelle Ich-Bewußtsein herausarbeiten, werden sich immer mehr und mehr verstärken, und alle Erscheinungen des Lebens, namentlich des Lebens im großen zunächst, gehen vor sich im Zeichen dieser Heranbildung der Individualität. Das heißt aber nichts anderes, als daß auch das, was von den geistigen Welten herkommt und in unsere physische Welt hineinspielt, einen solchen Verlauf nimmt, daß in der ganzen Menschheit als solcher das Menschlich-Individuelle zur Gel­tung komme. Denn nicht allein darum handelt es sich, daß die einzel­nen Menschen in egoistischer Art daran denken können: Wir werden Individualitäten -, sondern darum, daß die Gesamt-Menschheitsent­wickelung einen solchen Verlauf nehmen soll, daß in diese Mensch­heitsentwickelung das Individuelle der Menschen hineinwirkt. Jedes Zeitalter, jede Epoche, die wir im Laufe der Menschheitsentwickelung verfolgen können, hat nun, je nachdem sie das eine oder das andere, wie jetzt eben die Individualität, entwickelt, diese oder jene besonderen Ei­gentümlichkeiten. Diese Eigentümlichkeiten werden aufgedrückt der Menschheitsentwickelung durch die Art, wie die geistigen Mächte hereinwirken in das physische Erdenleben der Menschheit. Aber gerade durch diese Abgeschlossenheit, die der einzelne Mensch darstellt jetzt, wo die Individualität herauskommen soll, wo das Ichbewußtsein sich voll entwickeln soll, wo die Bewußtseinsseele sich gewissermaßen konturieren, in sich zusammenschließen soll, werden die besonderen Eigen­tümlichkeiten dieser Epoche nicht so wie in früheren Epochen von der geistigen Welt heraus dirigiert, sondern es kommen da ganz besondere Dinge innerhalb der Menschheitsentwickelung zum Vorschein. Und der Mensch, der durch die Entwickelung seiner Individualität immer mehr und mehr zu seiner Freiheit erzogen wird, der muß immer mehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und mehr auch bewußt Stellung nehmen zu dem, was da herauskommt. Insbesondere handelt es sich darum, daß ein soziales Leben, aber von unserem Gesichtspunkte aus müssen wir sagen, tief innerlich begrün­det ein soziales Leben sich gestalten muß, trotzdem die dem sozialen Leben entgegengesetzten, starken egoistischen Kräfte der Bewußtseinsseele ja auch immer mehr und mehr herauskommen aus den Tiefen des Daseins. Auf der einen Seite sind die starken egoistischen Kräfte der Bewußtseinsseele da, auf der anderen Seite um so mehr die Notwendig­keit, auch bewußt ein soziales Leben zu begründen. Und bewußt muß man Stellung nehmen zu alledem, was fördern kann dieses soziale Zusammenleben. Wir haben schon im Laufe der Zeit von den ver­schiedensten Gesichtspunkten aus dargelegt, wie verschieden die ganze Stellung des westlichen Menschen, des Menschen der europäischen Mitte und des östlichen Menschen zu der ganzen Menschheitsentwicke­lung sich ausnimmt. Wir haben auf verschiedenes hingedeutet, das den östlichen Menschen heute eigen ist, das den Menschen der europäischen Mitte, das den westlichen Menschen eigen ist. Nun wollen wir auf eine Erscheinung hinweisen, welche uns äußerlich schon zeigen kann, wie diese Differenzierungen der Menschheit über die zivilisierte Welt hin sich ausleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen, daß sich entwickelt hat unter dem Einflusse der mo­dernen naturwissenschaftlichen Denkweise im sozialen Leben ein be­stimmtes Lebensanschauungselement, das insbesondere stark zum Aus­druck kommt in den breiten Massen des Proletariats, das sich herauf-entwickelt hat in unserem Maschinenzeitalter, in unserem intellektuel­len Zeitalter. Ich habe alles das, was dabei für die soziale Frage in Be­tracht kommt, in dem ersten Teil meiner «Kernpunkte der sozialen Frage» dargestellt. Ich möchte heute nur hinweisen gerade auf die Differenzierung der Anschauung breiter Menschenmassen über die so­ziale Frage. Da haben wir deutlich differenziert die sozialen Anschau­ungen, sagen wir des Proletariats, die aber dann abfärben auf andere Kreise der Menschheitsbevölkerung; da haben wir deutlich abgetönt von den anderen Menschen die Lebensanschauung in den westlichen, namentlich in den angelsächsischen Ländern. In diesen Ländern hat sich ja auch herausgebildet unter dem Einfluß des modernen Maschinenzeitalters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und der Industrie jene materialistische Lebensanschauung der breiten Masse, die hier öfter charakterisiert worden ist, neben dem Materialismus oder gerade hervorgerufen durch den Materialismus der anderen Klassen der Menschheit. Aber es hat sich diese sozialistische Lebensanschauung so ausgebildet, daß sie ganz unter dem Zeichen der wirtschaftlichen Kämpfe steht, da sie ganz durchsetzt ist von wirt­schaftlichen Vorstellungen, wirtschaftlichen Gedanken, Wirtschafts­kämpfen, die wenig durchdrungen sind von Lebensanschauungskämp­fen. Das ist die Signatur dessen, was innerhalb der sozialistischen Welt des angelsächsischen Westens vor sich geht. Weil das Wirtschaftsleben der eigentliche Charakter, der bisherige Charakter des neuzeitlichen öffentlichen Lebens überhaupt war, so gingen die Impulse des Sozia­lismus auch aus diesen Lebensverhältnissen des Proletariats der angel­sächsischen Bevölkerung hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sich zum Beispiel jetzt an Impulsen äußert in der großen Streikbewegung, das ist bedeutsam gerade für die eigentliche Charak­teristik desjenigen, was sich im Westen von diesen Seiten her gestaltet. Selbst wenn scheinbar beigelegt werden könnten die Diskrepanzen, die da bestehen, es wäre nur eine scheinbare Beilegung; es werden ganz be­deutsame Wirkungen gerade von dem ausgehen, was in diesen Kämp­fen an tieferen Kräften spielt. Und wenn nach der ganzen Veranla­gung des Westens nicht eigentliche Lebensauffassungen sich herausent­wickeln aus diesen Impulsen, so können wir doch deutlich wahrneh­men, wie auch die Lebensanschauungen, die sich bilden und innerhalb der letzten Zeit sich gebildet haben, ihren Anstoß erhalten haben von dem, was da als Impulse vorhanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Marx hat ja sogar, trotzdem er in Mitteleuropa geboren war, aus mitteleuropäischer Gedankenströmung hervorgegangen ist, nach England gehen müssen, um dasjenige aufzunehmen, was dort an Le­bensimpulsen sich entwickelt hat. Aber er hat es zu einer Lebensan­schauung umgestaltet. Es ist der Marxismus als Lebensanschauung we­niger in den westlichen Gegenden selber zum äußeren Dasein gekom­men; es ist das zum äußeren Dasein gekommen als Lebensanschauung in der Mitte Europas. Da hat es in den Zielen der Sozialdemokratie ganz den Charakter der Lebensanschauung angenommen. Was im Westen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wirtschaftliche Impulse sind, die zu wirtschaftlichen Kämpfen führen, wurde in juristisch-staatliche Vorstellungen gebannt, lebte in der Mitte Europas in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts und in das 20. Jahrhundert hinein als solche marxistische Lebensanschauung und ergriff die breite Masse der Menschheitsbevölkerung. Es lebte aber auch nach dem Osten hinüber, da, wo in Europa schon der Charakter des Ustlichen beginnt. Und da lebte es sich wieder in einer anderen Form aus. Wirtschaftlich im Westen, staatlich-politisch in der Mitte; im Osten nimmt es deutlich einen religiösen Charakter an. Wenn nicht noch jene Fälschung vorhanden wäre, die vorhanden war sowohl bei der Überflutung des Ostens durch Peter den Großen, wie jetzt durch Lenin und Trotzkij, wenn nicht diese Fälschung vorhanden wäre, die dadurch entsteht, daß eben dasjenige, was da als Bolschewismus sich geltend macht, fremder Import ist, so würde man noch viel deutlicher sehen, daß in diesem Bolschewismus schon heute ein starkes religiöses Element steckt, das allerdings ganz materialistisch religiös ist, das aber mit den früheren religiösen Impulsen wirkt und weiter wirken wird mit diesen früheren religiösen Impulsen, und gerade darinnen sein Furchtbares zeigen wird durch ganz Asien hindurch, daß es mit dem Furor eines religiösen Impulses wirkt. Wirtschaftlich ist im Westen der soziale Impuls, staatlich-politisch in der Mitte Europas, mit einem religiösen Furor wirkt er schon von Rußland an und nach dem Osten hin, nach Asien hinüber. Gegenüber diesen Impulsen, die da durch die Entwickelung der Menschheit ziehen, ist vieles andere höchst unbe­deutend. Und wer in solchen Dingen, wie es der jetzige englische Berg­arbeiterstreik ist, nicht etwas in allerintensivstem Sinne symptomatisch Bedeutsames sieht, der versteht eben durchaus nicht das Wühlen tie­ferer Kräfte in unserer ganzen Zeitentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber all das, was man so äußerlich schildern kann, hat seine tieferen Untergründe, und zuletzt seine tieferen Untergründe in der geistigen Welt. Es kann das neuere Menschheitsleben nur verstanden werden, wenn man diese Gliederung in ein westliches Wirtschaftliches, in ein Politisch-Staatlich-Juristisches in der Mitte Europas, und in ein reli­giöses Element im Osten versteht, in ein geistiges Element im Osten, das nur einen religiösen Charakter hat, das aber eigentlich das geistige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Moment ist, wie es sich da im dekadenten Osten ausleben kann. Das zeigt sich so stark, daß man sagen muß: Für den Westen ist es natür­lich - und das erfolgt gründlich -, daß er alles dasjenige hat, was wirtschaftlich ist; für die Mitte kann bloßes wirtschaftliches Streben deshalb keinen Erfolg haben, weil in der Mitte jedes wirtschaftliche Streben einen staatlich-politischen Charakter annimmt; im Osten Europas ist der große äußere Mißerfolg dadurch entstanden, daß durch die Traditionen Peters des Großen dasjenige, was eigentlich aus einem geistig-religiösen Impuls heraus stammt, der Panslawismus, das Sla­wophilentum einen politischen, staatlichen Charakter angenommen hat. Hinter diesem staatlichen Charakter, der all das Entsetzliche her­vorgetrieben hat, was sich im europäischen Osten entwickelt hat, hin­ter diesem staatlichen Charakter, der aufgeprägt hat allem östlichen Streben seine Signatur seit Peter dem Großen, hinter alledem steht im Grunde genommen doch immer die geistige Tendenz der Fortset­zung von Byzanz, eben geistige Byzanz-Religiositat und so weiter. Selbst die einzelnen Erscheinungen des geschichtlichen Lebens, sie wer­den nur verständlich, wenn man sie in diesem Lichte sehen kann. Man kann sagen: In einem gewissen Maße kann alles das, was noch in Europa liegt, auch gegen Westen hin, sogar nach Frankreich hinein, zur europäischen Mitte gerechnet werden, denn charakteristisch für den Westen ist eigentlich das Angelsachsentum. Und dieses Angelsach­sentum geht durchaus seinen Instinkten nach mit den in der Mensch­heitsentwickelung naturgemäßen Impulsen der letzten drei bis vier Jahrhunderte und weiterhin. Diese Impulse führten dahin, daß gerade im Westen am besten sich entwickeln konnte alles das, was dem sozialen Leben aufgedrängt wurde durch die moderne naturwissenschaftliche Denkweise mit ihren Errungenschaften. Diese Denkweise mit ihren Errungenschaften, zusammen mit dem Charakter des Angelsachsen­tums, hat die Weltherrschaft dieses Angelsachsentums begründet. Alles, was aus der modernen Naturwissenschaft heraus an glänzendem Auf­schwung des Verkehrswesens, des Handelswesens, des Industriewesens gekommen ist, all das, was zu den großen Kolonisationen geführt hat, ist entstanden eben durch den Zusammenfluß der naturwissenschaft­lichen Denkweise mit dem Charakter des Angelsachsentums. Und das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wurde tief in den Instinkten des Westens empfunden. Man kann ge­radezu auf einen Knotenpunkt der modernen geschichtlichen Ent­wickelung hinweisen: auf das Jahr 1651, als der geniale Cromwell mit der Navigationsakte diejenige Konfiguration im englischen Seewesen und im ganzen englischen Handelswesen hervorgerufen hat, welche alles das begründet hat im Westen, was dann später gekommen ist; und man kann darauf hinweisen, wie, man möchte sagen, aus äußerlich unerklärlichen Gründen heraus, gerade als der Stern Napoleons auf­ging, die französische Seeschiffahrt eben den größten Mangel litt. Das­jenige, was im Westen geschieht, geschieht eben aus den gerade in der Richtung der Menschheitsentwickelung liegenden Kräften. Es geschieht aus einer ganz wirtschaftlichen Denkweise heraus, aus wirtschaftlichen Vorstellungsimpulsen heraus. Daher muß ihm unterliegen all das, was von der Mitte kommt und nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus ju­ristisch-politisch-militärischen Gesichtspunkten heraus gedacht ist. Wir sehen geradezu als krasses Beispiel, wie aus politisch-militärischem Gesichtspunkt von dem europäischen Kontinent aus Napoleon etwas entgegenstellt dem, was aus der Navigationsakte des Cromwell her­vorgegangen ist, in der Kontinentalsperre. Die Navigationsakte ist durchaus aus wirtschaftlichen Instinkten heraus gedacht und geschaf­fen. Die Kontinentalsperre Napoleons im Beginne des 19. Jahrhun­derts ist ein politisch Gedachtes; aber ein politisch Gedachtes ist etwas, was hereinragt aus früheren Zeiten in die neuere Zeit, ist ein Anti­quiertes, ist ein tatsächlicher Anachronismus. Daher kann auch dieses politisch Gedachte gegen das neuzeitlich Gedachte, aus der die Navi­gationsakte entspringt, nicht aufkommen. Dagegen haben im Westen, wo im Sinne der neueren Zeit wirtschaftlich gedacht wird, politische Dinge, auch wenn sie im ungünstigen Sinne als politische Dinge ver­laufen, im Grunde genommen keine schädliche Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie einmal die Tatsache, daß, von Europa ausgehend, Frankreich in Nordamerika kolonisiert hat. Es hat diese Kolonien ver­loren an England. Die Kolonien machten sich wieder frei. Das erste, das französische Kolonisieren im 18. Jahrhundert war eine politische Tätigkeit; sie trug keine Früchte. Das englische Kolonisieren in Nord­amerika war ganz aus wirtschaftlichen Impulsen heraus. Das Politische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konnte wiederum zugrunde gehen. Nordamerika machte sich frei. Ein politischer Zusammenhang existierte fortan nicht. Dem wirtschaft­lichen Zusammenhang wurde kein Schaden getan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gliedern sich in der menschlichen Entwickelung die Dinge zu­sammen. Und wir können durchaus sagen: Auch in der Geschichte zeigt sich, daß wenn zwei dasselbe tun, es nicht dasselbe ist. Als Crom­well zur rechten Zeit aus wirtschaftlichen Impulsen heraus seine ja für die anderen Mächte außerordentlich tyrannische, man kann sagen, brutale Navigationsakte geschaffen hat, da war aber diese Naviga­tionsakte aus wirtschaftlichem Denken entsprungen. Als Tirpitz inner­halb der neueren Entwickelung die deutsche Schiffahrt, die deutsche Marine schuf, da war das politisch gedacht, rein politisch, ohne jeden wirtschaftlichen Impuls, ja gegen alle wirtschaftlichen Instinkte. Heute ist das von der Erdoberfläche hinweggefegt, weil es gegen den Lauf der Menschheitsentwickelung gedacht und geplant war. Und so könnte man in bezug auf alle einzelnen Erscheinungen zeigen, wie, man möchte sagen, diese historische Dreigliederung da ist: im Osten, aber heute in der Dekadenz, etwas, was auf alte Zeiten der östlichen Ent­wickelung zurückweist, und was einen geistigen Charakter hat; in der Mitte etwas, was aber heute auch schon antiquiert ist, was immer mehr oder weniger annimmt die Form des Politisch-Juristisch-Militärischen, des Staatlichen; im Westen ist der Staat nur immer Dekoration, das Po­litische hat gar keine Bedeutung, keine wirkliche Bedeutung; da präpon-deriert das wirtschaftliche Denken. Während Deutschland daran zu­grunde gegangen ist, daß sein Staat die Wirtschaft aufgesogen hat, daß die Industriellen, die Kommerziellen untertauchten und sich duckten unter die Macht des Staates, sehen wir, wie im Westen der Staat auf­gesogen wird von dem Wirtschaftsleben, und alles überflutet ist von dem Wirtschaftsleben. Das ist äußerlich angesehen die Differenzie­rung über die heutige zivilisierte Welt hin. Aber das, was man so äußerlich ansehen kann, das ist schließlich im Grunde nur an die äußere Oberfläche getragen aus den Untergründen der geistigen Welt heraus. Es ist alles in der geistigen Entwickelung der neueren Zeit daraufhin angelegt, die Individualität emporzubringen, die Indivi­dualität im Westen nach westlicher Art, nach wirtschaftlicher Art;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Individualität in der Mitte nach der heute schon antiquierten staatlich-politisch-militärischen Art; die Individualität des Ostens nach antiquierter Art, nach der alten Geistigkeit, vollständig in der Dekadenz. Das muß von der geistigen Welt getragen werden. Und es wird dadurch getragen, daß sowohl im Westen wie im Osten - wollen wir zunächst von diesen zwei Gebieten reden - eine eigentümliche, tief bedeutsame Erscheinung auftritt. Es ist diese, daß außerordentlich viele Menschen, wenigstens verhältnismäßig viele Menschen geboren wer­den, die nicht den regelmäßigen Gang der Wiederverkörperung zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, deshalb ist es ja so schwierig, über ein solches Problem wie die Wiederverkörperung zu sprechen, weil man nicht in einem heute beliebten abstrakten Sinne von ihr sprechen kann, weil ein sol­ches Problem zwar auf etwas hinweist, was eine bedeutsamste Reali­tät in der Menschheitsentwickelung ist, was aber Ausnahmen erlaubt, und wir sehen sowohl im Osten wie im Westen - von der Mitte werden wir noch zu reden haben in diesen Tagen -, daß heute Menschen ge­boren werden, denen wir nicht so gegenübertreten können, daß wir sagen können: In ganz regelmäßiger Weise lebt in diesen Menschen eine Individualität, die da war in einem früheren Leben und wieder in einem früheren Leben, die da sein wird in einem späteren Leben und wieder in einem späteren Leben. - Diese Wiederverkörperungen sind zwar der regelmäßige Gang der Menschheitsentwickelung, aber sie er­leiden eben Ausnahmen. Dasjenige, was uns als Mensch in Menschen-form entgegentritt, muß nicht immer das sein, was der äußere Schein zeigt. Der äußere Schein kann eben Schein sein. Es können uns Men­schen in Menschenform entgegentreten, die eigentlich nur dem äußeren Scheine nach solche Menschen sind, die immer wiederkommenden Erdenleben unterliegen; in Wahrheit sind das Menschenkörper mit physischem, ätherischem, astralischem Leib, aber in diesen verkörpern sich andere Wesenheiten, Wesenheiten, die sich dieser Menschen bedie­nen, um durch sie zu wirken. Es ist in der Tat so, daß zum Beispiel im Westen es wirklich eine große Anzahl solcher Menschen gibt, welche im Grunde genommen nicht einfach wiederverkörperte Menschen sind, sondern welche die Träger sind von Wesenheiten, die einen ausgespro­chen verfrühten Entwickelungsgang zeigen, die eigentlich erst in einem&lt;br /&gt;
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späteren Entwickelungsstadium in der Menschheitsform auftreten soll­ten. Diese Wesenheiten benützen nun nicht den ganzen menschlichen Organismus, sondern sie benützen vorzugsweise von diesen westlichen Menschen das Stoffwechselsystem. Von den drei Gliedern der mensch­lichen Natur benützen sie das Stoffwechselsystem so, daß sie hereinwirken durch diese Menschen hindurch in diese physische Welt. Solche Menschen zeigen auch äußerlich schon für denjenigen, der das Le­ben richtig betrachten kann, daß es so mit ihnen steht. So sind zum Beispiel eine große Anzahl derjenigen Menschen, welche angelsächsi­schen Geheimgesellschaften angehören - die Rolle solcher Geheimge­sellschaften haben wir ja in den letzten Jahren wiederholt bespro­chen -, so sind diese Angehörigen solcher Geheimgeselischaften, die einflußreich sind, eigentlich Träger solcher verfrühter Existenzen, die durch das Stoffwechselsystem gewisser Menschen hereinwirken in die Welt und sich ein Arbeitsfeld suchen durch die Leiber der Menschen, die nicht in regelmäßigen Wiederverkörperungen leben. Ebenso sind die tonangebenden Persönlichkeiten gewisser Sekten von solcher Art, und namentlich ist die überwiegende Zahl einer sehr verbreiteten Sekte, die großen Anhang hat im Westen, aus Menschen von dieser Art be­stehend. Auf diese Weise wirkt, ich möchte sagen, eine ganz andere Geistigkeit herein in die gegenwärtigen Menschen. Und es wird eine wesentliche Aufgabe sein, Stellung nehmen zu können zum Leben von diesen Gesichtspunkten aus. Nicht sollte man in abstrakter Weise glau­ben, daß ausnahmslos die Menschen überall den wiederholten Erdenleben unterliegen. Das hieße dem äußeren Schein eben nicht den Cha­rakter eines Scheins zusprechen. Auf die Wahrheit gehen, heißt, selbst in solchen Fällen noch die Wahrheit, die Wirklichkeit suchen, wo der äußere Schein so trügt, daß Wesenheiten von anderer Art, als der Mensch der Gegenwart es ist, sich in Menschengestalt verkörpern, in einem Teil vom Menschen, namentlich durch das Stoffwechselsystem; aber sie wirken dann auch im Rumpfsystem, im rhythmischen System und im Nerven-Sinnessystem. Es sind namentlich dreierlei Wesenheiten von dieser Art, die sich so durch das Stoffwechselsystem verschiedener Menschen des Westens verkörpern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Art sind solche Geister, welche eine besondere Anziehungskraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
haben zu dem, was gewissermaßen die elementarischen Kräfte der Erde sind, die einen Hang, eine Affektion haben zu den elemen­taren Kräften der Erde, die also aufspüren können: Wie ist da eine Kolo­nisation zu betreiben nach den Naturverhältnissen des Klimas und den sonstigen Verhältnissen der Erde, oder wie ist dort eine Handelsver-bindung anzuknüpfen und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Art von diesen Geistern sind diejenigen, welche sich namentlich zur Aufgabe setzen, innerhalb des Gebietes, auf dem sie wirken, das Selbstbewußtsein zurückzudrängen, das volle Bewußtsein der Bewußtseinsseele nicht herauskommen zu lassen und dadurch auch in der Umgebung bei den anderen Menschen, unter denen sich epide­misch so etwas ausbreitet, eine gewisse Sucht hervorzurufen, nicht sich über die wahren Motive ihrer Handlungen Rechenschaft zu geben. Man könnte sagen, solch ein durch und durch unwahrer Bericht oder solch ein durch und durch unwahres Dokument wie dasjenige der Oxfor­der Professoren, das in den letzten Tagen an die Öffentlichkeit getreten ist, solch ein durch und durch, ich möchte sagen, töricht verlogenes Dokument, das möchte man zur Schülerschaft dieses unwahren Elemen­tes rechnen, das nicht auf die eigentlichen Impulse gehen will, sondern oben über diese Impulse eine Sauce darüber macht und schöne Worte prägt, während darunter im Grunde genommen nichts ist als unwahre Impulse. Dadurch behaupte ich nicht, daß diese an sich vielleicht ganz braven Oxforder Professoren - ich mute ihnen nicht großartige ahri-manische Impulse zu -, daß diese Professoren selbst Träger solcher verfrühten Wesen sind; aber die Schülerhaftigkeit gegenüber solchen Wesen liegt in ihnen. Also diese letzteren Wesen, die inkarnieren sich namentlich durch das rhythmische System gewisser Menschen im Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Gattung von Wesen, die da wirkt im Westen, das ist die­jenige, welche sich zur Aufgabe macht, vergessen zu machen im Men­schen, was seine individuellen Fähigkeiten sind - diejenigen Fähigkei­ten, die wir aus den geistigen Welten mitbringen, wenn wir durch die Empfängnis und die Geburt ins physische Dasein schreiten - und den Menschen gewissermaßen mehr oder weniger zur Schablone seiner Na­tionalität zu machen. Das stellt sich diese dritte Art von Wesen zur besonderen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgabe: nicht den Menschen zur individuellen Geistigkeit kommen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während also die erste Art von Wesen Affektionen hat zum Ele­mentaren des Erdbodens, des Klimas und so weiter, hat die zweite Art von Wesen besondere Neigung, ein gewisses oberflächliches, unwahres Element zu züchten, und die dritte Art von Wesen, die individuellen Fähigkeiten auszurotten und die Menschen mehr oder weniger zur Schablone, zum Abdruck ihrer Nationalität, ihrer Rasse zu machen. Diese letztere Art von Wesen inkarniert sich namentlich durch das Hauptessystem, durch das Nerven-Sinnessystem im Westen. Da haben wir dasjenige, was wir äußerlich betrachtet haben von verschiedenen Seiten her als Charakteristikum gerade der westlichen Menschenwelt, da haben wir es dadurch charakterisiert, daß wir, ich möchte sagen, ken­nenlernen eine größere Anzahl von Menschen, die in Geheimgesell­schaften, in Sekten und ähnlichem eingestreut sind, deren Menschheit aber darinnen besteht, daß bei ihnen nicht einfach Wiederverkörpe­rungen vorliegen, sondern daß eine Art von Verkörperung vorliegt von Wesenheiten, die verfrüht sind in ihrer Entwickelung auf der Erde hier, die daher besondere Schülerschaften erzeugen, respektive epide­misch ihre besonderen Eigentümlichkeiten auf die anderen Menschen ausstrahlen. Diese drei verschiedenen Wesen wirken durchaus durch Menschen, und wir verstehen Menschencharaktere nur, wenn wir das, was ich jetzt gesagt habe, wissen, wenn man weiß: Dasjenige, was im öffentlichen Leben lebt, läßt sich nicht bloß so, wie es der Philister will, erklären, sondern es muß erklärt werden durch das Hereinragen solcher geistiger Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß gerade diese drei Arten von Kräften, von Wesen auf dieser besonderen Entwickelungsstufe da im Westen durch Menschen zum Vorschein kommen, das wird begünstigt eben dadurch, daß diesem Westen auferlegt ist, die ganz besondere wirtschaftliche Denkweise zu entwickeln. Ich möchte sagen, das Wirtschaftsleben ist der Grund und Boden, aus dem so etwas aufschießen kann. Und was stellen sich eigent­lich im großen und ganzen, in Totalität diese Wesenheiten für eine Aufgabe?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stellen sich die Aufgabe, das ganze Leben als bloßes Wirtschaftsleben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu erhalten, auszurotten allmählich alles andere, was von gei­stigem Leben da ist, das ja gerade da, wo es am regsten ist, in die Ab­straktheit des Puritanismus zusammengeschrumpft ist, auszurotten das geistige Leben, allmählich zu verstumpfen das politisch-staatliche Le­ben und alles aufzusaugen durch das Wirtschaftsleben. Im Westen sind diese Menschen, die in einer solchen Weise in die Welt treten, die eigentlichen Feinde und Gegner des Dreigliederungsimpulses. Die erste Art von Wesen läßt nicht heraufkommen ein solches Wirtschaftsleben, das sich als ein selbständiges hinstellt neben das staatlich-rechtliche und neben das geistige Glied des sozialen Organismus. Die zweite Art von Wesen, die sich vorzugsweise die Oberflächlichkeit, das Phrasen­tum, die Lügenhaftigkeit zur Aufgabe macht, die will nicht aufkom­men lassen neben dem Wirtschaftsleben ein selbständiges demokrati­sches Staatsleben. Und die dritte Art von Wesenheiten, welche die in­dividuellen Fähigkeiten unterdrückt, welche nicht will, daß der Mensch etwas anderes ist als eine Art Schablone seiner Rasse, seiner Nationali­tät, die arbeitet entgegen der Emanzipation des Geisteslebens, der selbständigen Stellung des Geisteslebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind da solche Mächte, welche in dieser Weise im Westen ent­gegenarbeiten dem Impuls des dreigliedrigen sozialen Organismus. Und derjenige, der in tieferem Sinne arbeiten will für die Ausbreitung die­ses Impulses der Dreigliederung, der muß sich klar sein darüber, daß er nicht anders kann, als auch zu rechnen mit solchen geistigen Faktoren, die in der Menschheitsentwickelung vorhanden sind. Es stehen ja den­jenigen Mächten, an die man appellieren muß, wenn man irgend etwas in die Menschheitsentwickelung einführen will, nicht bloß solche Dinge gegenüber, die der steife Philister bemerkt, sondern es stehen ihnen Dinge gegenüber, die sich nur einer Geist-Erkenntnis erschließen. Was hilft es denn, daß in der Gegenwart die Menschen das als einen Aber­glauben betrachten und nicht davon hören mögen, wenn gesprochen wird von solchen durch die Menschen hereinragenden geistigen Wesen­heiten? Sie sind ja doch da, diese geistigen Wesenheiten! Und wer nicht mit nur schlafender Seele das Leben verfolgen will, sondern mit wacher Seele, der kann überall die Wirkungen dieser Wesenheiten schauen. Wollte man nur aus dem Vorhandensein der Wirkungen sich ein wenig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
überzeugen lassen von dem Dasein der Ursachen! Das ist zunächst die Charakteristik nach dem Westen hin. Der Westen gestaltet sich so, weil er eben ganz in der allerelementarsten Äußerungsform der gegen­wärtigen Epoche lebt, in dem wirtschaftlichen Vorstellen, dem wirt­schaftlichen Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Osten hatte einstmals ein grandioses Geistesleben. Alle Geistig­keit, mit Ausnahme dessen, was angestrebt wird in der Anthroposophie und was neu sich gestalten will, alle Geistigkeit der zivilisierten Welt ist ja im Grunde genommen Erbstück des Ostens. Aber die eigentliche Glorie dieses religiös-geistigen Lebens war im Osten eben in sehr alten Zeiten vorhanden. Und heute ist gerade der östliche Mensch bis herein nach Rußland in einem merkwürdigen Zwiespalt, weil er auf der einen Seite noch aus seinem Erbe heraus in dem alten spirituellen Elemente lebt, und weil auf der anderen Seite auch auf ihn wirkt dasjenige, was aus der gegenwärtigen Epoche der Menschheitsentwickelung kommt, das Trainieren zur Individualität hin. Das bedingt, daß im Osten eine starke Dekadenz der Menschheit ist, daß gewissermaßen der Mensch nicht Vollmensch werden kann, daß ihm noch im Nacken sitzt, diesem östlichen Menschen bis herein nach Rußland, was geistiges Erbe uralter Zeiten ist. Und das bedingt, daß dieser östliche Mensch heute dann, wenn sein Bewußtsein herabgestimmt ist, wenn er im Schlaf- oder Traumzustand ist, oder in irgendeinen da im Osten so unendlich häu­figen medialen Zustand kommt, daß er dann zwar nicht imprägniert wird, wie im Westen, mit einer ganz anderen Wesenheit, daß aber diese Wesenheit hereinwirkt in sein Seelisches, daß ihm gewisserma­ßen diese anderen Wesenheiten erscheinen. Während es im Westen ver­frühte Wesenheiten von drei Gattungen sind, die ich aufgezählt habe, die da wirken, sind es im Osten verspätete Wesenheiten, die ihre Voll­kommenheit früher gehabt haben, die zurückgeblieben sind, und die jetzt den Menschen des Ostens in medialem Zustande, im Traume er­scheinen, oder auch über sie kommen ohne Traum, ohne medialen Ein­fluß, einfach dadurch, daß sie in den Schlaf hineinkommen, und der Mensch dann im wachen Zustande die Inspiration solcher Wesenheiten in sich trägt, also gewissermaßen bei Tag von den Nachwirkungen sol­cher Wesenheiten, die über ihn in der Nacht kommen, inspiriert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wiederum sind es dreierlei Arten von Wesenheiten, die da im Osten wirken, und die wiederum einen starken Einfluß haben. Wäh­rend man im Westen direkt auf einzelne Menschen zeigen muß, durch welche sich diese Wesen inkarnieren, muß man im Osten hinweisen auf eine Art von Hierarchie, die den verschiedensten Menschen er­scheinen kann. Wiederum dreierlei Wesenheiten, aber es sind keine Wesenheiten, die durch die Menschen sich inkarnieren, sondern es sind Wesenheiten, die dem Menschen erscheinen, die den Menschen auch inspirieren vom Nachtschlaf aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Art dieser Wesenheiten ist die, welche den Menschen hin­dert, vollen Besitz zu nehmen von seinem physischen Leib, die den Menschen hindert, sich zu verbinden mit dem Wirtschaftlichen, mit den öffentlichen Verhältnissen der Gegenwart überhaupt. Das sind die Wesenheiten, welche zurückhalten wollen im Osten das wirtschaft­liche Leben, so wie man es im dreigliedrigen sozialen Organismus braucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Art von Wesenheiten sind diejenigen, welche ein bereits überindividuelles Wesen hervorbringen, eine Art von - wenn ich das paradoxe Wort gebrauchen darf - unegoistischem Egoismus, der um so raffinierter ist, wie er ja insbesondere bei den Menschen des Ostens so sehr häufig angetroffen wird, die alles mögliche Selbstlose sich von sich selber einbilden, welche Selbstlosigkeit aber gerade eine besonders raffinierte Selbstsucht, ein besonders raffinierter Egoismus ist. Sie wol­len ganz gut sein, sie wollen so gut sein, als man nur sein kann. Das ist auch ein egoistisches Gefühl. Das ist etwas, was durchaus eben mit dem Paradoxon bezeichnet werden kann: ein unegoistischer Egoismus, ein aus der Selbstlosigkeit hervorgetriebener Egoismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Art von Wesenheiten, welche auf die geschilderte Weise den Menschen des Ostens erscheinen, das sind diejenigen Wesen, welche das geistige Leben abhalten von der Erde, welche gewissermaßen eine dumpfe mystische Atmosphäre unter den Menschen ausbreiten, wie sie im Osten in der heutigen Zeit besonders gefunden werden kann. Wiederum sind diese drei Gattungen von Wesenheiten, die aber jetzt aus der geistigen Welt herunterwirken, sich nicht in Menschen inkar­nieren, die Feinde des dreigliedrigen sozialen Organismus. So daß der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dreigliederungsimpuls eingeschnürt wird von geistiger Seite vom Osten her, von menschlicher Seite auf die geschilderte Weise vom Westen her. Da sehen wir also dasjenige, was der Differenzierung zugrunde liegt von geistigen Untergründen her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden dazu noch hinzuzufügen haben dasjenige, was von der europäischen Mitte aus als feindlich der Dreigliederung zugrunde liegt, damit wir allmählich auch vom geistigen Gesichtspunkte aus eine Vor­stellung darüber gewinnen, wie man sich ausrüsten muß, damit die Dreigliederungsidee den widerstrebenden Mächten - ob diese nun von der geistigen Welt, wie im Osten, ob sie von Menschen, wie im Westen, oder auf noch andere Art, wie ich es morgen schildern werde, von der Mitte Europas ausgehen - wirklich einen Impuls entgegenbringen kann, der so notwendig wie nur irgend etwas für die Menschheitsentwicke­lung ist. Wie man sich diesen Dingen gegenüber zu verhalten hat, dar­über muß man mit Gedanken ausgerüstet sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 23. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gestern wiederum von einem anderen Gesichtspunkte aus, als dies schon durch längere Zeiten hindurch geschehen ist, auf die Diffe­renzierung aufmerksam gemacht, die unter den Völkern der gegen­wärtigen zivilisierten Welt besteht. Ich habe darauf hingewiesen, wie die Individualisierung des Menschen im fünften nachatlantischen Zeit­raum von den geistigen Welten her gelenkt wird, wie eingreifen auf der einen Seite im Westen durch die Menschen selber gewisse Wesen­heiten, welche in einer unregelmäßigen Weise vorgerückt sind, welche weiter sind als die Menschheit, aber aus gewissen Interessen heraus sich in Menschen verkörpern, um den wahren Impulsen der Gegen­wart entgegenzuwirken, den Impulsen der Dreigliederung des sozialen Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe auch darauf aufmerksam gemacht, wie in anderer Art im Osten sich die Tatsache geltend macht, daß zwar nicht durch die Men­schen selber, wohl aber durch ihr Erscheinen gegenüber den Menschen sich gewisse Wesenheiten geltend machen, Wesenheiten, die ihre eigent­liche Bedeutung in ferner Vergangenheit hatten, die aber jetzt ins Men­schenleben hereinwirken wollen; wie diese durch die besondere Seelen-verfassung der im Orient Wohnenden auf diese Menschen wirken, sei es mehr oder weniger bewußt, indem sie als Imagination hereinwirken in das Bewußtsein einiger Menschen des Ostens, sei es, daß sie während des Schlafes hineinwirken in das menschliche Ich, in den astralischen Leib und sich dann geltend machen, ohne daß die Menschen es wissen, in den Nachwirkungen während des Wachens und auf diese Weise alles das hereintragen, was sich gegen einen regelmäßigen Fortschritt der Menschheit im Osten auftürmen will. So daß wir sagen können: Im Westen hat sich seit langem vorbereitet in einer gewissen Weise eine Art Erdgebundenheit bei solchen Menschen, wie ich sie gestern geschil­dert habe, die da eingestreut sind, die insbesondere in Sekten Führerstellungen einnehmen, die auch in Geheimgesellschaften Führerstellungen einnehmen und dergleichen. Im Osten finden sich auch gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führende Persönlichkeiten, welche eben unter dem Eindrucke solcher durch Imagination erscheinenden Wesen der Vorzeit dasjenige aus­üben, was sie eben in die gegenwärtige Kulturentwickelung herein­bringen. Wenn man verstehen will, wie die Menschen der europäischen Mitte zwischen dem Westen und dem Osten gewissermaßen eingekeilt sind, so muß man genauer hinschauen gerade auf die geistigen Bedin­gungen, die da zugrunde liegen, und auf alles das, was sich ausspricht in der physisch-sinnlichen Welt aus diesen geistigen Bedingungen heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie ja eben von den verschiedensten Gesichtspunkten aus darauf aufmerksam gemacht, wie in der Hauptsache das Leben des uralten Orients ein Geistesleben war, wie der Mensch des uralten Orients ein hochentwickeltes Geistesleben hatte, ein Geistesleben, das aus unmittelbarer Anschauung der geistigen Welten herausströmte; wie dann dieses Geistesleben eigentlich als Erbstück weiter fortlebte, wie es im Griechentum als schöne Künstlerschaft zunächst vorhanden war, aber auch noch als eine gewisse Einsicht; wie aber auch schon im Grie­chentum sich hineinmischte dasjenige, was dann der Aristotelismus war, was bereits verstandesmäßiges, dialektisches Denken war. Aber es drang dann das, was von orientalischer Weisheit kam, eben in die Zivilisation des Abendlandes hinein, und mit Ausnahme dessen, was aus der Naturwissenschaft stammt, und was stammen kann aus der modernen anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, ist im Grunde genommen alles, was in der abendländischen Zivilisation an Geistesleben vorhanden ist, altes orientalisches Erbgut. Aber dieses Geistesleben ist eben durchaus dekadent. Dieses Geistesleben ist so, daß ihm die eigentliche Tragkraft fehlt, daß der Mensch zwar noch eine gewisse Hinlenkung zur geistigen Welt hat, aber dies, was er von der geistigen Welt glaubt, nicht mehr verbinden kann mit dem, was hier in der physischen Welt geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es zeigt sich das am stärksten, wenn im angelsächsischen Puritaner­tum ein, ich möchte sagen, ganz weltfremdes, neben dem weltlichen Treiben einhergehendes weltfremdes Glauben Platz gegriffen hat, das nach ganz abstrakten geistigen Regionen hinzielt, das im Grunde ge­nommen gar nicht sich die Mühe gibt, sich auseinanderzusetzen mit der äußeren physisch-sinnlichen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Im Orient nehmen selbst ganz weltliche Bestrebungen, Bestrebun­gen des sozialen Lebens, einen so geistigen Charakter an, daß sie sich wie religiöse Bewegungen ausnehmen. Und im Osten ist zum Beispiel die Tragkraft des Bolschewismus darauf zurückzuführen, daß er eigent­lich von den Menschen des Ostens, schon vom russischen Volke, wie eine Religionsbewegung aufgefaßt wird. Nicht so sehr auf den abstrak­ten Vorstellungen des Marxismus beruht die Tragkraft dieser sozialen Bewegung des Ostens, sondern sie beruht im wesentlichen darauf, daß die Träger wie neue Heilande angesehen werden, gewissermaßen wie die Fortsetzer früheren religiös-geistigen Strebens und Lebens. Aus dem Römertum heraus, auch schon aus späterem Griechentum her­aus hat sich dann, wie wir wissen, dasjenige entwickelt, was die Men­schen der Mitte am allermeisten ergriffen hat, das dialektische Ele­ment, das Element des juristischen, des politischen, des militärischen Denkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und welche Rolle das dann später spielte, was da aus dem Römer­tum heraus sich entwickelte, das kann man nur verstehen, wenn man zunächst bedenkt, daß alle drei Zweige des menschlichen Erlebens, das geistige Erleben, das wirtschaftliche Erleben, das staatlich-politische Erleben in den Zeiten, in denen das Römertum sich zu besonderem Glanze entwickelte, in denen das römische Kaisertum aufkam, in einer ähnlichen Weise verknäuelt waren, durcheinanderstrebten, wie das im Grunde über die ganze zivilisierte Welt hin in der gegenwärtigen Zeit der Fall ist. Das Römertum lief durchaus in eine Dekadenz aus, welche im wesentlichen dadurch bedingt war, daß im römischen Welt-reiche die Unmöglichkeit wirkte, die immer daraus hervorgeht, daß die drei menschlichen Betätigungen - Geistesleben, Staatsleben, Wirt­schaftsleben - chaotisch ineinandergreifen. Man kann ja wirklich sa­gen, das römische und insbesondere das byzantinische Kaisertum ist eine Art Symbolum gewesen für den Verfall der vierten nachatlanti-schen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit. Man braucht ja nur zu bedenken, daß von einhundertsieben oströmischen Kaisern bloß vier­unddreißig in ihrem Bette gestorben sind. Von einhundertsieben Kai­sern sind bloß vierunddreißig in ihrem Bette gestorben! Die anderen sind entweder vergiftet oder verstümmelt worden und im Kerker gestorben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind aus dem Kerker ins Mönchsleben übergegangen und der­gleichen. Und aus dem, was da im Süden Europas (siehe Zeichnung) als die romanische Welt ihrem Niedergange entgegenging, aus dem entwickelte sich dasjenige heraus, was dann, ich möchte sagen, in drei Ästen nach Norden heraufströmte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 50.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 50]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir zunächst den westlichsten Ast. Ich will heute nicht darauf eingehen, was sich in geschichtlichen Einzelheiten entwickelte durch das hindurch, was als das Mittelalter aus der alten Menschheits­entwickelung hervorging; aber ich will auf einiges aufmerksam ma­chen. Die charakteristische Erscheinung der westlichen, zunächst der mehr südwärts gelegenen westlichen Entwickelung ist ja diese, daß das Römertum, ich möchte sagen, auch als eine Summe von Menschen zunächst sich ausdehnt nach Spanien, über das heutige Frankreich, auch über einen Teil von Britannien hin. Römische Menschen waren es, die da hinein sich entwickelten. Aber alles das wurde durchsetzt von dem, was als germanische Stämme der verschiedensten Art durch die Völker­wanderung gerade in diese Bevölkerungen von römischen Menschen hineindrang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und eine eigentümliche Erscheinung finden wir da. Die Erschei­nung finden wir, daß germanische Menschen in das Römertum sich hin­elnzwängen, in das Römertum sich hineinstoßen, und daß da etwas entsteht, was nur so charakterisiert werden kann, daß man sagt: Es war Menschenwesen germanischer Art eingedrungen in das Römer­tum; das Römertum als solches ging im Grunde genommen als Men­schenwesen unter; was aber erhalten blieb von dem Römertum, also dasjenige, was, ich möchte sagen, durch diese Kreuzung (siehe Zeich­nung S.50) der beiden Linien hier sich bildete, was sich da bildete als spanische Bevölkerung, als französische Bevölkerung, zum Teil auch als britannische Bevölkerung, das ist im wesentlichen germanisches Blut, übertönt von dem romanischen Sprachelemente. Nicht anders kann in Wirklichkeit verstanden werden, um was es sich da handelt, als wenn man es so anschaut. Dieses Menschenwesen ist durchaus seiner Seelen-konfiguration nach, seiner Empfindungs-, Gefühls- und Willensrich­tung nach hervorgegangen aus dem, was sich als germanisches Element im Strom der Völkerwanderung vom Osten nach dem Westen bewegt hat. Aber es ist eine Eigentümlichkeit dieses germanischen Elementes, daß, wenn es zusammenstößt mit einem fremden Sprachelemente - und in der Sprache ist immer eine Kultur, möchte ich sagen, verkörpert-, es in diesem fremden Sprachelemente aufgeht, diese Sprache annimmt. Es wächst hinein in diese fremde Sprache, ich möchte sagen, wie in ein Zivilisationskleid. Was im Westen von Europa lebt als lateinische Rasse, das hat im Grunde genommen nichts von lateinischem Blute in sich. Das ist aber hineingewachsen in dasjenige, was da heraufgeströmt ist, verkörpert durch die Sprache. Denn es lag im Wesen des latei­nischen, des römischen Elementes, sich selber über das Menschentum hinaus im Weltenentwickelungsgang zu behaupten. Deshalb ist ja in Rom zuerst das Testament aufgekommen, die Behauptung des Egois­mus über den Tod hinaus. Daß der Wille über den Tod hinausreiche, das hat dazu geführt, den Gedanken des Testamentes zu fassen. So auch wirkte der Bestand der Sprache über den Bestand des Mensch­lichen im Volkstum hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und anderes als die Sprache wurde erhalten. So wurden erhalten für diesen Westen auf dieser Strömung hier (siehe Zeichnung 5.50) die alten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionen der verschiedenen Geheimgesellschaften, von deren Be­deutung ich Ihnen ja im Laufe der letzten Jahre Mannigfaltiges er­zählt habe, durchaus Traditionen, die aus der vierten nachatlantischen Zeit, aus der griechisch-lateinischen Zeit stammen, die allerdings Ent­lehnungen sind aus dem Orient - namentlich aber aus Handschriften -, die aber durchaus durch das Römertum, durch das Lateinertum durch­gegangen sind. So daß man in einer gewissen Beziehung in dem west­lichen Menschentum, insofern es untergetaucht ist in dem römischen Sprachelemente, das sich über das Volkstum hinaus erhalten hat, den Menschen in einem fremden Zivilisationskleide hat. Man hat auch den Menschen in einem fremden Kleide, indem man in den alten Mysterien-wahrheiten, die schon abstrakt geworden sind, die namentlich in den Zeremonien und in dem Kultus der westlichen Gesellschaften mehr oder weniger leere Formeln geworden sind, etwas hat, worin das Men­schentum untergetaucht ist und worin es als in etwas lebt, wovon es ergriffen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind nun andere Verhältnisse besonders günstig, dann bietet gerade dieses, ich möchte sagen, mehr von außen Durchdrungenwerden des Menschen mit alledem, was aus der Sprache herauskommt, einen An­haltspunkt dafür, daß sich solche Wesen, wie ich es gestern geschildert habe, in diesen Menschen verkörpern können. Aber besonders günstig ist für dieses Verkörpern gerade das angelsächsische Element aus dem Grunde, weil da auch durchaus germanisches Menschenwesen nach dem Westen hinübergekommen ist, weil sich stark das germanische Menschenwesen erhalten hat, und in einem geringeren Maße als das eigentlich lateinische Element sich durchdrungen hat mit dem römi­schen Elemente. So daß da ein viel labileres Gleichgewicht in der an­gelsächsischen Rasse vorhanden ist, und durch dieses labilere Gleich­gewicht jene Wesen, die sich da verkörpern, eine viel größere Willkür des Wirkens, einen viel größeren Spielraum haben. In eigentlich ro­manischen Ländern würden sie außerordentlich gebunden sein. Vor allen Dingen aber muß man sich klar sein darüber, daß von solchen volkspsychologischen Konfigurationen dasjenige abhängt, was sich dann in einzelnen Persönlichkeiten äußern kann. Durch dieses freiere Element im Angelsachsentum ist es möglich geworden, daß, während&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
allerdings das Puritanertum eine abstrakte Glaubenssphäre darstellt, dieses angelsächsische Element im höchsten Grade geeignet war, das naturwissenschaftliche Denken auch als Welt- und Lebensanschauung aufzunehmen und auszugestalten. Es wird allerdings nicht das volle Menschentum ergriffen, aber es wird gerade derjenige Teil des Men­schenwesens ergriffen, welcher durch die Eingliederung von Sprachen, durch die Eingliederung von anderen Elementen des Menschenwesens es möglich macht, daß sich solche Wesen, wie ich es gestern geschildert habe, in diesen Menschen verkörpern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bemerke ausdrücklich, daß bei alledem, was ich jetzt bespreche, es sich nur um solche einzelne Menschen handelt, die unter der Menge der übrigen Menschen zerstreut sind. Es betrifft nicht die Nationen, es betrifft nicht irgendwie die große Masse der Menschen, es betrifft die einzelnen Menschen, die aber außerordentlich starke Führerstel­lungen in den Regionen haben, von denen ich gesprochen habe. Was nun da im Westen vorzugsweise ergriffen wird von solchen Wesen, die dann dem Menschenleib, in welchem sie sich verkörpern, eine gewisse Führerstellung sichern, das ist hauptsächlich Leib und Seele, nicht der Geist, für den man sich daher weniger interessiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher kommt zum Beispiel die ganz grandiose, aber einseitige Aus-gestaltung der Deszendenzlehre durch Charles Darwin? Sie kommt daher, daß bei Charles Darwin tatsächlich besonders dominierend wa­ren Leib und Seele, nicht der Geist. Daher betrachtet er den Menschen auch nur nach Leib und Seele, sieht ab von dem Geiste und von dem, was aus dem Geiste in das Seelische sich hereinlebt. Wer unbefangen auf die Ergebnisse der Forschungen Darwins sieht, der wird sie verste­hen von dem Gesichtspunkte aus, daß da etwas lebte, was den Men­schen nicht betrachten wollte seinem Geiste nach. «Geist» nahm man nur von der neueren naturwissenschaftlichen Richtung, die interna­tional ist; dasjenige aber, was die ganze Anschauung über das Men­schenwesen färbte, nuancierte, das war die Hinneigung zu Leib und Seele, mit Außerachtlassung des Geistes. Ich möchte sagen, die treue-sten Schüler des ökumenischen Konzils vom Jahre 869 waren die Men­schen des Westens. Sie haben den Geist zunächst unberücksichtigt ge­lassen, Leib und Seele genommen, wie sie besonders in der Schilderung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Darwins zum Vorschein kommen, und nur einen künstlichen Kopf aufgesetzt als Geist mit materialistischer Denkungsweise, wie er aus der Naturwissenschaft hervorkommt. Und weil man sich gewisser­maßen schämte, aus der Naturwissenschaft eine Universalreligion zu machen, blieb als äußerliches Nebenwerk, das ein abstraktes Dasein führte, dasjenige, was als Puritanismus und dergleichen weiterlebt, was aber mit der eigentlichen Weltkultur hier keinen Zusammenhang hat. Da sehen wir, wie in einer gewissen Weise überwältigt wird Leib und Seele von einem abstrakt naturwissenschaftlichen Geist, den wir bis in die Gegenwart herauf klar beobachten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber man nehme an, das andere geschähe. Es würde stärker sein dasjenige, was in der Sprache weiterlebt, was in der ganzen geistigen Formenwelt der vierten nachatlantischen Zeit weiterlebt, was würde da herauskommen? Da würde ein strenges fanatisches Abweisen des modernen Geistes herauskommen; und es würde nicht betont werden, daß aus naturwissenschaftlichen Begriffen ein künstlicher Kopf auf­gesetzt werde dem Leiblich-Seelischen, sondern es würden die alten Traditionen aufgesetzt werden, aber es würden doch nur das Leib­liche und Seelische eigentlich gepflegt werden. Da könnten wir uns denken, daß irgendein Mensch in ebenso brutaler Weise alles das, was nur Leib und Seele ist, ausbildet und eine Lehre erfindet, die nur auf Leib und Seele hinsehen will und als Äußeres nicht die Naturwissen­schaft hat, sondern einen wiederum nur noch äußerlich gebliebenen Teil von einer aus früherer Zeit in spätere Zeit hineingetragenen Offen­barung: Und dann haben wir den Jesuitismus, dann haben wir Ignaz von Loyola. Ich möchte sagen, ebenso wie mit Notwendigkeit Geister wie Darwin hervorgingen aus dem Angelsachsentum, ebenso ging aus dem Spätromanismus Ignaz von Loyola hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentümliche der Menschen, von denen wir hier in bezug auf den Westen zu sprechen haben, ist, daß sich durch sie der Welt be-merklich machen jene geistigen Wesen, die ich gestern charakterisiert habe, daß sie durch sie in der Welt wirken. Im Osten ist das anders. Nach dem Osten geht eben eine andere Strömung (siehe Zeichnung S. 50). Wir werden zunächst aber etwas betrachten, was als eine zweite Strömung von dem alten Römertum ausgeht, was nun nicht die Sprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auch hinaufträgt, wohl aber die ganze Richtung der Seelenverfassung hinauf darstellt, was die Gedankenrichtung hinauf darstellt. Nach dem Westen geht mehr die Sprache. Dadurch kommen alle diejenigen Er­scheinungen, von denen ich eben gesprochen habe. Nach der europäi­schen Mitte geht dasjenige, was mehr die Gedankenrichtung ist. Aber es vereinigt sich mit dem, was in dem Germanentum veranlagt ist, und in dem Germanentum ist veranlagt ein gewisses Verwachsen-sein-Wollen mit der Sprache. Aber man kann dieses Verwachsen-sein-Wol­len mit der Sprache nur erhalten, solange die Menschen, die in dieser Sprache leben, zusammen sind. Als die Goten, die Vandalen und so weiter nach dem Westen zogen, tauchten sie unter in das lateinische Element. Es blieb das Verwachsensein mit der Sprache nur in der euro­päischen Mitte vorhanden. Dies bedeutet, daß in dieser europäischen Mitte die Sprache zwar nicht in einer besonders starken Weise an dem Menschen haftet, aber doch stärker haftet, als sie in den römischen Menschen war, die als solche sich verloren haben, aber die Sprache selber abgegeben haben. Die germanischen Menschen würden ihre Spra­che nicht abgeben können. Die germanischen Menschen haben ihre Sprache als ein Lebendigeres in sich. Sie würden es nicht als Erbstück hinterlassen können. Sie kann sich nur so lange erhalten, diese Sprache, als sie mit dem Menschen verbunden ist. Das hängt zusammen mit der ganzen Art und Weise der menschlichen Verfassung dieser Völker, die in Europas Mitte sich nach und nach geltend gemacht haben. Das be­dingt, daß in dieser europäischen Mitte sich Menschen geltend gemacht haben, die nicht gerade geeignet waren, starke Möglichkeiten für die Verkörperung solcher Wesen zu bieten, wie es im Westen der Fall war. Aber ergriffen konnten sie doch auch werden. Bei diesen Menschen der europäischen Mitte war es durchaus möglich, daß in den Führer-gestalten sich solche Wesen der dreifachen Gattung geltend machten, wie ich sie gestern geschildert habe. Aber das bewirkt immer, daß auf der anderen Seite auch eine gewisse Zugänglichkeit bei diesen Men­schen vorhanden ist für jene Erscheinungen, die den Menschen des Orients sich als Imagination entgegenstellen. Nur bleiben diese Ima­ginationen bei den Menschen der Mitte während des Tagwachens so blaß, daß sie eben nur als Begriffe, als Vorstellungen erscheinen. In&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
derselben Weise wirkt dasjenige, was von jenen Wesen herrührt, die sich durch die Menschen verkörpern und eine so große Rolle bei ein­zelnen Menschen des Westens spielen. Dadurch können diese durch­aus nicht eine solche Wirkung hervorbringen, aber doch dem ganzen Menschen eine gewisse Richtung geben. Es ist insbesondere bei den Menschen dieser Mitte so, daß es durch Jahrhunderte hindurch kaum möglich gewesen ist, daß diejenigen Menschen, die irgendeine Bedeu­tung erhielten, sich retten konnten vor der Einkörperung auf der einen Seite der Geister des Westens und auf der anderen Seite der Geister des Ostens. Das bewirkte immer eine Art Zwiespältigkeit dieser Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte sagen, wenn man sie ihrer wahren Realität nach schil­dert: Wenn diese Menschen wachten, so war etwas von den Attacken der Geister des Westens in ihnen, das ihre Triebe, ihr Instinktieben be­einflußte, das in ihrem Willen lebte, das ihren Willen lähmte. Wenn diese Menschen schliefen, wenn der astralische Leib und das Ich ge­sondert waren, da machten sich auf sie solche Geister geltend wie die­jenigen, die auf die Menschen des Orients als Erscheinungen in Imagi-nationen oft unbewußt wirkten. Und man braucht nur eine ganz cha­rakteristische Persönlichkeit aus der Zivilisation der Mitte herauszu­nehmen, und man wird, ich möchte sagen, mit Händen greifen können, daß das so ist, wie ich es geschildert habe. Man braucht nur Goethe herauszunehmen. Nehmen Sie all das, was in Goethe von den Attacken der Geister des Westens lebte, was in seinem Willen sich geltend machte, was insbesondere in dem jungen Goethe wühlte, was man wohl fühlt, wenn man die in der Jugend hingewühlten Szenen des «Faust» oder des «Ewigen Juden» liest; und dann sehen Sie, wie Goethe auf der anderen Seite abgeklärt war - weil das bloß nach dem Geistig-See­lischen hintendierende Element des Orients in ihm gebändigt war, durch­strömt war von diesem Willenselement -, wie er im Alter sich mehr zu Imaginationen hinwendet im zweiten Teil seines «Faust». Aber eine Kluft ist doch vorhanden. Sie kommen nicht recht herüber vor allen Dingen aus dem Stil des ersten Teiles des «Faust» in den Stil des zweiten Teiles des «Faust».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und betrachten Sie den lebendigen Goethe selbst, der herauswächst aus den Impulsen des Westens, der, ich möchte sagen, gepeinigt wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von den Geistern des Westens, der sich als junger Mensch tröstet mit dem, was ja schließlich auch etwas Westliches in sich enthält: mit der Gotik, womit aber auftaucht das Streben zu den Geistern der Vergan­genheit, zu jenen Geistern, die im Griechentum, die auch ganz beson­ders in der Gotik tätig waren, die aber doch im Grunde genommen die Nachkommen jener Geister waren, die einstmals den Orientalen inspirierten, als er zu seiner großen Urweisheit kam. Und so sehen wir, als es in die achtziger Jahre hereingeht, wie er es nicht aushält mit den Geistern des Westens, wie sie ihn quälen. Er will das ausgleichen, indem er nach dem Süden zieht, um aufzunehmen, was von der an­deren Seite kommen kann. Das gibt den Menschen der Mitte gerade in ihren hervorragenden Führern - und die anderen folgen ja diesen Führern - ihr charakteristisches Gepräge. Die Menschen der Mitte waren dadurch besonders vorgebildet zur Geltendmachung des einen, was wichtig ist in der ganzen Menschheitsentwickelung. Man kann es am besten bei einem solchen Geiste wie Hegel beobachten. Wenn Sie Hegels Philosophie nehmen - ich habe das schon öfter hier erwähnt -, Sie finden überall diese Philosophie hinentwickelt bis zum Geiste. Aber nirgends finden Sie irgend etwas bei Hegel, was über das physisch-sinnliche Leben hinausragt. Statt einer eigentlichen Geistlehre finden Sie eine logische Dialektik als ersten Teil der Philosophie; die Natur-philosophie finden Sie bloß als eine Summe von Abstraktionen dessen, was im Menschenwesen selber lebt; was durch die Psychologie ergriffen werden soll, das finden Sie dargestellt im dritten Teil von Hegels Philo­sophie. Aber es kommt nichts anderes heraus als das, was der Mensch auslebt zwischen Geburt und Tod, was sich dann zusammendrängt in der Geschichte. Von irgendeinem Hineingehen des Ewigen im Men­schen in ein vorgeburtliches, in ein nachtodliches Dasein ist ja bei Hegel nirgends die Rede; es kann auch gar nicht geltend gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist es, was die Menschen, die hervorragendsten Menschen der Mitte geltend machen, daß in dem Menschen, wie er hier lebt zwi­schen Geburt und Tod, Leib, Seele und Geist vorhanden sind. Für den Menschen der Sinneswelt, für unsere physische Welt sollte durch diese Menschen der Mitte der Geist und das Seelische sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald wir nach dem Osten gehen, finden wir, daß - ebenso wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wir im Westen sagen müssen, es lebe vorzugsweise Leib, Seele - im Osten vorzugsweise Seele und Geist lebt. Daher das Hinaufheben zu den Imaginationen ja natürlich ist, und wenn diese Imaginationen auch nicht zum Bewußtsein kommen, so wirken sie in das Bewußtsein hin­ein. Die ganze Anlage des Denkens ist beim Menschen des Ostens so, daß sie nach Imaginationen hintendiert, wenn auch diese Imaginatio­nen zuweilen, wie bei Solowjow, in abstrakte Begriffe gefaßt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ein dritter Ast geht von dem Römertum nach dem Norden über Byzanz in den Osten hinein (siehe Zeichnung S. 50). Es spaltet sich ge­wissermaßen dasjenige, was im Römertum chaotisch beisammen war, in drei Zweige. Es strebt auseinander, kommt zum Westen, wo ein neues Element des Wirtschaftlichen sich geltend macht als dasjenige, was der Neuzeit besonders angemessen war, und was sich mit der Na­turwissenschaft verbindet. Es kommt zum Osten und kommt aus der alten Urweisheit in die Dekadenz hinein; es entwickelt sich da hin­über dasjenige, was in religiöser Form das Geistige ist. Das alles geht natürlich parallel. Es entwickelt sich nach der Mitte hin dasjenige, was Politisch-Militärisches, Staatlich-Juristisches ist, was natürlich nach den verschiedenen Seiten sich ausbreitet; aber wir müssen die charakteristischen Äste ins Auge fassen. Je weiter wir nach dem Osten kommen, desto mehr sehen wir, wie diese Menschen des Ostens mit ihrer Sprache nicht in derselben Art verwachsen sind wie die germani­schen Völker. Die germanischen Völker leben in ihrer Sprache, solange sie sie haben. Studieren Sie einmal diesen merkwürdigen Gang gerade der germanischen Menschheit Mitteleuropas. Studieren Sie diese Zweige der germanischen Bevölkerung, die sich zum Beispiel nach Ungarn hinüber in die Zipser Gegend, als Schwaben hinunter ins Banat, nach Siebenbürgen als die Siebenbürgener Sachsen bewegt haben. Überall ist es, ich möchte sagen, etwas wie ein Abglimmen des eigentlich sprach­lichen Elementes. Diese Menschen gehen überall in der Sprache auf, in die sie untertauchen. Und eine der allerinteressantesten ethnogra­phischen Studien wäre es, zu sehen, wie um Wien herum in verhältnis­mäßig kurzer Zeit, im Laufe der letzten zwei Drittel des 19.Jahrhun-derts, das Deutschtum zurückgegangen ist, überflutet worden ist. Man könnte das mit Händen greifen, wenn man diese Sache verständig ansähe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Man sah, wie in das Magyarentum hinein auf künstliche Weise, aber namentlich in das Slawentum hinein auf natürliche Weise, sich das germanische Element entwickelte. Im Osten ist der Mensch mit seiner Sprache aber ganz verwachsen. Da lebt das Geistig-Seelische, lebt in der Sprache. Das ist etwas, was man oftmals gar nicht berücksichtigt. Der Mensch des Westens lebt ja in der Sprache in einer ganz anderen Art, in einer radikal anderen Art als der Mensch des Ostens. Der Mensch des Westens lebt in seiner Sprache wie in einem Kleide; der Mensch des Ostens lebt in seiner Sprache wie in sich selbst. Daher konnte der Mensch des Westens die naturwissenschaftliche Lebensauf­fassung annehmen, hineingießen in seine Sprache, die ja nur ein Ge­fäß ist. Im Orient wird die naturwissenschaftliche Weltanschauung des Westens niemals Fuß fassen, denn sie kann gar nicht untertauchen in die Sprachen des Orients. Die Sprachen des Orients weisen sie zu­rück, die naturwissenschaftliche Weltanschauung nehmen sie gar nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das können Sie schon verspüren, wenn Sie die allerdings heute noch koketten Auseinandersetzungen des Rabindranath Tagore auf sich wir­ken lassen; wenn auch das bei Rabindranath Tagore von Koketterie durchwirkt ist, so sieht man doch, wie sein ganzes Sich-Darleben be­steht im Erleben eines Anpralles der westlichen Weltanschauung, aber sofort - durch das Leben in der Sprache - ein Zurückwerfen dieser Weltanschauung des Westens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieses Ganze war der Mensch der Mitte hineingeworfen. Er mußte alles das aufnehmen, was er im Westen erlebte. Er nahm es nicht so tief auf wie der Westen, er durchtränkte es mit dem, was auch der Osten hatte. Daher das labilere Gleichgewicht in der Mitte, dadurch aber auch die Zerrissenheit, die Zweiheit der Individualisierung der Seelen der Menschen der Mitte, dieses Streben, eine Harmonie, einen Ausgleich in der Zweiheit zu finden, wie es sich so klassisch, so groß­artig darlebt in Schillers Briefen über die ästhetische Erziehung, wo zwei Triebe - der Naturtrieb und der Vernunfttrieb -, die vereinigt werden sollen, deutlich hinweisen auf diese Zweiheit. Aber man kann noch auf viel Tieferes deuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, wenn man nach dem Westen hinblickt, so findet man,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß da vorzugsweise eine gewisse Geneigtheit im ganzen Volkstum ist, die naturwissenschaftliche Denkweise aufzunehmen, die sich für das Wirtschaftsleben so außerordentlich eignet. Ich habe Ihnen gezeigt, wie die naturwissenschaftliche Denkweise sich bis in die Psychologie, bis in die Seelenkunde hineingelebt hat. Da nimmt man sie auf, da nimmt man sie restlos auf, diese naturwissenschaftliche Anschauungs­weise. Und das Puritanertum lebte eben dort wie ein abstrakter Ein­schlag, wie etwas, das mit dem eigentlichen äußeren Leben nichts zu tun hat, das man auch gewissermaßen in sein Seelenhaus einsperrt, das man nicht berührt werden läßt von der äußeren Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was da im Westen sich entwickelt, ist so, daß man sagen kann: Es ist eine Neigung vorhanden, alles in sich aufzunehmen, was der menschlichen Vernunft zugänglich ist, insofern sie gebunden ist an Leib und Seele. Das andere, der Puritanismus, ist ja nur ein Sonntags-kleid dessen, was Leib ist, was zugänglich ist der Vernunft. Daher der Deismus, diese ausgepreßte Zitrone einer religiösen Weltanschauung, wo von Gott nichts mehr vorhanden ist als ein Märchen einer allge­meinen, ganz abstrakten Weltursache; die Vernunft, wie sie an Leib und Seele gebunden ist, die macht sich da geltend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie nach dem Osten gehen, da ist gar kein Verständnis für eine solche Vernünftigkeit. Schon in Rußland fängt es an. Hat denn der Russe überhaupt Verständnis für das, was man im Westen Ver­nünftigkeit nennt? Man gebe sich nur keiner Täuschung hin; nicht das geringste Verständnis hat der Russe schon für das, was man im Westen Vernünftigkeit nennt. Der Russe ist zugänglich für dasjenige, was man Offenbarung nennen könnte. Er nimmt im Grunde genommen alles das auf als seinen Seeleninhalt, was er einer Art Offenbarung ver­dankt. Vernünftigkeit, wenn er auch das Wort den westlichen Men­schen nachsagt, so versteht er doch nichts davon, das heißt, er fühlt nicht das, was die westlichen Menschen dabei fühlen. Aber was nach­gefühlt werden kann, wenn man von Offenbarung, von dem Herab-kommen von Wahrheiten aus der übersinnlichen Welt in den Menschen herein spricht, das versteht er gut. Dasjenige aber, wovon man im Westen so redet - und dafür ist ja gerade das Puritanertum ein Be­weis -, ist so, daß man sieht: In diesem Westen ist selbstverständlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht das geringste Verständnis da für dasjenige, was man eigentlich als das Verhältnis des russischen Menschen und gar erst des Orientalen, des asiatischen Menschen, was man überhaupt als das Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt ansprechen muß. Dafür ist im Westen nicht das geringste Verständnis. Denn das ist etwas ganz anderes als das, was durch Vernunft vermittelt wird; das ist etwas, was, vom Gei­stigen ausgehend, den Menschen ergreift und den Menschen lebendig durchdringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bei den Menschen der europäischen Mitte, nun, da ist es so: Als der fünfte nachatlantische Zeitraum sich schon nahte, so im 10., 11., 12.Jahrhundert - er kam ja dann in der Mitte des 15.Jahrhun-derts -, da standen die hervorragendsten Geister der europäischen Mitte vor einer ungeheuren Frage, vor einer Frage, die ihnen aufgege­ben war als Menschen, die drinnenstanden zwischen dem Westen und dem Osten, und es drängte in ihnen der Westen nach Vernunft, und es drängte in ihnen der Osten nach Offenbarung. Und man studiere einmal von diesem Gesichtspunkte aus die Hochscholastik, die Glanz-epoche mittelalterlicher Geistesentwickelung, man studiere von diesem Gesichtspunkte aus solche Geister, wie Albertus Magnus, Thomas von Aquino, Duns Scotus und so weiter; man vergleiche sie mit solchen Geistern wie Roger Bacon - ich meine den Älteren, der mehr west­wärts orientiert war-, und man wird sehen: Eine große Frage entstand bei den Geistern der mitteleuropäischen Hochscholastik aus dem Zu­sammenwirken von dem, was vom Westen her als Vernunft, vom Osten her als Offenbarung drängte. Ihre Bedrängnis war die, die auf der einen Seite von den Geistern herrührte, die durch den Willen den menschlichen Leib und die menschliche Seele ergreifen wollten, auf der anderen Seite von den Geistern herrührte, die von der Imagination aus Geist und Seele im Osten ergreifen wollten. Daher entstand die scholastische Lehre, daß alles beides gilt: Vernunft auf der einen Seite, Offenbarung auf der anderen Seite, Vernunft für alles dasjenige, was auf der Erde mit den Sinnen zu erreichen ist, Offenbarung für die übersinnlichen Wahrheiten, die nur aus der Bibel und aus der Tradi­tion des Christentums geschöpft werden können. Man begreift so rich­tig die christliche Scholastik des Mittelalters, wenn man ihre hervorragendsten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geister auffaßt als diejenigen, in denen zusammenströmte Vernünftigkeit von Westen, Offenbarung von Osten. Da wirkten in den Menschen beide Richtungen, und im Mittelalter konnte man sie nicht anders zusammenbringen als dadurch, daß man gewissermaßen in sich selber den Zwiespalt empfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jener Stelle unserer kleinen Kuppel, drüben im kleinen Kuppel-raum, wo das germanische Element zur Darstellung kommen sollte mit seinem Dualismus, sehen Sie daher auch in dem Bräunlich-Schwärz-lichen und dem Rötlich-Gelblichen aneinanderstoßen diese Zweiheit: das Rot-Gelbliche der Offenbarung, das Schwärzlich-Bräunliche des Vernünftigen; wie dort überhaupt inspirierend das gewirkt hat, was durch die verschiedenen Menschheitskulturen hindurch an die Men­schen herangetreten ist; nur ist es dort in Farben und in den Offen­barungen der Farben empfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, möchte man sagen, ist das, was wir jetzt haben über die zivi­lisierte Welt hin, im Westen ergriffen von dem eigentlichen, erst in der Neuzeit heraufgekommenen Element, von dem Wirtschaftsleben; denn dieses Wirtschaftsleben selbst war in keiner früheren Epoche eine solche Zeitfrage, wie es jetzt geworden ist. Es ist eigentlich zeitgemäß. Dagegen ist dasjenige, was in Staat und Politik ist, schon im Abglim­men begriffen. Und was dann im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts als Deutsches Reich begründet worden ist, das nahm eben in sich auf dieses abglimmende Element des alten Römertums und ging daran zugrunde. Schon wie es sich aufgebaut hat, war es so, aber insbeson­dere, wie es dann sich ausgestaltet hat. Im Grunde genommen gab es innerhalb dieses Deutschen Reiches nur die Fortsetzung des juristisch-staatlichen, politischen Elementes, das organisierte, das ja große Ge­nies des Organisierens hatte; aber das wollte sich einverleiben die Wirtschaft, ohne daß man das wirtschaftliche Denken hatte. Denn alles, was die Wirtschaft innerhalb dieses Gebietes trieb, das wollte immer mehr und mehr unter das Staatssystem unterkriechen. Der Mi­litarismus zum Beispiel, der im Grunde genommen von Frankreich oder auch der Schweiz ausgegangen ist, der aber ja noch andere Formen hatte, wurde verstaatlicht, möchte man sagen, in Mitteleuropa. So daß dieses Mitteleuropa weder aufnehmen konnte das wirtschaftliche Leben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch aufnehmen konnte ein wirklich in sich selbst lebendiges, aus seinen Wurzeln heraus treibendes Geistesleben. Was organisiert wurde an Widergeistigkeit in der letzten Zeit gerade in Mitteleuropa, das ist ja das Allerfurchtbarste! Wir sehen alles, was Geistesleben ist, immer mehr und mehr hineinwachsen in die Form des politischen Staates. Und so kam es, daß es im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa keinen Menschen mehr gab, der über Geschichte oder über ähnliche Dinge anders schrieb denn als politischer Parteimann. Alles, was von den Universitäten ausging, ist nicht objektive Ge­schichte, ist Parteiweisheit, ist durchaus politisch gefärbt. Und noch mehr in der Dekadenz ist das geistige Leben, das aus Urzeiten aus dem Orient stammt. Es wuchs hinein in eine Überschwemmung aus dem We­sten, aus der Mitte, in den Maßnahmen Peters des Großen, die noch durchdrungen waren von einem urwüchsigen Geistigen, das aber eben in der Dekadenz ist, das sich im Pansiawismus, im Slawophilentum aus-lebt. Und es führte endlich dazu, daß die heutigen Zustände geschaf­fen wurden, aus denen heraus will ein neuer Geist, denn der alte ist ja ganz in der Dekadenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehen wir über die Welt verbreitet die neue Wirtschaft, die en­dende Jurisprudenz und Staatlichkeit und das geendete Geistesleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen sehen wir, von der Wirtschaft ganz aufgesogen, das Staatselement, und das Geistige ist ja nur in der Form der Naturwis­senschaft da, wenn man eben absieht von dem unwahren Puritaner­tum. In der Mitte haben wir einen schon alternden Staat gehabt, der Wirtschaft und Geistesleben aufsaugen wollte und deshalb nicht le­ben konnte. Und im Osten haben wir nichts anderes als den erster­benden Geist der alten Zeit, der galvanisiert werden soll durch aller­lei Maßnahmen des Westens; gleichgültig, ob es Peter der Große ist, ob es Lenin ist, dasjenige, was vom Westen kommen will, galvanisiert den Leichnam des östlichen Geistes. Die Rettung besteht darinnen, daß man klar einsieht: Ein neuer Geist muß die Menschen durchziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser neue Geist, der nun nicht im Orient, der im Abendlande selber gefunden werden kann, dieser neue Geist muß reinlich neben­einander hinstellen Wirtschaftsleben, staatlich-politisches Leben, Gei­stesleben. Dann kann zu dem Wirtschaftsleben des Westens, wozu der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Westen besonders durch seine Natureigenschaften organisiert ist, auch das staatliche und geistige Leben treten. Dann kann die Mitte neben dem staatlichen Leben, das, wenn es anthroposophisch orientiert wird, aus ganz anderen Grundsätzen heraus aufgebessert wird, als früher da waren, dann kann die Mitte wirklich ein Wirtschafts- und ein Gei­stesleben aufnehmen. Und dann kann der Orient wiederum befruchtet werden. Das Geistesleben, das im Abendlande blüht, das wird der Orient verstehen, wenn man es ihm nur in der richtigen Weise bringt. Sobald nicht mehr künstliche Grenzen geschaffen sind, über die nicht hinübergelassen wird, was an wirklichem anthroposophisch orientier­ten Geistesleben im Abendlande lebt, sobald das hinübergelassen wird nach dem Orient; man wird es verstehen, wenn es auch zunächst durch so kokette Geister dringt wie Rabindranath Tagore oder andere. Es handelt sich darum, daß die Naturwissenschaft als solche zurückge­wiesen wird von dem Orient. Aber jene Naturwissenschaft, welche durchleuchtet ist von wirklicher Geistigkeit, wie wir sie ja darstellen wollten in unseren Hochschulkursen hier, die wird mit allem Eifer auch vom Orient aufgenommen werden. Dann wird der Orient sehr viel Verständnis für ein selbständiges Geistesleben haben. Und er wird auch aufnehmen das selbständige staatlich-politische Leben, er wird aufnehmen können das Wirtschaftsleben, es in Unabhängigkeit trei­ben können. So daß wirklich in dieser Dreigliederung des sozialen Organismus sich auch dasjenige erfüllt, was sich aus einer vernünftigen und zu gleicher Zeit geistigen Betrachtung als Entwickelung der euro­päischen und asiatischen Welt seit dem untergehenden Römertum dar­stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe bereits im Jahre 1891 aufmerksam gemacht auf die Bezie­hung, welche besteht zwischen Schillers «Ästhetischen Briefen» und Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie». Heute möchte ich darauf hinweisen, daß ein gewisser Zusammenhang besteht zwischen dem, was ich gestern als Charakteristik der mittelländischen Zivilisation im Gegensatze zu der westlichen und der öst­lichen gegeben habe, und dem, was ja in ganz eigenartiger Weise bei Schiller und bei Goethe auftritt. Man kann dieses ganze Streben, wie ich es gestern charakterisiert habe - auf der einen Seite das Ergriffensein der menschlichen Leiblichkeit von den Geistern des Westens und auf der anderen Seite das Fühlen jener geistigen Wesenheiten, die als Imaginationen, als Geister des Ostens inspirierend wirken auf die östliche Zivilisation -, man kann beides gerade bei diesen führenden Geistern, bei Schiller und bei Goethe, merken. Ich mache nur noch dar­auf aufmerksam, wie in Schillers «Ästhetischen Briefen» gesucht wird, eine Seelenverfassung des Menschen zu charakterisieren, die eine ge­wisse mittlere Stimmung darstellt zwischen dem einen, das der Mensch auch haben kann, dem Hingegebensein an die Instinkte, an das Sinn­lich-Physische, und dem anderen, das er haben kann, wenn er an die logische Vernunftwelt hingegeben ist. Schiller meint, daß der Mensch in beiden Fällen nicht zur Freiheit kommen könne. In dem Falle nicht, wenn er ganz der Sinnenwelt, der Welt der Instinkte, der Triebe hinge­geben ist; da ist er seiner leiblich-physischen Wesenheit unfrei hinge­geben. Aber er ist auch nicht frei, wenn er der Vernunftnotwendig­keit, der logischen Notwendigkeit ganz hingegeben ist, denn da zwin­gen ihn eben die logischen Gesetze unter ihre Tyrannei. Aber Schiller will hinweisen auf einen mittleren Zustand, wo der Mensch seine In­stinkte so weit vergeistigt hat, daß er sich ihnen überlassen kann, daß sie ihn nicht hinunterziehen, daß sie ihn nicht versklaven, und wo auf der anderen Seite die logische Notwendigkeit aufgenommen ist in das sinnliche Anschauen, aufgenommen ist in die persönlichen Triebe, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß auch diese logische Notwendigkeit den Menschen nicht versklavt. Schiller findet allerdings dann in dem Zustand des ästhetischen Genießens und des ästhetischen Schaffens jenen mittleren Zustand, in dem der Mensch zur wahren Freiheit kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist von großer Wichtigkeit, daß diese ganze Abhandlung Schil­lers hervorgegangen ist aus derselben europäischen Stimmung, aus der die Französische Revolution hervorgegangen ist. Dasselbe, was sich tumultuarisch im Westen geäußert hat als große politische Bewegung mit der Hinorientierung auf äußere Umwälzungen, das bewegte Schil­ler, und es bewegte ihn so, daß er suchte die Frage zu beantworten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß der Mensch an sich selbst tun, um zu einem wahrhaft freien Wesen zu werden? - Im Westen stellte man die Frage: Wie müssen die äußeren sozialen Zustände werden, damit der Mensch in ihnen frei werden könne? - Schiller frägt: Wie muß der Mensch selbst in sich werden, damit er in seiner Seelenverfassung die Freiheit darleben könne? - Und Schiller stellt sich vor, daß, wenn die Menschen zu einer solchen mittleren Stimmung erzogen werden, sie auch ein soziales Ge­meinwesen darstellen werden, in dem Freiheit herrscht; also auch ein soziales Gemeinwesen will Schiller auf die Weise verwirklichen, daß durch die Menschen die freien Zustände geschaffen werden, nicht durch äußere Maßnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiller ist zu dieser Fassung seiner «Ästhetischen Briefe» durch seine Kant-Schulung gekommen. Er war ja bis zu einem hohen Grade eine künstlerische Natur, allein er hat sich gerade am Ende der achtziger Jahre und im Beginne der neunziger Jahre des 18.Jahrhunderts von Kant stark beeinflussen lassen und versuchte, im Kantischen Sinne sich solche Fragen zu beantworten. Die Abfassung der «Ästhetischen Briefe» fällt nun gerade in die Zeit, in der Goethe und Schiller zusammen die Zeitschrift «Die Horen» gründen, und Schiller legt die «Ästhetischen Briefe» Goethe vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir ja, wie Goethes Seelenverfassung eine ganz andere war als die Schillers. Gerade durch die Verschiedenheit dieser Seelen-verfassung kamen sich die beiden so nahe. Sie konnten, jeder dem an­deren, das geben, was eben dieser andere nicht hatte. Nun bekam also Goethe Schillers «Asthetische Briefe», in denen Schiller die Antwort geben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wollte auf die Frage: Wie kommt der Mensch innerlich zu einer innerlich freien Seelenverfassung und äußerlich zu sozial freien Zu­ständen? Goethe konnte aus der philosophischen Abhandlung Schillers nicht viel machen. Diese Art der Begriffsführung, der Ideenentwicke­lung war Goethe nicht etwa fremd gewesen, denn derjenige, der, wie ich, gesehen hat, wie Kants «Kritik der reinen Vernunft» in Goethes eigenem Exemplar mit Unterstreichungen und Randbemerkungen ver­sehen ist, der weiß, wie Goethe dieses noch in ganz anderem Sinne ab­strakte Werk Kants wirklich studiert hat. Und wie er sie als solche Werke durchaus hätte hinnehmen können, so hätte er natürlich als Studiumwerk auch Schillers «Asthetische Briefe» hinnehmen können. Aber darum handelte es sich gar nicht, sondern für Goethe war diese ganze Konstruktion des Menschen, auf der einen Seite der Vernunft-trieb mit seiner logischen Notwendigkeit, auf der anderen Seite der Sinnestrieb mit seiner sinnlichen Notdurft, wie Schiller sagte, und der dritte, mittlere Zustand, das war für Goethe etwas viel zu Gradliniges, zu Einfaches. Er empfand: So einfach kann man sich den Menschen nicht vorstellen, so einfach kann man auch die menschliche Entwicke­lung nicht darstellen, und deshalb schrieb er an Schiller, er wolle das ganze Problem, das ganze Rätsel nicht in einer solchen philosophisch verstandesmäßigen Form behandeln, sondern bildmäßig. Bildmäßig hat Goethe denn auch dieses selbe Problem, gewissermaßen als die Antwort auf die Zusendung der « Asthetischen Briefe» Schillers, in sei­nem Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie behan­delt, indem er in den beiden Reichen, diesseits und jenseits des Flusses, aber in bildhafter, mannigfaltiger, konkreter Weise dasselbe hingestellt hat, was Schiller als Sinnlichkeit und als Vernunftmäßigkeit auf der anderen Seite hinstellte. Und das, was Schiller bloß abstrakt als den mittleren Zustand charakterisiert, das hat Goethe dann in der Aufrich­tung des Tempels, in dem da herrscht der König der Weisheit, der gol­dene König, der König des Scheines, der silberne König, der König der Gewalt, der eherne, der kupferne König, und in dem zerfällt der gemischte König; das hat Goethe in bildhafter Weise behandeln wol­len. Und wir haben gewissermaßen eine Hindeutung, aber eben noch in der Goetheschen Weise eine Hindeutung auf die Tatsache, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
äußere Gliederung der menschlichen Gesellschaft nicht eine Einheit sein dürfe, sondern eine Dreiheit sein müsse, wenn der Mensch darin­nen gedeihen wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was dann entsprechend einer späteren Epoche als die Dreigliederung herauskommen mußte, das gibt Goethe noch im Bilde; natürlich ist noch nicht die Dreigliederung des sozialen Organismus da, aber Goethe gibt eben die Gestalt, die er dem sozialen Organismus anweisen will, in diesen drei Königen, in dem goldenen, dem silbernen und dem kupfernen König; und das, was zerfällt, gibt er in dem ge­mischten König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute nicht mehr so diese Dinge geben. Das habe ich gezeigt in meinem ersten Mysterium, wo im Grunde genommen das­selbe Motiv behandelt ist, wo es aber so ist, wie man es behandeln mußte im Beginn des 20. Jahrhunderts, während Goethe sein Märchen schrieb am Ende des 18.Jahrhunderts Nun kann man aber in einer gewissen Weise schon hindeuten dar­auf, wenn das auch Goethe selber noch nicht getan hat, wie der gol­dene König entsprechen würde demjenigen sozialen Gliede, das wir als das geistige Glied des sozialen Organismus bezeichnen; wie der König des Scheines, der silberne König, entsprechen würde dem poli­tischen Staate; wie der König der Gewalt, der kupferne König, ent­sprechen würde dem wirtschaftlichen Gliede des sozialen Organismus; und wie der gemischte König, der in sich selber zerfällt, den Einheits­staat darstellt, der in sich selber eben keinen Bestand haben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen Goethes bildhafte Hindeutung auf das, was einmal herauskommen mußte als die Dreigliederung des sozialen Or­ganismus. Goethe hat also gewissermaßen gesagt, als er Schillers «Asthe­tische Briefe» bekam: So kann man das nicht machen; Sie, lieber Freund, stellen sich den Menschen viel zu einfach vor. Sie stellen sich drei Kräfte vor. So ist es beim Menschen nicht. Wenn man dieses ganze reichgegliederte Innere des Menschen nehmen und anschauen will, so bekommt man so ungefähr zwanzig Kräfte - die Goethe dann in sei­nen zwanzig Märchengestalten bildhaft dargestellt hat -, und man muß dann das Spielen und Ineinanderwirken dieser etwa zwanzig Kräfte auch in einer wesentlich weniger abstrakten Weise darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
So haben wir am Ende des 18.Jahrhunderts zwei Darstellungen ein und derselben Sache, eine von Schiller, man möchte sagen aus dem Verstande heraus, aber nicht so, wie die Menschen gewöhnlich aus dem Verstande heraus etwas machen, sondern doch so, daß der Ver­stand durchdrungen ist von Empfindung und Seele, von dem ganzen Menschen. Nur ist es ein Unterschied, ob irgendein steifer durch­schnittsprofessionaler Philister irgendeine Sache über den Menschen psychologisch darstellt, wo nur der Kopf über die Sache denkt, oder ob hier Schiller aus dem Erleben des vollen Menschen heraus sich das Ideal einer menschlichen Seelenverfassung konstruiert und gewisser­maßen das, was er empfindet, nur in Verstandesbegriffe umwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte nicht weiter nach dem Logisieren, nach dem verstan­desmäßigen Analysieren gehen auf dem Wege, auf dem Schiller ge­gangen ist, ohne daß man philiströs und abstrakt würde. Es ist noch das volle Fühlen und Empfinden Schillers in jeder Zeile dieser «Ästhe-tischen Briefe». Es ist nicht die steife Königsbergerität Immanuel Kants mit den trockenen Begriffen, es ist Tiefsinn in Verstandesform, in Ideen hinein gestaltet. Aber würde man einen Schritt weitergehen, dann würde man eben in das verstandesmäßige Getriebe hineinkommen, das verwirklicht ist in der heutigen gewöhnlichen Wissenschaft, wo ja im Grunde genommen hinter dem, was verstandesmäßig ausgestaltet ist, der Mensch nichts mehr bedeutet, wo es gleichgültig ist, ob der Pro­fessor A oder D oder X die Sache ausgestaltet, weil die Dinge eben dargestellt werden, ohne aus dem ganzen Menschen heraus genommen zu sein. Bei Schiller ist noch alles urpersönlich, aber bis in den Ver­stand heraufgehoben. Da lebt Schiller in einer Phase, ja geradezu in einem Entwickelungspunkt der modernen Menschheitsentfaltung, der wichtig und wesentlich ist, weil Schiller gerade haltmacht vor dem, in das dann später die Menschheit vollständig hinein verfallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal graphisch darstellen, wie etwa die Sache gemeint sein könnte. Man könnte sagen: Das ist im allgemeinen die Tendenz der Menschheitsentwickelung (Pfeil aufwärts). Sie geht aber nicht so vor sich, diese Menschheitsentwickelung - es ist dies nur schematisch, graphisch dargestellt -, sondern sie geht so vor sich, daß sich die Ent­wickelung (blau) in einer Lemniskate herumschlängelt; aber sie kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht so gehen, sondern es muß fortwährend, wenn die Entwickelung diesen Gang nimmt, neue Antriebe geben, die im Sinne dieser Linie die Lemniskate heraufheben. Schiller würde, angekommen an diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 70.png|500px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 70]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Punkte hier (siehe Zeichnung), gewissermaßen in ein dunkleres Blau der bloßen Abstraktion, des bloßen Verstandesmäßigen hineingekom­men sein, wenn er weiter fortgefahren hätte im Selbständigmachen des­jenigen, was er innerlich fühlte. Er machte halt, und gerade noch hielt er mit dem verständigen Gestalten inne an dem Punkt, wo man die Persönlichkeit nicht verliert, sondern in dem verständigen Gestalten noch die Persönlichkeit drinnen hat. Daher wurde das nicht blau, son­dern es wurde auf einer höheren Stufe der Persönlichkeit, die ich hier (siehe Zeichnung) mit Rot durchziehen will, grün gemacht. So daß man sagen kann: Schiller hielt zurück gerade im Verstandesmäßigen vor dem, wo das Verstandesmäßige in seiner Reinheit heraus will. Sonst wäre er in den gewöhnlichen Verstand des 19. Jahrhunderts hineinver­fallen. Goethe drückte dasselbe aus in Bildern, in wunderbaren Bil­dern, in dem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie»; aber er blieb auch stehen bei diesen Bildern; er konnte gar nicht leiden, daß man irgendwie an diesen Bildern etwas herummäkelte, denn für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihn ergab sich das, was er über das Individuell-Menschliche und über das soziale Leben empfand, eben in solchen Bildern. Aber weiter durfte er nicht gehen als bis zu diesen Bildern. Denn würde er nun weiterzugehen versucht haben von seinem Standpunkte aus, er wäre in das Schwärmerische, in die Phantastik hineingekommen. Die Sache würde nicht mehr Konturen gehabt haben; sie würde nicht mehr an­wendbar gewesen sein für das Leben, sie würde das Leben überschrit­ten haben, sich über das Leben hinaus erhoben haben. Es würde schwär­merische Phantastik geworden sein. Man möchte sagen: Goethe war genötigt, die andere Klippe zu vermeiden, wo er ganz ins Phantastisch-Rote hineingekommen wäre. Darum hat er beigemischt das, was das Unpersönliche ist, dasjenige, was die Bilder in der Region des Imagi­nativen hielt, und ist dadurch auch auf das Grün gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiller hat gewissermaßen, wenn ich mich schematisch ausdrücken soll, das Blau vermieden, das Ahrimanisch-Verstandesmäßige; Goethe hat vermieden das Rot, das Schwärmerische, und ist beim konkreten imaginativen Bilde geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiller hat sich auseinandergesetzt als mittelländischer Mensch mit den Geistern des Westens. Die wollten ihn verleiten zu dem ganz Ver­standesmäßigen. Kant ist dem unterlegen. Ich habe es dargestellt, in­dem ich vor kurzer Zeit hier darauf hingewiesen habe, wie Kant durch David Hume unterlegen ist dem Verstandesmäßigen des Westens. Schiller hat sich herausgearbeitet, obwohl er von Kant sich schulen ließ. Er ist geblieben bei dem, das nicht bloß das Verstandesmäßige ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hatte mit den anderen Geistern, den Geistern des Ostens zu kämpfen, die ihn nach der Imagination trieben. Er konnte zu seine: Zeit, weil Geisteswissenschaft noch nicht vorhanden war, nicht weiter gehen als bis zu dem Gewebe der Imagination in dein «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie». Aber auch da blieb er inner­halb der festen Konturen. Er ging nicht bis ins Phantastische, Schwär­merische hinauf. Er befruchtete sich, indem er nach Süden zog, wo noch viel erhalten war von dem Erbgute des Orients. Er lernte kennen, wie die Geister des Orients da noch wirkten in der Nachblüte orien­talischer Kultur, der griechischen Künste, wie er sie sich konstruierte aus den italienischen Kunstwerken. So daß man sagen kann: Es ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
etwas Eigentümliches in diesem Freundschaftsbunde zwischen Schiller und Goethe. Schiller hat zu kämpfen mit den Geistern des Westens; er ergibt sich ihnen nicht, er hält zurück, er verfällt nicht in den bloßen Verstand. Goethe hat zu kämpfen mit den Geistern des Ostens; sie wollen ihn zum Schwärmerischen treiben. Er hält zurück; er bleibt bei den Bildern, die er im «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» gegeben hat. Goethe hätte entweder in die Schwärmerei verfallen oder die orientalische Offenbarung annehmen müssen. Schil­ler hätte entweder ganz verstandesmäßig werden müssen, oder er hätte das, was er geworden ist, ernst nehmen müssen; bekanntlich ist er ja von der Revolutionsregierung zum «französischen Bürger» ernannt worden, aber er hat die Sache nicht sehr ernst genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sehen wir, wie in einem wichtigen Punkte europäischer Ent­wickelung diese zwei Seelenverfassungen nebeneinanderstehen, die ich Ihnen charakterisiert habe. Sie leben sonst ja auch, man möchte sagen in jeder einzelnen bedeutsamen mitteleuropäischen Individualität, aber in Schiller und Goethe stehen sie zu gleicher Zeit in einer gewissen Weise nebeneinander. Es mußte, während Schiller und Goethe gewis­sermaßen noch auf jenem Punkte geblieben sind, erst der Einschlag der Geisteswissenschaft kommen, der diese Lemniskatenkurve (siehe Zeichnung) heraufhebt, so daß sie auf einer höheren Stufe dann er­scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so sehen wir denn in einer eigentümlichen Weise in Schillers drei Zuständen, dem Zustand der Vernunftnotwendigkeit, dem der Instinktnotwendigkeit und dem der freien ästhetischen Stimmung, und in Goethes drei Königen, dem goldenen, dem silbernen, dem kup­fernen, vorgebildet alles das, was wir sowohl über die Dreigliederung des Menschen, wie über die Dreigliederung des sozialen Gemeinwe­sens zu finden haben durch Geisteswissenschaft als die nächsten not­wendigen Ziele und Rätselfragen des einzelnen Menschen und des menschlichen Zusammenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge weisen uns doch wohl darauf hin, daß nicht durch eine Willkür diese Dreigliederung des sozialen Organismus an die Ober­fläche getragen worden ist, sondern daß schon beste Geister der neueren Menschheitsentwickelung darauf hintendiert haben, solches zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn es nichts anderes gäbe als ein solches Denken über das Soziale, wie es Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» ist, so würde man nicht zur Schlagkraft des äußeren Wir­kens kommen können. Goethe stand an dem Punkt, die bloße Offen­barung zu überwinden. Er ist ja auch in Rom nicht zum Katholiken geworden. Er erhob sich eben zu seinen Imaginationen. Aber er blieb doch beim bloßen Bilde stehen. Und Schiller ist nicht zum Revolutionär geworden, sondern zum Erzieher des inneren Menschen. Er blieb ste­hen bei dem Punkte, wo noch Persönlichkeit in der Verstandesgestal­tung drinnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wirkte sich in einer späteren Phase mitteleuropäischer Kultur etwas aus, was schon seit älteren Zeiten zu bemerken ist, am klarsten für den modernen Menschen noch im Griechentum. Nach dem Grie­chentum strebte ja auch Goethe. Im Griechentum ist zu bemerken, wie das Soziale im Mythus dargestellt wird, also auch im Bilde. Aber im Grunde genommen ist der griechische Mythus so Bild, wie auch Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» Bild ist. Man kann nicht mit diesen Bildern nun etwa reformatorisch wir­ken im sozialen Organismus. Man kann gewissermaßen nur als Idealist etwas sagen, was sich bilden müßte. Aber die Bilder sind ein zu leichtes Gebäude, als daß man wirklich schlagkräftig eingreifen könnte in die Gestaltung des sozialen Organismus. Daher haben die Griechen auch nicht geglaubt, mit ihrem Stehenbleiben in den Mythenbildern auch das Soziale zu treffen. Und da kommt man, wenn man diese Linie des Forschens verfolgt, an einen wichtigen Punkt der griechischen Ent­wickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man möchte sagen: Für das Alltagsleben, wo sich die Dinge ge­wohnheitsmäßig abspielen, da dachten sich die Griechen abhängig von ihren Mythengöttern, Mythengeistern. Dann aber, wenn es sich darum handelte, Großes zu entscheiden, da sagten sich die Griechen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, da machen es diejenigen Götter nicht aus, welche in die Imagination hereinwirken und eben die Mythengötter sind; da muß etwas Reales zutage treten. Und da trat das Orakel zutage. Da wurden die Götter nicht bloß imaginativ vorgestellt, da wurden sie veranlaßt, die Men­schen wirklich zu inspirieren. Und mit den Orakelsprüchen befaßten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich die Griechen, wenn sie soziale Impulse haben wollten. Da stiegen sie auf von der Imagination zur Inspiration, aber zu einer Inspiration, zu welcher sie die äußere Natur herbeiriefen. Wir modernen Menschen müssen allerdings auch versuchen, uns zur Inspiration zu erheben, aber dann zu einer Inspiration, die nicht die äußere Natur in den Orakeln herbeiruft, sondern die zum Geiste aufsteigt, um in der Sphäre des Geistigen sich inspirieren zu lassen. Aber so wie die Griechen zum Realen griffen, wenn es sich um Soziales handelte, wie sie nicht bei Imaginationen geblieben sind, sondern zu den Inspirationen aufstiegen, so können wir auch nicht bei den bloßen Imaginationen bleiben, son­dern müssen zu den Inspirationen aufsteigen, wenn wir irgend etwas zum sozialen Heile finden wollen in der neueren Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier kommen wir an einen anderen Punkt, der wichtig ist zu beachten. Warum sind denn eigentlich Schiller und Goethe stehenge­blieben, der eine auf dem Wege nach dem Verständigen, der andere auf dem Wege nach dem Imaginativen? Geisteswissenschaft hatten sie beide nicht, sonst hätte Schiller fortschreiten können dazu, seine Be­griffe geisteswissenschaftlich zu durchdringen, und er würde dann etwas viel Realeres in seinen drei Seelenzuständen gefunden haben als die drei Abstraktionen, die er in den «Ästhetischen Briefen» hat. Goethe würde die Imagination ausgefüllt haben mit dem, was real aus der geistigen Welt herein spricht, und er hätte vordringen können zu den Gestaltungen des sozialen Lebens, die da bewirkt sein wollen aus der geistigen Welt herein, dem geistigen Glied des sozialen Orga­nismus, dem goldenen König; dem staatlichen Glied des sozialen Or­ganismus, dem silbernen König, dem König des Scheins; dern wirt­schaftlichen Gliede, dem ehernen, dem kupfernen König.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit, in der Schiller und Goethe zu diesen Einsichten, der eine in den «Ästhetischen Briefen», der andere im «Märchen», vorgedrungen sind, diese Zeit war noch nicht dazu angetan, weiterzudringen; denn um weiterzudringen muß man etwas ganz Bestimmtes einsehen. Man muß das einsehen, was eigentlich aus der Welt würde, wenn man den Weg Schillers nun weitergehen würde bis zur vollen Ausgestaltung des Unpersönlich-Verstandesmäßigen. Das 19. Jahrhundert hat es ja zu­nächst in der Naturwissenschaft ausgebildet, dieses Unpersönlich-Verstandesmäßige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts hat ange­fangen, es in den äußeren öffentlichen Angelegenheiten verwirklichen zu wollen. Da liegt aber ein bedeutsames Geheimnis vor. Im mensch­lichen Organismus wird fortwährend das, was aufgenommen wird, auch zur Zerstörung geführt. Wir können nicht fortwährend bloß es-sen, wir müssen auch ausscheiden, es muß das, was wir als Stoff auf­nehmen, auch einem Niedergang entgegengehen, das muß auch zer­stört werden, muß wiederum heraus aus dem Organismus. Und das Verstandesmäßige ist dasjenige, welches, sobald es - und hier kommt eine Komplikation - das wirtschaftliche Leben ergreift, im Einheits­staat, im gemischten König, dieses Wirtschaftsleben zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun leben wir aber in der Zeit, in der sich der Verstand entwickeln muß. Wir können nicht im fünften nachatlantischen Zeitraum zur Ent­wickelung der Bewußtseinsseele kommen, ohne den Verstand zu ent­wickeln. Und die westlichen Völker haben ja gerade die Aufgabe, den Verstand in das Wirtschaftsleben hineinzutragen. Was bedeutet das? Wir können das moderne Wirtschaftsleben, weil wir es verständig ge­stalten müssen, nicht imaginativ gestalten, wie Goethe es in seinem «Märchen» gestaltet hat. Weil wir im Wirtschaftlichen den Weg weiter machen müssen, den Schiller nur getrieben hat bis zu dem noch per­sönlichen Aushauchen des Verstandesmäßigen, müssen wir ein Wirt­schaftsleben gründen, das als Wirtschaftsleben, weil es eben verstän­dig sein muß, im fünften nachatlantischen Zeitraum notwendig zer­störend wirkt. Es gibt im heutigen Zeitraum kein Wirtschaftsleben, das etwa imaginativ geführt werden könnte wie das Wirtschaftsleben des Orients oder noch das Wirtschaften des europäischen Mittel­alters, sondern seit der Mitte des 15. Jahrhunderts haben wir nur die Möglichkeit, ein solches Wirtschaftsleben zu haben, das, wenn es allein da wäre oder mit den anderen Gliedern des sozialen Organismus ver­mengt ist, zerstörend wirkt. Es geht nicht anders. Daher betrachten wir dieses Wirtschaftsleben als die eine Waagschale, die tief herunter-sinken würde und dadurch zerstörend wirken muß; es muß ein Gleich­gewicht da sein. Daher müssen wir ein Wirtschaftsleben haben als das eine Glied des sozialen Organismus, und ein Geistesleben, welches jetzt eben das Gleichgewicht hält, immer wieder aufbaut. Hält man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute an dem Einheitsstaat fest, dann wird das Wirtschaftsleben, wie es im Westen der Fall ist, diesen Einheitsstaat mit dem Geistesle­ben aufsaugen, dann müssen aber solche Einheitsstaaten notwendig zur Zerstörung führen. Und wenn man bloß aus dem Verstande heraus wie Lenin und Trotzkij, einen Staat begründet, er muß zur Zerstörung führen, weil sich der Verstand bloß auf das Wirtschafts­leben richtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das fühlte Schiller, indem er seinen sozialen Zustand ausdachte. Schiller fühlte: Gehe ich weiter in dem verstandesmäßigen Können, komme ich ins Wirtschaftsleben hinein, so muß ich den Verstand auf das Wirtschaftsleben anwenden. Dann schildere ich nicht dasjenige, was wächst und gedeiht, dann schildere ich dasjenige, was in der Zer­störung lebt. - Schiller zuckte zurück vor der Zerstörung. Er hielt ge­rade an dem Punkt, wo die Zerstörung anbrechen würde; da blieb er stehen. Die Neueren denken alle möglichen sozialen wirtschaftlichen Systeme aus, wissen nur nicht, weil sie ein zu grobes Gefühl dazu ha­ben, daß jedes wirtschaftliche System, das sie so ausdenken, zur Zer­störung führt, unbedingt zur Zerstörung führt, wenn es nicht jederzeit wiederum erneuert wird durch das selbständige, sich entwickelnde Gei­stesleben, das immer wieder und wiederum sich zu dem Zerstören, zu dem Ausscheiden des Wirtschaftslebens verhält wie das Aufbauende. In diesem Sinne ist auch in meinen «Kernpunkten» das Zusammen­wirken des geistigen Gliedes des sozialen Organismus mit dem Wirt­schaftlichen geschildert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde unter der modernen Verständigkeit des fünften nachatlan­tischen Zeitraums das Kapital bleiben bei den Menschen, auch dann, wenn sie nicht mehr es selber verwalten können, dann würde das Wirt­schaftsleben selber den Kreislauf des Kapitals bewirken; Zerstörung müßte kommen. Da muß das geistige Leben eingreifen, da muß über das geistige Leben hinüber das Kapital an denjenigen gebracht werden, der wieder bei seiner Verwaltung dabei ist. Das ist der innere Sinn der Dreigliederung des sozialen Organismus, das auch in dem richtig gedachten dreigliedrigen sozialen Organismus man sich keiner Illusion hingibt, daß das wirtschaftliche Denken in der modernen Zeit ein zerstörendes Element ist, und daß daher fortwährend ihm entgegengesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden muß das aufbauende Element des geistigen Gliedes des sozialen Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit jeder neuen Generation, mit den Kindern, die wir in der Schule unterrichten, wird uns von der geistigen Welt etwas gegeben, etwas heruntergeschickt; das fangen wir auf in der Erziehung, das ist etwas Geistiges, das einverleiben wir wiederum dern Wirtschaftsleben und verhüten dessen Zerstörung; denn das Wirtschaftsleben, durch sich selbst seinen Gang gehend, zerstört sich. So muß man hineinsehen in das Getriebe. So muß man sehen, wie am Ende des 18.Jahrhunderts Goethe und Schiller dastanden, Schiller sich sagte: Ich muß zurück­zucken, ich darf keinen sozialen Zustand schildern, der bloß an den persönlichen Verstand appelliert, ich muß mit dem Verstand inner­halb des Persönlichen bleiben, sonst würde ich die wirtschaftliche Ver­nichtung schildern -, Goethe: Ich will nicht die schwärmerischen, ich will die scharf konturierten Bilder; denn würde ich eine Strecke wei­tergehen, ich käme hinein in einen Zustand, der nicht auf der Erde ist, der nicht eingreift schlagkräftig in das Leben selber; ich würde wie etwas Unlebendiges das Wirtschaftsleben unter mir lassen, würde ein Geistesleben begründen, das nicht eingreifen kann in die Tatsachen des unmittelbaren Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sehen wir, daß wir im richtigen Goetheanismus leben, wenn wir nirgends bei Goethe stehenbleiben, sondern überall mitmachen die Ent­wickelung, die ja wohl Goethe selber mitgemacht hat seit dern Jahre 1832. Ich habe auch dieses, daß das Wirtschaftsleben fortwährend heute in seine eigene Zerstörung hineinarbeitet und fortwährend der eigenen Zerstörung entgegengearbeitet werden muß, wie der Zerstörung des Menschen durch das Essen entgegengearbeitet werden muß, ich habe auch das an einer bestimmten Stelle in meinen «Kernpunkten der so­zialen Frage» angedeutet. Nur liest man die Sachen nicht ordentlich, sondern man denkt, dieses Buch sei auch so geschrieben, wie etwa heute die meisten Bücher geschrieben sind, daß man, nun ja, einfach so durch­lesen kann. Es will eben jeder Satz bei einem solchen, aus dem Prak­tischen heraus geschriebenen Buche durchaus bedacht sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wenn man diese beiden Dinge nimmt: Schillers «Ästhetische Briefe» sind wenig verstanden worden in der Folgezeit, ich habe davon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
öfter gesprochen, man hat sich wenig mit ihnen beschäftigt; es würde sonst das Studium der Schillerschen «Ästhetischen Briefe» ein guter Weg sein zum Hineinmünden in das, was Sie finden in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?»; dazu könnten Schil­lers «Ästhetische Briefe» die Vorbereitung sein. Und wiederum könnte Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie» die Vorbereitung sein, um jene Art der Geisteskonfiguration sich anzu­eignen, die nicht aus dern bloßen Verstande, sondern aus tieferen Kräf­ten heraus kommen kann, und die dann so etwas wie die «Kernpunkte der sozialen Frage» wirklich verstehen könnte. Denn sowohl Schiller wie Goethe empfanden das Tragische der mitteleuropäischen Zivili­sation. Gewiß, die Dinge waren ihnen nicht bewußt, aber sie empfan­den sie. Beide empfanden - man kann das nachlesen bei Goethe überall in den Gesprächen mit Eckermann, mit dern Kanzler von Müller, in den zahlreichen anderen Andeutungen Goethes -: Wenn nicht etwas heraufkommt wie ein neuer Einschlag aus dern Geistigen, wie ein neues Begreifen des Christentums, dann muß es abwärts gehen. - Vieles, was Goethe an Resignation in seinen späteren Jahrzehnten dargelebt hat, beruht zweifellos auf dieser Stimmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und diejenigen, die ohne die Geisteswissenschaft Goetheaner ge­worden sind, die fühlen, wie namentlich aus dern deutschen mitteleuro­päischen Wesen gerade dieses eigentümliche Nebeneinanderwirken der Geister des Westens und der Geister des Ostens ersichtlich ist. Ich habe gestern gesagt: Innerhalb der mitteleuropäischen Zivilisation ist jener Ausgleich, den die Hochscholastik gesucht hat zwischen Vernunftwis­senschaft und Offenbarung, auch zurückzuführen auf die Wirkungen der Geister des Westens und der Geister des Ostens. Wie das bei Schil­ler und Goethe zum Vorschein kommt, wir haben es heute gesehen. Aber im Grunde genommen schwankt die ganze mitteleuropäische Zi­vilisation in diesem Wirbel drinnen, in dern der Osten und der Westen durcheinanderwirbeln; vom Osten herüber die Sphäre des goldenen Königs, vom Westen herüber die Sphäre des kupfernen, vom Osten herüber die Weisheit, vom Westen herüber die Gewalt und in der Mitte dasjenige, was Goethe im silbernen König darstellt, der Schein, der sich nur schwer durchdringt mit Wirklichkeit. Das Scheinhafte der mitteleuropäischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zivilisation, es lag als tragische Stimmung auf dem Un­tergrunde der Goetheschen Seele. Und Herman Grimm hat in schöner Weise aus seinem Goethe-Empfinden heraus - er hat ja als ein Mensch, der eben auch von der Geisteswissenschaft unberührt war, Goethe an­gesehen -, er hat als ein solcher Geist charakterisiert, wie diese mittel­europäische Zivilisation in sich hat dieses Hineingetriebensein in den Wirbel der Geister des Ostens und der Geister des Westens, was dazu führt, den Willen nicht zu seinem Rechte kommen zu lassen, und was zu der ewig schwankenden Stimmung der deutschen Geschichte ge­führt hat. Schön sagt Herman Grimm gerade über diese Dinge: «Die deutsche Geschichte ist für Treitschke das unablässige Streben nach geistiger und staatlicher Einheit und auf dern Wege zu ihr das unab­lässige Dazwischentreten unserer eigensten angeborenen Eigenschaf­ten.» So sagt Herman Grimm, sich selber als Deutscher fühlend. Er sagt weiter: «Immer dieselbe Art unserer Natur, sich zu widersetzen, wo man nachgeben sollte, und nachzugeben, wo Widerstand nötig war. Das wunderbare Vergessen des eben erst Vergangenen, das plötz­liche Nichtmehrwollen des eben noch heftig Erstrebten, die Mißach­tung der Gegenwart, aber die feste, doch unbestimmte Hoffnung. Dazu der Hang, sich dern Fremden hinzugeben und, wenn dies einmal ge­schah, zugleich dann aber der unbewußte, maßgebende Einfluß auf die Ausländer, denen man sich doch unterwarf.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man es heute mit mitteleuropäischer Zivilisation zu tun hat und mit ihr etwas erreichen möchte, so weht einem überall diese Tra­gik entgegen, die die ganze Geschichte dieses Deutschen, Mitteleuro­päischen, zwischen dern Westen und Osten verrät. Auch heute ist es überall noch so, daß man mit Herman Grimm sagen könnte: Der Drang, sich zu widersetzen, wo man nachgeben sollte, und nachzu­geben, wo Widerstand nötig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was von dern schwankenden Mittleren herrührt, von dem, was zwischen Wirtschaft und aufbauendem Geistesleben als das rhythmische Hin- und Herschwanken des Staatlichen mitten drin­nensteht. Weil in diesen Mittelländern gerade das staatlich-politi­sche Element seine Triumphe gefeiert hat, deshalb lebt der Schein, der leicht zur Illusion werden kann. Schiller will nicht den Schein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verlassen, indem er seine «Ästhetischen Briefe» hinschreibt. Er weiß, wenn es mit dem bloßen Verstande zu tun ist, dann kommt man in die Zerstörung des Wirtschaftslebens hinein; im 18. Jahrhundert wurde der Teil zerstört, der durch die Französische Revolution zerstört wer­den konnte; im 19. Jahrhundert würde es viel schlimmer werden. Goethe wußte, er darf nicht bis zum Schwärmerischen gehen, er muß im Imaginativen stehenbleiben. Aber es erzeugt sich auch sehr leicht bei diesem Schwanken zwischen dern einen und dern anderen in dieser Zweiheit, die in der wirbelnden Hin- und Herbewegung der Geister des Westens und des Ostens sich vollzieht, es erzeugt sich leicht eine illusionäre Stimmung. Es ist gleichgültig, ob diese illusionäre Stim­mung im Religiösen, ob sie im Politischen, im Militärischen heraus­kommt, es ist schließlich ganz gleichgültig, ob der Schwärmer irgend­welche Mystik ausschwärmt, oder ob er so schwärmt, wie Ludendorfj geschwärmt hat, ohne auf dern Boden der Wirklichkeit zu stehen. Und schließlich, auch in einer liebenswürdigen Weise kann einem das ent­gegentreten. Denn dieselbe Stelle von Herman Grimm, die ich Ihnen vorgelesen habe, fährt fort: «Man sehe doch heute: Niemand schien so völlig vom Vaterlande losgetrennt als der Deutsche, der zum Ame­rikaner geworden war, und heute steht das amerikanische Leben, in dern das unserer Auswanderer aufging, unter dern Einflusse des deut­schen Geistes.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So schreibt Herman Grimm, der geistvolle Mann, im Jahre 1895, wo man wirklich nur aus der schlimmsten Illusion heraus glauben konnte, daß die Deutschen, die nach Amerika gekommen sind, das amerikanische Leben deutsch nuancieren werden. Denn längst bereitete sich das vor, was dann im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts her­auskam: daß eben das Amerikanische völlig überflutet hat das We­nige, was die Deutschen hineinbringen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich, noch größer wird das Illusionshafte dieses Herman Grimmschen Ausspruches, wenn man folgendes ins Auge faßt. Her-man Grimm tut diesen Ausspruch aus Goethescher Gesinnung heraus, denn er hat sich ganz an Goethe herangebildet. Nur, einen Einschlag hat er gehabt. Wer Herman Grimm genau kennt, seinem Stil nach, seiner ganzen Ausdrucksform nach, seiner Denkweise nach, der weiß,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Herman Grimm hat sehr viel von Goethe angenommen, nicht das Reale, Durchdringende Goethes; denn er schildert ja so, daß er eigent­lich Schattenbilder schildert, nicht wirkliche Menschen. Aber er hat doch etwas anderes noch in sich, nicht bloß Goethe. Und was hat Her­man Grimm in sich? Amerikanismus, denn dasjenige, was er in seinem Stile, seinen Gedankenformen außer von Goethe in sich hat, das hat er durch eine frühe Lektüre Emersons bekommen; und sogar seine Satzbildung, seine Gedankenführung ist dern Amerikaner Emerson nachgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So findet sich also Herman Grimm in dieser doppelten Illusion, in diesem Reiche des silbernen Königs des Scheins. Er wähnt, als schon alles herausgeworfen wird, was in Amerika deutscher Einfluß ist, daß Amerika germanisiert würde, während er einen guten Einschlag von Amerikanismus in sich trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So drückt sich oftmals intim aus, was dann in der äußeren Kultur grob da ist. Da hat sich der grobe Darwinismus, die grobe wirtschaft­liche Denkweise ausgebreitet, und würde schließlich, wenn nicht die Dreigliederung des sozialen Organismus kommt - weil eben das bloß verstandesmäßig konstruierte Wirtschaftsleben notwendig zum Ruin führen muß -, zum Ruin führen. Und derjenige, der aus diesem Wirt­schaftsleben heraus denkt wie Oswald Spengler, der kann wissenschaft­lich beweisen, daß mit dern Beginn des 3. Jahrtausends die heutige zi­vilisierte Welt - sie ist ja eigentlich heute nicht mehr so stark zivilisiert -in die wüsteste Barbarei wird versunken sein müssen. Denn Spengler weiß nichts von demjenigen, was diese Welt als Einschlag erhalten muß, von dern geistigen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber doch hat sich recht schwer durchzukämpfen, was als Geistes­wissenschaft und als geisteswissenschaftliche Kultur vor die Welt heute nicht hintreten will, sondern hintreten muß. Und überall machen sich diejenigen geltend, die gerade diese Geisteswissenschaft nicht aufkom­men lassen wollen. Und wenig tatkräftige Arbeiter sind im Grunde genommen noch auf diesem Boden der Geisteswissenschaft da, wäh­rend die anderen, die in das Werk der Zerstörung hineinführen, durch­aus tatkräftig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man braucht nur zu sehen, wie eigentlich der heutige Mensch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz ratlos ist gegenüber dein, was im heutigen Zivilisationsleben auf­tritt. Es ist zum Beispiel charakteristisch, wie eine Zeitung der Ost-schweiz Berichte gebracht hat über meine Vorträge über die «Grenzen des Naturerkennens» während des Hochschulkurses. Und jetzt hält in dern Ort, in dern die Zeitung erscheint, der Nachgackerer Eduard von Hartmanns, Arthur Drews, Vorträge, der niemals etwas anderes zustande gebracht hat, als daß er nachgegackert hat dern Eduard von Hartmann, dern Philosophen des Unbewußten. Bei dem ist es interes­sant. Bei dern Nachgackerer ist es natürlich etwas höchst Überflüssiges. Und diese an der Karlsruher Hochschule wirkende philosophische Hohlköpfigkeit, die macht sich jetzt auch über dasjenige her, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ist!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie steht der heutige Mensch - das möchte ich besonders her­vorheben - vor diesen Dingen? Nun haben wir dern einen Gehör ge­geben, nun geben wir auch dern anderen Gehör. Das heißt, dern heu­tigen Menschen ist alles egal. Und das ist das Furchtbare. Ob nun der heutige Nachgackerer des Eduard von Hartmann, Arthur Drews, etwas gegen die Anthroposophie hat oder nicht, darauf kommt es schon gar nicht an; denn das, was der Mann haben kann gegen Anthroposophie, kann man aus dessen Büchern durchaus vorher konstruieren, nicht ein einziger Satz braucht auszubleiben. Aber das Bedeutsame ist, daß die Menschen eigentlich auf dern Standpunkte stehen: Man hört das, man notifiziert das, und dann abgetan, dann Schluß! Ein wirkliches Ein­gehen auf die Sache braucht es ja nur, um auf den rechten Weg zu kom­men. Aber der heutige Mensch will sich nicht erfassen lassen von einem rechten Eingehen auf die Sache. Das ist das ganz Furchtbare, das Schreckliche, das ist dasjenige, was die Menschen schon so weit ge­trieben hat, daß sie nicht imstande sind, noch zu unterscheiden zwi­schen dem, was von Realitäten spricht, und dem, was ganze Bücher schreibt, wie der Graf Hermann von Keyserling, in denen kein einziger Gedanke ist, sondern nur Worte, durcheinandergewürfelte Worte. Und sehnt man sich nach einem enthusiastischen Aufnehmen von irgend etwas, was ja von selbst dazu führen würde, daß das hohle Wortge­plänkel unterschieden würde von dem, was auf wirklich geistiger For­schung beruht, da findet man niemanden, der auch nur sich aufraffen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sein Herz zusammennehmen und ergriffen werden könnte von dem, was substantiell ist. Das haben die Leute verlernt, gründlich verlernt, namentlich in der Zeit, wo die Wahrheit nicht nach der Wahrheit entschieden worden ist, sondern wo unter die Menschen die große Lüge getreten ist, daß die einzelnen Nationalitäten in den letzten Jah­ren das wahr gefunden haben, was von ihnen ist, und falsch gefunden haben, was von einer anderen Nationalität ist. Das empörende Gegen­einander-Lügen, das ist im Grunde genommen Signatur des öffent­lichen Geistes geworden. Wenn irgend etwas von einer anderen Nation gekommen ist, so war es das Unwahre; wenn es von der eigenen Nation gekommen ist, war es das Wahre. Es klingt heute noch nach, es ist heute schon in die Denkgewohnheiten hineingegangen. Dagegen ein wirkliches, unbefangenes Hingeben an das, was die Wahrheit ist, es führt zu einer Vergeistigung. Aber im Grunde ist das den Menschen heute noch egal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor sich nicht eine genügend große Anzahl von Menschen findet, die nun wirklich mit dern ganzen Herzen eintreten wollen für das, was geistige Substanz ist, kann nichts Heilsames aus dern heutigen Chaos her­auskommen. Man glaube nur nicht, daß man mit der Galvanisierung des Alten irgendwie weiter vorschreiten könne. Dieses Alte, es gründet «Weisheitsschulen» auf bloße hohle Worte. Es hat die Universitäts­philosophie mit Arthur Drewsen versehen, die aber wahrhaftig über­all vertreten sind, und die Menschheit will nicht Stellung nehmen. Ehe sie nicht Stellung nimmt auf allen drei Gebieten des Lebens, auf geistigem, auf politischem, auf wirtschaftlichem Gebiet, eher kann kein Heil hervorgehen aus dern heutigen Chaos, sondern es muß immer tie­fer und tiefer hinuntergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 29. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde in diesen Tagen, heute, morgen und übermorgen, zu spre­chen haben von dem, worauf ja vor längerer Zeit schon hingewiesen worden ist, auf die besondere Art, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewissermaßen eine Art von Wiederoffenbarung des Christus-Ereignisses stattfinden soll. Dazu wird einiges vorzubereiten sein, zunächst heute dadurch, daß ich versuchen werde, die Geistesver­fassung der zivilisierten Welt noch einmal von einem gewissen Ge­sichtspunkte aus zu charakterisieren, und von diesein Gesichtspunkte aus darauf aufmerksam zu machen, welche Forderungen in bezug auf die Menschheitsentwickelung, die Menschheitserziehung im großen in der nächsten Zukunft durch die Tatsache dieser Menschheitsentwicke­lung selber gestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen ja, ein neues Zeitalter in der Entwickelung der zivili­sierten Menschheit hat begonnen um die Mitte des 15.Jahrhunderts. Seit jener Zeit haben wir es zu tun mit einer besonderen Ausbildung des menschlichen Intellekts. Man macht sich heute nicht mehr genaue Vorstellungen von der Seelenverfassung, welche vorhanden war bei den Menschen, die vor diesem großen Wendepunkt der neueren Ge­schichte gelebt haben. Man bedenkt nicht, was es für eine andere Seelen-verfassung gewesen sein muß, und man könnte es doch leicht beden­ken, wie anders in Europa die Seelenverfassung gewesen sein muß, welche über weite Territorien hin die Menschen geneigt gemacht hat, die Kreuzzüge nach Asien hinüber, nach dern Orient zu unterneh­men, wenn man sich vorstellt, wie unmöglich ein solches, auf ideal­spirituellen Hintergründen stehendes Ereignis seit der Mitte des 15. Jahrhunderts geworden ist. Man bedenkt nicht, welche ganz anders­artigen Interessen die Menschheit vor diesein geschichtlichen Wende­punkt gehabt hat, und welche Interessen seit jener Zeit ganz beson­ders groß geworden sind. Aber wenn man unter den mancherlei Cha­rakteristiken, die man geben kann von diesem neueren Zeitabschnitte, eine als die bedeutsamste hervorheben will, so ist es eben das Überhandnehmen,&lt;br /&gt;
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das immer Intensiverwerden der intellektuellen Kraft des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun steht ja im Menschen immer eine andere Kraft, sei es als Sehn­sucht, sei es als mehr oder weniger klare Bewußtseinstatsache, in dern Untergrunde der Seele. Es ist die Erkenntnissehnsucht. Man kann nun, wenn man zurückblickt in ältere Zeiten, selbst wenn man zurückblickt in das 11., 12., 13., 14.Jahrhundert europäischer Entwickelung, von einer deutlichen Erkenntnissehnsucht sprechen, insofern als da­zumal der Mensch in seiner Seele Fähigkeiten hatte, welche ihn dazu brachten, ein Verhältnis zu gewinnen zu der Natur, zu dem, was die Natur an Geist offenbarte, und dadurch ein Verhältnis zur geistigen Welt selber. Gewiß, von Erkenntnissehnsuchten spricht man auch seit­her viel. Aber man kann, wenn man ganz unbefangen die Menschheits­entwickelung betrachtet, jene Erkenntnissehnsucht, die etwa heute herrscht, gar nicht vergleichen an Intensität mit der Erkenntnissehn­sucht, die vor der Mitte des 15. Jahrhunderts herrschte. Es war eine intensive Angelegenheit der menschlichen Seele, nach Erkenntnis zu streben, nach einer solchen Erkenntnis, die auch etwas bedeutete an Glut, an innerer Wärme für den Menschen, die für diesen Menschen auch etwas bedeutete in bezug auf die Antriebe, die ihn dazu brachten, seine Arbeit in der Welt zu verrichten und so weiter. Mit alledem, was da an Erkenntnissehnsucht vorhanden war, läßt sich eben immer we­niger und weniger vergleichen, was seit der Mitte des 15. jahrhunderts heraufzieht. Und selbst wenn wir die großen Philosophen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Betracht ziehen, geniale Ausgestaltun­gen des menschlichen Ideensystems bieten sie dar, aber eigentlich nur, ich möchte sagen, künstlerische Ausgestaltungen dieses Ideensystems; nicht eigentlich kommt bei ihnen, nicht bei Fichte, nicht bei Schelling, nicht bei Hegel - bei Hegel schon gar nicht - ein rechter Begriff vor von dem, was vorher an Erkenntnissehnsucht da war. Und dann in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts tritt die Erkenntnis, wenn sie auch noch nach alter Gewohnheit abgesondert gepflegt wird, mehr oder weniger in den Dienst des äußeren Lebens. Sie tritt in den Dienst der Technik und bekommt auch die Konfiguration dieser Technik. Woher kommt denn das alles? Ja, gerade davon rührt es her, daß wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in dieser neuesten Zeit die besondere Ausbildung des Intellektes zu verzeichnen haben. Gewiß ist das nicht auf einmal gekommen. Dieser Intellekt hat sich langsam vorbereitet. Die Nachklänge des alten hell­seherischen Zustandes waren ja schon lange nur mehr höchst undeut­liche. Aber man kann doch sagen: Bis zu einem gewissen Grade waren, wenn auch nicht der alte hellseherische Zustand selbst, so doch seine Nachklänge bis in das 15. Jahrhundert schon noch vorhanden. Die Menschen hatten alle, wenigstens diejenigen, die nach Erkenntnis streb­ten, eine Vorstellung von dem, was sich aus der menschlichen Seele heraushebt an höheren Fähigkeiten, als es die des alltäglichen Lebens sind. Wenn sich diese Fähigkeiten in alten Zeiten nur traumhaft her­ausgehoben haben aus der Seele, sie waren eben doch andere Fähig­keiten als die des gewöhnlichen Lebens, und man hat durch solche an­dere Fähigkeiten eindringen wollen in die Tiefe des Weltenwesens und ist gedrungen bis zur Geistigkeit dieses Weltenwesens. Und das gab dann die Erkenntnis. Als Erkenntnis empfand man es, wenn man aus den Naturerscheinungen, aus den Naturwesen heraus empfand, wahr-nahm, wie geistig-elementare Wesenheiten durch die einzelnen Erschei­nungen der Natur wirkten, wie da wirkte die göttlich-geistige Wesen­heit im großen und ganzen durch die Totalität der Natur. Das empfand man als Erkenntnis, wenn Götter sprachen durch die Naturerschei­nungen, wenn Götter sprachen durch die Wanderungen der Gestirne, im Erscheinen der Gestirne. Das verstand man unter Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Augenblick, in dem die Menschheit darauf verzichtete, das Geistige zu vernehmen aus den Erscheinungen der Welt, kam auch der Erkenntnisbegriff mehr oder weniger in einen Niedergang hinein. Und das Abnehmen der eigentlichen Erkenntnisintensität, das müssen wir verzeichnen für den neuesten Zeitraum der Menschheitsentwicke­lung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist da notwendig geworden? Das, was jetzt nur in dern kleinen Kreise anthroposophisch strebender Menschen vorhanden ist, was aber immer allgemeiner und allgemeiner werden muß. Ja, zu den alten Men­schen haben die Naturerscheinungen so gesprochen, daß sie ihnen Geistiges offenbart haben. Aus jeder Quelle, aus jeder Wolke, aus jeder Pflanze hat Geistiges gesprochen. Die Menschen haben dadurch, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie in ihrer Art die Naturerscheinungen und Naturwesen kennenlern­ten, das Geistige kennengelernt. Das ist nun nicht mehr der Fall. Ein Zwischenzustand ist nur der Zustand des Intellektualismus. Denn dieser Intellektualismus, was hat er denn als seine tiefste Eigentümlichkeit? Daß man mit ihm, mit der reinen Intellektualität, überhaupt nichts erkennen kann. Der Intellekt ist nämlich gar nicht zum Erkennen da. Das ist der große Irrtum, dern sich der Mensch hingeben kann, daß der Intellekt zum Erkennen da sei. Erkennen werden die Menschen erst wiederum, wenn sie eingehen auf dasjenige, was der geisteswissen­schaftlichen Forschung zugrunde liegt, was zum mindesten durch Imagination vermittelt wird. Erkennen werden die Menschen erst wiederum, wenn sie sich sagen: In alten Zeiten haben aus den Na­turerscheinungen geistig-göttliche Wesenheiten gesprochen. Für den Intellekt sprechen sie nicht. Für die höheren, für die übersinnlichen Erkenntnisse werden zwar nicht die Naturerscheinungen unmittelbar sprechen, denn die Natur wirkt als solche stumm, aber es werden zu dern Menschen Wesenheiten sprechen, die ihm in Imaginationen er­scheinen werden, die ihn inspirieren werden, mit denen er intuitiv vereinigt wird, und die er wiederum wird auf die Naturerscheinungen beziehen können. - So kann man sagen: In alten Zeiten ist dern Men­schen durch die Natur das Geistige erschienen. In unserem Zwischen-zustande hat der Mensch den Intellekt. Die Natur bleibt geistlos. Der Mensch wird sich hinaufschwingen zu einem Zustande, wo er wieder erkennen kann, wo ihm zwar die Natur nicht mehr vom Göttlich-Geistigen sprechen wird, wo er aber das Göttlich-Geistige in über­sinnlicher Erkenntnis ergreifen wird, und wo er dadurch wiederum dieses Geistige auf die Natur wird beziehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das Eigentümliche des alten orientalischen Geisteslebens, der alten orientalischen Erkenntnis, von der wir wissen, daß sie als Erb­schaft weiterlebte in der abendländischen Zivilisation, daß die Orien­talen in der Zeit ihrer Erkenntnisblüte in allen Naturerscheinungen zu gleicher Zeit ein Geistiges wahrgenommen haben, daß das Göttlich-Geistige eben durch die Natur gesprochen hat, sei es durch die nie­deren elementaren Wesenheiten in den einzelnen Dingen und einzelnen Erscheinungen, oder sei es, daß durch die ganze Natur das umfassende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Göttlich-Geistige gesprochen hat. Innerhalb der Erdenmitte hat sich dann später ausgebildet dasjenige, was unter dern juristisch-dialekti­schen Geiste stand. Aus dern heraus wurde ja die Intellektualität ge­boren. Der Mensch behielt die geistige Kultur als Erbschaft aus dem alten Orient. Und als man noch die letzte Sehnsucht hatte, aus dem Orient etwas zu erfahren - man hat auch etwas erfahren durch die Kreuzzüge, hat es nach Europa gebracht -, und nachdem man diese letzte Sehnsucht durch die Kreuzzüge gestillt hatte, da lagerte sich vor den Orient auf der einen Seite dasjenige vor, was Peter der Große stiftete, der die Reste der orientalischen Seelenverfassung gegen die europäische Seite hin vernichtete; auf der anderen Seite lagerten die Türken sich vor, die ja gerade in dern Beginne des Zeitabschnittes, den wir den fünften nachatlantischen nennen, in Europa ihre Herrschaft festsetzten. Es wurde gewissermaßen die europäische Bildung nach dern Orient hin abgeschlossen. Sie mußte sich weiter entwickeln. Sie konnte sich nur entwickeln unter dern Einflusse des juristisch-dialektischen Lebens, unter dein Einflusse des von Westen heraufkommenden Wirt­schaftslebens und in dern dekadenten Fortgehen dessen, was man an Geistesleben vom Orient erhalten hatte, gegen den aber die Tore auf die Weise zugemacht worden waren, wie ich das charakterisiert habe. Damit ist ja auch vorbereitet worden der Zustand, in dein wir jetzt le­ben, wo wir darauf angewiesen sind, aus uns selbst heraus wiederum die Tore zur geistigen Welt zu eröffnen, durch Imagination und Inspira­tion und Intuition zur Anschauung der geistigen Welt zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze Sache hängt damit zusammen, daß in jenen alten Zeiten, in denen der orientalische Mensch zu seinen Erkenntnissen aufstieg, dasjenige besonders wichtig war, was an Fähigkeiten, an Kräften der Mensch durch die Geburt in das physische Dasein hereintrug. Im Grunde genommen lag in diesen Zeiten der orientalischen Weisheit, trotz dem, was da als Zivilisation sich abspielte, weisheitdurchleuchtet war, es lag in diesen orientalischen Zeiten alles im Blute; aber das, was im Blute lag, war zu gleicher Zeit geistig anerkannt. Aus den My­sterien heraus wurde bestimmt, wer durch seine Blutsabstammung zur Menschenführerschaft berufen war. Da gab es keinen Widerspruch. Derjenige, der zur Menschenführerschaft aus den Mysterien heraus&lt;br /&gt;
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berufen war, war gewissermaßen dadurch auf seinen Platz gestellt, daß seine Blutsabstammung das äußere Zeichen war. Da gab es keinen irgendwie gearteten juristischen Nachweis, ob irgend jemand richtig an seinen Platz gestellt sei, denn gegen den Götterausspruch, nach wel­chem die Leute da an ihre Plätze gestellt wurden, gab es keinen Ein­spruch. Die Jurisprudenz kannte man nicht im Orient. Theokratie, ge­wiß, Weltenregiment kannte man. Von der geistigen Welt herunter war dern Menschen seine Mission hier in der Sinneswelt angewiesen. An die Stelle dessen, was man empfand, indem man sich sagte: Ein Mensch, der an seinen Platz gestellt ist, dessen Blutsabstammung die Götter so dirigiert haben, daß er an seinen richtigen Platz gestellt werden konnte -, an die Stelle dieser Empfindung trat die andere, die ein ju­ristisch-dialektisches Kleid trug, aus der heraus man disputieren konnte aus Rechtsgründen heraus, ob irgend jemandem es zukam, an seiner Stelle zu stehen, das oder jenes zu tun und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Art und Weise der Seelenverfassung - das bereitete sich schon aus dern Griechentum heraus vor, besonders aber aus dern Römertum heraus -, durch die man anfing in Mitteleuropa aus Begriffen, aus Dialektik heraus zu nehmen, was Rechtens ist, diese Seelenverfassung, ich habe es von den verschiedensten Gesichtspunkten schon ausgespro­chen, die kannte allerdings der Orient nicht, die war ihm ganz fremd. Bei ihm handelte es sich darum, den Willen der Götter zu ergründen. Und da gab es keine Dialektik, darüber zu entscheiden, was die Götter wollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt stehen wir wiederum an einer Wende. Jetzt tritt in die Menschheit die Notwendigkeit herein, auch dieses Dialektisch-Juri­stische genauer ins Auge zu fassen. Denn ganz verstrickt mit diesem Zustande, der herausgekommen ist durch das Dialektisch-Juristische, ist schon das Wirtschaftliche, das wirtschaftliche Element, das vom Westen aus die Welt mit Hilfe der Technik erobert hat. Das Wirt­schaftliche bildete ein untergeordnetes Element in den alten Kulturen, die ganz theokratisch waren, ganz Gott-Geistdurchdrungen waren. Da tat eben im wirtschaftlichen Leben der Mensch das, was sich von selbst ergab nach der Stellung und Würde, in die ihn die Götter hinge-stellt hatten durch die Aussprüche der Mysterienweisen. Gewissermaßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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eingefaßt in die Fäden des dialektisch-juristischen Lebens war nun das Wirtschaftsleben, das ja auch primitiv wieder anfing; denn als das Mittelalter, das sogenannte Mittelalter begann, hatten vor allen Dingen die Römer kein Geld mehr. Die Geldwirtschaft verlor sich allmählich, und in Europa breitete sich die dialektisch-juristische Kultur im Grunde genommen unter einer Art Naturalwirtschaft aus. Der erste Teil des Mittelalters war im Grunde genommen geldarm; daher kamen alle diejenigen Formen des Heereswesens herauf, die notwendig waren, weil man den Truppen kein Geld bezahlen konnte. Die Römer hatten ihre Truppen mit Geld entlöhnt. Im Mittelalter bildete sich das Le­henswesen aus, ein besonderer Soldatenstand bildete sich aus. Das alles, weil der selbst an die Scholle gebundene Mensch unter dem Einfluß der Naturalwirtschaft nicht weite Kriegszüge unternehmen konnte. Also in eine Art Naturalwirtschaft wuchs dieses Dialektisch-Juristische hinein, und erst als von Westen her die Technik dieses Wirtschafts­leben durchdrang, kam die neuere Zeit herauf. Dieses neuere Zivili­sationsleben, das jetzt so brüchig wird, ist im Grunde genommen ganz und gar entstanden im fünften nachatlantischen Zeitraume durch die Technik. Ich habe das ja schon in der verschiedensten Weise ausge­führt. Ich habe ausgeführt, wie der äußeren Zählung nach auf unserer Erde am Ende des 19.Jahrhunderts eintausendvierhundert Millionen Menschen wohnten, daß aber eigentlich so viel Arbeit verrichtet wurde, als ob zweitausend Millionen Menschen da wohnten. Das ist aus dern Grunde, weil so ungeheuer viel Arbeit von Maschinen verrichtet wird. Die Maschinentechnik mit ihrer kolossalen Umgestaltung des Wirt­schaftslebens, auch mit ihrer kolossalen Umgestaltung des sozialen Le­bens ist heraufgezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch nicht angekommen - eben weil das intellektuelle Leben noch alles überflutet -, ist dasjenige, was nun gerade die maschinelle Wirt­schaftstechnik in die moderne Zivilisation hereintragen muß. Man kann in bezug auf das, was ja der Menschheit in Aussicht steht, heute die merkwürdigsten Erfahrungen machen. Es gibt heute schon viele Men­schen, insbesondere auf dern Boden, wo sich die Leute Praktiker nen­nen, die zum Beispiel ihre Praxis in die Regierungsstellen hineintragen, wo dann diese Praxis gewöhnlich verduftet; das bißchen Praxis, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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noch vorhanden ist, verduftet gewöhnlich, wenn die Leute ihre Praxis in die Regierungsstellen hineintragen. Bei solchen «regierenden Prak-tikern» oder «praktischen Regierern» - man muß das unter Gänse­füßchen heute sagen -, entstehen heute sonderbare Ideen. So äußerte sich mir jemand vor kurzem: Ja, das neuere Zeitalter hat uns die Maschi­nen und damit das städtische Leben gebracht; wir müssen das Leben wiederum auf das Land hinausbringen. - Als ob man das Maschinen-zeitalter aus der Welt schaffen könnte! Es werden einfach die Ma­schinen mit auf das Land hinausgehen, sagte ich dern Manne. Ich sagte ihm: Alles kann vergessen werden, die Geistkultur kann verges­sen werden, aber die Maschinen werden bleiben, man wird einfach die Maschinen mit aufs Land hinausnehmen. Dasjenige, was in den Städten aufgegangen ist, wird sich aufs Land hinaus verpflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute werden eben im großen Stil Reaktionäre, wenn sie keine Neigungen mehr haben. Und das ist überhaupt heute das Charakteri­stikum der Menschen, daß sie keinen Willen haben, sich Ideen über den wahren Fortschritt zu machen. So möchten sie am liebsten alte Zustände wieder herbeiführen auf dern Lande draußen. Sie stellen sich vor, daß man das so machen kann. Sie glauben, daß man aus­schalten kann, was die Jahrhunderte gebracht haben. Unsinn ist das! Aber diesen Unsinn lieben die Menschen heute ganz ungeheuer, weil sie zu bequem sind, das Neue zu erfassen, und sich mit dem Alten mehr zu helfen wissen. Das maschinelle Zeitalter ist heraufgezogen. Das zeigen zunächst die Maschinen, daß mit ihnen Menschenkraft erspart worden ist. Es müßten heute einfach fünfhundert Millionen Menschen das leisten, was die Maschinen leisten, wenn es durch Menschen ge-leistet werden sollte auf der Erde.&lt;br /&gt;
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Und im Grunde genommen ist all dieses maschinelle Arbeiten in der abendländischen Zivilisation entstanden. Es ist in der abendlän­dischen Zivilisation heraufgekommen, hat sich erst ganz spät nach dern Orient hingezogen, und ist da eben durchaus nicht in derselben Weise eingewöhnt, wie es in der abendländischen Zivilisation einge­wöhnt ist. Aber das ist eine Übergangszeit. Und jetzt fassen Sie einen Gedanken, aber so sonderbar Ihnen der Gedanke erscheinen wird, fassen Sie ihn ernst.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nehmen wir an, der alte Mensch hatte eine Wolke, er hatte viel­leicht einen Fluß, allerlei Gewächse und so weiter vor sich. Er sah darinnen geistige Elementarwesen, bis hinauf zu den göttlich-geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das sah er gewissermaßen durch die Natur hindurch. Die Natur spricht eben nicht mehr von diesen göttlich-geistigen Wesen. Wir müssen sie als Geistiges erfassen, jenseits von der Natur, dann können wir es wiederum auf die Natur beziehen. Die Übergangszeit kam. Der Mensch schuf zu der Natur hinzu die Maschinen. Diese sieht der Mensch zunächst in aller Abstraktion an. Er wirtschaftet mit ihnen in aller Abstraktion. Er hat seine Mathema­tik, er hat seine Geometrie, seine Mechanik. Er konstruiert damit seine Maschinen und sieht sie so in aller Abstraktion an. Aber er wird sehr bald eine gewisse Entdeckung machen. So sonderbar es dern heutigen Menschen noch erscheinen mag, daß diese Entdeckung gemacht wird, der Mensch wird die Entdeckung machen, daß bei all dern Maschinel­len, das er dern Wirtschaftsleben einverleibt, die Geister wieder wirken werden, die er früher in der Natur wahrgenommen hat. In seinen tech­nischen Wirtschaftsmechanismen wird er wahrnehmen: er hat sie fa­briziert, er hat sie gemacht, aber sie gewinnen ein eigenes Leben nach und nach, zunächst allerdings nur ein Leben, das er noch ableugnen kann, weil es sich im Wirtschaftlichen kundgibt. Aber er wird es im­mer mehr und mehr bemerken durch das, was er da selber schafft, wie das ein eigenes Leben gewinnt, wie er es, trotzdem er es aus dern Intellekt heraus geboren hat, mit dern Intellekt nicht mehr erfassen kann. Viel­leicht kann man sich heute noch nicht einmal eine gute Vorstellung davon machen, dennoch wird es so sein. Die Menschen werden nämlich entdecken, wie ihre Wirtschaftsobjekte durchaus die Träger von Dä­monen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen wir dieselbe Sache von einer anderen Seite her an. Aus dern bloßen Intellekt, aus dern ödesten Verstande heraus ist das Lenin­Trotzkijsche System entstanden, das ein Wirtschaftsleben in Rußland bauen will. Geistesleben, trotz Lunatscharskij, interessiert die Leute nicht. Das soll ja nur Ideologie aus dern Wirtschaftsleben sein. Daß gerade das Dialektisch-Juristische sehr stark ist im Trotzkij-Lenin­System, wird man ja nicht behaupten können. Aber auf das Wirtschaftliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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soll alles hinorientiert sein. Man will den Intellekt gewis­sermaßen verkörpern im Wirtschaftsleben. Würde man es können eine Zeitlang - dieses erste Experiment wird gar nicht gehen -, aber neh­men wir an, man würde es können, dann würde einem das Wirtschafts­leben über den Kopf wachsen, dann würde das Wirtschaftsleben über­all zerstörerische dämonische Kräfte aus sich hervorbringen. Es würde nicht gehen, weil der Intellekt das nicht handhaben kann, was über­all hervordringen würde an wirtschaftlichen Forderungen! So wie der alte Mensch auf die Natur und die Naturerscheinungen hingesehen hat und in ihnen Dämonisches gesehen hat, so muß der neuere Mensch lernen, bei dem, was er selber hervorbringt im Wirtschaftsleben, auf Dämonisches zu sehen. Vorläufig sind diese Dämonen, die die Leute nicht in die Maschinen abgeleitet haben, noch in die Menschen ge­fahren und machen sich als die zerstörenden in sozialen Revolutio­nen geltend. Nichts anderes sind diese zerstörenden sozialen Revolu­tionen als das Ergebnis der Nichtanerkennung des Dämonischen in unserem Wirtschaftsleben. Elementarische Geistigkeit muß im Wirt­schaftsleben gesucht werden, wie in der Natur in alten Zeiten ele­mentarische Geistigkeit gesucht worden ist. Und das bloße intellek­tuelle Leben ist nur ein Zwischenzustand, der überhaupt für die Na­tur und das, was der Mensch hervorbringt, keine Bedeutung hat, son­dern nur für den Menschen selbst. Die Menschen haben den Intellekt ausgebildet, damit sie frei werden können. Die Menschen müssen ge­rade eine Fähigkeit ausbilden, die gar nichts zu tun hat weder mit der Natur noch mit der Maschine, sondern die nur mit dern Menschen selbst zu tun hat. Wenn der Mensch Fähigkeiten ausbildet, die zu der Natur in einem Verhältnis stehen, da ist er ja nicht frei. Ins Wirt­schaftsleben hinein fällt es auch nicht, denn die Maschinen überwälti­gen ihn, wenn er Fähigkeiten ausbildet, die weder mit der Erkenntnis noch mit dern praktischen Leben etwas zu tun haben wie die reine In­telligenz. Kann er sich die Freiheit im Laufe der Kulturentwickelung anerziehen, gerade durch eine ohne Beziehung zur Welt stehende Fä­higkeit, wie der Intellekt es ist, so könnte die Freiheit heraufkommen. Aber zu diesem Intellekt muß, damit der Mensch nicht abreißt von der Natur, damit er in die Natur wiederum herauswirken kann, wiederum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die Imagination, muß alles dasjenige hinzukommen, was geisteswissen­schaftliche Forschung finden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch ein anderes. Ich sagte schon, für den alten Orien­talen waren von ganz besonderer Wichtigkeit die Blutsabstammungs-verhältnisse; denn danach richteten sich als nach göttlichen Zeichen die Mysterienweisen, wenn sie den Menschen ihre Stellen anwiesen. Diese Dinge alle, die ragen dann noch wie Nachzügler, wie Gespenster in spätere Zeiten herein. Dann kam das dialektisch-juristische Element. Die Staatsabstempelung wurde das Wesentliche. Das Diplom, das Exa­mensergebnis beziehungsweise das, was auf dem Papier vom Examens-ergebnis stand, das wurde das Wesentliche; während das Blut in den alten Zeiten der Theokratie das Ausschlaggebende war, wurde nun das Papier das Ausschlaggebende. Jene Zeiten rückten heran, welche man ja durch mancherlei gekennzeichnet findet; mir sagte einmal ein Rechtsanwalt bei einer Diskussion, die ich mit ihm hatte: Ja, darauf kommt es nicht an, daß Sie geboren sind, daß Sie da sind! - Das interessierte ihn nicht, sondern der Taufschein oder der Geburtsschein muß da sein; da muß es daraufstehen. Also das stellvertretende Pa­pier! Das Dialektisch-Juristische, nicht wahr, das kam dann herauf. Das ist auch zugleich der Ausdruck für das Scheinhafte in bezug auf die Welt, für das Scheinhafte des Intellekts. Aber gerade im Men­schen selbst konnte sich als das Gegenspiel dieses Scheinhaften für die Welt dasjenige entwickeln, was dern Menschen die Freiheit gab.&lt;br /&gt;
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Nun aber entwickelt sich heraus aus dem, was ja das Papier be­deutet - was früher das Blut bedeutet hat -, was Adelsbrief oder sonst dergleichen Papier bedeutet, aus dern bildet sich das heraus, was heute schon sich zeigt, was aber bleiben wird, wenn die Dinge weitergehen, und sie werden weitergehen. Die Blutsabstammung wird keine Be­deutung mehr haben, der Adelsbrief oder etwas Ähnliches wird keine Bedeutung mehr haben, sondern höchstens noch das, was der Mensch nun sich an Besitz gerettet hat aus den alten Zeiten. Ein Warum war nicht möglich, als die Götter noch des Menschen Platz auf der Welt bestimmten. Über das Warum konnte man diskutieren im juristisch-dialektischen Zeitalter. Nun hört alles Diskutieren auf, denn das rein Faktische liegt nur noch da, das Tatsächliche, das, was sich der Mensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
noch gerettet hat. In dern Augenblicke, wo man gar nicht mehr an das Papier glauben wird, wird man auch nicht mehr diskutieren, son­dern wird die Sachen einfach wegnehmen, die sich der Mensch ge­rettet hat. Da gibt es nichts anderes, da die Natur nicht mehr das Gei­stige offenbart, um die Menschheit überhaupt weiterzubringen, als eine Umkehrung zu vollziehen zum Geistigen selbst hin. Und auf der anderen Seite in dern Wirtschaftlichen selber dasjenige zu finden, was man früher in der Natur gefunden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber läßt sich nur finden durch die Assoziation. Was der ein­zelne Mensch nicht mehr finden kann, kann die Assoziation finden, die wiederum eine Art Gruppenseele entwickeln wird, die auf das­jenige gehen wird, was jetzt nicht der einzelne entscheidet. Im mitt­leren Zeitalter, im Zeitalter des Intellektes war der einzelne der Wirt­schafter, in der Zukunft wird es die Assoziation sein. Und in der Asso­ziation müssen die Menschen zusammenstehen. Da kann dann wieder­um, wenn man anerkennt, daß ein Geistiges gebändigt werden muß im Wirtschaftsleben, etwas herauskommen, was Blutsabstammung und Patent ersetzen kann. Denn dern Menschen würde das Wirtschafts­leben über den Kopf wachsen, wenn er ihm nicht gewachsen wäre, wenn er nicht Geistiges mitbrächte, um dieses Wirtschaftsleben zu lei­ten. Keiner wird sich mit einem anderen assoziieren, wenn der andere nichts mitbringt, was ihn tüchtig macht im Wirtschaftsleben, was ihn berechtigt, die Geister wirklich zu bändigen, die sich im Wirtschafts­leben geltend machen. Ein ganz neuer Geist wird heraufziehen. Und warum wird das sein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in jenen alten Zeiten, in denen man nach dern Blute geurteilt hat, da war wichtig für die Menschen dasjenige, was vor der Geburt beziehungsweise vor der Empfängnis sich abzuspielen hatte, denn das brachten sie durch das Blut herein in die physische Welt; wenn auch vergessen worden war das vorgeburtliche Leben, in der Anerkennung der Blutsabstammung lebte noch fort diese Anerkennung des vorge­burtlichen Lebens. Dann kam das Dialektisch-Juristische. Der Mensch wurde nur anerkannt in bezug auf das, was er als physischer Mensch auslebte. Jetzt ragt herein das andere, das dämonisch werdende Wirt­schaftsleben. Jetzt muß auch wiederum anerkannt werden der Mensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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nach seinem geistig-seelischen Kern, und ebenso, wie man hinsehen wird auf das Dämonische des Wirtschaftslebens, wird man anfangen müssen, hinzusehen auf das, was der Mensch durch die wiederholten Erdenleben trägt. Man wird hinzusehen haben auf das, womit er her­einkommt in dieses Leben. Das wird man in dern geistigen Teil des sozia­len Organismus zu lösen haben. Wenn man nach dern Blute urteilt, braucht man im Grunde genommen gar keine Pädagogik, sondern nur eine Erkenntnis eben des Symbolischen, durch das die Götter ausdrük­ken, wo sie einen Menschen hingestellt sein lassen. Solang man bloß juri­stisch-dialektisch urteilt, braucht man eine abstrakte Pädagogik, eine Pädagogik, die im allgemeinen von dern Menschenkinde spricht. Wenn man aber den Menschen hineinstellen soll in das assoziative Leben, so daß er drinnen tüchtig ist, dann muß man das Folgende berücksichtigen, dann muß man sich zunächst klar sein: Die ersten sieben Jahre, in denen der Mensch seine physische Leiblichkeit entwickelt, die sind nicht bedeutsam für das, was er später im sozialen Leben leisten kann, die müssen nur im allgemein-menschlichen Sinne tüchtig gemacht wer­den. In der Zeit vom siebenten bis vierzehnten Jahre, in der eigentlich der Ätherleib seine Ausbildung erlangt, da muß zunächst der Mensch erkannt werden; es muß das erkannt werden, was dann mit dern vier­zehnten, fünfzehnten Jahre herauskommt als astralischer Leib, und was in Betracht kommt, wenn der eigentliche geistig-seelische Wesens-kern des Menschen ihn hinstellen soll an den Platz, an dern er stehen soll. Da wird der Erziehungsfaktor ein besonderer sozialer Faktor. Da handelt es sich darum, daß nun wirklich aus der Erkenntnis des Kindes, das man heranerzieht, sich ergeben kann: Das taugt für das, dies taugt für jenes, und das zeigt sich klar nicht früher als gerade in dern Momente, wo das Kind aus der Volksschule entlassen wird. Und es wird hinzugehören zur künstlerischen Pädagogik und Didaktik, die Entscheidung treffen zu können: Der eine ist zu dem, der andere ist zu jenem geeignet. Darnach werden jene Entscheidungen getroffen werden, welche in den «Kernpunkten der sozialen Frage» gefordert werden für die Zirkulation des Kapitals, das heißt der Produktions­mittel. Eine ganz neue geistige Anschauung muß heraufkommen, die erstens das Wirtschaftsleben in seiner inneren geistigen Lebendigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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durchschaut und auf der anderen Seite weiß, welche Rolle das Geistes­leben spielen muß, wie das Geistesleben das Wirtschaftsleben konfigu­rieren muß. Das kann nur sein, wenn das Geistesleben selbständig ist, wenn das Wirtschaftsleben ihm nicht irgend etwas aufdrängt. Gerade wenn man innerlich erfaßt den ganzen Gang der Menschheitsentwicke­lung, dann erkennt man, wie diese Menschheitsentwickelung die Drei-gliederung des sozialen Organismus fordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wir brauchen wiederum, weil uns auf der einen Seite die Tür­kei, auf der anderen Seite der Petrinismus Peters des Großen durch die neuere Zeit abgeschlossen haben von dein Orient, wir brauchen ein selbständiges Geistesleben, ein Geistesleben, das wirklich die geistige Welt erkennt in einer neuen Form, nicht so, wie es in alten Zeiten der Fall war, wo man die Natur zu sich sprechen ließ. Man wird dann dieses Geistesleben auf die Natur beziehen können. Man wird aber auch dieses Geistesleben, nachdem man es gefunden hat, so in dern Men­schen heranbilden können, daß es zum Inhalt seiner Geschicklichkei­ten wird, daß er durch dieses Geistesleben im assoziativen Zusammen­wirken das immer lebendiger und lebendiger werdende Wirtschafts­leben befriedigt. Diese Gedanken, die müssen eigentlich sein in einer anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft. Daher kann eine solche Geisteswissenschaft nur herausgeboren sein aus einer Erkennt­nis des Ganges der Menschheitsentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste ist, daß hingesteuert werden muß zu einem wirklichen Wissen von dern Geiste. Jenes allgemeine Reden von dern Geiste in leeren, abstrakten Worten, wie es heute die offiziellen Philosophen und andere Kreise beherrscht, und wie es auch populär geworden ist, das wird für die Zukunft nichts taugen. Die geistige Welt ist anders als die physische. Daher kann man nicht durch Abstraktion von der physischen Anschauung über die geistige Welt etwas gewinnen, son­dern man muß durch unmittelbare Geistesforschung Anschauungen über die geistige Welt gewinnen. Die erscheinen selbstverständlich dann als etwas ganz anderes als das, was der Mensch wissen kann, wenn er nur von der physischen Welt weiß. Die Menschen, die nur von der physischen Welt wissen wollen aus Bequemlichkeit, die mögen es heute phantastisch nennen, wenn man von der Mondenzeit, von der Sonnenzeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von der Saturnzeit spricht. Sie finden, da äußert man Ideen, wenn man von diesen vorhergehenden Verkörperungen der Erde spricht, die an nichts bei ihnen anschlagen. Da beschreibt man Dinge, von denen sie keinen Dunst haben. Es ist natürlich, daß sie keinen Dunst haben, denn sie wollen ja von der geistigen Welt nichts wissen. Nun wird ihnen von der geistigen Welt erzählt, und da finden sie: Ja, es stimmt mit nichts überein von dem, was wir schon wissen! - Darauf kommt es ja gerade an, daß Welten gefunden werden, die mit nichts stimmen, was man schon weiß. Nicht wahr, so ungefähr urteilt jeder Philosophieprofessor wie zum Beispiel Arthur Drews über Geisteswis­senschaft; das stimmt mit nichts von dem zusammen, was er sich schon vorgestellt hat. Ja, der Postmeister von Berlin hat auch, als die Eisen­bahn von Berlin nach Potsdam gebaut werden sollte, gesagt: Nun soll ich noch nach Potsdam heraus Eisenbahnen fahren lassen! Ich lasse in der Woche vier Postkutschen hinausfahren, und da sitzt niemand drin­nen. Wenn die Leute ihr Geld zum Fenster hinauswerfen wollen, so mögen sie es gleich direkt machen! - Natürlich haben die Eisenbahnen dann anders ausgeschaut als die Postkutschen des biederen Postmeisters von Berlin aus den dreißiger Jahren. Aber so sieht natürlich auch die Beschreibung der geistigen Welt anders aus als dasjenige, was in sol­chen Köpfen drinnen nistet, wie der Arthur Drews einer ist. Aber er ist nur charakteristisch für alle anderen, er ist sogar noch immer einer der Besseren, das muß man kurioserweise schon sagen, nicht weil er gut ist, sondern weil die anderen nämlich noch schlechter sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zunächst eine Notwendigkeit, zu zeigen, wie man wirklich, ganz auf strengem Boden des Wissenschaftlichen stehenbleibend, in die geistige Welt vordringen kann. Das war ja zunächst, was unser Hoch­schulkursus in diesem Herbste angestrebt hat. Und es ist, wenn auch alles das im Anfange ist, doch zum mindesten gezeigt worden, wie auf gewissen Gebieten aus den Wissenschaften selbst hinaufgehoben werden kann das Erkennen zu dern Erkennen des Geistigen als solchem, und wie wiederum das Geistige dann durchdringen kann das, was die Sin­neserkenntnis gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber unvollständig würde bleiben, was so nach der Erkenntnis-seite hin gewonnen werden kann, und was gegen die landläufigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestrebungen der Schulwissenschaft doch errungen werden wird - denn darinnen zeigen sich die schönsten Anfänge; man konnte immerhin schon zeigen, wie Psychologie, ja selbst Mathematik hinaufweist in geistige Gebiete -, aber es würde etwas unvollständig getan werden, und deshalb doch nicht unserer zugrunde gehenden Zivilisation aufge­holfen werden können, wenn nicht ein wirklich elementarisches, ein wirklich intensives Wollen auch aus dern Gebiete herkommen würde, das man das Gebiet des praktischen wirtschaftlichen Lebens nennt. Das ist notwendig, daß wirklich die alten Usancen, die alten Gewohnheiten verlassen werden, und daß auch da durchdrungen werde das unmittel­bare Leben mit der Geistigkeit. Das ist etwas, was eben als eine Blüte der anthroposophischen Bewegung kommen muß, daß herangetragen werde mit Hilfe jener Seelengesinnung, die aus Geisteswissenschaft hervorgehen kann, ein Durchschauen des praktischen Lebens, nament­lich des praktischen wirtschaftlichen Lebens, und daß gezeigt werde, wie der Niedergang abgewendet werden kann, wenn man hineinträgt in dieses Wirtschaftsleben das Bewußtsein davon, daß man eigent­lich etwas Lebendiges schafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte jeden Tag, möchte ich sagen, aufs neue hinblicken auf die so kraß hervortretenden Zeichen unseres niedergehenden Wirt­schaftslebens. Galvanisieren läßt sich dieses alte Wirtschaftsleben nicht. Es läßt sich die Menschheit nur weiterbringen durch Schaffen neuer Wirtschaftszentren. Denn wie heute niemand stolz sein sollte auf das, was er aus der usuellen Wissenschaft heraus gewinnt - denn das würde die Menschheit durchaus in die von Oswald Spengler pro­phezeite Zukunft hineinbringen -, so sollte aber auch nicht jemand stolz sein auf das, was er aus dern alten Wirtschaftsleben heraus an einer diesem Wirtschaftsleben entsprechenden Tüchtigkeit gewinnen kann. Niemand kann heute stolz darauf sein, ein Physiker, ein Mathema­tiker, ein Biologe im usuellen Sinne zu sein. Aber niemand kann auch darauf stolz sein, ein Kaufmann, ein Industrieller im alten Sinne zu sein. Und dieser alte Sinn ist heute doch einzig und allein noch da. Wir sehen heute noch nirgends irgendwie etwas aufgehen, was wahr­haftige Assoziationen schon darstellen würde. Das wäre notwendig, daß, wenn wir wiederum, gewissermaßen als eine zweite Veranstaltung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Goetheanums, hier so etwas hätten, wie dieser Kursus jetzt ge­wesen ist, daß dann gesehen werden könnte etwas, was konkret er­griffen werden kann aus dem praktischen Leben heraus selber, ne­ben den Wissenschaften stehend. Nicht durch dasjenige, was die eine Strömung bloß enthält, kommen wir weiter, sondern einzig und allein dadurch kommen wir weiter, daß nun wirklich auch diese andere Seite des Strebens sich zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist heute noch das besonders charakteristische Kennzeichen unserer gegenwärtigen Menschheitsentwickelung: Auf der einen Seite die traditionellen Träger des alten Geisteslebens, die einen verketzern, verleumden, wenn man aus der modernen Wissenschaftlichkeit heraus eine Durchgeistigung anstrebt. Sie tun es heute schon ganz bewußt, weil sie kein Interesse haben für den Fortgang der Menschheitsent­wickelung, und weil sie zunächst nur daran denken, diese Mensch­heitsentwickelung zurückzuhalten. Sie tun es manchmal in so grotes­ker Weise wie jener sonderbare Gelehrte, der neulich auch über An­throposophie in Zürich gesprochen hat, und der so kraß geredet hat, daß es selbst seinen Amtsgenossen zu toll geworden ist, so daß, wie es scheint, eine Art kleiner Reklame gerade aus dieser Bekämpfung der Anthroposophie geworden ist. Aber sie tun es; sie werden es noch viel mehr tun, denn sie werden mit ganz großen Verleumdungen auf­rücken. Da sieht man eben das, um was es sich handelt, in Form von Verleumdungen und so weiter auftreten, in Form des Unwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite ist heute noch ein starker Widerstand zu be­merken, der aber im Grunde im Unbewußten spielt. Und das ist ein schmerzliches Erlebnis; da, auf diesem Gebiete, ist durchaus zu spre­chen von einer inneren Opposition, die zuweilen gar nicht so gemeint ist, gegen das, was eigentlich in der Richtung des geisteswissenschaft­lichen Strebens liegen muß. Es wird sich darum handeln, daß gerade auf diesem Gebiete gelernt werden muß ein volles Mitgehen mit dem, was Geisteswissenschaft da wollen kann. Denn die Beurteilung dessen, was aus dern Geisteswissenschaftlichen heraus gewollt werden muß, nach dern bisher üblichen Subjektiven, das würde ja auf diesem Ge­biete genau dasselbe sein, was die Pfarrer und die anderen tun auf an­deren Gebieten, indem sie Geisteswissenschaft verketzern. Das ist, was&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsere anthroposophische Bewegung schwierig macht, daß im Grunde genommen gerade auf diesem Gebiete deutlich bemerkbar ist eine Art innerer Opposition. Man kann schon sagen, gerade auf diesem Ge­biete zeigt sich am klarsten, was in so merkwürdiger Weise gewisse Anschuldigungen beleuchtet, die von mancher Seite kommen. Da wird gesagt: In dieser Anthroposophischen Gesellschaft, da sprechen ja alle doch nur dern einen nach, - und in Wirklichkeit sprechen sie gar nicht nach, sondern das, was jeder selber meint, das sagt er, daß der eine es möchte. Das haben wir ja so vielfach erfahren, nicht wahr? Was einer gerade möchte, davon sagt er sehr häufig, daß ich es ihm gesagt habe, wenn er auch genau das Gegenteil davon gehört hat. Das ist der nun wirklich herrschende Autoritätsglaube. Sonderbarer Autoritätsglaube! Es hat sich ja das in vielen Fällen gezeigt. Aber von einer besonderen Schädlichkeit wäre, wenn dieses, was ja eine merkwürdige Art von Opposition ist - Opposition hat es ja eigentlich in Wirklichkeit immer mehr gegeben als Autoritätsglaube, und daher ist die Beschuldigung des Autoritätsglaubens wirklich eine recht ungerechte -, noch ver­hängnisvoller wäre es, wenn das, was ich hier andeute als innere Oppo­sition, gerade auf dern Gebiete des praktischen Lebens weitere Dimen­sionen annehmen würde. Denn dann würden, solange es noch geht, selbstverständlich die Gegner des anthroposophischen Strebens sagen: Na ja, eine sektiererisch phantastische Bewegung, die doch nicht prak­tisch sein kann. - Sie kann natürlich nicht praktisch sein, wenn die Praktiker sich nicht auf sie einlassen, geradesowenig wie man schließ­lich nähen kann, wenn man keine Nadel hat, wenn man es noch so gut versteht, das Nähen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte dadurch nur auf etwas hindeuten, was notwendig zu beachten ist. Ich spreche damit nicht eine Kritik aus, deute überhaupt auf nichts Vergangenes hin, sondern ich deute auf etwas hin, was für die Zukunft notwendig ist. Allerdings, ich würde selbstverständlich nicht hindeuten, wenn ich nicht allerlei Rauchwolken heraufsteigen sehen würde. Aber ich deute wirklich nur auf etwas hin, was gewisser­maßen als eine Aufforderung zu gelten hat, nun wirklich von allen Seiten mitzuarbeiten und ja nicht hinter die reaktionäre Praxis sich zu verschanzen und hinter den Schanzen der reaktionären Praxis Anthroposophie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
trotzdem man ihr vielleicht aufhelfen will, im Grunde genommen zu vernichten. Also nicht auf irgend etwas, was schon ge­schehen ist, deute ich hin, sondern auf dasjenige deute ich hin, was für die Zukunft notwendig ist. Es ist schon notwendig, daß man über diese Dinge nachdenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde es heute bei diesen Bemerkungen müssen bewenden las­sen. Wir werden dann an diese Vorrede, von der Sie schon sehen wer­den, daß sie doch eine Einleitung ist zu der Christus-Betrachtung für das 20. Jahrhundert, morgen und übermorgen anzuknüpfen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 30. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll das Verständnis für dasjenige, was man nennen kann die Wieder-erscheinung des Christus, in der richtigen Art in der Seele Platz grei­fen, dann ist nötig, daß man sich ein vorbereitendes Verständnis ver­schafft für den Gang, den die Christus-Idee, die Christus-Vorstellung im Laufe der Menschheitsgeschichte genommen hat. Wir erinnern uns, daß die Menschheitsentwickelung von einer Seelenverfassung ausge­gangen ist, die wir oft genannt haben eine Art instinktiver Anschau­ung, eine Hellsichtigkeit, welche dumpf, traumhaft war. Nun haben wir ja zu wiederholten Malen die verschiedenen Epochen der Mensch­heitsentwickelung so charakterisiert, daß wir die entsprechende Form dieser Seelenverfassungen in die Zeiten hineingestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wollen wir uns daran erinnern, daß starke Reste des alten hellsichtigen Zustandes der Menschheit noch vorhanden waren in der Zeit, als das Mysterium von Golgatha geschah. Das Mysterium von Golgatha hat man zunächst aufzufassen als eine Tatsache, aber als eine solche Tatsache, die ihrer Wesenheit nach niemals durchschaut werden kann mit dem Intellekt, der seit der Mitte des 15.Jahrhunderts die Seelenverfassung der modernen Zivilisation ausmacht, der aber sich schon vorbereitete seit der griechischen, der römischen Zeit. So daß man sagen kann: Während die griechische Geschichte abläuft, die rö­mische Geschichte abläuft und das Mysterium von Golgatha sich auf der Erde vollzieht, sind noch starke Reste des alten Hellsehens unter vielen Menschen vorhanden. Andere Menschen haben dieses HelIse­hen schon verloren, sind durchaus schon in den Anfängen der intellek­tuellen Entwickelung darinnen. Das war insbesondere bei den Römern der Fall. Und man kann daher sagen, daß seiner Wirklichkeit nach, seiner Wesenheit nach zunächst das Mysterium von Golgatha nur von denjenigen aufgefaßt werden konnte, die noch Reste des alten Hell­sehens hatten. Es konnte beschrieben werden, es konnte das Symbol auch angedeutet werden bei denen, die solche Reste des alten Hell­sehens nicht hatten. Dieses instinktive Hellsehen war insbesondere eine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Eigenschaft der alten orientalischen Bevölkerung, und im wesentlichen ist es auch in seinen Resten vorzugsweise bei den Orientalen vorhanden gewesen. Schließlich ist ja unter den Orientalen auch der Christus Jesus über die Erde gegangen. So daß aus den Resten alter orientalischer Weisheit zunächst das Mysterium von Golgatha verstanden worden ist. Als dann dieses Mysterium von Golgatha herüberwanderte nach dem Westen zu den Griechen, zu den Römern, da konnte man das­jenige übernehmen, was solche Leute sagten, welche aus den Resten des alten Hellsehens heraus noch verstanden hatten, was da eigentlich auf der Erde sich zugetragen hatte. Und damit auch eine Anschauung durch seelische Augenzeugenschaft vorhanden sei, erstand in Paulus durch eine besondere, im späteren Lebensalter erst eintretende Erleuch­tung der Zustand eines solchen Hellsehens, in dem er, Paulus, sich über­zeugen konnte von der Wahrheit, von der Echtheit des Mysteriums von Golgatha. Was Paulus sagen konnte aus seiner Überzeugung her­aus, was diejenigen, die sich die Reste alten Hellsehens bewahrt hatten, aus der alten orientalischen Urweisheit heraus aufstellen konnten über das Mysterium von Golgatha, das konnte man dann übernehmen als Nachrichten, konnte es einkleiden in die Form des aufkeimenden In­tellektes; aber eigentlich durchschauen konnte man mit diesem In­tellekt zunächst das Mysterium von Golgatha nicht. Die Art und Weise, wie diejenigen, die noch Reste alten Hellsehens hatten, von dem Mysterium von Golgatha sprachen, die bezeichnete man als die gnostische. Und ich möchte sagen, die Form, vom Mysterium von Gol­gatha zu sprechen, so wie man es eben vermochte mit diesen Resten alten Hellsehens, das ist die christliche Gnosis. Auf die Art und Weise, wie ich es geschildert habe in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache», ist dann die Darstellung des Mysteriums von Golgatha auf die Nachwelt gekommen. Also das erste Verständnis des Mysteriums von Golgatha wurde erreicht durch diese Reste des alten Hellsehens, durch altes orientalisches instinktives Anschauen. Man möchte sagen, dieses alte orientalische instinktive Anschauen hat sich bis zu dem Mysterium von Golgatha in genügender Ausdeh­nung erhalten, damit auch noch eine wirkliche menschliche Auffassung dieses Mysteriums Platz greifen könne, ehe der Intellekt hereinbricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und das Verständnis für das Mysterium von Golgatha nicht mehr vor­handen sein kann. Wäre das Mysterium von Golgatha in der Zeit der Vollblüte des Intellekts gekommen, so hätte es auf die Menschheit selbstverständlich gar keinen Eindruck gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun also lebten die Mitteilungen von dem Mysterium von Golgatha in den Berichten der alten Hellseher, und im Grunde genommen - Sie wissen das ja aus meiner Darstellung im «Christentum als mystische Tatsache&amp;gt; - sind die Evangelien nichts weiter als solche durch Hell-sehen gewonnene Nachrichten über das Mysterium von Golgatha. Nun aber breitete sich über die Menschheitsentwickelung jene Welle aus, die schon im Griechentum, wie ich Ihnen dargestellt habe, Wurzel gefaßt hat, welche vorzugsweise ihren Quell im Römertum hat, und die man bezeichnen kann als die Welle, welche die spätere Intellektua­lität vorbereitete, in der diese Intellektualität aber schon lebte. Es brei­tete sich aus das juristisch-dialektische Denken, dasjenige Denken, das dann auch zum staatlich-politischen Denken geführt hat. Das breitete sich vom Süden her aus, drang in jene Gegenden, in denen, wie ich Ihnen gestern gesagt habe, noch Naturalwirtschaft war, drang ein in die nördlichen Gebiete. Es bildete sich die mitteleuropäische Zivilisa­tion, die zunächst, von Rom aus genährt, vorzugsweise im Zeichen der intellektualistischen, also eigentlich der juristisch-dialektischen Entfaltung der menschlichen Seele stand. Innerhalb alles dessen, was sich da abspielte, konnte man nicht mehr im Sinne der alten Geistig­keit das Mysterium selber anschauen, sondern man bekam eben die Berichte, man bekam die Tradition und kleidete das in die Form der Seelenverfassung, die man hatte. Man kleidete es immer mehr und mehr in die Dialektik. Durch das Römertum wurde das Mysterium von Golgatha eingekleidet in diese Dialektik. Aus dem, was christ­liche Gnosis war, was noch auf Schauen beruhte, bildete sich heraus die reine dialektische Theologie, die Hand in Hand ging mit der Ein­richtung der europäischen Reichsgebilde, die dann später zu Staaten wurden. Aber das erste große Reich war eigentlich das verweltlichte Kirchenreich, das von römisch-juristischen Formen durchzogene Kir­chenreich. Äußerlich haben sich ja viele Tatsachen abgespielt, welche zeigen, wie sich dieses juristisch-dialektische, politische Denken, in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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das sich das alte orientalische Schauen einkleidete, über Europa aus­breitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl der Große zum Beispiel wurde ein Lehensträger des Papstes. Seine Kaiserwürde war ihm vom Papste verliehen. Und wenn man die Ausbreitung der ganzen Herrschaft Karls des Großen studiert, so findet man auf der einen Seite unter den Kräften, durch die diese Herrschaft Karls des Großen sich ausbreitete, den kirchlich-theolo­gischen Einfluß. Eine Art theokratischen Reiches breitete sich aus; aber das wird überall durchsetzt von den Formen des Juristisch-Dia­lektischen. Die Geistlichen sind die Beamten; sie bekleiden die Staats-ämter, sie vereinigen in ihrer Person das politische Element mit dem kirchlichen Elemente. Es geht allmählich ganz und gar über das alte auf Schauen beruhende geistige Leben, das den Geist überhaupt schon im Jahre 869 abgeschafft hatte, wie wir öfter besprochen haben, in ein politisches Kirchenreich, das sich über den größten Teil der europäi­schen Territorien ausbreitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen aus der Geschichte und aus dem, was ich hier schon dar­gestellt habe vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte, wie dieses fortwährende Ineinanderfluten des Römisch-Kirchlichen und dessen, was mehr oder weniger sich wiederum losmachen wollte vom Römisch-Kirchlichen, gegeneinander kämpfte, und wie diese Kämpfe im Grunde genommen einen großen Teil der mittelalterlichen Geschichte bilden. Aber schauen muß man auf den gewaltigen Unterschied, der besteht zwischen der ganzen sozialen Struktur dieses mittelalterlichen Gebil­des, das dann in die neueren Staaten aufging, und der sozialen Struk­tur des alten Orients, die durchaus durchgeistigt war von dem alten instinktiven Schauen und von alledem, was dieses Schauen im Ge­folge hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher kam denn eigentlich das, was der Inhalt des alten orienta­lischen Schauens war? Es kam, man kann nicht anders sagen, vom Angeborensein; denn diejenigen, die Mysterienweise waren, suchten eben zu ihren Schülern wiederum Menschen, die solche angeborenen Fähigkeiten hatten, daß sie zu diesem instinktiven Schauen kommen konnten. Man wählte aus der großen Masse der Menschen diejenigen aus, denen es im Blute lag, solches Schauen zu haben. Man war sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
also klar darüber, daß einfach in den Menschen, die aus geistigen Wel­ten als Kinder in diese physische Welt hereingesandt werden, Reste der Erlebnisse in den geistigen Welten mitkommen. Ich rede immer von den Zeiten, in denen das Mysterium von Golgatha herannahte oder schon da war. Mit dem einen kam weniger, mit dem anderen kam mehr herein. Ich möchte sagen, mit dem Blute kamen noch Nachklänge aus den Erlebnissen der geistigen Welten herein. Diejenigen, welche die allermeisten instinktiven Erinnerungen hatten an das Erleben vor der Geburt oder vor der Empfängnis, die waren die geeigneten Myste­rienschüler. Sie konnten begreifen und schauen, beziehungsweise sie konnten durch begreifendes Schauen erkennen, was die Götter mit den Menschen für Absichten hatten, denn sie hatten das erlebt vor der Geburt, und sie hatten eine instinktive Erinnerung daran in diesem Erdenleben. Und sie wurden ausgesucht von den Mysterienweisen, von den Priestern, um nun wiederum vor die Menschheit hingestellt zu werden als diejenigen, die nun Zeugen waren für das, was die geistige Welt mit der physischen Welt will. Solche Menschen waren es, die zuerst reden konnten von dem Mysterium von Golgatha. Man kann sagen, es war das ein ganz anderes Hineinstellen des Menschen in die soziale Ordnung. Er wurde so hineingestellt in diese soziale Ordnung, wie die Mysterien erkannten, daß er von den Göttern selber da hin­eingestellt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die Stelle der angeborenen Fähigkeiten durch die Blutwirkung trat nun jene mittelalterliche Welle, wo nichts mehr oder immer we­niger in den Menschen war, wo jedenfalls in den maßgebenden Men­schen nichts mehr war von dem, was durch die Geburt aus geistigen Welten in die physische Welt hereingebracht wird, wo nichts mehr als instinktive Erinnerung da war. Worauf konnte man also dasjenige be-gründen, was soziale Struktur unter den Menschen war? Worauf konnte man das im dialektisch-juristischen Zeitalter begründen? Man konnte es nur begründen auf Autorität. Die Autorität, welche vor allen Din­gen die römischen Päpste für sich in Anspruch nahmen, diese Autori­tät war es, welche an die Stelle dessen trat, was erkennend die alten Mysterienpriester schauten als das von den geistigen Welten Herüber-gebrachte. Nach dem, was aus den geistigen Welten herübergebracht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wurde, hatte man in alten Zeiten auch das entschieden, was im sozialen Leben geschehen soll. Jetzt konnte man das nur dadurch entscheiden, daß gewissen Leuten, also den römischen Päpsten, und in übertragener Bedeutung dann den einzelnen Lehensfürsten der römischen Päpste, den Königen und anderen Fürsten, eine gewisse Autorität auf Erden zugesprochen wurde, daß ihnen gewissermaßen durch juristische Recht­fertigung, durch formales Recht solch eine Autorität zugesprochen wurde. Die Menschen hatten jetzt zu befehlen, da die Götter nicht mehr befahlen. Und dieses: wer zu befehlen hatte, das mußte eben nur durch äußeres Recht festgelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam das Autoritätsprinzip des Mittelalters herauf, und man kann sagen, in dieses Autoritätsprinzip wurde auch eingegliedert die ganze Anschauung von dem Mysterium von Golgatha, die man ja eben nur als Mitteilung empfing. Höchstens konnte man sie in Symbole klei­den, wo man aber nur Bilder hatte. Ein solches Symbol ist das Meß­opfer mit dem heiligen Abendmahl, ist alles das, was der Christ in der Kirche erleben konnte. In dem Abendmahl hatte er unmittelbar gegen­wärtig nach seiner Auffassung, was das Hereinkraften der Christus-Kraft in die physische Welt war. Daß diese Christus-Kraft für die Gläubigen hereinströmen konnte in die physische Welt, das wurde un­ter Autorität gestellt, das ging wiederum aus von den Weihen der rö­mischen Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das, was sich da als juristisch-dialektisch-römisches Element heraufentwickelte, das trug gewissermaßen in seinem Schoße auch seine andere Seite. Es trug wiederum den fortwährenden Protest in sich ge­gen die Autorität. Denn wenn alles auf Autorität gestellt ist, wie es im Mittelalter der Fall war, dann äußert sich im Menschen schon wieder­um dasjenige, was zukünftig kommen soll: der innerliche Protest gegen die Autorität. Dieser innerliche Protest gegen die Autorität trat durch die verschiedensten geschichtlichen Erscheinungen zutage durch solche Leute wie Wyelif, Hus und so weiter, die sich auflehnten gegen das bloße Autoritätsprinzip, die den Christus aus ihrem Inneren heraus begreifen wollten, wozu die Zeit aber dazumal noch nicht da war. So daß man sich im Grunde genommen nur der Täuschung hingeben konnte, man begreife den Christus aus dem Inneren heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diejenigen, die noch in mittelalterlichen Zeiten als Mystiker auf­traten, sprachen auch von dem Christus, aber sie hatten noch nicht das Christus-Erlebnis. Sie hatten doch im Grunde genommen nur die alten Nachrichten von dem Christus. Und immer stärker und stärker wurde diese Auflehnung gegen die Autorität. Dadurch wurde auch natürlich immer stärker der Drang, diese Autorität zu befestigen. Und die stärk­ste Aufwendung von Kraft, um diese Autorität zu befestigen, um ge­wissermaßen das, was von dem Mysterium von Golgatha ausgeht, nur auf Autorität zu stellen, gewissermaßen so auf Autorität zu stellen, daß es ewig nur auf Autorität sein könne, das ist dann der Jesuitismus. Der Jesu itismus hat nichts mehr von dem Christus. Der Jesuitismus enthält in sich schon die ganze volle Auflehnung gegen das erste Ver­ständnis des Christus. Das erste Verständnis war eben mit den Resten des orientalischen Hellsehens in der Gnosis geschehen. Der Jesuitismus nahm nur das Intellektuell-Dialektische in sich auf, er wies zurück das Christus-Prinzip. Er bildete keine Christologie aus, er bildete eine Kampflehre für den Jesus aus, eine Jesulogie. Wenn auch der Jesus an­gesehen wurde als etwas über alle Menschen Hinausragendes, so sollte aber doch dasjenige, was durch den Jesuitismus zu dem Mysterium von Golgatha hinführte, eben nur etwas sein, was rein auf Autorität gestellt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde vorbereitet, was dann kam, und dessen Kulmination wir dann im 19. Jahrhundert die Menschen erleben sehen, wo der Christus-Impuls als etwas Spirituelles, als etwas Geistiges vollständig verloren-gegangen war, wo die Theologie, insofern sie moderne Theologie sein wollte, nur noch von dem Menschen Jesus reden wollte. Indem diese ganze Entwickelung vor sich gegangen war, hatten sich aber manche, ich möchte sagen, Mißstände ergeben. Nehmen Sie die Tatsache, daß von dem römischen Prinzip in rein juristischer Dialektik übernommen worden ist, was an Nachrichten über das Mysterium von Golgatha vorhanden war, daß es übernommen worden ist durch äußere Sym­bolik, die gedeutet werden kann: dann war keine Möglichkeit, die Nachrichten, wie sie vorhanden waren, unter die Gläubigen kommen zu lassen. Daher das strenge Verbot für die Gläubigen Roms, die Bibel zu lesen. Das ist ja die wichtigste kirchliche Tatsache bis ins späteste&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mittelalter herein, daß das Verbot bestand für die Gläubigen, die Bi­bel zu lesen. Als das Furchtbarste sah man an innerhalb der Priester­schaft, innerhalb der leitenden katholischen Kreise, wenn das Evan­gelium bekannt würde in der breiten Masse der Gläubigen. Denn das Evangelium stammt aus einer ganz anderen Seelenverfassung. Das Evangelium ist nur verständlich aus einer geistigen Seelenverfassung heraus. Eine dialektische Seelenverfassung kann mit dem Evangelium gar nichts anfangen. Es ist unmöglich gewesen daher für diese Zeiten, in denen sich der Intellekt, in denen sich die Dialektik vorbereitete, das Evangelium in die Massen kommen zu lassen. Die Kirche kämpft wü­tend gegen das Bekanntwerden des Evangeliums, und sie sieht als die wildesten Ketzer diejenigen an, die sich gegen das Verbot des Lesens des Evangeliums auflehnen, wie zum Beispiel die Waldenser oder die Albigenser; die machten Ansprüche darauf, durch das Evangelium selber unterrichtet zu werden über das Mysterium von Golgatha. Da­gegen lehnte sich die Kirche auf, denn die Kirche wußte ganz gut: Mit der Art, wie sie das Mysterium von Golgatha behandelte, ist das Be­kanntwerden des Evangeliums nicht vereinbar, denn dieses Evan­gelium in seiner wahren Gestalt besteht ja aus vier Evangelien, die einander widersprechen. Man wußte, wenn man der großen Masse der Gläubigen hinausgibt die Evangelien, so bekommen sie zunächst nichts anderes als widersprechende Berichte, die sie aber unter der aufkeimenden Intellektualität nur als etwas auffassen konnten, das sie so verstehen mußten, wie man auf dem physischen Plan versteht. Ja, bei einem Ereignis auf dem physischen Plan kann man nicht verstehen, daß es in vier verschiedenen Formen beschrieben werden soll. Für ein Ereignis, das verstanden werden muß mit höheren Kräften, kommt es darauf an, wie es, da es immer von verschiedenen Seiten angesehen werden muß, von der einen oder von der anderen Seite sich ausnimmt. Ich habe öfter gesagt, selbst für Träume gilt das; Menschen können das Gleiche träumen, das heißt, in ihrem Inneren kann das Gleiche vor­gehen; dasjenige aber, was sich ihnen in Bildern formt, das kann in der verschiedensten Weise differieren. So können für den, der in einer spirituellen Art zu dem Mysterium von Golgatha steht, die Wider­sprüche der Evangelien nichts bedeuten. Aber in spirituellem Verhältnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
standen ja die Menschen des heraufkommenden Mittelalters nicht, sie standen im Zeichen der Dialektik bis in die untersten Schichten des Volkes hinein. Für diese Dialektik konnte man nicht ein vierfach sich widersprechendes Berichterstatten über das Mysterium von Golgatha herausgeben. Und als die Kirche das Bibelverbot nicht mehr halten konnte, als der Protestantismus heraufkam, da ergab sich eben jene Diskrepanz im europäischen Leben, die dann zu der modernen Theo­logie des 19. Jahrhunderts führte, wo man zuletzt alles hinwegradiert hat aus den Evangelien, was sich widersprach. Und zuletzt ist ja nun wirklich aus den Evangelien ein sehr gerupftes Hühnchen geworden. Das Magerste, was entstanden ist, das am meisten Gerupfte sind die Dinge, die der von dieser Seite her berühmte Sehmiedel herausgefunden hat, der die Stellen, wo irgend jemand in den Evangelien nicht gelobt wird, wo irgend etwas Abfälliges gesagt wird, für das einzig Echte hielt und alles übrige abfertigte. Und so entstanden die Jesus-Beschrei­bungen der Theologen des 19. Jahrhunderts und des beginnenden 20. Jahrhunderts, die nur den Menschen Jesus beschreiben wollten und glaubten, sie könnten damit noch innerhalb des Christentums stehen. Innerhalb des Christentums konnte eine intellektualistisch-dialektische Zeit nur stehen bei dem Verbot der Evangelien. Mit den Evangelien konnte eine dialektisch-juristische Zeit nur das bewirken, daß sie den Christus nach und nach als solchen vollständig ausschaltete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dieser Unwahrheit entwickelte sich eigentlich die neuere Menschheit. Diese neuere Menschheit ahnt gar nicht, daß sie im Grunde genommen ganz und gar unter dem Prinzip der Autorität lebt, sich aber fortwährend selber ableugnet, daß sie unter diesem Prinzip der Autorität lebt. Es gibt kaum eine stärkere Ausprägung des Autoritäts­glaubens, als es bei all denen der Fall ist, welche die heutige offizielle Wissenschaft als das Maßgebende für die Welt annehmen. Sehen wir doch, wie die Leute sich befriedigt erklären, wenn sie irgendwo gesagt bekommen, irgend etwas sei wissenschaftlich festgestellt. Sie wissen gar nichts anderes über diese wissenschaftliche Feststellung, als daß es von einem Menschen gesagt worden ist, der sein Gymnasium, seine Univer­sitätsstudien durchgemacht hat, der Privatdozent, Universitätsprofes­sor geworden ist, der also durch Autoritäten wiederum eingesetzt worden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist; da wird das verbreitet. Dann ist das, was auf diese Weise unter die Menschen kommt, sichere Wissenschaft. Versuchen Sie sich ein­mal zusammenzuhalten dasjenige, wovon die Menschen heute anneh­men, es sei festgestellte sichere Wissenschaft. Es beruht letzten Endes -man täuscht sich nur darüber, man gibt sich nur Illusionen darüber hin - auf nichts anderem als auf einem ganz reinen Autoritatsprinzip, auf reinstem Autoritätsglauben. Das ist der Autoritätsglaube, der eben heraufgekommen ist, indem er ersetzt hat die andere Art, auf die so­ziale Struktur zu wirken, die noch vom Orientalischen herstammte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und begreifen muß man, welcher Haß sich ausbildete innerhalb derjenigen Kreise, die gar kein Verständnis mehr hatten für das Myste­rium von Golgatha, die ein nur traditionell durch Autorität Fortge­pflanztes hatten, denen angst und bange war vor dem Bekanntwerden des Evangeliums unter der großen Masse, begreifen muß man den Haß, der eigentlich immer stärker und stärker wurde und besonders inner­halb des Jesuitismus dann zum vollständigsten System ausgebildet wor­den ist: den Haß auf dasjenige, was die Gnosis war. Und heute sehen wir immer noch gerade die Theologen da, wo irgendwo von Gnosis die Rede ist, rote Köpfe bekommen! Wir müssen das aus der histori­schen Entwickelung der europäischen Menschheit heraus verstehen. Man muß zum Beispiel die Entwickelung der Universitäten verstehen. Wie haben sich die Universitäten entwickelt? Man sehe die Geschichte vom 11. bis zum 13., 14. Jahrhundert nach: Aus der Kirche heraus ha­ben sie sich entwickelt. Die Klosterschulen sind Universitäten gewor­den. Alles, was gelehrt wurde, sollte von Rom abgestempelt sein, nur was von Rom abgestempelt war, das war wirklich zu glauben. Dafür, daß es von Rom abgestempelt sein sollte, verlor sich dann allmählich der Gedanke. Aber daß es irgendwie doch abgestempelt sein mußte, das blieb. Und so blieb das Autoritätsprinzip auch bei denen, die nicht mehr an die römische Autorität glaubten. Und ohne daß man an Rom, an die römische Autorität selber glaubt, ist dieses Fortleben des römi­schen Autoritätsprinzipes die Seelenverfassung des heutigen Univer­sitätslebens. Es ist die Seelenverfassung auch in protestantischen Län­dern. Die katholische Kirche kämpft eben nur für ihre Autorität mit Ausschluß alles Geistigen weiter, verleumdet alles, was über ihre dialektisch-juristische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denkweise hinausragt, verleumdet alles, was sich nicht in das soziale Autoritätsprinzip einfügen lassen will. Man muß nur verstehen, wie tief das hineingekraftet hat in die Seelenverfassung derjenigen Menschen, die dann im Heraufkommen der modernen Zi­vilisation lebten. Bei den meisten ging ja gerade dadurch ein Sich-Stellen zu dem Inhalt der Wahrheit verloren, und das gab dann letzten Endes die große Verwirrung, das furchtbare Chaos, innerhalb dessen wir jetzt leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber leben wir zugleich in einer Zeit, in welcher sich wieder vorbereitet ein Schauen. Geisteswissenschaft will ja vorbereiten auf dieses Schauen, das die Menschheit wiederum ergreifen muß. Nicht das alte instinktive Schauen, sondern ein Schauen, das auf volles Bewußt­sein gebaut ist. Theologieprofessoren und andere kämpfen gegen dieses Schauen. Sie verwechseln es mit dem alten gnostischen Schauen; sie reden allerlei Dinge, die sie selber nicht verstehen, gegen dieses moderne Schauen. Aber dieses moderne Schauen zieht herauf als eine Notwen­digkeit, von der die Menschheit ergriffen werden muß. Und in dieses Schauen kann nun wiederum ein wirkliches Erfassen des Mysteriums von Golgatha hineinleuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So daß der Gang der Christus-Vorstellung eigentlich dieser ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mysterium von Golgatha geschieht in einer Zeit, in der noch Reste alten Hellsehens vorhanden waren. Die Menschen können es gerade noch verstehen. Sie legen dieses Verständnis in die Evangelien hinein. Das Christentum wandert nach Westen, wird vom Römertum mit dialektischem Geiste aufgenommen. Es wird immer weniger und we­niger verstanden. Man redet in Worten von dem Mysterium von Golgatha, man redet in Worten, die bloße Worte bleiben, so daß die Gläubigen auch zufrieden sind, wenn sie in der Kirche sind und der Priester in einer ihnen unverständlichen Sprache die Worte sagt. Denn es kommt ihnen nicht darauf an, die Sache zu verstehen, es kommt ihnen höchstens darauf an, in der allgemeinen Atmosphäre zu leben, die hinweist auf das Mysterium von Golgatha. Und es geht verloren der wirkliche Zusammenhang der Menschen mit dem Myste­rium von Golgatha. Immer mehr geht er verloren. In einer bestimmten Zeit des Mittelalters beginnt man zu diskutieren über die Bedeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eines Symbols, in das sich die fortdauernde Benachrichtigung vom My­sterium von Golgatha gekleidet hat. Man beginnt zu diskutieren zum Beispiel über die Bedeutung des Abendmahls. Aber in dem Moment, wo man über etwas zu diskutieren anfängt, versteht man es ja schon nicht mehr. Dasjenige, was in der Entwickelung der Menschheit lebt, das lebt als Erlebnis. Solange man es als Erlebnis hat, so lange dispu­tiert man nicht. Als der Abendmahlsstreit im Mittelalter auftrat, da war schon der letzte, der allerletzte Rest des Verständnisses für das Abendmahl verlorengegangen, da bemächtigte sich schon das dialek­tische Spiel dieses Abendmahles. Und so entwickelte sich das neuere Menschheitsleben herauf, bis das Bibelverbot nicht mehr gelten konnte. Theoretisch ist allen Katholiken heute noch verboten, die Bibel zu le­sen. Nur jener Auszug der Bibel, der zubereitet wird, wie wenn die Evangelien eine Einheit wären, ist ihnen theoretisch gestattet zu le­sen. Es ist den Katholiken noch heute streng verboten, sich mit den vier Evangelien zu befassen, denn selbstverständlich, in dem Augen­blicke, wo man in den modernen Geist die vier Evangelien hereinbe­kommt, wo man sie so liest, wie man eine Darstellung des äußeren phy­sischen Planes liest, in dem Augenblicke zerflattern die Evangelien. Es ist unverantwortlich, wenn Leute, die das ganz gut wissen, die auch er­lebt haben, wie im Laufe des 19. Jahrhunderts eben unter der Philolo­gisiererei der Theologie die Evangelien zerflattert sind, wenn die sich erfrechen - man kann es nicht anders bezeichnen -, von der Anthro­posophie zu sagen, daß sie die Evangelien in einer willkürlichen Weise auslege, daß sie allerlei hineinlege in die Evangelien. Diese Leute wis­sen, daß der Zusammenhang mit dem Mysterium von Golgatha ver­loren wird, wenn die Evangelien nicht im spirituellen Sinne verstanden werden. Man erlebt es, wie sich alle die Leute aufs Podium stellen vom Standpunkte katholischer oder protestantischer Theologie aus und im­mer wieder und wiederum davon schwätzen, daß Anthroposophie in die Evangelien etwas hineinlege, während sie ganz genau wissen: Wenn nichts von geistiger Auffassung in die Evangelien hineingelegt wird, so müssen die Evangelien die christliche Seelenverfassung vom Grunde aus zerstören. Würden die Menschen nur ein wenig besser darauf hin­schauen, wie es den meisten von denen, die solches Zeug schwätzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über die Anthroposophie, im Grunde genommen nur darauf ankommt, in bequemster Weise ihr Amt weiter zu verwalten, so zu verwalten, wie sie es gelernt haben in ihrer Jugend, würden die Menschen wissen, daß in diesen Theologen nicht ein eigentliches Wahrheitsgefühl lebt, sondern nur die Furcht, es könnte ihnen ihre bequeme Art, die Dinge aufzufassen, verlorengehen, dann würde man schon viel weiterkommen im Ablehnen derlei Frohnmeyers und ähnlicher Leute, die eben durch­aus nicht mehr von dem geringsten Funken irgendeines Wahrheits-sinnes durchzogen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was heute zu retten ist, das ist das Mysterium von Golgatha selbst. Und vorbereitet darauf muß werden, daß dieses Mysterium von Gol­gatha der menschlichen Imagination wiederum erscheine. Denn dem Intellekt kann es nicht erscheinen. Der Intellekt kann es nur auflösen. Der Intellekt kann es nur durch seine Philologiekünste aus der Welt schaffen, oder er kann es durch eine tyrannische Autorität im jesuiti­schen Sinne für diejenigen erhalten, die nicht nach Wahrheit, sondern nur nach einem bequemen Leben streben. Für solche aber, die nach Wahrheit streben, geht heute der Weg der Imagination, das heißt, dem bewußten Schauen der geistigen Welten entgegen. Da handelt es sich darum, daß man von dem Gesichtspunkte dieses bewußten Schauens der geistigen Welten auch das ganze Menschheitswesen wiederum auf­zufassen in der Lage ist. Da handelt es sich vor allen Dingen darum, daß das ganze Menschenerziehen und Menschenunterrichten von die­sem Gesichtspunkte aus geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen, das Kind lebt bis zu seinem siebenten Jahre, bis zum Zahnwechsel, in der Nachahmung. Die Nachahmung ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Weiterleben dessen, was in ganz an­derer Form vor der Geburt oder Empfängnis in der geistigen Welt vorhanden war, wo das Untertauchen des einen Wesens in das andere vorhanden ist; das drückt sich dann in der Nachahmung des Kindes gegenüber seiner Menschenumgebung als Nachklang des geistigen Er-lebens aus. Dann kommt vom siebenten Lebensjahre, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, das Bedürfnis des Kindes nach Autorität. Ge­rade dasjenige, was heute nur noch in der Nachahmung des Kindes lebt, das lebte in einer gewissen Weise durch den ganzen Menschen hindurch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
innerhalb der alten orientalischen Struktur. Diejenigen Men­schen, die aus den Mysterien heraus wirkten, wirkten mit einer so star­ken Kraft, daß ihnen die anderen Menschen folgten, wie das Kind den Erwachsenen folgt, die in seiner Umgebung sind. Dann kam das Prin­zip der Autorität. Und jetzt wächst der Mensch heraus aus dem Prin­zip der Autorität. Er wächst hinein in das Prinzip, welches nach der Geschlechtsreife im Menschen sich andeutet, allerdings in persönlich­individueller Weise, anders als in bezug auf die ganze Menschheits­entwickelung. Heute lebt der Mensch einer Zeit entgegen, wo es not­wendig wird, in ihm auszubilden dasjenige, was nicht von selbst aus­gebildet werden kann. Das Kind kommt als Nachahmer zur Welt. Im alten orientalischen sozialen Leben kam es auch schon als Nachahmer zur Welt. Aber das, was bei ihm als Nachahmungsprinzip lebte, das blieb auch in die Autoritätszeit, in die Urteilszeit hinein noch immer wirksam in bezug auf die sozialen Angelegenheiten, auch in bezug auf alles das, was religiöses Leben war. Das Autoritätsprinzip machte sich im alten Orient nur geltend in bezug auf dasjenige, was nächste Um­welt war. Die großen Angelegenheiten des Lebens blieben in der Form des kindlichen Erlebens stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kamen diese großen Angelegenheiten des Lebens in die Zei­ten des Mittelalters hinein. Das Autoritätsprinzip herrschte. Jetzt macht sich zuerst geltend das Heraustreten aus dem Autoritatsprinzip, das Prinzip des eigenen Urteils macht sich geltend. Was für die Ange­legenheiten des religiösen, des künstlerischen, überhaupt des über das unmittelbare Elementar-Natürliche hinausgehenden menschlichen Le­bens im alten Orient entfaltet wurde, man konnte es im Kinde auf­suchen, das es durch das Blut hereintrug aus den geistigen Welten in diese physische Welt. Als das Autoritätsprinzip herrschte, brauchte man ja nur auf etwas zu bauen, was sich mit einer gewissen Notwendig­keit aus dem noch ganz unbewußten ätherischen Leib herausentwickelt. Jetzt, wo auftritt das Prinzip des freien Urteils, da tritt für Pädagogik und Didaktik eine neue große Verantwortung auf. Da tritt das auf, daß man in dem werdenden Kinde hinzuschauen hat auf das, was her­auskommen wird. Wenn das Kind das fünfzehnte Lebensjahr erreicht, dann wird in ihm der astralische Leib geboren. Dasjenige wird in ihm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geboren, was hereinträgt in die Welt, jetzt nicht in unbewußter Weise, sondern in immer mehr und mehr bewußter Weise die Erlebnisse der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit rückt heran, wo wir bei aller Erziehung und allem Unter­richt zu sehen haben, was aus dem Kinde herauswächst, wenn es im vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahre steht. Das war für alle alten Zeiten von keiner so großen Wichtigkeit, denn das ist verknüpft mit dem, was frei im Menschen lebt, was der Mensch sich nicht durch Ge­burt mitbringt, was er auch nicht durch Autorität empfangen kann, was er wirklich aus sich selber herausholen muß. Und daß er es auf rechte Weise aus sich herausholt, dafür hat man zu sorgen, indem man in der richtigen Weise das Kind heranerzieht und heranunterrichtet bis zum vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahre, damit es dann in die­sem vierzehnten, fünfzehnten Lebensjahr in der richtigen Weise den astralischen Leib entwickeln kann. Erziehung und Unterricht bekom­men eine ganz neue Bedeutung in dieser neueren Zeit, und ohne die Zusanimenhänge des Menschen mit der geistigen Welt zu durchschauen, sollte eigentlich nicht mehr unterrichtet werden. Das ist der Kampf, der heraufzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissermaßen noch aus instinktiven Untergründen hat sich gel­tend gemacht dasjenige, was sich dann in der idealistischen Philosophie Mitteleuropas an die Oberfläche des menschlichen Bewußtseins drängte, das Ich-Gefühl, das ja im Grunde bei Fichte, Sehelling und Hegel nur zu tun hatte mit dem, was der Mensch erlebt zwischen Geburt und Tod, das nichts zu tun hatte mit dem, was überphysisch-menschlich ist. Ich habe gestern gesagt, der mitteleuropäische Mensch war abge­schlossen durch das Türkentum, durch das Element Peters des Großen von dem, was orientalisch war, aber es lebte als Erbschaft dasjenige fort, was ihm noch so vorschwebte als eine Offenbarung, die eigent­lich nur im alten Orient verstanden wurde aus dem alten Hellsehen heraus, die noch ihre Nachklänge hat in dem asiatisch empfindenden Russentum, in dem noch nicht europäisierten Russentum. Offenbarung lebt im Grunde genommen, wenn auch ganz dekadent, heute noch im­mer in Asien drüben. Da ist noch Sinn für Offenbarung vorhanden. Das intellektualistische Element, das rein dialektische Element ist das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
westliche Element, das heute nur für das wirtschaftliche Leben aus­gebildet ist. Zwischen diesen beiden Elementen, dem ganz noch auf das Irdisch-Wirtschaftliche beschränkten westlichen Intellektualis­mus, der menschlichen Vernünftigkeit, die sich nur mit der äußeren Er­fahrung beschäftigen will, und der orientalischen Offenbarung, war immer das mitteleuropäische Element eingeklemmt. Und immer dro­hender und drohender zogen sich die Wolken zusammen, indem im Grunde genommen nur eine Art rhythmischer Ausgleich vorhanden war zwischen Offenbarung und Vernünftigkeit. Was bei den großen Scholastikern des Mittelalters versucht wird auseinanderzuhalten, ver­nünftiges Begreifen der äußeren Sinneswelt und übersinnliche Offen­barung, das schlug aber immer mehr ineinander, als die neuere Zeit heraufzog. Und wir sehen dieses Ineinanderschlagen insbesondere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wo die mitteleuropäisch-idea­listische Philosophie geboren wird, wir sehen dann, wie das Westler­tum übergreift in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie gewis­sermaßen ganz Europa bis nach Rußland hinein anglisiert wird, und wie das äußere Zeichen für einen tief inneren Vorgang, den die Menschheit gegenwärtig nur noch nicht begreifen will, wie das äußere Zeichen für diesen inneren Vorgang das Zermalmtsein, das auf dem Bodenliegen des Mitteleuropäischen in der Gegenwart ist. Alles, was da zwischen Westen und Osten eingeklemmt ist, liegt auf dem Boden, ist zermalmt, weiß überhaupt nicht, was es mit sich anfangen soll, lebt in Konvulsionen, redet von allerlei, wodurch man irgendwie weiter­kommen will, redet aber im Grunde genommen nur von lauter Nulli-täten. Bis in die Einzelheiten drückt sich das aus. Ein ungeheures Un­vermögen des Wirtschaftens mit den alten Verhältnissen zeigt sich. Was tut man? Man preßt entweder aus dem Alten heraus, was noch drinnen ist, durch eine furchtbare Steuerschraube, oder man füllt das­jenige, was fehlt, durch wertloses Notendrucken an, indem man in einer Woche Milliarden von Noten druckt. Und wenn es vielleicht auch nur ein Symbolum ist, einzelnen Leuten steht doch vor der Seele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses dekadente Festhalten an der Offenbarung im Osten, die Nulli­tät der Mitte und das nur noch im Wirtschaftlichen steckende Ver­nünftigsein des Westens. Und sie reden wie von einer Zukunftsperspektive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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- als ob das Mittlere gar nicht da wäre - von dem großen Kampfe, der zwischen Japan und Amerika in Aussicht steht. Das stellen sich die Leute natürlich bloß physisch vor. Das bedeutet auch etwas ungeheuer Tiefes. Und wenn dasjenige, was real ist als Deka­dentes im Osten, was noch nicht Geborenes im Westen ist, wenn das aufeinanderstößt mit Ignorierung der Mitte, dann sozusagen versinkt das Ich-Gefühl, das namentlich in der Mitte zum Ausdruck gekommen ist, in jenem Chaos, das durch das Zerquetschen vom Osten und vom Westen entsteht. Das Denken über das Ich ist ja verschwunden mit der mitteleuropäisch-idealistischen Philosophie. Es ist seit der Mitte des 19.Jahrhunderts nicht mehr da. Auch dasjenige, was man aus den Konvulsionen heraus als Staatsgebilde hat schaffen wollen, es liegt heute am Boden. Unmögliche Staatsgebilde erheben sich, wie die Tschechoslowakei, die ganz gewiß auf die Dauer nicht leben und nicht sterben kann. Diese unmöglichen Gebilde können sich nur erheben da­durch, daß Friede geschlossen wird von Leuten des Westens, die keine Ahnung davon haben, welches die Lebensbedingungen der Mitte sind. Man hört sich in Zürich irgend jemanden an, der von Paris kommt und der die Einheit des slowakischen mit dem tschechischen Elemente in einer geistreichen Form, wie man sagt, den Leuten vortradiert. Man ist erstaunt über das, was solch ein Professor verkündigt über die Prä­destination der Tschechoslowakei, weil man keine Ahnung hat, welches die Lebensbedingungen im Osten sind, weil man eben auch nicht weiß, daß, was da entsteht, nur das zerquetschende Element ist, der zusam-menstoßende Osten und Westen. Die Leute verhüllen sich noch die Augen, um nicht zu sehen, wie sich die äußeren Symptome ankündi­gen. Sie wollen nicht glauben, wie in diesem Mitteleuropa selbst sol­che Szenen sich abspielen - allerdings gegenwärtig noch stark nach Osten vorgeschoben -, daß die Reste derjenigen Menschen, die die Träger des Krieges waren, jetzt als Offiziere, die nicht mehr eine Rechtfertigung haben innerhalb der gegenwärtigen Verhältnisse, da oder dort erscheinen, unschuldige Frauen nackt vor sich tanzen lassen und ihnen dann das Bajonett in den Bauch stoßen und es im Bauche umdrehen, Szenen, wie sie durchaus befohlen werden von Menschen, die nebenher tapfer im Kriege gefochten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Vor allen diesen Dingen - die geblendete Menschheit des Westens, die Frieden schließt über Dinge, von denen sie nichts versteht, sie ver­hüllt die Augen davor. Sie sieht nicht, wie sich Bedeutsamstes an­kündigt in dem, was da eigentlich vor sich geht. Und die Leute leben zum großen Teile so fort, als ob eigentlich gar nichts in der Welt ge­schähe. So wird etwas, man möchte sagen, in die vollständigste Enge des Bewußtseins hineingetrieben. Dasjenige, was einmal hervorge­bracht hat solche idealistische Höhe, solche Ideen, wie man sie bei Goethe, Fichte, bei Schelling, bei Hegel findet, das ist in Wirklichkeit im öffentlichen Leben nicht mehr da. Und wenn es sich geltend machen will wie hier im Goetheanum, dann verleumdet man es, dann tritt überall verleumderisches Lumpentum auf, um es als etwas hinzustel­len, wovon es vorgibt, daß es etwas davon verstünde und es verurtei­len müsse. In die Nullität hinein entwickelt sich etwas, was vor einem Jahrhunderte noch leuchtendes Geistesleben war. Und darüber hai­len sich zusammen die Wolken aus dem Osten und aus dem Westen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was bedeutet das, was in den nächsten Jahrzehnten in der furchtbarsten Weise zum Ausdrucke kommen muß, was bedeutet es? Es ist von der einen Seite die Aufforderung, festzustehen auf dem Boden, der das neue Geistesleben gebären will, und auf der anderen Seite ist es das Wetterleuchten dessen, was seit längerer Zeit unter uns gesprochen wird, das Herannahen des Christus in der Form, in der er wird geschaut werden müssen vom 20. Jahrhunderte an. Denn ehe die­ses Jahrhunderts Mitte verflossen sein wird, wird der Christus geschaut werden müssen. Aber vorher muß alles das, was Rest des Alten ist, in die Nullität hineingetrieben sein, müssen sich die Wolken zusammen­ballen. Der Mensch muß finden seine volle Freiheit aus der Nullität heraus. Und das neue Anschauen muß sich gebären aus dieser Nullität heraus. Der Mensch muß seine ganze Kraft aus dem Nichts heraus finden. Nur ihn dazu vorbereiten möchte die Geisteswissenschaft. Das ist etwas, wovon man nicht sagen darf, daß sie es will, sondern daß sie es wollen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. Oktober 1920 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe gestern versucht, Ihnen einiges zu schildern von den europäi­schen Verhältnissen, wie sie sich in der nächsten Zeit herausbilden müssen, und Sie haben gesehen, wie mit der europäischen Entwickelung, überhaupt mit der Entwickelung der modernen Zivilisation verbunden sein muß ein gewisses Hinschwinden dessen, was die Menschen in der gegenwärtigen Zeit auf manchen Gebieten noch durchaus als etwas ihnen Bequemes, etwas ihnen Wertes ansehen. Aus der Art, wie ich gerade gestern darstellen mußte, ersehen Sie, daß es noch für manchen, der lieber die Entwickelung der nächsten Zeiten in bequemem Schlafe, im Seelenschlafe verleben möchte, ein gar nicht behagliches Erwachen geben wird. Ich will nicht sagen - ich habe das schon gestern ange­deutet -, daß die Prophezeiungen derjenigen bis aufs i-Pünktchen stimmen müssen, die nur in so äußerlichen Dingen wie in der Diskre­panz zwischen Japan und Amerika etwa das Wesentliche der nächsten Entwickelung sehen. Aber als bevorstehend muß betrachtet werden, was ich Ihnen, wenigstens mit einigen Strichen, charakterisiert habe als den großen Geisteskampf des Ostens mit dem Westen, des Westens mit dem Osten, in dem eingekeilt sein wird dasjenige, was wir jetzt schon durch Wochen kennengelernt haben als die eigentliche Kultur der europäischen Mitte. Gerade aus dem heraus, was sich als die mo­derne, auf Naturwissenschaft gebaute Weltanschauung in der letzten Zeit betätigt hat - so sonderbar das klingt, es muß gesagt werden -, ge­rade aus dem heraus wird das intensivste Bedürfnis entstehen müssen nach dem, was ich bezeichnete als das Christus-Erlebnis, das bevor­steht. Wir haben namentlich durch die Auseinandersetzungen von ge­stern erfahren können, wie wenig von diesem Christus-Erlebnis eigent­lich in der Gegenwart vorhanden ist. Gerade das, was man das Chri­stus-Erlebnis nennen könnte, ist ja seit dem Mysterium von Golgatha durch die Entwickelung der Menschheit, besonders in den letzten Jahr­hunderten, durchaus in die Dekadenz gekommen. Und wir konnten sehen, daß auf Grund des unmöglichen Festhaltens an dem alten Ver­bot&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Evangelienlesens, das ja von der katholischen Kirche noch theoretisch festgehalten wird gegenüber der Forderung der Mensch­heit, die Evangelien zu bekommen, die Evangelien lesen zu können, sich ein Christus-Erlebnis nicht entwickeln kann. Und wir haben schon darauf hingewiesen, wie die besondere Seelenverfassung, die da im An­zuge ist innerhalb der modernen Zivilisation, wiederum hinführen wird zu dem Christus-Erlebnis, geradeso wie zu solchem Erlebnis hinführen konnte dasjenige, was von den Resten der alten instinktiven Hellsichtigkeit der Menschheit zur Zeit des Mysteriums von Golgatha noch da war. Aber man muß sich klar sein darüber, daß, wie auch sonst wesentliche, einschlagende Ereignisse in der Menschheitsentwickelung auf eine andere Art kommen, als man in den Kreisen der Philister und Pedanten erwartet, dasjenige, was man das Christus-Erlebnis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nennen muß, in einer anderen Weise kommen wird. Und eine ganz klar zu umschreibende Beziehung zu der auf moderne Naturwissenschaft gebauten Weltanschauung wird dieses Erlebnis haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie nur das Folgende: Die Seelenverfassung der Men­schen ist - ich habe das oft beschrieben, noch in diesen Tagen - seit der Mitte des 15.Jahrhunderts eine ganz andere geworden, als sie frü­her war. Das berücksichtigt die äußere Geschichte nicht, weil diese äußere Geschichte immer wieder und wieder an der Oberfläche haftet. Aber insbesondere ist in der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in unsere Tage die Seelenverfassung der Gesamtmenschheit einer wesentlichen Änderung unterworfen gewesen. Auch das wird viel zu wenig berücksichtigt, weil die Menschen gewohnheitsmäßig an den­jenigen Dingen festhalten, welche ihnen einmal eingepfropft worden sind. Man kann höchstens eine Durchbrechung dieses gewohnheits­mäßigen Festhaltens an dem Eingepfropften bemerken, wenn man heute mit wacher Seele verfolgt, was mit der jüngeren Generation an Anschauung heraufkommt, und es vergleicht mit dem, was in ihrer Jugend die heute älteren Menschen als Anschauung gehabt haben. Die Diskrepanz zwischen dem heutigen Alter und der heutigen Ju­gend ist insbesondere durch die Dichter immer wieder und wiederum dargestellt worden, und wenn die Menschen sich nicht gar zu sehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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einkapseln würden in ihre gewohnten Vorstellungen, so daß sie eigent­lich nichts hereinlassen, was ihren Denkgewohnheiten widerspricht, so würde man schon bemerken, welch ein ungeheurer Riß eigentlich vor­handen ist zwischen dem heutigen Alter und der heutigen Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite ist heute ein ungeheuer reaktionär-konser­vatives Element in der Menschheitsentwickelung vorhanden, und auf das habe ich auch schon gestern hingedeutet. Es ist der Autoritäts­glaube gegenüber der landläufigen Wissenschaft. Und das hängt zu­sammen damit, daß diese landläufige Wissenschaft eigentlich sich mit Riesenschritten das allgemeine Bewußtsein erobert hat. Das unter­schätzt man eben durchaus heute. Man sollte nur einmal verfolgen, mit welcher Raschheit insbesondere in den letzten Jahrzehnten die gebräuchlichen Vorstellungen jener Wissenschaft, die sich im 19. Jahr­hundert ausgebildet hat, bis in die allerungebildetsten Menschenklassen hinunter alle Seelen ergriffen haben. Gewiß, es halten sich manche Menschen noch im Zustande einer gewissen Frömmigkeit, die nichts wissen will von dem, was durch die moderne naturwissenschaftliche Vorstellung in die Menschheit eindringt. Aber in dieser Frömmigkeit ist zumeist verankert eine ungeheure Unwahrhaftigkeit, ein Nicht-se­hen-Wollen auch desjenigen, was sich dort ausbreitet, und was man nicht anders bezeichnen kann als den durch die Naturwissenschaft hervorgerufenen Materialismus der neueren Menschheit. Die Ausbrei­tung dieses Materialismus wird in den nächsten Zeiten nicht etwa eine Zurückdämmung erfahren, wie einzelne wissenschaftliche Illusio­näre glauben, sondern im Gegenteil, die Ausbreitung dieses populär-wissenschaftlichen Materialismus wird mit rasender Eile zunehmen, und man wird sehen, daß aus dem Chaos der modernen Zivilisation heraus diese materialistische Stimmung immer mehr und mehr zuneh­men wird. Und aus dieser materialistischen Stimmung heraus können sich, wenn die Sache genügend vorbereitet wird, wenn Geisteswissen­schaft mit dem, was sie will, durchdringt, wenn also Anregung gege­ben werden kann zu einer sachgemäßen Entwickelung schon der Kin­der in der Schule, dann können sich aus diesem Chaos heraus einzelne Seelen entwickeln, welche eines besonders stark empfinden werden, das ich jetzt charakterisieren möchte, obwohl diese Charakteristik in&lt;br /&gt;
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der verschiedensten Weise schon bei anderen Gelegenheiten gegeben worden ist.&lt;br /&gt;
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Wenn derjenige, der ein wenig die moderne naturwissenschaftliche Weltanschauung kennt, sie mit wachen Seelenaugen verfolgt, so muß er das besonders charakteristisch in ihr finden, daß sie außerstande ist, den Menschen irgendwie zu begreifen. Eigentlich fällt aus dieser mo­dernen naturwissenschaftlichen Weltanschauung der Mensch als sol­cher ganz heraus. Wir haben Gelegenheit gehabt, als hier unser Hoch­schulkursus gehalten worden ist, auf den verschiedensten Gebieten der einzelnen Fachwissenschaften zu sehen, wie diese Fachwissenschaften nichts zu sagen haben über das eigentliche Wesen des Menschen. Man braucht nur einiges Charakteristische aus diesen Wissenschaften her­auszunehmen. Da haben wir zum Beispiel die gebräuchliche Darwini­stische oder Weismannsche oder wie immer gefärbte Entwickelungs­lehre; sie zeigt die Entwickelung der Lebewesen von den unvollkom­mensten bis zu den vollkommensten, und sie begründet die Ansicht, daß auch der Mensch aus dieser Entwickelungsströmung hervorgegangen ist. Aber eigentlich betrachtet sie vom Menschen nur so viel, als am Menschen Tierisches ist. Sie betrachtet den Menschen überall nur so weit, als sie sagen kann: Irgendein Glied, irgendeine Ausbildung am Men­schen geht aus diesem Glied, aus dieser Ausbildung der Tierströmung hervor. Inwiefern das Tierische am Menschen verändert auftritt, inwie­fern das Tierische beim Menschen etwas anderes ist als beim Tiere, das betrachtet eigentlich diese Wissenschaft nicht. Dagegen den Menschen selbst wirklich ins Auge zu fassen, das ist dieser Wissenschaft abhanden gekommen. Der Mensch fällt gewissermaßen aus dieser Wissenschaft ganz heraus. Diese Wissenschaft hat gewissenhafte Methoden entwikckelt. Sie hat eine gewisse Disziplin begründet, die notwendig ist, wenn man heute mitreden will in Fragen der Weltanschauung. Aber es war diese Wissenschaft nicht imstande, irgendwie das menschliche Begreifen zu dem zu erheben, was den Menschen selbst begreiflich macht. Der Mensch fällt heraus aus dem, was heute wissenschaftliches Begreifen ist, so daß er immer mehr und mehr sich selber als ein Rätsel gegenübertreten muß. Das empfinden heute noch die wenigsten; und diejenigen, die es empfinden, können es sich wohl theoretisch klarmachen, aber es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ist noch nicht ein einheitliches Gefühl davon vorhanden. Aus richtig geleiteten Volksschulen wird dieses Gefühl mit aller Lebendigkeit her­vorgehen. Es werden aus richtig geleiteten Volksschulen die Kinder so hervorkommen, daß sie im Fühlen schon haben: Ja, wir haben eine Wissenschaft, die aus der modernen Intellektualität geboren ist; aber gerade je weiter wir kommen in diesem Wissen, je mehr wir da lernen von der Natur, desto weniger können wir von uns selbst, desto weniger können wir vom Menschen begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Intellekt, der ja die hauptsächlichste sich entwickelnde See­lenkraft der letzten Jahrhunderte war, und der es auch heute noch ist, höhlt gewissermaßen den Menschen ganz aus in bezug auf seine Selbstempfindung, in bezug auf sein Selbstgefühl. Und auf der anderen Seite steht wieder die Forderung da, daß der Mensch sich ganz auf den Bo­den seiner eigenen Wesenheit stellen soll. Das tritt gerade, ich möchte sagen, als eine wesentliche soziale Forderung hervor. Neben dem, daß die Wissenschaft der neueren Zeit über den Menschen nichts auszu­sagen vermag, sehen wir auf der anderen Seite überall die Forderun­gen stehen, die nun nicht wissenschaftlich auftreten, sondern die aus der Tiefe der Menscheninstinkte heraufkommen, wir sehen die Forde­rung: Der Mensch müsse sich erheben können zu einem menschenwür­digen Dasein, der Mensch müsse erfühlen können, was sein Wesen ist. Wir sehen immer mehr und mehr praktische Forderungen auftreten, und wir sehen auf der anderen Seite immer mehr und mehr das Unver­mögen der Wissenschaft, dem Menschen über sein eigenes Wesen irgend etwas zu sagen. Solch eine Diskrepanz im menschlichen Erleben wäre in älteren Zeiten der menschlichen Weltanschauungs-Entwickelung ganz unmöglich gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stellen wir die alte orientalische Weltanschauung noch einmal vor uns, so werden wir aus dem, was wir darüber andeuten konnten, sa­gen müssen: Da wußte der Mensch, er kommt aus geistigen Höhen her­unter; er lebt, bevor er durch die Empfängnis beziehungsweise Geburt eingetreten ist in das physische Dasein, in einer geistigen Welt. Er bringt sich aus einer geistigen Welt mit, was eben noch in ihm ist, was als Anlage, was als Aspiration herauskommt in der Kindheit, was ihm dann durch die ganze Lebenszeit auf Erden hindurch bleibt. Jeder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orientale der älteren Zeiten hat gewußt, daß dasjenige, was aus seiner Seele sich herausarbeitet in der Kindheit, in der Jugend, eine Mitgift ist aus den geistigen Welten heraus, die er durchlebt hat, bevor er sein physisches Dasein angetreten hat. Theoretisch einzusehen, daß man ein solches geistiges Leben vor dem Erdenleben durchlebt hat, das hat nicht den großen Wert. Den großen Wert hat das lebendige Gefühl davon, den großen Wert hat es, wenn man fühlt: Was da in einem herange­wachsen ist seit der Kindheit in der seelischen Entwickelung, das kommt aus der geistigen Welt her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Gefühl aber ist heute eigentlich einem anderen gewichen. Es ist einem anderen gewichen beim einzelnen Menschen, und namentlich im sozialen Leben ist es heute einem anderen Gefühl gewichen. Und da liegt etwas Wichtiges vor, auf das man hinschauen muß. Immer mehr und mehr lastet auf dem Menschen halb unbewußt das Gefühl von sei­nen vererbten Eigenschaften. Wer unbefangen heute auf das, was die Menschen fühlen, hinschauen kann, der sieht: Eigentlich fühlt der Mensch, das, was er ist, ist er durch seine Eltern, Voreltern und so weiter. Er fühlt nicht wie der alte Mensch, daß dasjenige, was in ihm auffiammt von Kindheit auf, aus jenen Tiefen herauskommt, in denen sich verankert hat, was er aus seinen geistigen Erlebnissen vor dem Er­denleben mitbekommen hat, sondern er fühlt in sich die von den Eltern, Großeltern und so weiter vererbten Eigenschaften. Man fragt auch heute zuerst: Wo hat das Kind das, wo jenes her? - Und wenige Men­schen geben sich darauf die Antwort: Das hat das Kind von dem oder jenem Erlebnisse der geistigen Welt -, sondern man forscht danach, ob das von Großmutter, Großvater und dergleichen herstammt. Aber je mehr im einzelnen Menschen dies nicht als eine theoretische Ansicht, sondern als ein Gefühl auftritt, als ein Gefühl der Abhängigkeit von bloß irdisch vererbten Eigenschaften, desto drückender wird dieses Gefühl, desto furchtbarer nach und nach wird dieses Gefühl. Und die­ses Gefühl wird mit einer rasenden Eile an Stärke zunehmen. Es wird bis zur Unerträglichkeit sich steigern müssen in dem nächsten Jahr­zehnt, denn dieses Gefühl ist verbunden mit einem anderen, mit einem gewissen Gefühl der Wertlosigkeit des menschlichen Daseins. Das wird immer mehr und mehr auftreten, daß der Mensch die Wertlosigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seines Daseins fühlt, wenn er dieses Sein als nichts anderes fühlen kann denn als eine Zusammenfassung dessen, was seinem Blute, was seinen übrigen Organen eingepflanzt ist aus den physisch vererbten Eigen­schaften heraus. Heute ist das, was da auftritt, allerdings noch bis zu einem gewissen Grade eine bloße Theorie. Dichter haben es auch schon als Erlebnis dargestellt. Aber es wird als Gefühl, es wird als Empfin­dung auftreten, und dann wird es eine drückende Eigentümlichkeit sein des Fühlens der zivilisierten Menschheit. Es wird wie eine Last auf der Seele ruhen, dieses Sich-Erleben in den bloß vererbten Eigen­schaften. So tritt das, was die Naturwissenschaft dem Menschen nicht geben kann, das Menschenverständnis selber, so tritt es auf in seinem Mangel, indem der Mensch sich nicht als ein Kind der geistigen Welt fühlt, sondern lediglich als ein Kind der in dem irdischen, physischen Daseinslaufe vererbten Eigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber mit aller Vehemenz tritt das im sozialen Leben auf. Denken Sie nur, welche Forderungen da auftraten als der Ausfluß einer rie­sigen weltpolitischen Dummheit, die in den letzten Jahren durch die Welt gezogen ist! Langsam ist es heraufgekommen in den letzten Jahr­hunderten, seine Kulmination hat es erlangt, als es in unseren Tagen eben eine weltpolitische Dummheit geworden ist. Die große Krise im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts trat ein, als alle diejenigen Nichtswisser von den Menschheitsverhältnissen, die nun die Führung der verschiedenen Nationen und so weiter angeblich in der Hand hat­ten, die wenigstens an den Plätzen standen, auf denen man glaubte, die Führung der Menschheit in der Hand zu haben, als alle diese von einer Gliederung der Menschheit nach dem Willen der einzelnen Na­tionen sprachen. Im allerschlimmsten Sinne wurde nationaler Chau­vinismus gerade in der neuesten Zeit wachgerufen. Und nationaler Chauvinismus klingt heute durch die ganze zivilisierte Welt. Das ist nur das soziale Gegenbild für jene urreaktionäre Weltanschauung, welche alles auf die vererbten Eigenschaften zurückführen will. Wenn man nicht mehr danach strebt, sein Wesen als Mensch zu ergründen und die soziale Struktur so zu gestalten, daß dieses Wesen als Mensch zurechtkommt, sondern wenn man nur darnach strebt, die soziale Struktur so herbeizuführen, daß sie dem entspricht, was man als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Tscheche, als Slowake, als Magyar, als Franzose, als Engländer, als Pole und so weiter ist, dann vergißt man alle Geistigkeit. Dann schließt man alle Geistigkeit aus, dann will man die Welt bloß nach den bluts­vererbten Eigenschaften ordnen, weil man immer mehr und mehr dazu gekommen ist, in seinen Begriffen nicht den geringsten Inhalt zu ha­ben, weil dieses 20. Jahrhundert die Probe zu liefern hatte, daß auch ein Mensch da sein kann, der angestaunt wird von einer großen Menge als ein Weltenlenker, der aber überhaupt in seinen Worten gar keinen Begriff mehr hat, wie Woodrow Wilson, der nur Worte sagt, die gar keine Begriffe mehr enthalten. Deshalb mußte man sich anlehnen an irgend etwas, was ganz geistlos ist, die Blutsverwandtschaft, die bluts-verwandten Eigenschaften der Nationen, woraus dann nichts anderes geworden ist, als daß Friedensschlüsse zustande gekommen sind - nun ja, wie sie eben zustande gekommen sind -, in denen Leute über die Ge­staltung der modernen zivilisierten Welt Landkarten bestimmt haben, die überhaupt nicht das geringste von den Lebensverhältnissen dieser modernen Welt kennen. Nichts zeigt vielleicht deutlicher den Mate­rialismus der Neuzeit, dieses Verleugnen alles Geistigen, als das Auf­treten des Nationalprinzips.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist selbstverständlich eine Wahrheit, die heute vielen Menschen unangenehm ist. Und das macht es wiederum, daß so viel Lüge auf dem Grunde der Seele sich ablagern muß. Denn geht man nicht ehrlich darauf ein, daß man den Geist ableugnet, wenn man eine Weltordnung nur auf die Blutsverwandtschaft begründen will, so lügt man; man lügt, wenn man dann sagt, man neige irgendeiner geistigen Weltan­schauung zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun sehen Sie sich den Gang der heutigen Weltentwickelung an. Was aus den chaotischen Instinkten der Menschheit herausquillt, das verleugnet ja überall den Geist. Ich habe Ihnen gestern eine Probe geliefert. Ich will, um Ihre zarten Nerven zu schonen, die ich gestern einigermaßen bemerkte, nicht diese Probe noch vermehren, sie könnte leicht vermehrt werden. So sehen wir überall, wie die Anschauung des menschlichen Wesens dem Menschen abhanden gekommen ist. Und nun wollen wir einmal geisteswissenschaftlich von dem, was ich da als ein heraufziehendes Gefühl schildern mußte, das Gegenbild insAuge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie wissen ja, geisteswissenschaftlich zeigt sich, wie unser Erden-planet, auf dem der Mensch sein gegenwärtiges Schicksal zu erleben hat, die Wiederverkörperung von drei vorangehenden Weltenverkörpe­rungen ist, und wie wir hinschauen müssen auf drei folgende Weltenkörper, wie also unsere Erde, schematisch dargestellt, der Zwischenzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA200 129.png|600px|center|Zeichnung aus GA 200, S. 129]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wissen nun auch aus dem, was in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt worden ist, daß im wesentlichen das, was der Mensch heute als seinen physischen Leib an sich trägt, eine Erbschaft ist des ersten, zweiten, dritten und vierten Zustandes, daß dasjenige, was der Mensch als seinen Ätherleib an sich trägt, ein Ergebnis ist des zweiten, dritten und vierten Zustandes; was wir als seinen astrali-sehen Leib bezeichnen, ist das Ergebnis des dritten und vierten Zu­standes, und sein Ich kommt jetzt in unserer Erdenentwickelung zum Vorschein. Es wird ferner zum Vorschein kommen, wenn die Erde in ihre nächsten Zustände eingetreten ist, dasjenige, was heute im Men­schen nur keimhaft angedeutet ist, Geistselbst, Lebensgeist und der eigentliche Geistesmensch. Das muß sich im Menschen ebenso heraus-arbeiten, wie sich in ihm herausgearbeitet hat physischer Leib, Äther-leib, astralischer Leib, und wie das Ich gegenwärtig in seinem Herausarbeiten ist. Aber Sie wissen, wenn Sie überdenken, was als diese kosmisch-irdische Evolution an Sie herangebracht werden kann: Wäh­rend der Erdenentwickelung können ja doch nur die Keime von Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch entwickelt werden, denn es muß abgewartet werden die Umwandlung der Erde in ihre drei nächstfol­genden Zustände, wenn das zum Vorschein kommen soll. Und aus der Schilderung, die ich gegeben habe in meiner «Geheimwissenschaft», werden Sie ersehen, daß im wesentlichen das Geistselbst die Umwandlung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des astralisehen Leibes zu einer höheren Stufe bedeutet, daß der Lebensgeist die Umwandlung des Ätherleibes zu einer höheren Stufe und der Geistesmenseh die Umwandlung des physischen Leibes zu einer höheren Stufe bedeutet. Aber diese Umwandlung des physischen Lei­bes zu einer höheren Stufe wird ja erst im siebenten Zustande - und so entsprechend auch die Umwandlung der anderen Glieder - statt­finden. Aber daß das stattfinden muß, das kann der Mensch heute schon einsehen; er kann heute den Gedanken aufnehmen, daß das stattfinden muß. Ja, noch mehr kann der Mensch heute begreifen, wenn er unbefangen über die naturwissenschaftliche Besehränktheit heraus den Seelenbliek auf sein eigenes Wesen lenkt. Er muß sich sagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, ich kann nicht in meinem astralischen Leib während des Erdendaseins das Geistselbst erringen, ich kann nicht während des Erdendaseins in meinem Ätherleib den Lebensgeist, in meinem physischen Leib den Geistesmensehen erringen, aber seelisch muß ich das vorbil-den. Und indem ich jetzt die Bewußtseinsseele ausbilde, bereite ich mich vor, in dem nächsten, in dem sechsten Zeitalter das Geistselbst in diese Bewußtseinsseele hereinzunehmen. Zwar kann ich noch nicht das Geistselbst in meinen ganzen astralischen Leib hineinbringen, aber ich muß es in meine Bewußtseinsseele hereinbringen. Ich muß innerlich als Mensch lernen so zu leben, wie ich einstmals leben werde, wenn die Erde in ihren nächsten Entwiekelungszustand durch eine gewisse, selbstverständlich kosmische Entwickelung übergegangen sein wird. Und ich muß noch während des Erdendaseins diese Zukunftszustände wenigstens in mein Inneres hereinnehmen. Ich muß mein Inneres keim-haft vorbereiten, so daß auch mein Äußeres in der Zukunft in einer solchen Weise sieh gestalten kann, wie ich es heute verstehen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun machen Sie sieh einmal empfindungsgemäß klar, was da eigent­lich vorliegt. Der Mensch wächst ja schon jetzt in das Geistselbst hin­ein, wie ich das öfter dargestellt habe, der Mensch wächst in Bewußt­seinszustände hinein, von denen er sieh sagen muß, sie sind eigentlich so, daß sie während der Erdenzeit nicht vollständig herauskommen können. Diese Bewußtseinszustände wollen ihn eigentlich auch in be­zug auf seine äußeren Hüllen, in bezug auf Astralleib, Ätherleib und physischen Leib umgestalten; aber das kann er als Erdenmensch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der Mensch muß sich sagen, für den Rest der Erdenentwiekelung muß ich durch diese so durchgehen, daß ich eigentlich überall empfinde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bereite mich vor durch mein Inneres zu Zuständen, die ich jetzt noch nicht entwickeln kann. - Das muß die normale Entwickelung der Zukunft sein, daß der Mensch sieh sagt: Ich sehe das Menschen-wesen als etwas an, was eigentlich durch sein inneres Wesen hinaus-wächst über das, was ich als Erdenmenseh werden kann. Ich muß mich als Erdenmenseh gewissermaßen als Zwerg fühlen gegenüber dem, was der eigentliche Mensch ist. Und aus dem Unbefriedigten, das richtig erzogene Kinder schon in der allernächsten Zeit haben werden, wird eben gerade dieses Gefühl herauswachsen. Die Kinder werden empfinden: Mit aller intellektualistisehen Bildung kommt man nicht dazu, das Rätsel des Menschen zu lösen. Der Mensch fällt heraus aus dem, was man intellektualistiseh wissen kann, aus dem sozialen Ge­stalten. All das, was sieh unter den Wilsonsehen Dummheitsformeln und unter dem, was sonst als Chauvinismus durch die Welt geht, ent­wickeln wird, das werden ja lauter Unmöglichkeiten sein. Die mo­derne Zivilisation geht durch all diese Dinge lauter Unmöglichkeiten entgegen. Richten Sie noch mehr nationale Reiche auf innerhalb der modernen Zivilisation, so liefern Sie noch mehr Zerstörungskeime -und aus alledem, was sieh da ablagert auf den Seelen, wird hervorge­hen eben gerade dasjenige Gefühl, was ich jetzt Ihnen von einer an­deren Seite her geschildert habe. Der Mensch wird sich sagen: Ja, aber des Menschen Wesen, das mir innerlich aufleuchtet, ist ein viel höheres als dasjenige, was ich da äußerlich verwirklichen kann. Ich muß etwas ganz anderes in die Welt hineintragen. Ich muß in die soziale Struktur etwas ganz anderes hineintragen, etwas, was aus geistigen Höhen her erkannt wird. Ich kann mich nicht dem überlassen, was ich aus der Naturwissenschaft für die soziale Wissenschaft und dergleichen ler­nen kann. - Aber den inneren Zwiespalt muß der Mensch empfinden zwischen diesem zwerghaften Dasein auf der Erde und dem, was ihm aufleuchtet als einem kosmischen Wesen, als das er sieh empfinden wird. Aus all dem, was die moderne Bildung, diese heute so vielge­priesene, angebetete Bildung dem Menschen geben kann, wird herauswachsen, daß er sieh auf der einen Seite als Erdenmenseh fühlt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und auf der anderen Seite, daß er sieh sagt: Aber der Mensch ist mehr als ein Erdenwesen. Die Erde kann gar nicht den Menschen ausfüllen, sie muß, wenn sie ihn ausfüllen will, sieh erst in andere Zustände ver­wandeln. - Der Mensch ist ja auch kein Erdenwesen in Wirklichkeit, der Mensch ist in Wirklichkeit ein kosmisehes Wesen, ein Wesen, das dem ganzen Weltenall angehört. Auf der einen Seite wird der Mensch erdgebunden sein, auf der anderen Seite wird er sieh als ein kosmi­sches Wesen fühlen. Und dieses Gefühl wird sieh in ihm ablagern. Wenn das einmal nicht mehr Theorie ist, sondern gefühlt wird von einzelnen Menschen, die durch ihr entsprechendes Karma herauswach­sen aus dem, was heute triviales Gefühl ist, wenn die Menschheit sieh angeekelt fühlt und dadurch zu einer Umkehr kommt über das Füh­len der bloß vererbten Eigenschaften, über das Fühlen des Chauvinis­mus, nur dann wird eine Art Reversion eintreten. Der Mensch wird sich als kosmisehes Wesen fühlen. Er wird verlangen wie mit ausge­streckten Armen nach einer Enträtselung seines kosmischen Wesens. Das ist, was in den nächsten Jahrzehnten kommt, daß der Mensch wie - ich meine das jetzt natürlich symbolisch - mit ausgestreckten Armen fragt: Wer enträtselt mir mein Wesen als ein kosmisches We­sen? Alles, was ich auf der Erde ergründen kann, was mir die Erde geben kann, alles, was ich aus der modernen Wissenschaft, die heute so geschätzt wird, entnehmen kann, enträtselt mich nur als Erdenwe-sen, läßt mir gerade das eigentliche Wesen des Menschen als ein un­gelöstes Rätsel erscheinen. Ich weiß, ich bin ein kosmisehes, ich bin ein überirdisches Wesen; wer enträtselt mir mein überirdisches Wesen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine Grundempfindungsfrage wird das aus den Seelen heraus leben. Wichtiger als alle anderen Dinge, die in den nächsten Jahrzehn­ten auftreten können, noch bevor das Jahrhundert seiner Hälfte sieh nähert, wichtiger als alle anderen Empfindungen, die auftreten kön­nen, wird gerade diese Empfindung sein. Und aus der Erwartung, aus dem Verlangen, daß doch etwas da sein muß, was dieses menschliche Rätsel löst, dieses Rätsel, daß der Mensch doch ein kosmisches Wesen ist, aus diesem Gestimmtsein gegenüber dem Kosmos: Es muß das aus dem Kosmos einmal heraus sich enthüllen, was nicht von der Erde kommen kann. - Aus dem heraus wird die Stimmung entstehen, der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Kosmos entgegenkommt. So wie zur Zeit des Mysteriums von Gol­gatha der physische Christus erschienen ist, so wird der geistige Chri­stus der Menschheit erscheinen, der allein Antwort geben kann, weil er nicht irgendwo ist, weil er charakterisiert werden muß als ein We­sen, das sich aus Außerirdischem mit der irdischen Menschheit ver­bunden hat. - Man wird begreifen müssen: Beantwortet werden kann die Frage nach dem kosmischen Menschen nur dann, wenn dem Men­schen zu Hilfe kommt dasjenige, was aus dem Kosmos heraus sich mit dem Erdendasein verbindet. So wird die Lösung sein der bedeutsam­sten Disharmonie, die jemals im Erdendasein hervorgetreten ist: der Disharmonie des menschlichen Erfühlens als eines irdischen Wesens und seiner Erkenntnis, daß er ein überirdisches, ein kosmisches Wesen ist. Die Erfüllung dieses Dranges wird ihn dazu vorbereiten, zu er­kennen, wie aus grauen Geistestiefen heraus sieh ihm offenbaren wird dieses Christus-Wesen, das nun geistig zu ihm sprechen wird, wie es im Physischen während der Zeit des Mysteriums von Golgatha zu ihm gesprochen hat. Es wird der Christus nicht kommen im geistigen Sinn, wenn die Menschen nicht dazu vorbereitet sind. Aber vorbereitet da­zu können sie nur sein durch die Art, wie ich es eben auseinanderge­setzt habe, indem sie die geschilderte Diskrepanz empfinden, indem der Zwiespalt furchtbar auf ihnen lastet: Ich bin ja zunächst ein Erden­wesen. Die intellektuelle Entwickelung der letzten Jahrhunderte hat alles das gebracht, was mich erscheinen läßt als ein Erdenwesen. Aber ich bin kein Erdenwesen. Ich muß mich verbunden fühlen mit einem Wesen, das nicht von dieser Erde ist, das wirklich in Wahrheit, und nicht mit der theologischen Verlogenheit sagen kann: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Denn der Mensch wird sich sagen müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Reich ist nicht von dieser Welt. - Daher wird er verbunden sein müssen mit einem Wesen, dessen Reich nicht von dieser Welt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade aus den Wissenschaften heraus, die sich, wie ich geschil­dert habe, mit rasender Eile zum populären Bewußtsein verbreiten werden, muß sich das entwickeln, was die Menschheit der Neuerschei­nung des Christus von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entgegen­führt. Das konnte natürlich nicht eintreten in derjenigen Seelenver­fassung, in der die zivilisierte Welt vor dem Jahre 1914 war, wo alles&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Reden von Idealen, alles Reden von Spiritualität im Grunde genommen eine Verlogenheit war. Die Not muß dem Menschen wahrmachen das Streben nach der Geistigkeit. Und der Christus wird erscheinen nie­mand anderen als denjenigen, die verlassen all das, was Verlogenheit über das irdische Leben ausbreitet. Und keine soziale Frage wird gelöst werden, die nicht verbunden gedacht wird mit diesem geisteswissen­sehaftliehen Streben, das den Menschen in Wahrheit wieder als ein überirdisches Wesen erscheinen läßt. Unsere sozialen Lösungen werden in demselben Maße sich ergeben, als die Menschen den Christus-Im­puls in ihrer Seele werden empfinden können. Alle anderen sozialen Lösungen werden nur in Zerstörung, in Chaos hineinführen. Denn alle anderen Lösungen gehen darauf aus, den Menschen als ein irdisches Wesen zu beschreiben. Aber der Mensch wächst heraus - gerade in unserem Zeitalter wächst er heraus - aus jener Seelenverfassung, die ihn in seinem Bewußtsein für sieh selber ein bloß irdiseh-physisehes Wesen sein läßt. Aus der Gestimmtheit der Mensehenseele und aus der Not heraus wird sich das neue Christus-Erlebnis bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um so mehr aber muß hingesehen werden auf alles, was das Her­ankommen dieses neuen Christus-Erlebnisses verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben ja, indem wir unmittelbar auf Angriffe auf unsere ei­gene Sache hinweisen mußten, auch hier gesehen, wie eigentlich die Menschen sieh so stellen zu der heraufkommenden Geisteswissenschaft, daß sie sie aus innerer Unwahrheit heraus bekämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diesem Gebiete erlebt man wirklich heute etwas, was ganz un­befangen ins Auge gefaßt werden muß. Man möchte sagen, fast jeden Tag wird da jetzt einmal die Geisteswissenschaft totgeschlagen. Der letzte dieser Totsehläge ist ja derjenige, den ein Professor der Theolo­gie, Karl Goetz, verübt hat in Übereinstimmung mit einem anderen Doktor der Theologie, einem gewissen Heinzelmann. Ich will ganz absehen davon, daß jener Doktor der Theologie, Karl Goetz, einen An­griff auf die Geisteswissenschaft oder, wie er sagt, wie es zum Beispiel nach dem Zeitungsberieht heißt, auf die sogenannte Geisteswissenschaft verübt hat - an diese Dinge gewöhnt man sieh ja heute, namentlich hier in Dornach, allmählich mehr und mehr. Aber man kann das ganze, was da von einem Dr. theol. Goetz verübt worden ist, auch noch von einem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
anderen Standpunkte aus betrachten. Man kann es von dem Stand­punkte aus betrachten, wie unwissend diese offizielle Gelehrsamkeit ist, die die Heranbildung der heutigen Jugend in der Hand hat. Man kann abstrahieren davon, daß ein Angriff auf die Geisteswissenschaft vorliegt, aber man kann auf das Folgende seine Blicke richten, und ich will einige charakteristische Dinge herausheben - allerdings nur nach dem Zeitungsbericht -, die gerade in diesem Angriff vorkommen sol­len. Da wird also hingewiesen auf die Erkenntnismethode der Geistes­wissenschaft von einem Manne, dessen Beruf es ist, über die Christo­logie zu sprechen, der sein Brot dafür ißt, daß er die Jugend aufzieht in Christologie. Von diesem Manne wird über die Erkenntnismethode der anthroposophischen Wissenschaft so gesprochen, daß er sagt, was da angestrebt werde als Imagination, als Intuition, das beruhe darauf, daß durch die Übungen künstlich gehemmte und verdrängte Vorstel­lungstätigkeit hervorgerufen wird, und daß die dabei ersparte Nerven-energie dann jene Vorstellungsbilder erzeuge, welche der Anthroposoph Imagination und Intuition nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, sehen Sie sieh den Mann einmal an: künstlich gehemmte und verdrängte Vorstellungstätigkeit, und dabei ersparte Nervenenergie! Ganz abgesehen davon, daß der Mann selbstverständlich von ersparter Nervenenergie nur als von einer ganz vagen Hypothese reden kann, denn kein Mensch kann sieh heute aus der Wissenschaft heraus irgend etwas vorstellen unter ersparter Nervenenergie, aber er redet von künstlich gehemmter und von verdrängter Vorstellungstätigkeit. Hat dieser Mann in seiner wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit - ich muß in diesem Falle das Wort richtig wählen: «wissenschaftliche Gewissen­haftigkeit», ich sage es jetzt in Gänsefüßchen - sieh jemals wirklich beschäftigt mit dem, was zum Beispiel hier als die Erkenntnismethode angewendet wird, um zu Imaginationen zu kommen? Kann man da reden von künstlich gehemmter oder verdrängter Vorstellungstätig­keit? Nun, der Mann könnte sich das beantworten, wenn er die anthro­posophisehe Literatur vornähme. Diejenigen Vorstellungen, die er als seine normalen betrachtet, die werden wahrhaftig nicht zurückge­drängt. Hätte der Mann nur ein wenig sich erkundigt, ob hier ver­trackte Vorstellungen walteten, als unser Hochsehulkursus abgehalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wurde, dann könnte er nicht davon reden, daß hier Vorstellungstätig­keit unterdrückt wird. Es kommt immer reichlich noch dasjenige her­aus an niehtunterdrücktem Vorstellungsleben, das, mindestens in bezug auf manche Fachwissenschaften, auch begreifen kann, was der Mann be­greifen kann. Also von unterdrückter Vorstellungstätigkeit kann gar nicht gesprochen werden. Und würde er sich jemals in seiner sogenann­ten «wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit» bekanntgemacht haben mit dem, was hier geschildert wird als der Weg in die geistigen Welten, so würde er sehen: Künstlich gehemmt wird da nämlich gar nicht, son­dern da wird freigemacht. Nichts anderes liegt vor, als daß der Mann kein Sterbenswörtehen von dem verstanden hat, was in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» steht. Und nichts weiß er von Erkenntnismethoden der Geisteswissenschaft als dasjenige, was er nach seiner Seelenverfassung aus den Meditationserfolgen eini­ger alter Tanten ablesen kann. Von dem übrigen versteht er nichts. Das wirkt heute als «wissenschaftliche Gewissenhaftigkeit» in dem, was offizielle Wissenschaft ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was er dann weiter redet, daß durch die Zurüekstauung dieser ge­hemmten Vorstellungen - es soll sich ein Mensch dabei nur etwas vor­stellen, wenn da wie Wasser zurückgestaut sind die Vorstellungen -, daß durch dieses Zurückstauen nun die Imaginationen lebendig wer­den, so daß sie wie sinnliche Wahrnehmungen sieh ausnehmen, ja, ich möchte die Seiten zusammenzählen, wo immer und immer wiederum in meinen Büchern gesagt wird, daß Imaginationen nichts ähnliches haben mit sinnlichen Vorstellungen, mit sinnlichen Wahrnehmungen. Das wird in aller Breite überall auseinandergesetzt. Was herrscht also in dieser «wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit»? Die Lüge, die viel­leicht aus der Ohnmacht hervorgeht, aus dem Unvermögen. Aber diese Lüge, sie breitet sieh insbesondere im Theologischen, im Philosophi­schen, im Geschichtswissenschaftlichen, im Juristischen und in ähnli­chen Unterrichtszweigen mit rasender Eile aus. Auf diese Tatsache sollte die moderne Menschheit hinschauen. Denn in diesen Tatsachen liegen die Gründe für das Hineinsteuern in das Chaos, nicht in jenen Redereien, die die Woodrow Wilsoneanerei aus ihren gehaltleeren Wor­ten und dergleichen fabriziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dann kommt noch eine schöne Stelle, wie gesagt, ich kann alles nur aus dem Zeitungsbericht besprechen: Weil sie unwillkürlich aufsteigen, diese durch das zurückgestaute Vorstellungselement lebendig gewor­denen Imaginationen, deshalb werden sie als leibfreie Erlebnisse ge­schildert -, so sagt er. Wiederum hat er in seiner «wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit» niemals sein Auge darauf hingerichtet, wie gezeigt wird, daß gar nichts unwillkürlich aufsteigt, wie das willkürliche Vor­stellen gerade im geisteswissenschaftlichen Erkennen eine Steigerung erfährt. Vielleicht aus spiritistischen oder aus medialen Kindskopf­stuben heraus hat sich der Mann seine Kenntnisse gebildet. Dann Soll er den kindsköpfigen Spiritismus, die kindsköpfige Mediumschaft tref­fen, aber er soll die Hand weglassen von demjenigen, wovon er nichts versteht und nichts verstehen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter erzählt er: Durch die Bewußtseinsspaltung wird das hervorgerufen, was dann die Imagination personifiziert. - Das ist eine gewissenlose, lügenhafte Verdrehung alles dessen, was dargestellt wird in meinen Büchern als die Erkenntnismethode der Geisteswissenschaft! Dadurch macht sich der Mann dann den Boden zurecht, um in seiner Art zuletzt sagen zu können, daß zwar diese Geisteswissenschaft das Christentum nicht bekämpft, aber daß sie doch kulturell wertlos ist. Und jetzt kommt etwas ganz besonders «Schönes»: Diese Geisteswis­senschaft ist kulturell wertlos, denn die Telepathie wird niemals den Telegraphen ersetzen, das Gedankenlesen wird nicht das Telephon ersetzen und die magnetische Heilkraft niemals die Medizin!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also, während hier im Goetheanum während dieses Hochschul­kursus über Medizin gesprochen worden ist, wahrhaftig mit Ausschluß alles Dilettantismus in magnetischen Heilkräften, und während in Wirklichkeit hingedeutet worden ist auf das ganz ernsthaftig Medizi­nische, redet ein theologischer Doktor unmittelbar in der Nachbar­schaft, nachdem dieser Kursus abgelaufen ist, davon, daß die ganzen Bestrebungen der Geisteswissenschaft darinnen bestünden, die Medizin ersetzen zu wollen durch magnetische Heilkräfte. Und mit solchem Gerede erlebt ein heutiger Dr. theol. Erfolge bei dem heutigen Publi­kum! Und er erlebt Erfolge, wenn ihm dann das Heinzelmännehen bei-springt, ein modernes Heinzelmännehen, und zuletzt hinzufügt, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man mit der Geisteswissenschaft doch nicht den Christus finden kann, sondern nur durch die Evangelien. Nun sollte man dieses Heinzel­männchen einmal fragen: Mit welchem der Evangelien? - Man sollte dieses Heinzelmännehen fragen: Was habt ihr denn mit eurer Theolo­gie aus den Evangelien gemacht? - Das habt ihr gemacht, daß schließ­lich die ganze Christologie aus der modernen Entwickelung verschwun­den ist. Und jetzt, nachdem der Brei da ist, hört man von dieser Seite reden: Was von der Geisteswissenschaft kommt, das braucht man nicht für das Christliche, denn da muß die Einfachheit der Evangelien wir­ken. - Ist das nicht die allergründlichste Verlogenheit? Eine Verlogen­heit ist es, zu wissen, was die moderne Evangelienkritik geliefert hat, und sieh dann hinzustellen und zu sagen: Es muß Rettung für Zeit und Ewigkeit kommen aus den Evangelien ohne die Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was von dieser Seite kommt, was ist es denn? Es ist Verleugnung des Christus. Und die stärksten Verleugner des Christus sind heute die Theologen. Diejenigen, die nur ja keine wahre Idee von dem Christus heraufkommen lassen wollen, das sind heute die Theologen. Und ehe das nicht eingesehen ist, daß dieses neue Erlebnis des Christus im 20. Jahrhundert so heraufkommen muß, daß zunächst die Theologie aller Konfessionen den Christus verleugnet hat, eher wird er nicht kommen. Er wird den Menschen wieder erscheinen, wenn ihn diejenigen, die «von den Seinen» sind, die modernen Schriftgelehrten und Pharisäer, völlig verleugnet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht leicht, diese Dinge in aller Stärke zu durchschauen, denn man sieht dann immer auch, wie wenig die Menschen der Gegenwart geneigt sind, mit solchem Durchschauen zu rechnen. Die Gegner ste­hen auf ihren Posten. Die Gegner entwickeln alle Intensität des Kamp­fes. Unser Kampf, dasjenige, was wir vermögen, ist schwach, recht schwach, und unsere Auffassung der Anthroposophie ist in vieler Be­ziehung schläfrig, recht schläfrig. Das ist der große Schmerz, der sich heute ablagert auf den, der die Dinge voll durchschaut. Man fühlt es so oft, wie man mit dem, von dem man meint, daß es aus den Forde­rungen der Zeit heraus gesprochen ist, daß es gerade gesprochen ist zur sozialen Heilung der Zeit, wie man mit dem eigentlich kaum etwas anderes sagt als etwas, was die Menschen als ein gesprochenes Feuilleton&lt;br /&gt;
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{{SE|139}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hinnehmen. Man möchte die Menschen aufrufen, daß sie hineinneh­men in alle Gestaltung des Lebens dasjenige, was aus der Geisteswissen­schaft kommen kann, und man sieht, wie die Menschen das Leben lau­fen lassen, hinschauen auf diejenigen, die aus Verlogenheit heraus die­ses Leben dirigieren, und aus einer gewissen inneren Wollust heraus zuhören dem, was sie als ein gesprochenes Feuilleton der Geisteswis­senschaft aufnehmen. Das ist es, was noch erstehen muß: der tiefe, der heilige Ernst im Aufnehmen des Geisteswissensehaftliehen, das Abge­wöhnen dessen, was die Menschen dazu bringt, wie irgendein anderes literarisches Produkt, so auch die Geisteswissenschaft aufzunehmen als etwas, an dem man sieh in einer etwas besseren Weise amüsiert, weil es einem die Sehnsucht nach dem Weiterleben nach dem Tode garantiert. Es ist heute noch ein furchtbarer Abstand zwischen dem, was notwendig ist im Aufnehmen der Geisteswissenschaft, und dem, was wirklich da ist. Sehen Sie, man kann ganz absehen von dem, was ein solcher Angriff auf die Anthroposophie ist bei einem Goetz oder bei einem Heinzelmann, man braucht nur hinzuschauen auf ihre Fä­higkeiten und man muß sich sagen: Wie war denn die Auslese det Menschheit, daß sie diese Leute auf solch führende Posten gebracht hat? - Ehe man sich aber nicht diese Frage in der intensivsten Weise stellen will, ehe man nicht hinschauen will, wo es eigentlich fehlt, eher kommt man nicht weiter. Alles Deklamieren von sozialen oder ähn­lichen Idealen nützt nichts, wenn man nicht hinschauen will auf die­ses ganz prinzipiell in unserer Gegenwart Lebende. Denn die Schäden unserer Zeit gehen von unserem verkehrten Geistesleben aus, das all­mählich ganz tief in die Unwahrheit hineingekommen ist, und das sich nicht einmal bewußt ist, wie tief es in der Unwahrheit drinnen lebt. Wie sehr kontrastiert von dem, was notwendig ist, die Art, wie das­jenige, was hier gesprochen wird, aufgenommen wird! Es ist nicht als ein gesprochenes Feuilleton gemeint, es ist gemeint als eine Lebens­kraft, und man wird allmählich sich dazu bequemen müssen, es als eine Lebenskraft zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was ich Ihnen heute sagen wollte im positiven und im negativen Sinne über - um jetzt das triviale Wort zu gebrauchen - den Geist unseres Zeitalters. Dieser Geist unseres Zeitalters sollte der Geist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|140}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Erwartung sein, er sollte der Geist sein, der aus der Erwartung her­aus sieh ein Verständnis für das große, aus der Not geborene Erlebnis von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Aber ohne daß man in Wahrheit auf alles, was ein Hemmschuh ist, hinschaut, wird man heute nicht diesem Erlebnis entgegengehen können. Will man heute, wie man es so gerne aus Bequemlichkeit, aus innerer Wollust tut, das Knie beugen vor dem Traditionellen, und will man sich nicht bewußt werden, daß man mit dieser Kniebeuge eine tiefe Unwahrheit an den Tag legt, dann wird man sich nicht reif machen für das Chri­stus-Erlebnis des 20. Jahrhunderts. Aber von diesem Reifmachen hängt alles ab. Alles hängt davon ab, daß wir die theologische Rederei über den Christus überwinden, um zum Verständnis des Christus wirklich vorzudringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 in den Vorträgen... über Geschichte: Gemeint sind die Vorträge von Dr. Karl Heyer, die er während des ersten anthroposophischen Hochschulkurses am Goetheanum zu dem Thema «Anthroposophische Betrachtungen über die Geschichtswissenschaft und aus der Geschichte» am 14., 15. und 16. Oktober 1920 gehalten hat; abgedruckt in «Kultur und Erziehung», (3. Bd. der Anthr. Hochschulkurse), Stuttgart 1921.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem deutlichen Kund geben ist... Wilhelm von Humboldt aul getreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe Wilhelm von Humboldt (1767-1s35&amp;gt; «Über die Aufgabe des Geschichts­schreibers» im IV. Bd. von H.s Werken, hg. von Leitzmann, Berlin 1905, S.35-56. Daraus einige einscMägige Stellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Das Geschäft des Geschichtsschreibers in seiner letzten, aber einfachsten Auf-lösung ist Darstellung des Strebens einer Idee, Dasein in der Wirklichkeit zu gewinnen. Denn nicht immer gelingt ihr dies beim ersten Versuch, nicht selten auch artet sie aus, indem sie den entgegenwirkenden Stoff nicht rein zu be­messtern vermag.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Die Wahrheit alles Geschehenen beruht auf dem Hinzukommen jenes oben­erwähnten unsichtbaren Teils jeder Tatsache, und diesen muß daher der Ge­schichtsschreiber hinzufügen. Von dieser Seite betrachtet, ist er selbsttätig und sogar schöpferisch, zwar nicht indem er hervorbringt, was nicht vorhanden ist, aber indem er aus eigner Kraft bildet, was er, wie es wirklich ist, nicht mit bloßer Empfänglichkeit wahrnehmen konnte. Auf verschiedene Weise, aber ebensowohl als der Dichter muß er das zerstreut Gesammelte in sich zu einem Ganzen verarbeiten.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Es mag bedenklich scheinen, die Gebiete des Geschichtsschreibers und Dich­ters sich auch nur in einem Punkte berühren zu lassen. Allein die Wirksamkeit beider ist unleugbar eine verwandte. Denn wenn der erstere, nach dem vorigen, die Wahrheit des Geschehenen durch die Darstellung nicht anders erreicht, als indem er das Unvollständige und Zerstückelte der unmittelbaren Beobachtung ergänzt und verknüpft, so kann er dies, wie der Dichter, nur durch die Phan­tasie. Da er aber diese der Erfahrung und der Ergründung der Wirklichkeit unterordnet, so liegt darin der, jede Gefahr aufhebende, Unterschied. Sie wirkt in dieser Unterordnung nicht als reine Phantasie, und heißt darum richtiger Ahndungsvermögen und Verknüpfungsgabe.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Nach dem Notwendigen muß daher auch der Geschichtsschreiber streben, nicht den Stoff, wie der Dichter, unter die Herrschaft der Form der Notwen­digkeit geben, aber die Ideen, welche ihre Gesetze sind, unverrückt im Geiste behalten, weil er, nur von ihnen durchdrungen, ihre Spur bei der reinen Er-Forschung des Wirklichen in seiner Wirklichkeit finden kann.« -«Der Geschichtsschreiber umfaßt alle Fäden irdischen Wirkens und alle Ge­präge überirdischer Ideen; die Summe des Daseins ist, näher oder entfernter, der Gegenstand seiner Bearbeitung, und er muß daher auch alle Richtungen des Geistes verfolgen. Spekulation, Erfahrung und Dichtung sind aber nicht abgesonderte, einander entgegengesetzte und beschränkende Tätigkeiten des Geistes. sondern verschiedene Strahlseiten derselben.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Außerdem, daß die Geschichte, wie jede wissenschaftliche Beschäftigung, vie­len untergeordneten Zwecken dient, ist ihre Bearbeitung, nicht weniger als Philosophie und Dichtung, eine freie, in sich vollendete Kunst.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wie die Philosophie nach dem ersten Grunde der Dinge, die Kunst nach dem Ideale der Schönheit, so strebt die Geschichte nach dem Bilde des Menschen-schicksals in treuer Wahrheit, lebendiger Fülle, und reiner Klarheit, von einem dergestalt auf den Gegenstand gerichteten Gemüt empfunden, daß sich die Ansichten, Gefühle und Ansprüche der Persönlichkeit darin verlieren und auf­lösen. Diese Stimmung hervorzubringen und zu nähren, ist der letzte Zweck des Geschichtsschreibers, den er aber nur dann erreicht, wenn er seine nächsten, die einfache Darstellung des Geschehenen, mit gewissenhafter Treue verfolgt.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Ideen . . . sind eben Abstraktionen, wie ich schon gestern hier erwähnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe die Abschiedsworte Rudolf Steiners nach Schluß des ersten anthropo­sophischen Hochschulkurses am 16. Oktober 1920 in «Die Kunst der Rezita­tion und Deklamation«, 1. Aufl. Dornach 1928, S. 118 f. (In der Neuaufl. vorgesehen in Bibl.-Nr. 253).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe schon öfter erwähnt: Siehe «Geschichtliche Symptomatologie», Ge­samtausgabe Dornach 1962, Bibl.-Nr. 185.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
11 Goethe sagt geradezu: Vgl. «Bedeutende Fördernis durch ein einziges geist­reiches Wort« in Goethes Naturwissenschaftl. Schriften, hg. von Rudolf Stei­ner, Bd. 2 (= Dtsch. Nat. Lit. Bd. 115), S. 34 f., wo es wörtlich heißt: « . . . ich raste nicht, bis ich einen prägnanten Punkt finde, von dem sich vieles ab­leiten läßt, oder vielmehr, der vieles freiwillig aus sich hervorbringt und mir entgegen trägt, da ich denn im Bemühen und Empfangen vorsichtig und treu zu Werke gehe. Findet sich in der Erfahrung irgend eine Erscheinung, die ich nicht abzuleiten weiß, so laß&#039; ich sie als Problem liegen, und ich habe diese Verfahrungsart in einem langen Leben sehr vorteilhaft gefunden: denn wenn ich auch die Herkunft und Verknüpfung irgend eines Phänomens lange nicht enträtseln konnte, sondern es beiseite lassen mußte, so fand sich nach Jahren auf einmal alles aufgeklärt in dem schönsten Zusammenhange».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Alkuin (eigentl. Alhwin oder Alchwin, d. i. Freund des Tempels), um 735-804, Rektor der Klosterschule in York; folgte 782 dem Rufe Kaiser Karls des Großen und übernahm die Leitung der Hofschule, förderte die Wissenschaften in den Klöstern und erhob die von ihm gestiftete Schule des Klosters St. Martin in Tours, dessen Abt er seit 796 war, zum Hauptsitz der Wissenschaften. -Die Auseinandersetzung mit dem Griechen wird in «Alcuin und sein Jahr­hundert« von Karl Werner, Wien 1881 im 11. Kapitel (S. 166f.) folgender­maßen geschildert: «So wollte Karl einmal von Alcuin erfahren, was über die Ansicht eines griechischen Gelehrten zu halten sei, der vermutlich Mit­glied einer byzantinischen Gesandtschaft an Karl&#039;s Hof, dem Kaiser gegen­über die Meinung ausgesprochen hatte, daß Christus die Sühne für unsere Schuld an den Tod gezahlt habe. Alcuin bezeichnet diese Ausdrucksweise und die damit verbundene Vorstellung als durchaus unzulässig, da Christus kein Schuldner des Todes war, noch auch sein konnte; der Preis für unsere Erlö­sung wurde von Christus an den göttlichen Vater gezahlt, dem er sterbend seine Seele empfahl. Der Tod ist überhaupt gar keine wesenhafte Realität, son­dern seinem Begriffe nach etwas rein Negatives, die bloße Abwesenheit oder Carenz des Lebens: ist er nichts Seiendes, so kann er auch nichts entgegennehmen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also an ihn keine Zahlung geleistet werden. Im Gegenteil ist in der Person Christi der Tod, den Gott nicht geschaffen hat, selber zur Sühnleistung für unsere Schuld geworden, und hat uns durch dieselbe das Leben erworben, das er selbst in seiner Heilandsmacht uns verleiht.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Autorfrage.. . Dion ysius vom Areopag: Rudolf Steiner machte verschiedent­lich darauf aufmerksam, daß der Inhalt der von 533 n. Chr. erwähnten Schriften des Dionysius Areopagita tatsächlich auf den in der Apostelgeschichte (17,34) erwähnten zurückgehen. Vgl. die Vorträge vom 17. und 25. März 1907 in «Die Mysterien des Geistes, des Sohnes und des Vaters», eine Osterbetrach­tung, Dornach 1962, S. 9 f. und 23 f. - Die Schriften des Dionysius wurden ins Deutsche übertragen von J. G. V. Engelhardt und erschienen Sulzbach 1823.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Seotus Erigena, um 810 bis ca. 877. Übersetzer der Schriften des Dio­nysius Areopagita ins Lateinische (s. o.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nikolaus Cusanus, (Nikolaus Chrypffs aus Kues), 1401-1464, Kardinal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft», 1781; «Prole­gomena zu einer jeden künftigen Metaphysik...», 1783.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 und Fichte sagt: Vgl. Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), «Erste und zweite Einleitung in die Wissenschaftslehre und Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre» in Fichtes Werken Bd. III, hg. von Fritz Medicus, Leipzig o. J., insbesondere die zweite Einleitung Abschn. 6, S. 60 ff. und S. 70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 in meinen Vorträgen über die «Grenzen der Naturerkenntnis»: Acht, während des ersten Hochschulkurses gehaltene Vorträge, vom 27. September bis 3. Okto­ber 1920; Gesamtausgabe Dornach 1969, Bibl.-Nr. 322.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21 Freiherr Christian von Wolff, 1679-1754, Philosoph und Mathematiker. «Ver­nünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt», 1719.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David Hume, 1711-1776, engl. Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Herbert Spencer, 1820-1903, engl. Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Stuart Mill, 1806-1873, engl. Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23. f. das wir im drei gliedri gen Organismus heraussondern wollen: Siehe Rudolf Steiner «Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft», Gesamtausgabe Dornach 1961, Bibl.-Nr. 23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 von dem hier auch Dr. Unger gesprochen hat: Dr. Carl Unger (1878-1929), hielt in der dritten Woche des ersten Hochschulkurses Vorträge unter dem Titel «Rudolf Steiners Werk». Ein Autoreferat dieser sechs Vorträge findet sich im ersten Bande von Carl Ungers Schriften, Stuttgart 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Dieser Bau steht da: Das seit 1913 unter der Leitung von Rudolf Steiner im Bau befindliche erste Goetheanum wurde, obwohl im Innern noch nicht fer­tiggestellt, 1920 in Betrieb genommen. In der Sylvesternacht 1922/23 wurde es durch Brand vernichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Begründung der Waldorfschule: Die Freie Waldorfschule in Stuttgart wurde im Frühjahr 1919 von dem Kommerzienrat Dr. Emil Molt, zunächst für die Kinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, begründet. Die Schule stand unter der Leitung von Dr. Steiner, der auch die an ihr wirkenden Lehrkräfte berief und die vorbereitenden seminaristischen Kurse erteilte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28/124 was . . . dieser Hochschulkursus hier leisten wollte: Der erste anthroposo­phische Hochschulkursus der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum fand statt vom 26. September bis zum 16. Oktober 1920. - Siehe auch die Hinweise zu S. 9, 10, 20 und 25.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Weltschulverein: Die Anregung zur Begründung eines Weltschulvereins gab Rudolf Steiner während einer Lehrerversammlung am 16. Oktober 1920. Eine Nachschrift dieser Ansprache ist nicht vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
33 Wir haben schon im Laufe der Zeit . . . dargelegt: Siehe «Die soziale Grund-forderung unserer Zeit - In geänderter Zeitlage», Gesamtausgabe Dornach 1963, Bibl.-Nr. 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
34 Karl Marx, 1818-1883, Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
35 Zar Peter der Große, 1672-1725.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin, eigentl. Uljanow, 1870-1924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzkij, eigentl. Leib Bronstein, 1879-1940.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
37 Navigationsakte: Die Magna Charta Maritima des Oliver Cromwell (1599-1658) bezweckte die Stärkung der englischen Flotte, indem Waren des Aus-landes nur auf englischen Schiffen oder Schiffen des Ursprunglandes einge­führt werden durften. Diese Maßnahme traf vor allem die Vormachtstellung Hollands im internationalen Zwischenhandel empfindlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kontinentalsperre: Das am 21. November 1806 von Berlin aus erlassene De­kret Napoleons I. verhängte den strengsten Blokadezustand über die britischen Inseln durch Absperrung des gesamten europäischen Festlandes für Handel und Verkehr mit England.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 Alfred von Tirpitz, 1849-1930, Großadmiral, Staatsmann; schuf die deutsche Kampfflotte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 die Rolle solcher Geheimgesellschaften haben wir ja wiederholt besprochen Siehe u. a. die Vorträge vom 20 22 Januar 1917 Das Geheimnss des Lebens nach dem Tode» in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen» II Teil Gesamtaus gabe Dornach 1966, Bibl Nr 174 «Individuelle Geistwesen und ihr Wsrken in der Seele des Menschen» Gesamtausgabe Dornach 1966 Bibl. Nr 178&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Die okkulte Bewegung sm 19 Jahrhundert und shre Bezsehung zur Weltkul tur», Gesamtausgabe Dornach 1969 Bsbl Nr 254&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 unwahres Dokument . . . der Oxforder Professoren: Im Oktober 1920 hatten Professoren und Doktoren der Universität Ozford einen Appell an die Pro­fessoren für Kunst und Wissenschaft in Deutschiand und Österreich gerichtet um, wie es darin heißt, «mit der bitteren Feindseligkeit aufzuräumen, welche unter dem Einflusse des Patriotismus» entstanden sei und zu einer Versöhnung zu finden durch die «brüderlichen Gefühle bei den Studien». - Artikel «Die Völkerversöhnung» in der Basler Nationalzeitung vom 20. Oktober 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53 Charles Darwin, 1809-1882.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
53/106 des ökumenischen Konzils: Das achte ökumenische Konzil von Konstanti­nopel im Jahre 869 dekretierte unter Papst Hadrian II. gegen Photios, daß der Mensch eine vernünftige und erkennende Seele habe - unam animam rationa­bilem et intellectualem -, so daß von einem besonderen Geistprinzip im Men­schen nicht mehr gesprochen werden durfte. Das Geistige wurde fortan nur mehr als Eigenschaft der Seele angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
54 Ignatius von Loyola, 1491-1556, begründete im Jahre 1534 den Jesuitenorden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
58 Wladimir Sergejewitsch Solowjow, 1853-1900, russischer Philosoph und Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
59 Rabindranath Tagore, 1861-1941, indischer Philosoph und Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
61 Albertus Magnus, 1193-1280, scholastischer Philosoph, genannt Doctor uni­versalis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomas von Aquino, 1225-1274, Scholastiker, Schüler von Albertus Magnus; genannt Doctor angelicus. 1323 heilig gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Duns Scotus, 1266-1308, Scholastiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roger Bacon, 1214-1294, Franziskaner, lehrte an der Universität Oxford.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 drüben im kleinen Kuppelraum: Im ersten Goetheanum. Siehe den Hinweis zu S. 18. - Eine Darstellung der einzelnen Motive des kleinen Kuppelraums findet sich in «Der Baugedanke des Goetheanum», Dornach 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65 Ich habe bereits im Jahre 1891 aufmerksam gemacht: Siehe das Autoreferat Rudolf Steiners über seinen Vortrag im Wiener Goetheverein am 27. Novem­ber 1891 «Über das Geheimnis in Goethes Rätselmärchen in den , im «Literarischen Frühwerk« Bd. III, Heft IV, Dornach 1942, vorgesehen in Bibl.-Nr. 51. - Siehe ferner «Goethes Geistes-art in ihrer Offenbarung durch seinen ,Faust&amp;gt; und durch sein (1899), Gesamtausgabe Dornach 1956, Bibl.­Nr.22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schi!lers «Ästhetischen Briefen»: Siehe «Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, erschienen 1795 in den «Horen». Diese Schrift ging aus Briefen der Jahre 1793-1795 hervor, die Schiller an den Herzog von Augustenburg richtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie»: Erschien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1795 in den «Horen« als Abschluß der Erzählung «Unterhaltungen deutscher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgewanderter« .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
68 in meinem ersten Mysterium: Siehe «Die Pforte der Einweihung (Initiation). Ein Rosenkreuzermysterium» (1910) in «Vier Mysteriendramen», Gesamtaus­gabe Dornach 1962, Bibl.-Nr. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Ich habe es dargestellt, indem ich vor kurzer Zeit hier darauf hingewiesen habe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe den ersten Vortrag dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 in meinen «Kern punkten» . . . geschildert: Für die folgenden Ausführungen vgl. das II. Kapitel «Die vom Leben geforderten wirklichkeitsgemäßen Lö­sungsversuche für die sozialen Fragen und Notwendigkeiten».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 man kann das nachlesen bei Goethe überall: Vgl. zum Beispiel das Gespräch mit dem Kanzler von Müller am 8. Juni 1830 und dasjenige mit Eckermann am 11. März 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79 f. Herman Grimm, 1828-1901. Die Zitate sind dem Aufsatz «Heinrich von Treitschke&#039;s Deutsche Geschichte» in «Beiträge zur Deutschen Kulturge­schichte», Berlin 1897, S. 5 f. entnommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
80 Erich Ludendorff, 1865-1937, deutscher General.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Ralph Waldo Emerson, 1803-1882, amerikanischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81/99 denkt wie Oswald Spengler: Hier ist Bezug genommen auf Oswald Spenglers (1880-1936) Werk «Der Untergang des Abendlandes», dessen erster Teil 1918 erschienen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82/98 jetzt hält . Arthur Drews Vorträge: Arthur Drews, 1865-1935, Professor der Philosophie an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe, hatte am 10. Oktober 1920 in von der freireligiösen Gemeinde zu Konstanz veranstalteten Vorträgen über «Rudolf Steiners Anthroposophie» gesprochen. Diesen Vor­trag wiederholte er am 19. November in Mainz. - Seine gegen die Anthropo­sophie gerichteten Aufsätze erschienen gesammelt unter dem Titel «Meta­physik und Anthroposophie in ihrer Stellung zur Erkenntnis des Übersinn­lichen», Berlin 1922.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 Eduard von Hartmann, 1842-1906. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graf Hermann Keyserling, 1880-1946. Vgl. beispielsweise das Kapitel: «Für und wider die Theosophie» in «Philosophie als Kunst», Darmstadt 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
84 worauf ja vor längerer Zeit schon hingewiesen worden ist: Siehe u. a. «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt», Gesamtausgabe Dornach 1965, Bibl.-Nr. 118.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Anatol Wassiljewitsch Lunatscharskij, 1875-1933, russischer Schriftsteller und Politiker; seit 1917 Volkskommissar für Volksaufklärung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
98 der Postmeister von Berlin: Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, 1770-1846.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
100 jener sonderbare Gelehrte: Konnte nicht festgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 John Wyclif, um 1330-1384, englischer Theologe und Reformator.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Hus, um 1369-1415, böhmischer Theologe und Reformator.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
111 Dinge, die der . . . berühmte Schmiedel herausgefunden hat: Gemeint ist der Professor Otto Schmiedel, geb. 1858, der in seiner Schrift «Die Hauptpro­bleme der Leben Jesu Forschung«, Tübingen und Leipzig 1902 S. 39 f. sich fol­gendermaßen äußert: «Wir haben es als ein wesentliches Merkmal der Lebens-darstellungen der Religionsitifter und Erlöserpersönlichkeiten erkannt, daß sie mit frommem Eifer diese Persönlichkeit verherrlichen, ja vergöttlichen. Je mehr diese Tendenz sich steigert, desto mehr verliert der Bericht den ge­schichtlichen Charakter und wird legendarisch. Kehren wir nun die Sache um! Finden wir in den Evangelien Stellen, welche von Jesus etwas im Gegensatz zu diesem Verherrlichungsstreben stehendes aussagen, welche aber von späteren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evangelien umgebogen oder beseitigt worden sind, weil diese an jenen Mensch-lichkeiten, an jenem Mangel an Verherrlichung Anstoß nehmen, so kann man mit Sicherheit darauf rechnen, daß diese Jesum nicht verherrlichenden Stellen alt und echt sind.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 im Ablehnen derlei Frohnmeyers: Bezieht sich auf den protestantischen Mis­sionsinspektor Johann Frohnmeyer in Basel, der 1920 eine Schrift schrieb unter dem Titel «Die theosophische Bewegung, ihre Geschichte, Darstellung und Beurteilung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 Woodrow Wilson, 1856-1924, von 1913-1921 Präsident der Vereinigten Staa­ten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 «Mein Reich ist nicht von dieser Welt»: Job. 18,36.&lt;br /&gt;
134 Karl Goetz und Gerhard Heinzelmann waren damals Theologieprofessoren in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts&#039;&#039;, [[GA 200]] (2003), ISBN 3-7274-2000-6 {{Vorträge|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 200 Die neue Geistigkeit und das Christus-Erlebnis des zwanzigsten Jahrhunderts|!]] [[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 200]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_178&amp;diff=11532</id>
		<title>GA 178</title>
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		<updated>2026-07-19T05:44:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
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DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
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und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
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weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
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Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
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In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
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durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
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Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
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Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
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Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
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verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
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Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
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Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
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Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
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Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
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Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
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Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
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des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
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Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
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heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
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So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
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Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
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in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
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Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
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Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
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er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
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Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
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nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
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Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
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Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
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Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
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Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
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seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
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Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
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diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
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Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
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Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
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Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
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Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
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Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
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Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
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frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
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Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sinnlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müssen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinandergrenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
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[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
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Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_224.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 224]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_229.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 229]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_236.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 236]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_237.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 237]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_238.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 238]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_178&amp;diff=11531</id>
		<title>GA 178</title>
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		<updated>2026-07-18T18:32:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|54}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sinnlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müssen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
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dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
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konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
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Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|151}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|155}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|158}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|207}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|208}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_224.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 224]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_229.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 229]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_236.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 236]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_237.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 237]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_238.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 238]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=MitTun_bei_Steiner.Wiki&amp;diff=11530</id>
		<title>MitTun bei Steiner.Wiki</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://steiner.wiki/index.php?title=MitTun_bei_Steiner.Wiki&amp;diff=11530"/>
		<updated>2026-07-16T16:06:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Vorträge zur allgemeinen Anthroposophie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Unsere Philosophie vom MitTun ==&lt;br /&gt;
Die Macher von Steiner.Wiki schaffen hier einen Raum für den freien Zugang zu Steiner Texten. Im Internet schwirren viele Texte von Rudolf Steiner als Pdf oder in diversen Datenbankformaten oder klassischen html Formaten herum. Manche gute Datenbanken waren in die Jahre gekommen und deren Betrieb wurde eingestellt. Mit dem Steiner.Wiki wird angestrebt die Steiner Texte umfassend, gut leserlich auf PC und Smartphone, frei von Fehlern und methodisch gut verknüpft darzustellen. &lt;br /&gt;
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Die GA&#039;s textlich zu überarbeiten, die Seitenzahlen einheitlich zu formatieren, die Überschriften richtig zu verknüpfen und ähnliches ist viel Arbeit, aber das Ende ist absehbar. &lt;br /&gt;
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&#039;&#039;&#039;Parallel finden aber auch noch weitere Entwicklungen statt&#039;&#039;&#039;. Ausgangspunkt ist immer die Frage, wie die Inhalte den Menschen von heute und von morgen bestmöglich zugänglich gemacht werden können. Die &#039;&#039;&#039;Lern- und Lesegewohnheiten der Menschen haben sich heute verändert&#039;&#039;&#039;, und es wird in Zukunft weitere Veränderungen geben. Unser persönliches Ziel ist die Menschen zum persönlichen Austausch oder zum &#039;&#039;&#039;Lesen von Erstliteratur anzuregen&#039;&#039;&#039;, jedoch, wenn man in die Statistiken schaut, und wenn man die tatsächliche Entwicklungen wahrnimmt, findet man derzeit vor allem eine schwindende Anzahl von älteren Menschen in anthroposophischen Zirkeln und man kann nicht sagen, dass viele junge Menschen neu hinzu kommen. Und bekanntlich tut sich die jüngere Generation schwer ein Buch in die Hand zu nehmen, deren Interesse geht eher in Richtung elektronischer Medien, z.B. Audio/ Video u.ä.. Es soll an dieser Stelle nicht unser Thema sein, die Ursachen für die Änderungen in der Medienaffinität zu ergründen. Sondern im Bereich von MitTun auf Steiner.Wiki gehen wir der Frage nach, &#039;&#039;&#039;in welcher Form anthroposophische Inhalte medienmäßig heute schon aufbereitet sein müssen&#039;&#039;&#039;, um dem &#039;&#039;&#039;heutigen UND künftigen Bedarf gerecht zu werden.&#039;&#039;&#039;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Punkt &amp;quot;Weitere Medien&amp;quot; wollen wir künftig z.B. folgende Medien auflisten: Buch, pdf, html-Text, e-books, Audio und Video. Das bedeutet konkret, dass wir &#039;&#039;&#039;offen für verschiedene Medien-Spielarten sind&#039;&#039;&#039;, denn es führen bekanntlich mehrere Wege nach Rom. Für die GA 4, &amp;quot;Die Philosophie der Freiheit&amp;quot;, liegen derzeit eine ganze Bandbreite an Medien vor. Und für die GA 99 liegt ein Glossar im Werden vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 4#Weitere Medien|&amp;lt;u&amp;gt;WEITERE MEDIEN für die GA 4&amp;lt;/u&amp;gt;]]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [[GA 4#Glossar|&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;Glossar (derzeit noch unbearbeitet)&amp;lt;/span&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
** &amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 4#pdf&#039;s|pdf&#039;s (vorhanden)]]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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** [[GA 4#Stimmen|&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;Stimmen (mit Stimmen meinen wir Leserstimmen, auch Testimonials genannt)&amp;lt;/span&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
*&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;u&amp;gt;[[GA 99#Weitere Medien|WEITERE MEDIEN für die GA 99]]&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
** &amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 99#Glossar|Glossar (ist in Entstehung, ca. 40% sind geschafft, Stand Nov 2024)]]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du bei der Zugänglichmachung vom Werk Rudolf Steiners mit uns MitTun möchtest, indem du z.B. &#039;&#039;&#039;Texte überarbeitest&#039;&#039;&#039;, oder indem du &#039;&#039;&#039;deine Stimme&#039;&#039;&#039; einbringst, oder indem du (im Rahmen deines Selbststudiums) ein &#039;&#039;&#039;Glossar für eine GA anlegst&#039;&#039;&#039; - das alles ist uns willkommen. Eine sachlich- inhaltliche Prüfung behalten wir uns jedoch immer vor. Bei Interesse am MitTun [https://blog.anthro.world/impressum/kontakt-formular/ bitte mit François Kontakt] aufnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick von to-dos bei den Schriften und Vorträgen ==&lt;br /&gt;
Steiner.Wiki befindet sich im Aufbau. Texte ohne Symbol (siehe die nachfolgende Spalte links) müssen noch vollständig überarbeitet werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{IA}} Texte mit rotem Symbol sind gerade in Arbeit.&amp;lt;br&amp;gt;{{FS}} Texte mit blauem Symbol sind fertig formatiert und mit Seitenzahlen versehen, die per Link angesprungen werden können.&amp;lt;br&amp;gt;{{OK}} Texte mit grünem Haken sind auch mit allen Abbildungen versehen und weitgehend von Rechtschreibfehlern bereinigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Aktueller Stand&#039;&#039;&#039; (27. November 2023):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von insgesamt &#039;&#039;&#039;224&#039;&#039;&#039; verfügbaren GA-Bänden sind &#039;&#039;&#039;6&#039;&#039;&#039; weitgehend korrigiert {{OK}}, &#039;&#039;&#039;168&#039;&#039;&#039; fertig formatiert {{FS}} und &#039;&#039;&#039;24&#039;&#039;&#039; in Arbeit {{IA}} (in Summe &#039;&#039;&#039;198&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schriften ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|To-dos&lt;br /&gt;
|Glossararbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 1]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 1a-e&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 1f&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 2]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 3]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 4]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Formatierung für [[GA 4#Literatur|Literatur]] und [[GA 4#Originalausgaben|Originalausgaben]] ok so (Stand 11. Okt 23)? Glossar: &lt;br /&gt;
Die Zahlen im Glossar springen auf die Seitenzahlen im Text, sollte aber nicht sein&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 4a&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 5]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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=== Gesammelte Aufsätze ===&lt;br /&gt;
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|Sehr viele Fehler im Text und oft auch größere Auslassungen!!!! &lt;br /&gt;
Jeder Abschnitt muss überprüft und korrigiert werden.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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=== Veröffentlichungen aus dem Nachlass ===&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Öffentliche Vorträge ====&lt;br /&gt;
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|[[GA 51]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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| colspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Die Berliner öffentlichen Vortragsreihen («Architektenhaus-Vorträge»)&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 74]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|GA 78&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|GA 81&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|GA 82{{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge zur allgemeinen Anthroposophie ===&lt;br /&gt;
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| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 87&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 88]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 97]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 98]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 99]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|François, Christine, Elke: Prüfen, ob alles Originalzitate sind, oder teilweise eigene Interpretationen (Stand 10. Nov 2024, François)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 100]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder?&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 101]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|14 Bilder hochladen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 102]] {{OK}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 103|GA 103]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Fertiggestellt 14.03.2025 Damian&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 104]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 104a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 105]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 106]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 107]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 108]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 109]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|keine Bilder&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 110]] {{OK}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 111&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 112]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 113]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 114]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 115]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|28 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 116]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 117]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 118]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 119]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen mit PDF (1988) abgleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 120]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 121]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen mit PDF (1982) abgleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 122]] {{OK}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 123]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 124]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 125]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 126]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 127]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 128]] {{OK}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 129]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 130]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|Silvia S. will das Glossar vom 132 bearbeiten. Stand 10. Nov 2024&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 136]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 137]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 138]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 139]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 140]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 141]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 142]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 143]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 144]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 145]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 146]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 147]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 148]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Inhaltsverzeichnis, prüfe die Überschriften [[GA 148#AUS DER AKASHA-FORSCHUNG - DAS FÜNFTE EVANGELIUM Kristiania (Oslo), 1. Oktober 1913 Erster Vortrag|AUS DER AKASHA-FORSCHUNG - DAS FÜNFTE EVANGELIUM]]&lt;br /&gt;
* [[GA 148#Kristiania (Oslo), 1. Oktober 1913 Erster Vortrag|Kristiania (Oslo), 1. Oktober 1913 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und prüfe die Seitenzahl 337, 338, 339&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 149]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 150]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 151]] {{OK}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 152]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|1 Bild hochgeladen. Seitenzahlen nach Ausgabe 1964 - stimmten nicht mit PDF 1990 überein!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 153]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Keine Bilder. Seitenzahlen der Ausgabe 1959 - stimmen nicht mit dem PDF 1997 überein!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 154]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 155]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 156]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 157]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 157a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|keine Bilder&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 158]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|23 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 159]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 161]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 162]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder in Arbeit, 54 noch einzufügen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 163&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 164&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 165&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 166&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 167]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 168&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 169&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 170&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 171&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 172&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 173&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 174&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 174a&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 174b&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 175&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 176]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 177]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|10 Bilder hochladen. Paginierung folgt der Ausgabe 1985, die nicht mit den neueren Ausgaben ab 1999  übereinstimmt!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 178]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Alle Bilder hochgeladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 179]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|12 Bilder einzufügen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 180]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|18 Bilder einzufügen; Unstimmigkeiten bei den Hinweisen sind zu bereinigen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 181]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Alle Bilder (2) eingefügt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 182]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 183]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Alle (25) Bilder eingefügt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 184]] {{FS}}&lt;br /&gt;
| 18 Bilder hochzuladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 185]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|8 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 185a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|5 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 186]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 187]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|5 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 188]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 189]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seiten-Nummerierung muss korrigiert werden (anpassen an PDF)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 190]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|8 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 191]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|21 Bilder hochladen; Unstimmigkeiten bei den Hinweisen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 192]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen müssen dem PDF angeglichen werden&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 193]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 194]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen dem PDF angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 195]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bild S. 23 hochladen; überprüfen, ob die Seitenzahlen mit dem PDF übereinstimmen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 196]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|59 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 197]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 198]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|25 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 199]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|26 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 200]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Alle 5 Bilder hochgeladen; Textkorrekturen noch ausständig&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 201]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 202]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|25 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 203]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|9 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 204]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|alle Bilder hochgeladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 205]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|38 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 206]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|16 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 207]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|30 Bilder ergänzen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 208]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen händisch korrigiert; Platzhalter für Bilder eingefügt; 42 Bilder sind noch hochzuladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 209]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen dem PDF angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 210]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen dem PDF angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 211]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen überprüfen und dem PDF angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 212]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|ab Seite 156 fehlt der Rest des 8. Vortrags - die folgenden Seitenzahlen sind daher fehlerhaft&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 213]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|35 Bilder müssen hochgeladen werden&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 214]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|5 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 215]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 216]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|15 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 217]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen dem PDF angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 217a]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 218]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|15 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 219]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|12 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 220&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 221]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|alle Bilder und farbige Wandtafelzeichnungen wurden eingefügt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 222]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|18 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 223]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 224]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|3 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 225]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 226]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 227]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 228]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 229]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 230]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Die 8 Wandtafelzeichnungen sind bereits hochgeladen; 15 Bilder fehlen noch!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 231]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Die Schlussworte zum FÜNFTEN VORTRAG Den Haag, 18. November 1923 waren in der hier ursprünglich vorliegenden Ausgabe 1962 nicht enthalten. Der Text wurde aus dem PDF der Ausgabe 1999 ergänzt! &lt;br /&gt;
{{IA}} 4 Bilder müssen noch hochgeladen werden.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 232]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Angleichen an PDF 1998 (Anhang einfügen). 21 Bilder hochladen. &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 233]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Textgliederung bzw. Seitenzahlen der PDF-Ausgabe 1991 angeglichen. Rechtschreibfehler weitgehend korrigiert. 20 Bilder sind noch hochzuladen!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 233a]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|neu angelegt mit dem aus GA 233 entnommenen Text. Seitenzahlen bzw. Textgliederung müssen angepasst werden.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 234]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen der PDF-Ausgabe angleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 235]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|10 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 236]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|30 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 237]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|9 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 238]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 239]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|7 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 240]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Anordnung der Vorträge und Seitenzahlen dem PDF (1992) angleichen!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 243]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Überschriften und Seitenzahlen dem PDF (2004 ?) anpassen!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 244&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|(GA 245)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Zur Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft, GA 250 - GA 263/1&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 250&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 251&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 252&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 253&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 254]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|20 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|GA 255b&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 257]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 258]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen an PDF (1981) angleichen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 259]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 260]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 260a]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 261]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 262]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 263/1]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Aus dem Inhalt der Esoterischen Schule, GA 264 - GA 270&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 264]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 265]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 266/1]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 266/2]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 266/3]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 267]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 268]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 269]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 270/1]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 270/3]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[https://steiner.wiki/images/GA/Buecher/GA_270i.pdf#view=Fit GA 270/4]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorträge und Kurse zu einzelnen Lebensgebieten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge über Kunst ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 271]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|keine Bilder!&lt;br /&gt;
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|[[GA 273]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen an PDF (1981) anpassen. Letzten Vortrag Prag ergänzen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 274]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 275]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 286]]&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|[[GA 291a]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 292]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge über Erziehung ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 293]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 294]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 295]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|18 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
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|[[GA 299]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 300a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 300b]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 301]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 302]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|2 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 302a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 303]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|12 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 304]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|1 Bild hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 304a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 305]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 306]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|10 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 307]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|[[GA 308]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Hinweise überprüfen (Inhalt &amp;amp; Seitenzahlen)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 309]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|5 Bilder hochladen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 310]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|4 Bilder hochladen. Hinweise überprüfen (Inhalt &amp;amp; Seitenzahlen).&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge über Medizin ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
|[[GA 312]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|28 Bilder hochladen. Hinweise korrigieren (Inhalt und Seitenzahlen).&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 313]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 314]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen, Gliederung und Überschriften anpassen an PDF (1989)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 315]] {{IA}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 316]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Angleichen an PDF (2003)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 317]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Angleichen an PDF (1995)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 318]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Angleichen an PDF (1994)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 319]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|7 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge über Naturwissenschaft ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|Stand/ Bearbeiter&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 320]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|ca. 45 Bilder hochladen; Hinweise überprüfen (Seitenzahlen und Inhalt)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 321]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|57 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 322]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|3 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 323]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Etwa 93 Bilder hochladen. Unstimmigkeiten bei den Hinweisen bereinigen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 324]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen dem PDF (1991) angleichen. 4 Bilder hochladen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 324a]]&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen korrigieren enstsprechend PDF (1995).&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 325]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen dem PDF (1989) angleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 326]] {{IA}}&lt;br /&gt;
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|Seitenzahlen und Überschriften an PDF (1977) angleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|&amp;lt;center&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Landwirtschaft&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 327]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|15. Sept 23/ Admin&lt;br /&gt;
|Die Überschriften des Inhaltsverzeichnisses müssen einheitlich gefasst werden. Bilder ergänzen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge über das soziale Leben und die Dreigliederung des sozialen Organismus ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 328]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Gliederung, Seitenzahlen und Überschriften korrigieren.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
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|[[GA 329]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 333]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Hinweise korrigieren (Inhalt &amp;amp; Seitenzahlen) lt. PDF (1985)&lt;br /&gt;
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|[[GA 334]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 337a]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 337b]] {{FS}}&lt;br /&gt;
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|&lt;br /&gt;
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|[[GA 338]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|mehr als 20 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 339]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|keine Bilder&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 340]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|10 Bilder hochladen. Formeln überprüfen. Hinweise korrigieren.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 341]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|keine Bilder&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 342]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 343]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 344]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 345]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 346]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorträge für die Arbeiter am Goetheanum ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width: 100%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width: 80px;&amp;quot; |Bibl.-Nr.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|Glossararbeiten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 347]] {{OK}}&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 348]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|43 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 349]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Angleichen an PDF (1980) - Anzahl der Vorträge und Seiteneinteilung stimmen nicht mit der Ausgabe 1961 überein!&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 350]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|23 Bilder hochladen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 351]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen mit PDF (1988) vergleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 352]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen mit PDF (1981) vergleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 353]] {{IA}}&lt;br /&gt;
|Seitenzahlen mit PDF (1988) abgleichen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[GA 354]] {{FS}}&lt;br /&gt;
|14 Bilder hochladen.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_178&amp;diff=11529</id>
		<title>GA 178</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://steiner.wiki/index.php?title=GA_178&amp;diff=11529"/>
		<updated>2026-07-16T16:03:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
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was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
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Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
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an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|93}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|97}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
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Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
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Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
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denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
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Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
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zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
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So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
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im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
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Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
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weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
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und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
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Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
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Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
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{{SE|151}}&lt;br /&gt;
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überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_224.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 224]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|228}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_229.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 229]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_236.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 236]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_237.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 237]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_238.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 238]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{G|178|238}}

!
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{G|178|237}}

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Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-07-16T15:54:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag */&lt;/p&gt;
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DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
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und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
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vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
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weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
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Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
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In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
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durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
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Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
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Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
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Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
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verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
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Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
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Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
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Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
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Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
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Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
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Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
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des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
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Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
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heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
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So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
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Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
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in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
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Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
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Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
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er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
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Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
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nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
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Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
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Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
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Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
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Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
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seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
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Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
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diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
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Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
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Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
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Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
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Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
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Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
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Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
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frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
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Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
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[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
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Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_224.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 224]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_229.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 229]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_236.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 236]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{G|178|236}}

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Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus {{G|178|236}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-07-16T15:43:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
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Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
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Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
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ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
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Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
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Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
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und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
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Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
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Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
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Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
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Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
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Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
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Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
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Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
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Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
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Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
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Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
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vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
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Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
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{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|97}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
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Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
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Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
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Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
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Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|151}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|158}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|197}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|208}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_224.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 224]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
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Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_229.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 229]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{G|178|229}}

!
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus {{G|178|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-07-16T15:37:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
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Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
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Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
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In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
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Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
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müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
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Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
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Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
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man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
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Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
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Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
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um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
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wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
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Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
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Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
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Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
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Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
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Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
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ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
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Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
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Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
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und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
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Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
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Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
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Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
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Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
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Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|93}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
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Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
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Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
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denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
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Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
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zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
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So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
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im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
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Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
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weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
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und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
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Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
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Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
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{{SE|151}}&lt;br /&gt;
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überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_224.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 224]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|228}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{G|178|224}}

!
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>GA 178</title>
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		<updated>2026-07-16T15:31:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
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DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
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Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
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Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
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Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
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Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
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Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
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die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
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Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
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was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
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gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
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Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
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Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
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ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
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Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|90}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
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Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
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machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
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In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
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Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
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werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|138}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|197}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_203.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 203]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{G|178|203}}

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Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus {{G|178|203}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-07-16T15:01:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
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Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
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Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
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ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
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Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
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Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
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und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
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Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
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Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
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Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
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Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
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Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
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Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
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Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
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Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
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Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
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Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
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vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
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Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
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{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|97}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
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Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
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Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
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Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
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Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|151}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|158}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|197}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|600px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 203&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
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Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
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Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_178&amp;diff=11517</id>
		<title>GA 178</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://steiner.wiki/index.php?title=GA_178&amp;diff=11517"/>
		<updated>2026-07-16T14:59:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
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Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
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Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
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Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
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Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
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Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
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Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
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in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
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Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
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Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
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unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
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Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
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Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
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Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
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weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
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und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
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Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
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Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
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Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
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darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
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Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
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Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_200.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 200]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 203&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|228}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<updated>2026-07-16T14:55:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus {{G|178|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus {{GZ||178|200}}

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Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
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		<updated>2026-07-16T09:58:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
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{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|54}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
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Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
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Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
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Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178_192.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 192]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 203&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus GA 178, S. 192

!
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus [[GA 178]], S. 192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<updated>2026-07-16T09:49:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
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wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
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Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
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Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
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Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
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Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
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Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
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ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
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Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
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Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
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und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
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Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
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Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
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Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
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Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
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Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
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Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
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Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
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Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
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Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
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Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
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Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|97}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
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unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|139}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
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{{SE|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|155}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 179.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 203&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|228}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus GA 178, S. 179

!
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus [[GA 178]], S. 179&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Odyssee lud eine neue Version von Datei:GA178 160.png hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>GA 178</title>
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		<updated>2026-07-16T09:36:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 178&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1992&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINWEISE|HINWEISE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#NAMENREGISTER|NAMENREGISTER]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN|AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
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was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
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Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
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an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|93}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|97}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
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Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
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Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
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denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
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Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
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zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
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So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
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im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
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Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
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weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
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und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
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Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
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Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
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{{SE|151}}&lt;br /&gt;
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überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 166.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 166]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 179&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 203&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|222}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|223}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|226}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|228}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|231}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: !
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 178&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
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[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>GA 178</title>
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		<updated>2026-07-16T09:19:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[File:GA178.jpg|thumb|{{RSV|178}}]]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
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DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Individuelle Geistwesen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ihr Wirken in der Seele&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Siebzehn Vorträge, gehalten in Berlin&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 29. Mai bis 25. September 1917&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917|DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917|DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag|HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag|ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag]]&lt;br /&gt;
* [[GA 178#INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag|INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag]]&lt;br /&gt;
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* [[GA 178#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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= DIE ERKENNTNIS DES ÜBERSINNLICHEN UND DIE MENSCHLICHEN SEELENRÄTSEL Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Entwickelung des Menschengeistes im Laufe der Jahrhunderte oder Jarrrtausende verfolgt, der wird ein Gefühl davon sich erwerben, wie dieser Menschengeist zu immer neuen und neuen Errungenschaften auf dem Gebiete des Erkennens, auf dem Gebiete des Handelns weiterschreitet. Man braucht ja nicht gerade das Wort Fortschritt zu sehr dabei zu betonen, denn das könnte in der gegenwärtigen traurigen, über die Menschheit hereingebrochenen Zeit in manchem recht herbe Zweifel aufrufen. Aber das andere wird man klar vor Augen haben, wenn man diese Entwickelung des Menschengeistes betrachtet: daß sich die Formen und Gestalten, in denen dieser Menschengeist strebt, von Jahrhundert zu Jahrhundert wesentlich ändern. Und da wir es heute in dieser Betrachtung vorzugsweise zu tun haben mit einer anzustrebenden Erkenntnis, die sich gewissermaßen in der neueren Art in die Menschheitsentwickelung hineinstellen will, so brauchen wir auch nur vergleichsweise zu gedenken, wie solche Anschauungen, welche mit dem Alten in einer gewissen Beziehung in Widerspruch kommen, es schwierig haben, Fuß zu fassen in der sich fortentwickelnden Menschheit. Immer wieder und wieder muß dabei aufmerksam gemacht werden, wie schwierig es zum Beispiel war, den Denkgewohnheiten, den Empfindungsgewohnheiten der Menschen gegenüber die Kopernikanische Weltanschauung zur Geltung zu bringen - auf gewissen Gebieten hat es ja jahrhundertelang gedauert -, jene Weltanschauung, die gebrochen hat mit dem, was die Menschen durch lange Zeit aus ihrer Sinnesanschauung heraus geglaubt haben für die Wahrheit über das Weltengebäude halten zu mussen. Dann kam die Zeit, in der man nicht mehr sich verlassen durfte, sich verlassen konnte auf dasjenige, was Augen sehen über den Aufgang und Untergang der Sonne, über die Bewegung der Sonne; in der man wider den Augenschein annehmen mußte, daß die Sonne in einer gewissen Beziehung, wenigstens in ihrem Verhältnis zur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Erde, stillsteht. Solchen Umschwüngen in der Erkenntnis schmiegen sich die Denk- und Empfindungsgewohnheiten der Menschen nicht leicht an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, welcher die Betrachtungen des heutigen Abends hier gewidmet sein sollen, hat man es nun noch viel mehr zu tun mit einem solchen Umschwung, von dem derjenige, der aus guten wissenschaftlichen Untergründen heraus glaubt überzeugt sein zu dürfen von dem Inhalte dieser Geisteswissenschaft, auch glaubt, daß sie notwendigerweise eingreifen muß in die Gegenwart und in die weitere Entwickelung des menschlichen Denkens, Empfindens und Fühlens. Man darf schon sagen - gestatten Sie mir diese Worte einleitungsweise: Bei so etwas wie der Kopernikanischen Weltanschauung hatte man es zu tun mit unzähligen Vorurteilen, mit althergebrachten Meinungen, von denen die Leute glaubten, wenn etwas anderes an ihre Stelle träte, so sei es geschehen um allerlei religiöse Vorstellungen und dergleichen. Bei dem, wovon heute abend gesprochen werden soll, türmt sich noch manches andere auf. Hier hat man es nicht bloß zu tun mit den Vorurteilen, die sich zum Beispiel dem Kopernikanismus gegenüberstellen, sondern hier hat man es zu tun damit, daß in unserer Zeit gar viele Menschen, ja die Mehrzahl derjenigen, die sich für aufgeklärt und gebildet halten, nicht nur ihre Vorurteile, ihre Vorempfindungen entgegenbringen, sondern daß gewissermaßen der Aufgeklärte, der Gebildete überhaupt sich heute schämt, einzugehen im Ernste auf das Gebiet, von dem Anthroposophie sprechen muß. Man glaubt sich etwas zu vergeben, nicht bloß gegenüber der Umwelt, sondern vor sich selbst, wenn man zugibt, daß man über die Dinge, von denen heute gesprochen werden soll, ebenso gründlich wissenschaftlich etwas wissen könne wie über die Dinge des äußeren Naturgebäudes; man glaubt gewissermaßen vor sich selbst sich töricht oder kindisch halten zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, welche in Betracht gezogen werden müssen, wenn heute von anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft die Rede ist. Derjenige, der von ihr spricht aus den Erkenntnissen dieser Wissenschaft heraus, der kennt die Einwände, die sich selbstverständlich heute noch zu Hunderten und zu Tausenden ergeben &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müssen; er kennt die Einwände schon aus dem Grunde, weil heute nicht nur die einzelnen Wahrheiten und Ergebnisse dieser Geisteswissenschaft bezweifelt werden, sondern weil überhaupt bezweifelt wird, daß man ein Wissen, eine Erkenntnis aufbringen kann für jenes Gebiet, über das sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft erstreckt. Daß man über das Gebiet des Ewigen in der Seele Glaubensvorstellungen, allgemeine Glaubensvorstellungen entwickeln kann, das wird gewiß heute noch von sehr vielen Leuten als etwas sehr Berechtigtes anerkannt; daß man über die Tatsachen, die sich der Sinneswelt mit Bezug auf das Unsterblich-Ewige in der Menschennatur entziehen, ein wirkliches Tatsachenwissen entwickeln kann, das gilt in weitesten Kreisen, gerade in jenen, die da glauben, aus der berechtigten wissenschaftlichen Vorstellungsart der Gegenwart heraus zu urteilen, in vielfacher Beziehung als etwas Phantastisches, Schwärmerisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Phantastischem und Schwärmerischem werden wir es heute abend nicht zu tun haben; aber mit einem Gebiete, wo schon, ich möchte sagen, den ersten Voraussetzungen nach der menschliche Betrachter und insbesondere der wissenschaftliche Betrachter zurückschreckt. Ich möchte nur noch ganz kurz berühren, daß diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht irgend etwas Sektiererisches sein will. Derjenige verkennt sie vollständig, der da glaubt, daß sie wie die Begründung irgendeines neuen Religionsbekenntnisses auftreten wolle. Das will sie nicht. Sie ist so, wie sie heute auftreten will, ein notwendiges Ergebnis gerade dessen, was als Weltanschauungsvorstellung, als allgemeine, selbst populäre Vorstellung der weitesten Menschenkreise gerade die naturwissenschaftliche Entwickelung gebracht hat. Diese naturwissenschaftliche Entwickelung, die beute so viele Begriffe, welche wiederum Ursachen sind von Gefühlen und Empfindungen, für die Weltanschauung der weitesten Kreise abgibt, diese naturwissenschaftliche Betrachtungsweise stellt sich zur Aufgabe, dasjenige, was den äußeren Sinnen gegeben ist, was an Naturgesetzen über die Tatsachen der äußeren Sinne dem menschlichen Verstande zugänglich ist, zu ergründen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon wenn man nur auf das Lebendige Rücksicht nimmt, so kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man sehen - für andere Gebiete ist es etwas weiterliegend, aber am Lebendigen tritt es einem so ganz klar zutage -, wie diese Naturwissenschaft heute darauf bedacht sein muß, überall auf die Ursprünge, auf dasjenige zurückzugehen, was gewissermaßen die Keimesanlage abgibt für das Wachsende, für das Werdende, für das Gedeihende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will der Naturforscher das tierische, das menschliche Leben erklären in seinem Sinne, geht er auf die Geburt zurück; er studiert die Embryologie, er studiert dasjenige, aus dem sich das Wachsende, Werdende entwickelt. Auf die Geburt, die der Anfang ist von dem, was sich vor den Sinnen ausbreitet, geht Naturwissenschaft zurück. Und wenn Naturwissenschaft eine Welterklärung sein will, so geht sie auch zurück mit verschiedenen Hypothesen, mit Zugrundelegung dessen, was Geologie, Paläontologie, was die einzelnen Zweige der Naturwissenschaft eben geben können, zu dem, was sie sich an Vorstellungen bilden kann, man möchte sagen, über die Geburt des Weltgebäudes. Wenn auch der eine oder andere bezweifelt, daß solch eine Denkweise berechtigt ist -, sie ist immer angestrebt worden. Und bekannt sind ja die Gedanken, welche die Menschen aufgebracht haben, um, wenn vielleicht nicht den Anfang des irdischen Werdens zu ergründen, so doch wenigstens weit zurückliegende Epochen, solche Epochen, in denen zum Beispiel der Mensch noch nicht auf der Erde gewandelt ist, um aus dem Vorhergehenden, aus demjenigen, was keimhaft zugrunde liegt, das Nachfolgende, was der Mensch in seinem Umkreise für seine Sinne hat, irgendwie zu erklären. Die ganze Darwinische Theorie, oder, wenn man von ihr absehen will, die Entwickelungstheorie, sie fußen darauf, Entstehung aufzusuchen, Hervorgehen aus irgend etwas. Ich möchte sagen, überall ist der Gedanke, zurückzugehen in Jugend und Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne ist in eine andere Lage versetzt. Und durch diesen Ausgangspunkt schon ruft sie zunächst, ohne daß der Mensch sich dessen klar bewußt ist, Widerspruch hervor: unklaren Widerspruch, man möchte sagen, unterbewußten Widerspruch, instinktiven Widerspruch! Und solcher Widerspruch ist viel wirksamer oftmals als der klar erkannte, klar durchdachte. Diese anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft muß ausgehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
um überhaupt zu Vorstellungen, jetzt nicht über allgemein verschwommene Geistesbegriffe, sondern über geistige Tatsachen zu kommen, sie muß ausgehen von dem Tode. Dadurch steht sie von vornherein in einem, man möchte sagen, fundamentalen Gegensatz zu dem, was heute beliebt ist: zum Ausgehen von Geburt und Jugend, Wachstum, Vorwärtsschreiten der Entwickelung. Der Tod greift ein in das Leben. Und Sie können, wenn Sie Umschau halten in der wissenschaftlichen Uteratur der Gegenwart, überall finden, daß der gewissenhafte Forscher geradezu der Anschauung ist: Der Tod als solcher kann nicht in demselben Sinne in die naturwissenschaftliche Begriffsreihe hineingestellt werden wie andere Begriffe. Nun muß der Geisteswissenschafter diesen Tod, also das Aufhören, das Gegenteil der Geburt eigentlich, zu seinem Ausgangspunkt machen. Wie der Tod und das Todverwandte eingreift in das Leben im weiteren Sinne, das ist die Grundfrage. Der Tod aber schließt ab dasjenige, was Sinne schauen können; der Tod löst auf dasjenige, was wird, was vor den Sinnen sich entwickelt. Der Tod greift ein als irgend etwas, wovon man sozusagen die Vorstellung haben kann, es sei unbeteiligt an dem, was hier in der Sinneswelt wirkt und gedeiht, quillt und west. Da ergibt sich die Meinung, die in gewissen Grenzen ganz begreiflich, wenn auch eben durchaus unberechtigt ist, daß man über dasjenige, was der Tod gewissermaßen zudeckt, was der Tod verhüllt, nichts wissen könne. Und aus dieser Ecke menschlichen Fühlens heraus erheben sich eigentlich alle die Widersprüche, die sehr selbstverständlich gegen die Dinge vorgebracht werden können, die heute als Ergebnisse einer noch jungen Wissenschaft entwickelt werden. Denn jung ist diese Geisteswissenschaft, und der Geisteswissenschafter ist gerade aus den Gründen, die jetzt angeführt worden sind, in einer ganz andern Lage, auch wenn er über die Dinge seines Forschungsgebietes spricht, als der Naturwissenschafter. Der Geisteswissenschafter kann nicht in genau derselben Weise vorgehen wie der Naturwissenschafter, der irgendeine Tatsache hinstellt und dann auf Grund dessen, wovon gewissermaßen jeder Mensch überzeugt ist, daß man es sehen kann, diese Tatsachen beweist; denn der Geisteswissenschafter spricht ja gerade über dasjenige, was man nicht mit Sinnen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wahrnehmen kann. Daher ist der Geisteswissenschafter zunächst, wenn er über Ergebnisse seiner Wissenschaft spricht, immer genötigt, darauf hinzuweisen, wie man zu diesen Ergebnissen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute eine reiche Literatur über dasjenige Gebiet, das ich heute abend vor Ihnen zu vertreten habe. Kritiker, die sich berufen glauben, wenden gegen dasjenige, was zum Beispiel in meinen Schriften steht, immer wieder und wiederum ein, obwohl dies eigentlich nur beweist, wie ungenau, wie oberflächlich die Dinge gelesen werden: der Geisteswissenschafter behaupte, die Sachen seien so und so, aber er beweise nicht. - Ja, sehr verehrte Anwesende, er beweist schon, aber er beweist eben auf andere Art. Er sagt zunächst, wie er zu seinen Resultaten gekommen ist; er muß zuerst angeben, wie der Weg in das Tatsachengebiet hinein ist. Dieser Weg ist schon vielfach befremdlich, weil er ja für die heutigen Denk- und Empfindungsgewohnheiten ein ungewohnter ist. Zunächst muß gesagt werden: Gerade der Geistesforscher kommt durch seine Forschung zu dem zwingenden Ergebnisse, daß man mit den Methoden, mit den Verfahrungsarten, die der Geistesforscher nicht ablehnt, sondern gerade bewundert, mit denen die Naturwissenschaft zu ihren glänzenden Resultaten gekommen ist, in das Übersinnliche nicht hineinkommt. Ja, gerade von diesem Erlebnis, wie begrenzt die Verfahrungsarten des naturwissenschaftlichen Denkens sind, geht Geisteswissenschaft aus; aber nicht so, wie das heute vielfach gemacht wird, daß man einfach in bezug auf gewisse Dinge, bei denen die Naturwissenschaften an ihren Grenzen sind, sagt: Hier sind Grenzen des menschlichen Erkennens, - nein, sondern in der Weise, daß man an diesen Grenzen gerade versucht, zu ganz bestimmten Erlebnissen zu kommen, die nur erreicht werden können an diesen Grenzen. Ich habe von diesen Grenzorten des menschlichen Erkennens insbesondere in meiner neuesten, in diesen Wochen erscheinenden Schrift «Von Seelenrätseln» einiges gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diejenigen Menschen, welche Erkenntnis nicht als irgend etwas, was ihnen äußerlich angeflogen ist, genommen haben, welche mit den Erkenntnissen gerungen haben, welche mit der Wahrheit gerungen haben, sie haben immer wenigstens an diesen Grenzen gewisse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Erlebnisse gehabt. Da muß man eben sagen: Die Zeiten ändern sich, die Entwickelung der Menschheit wandelt sich. - Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit standen die hervorragendsten Denker und Ringer mit der Erkenntnis an solchen Grenzorten so, daß sie eben die Meinung hatten, man kann an diesen Grenzorten nicht weiter, man muß bei ihnen stehenbleiben. Diejenigen der verehrten Zuhörer, welche mich öfter hier gehört haben, wissen, wie wenig es in meinen Gewohnheiten liegt, Persönliches zu berühren. Allein wenn das Persönliche mit dem Sachlichen in irgendeinem Zusammenhange steht, so darf das wohl in Kürze gestattet sein. Ich darf sagen: Gerade dasjenige, was ich über solche Erlebnisse an den Grenzorten des Erkennens zu sagen habe, es ist bei mir das Ergebnis einer mehr als dreißig Jahre andauernden geistigen Forschung. Und es war vor mehr als dreißig Jahren, als gerade diese Probleme, diese Aufgaben, diese Rätsel, die entstehen an den Grenzorten des Erkennens, auf mich einen bedeutsamen Eindruck machten. Aus den vielen Beispielen, die man über solche Grenzorte anführen kann, möchte ich eines herausheben, auf das hingewiesen hat ein wirklicher Ringer mit der Erkenntnis: &#039;&#039;Friedrich Theodor Vischer&#039;&#039; der berühmte Ästhetiker, der aber auch als Philosoph eine sehr bedeutende Persönlichkeit war, wenn er auch vielleicht zu seinen Lebzeiten schon zu wenig anerkannt und schnell vergessen worden ist. Friedrich Theodor Vischer, der sogenannte V-Vischer, hat ja vor Jahrzehnten eine sehr interessante Abhandlung geschrieben über ein auch sehr interessantes Buch, das VoLk?ll über die «Traumphantasie» geschrieben hat. Friedrich Theodor Vischer hat dabei manche Dinge berührt, die uns hier nicht weiter interessieren. Aber einen Sau möchte ich herausheben, einen Satz, über den man vielleicht weglesen kann, einen Satz aber auch, der wie ein Blitz einschlagen kann in das menschliche Gemüt, wenn dieses vom Erkenntnisstreben durchdrungen ist, von wahrem, innerem Erkenntnisstreben. Es ist der Satz, der sich Vischer aufdrängt, als er über das Wesen der Menschenseele nachsinnt, nachdenkt. Aus dem, was sich ihm ergeben hatte über das, was Naturwissenschaft in der neueren Zeit vom Menschen zu sagen hat, deduziert er einmal: Daß diese menschliche Seele nicht bloß im Leibe sein kann, das ist ganz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
klar; daß sie aber auch nicht außerhalb des Leibes sein kann, das ist ebenso klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wir stehen also vor einem vollkommenen Widerspruch, vor einem Widerspruch, der nicht ein solcher ist, daß man ihn ohne weiteres auflösen kann. Wir stehen vor einem solchen Widerspruch, der sich mit unabänderlicher Notwendigkeit hinstellt, wenn man ernst nach Erkenntnissen ringt. V-Vischer konnte noch nicht - denn die Zeit war noch nicht dazu reif - vordringen von dem, was ich nennen möchte: stehen an solchen Erkenntnisorten, an solchen Grenzorten, vordringen vom Erkennen im gewöhnlichen Sinne des Wortes zum innerlichen Erleben eines solchen Widerspruches. Hören wir doch heute noch von weitaus den meisten Erkenntnismenschen der Gegenwart, wenn sie auf einen solchen Widerspruch stoßen, das Folgende - es gibt ja davon Hunderte und Hunderte, &#039;&#039;Du Bois Reymond&#039;&#039;, der geistvolle Physiologe, hat seinerzeit von den sieben Welträtseln gesprochen, aber man kann diese sieben Welträtsel in Hunderte vermehren - der heutige, zeitgenössische Erkenntnismensch sagt: Bis hierher geht eben das menschliche Erkennen, weiter kann es nicht kommen. - Einfach aus dem Grunde sagt er dieses, weil er sich an den Grenzorten des menschlichen Erkennens nicht entschließen kann, überzugehen vom bloßen Denken, vom bloßen Vorstellen zum Erleben. Man muß beginnen an einer solchen Stelle, wo sich ein Widerspruch, den man nicht ausgeklügelt hat, sondern der durch die Welträtsel sich einem geoffenbart hat, in den Weg stellt, muß versuchen, mit einem solchen Widerspruch immer wieder und wiederum zu leben, immer wieder und wieder, so wie man mit den Gewohnheiten des Alltags ringt, mit ihm ringen, gewissermaßen seine Seele ganz in ihn untertauchen. Man muß - es gehört ein gewisser innerer Denkermut dazu - in den Widerspruch untertauchen, keine Furcht davor haben, daß dieser Widerspruch etwa das Vorstellen der Seele zersplittern könne, daß die Seele nicht durchkönne oder ähnliches. In den Einzelheiten habe ich dieses Ringen an solchen Grenzorten gerade geschildert in meinem Buch «Von Seelenrätseln».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann, wenn der Mensch statt mit dem bloßen Vorstellen, bloßen Ausklüge1n, Fixieren, mit seiner vollen Seele an einem solchen Grenz-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ort ankommt, dann kommt er weiter. Aber er kommt nicht auf bloß logischem Wege weiter; er kommt auf einem Erkenntnislebenswege weiter. Und was er da erlebt, ich möchte es durch einen Vergleich ausdrücken; denn das, was geistesforscherische Wege sind, sind wirkliche Erkenntniserlebnisse, sind Erkenntnistatsachen. Die Sprache hat heute noch nicht viele Worte für diese Dinge, weil die Worte geprägt sind für die äußere sinnliche Wahrnehmung. Man kann sich daher oftmals über dasjenige, was klar vor dem Geistesauge steht, nur vergleichsweise ausdrücken. Wenn man in solche Widersprüche sich einlebt, fühlt man sich wie an der Grenze, wo die geistige Welt heranschlägt, die in der sinnlichen Wirklichkeit nicht zu finden ist, wo sie zwar heranschlägt, aber gewissermaßen von außen heranschlägt. Es ist so, wie - ob nun die Vorstellung naturwissenschaftlich gut begründet ist oder nicht, darauf kommt es nicht an, vergleichsweise kann sie herangezogen werden -, es ist so, wie wenn ein niederes Lebewesen es noch nicht bis zum Tastsinn gebracht hat, sondern nur innerlich erlebt, in dem sich regenden, steten Bewegen innerlich erlebt und die Grenze der physischen Welt, die Oberfläche der einzelnen Dinge erlebt. Ein Wesen, das noch nicht den Tastsinn ausgebildet hat und so die Oberfläche der sinnlichen Dinge erlebt, das ist noch ganz in sich beschlossen, das kann gewissermaßen noch nicht erfühlen, ertasten dasjenige, was da draußen an sinnlichen Eindrücken ist. Geradeso fühlt sich rein geistig-seelisch - wir dürfen da an gar nichts Materielles denken - der Ringer mit der Erkenntnis, wenn er an einer solchen Stelle ist, wie ich sie eben geschildert habe. Wie aber dann beim niederen Lebewesen gewissermaßen der Organismus durchbricht durch das Anstoßen an die äußere sinnliche Welt, sich differenziert zum Tastsinn, wodurch man die Oberfläche ertastet, wodurch man weiß, ob etwas rauh oder glatt, warm oder kalt ist an der Oberfläche, wie sich eröffnet nach außen dasjenige, was nur im Innern lebt, so erringt man sich die Möglichkeit, gewissermaßen durchzubrechen gerade an solchen Stellen, sich einen geistigen Tastsinn zu erwerben. Dann erst, wenn man vielleicht oftmals jahrelang an solchen Grenzorten des Erkennens gerungen hat durchzubrechen in die geistige Welt hinein, dann gelangt man zum Realen von geistigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Organen. Ich spreche nur elementar von dem, wie sich dieser Tastsinn entwickelt. Aber man kann, um diese oder jene Ausdrücke in einem vollkommeneren Sinne zu gebrauchen, davon sprechen, daß sich durch immer weiteres und weiteres inneres Arbeiten, Herausarbeiten aus dem In-sich-Beschlossensein Geistesaugen, Geistesohren entwickeln. Heute erscheint es vielen Menschen noch absurd, davon zu sprechen, daß die Seele ein ebenso undifferenziertes Organ zunächst ist, wie der Organismus eines niederen Wesens, das seine Sinne aus seiner Substanz heraus bildet, und daß sich aus dieser Substanz seelische Begriffe, seelisch differenzierte Geistesorgane herausbilden können, die ihn dann der geistigen Welt gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sagen: Geisteswissenschaft, wissenschaftlich in aller Berechtigtheit systematisch dargestellt, stellt sich heute neu in den Erkenntnisfortschtitt der Menschheitsentwickelung hinein. Aber sie ist nicht in jeder Beziehung etwas Neues. Das Ringen nach ihr, das Streben nach ihr, wir sehen es gerade bei den hervorragendsten Erkenntnismenschen der Vergangenheit. Und auf einen von ihnen, auf Friedrich Theodor Vischer habe ich ja hingewiesen. Ich möchte gerade noch einmal zeigen an seinen eigenen Aussprüchen, wie er an einer solchen Erkenntnisgrenze gestanden hat, wie er allerdings davor stehengeblieben ist, wie er nicht den Übergang gemacht hat von dem inneren Regen zum Durchbrechen der Grenze, zum geistigen Tastsinn. Und da möchte ich gerade diejenige Stelle aus Friedrich Theodor Vischers Abhandlungen Ihnen vorlesen, wo er schildert, wie er an eine solche Grenze, wo der Geist heranschlägt an die menschliche Seele, gekommen ist gelegentlich seines Ringens mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es war in der Zeit, in der die materialistisch gesinnte Naturwissenschaft den ernsten Erkenntnisringern viele Rätsel vorgelegt hat, wo zahlreiche Menschen gesagt haben, man könne gar nicht von Seele anders sprechen, als daß sie nur ein Produkt sei des materiellen Wirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier seine Worte: «Kein Geist, wo kein Nervenzentrum, wo kein Gehirn, sagen die Gegner. Kein Nervenzentrum, kein Gehirn, sagen wir, wenn es nicht von unten auf unzähligen Stufen vorbereitet wäre; es ist leicht, spöttlich von einem Umrumoren des Geistes in Granit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Kalk zu reden, - nicht schwerer als es uns wäre, spottweise zu fragen, wie sich das Eiweiß im Gehirn zu Ideen aufschwinge. Der menschlichen Erkenntnis schwindet die Messung der Stufenunterschiede. Es wird Geheimnis bleiben, wie es kommt und zugeht, daß die Natur, unter welcher doch der Geist schlummern muß, als so vollkommener Gegenschlag des Geistes dasteht, daß wir uns Beulen daran stoßen;» - ich bitte Sie zu beachten, wie der Erkenntnisringer schildert, daß wir uns Beulen daran stoßen; hier haben Sie ein inneres Erlebnis eines Erkenntnisringers: dieses Anschlagen eines Erkenntnisringers! - «es ist eine Diremtion von solchem Scheine der Absolutheit, daß mit Hegels Anderssein und Außersichsein, so geistreich die Formel, doch so gut wie nichts gesagt, die Schroffheit der scheinbaren Scheidewand einfach verdeckt ist. Die richtige Anerkennung der Schneide und des Stoßes in diesem Gegenschlag findet man bei Fichte, aber keine Erklärung dafür.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben wir die Schilderung, die ein Mensch von seinem Erkenntnisringen gibt in der Zeit, bevor der Entschluß entstehen konnte, der geisteswissenschaftliche Entschluß: nicht bloß bis zu diesem Schlag und Gegenschlag zu kommen, sondern zu durchbrechen die Scheidewand gegenüber der geistigen Welt. - Ich kann nur ganz im Prinzipiellen über solche Dinge sprechen; Sie finden sie im einzelnen ausgeführt in meinen Büchern. Namentlich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» finden Sie in allen Details dasjenige ausgeführt, was die Seele in innerer Regsamkeit, in innerer Übung - wenn der Ausdruck erlaubt ist - mit sich vornehmen muß, um dasjenige» was in ihr undifferenziert ist, zu geistigen Organen, die dann die geistige Welt schauen können, wirklich umzugestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gar vieles ist notwendig, wenn man auf diesem Wege wirklich zu Forschungen kommen will. Es ist deshalb gar vieles notwendig, weil in unserer Zeit durch die Gewohnheiten, die sich gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiete, auf dem Gebiete naturwissenschaftlicher Weltanschauung herausgebildet haben, das auf seinem Felde seine volle Berechtigung hat, eine besondere Art zu denken in das Menschenleben eingegriffen hat, die entgegengesetzt ist den Wegen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
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die in die geistige Welt führen; so daß es ganz selbstverständlich ist, daß man von naturwissenschaftlicher Seite nur Dinge hört, die eigentlich von der geistigen Welt, wie sie wirklich ist, in ihren Tatsachen nichts wissen wollen. Ich will nur eines anführen - wie gesagt, das Genauere finden Sie in den genannten Büchern -, ich will anführen, daß der Mensch sozusagen sich eine ganz andere Art des Vorstellens erringen muß. Im gewöhnlichen Leben ist man zufrieden mit den Begriffen, den Vorstellungen, wenn man sich sagen kann: Diese Begriffe, diese Vorstellungen sind so geartet, daß sie ein Abbild irgendeiner äußeren Tatsache oder eines äußeren Dinges sind. - Damit kann sich der Geistesforscher nicht befriedigen. Schon die Vorstellungen, die Begriffe werden etwas ganz anderes in seiner Seele, als sie nach den Denkgewohnheiten der Gegenwart sind. Wenn ich wiederum einen Vergleich gebrauchen darf, so möchte ich daran zeigen, wie heute der Geistesforscher der Welt gegenübersteht. Materialistische, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter, alle solche Leute glauben, in die Weltenrätsel irgendwie eindringen zu können; man versucht mit bestimmten Vorstellungen, Begriffen, ein Bild zu bekommen von den Vorgängen der Welt. So kann der Geistesforscher schon Begriffe gar nicht auffassen, sondern er muß sich zu einem Begriff in der Weise stellen, daß er immer sich klar bewußt ist: In einem Begriff[, in einer Vorstellung hat er nichts anderes, als was man in der äußeren Sinneswelt hat, wenn man zum Beispiel einen Baum oder einen andern Gegenstand von einer gewissen Seite her photographiert, man bekommt ein Bild von einer gewissen Seite, von einer andern Seite ein anderes Bild, von einer dritten Seite wieder ein anderes, von einer vierten Seite wiederum ein anderes Bild. Die Bilder sind voneinander verschieden; sie alle geben erst zusammen, wenn man sie im Geiste kombiniert, den Baum als gestaltete Vorstellung. Aber man kann sehr gut sagen, das eine Ding widerspricht dem andern! Sehen Sie nur, wie ganz verschieden oftmals ein Gegenstand aussieht, wenn Sie ihn von der einen und von der andern Seite her photographieren! Allen diesen Vorstellungen von Pantheismus, Monadismus und so weiter steht der Geistesforscher so gegenüber, daß sie nichts anderes sind als verschiedene Aufnahmen &lt;br /&gt;
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der Wirklichkeit. Denn die geistige Wirklichkeit ergibt sich in Wahrheit dem Vorstellungsleben, dem Begriffsleben gar nicht so, daß man sagen kann, irgendein Begriff ist ein Abbild, sondern man muß immer um die Sache herumgehen, man muß immer von verschiedenen Seiten her sich die mannigfaltigsten Begriffe bilden. Dadurch ist man in die Lage versetzt, ein viel größeres inneres, seelisch regsames Leben zu entwickeln, als man für die äußere Sinneswelt gewohnt ist; dadurch ist man aber auch genötigt, die Begriffe zu etwas viel Lebendigerem zu machen. Sie sind nicht mehr Abbilder, aber indem man sie erlebt, sind sie etwas viel Lebendigeres, als sie im gewöhnlichen Leben und seinen Dingen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann mich da in der folgenden Weise verständigen. Nehmen Sie an, Sie haben eine Rose, abgeschnitten vom Rosenstock, vor sich; Sie bilden sich die Vorstellung davon. Nun ja, diese Vorstellung können Sie sich bilden; Sie werden auch oftmals bei dieser Vorstellung das Gefühl haben: sie drückt Ihnen etwas Wirkliches aus, die Rose ist etwas Wirkliches. Der Geistesforscher kann niemals auf seinem Wege vorwärtskommen, wenn er bei solchen Vorstellungen sich befriedigt, die Rose sei etwas Wirkliches. Die Rose, vorgestellt für sich als Blüte mit einem kurzen Stengel, ist gar nichts in sich Wirkliches; sie kann so, wie sie ist, nur da sein am Rosenstock drauf. Der Rosenstock ist etwas Wirkliches! Und der Geistesforscher muß sich nun angewöhnen, für alle einzelnen Dinge, für welche die Menschen sich Vorstellungen bilden, indem sie glauben, das sei auch etwas Wirkliches, immer sich bewußt zu sein, in welch eingeschränktem Sinne solch eine Sache etwas Wirkliches ist. Er muß fühlen, indem er die Rose mit dem Stiel vor sich hat: das ist nichts Wirkliches; er muß den Grad von Unwirklichkeit mitempfinden, mitfühlen, miterleben, der in dieser Rose als bloßer Blüte enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch aber, daß man das für die ganze Weltbetrachtung ausdehnt, belebt sich das Vorstellungsleben selbst; dadurch bekommt man nicht die schon abgelähmten, die getöteten Vorstellungen, mit denen sich die heutige naturwissenschaftliche Weltanschauung zufrieden gibt, sondern man bekommt Vorstellungen, die mit den Dingen mitleben. Allerdings, man erlebt, wenn man von den Denkgewohnheiten&lt;br /&gt;
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der Gegenwart ausgeht, mancherlei Enttäuschungen zunächst, Enttäuschungen, die sich ergeben, weil dasjenige, was man so erlebt, sich wirklich recht sehr unterscheidet von den Denkgewohnheiten der Gegenwart. Man muß schon manchmal recht paradox sprechen, wenn man aus den Erkenntnissen der geistigen Welt heraus spricht, gegenüber den Dingen, die heute allgemein gesprochen und geglaubt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann heute ein sehr gelehrter Mann sein, sagen wir auf physikalischem Gebiete, ein außerordentlich gelehrter Mann, und man kann mit Recht Bewunderung erregen durch seine Gelehrsamkeit, aber man kann mit lauter Begriffen arbeiten, die nicht herangeholt, nicht herangearbeitet sind an solchen, wie ich es geschildert habe: dem Lebendigmachen der Vorstellungswelt. Ich habe ja nur etwas ganz Elementares gesagt; dieses Elementare aber muß sich beim Geistesforscher ausdehnen über die ganze Weltbetrachtung. Ich will ein Beispiel anführen: Professor &#039;&#039;Dewar&#039;&#039; hat im Anfange des Jahrhunderts einen sehr bedeutsamen Vortrag in London gehalten. Dieser Vortrag, möchte ich sagen, zeigt in jedem Satze den großen Gelehrten der Gegenwart, der in physikalischen Vorstellungen bewandert ist, wie man nur bewandert sein kann. Der Gelehrte versucht aus den physikalischen Vorstellungen heraus, wie sie der Physiker der Gegenwart gewinnen kann, über den Endzustand der Erde zu sprechen beziehungsweise über irgendeinen Zukunftszustand, in dem eben vieles von dem abgestorben sein muß, was heute noch gegenwärtig sein kann. Er schildert sehr richtig, weil er auf lauter gut fundierten Voraussetzungen fußt; er schildert, wie einmal nach Jahrmillionen eintreten müsse ein Erdzustand, in dem die Temperatur um so und so viel hundert Grade heruntergegangen ist, und wie sich dann - man kann das sehr gut, berechnen - verändert haben müssen gewisse Substanzen. Man kann das berechnen, und er schildert, wie Milch zum Beispiel dann nicht mehr wie heute flüssig sein könne, sondern fest sein muß, wie Eiweiß, wenn man damit Wände bestreicht, so leuchtend wird, daß man Zeitungen dabei lesen kann, ohne daß man ein anderes Licht braucht, da man von dem bloßen Eiweiß Licht erhält, und viele solche Einzelheiten. Dinge, die heute nicht einmal ein paar &lt;br /&gt;
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Gramm Druck aushalten würden, werden in ihrer Konsistenz, in ihrem Materiellen so stark sein, daß man Hunderte von Kilogramm daranhängen kann, kurz, eine großartige Schilderung eines künftigen Zustandes der Erde gibt Professor Dewar. Man kann vom Standpunkte des Physikalischen aus nicht das geringste einwenden; aber für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, stellt sich die Sache anders. Für den, der lebendiges Denken in seine Seele aufgenommen hat, tritt notwendigerweise sogleich, indem er solche Vorstellungsformen aufnimmt, wie sie dieser Professor gibt, das vor seine Seele, daß er sich nun etwas sagen muß, was in der Methode, in der Anschauungsweise ganz ähnlich wäre der Folgerung und Denkweise dieses Gelehrten.&lt;br /&gt;
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Nehmen Sie an, man nähme zum Beispiel einen fünfundzwanzigjährigen Menschen und beobachtete genau - heute kann man solche Beobachtungen schon anstellen, ich brauche ja nur zu erinnern an das Röntgenwesen -, man beobachtete genau, wie sich gewisse Organe, sagen wir der Magen, von Jahr zu Jahr ändern, im Verlauf von zwei, drei, vier, fünf Jahren ändern; sie nehmen andere Konfigurationen an. Man kann das beschreiben, wie es der Physiker macht, indem er die aufeinanderfolgenden Zustände der Erde vergleicht und dann berechnet, wie nach Jahrmillionen diese Erde ausschauen muß. Nun kann man auch beim Menschen das anstellen: man beobachtet, wie sich, sagen wir, Magen oder Herz von Jahr zu Jahr ändern; dann berechnet man, wie, sagen wir, nach zweihundert Jahren der Mensch ausschauen muß nach diesen Veränderungen. Man bekommt ein ebensogut fiindiertes Resultat heraus, wenn man ausrechnet, wie der Mensch nach zweihundert Jahren ausschauen muß, wenn man die einzelnen Anschauungen richtig zusammenrechnet, nur ist der Mensch dann längst gestorben, er ist nicht mehr da!&lt;br /&gt;
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Sie sehen, was ich meine. Es handelt sich darum, daß man in dem einen Fall aus der unnlittelbaren Erfahrung heraus weiß: solche Rechnerei entspricht nicht der Wirklichkeit, weil nach zweihundert Jahren der menschliche Leib mit diesen Veränderungen nicht mehr da wäre, bei der Erde stellt man aber diese Berechnung an. Man beachtet aber nicht, daß die Erde nach zwei Jahrmillionen eben als physisches &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Wesen auch längst gestorben ist, nicht mehr da ist; daß also die ganze gelehrte Berechnerei über diesen Zustand gar keinen Wirklichkeitswert hat, weil die Wirklichkeit, auf die sie angewendet ist, nicht mehr da ist.&lt;br /&gt;
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Die Sachen gehen sehr weit. Sie können ja ebensogut beim Menschen wie nach vorwärts auch nach rückwärts rechnen, könnten rechnen, wie der Mensch nach den kleinen Veränderungen von zwei Jahren vor zweihundert Jahren ausgeschaut hat, aber er war noch nicht da! Aber nach derselben Methode ist die Kant-Laplacesche Theorie gebildet, jene Theorie, welche annimmt, daß einstmals ein Nebelzustand da war, der aus dem gegenwärtigen Zustand berechnet ist. Die Rechnung stimmt ganz gut, die Wahrnehmungen sind ganz richtig, nur - für den Geistesforscher stellt sich das hin, daß damals, als dieser ganze Urnebel dagewesen sein soll, die ganze Erde noch nicht geboren war, das ganze Sonnensystem noch nicht vorhanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Berechnungen nur heranziehen, um Ihnen zu zeigen, wie das ganze innere Seelenleben aus der Abstraktion herauskommen muß, wie es untertauchen muß in die lebendige Wirklichkeit, wie die Vorstellungen selber lebendig werden müssen. Ich habe in meinem Buch «Vom Menschenrätsel», das vor zwei Jahren erschienen ist, unterschieden zwischen wirklichkeitsgemäßen und unwirklichkeitsgemäßen Vorstellungen. Kurz, worauf es ankommt, das ist, daß der Geistesforscher hinweisen muß darauf, daß sein Weg ein solcher ist, daß die Erkenntnismittel, die er gebraucht, erst erweckt werden müssen, daß er erst seine Seele umgestalten muß, um in die geistige Welt hineinschauen zu können. Dann kommen die Ergebnisse in einer solchen Form, daß man sehen kann: der Geistesforscher spekuliert nun nicht, ob die Seele unsterblich sei, ob die Seele durch Geburt und Tod durchgehe, sondern sein Forschungsweg führt ihn zu dem Ewigen in der Menschenseele, zu dem, was durch Geburten und Tode geht; sein Forschungsweg zeigt ihm, was im Menschen als Ewiges lebt. Also er sucht das Objekt, das Ding, das Wesen selber auf. Hat man das Wesen, so kann man an diesem Wesen seine Eigenschaften erkennen, so wie man an der Rose die Farbe erkennt. Daher entsteht oftmals der Schein, als ob der Geisteswissenschafter nur behaupte, &lt;br /&gt;
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es sei so, denn er muß, indem er Belege angibt, immer darauf hinweisen, auf welchem Wege man zu diesen Dingen kommt; er muß gewissermaßen da anfangen, wo die andere Wissenschaft aufhört. Dann aber ist ein wirkliches Eindringen möglich in diejenigen Gebiete, die, ich möchte sagen, den Tod ebenso zu ihrem Ausgangspunkt haben, wie das auf naturwissenschaftlichem Feld Befindliche die Geburt und die Jugend zum Ausgangspunkte hat. Nur muß man sich klar sein darüber, daß dieser Tod keineswegs bloß dieses, die äußeren sinnlichen Anschauungsformen abschließende Ereignis ist, als das er gewöhnlich angeschaut wird, sondern daß er etwas ist, das teil hat am Dasein» so wie die Kräfte, welche mit der Geburt ins Leben gerufen werden, teil haben am Dasein. Wir begegnen dem Tode nicht nur, indem er uns als einmaliges Ereignis ergreift, sondern wir tragen die Kräfte des Todes in uns - abbauende Kräfte, immerfort abbauende Kräfte -, so wie wir die Kräfte der Geburt, oder die uns bei der Geburt gegebenen, als aufbauende Kräfte in uns tragen.&lt;br /&gt;
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Um dies einzusehen, muß man allerdings an einem Grenzorte zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft wirklich Forschungen anstellen können. Ich kann ja heute von manchem natürlich nur Ergebnisse anführen, will ja auch nur anregen; sollte ich dasjenige in allen Einzelheiten ausführen, womit ich anregen will, so müßte ich viele Vorträge halten. Man muß sich also, wenn man das Angedeutete verfolgen will, an einen Grenzort begeben zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Man glaubt so vielfach und hat es geglaubt - heute ist die Wissenschaft meistens über diese Dinge schon hinaus, nur die populären Weltanschauungsbewegungen stehen noch auf einem Standpunkte, den die Wissenschaft schon vor Jahrzehnten verlassen hat -, man glaubt so vielfach, dieses menschliche Nervensystem, dieser menschliche Nervenapparat sei einfach ein Werkzeug fiir das Denken, Fühlen, Wollen, kurz, für das seelische Erleben. Derjenige, der mit solchen Seelenorganen, mit Geistaugen, Geistohren, wie ich sie wenigstens ptinzipiell beschrieben habe, erkennen lernt das seelische Leben, der es erst wirklich entdeckt, dieses seelische Leben, der weiß, daß sprechen: das Gehirn sei ein Werkzeug für das Denken - ebenso ist, wie wenn man sagt: Ich gehe über einen Weg, &lt;br /&gt;
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der vielleicht aufgeweicht ist, ich trete meine Fußspuren hinein. Diese Fußspuren findet nachher einer, er will sie erklären. Wie erklärt er sie? Er erklärt sie dadurch, daß er sagt: Unten in der Erde sind allerlei Kräfte, die auf und ab schwingen und die dadurch, daß sie auf und ab schwingen, dieseFußspuren erzeugen, - was gar nicht auf Kräfte in der Erde zurückgeht, die diese Fußspuren erzeugen, denn ich habe sie hineingetragen, aber man kann meine Spuren genau darinnen nachweisen! - So erklären die Physiologen heute, daß dasjenige, was in dem Gehirn vorgeht, aus dem Gehirn kommt, weil jedem Denken, Vorstellen, Fühlen etwas in dem Nervensystem entspricht. Geradeso wie meine Spuren meinen Fußtritten entsprechen, so entspricht wirklich im Gehirn etwas demjenigen, was die Seele als Eindrücke hat. Aber die Seele hat es erst eingedrückt. Ebensowenig wie die Erde das Organ ist für mein Gehen oder die Fußspuren, ebensowenig wie sie diese herausbildet, ebensowenig ist das Gehirn das Organ für allerlei Vorgänge von Denken oder Vorstellen. Und so wie ich nicht gehen kann ohne Boden - ich kann nicht in der Luft gehen, ich brauche den Grund, wenn ich gehen will -, so ist das Gehirn notwendig; aber nicht weil es das Seelische hervorbtingt, sondern weil das Seelische den Grund und Boden braucht, auf dem es sich, solange der Mensch zwischen Geburt und Tod im Leibe lebt, ausdrückt. Es hat also gar nichts zu tun mit dem allem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die heute so glänzend verstandene Naturwissenschaft erfährt ihre vollständige Aufklärung, wenn dieser Umschwung im Denken eintreten wird, den ich hiermit angedeutet habe, der allerdings ein radikalerer ist als der der Kopernikanischen Weltanschauung gegenüber der Weltanschauung, die man früher gehabt hat, aber der vor der wirklichen Weltanschauung so berechtigt ist, wie die Kopernikanische Weltanschauung gegenüber der früheren berechtigt war. Dann, wenn man auf seelenforscherischem Wege vorwärtsdringt, dann findet man auch, daß die Vorgänge im Gehirn, im Nervensystem, welche dem Seelenleben entsprechen, nicht aufbauende sind, nicht etwas sind, was dadurch da ist, daß die produktive, die wachsende, die gedeihende Tätigkeit im Nervensystem so vorhanden ist wie im übrigen Organismus. Nein! Sondern dasjenige, was die Seele &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollführt im Nervensystem, das ist abbauende Tätigkeit, das ist in der Tat während unseres wachen Bewußtseins außerhalb des Schlafes abbauende Tätigkeit. Und nur dadurch, daß das Nervensystem so in uns eingelagert ist, daß es von dem übrigen Organismus immer wieder aufgefrischt wird, kann die abbauende, die auflösende, die zerstörende Tätigkeit, die vom Denken aus eingreift in unser Nervensystem, immer wieder ausgeglichen werden. Abbauende Tätigkeit ist da, Tätigkeit, welche ganz genau qualitativ dieselbe ist wie diejenige, die der Mensch auf einmal durchmacht, wenn er stirbt, wenn der Organismus ganz aufgelöst wird. Der Tod lebt fortwährend in uns, indem wir vorstellen. Ich möchte sagen, atomistisch geteilt lebt der Tod fortwährend in uns; und der einmalige Tod, der uns ergreift, er ist nur summiert dasjenige, was fortwährend abbauend in uns arbeitet, allerdings wiederum ausgeglichen wird, nur sind die Ausgleiche so, daß eben zuletzt auch der spontane Tod hervorgerufen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß den Tod begreifen als eine Kraft, die im Organismus wirkt, so wie man die Lebenskräfte begreift. Sehen Sie sich aber heute die auf ihrem Gebiete durchaus berechtigte Naturwissenschaft an, so werden Sie finden: sie sucht nur die aufbauenden Kräfte. Dasjenige, was abbaut, das entzieht sich ihr. Daher kann auch das aus dem Abbauenden wieder Neuerstehende, nun immerfort jetzt nicht leiblich - denn das Leibliche wird eben abgebaut -, sondern geistig-seelisch sich wieder Aufbauende von der äußeren Naturwissenschaft nicht beobachtet werden, denn es fällt fortwährend aus der Beobachtung heraus und wird nur derjenigen Beobachtung zugänglich, die so vorgeht, wie ich es vorhin beschrieben habe. Dann zeigt sich allerdings, daß, währenddem wir unser Leben dahinbringen, unsere gesamte Seelentätigkeit nicht nur zugeordnet ist dem Grund und Boden, auf dem sie sich entwickeln muß und den sie sogar abbaut, insofern sie vorstellt, insofern sie tätig ist, sondern daß diese gesamte Seelentätigkeit auch zugeeignet ist einer geistigen Welt, die uns immer umgibt, in der wir mit unserem Seelisch-Geistigen so drinnenstehen, wie wir drinnenstehen mit unserem physischen Leibe in der sinnlich-physischen Welt. Eine wirkliche Beziehung des Menschen zu der geistigen Welt, die alles durchdringt, was physisch ist, zu der wirklichen, &lt;br /&gt;
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konkreten, realen geistigen Welt, wird also durch die Geisteswissenschaft angestrebt.&lt;br /&gt;
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Dann ergibt sich allerdings die Möglichkeit, weiter zu beobachten, wie dasjenige, was da in uns wirkt und webt als Seelisches, das in den Grenzen, die ich geschildert hatte, abbaut, ein zusammengehöriges Ganzes ist. Dasjenige, was ich Seelenentwickelung genannt habe, dringt vor vom gewöhnlichen Bewußtsein zum schauenden Bewußtsein. Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel». Dieses schauende Bewußtsein entwickelt die Möglichkeit, imaginative Erkenntnisse zu haben. Diese imaginativen Erkenntnisse geben nicht das, was äußerlich sinnlich ist, sondern sie geben am Menschen selber - ich will von der andern Welt jetzt absehen -, sie geben am Menschen selber dasjenige, was an ihm nicht sinnlich wahrnehmbar ist. Ich habe in der letzten Zeit, damit kein Mißverständnis entstehe, dieses, was zunächst von einer solchen geweckten Erkenntnis wahrgenommen werden kann, Bildekräfteleib genannt. Das ist jener übersinnliche Leib des Menschen, welcher tätig ist während unseres ganzen Lebens, von der Geburt, oder sagen wir Empfängnis, bis zu unserem physischen Tode, welcher auch der Träger unserer Erinnerungen ist, welcher aber als übersinnliche Wesenheit mit einer übersinnlichen Außenwelt in Verbindung steht. So daß unser sinnliches Leben mit seinem übrigen Bewußtsein nur wie eine Insel dasteht, aber rings um diese Insel herum und sogar diese Insel durchdringend, liegt die Beziehung des menschlichen Bildekräfteleibes mit der übersinnlichen Außenwelt. Da kommen wir allerdings dazu, alle Vorstellungswelt - jetzt nicht anders als wie ich es geschildert habe - in Zusammenhang zu bringen mit dem physischen Gehirn, das den Grund und Boden dafür abgibt; aber wir kommen dazu, einzusehen, daß der Bildekräfteleib der Träger der menschlichen Gedanken ist, daß sich die Gedanken entwickeln in diesem Bildekräfteleib, daß der Mensch, indem er denkt, in diesem Bildekräfteleib lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders ist es schon, wenn wir vorschreiten zu einem andern Seelenerlebnis, zu dem Fühlen. Unser Fühlen, auch unsere Affekte, unsere Leidenschaften stehen in einem andern Verhältnis zu unserem Seelenleben als unser Denken. Der Geistesforscher findet, daß die Gedanken, &lt;br /&gt;
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die wir uns gewöhnlich machen, an den Bildekräfteleib gebunden sind, nicht aber unsere Gefühle, nicht aber unsere Affekte. Diese Gefühle und Affekte leben in uns in einer viel unterbewußteren Art; dafür stehen sie aber auch mit etwas weit Umfassenderem im Zusammenhang als mit unserem Leben zwischen Geburt und Tod. Nicht als ob der Mensch in diesem Teile seines Lebens, von dem ich jetzt spreche, gedankenlos wäre; alle Gefühle sind von Gedanken durchdrungen; aber die Gedanken, von denen die Gefühle durchdrungen sind, kommen dem Menschen in der Regel nicht in das gewöhnliche Bewußtsein hinein, sie sind unter der Schwelle dieses Bewußtseins. Dasjenige, was als Gefühl heraufwogt, das ist gedankendurchsetzt, aber diese Gedanken sind weiterausgreifend, denn man findet sie nur, wenn man zu einem noch höheren Bewußtsein vorschreitet in der schauenden Erkenntnis: zu dem, was - ich denke nicht an abergläubische Vorstellungen -, was ich das inspirierte Bewußtsein nenne. Das Genauere darüber können Sie in meinen Büchern nachlesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertieft man sich nun in das, was eigentlich dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber so schläft, wie der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen schläft mit Bezug auf die gewöhnlichen sinnlichen Vorstellungen, so sieht man es heraufwogen, wie in den Schlaf hinein die Träume wogen. So wogen in der Tat die Gefühle herauf, es klingt paradox, aber es ist so: aus dem Tieferen der Seele. Aber dieses Tiefere der Seele, das der inspirierten Erkenntnis zugänglich ist, das ist dasjenige, was da lebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; das ist dasjenige, was eingetreten ist in den physischen Zusammenhang durch unsere Empfängnis, oder sagen wir Geburt, was durch die Pforte des Todes tritt und unter andern Bedingungen ein geistiges Dasein hat, bis der Mensch wieder geboren wird. Wer mit inspirierter Erkenntnis wirklich hineinschaut in dasjenige, was in der Gefühlswelt lebt, der sieht nicht nur den Menschen zwischen Geburt und Tod, der sicht den Menschen auch in den Zeiten, die die Seele durchlebt frischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nicht nur so einfach hingestellt: so ist es eben, - sondern es ist darauf hingewiesen, wie die Kräfte in der Seele entstehen, welche die Gefühle, Affekte, Leidenschaften so anzusehen vermögen, daß man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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in ihnen drinnen lebt. So wie man in der Pflanze dasjenige sieht, was durch die Keimeskräfte entstanden ist, so sieht man etwas, was nicht mit unserer Geburt oder Empfängnis entsteht, sondern was aus einer geistigen Welt herausgekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß sehr wohl, wieviel sich von der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung gegen eine solche Vorstellung einwenden läßt. Es werden diejenigen, die bekannt sind mit solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauungen, leicht sagen: Ja, da kommt er und schildert in dilettantischer Weise, daß diese Glieder seiner Seele, die er umfassen will, aus einer geistigen Welt herauskommen; schildert die besonderen Konfigurationen, Farben der Gefühle so, als ob in diesen Gefühlen auf der einen Seite der Hinweis wäre auf unser vorgeburtliches Leben, und auf der andern Seite wieder etwas, was so wäre, wie der Keim der Pflanze dasjenige ist, was in der Pflanze des nächsten Jahres sein wird. Kennt denn dieser Mensch nicht - werden die Leute sagen - die wunderbaren Vererbungsgesetze, die durch die Naturwissenschaft heraufgebracht sind? Weiß er denn nicht alles, was diejenigen wissen, welche die Wissenschaft der Vererbungsmerkmale erst schufen, welche erst zusammenprägten alles das, was die Kenntnis der Vererbungsmerkmale hervorgerufen hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist auf der einen Seite die Tatsache, auf welche Naturwissenschaft hinweist, ganz richtig, so stecken doch in der Entstehung der Vererbung unsere Kräfte, durch die wir uns durch Jahrhunderte vorbereiten und die wir herunterschicken, so daß sich aus Voreltern und Eltern jene Konstellationen herausbilden, welche zuletzt zu dem materiellen Ergebnis führen, mit dem wir uns dann umhüllen, indem wir aus der geistigen Welt in die physische heruntersteigen. Wer wirklich gerade die wunderbaren Ergebnisse der neueren Vererbungsforschung ins Auge faßt, der wird finden, daß das, was Geisteswissenschaft nur auf eine ganz andere Weise, ich möchte sagen, auf dem entgegengeseuten Wege, von der Seele aus findet, vollständig bestätigt wird gerade durch die Naturwissenschaft; während das, was die Naturwissenschaft selber sagt, gar nicht durch die Naturwissenschaft bestätigt wird. Das kann ich nur andeuten.&lt;br /&gt;
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Und wenn wir dann eintreten in jenes Gebiet, das man als den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willen bezeichnet, so entzieht sich das ja sehr dem, was der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewußtsein hat. Was weiß der Mensch selbst über das, was in ihm vorgeht, wenn der Gedanke: Ich will etwas haben - sich zu einer Handbewegung gestaltet? Der eigentliche Willensvorgang schläft im Menschen. Mit Bezug auf die Gefühle und Affekte konnte man wenigstens sagen, der Mensch träumt im Menschen. Deshalb ist die Frage über die Freiheit eine so schwierige, weil der Wille schlafend ist dem gewöhnlichen Bewußtsein gegenüber. Über das, was in, dem Willen vorgeht, kommt man nur zu einer Erkenntnis, indem man im schauenden Bewußtsein bis zum wirklichen intuitiven Bewußtsein gelangt, nicht dem verschwommenen alltäglichen, intuitiv genannten Bewußtsein, zu dem, was ich in meinen Schriften die drei Stufen: imaginatives, inspiriertes und intuitives Erkennen genannt habe. Da kommt man hinein in das Willensgebiet, in dasjenige, was in uns wirken, leben soll. Das muß erst aus den unterseelischen Tiefen heraufgeholt werden. Dann aber findet man, daß allerdings dieses Willenselement daneben noch - der gewöhnliche Gedanke steht für sich - von Gedanken, von Geistigem durchsetzt ist. Aber so wie wir den Willen in uns tragen, wirkt in diesen Willen hinein jetzt nicht nur das, was wir in der geistigen Welt erlebt haben, was in unsere Gefühle, in unsere Affekte hinein wirkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern es wirkt dasjenige, was wir in vorigen Erdenleben erlebt haben. In die Willensnatur des Menschen wirken hinein die Impulse früherer Erdenleben. Und in dem, was wir im gegenwärtigen Wollen entwickeln, heranzüchten, möchte ich sagen, leben die Impulse für folgende Erdenleben. So daß das gesamte Menschenleben für die wirkliche Geistesforschung zerfällt in solche Leben, die zwischen der Geburt und dem Tod liegen, und in solche, welche - weil das ganze physische Dasein aus der Welt heraus gebaut werden muß - in weit längeren Zeiträumen in der geistigen Welt erlebt werden. Aus solchen Leben, wiederholten Erdenleben, wiederholten geistigen Leben, setzt sich das gesamte menschliche Leben zusammen. Dies ist nicht eine Phantastik, nicht ein Einfall, sondern etwas, das man findet, wenn man wirklich auf das Ewige, Unvergängliche in der Menschenseele lernt das Geistesauge hinzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Diese Dinge schließen nicht die menschliche Freiheit aus. Ebensowenig wie es meine Freiheit ausschließt, wenn ich mir dieses Jahr ein Haus baue, in dem ich nach zwei Jahren wohnen werde - ich werde darinnen ein freier Mensch sein, trotzdem ich dieses Haus für mich gebaut habe -, so bestimmen die einen Erdenleben die andern, die folgenden vor. Aber nur mißverstandene Auffassung könnte das als eine Beeinträchtigung des menschlichen Freiheitsgedankens hinstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt man allmählich in geistiger Forschung an die geistigen Tatsachen heran, indem man ausgeht von dem Tode. Auch im einzelnen ergibt diese Beobachtung das Mannigfaltigste, wenn man den Tod der Geistesforschung so zugrunde legt, wie man die Geburt und das Keimesleben der physischen Forschung zugrunde legt. Ich will nur einiges anführen, weil ich nicht im Unbestimmten herumreden möchte, sondern konkrete Ergebnisse der anthroposophlschen Geistesforschung anführe. Wir können unterscheiden im gewöhnlichen Geistesleben zwischen dem gewaltsam eintretenden Tode durch äußere Veranlassung und dem Tod, der von innen heraus, sei es durch Krankheit von innen heraus, sei es durch Altern, eintritt. Wir können also verschiedene Arten des Todes unterscheiden. Geistesforschung, die konkret auf die Natur des Todes eingeht, findet folgendes: Nehmen wir zum Beispiel den gewaltsamen Tod, der in ein Leben hereintritt, sei es dadurch, daß man verunglückt, oder auf irgendeine andere Weise, kurz, gewaltsam. Das ist der Hereintritt eines Ereignisses, das das Leben in diesem Erdendasein auflöst. Von diesem einmaligen Eintritt des Todes hängt ebenso die Entwickelung des Geistbewußtseins für die geistige Welt nach dem Tode ab, wie von den Kräften, die uns bei der Geburt gegeben werden, die Grundlage abhängt - in der Weise aber wie ich es geschildert habe - dafür, daß wir im Leben ein Bewußtsein entwickeln können. Andersartig ist das Bewußtsein, das wir nach dem Tode entwickeln: Das Bewußtsein, das wir hier auf Erden entwickeln, steht auf dem Boden des Nervensystems, so wie ich auf dem Boden stehe, wenn ich auf dem Boden gehe; in der geistigen Welt begründet ist das Bewußtsein nach dem Tode ein andersartiges, aber durchaus ein Bewußtsein. Wenn der Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, so ist das nicht nur etwas, &lt;br /&gt;
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was hereingreift in seine Vorstellungen. Das gewöhnliche Bewußtseinsvorstellen schließt ja mit dem Tode ab, ein anderes Bewußtsein beginnt, aber es greift herein in seinen Willen, von dem wir gesehen haben, daß er herübergeht in folgende Erdenleben. Der Geistesforscher hat die Mittel, in einem Erderileben zu untersuchen, was da auftreten kann, wenn in einem vorigen Erdenieben ein gewaltsamer Tod eingetreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man über solche Dinge heute spricht, so weiß man selbstverständlich, daß allerlei Menschen sagen: Das ist töricht, kindisch, phantastisch. - Aber die Ergebnisse sind ebenso gesicherte wissenschaftliche - nur solche bringe ich vor - wie die der Naturwissenschaft. Wenn ein gewaltsamer Tod in ein Leben eingreift, so zeigt sich dieses im nächstfolgenden ErdenIeben so, daß dieser Tod nachwirkt, indem er in ganz bestirniten Lebensjahren des nächstfolgenden Lebens irgendwie eine Richtungsänderung des Lebens hervorbringt. Es werden jetzt schon Forschungen angestellt über Seelenleben; nur werden sie in der Regel so angestellt, daß man nur das Alleräußerlichste dabei berücksichtigt. In manchen Menschenleben tritt in einem bestimmten Augenblicke dieses Lebens etwas ein, was das ganze Schicksal des Menschen ändert, was ihn auf andere Lebenswege bringt, wie innerlich herausgefordert. In Amerika nennt man solche Dinge «Bekehrungen», weil man Namen haben will für sie; aber wir brauchen nicht immer an Religiöses zu denken; der Mensch kann in andere Lebeuswege, in eine bleibende Änderung seiner Willensrichtung hineingedrängt werden. Solch eine radikale Änderung einer Willensrichtung bat ihren Ursprung in einem gewaltsamen Tode seines vorhergehenden Lebens. Denn wie sehr häufig dasjenige, was im Tode auftritt, gerade für die Mitte des nächsten Lebens wichtig ist, das zeigt sich der konkreten Forschung. Tritt der Tod spontan aus dem Innern durch Krankheit oder durch Altern auf, so hat der Tod viel mehr als für das nächste Erdenleben eine Bedeutung für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte diese Beispiele anführen, damit Sie sehen, daß man nicht im Unbestimniten herumredet, sondern in der Tat über Einzelheiten, die im Zusammenhange des Lebens auftreten, ganz bestimmte Anschauungen&lt;br /&gt;
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gewinnen kann. Und so ist es, daß in der Tat die Geistesforschung neu, selbst auch für diejenigen, die überzeugt sind von der Unsterblichkeit der Menschenseele, in das Bewußtsein hereinbringt, daß man nicht nur im allgemeinen von Unsterblichkeit zu reden hat, sondern daß durch das Begreifen des Ewigen in der Menschenseele das Menschenleben als solches begreiflich wird. All die sonderbaren Vorgänge, die man beobachtet, wenn man Sinn hat für seelischen Lebensverlauf, für den Verlauf des seelischen Lebens im Menschen, all die wunderbaren Ereignisse, sie stellen sich hinein, wenn man weiß, man hat es zu tun mit wiederholten Erdenleben und wiederholten geistigen Leben. In der geistigen Welt - ich sage das nur wie in Parenthese - steht der Mensch mit geistigen Wesenheiten, nicht nur mit den Mitmenschen, die ihm schicksalsmäßig nahegetreten sind und die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind, sondern auch mit andern geistigen Wesen so in Beziehung, wie er hier mit den drei Reichen, dem Pflanzenreich, dem Mineralreich, dem Tierreich in Beziehung steht. Der geistige Forscher redet von einzelnen bestimmten Geistern, einzelnen bestimmten geistigen Wesenheiten, von einer konkreten, individualisierten geistigen Welt, wie wir hier von individualisierten Pflanzenwesen und Tierwesen und Menschenwesen reden, insofern sie zwischen Geburt und Tod physische Wesen sind. Was vor allen Dingen den Menschen erschüttern kann - es ist schwierig über die Dinge so zu sprechen, daß sie in einer neuen Weise wie aus grauer Geistestiefe heraustreten -, das ist, was dann eintritt, wenn die Erkenntnis selber in einer ganz bestimmten Weise an die menschliche Seele herantritt. Sie haben aus dem, was ich gesagt habe, gesehen, daß man Erkenntnis über die geistige Welt gewinnen kann. Diese Erkenntnisse haben tiefe Bedeutung für die menschliche Seele; sie machen gewissermaßen aus dieser menschlichen Seele etwas anderes. Es greift ein in das Leben der Seele, gleichgültig ob man Geistesforscher ist oder ob man nur das, was vom Geistesforscher erforscht ist, gehört hat, verstanden hat, es aufgenommen hat; es ist gleichgültig, es kommt nicht darauf an, es selbst erforscht zu haben: man kann es auch begreiflich finden. Alles kann man begreiflich finden, wenn man es nur genügend durchdringt. Man braucht es nur aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu haben. Dann tritt es aber, wenn man es in seiner vollen Wesenheit erfaßt, so in dieses menschliche Seelenleben herein, daß man sich eines Tages eines sagt, daß es bedeutungsvoller ist als alle andern Ereignisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann Schweres, Trauriges erlebt haben, das einen erschüttert hat, Freudiges, was einen erhoben hat, Erhabenes - man braucht nicht stumpf zu sein dagegen, wenn man etwa Geistesforscher oder Geist-Erkenner ist, man kann alles so voll empfindend miterleben wie die andern Menschen, die noch nicht Geistesforscher sind -, aber wenn man in seiner vollen Wesenheit durchdringt, was die GeistErkenntnis der Seele gibt und sich die Frage zu beantworten vermag: Was hat die Seele von diesen geistigen Ergebnissen? - wenn man sich voll sagt, was die Seele geworden ist durch die geistige Erkenntnis, dann wird dieses Ereignis wichtiger als alle andern Schicksale, als alle andern Schicksalserlebnisse, die an den Menschen herantreten. Nicht daß die andern kleiner werden, aber dieses wird größer als die andern. Die Erkenntnis selbst tritt dann schicksalsmäßig durch das menschliche Seelenleben herein. Tritt so die Erkenntnis durch das menschliche Seelenleben herein, dann fängt man an, das menschliche Schicksal als solches zu verstehen: von da aus leuchtet das Licht, das das menschliche Schicksal aufklärt. Man sagt sich von diesem Momente ab: Hat man so rein im Geistigen dieses Schicksalserlebnis, dann wird einem erklärlich, wie man schicksalsmäßig in das Leben hereingestellt ist, wie unser Schicksal an den Fäden hängt, die sich herausspinnen aus vorhergehenden Leben, vorhergehenden Erdenleben und Leben zwischen Tod und neuer Geburt, die sich wieder hineinspinnen aus diesem Leben in ein folgendes Leben. - Und man sagt sich: Das gewöhnliche Bewußtsein durchträumt sein Schicksal nur; das gewöhnliche Bewußtsein nimmt sein Schicksal hin, ohne es zu verstehen, wie man den Traum hinnimmt. Das schauende Bewußtsein, zu dem man erwacht, wie man aus dem Traum zum gewöhnlichen Bewußtsein erwacht, das gewinnt auch ein neues Verhältnis zum Schicksal. Das Schicksal wird erkannt als dasjenige, was mitarbeitet an unserem umfassenden Leben, an dem Leben, das durch Geburten und Tode geht.&lt;br /&gt;
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Es ist die Sache nicht in der trivialen Weise aufzufassen, als wenn der Geistesforscher nun sagen würde: Dein Unglück hast du selbst verschuldet - nein, das wäre nicht nur ein Verkennen, es wäre sogar eine Verleumdung der Geistesforschung. Ein Ünglück braucht sogar gar nicht aus dem vorhergehenden Leben irgendwie verursacht zu sein. Es kann spontan eintreten; es wird nur seine Folgen für das folgende und auch alles Leben zwischen den Erdenleben haben, weil wir sehr häufig sehen, daß aus Unglück, aus Leid und Schmerz dasjenige herauswächst, was andersgestaltetes Bewußtsein in der geistigen Welt ist. Aber Sinn kommt in unser ganzes Leben hinein, Verständnis auch für unser Schicksal, das wir sonst nur durchträumen, das wir nun verstehen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines tritt vor allem hervor, wenn diese Geisteserkenntnis ins Auge gefaßt wird. Man kann nicht etwa dann noch sagen: Nun ja, nach dem Tode mag die Seele in ein anderes Leben eintreten, aber das kann man ja abwarten. Hier nehme man das Leben, wie es sich im physischen Leib darbietet; was nach dem Tode ist, das kann man ja abwarten. - Die Sache ist eine Bewußtseinsfrage. Allerdings steht das, was nach dem Tode eintritt, in einem Zusammenhänge mit dem Leben, das wir durchleben im Leibe. So wie wir hier durch unseren Leib in gewissem Sinne das Bewußtsein haben, das wir eben im gewöhnlichen Wachzustande haben, so haben wir nach dem Tode ein Bewußtsein, das sich jetzt nicht räumlich aus dem Nervensystem aufbaut, sondern das sich zeitlich aufbaut, im Zurückschauen aufbaut. So wie unser Nervensystem gewissermaßen die Widerlage und der Gegenschlag ist für unser gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod, so bildet eine Grundlage für unser Bewußtsein in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was schon hier in unserem Bewußtsein sitzt. Und so wie wir hier die Welt um uns haben, so haben wir, wenn wir gestorben sind, gerade unser Leben als wichtiges Organ vor uns. Daher hängt viel ab von dem Bewußtsein im physischen Leib, das sich hineinerstrecken kann in das Bewußtsein, das nach dem Tode an uns herantritt. Wer zum Beispiel, wie es oftmals den Denkgewohnheiten der Gegenwart entspricht, sich nur beschäftigt mit physischen Vorstellungen, die durch die Sinne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
aufgefaßt sind, der bekommt in sein Bewußtsein, auch in sein Erinnerungsvermögen, in all dasjenige, was sich in seiner Seele abspielt, nur Vorstellungen aus dem gewöhnlichen Leben: auch er baut sich eine Welt auf nach dem Tode. Die Umgebung baut man sich auf durch das, was man innerlich ist. So wie einer, der physisch in Europa geboren ist, nicht Amerika um sich herum sehen kann, so wie man durch das, worin man hineingeboren ist leiblich, seine Umgebung erhält, so bestimmt man gewissermaßen die Umgebung, den Ort seines Daseins durch das, was man im Leibe sich gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir den extremen Fall, der aber nicht leicht bei einem Menschen eintreten kann, daß jemand sich gewehrt hat gegen alle übersinnlichen Vorstellungen, Atheist geworden ist, auch von seiten der Religion her nicht einmal ein Gefühl aufgenommen hat, daß er sich damit auch nur beschäftigen wolle - ich weiß, daß ich etwas sehr Paradoxes sage, aber es hat auch gute geisteswissenschaftliche Unterlagen: er verurteilt sich dazu, in der Erdensphäre zu bleiben, mit seinem Bewußtsein dazubleiben, während der andere, der geistige Vorstellungen aufgenommen hat, in eine geistige Umgebung versetzt wird. Derjenige aber, der nur sinnliche Vorstellungen aufgenommen hat, verurteilt sich, in der sinnlichen Umwelt zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man gedeihlich wirken kann im physischen Leib, weil man gewisserraaßen in dem physischen Leib die Schutzhülle hat gegen die Umwelt, wie man gedeihlich wirken kann, wenn man im physischen Leib in der physischen Welt anwesend ist, so wirkt man ungedeihlich, wenn man nach dem Tode in der physischen Welt anwesend bleibt. Mit physischen Vorstellungen in dem Bewußtsein nach dem Tode wird man zum Zerstörer. - Ich habe schon bei dem Vererbungs problem angedeutet, wie die Kräfte des Menschen, wenn er in der geistigen Welt ist, eingreifen in die physische Welt. Wer sich selber durch sein bloßes physisches Bewußtsein verurteilt, in der physischen Welt zu bleiben, der wird zum Zentrum von zerstörenden Kräften, die in dasjenige eingreifen, was im Menschenleben und im übrigen Welterileben geschieht. Solange wir im Leibe sind, mögen wir bloß sinnliche Gedanken, materialistische Gedanken haben: der Leib ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ein Schutz. Oh, er ist in einem viel höheren Maße, als wir es denken, ein Schutz! Es ist sehr sonderbar, aber dem, der hineinschaut in den ganzen Zusammenhang der geistigen Welt, ist eines klar: Wenn der Mensch nicht durch seine Sinne abgeschlossen wäre von der Umwelt, wenn die Sinne nicht zurückhalten würden, da er im gewöhnlichen Bewußtsein nicht fähig ist, lebendige Begriffe aufzunehmen, sondern die abgetöteten, die ihn zurückhalten sollen von dem Eindringen in die geistige Umgebung, wenn der Mensch unmittelbar wirksam machen könnte seine Vorstellungen, wenn er sie nicht bloß als innerliche in sich hätte, nachdem schon die Dinge durch die Sinne gegangen sind, so würde der Mensch auch hier in der physischen Welt, wenn er sein Vorstellungsleben entwickelt, durch seine Vorstellungen tötend, lähmend wirken. Denn diese Vorstellungen sind in einer gewissen Weise zerstörerisch, abbauend für alles das, was sie ergreifen. Nur weil diese Vorstellungen in uns zurückgehalten werden, sind sie nicht abbauend, bauen sie nur ab, wenn sie in Maschinen zum Ausdruck kommen, in Werkzeugen, die ja auch ein Totes aus der lebendigen Natur heraus sein müssen. Das ist zwar nur ein Bild, das aber einer Wirklichkeit entspricht. Aber wenn der Mensch eintritt in die geistige Welt mit bloß physischen Vorstellungen, wird er ein Zentrum der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So habe ich diese eine Vorstellung als ein Beispiel nur für viele anzuführen, daß wir nicht sagen dürfen: Wir können warten -, sondern daß es in des Menschen Wesenheit liegt, ob er sinnliche oder übersinnliche Vorstellungen entwickelt, so oder so sich vorbereitet das folgende Leben. Dieses ist freilich ein ganz anderes, aber es wird herausentwickelt aus dem Leben hier; das ist das Wesentliche, was man überschauen muß. Mancherlei tritt einem anders entgegen aus der Geisteswissenschaft, als man vermutet. Deshalb muß ich am Schlusse noch einige Bemerkungen machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sehr leicht der Glaube entstehen, daß derjenige, der nun in die geistige Welt eintritt, unbedingt selber ein Geistesforscher werden müsse. Das ist nicht nötig, obwohl ich beschrieben habe in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» so viel von dem, was die Seele aus sich machen muß, damit sie wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eintreten kann. Und es kann es heute bis zu einem gewissen Grade jeder, aber es braucht es nicht jeder. Das, was man als Seelisches entwickelt hat, ist eine rein innerliche Angelegenheit; das aber, was daraus entsteht, ist, daß die erforschten Wahrheiten in Begriffe geformt werden, daß man in solche Vorstellungen, wie ich sie heute entwickelt habe, einkleidet, was der Geistesforscher geben kann. Dann kann es mitgeteilt werden. Für das, was der Mensch braucht, ist es ganz gleichgültig - ich spreche damit ein Gesetz der Geistesforschung aus -, ob man die Dinge selber erforscht hat, oder ob man sie von anderer glaubwürdiger Seite erhalten hat. Es kommt nicht darauf an, die Dinge selbst zu erforschen, sondern es kommt darauf an, daß man sie in sich hat, daß man sie in sich entwickelt hat. Es ist daher eine irrtürnliche Vorstellung, wenn man glaubt, ein jeder müsse ein Geistesforscher werden. Der Geistesforscher wird nur heute das Bedürfnis haben, wie ich selber das Bedürfnis gehabt habe, über seinen Forschungsweg gewissermaßen Rechenschaft zu geben. Und nicht nur aus dem Grunde, weil heute bis zu einem gewissen Grade jeder ohne allen Schaden den Weg gehen kann, den ich beschrieben habe, sondern auch, weil jeder berechtigt ist zu fragen: Wie hast du es gemacht, daß du zu solchen Resultaten gekommen bist? - daher habe ich diese Dinge beschrieben. Und ich glaube, daß auch jeder, der nicht ein Geistesforscher werden will, wenigstens sich überzeugen wird wollen, wie der Geistesforscher zu den Resultaten kommt, die ja heute jeder braucht, der im Sinne der heutigen menschlichen Entwickelung die Grundlage legen will für das Leben, das sich in den Menschenseelen entwickeln muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heute die Zeit vorüber, die in alten Zeiten bezüglich der Geistesforschung da war, wo man so sehr zurückgehalten hat dasjenige, was Seelenentwickelung bewirkt hat. Es war in alter Zeit streng verboten, das Verborgene mitzuteilen. Auch heute noch halten diejenigen, die von diesen Geheimnissen des Lebens wissen - es sind ja ihrer nicht wenige -, mit diesen Dingen zurück. Wer bloß als Schüler diese Dinge bekommen hat von einem andern Lehrer, der wird unter allen Umständen nicht gut tun, die Dinge weiterzugeben! Es ist heute nur ratsam, dasjenige weiterzugeben, worauf man selber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gekommen ist, was man selber erforscht hat. Das aber kann und muß der übrigen Menschheit dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann schon aus den wenigen kurzen Andeutungen, die ich heute geben konnte, hervorgehen, was für den einzelnen Menschen Geistesforschung sein kann; aber sie ist nicht bloß für den einzelnen Menschen von Bedeutung. Und um dieses andere zum Schlusse mit ein paar Worten wenigstens anzudeuten, möchte ich auf etwas hinweisen, was recht wenig heute berücksichtigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine eigentümliche Erscheinung, auf die ich aufmerksam machen möchte in der folgenden Art: Wir haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine gewisse naturwissenschaftliche Richtung groß heraufkommen sehen, es ist die an den Namen &#039;&#039;Darwin&#039;&#039; sich knüpfende Erklärung der Lebewesen. Begeisterte, gelehrte Forscher, begeisterte Schüler haben diese Dinge durch die Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Ich habe vielleicht auch hier schon darauf aufmerksam gemacht, was da für ein eigentümliches Faktum eingetreten ist. In den sechziger Jahren schon war die Sache so, daß unter der Führung &#039;&#039;Haeckels&#039;&#039; eine mächtige Weltanschauungsbewegung entstanden war, welche alles Alte über den Haufen werfen und die ganze Weltanschauung umgestalten wollte nach darwinistischen Begriffen. Heute gibt es noch immer zahlreiche Leute, welche hervorheben, wie groß und bedeutend es gewesen wäre, wenn man nicht mehr eine weisheitsvolle Weltenlenkung hätte, sondern daß aus mechanistischen Kräften heraus im Sinne des Darwinismus das Werden alles hätte erklärt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1869 trat &#039;&#039;Eduard von Hartmann&#039;&#039; auf mit seiner «Philosophie des Unbewußten» und wendete sich gegen den rein äußerlich die Welt auffassenden Darwinismus, indem er auf die Notwendigkeit innerer Kräfte, wenn auch in unzulänglicher Weise - Geistesforschung hatte er nicht -, in bloß philosophischer Weise hinwies. Selbstverständlich waren diejenigen, welche begeistert waren vom Heraufkommen des Darwinismus, bereit, zu sagen: Nun, der Philosoph ist ein Dilettant, man braucht nicht auf ihn zu hören. - Gegenschriften erschienen, in denen man spöttisch über den Dilettanten Eduard von Hartmann &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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redete: der wahre, gelehrte Naturforscher braucht auf solche Dinge nichts zu geben.&lt;br /&gt;
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Da erschien auch eine Schrift von einem Anonymus, die diese Schrift von Eduard von Hartmann glänzend widerlegte. Mit dieser Schrift waren die Naturforscher und diejenigen, die in ihrem Sinne dachten, recht einverstanden, denn Eduard von Hartmann wurde vollständig widerlegt. Alles, was man da vorbringen konnte, recht gelehrt aus dem Fond der Naturwissenschaft heraus, wurde in dieser Schrift von einem Ungenannten gegen Eduard von Hartmann vorgebracht - geradeso wie heute vieles vorgebracht wird gegen Geistesforschung. Und siehe da, die Schrift wurde sehr beifällig aufgenommen. Haeckel sagte: Das hat einmal ein wirklicher Naturforscher geschrieben gegen diesen Dilettanten Eduard von Hartmann; da sieht man, was ein Naturforscher kann; ich selber könnte nichts Besseres schreiben. Er nenne sich uns, und wir betrachten ihn als einen der Unsrigen. - Kurz, die Naturforscher haben für diese Schrift, die ihnen sehr zugute kam, recht Propaganda gemacht, so daß sie bald vergriffen war. Eine zweite Auflage war nötig. Da nannte sich der Verfasser: es war Eduard von Hartmann!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hat einmal jemand der Welt eine Lektion erteilt, die wichtig war. Derjenige nämlich, der heute erleben muß als Geistesforscher, was gegen Geistesforschung geschrieben ist, könnte nämlich alles das aus dem kleinen Finger sich saugen ohne viel Mühe, was gegen die Geisteswissenschaft vorgebracht wird. Eduard von Hartmann konnte auch alles das, was die Naturforscher gegen ihn vorbrachten, sich schon selber sagen - und er tat es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies nur als Einleitung. Worauf es mir ankommt ist das: &#039;&#039;Oscar Hertwig&#039;&#039; ist einer der bedeutendsten Schüler Haeckels, der den emsigen und ehrlichen und großen Forscherweg der Naturwissenschaft beschritten hat. Hertwig hat im vorigen Jahre ein sehr schönes Buch geschrieben. Das Buch heißt «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», und darin weist er hin auf solche Dinge, wie sie schon Eduard von Hartmann vor gebracht hat. Solch eine Sache ist eigentlich ziemlich ohne Beispiel da: daß schon die nächste Generation, diejenige, die noch unter dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Meister aufgewachsen ist, abkommen muß von etwas, wovon man glaubte, daß es eine ganze Weltanschauung aufbauen, daß es auch über die geistige Welt Aufschluß geben könne. Ein guter Darwinist widerlegt den Darwinismus! Aber er tut noch mehr; und das ist es, worauf es mir zum Schlusse ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig schreibt am Schlusse seines so ausgezeichneten, schönen Buches «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», so etwas wie eine Weltanschauung, wie der Darwinismus es war, stehe nicht bloß als ein theoretisches Gebäude da, sondern greife ein in das ganze Menschenieben, umfasse gewissermaßen das auch, was die Menschen tun, wollen, fühlen und denken. Er sagt: «Die Auslegung der Lehre Darwins, die mit ihren Unbestimmtheiten so vieldeutig ist, gestattete auch eine sehr vielseitige Verwendung auf anderen Gebieten des wirtschaftlichen, des sozialen und des politischen Lebens. Aus ihr konnte jeder, wie aus einem delphischen Orakelspruch, je nachdem es ihm erwünscht war, seine Nutzanwendungen auf soziale, politische, hygienische, medizinische und andere Fragen ziehen und sich zur Bekräftigung seiner Behauptungen auf die Wissenschaft der darwinistisch umgeprägten Biologie mit ihren unabänderlichen Naturgesetzen berufen. Wenn nun aber diese vermeintlichen Gesetze keine solchen sind, sollten da bei ihrer vielseitigen Nutzanwendung auf andere Gebiete nicht auch soziale Gefahren bestehen können? Man glaube doch nicht, daß die menschliche Gesellschaft ein halbes Jahrhundert lang Redewendungen, wie unerbittlicher Kampf ums Dasein, Auslese des Passenden, des Nützlichen, des Zweckmäßigen, Vervollkommnung durch Zuchtwahl etc. in ihrer Übertragung auf die verschiedensten Gebiete, wie tägliches Brot, gebrauchen kann, ohne in der ganzen Richtung ihrer Ideenbildung tiefer und nachhaltiger beeinflußt zu werden! Der Nachweis für diese Behauptung würde sich nicht schwer aus vielen Erscheinungen der Neuzeit gewinnen lassen. Eben darum greift die Entscheidung über Wahrheit und Irrtum des Darwinismus auch weit über den Rahmen der biologischen Wissenschaften hinaus.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Leben überall zeigt sich dasjenige, was in einer solchen Theorie zutage tritt. Dann entsteht die Frage, die auch ins Leben eingreift, von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem Gebiete der Geisteswissenschaft her. Wir leben heute in einer traurigen, in einer für die Menschheit tragischen Zeit. Es ist die Zeit, die herausentwickelt ist doch aus den menschlichen Vorstellungen, aus den menschlichen Ideen. Derjenige, der die Zusammenhänge geisteswissenschaftlich studiert, weiß es, der kennt den Zusammenhang desjenigen, was uns jetzt äußerlich gegenübertritt mit dem, was die Menschheit jetzt an Tragischem erlebt. Man erlebt gar vieles; die Menschen glauben zu wissen, sie glauben mit ihren Begriffen die Wirklichkeit zu umspannen - sie umspannen sie nicht. Und dadurch, daß sie sie nicht umspannen, weil mit naturwissenschaftlich gearteten Begriffen nie die Wirklichkeit umspannt werden kann, dadurch wächst ihnen die Wirklichkeit über den Kopf und zeigt ihnen, indem die Ereignisse den Menschen über den Kopf wachsen, daß die Menschen wohl eintreten können in solche Ereignisse, aber dann dasjenige Chaos entsteht, von dem wir in der Gegenwart umgeben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft entsteht nicht nur - wie es ja wahr ist - durch eine innere Notwendigkeit; sie würde entstanden sein durch eben diese innere Notwendigkeit, wenn die äußeren Ereignisse auch nicht als ein großartiges, gewaltiges Zeichen jetzt dastehen würden. Daß die alten Weltanschauungen zwar auf naturwissenschaftlichem Gebiete groß sind, daß sie aber niemals auf sozialem, auf rechtlichem, auf politischem Gebiete in die Welt gestaltend eingreifen können, daß die Wirklichkeit die Menschen überwächst, wenn sie das wollen, das ist es, was von der andern Seite her in gewaltigen Zeichen auf die Geisteswissenschaft hinweist, die wirklichkeitsgemäße Begriffe sucht, Begriffe, die der Wirklichkeit entlehnt sind und daher auch fähig sein werden, auf sozialem, auf politischem Gebiete die Welt zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag noch so sehr mit den Begriffen, die außerhalb der Geisteswissenschaft heute üblich sind, glauben aus dem Chaos herauszukommen, man wird es nicht; denn in der Wirklichkeit waltet der Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil der Mensch mit seinen Handlungen selbst in diese Wirklichkeit eingreift im sozialen, im politischen Leben, so braucht er, um zu fruchtbaren Begriffen auf diesem Gebiete zu kommen, solche Vorstellungen, solche Empfindungen, solche Willensimpulse, welche aus dem Geiste herausgeholt sind. Politik und Sozialwissenschaft, sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden in der Zukunft dasjenige brauchen, wozu allein Geisteswissenschaft die Grundlage legen kann. Das ist dasjenige, was auch für die heutige Zeitgeschichte von ganz besonderer Wichtigkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, selbst kann heute in diesem Vortrage, der schon lang genug geworden ist, nur einzelne Anregungen geben wollen. Hinweisen darauf will ich nur, daß dasjenige, was als Geisteswissenschaft heute in systematischer Ordnung auftritt, von den Besten gewollt ist. Käme es allein auf mich an, so würde ich diese Geisteswissenschaft mit einem besonderen Namen belegen. Denn seit mehr als reichlich dreißig Jahren arbeite ich zu immer größerer und größerer Ausgestaltung diejenigen Vorstellungen aus, die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat in seiner großartigen Metamorphosenlehre, wo er schon den Begriff lebendig zu machen versuchte gegenüber den toten Begriffen. Das war, dazumal nur elementar möglich. Wenn man aber Goethe nicht nur bloß historisch nimmt, wenn man ihn als einen noch Gegenwärtigen betrachtet, so gestaltet sich heute gerade die Goethesche Metamorphosenlehre um zu demjenigen, was ich lebendige Begriffe nenne, die dann den Weg in die Geisteswissenschaft finden. Goetheanismus möchte ich am liebsten dasjenige nennen, was ich mit der Geistesforschung meine, weil es auf den gesunden Grundlagen einer Wirklichkeitsauffassung beruht, wie sie Goethe gewollt hat. Und den Bau in Dornach, der dieser Geistesforschung gewidmet sein soll, und durch den diese Geistesforschung mehr bekanntgeworden ist, als sie vielleicht ohne ihn bekanntgeworden wäre, ich möchte ihn am liebsten Goetheanum nennen, damit man sehen würde, daß dasjenige, was als Geistesforschung heute auftritt, in vollem, gesundem Entwickelungsprozeß der Menschheit drinnensteht. Freilich sagen heute noch viele, die da glauben, auch sich zur Goetheschen Weltanschauung zu bekennen: Goethe war derjenige, der die Natur vor allen Dingen als das Höchste anerkannte und auch den Geist aus der Natur hervorgehen ließ. - Nun, Goethe hat schon als ganz junger Mann gesagt: «Gedacht hat sie und sinnt beständig»; sinnt beständig, wenn auch nicht als Mensch, sondern als Natur. Mit demjenigen Naturalismus, der die Natur durchgeistigt denkt wie Goethe - man kann mit ihm einverstanden sein, wenn man auch Geistesforscher ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und denjenigen, die da immer glauben, man müsse an den Grenzen der Erkenntnis stehenbleiben, könne da nicht weiter, denen kann mit Goethes Worten wohl erwidert werden - und lassen Sie mich daher diese Worte noch am Schlusse anfügen, die Goethe gebrauchte gegenüber einem andern verdienten Forscher, der die &#039;spätere Kantsche Anschauung vertrat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur -&lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein gegenüber hat Goethe die Worte gestellt, die da bedeuteten, daß Goethe wohl wußte, daß wenn der Mensch den Geist in sich selber erweckt, er auch den Geist in der Welt findet, und sich als Geist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ins Innere der Natur &lt;br /&gt;
Dringt kein erschaffner Geist.&lt;br /&gt;
Glückselig, wem sie nur&lt;br /&gt;
Die äußere Schale weist! - &lt;br /&gt;
So hör ich schon an die sechzig Jahre wiederholen &lt;br /&gt;
Und fluche darauf - aber verstohlen -, &lt;br /&gt;
Natur hat weder Kern noch Schale, &lt;br /&gt;
Alles ist sie mit einemmale.&lt;br /&gt;
Dich prüfe du nur zu allermeist, &lt;br /&gt;
Ob du selbst Kern oder Schale seist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft will dahin wirken, daß der Mensch sich ernsthaftig prüfen lernt, ob er selbst Kern oder Schale sei. Und er ist Kern, wenn er sich in seiner vollen Wirklichkeit erfaßt. Erfaßt er sich als Kern, dann dringt er auch vor bis zum Geist der Natur; dann wird in der Entwickelung der Menschheit mit Bezug auf die Geistesforschung etwas Ähnliches eintreten, wie es eintreten mußte, als Kopernikus vom Sichtbaren auf das Nichtsichtbare sogar für dieses Sichtbare selbst hingewiesen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Übersinnliche aber wird sich die Menschheit dazu bequemen müssen, in sich selber dieses Übersinnliche zu erfassen. Man &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
braucht dazu kein Geistesforscher zu werden; man muß aber alle Vorurteile hinwegräumen, welche sich vor die Seele lagern, wenn dasjenige verstanden werden soll, was die Geistesforschung gerade aus einer solchen Goetheschen Gesinnung heraus meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wollte ich nur als ein paar Anregungen heute geben. Man kann von diesem Gesichtspunkte aus wenigstens immer nur anregen; denn wollte man ausführen dasjenige in allen Einzelheiten, müßte man viele Vorträge halten. Aber ich glaube, diese wenigen Ausführungen werden genügt haben, um zu zeigen, daß etwas herausgeholt werden soll aus dem Entwickelungsprozesse der Menschheit, das diese Seele des Menschen erst zum vollen Leben erweckt. Niemand braucht zu glauben, daß er die Seele verkümmert, daß er irgend etwas ersterben läßt in sich, auch das religiöse Leben nicht. Denn geradeso wie Goethe gesagt hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;centered&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt&lt;br /&gt;
Hat auch Religion,&lt;br /&gt;
Wer jene beiden nicht besitzt,&lt;br /&gt;
Der habe Religion!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so darf man sagen, so wie sich die Denkweise der neueren Zeit entwickelt: Wer geisteswissenschaftliche Wege finden wird, wird den Weg zum wahren religiösen Leben auch finden; wer aber den geisteswissenschaftlichen Weg nicht findet, von dem kann befürchtet werden, daß er auch für die Zukunft den für die Menschheit so nötigen religiösen Weg verliert!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DAS GEHEIMNIS DES DOPPELGÄNGERS. GEOGRAPHISCHE MEDIZIN St. Gallen, 16. November 1917 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden bemerkt haben, daß in dem gestrigen öffentlichen Vortrage etwas gesagt wurde, das sehr bedeutungsvoll ist für die Auffassung geistiger Erkenntnisse innerhalb des Menschenlebens. Ich habe angedeutet, wie diejenigen Menschen, welche in der Gegenwart hier auf dem physischen Plane vorzugsweise nur aufnehmen Vorstellungen, die aus der Sinneswelt kommen, oder gewonnen sind mit dem Verstande, der sich an die Sinneswelt bindet, der von etwas anderem nichts wissen will als von der Sinnenwelt, wie solche Menschen nach ihrem Tode gewissermaßen gebunden sind an ein Umgebung, welche noch stark hereinfällt in die irdische, in die physische Region, in welcher der Mensch in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode ist. So daß durch solche Menschen, die also durch ihr Leben innerhalb des physischen Leibes sich nach dem Tode noch lange Zeit hereinbannen in die irdisch-physische Welt, zerstörende Kräfte innerhalb dieser physischen Welt geschaffen werden. Mit einer solchen Sache berührt man tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse des menschlichen Lebens, solche Geheimnisse, welche durch Jahrhunderte, Jahrtausende kann man sagen, gewisse okkulte Gesellschaften sorgfältig behütet haben, weil sie - wir wollen heute nicht untersuchen, mit welchem Rechte - behauptet haben, daß die Menschen nicht reif seien zum Empfange solcher Wahrheiten, solcher Geheimnisse, und daß durch das Bekanntwerden große Verwirrung gestiftet würde. Über das Recht, solche tief einschneidenden, für das Leben so bedeutungsvollen Wahrheiten zurückzuhalten vor den Menschen und sie nur im engeren Kreise von okkulten Schulen zu pflegen, über dieses Recht wollen wir uns heute weniger aussprechen. Aber gesagt werden muß, daß die Zeit herangerückt ist, in welcher die Menschheit im weiteren Kreise nicht sein kann und nicht sein darf ohne die Mitteilungen gewisser Geheimnisse über die übersinnliche Welt von der Art, wie das gestern erwähnt wurde. Ja, es wird immer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weiter und weiter gegangen werden müssen in der öffentlichen Mitteilung solcher Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es auch in gewissen Grenzen in früheren Zeiten, in denen die Menschheit in andern Bedingungen gelebt hat, berechtigt war, solche Geheimnisse zurückzuhalten, jetzt wäre die Sache nicht mehr berechtigt, denn jetzt steht der Mensch - wir wissen, es ist die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit -, jetzt steht der Mensch in Lebensbedingungen, in denen er durch die Pforte des Todes unbedingt als ein solcher Zerstörer treten würde, wenn er sich nicht hier im Leben immer mehr und mehr umsehen würde nach Vorstellungen, nach Begriffen und Ideen, die von übersinnlichen Dingen handeln. Man kann daher nicht sagen, daß die Menschen Recht haben, die behaupten: Nun ja, was nach dem Tode kommt, das kann man ja abwarten. Nein, wissen muß man zwischen der Geburt und dem Tode von gewissen Dingen der geistigen Welt in der Art, wie es gestern angedeutet worden ist, um mit diesen Vorstellungen, mit diesen Ideen durch die Pforte des Todes zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten der Menschheitsentwickelung war das anders. Sie wissen, daß bis ins 16. Jahrhundert, bis zum Auftauchen der Kopernikanischen Weltanschauung, die Menschen ganz anderes geglaubt haben über das Weltengebäude. Nun ist es selbstverständlich notwendig gewesen für den menschlichen Fortschritt, auch für das Hereindringen der menschlichen Freiheit in die Menschheitsentwickelung, daß die Kopernikanische Weltanschauung gekommen ist, geradeso wie jetzt die Geisteswissenschaft kommen muß. Aber mit derjenigen physischen Weltanschauung, die die Menschen vor dem Kopernikanismus gehabt haben - man kann sie heute meinetwillen falsch nennen -, mit dieser Anschauung über das physische Weltengebäude, daß die Erde stillsteht, die Sonne sich um den Erdenhimmel herum bewegt, die Sterne sich um die Erde bewegen, daß jenseits des Sternenhimmels eine geistige Sphäre ist, in der die geistigen Wesenheiten wohnen, mit dieser Anschauung vom Weltengebäude konnten die Menschen noch durch die Pforte des Todes gehen, ohne zurückgehalten zu werden als Gestorbene in der irdischen Sphäre. Diese Weltanschauung bewirkte noch nicht, daß die Menschen, wenn sie &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch die Pforte des Todes gingen, zu Zerstörern in der irdischen Sphäre wurden. Erst das Hereinbrechen des Kopernikanismus, erst die Vorstellung, daß die ganze Welt, die im Raume ausgebreitet ist, auch nur von Raumesgesetzen beherrscht ist, die Vorstellung erst dieser Kopernikanischen Art, die Erde um die Sonne kreisen zu lassen, die fesselt den Menschen an das physisch-sinnliche Dasein und verhindert ihn nach dem Tode, in die geistige Welt entsprechend aufzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute auch diese Kehrseite der Kopernikanischen Weltanschauung kennenlernen, nachdem durch Jahrhunderte darauf vorbereitet worden ist, das großartig Fortschrittliche der Kopernikanischen Weltanschauung immer wieder und wiederum vor die Seele der Menschen hinzustellen. Das eine ist ebenso berechtigt wie das andere. Wenn auch das eine heute noch als Klugheit gilt - es ist freilich eine recht philiströse Klugheit schon geworden, daß die Kopernikanische Weltanschauung die allein seligmachende Lehre ist -, aber wenn das auch noch heute die Klugheit ist und das andere, daß der Mensch durch diese Kopernikanische Weltanschauung nach dem Tode an die Erde gefesselt wird, wenn er sich nicht eine geistige Vorstellung davon macht, wie man sie heute in der Geisteswissenschaft haben kann, für die heutigen Menschen zwar noch eine Torheit ist, eine Narrheit: aber es ist eben eine Wahrheit. Sie wissen ja schon aus der Bibel, daß manches, was vor den Menschen eine Torheit ist, eine Weisheit ist vor den Göttern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, so ändert er sein Bewußtsein. Es wäre eine ganz falsche Vorstellung, zu glauben, daß der Mensch nach dem Tode bewußtlos würde. Diese sonderbare Vorstellung ist sogar in manchen Kreisen, die sich «theosophische» nennen, verbreitet. Es ist ein Unsinn. Im Gegenteil, das Bewußtsein wird ein viel mächtigeres, wird ein viel intensiveres, aber es ist ein andersartiges. Selbst schon gegenüber den gewöhnlichen Vorstellungen der physischen Welt muß gesagt werden, daß die bewußten Vorstellungen nach dem Tode etwas anderes sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen kommt der Mensch nach dem Tode zusammen mit denjenigen Menschen, mit denen er durch das Leben karmisch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
verknüpft ist. Also es kann so sein, daß der Tote in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt vielen Menschenseelen begegnet, durch die er durchgeht - denn dort herrscht Durchgänglichkeit, nicht Undurchdringlichkeit -, an denen er sich vorbeibewegt, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf; sie sind für ihn nicht da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sind diejenigen, zu denen er irgendwelche karmische Verbindung hat. Daß wir immer mehr und mehr hineinwachsen in einen allgemeinen Weltenzusammenhang, auch nach dem Tode, das müssen wir uns erwerben durch das Leben hier auf der Erde. Und die Begründung von rein auf das Geistige gebauten Gesellschaften ist schon eine Aufgabe der Gegenwart und der Zukunft. Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen. Und wir können sagen, wenn wir uns rein befassen mit dem, was heute so vieffach propagandistisch betrieben wird: Vereinigungen werden ja für alles mögliche gestiftet, aber wenn sie auch aus noch so großem Enthusiasmus hervorgehen, geistigen Angelegenheiten sind sie oftmals wirklich sehr wenig gewidmet. Man denkt durch manche Vereinigungen die Erde allmählich in ein irdisches Paradies zu verwandeln, na, vor diesen drei Kriegsjahren waren auch schon zahlreiche solche Vereinigungen auf der Erde begründet, in denen die Menschen daran gearbeitet haben, Europa allmählich in ein soziales Paradies zu verwandeln! Das, was jetzt da ist, spricht nicht sonderlich dafür, daß die Dinge so gehen, wie man sie meint dirigieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite aber ist allerdings das Zusammenwirken der physischen Welt mit der geistigen komplizierter. Und dennoch muß gesagt werden: Wenn unter dem Lichte spiritueller Wissenschaft Vereinigungen gegründet werden, so arbeiten die Menschen dadurch mit, nicht nur an der Welt der Wirkungen, sondern an der Welt der Ursachen, die hinter den sinnlichen Wirkungen liegen. - Mit diesem Gefühle muß man sich durchdringen, wenn man richtig verstehen will das unendlich tief Bedeutsame, das gerade in dem Zusammenleben in spiritueller Arbeit in der Gegenwart und in der Zukunft der Menschheit geleistet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist nicht etwas, was aus irgendeiner bloßen Vereinsmeierei hervorgehen kann, sondern dies ist eine heilige Aufgabe, welche von den die Welt dirigierenden göttlich-geistigen Wesenheiten in die Menschheit der Gegenwart und der Zukunft hineingelegt werden sollte. Denn gewisse Vorstellungen werden die Menschen doch über die übersinnliche Welt aufnehmen müssen, weil aus der sinnlichen Welt immer weniger und weniger übersinnliche Vorstellungen kommen werden. Ich möchte sagen, aus der sinnlichen Welt werden gerade durch die fortschreitende Naturwissenschaft die übersinnlichen Vorstellungen immer mehr und mehr ausgetrieben werden. Daher würden die Menschen sich allmählich von der geistigen Welt ganz ausschließen, wenn sie keine übersinnlichen, keine geistigen Begriffe aufnehmen würden. Sie würden sich dazu verurteilen, nach dem Tode ganz und gar mit dem, was bloße physische Erde ist, sich zu verbinden; mit dem auch zu verbinden, was die physische Erde wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Erde wird ein Leichnam in der Zukunft, und die Menschen stünden vor der furchtbaren Perspektive, sich zu verurteilen dazu, in der Zukunft einen Leichnam zu bewohnen als Seele, wenn sie nicht sich dazu entschließen würden, in die spirituelle Welt sich eirizuleben, in der spirituellen Welt Wurzel zu fassen. Es ist eine ernste, eine bedeutungsvolle Aufgabe, welche dem Betrieb der Geisteswissenschaft gestellt ist. Das müssen wir uns gewissermaßen jeden Tag einmal als einen heiligen Gedanken vor die Seele rufen, damit wir nimmermehr verlieren können den Eifer für diese berechtigte Angelegenheit der Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und solche Vorstellungen, die sich vermehren und vermehren können, wenn wir mitmachen dasjenige, was über diese geistige Welt an vielen Begriffen nun schon hereingekommen ist aus der geistigen Welt in unsere geistige Strömung, all das, was an Begriffen uns da zukommt, das befähigt uns eben, uns frei zu machen von der Fesselung an das Irdische, an das Zerstörerische im Irdischen, um zu wirken aus andern Richtungen her. Wir bleiben ja deshalb doch mit den Seelen, die wir auf Erden zurückgelassen haben und mit denen wir karmisch verbunden sind, auch mit der Erde in Verbindung, aber von andern Orten her verbunden. Ja, wir sind sogar intensiver verbunden mit den auf der Erde zurückgelassenen Seelen, wenn wir gewissermaßen aus höheren geistigen Regionen mit ihnen verbunden sind, wenn wir nicht verurteilt sind durch ein rein materialistisches Leben - gewissermaßen auf der Erde zu spuken, wo wir dann nicht in Liebe verbunden sein können mit irgend etwas auf der Erde, sondern wo wir eigentlich nur zerstörerische Zentren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn wir hier unser Bewußtsein allmählich von der Kindheit auf entwickeln - nun, wir wissen, wie dieses Bewußtsein heranwächst, herangedeiht, das brauchen wir nicht zu schildern. Nach dem Tode herrschen ganz andere Vorgänge, um das Bewußtsein, das wir uns für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben müssen, allmählich wirklich zu erlangen. So wie wir auf der Erde herumgehen, Erfahrungen machen, Erlebnisse haben, so ist es nicht nach dem Tode; das haben wir gewissermaßen nicht notwendig. Was wir aber notwendig haben, das ist, daß wir das ungeheuer Intensive, das mit uns verbunden ist, wenn wir den physischen Leib verlassen haben, gewissermaßen von uns loslösen. Wir sind, indem wir durch die Pforte des Todes gehen, Verhältnisse zu ihr haben, mit jener geistigen Welt verwachsen, die wir hier durch die Geisteswissenschaft beschreiben. Wir beschreiben sie als die Welt der höheren Hierarchien: Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter, als die Welt der höheren Hierarchien und der Taten und Erlebnisse dieser Hierarchien. Hier ist die Welt außer uns; die Welt des Mineralreichs, des Pflanzenreichs, des Tierreichs ist in unserem Umkreise. Wenn wir durch die Pforte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Todes gegangen sind, da sind diese geistigen Wesenheiten, die wir in den höheren Hierarchien aufzählen, ja ihre Welten selbst in uns. Wir sind mit ihnen verbunden; wir können uns zunächst nur nicht von ihnen unterscheiden; wir leben in ihnen drinnen, indem sie uns erfüllen. Es ist das schon ein schwieriger Begriff, aber man muß sich ihn aneignen: Hier sind wir außerhalb der Welt, dort sind wir innerhalb der Welt. Unser Wesen breitet sich aus über die ganze Welt; aber wir können uns nicht unterscheiden. Wir sind gewissermaßen nach dem Tode vollgepfropft mit den Wesen der höheren Hierarchien und mit dem, was diese Hierarchien tun. Aber es handelt sich vor allen Dingen darum, daß wir die nächsten Hierarchien, von denen wir erfühlt sind, die Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai, loslösen können von den höheren Hierarchien. Wir kommen drüben gar nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein - von andern Gesichtspunkten habe ich in Zyklen und Vorträgen dieses Heranreifen des Ich-Bewußtseins ja schon geschildert -, aber wir kommen nicht zu einem ordentlichen Ich-Bewußtsein, wenn wir nicht in uns die Kraft finden können, drüben zu unterscheiden: Was ist in uns - Angelos? Elohim? Was ist ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, was ein Wesen aus der Hierarchie der Exusiai, der Formgeister? Wir müssen da drüben unterscheiden lernen, wir müssen die Kraft haben, loszulösen von dem, was mit uns verbunden ist, dasjenige, was wir erkennen wollen; sonst ist es in uns, steht nicht außer uns. Hier müssen wir mit dem, was draußen ist, zusammenkommen, es anschauen; dort müssen wir es von uns loslösen, damit wir mit ihm verbunden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, wie die Welt jetzt ist in der Menschheitsentwickelung, können wir dasjenige, was wir sonst wie schlafend nur in uns tragen würden, nur dadurch loslösen, daß wir uns spirituelle Begriffe aneignen; diese spirituellen Begriffe, die hier dem Menschen so unbequem sind, weil er sich ein bißchen anstrengen muß, mehr anstrengen muß als bei den gewöhnlichen Begriffen. Wenn er sich sie aneignet, entwickeln sie nach dem Tode eine ungeheure Kraft, durch die wir dort überhaupt erst die Fähigkeit gewinnen, die geistige Welt zu erkennen, zu durchschauen. Das ist sehr wichtig. Die Menschen finden es unbequem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute, sich spirituelle Begriffe anzueignen. Sie gehen gern in solche Veranstaltungen, wo man ihnen allerlei Lichtbilder, oder was sonst von der Art da ist, vorführt, damit sie möglichst wenig übersinnlich zu denken brauchen, alles nur sehen können, oder mindestens gehen sie gern zu Veranstaltungen, wo ihnen von Dingen erzählt wird, die sie sonst auch immer vor Augen haben. Aber die Anstrengung scheut heute der Mensch, sich zu erheben zu solchen Begriffen, die hier schwieriger sind, weil sie kein äußeres Objekt haben, weil ihr Objekt die Tatsachen sind, auf die sie sich beziehen in der übersinnlichen Welt. Aber dort drüben sind sie die Kräfte, die uns in Wirklichkeit die Welt erst geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So erwerben wir uns durch die spirituellen Ideen und Begriffe diejenige Weisheit, die wir brauchen, damit wir drüben ein Licht haben; sonst ist alles dunkel. Denn dasjenige, was hier als Weisheit angeeignet ist, ist drüben Licht, geistiges Licht. Weisheit ist geistiges Licht. Ja, damit es drüben nicht finster ist, brauchen wir Weisheit. Und wenn wir uns keine spirituellen Begriffe aneignen, so ist das eben das beste Mittel, drüben kein Licht zu haben. Aber wenn man kein Licht hat, so bewegt man sich weg aus der Sphäre, die man beleuchten sollte, und kommt eben zurück zur Erde und wandelt als Toter als zerstörendes Zentrum auf der Erde herum, kann dann höchstens ab und zu von einem schwarzen Magier dazu benützt werden, um die Inspiration zu liefern zu ganz besonderen Verrichtungen und zu zerstörerischen Werken auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit braucht man also, damit man Licht hat nach dem Tode. Aber man braucht nach dem Tode auch noch etwas anderes; man braucht nach dem Tode nicht nur die Fähigkeit, die Wesen loszulösen, so daß man sie überhaupt vor sich haben kann, die Wesen der geistigen Welt, man braucht nach dem Tode auch die Fähigkeit der Liebe, sonst würde man die Verhältnisse zu den Wesen, die man durch Weisheit schaut, nicht in der richtigen Weise entwickeln können. Man braucht Liebe. Aber die Liebe, die hier auf der Erde entwickelt wird und die im wesentlichen abhängig ist auch vom physischen Leibe, sie ist ein Gefühl, sie ist vom Atmungsrhythmus abhängig hier in der physischen Welt. Diese Liebe können wir auch nicht hinübernehmen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in die geistige Welt. Das Wäre eine vollständige Illusion, wenn man glauben würde, die Liebe, die man namentlich in der jetzigen Zeit hier entwickelt, die könne man in die geistige Welt hinübernehmen. Aber man nimmt alle Kraft der Liebe in die geistige Welt hinüber von dem, was man sich hier in der physischen Welt gerade durch die sinnenfällige Anschauung erwirbt, durch das Leben mit der physischen Wesenheit. Die Liebe wird schon angefeuert durch dasjenige, was sich hier in der physischen Welt an Verständnis für diese physische Welt entwickelt. Und gerade solche Erlebnisse wie die Weltanschauungserlebnisse mit der modernen Naturwissenschaft, wenn man sie als Empfindungen aufnimmt, die entwickeln für drüben die Liebe. Nur - die Liebe, die ist etwas, was hoch oder niedrig ist, je nach dem Gebiete, auf dem sie sich entfaltet. Wenn Sie durchgehen durch die Pforte des Todes und als ein zerstörendes Zentrum im Bereich der Erde bleiben müssen, so haben Sie zwar auch viel Liebe entwickelt - denn daß Sie es bleiben müssen, ist gerade eine Folge Ihres Verbundenseins mit rein naturalistischen Begriffen -, aber Sie verwenden diese Liebe auf das Zerstörungswerk, Sie lieben dann gerade das Zerstörungswerk, sind dazu verurteilt, sich selber zu beobachten, wie Sie das Zerstörungswerk lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Liebe wird etwas Edles, wenn der Mensch aufsteigen kann in höhere Welten und lieben kann dasjenige, was er sich erobert durch die spirituellen Begriffe. Vergessen wir nur ja nicht: Liebe ist etwas, was niedrig ist, wenn es in einer niedrigen Sphäre wirkt, was edel und hoch und geistig ist, wenn es in einer höheren, in einer geistigen Sphäre wirkt. Das ist das Wesentliche, worauf es ankommt. Wenn man sich dessen nicht bewußt wird, so überschaut man die Dinge durchaus nicht in der richtigen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind solche Begriffe vom Leben des Menschen nach dem Tode, die heute sich der Mensch aneignen muß. Es genügt nicht mehr für die gegenwärtige Menschheit, und insbesondere wird es nicht genügen für die Menschheit der nächsten Zukunft, daß ihnen die Prediger sagen, sie sollen dies oder jenes glauben, sie sollen sich vorbereiten für das ewige Leben, wenn ihnen diese Prediger niemals sagen können, wie es eigentlich aussieht in dieser Welt, die der Mensch betritt, nachdem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er die Pforte des Todes durchschritten hat. In früheren Zeiten ging das, weil eben die naturwissenschaftlichen, die naturalistischen Begriffe noch nicht da waren, weil die Menschen noch nicht infiziert waren von den bloßen materiellen Interessen, die allmählich seit dem 16. Jahrhundert alles ergriffen haben; in früheren Zeiten ging es, daß man den Menschen nur in der Art, wie es die religiösen Bekenntnisse heute noch wollen, von der übersinnlichen Welt sprach. Heute geht das nicht mehr; heute verspinnen sich die Menschen oftmals - aus tiefem Mitleid mit der Menschheit muß man leider dieses sagen - gerade dadurch, daß sie in egoistischer Weise ihre ewige Seligkeit fördern wollen durch die religiösen Bekenntnisse: sie verspinnen sich dadurch gerade erst recht sehr in die physisch-sinnliche, in die naturalistische Welt und versperren sich den Aufstieg, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen sind. Da kommt man noch auf ein ganz anderes, was einen in die Notwendigkeit versetzt, ja recht tief zu betonen, daß Geisteswissenschaft in der Gegenwart und in der Zukunft von der Menschheit getrieben werden muß, wenn man gezwungen ist zu sagen: Bejammernswert sind diejenigen Menschen, die sich durch keine Geisteswissenschaft Vorstellungen für das Leben nach dem Tode verschaffen können. - Geisteswissenschaft ist zugleich etwas, was man aus Mitleid, aus innigem Mitgefühl mit den Menschen zu verbreiten trachten muß, weil es bejammernswert ist, wenn die Menschen sich sträuben - in ihrem Unverstande auch weiter sträuben - gegen das Herankommen an geisteswissenschaftliche Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen uns durchaus klar sein: die geistige Welt ist überall da. Bedenken Sie doch nur, die Welt, in der die Toten mit den Toten sind, diese übersinnliche Welt, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den zurückgelassenen Lebenden, die Fäden, welche die Toten verknüpfen mit den höheren Hierarchien, sie gehören zu der Welt, in der wir drinnenstehen. So wahr die Luft um uns ist, so wahr ist diese Welt immer um uns herum. Wir sind gar nicht geschieden von dieser Welt; wir sind nur durch Bewußtseinszustände geschieden von der Welt, die wir nach dem Tode beschreiten. Es muß dieses scharf betont werden; denn auch innerhalb unserer Kreise sind noch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht alle Freunde sich klar darüber, daß der Tote den Lebenden voll wiederfindet, daß wir nur geschieden sind, solange der eine hier im physischen Leib, der andere ohne den physischen Leib ist, aber daß alle diese Kräfte erworben werden müssen, welche uns mit den Toten zusammenbringen, dadurch daß wir sie von uns loslösen; sonst leben sie in uns, und wir können sie nicht gewahr werden. Dann auch, daß wir hinüberbringen müssen in die richtige Sphäre die Kraft der Liebe, die sich unter den naturalistischen Vorstellungen hier entwickelt, sonst wird diese Kraft für uns zu einer bösen Kraft drüben. Gerade die Liebe, die sich entwickelt unter den naturalistischen Vorstellungen, könnte sonst zu einer bösen Kraft werden. Eine Kraft ist an sich nicht gut oder böse; sie ist das eine oder das andere, je nachdem sie in dieser oder jener Sphäre auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ebenso wie wir mit dieser übersinnlichen Welt, in der die Toten sind, im Zusammenhange stehen, so ragt auch noch in anderer Weise die übersinnliche Welt in diese physisch-sinnliche herein. - Ja, die Welt ist kompliziert, und ihr Begreifen muß man sich langsam und allmählich aneignen. Aber man muß den Willen dazu haben, es sich anzueignen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Welt ragt in unsere Welt herein. Alles ist durchsetzt von der geistigen Welt. Im Sinnlichen ist überall auch ein Übersinnliches. Den Menschen muß ganz besonders interessieren jenes Übersinnliche, das mit seiner eigenen sinnlichen Natur zu tun hat. Nun bitte ich Sie, beachten Sie das Folgende ja recht gut, denn es ist eine hervorragend wichtige Vorstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir Menschen gliedern uns nach Leib, Seele und Geist, aber damit ist unsere Wesenheit lange nicht erschöpft. Unser Leib, unsere Seele, unser Geist sind gewissermaßen dasjenige, das uns zunächst als unser Bewußtsein angeht; aber es ist nicht alles dasjenige, was mit unserem Dasein in Beziehung steht. Keineswegs! Das, was ich jetzt sage, hangt mit gewissen Geheimnissen des Menschwerdens, der Menschennatur zusammen, die auch heute bekannt und immer bekannter werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch durch die Geburt ins irdische Dasein hereintritt, dann hat er, indem er seinen physischen Leib hat, nicht nur die Möglichkeit,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
seiner eigenen Seele ihr Dasein zu geben - ich bitte Sie, das wohl zu berücksichtigen -, sondern dieser physische Leib, ihn kennt ja der Mensch durchaus nicht ganz, was gehen da alles für Dinge vor im physischen Leib, von denen der Mensch nichts weiß! Er lernt ja allmählich erst kennen, und zwar noch dazu auf eine recht unzukömmliche Weise, durch Anatomie, Physiologie das, was in diesem Leib vorgeht. Wenn man warten müßte mit der Ernährung, bis man den Ernährungsvorgang begriffen hätte, man könnte nicht einmal sagen, die Menschen müßten verhungern; denn das ist gar nicht denkbar, daß man etwas weiß von dem, was die Organe zu tun haben, um die Nahrung zuzubereiten für den Organismus. Also der Mensch kommt recht sehr mit seinem Organismus, mit dem er sich bekleidet, in diese Welt herein, ohne daß er mit seiner Seele hinunterlangt in diesen Organismus. Dafür ist aber auch Gelegenheit vorhanden, daß kurze Zeit bevor wir geboren werden - nicht sehr lange bevor wir geboren werden -, außer unserer Seele noch ein anderes geistiges Wesen Besitz ergreift von unserem Leib, von dem unterbewußten Teil unseres Leibes. Das ist schon mal so: kurze Zeit bevor wir geboren werden, durchsetzt uns ein anderes, wir würden nach unserer Terminologie heute sagen, ein ahrimanisches Geisteswesen. Das ist ebenso in uns wie unsere eigene Seele. Diese Wesenheiten, welche ihr Leben gerade dadurch zubringen, daß sie die Menschen selber dazu benützen, um da sein zu können in der Sphäre, in der sie da sein wollen, diese Wesenheiten haben eine außerordentlich hohe Intelligenz und einen ganz bedeutsam entwickelten Willen, aber gar kein Gemüt, nicht das, was man menschliches Gemüt nennt. - Und wir schreiten schon so durch unser Leben, daß wir unsere Seele haben und einen solchen Doppelgänger, der viel gescheiter ist, sehr viel gescheiter ist als wir, sehr intelligent ist, aber eine mephistophelische Intelligenz hat, eine ahrimanische Intelligenz hat, und dazu einen ahrimanischen Willen, einen sehr starken Willen, einen Willen, der den Naturkräften viel näher steht als unser menschlicher Wille, der durch das Gemüt reguliert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben emmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre das Mysterium von Golgatha nicht geschehen, wäre der Christus nicht durch das Mysterium von Golgatha gegangen, so wäre es längst so auf der Erde, daß diese Wesenheiten sich die Möglichkeit erobert hätten, im Menschen auch drinnen zu bleiben, wenn dem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen der Tod karmisch vorbestimmt ist. Dann hätten sie überhaupt -über die menschliche Entwickelung auf der Erde den Sieg davongetragen, und sie wären Herren der menschlichen Entwickelung auf der Erde geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas von einer ungeheuer tiefgehenden Bedeutung: einzusehen diese Zusammenhänge zwischen dem Durchgehen des Christus durch das Mysterium von Golgatha und diesen Wesenheiten, die den Tod in der Menschennatur erobern wollen, aber ihn heute noch nicht vertragen können; die sich immer hüten müssen, im Menschenleibe zu erleben die Stunde, wo der Mensch vorbestimmt hat zu sterben, hüten müssen, seinen Leib über diese Todesstunde hinaus zu erhalten, das Leben seines Leibes über diese Todesstunde hinaus zu verlängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch über diese Sache, über die ich jetzt spreche, sind gewisse okkulte Brüderschaften längst unterrichtet, kennen die Dinge sehr gut und haben sie - wiederum wollen wir das Recht nicht untersuchen - der Menschheit vorenthalten. Heute ist die Sache so, daß es unmöglich ist, die Menschen nicht allmählich auszurüsten mit solchen Begriffen, die sie brauchen, wenn sie durch die Pforte des Todes geschritten sind. Denn alles das, was der Mensch hier erlebt, auch was er unter der Schwelle des Bewußtseins erlebt, das braucht er nach dem Tod, weil er zurückblicken muß auf dieses Leben und ihm dieses Leben ganz verständlich sein muß im Rückblicke, und weil es das Schlimmste ist, wenn er dieses nicht kann. Man hat aber keinen genügenden Begriff, um im Rückblicke dieses Leben zu verstehen, wenn man ein Wesen nicht beleuchten kann, das solchen Anteil nimmt an unserem Leben wie dieses ahrimanische Wesen, das vor unserer Geburt Besitz von uns ergreift und immer da ist, immer im Unterbewußten vor uns herumfiguriert, wenn man nicht immer wiederum Licht darauf hinwerfen kann. Denn Weisheit wird Licht nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wesen sind aber überhaupt sehr wichtig für das menschliche Lehen, und ihre Kenntnis muß allmählich die Menschen ergreifen und wird die Menschen ergreffen. Sie muß nur auf die richtige Weise die Menschen ergreifen; sie darf nicht nur etwa von solchen okkulten Brüderschaften in der Menschheit verbreitet werden, die eine Macht- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
frage daraus machen, und die dadurch ihre eigene Macht erhöhen wollen, und sie darf vor allen Dingen nicht ferner behütet werden zur Erhöhung der Macht gewisser egoistisch wirkender Brüderschaften. Die Menschheit strebt nach allgemeinem Wissen, und das Wissen muß ausgebreitet werden. Denn nicht mehr kann es in der Zukunft vom Helle sein, wenn okkulte Brüderschaften solche Dinge zur Ausbreitung ihrer Macht verwenden können. Die Kenntnis dieser Wesenheiten wird in den nächsten Jahrhunderten immer mehr und mehr die Menschen ergreifen müssen. Der Mensch wird in den nächsten Jahrhunderten Immer mehr und mehr wissen müssen, daß er einen solchen Doppelgänger in sich trägt, einen solchen ahrimanischen, mephistophelischen Doppelgänger in sich trägt. Der Mensch muß es wissen. Heute entwickelt allerdings der Mensch schon eine ganze Anzahl von Begriffen, die aber eigentlich blind sind, weil der Mensch doch noch nichts Rechtes mit ihnen anzufangen weiß. Begriffe, sage ich, entwickelt der Mensch heute, die erst auf eine richtige Basis gestellt werden können, wenn sie mit dem, was als Tatsache ihnen zugrunde liegt, zusarnmengebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und hier eröffnet sich etwas, was in der Zukunft wirklich getrieben werden muß, wenn nicht das Menschengeschlecht unendlich Hemmendes, unendlich Schreckliches eigentlich erleben soll. Denn dieser Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der ist nichts mehr und nichts weniger als der - Urheber aller physischen Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten, und ihn ganz kennen, ist Organische Medizin. Die Krankheiten, die spontan, nicht durch äußere Verletzungen, sondern spontan von innen heraus im Menschen auf- treten, sie kommen nicht aus der menschlichen Seele, sie kommen von diesem Wesen. Er ist der Urheber aller Krankheiten, die spontan aus dem Innern hervortreten; er ist der Urheber aller organischen Krankheiten. Und ein Bruder von ihm, der allerdings nicht ahrimanisch, sondern luziferisch geartet ist, der ist der Urheber aller neurasthenischen und neurotischen Krankheiten, aller Krankheiten, die eigentlich keine Krankheiten sind, die nur, wie man sagt, Nervenkrankheiten, hysterische Krankheiten und so weiter sind. So daß die Medizin geistig werden muß nach zwei Seiten hin. Daß das gefordert wird, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das zeigt sich heute - ich habe darüber in Zürich gesprochen - durch das Hereinbrechen solcher Anschauungen wie der Psychoanalyse und dergleichen, wo man mit geistigen Entitäten schon wirtschaftet, aber mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, so däß man gar nichts anfangen kann mit den Erscheinungen, die immer mehr und mehr in das menschliche Leben hereinbrechen werden. Denn gewisse Dinge müssen ja notwendig geschehen, und auch dasjenige, was nach der einen Richtung hin schädlich ist, es muß geschehen, weil der Mensch dieser Schädlichkeit ausgesetzt werden muß, um sie zu überwinden und dadurch gerade Kraft zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um nun solche Dinge voll zu verstehen, wie ich sie jetzt angeführt habe, daß dieser Doppelgänger eigentlich der Urheber von allen Krankheiten ist, die organische Grundlage haben, die nicht bloß funktionell sind, um das voll zu verstehen, muß man aber noch viel mehr wissen. Man muß wissen zum Beispiel, daß unsere ganze Erde nicht das tote Produkt ist, wie es heute die Mineralogie oder die Geologie meint, sondern ein lebendiges Wesen ist. Mineralogie oder Geologie kennt ja von der Erde so viel, als man vom Menschen kennen würde, wenn man nur das Knochensystem kennen würde. Denken Sie sich nur einmal: Sie würden gar niemals fähig sein, durch irgendwelche Sinne die Menschen zu sehen, sondern es würde nur Röntgenaufnahmen von Menschen geben und man würde von jedem, der einem bekannter ist, nur das Knochensystem kennen: dann würden Sie vom Menschen so viel kennen, als die Geologen und überhaupt die Wissenschaft von der Erde kennt. Denken Sie sich, Sie würden hier hereingehen und von all den verehrten Herrschaften, die Sie hier finden, nichts anderes als die Knochen sehen, dann hätten Sie soviel Bewußtsein von all den Gegenwärtigen hier, als die Wissenschaft heute von der Erde hat. Die Erde, die man also nur als Knochensystem kennt, die ist ein lebendiger Organismus, und als lebendiger Organismus wirkt sie auf die Wesen, die auf ihr herumwandeln, nämlich auf die Menschen selber. Und so wie der Mensch differenziert ist in bezug auf die Verteilung seiner Organe über den Leib, so ist die Erde auch differenziert in bezug auf dasjenige, was sie lebendig aus sich herausentwickelt und womit sie die Menschen beeinflußt, die auf &lt;br /&gt;
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ihr herumwandeln. Ich meine, Sie sind sich dessen bewußt wenn Sie denken, so werden Sie nicht gerade den rechten Zeigefinger oder die linke große Zehe anstrengen, sondern Ihren Kopf; Sie wissen ganz genau, Sie denken nicht mit Ihrer rechten großen Zehe, Sie denken mit dem Kopf. Also die Dinge verteilen sich im lebendigen Organismus, der ist differenziert. So ist auch unsere Erde differenziert. Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahit. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei &#039;&#039;Paracelsus&#039;&#039; ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so unendlich wichtig geworden ist eigentlich alles das erst im fünften nachatlantischen Zeitraum und wird besonders wichtig werden schon für die allernächste Zukunft für die Menschen. Daher muß auch Geisteswissenschaft jetzt verbreitet werden. Und sie ist jetzt besonders wichtig, weil diese jetzige Zeit den Menschen aufruft dazu, in bewußter Weise sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, in bewußter Weise sich zu diesen Dingen ein Verhältnis zu geben. Der Mensch muß stark werden in dieser unserer Epoche, um sein Dasein zu diesen Wesenheiten zu regeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Epoche trat ein im 15. Jahrhundert, denn unser jetziger Zeitraum beginnt 1413; der vierte nachatlantische Zeitraum, der griechisch-lateinische, beginnt 747 vor dem Mysterium von Golgatha, dauert bis 1413: das ist die Zeit, wo ein schwacher Einschnitt geschieht, 1413. Seit jener Zeit haben wir die fünfte nachatlantische Zeit, in der wir drinnen leben, und die allmählich erst ihre Charaktereigentümlichkeiten in unserer Zeit so ganz herausbringt, aber sie haben sich vorbereitet seit dem 15. Jahrhundert. In der vierten nachatlantischen Zeit, da war es vorzugsweise die Verstandes- und Gemütsseele, die sich entwickelte; jetzt ist es die Bewußtseinsseele, die sich entwickelt in der Gesamtmenschheitsentwickelung. Als der Mensch eingetreten ist in dieses Zeitalter, da war es seine besondere Schwachheit, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf welche die führenden geistigen Wesenheiten Rücksicht nehmen mußten gegenüber diesem Doppelgänger. Hätte der Mensch da viel in sein Bewußtsein hereingenommen von alldem, was zusammenhängt mit diesem Doppelgängerwesen, ja, dann wäre es den Menschen schlecht, recht schlecht gegangen. Schon die Jahrhunderte her vor dem 14. Jahrhundert mußten die Menschen vorbereitend davor geschützt werden, um recht wenig aufzunehmen, was irgendwie erinnerte an diesen Doppelgänger. Daher ist auch die Erkenntnis dieses Doppelgängers, die durchaus in älteren Zeiten da war, verlorengegangen. Man mußte die Menschen davor beschützen, ja nichts aufzunehmen» also nicht nur die Theorie von diesem Doppelgänger nicht aufzunehmen, sondern möglichst wenig mit Dingen in Berührung zu kommen, die mit diesem Doppelgänger etwas zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu bedurfte es einer ganz speziellen Veranstaltung. Die Sache, die sich da entwickelt, müssen Sie versuchen zu begreifen: In den Jahrhunderten, die vorangingen dem 14. Jahrhundert, da mußten die Menschen geschützt werden vor dem Doppelgänger; er mußte allmahlich aus dem Gesichtskreise der Menschen heraus und durfte erst allmählich wieder hereinkommen jetzt, wo der Mensch sein Verhältnis zu ihm regeln muß. Das bedurfte wirklich einer recht bedeutsamen Veranstaltung, die nur auf die folgende Weise erreicht werden konnte: So allmählich, seit dem 9., 10. Jahrhunderte, richtete man in Europa die Verhältnisse so ein, daß die europäischen Menschen einen gewissen Zusammenhang verloren, den sie früher gehabt haben, einen Zusammenhang, der für die früheren, noch für die Menschen des 7., 6. nachchristlichen Jahrhunderts wichtig war. Es wurde nämlich - vom 9. Jahrhundert angefangen, vom 12. Jahrhundert ab dann besonders ausgesprochen - eingestellt der gesamte Schiffahrtsverkehr nach Amerika hinüber, wie er eben dazumal war, mit der Art von Schiffen, die man hatte. Das mag Ihnen sonderbar klingen! Sie werden sagen: Wir haben ja in der Geschichte so etwas nie gehört. - Ja, die Geschichte ist eben in vieler Beziehung wirklich eine Fable convenue, eine Legende; denn in den älteren Jahrhunderten der europäischen Entwickelung fuhren die Schiffe von Norwegen aus, vom damaligen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Norwegen aus immer nach Amerika hinüber. Man hat es natürlich nicht Amerika genannt, es hatte dazumal andere Namen. In Amerika wußte man dasjenige Gebiet, wo insbesondere jene magnetischen Kräfte aufsteigen, welche die Menschen in Beziehung bringen zu diesem Doppelgänger. Denn die deutlichsten Beziehungen zum Doppelgänger gehen aus von demjenigen Gebiete der Erde, das vom amerikanischen Kontinente bedeckt ist; und in den älteren Jahrhunderten fuhr man mit norwegischen Schiffen hinüber nach Amerika und studierte da drüben Krankheiten. Von Europa aus wurden in Amerika gewissermaßen die unter dem Einflusse des Erdenmagnetismus bewirkten Krankheiten studiert. Und der geheimnisvolle Ursprung der älteren europäischen Medizin, der ist da zu suchen. Da konnte man den Verlauf beobachten, den man nicht hätte beobachten können in Europa, wo die Menschen empfindlicher waren gegen die Einflüsse des Doppelgängers. Man mußte allmählich - und das Wesentliche tat dazu die römisch-katholische Kirche durch ihre Edikte -, man mußte allmählich über den Zusammenhang mit Amerika Vergessenheit bringen. Und erst nachdem der fünfte nachatlantische Zeitraum eingetreten war, wurde Amerika auf physisch-sinnliche Weise wieder entdeckt. Das ist aber nur eine Wiederentdeckung, die allerdings so bedeutsam aus dem Grunde ist, weil die Mächte, die am Werke waren, es tatsächlich erreicht haben, daß in den Urkunden nirgends sehr viel gemeldet wird von den alten Beziehungen Europas zu Amerika. Und da wo es gemeldet wird, da erkennt man es nicht, da weiß man nicht, daß sich die Dinge auf den Zusammenhang von Europa und Amerika in alten Zeiten beziehen. Die Besuche waren allerdings mehr Besuche. Daß die Europäer selber dann amerikanisches Volk werden - wie man heute sagt, wo man den Ausdruck Volk mit Nation mißverständlicherweise verwechselt -, amerikanisches Volk geworden sind, das war erst nach der physischen Entdeckung Amerikas, physischen Neuentdeckung Amerikas möglich. Es waren vorher eher Besuche, die man ausführte, um zu studieren, wie an der andersartigen indianischen Rasse der Doppelgänger eine ganz besondere Rolle spielt.&lt;br /&gt;
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Europa mußte eine Zeitlang, vor dem Beginn der Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit, vor dem Einilusse der westlichen Welt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
geschützt werden. Und das ist die bedeutsame historische Einrichtung, die bedeutsame historische Veranstaltung, die gepflogen wurde von den weisheitsvollen Weltenmächten: Europa mußte eine Zeitlang geschützt werden vor allen diesen Einflüssen, und es hätte nicht geschützt werden können, wenn man nicht in den Jahrhunderten vor dem 15. Jahrhundert die europäische Welt zugesperrt hätte, ganz abgeschlossen hätte von der amerikanischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man mußte sich eben bemühen, eine Zeitlang in den vorbereitenden Jahrhunderten etwas in die europäische Menschheit hereinzutragen, das der feineren Sensitivität Rechnung trug. Ich möchte sagen: der Verstand, der vorzugsweise Platz greifen sollte in dieser fünften nachatlantischen Zeit, der mußte in seinem ersten Auftreten ganz besonders geschont werden. Dasjenige, was ihm geoffenbart werden sollte, das mußte ganz besonders fein an ihn herangebracht werden. Manchmal war diese Feinheit natürlich auch eine solche wie die Feinheit der Erziehung, wo man natürlich auch tüchtige Bestrafungsmittel anwendet. Aber das alles, was ich meine, bezieht sich ja auf größere historische Impulse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so kam es denn, daß insbesondere irische Mönche es waren, unter dem Einfluß der sich dort ausbildenden reinen christlich-esoterischen Lehre, die so wirkten, daß man in Rom die Notwendigkeit einsah, Europa vor der westlichen Halbkugel abzuschließen. Denn von Irland aus wollte diese Bewegung gehen, über Europa das Christentum in einer solchen Weise auszubreiten in diesen Jahrhunderten vor dem fünften nachatlantischen Zeitraum, daß man nicht gestört wurde durch alles dasjenige, was heraufkam aus dem Unterirdischen der Erde aus der westlichen Halbkugel. Unwissend halten sollte man Europa vor all den Einflüssen auf der westlichen Halbkugel. Und es liegt nahe, gerade hier einmal über diese Verhältnisse zu sprechen. Denn Columban und sein Schüler Gallus, sie waren wesentliche Individualitäten in jenem großen, bedeutsamen Missionsweg, der seine Erfolge in der Christianisierung Europas dadurch wirksam zu machen versuchte, daß er Europa dazumal wie mit geistigen Wänden umgab und keinen Einfluß hereinkornmen ließ von der Seite, die ich angedeutet habe. Und solche Individualitäten, wie Columban und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sein Schüler Gallus, von dem dieser Ort hier seine Begründung und seinen Namen hat, sie sind diejenigen, die vor allen Dingen eingesehen haben: die zarte Pflanze der Christianisierung, sie kann in Europa nur ausgebreitet werden, wenn man Europa gleichsam mit einem Zaun umgibt in geistiger Beziehung. Ja, hinter den Vorgängen in der Weltgeschichte liegen tiefe, bedeutungsvolle Geheimnisse. Und die Geschichte, die in den Schulen gelehrt wird und gelernt wird, ist vielfach nur eine Fable convenue; denn zu den wichtigsten Tatsachen im Verständnisse der neueren Zeit in Europa gehört dieses, daß von den Jahrhunderten an, von denen von. Irland aus die Verbreitung der Christianisierung in Europa ging, bis namentlich ins 12. Jahrhundert, zugleich gearbeitet wurde daran, daß gerade die päpstlichen Edikte allmählich die Schifffahrt zwischen Europa und Amerika verpönt haben, aufgehoben haben, so daß der Zusammenhang mit Amerika für Europa vollständig vergessen worden ist. Man brauchte dieses Vergessen, damit die ersten Zeiten, in denen sich in Europa vorbereiten sollte der fünfte nachatlantische Zeitraum, in der richtigen Weise sich abwickeln konnten. Und erst dann, als die materialistische Zeit nun begann, da wurde Amerika neuerdings wiederum entdeckt, so wie man es heute erzählt: westlich - östlich; da wurde Amerika entdeckt unter dem Einfluß der Goldgier, unter dem Einfluß der rein materialistischen Kultur, mit welcher der Mensch eben in der fünften nachatläntischen Zeit zu rechnen hat, mit der er sich in das entsprechende Verhältnis zu setzen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind wirkliche Geschichte. Und diese Dinge, denke ich auch, klären auf über dasjenige, was wirklich ist. Die Erde ist wirklich etwas, was lebendiges Wesen genannt werden muß. Nach geographischen Differenzierungen strömen die verschiedensten Kräfte aus den verschiedensten Territorien nach oben. Deshalb müssen die Menschen nicht nach Territorien geschieden sein, sondern voneinander annehmen dasjenige, was auf jedem Territorium als das Gute und als das Große, und gerade nur dort geschaffen werden kann. Deshalb ist eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung darauf bedacht, etwas zu schaffen, was von allen Nationen von allen Gebieten wirklich angenommen werden kann. Denn die Menschen müssen im gegenseitigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Austausch ihrer geistigen Güter vorwärtsschreiten. Das i&amp;amp;t das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden. Aber das muß erst verstanden werden. Die Dinge dürfen nicht so unernst genommen werden, wie sie heute vielfach genommen werden. Denn sehen Sie, die Dinge beruhen in tiefen Gründen, und Erkenntnisse sind heute notwendig, nicht bloß Sympathien und Antipathien, um eine Stellung zu gewinnen in dem Zusammenhange, in den die gegenwärtige Menschheit auf eine so tragische Weise hineingestellt ist. Das sind die Dinge, die wir hier noch genauer besprechen können; in öffentlichen Vorträgen können &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie nur angedeutet werden. Gestern habe ich aufmerksam gemacht, wie es notwendig ist, daß dasjenige, was Geisteswissenschaft genannt wird, wirklich auch in die sozialen und in die politischen Begriffe hineindringt. Denn Amerikas Bestreben geht darauf hinaus, alles zu mechanisieren, alles in das Gebiet des reinen Naturalismus hineinzutreiben, Europas Kultur nach und nach vom Erdboden auszulöschen. Es kann nicht anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstverständlich sind das geographische Begriffe, nicht völkische Begriffe. Man braucht nur an &#039;&#039;Emerson&#039;&#039; zu denken, um zu wissen, daß hier nichts als Charakteristik eines Volkes gemeint ist. Aber Emerson war eben ein durch und durch europäisch gebildeter Mensch. Nicht wahr, das sind ja zwei entgegengesetzte Pole, die sich entwickeln. Gerade unter solchen Einflüssen, wie sie heute charakterisiert werden, entwickeln sich Menschen wie Emerson, die sich dadurch so entwickeln, daß sie die volle Menschlichkeit entgegenstellen dem Doppelgänger, oder es entwickeln sich Menschen wie &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge hängen nicht mit irgendeiner Sympathie oder Antipathie, nicht mit irgendeiner Parteigängerei zusammen; diese Dinge hängen lediglich mit den Erkenntnissen über die tieferen Gründe dessen, was von den Menschen im Leben durchlebt wird, zusammen. Aber es wird sehr wenig der Menschheit zum Heile gereichen, wenn sie sich nicht Aufklärung verschaffen will über dasjenige, was eigentlich wirksam ist in den Dingen. Und heute ist es sehr notwendig, wiederum anzuknüpfen an manches, was eben gerade um die Wende auch abgerissen werden mußte, als man den Weg nach Amerika versperrt hat. Und wie ein Symbolum möchte ich es hinstellen, was Sie hier so vielfach erleben und empfinden können, wie ein Symbolum solche Menschen wie Gallus. Sie mußten sich einen Boden für ihr Wirken schaffen durch den Zaun, den sie aufgerichtet haben. Solche Dinge muß man verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaft wird erst wirkliches geschichtliches Verständnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
schaffen. Aber Sie sehen: Vorurteil über Vorurteil wird sich natürlich erheben. Denn wie könnte man anders denken, als daß Erkenntnisse auch anfangen würden, parteiisch zu werden! Aber das war mit einer der Gründe, die eigentlich zu den Feigheiten gehören, warum gewisse okkulte Brüderschaften mit diesen Dingen zurückgehalten haben. Aus dem einfachen Grunde haben sie zurückgehalten, weil die Erkenntnisse vielfach den Menschen unbequem sind, sie möchten nicht allgemein menschlich werden, und insbesondere diejenigen nicht, die Anlage haben, sich mit den geographischen Aus strömungen zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fragen des öffentlichen Lebens werden schon allmählich Erkenntnisfragen werden, herausgehoben werden aus jener Atmosphäre, in die sie heute durch die überwiegende Majorität der Menschheit hineingedrängt worden sind: aus der bloßen Sphäre der Sympathien und Antipathien. In bezug auf das Wirksame werden ja allerdings nicht Majoritäten entscheiden. Aber dieses Wirksame wird nur wirksam werden können, wenn die Menschen nicht davor zurückschrecken werden, wichtige Dinge in ihr Bewußtsein aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie ich heute hier gesprochen habe, weil, ich möchte sagen, der Genius loci dieses Ortes das von mir verlangt, hat sich Ihnen an einem besonderen Beispiel gezeigt, daß es für den Menschen der Gegenwart nicht mehr genügt, um Geschichte zu kennen, die gebräuchlichen Schulbücher in die Hand zu nehmen, denn da erfährt man jene Fable convenue, welche man heute Geschichte nennt. Was erfährt man denn da über die wichtigen, namentlich in den dunklen Ursprüngen der Medizin liegenden Verkehrswege, die noch in den ersten christlichen Jahrhunderten von Europa nach Amerika geführt haben? Aber was da ist, hört nicht auf, wirklich zu sein, dadurch daß die Menschen später ihr Bewußtsein davor blind machen wie der Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht zu sehen, und dann glaubt, das, was er nicht sieht, ist auch nicht da. - Manches andere noch ist einfach durch die Fable convenue, die man Geschichte nennt, für die Menschen verhüllt, manches, was dem Menschen der Gegenwart in seiner Wirksamkeit recht nahesteht. Und manches andere noch wird durch die Geisteswissenschaft zutage treten über &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den geschichtlichen Verlauf der Menschheit. Denn die Menschen wollen aufgeklärt sein über ihr eigenes Schicksal, über den Zusammen hang ihrer Seele mit ihrer geistigen Entwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, vieles von dem, was geschichtlich verlorengegangen ist, wird erst die Geisteswissenschaft heben können. Sonst wird sich die Menschheit entschließen müssen, unwissend zu bleiben über sehr, sehr naheliegende Dinge. Und über die Gegenwart wird sie, trotzdem der Mensch der Gegenwart ja heute über alles unterrichtet wird - aber wie unterrichtet wird -, über die Gegenwart wird die Menschheit nur vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus sich ein Urteil bilden können. Denn zwar wird die Menschheit heute durch - nun ja, mit Respekt zu vermelden, man sagt immer, wenn man Unanständiges ausspricht: mit Respekt zu vermelden, nicht wahr -, zwar wird die Menschheit heute von allen Angelegenheiten durch, mit Respekt zu vermelden, die Presse unterrichtet; aber sie wird durch die Presse so unterrichtet, daß ihr gerade das Wesentliche, das Wahre, das Reale, dasjenige, worauf es ankommt, verhüllt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bis zu diesem Grade von Wirklichkeitserkenntnis muß der Mensch schon kommen. Auch das ist wiederum durchaus nicht etwas, was gegen die Presse persönlich oder unpersönlich gerichtet ist, sondern es ist durchaus etwas, was so gemeint ist, daß es zusammenhängt mit den wirksamen Kräften der Gegenwart und gar nicht anders sein kann. Die Dinge können nicht anders sein, aber ein Bewußtsein müssen die Menschen davon haben. Das ist ja gerade der große Irrtum, daß man glaubt, man müsse die Dinge kritisieren, während man sie charakterisieren muß. Das ist das, worauf es ankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich versuchte, Ihnen heute ein Bild zu geben von mancherlei wirksamen Impulsen, die im einzelnen Menschen und in der Gesamtmenschheit sind. Abgesehen von dem einzelnen, über das ich gesprochen habe, wollte ich durch die Art der Impulse, die ich berührt habe, vor allen Dingen ein Gefühi davon hervorrufen, wie der Mensch aufmerksam darauf sein soll, daß er mit seinem Gesamtwesen eingebettet ist in eine konkrete geistige Welt mit konkreten geistigen Wesenheiten und konkreten geistigen Kräften. Nicht nur, daß wir hinaufwachsen in die Welt, in die wir selbst nach dem Tode eintreten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darin leben, sondern auch, indem wir hier in der physischen Welt sind, können wir diese physische Welt nur verstehen, wenn wir die geistige Welt zu gleicher Zeit mitverstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin kann nur bestehen, wenn sie eine geistige Wissenschaft ist. Denn Krankheiten kommen von einem geistigen Wesen, welches nur den menschlichen Leib benutzt, um seine Rechnung zu finden, die es nicht findet an dem Orte, der ihm zugeteilt ist von der weisheitsvollen Weltenführung, gegen die es sich aufgelehnt hat, wie ich es Ihnen gezeigt habe; ein Wesen, das eigentlich ein ahrimanisch-mephistophelisches Wesen in der menschlichen Natur ist, das vor der Geburt in den menschlichen Leib als in seinen Wohnort einzieht, und das nur diesen menschlichen Leib verläßt, weil es den Tod nicht vertragen darf unter seinen gegenwärtigen Verhältnissen, welches den Tod auch nicht erobern kann. Krankheiten kommen davon, daß dieses Wesen in dem Menschen wirkt. Und wenn Heilmittel verwendet werden, so hat das den Sinn, daß aus der äußeren Welt diesem Wesen dasjenige gegeben wird, was es sonst durch den Menschen sucht. Füge ich dem menschlichen Leib ein Heilmittel zu, wenn dieses ahrimanisch-mephistophelische Wesen wirkt, so gebe ich ihm etwas anderes; ich streichie dieses Wesen gewissermaßen, ich söhne es aus, damit es abläßt vom Menschen und sich befriedigt an dem, was ich ihm in den Rachen werfe als Heilmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber alle diese Dinge sind im Anfange. Medizin wird eine geistige Wissenschaft werden. Und wie man in alten Zeiten die Medizin als geistige Wissenschaft gekannt hat, wird man sie als geistige Wissenschaft wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, allerdings auch diese Gefühle werde ich in Ihnen hervorgerufen haben, daß es nötig ist, nicht nur ein paar Begriffe sich aus der Geisteswissenschaft anzueignen, sondern sich hineinzufühlen; denn man fühlt sich dadurch wirklich zugleich hinein in die menschliche Wesenheit. Und heute ist die Zeit gekommen, wo einem vieles wie Schuppen von den Augen fallen wird, auch zum Beispiel mit Bezug auf die äußere Geschichte, von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe, oder gezeigt habe wenigstens, daß sie von den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht äußerlich angeschaut wird, sondern geträumt wird in Wirklichkeit, daß man sie nur versteht, wenn man sie aus dem Traum der Menschheit auffaßt, nicht als irgend etwas, was im Äußeren sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge also, sie werden hoffentlich auch weitergetragen von jener Kraft, die die Menschheit noch in einem recht kleinen Teil, allzu kleinen Teil ergriffen hat in dem, was wir die anthroposophische Bewegung nennen. Aber diese anthroposophische Bewegung, sie wird doch mit dem zusammenhängen, was die Menschheit zu ihren wichtigsten Angelegenheiten in der Zukunft wird führen müssen. Und wir dürfen schon öfter erinnern an jenes Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe. Die ganz gescheiten Leute draußen, die denken: Na, diese Anthroposophen, Theosophen, das ist solch eine Sekte mit allerlei phantastischem Zeug, mit allerlei Narrheiten im Kopfe, mit dem sich der aufgeklärte Teil der Menschheit nur ja nicht gemein machen muß! - Oh, dieser «aufgeklärte Teil der Menschheit», er denkt heute, wenn auch durch die Zeit modifiziert, so ähnlich über diese unterirdischen sektiererischen Konventikel unter Anthroposophen und Theosophen, wie die Römer gedacht haben, die vornehmen Römer, als das Christentum sich ausgebreitet hat. Damals mußten nur die Christen wirklich physisch in den Katakomben unten sein, und oben spielten sich diejenigen Dinge ab, welche von den vornehmen Römern als das einzig Richtige angesehen wurden, während die phantastischen Christen unten waren. - Nach ein paar Jahrhunderten war das anders. Das Römertum war weggefegt und dasjenige, was unten in den Katakomben war, war hinaufgegangen. Das, was die Kultur beherrscht hatte, war ausgerissen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vergleiche müssen unsere Kraft stärken; solche Vergleiche mussen sich in unsere Seele hineinleben, so daß wir aus ihnen Kraft finden, weil wir ja selbst noch in kleinen Kreisen wirken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Bewegung, die durch diese anthroposophische Strömung charakterisiert wird, sie muß jene Kraft entwickeln, die auch wirklich nach oben kommen kann. Oben findet sie allerdings für ihren geistigen Boden wenig Verständnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber trotzdem müssen wir immer wieder und wieder zurückdenken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
an so etwas, wie dieses römische Katakombentum der ersten Christen war, das, trotzdem es in noch viel stärkerem Maße etwas Unterirdischeres war als dasjenige, was heute die anthroposophische Bewegung ist, doch den Weg an die Oberfläche gefunden hat. Und manche von denen, welche innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung sich auseinanderzusetzen haben mit spirituellen Begriffen, sie haben ja schon die Möglichkeit gefunden, in der Sphäre, in der sich diese spirituellen Begriffe, die hier Weisheit sind, als Licht entfalten, mit diesem Lichte zu rechnen. Und wir dürfen es immer wiederum sagen, wie unter der Mitgliedschaft, die mitwirkt an der anthroposophischen Bewegung, uns immer gleichstehen diejenigen, die hier in der physischen Welt, und diejenigen, die schon drüben in der übersinnlichen Welt sind, die schon die Pforte des Todes durchschritten haben und heute schon Bewahrheiter sind dessen, was hier als spirituelle Weisheiten erworben wird. Wir haben in dieser Beziehung ja auch schon an mancherlei, ich möchte sagen, übersinnlich wohnende Mitgliederseelen zu denken. In diesem Augenblicke gedenke ich - weil sich wiederum in diesen Tagen jährt der physische Todestag, der übersinnliche Geburtstag für das geistige Leben - unserer treuen Mitarbeiterin am Dornacher Bau, Fräulein &#039;&#039;Sophie Stinde&#039;&#039;. Es handelt sich darum, meine lieben Freunde, wenn wir wirklich drinnenstehen wollen in der positiven anthroposophischen Bewegung, uns zu vertiefen für die Empfindung: durch dasjenige, was real mit uns verbunden ist, den konkreten Begriff über die geistige Welt aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, meine lieben Freunde, es sind jetzt schwere Zeiten. Man weiß, wie schwer es sein wird, über die nächsten Zeiten hinwegzukommen. Wie sich auch die Verhältnisse gestalten mögen für unser Zusammensein auf dem physischen Plane, wie lange oder wie kurz es auch dauern möge, bis wir uns wiederum hier finden auf diese Weise, lassen Sie mich Ihnen sagen, daß wir trotzdem - wie das ja zur Bewährung und Kräftigung unseres geisteswissenschaftlichen Strebens sein muß - zusammen fühlen, zusammen denken wollen, wenn wir auch räumlich auseinander sind. Wir wollen als geisteswissenschaftlich Strebende immer zusammen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 6. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Jahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten tätig, als während der Vorstellung in einem Theater die Nachricht eintraf und in das Theater, möchte man sagen, hineingeweht wurde, daß in Genf die Kaiserin von Österreich von einem Propagandisten der Tat, wie man sagte, ermordet worden sei. Ich stand damals, als diese Nachricht in einem Zwischenakt der Vorstellung so hereingeweht worden war, in der Nähe eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war, der mittlerweile berühmt gewordene philosophische Bücher geschrieben hat, und der sein Erstaunen über diese Tatsache in einer Weise zum Ausdruck brachte, die einem schon in der Erinnerung bleiben kann. Er sagte: Man kann vieles in der Welt begreifen, wenn man es auch nicht rechtfertigt, wenn man auch nicht einverstanden damit ist, man kann vieles begreifen in der Welt, aber daß es einen Sinn haben soll, aus einer agitatorischen Bewegung heraus eine kranke Frau zu töten, durch deren Weiterleben nichts irgendwie Erhebliches verändert werden kann, deren Tod jedenfalls in keinem ersichtlichen Zusammenhange stehen kann mit irgendwelcher politischen Idee, das sei unbegreiflich - so sagte dazumal der Mann -, das könne man nicht verstehen, das mache jedenfalls einen sirinlosen Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, daß dazumal dieser Mann ausgesprochen hat etwas, was allmeine Meinung vernünftiger Menschen sein muß, was gewissermaßen alle vernünftigen Menschen der heutigen gebildeten Welt denken müseen. Man könnte daran den Gedanken knüpfen: es geschehen also Dinge unter den Menschen, es geschehen überhaupt im Verlaufe dessen» was man geschichtliche Entwickelung nennt, Dinge, die, wenn man darauf anwenden will die Urteile, die man haben kann aus dem Leben heraus, sinnlos erscheinen; die, selbst wenn man sie erklären will aus irgendeiner Verirrung, sinnlos erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade an solchen Ereignissen - und man könnte ja zu diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Ereignis viele, viele andere hinzufügen - kann man sehen, daß dasjenige, was äußerlich unbegreiflich erscheint, eben äußerlich unbegreiflich erscheinen muß, weil, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, hinter den Kulissen der weltgeschichtlichen Angelegenheiten geistige Kräfte und geistige Taten hin und her spielen in gutem und in schlechtem Sinne; geistige Geschehnisse, geistige Taten, die nur zu begreifen sind, wenn man mit geistiger Wissenschaft hineinleuchten kann in diese Gebiete, die hinter den Kulissen des gewöhnlichen Lebens, des in der Sinneswelt verlaufenden Lebens liegen; weil solche Dinge geschehen, die nur durch Ideen aus der geistigen Welt heraus zu begreifen sind, und die notwendigerweise, wenn man sie nur in ihrem Zusammenhange innerhalb der Sinneswelt ins Auge faßt, einfach in gutem und in schlechtem Sinne sinnlos erscheinen. Und wenn man gerade durch das, was man Zufall nennen könnte, was aber vielleicht nur eine symbolische Auskleidung karmischer Angelegenheiten ist, eine solche Erfahrung in einem Theater macht, da denkt man eben daran, wie anders dasjenige aussieht, was hinter den Kulissen vorgeht, und dasjenige, was auf der Bühne vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe diese Bemerkung vorausgesendet, weil ich heute über einiges sprechen will, das dann das nächste Mal, wenn wir wieder hier miteinander sprechen, ausgebaut werden soll; über einiges, was den heutigen Menschen wichtig ist zu wissen von allerlei Dingen, die hinter den Kulissen des Geschehens auf dem physischen Plane sich abspielen. Diese Dinge versteht man nur, wenn man nicht der Bequemlichkeit der heutigen Menschen verfällt, die Dinge, die in der geistigen Welt sind und aus der geistigen Welt heraus mit den Angelegenheiten der Menschen hier auf Erden zusammenhängen, möglichst nur allgemein zu charakterisieren, sondern wenn man möglichst ins Konkrete, in die wirklichen Tatsachen der geistigen Welt hineingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen - und wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt, in den Zyklen ist darüber viel zu lesen -, daß wir die Entwickelung der Menschheit nach gewissen Perioden gliedern: großen Perioden, die wir als Saturn-, Sonnen-, Mondenzeit und so weiter bezeichnen; kleineren Perioden, wie solche sind, von denen wir sprechen als der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lemurischen, der atlantischen und unserer nachatlantischen Zeit. Und wiederum innerhalb dieser kleineren Perioden, die aber schon eine riesige zeitliche Ausdehnung haben, sprechen wir von gewissen Kulturperioden für unsere nachatlantische Zeit: von der altindischen, von der urpersischen, ägyptisch-chaldäischen, von der griechisch-lateinischen, und von unserer jetzigen fünften nachatlantischen Zeitperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sprechen von solchen Perioden aus dem Grunde, weil die Menschheit als Ganzes in ihrem Gang durch die Erdenentwickelung ihre - in diesem Fall namentlich seelischen - Eigenschaften von einer Periode zu der andern hin ganz wesentlich ändert, weil eben die Menschheit eine reale Entwickelung durchmacht in jeder solchen Periode. Wfr sprechen jetzt von den kleinsten der charakterisierten Perioden. In jeder solchen Periode obliegt gewissermaßen der Menschheit irgend etwas, was sie durchzumachen hat, woran sie sich zu freuen hat, woran sie zu leiden hat, was sie zu begreifen hat, woraus sie ihre Willensimpulse für ihre Taten zu holen hat und so weiter. Etwas anderes hat obgelegen als Aufgabe der ägyptischchaldäischen Kulturperiode, etwas anderes der griechisch-lateinischen, und auch unsere Zeit hat ganz bestimmte Aufgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verschiedenheit der Aufgaben solcher aufeinanderfolgenden Zeitperioden mit Bezug auf gewisse Eigentümlichkeiten &#039;kann man erst richtig ins Auge fassen, namentlich diejenigen, auf die wir gerade heute hinweisen wollen, kann man erst richtig ins Auge fassen, wenn man den Versuch macht, jene Erfahrungen zu Rate zu ziehen, die von dem gesamten Menschenleben herkommen für das äußere geschichtliche Werden, von dem die äußere Menschheitsgeschichte spricht und auf die sich die materialistische Gesinnung unserer Zeit vorzugsweise beschränken will. Von diesen äußeren Erlebnissen der Menschen auf dem physischen Plane, die ja nur einen Teil des gesamten Menschenlebens umfassen, das zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und einer neuen Geburt abläuft, von diesem physischen Erdenleben kann man nicht eine volle Charakteristik der aufeinanderfolgenden Epochen gewinnen; denn in dem, was wirklich geschieht, spielen immer die Kräfte zusammen, welche von dem Reiche, in dem der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt, heruntergehend sich in Wechselwirkung setzen mit den Kräften, die entfaltet werden durch die Menschen, welche hier auf dem physischen Plane sind. Es ist immer ein Zusammenspiel der Kräfte vorhanden, welche die Menschen post mortem, nach dem Tode entfalten, und denjenigen Kräften, die hier auf dem physiscben Plane entfaltet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch in der vierten nachatlantischen Epoche, diese ganze Zeit hindurch, möchte ich sagen, war es so, daß es ging, daß die Menschen über gewisse Dinge in einer Art von Unbewußtheit gehalten worden sind. Gerade viele Dinge, über welche die Menschen der vierten nachatlantischen Zeit, der griechisch-lateinischen Zeit, noch in Unbewußtheit gehalten werden konnten, die müssen den Menschen der fünften nachatIantischen Periode immer mehr und mehr zum Bewußtsein kommen. Diese fünfte nachatlantische Zeit wird überhaupt eine solche sein, in der vieles in das Bewußtsein der Menschenseelen hereinkommen muß, was früher außerhalb dieses Bewußtseins liegen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge entwickeln sich mit einer gewissen geistigen Gesetz mäßigkeit, mit einer gewissen geistigen Notwendigkeit. Das Menschengeschlecht ist einfach daraufhin angelegt, daß gewisse Fassungskräfte, auch gewisse Willenskräfte, sich zu einer bestimmten Zeit entwickeln. Diese Menschheit wird für gewisse Dinge in der fünften nachatlantischen Zeit reif, wie sie für andere Dinge in den früheren Perioden reif geworden ist. Sie wird reif für sie. Eine Sache, für welche die Menschheit reif wird in dieser fünften nachatlantischen Zeit, sie erscheint dem heutigen Menschen ganz besonders paradox, weil ein großer Teil der heutigen öffentlichen Meinung geradezu nach dem Entgegengesetzten hinstrebt, sozusagen die Menschen nach dem Entgegengesetzten hinlenken möchte. Aber das wird nichts helfen. Die geistigen Kräfte, welche der Menschheit, wenn ich so sagen darf, im Laufe der fünften nachatlantischen Periode eingeimpft sind, werden stärker sein, als was gewisse Menschen wollen, oder was im Sinne der öffentlichen Meinung liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von diesen Sachen, die sich mit aller Gewalt geltend machen wird, wird die sein, daß möglich werden wird eine gewisse Lenkung &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen nach mehr okkulten Grundsätzen, als jemals die Menschen gelenkt worden sind. Es liegt im allgemeinen Charakter der Entwickelung, daß in dieser fünften nachatlantischen Zeit gewisse Machtverhältnisse, gewisse starke Einflußverhältnisse, auf kleine Gruppen von Menschen übergehen müssen, die eine starke Macht haben werden über andere, große Massen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem arbeitet ein gewisser Teil der öffentlichen Meinung heute lebhaft entgegen, aber das wird sich trotzdem entwickeln. Es wird sich aus dem Grunde entwickeln, weil ein großer Teil der Menschheit wahrend dieser fünften nachatlantischen Zeit einfach aus der inneren Seelenreife heraus, aus den Entwickelungsnotwendigkeiten der Menschheit heraus, gewisse spirituelle Anlagen entwickeln wird, ein gewisses naturgemäßes Hineinschauen in die geistige Welt entwickeln wird. Dieser Teil der Menschheit, der zwar die beste Grundlage abgeben wird für das, was im sechsten nachatlantischen Zeitraum, der auf den unseren folgt, kommen wird, dieser Teil der Menschheit wird sich aber in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, in dem er sich vorbereitet, wenig geneigt zeigen, die Angelegenheiten des physischen Planes stark ins Auge zu fassen. Er wird gewissermaßen geringes Interesse für die Angelegenheiten des physischen Planes zeigen; er wird viel damit beschäftigt sein, das Gemütsleben auf eine höhere Stufe zu bringen, gewisse geistige Angelegenheiten zu ordnen. Dadurch werden andere, die gerade weniger für dieses spirituelle Leben geeignet sind, gewisse Machtverhältnisse an sich reißen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas, was sich mit einer gewissen Notwendigkeit ergibt. Das ist etwas, was in den Kreisen derjenigen, die von solchen Angelegenheiten wissen, im ganzen letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viel besprochen worden ist, wovon immer so geredet worden ist, daß die dringendste Notwendigkeit vorläge, nur ja diese Möglichkeit nicht in schlimme, sondern in gute Bahnen zu leiten. Man hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere als die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert herannahte, von Okkultisten jeder Seite immer hören können: Es muß Vorsorge getroffen werden, daß diejenigen, die auf diese Weise zu gewissen Machtimpulsen kommen, die Würdigen seien. - Selbstverständlich hat jeder, mit Ausnahme von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ganz wenigen Kreisen, solche als die Würdigen angesehen, die ihm durch diese oder jene Weltverhältnisse nahegestanden haben, ihm eben als die Würdigen erschienen sind. Aber dies war durchaus, ich möchte sagen, unter Okkultisten das Tagesgespräch und ist es in gewissem Sinne bis heute geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, andere Dinge werden ebenso im Laufe der fünften nach-atlantischen Zeit - einfach weil die Menschen im Verlauf der Entwickelung die Reife dazu erlangen - herauskommen, werden den Menschen kund werden, auch in ihren Willen hineingehen. Das sind dann Dinge, die noch weitergehen, die so weit gehen, daß sie ernstliche Sorge all denen bereiten müssen, welche mit diesen Angelegenheiten vertraut sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So steht bevor für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum, daß einfach der menschliche physische Denkapparat reif wird, gewisse Zusammenhänge über Krankheiten zu durchschauen, gewisse Heilungsprozesse, Zusammenhänge von Naturprozessen mit Krankheiten zu durchschauen. Derjenige, der vertraut ist mit diesen Dingen, dem macht das aus dem Grunde Sorge, weil es sich darum handelt, daß er nun auch als Ziel sich setzt, daß jene, welche dazu ausersehen sein werden, Lehren und Impulse über diese Dinge unter die Menschen zu bringen, dieses in der richtigen, würdigen Weise machen. Denn zwei Möglichkeiten wird es geben: man wird die Menschen über diese Dinge so unterrichten können, daß dies ausschlägt zum Unheil der Welt, und man wird sie unterrichten können so, daß es ausschlägt zum Heil der Welt. Denn diese Dinge, die mit dem innersten Wesen von gewissen Verhältnissen der menschlichen Fortpflanzung und von gewissen Verhältnissen der Krankheiten zusammenhängen, auch von gewissen Verhältnissen, die sich auf den Eintritt des Todes beziehen, diese Dinge sind, indem sie in der Menschheit sich ausbreiten, schwerwiegende Gedanken und Impulse, sind ganz bedeutsame Dinge. Und dieser fünfte nachatlantische Zeitraum ist dazu da, um die Menschen so weit freizumachen, daß sie über gewisse Dinge, die eben bisher mehr im Unterbewußten für die menschliche Seele gehalten worden sind, Aufklärung bekommen und auch Herr darüber werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Menschen, die von solchen Dingen wissen, bemühten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich viel um das, was nach der einen oder nach der andern Richtung in Betracht kommt oder getan werden kann. Denn alles, was auf diese Weise getan werden kann, gibt ja eine gewisse Macht, gibt gewisser maßen die Möglichkeit, an der Gestaltung der menschlichen Angelegenheiten in weittragendem Maße mitzuarbeiten. Dies ist etwas, was, wie gesagt, innerhalb geisteswissenschaftlicher Strömungen im 19. Jahrhundert bis zu unserer Zeit mit Rücksicht auf die Entwickelung der fünften nachatlantischen Zeit eine große Rolle gespielt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt etwas anderes, eine Tatsache, welche dem, der mit ihr bekannt wird, von einer großen Bedeutung erscheint, die er wegen dieser Bedeutung mit mancher andern in Verbindung bringen muß. Diese Tatsache gehört zu jenen, von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe. Wenn der Mensch, der die Schwelle zur geistigen Welt überschritten hat, in der geistigen Welt Beobachtungen anstellt, dann treten vor seine Seele einzelne Tatsachen, immer individuelle Tatsachen. Es stellt sich heraus, daß Tatsachen, die, ich möchte sagen, auf den ersten Anblick für das geistige Auge nichts miteinander zu tun haben, doch, wenn man dahinterkommt, etwas miteinander zu tun haben, sich gewissermaßen gegenseitig beleuchten und aufklären und dann im eminentesten Sinne das Eindringen in das Wesen der geistigen Welt möglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die andere Tatsache, die, wenn ich sie jetzt vorbringe, Ihnen zunächst gar nicht den Eindruck machen wird, als ob sie mit dem eben Gesagten etwas zu tun hätte, für diese andere Tatsache stellt sich aber heraus, daß sie doch viel, sehr viel zu tun hat mit dem, was ich eben vorgebracht habe. Diese andere Tatsache ist diese: Wenn man sich an die Seelen verstorbener Menschen in der Gegenwart wendet, und - wenn ich so sagen darf - deren Lebensverhältnisse kennenlernt, sieht man, daß es darunter solche gibt, welche eine große Sorge davor zeigen, nach dem Tode mit jenen Menschenseelen bekanntzuwerden, welche hier auf Erden in ähnlicher Weise gefallen sind wie dazumal die Kaiserin von Österreich in Genf. Man macht also da die Erfahrung, daß solche, durch Propagandisten der Tat, sagen wir zunächst, durch die Pforte des Todes geleiteten Menschen eine schwere Sorge bilden für gewisse Menschen, die auf normale Weise durch die Pforte des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Todes gegangen sind und dann ihre Erlebnisse in der geistigen Welt haben. Man merkt gewissermaßen: die normal durch die Pforte des Todes gegangenen Menschen, die in die Gelegenheit kommen können, mit solchen Menschenseelen zu verkehren, fürchten sich als Seelen nach dem Tode vor diesem Verkehr; sie meiden den Verkehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bitte Sie, in diesem Falle nicht das Paradoxe ins Auge zu fassen, das eine solche Angelegenheit für das Gefühl hat. Es gibt ja selbstverständlich so viele Anschluß- und Verkehrsmöglichkeiten für Seelen, daß es deplaciert wäre, wenn man da gleich aus diesem Grunde das Mitleid walten lassen wollte, das ja aus einer berechtigten und begreiflichen Regung der Menschenseele in einem solchen Falle hervorgeht.&lt;br /&gt;
+ Wir müssen die Tatsache in einem solchen Fall objektiv ins Auge fassen. Also es besteht diese Tatsache, daß solche Seelen, die normal durch die Pforte des Todes gegangen sind, eine gewisse Scheu vor denjenigen Seelen empfinden, die durch die Todespforte durch so etwas, wie eben die «Propaganda der Tat», geleitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwei Dinge, diese letztere Tatsache und das, was ich vorhin ausgeführt habe, die stehen nun in einem gewissen Zusammenhang miteinander. Der Zusammenhang ist ein sehr eigentümlicher. Diese Seelen nämlich - das stellt sich bei genauerem Zusehen heraus -, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, die wissen etwas in der geistigen Welt nach dem Tode, was die andern Seelen nicht zur Unzeit von ihnen erfahren möchten, von dem sie nicht möchten, daß sie es früher erfahren, als es heilsam ist. Diesen Seelen, die auf so gewaltsame Weise durch des Todes Pforte gegangen sind, denen bleibt nämlich dadurch, daß sie auf diese Weise ums Leben gekommen sind hier in der physischen Welt, eine gewisse Benützungsmöglichkeit der Kräfte, die sie hier gehabt haben, zum Beispiel der Verstandeskräfte. So daß solche Seelen die hier an den physischen Leib gebundene Kräfte von der andern Seite her, von der geistigen Seite her benützen können und mit ihnen ganz anderes machen können, als man hier im physischen Leibe mit solchen Kräften machen kann. Dadurch ist es ihnen möglich, gewisse Dinge früher zu wissen, als es eigentlich im Fortgange der Menschheitsentwickelung heilsam ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun sehr merkwürdig, daß auf diese Weise dasjenige, was sinnlos erschienen ist - eine Anzahl von Taten der Propagandisten der Tat -, nun einen, wenn auch höchst zweifelhaften Sinn erhalten hat. Diese Taten erscheinen dem, der die Dinge durchschaut, in einem merkwürdigen Lichte. Man redet dann hier in der physischen Welt alles mögliche unsirinige Zeug, was einen Sinn haben soll, aber bei genauerem Anschauen eben keinen Sinn hat. Hier in der physischen Welt sagt man: Solche Leute, die als Propagandisten der Tat andere Leute ermorden, die wollen nur auf das Elend der Welt hindeuten; es sei ein Mittel, eben durch die Tat agitatorisch zu wirken und so weiter. Wer aber die Sache analysiert und mit den sozialen Gesetzen in Einklang zu bringen versucht, der wird sofort merken, daß das alles etwas ist - hölzernes Eisen nennt man es -, was keinen Sinn hat. Doch es bekommt plötzlich einen Sinn, wenn man weiß, daß Seelen, die auf eine solche Art in die geistige Welt hinaufgeschickt werden, droben Dinge wissen, die sie noch nicht wissen sollten, und vor denen die normal gestorbenen Seelen sogar eine Scheu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun lag es natürlich nahe, dasjenige, was im Laufe der Zeit als Attentate aufgetreten ist, aus solchen Unterlagen heraus wie die eben angedeutete der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Österreich, okkultistisch zu untersuchen; zu sehen, wie es sich mit diesen Seelen verhält, die da gewissermaßen als Bewahrer gewisser Geheimnisse in der geistigen Welt ankommen, und die zu etwas führen, von dem wir gleich nachher sprechen werden. Derjenige, der nur so äußerlich die Reihe der auf diese Weise geschehenen Attentate ansieht, kann die Zusammenstellung gewissermaßen dem Zufall zuschreiben; aber analysiert man, sieht man sich die Menschen an, die auf diese Weise in den Tod hineinbefördert worden sind, dann zeigt es sich schon, daß die Menschen wie ausgesucht sind, allerdings nicht vom Gesichtspunkte dieser physischen Welt, sondern wie ausgesucht sind vom Gesichtspunkte der geistigen Welt. Und dennoch, untersucht man eine große Anzahl der bekanntgewordenen Attentate auf diese Sache hin, so zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges. An Carnot, Kaiserin Elisabeth, an einigen andern zeigt sich etwas sehr Merkwürdiges: es zeigt sich, daß mit diesen Attentaten zwar die Möglichkeit verknüpft war, durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie so etwas zu erreichen, wie ich charakterisiert habe, daß es aber in der Tat nicht erreicht worden ist, gar nicht erreicht worden ist. Es wäre gegangen, wenn sich Seelen gefunden hätten, die sozusagen ihre Abnehmer geworden wären. Damit wären beide in eine transzendente, in eine übersinnliche Schuld gekommen: diejenigen, die auf normale Weise durch den Tod gegangen wären, hätten Dinge erfahren, durch die sie in schuldhafte Richtungen hineingetrieben worden wären, und diejenigen, die auf gewaltsame Weise, durch Attentate durch den Tod gegangen wären, die wären dadurch in Schuld gekommen, daß sie etwas verraten hätten, was noch nicht zu verraten möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere geistige Wesenheiten, höhere Hierarchien haben dies verhindert, weil aus gewissen Gesichtspunkten heraus die Sache von Folgen gewesen wäre, die hintangehalten werden mußten zum Heile eines gewissen Teiles der Menschheit. Es ist gewissermaßen das Schädliche dessen, was auf diese Weise zutage hätte treten können, durch das Eingreifen höherer geistiger Wesenheiten verhindert worden. So zeigte sich nun hier, ich möchte sagen, ein Versuch mit untauglichen Mitteln oder mit Mitteln, denen ihre Tauglichkeit genommen worden ist - ein Versuch in der geistigen Welt, hinter den Kulissen der gewöhnlichen physischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man den weiteren Gründen solcher Dinge nachgeht, so sieht man, woraus so etwas entspringt, woraus die Impulse zu so etwas kommen. Und für einen großen Teil der Attentate, die Ihnen bekanntgeworden sind, die in Europa besprochen worden sind, waren die Impulse - wohlgemerkt jetzt die geistigen Impulse - keine ursprünglichen, sondern sie waren in gewissem Sinne abgeleitete; sie waren, wenn ich mich des trivialen Ausdrucks bedienen dari, Abwehrmaßregeln. Man wollte etwas anderes hintanhalten. Man wollte durch diese Taten andere Taten, die sich in derselben Linie bewegen, hintanhalten, verhindern, wenigstens ihre Wirkung verhindern, besser gesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine sehr geheimnisvolle Sache. Und verständlich wird die ganze Sache erst, wenn man auf dasjenige sieht, was verhindert hat werden sollen, wogegen gewissermaßen diese Abwehrmaßregeln getroffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
worden sind. Man blickt da geisteswissenschaftlich in Dinge hinein, die tief zusammenhängen mit den Impulsen des gegenwärtigen und zukünftigen Menschenlebens, über die es aber wirklich außerordentlich schwierig ist zu sprechen, weil sie an allen Orten und Enden gegen gewisse naive, auch berechtigte Interessen der Menschen gehen. Verständlich wird die ganze Sache, die ich angedeutet habe, erst dann, wenn man in Erwägung zieht, daß alles, was ich Ihnen bisher erzählt habe auf diesem Gebiete, alle diese Attentatunternehmungen, auf die ich bisher hingedeutet habe, eigentlich dilettantisch gelenkte, laienhaft gelenkte Versuche waren, daß sie nicht mit durchgreifender Erkenntnis der okkulten Zusammenhänge gemacht worden sind, weil sie aus einer Art von Angst herausgeboren waren, als Abwehrrnaßregeln, weil sie auch nicht einheitlich geleitet waren. Verständlich wird die Sache dann, wenn man eben auf das sieht, was abgelenkt hat werden sollen. Das wurde schon mit einsichtigeren Mitteln erstrebt und in Szene gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, es bestand im Oriente noch im 19. Jahrhundert ein merkwürdiger Orden: «Thugs.» Dieser Orden, der in einem Teil Asiens blühte, war nicht entstanden aus der bloßen Sehnsucht, seine Ziele zu verwirklichen, der Sehnsucht etwa aus dem Herzen jener Menschen heraus, die diesem Orden angehörten. Dieser Orden verpflichtete seine Mitglieder, gewisse Menschen, die bezeichnet wurden von sehr, sehr im Unbekannten sich haltenden Oberen, zu ermorden. Eine Art Mörderorden war es, ein Orden, der die Aufgabe hatte, gewisse Menschen zu ermorden. Seine Tätigkeit bestand darinnen, daß man von Zeit zu Zeit erfuhr: der oder jener ist ermordet worden. Die Ermordung geschah aber aus dem Grunde, weil einfach einem Mitgliede des Thugs-Ordens von unbekannten Obern diese oder jene Persönlichkeit bezeichnet worden ist, die es zu ermorden hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den betreffenden Stellen, wo man das einleitete, wußte man schon, was man damit für eine Absicht verfolgte. Die Absicht, die man verfolgte, indem man erst die Angelegenheiten des physischen Plan so ordnete, daß dieser Mörderorden entstehen konnte, dann wiederum die Angelegenheiten dieses Mörderordens in entsprechender Weise in Szene setzte, es war die folgende: Man beabsichtigte, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß eben gerade solche Menschen gewaltsam durch des Todes Pforte gehen sollten, die dann mit der Eigenschaft ausgestattet waren, nach dem Tode gewisse Geheimnisse zu wissen. Diejenigen Menschen, die dieses arrangiert haben, sie haben nun andererseits wiederum die entsprechenden Spiegelereignisse, wie man das im okkulten Leben nennt, hier auf dem physischen Plane eingerichtet; sie haben namentlich dieses vor: entsprechende Spiegelereignisse hier auf dem physischen Plane einzurichten. Zum Teil, wenn auch wenige, aber zum Teil sind solche Ereignisse schon hier auf dem physischen Plane eingerichtet worden. Das macht man so: Man schult gewisse dazu geeignete Persönlichkeiten zu Medien, bringt sie dann in einen medialen Zustand und lenkt durch gewisse Verrichtungen die Strömungen von der geistigen Welt nach dem Medium hin; so daß das Medium gewisse Geheimnisse kundgibt, die auf keine andere Weise heraus kommen können als dadurch, daß eine gewaltsam getötete Person in der andern Welt diejenigen Kräfte hier auf der Erde benützt, die durch den gewaltsamen Tod noch benützbar geblieben sind, daß sie als Seele hinter gewisse Geheimnisse kommt und diese Geheimnisse dann dem Medium einträufelt. Dadurch kann wiederum hier auf der Erde von solchen, die an dem Erforschen dieser Dinge ein Interesse haben, dasjenige erforscht werden, was solche Seelen eben einträufeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dinge nun, die auf diese Weise erforscht werden, sind in einem gewissen Sinne, wenn ich so sagen darf, geistige Frühgeburten. Die Seelen, die auf normale Weise durch des Todes Pforte gegangen sind und Gelegenheit dazu haben, mit solchen Dingen in Berührung zu kommen, wissen: sie haben sich gerade jetzt vorzubereiten, und zeigen, daß sie darinnenstehen in solcher Vorbereitung, um in einem späteren Zeitpunkt, wenn die Menschheit dazu reif geworden ist, durch geeignete Wege manches aus der geistigen Welt auf die Erde herunterzubringen, es der Erde hier unten einzuimpfen. Dies ist sogar eine wichtige Aufgabe einer Anzahl von Menschen, die jetzt durch des Todes Pforte gehen: wenn sie die genügende Reife erlangt haben werden für gewisse Geheimnisse, die sie nicht in verkürzter Erfahrung dadurch bekommen, daß benützt werden jene Kräfte, welche durch &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewaltsame Tode herbeigeführt werden, dann die normalen Kräfte zu benützen. Diese Menschen haben geradezu die Aufgabe, hinter diese Kräfte zu kommen und sie wiederum einzuinspirieren Menschen, die hier auf der Erde sind, die keine Medien sind, sondern die sie auf normale, ordentliche Weise, durch Inspiration erfahren sollen. Darauf müßte gewartet werden im normalen Leben. Dadurch daß diese Dinge, die eigentlich später kommen sollen, als geistige Frühgeburten auf dem Wege kommen, den ich Ihnen angedeutet habe - durch okkultes Verbrechertum -, dadurch können diejenigen, die nicht Gutes mit der Menschheit beabsichtigen, die also in diesem Sinne schwarze oder graue Magier sind, sich in den Besitz solcher Geheimnisse stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solche Dinge gingen vor hinter den Kulissen des äußeren Geschehens gerade unserer Jahrzehnte. Beabsichtigt war: in die Hände einer gewissen Gruppe von Menschen erstens das Geheimnis zu legen, wie Massen beherrscht werden, was ich zuerst angedeutet habe. Es ist dies das Geheimnis, wie gerade diejenigen Massen, welche sich wenig kümmern um die äußeren Angelegenheiten, jedoch spirituelle Anlagen haben, die vorzugsweise geeignet sind, vorbereitend zu dienen für den sechsten nachatlantischen Zeitraum, wie diese Menschenmasse in ausgiebigem Maße zu beherrschen ist und wie die Gabe, sie zu beherrschen, in die Hände von einzelnen wenigen Menschen zu bringen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war das eine. Das andere ist etwas, was in der Zukunft eine große Rolle spielen wird: die Geheimnisse, die Mittel in die Hand zu bekommen, um Verhältnisse, die mit Krankheitsprozessen, auch mit dem Fortpflanzungsprozeß zusammenhängen, in einer bestimmten Richtung zu dirigieren. Da handelt es sich namentlich um solche Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden. Das materialistische Zeitalter strebt danach aus gewissen Kreisen heraus, alle spirituelle Entwickelung der Menschheit zu paralysieren, unmöglich zu machen; die Menschen dahin zu bringen, daß sie ablehnen, einfach durch ihre Temperamente, durch ihren Charakter ablehnen alles Spirituelle, es für Narretei ansehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch eine Strömung - bei einzelnen Menschen ist sie heute schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|90}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bemerkbar - wird sich immer mehr und mehr vertiefen. Es wird die Sehnsucht entstehen, daß allgemeines Urteil wird: Das Spirituelle, das Geistige ist Narretei, ist Wahnsinn! - Das wird man dadurch zu erreichen versuchen, daß man dagegen Impfmittel herausbringt, daß man, so wie man auf Impfmittel gekommen ist zum Schutz gegen Krankheiten, nun auf gewisse Impfmittel kommt, die den menschlichen Leib so beeinflussen, daß er den spirituellen Neigungen der Seele keine Wohnung gewährt. Man wird die Menschen gegen die Anlage für geistige Ideen impfen. Das wird man wenigstens anstreben: man wird Impfmittel versuchen, so daß die Menschen schon in der Kindheit den Drang zum geistigen Leben verlieren. Das ist aber nur eines von den Dingen, die zusammenhängen mit einer intimeren Kenntnis, die auftreten muß in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum über den Zusammenhang dieser Naturvorgänge, Naturmittel, mit dem menschlichen Organismus. Sie werden in der entsprechenden Zeit in der Menschheit auftreten. Es wird sich nur darum handeln, ob vorher solch ein Streben Glück haben kann, wie das solcher geistiger Frühgeburten: in die Hände von einzelnen Menschen, die ihre Zwecke damit verfolgen, solche Bestrebungen gelangen zu lassen, oder ob die Erkenntnis von diesen Dingen in der richtigen Weise, wie es dem Heile der Menschheit dienen soll, herabkommt, wenn die Zeit dazu reif ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Organisation, die für solche geistige Frühgeburten bestimmt war, welche mit Hilfe des Mörderordens der Thugs arbeitete, die war nicht dilettantisch; die arbeitete sehr systematisch, wenn auch in einer Weise, welche für jeden, der es mit der Menschheit gut meint, fürchterlich ist; die arbeitete sachgemäß, nicht dilettantisch, mit Kenntnis der entsprechenden Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Bestreben da war, durch verfrühtes Herabkommen bestimmter Mittel aus der geistigen Welt einen Teil der Menschheit in den Besitz, in den egoistischen Besitz desjenigen zu setzen, was ja doch im Laufe der Menschheitsreifung im fünften nachatlantischen Zeitraum kommen muß, so entstand, da dieses auftrat, jenes ängstliche Unbehagen bei andern, welche gewissermaßen - aber dilettantisch, weil es ein angstgeborenes Kind war - als Gegenbild die Propaganda &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tat in Szene setzten, die ihnen nun helfen sollte, aber vorläufig ein Versuch mit untauglichen Mitteln war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist Bedeutungsvolles, was hinter den Kulissen des äußeren Geschehens vor sich geht. Und diese Dinge würden auch hier heute nicht besprochen werden, wenn es nicht die Aufgabe wäre, diejenigen, die solche Dinge dadurch hören können, daß sie eine gewisse Vorbereitung in geisteswissenschaftlichen Dingen haben, wenn es nicht eine verpflichtende Notwendigkeit wäre, diese Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Es besteht eine Notwendigkeit, daß solche Dinge in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen. Denn nur wenn sie in das Bewußtsein der Menschheit der fünften nachatlantischen Zeit übergehen, kann dasjenige erreicht werden, was Ziel werden muß der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß das schon eintreten, daß sich Menschen die Unbequemlichkeit auferlegen, nicht bloßso zu denken, wie es den sogenannten heutigen Gebildeten die Hochschulen vermitteln; es muß eine Zeit eintreten, in der eine Anzahl von Menschen sich bereit erklärt, solch eine unbequeme Weltanschauung auf sich zu nehmen, die ihre Richtungen, ihre Begriffe, ihre Ideen aus der geistigen Welt herausholt. Denn die Menschheit darf nicht in jenem Schlafzustande bleiben, in welchem sie bleiben will mit den abstrakten, allgemeinen Begriffen, nach denen das materialistische Zeitalter strebt und sie dann edel nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also, wenn Sie bedenken, was ich Ihnen damit angedeutet habe, eine ganze Summe von Möglichkeiten, von der geistigen Welt herkommende Strömungen zu benützen, um hier auf der physischen Erde während der fünften nachatlantischen Zeit Unheil anzurichten; es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten dazu. Ich habe Sie auf eine solche Möglichkeit heute hingewiesen. Und daß man betonen muß, das Aufnehmen solcher Erkenntnis in das Bewußtsein einiger Seelen sei eine Notwendigkeit, das hängt zusammen mit dem ganzen Grundcharakter unseres Zeitalters. Gerade die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine sehr wichtige Zeit. Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen, wie das Jahr 1841 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eine Krisis, ein Entscheidungsjahr war. Natürlich kommt man nicht darauf, wenn man bloß die Ereignisse hier in der physischen Welt ansieht, sondern erst wenn man die Ereignisse ansieht im Zusammenhang mit dem, was sich in der geistigen Welt abspielt. Das Jahr 1841 war in der Tat das Krisenjahr für die Einleitung der materialistischen Zeit, denn dazumal hat in den geistigen Welten ein ganz bestimmter Kampf begonnen, ein Kampf von gewissen Geistern der Finsternis, können wir sagen, die der Hierarchie der Angeloi angehören. Sie kämpften diesen Kampf bis in den Herbst 1879 in der geistigen Welt. Sie strebten bestimmte Dinge an, eine ganze Reihe von Dingen, von denen wir heute nur eines erwähnen wollen. Dazumal, zwischen dem Jahre 1841 und 1879, sollte es sich entscheiden, ob eine gewisse Summe von spiritueller Weisheit in der geistigen Welt droben reifgemacht werden kann, so daß sie von dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an allmählich auf die Erde herunterträufelt, das heißt, in die menschlichen Seelen hineinkommt und in den menschlichen Seelen spirituelles Wissen anregt, solches Wissen, das wir eben heute als Wissen der Geisteswissenschaft bezeichnen. Das ist ja erst seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts möglich geworden, solches Wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht reif werden zu lassen drüben in der geistigen Welt das, was da herunterträufeln sollte, das war die Absicht jener Angeloigeister zwischen dem Jahre 1841 und 1879. Aber diese Geister haben den Krieg, den sie durch diese Jahrzehnte geführt haben gegen die Geister des Lichtes, sie haben diesen Kampf verloren. Tatsächlich hat sich im Jahre 1879 etwas abgespielt in kleinerem Maßstabe, wie sich solche Ereignisse wiederholt im Laufe der Evolution abgespielt haben und wie sie immer durch ein bestimmtes Symbolum ausgedrückt werden: durch den Sieg des Michael oder heiligen Georg über den Drachen. Auch da, 1879, auf einem gewissen Gebiete ist der Drache überwunden worden. Dieser Drache sind die Angeloiwesen, die das anstrebten, aber eben nicht erreichen konnten, was ich angedeutet habe. Deshalb sind sie 1879 aus der geistigen Welt in den Bereich der Menschen herein gestürzt worden. Es war der Sturz der Angeloiwesen aus dem Bereich der geistigen Welt in den Bereich der Menschen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und in dem Bereich der Menschen wandeln sie jetzt unter den Menschen. Da sind sie vorhanden, indem sie ihre Kräfte hineinsenden in die Gedanken, Gefühle, Willensimpulse der Menschen, indem sie das oder jenes anstiften. Sie haben nämlich nicht verhindern können - darinnen besteht ja das, daß sie den Kampf verloren haben -, sie haben nämlich nicht verhindern können, daß die Zeit gekommen ist, in der das spirituelle Wissen herabträufelt. Dieses spirituelle Wissen ist jetzt da und wird immer weiter und weiter sich entwickeln; die Menschen werden die Fähigkeit haben können, die geistige Welt zu durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun sind diese Angeloiwesen auf die Erde herabgestürzt und wollen hier Unheil stiften mit dem Herabträufeln, wollen hier dieses Wissen in falsche Bahnen leiten, wollen diesem Wissen seine gute Macht rauben und es in schlechte Kanäle bringen. Kurz, sie wollen das, was sie mit Hilfe der Geister drüben nicht haben erreichen können, hier mit Hilfe der Menschen erreichen, weil sie herabgestürzt sind seit dem Jahre 1879. Zerstören den guten Weltenplan wollen sie, der darinnen besteht, in den richtigen Reifezeitaltern das Wissen von der Beherrschung der Menschenmassen, das Wissen von Geburt, Krankheit und Tod und andern Dingen unter den Menschen zu verbreiten. Sie wollen es frühzeitig verbreiten durch die geistigen Frühgeburten. Neben andern Dingen, die diese Geister anrichten wollen, wirken sie in dem, was ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helfen wird gegen den Einfluß dieser ahrimanischen Wesenheiten nur das Bewußtsein - ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen, erinnern Sie sich nur an den Schluß des letzten -, daß gegen gewisse Dinge, die Ahriman will, nur das hilft, daß man ihn durchschaut, daß man weiß, daß er da ist. Das fünfte nachatlantische Zeitalter muß sich dahin entwickeln, daß gewissermaßen viele Menschen darauf kommen, zu den ahrimanischen Mächten und Wesenheiten so zu sprechen, wie der Faust spricht: «In deinem Nichts hoff ich das All zu finden.» Das muß eine Gesinnung werden: da hineinzuschauen, wo die materialistische Anschauung das «Nichts» sieht, da die geistige Welt zu sehen. So daß Ahriman-Mephistopheles gezwungen wird, zu solchen Menschen so zu sprechen wie zu Faust, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als er ihn zu den Müttern schickt: «Ich rühme dich, eh du dich von mir trennst, und sehe wohl, daß du den Teufel kennst.» Neulich sagte ich spaßend in Dornach drüben, diese Bemerkung würde Mephistopheles zu Woodrow Wilson nicht gemacht haben! Ihm würde er gesagt haben: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.» Es handelt sich wirklich darum, daß es eine wichtige Tatsache ist, daß die Menschen lernen, hineinzuschauen in die konkreten Vorgänge der geistigen Welt. Und es ist nun schon einmal so, daß wenn auf der einen Seite so etwas von ganz besonderer Notwendigkeit ist, die Gegenkräfte besonders stark sind, so daß sich die Menschen heute sträuben gegen diese Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bitte ich Sie besonders zu berücksichtigen hier in Zürich, wenn Sie jetzt das sehr anerkennenswerte, sehr freudig zu begrüßende Bestreben haben, in gewisse Kreise, die heute noch sehr ablehnend gegen Geisteswissenschaft sind, diese Geisteswissenschaft zu tragen: sich keinen Illusionen hinzugeben! Man erlebt viele Enttäuschungen, und zunächst nur Enttäuschungen, wenn man versucht, die Dinge, die geschehen müssen und deshalb geschehen sollen, wirklich in der rechten Weise in die Wege zu leiten. Es darf uns niemals abhalten, diese Dinge in die Wege zu leiten. Man muß so erfaßt werden von dem Impuls, der der notwendige Impuls der Gegenwart ist, daß man dasjenige, was geschehen soll, tut, ohne Rücksicht, ob die Folgen - auch in diesem Falle - nach der einen oder nach der andern Seite eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nur wenn man diese Gesinnung hat, kann man etwas erreichen. Und man erreicht oftmals etwas nach einer Richtung hin, die scheinbar gar nicht die beabsichtigte war. Man muß - das bitte ich Sie zu berücksichtigen - viel mehr tun, als es den Erfolgen gegenüber manchmal erfreulich ist. Denn mit der Propaganda der Geisteswissenschaft steht man in etwas anderem drinnen, als in all den Propaganden, die heute sonst gemacht werden auf andern Gebieten. Auf andern Gebieten redet man zu den Leuten schließlich meistens von etwas, was sie so genau wissen, wie die Betschwestern, die in der Kirche sitzen, dasjenige wissen, was der Pfarrer von der Kanzel redet. Die meisten Vereine haben zu ihren Programmen dasjenige, was den Leuten recht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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leicht trivial eingeht. Da bleibt man zumeist auf dem Gebiete der Abstraktionen. Schöne Programme macht man, die nicht wirklichkeitsverwandt sind, die auch nicht in die Wirklichkeit hineingehen können. Will man die Bestrebungen des spirituellen Lebens im fünften nachatlantischen Zeitraum pflegen, dann muß man sie als etwas Lebendiges betrachten. Aber sehen Sie sich das Lebendige an: das geistig Lebendige hat sein Abbild in dem natürlich Lebendigen. Ich frage Sie: Scheut der Fisch im Meere davor zurück, so und so viel Eier abzulegen, die zugrunde gehen? Fragen Sie sich, wie viele von den abgelegten Eiern Seefische werden? Wie viele gehen da zu grunde! So ist es im Leben, so ist es auch im geistigen Leben. Sie können durch lange Jahre hindurch immer wieder und wiederum zu großen Menschenmassen sprechen - Sie müssen zufrieden sein, wenn sich in diesen großen Menschenmassen immer einige wenige finden, die nur angeregt werden: denn das ist im Charakter des Lebendigen gelegen. Da erreicht man aber wirklich nur etwas, wenn man es wie die Natur, die das Abbild des Geistes ist, selber macht. Was würde es sein, wenn die Natur sich abhalten ließe, die von Lebewesen zugrunde gehenden Eier ablegen zu lassen, weil bemerkt wird in der Natur, daß in einem Jahre so und so viel Eier zugrunde gehen? Der Naturprozeß geht weiter, und der erreicht auch die Evolution. Nicht auf Erwägungen kommt es an, die wir anstellen, ob dies oder jenes erreicht werden kann, ob dies dem oder jenem zusagt, sondern darauf kommt es an, daß wir in der Sache selber den Impuls sehen und daß wir gar nicht anders können, als diesen Impuls in die Welt hineinzutragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn man die Gründe anblickt, einige davon haben wir heute wiederum vor unsere Seele geführt, aus denen heraus man diesen Impuls in die Welt des fünften nachatlantischen Zeitraums hineintragen soll: sie sind wahrhaftig ernst genug. Und der Widerstand wird dann am größten, wenn die Notwendigkeit am größten ist. Die Menschen werden sich bequemen müssen, diejenigen Dinge, die geschehen, und die ja in unserer Zeit, in unseren Jahren wahrhaftig ein grausames Gepräge haben, diejenigen Dinge, die hier auf dem physischen Plane geschehen, alle im Zusammenhang zu betrachten mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Geschehnissen, die hinter den Kulissen sich abspielen. Da erst lassen sich die Dinge verstehen. Aber die Menschen, die heute als Geschichtsschreiber, als Soziologen, als Nationalökonomen oder als Politiker ihre Regeln und Gesetze hernehmen bloß vom physischen Plane - ja, die gleichen gegenüber den realen Notwendigkeiten heute solchen Menschen, welche, wenn sie zum Beispiel eine große Arbeit zu verrichten haben, damit beginnen, daß sie sich auf die Chaiselongue hinlegen und schlafen, weil sie denken, sie werden es im Traume schon verrichten. So wirken in der Tat heute zumeist diejenigen, die dem Leben der Bildung, dem Leben der einzelnen Wissenschaften angehören. Es sind Leute, welche die Wirklichkeit verträumen. Denn wie schreiben die Menschen Geschichte, wie schreiben die Menschen Soziologie? Wie jemand eben, der keine Ahnung hat von den wirklichen Kräften, die hinter dem stehen, wovon die Leute träumen. Es ist dasjenige, woraus namentlich so tiefe, so einschneidende Ereignisse entstehen wie die unserer Zeit, so um die Menschen, die sich heute um Wissenschaft bekümmern, wie ein Zimmer um einen Menschen ist, der nie dieses Zimmer gesehen hat, den Sie schlafend hineingetragen haben und der drinnen weiterschläft und nur schlafend dieses Zimmer kennenlernt. So lernt die rein materialistische Wissenschaft die Welt kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in meinem Buche «Vom Menschenrätsel» als schauendes Bewußtsein bezeichnet ist, es muß sich bis zu einem gewissen Grade der Menschheit des fünften nachatlantischen Zeitalters geradezu ergeben; denn gewisse Geheimnisse müssen an den Tag treten, weil sie sonst in unrechtmäßiger Weise durch solche Mittel, wie ich sie Ihnen heute erzählt habe, unter den Menschen verbreitet werden. Wie gesagt, es ist nicht leicht, diese Dinge anzudeuten in der heutigen Zeit; aber es besteht eine Pflichtnotwendigkeit, von diesen Dingen zu sprechen. Für vieles muß man sich aneignen, ich möchte sagen, eine gewisse Beobachtungsgabe, die anders als die grobklotzige Beobachtungsgabe der gegenwärtigen Menschen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zwei Dinge möchte ich Sie hinweisen im Zusammenhange mit dem Gesagten. Erstens, die Menschen gewinnen heute schon etwas, wenn sie versuchen, Dinge, die man sonst als Zufall ansieht, so ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zu nehmen, daß sie in ihnen etwas sehen wie Hinweise, die Seele zu vertiefen. Nehmen wir an, Sie lesen, da oder dort ist in diesem oder jenem Zeitpunkt gerade jener Mensch gestorben. Man kommt auf manches, wenn man sich die Frage vorlegt: Wie wäre es, wenn derselbe Mensch drei Monate früher oder drei Monate später gestorben wäre? - eine Frage, die ja bloß mit Möglichem rechnet. Aber Sie können sicher sein, wenn Sie sich eine solche Frage vorlegen, so kann das in Ihnen Kräfte auslösen, durch die Sie anderes erkennen. - oder Sie fahren auf der Eisenbahn und haben vielleicht mit jemandem ein sehr wichtiges Gespräch, das für Sie eine große Bedeutung hat und dergleichen. Solche Dinge nimmt selbstverständlich der Materialist als einen gelungenen Zufall. Aber derjenige, der nach und nach sich einleben will in das Hinter-die-Kulissen-des-Daseins-Kommen, der lenkt den Blick auf so etwas; der beschäftigt sich - nicht indem er Begriffe zu sehr preßt, sondern indem er an solchen Dingen etwas fühlt -, er beschäftigt sich mit solchen Dingen, weil ihm gleichsam Fingerzeige gegeben werden, daß zwischen den Dingen, die sich zu- tragen, Kräfte spielen, die nicht bloß aus der Mechanik und aus der Mathematik zu entnehmen sind. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das andere, was ich immer wieder und wiederum erwähnen will, ist, daß trotz des Materialismus unserer Zeit den Menschen sich vieles geistig offenbart. Die Leute genieren sich heute nur, wenn sie geistige Erfahrungen machen, davon viel zu reden.  Sie können heute hören, wenn jemand etwas mitteilsam wird, weil er Vertrauen zu Ihnen hat: der hat das getan, der andere hat jenes getan. Wenn er Ihnen wirklich ehrlich und aufrichtig sagt, warum er diese Zeitung begründet hat, das oder jenes getan hat, so erzählt er Ihnen einen Traum, scheinbar einen Traum, er erzählt das oder jenes als eine Anregung aus der geistigen Welt heraus. Das geschieht heute auf Schritt und Tritt; das geschieht viel mehr, als man denkt. Unter geistigen, unter spirituellen Impulsen wird heute vieles in die Tat geführt, viel mehr als man denkt. Die Menschen genieren sich nur, diese Dinge zu gestehen, weil sie meistens nicht voll genommen werden, wenn sie diese Dinge erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesen beiden Seiten hin ist es gut, seine Seele zu vertiefen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gerade in unserer Zeit wirklich darauf zu achten, daß irgendein Wink von irgendeiner Seite her kommen könnte, wenn man dies oder jenes erlebt, was einen aufmerksam sein läßt; und dann auch hinzuschauen - weil man doch Gelegenheit hat, da und dort etwas zu vernehmen -, wie den Leuten Dinge geoffenbart werden aus der geistigen Welt heraus, in gutem und in schlechtem Sinne, unter deren Antrieb, unter deren Impulse sie handeln. Das ist gerade heute mehr der Fall, als rnan glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, auf die ich Sie heute aufmerksam machen wollte. Wfr werden dann am nächsten Dienstag weiter reden über solche Dinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINTER DEN KULISSEN DES ÄUSSEREN GESCHEHENS Zürich, 13. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe, wollte ich das Thema anschlagen, das ja jetzt so notwendig ist zu besprechen, das Thema, das geradezu energisch herausgefordert wird durch unsere so tragisch in das Menschheitsleben eingreifenden Ereignisse, das Thema, das man kurz bezeichnen könnte mit den Worten: Die Menschheit hat es dringend nötig, wiederum zu der Erkenntnis, zu dem Bewußtsein zu kommen, daß die Welt, die sich hier im Physischen abspielt, zusammenhängt mit einer konkreten geistigen Welt. Die Menschheit hat es dringend nötig, sich zum Bewußtsein zu bringen, daß eine geistige Welt bis in die Einzelheiten des Daseins in die physische Welt hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun muß man sagen, daß ganz besonders unsere Zeit aufmerksam werden muß darauf, daß sich dieses Bewußtsein in der Menschheit verbreitet. Denn der Mensch der Gegenwart, äußerlich, physisch unterscheidet er sich nicht gerade sehr beträchtlich von den Menschen derjenigen Vergangenheiten, mit denen man gewöhnlich in der Geschichtsbetrachtung rechnet. Man kommt ja in der Geschichtsbetrachtung nicht weiter zurück als höchstens bis in den dritten nachatlantischen Zeitraum. Was vorher liegt, das ist eine ziemlich vage Geschichtsbetrachtung, und nur die will ja der Mensch der Gegenwart gelten lassen. Das seelische Leben der Menschheit hat sich in dieser Zeit sehr, sehr geändert. Aber daß sich das äußere physische Leben, die Umwandlung des Organismus gleich sehr geändert hätte, das kann man nicht sagen. Und daher bemerken die Menschen nicht, dringen nicht darauf, zu bemerken dasjenige, was eigentlich vorgeht, was sich abspielt und was seine Impulse in der geistigen Welt hat. Wir leben in der Tat in einer bedeutungsvollen Zeit. Das hat nichts zu tun mit der oftmals gemachten trivialen Bemerkung, die in die Worte gekleidet wird: Wir leben in einer Übergangszeit. - Selbstverständlich ist jede Zeit eine Übergangszeit, es handelt sich nur darum, daß man weiß, was in der betreffenden Zeit übergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Dasjenige, was in unserer Zeit übergeht, das heißt, was andere Formen annimmt, was eine bedeutsame Wandlung durchmacht, das kommt einem ganz besonders dann zum Bewußtsein, wenn man in die Lage versetzt ist, seinen Blick nicht nur zu richten auf das Leben der Wesen, die hier auf der Erde in physischen Leibern herumlaufen, sondern wenn man den Blick wendet auf die Wesen, die nicht der physischen Welt angehören, zu denen ja auch die verstorbenen Menschen gehören. In der Welt, welche der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, da sind schon die Wandlungen, und insbesondere die Wandlung der gegenwärtigen Zeit bedeutsam, tief einschneidend zu bemerken. Der Mensch der Gegenwart will nur nicht gern ernst nehmen dasjenige, was sich auf die geistige Welt bezieht. Und daß er dies so wenig ernst nehmen will, das ist etwas, was einem ganz besondere Gefühle und Empfindungen nahelegt, wenn man heute an die Entstehung desjenigen denkt, was wir Anthroposophie nennen. Es ist wirklich so, daß man gar nicht irgendwie eine besondere Vorliebe zu haben braucht für die Ideen, die in der anthroposophischen Bewegung vertreten werden, um diese Ideen vertreten zu wollen. In einer andern Bewegung - was gibt es nicht heute alles für Bewegungen, was werden nicht alles für Vereinigungen gegründet, die alle die Überzeugung haben, daß sie das Allernotwendigste in der Welt vorstellen -, in allen solchen Vereinen, allen solchen Bewegungen haben die Leute, ich möchte sagen, den subjektiven Fanatismus ihrer Bewegung. Sie sind eingenommen für ihr Programm, und sie halten dieses Programm für etwas ungemein Seligmachendes, für eine absolute Notwendigkeit. Ein solches Eingenommensein braucht man gar nicht für die anthroposophische Bewegung, sondern der Impuls, sie zu vertreten, kann aus ganz anderem hervorgehen. Und wenn ich das kurz bezeichnen soll - manches muß ja unter uns kurz bezeichnet werden, weil wir immer nur so kurze Zeit zusammensein können -, so möchte ich sagen: Dasjenige, was einen zwingt, wenn man sich die Überzeugung von der Wahrheit der anthroposophischen Ideen erworben hat, für die Verbreitung dieser Ideen alles Mögliche zu tun, das ist das Mitgefühl mit denjenigen Menschen, welche in der Gegenwart diese Ideen brauchen - und das sind im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Grunde genommen fast alle Menschen, mit denen wir in Berührung kommen -, das Mitgefühl mit den Menschen, welche diese Ideen haben müssen und welche verurteilt sind, Schlimmes auf sich zu nehmen, wenn sie diese Ideen nicht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wollte das letzte Mal eine Vorstellung davon hervorrufen, daß äußerlich auf dem physischen Plane vieles unverständlich ist, das anfängt verständlich zu werden, wenn man es erklären kann aus dem Zusamenhang heraus mit der geistigen Welt. Ich möchte Ihnen heute noch einige andere wichtige Gesichtspunkte, die scheinbar von ganz anderer Seite zunächst hergeholt sind, vorbringen. Gehen wir von etwas aus, das uns ja auf Schritt und Tritt entgegentreten kann. Man kann heute sagen, es wird von vielen Seiten, die sich für berufen halten, gerade als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung aufgefaßt, abzulehnen solche Ideen, wie wir sie wiederum haben müssen, daß man, sobald man die Schwelle zur geistigen Welt übertritt, es zu tun hat mit vielen geistigen Wesenheiten, mit ganzen Hierarchien von geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter hinauf. Es wird als ein Zeichen besonderer religiöser Aufklärung angesehen, wenn man bloß reflektiert auf das, was man den einzigen Gott nennt, diesen einzigen Gott, zu dem man eine möglichst intime, unmittelbare Beziehung suchen will. Das wird ja als der einzig mögliche Monotheismus angesehen, und manche Leute äußern schon einen Horror, wenn sie hören, nun kommt gar eine Lehre, welche von vielen geistigen Wesenheiten spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur klar sein, was das eigentlich bedeutet. Wenn der Mensch nur dasjenige Verhältnis zur geistigen Welt entwickelt, welches heute religiös gang und gäbe ist, welches die sich aufgeklärt dünkende Kirche besonders pflegt, dann kommt er nur in ein ganz bestimmtes, wenn es auch ein Gefühlsverhältnis ist, nur in ein ganz bestimmtes Verhältnis zur geistigen Welt, nämlich nur in das Verhältnis zu dem ihn beschützenden Angelos, zu dem Engelwesen, zu dem er eine reale Beziehung hat. Und dieses Engelwesen, zu dem er allein eine Beziehung finden kann, zu dem er ein gewisses Gefühl haben kann, dieses Engelwesen nennt er dann seinen Gott; wenn er ein Christ ist, nennt er auch dieses Engelwesen Christus. Er verwechselt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dieses Engelwesen mit dem Christus. Vielleicht kann man sich das schwer vorstellen, aber es ist so. Gerade die sich aufgeklärt dünkenden protestantischen Theologen, welche so sehr abmahnen davon, Vielgötterei zu treiben, um zu dem einen Wesen, zu dem Christus, einen unmittelbaren Bezug zu gewinnen, die können noch so viel reden zu den Menschen über den Christus, das, was sie über den Christus Sagen, bezieht sich nur auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Engelwesen. So daß zumeist der Monotheismus in unserer Zeit der Gefahr ausgesetzt ist, eine Anbetung des einzelnen Engels eines jeden Menschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, gestehen wollen sich ja heute die Menschen vieles noch nicht, was doch unter ihnen als Wirklichkeit lebt. Der objektive Betrachter sieht aber schon, ich möchte sagen, aus groben Verhältnissen heraus, wie sich die Menschen anschicken, aus solchen Illusionen heraus allerlei recht verhängnisvolle Vorstellungen und Empfindungen zu entwickeln. In diesem Anbeten des eigenen Engels liegt es ja, daß jeder seinen eigenen Gott hat und nur glaubt, er habe mit dem andern einen gemeinsamen. In Wahrheit beten die Monotheisten der heutigen Zeit jeder nur den eigenen Engel an, und weil so zusammenstimmen die Worte, die ertönen, wenn ein jeder sein Verhältnis zu seinem eigenen Engel, sein egoistisches Verhältnis zu seinem eigenen Engel bespricht, so glauben sie nur, sie reden von einem gemeinsamen Gotte. Würde diese Entwickelung so fortgehen, so würde sie die Menschen dazu bringen, auch als einzelne menschliche Individuen dasjenige immer mehr zu entwickeln, was wir ja schon heute in den Nationen auf eine recht entsetzliche Weise zutage treten sehen: die Nationen, wenn sie auch theoretisch noch von einheitlicher Göttlichkeit sprechen - im Ernste wollen sie diese Göttlichkeit besonders in dieser Zeit nicht anerkennen, sondern eine jegliche Nation möchte ihren eigenen Gott haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist aber nur das äußerlich Hervortretende, ich möchte sagen, das grob Hervortretende. In Wirklichkeit will jeder Mensch heute seinen eigenen Gott haben und nennt dann dasjenige Verhältnis, das er bloß zu seinem Angeloswesen entwickelt, Monotheismus. Weil sich in einer Zeit, wo man bloße Anlagen entwickeln will für die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Sinnlichen, alle Verhältnisse trüben, deshalb bemerkt der Mensch nicht, daß das so ist, wie ich es eben charakterisiert habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwartige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist, wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen. Für uns könnte es ja verständlich sein, daß auch in früheren Zeiten, in denen die Menschen noch mehr Beziehung zur geistigen Welt gehabt haben, sie aufmerksam gemacht wurden auf &lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
konkrete Beziehungen zur geistigen Welt, die nur heute nicht mehr verstanden werden. Man hat nicht in früheren Zeiten nur so allgemein herumgeredet: Da unten auf der Erde wimmeln die Menschen herum und da oben ist irgend etwas Göttliches, - sondern man hat in konkreten Beziehungen gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schönsten und bedeutsamsten Ausflüsse solcher konkreter Beziehungen sind ja Prophetien wie die des Daniel, wie die der Apokalypse, wo auch nicht bloß gesprochen wird davon: Ihr Menschen, vertraut auf einen Gott, ihr Menschen, glaubt an einen Gott, - sondern wo den Menschen gesagt wird: Ein Reich, das zweite Reich, das dritte Reich - das eine muß das andere in irgendeiner Weise ablösen -, wo den Menschen erzählt wird konkret der Zusammenhang der geistigen Welt mit der physisch-sinnlichen hier. Diese Möglichkeit, so konkret zu sprechen über das Verhältnis des Geistigen zum Physischen, hat sich die Menschheit ganz abgewöhnt. Die Menschheit möchte heute alles - wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf - über einen Kamm scheren. Die Menschheit möchte am liebsten Theorien erfinden, nach denen man die Menschen über die ganze Erde hin gleichmäßig irdisch selig machen kann. Der Sozialist von heute denkt, daß gewisse Ideen die richtigen sind für das Menschenleben, die richtigen sind für England, für Amerika, für Rußland, Asien; wenn alle ihre Staaten so einrichten, wie es der Sozialismus will, dann komme selbstverständlich das Glück, das sich der heutige Mensch für die Erde erträumt. So denkt der Mensch. Das sind alles Abstraktionen, das sind alles unwirkliche Begriffe und Ideen; nicht wissen, daß sich auf dem einen Fleck der Erde aus einem gewissen Volkstum heraus das eine vorbereitet, auf einem andern Fleck der Erde das andere vorbereitet, nicht die Möglichkeit haben, den großen Unterschied zwischen dem Westen und dem Osten zu verstehen: das ist dasjenige, was unendliche Verwirrung und unendliches Chaos stiften muß. Denn nur dann, wenn der Mensch die Möglichkeit hat, eine Brücke zu schlagen von seiner Seele zu den objektiven Tatsachen, dann kann er in gedeihlicher Weise mitwirken an der Gestaltung des Erdenseins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Brücke wollen die Menschen nicht schlagen. Ich muß in diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
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Zeiten aus inneren Notwendigkeiten heraus zu unseren Freunden immer wieder und wiederum an den verschiedensten Orten davon sprechen, wie ein Ereignis stattgefunden hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, welches bedeutsam, tief einschneidend in die menschliche Entwickelung ist, ein Ereignis, von dem alle okkulten Schulen wissen, nur wissen sie oftmals nicht das Richtige über den Verlauf dieses Ereignisses zu sagen. Ich will auch heute kurz andeuten, um was es sich handelt. Es handelt sich darum, daß vom Jahre 1841 an ein Geisterkampf in den geistigen Regionen stattgefundenhat zwischen gewissen Wesenheiten aus den höheren Hierarchien und übergeordneten Wesenheiten. Diese Wesenheiten, welche sich rebellisch aufgelehnt haben in der Zeit vom Jahre 1841 bis 1879, und die einen Rebellenkampf gekämpft haben in dieser Zeit, diese Wesen wurden früher verwendet im Sinne der weisen Weltenlenkung. Auch diejenigen Wesen, die in gewissen andern Zeiten sich auflehnen, böse Wesenheiten werden, Wesen der Finsternisse werden, sind in gewissen Zeiten gut brauchbare Wesenheiten. Also ich rede von solchen Wesenheiten, die bis zum Jahre 1841 von höheren Geistern in dem Dienst der weisheitsvollen Weltenklenkung verwendet worden sind, aber von dieser Zeit an anders wollten als ihre übergesetzten Wesenheiten. Diese Wesenheiten haben in der geistigen Welt einen bedeutsamen Kampf gekämpft, einen von denjenigen Kämpfen, die öfter stattfinden, aber auf verschiedenen Höhen, möchte man sagen, einen Kampf, der in der Legende, in der Symbolik dargestellt wird als der Kampf des Michael mit dem Drachen. Geendet hat dieser Kampf damit, daß gewisse Geister der Finsternis im Herbst 1879 herabgestoßen worden sind aus den geistigen Regionen in die Erdenregionen und seit jener Zeit unter den Menschen wirken, eingehen in die menschlichen Willensimpulse, eingehen in die menschlichen Motive, eingehen in das, was die Menschen begreifen können, kurz, in allem Menschlichen wirken. So daß also gewisse Geister der Finsternisse seit dem Herbst 1879 unter den Menschen sind, auf welche die Menschen aufmerksam werden müssen, wenn sie die irdischen Ereignisse verstehen wollen. Man könnte sagen, man sagt damit das ganz Richtige, daß diese Wesenheiten 1879 herabgestoßen worden sind, das &lt;br /&gt;
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machte den Himmel frei von diesen Wesenheiten, aber die Erde voll von ihnen. Ihr Ort ist von jener Zeit an nicht mehr im Himmel zu finden, sie sind auf der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich charakterisieren soll, was diese Wesenheiten eigentlich wollten mit ihrem Rebellenkampf von 1841 bis 1879, so muß ich sagen, sie wollten verhindern können, sie wollten es dahin bringen, verhindern zu können, daß die notwendige spirituelle Weisheit, die sich dem Menschen offenbaren will vom 20. Jahrhundert ab, in die Menschenseelen hineinkommen kann; sie wollten diese oben behalten und nicht in die Menschenseelen hineinlassen. Nur dadurch konnte bewirkt werden, daß vom 20. Jahrhundert ab Menschen geöffnet bekommen können den Sinn für spirituelle Erkenntnisse, daß die hindernden Geister der Finsternisse aus dem geistigen Reiche entfernt worden sind, so daß herabkommen können die für die Menschen bestimmten spirituellen Erkenntnisse. Aber hier, wo diese Geister der Finsternisse jetzt unter den Menschen herumwandeln, machen es sich wiederum diese Geister der Finsternisse zur Aufgabe, die Menschen zu verwirren; von hier aus wollen sie nun verhindern, daß das richtige Verhältnis eintritt zu den spirituellen Wahrheiten, gewissermaßen den Heilzweck der spirituellen Wahrheiten von den Menschen abhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem kann man nur entgegenwirken durch das genaue Erkennen, durch das genaue Durchschauen dieser Dinge. Gewisse okkulte Brüderschaften machen sich aber das Gegenteil zur Aufgabe; sie wollen die Weistümer nur in ihrem engsten Kreise behalten, um sie im Sinne ihrer Machtgelüste ausnützen zu können. Und in diesem Kampfe stehen wir drinnen. Auf der einen Seite besteht die Notwendigkeit, die Menschheit in der richtigen Weise dadurch zu geleiten, daß sie spirituelle Weistümer aufnimmt; auf der andern Seite stehen abgeschlossene okkulte Brüderschaften schlimmer Sorte, welche diese Weistümer gerade nicht unter die Menschen hereindringen lassen wollen, damit die Menschen dumm bleiben gegenüber der geistigen Welt, töricht bleiben, und die in enggeschlossenen Brüderschaften Befindlichen dann von dort aus ihre Machinationen treiben können.&lt;br /&gt;
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In den Ereignissen der Gegenwart stecken ganze Bündel solcher&lt;br /&gt;
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Machinationen, und es wird ganz besonders der Menschheit zum Unheil gereichen, wenn sie nicht durchschauen will, daß solche Machinationen herrschen. Sie werden gleich eine Art Licht aufgehen fühlen über das, was hinter dieser Sache eigentlich steckt, wenn ich aufmerksam mache auf gewisse Wahrheiten, die heute reife Wahrheiten sind, gewissermaßen Wahrheiten, die, wie die reifen Pflaumen vom Baume, aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen herabfallen müssen, aber die verhindert werden an der allgemeinen Ausbreitung, gegen die auch die Menschen Vorempfindungen, Vorneigungen, Vorurteile haben, weil sie sich vor ihnen fürchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte in dieser Beziehung möglichst konkret sprechen. Diese Tatsache, daß 1879 eine Anzahl von Geistern der Finsternis gestürzt worden sind und seither im Menschenreiche sind, hat wichtige, bedeutsame Konsequenzen. Vor allen Dingen hat diese Tatsache die Konsequenz, daß das Denken, das klare Denken seit jener Zeit für den Menschen eine ungeheuer viel größere Bedeutung gewonnen hat, als das früher der Fall war. Es gab eben keine Zeit der Menschheitsentwickelung, in der, wenn man auf innere Notwendigkeiten dieser Menschheitsentwickelung blickt, man sagen muß, klares Denken ist so notwendig, wie nur irgend notwendig sein kann Essen und Trinken zur Unterhaltung des physischen Lebens. Denn wenn der Mensch unklar denkt in dieser Zeit, in der wir leben und in die hinein die Menschheit weiter in der Zukunft lebt, so wird man solche reifen Wahrheiten, die aus der geistigen Welt herunterfallen sollen, nicht im gehörigen Lichte sehen können. Man wird vor allen Dingen nicht die große, tiefe Bedeutung einsehen können, die für die ganze menschliche Entwickelung das Mysterium von Golgatha, die Erscheinung des Christus innerhalb der Menschheitsentwickelung hat. Von diesem Christus Jesus sprechen viele. Von dem tiefen Sinn zu sprechen, den die ganze Menschheitsentwickelung der Erde durch das Mysterium von Golgatha hat, will einen die Theologie der heutigen Zeit sogar verhindern. Natürlich hat sich dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen soll, erst langsam und allmählich ausgelebt. Und so recht intensiv kommt das erst in diesem Jahrhundert zum Vorschein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten waren immer noch alte Erbgüter vorhanden aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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den Zeiten, wo die Menschen atavistisches inneres Leben hatten, das von Spiritualität durchsetzt war. Daß der Mensch die Spiritualität sich erwerben muß, wenn er sie haben will, das tritt erst in unserer Zeit auf. Daher treten in unserer Zeit, und eigentlich erst vom Jahre 1879 ab, ganz bestimmte Erscheinungen auf. Heute sind sie, weil das äußere Anschauen so grob geworden ist, eigentlich nur klar ersichtlich, wenn man den Seelenblick wendet hinein in das Reich, das der Mensch betritt, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Denn in anderer Weise kommen die Seelen, die vor dem Jahre 1879 geboren sind, in der geistigen Welt an, wenn sie durch den Tod gehen, als alle die Seelen ankommen werden, die nach dem Jahre 1879 geboren sind. Es ist dieses ein tief einschneidendes Ereignis, um das es sich da handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tief einschneidende Ereignis also, das bewirkt insbesondere, daß die Menschen in ihren Seelen immer ähnlicher werden dem Gedanken, dem, was sie als Erkenntnisse ansehen. Es ist das für den heutigen Menschen eine sonderbare Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit. Gewisse Dinge im richtigen Lichte zu sehen, eben mit klaren Gedanken zu sehen, mit gültigen Gedanken zu sehen, mit wirklichkeitsgesättigten Gedanken zu sehen, das ist wichtig, das ist wesentlich. Darwinismus richtig zu sehen, so wie ich zum Beispiel versuchte ihn gestern darzustellen im öffentlichen Vortrage, das ist gut. Ihn zu sehen als Grundlage für eine allein gültige Weltanschauung, ihn also so zu sehen, daß man glaubt, nur das eine ist richtig, der Mensch stamme von den Tieren ab, und auch diesen Gedanken in sich lebendig zu machen: Ich stamme von den Tieren ab, ich stamme nur aus solchen Kräften, die auch die Tiere bilden -, dieser Gedanke führt die Seele in dieser Zeit dazu, der eigenen Vorstellung ähnlich zu werden. Das ist wichtig! Wenn dann diese Seele den Leib abgeworfen hat, dann verfällt sie dem Unglücke, dieser ihrer eigenen Vorstellung ähnlich sich schauen zu müssen! Wer hier im physischen Leib des Glaubens lebt, daß nur Tierisches bei seiner Entwickelung mit tätig war, der zimmert sich für die Zeit nach dem Tode ein solches Bewußtsein, daß er sich als Tier ansehen muß. - Denn nachdem durch das Ereignis von 1879 so recht der Charakter der fünften nachatlantischen Zeit erfüllt ist, sind &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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die Gedanken, die sich die Menschen machen, dazu da, daß sich die Menschenseelen in diese Gedanken verwandeln. Das ist es, warum ich sagte: Man braucht keine Vorliebe zu haben für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft, um sie vertreten zu wollen, sondern man braucht bloß Mitleid mit den Menschen zu haben, welche diese Gedanken brauchen, weil diese Gedanken schöpferische Gedanken sind für das Seelenleben, weil der Mensch dazu berufen ist in der Zukunft, das zu werden, als was er sich ansieht. - Dies mußte eintreten im Verlauf der weisheitsvollen WeltenIenkung, damit der Mensch wirklich zum vollen freien Selbstbewußtsein kommen kann. Auf der einen Seite mußten die Götter dem Menschen die Möglichkeit geben, sein eigenes Geschöpf zu werden. Damit er allerdings diesem eigenen Geschöpf einen übersinnlichen Sinn geben kann, finden kann in dem, was er aus sich selber macht, etwas, was ihm eine ewige Richtung geben kann, ist der Christus Jesus durch das Mysterium von Golgatha gegangen. Und wenn man ihn versteht, geisteswissenschaftlich versteht, gedankenmäßig versteht, dann findet man den Weg zu ihm; den Weg von dem Tierischen heraus ins Göttliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wahrheit stellt sich insbesondere heraus, wenn man eben den Seelenblick hineinzutun vermag in die Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. Diejenigen Menschen, die noch vor 1879 geboren sind, nehmen immer noch einen gewissen Rest mit, der sie behütet, rein das zu sein, als was sie sich hier vorzustellen vermochten. Und auch noch für längere Zeit hinaus werden die Menschen behütet werden können, bloß das zu sein - die Dinge nähern sich erst allmählich -, als was sie sich vorstellen: aber nur durch Leid, nur wenn sie leiden können, wenn sie, um das Paradoxon zu sagen, das Leid der Erkenntnis auf sich nehmen können, indem sie das Unbefriedigende ihrer Vorstellung über den Menschen selber empfinden. Harmonie mit sich selber, zu gleicher Zeit eine Erkenntnis, die den Menschen auch Mensch sein läßt nach dem Tode, das wird für die Zukunft nur hervorgehen, wenn die Menschen ihres wahren Zusammenhanges mit der geistigen Welt hier im physischen Leibe gewahr werden. Daß mit dem Jahre 1879 eine solche Verändernng vor sich gegangen ist, das werden natürlich diejenigen, die heute aus materialistischen Vorstellungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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heraus überhaupt Scheu haben vor konkreten geistigen Erkenntnissen, noch lange nicht annehmen wollen; dennoch ist es notwendig, daß solches angenommen werde. Sie sehen daraus aber, daß eines wichtig wird und immer wichtiger werden muß in die Zukunft hinein, daß dasjenige, was an spiritueller Erkenntnis da ist, sich hier auf der Erde ausbreite. Daher werden die Geister der Finsternisse, um ihre Angelegenheiten zu fördern, einen besonderen Wert darauf legen, Verwirrung anzustiften unter den Menschen, damit die Menschen nicht dahin gelangen, hier die richtigen Gedanken zu bilden, in die sie sich dann, diese Menschen, nach dem Tode verwandeln. Es muß der Mensch das werden, als was er sich denkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist eine Wahrheit, die bestimmt war, von den wichtigen Umwandlungen des 19. Jahrhunderts ab unter die Menschen zu kommen. Der Mensch muß das wollend sein, was er in Wirklichkeit sein kann, muß denken können über sein Wesen, wenn er es seelenhaft sein soll. Denn der Tote wird es heute schon verkündigen können als eine rechtmäßige reife Wahrheit: Die Seele ist das, was sie von sich zu denken vermag. - Es haben Geister der Finsternis in der Zeit, in der es notwendig war, von der Erde aus diese Wahrheit zu verbreiten: Die Seele ist das, als was sie sich zu denken vermag -, bewirkt, eininspiriert dem Menschen, als Wahrheit zu vertreten: Der Mensch ist, was er ißt. - Und wenn auch theoretisch nicht in breiteren Schichten anerkannt wird: Der Mensch ist, was er ißt - die Praxis des Lebens geht sehr darauf hinaus, dieses anzuerkennen, daß der Mensch eigentlich nichts anderes ist, als was er ißt. Ja diese Praxis des Lebens geht sogar darauf hinaus, immer mehr und mehr dieses herauszugestalten auch im äußeren Leben. Mehr als man glaubt, viel mehr als man glaubt, sind die traurigen, tragischen Ereignisse der Gegenwart bloß aus dem Prinzip herausgebildet: Der Mensch ist, was er ißt. In einem viel tieferen Sinne, als man in der heutigen Oberflächlichkeit denkt, handelt es sich um sehr wenig hochstehende Dinge, um die heute so furchtbar viel Blut fließt. Es ist schon die Menschheit inflziert von dem Satze: Der Mensch ist, was er ißt. - Vielfach wird gekämpft um Dinge, die mit solchem zusammenhängen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist es so notwendig, daß sich die der Zeit entsprechenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Gedanken verbreiten. Der Gedanke wird nach und nach als eine reale Seelenkraft erkannt werden müssen, nicht bloß als dieses jämmerliche Abstraktum, als welches die neuere Zeit ihn herausgebildet hat und noch dazu so stolz darauf ist. Denn in älteren Zeiten waren die Menschen durch ein altes Erbgut mit der spirituellen Welt noch verbunden. Wenn auch das atavistische Hellsehen verhältnismäßig seit vielen Jahrhunderten schon ganz zurückgegangen ist, im Fühlen und Wollen lebte noch dieses Erbgut drin. Aber jetzt ist die Zeit, wo das Bewußte immer mehr und mehr als reale Macht auftreten muß, daher auch die Geister des Widerstandes, die Geister der Finsternis anstürmen in unseren Tagen, um den realen Gedanken die abstrakten Gedanken in Form von allen möglichen Weltprogrammen entgegenzusetzen. Diesen Zusammenhang muß man durchschauen. Der Gedanke muß immer wirklicher und wirklicher werden. Das muß von den Menschen verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da -, so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen, ohne überall geistig berührt zu werden von dem, was man hier - ja auch anderswo, aber hier wird es besonders stark betrieben - analytische Psychologie, Psychoanalyse nennt. Diese Psychoanalytiker, man muß von ihnen sagen, daß sie aufmerksam werden auf allerlei Geistig-Seelisches; sie fangen an nachzudenken über Geistig-Seelisches, weil ihnen das so stark entgegentritt. Ich will hier nur mit ein paar Worten einen Zug in dieser Psychoanalyse andeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendein Mensch leidet an irgendwelchen hysterischen Erscheinungen. In der Form, wie diese hysterischen Erscheinungen auftreten, treten sie besonders in der Gegenwart auf, daher werden die Menschen darauf aufmerksam. Man beschäftigt sich in irgendeinem Zeitalter ja besonders mit den Krankheiten, die in diesem Zeitalter besonders auftreten; dann sucht man, wo die Ursachen liegen können. Und soweit ist nun diese Psychoanalyse gekommen, daß sie sagt: Zu diesen hysterischen Erscheinungen, die vielfach auftreten, liegen die Ursachen im Seelischen. Sie kann nicht mehr im Materiellen, im bloßen Physiologischen oder Biologischen die Ursache suchen. Nun, sie sind im Seelischen. Nach der Vorliebe der Zeit sucht man im unterbewußten Seelischen nach allerlei Ursachen für das Auftreten von diesen oder jenen hysterischen Erscheinungen. Man sagt: Da ist ein Mensch, hysterische Erscheinungen treten bei ihm auf; das kommt daher, daß dasjenige, was in ihm wirkt, nicht in seinem Bewußtsein, sondern unter der Schwelle seines Bewußtseins spielt und immerfort heraufschlägt wie eine unterirdische Woge, unterseelische Woge, und man muß das suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und jetzt beginnt das gefährliche Spiel. Da suchen nun die Psychoanalytiker alles mögliche als isolierte, unterirdische, verborgene Seelenprovinz, wie sie sich ausdrücken; suchen nach bei jemand, der hysterisch in seinem dreißigsten Jahre ist, nach Verirrungen in seinem siebenten Jahre, die dazumal nicht ausgelebt worden sind, die man ihm wieder ins Bewußtsein bringen muß, weil dieses Ins-Bewußtsein-Bringen hellen soll und so weiter. Es ist ein Spiel mit außerordentlich gefährlichen Waffen! Man kann schon sagen: Draußen auf dem physischen Kriegsschauplatze wird heute mit sehr gefährlichen Waffen gekämpft -, hier wird auf vielen Feldern mit nicht minder gefährlichen Erkenntniswaffen ein Spiel getrieben, weil die Menschen nicht den Willen haben, sich geisteswissenschaftlich zu vertiefen, um zum wahren Verständnisse solcher Erscheinungen, wie sie einem da vor die Seele treten, zu kommen. Mit unzulänglichen Erkenntnismitteln gehen sie an die Sache heran. Das ist ein gefährliches Spiel. Es ist wahr, in vielen Menschen spielt heute Unterbewußtes, das nicht heraufkommt ins Bewußtsein. Aber das, was die Psychoanalytiker herauszufinden glauben, ist in der Regel das allerwenigst Bedeutsame; deshalb werden auch die Heilerfolge in der Regel recht fragliche sein. Wenn man irgendeine dreißigjährige Dame findet und eine sexuelle Verirrung in ihrem vierzehnten Jahre, die sich nicht ausgelebt hat, und die daher fortwuchert und die Hysterie bewirkt, so hat man noch das Allerunbeträchtlichste. Es kann in dem einen Fall oder in dem andern Fall sogar richtig sein, dann wird es um so mehr Täuschung hervorrufen, wenn man seine Tragweite nicht beurteilt. Aber vor allen Dingen ist eines wahr: in den Menschen der Gegenwart spukt unzähliges Unterbewußtes, und sie werden geplagt davon, und die Kulturkrankheiten unserer Zeit kommen davon. Was ist das?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie an das, was ich schon angeführt habe. Der Gedanke an den nicht mehr vorhandenen Toten, der lebt in der Seele, lebt irgendwie, ohne daß die Seele eigentlich viel darüber nachdenkt, lebt bloß deshalb, weil die Seele heute noch gedankenlos ist, und diese Seele ist etwas empfindlich für solche gedankenlose Gedanken - dann ist der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tote durch die ewigen Weltgesetze gezwungen, mit diesen Gedanken zu leben; der Tote spukt in der Seele des zurückgebliebenen Lebendigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem ist nur zu begegnen dadurch, daß man weiß, der Tote lebt. Und immer mehr und mehr werden durch den Unglauben an das Leben der Toten die Menschen auf dem physischen Plane in Seelenkrankheiten hineingetrieben werden. Es sind in der Regel nicht sexuelle Jugendverirrungen, es sind die Gedanken des Unglaubens, die diese Erscheinungen bewirken. Denn die Gedanken haben in unserer Zeit den Beruf, reale Mächte zu werden, nicht nur solche reale Mächte, die für sich wirken; für sich wirken sie, indem die Seele nach dem Tode immer ähnlicher wird dem, als was sie sich vorstellt in dem Leibe; in höherem Sinne noch werden diese Gedanken reale Mächte dadurch, daß sie sogar Wesen, in diesem Falle die Toten selber, in einer unrichtigen Weise verbinden mit den Lebenden. Nur dadurch, daß man, so gut man es kann, die Gedankenverbindung mit dem Verstorbenen aufrecht erhält als einem Fortlebenden, rettet man auch sich davor, daß das Verhältnis zum Toten verhängnisvoll wird für den zurückgebliebenen Lebenden, und in gewisser Beziehung auch für den Verstorbenen selbst, der fortwährend aus einem ewigen, weisheitsvollen Gesetze heraus in die Notwendigkeit versetzt ist, in dem Zurückgebliebenen so zu spuken, daß dem Zurückgebliebenen dies nicht einmal zum Bewußtsein kommt, sondern in krankhaften Erscheinungen sich auslebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen Sie jetzt: Was wird das wirkliche Heilmittel für viele solche Erscheinungen sein, wie sie dem Psychoanalytiker heute entgegentreten? - Die Verbreitung der Kenntnis von der geistigen Welt. Die ist das allgemeine Heilmittel, die allgemeine Therapie, nicht diese individuelle Behandlung, die man einem einzelnen angedeihen läßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, das Leben fordert von uns, daß man von den Gedanken läßt: Hier haben wir uns dem physischen Leben allein zu widmen; es wird sich schon zeigen, wenn man durch die Todespforte gegangen ist, in welche Welt man dann hineinkommt. - Denn auch das gilt: geradeso wie unser Leben hier bedeutsam ist für das Leben, in das wir eintreten zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so ist wiederum das Leben der Seelen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wichtig für die Seelen hier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen gesagt habe, ist ein Gedanke, der Gedanke vom&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Unglauben an das Dasein des Toten. Aber mit vielen Banden hängen die Toten an den Lebenden, sollen hängen. Das ist nur ein unrichtiges Band, von dem ich gesprochen habe; es gibt aber richtige Bande, viele, die da sein müssen, die den richtigen Zusammenhang mit der geistigen Welt herstellen. Geisteswissenschaft, anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft sucht diesen richtigen Zusammenhang. Denn das Leben der Menschen untereinander hier auf der Erde wird sich in der Zukunft nur richtig abspielen, wenn diese Menschen hier auf der Erde das richtige Verhältnis zur geistigen Welt herbeiführen; sonst wird immer mehr und mehr möglich sein, daß einzelne sich herausnehmen, solche Machinationen zu machen, wie die sind, von denen ich am letzten Dienstag gesprochen habe, um dadurch sich Macht zu verschaffen über andere Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich nur ganz klarmachen: Wenn wir nach dem Osten blicken, wo jetzt so intensiv als Zeichen vor sich gehende Ereignisse geschehen, so können wir nur Verständnis gewinnen für die Dinge, wenn wir in innerlicher Auffassung uns des Wesens dieses Ostens klar sind. Nehmen Sie dasjenige, was wir durch viele Jahre hindurch immer wiederum über die Veranlagung der östlichen Völker zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode gesagt haben, dann allein wird man klar über alles Verwirrende, das aus dem Osten kommen muß, weil sich aus dem, was da eben geschieht, etwas ganz anderes herausentwickeln muß, etwas, was es den Menschen nicht so bequem macht, daß sie nicht darüber erstaunt zu sein brauchten von Tag zu Tag. Aber dasjenige, um was es sich handelt, das ist, sich in diese ganzen Strömungen, wie sie in der jetzigen Zeit auftreten und wie sie gegen die Zukunft immer mehr auftreten werden, in der richtigen Weise hineinzufinden. Und man findet sich allmählich in der richtigen Weise hinein, wenn man geisteswissenschaftlich richtig zu den Erkenntnissen vordringt, die Aufschluß geben über die geistige Welt. Dadurch erlangt man auch das richtige Verhältnis zu dieser geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal aber auf ein unrichtiges Verhältnis zur geistigen Welt aufmerksam gemacht, das von gewissen Seiten her gesucht wird. Durch ganz besondere Machinationen, sagte ich Ihnen, &lt;br /&gt;
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werden Menschen vom Leben hier in die geistige Welt hinaufbefördert; so daß sie ihr Leben, hier nicht ganz ausgelebt haben und gewisse Kräfte noch benützen können, wenn sie eingetreten sind in die Welt, die man durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und dann können wiederum gewisse unredlich wirkende Brüderschaften, die nur ihre eigenen Machtgelüste befriedigen wollen, Medien benützen, um das hereinzubekommen, was auf diesem Wege, durch Tote, denen man zuerst die Möglichkeit gegeben hat, sich in den Besitz solcher Erkenntnisse zu setzen, eben herkommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche okkulten Brüderschaften sind auch in der Regel diejenigen, welche die Menschen irreführen in bezug auf die wichtigsten Dinge in der geistigen Welt. Wenn ich Ihnen erzähle: 1879, im November, hat ein wichtiges Ereignis stattgefunden, ein Kampf der Mächte der Finsternis gegen die Mächte des Lichtes, der mit einer Entscheidung im Sinne des Bildes des Michael mit dem Drachen stattgefunden hat - so ist nicht das Bedeutsame, daß ich Ihnen sage, so etwas hat stattgefunden, denn daß dieses Ereignis eintreten muß, daß dieses Ereignis vorgeschrieben ist in der Weltenentwickelung, das können Sie in vielen Büchern lesen, das ist durchaus keine esoterische Wahrheit; sondern das, um was es sich handelt, ist, daß ich mich bestrebe, Ihnen die wahre Bedeutung klarzumachen dessen, was eigentlich geschehen ist und wie sich die Menschen in der richtigen Weise zu diesem Ereignis zu stellen haben. Das ist es, um was es sich handelt. Daß solch ein Ereignis kommt, das hat auch &#039;&#039;Eliphas Levi&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Baader&#039;&#039;, das hat &#039;&#039;Saint-Martin&#039;&#039;, sie alle haben es gewußt und haben es gesagt; das ist nichts irgendwie Esoterisches. Aber in unserer Zeit besteht das Bestreben, über solche Ereignisse Verwirrung in den Menschenköpfen anzurichten, womöglich solche Verwirrung, daß die Menschenköpfe solche Dinge überhaupt als Aberglaube nehmen, sie nicht als eine Realität nehmen, wenn sie auch von älteren Wissenden schon verbreitet worden sind. Deshalb ist es so wichtig, daß man auch richtige Begriffe über diese Dinge erhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt heute einen regulären Weg, sich den spirituellen Wahrheiten zu nähern, die seit 1879 heruntersickern in die physische Welt aus der geistigen. Dieser reguläre Weg ist eben der, den die Geisteswissenschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zeigt. Und wenn in der Strömung dieser Geisteswissenschaft nicht abgeirrt wird von reinem, echtem Wollen, so wird diese Geisteswissenschaft dazu führen, das richtige Verhältnis zwischen der physischen Welt und der spirituellen Welt für den Menschen herzustellen. Aber das, was man dadurch erlangt und was unter die Menschen kommen muß, das führt Anstrengung mit sich, das erfordert Anstrengung. Und mancherlei Bequemlichkeiten müssen abgelegt werden, unter denen die Menschen heute sehr wohl stehen. Es erfordert Anstrengung. Denn wenn heute der Mensch redet von den Impulsen, die aus der geistigen Welt herunterwirken, die auch zukunftsgestaltend sind, ja, es kommen halt immer wiederum Menschen, die sagen: Ich möchte dieses und jenes Spezielle wissen. - Am liebsten möchten die Leute zum Beispiel heute, daß man ihnen ausmalt, in allen Details ausmalt, was 1920 nun aus dem gegenwärtigen Krieg geschehen sein wird. Und die Menschen verstehen nicht, daß mit einem solchen Detailausmalen das Wissen von der Zukunft nicht belastet werden darf, und daß trotzdem dieses Wissen von der Zukunft ein absolut sicheres sein kann, ein wirksames und sicheres sein kann, auf das zu hören ist. Das ist so ungeheuer schwer zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte mich durch einen Vergleich klarmachen, denn Sie werden sagen: Das ist allerdings nicht zu verstehen. Auf der einen Seite behauptet er, Details schaden gerade dem Wissen von der Zukunft, und auf der andern Seite sagt er wiederum, man solle auf dieses Wissen von der Zukunft wohl hinhorchen, weil es Richtiges sagt von der Zukunft. - Ich möchte Ihnen dies klarmachen durch einen sehr einfachen, trivialen Vergleich: Es gibt schlechte Schachspieler und gute Schachspieler. Wenn einer vor dem Schachbrett sitzt und ein schlechter Schachspieler ist, so wird er eben schlechte Züge machen, es wird nicht gehen, und er wird das Spiel verlieren. Ist er ein guter Schachspieler, so wird er mehr Chancen haben, und er wird das Spiel gewinnen. Der schlechte Schachspieler macht einfach das Falsche, der gute Schachspieler macht schon im gegebenen Augenblick das Richtige. Aber verwendet denn der gute Schachspieler seine Gedanken darauf, im Detail auszumalen, was sein Partner später für Züge macht? Muß er jetzt wissen, was sein Partner in zwei Stunden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
für Züge macht, wenn er ein guter Schachspieler ist? Nein, das muß er nicht wissen! Deshalb ist aber seine Kunst des richtigen, guten Schachspielens doch nicht wirkungslos: er wird für die Zukunft das Richtige machen dadurch, daß er Einsicht hat in dasjenige, was die richtigen Züge sind, und er wird falsche Züge machen, wenn er nicht Einsicht hat in das, was die richtigen Züge sind; aber er muß sich ja dem freien Willen des Partners aussetzen. Deshalb können Sie nicht sagen: Was hilft es einem denn, richtig Schach spielen zu können, wenn doch der Partner da ist? - Es hilft einem sehr viel, richtig Schach spielen zu können. Sie werden, wenn Sie den Vergleich vertiefen, schon das Richtige herausfinden, was ich meine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieser Vergleich wird Sie zu gleicher Zeit darauf hinweisen, wie richtig das ist, was jeder, der in solchen okkulten Dingen bewandert ist, Ihnen sagen muß, daß in dem Augenblicke, wo man seine Impulse für das Handeln hier in der physischen Welt aus der geistigen Welt herausholt, man zu gleicher Zeit darauf gefaßt sein muß, daß einem andere geistige Mächte entgegentreten, daß man Partner hat, mit denen man rechnen muß, daß man nicht bloß ein freies Feld vor sich hat und nun alles ausführen kann. Das ist aber das Unbequeme. Machen Sie sich nur bekannt mit okkulten Impulsen, mit Impulsen, die aus der geistigen Welt herausgeholt worden sind, und versuchen Sie sie, ich will sagen, als Politiker zu realisieren: am liebsten möchten Sie dann haben, wenn Sie so recht ein Mensch der Gegenwart sind, daß dann alles wie von selbst geht, daß diese Dinge nur so einfließen, daß Sie alles kommandieren können. Aber wenn Sie wirksame geistige Impulse haben, gerade okkulte geistige Impulse haben, die Sie in der physischen Welt anwenden wollen, so müssen Sie überall mit dem freien Willen nicht nur von Menschen hier, sondern von höheren Wesen rechnen. Sie müssen also nicht unter den heutigen Verhältnissen darauf rechnen, ein freies Feld vor sich zu haben, sondern Sie müssen sich bekanntmachen damit, daß Sie in ein wohlbesetztes Feld hineinarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So handelt es sich darum, durch eine wirkliche Geisteswissenschaft zum Beispiel über den Charakter der sich im Osten vorbereitenden sechsten nachatlantischen Kulturperiode das Richtige zu wissen und &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im einzelnen Fall den richtigen okkulten Impuls auszuführen, wie der Schachspieler nach Maßgabe des Zuges seines Partners seinen Zug ausführt. Also es handelt sich wirklich darum, daß der Mensch sich einlebt in die geistige Welt und im individuellen einzelnen Fall das Richtige machen lernt. Nicht um einfach übergreifende abstrakte Programme handelt es sich, sondern um eine Erhöhung der geistigen, der spirituellen Vitalität handelt es sich, um ein fortwährendes Sich-Anstrengen handelt es sich. Die Menschheit will heute abstrakte Programme haben, möchte am liebsten in fünf Sätzen zusammenschmieden, was man über die ganze Welt hin tun soll, indem man Abgeordnete bestimmt von allen Staaten der Erde, die dann zu einem Weltschiedsgericht zusammenkommen, und die dann abstimmen über alles, was auf der Erde zu geschehen hat nach einmal angenommener Norm. Daß gerade die Erkenntnis der geistigen Welt gefordert wird von den Menschen, ein fortwährendes Sich-in-Verbindungsetzen mit den geistigen Mächten, das ist es, um was es sich handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses aber ist mit etwas anderem verbunden: es ist damit verbunden, daß man eben mit den Partnermächten rechnen muß, daß man sich nicht auf seine bloße eigene Macht verlassen kann, sondern daß man mit den Partnermächten rechnen muß. Von diesen Dingen ist der Machtgedanke als solcher ausgeschlossen. Daher werden aus der okkulten Welt herausgeholte Impulse richtig sein, das Richtige bewirken, aber niemals werden sie in den Dienst bloßer Machtfaktoren sich stellen können. Das geht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was muß man tun, wenn man sich in den Dienst bloßer Machtfaktoren stellen will? Dann muß man anderes tun; man muß versuchen, auf unrechte Weise ein Wissen von der Zukunft zu erlangen, wie ich es das letzte Mal geschildert habe, wie es getan wurde dadurch, daß man auf mediale Weise sich offenbaren läßt, was geschehen wird, von solchen, die man erst durch den Tod befördert hat, damit sie irdische Kräfte noch benützen können. So haben denn gewisse okkulte Brüderschaften sich ein gewisses Stück von Wissen verschafft über den Zusammenhang des Westens mit dem Osten, und es sind in vieler Beziehung Machinationen eingerichtet worden, die sich heute ausleben im Sinne eines solchen Wissens. Ein solches Wissen nämlich, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das in den Dienst von Machtgelüsten gestellt wird, das will etwas ganz Besonderes. Das ehrliche, richtige Sich-in-den-Besitz-Stellen von okkulten Impulsen setzt in Wirklichkeit nur dasjenige um, was den lebenden Menschen gegenüber zu gleicher Zeit bei diesen Menschen mit jedem einzelnen Angeloswesen rechnet. Man weiß, die Menschen, denen gegenüber man die okkulten Impulse anwendet, ein jeder dieser Menschen, er steht als Seele mit der geistigen Welt in Beziehung, man betrachtet sie als lebendige Wesen. So hätte der Westen den Osten zu behandeln, daß er überall sich aussetzt der Möglichkeit, mit den lebendigen Partnern zu rechnen, mit den Engeln, welche die einzelnen Menschen beschützen. Das ist unbequem! Dieser Einfluß, der soll weggeschafft werden durch ahrimanische Mächte, damit bloß die Macht auf dieser Seite spielen kann. Das kann aber nur auf dem Wege bewirkt werden, daß man durch unrechtmäßige Mittel, wie ich es geschildert habe das letzte Mal, sich in den Besitz der Zukunftsimpulse setzt. Darum leidet unsere Zeit ungeheuer darunter, daß mitspielen in den Dingen, die geschehen, solche Impulse, die auf die angedeutete Weise gefunden worden sind. Alle Aufgabe des ehrlichen Wahrheitssuchers besteht heute darinnen, erstens sich zu überzeugen davon, daß solche Impulse da sind im schlechten Sinne, sich zu überzeugen davon, daß man zu einem richtigen Wirken in die Zukunft hinein nur kommt, indem man die richtigen Impulse findet, so wie man sie suchen kann auf ehrlich-geisteswissenschaftlichem Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, meine lieben Freunde, kein einseitiger Dienst ist es, um den es sich handelt in der Geisteswissenschaft; es ist ein Dienst, der von den Lebenden und den Toten verrichtet wird. Es ist eine ernste Sache. Und es war mir Bedürfnis, gerade in dieser Zeit - da sich unsere Zürcher Freunde angeschickt haben einiges zu tun, um in geeignete Kreise unsere Geisteswissenschaft hineinzubringen - Innerhalb unserer Gesellschaft hier von diesen ernsten Angelegenheiten geistiger Erkenntnis in der neueren Zeit zu sprechen. Dies ist ja, ich möchte sagen, auch schon innerhalb unserer Gesellschaft selbst zu bemerken, wie mancherlei widerstrebende Mächte am Werke sind. Denken Sie nur, was betrieben wird - ich möchte sagen, ungefähr so &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lange auch als dieser Krieg dauert - an Verleumdungen, an Verdächtigungen des Wollens, das ich und einige andere entfalten. Auch in dieses spielen gegnerische Mächte selbstverständlich hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Ihnen auch aus der Art, wie wir in diesen Betrachtungen gesprochen haben, klar sein, daß unsere Zeit Erneuerung ihres Geisteslebens braucht, daß unsere Zeit braucht ein Erwachen der Menschen aus gewissen Schlafzuständen. Immer wieder begegnen wir ja den Menschen, die da glauben: Nun ja, wir haben Krieg, dann kommt der Friede, und damit ist es abgetan. - So sind die Dinge nicht. Dasjenige, was heute geschieht, sind bedeutsame Zeichen. Niemand kann sie verstehen, diese Zeichen, der sich nicht geisteswissenschaftlich vertiefen will. Und da diese Zeiten so ernst sind, da es immer wieder und wieder härter werden wird, selbst solch ein Kampf, wie ihn unsere Freunde zu kämpfen haben, damit solche Veranstaltungen hier stattfinden können, möchte ich auch dieses Umstandes ganz besonders und in diesem Falle von mir aus sehr dankbar gedenken; dankbar gedenken auf der einen Seite aus der Gesinnung der Geisteswissenschaft heraus; dankbar, daß unsere Zürcher Freunde diesmal in einer so lieben und so eindringlichen Weise diesen Kampf gegen die ungünstigen Verhältnisse aufgenommen und keine Mühe gescheut haben, unter den ungünstigsten Verhältnissen Vortragsmöglichkeiten zu finden. So konnte die schöne Absicht, die sich diese Zürcher Freunde gesetzt haben, eben realisiert werden auch in dieser Zeit, wo man unter den immer mehr und mehr hereinbrechenden Widerständen der Zeit sehr schwer solche Veranstaltungsmöglichkeiten trifft. Insbesondere dies möchte ich erwähnen, daß sich ja diese Schwierigkeiten immer mehr und mehr häufen werden. Und da wir für die nächste Zukunft wohl daran zu denken haben, daß wir ausnützen müssen die Zeit, die wir uns für unsere Veranstaltungen noch erkämpfen können, möchte ich eben nicht unausgesprochen lassen diesen Dank an unsere lieben Zürcher Freunde, die sowohl für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge mit großer Mühe die Vortragsmöglichkeit geschaffen haben. Es wird ganz gewiß, wenn wir später die Dinge überblicken, uns als etwas Bedeutsames erscheinen, daß wir gerade in dieser Zeit, in dieser in so tragische Weltereignisse &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hineinfallenden Zeit in der Art zusammensein konnten, in der Art miteinander sprechen konnten, wie wir es getan haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wollen wir denn im Sinne der geisteswissenschaftlichen Impulse auch weiterarbeiten und versuchen, dasjenige zu tun, was sich den schweren Zeitverhältnissen abgewinnen läßt, in der Überzeugung, die uns aus dem wahren Verständnisse der Geisteswissenschaft werden kann, daß wir, so unbedeutend es auch ausschauen mag im großen Strome der heutigen tragischen und verheerenden Ereignisse, damit etwas für diese Zeit außerordentlich Bedeutsames und Einschneidendes tun. Die Dinge, die wir so tun können, die strömen hinein in den Strom des Geschehens. Daß sie hineinströmen, mag es auch heute noch nicht sehr sichtbar sein, das hat doch eine Bedeutung. Sind wir von diesem Gedanken durchdrungen, dann wird dieser Gedanke uns die Kraft geben, weiterzugehen, und er wird selbst in sich die Kraft haben, um in der richtigen Weise wiederum seine Strahlen auszusenden in die Zeit. Solche Gedanken muß die Zeit aufnehmen. Leben wir in dieser Überzeugung wie in einer geistigen Atmosphäre! Werden kann sie uns aus der Geisteswissenschaft, wenn wir diese Geisteswissenschaft richtig verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinne bleiben wir ferner zusammen, meine lieben Freunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 10. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich der Vorträge, die ich jetzt in Zürich zu halten habe, trat mir erneut wiederum entgegen, daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann in weiterem Umfange, ohne daß man den Blick hinlenkt auf dasjenige, was jetzt genannt wird die analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Verschiedene Erwägungen, die sich an dieses Aperçu knüpfen, veranlassen mich heute, dasjenige, was ich vorzubringen habe, einzuleiten mit einem kurzen Hinweis auf mancherlei gerade aus der analytischen Psychologie, aus der Psychoanalyse. Wir werden daran dann andere Bemerkungen zu knüpfen haben. Aber wir haben es ja gesehen, wie bedeutungsvoll es doch gerade für den anthroposophisch orientierten Geisteswissenschafter ist, seine Betrachtungen an dasjenige anzuknüpfen, was die Zeit darbietet, was die Zeit bewegt. Man kann sagen, daß sich heute zur Psychoanalyse auch hingezogen fühlen allerlei Leute, welche ernsthaftig suchen nach den geistigen Untergründen des Daseins, nach den seelischen Innerlichkeiten des Menschen, und daß es schon in gewissem Sinne einer Charaktereigentümlichkeit unserer Zeitepoche entspricht, daß eine Reihe unserer Zeitgenossen aufmerksam wird gerade auf ganz bestimmte, eigentümlich geartete Kräfte in der menschlichen Seele. Und zu denjenigen, die einfach heute durch die Impulse der Zeit, ich möchte sagen, mit der Nase gestoßen werden auf gewisse Erscheinungen des Seelenlebens, zu denen gehören die Psychoanalytiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ganz besonders wichtig auch, nicht ganz unaufmerksam zu sein auf diese Bewegung aus dem Grunde, weil die Ereignisse, auf welche diese Bewegung losgeht, einmal da sind, und weil sie in unserer Zeit - aus verschiedenen Gründen, die wir ja auch noch besprechen können - den Menschen ganz besonders vor das Seelenauge treten. Der Mensch muß heute aufmerksam werden auf dergleichen Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite liegt das vor, daß die Menschen, die sich mit diesen Dingen befassen, heute die Erkenntnismittel entbehren, diese Dinge zu besprechen, diese Dinge vor allen Dingen zu verstehen. So daß man sagen kann: Psychoanalyse ist in unserer Zeit eine Erscheinung, welche die Menschen nötigt, aufmerksam zu werden auf gewisse Seelenvorgänge; auf der andern Seite aber veranlaßt sie die Menschen, solche Seelenerscheinungen mit, ich möchte sagen, unzulänglichen Erkenntnismitteln zu betrachten. Und das ist ganz besonders bedeutsam, weil diese Betrachtung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln einer Sache, die ganz augenscheinlich da ist und die menschliche Erkenntnis in der Gegenwart herausfordert, zu den mannigfaltigsten schweren Verirrungen führt und nicht ungefährlich ist für das soziale Leben, für die Fortentwickelung der Erkenntnis und den Einfluß dieser Fortentwickelung der Erkenntnis auf das soziale Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann schon sagen: Viertelswahrheiten können unter Umständen schädlicher sein als ganze Irrtümer. Und als eine Art von Viertelswahrheiten müssen schon die Dinge betrachtet werden, welche bei den psychoanalytischen Theoretikern heute zutage treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir einmal einiges sozusagen aus dem Forschungsmagazin der Psychoanalytiker uns versuchen vor die Seele zu führen. Ausgegangen ist ja das, was man heute Psychoanalyse nennt, von einem Krankheitsfall, den ein Wiener Arzt, ein Wiener Internist, Dr. &#039;&#039;Breuer&#039;&#039;, beobachtet hatte schon in den achtziger Jahren. Dr. Breuer, den ich selbst kannte, war ein außerordentlich feingeistiger Mensch neben dem, daß er Arzt war. Er war interessiert für alle möglichen ästhetischen und allgemein menschlichen Fragen in wirklich hohem Maße. Nun, bei seiner intimen Art, mit der er einging auf Krankheitsfälle, war ihm begreiflicherweise ein Krankheitsfall, den er in den achtziger Jahren hatte, ganz besonders interessant. - Er hatte eine Dame zu behandeln, welche anscheinend unter schweren hysterischen Erscheinungen litt. Diese bestanden darin, daß die Dame eine einseitige Armlähmung hatte zuweilen, daß sie Dämmerzustände hatte, Herabdämmerung des Bewußtseins, Schlaftrunkenheit in sehr bedeutsamer, tiefer Form, und außerdem, daß sie ihre Sprache vergessen hatte, die sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst als ihre Umgangssprache hatte. Sie hatte immer deutsch sprechen können, das war auch ihre Sprache; aber sie konnte unter dem Einfluß ihrer hysterischen Krankheit nicht mehr deutsch sprechen, sie konnte nur noch englisch sprechen, verstand nur noch englisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Breuer, wenn die Dame in ihrem Dämmerzustande war, dann konnte man sie durch eine intimere ärztliche Behandlung veranlassen, die Rede zu bringen auf eine bestimmte Szene, die sie erlebt hatte, ein sehr schweres Erlebnis. Nun will ich Ihnen aus der Darstellung dieses Falles, die von der Breuerschen Schule gegeben worden ist, anschaulich machen, wie die Dame aus ihrem Dämmerzustand heraus, teilweise auch unter künstlich herbeigeführten Dämmerzuständen - Breuer konnte gut den Menschen in Hypnose versetzen -, veranlaßt wurde, etwas von diesen Erlebnissen zu sagen. Und dadurch bekam man die Vorstellung, daß diese Hysterie, von der sie befallen war, zusammenhing mit einem ganz bestimmten Krankheitsfall, den sie mit ihrem Vater vor langer Zeit durchgemacht hatte. Der Vater war krank, und sie beteiligte sich in ganz wesentlicher Weise an der Krankenpflege und hatte einmal ein Erlebnis bei dieser Krankenpflege. Auf dieses Erlebnis kam sie immer wieder zu sprechen und eine Darstellung, die sie gab bei solcher Gelegenheit, wie ich sie eben charakterisiert habe, ist die folgende: «Einmal wachte sie nachts in großer Angst um den hochfiebernden Kranken und in Spannung, weil von Wien ein Chirurg zur Operation erwartet wurde. Die Mutter hatte sich für einige Zeit entfernt, und Anna (die Patientin) saß am Krankenbett, den rechten Arm über die Stuillehne gelegt. Sie geriet in einen Zustand von Wach-Träumen und sah, wie von der Wand her eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beißen. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Menschen der Gegenwart schlägt immer der Materialismus etwas ins Genick; und so finden wir in diesem Krankheitsbericht auch die folgende Bemerkung, auf die nicht weiter etwas zu geben ist: «(Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf der Wiese hinter dem Hause wirklich einige Schlangen vorkamen, über die das Mädchen schon früher erschrocken war, und die nun das Material der Halluzination &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
abgaben.)» Also das ist nur eine Zwischenbemerkung, auf die Sie mehr oder weniger geben mögen oder nicht; das ist ja gleichgültig. Also die Schlange kam aus der Wand heraus und wollte den Vater beißen - so stellte sie sich vor. «Sie wollte das Tier abwehren, war aber wie gelähmt; der rechte Arm, über die Stuhllehne hängend, war ‹eingeschlafen›, anästhetisch und paretisch geworden, und als sie ihn betrachtete, verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Totenköpfen.» Das war also alles am Krankenbette des Vaters. «Wahrscheinlich machte sie Versuche, die Schlange mit der gelähmten rechten Hand zu verjagen, und dadurch trat die Anästhesie und Lähmung derselben in Assoziation mit der Schlangenhalluzination. Als diese verschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, sie konnte in keiner sprechen, bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Ereignis ist diese ganze Krankheit ausgegangen. Von diesem Ereignisse blieb also eine einseitige Handlähmung, Dämmerzustände und die Unfähigkeit, sich in einer andern als in der englischen Sprache auszudrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bemerkte Dr. Breuer, daß immer eine Erleichterung des Zustandes dann eintrat, wenn er sie erzählen ließ, und darauf gründete er seinen Heilplan. Er versuchte nach und nach den ganzen Tatbestand herauszubekommen, indem er die Kranke hypnotisierte, und es gelang ihm dadurch wirklich, eine wesentliche Besserung des Zustandes herbeizuführen, so daß die Kranke die Sache gewissermaßen los wurde, indem sie sie von sich gab und einem andern mitteilte. Breuer und sein Mitarbeiter, &#039;&#039;Freud&#039;&#039; in Wien, die dazumal begreiflicherweise aus der Zeitgeschichte heraus unter dem Einfluß der Charcotschen Schule in Paris standen, hatten es zunächst dem zugeschrieben, was man ein seelisches Trauma, eine seelische Verwundung nennen könnte, «nervous shock», wie es in England genannt wurde. Der seelische Schock sollte also in diesem Erlebnis am Krankenbett bestanden haben und so ähnlich gewirkt haben auf die Seele wie eine physische Verwundung auf den Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von vornherein - das muß bemerkt werden - hat Breuer die ganze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sache als eine seelische Krankheit aufgefaßt, hat sie also als eine interne Angelegenheit betrachtet. Er war überzeugt, daß anatomische oder physiologische Veränderungen nicht nachweisbar gewesen waren, also zum Beispiel nicht irgendwie eine Veränderung zugrunde gelegen hätte in jenen Nerven, welche von der Hand nach dem Gehirn gehen oder dergleichen. Davon war er von vornherein überzeugt, daß er es mit einer innerlich psychischen Tatsache zu tun hatte. Man war in den ersten Zeiten geneigt, die Sache so zu betrachten, daß man sich sagte: Solche Dinge können eintreten durch seelische Verwundung, Traumata, Schocks und dergleichen. - Bald aber nahm die Sache dadurch, daß sich insbesondere Dr. Freud damit beschäftigte - mit dessen weiterem Verfolgen der Sache Dr. Breuer keineswegs etwa völlig einverstanden war -, einen etwas andern Charakter an, und zwar dadurch, daß sich Freud sagte: Mit dem seelischen Schock, mit der seelischen Verwundung die Sache zu erklären, geht doch nicht an; man kommt damit nicht aus. - Auch Breuer war davon überzeugt, daß man damit nicht auskomme, wenn man bloß von der seelischen Verwundung spricht. - Ich bemerke in Parenthese, daß Dr. Breuer ein vielbeschäftigter praktischer Arzt war, wissenschaftlich gründlich durchgebildet, ein ausgezeichneter Schüler von &#039;&#039;Nothnagel&#039;&#039; war, der nur durch äußere Umstände nicht Professor geworden ist. Man kann, wenn man solche Dinge überhaupt hypothetisch aussprechen will, des Glaubens sein, daß, wenn Breuer eine Professur bekommen hätte und die Sache hätte verfolgen können, während er einer der vielbeschäftigtsten Internisten von Wien war und also wissenschaftlich sich wenig damit befassen konnte, so würde sie vielleicht ganz andere Gestalten bekommen haben! - Nun beschäftigte sich vorzugsweise Dr. Freud mit der Sache. Er sagte sich, mit dem bloßen Trauma, mit der Seelenverwundung kommen wir nicht aus; es handelt sich darum, nachzuforschen, unter welchen Bedingungen eine solche - man kann sie ja so nennen - Seelenverwundung wirkt. Denn nicht wahr, mit Recht sagte man sich: Das Mädchen saß am Krankenbett des Vaters, aber viele Menschen sitzen am Krankenbett, die ganz gewiß ebenso tiefe Eindrücke haben, denen passiert solch eine Sache nicht. - Der unwissenschaftliche Laie ist ja in solch einem Fall sehr bald fertig mit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer außerordentlich tiefsinnigen Erklärung; er sagt: Nun ja, der eine hat die Disposition, der andere hat die Disposition nicht. - Nun also, nicht wahr, sehr tiefsinnig zwar, aber das Albernste, was man aussprechen kann. Denn wenn man die Dinge, die da sind in der Welt, alle als Dispositionen erklärt, so kann man eben leicht Erklärungen für alles finden, denn man braucht dann nur zu sagen: Es ist eben die Disposition zu etwas da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also mit solchen Dingen wollten sich natürlich die Menschen, die immerhin ernsthaft dachten, nicht befassen, und so suchte man nach den Bedingungen der Sache. Auf solche Bedingungen glaubte nun Freud durch Fälle zu kommen, wie etwa der folgende ist. Sie finden unzahlige solche Fälle in der Literatur der Psychoanalytiker heute schon verzeichnet, und man kann sagen, daß wirklich ungeheuerstes Material zusammengetragen ist, um auf dies oder jenes auf diesem Gebiete zu kommen. Also ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende. Ich will ihn so erzählen, wie er am verständlichsten sein kann. Es handelt sich ja dabei durchaus nicht um eine absolute historische Genauigkeit für uns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Dame war mit andern Gästen in einer Abendgesellschaft. In dieser Abendgesellschaft feierte man das Abschiedsfest für die Frau des Hauses, welche nervös geworden war und einen ausländischen Kurort aufsuchen mußte. Sie sollte an dem Abend abreisen. Man feierte das Abschiedsfest. Als man auseinandergegangen war, die Dame des Hauses abgereist war, da ging die Dame, um die es sich handelt, deren Fall eben gerade beschrieben werden soll, mit einigen andern Gästen, die aus dem Souper kamen - wie man sagt -, auf der Straße zusammen, da kam, von hinterrücks her um die Ecke gebogen, in die Straße einbiegend eine Pferdedroschke sehr rasch gefahren. Wie man das in Städten, wenn man nach Hause geht, öfter macht - ich weiß nicht, ob Sie diese Erfahrung gemacht haben -, man geht dann nicht auf dem Seitentrottoir, sondern häufig mitten auf der Straße. Als nun der Wagen hinten heransauste, da liefen die Leute, die von dem Souper kamen, nach rechts und links aufs Trottoir. Nur die Dame, um die es sich handelt, die lief nicht aufs Trottoir, sondern lief vor dem Wagen fort, vor den Pferden davon auf der Straße weiter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und sie war trotz des Fluchens und Schimpfens des Kutschers - Kutscher tun dies in diesem Falle - nicht davon abzubringen, vor dem Wagen herzusausen. So lange rannte sie vor dem Wagen her, trotz des Knallens mit der Peitsche, bis sie an eine Brücke kam, und da wollte sie sich ins Wasser stürzen, aus Furcht, überfahren zu werden. Sie wurde von Passanten gerettet, zu ihrer Gesellschaft zurückgebracht und wurde anf diese Weise vor einem großen Unfall bewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Erscheinung hängt natürlich zusammen mit dem ganzen Befinden der betreffenden Dame. Es ist eine ausgesprochen hysterische Sache, wenn man vor den Pferden davonläuft, statt aufs Trottoir abzubiegen. Nun handelte es sich darum, nach den Ursachen einer solchen Angelegenheit zu forschen. Da kam Freud zunächst darauf, weil er in diesem Falle wie in andern Fällen bestrebt war, gewisse Teile der Ursachen im rückgelegenen Leben zu suchen, also in dem Leben, welches der Betreffende als Kind oder überhaupt früher durchgemacht hatte. Wenn da etwas aufgetreten ist, was gewissermaßen seelisch nicht ganz verarbeitet ist, so kann es eine Impulsaniage zurücklassen, und die kann dann später ausgelöst werden durch irgendwelche schockierenden Ereignisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat fand sich auch leicht ein solches Erlebnis in der Kindheit der betreffenden Dame. Sie war als Kind in einer Kutsche gefahren und da passierte es, daß die Pferde scheu wurden und durchgingen und gerade losstürmten auf das Ufer des Flusses. Der Kutscher sprang ab, forderte auch das Kind auf, abzuspringen; im letzten Augenblicke sprang es noch ab, der Wagen mit den Pferden sauste in den Fluß hinein, und die Pferde waren mit dem Wagen zugrunde gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das schockierende Ereignis war da. Eine gewisse Assoziation zwischen Pferd und Pferd war auch wiederum da. Im Augenblicke, wo die Dame ihre Gefahr den Pferden gegenüber sah, verlor sie den Halt, das Bewußtsein, und rannte vor dem Wagen her, statt auszuweichen, unter dem Einfluß, der Nachwirkung des infantilen Erlebnisses. Aber wiederum, Sie können daraus sehen, daß bei den Psychoanalytikern schon eine wissenschaftliche Methodik zu finden ist, so wie man heute Wissenschaft treibt, das haben die Psychoanalytiker schon - aber nicht wahr, es gibt natürlich sehr viele Menschen, denen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Jugend so etwas passiert und die dennoch nicht dasselbe machen werden, davonlaufen vor den Pferden, wenn auch Pferd mit Pferd sich assoziiert. Also es muß zu der einen Sache noch etwas hinzukommen, wenn eine solche Veraniagung eintreten soll, daß man vor Pferden davonläuft, statt auszuweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da forschte Freud weiter nach. Und in der Tat, es fand sich gerade in diesem Fall ein sehr interessanter Zusammenhang. Dieser Zusammenhang bestand in folgendem: die betreffende Dame, die also vor den Pferden davongerannt war, war in Verlobung stehend mit einem Herrn. Aber sie liebte zwei; den Herrn, mit dem sie in Verlobung stand - sie war vollkommen überzeugt, daß sie den mehr liebte als den andern -, aber sie liebte auch den andern. Darüber war sie sich nicht ganz klar, aber so halb und halb. Der andere aber, das war der Mann ihrer besten Freundin, und diese Freundin war die Hausfrau, deren Abschiedssouper gefeiert worden war an jenem Abend. Also die Hausfrau, die etwas nervös war, reiste ab; die Freundin war mit beim Abschiedssouper, war weggegangen mit den andern Gästen, rannte vor den Pferden davon, und als man nachforschte, erfuhr man, daß allerdings früher bedeutungsvolle Zusammenhänge zwischen dem andern Herrn, also dem Mann ihrer besten Freundin, und dieser Dame bestanden haben. Das Liebesverhältnis hatte immerhin einige, nun, sagen wir, einige Dimensionen angenommen. Und nun hingen diese Dimensionen auch sogar etwas zusammen mit der Nervosität der Freundin, wie Sie sich ja auch denken können. Kurz und gut, also nichts ahnend - nach ihrer eigenen Meinung - ging diese Dame mit den übrigen Gästen weg, rannte auf der Straße vor den Pferden davon, wurde gerettet, die Gäste brachten sie zurück, es war unter den gegebenen Verhältnissen das Selbstverständliche, in das Haus, woher sie eben gekommen waren, wo sie das Abschiedssouper gegessen hatten. Und nun forschte der Arzt dem ganzen Krankheitsfall nach. Er brachte es in der Tat dahin, daß ihm die Dame die Sache erzählte. Aber hier stockte sie, und nur mit Mühe konnte er sie veranlassen, den weiteren Fortgang zu erzählen. Da kam denn heraus, daß in der Tat - wir wissen ja, eben war die Frau abgefahren, der Mann war allein zu Hause - der Mann in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieser Situation, nachdem sie wieder zu sich gekommen und normal war, ihr eine Liebeserklärung gemacht hat. Also sehen Sie, eine sehr merkwürdige Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andern Fällen ähnlicher Art ist nun Dr. Freud nachgegangen und nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben, daß solche Dinge immer nur dann eintreten, wenn irgendwie eine Liebe im Spiel ist, wenn irgend etwas von Liebe dabei im Spiel ist, wenn dabei irgend etwas unter der Decke des Bewußtseins schlummert von irgendwelchen Liebesdingen. Freud war zu der Überzeugung gekommen, wenn man bei solchen Hysterischen, welche, wie man früher geglaubt hat, durch seelische Verwundungen in ihre Lage gekommen sind, wenn man in ihrem Leben nachforscht, kann man finden, mögen was immer für Verhältnisse vorliegen, es können mancherlei Konstellationen da sein, aber von irgendeiner Seite her muß die Liebe ihr Spiel treiben. Wohlgemerkt, es braucht eben, und das sind die charakteristischsten Fälle, die hedeutungsvollsten, es braucht diese Liebesgeschichte dem betreffenden Patienten durchaus nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, so war dasjenige fertig, was Freud seine Neurosetheorie, seine Sexualtheorie nannte. Er fand in allen solchen Fällen, daß das Sexuelle in die Sache hineinspielt. Sehen Sie, diese Dinge sind natürlich außerordentlich verführerisch. Erstens besteht in der Gegenwart überhaupt die Neigung, überall, wo man irgend etwas Menschliches erklären will, das Sexuelle zu Hilfe zu rufen. Daher braucht es uns nicht zu verwundern, daß ein Arzt, der in so und so vielen Fällen bei hysterischen Krankheitsformen die Liebe mit im Spiel findet, eine solche Theorie aufstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der andern Seite ist gerade dies der Punkt, wo, weil die analytische Psychologie ein Erkenntnisversuch ist mit unzulänglichen Mitteln, die denkbar größtmögliche Gefahr beginnt. Deshalb wird die Sache so gefährlich, weil, ich möchte sagen, diese Erkenntnissehnsucht so ungeheuer verführerisch ist; verführerisch durch die Zeitumstände, dann aber auch dadurch, daß wirklich immer nachweisbar das sexuelle Verhältnis irgendeine Rolle spielt. Nun, der Psychoanalytiker &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, der das Buch geschrieben hat «Die Psychologie der &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unbewußten Prozesse», Professor Jung in Zürich ist nun nicht der Meinung, daß man auskomme mit der Freudschen Sexualtheorie, Neurosetheorie, sondern er ist einer andern Meinung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung hat bemerkt, daß Freud auch seine Gegner hat. Unter diesen Gegnern Freuds ist auch ein gewisser &#039;&#039;Adler&#039;&#039;. Dieser Adler steht auf einem ganz andern Standpunkte. Wie Freud eine große Anzahl von Fällen geprüft hat - Sie können das alles bei Jung in seinem Buche nachlesen - und überall das Sexuelle hlneinspielen gesehen hat und daher die Induktion, den Schluß gezogen hat: Also ist eigentlich das Sexuelle die auslösende Ursache -, so hat sich Adler eine andere Seite der Sache besonders angesehen und hat gefunden, daß diese andere Seite wesentlich wichtiger sei als diejenige, die Freud in den Vordergrund gestellt hat. Adler - ich will im allgemeinen nur charakterisieren - fand, daß, ebenso wie das Sexuelle im Menschen eine sehr dominierende Rolle spielt, noch ein anderer Trieb eine sehr dominierende Rolle spielt, das ist der Trieb: Macht zu bekommen über seine Umgebung, der Machttrieb. Wille zur Macht sollte ja bei &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039; sogar ein philosophisches Prinzip sein. Und man kann, geradeso wie Freud das Sexuelle zur Theorie gemacht hat, auch für den Machttrieb unzählige Fälle zusammenstellen. Man braucht nur Hysterische einmal zu analysieren, die Fälle sind gar nicht so selten. Nehmen Sie an, eine Dame sei hysterisch; sie bekommt Krämpfe - besonders Herzkrämpfe sind in einem solchen Falle sehr beliebt - und alle möglichen Zustände. Das Haus wird in Bewegung gesetzt, die ganze Umgebung, alles Mögliche; die Ärzte werden herbeigeschafft, die Kranke wird ungeheuer bedauert. Kurz, sie übt eine tyrannische Macht über die Umgebung aus. Ein vernünftiger Mensch weiß in einem solchen Fall, daß einem solchen Menschen meist gar nichts fehlt in Wirklichkeit, obwohl sie durchaus ihres krankhaften Zustandes sich bewußt sind und darunter leiden. Aber es fehlt ihnen in Wirklichkeit nichts, sie sind eigentlich gesund, und sind auch krank, wenn Sie wollen. Man kann sie für gesund und als krank auffassen. Sie fallen gewiß hin, indem sie ohnmächtig werden im Herzkrampf; aber sie fallen in der Regel auf den Teppich, und nicht daneben! Man kann diese Dinge sehr gut beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses nun, was ins Unbewußte hinunterdrängt, was Machttrieb ist, das führt insbesondere leicht zu hysterischen Zuständen. Adler hat vorzugsweise versucht, die Fälle, die ihm zu Gebote standen, nun nach diesem Machttrieb zu untersuchen, hat wiederum gefunden, daß überall, wo hysterische Fälle auftreten, irgendwie etwas nachgewiesen werden kann, daß der Machttrieb in irgendeiner Weise aufgestachelt worden ist und ins Krankhafte verzerrt worden ist. Jung sagt sich: Nun ja, schließlich kann man dem Adler nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Man kann dem Freud nicht Unrecht geben; das, was er beobachtet hat, ist da. Also wird es halt mal so, mal so sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist auch ganz vernünftig, es wird schon bald so, bald so sein. Aber nun baut Jung eine besondere Theorie darauf auf. Diese Theorie ist nicht uninteressant, wenn man sie nicht bloß abstrakt als Theorie nimmt, sondern wenn man sie so betrachtet, daß man in ihr zugleich ein Wirken von Zeitimpulsen sieht, von dem, was in die Zeit hereinspielt, namentlich von dem Erkenntnisohnmächtigen, möchte ich sagen, unserer Zeit, von den Erkenntnisunzulänglichkeiten. Jung sagt: Es gibt überhaupt zwei Menschentypen, zweierlei Menschen. Bei dem einen Menschentypus ist mehr das Fühlen ausgebildet, bei dem andern mehr das Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, es hat also wiederum einmal ein großer Gelehrter eine epochemachende Entdeckung gemacht, die eigentlich jeder vernünftige Mensch in seiner nächsten Umgebung als auf der Straße liegend immer machen kann; denn daß man die Menschen in Gefühlsmenschen und in Gedankenmenschen einteilen kann, liegt ja so ziemlich auf der Hand. Aber Gelehrsamkeit hat noch eine andere Aufgabe; sie muß die Dinge nicht so laienhaft betrachten, dadurch, daß sie etwa sagt: Unter den Menschen unserer Umgebung sind zwei Typen, Gefühlsmenschen und Verstandesmenschen -, sondern Gelehrsamkeit muß etwas anderes noch machen. Gelehrsamkeit sagt in einem solchen Falle, der, der sich einfühlt, begibt sich gewissermaßen aus sich selbst heraus zur Objektivität; der andere zieht sich gewissermaßen vom Objekt zurück oder hält davor an und denkt darüber. Der erste heißt der extravertierte Typus, der andere heißt der introvertierte Typus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste wäre also der Gefühlsmensch, der zweite der Verstandesmensch. Also nicht wahr, es ist eine gelehrte Einteilung gemacht, scharfsinnig, geistreich, wirklich entsprechend bis zu einem gewissen Grade, das ist nicht abzuleugnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sagt Jung weiter: Beim extravertierten Typus - also demjenigen, wo der Mensch vorzugsweise in Gefühlen lebt -, bei dem bleiben sehr häufig die Verstandesbegriffe im Unterbewußten stecken; er lebt in Gefühlen, aber im Unterbewußten bleiben die Verstandesbegriffe stecken. Und jetzt kommt er in Kollision mit dem, was er in seinem Bewußtsein hat, und dem, was da unten im Unterbewußten herumwimmelt als Verstandesbegriffe. Aus dieser Kollision können allerlei Zustände herkommen. Diese Zustände werden vorzugsweise bei solchen Menschen eintreten, welche gefühlsmäßige Anlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen bei den andern, die mehr sich mit dem Geist beschäftigen, bei den Verstandesmenschen, bleiben die Gefühle im Untergrunde und drängen im Unterbewußten, wimmeln im Unterbewußten und kommen in Kollision mit dem bewußten Leben. Das bewußte Leben kann sich nicht erklären, was da eigentlich an es heranschlägt. Es sind die unterbewußten Gefühle. Und aus dem Umstande, daß der Mensch eigentlich nie vollständig ist, sondern einmal der Typus, einmal jener Typus ist, können solche Zustände entstehen, daß das Unterbewußte revoltiert gegen das Bewußte. Und das kann eben sehr häufig zu hysterischen Zuständen führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, man kann sagen, die Theorie Jungs ist ja eigentlich nichts als eine Umschreibung, wie gesagt des trivialen Urteils von dem Gefühlsmenschen und dem Verstandesmenschen, und es ist keine besondere Vertiefung des Tatbestandes. Aber aus alledem müssen Sie ersehen, daß immerhin die Menschen der Gegenwart aufmerksam werden auf allerlei seelische Eigentümlichkeiten, daß ihnen diese seelischen Eigentümlichkeiten vor das Geistesauge treten und sie sich damit befassen, daß sie fragen: Was geht vor in einem Menschen, in dem solche Dinge auftreten? - Immerhin, die Leute sind so weit, sich zu sagen: Physiologische, anatomische Veränderungen sind es nicht. - Über den bloßen Materialismus sind die Leute doch hinaus; den bloßen Materialismus geben sie nicht zu; sie reden vom Seelischen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also immerhin sicher ein Weg, auf dem die Leute suchen, aus dem bloßen Materialismus herauszukommen und das Seelische ins Auge zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es aber höchst eigentümlich, wie, wenn man näher zusieht, die Erkenntnisunzulänglichkeiten eigentümlich wirken, wie wirklich der Erkenntnisversuch mit unzulänglichen Mitteln die Leute in merkwürdige Bahnen hineinführt. Nur muß ich ausdrücklich bemerken, die Menschen sehen nicht, in was sie hineingetrieben werden, und ihre Anhänger und Leser und Zeitgenossen sehen es auch nicht. Die Sache wird, wenn man sie richtig betrachtet, wirklich eine sehr gefährliche Seite haben, weil so vieles nicht gesehen wird dabei, also selbst im Unterbewußten rumort bei den Leuten. Es ist ganz eigentümlich, die Theorien selbst rumoren im Unterbewußten. Die Leute stellen eine Theorie über das Unterbewußte auf, aber sie rumoren selber mit ihrer Theorie im Unterbewußten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung betreibt die Sache als Arzt, und das ist ja im Grunde bedeutsam, daß man die Patienten seelisch-therapeutisch behandelt von diesem Gesichtspunkte aus. Zahlreiche Menschen arbeiten daran, die Sache überzuführen in die Pädagogik, sie pädagogisch anzuwenden. Also wir sehen schon, wir stehen hier nicht vor einer eingeschränkten Theorie, sondern vor dem Versuche, etwas zu einer Kulturerscheinung zu machen. Es ist sehr interessant, wie also jemand, der als Arzt die Sache behandelt wie Jung, wie der, indem er allerlei Fälle wiederum beobachtete, behandelte auch, sogar scheinbar auch wirklich kurierte, wie der immer weiter und weiter getrieben wird. Und so wird Jung zu folgendem getrieben. Er sagt sich: Man muß also, wenn man solche abnormen Erscheinungen im Seelenleben eines Menschen findet, in diesem Seelenieben des Menschen weitersuchen, vor allen Dingen suchen, inwiefern infantile&amp;gt; kindliche Ereignisse auf das Seelenleben des Menschen einen Eindruck gemacht haben und nachwirken. - Das ist ja etwas, was man insbesondere auf diesem Gebiete sucht: infantile Nachwirkungen, Nachwirkungen aus der Kindheitszeit. Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt, das in der psychoanalytischen Literatur eine große Rolle spielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kommt aber Jung darauf, daß bei den wirklichen Krankheits&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
fällen sehr zahlreich diejenigen sind, wo es sich nicht nachweisen läßt, daß der Mensch als Individuum irgend etwas hat, wenn man auch bis in die früheste Kindheit zurückgeht. Wenn man alles, mit dem der Mensch in Berührung gekommen ist, ins Auge faßt - man findet den Konflikt im Individuum Mensch, das man vor sich hat, nicht, woraus sich die Sache erklären ließe. Dadurch kommt Jung zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: erstens das individuelle Unbewußte, das also im Menschen drinnensteckt, wenn auch nicht im Bewußtsein. Nicht wahr, wenn die junge Dame in der Kindheit aus dem Wagen gesprungen ist und einen Schock bekommen hat, so ist das längst entschwunden, ist nicht mehr im Bewußtsein, sondern es wirkt unterbewußt. Wenn man nun dieses Unbewußte nimmt - der Mensch hat unzähliges Unbewußte in sich -, so bekommt man das persönliche oder individuelle Unbewußte. Das ist das erste, was Jung unterscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite ist aber das überpersönliche Unbewußte. Er sagt: Es sind auch solche Dinge, die ins Seelenleben hereinspielen, die nicht in der Persönlichkeit sind, die aber auch nicht im Materiellen draußen in der Welt sind, die also angenommen werden müssen als in einer seelischen Welt vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun geht doch die Psychoanalyse darauf hinaus, solche Seeleninhalte zum Bewußtsein zu bringen. Das soll ja gerade die Therapie, die Heilmethode sein: die Sache zum Bewußtsein zu bringen. Also muß der Arzt darauf ausgehen, nicht nur das aus dem Kranken herauszuforschen, was der Kranke individuell erlebt hat, sondern auch allerlei anderes, was er gar nicht individuell erlebt hat, was auch draußen in der Welt nicht war, sondern seelischer Inhalt ist. Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf, daß sie sagen: Eigentlich hat der Mensch nicht nur das erlebt, was er selbst seit seiner physischen Geburt erlebte, sondern von seiner physischen Geburt an weiter zurück alles Mögliche. Und das rumort jetzt in ihm. Ein Mensch, der heute geboren wird, erlebt also auch unterbewußt zum Beispiel die Sage von Ödipus. Nicht bloß lernt er die Sage von Ödipus in der Schule, diese Sage erlebt er. Er erlebt die griechischen Götter; er erlebt die ganze Vergangenheit der Menschheit mit. Und das Schlimme &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besteht gerade darinnen, daß der Mensch dieses alles nun erlebt, aber es will nicht herauf ins Bewußtsein. Der Psychoanalytiker muß sich also sagen - und bis zu diesem Grade geht er sogar: Das griechische Kind erlebte das auch; aber dem Griechen, dem erzählte man das; der erlebte es also auch im Bewußtsein. Der heutige Mensch, der erlebt es auch, aber es rumort in ihm - bei dem extravertierten Menschen in unterbewußten Gedanken, bei dem introvertierten als unterbewußte Gefühle. Das rumort in den Menschen drinnen; das rumort wie Dämonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun denken Sie sich, vor welcher Notwendigkeit eigentlich der Psychoanalytiker steht, wenn er seiner Theorie treu ist! Er stünde eigentlich vor der Notwendigkeit, diese Dinge ernst zu nehmen und einfach zu sagen: Nun ja, wenn heute ein Mensch aufwächst, und das ihn gerade zur Krankheit führen kann, daß er eine Beziehung hat zu dem, was in ihm rumort, und er doch nichts weiß von dieser Beziehung, so muß man ihm eben diese Beziehung bewußt machen, so muß man ihm gerade erklären, daß es eine geistige Welt gibt, daß es darin Götter gibt, daß es verschiedene Götter gibt. Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Die menschliche Seele hat ihre Beziehung zu den Göttern; aber es liegt eine Krankheitsursache darinnen, daß sie nichts weiß von diesen Beziehungen. - Alle möglichen Auskunftsmittel sucht der Psychoanalytiker. Aber diese Auskunftsmittel sind manchmal grotesk. - Nehmen wir an, ein hysterischer Kranker kommt und zeigt diese oder jene hysterische Erscheinung, weil er Furcht hat vor einem Dämon, sagen wir einem Feuerdämon. Frühere Menschen haben an Feuerdämonen geglaubt, haben von Feuerdämonen auch Anschauungen gehabt, haben gewußt davon. Die jetzigen haben auch Beziehungen zu Feuerdämonen - das gibt der Psychoanalytiker zu -, aber die Beziehungen sind nicht bewußt, und man erklärt es den Menschen auch nicht, daß es Feuerdämonen gibt. Also führt das zur Krankheitsursache. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Die Götter, zu denen man Beziehungen hat, aber von deren Beziehungen man nichts weiß, die rächen sich, die zürnen, die rächen sich; und es kommt die Rache als Hysterie zum Vorschein. - Schön. Er sagt also, solch ein heutiger Mensch, der nun malträtiert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|138}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird in seinem Unterbewußten von einem Dämon, er weiß nicht, daß es im Feuer Dämonen gibt; ein Feuerdämon quält ihn, aber er kann keine Beziehung zu ihm kriegen, denn - das ist Aberglaube! Das geht nicht. Was tut denn solch ein armer moderner Mensch, der über der Sache krank wird? Er projiziert die Sache nach außen, das heißt, er sucht sich irgendeinen Freund auf, den er vorher ganz gern gehabt hat oder dergleichen, und sagt: Der ist es, der verfolgt mich, der schimpft über mich. - Er fühlt sich von ihm verfolgt und so weiter. Das heißt, der betreffende Kranke hat einen Dämon, der ihn quälte, in einen andern Menschen hineinprojiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals besteht die Therapie, die die Psychoanalytiker anwenden, darinnen, daß sie die Sache ablenken auf sich. Da kommt es sehr häufig vor, daß - in gutem und in bösem Sinne - die Patienten den Arzt zum Gott oder zum Teufel machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen die außerordentlich interessante Tatsache, daß der Arzt der Gegenwart gedrängt wird, sich zu sagen: Die Menschen sind von Geistern gequält, und weil man ihnen von Geistern keine Lehre gibt, weil sie keine Lehre aufnehmen, also in ihrem Bewußtsein nichts davon aufnehmen, so werden sie zu Quälgeistern untereinander, projizieren ihre Dämonen nach außen, reden einander allerlei dämonisches Zeug auf und so weiter. - Und wie radikal verhängnisvoll der Psychoanalytiker das ansieht, das mag Ihnen daraus hervorgehen, daß Jung folgenden interessanten Fall anführt. Er sagt, gewisse seiner Kollegen sagen, wenn nun einer solche Seelenenergien in sich hat, die von solchen Quälereien kommen, so müsse man sie ableiten auf etwas. Also nehmen wir an, gehen wir wieder zurück auf Elementarfälle der Psychoanalyse: Eine Patientin kommt; ihre Krankheit rührt davon her, wie man nach dem Abhören der psychoanalytischen Beichte findet, daß sie in früherer Zeit in jemand verliebt war, den sie nicht gekriegt hat, und das ist ihr geblieben. Es könnte auch ein Dämon sein, der sie quält; aber in den meisten Fällen, die die Ärzte beobachten, ist es so, daß irgend etwas sich ereignet hat in dem individuellen Unterbewußten, das sie unterscheiden von dem überindividuellen Unterbewußten. Und da versucht der Arzt abzuleiten, indem er das, was unausgegorene Phantasie ist, ableiten, überleiten will. Also er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sagt: Wenn eine liebebedürftige Seele da ist, die den «Ihren» nicht gekriegt hat, müsse sie diese Liebesmenge, die sie da nicht anwenden könne, in Samariterdienste wenden, sie müsse diesen oder jenen Wohltätigkeitsveranstaltungen vorstehen und so weiter. - Na, es kann das recht gut gemeint sein; aber Jung sagt selber, es läßt sich nicht immer diese Energie so ableiten. Selbstverständlich, der gelehrte Herr muß wiederum ein bißchen eine Auskunft haben; deshalb sagt er, die Energien, die auf solche Weise in der Seele sitzen, haben ein gewisses Gefälle; das kann man nicht immer dirigieren. Nun, ich habe gar nichts gegen diese Ausdrücke, ich möchte nur hervorheben, daß es nur, nicht wahr, durchaus nichts anderes ist als eine Umsetzung desjenigen, was der Laie sehr häufig bespricht, aber natürlich so, wie er sich ausdrückt. Aber Jung erzähit nun einen Fall, der sehr interessant ist, der gut ausdrückt, wie dieses Gefälle eben nicht dirigiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, Amerikaner, typischer Mensch der Gegenwart, Selfmademan, hat sich zum tüchtigen Führer und Leiter eines Geschäftes gemacht, hat mit Riesenkraft diesem Geschäft sich gewidmet, großen Erfolg gehabt, große Einkünfte auch und denkt nun: Deniinächst werde ich fünfundvierzig Jahre alt, nun habe ich mich geplagt genug in meinem Leben, jetzt werde ich mir auch einmal Ruhe gönnen. - Und er kauft sich einen Landsitz mit Autos und Tennisplätzen und allem, was dazu gehört. Er dachte also, mit fünfundvierzig Jahren sein Geschäft zu verlassen und da hinaus auf den Landsitz zu ziehen und da zu leben, bloß die Tantiemen zu beziehen von dem Geschäft. Aber siehe da, als er auf seinem Landsitz eine Zeitlang war, spielte er nicht Tennis, fuhr nicht Auto, ging nicht in die Theater, hatte keine Freude an den Blumen, die angelegt waren, sondern setzte sich einsam in sein Zimmer und brütete vor sich hin. &#039;&#039;Da&#039;&#039; tat es ihm weh, &#039;&#039;da&#039;&#039; tat es ihm weh, alles tat ihm weh, und tatsächlich schmerzte ihn bald der Kop?, bald die Brust, bald die Beine. Also er konnte sich selber nicht mehr ausstehen, hörte auf zu lachen, war müde, abgespannt, hatte immerfort Kopfschmerzen, es war schrecklich. Keine Krankheit; keine für den Arzt zu konstatierende Krankheit. So ist es ja bei sehr vielen Menschen in der Gegenwart, nicht wahr; sie sind eigentlich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ganz gesund und sind doch krank. Ja, also eine Krankheit war nicht da. Der Arzt wußte schon nichts anderes, als zu sagen: Sehen Sie, die Geschichte ist seelisch - das sagen ja heute schon die Ärzte -, Sie sind seelisch krank; Sie haben sich den Geschäftsverhältnissen angepaßt, da sind Sie drinnen, jetzt können Ihre Energien nicht gleich andere Gefälle annehmen, sie haben ihr eigenes Gefälle, sie können nicht dirigiert werden. Gehen Sie wiederum zurück in Ihr Geschäft, das ist das einzige Mittel, das ich weiß. - Nun, der betreffende Herr sieht das auch ein. Aber siehe da, jetzt kann er auch nicht mehr im Geschäft etwas leisten! Er ist untauglich, er ist jetzt drinnen ebenso krank wie er draußen war auf seinem Landsitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus schließt Jung mit Recht: Man kann die Energien nicht so leicht von einem Gefälle auf ein anderes bringen. Selbst wenn man sie wieder zurückbringen will, geht es auch nicht. Der Betreffende kam sogar zu ihm in Behandlung, aber er konnte diesem Manne auch nicht helfen, weil es schon zu spät war; es hatte die Krankheit schon zu stark um sich gegriffen, man hätte früher eingreffen müssen. - Dies zeigt Ihnen, daß es mit der Therapie der Ableitung auch schon seine Schwierigkeiten hat. Jung führt das Beispiel selber an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überall begegnet man Tatsachen, die von Bedeutung, von Wichtigkeit sind, die, jetzt darf ich es wohl sagen, nur durch Geisteswissenschaft oder Anthroposophie zu bewältigen sein werden, erkenntnismäßig; aber sie sind da. Den Leuten fallen sie auf Also die Fragen sind da, Sie finden sie überall. Das wird man schon entdecken, daß der Mensch ein kompliziertes Wesen ist, daß er nicht jenes einfache Wesen ist, von dem man sich eine illusionäre Vorstellung gemacht hat durch die fortgeschrittene Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Vor dem Psychoanalytiker von heute steht eine merkwürdige Tatsache. Wenn Sie diese Tatsache nehmen, ja, für die heutige Wissenschaft ist sie geradezu unerklärlich. In der Anthroposophie werden Sie mit den Mitteln, die Sie schon haben in meinen Vorträgen, leicht eine Erklärung finden. Ich kann aber auf die Erscheinung noch einmal zurückkommen, wenn Sie die Erklärung nicht selber finden sollten. Es kann zum Beispiel vorkommen, daß jemand hysterisch blind wird, also nicht sieht. Es gibt hysterisch Blinde, die also durchaus sehen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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könnten und doch nicht sehen, seelisch Blinde. Nun kann es sein, daß solche Menschen partiell geheilt werden, sie fangen wieder an zu sehen, aber sie sehen nicht alles. So zum Beispiel kann der eigentümliche Fall eintreten, daß ein solcher hysterisch Blinder wiederum sein Sehvermögen bekommt, alles am Menschen sieht, just nicht den Kopf! Solch ein partiell Geheilter geht also in den Straßen herum und sieht alle Menschen ohne Kopf. Das gibt es wirklich. Es gibt noch viel kuriosere Erscheinungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, das alles ist, wie gesagt, mit anthroposophisch orientierter Geisteswissenschaft schon zu bewältigen, und aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung zum Beispiel für diese Erscheinung leicht finden, daß man auch einmal die Köpfe der Menschen nicht sehen kann. Aber, wie gesagt, dem heutigen Psychoanalytiker liegen alle diese Erscheinungen vor. Und so viel liegt ihm schon vor, daß er sich sagt: Es kann für den Menschen außergewöhnlich verhängnisvoll werden, wenn er nun Beziehungen gar zu dem Überpersönlich-Unbewußten hat. Aber um Gottes willen, ja, um Gottes willen sagt der Psychoanalytiker nicht, aber um der Wissenschaft willen nur ja nicht etwa jetzt Ernst machen mit der geistigen Welt! Nur ja das nicht! Das geht den Leuten nicht ein, mit der geistigen Welt Ernst zu machen. Und da kommt denn etwas ganz Merkwürdiges zustande. Es wird von den wenigsten Menschen bemerkt, was für sonderbare Erscheinungen unter dem Einfluß dieser Dinge zustande kommen. Ich will sie aus dem Jungschen Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», das vor kurzem erst erschienen ist, aufmerksam machen auf eine außerordentlich interessante Sache, aus der Sie sehen werden, wozu der Psychoanalytiker heute schon kommt. Ich muß Ihnen allerdings ein Stückchen vorlesen: «Nach diesem Beispiel», es sind solche Beispiele, wo er zeigt, daß der Mensch nicht nur mit dem, was in seinem individuellen Leben oder in der Gegenwart ist, sondern weit zurück Beziehungen hat zu allem möglichen Dämonischen und Göttlichen und Geisterhaften und so weiter, «nach diesem Beispiel für die Entstehung neuer Ideen aus dem Schatze der urtümlichen Bilder», hier nennt er es nicht Götter, sondern urtümliche Bilder, «wollen wir die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
weitere Darstellung des Übertragungsprozesses wieder aufnehmen. Wir sahen, daß die Libido eben in jenen anscheinend ungereimten und absonderlichen Phantasien ihr neues Objekt ergriffen hat, nämlich die Inhalte des absoluten Unbewußten.» Also das absolute Unbewußte ist das überpersönlich Unbewußte, nicht das persönliche. «Wie ich bereits sagte, ist die nicht eingesehene Projektion der urtümlichen Bilder auf den Arzt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die weitere Behandlung.» Also der Patient setzt seine Dämonen heraus und setzt sie auf den Arzt. Das ist eine Gefahr. «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. »&lt;br /&gt;
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Denken Sie, so weit kommt Jung schon, daß er einsieht: Der Mensch hat in sich unbewußt alle Schandtaten und Teufeleien neben dem Schönsten, was die Menschheit je fähig war zu denken und zu fühlen. Also nicht wahr, irgendwie herbei lassen sich die Leute nicht, von Luzifer und Ahriman zu sprechen; aber zu einem solchen Satze versteht er sich: «Die Bilder enthalten nämlich nicht nur alles Schönste und Größte, das die Menschheit je dachte und fühlte, sondern auch jede schlimmste Schandtat und Teufelei, deren die Menschen je fähig waren. Wenn nun der Patient die Persönlichkeit des Arztes von diesen Projektionen nicht unterscheiden kann, dann geht jede Verständigungsmöglichkeit verloren, und die menschliche Beziehung wird unmöglich. Wenn aber der Patient diese Charybdis vermeidet, so fällt er in die Scylla der Introjektion dieser Bilder, d. h. er rechnet ihre Qualitäten nicht dem Arzte zu, sondern sich selber.» Also dann ist er selber der Teufel; er findet selber, daß er der Teufel ist. «Diese Gefahr ist ebenso schlimm. Bei der Projektion schwankt er zwischen einer überschwänglichen und krankhaften Verhimmelung und einer haßerfüllten Verachtung seines Arztes. Bei der Introjektion gerät er in eine lächerliche Selbstvergötterung oder moralische Selbstzerfleischung. Der Fehler, den er beide Male macht, besteht darin, daß er sich persönlich die Inhalte des absoluten Unbewußten zurechnet. So macht er sich selber zum Gott und zum Teufel. Hier liegt der psychologische Grund, warum die Menschen immer der Dämonen bedurften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und nie ohne Götter leben konnten, ausgenommen einige besondere kluge Specimina des homo occidentalis von gestern und vorgestern, Übermenschen, deren Gott tot ist, weshalb sie selber zu Göttern werden, und zwar zu rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, der Psychoanalytiker kommt dazu, zu sagen: Die Menschenseele ist so geartet, daß sie die Götter braucht, daß sie die Götter notwendig hat, daß sie krank werden muß, wenn sie die Götter nicht hat. Daher hat sie immer die Götter gehabt; die Menschen brauchen die Götter. Er spottet sogar, der Psychoanalytiker, daß wenn sie die Götter nicht haben, so müssen sie selber zu Göttern werden, aber nur zu «rationalistischen Duodezgöttern mit dickwandigen Schädeln und kalten Herzen». «Der Gottesbegriff», sagt der Psychoanalytiker weiter, «ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur...»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, Sie sehen, weiter kann ja nicht gegangen werden, als auf naturwissenschaftliche Weise die Notwendigkeit des Gottesbegriffes in dieser Art darzustellen. Der Mensch muß den Gott haben, das weiß der Psychoanalytiker heute, er braucht ihn. Aber, ich habe den Satz nicht zu Ende gelesen, lesen wir ihn zu Ende: «Der Gottesbegriff ist nämlich eine schlechthin notwendige psychologische Funktion irrationaler Natur, die mit der Frage nach der Existenz Gottes überhaupt nichts zu tun hat.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also hier stoßen Sie, indem Sie Vorder- und Nachsatz zusammenlesen, auf das große Dilemma der Gegenwart. Der Psychoanalytiker beweist einem, daß der Mensch krank wird, wenn er seinen Gott nicht hat; aber diese Notwendigkeit hat mit einer Existenz Gottes nichts zu tun. Und er fährt fort: «Denn diese letztere Frage», nämlich die nach der Existenz Gottes, «gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann. Man weiß doch hinlänglich, daß man sich einen Gott nicht einmal denken kann, geschweige denn sich vorstellen, daß er wirklich existiere, so wenig wie man sich einen Vorgang denken kann, der nicht notwendig kausal bedingt wäre.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun bitte ich Sie, hier stehen Sie vor dem Punkt, wo Sie die Dinge abfangen können. Die Dinge sind da, pochen an der Türe der Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Die Leute, die suchen, sind auch da; sie erkennen die absolute Notwendigkeit, aber - sie betrachten dasjenige&amp;gt; was sie als absolute Notwendigkeit halten, wenn es als ernste Frage aufgeworfen wird, als eine der dümmsten Fragen, die überhaupt aufgeworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben Sie einen der Punkte, wo Sie aus dem heutigen Geistesleben heraus unmittelbar sehen können, woran man eigentlich immer vorbeigeht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, diese Psychoanalytiker als Seelenkenner oder als Seelenforscher sind noch immer weit, weit über das hinaus, was die landläufige Universitätspsychiatrie bietet - sie sind weit, weit, weit über das hinaus, was die Universitätspsychiatrie, die Universitätspsychologie zumeist bietet, und sie haben Recht in einer gewissen Weise, auf diese schreckliche sogenannte Wissenschaft herabzusehen. Aber man kann sie abfangen an solch einer Stelle, wo man so recht sieht, welchen Dingen die gegenwärtige Menschheit gegenübersteht, indem sie der zeitgenössischen Wissenschaft gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bemerken ja zahlreiche Menschen nicht. Die Menschen wissen heute gar nicht, wie heutiger Autoritätsglaube ist. Es war ja niemals solcher Autoritätsglaube, wie er in der Gegenwart herrscht; niemals ist er mehr in dem Unterbewußten drunten gewesen als heute. Man muß immer wieder und wiederum sagen: Ja, um Gottes willen, was tut ihr denn eigentlich, wenn ihr als Therapeuten hysterische Menschen behandelt? - Ihr sucht einen unterbewußten Inhalt, der nicht gelöst ist vom Bewußtsein. Ja, aber man findet solche unterbewußte Inhalte bei den Theoretikern in Hülle und Fülle. Wenn man den heraufhebt aus dem Unterbewußten, dann kommt eben so etwas zum Bewußtsein, wie das, was Ihnen jetzt zum Bewußtsein kommen muß was in dem Unterbewußten der modernen Ärzte und modernen Patienten rumort. Die ganze Literatur ist davon durchsetzt; es ist ja das überall drinnen, und Sie sind täglich und stündlich dem ausgesetzt, das aufzunehmen. Und weil man nur mit der Geisteswissenschaft auf solche Dinge aufmerksam werden kann, deshalb nehmen so viele Menschen diese Dinge unbewußt auf, saugen sie ein in ihr Unterbewußtsein, und sie sind dann im Unterbewußtsein darinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Psychoanalyse hat wenigstens die Menschen aufmerksam gemacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darauf, daß Seelisches als Seelisches zu nehmen ist. Das tun sie. Aber überall sitzt ihnen der Teufel im Nacken. Ich möchte sagen, sie können nicht heran an die geistige Wirklichkeit und wollen vor allen Dingen nicht heran an die geistige Wirklichkeit. Daher findet man überall in der Gegenwart Vorder- und Nachsätze, die das Unglaublichste darstellen. Aber die Menschen in der Gegenwart haben nicht den Aufmerksamkeitsgrad, diese Dinge anzuschauen. Natürlich, wer das Buch von Jung liest «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der müßte ja eigentlich unter den Tisch fallen, wenn er auf seinem Stuhle sitzt, wenn er solch einen Satz liest. Das tut aber der heutige Mensch nicht. Also denken Sie, wieviel wirklich in diesem Unbewußten darinnen liegt bei dieser modernen Menschheit. Und deshalb auch, weil diese Psychoanalytiker sehen, wieviel im Unterbewußten liegt - denn das sehen sie ja -, sehen sie manche Dinge anders als andere Leute. Gleich in der Vorrede sagt zum Beispiel Jung etwas, was in dem einen Teil des Satzes nicht schlecht ist: «Die psychologischen Vorgänge, welche den gegenwärtigen Krieg begleiten, vor allem die unglaubliche Verwilderung des allgemeinen Urteils, die gegenseitigen Verleumdungen, die ungeahnte Zerstörungswut, die unerhörteLügenflut und die Unfähigkeit der Menschen, dem blutigen Dämon Einhalt zu tun, sind wie nichts geeignet, das Problem des unter der geordneten Bewußtseinswelt unruhig schlummernden chaotischen Unbewußten dem denkenden Menschen aufdringlich vor die Augen zu rücken. Dieser Krieg hat es dem Kulturmenschen unerbittlich gezeigt, daß er noch ein Barbar ist, und zugleich, was für eine eiserne Zuchtrute für ihn bereit liegt, wenn es ihm etwa noch einmal einfallen sollte, seinen Nachbarn für seine eigenen schlechten Eigenschaften verantwortlich zu machen. Die Psychologie des Einzelnen aber entspricht der Psychologie der Nationen.» Und nun kommt ein Nachsatz, mit dem man wiederum nicht weiß, was man mit ihm anfangen soll. «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne, und so lang es der Einzelne tut, tut es auch die Nation. Nur die Veränderung der Einstellung des Einzelnen ist der Beginn zur Veränderung der Psychologie der Nation.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also diese Sätze nebeneinander sind wiederum so, daß sie zeigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie destruktiv es auf das Denken wirkt. Denn ich möchte Sie einmal fragen, ob es einen Sinn hat zu sagen: «Was die Nationen tun, tut auch jeder Einzelne.» Dann müßte es ja einen Sinn haben, zu fragen: Könnte es auch der Einzelne tun, ohne daß es die Nationen tun? - Nicht wahr, es ist ein absoluter Unsinn, solches zu sagen. Und der Unsinn ist es, der heute selbst bei hervorragenden, großen Geistern überwältigend wirkt; er wirkt überwältigend. Nun soll gar diese Sache, in der solch destruktives Denken wirkt, Therapie nicht nur sein, soll auch pädagogisch leiten. Wiederum liegt die berechtigte Sehnsucht zugrunde, in die Pädagogik ein neues seelisches, spirituelles Element hineinzutragen. Soll dasjenige hineingetragen werden, was mit ganz unzulänglichen Erkenntnismitteln gefunden wird? Das sind die wichtigen Fragen heutzutage!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden nun auch vom Standpunkte anthroposophischer Orientierung auf die Sache zurückkommen, die Sache beleuchten von einem größeren Horizonte aus, werden dann sehen, wie man die Sache viel, viel größer anfangen muß, wenn man überhaupt mit diesen Dingen zurechtkommen will. Aber man muß sie auch konkret anfangen. Man muß vor allen Dingen solche Probleme, die gewöhnlich nur noch mit den alten unzulänglichen Erkenntnismitteln gesucht werden, in das Licht anthroposophischer Erkenntnis rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie zum Beispiel das Problem &#039;&#039;Nietzsche&#039;&#039;. Ich will heute das Problem nur andeuten; wir wollen solchen Problemen morgen näher- treten. Wir wissen nun schon aus den verfiossenen Vorträgen: Von 1841 bis 1879 Geisterkampf oben; von 1879 an die gestürzten Geister im Reiche der Menschen. Solche Dinge und ähnliche werden in künftigen Zeiten eine Rolle spielen müssen, wenn man das Leben der Menschen betrachtet. Denn Nietzsche ist 1844 geboren; drei Jahre gerade ist seine Seele, bevor sie auf die Erde herunterstieg, oben im Reich der Geister im Geisteskampf darinnen. Er ist ein Knabe, als Schopenhauer noch lebt. Schopenhauer stirbt 1860. Erst nachdem &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; gestorben ist, widmet Nietzsche sich der Lektüre der Schopenhauerschen Schriften. Da wirkt die Seele Schopenhauers mit, die oben in den geistigen Reichen ist. Das ist das reale Verhältnis. Nietzsche liest Schopenhauer; aber Schopenhauer wirkt in den Gedanken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsches, die die Schopenhauerschen Schriften aufnehmen, weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in welcher Lage ist denn Schopenhauer da oben? Schopenhauer ist da oben von 1860 bis in die ganzen Jahre hinein, wo Nietzsche Schopenhauer liest, drinnen im Kampf der Geister, während dieser noch oben ausgefochten wird. Was also Schopenhauer Nietzsche inspiriert, das nimmt er selber auf im Zusammenhange mit dem Kampf der Geister, in den er hineinversetzt wird. 1879 werden diese Geister vom Himmel auf die Erde heruntergestürzt. Bis 1879 sehen wir Nietzsches Geistesgang sehr merkwürdige Bahnen gehen. Man wird sie künftig erklären aus dem Einflusse Schopenhauers und Wagners. Sie finden in meiner Schrift «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» manche Anhaltspunkte dafür. Wagners Einfluß war bis dahin nicht anders, als daß er auf der Erde wirkte. Denn Wagner ist 1813 geboren; 1841 hat erst der Geisterkampf begonnen. Aber Wagner stirbt 1883. Nietzsches Geistesgang beginnt dann seine merkwürdige Richtung in einer gewissen Weise, als der Einfluß Wagners beginnt. Aber Wagner kommt 1883 in die geistige Welt, als der Geisterkampf oben schon vorbei ist, als die Geister schon vom Himmel auf die Erde gestürzt waren. Nietzsche steht drinnen, als die Geister hier auf der Erde herumgehen, Wagner lebt oben, als sie schon heruntergestürzt waren. Der Einfluß Wagners auf Nietzsche Post mortem zeigt eine ganz andere Aufgabe, nicht so wie der Einfluß Schopenhauers auf Nietzsche. Hier beginnen die überpersönlichen konkreten Einflüsse; nicht jene abstrakten dämonischen, von denen die Psychoanalyse spricht. Die Menschheit wird sich entschließen müssen, in diese konkrete geistige Welt einzutreten, die Dinge, die auf der Hand liegen, wenn man nur die Tatsachen prüft, wirklich auch aufzufassen. Man wird künftig eine Biographie Nietzsches darnach schreiben, daß er angeregt war von jenem Richard Wagner, der 1813 geboren ist, alles das mitgemacht hat, was führte zu dem glänzenden Wesen, was ich ja charakterisiert habe in meinem Buch, bis 1879; daß er den Einfluß Schopenhauers hatte von seinem sechzehnten Jahre ab, aber Schopenhauer den Geisterkampf mitgemacht hat in der geistigen Welt oben vor dem Jahre 1879, daß er dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einflusse Wagners ausgesetzt war, nachdem Wagner Post mortem in die geistige Welt hineingeführt war, und er herunten war, wo die Geister der Finsternis walteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung findet, daß es Tatsache ist: Nietzsche findet einen Dämon, er projiziert ihn nach außen, auf Wagner. Nun ja, Projektionen - Gefälle, introvertierte, extravertierte Menschentypen -, alles Worte für Abstraktionen, aber nichts von Wirklichkeiten! Sehen Sie, meine lieben Freunde, die Dinge sind bedeutungsvoll. Und es ist nicht so, daß man bloß agitieren will für eine Weltanschauung, für die man eingenommen ist, sondern gerade das, was da ist außer dieser Weltanschauung, das zeigt, wie notwendig diese Weltanschauung der gegenwärtigen Menschheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon dann morgen weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ÜBER DIE PSYCHOANALYSE Dornach, 11. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Versuch, Erkenntnisse zu gewinnen auf seellschem Gebiete mit unzulänglichen Erkenntnismitteln - so habe ich gestern dasjenige bezeichnet, was auftritt als analytische Psychologie oder Psychoanalyse. Es ist vielleicht nichts so sehr als diese Psychoanalyse geeignet, darauf hinzuweisen, wie in unserer Gegenwart alles dazu drängt, die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu bekommen, und wie auf der andern Seite aus unterbewußten Vorurteilen heraus die Menschen sich sträuben, in eine geisteswissenschaftliche Betrachtung der Sachlage einzutreten. Ich habe Ihnen ja gestern wiederum eine solche Sache vorgeführt, aus der Sie sehen können, wie man die grotesken Sprünge, in welche das Denken der modernen Gelehrsamkeit hineinkommt, wenn es sich an seelische Probleme wagt, aufzeigen und wie man solche Sprünge in den Gedankengängen der modernen Gelehrten, ich möchte sagen, abfangen kann. Wir haben darauf hingewiesen, daß einer der besseren Psychoanalytiker, &#039;&#039;Jung&#039;&#039;, zu der Einteilung gekommen ist des mehr denkenden und des mehr fühlenden Menschen, daß er von da ausgehend dann beim denkenden Menschen im Unterbewußtsein Gefühlsimpulse vermutet, welche heraufstürmen gegen das im Bewußtsein anwesende Denken und dadurch seelische Konflikte herbeiführen, oder umgekehrt, daß Gedanken, die im Unterbewußten sind, gegen das Gefühlsleben stürmen und seelische Konffikte hervorrufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man sagen: Ja, diese Dinge werden ausgefochten innerhalb der wissenschaftlichen Diskussionen, und man könne abwarten, bis sich die Leute bequemen, die unterbewußten Vorurteile gegen anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zu überwinden. Allein, so ganz passiv abzuwarten geht dann schwer, wenn sich solche Dinge nicht bloß auf das theoretische Gebiet begeben, sondern wenn solche Dinge in das Praktische des Lebens, in die Kulturentwickelung eingreifen wollen. Und es will sich ja die Psychoanalyse betätigen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf dem Gebiete der Therapie nicht nur, was vielleicht weniger noch bedenklich wäre, weil sie ja da wohl sich kaum allzuviel zunächst zu unterscheiden scheint - aber ich sage scheint - von manchen andern therapeutischen Methoden; aber sie will sich auch betätigen auf dem Gebiete des pädagogischen Wirkens; sie will gewissermaßen die Grundlage werden eines pädagogischen Wirkens. Und da kommt man denn schon in die Notwendigkeit, auf die Gefahren, die in Viertelswahrheiten liegen, stärker hinzuweisen, als das der Fall ist innerhalb einer bloßen theoretischen Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden wir aber heute unser Betrachtungstableau weiter ausdehnen müssen, wenn wir wenigstens zunächst - alles mögliche, was auf die Sache bezüglich ist, kann ja nur im Laufe der Zeit besprochen werden -, wenn wir wenigstens zunächst einiges Licht auf den einen oder andern Gesichtspunkt werfen wollen. Zunächst möchte ich darauf aufmerksam machen, daß die Tatsachen, welche der Psychoanalyse vorliegen, in der Tat geeignet wären, auf ein wichtiges spirituelles Gebiet hinzuweisen, das der gegenwärtige Mensch, wenigstens nicht genau, nicht exakt betreten möchte, das er sehr gern in allerlei unterbewußten, nebulosen Regionen lassen will; denn nichts liebt die noch immer selbst auf solchem Gebiete vom Materialismus angekränkelte Betrachtungsweise der Gegenwart mehr, als - gestatten Sie das Paradoxon - ein unklares, mystisches Herumschwimmen in allerlei nicht ausgeführten Begriffen. Man findet ja die groteskeste Mystik, die abstoßendste Mystik gerade innerhalb des Materialismus, wenn Mystik in dem Sinne gebraucht wird, daß man gern in allerlei nebulosen Begriffen herumschwimmt und seine Weltanschauung nicht ausarbeiten will bis zu klaren, scharf konturierten Begriffen. Dasjenige Gebiet, auf welches die Seelentatsachen die Psychoanalytiker drängen, das ist das Gebiet des außerbewußten Verstandeswirkens, Vernunftwirkens. Wie oft habe ich, ich möchte sagen, nur die Dinge heranziehend, nicht ausführlich behandelt - weil das eigentlich für den Geisteswissenschafter selbstverständlich ist, was dabei zu sagen ist -, wie oft habe ich aber dabei darauf aufmerksam gemacht, daß vernünftige Wirkung, Verstandeswirkung, Klugheit, nicht bloß im menschlichen Bewußtsein vorhanden ist, sondern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
überall; daß wir umgeben sind von wirksamer Verstandestätigkeit, wie wir umgeben sind von der Luft; also ganz eingesponnen ist der Mensch in wirksame Verstandestätigkeit, und die andern Wesen auch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnten die Tatsachen, die vorliegen, den Psychoanalytiker sehr leicht auf diese Sache verweisen. Ich habe Ihnen gestern den Fall angeführt, den Jung erzählt in seinem Buche «Die Psychologie der unbewußten Prozesse», der sich auf die Dame bezieht, welche aus einer Abendgesellschaft mit andern Genossen weggeht, vor den Pferden auf der Straße herläuft bis zu einer Brücke, dann von Passanten gerettet wird und wiederum zurückgebracht wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, wo ihr dann der Hausherr eine Liebeserklärung macht. - Wenn man sich auf den Standpunkt von &#039;&#039;Freud&#039;&#039; oder &#039;&#039;Adler&#039;&#039; stellt, braucht man, um solch eine Sache zu erklären, nur zu Hilfe zu nehmen entweder den Liebestrieb oder den Machttrieb. Aber man trifft damit nicht das eigentlich Durchgreifende, das Fundamentale der Sache. Das Fundamentale der Sache trifft man nur, wenn man sich zu der Einsicht entschließt, daß das Bewußtsein nicht die Klugheit, die Gescheitheit, aber auch das Raffinement desjenigen erschöpft, was im Menschen als Verstand wirkt, wenn man die Lebensgesetze nicht beengt durch die Bewußtseinsgrenze. Denken Sie einmal, es kann ja die Frage aufgeworfen werden: Was wollte denn die Dame eigentlich, nachdem sie die Abendgesellschaft mitgemacht hatte, die Freundin glücklicherweise ins Bad abgeschickt worden ist? - Die Dame wollte eine Gelegenheit herbeiführen zu dem, was dann ja auch gekommen ist, mit dem Hausherrn allein zu sein. Ja, nicht wahr, mit alledem&amp;gt; was iIn Bewußtsein lebt, was man sich gesteht, was man zugibt, ging das ja doch wohi an jenem Abend nicht recht. Es ging nicht. ES wäre nicht anständig gewesen, wie man sagt, nicht wahr. Es handelt sich darum, irgend etwas zustande zu bringen, was man nicht einzugestehen braucht. Und auf die richtige Erklärung gerade dieser Tatsache wird man daher viel mehr kommen, wenn man den in diesem Falle unterbewußt bleibenden raffinierten Verstand der Dame, dessen sie sich nicht bewußt ist, zu Hilfe nimmt. Sie wollte - durch die ganze Abendgesellschaft hindurch - mit dem Hausherrn zusammenkommen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie wollte das herbeiführen. Wie man, wenn man etwas weniger gescheit ist, in den Mitteln sich vergreift, um es herbeizuführen, wenn man gescheiter ist, es gescheiter einrichtet, um es herbeizuführen, so kann in diesem Falle gesagt werden, in dem gewöhnlichen Bewußtsein der Dame, wo Begriffe von dem, was anständig oder nicht anständig, erlaubt oder nicht erlaubt ist, zum Geständnisse kommen, da ging es nicht, die gehörigen Mittel zu wählen, welche das Zusammensein herbeiführen konnten. Aber in dem, was unter der gewöhnlichen Bewußtseinsschicht lagert, da wirkt der Gedanke: Ich muß mit dem Mann zusammenkommen; die nächste Gelegenheit, die sich mir bietet auf der Straße, muß ich verwenden dazu, um in das Haus zurückzukommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sagen: Hätte sich nicht die Gelegenheit mit den Pferden geboten, die außerdem noch unterstützt war durch die frühere Assoziation mit dem Pferdeunglück, so hätte sich halt eine andere Gelegenheit gefunden; die Dame hätte nur ohnmächtig zu werden gebraucht. Und man kann mit einer gewissen hypothetischen Sicherheit sagen: sie wäre ganz gewiß ohnmächtig geworden, wenn sich nicht die Gelegenheit mit der heranrückenden Droschke gefunden hätte. Sie wäre auf der Straße ohnmächtig hingefallen, und man hätte sie dann auch in das Haus zurückgebracht. Oder wenn sie nicht ohnmächtig geworden wäre, so hätte sich ein anderes Mittel gefunden. Man kann sagen: Das Unterbewußtsein, das sah hinweg über alle Bedenken, über welche das Oberbewußtsein nicht hinwegsieht. Das Unterbewußtsein stellte sich auf den Standpunkt: Wer den Zweck haben will, muß auch die Mittel wählen, ganz gleichgültig, wie es sich nun gerade mit den Begriffen vom Anstand oder Nichtanstand verhält. - Also man wfrd in einem solchen Falle verwiesen auf das, was &#039;&#039;Nietzche&#039;&#039; der von solchen Dingen manches geahnt hat, die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt, die umfassende, die nicht zum Bewußtsein kommt, die unter der Schwelle des Bewußtseins wirkt und durch die die Menschen das Mannigfaltigste tun, das sie sich nicht gestehen in ihrem Bewußtsein. Durch das gewöhnliche Bewußtsein, das äußere Bewußtsein, ist der Mensch im Zusammenhange mit der sinnlichen Welt, aber überhaupt mit der ganzen physischen Welt, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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also auch mit dem, was in der ganzen physischen Welt lebt. Das sind vor allen Dingen die Begriffe von Anstand, von bürgerlicher Moral und so weiter. Das gehört ja alles zum physischen Plane, mit diesem Bewußtsein ist der Mensch da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterbewußtsein aber hängt der Mensch mit einer ganz andern Welt zusammen, mit derjenigen, von der Jung sagt, die Seele bedürfe ihrer, weil sie einfach im Zusammenhang mit dieser Welt stehe, aber wovon er auch sagt, es sei töricht, nach der Existenz zu fragen. Ja, so ist es eben; sobald die Schwelle des Bewußtseins überschritten wird, ist der Mensch mit seiner Seele nicht in einem bloßen materiellen Zusammenhange drinnen, sondern in einem Zusammenhange, wo Gednriken walten, Gedanken, die sehr raffiniert sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, Jung sieht ganz recht, wenn er sagt, daß der Mensch der Gegenwart, der sogenannte Kulturmensch der Gegenwart ganz besonders nötig hat, auf solche Dinge aufmerksam zu sein. Denn diese sogenannte Gegenwartskultur hat die Eigentümlichkeit, daß sie zahlreiche Impulse ins Unterbewußtsein hinunterdrängt, die dann aber sich geltend machen in einer solchen Art, daß irrationale Handlungen, wie man sie nennt, daß ein ganz irrationales Verhalten des Menschen zustande kommt. Wenn vom Machttrieb und vom Liebestrieb gesprochen wird, so rührt das nur davon her, weil in dem Augenblick, wo der Mensch mit seiner Seele eintritt in die unterbewußten Regionen, er den Regionen näher kommt, in denen diese Triebe walten. Nicht diese Triebe sind die Ursachen, sondern daß der Mensch mit seiner unterbewußten Vernunft untertaucht in die Regionen, in denen diese Triebe wirksam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für irgendeine Angelegenheit, welche sie weniger interessierte als ihr Liebesverhältnis zu dem Marine, würde die Dame sich nicht der Strapaze unterzogen haben, erst ihre unterbewußte Schlauheit walten zu lassen; es bedurfte dazu eben dieses besonderen Interesses. Und daß oftmals das Liebesinteresse da eine Rolle spielt, rührt eben nur davon her, weil das Liebesinteresse ein sehr verbreitetes ist. Aber wenn die Psychoanalytiker mehr ihr Augenmerk verwenden würden auf andere Gebiete, wenn, ich möchte sagen, nicht die psychoanalytischen Sanatorien ins Auge gefaßt würden, wo, wie mir scheint, die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Mehrzahl doch noch weibliche Insassen sind - man wirft das ja auch den anthroposophischen Veranstaltungen vor, aber ich glaube, mit mehr Recht könnte man das solchen Anstalten vorwerfen -, wenn man mehr bewandert wäre auf seiten der psychoanalytischen Forscher, mit einem andern Gebiete, was ja auch zum Teil der Fall ist, und es würden mehr Insassen in den Sanatorien sein aus einem andern Gebiete her, so würde man auch vielleicht ein weitergehendes Erkennen erzielen können. Nehmen wir zum Beispiel an, es würde ein Sanatorium eingerichtet werden, in dem man speziell unterbringen würde zur psychiatrischen Behandlung Leute, die nervös oder hysterisch geworden sind beim Börsenspiel. Da würde man mit demselben Rechte, wie von Freud die Liebe eingeführt worden ist in die unterbewußten Regionen, ganz andere Dinge einführen können. Da würde man sehen, mit welcher ausgebreiteten, unterbewußten, raffinierten Vorstellung derjenige arbeitet, der also zum Beispiel Börsenspieler ist. Da würde dann, ich möchte sagen, durch die Ausschließungsmethode die geschlechtliche Liebe keine besondere Rolle spielen können, und man würde doch das Walten des unterbewußten Raffinements, der unterbewußten Schlauheit und so weiter in höchstem Maße studieren können. Auch der Machttrieb würde dann nicht immer dasjenige sein, was man würde aussprechen können, sondern da würden ganz andere Triebe noch, die in den unterbewußten Regionen walten, in die man sich einsenkt mit der Seele, wenn man überhaupt in das Unterbewußte kommt, in Frage kommen. Und wenn man ein Sanatorium einrichten würde für hysterisch gewordene Gelehrte, dann würde auch unter dem, was unterbewußt wirkt, wenig gerade auf den Liebestrieb zurückfähren können; denn für denjenigen, dem die Tatsachen auf diesem Gebiete hinlänglich bekannt sind, steht fest, daß unter den heutigen Verhältnissen Gelehrte sehr wenig durch die Liebe zu ihrer Wissenschaft getrieben werden, sondern durch ganz andere Triebe, die dann sich zeigen würden, wenn sie psychoanalytisch an die Oberfläche geführt würden. Dasjenige aber, was das Umfassende ist, das ist eben, daß die Seele aus den bewußten Regionen heruntergeführt wird in die unterbewußten Regionen - die nur durch Geistesforschung bewußt werden können - und in denen waltet, was an Trieben im &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen lebt, ohne daß der Mensch sie dann meistern kann, weil er nur dasjenige meistern kann, was in seinem Bewußtsein ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum eine recht unbequeme Wahrheit. Denn selbstverständlich muß man ja dann zugeben in noch weit größerem Maße, als das von den Psychoanalytikern zugegeben wird, daß der Mensch in seinen unterbewußten Regionen ein recht schlaues Wesen sein kann, viel schlauer als er in seinem gewöhnlichen Bewußtsein ist. Nun, auch auf diesem Gebiete kann man ja gerade mit der gewöhnlichen Wissenschaft sonderbare Erfahrungen machen. Und ein Kapitel über diese Erfahrungen können Sie lesen in dem zweiten Kapitel, das in meinem neuen Buche «Von Seelenrätseln», das demnächst erscheint, verzeichnet ist, wo ich mich mit dem Kapitel beschäftige, das das akademische Individuum Dessoir in seinem Buche «Vom Jenseits der Seele» über Anthroposophie sich geleistet hat. Dieses zweite Kapitel meines Buches «Von Seelenrätseln» wird auch ein hübscher Beitrag sein können, wenn sich heute denkende Menschen ein Urteil bilden wollen über die Gelehrtenmoral der Gegenwart. Sie werden sehen, wenn Sie dieses Kapitel lesen werden, mit was für Gegnerschaften man es eigentlich zu tun hat. Ich will von den Gesichtspunkten, die dort angegeben sind, nur ein paar erwähnen, die nicht ganz unzusammenhängend mit dem Thema des heutigen Tages sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mann findet zum Beispiel allerlei einzuwenden gegen das und jenes und beruft sich immer auf Stellen, die er aus meinen Büchern vorbringt. In einem netten Zusammenhange erzählt er auch, wie ich aufeinanderfolgende Kulturperioden unterscheide: die indische, die urpersische, die chaldäisch-ägyptische, die griechisch-lateinische, und wir leben jetzt in der sechsten, sagt er, nach Steiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, diese Sache weist einen in die Notwendigkeit, schulmeisterlich widerlegen zu müssen; denn es zeigt einem den Weg, auf den man zunächst solch einem Individuum zu Leibe rücken muß. Wie kommt in all seinem sonstigen Unsinnsgestrüppe dieser Max Dessoir dazu, zu sagen, ich hätte behauptet, wir leben jetzt in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode? Man kann es leicht nachweisen, wenn man einige Übung in der Handhabung der philologischen Methoden hat. Ich war sechseinhalb Jahre am Weimarischen Goethe-Archiv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kenne ein wenig die Handhabung der philologischen Methoden und könnte leicht nachweisen, nach philologischen Methoden, wie Dessoir darauf kommt, diese sechste Kulturperiode jetzt mir zu unterschieben. Nämlich, er hat mein Buch gelesen «Die Geheim- wissenschaft im Umriß». In diesem Buche «Die Geheimwissenschaft» steht ein Satz, der bereitet vor die Besprechung der fünften nach- atlantischen Kulturperiode, der Gegenwart. Da sage ich, daß sich die Dinge langsam vorbereiten, und in einem Abschnitt sage ich, es haben sich vorbereitet die Dinge, die dann im 14. Jahrhundert, 15. Jahrhundert herausgekommen sind, im 4., 5. und 6. Jahrhundert. Also ich sage: «. . .im 4., 5. und 6. Jahrhundert...» in einer Zeile, und nach vier oder fünf Zeilen steht, daß dann dieses 6. Jahrhundert die Vorbereitung war für die fünfte nachatlantische Zeit. Dessoir liest so, wie das ihm eigen ist, oberflächlich; er sieht dann, wie das bei manchen Gelehrten üblich ist, rasch die Stelle nach, die er sich mit rotem oder auch anderem Bleistift an den Rand notiert hat, und verwechselt, als er mein Buch «Die Geheimwissenschaft» besprach, dasjenige, was fünf Zeilen später steht, die nachatlantische Kulturperiode mit dem, was über das 4., 5. und 6. Jahrhundert steht, und da sagt er: «sechste Kulturperiode», statt fünfte, weil er den Blick vier Zeilen weiter heraufrückte!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also Sie sehen, mit welch grandioser Oberflächlichkeit solch ein Individuum eigentlich arbeitet. Hier haben wir ein Beispiel, wo man direkt philologisch solche Gelehrsamkeit abfangen kann. Solcherlei Fehler durchziehen das ganze Kapitel dieses Machwerkes. Und während Dessoir behauptet, daß er eine ganze Reihe von Schriften von mir studiert hat, könnte ich wiederum philologisch nachweisen, worinnen diese ganze Reihe von Schriften besteht. Er hat nämlich gelesen - und ganz wenig verstanden - «Die Philosophie der Freiheit»; darüber formuliert er einen Sau, der einfacher Unsinn ist. Dann aber hat er gelesen «Die Geheimwissenschaft», so aber gelesen, daß solcherlei Zeug herauskommt, wie ich Ihnen eben charakterisiert habe. Dann hat er noch gelesen die Schrift von der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit», die kleine Schrift über «Reinkarnation und Karma» und «Blut ist ein ganz besonderer Saft». Das ist &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alles, was er von mir gelesen hat; das kann man nachweisen aus seinem Aufsatze, den er geschrieben hat. Sonst hat er nichts gelesen. Das ist Gelehrtenmoral der Gegenwart! Wichtig ist es, einmal bei einer solchen Sache die Gelehrsamkeit der Gegenwart abzufangen. In diesem Falle liegt diesem Gelehrten aus der Zahl meiner Bücher diese kleine Zahi vor, die ich eben genannt habe, und darauf gründet er nun, außerdem mit einem ganz korrupten Denken, seine ganzen Darstellungen. So aber machen es zahlreiche Gelehrte der Gegenwart überhaupt. Es liegen ihnen, wenn sie zum Beispiel über Tiere sprechen, nicht genügende Unterlagen vor, sondern ungefähr so viel aus dem Leben der Tiere, wie dem Dessoir aus meinen Schriften vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte ein hübsches Kapitel formen, wenn man das Unterbewußte bei Max Dessoir ins Auge fassen würde. Allein Dessoir gibt einem selbst Gelegenheit, an einer besonderen Stelle seines Buches auf sein Unterbewußtsein ein wenig Rücksicht zu nehmen. Er erzählt nämlich grosteskerweise, daß es ihm manchmal passiere, wenn er zu einer Versammlung spricht, daß er plötzlich merkt ohne daß seine Seele dabei ist, wirken die Gedanken fort, dann spricht er noch eine Zeitlang fort, und erst an der Art und Weise, wie sich das Publikum dazu verhält, merkt er, daß seine Gedanken eine andere Richtung genommen haben als seine Aufmerksamkeit. Das erzählt er ganz naiv. Nun denken Sie sich einmal, aus dieser Tatsache redet er dann von allerlei Eigentümlichkeiten des menschlichen Bewußtseins. Ich habe zart darauf hingewiesen, daß Dessoir sich da in einer merkwürdigen Weise enthüllt. Ich habe gesagt, es sei ganz unmöglich, daß er sich selbst meine; es könne nur so sein, daß er in diesem Falle so spricht, wie wenn man sich mit andern ungeschickten Rednern identifiziert und per ich spricht, indem man sich in den andern versetzt; denn es würde eine zu starke Zumutung sein, wenn man ihm selber zumuten wollte, daß er sich da selber charakterisiere. Aber - er charakterisiert sich nämlich selber! Es ist schon so. Nun, wenn man solche Sachen bespricht, muß man manchmal auf sehr merkwürdige Dinge hinweisen. «Die Philosophie der Freiheit» behandelt er nur in einer Anmerkung, indem er einen trivialen Satz daraus formuliert, der zwar Dessoirisch ist, aber nicht von mir stammt. Diese ganze Sache ist toll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber er sagt dabei: In Steiners Erstling, «Die Philosophie der Freiheit». Also da ist man wirklich dann genötigt, da «Die Philosophie der Freiheit» nicht mein erstes Buch ist, sondern der Abschluß einer zehnjährigen Schriftstellerarbeit, auf solche Ausgüsse einer akademischen Paranoia, eines akademischen Wahnsinns hinzuweisen bei einer solchen Handhabung der Gelehrtenmoral. Ich weiß selbstverständlich, trotzdem ich in diesem Kapitel gezeigt habe, wie korrupt diese ganze Darstellung ist, daß immer wiederum die Leute kommen werden und sagen werden: Na, der Dessoir hat ja den Steiner widerlegt, und so weiter. Selbstverständlich weiß ich das ganz gut. Ich weiß, daß man heute wie gegen Wände redet, wenn man zu durchbrechen hat dasjenige, was die Menschen ja heute ganz und gar nicht haben, den Autoritätsglauben, denn den haben sie ja abgeschafft!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein gerade dieses Kapitel wird einen Beweis liefern, gegen welche Schwierigkeiten in der gegenwärtigen Kulturströmung Geisteswissenschaft einfach aus dem Grunde anzukämpfen hat, weil sie genötigt ist, auf klare, scharfe Begriffskonturen und konkrete geistige Erlebnisse hinzuweisen. Von Logik zum Beispiel ist bei einem solchen Individuum wie bei Dessoir überhaupt nicht im allerentferntesten die Rede, nicht im allerentferntesten. Und Logik fehlt überhaupt in dem weitesten Umfange in der gegenwärtigen sogenannten wissenschaftlichen Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Gründe, warum die offizielle Gelehrsamkeit und die offiziellen Geistesrichtungen, selbst wenn sie sich herausarbeiten aus dem Allerinferiorsten, wie es zum Beispiel die Universitätspsychiatrie oder -psychologie ist, nicht in der Lage sind, auf einen grünen Zweig zu kommen, weil sie ermangeln der allerersten Anforderungen: einer wirklichen Betrachtung des Lebens. Solange nicht in weitesten Kreisen eine Überzeugung davon Platz greift, wie weit entfernt von echter Forschung und echtem Wirklichkeitssinn dasjenige ist, was heute als wissenschaftliche Literatur - ich sage nicht als Wissenschaft, sondern als wissenschaftliche Literatur - figuriert und oftmals den Inhalt auch von Universitäts- und namentlich populären Vorträgen bildet, solange nicht in weitesten Kreisen dieser Autoritätsglaube durchbrochen wird, so lange kann auch nicht Heil kommen. Diese Dinge muß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
man sagen, auch wenn man den größten Respekt hat vor naturwissenschaftlicher Denkweise, wenn man gerade die großen Errungenschaften der naturwissenschaftlichen Denkweise immer wieder und wiederum betont. Daß solche Dinge widerspruchsvoll ins Leben eingreifen, damit muß man sich schon bekanntmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nach dieser Abschweifung möchte ich zum Thema zurückkehren. Besonders gravierend findet nämlich Dessoir bei einer Gelegenheit, bei der er sich noch eine Kombination von objektiver Unwahrheit und Verleumdung gestattet, daß ich in dem Büchelchen «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit» auf ein wichtiges, unterbewußtes Wirken geistiger Impulse hingewiesen habe, indem ich gezeigt habe, daß in dem Kinde, das sich sein Gehirn aufbaut, eine gescheitere Weisheit wirkt als diejenige, die später bewußt wird, wenn das Gehirn aufgebaut ist. Sie kennen dieses Kapitel aus der «Geistigen Führung des Menschen und der Menschheit». Bei solchen normalen Wirkungen des Unterbewußten mußte eine gesunde Wissenschaft eigentlich einsetzen. Aber es braucht diese Wissenschaft auch noch etwas anderes. Wenn Sie sich die Schrift vornehmen «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dann finden Sie dort das Gehemnnis der Schwelle besprochen. Sie finden dieses Geheimnis der Schwelle so besprochen, daß gezeigt wird, daß nach dem Überschreiten der Schwelle in die geistigen Welten hinein in gewissem Sinne eine Trennung, eine Differenzierung der drei Grundkräfte des Seelenlebens stattfindet: Denken, Fühlen, Wollen. Erinnern Sie sich nur, wie bei der Besprechung des Hüters der Schwelle in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gezeigt ist, wie dasjenige, was im gewöhnlichen Bewußtsein gewissermaßen zusammenwirkt, so daß man es nicht recht trennen kann - Denken, Fühlen, Wollen -, wie das auseinandertritt, jedes selbständig wird, so daß ich sagen kann, wenn ich diese Sache aufzeichnen würde: Wenn hier (Zeichnung S. 160) die Grenze ist zwischen dem gewöhnlichen Bewußtsein und jener Region, in der die Seele lebt als in der geistigen Welt drinnen, so mußte ich Denken, Fühlen und Wollen schematisch so aufzeichnen, daß dies das Gebiet des Wollens wäre (rot), das aber unmittelbar angrenzt an das Gebiet des Fühlens (grün), und wiederum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA178 160.png|center|500px|Zeichnung aus GA 178, S. 160]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dieses angrenzt an das Gebiet des Denkens unmittelbar (gelb). Hätte ich den Weg zu skizzieren in die geistige Welt hinein näch dem Überschreiten der Schwelle, so müßte ich folgendes schematisieren, folgende schematische Zeichnung anführen: ich müßte zeigen, wie das Denken auf der einen Seite selbständig wird (gelb, rechts); das Fühlen selbständig wird (grün, rechts) und sich trennt von dem Denken; das Wollen selbständig wird (rot, rechts), was ich hier schematisch zeichne. So daß sich Denken, Fühlen und Wollen fächerartig auseinandertrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das finden Sie mit Worten dargestellt in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Daß nun vor der Schwelle diese drei Tätigkeiten, die da getrennt wirkend aneinander- grenzen, in der richtigen Weise zusammenwirken, nicht in Verwirrung kommen, das ist bewirkt dadurch, daß gewissermaßen die Schwelle eine gewisse Breite hat, in der unser Ich selber lebt. Und wenn das Ich gesund wirkt, wenn das Ich seine volle seelische Gesundheit hat, dann wird durcheinanderwirkend Denken, Fühlen und Wollen so gehalten, daß sie nicht ineinanderpurzeln, aber sich doch gegenseitig so beeinflussen, indem sie aneinandergrenzen - das ist das wesentliche Geheimnis unseres Ich -, daß Denken, Fühlen, Wollen nebeneinandergehalten werden; so daß sie sich gegenseitig beeinflussen in der richtigen Weise, aber nicht das eine in das andere hineinpurzeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Kommen wir über die Schwelle in die geistige Welt, so können sie nicht ineinander hineinpurzeln, weil sie sich sogar trennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solch ein Philosoph, wie zum Beispiel &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; ist, solche Philosophen reden davon, daß man die Seele nicht dreigliedern soll, weil die Seele eine Einheit ist. Da macht Wundt auch alles konfus durcheinander. Aber die Sache ist doch diese, daß in der geistigen Welt Denken, Fühlen und Wollen in dreifacher Weise urständen; in der Seele wirken sie allerdings zu einer Einheit zusammen. Das ist das, worauf man Rücksicht nehmen muß. Und wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll, die Anthroposophie unterscheide eigentlich drei Seelen und es gäbe doch nur eine Seele, daran sehe man schon, daß Anthroposophie keine Begründung habe - so muß man dagegen einwenden: es stört auch nicht die Einheit des Menschen, daß er zwei Hände hat, selbstverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber haben wir hier (siehe Zeichnung Mitte und rechte Seite) das Verhältnis der Seelenkräfte, die im Ich wirken, mit dem Ich zusammen und ihre Wirkungsweise jenseits der Schwelle des Bewußtseins hinein in die geistige Welt. Aber es kann der andere Fall eintreten. Der kann dadurch eintreten, daß das Ich durch irgend etwas geschwächt wird. Dann wird gewissermaßen die Schwelle nach der umgekehrten Seite überschritten, dann schwenkt das Denken ab (siehe Zeichnung, gelb, links) und vermischt sich mit dem Fühlen (grün, links) und vermischt sich mit dem Wollen (rot, links) und Sie haben im Seelischen durcheinander Denken, Fühlen und Wollen; die purzeln ineinander. Das aber tritt dann ein, wenn, sagen wir, das Denken irgendwie der Gefahr ausgesetzt wird, nicht vollständig umfaßt zu werden, sondern sich selbständig geltend macht im Bewußtsein. Und weil das Ich nicht ordentlich wirkt, rutscht das Denken in die Gefühls- oder gar in die Willenssphäre hinein. Statt daß die Dinge nun nebeneinandergehen, Denken, Fühlen und Wollen, ergreift das Denken, ohne daß das Ich seine Tätigkeit entfalten kann, das Fühlen oder gar das Wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geschieht in den Fällen, die geschildert werden von den Psychoanalytikern als hysterische oder nervöse Fälle. Da schwenkt gewissermaßen Denken, Fühlen und Wollen nach der entgegengesetzten Seite &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ab von jener gesunden Richtung, die in das geistige Gebiet hineinführen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man wirkliche Anlage, Begabung zur Prüfung hat, kann man dann die Dinge, ich möchte sagen, handgreiflich sehen, wie sie geschehen. Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vaters sitzt, in ihrem starken Ich-Bewußtsein durch viele Nachtwachen herabgedämpft ist - das geringste kann geschehen, so wird ein Gedanke nicht ordentlich neben dem Gefühl einherlaufen, sondern hinunterpurzeln in die Region der Gefühle. Dann aber ist der Gedanke sogleich von den Gefühlswogen ergriffen, die stärker sind als die Wogen des Gedankens; und die Folge davon ist, daß dann in einem solchen Falle der Organismus ergriffen wird von den Gefühlswogen. Von den Gefühlswogen wird nämlich der Organismus in dem Augenblicke ergriffen, in dem das Denken nicht stark genug ist, sich außer den Gefühlen zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist eine wichtige Anforderung, daß das Denken des modernen Menschen immer mehr in die Lage kommt, sich außer den Gefühlswogen und den Willenswogen zu halten. Ergreift das Denken im Unterbewußten - hier ist das Überbewußte (siehe Zeichnung, rechts), hier ist das Bewußte (Mitte), hier ist das Unterbewußte (links) -, ergreift das Denken die Gefühlswogen im Unterbewußten, so geschieht etwas Unordentliches im Organismus. Das ist außerordentlich wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun können Sie sich denken, wie in diesem modernen Leben, wo so vieles an die Menschen herangebracht wird, was sie nicht ordentlich verstehen, was sie nicht weiter durchdringen, wie da die Gedanken fortwährend in die Gefühle hinunterströmen. Aber: nur das Denken ist orientiert auf den physischen Plan; das Fühlen ist nicht mehr bloß auf dem physischen Plane, sondern das Fühlen steht eo ipso im Zusammenhang mit der geistigen Welt. Das Fühlen steht wirklich im Zusammenhang mit all den geistigen Wesen, von denen man als real sprechen muß. So daß der Mensch, wenn er mit unzulänglichen Begriffen untertaucht in sein Gefühlsleben, in Kollisionen kommt mit den Göttern - wenn man so sagen will -, aber auch mit den bösen Göttern. Da kommt er in Kollisionen. Und da treten alle diese Kollisionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf, die davon herkommen, daß der Mensch mit unzulänglichen Erkenntnismitteln untertaucht. Er muß mit unzulänglichen Begriffen untertauchen, wenn in der Gefühlssphäre viel mehr ist, als in der gewöhnlichen Verstandessphäre. In der Gefühlssphäre kann sich der Mensch nicht emanzipieren von seinem Zusammenhang mit der geistigen Welt. Wenn er nun in der materialistischen Zeit sich in der Verstandessphäre emanzipiert, so kommt er mit unzulänglichen Begriffen immer in seine Gefühlswelt hinein, und er muß krank werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würde daher die einzige Hilfe sein, den Menschen umfänglich gesund zu machen? Ihn wiederum hinzuführen zu solchen Begriffen, die auch die Gefühlssphäre umfassen; das heißt, den modernen Menschen wiederum zu reden von der geistigen Welt, im umfänglichsten Sinne zu reden von der geistigen Welt. Nicht die dem Individuum angepaßten therapeutischen Methoden des Psychoanalytikers kommen dabei in Betracht, sondern die für die Allgemeinheit geltende Geisteswissenschaft. Nimmt man die Begriffe der Geisteswissenschaft wirklich auf - nicht alle nehmen sie ja auf, die sie sich anhören, oder die darüber lesen -, nimmt man sie wirklich auf, dann kommt man nicht in die Möglichkeit, daß sich im Unterbewußten die drei Sphären der Seele - Denken, Fühlen und Wollen - chaotisch durcheinanderwirren, worauf alle Hysterie und alle Nervosität in Wirklichkeit beruht, die innerseelisch ist - und von solchem spricht ja die Psychoanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu ist aber allerdings notwendig, daß man den Mut hat, heranzukommen an das konkrete Wirken der geistigen Welten, daß man den Mut hat, anzuerkennen, daß wir in unserer Zeit in einer Krise leben, die wesentlich zusammenhängt mit einer Krise, die wir ja konstatiert haben für das Jahr 1879 und unter deren Nachwehen wir stehen. Ich sagte schon gestern, gewisse Dinge müssen ganz anders betrachtet werden, als sie von der materialistischen Gesinnung unserer Zeit betrachtet werden; und ich wies auf das Beispiel Nietzsche hin: Nietzsche ist 1844 geboren; 1841 begann der Kampf in der geistigen Welt, von dem ich gesprochen habe; drei Jahre lang war Nietzsche darinnen in diesem Kampfe. Richard Wagner hat ihn zunächst nicht mitgemacht; er ist 1813 geboren. Also drei Jahre lebt Nietzsche in der geistigen Welt, nachdem dieser Kampf stattfindet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nimmt er all die Impulse auf, die er unter dem Einfluß dieses Kampfes aufnehmen kann in der geistigen Welt; er kommt damit herunter. Nun lese man Nietzsches erste Schriften, wie die Kampfesstimmung sich hineinmischt in seine Schriftstellerei, wie in jedem Satze, ich möchte sagen, eine Nachwirkung desjenigen vorhanden ist, was er in den drei Jahren seines geistigen Aufenthalts, von 1841 bis 1844, erlebt hat. Dadurch bekommen die Nietzscheschen Schriften der ersten Zeit ihre ganz besondere Färbung. Dann aber ist weiter wichtig, ich habe Ihnen ausgeführt: ein sechzehnjähriger Bub war er, als &#039;&#039;Schopenhauer&#039;&#039; stirbt; er liest dann Schopenhauers Schriften. Eine reale Beziehung findet statt von Schopenhauers Seele ausgehend in der geistigen Welt in die Seele Nietzsches hinein. Jeden Satz bei Schopenhauer liest Nietzsche so, daß dieser Impuls aus der geistigen Welt in ihn eindringt. Denn Schopenhauer kommt 1860 hinauf in die geistige Welt, als der Kampf oben noch wütet. Was will Schopenhauer? Schopenhauer will unter dem Einfluß dieses Kampfes nicht so sehr seine Schriften als seine Gedanken fortwirkend machen. Nietzsche setzt wirklich die Gedanken Schopenhauers fort, aber er setzt sie auf eine eigentümliche Weise fort. Schopenhauer sieht, als er durch die Pforte des Todes gegangen ist: er hat hier herunten seine Schriften verfaßt in einer Epoche, in der heranrückten die Geister der Finsternis; noch nicht waren sie da; seine Gedanken will er fortgesetzt haben, die Impulse, die daraus entstehen. Also noch, indem er den Kampf der Geister der Finsternis oben in der geistigen Welt gegen die Geister des Lichtes vor sich hat, will erseine Schriften fortgesetzt haben; die Impulse bildet er in Nietzsches Seele hinein, seine Gedanken fortzusetzen. Das, was da aus der geistigen Welt in Nietzsches Seele hineingeht, kontrastiert mit dem, was auf dem physischen Plane im persörtlichen Umgange mit Wagner geschieht. So setzt sich Nietzsches Seelenleben zusammen, so setzt sich Nietzsches Schriftstellerlaufbahn zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt rückt das Jahr 1879 heran. Der Kampf, der sich in den geistigen Reichen abgespielt hat, beginnt unten sich abzuspielen, nachdem die Geister der Finsternis gestürzt sind. 1883 geht Wagner hinauf in die geistige Welt. Nietzsche ist durch dieses sein ganzes Karma, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das ich jetzt einbezogen habe sein konkretes Verhältnis zur geistigen Welt, einer gewissen Gefahr ausgesetzt. Er ist der Gefahr ausgesetzt, daß die Geister der Finsternis ihn in ganz besonders schlimme Pfade hineinbringen. Schopenhauer hatte, ich möchte sagen, einen transzendent-egoistischen Grund. Als Seele steht er in der geistigen Welt drinnen, inspiriert Nietzsche, so daß der seine Gedanken fortsetzt. Das ist ein Post mortem dauernder transzendent-egoistischer Grund. Das Egoistische muß ja nicht immer böse sein. Aber als Wagner hinaufkommt in die geistige Welt, da sind die Geister der Finsternis schon herunten. Er kommt gewissermaßen in eine ganz andere Atmosphäre hinauf. Er wird - da muß man Dinge aussprechen, die ja paradox sind, aber die doch eben wahr sind -, er wird in einer unegoistischen Weise der Lenker Nietzsches von der geistigen Welt aus. Er läßt nicht seine Gedanken fortsetzen, sondern er läßt Nietzsche in dem Fahrwasser spielen, das für Nietzsche gerade angemessen ist, indem er Nietzsche die Wohltat zukommen läßt, im richtigen Momente geistig umnachtet zu werden; er läßt ihn davor bewahrt sein, in seinem Bewußtsein in gefahrvolle Regionen hineinzukommen. Das schaut natürlich sehr paradox aus, aber das ist zugrunde liegend der unegoistischen Art, wie Richard Wagners Seele auf Nietzsche wirkt aus den reineren Regionen heraus, als zunächst Schopenhauers Seele gewirkt hat, der noch mitten drinnen war in dem Kampf der Geister der Finsternis gegen die Geister des Lichtes drüben in der geistigen Welt. Was Wagner wirklich will für Nietzsche, das ist, so gut es geht, ihn zu bewahren in seinem Karma vor den nun schon auf die Erde herabgekommenen Geistern der Finsternis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Nietzsche ist bewahrt worden bis zu einem hohen Grade vor diesen Geistern der Finsternis. Denn wer die letzten Schriften Nietzsches in entsprechender Weise auf sich wirken läßt, der wird finden, daß man große Gedanken daraus finden kann, gerade wenn man loslöst die starken Widerstände oder die Dinge, die von den starken Widerstanden hergekommen sind. Ich habe mich ja bemüht, in meinem Buche «Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», die großen Gedankenimpulse hinzustellen, abgesondert von alledem, was aus widerstrebenden Impulsen bei Nietzsche gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Welt ist tief, und es ist wirklich etwas Wahres an dem, was Nietzsche selbst gesagt hat: «Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.» Und man muß nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein die weiten Regionen des geistigen Lebens kritisieren wollen. Die weisheitsvolle Weltenlenkung versteht man nur, wenn man beim Eingehen in das Konkrete der Weltenführung egoistische Gedanken fernzuhalten versteht, wenn man auch tragische Erscheinungen der Weltenentwickelung einzureihen vermag in den weisheitsvollen Gang. Und man kommt auf viele, viele unbequeme Stellen, wenn man die Dinge wirklich durchschauen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solch ein Leben für die Zukunft durchschauen will, wie es das Nietzsches war, der wird gar nicht mehr auskommen können, wenn er nur die Dinge beschreibt, die hier auf der Erde in Nietzsches Umgebung sich zugetragen haben. Die Betrachtung des Lebens wird sich ausdehnen müssen auf die geistige Welt. Und wie mit der Nase wird der Mensch hingewiesen auf die Notwendigkeit der Ausdehnung durch diejenigen Ereignisse, die heute dem Psychoanalytiker vorliegen, und die er nur mit unzulänglichen Erkenntnismitteln meistern will, aber nicht meistern wird. Daher würde die menschliche Gesellschaft in schwierige Situationen hineintreiben, wenn der Psychoanalyse Folge geleistet würde, insbesondere auf pädagogischem Gebiete. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie die Tatsache, daß das Denken herunterrutscht in die Gefühlssphäre. Ja, sobald man mit der Seele in der Gefühlssphäre lebt, lebt man nicht mehr in dem Leben, das durch Geburt und Tod begrenzt ist (a) oder durch Empfängnis und Tod begrenzt ist, sondern da lebt man schon in der ganzen Welt drinnen, welche sich ausdehnt - wenn das der gewöhnliche Lebenslauf ist (siehe Zeichnung), lebt man mit der Gefühlssphäre auch in der Zeit vom letzten Tode bis zu dieser Geburt (b) und mit dem Willen gar in der vorhergehenden Inkarnation (c).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich das Verhältnis des Pädagogen, der psychoanalytisch vorgehen will, zu einem Zögling oder zu einem Patienten. Indem er sich heranmacht an seinen Seeleninhalt, der in die Gefühlssphäre hineinrutscht, macht er sich nicht nur an das individuelle Leben des Menschen heran, sondern er macht sich heran an das umfassende Leben, das über das Individuelle weit hinausgeht. Für dieses umfassende Leben liegen aber zwischen den Menschen nicht Zusammenhänge vor, die sich durch bloße Vorstellungen erschöpfen lassen, sondern die führen hinein in reale Lebenszusammenhänge - das ist sehr wichtig! Denken Sie also, es würde ein solches Verhältnis des psychoanalytischen Erziehers zu dem Zögling stattfinden, so würde das, was sich da abspieit, sich nicht abspielen können bloß auf dem Vorstellungsgebiete, indem man dem Betreffenden etwas beibringt, sondern es würden sich reale karmische Beziehungen anknüpfen müssen, weil man viel mehr in das Leben hineingreift. Man würde gewissermaßen das betreffende Individuum herausreißen aus seinem Karma, würde es in seinem karmischen Verlauf ändern. Das kann nicht gehen, daß man dasjenige, was über das Individuum hinausführt, individuell behandelt, sondern das muß generell, allgemein-menschlich behandelt werden. Wir sind in einer gewissen Zeitepoche zusammengeführt, also muß wirken ein Gemeinsames, sobald man über das Individuelle hinausgeht. Das heißt, es darf nicht gegenübertreten Individuum dem Individuum und das Individuum therapeutisch oder pädagogisch so behandeln, wie es der Psychoanalytiker macht, sondern es muß etwas Allgemeines eintreten. In die Zeitkultur muß etwas hereintreten, was die Seele hinweist auf dasjenige, was sonst unterbewußt bleibt; und das, was heraufzieht, das muß nur Milieu werden, nicht eine Angelegenheit, die sich von Individuum zu Individuum abspielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier liegt der große Fehler, der gemacht wird, der von einer ungeheuern Tragweite, von einer riesigen Bedeutung ist. Statt die Bestrebung dahinzuführen, das Geistesleben zu durchdringen mit dem, was Wissen von der geistigen Welt werden kann, wie es in der Gegenwart sein muß, sperrt man diejenigen Seelen, an denen sich zeigt, wie das zurückgestaute Geistesleben krankhaft wirkt, in Sanatorien ein und behandelt einen einzelnen. Das kann niemals zu etwas anderem &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
führen, als daß karmisch verworrene Verhältnisse sich anknüpfen, daß aus dem, was sich vollzieht zwischen den Individuen, nicht herauskommt ein wirkliches Heben des unterbewußten Seeleninhaltes, sondern daß sich karmische Beziehungen zwischen den Behandelnden und dem Behandelten anknüpfen, weil es übergreift in das Individuelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, man kommt in das reale, in das konkrete Leben hinein, mit dem man nicht spielen darf, das man dann erst meistern kann, wenn nichts anderes angestrebt wird als dasjenige, was allgemein- menschlich ist auf diesem Gebiete. Man muß an den konkreten Beziehungen von Menschen zur geistigen Welt diese Dinge eben lernen. Daher würde es nützlich sein, wenn sich die Menschen darauf einließen, nicht wiederum abstrakt herumzureden, wie es Jung tut, davon, daß der Mensch alles erlebt, was die Menschheit durchgemacht hat, alle möglichen Dämonen; aber er macht sie zu abstrakten Dämonen, nicht zu Wirklichkeiten, indem er gerade sagt, über ihre Existenz zu diskutieren ist eine Dummheit. Er macht sie zu abstrakten Dämonen, zu bloßen Gedankendämonen. Ja, bloße Gedankendämonen könnten niemals einen Menschen krank machen, die können niemals im Unterbewußten sein, sondern die können nur im Bewußtsein sein. Das ist das Wesentliche, daß die Menschen, die sich solchen Theorien hingeben, selber mit so viel unbewußten Vorstellungen arbeiten, daß sie auf das Richtige nicht kommen können. Die Menschen kommen zu Absolutierungen von gewissen Begriffen. Und ich muß immer wieder sagen, da wo die Begriffe anfangen verabsolutiert zu werden, kommt man immer in eine Sackgasse hinein, oder man kommt vor eine Grube, in die man hineinfällt mit seinem Denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mensch wie Dr. Freud ist genötigt, das Sexualgebiet auszudehnen über das gesamte menschliche Wesen, damit er aus dem Sexualgebiet heraus alles erklären kann, was an solchen Seelenerscheinungen auftritt. Ich sagte zu verschiedenen Menschen, die mit psychoanalytischen Tendenzen an mich herankommen, eine Theorie, eine Weltanschauung muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet, sonst zerbröckelt sie in nichts. Ich sagte, der einfache logische Trugschluß ist das Muster, wenn man ihn nur konkret genug ausdehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Kretenser sind Lügner -, sagt ein Kretenser. Wenn es ein Kretenser sagt und wenn es wahr wäre, müßte es erlogen sein, und dann hebt sich diese Behauptung von selber auf, sie vernichtet sich. Also das geht nicht, daß ein Kretenser sagt: Alle Kretenser sind Lügner - mit der Prätention: der Satz gelte unbedingt. Das ist nur das Muster, das logische Muster für die Verabsolutierung. Aber so muß jede Theorie mit sich selbst behandelt werden können, ohne daß sie zerbröckelt. Behandeln Sie Freud mit Freud, wie er seine unterbewuß ten Dinge heraufbringt, dann müssen Sie sagen: Die Freudsche Theorie kommt aus dem Sexualleben; sie ist nur ein Ergebnis des Sexuallebens. - Geradeso wie die Behauptung: Alle Kretenser sind Lügner - aus einer Lüge stammen müßte beim Kretenser und zerbröckelt, so zerbröckelt die Behauptung von der Universalität des Sexualismus, wenn man sie selbst an der Sache prüft. Und so ist es mit andern Dingen. Allerdings, solch ein Prinzip kann man lange einsehen, ohne es durchgreifend lebensvoll, wirklichkeitssinnig anzuwenden. Aber das gerade wird eine besondere Errungenschaft sein der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft, daß sie auch auf sich selbst in dieser Weise angewendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 18. November 1917 Erster Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich an die Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten an verschiedene Behauptungen und Aufstellungen der gegenwärtigen Psychoanalytiker. Es kam mir bei jenen Betrachtungen darauf an, Klarheit anzuregen darüber, daß der Begriff des Unbewußten eigentlich so, wie er in der Psychoanalyse herrscht, ein unbegründeter ist. Und solange man nicht über diesen Begriff des Unbewußten - einen rein negativen Begriff - hinauskommen wird, wird man nicht anders sagen können, als daß diese Psychoanalyse mit unzulänglichen Erkenntnismitteln an einem von der Gegenwart ganz besonders geforderten Phänomen arbeitet. Und weil die Psychoanalytiker auf der einen Seite sich bestreben, das Geistig-Seelische zu erforschen und, wie wir gesehen haben, dieses Geistig-Seelische auch im sozialen Leben verfolgen, so muß man sagen, daß hier ein Ansatz ist, der immerhin mehr bedeutet als dasjenige, was die offizielle Universitätswissenschaft gerade auf diesem Gebiete liefern kann. Aber auf der andern Seite, weil die analytische Psychologie versucht, durch das Pädagogische, durch das Therapeutische und wahrscheinlich demnächst auch durch das Sozialpolitische in das Leben einzugreifen, sind die Gefahren, die mit einer solchen Sache doch verbunden sind, immerhin als sehr ernstliche anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe sehen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schwelle des Bewußtseins überschreitet, so kommt man immer in geistiges Gebiet hinein; ganz gleichgültig, ob man ins Unterbewußte oder ins Überbewußte kommt, man kommt immer in geistiges Gebiet hinein, aber in ein Gebiet, in dem der Geist in einer gewissen Weise bewußt ist, irgendeine Form des Bewußtseins entwickelt. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Man muß nur aufsuchen die Bedingungen, unter denen das betreffende Bewußtsein steht; man muß eben gerade durch Geisteswissenschaft die Möglichkeit haben, zu erkennen, welche Art von Bewußtsein eine bestimmte Geistigkeit hat. Wenn wir also hier vor acht Tagen den Fall jener Dame angeführt haben, welche aus einer Gesellschaft herausgeht, dann vor den Pferden einherläuft, abgehalten wird in einen Fluß zu springen, dann zurückgetragen wird in das Haus, von dem sie gekommen ist, um dort mit dem Hausherrn zusammengebracht zu werden, weil sie den Hausherrn in irgendeiner ihr unklaren, unterbewußten Weise liebt, dann darf nicht gesagt werden, daß der Geist, der nicht dem Bewußtsein dieser Dame angehört, der sie drängt und führt, ein unbewußter Geist sei, oder daß er ein unbewußtes Seelisches sei: der ist etwas sehr Bewußtes. Die Bewußtheit dieses dämonischen Geistes, der diese Dame wiederum zurückführt zu dem unrechtmäßig Geliebten, dieser Dämon ist sogar viel gescheiter in seinem Bewußtsein als die Dame in ihrem Oberstübchen - wollte sagen: Bewußtsein - eigentlich ist. Und diese Geister, wenn der Mensch in irgendeiner Weise die Schwelle &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
seines Bewußtseins überschreitet, diese Geister, die da regsam, wirksam werden, das sind nicht unbewußte Geister, das sind solche Geister, die sehr gut für sich bewußt regsam, wirksam werden. Das Wort unbewußter Geist, wie es die Psychoanalytiker brauchen, hat gar keinen Sinn; denn ebensogut könnte ich, wenn ich bloß von mir aus sprechen würde, von der ganzen erlauchten Versammlung, die hier sitzt, sagen, sie ist mein Unbewußtes, wenn ich nichts davon weiß. Ebensowenig darf man die geistigen Wesenheiten, die um uns sind und die in einem solchen Falle erfassen die Persönlichkeit, wie in dem Fall, den ich Ihnen vor acht Tagen erzählte, ebensowenig dürfen wir diese unbewußte Geister nennen. Sie sind unterbewußt; sie sind nicht erfaßt von dem Bewußtsein, das in uns gerade lebt; aber für sich sind sie vollständig bewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist - gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit - außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Zeit ist es ganz besonders notwendig, über diese Dinge sich wirklich aufzuklären. Denn Sie wissen, seit 1879 - ich habe das gerade in den letzten Vorträgen ausgeführt - lebt die Menschheit in einer ganz besonderen spirituellen Situation. Ganz besonders wirksame Geister der Finsternis sind seit 1879 aus der geistigen Welt in das Reich der Menschen versetzt, und diejenigen, welche die Geheimnisse, die zusammenhängen mit dieser Tatsache, in unberechtigter Weise innerhalb von kleinen Gruppen halten, die können alles mögliche anrichten mit diesen Dingen. Nun werde ich Ihnen zunächst heute zeigen, wie gerade gewisse Geheimnisse, welche die Entwickelung der Gegenwart betreffen, in unrichtiger Weise ausgenutzt werden können. Sie müssen nur dann gut zusammenhalten dasjenige, was ich heute sagen werde, was mehr historischer Art sein wird, und dasjenige, was ich morgen dazu sagen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wissen alle: seit längerer Zeit wird innerhalb unserer anthroposophischen geisteswissenschaftlichen Strömung aufmerksam darauf gemacht, wie dieses 20. Jahrhundert dasjenige ist, welches ein besonderes Verhältnis der Menschheitsentwickelung zu dem Christus bringen soll, zu dem Christus insofern, als im Laufe des 20. Jahrhunderts - schon in der ersten Hälfte, wie Sie wissen - dieses Ereignis eintreten soll, das ja auch in dem ersten meiner Mysteriendramen angedeutet ist, daß für eine genügend große Anzahl von Menschen im Ätherischen der Christus eine wirklich daseiende Wesenheit sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, wir leben eigentlich in der Zeit des Materialismus. Wir wissen, daß seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dieser Materialismus auf seinen Höhepunkt gelangt ist. Aber in der Wirklichkeit müssen Gegensätze zusammenfallen. Gerade der Höhepunkt des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materialismus in der Menschheitsentwickelung muß auf der andern Seite zusammenfallen mit jener Verinnerlichung der Menschheitsentwickelung, die dazu führt, daß der Christus wirklich ätherisch geschaut wird. Man kann begreifen, daß gerade die Bekanntmachung dieses Geheimnisses von dem Schauen des Christus, von diesem neuen Verhältnis, das der Christus mit der Menschheit eingehen soll, Mißstimmung und Widerwillen hervorruft bei jenen Menschen, welche als Angehörige gewisser Brüderschaften dieses Ereignis vom 20. Jahrhundert, dieses Ereignis der Erscheinung des ätherischen Christus ausnutzen wollen in ihrem Sinne und es nicht zu einem Gemeingut der allgemeinen menschlichen Erkenntnis machen wollen. Es gibt Brüderschaften - und Brüderschaften beeinflussen immer die öffentlichen Meinungen, indem sie dies oder jenes zum Beispiel gerade durch solche Mittel verbreiten lassen, durch die es am wenigsten den Menschen auffällt -, es gibt gewisse okkulte Brüderschaften, die lassen verbreiten, daß die Zeit des Materialismus bald abgelaufen sein werde, ja, daß sie in einer gewissen Weise schon abgelaufen sei. Die armen, bemitleidenswerten «gescheiten Leute» - das «gescheite Leute» ist jetzt selbstverständlich in Gänsefüßchen gestellt -, die heute in so zahlreichen Versammlungen und Büchern und Vereinen die Lehre verbreiten, daß der Materialismus abgewirtschaftet habe, daß man schon wiederum etwas vom Geiste begreffe, aber die den Leuten nicht mehr geben können als das Wort Geist und einzelne Phrasen, diese Leute stehen mehr oder weniger im Dienste derjenigen, die ein Interesse daran haben, zu sagen, was nicht wahr ist, zu sagen, der Materialismus habe abgewirtschaftet; denn wahr ist dieses nicht, sondern im Gegenteil, die materialistische Gesinnung ist in Zunahme begriffen, und sie wird am besten gedeihen, wenn sich die Leute einbilden werden, daß sie nicht mehr Materialisten seien. Die materialistische Gesinnung ist im Zunehmen begriffen und wird noch im Zunehmen sein durch etwa vier bis fünf Jahrhunderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was notwendig ist, das ist das hier oftmals Betonte: in klarem Bewußtsein zu erfassen diese Tatsache, zu wissen, daß das so ist. Dann wird die Menschheit schon zum Heile kommen, wenn man das ordentlich weiß, wenn man so arbeitet im Geistesleben, daß man weiß: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die fünfte nachatlantische Epoche ist dazu da, materialistisches Wesen herauszugestalten aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung. Aber es muß um so mehr spirituelles Wesen dem entgegengestellt werden. Ich habe in den vorangehenden Vorträgen gesagt, was die Menschen des fünften nachatlantischen Zeitraums kennenlernen müssen, das ist: den vollbewußten Kampf gegen das in der Menschheitsentwickelung auftretende Böse. So wie in der vierten nachatlantischen Kulturperiode der Kampf stattfand um die Auseinandersetzung mit Geburt und Tod, so findet jetzt statt die Auseinandersetzung mit dem Bösen. Also auf das vollbewußte Erfassen der geistigen Lehre, darauf kommt es jetzt an, nicht darauf, Sand in die Augen zu streuen den Zeitgenossen, als ob der Teufel des Materialismus nicht da sei. Er wird noch immer mehr und mehr zunehmen. Diejenigen, die in einer nicht richtigen Weise diese Dinge behandeln, die wissen von dem Ereignis der Christus-Erscheinung gerade so gut wie ich; aber sie behandeln dieses Ereignis der Christus-Erscheinung in einer andern Weise. Und um das zu verstehen, muß man folgendes ins Auge fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jetzt die Menschheit geworden ist in dieser fünften nachatlantischen Zeit, da ist ganz unberechtigt der Satz, den viele in ihrer Bequemlichkeit sprechen: Nun ja, während wir hier zwischen Geburt und Tod leben, da kommt es darauf an, sich dem Leben zu übergeben; ob dann, wenn wir durch den Tod gegangen sind, wir in eine geistige Welt eintreten, das wird sich schon zeigen, das können wir ja abwarten. Hier genießen wir unser Leben, wie wenn es nur eine materielle Welt gäbe; wenn man durch den Tod in die geistige Welt eintritt, nun ja, dann wird sich schon zeigen, ob eine geistige Welt da ist! - Es ist das ungefähr ebenso gescheit wie der Schwur, den einer ablegt, der da sagt: So wahr ein Gott im Himmel ist, bin ich ein Atheist! - Es ist ungefähr ebenso gescheit wie dieses; aber es ist die Gesinnung sehr vieler, die da sagen: Es wird sich zeigen nach dem Tode, wie es da ist, bis dahin braucht man sich gar nicht mit irgendwelcher spirituellen Wissenschaft zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war zu allen Zeiten eine solche Gesinnung höchst anfechtbar, aber verhängnisvoll wird sie insbesondere in dieser fünften nachatlantischen Zeit, in der wir leben, weil sie durch die Herrschaft des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösen gerade besonders nahegelegt wird dem Menschen. Indem der Mensch unter den gegenwärtigen Entwickelungsbedingungen durch die Pforte des Todes tritt, nimmt er die Bewußtseinsbedingungen mit, welche er sich selbst hergestellt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Derjenige Mensch, welcher unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz und gar sich nur beschäftigt hat mit Vorstellungen und Begriffen und Empfindungen über die materielle, über die Sinneswelt, der verurteilt sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen dazu, daß er nach dem Tode nur in einer Umgebung lebt, auf welche die während des leiblichen Lebens ausgeprägten Begriffe Bezug haben. Während der, welcher spirituelle Vorstellungen aufnimmt, rechtmäßig in die geistige Welt einzieht, muß derjenige, der es ablehnt, geistige Vorstellungen aufzunehmen, in gewissem Sinne in irdischen Verhältnissen verbleiben, bis er - und das dauert eine lange Zeit - gelernt hat, drüben so viel geistige Begriffe aufzunehmen, daß er durch sie in die geistige Welt getragen werden kann. Also, ob wir hier geistige Begriffe aufnehmen oder nicht, das bestimmt unsere Umgebung drüben. Viele von denen, die - man kann es nur mit Mitleid sagen - sich gesträubt haben oder verhindert waren, geistige Begriffe hier im Leben aufzunehmen, die wandeln auch noch als Tote auf Erden umher, bleiben mit der Erdensphäre in Verbindung. Und da wird dann die Seele des Menschen, wenn sie nicht mehr abgeschlossen ist von der Umgebung durch den Leib, der nun nicht mehr verhindert, daß sie zerstörerisch wirkt, da wird die Seele des Menschen, wenn sie in der Erdensphäre lebt, zum zerstörenden Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also betrachten wir diesen, ich möchte sagen, mehr normalen Fall, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Seelen nach dem Tode in die geistige Welt hinüberkommen, die ganz und gar nichts wissen wollten von spirituellen Begriffen und Empfindungen: sie werden zu zerstörerischen Zentren, weil sie in der Erdensphäre aufgehalten werden. Nur Seelen, welche schon hier durchdrungen sind von einem gewissen Zusammenhang mit der geistigen Welt, gehen durch die Pforte des Todes so, daß sie in der richtigen Weise in die geistige Welt aufgenommen, der Erdensphäre entrückt werden und jene Fäden spinnen können auch zu den hier Zurückgebliebenen, welche fortwährend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gesponnen werden. Denn darüber müssen wir uns nur klar sein: die geistigen Fäden zwischen den toten Seelen und uns selber, die mit ihnen verbunden waren, die werden durch den Tod nicht abgerissen, die bleiben, sind sogar viel inniger nach dem Tode, als sie hier gewesen sind. Aber das, was ich gesagt habe, das muß man als eine ernste, bedeutungsvolle Wahrheit aufnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederum ist das etwas, was ich nicht etwa allein weiß, was andere auch wissen, daß dies in der Gegenwart so ist. Aber es gibt viele, welche gerade in recht schlimmem Sinne diese Wahrheit ausnutzen. Es gibt heute verführte Materialisten, die glauben, daß das materielle Leben das einzige sei; aber es gibt auch Eingeweihte, die Materialisten sind und die durch Brüderschaften materialistische Lehren verbreiten lassen. Von diesen Eingeweihten dürfen Sie nicht glauben, daß sie etwa auf dem albernen Standpunkte stehen, daß es keinen Geist gibt, oder daß der Mensch nicht eine Seele hat, die von dem Leibe unabhängig sein kann und ohne ihn leben kann. Sie können getrost annehmen, daß derjenige, der in die geistige Welt wirklich eingeweiht ist, sich nie der Albernheit hingibt, an die bloße Materie zu glauben. Aber es gibt viele, welche in einer gewissen Weise ein Interesse daran haben, den Materialismus verbreiten zu lassen, und die allerlei Veranstaltungen treffen, damit ein großer Teil der Menschen an den Materialismus allein glaubt und ganz und gar unter dem Einfluß des Materialismus steht. Nun gibt es Brüderschaften, welche an ihrer Spitze Eingeweihte haben, die eben ein solches Interesse haben, den Materialismus zu pflegen, zu verbreiten. Diesen Materialisten dient es sehr gut, wenn immerfort davon geredet wird, daß der Materialismus eigentlich schon überwunden sei. Denn man kann auch irgendeine Sache mit den entgegengesetzten Worten anstreben; die Verfahrungsweisen sind oftmals recht komplizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wollen nun solche Eingeweihte, welche eigentlich ganz gut wissen, daß die Menschenseele ein rein spirituelles Wesen ist, ein spirituelles Wesen, ganz selbständig gegenüber der Leiblichkeit, und die dennoch die materialistische Gesinnung der Menschen hegen und pflegen? Diese Eingeweihten wollen, daß möglichst viele Seelen da seien, welche hier zwischen Geburt und Tod nur materialistische &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe aufnehmen. Dadurch werden diese Seelen präpariert, in der Erdensphäre zu bleiben. Sie werden gewissermaßen in der Erdensphäre gehalten. Und nun denken Sie sich, daß Brüderschaften eingerichtet werden, die das genau wissen, die jene Verhältnisse gut kennen. Diese Brüderschaften präparieren dadurch gewisse Menschenseelen so, daß diese Menschenseelen nach dem Tode im Reiche des Materiellen verbleiben. Wenn diese Brüderschaften dann - was möglicherweise in ihrer verruchten Macht liegt - die Veranstaltung treffen, daß diese Seelen nach dem Tode in den Bereich der Machtsphäre ihrer Brüderschaft kommen, dann wächst dieser Brüderschaft dadurch eine ungeheure Macht zu. Also diese Materialisten sind nicht Materialisten, weil sie nicht an den Geist glauben, so töricht sind diese Eingeweihten-Materialisten nicht, die wissen ganz gut, wie es um den Geist steht; aber sie veranlassen die Seelen, bei der Materie auch nach dem Tode zu bleiben, um sich solcher Seelen zu ihrem Zwecke bedienen zu können. Also wird von solchen Brüderschaften eine Klientel geschaffen von Totenseelen, die im Bereiche der Erde verbleiben. Diese Totenseelen, die haben in sich Kräfte, die in der verschiedensten Weise gelenkt werden können, mit denen man Verschiedenes bewirken kann, wodurch man gegenüber denen, die in diese Dinge nicht eingeweiht sind, zu ganz besonderen Machtentfaltungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist einfach eine Veranstaltung gewisser Brüderschaften. Und in dieser Sache sieht nur derjenige klar, der sich keine Finsternis und nichts Nebuloses vormachen läßt; der sich nicht vormachen läßt, daß es solche Brüderschaften entweder gar nicht gibt, oder daß ihre Dinge harmlos sind. Sie sind ganz und gar nicht harmlos, sie sind sehr harmvoll; die Menschen sollen im Materialismus noch immer weiter und weiter schreiten. Sie sollen nach dem Sinne solcher Eingeweihter glauben, daß es zwar geistige Kräfte gibt, aber daß diese geistigen Kräfte nichts anderes sind als auch gewisse Naturkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich Ihnen doch das Ideal charakterisieren, das solche Brüderschaften haben. Man muß sich ein bißchen anstrengen, um die Sache zu verstehen. Denken Sie sich also eine harmlose Welt von Menschen, die ein wenig beirrt ist durch die heute herrschenden materialistischen Begriffe, die ein wenig abgeirrt ist von den alten, erprobten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsvorstellungen. Denken Sie sich solch eine harmlose Menschheit. Vielleicht können wir es uns gut graphisch vorstellen (es wird gezeichnet): Wir denken uns hier das Gebiet einer solchen harmlosen Menschheit (größerer Kreis, hell). Wie gesagt, diese Menschheit ist sich nur nicht recht klar über die geistige Welt; beirrt durch den Materialismus, weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber der geistigen Welt. Namentlich weiß sie nicht recht, wie sie sich verhalten soll gegenüber denjenigen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 179&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun nehmen wir an, hier sei das Gebiet solch einer Brüderschaft (kleiner Kreis, grün): diese Brüderschaft verbreite die Lehre des Materialismus, sie sorge, daß diese Menschen jedenfalls rein materialistisch denken. Dadurch bringt es diese Brüderschaft dahin, sich Seelen zu erzeugen, die nach dem Tode in der Erdensphäre bleiben. Diese werden eine spirituelle Klientel für diese Loge (siehe Zeichnung, orange); das heißt, man hat sich dadurch Tote geschaffen, die nicht aus der Erdensphäre hinausgehen, sondern bei der Erde bleiben. Macht man nun die richtigen Veranstaltungen, so behält man sie in den Logen darinnen. Also man hat auf diese Weise Logen geschaffen, welche Lebende enthalten und auch Tote, aber Tote, welche verwandt worden sind den Erdenkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun dirigiert man die Sache so, daß diese Menschen hier Sitzungen abhalten, oder auf solch einem Wege, wie es bei Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, von denen ich öfter gesprochen habe. Dann kann es vorkommen - ich bitte Sie, das zu berücksichtigen -, daß dasjenige, was hier in diesen Sitzungen geschieht, dirigiert wird von der Loge aus mit Hilfe der Toten. Aber nach den eigentlichen Intentionen der Meister, die in jenen Logen sind, sollen die Menschen nicht wissen, daß sie es mit Toten zu tun haben, sondern glauben, daß sie es einfach mit höheren Naturkräften zu tun haben. Man will den Leuten beibringen, das seien höhere Naturkräfte: Psychismus und dergleichen, bloß höhere Naturkräfte. Man will ihnen den eigentlichen Seelenbegriff nehmen und sagen: Wie es Elektrizität, wie es Magnetismus gibt, so gibt es auch solche höhere Kräfte. Daß das von Seelen kommt, das kaschieren gerade diejenigen, die in der Loge führend sind. Dadurch aber werden die andern, die harmlosen Seelen, ganz abhängig nach und nach, seelisch abhängig von der Loge, ohne daß sie wissen, wovon sie abhängig sind, woher sie eigentlich dirigiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt kein anderes Mittel gegen diese Dinge als das Wissen davon. Weiß man davon, so ist man schon geschützt. Weiß man es so, daß dieses Wissen ein richtiges Fürwahrhalten, ein wirkliches Glauben ist, so ist man schon geschützt. Aber man muß nicht zu bequem sein, sich das Wissen von diesen Dingen wirklich zu erwerben. Nun, zunächst muß gesagt werden, daß es in diesen Dingen noch immer nicht eigentlich ganz zu spät ist. Denn ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht - diese Dinge können ja erst allmählich klarwerden, und ich kann nur allmählich die Elemente zusammentragen, um Ihnen die völlige Klarheit zu bringen -, ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß im Verlaufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Brüderschaften des Westens probeweise den Spiritismus eingeführt haben, um durch diese Probe sich zu überzeugen, ob sie nun schon so weit waren mit der Menschheit, wie sie wollten. Es war ein Probieren, wie weit sie waren mit der Menschheit. In den spiritistischen Sitzungen - das haben sie erwartet - sollten eigentlich die Leute sagen: Es gibt höhere Naturkräfte. - Und sie waren dann enttäuscht, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Brüder der Linken, daß die Menschen zumeist nicht gesagt haben: Es gibt höhere Naturkräfte -, sondern gesagt haben: In den Sitzungen erscheinen Geister der Toten. - Das war die herbe Enttäuschung der Eingeweihten, das war gerade das, was sie nicht wollten; denn den Glauben an die Toten, den wollten diese Eingeweihten gerade den Menschen nehmen. Nicht die Wirksamkeit der Toten, nicht die Wirksamkeit der Kräfte der Toten, aber dieser Gedanke, daß das von den Toten kommt, dieser richtige, dieser bedeutsame Gedanke, der sollte den Menschen genommen werden. Sie sehen, es ist ein höherer Materialismus; es ist ein Materialismus, der den Geist nicht nur leugnet, sondern der den Geist hereinzwingen will in die Materie. Sie sehen, der Materialismus hat noch Formen, unter denen man ihn schon leugnen kann. Man kann sagen, der Materialismus ist verschwunden, wir reden schon vom Geist. Aber alle reden sie vom Geiste in verschwommener Weise. Da kann man ganz gut Materialist sein, wenn man alle Natur so zum Geiste macht, daß dann der Psychismus herauskommt. Worauf es ankommt, das ist, daß man in die konkrete geistige Welt, in die konkrete Geistigkeit den Blick hineinwerfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier haben Sie den Anfang von dem, wie es in den nächsten fünf Jahrhunderten immer intensiver und intensiver werden wird. Nun haben sich die bösen Brüderschaften darauf beschränkt; aber sie werden die Dinge schon fortsetzen, wenn ihnen nicht das Handwerk gelegt wird, das ihnen nur gelegt werden kann, wenn man die Bequemlichkeit gegenüber der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also verraten haben sie sich gewissermaßen in den spiritistischen Sitzungen. Statt sich zu couvrieren, haben sie sich decouvriert durch die spiritistischen Sitzungen. Das war also eher etwas, wodurch sich gezeigt hat, daß ihnen ihre Wirtschaft noch nicht ganz gut gelungen war. Daher auch ging gerade von diesen Brüderschaften selber schon von den neunziger Jahren an das Bestreben aus, auch den Spiritismus als solchen wiederum für eine Zeitlang zu diskreditieren. Kurz, Sie sehen, es wird auf diesem Wege mit den Mitteln der geistigen Welt sehr, sehr Einschneidendes gemacht. Dasjenige, um was es sich dabei &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
handelt, das ist also: Erhöhung der Macht, Ausnutzung gewisser Entwickelungsbedingungen, die im Laufe der Menschheit herauskommen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Vermaterialisierung der Menschenseelen, gegen dieses Gebanntsein der Menschenseelen in die Sphäre der Irdischheit - und Logen sind ja auch im Irdischen - wird entgegengearbeitet. Wenn also die Seelen mit in den Logen spuken und dort wirken sollen, dann müssen sie ins Irdische gebannt sein. Gegen dieses Bestreben, diesen Impuls, im Irdischen zu wirken durch die Seelen, dem wird entgegengearbeitet durch den bedeutsamen Impuls des Mysteriums von Golgatha. Und dieser Impuls des Mysteriums von Golgatha ist auch die Welthellung gegen die Vermaterialisierung der Seele. Es liegt vollständig außer dem Willen und außer den Intentionen der Menschen selbst, wie der Weg des Christus selber ist. Also kein Mensch irgendwelchen Wissens, auch kein Eingeweihter hat Einfluß darauf, daß der Christus dasjenige tut, was im Laufe des 20. Jahrhunderts zu der Erscheinung führt, von der ich Ihnen oft gesprochen habe, die Sie in den Mysteriendramen auch angedeutet finden. Das hängt bloß von dem Christus selbst ab. Der Christus wird als ätherische Wesenheit in der Erdensphäre vorhanden sein. Für die Menschen handelt es sich darum, wie sie sich zu ihm verhalten. Also auf die Erscheinung des Christus selbst hat niemand, kein noch so mächtiger Eingeweihter irgendeinen Einfluß. Das kommt. Das bitte ich Sie festzuhalten. Aber man kann Veranstaltungen treffen, daß dieses Christus-Ereignis so oder so aufgenommen werde, daß dieses Christus-Ereignis so oder so wirke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, diejenigen Brüderschaften, von denen ich Ihnen eben gesprochen habe, welche die Seelen der Menschen in die materialistische Sphäre bannen wollen, diese Brüderschaften haben das Bestreben, den Christus unvermerkt vorübergehen zu lassen im 20. Jahrhundert, sein Kommen als ätherische Individualität nicht bemerkbar werden zu lassen für die Menschen. Und diese Bestrebung entwickelt sich unter dem Einfluß einer ganz bestimmten Idee, eigentlich eines ganz bestimmten Willensimpulses; sie haben nämlich das Bestreben, die Einflußsphäre, die durch den Christus im 20. Jahrhundert und weiter &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kommen soll, für eine andere Wesenheit - wir werden darüber noch genauer sprechen -, für eine andere Wesenheit zu erobern. Es gibt westliche Brüderschaften, welche das Bestreben haben, dem Christus seinen Impuls streitig zu machen und eine andere Individualität, die nicht einmal irgendwann im Fleische erschienen ist, sondern nur eine ätherische Individualität, aber streng ahrimanischer Natur ist, an die Stelle zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle jene Maßnahmen, von denen ich Ihnen jetzt eben gesprochen habe, mit den Toten und so weiter, die dienen letzten Endes solchen Zielen, die Menschen abzulenken von dem Christus, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, und einer andern Individualität die Herrschaft über die Erde zuzuschanzen. Das ist ein ganz realer Kampf und nicht irgend etwas, was etwa nur abstrakte Begriffe oder was weiß ich sein soll, sondern das ist ein ganz realer Kampf; ein Kampf, der sich eigentlich darauf bezieht, eine andere Wesenheit an die Stelle der Christus-Wesenheit im Verlaufe der Menschheitsentwickelung für den Rest der fünften nachatlantischen Zeit, für die sechste und für die siebente zu setzen. Es wird zu den Aufgaben einer gesunden, einer ehrlichen spirituellen Entwickelung gehören, solche Bestrebungen, die im eminentesten Sinne antichristlich sind, solche Bestrebungen zu vertilgen, wegzuschaffen. Aber nur klare Einsicht kann da etwas erreichen. Denn das andere Wesen, das diese Brüderschaften zum Herrscher machen wollen, dieses andere Wesen, das werden die ja als den «Christus» benennen, richtig als den «Christus» benennen! Und worauf es ankommen wird, das wird sein, daß man wirklich unterscheiden lernt zwischen dem wahren Christus, der ja auch jetzt, wie er erscheinen wird, nicht eine im Fleische verkörperte Individualität ist, und zwischen diesem Wesen, das sich von dem wahren Christus dadurch unterscheidet, daß es eben nie während der Erdenentwickelung verkörpert war, das ein Wesen ist, welches nur bis zu der ätherischen Verkörperung geht, und das von diesen Brüderschaften eingesetzt werden soll anstelle des Christus, der unvermerkt vorübergehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir also auf der einen Seite den Teil des Kampfes, der sich darauf bezieht, gewissermaßen die Christus-Erscheinung des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts zu fälschen. Ja, wer das Leben nur an seiner Oberfläche so beobachtet, vor allen Dingen die äußerlichen Diskussionen über den Christus und die Jesus-Frage und so weiter, der sieht eben nicht in die Tiefe. Das ist Nebel, das ist Dunst, was den Leuten vorgemacht wird, um sie gerade abzulenken von den tieferen Dingen, von demjenigen, um was es sich eigentlich handelt. Wenn die Theologen über den Christus diskutieren, so ist in allen solchen Diskussionen immer von irgendwoher ein spiritueller Einfluß, und diese Leute fördern da ganz andere Ziele und Zwecke, als sie selbst mit ihrem Bewußtsein glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist nun das Gefährliche des Begriffes des Unbewußten, daß man selbst über solche Verhältnisse heute die Leute ins Unklare hineinreitet. Während solche bösen Brüderschaften sehr bewußt ihre Zwecke verfolgen, wird natürlich das, was diese Brüderschaften bewußt verfolgen, zum Unbewußten für diejenigen, die auf der Oberfläche eben allerlei Diskussionen und dergleichen anstellen. Aber man trifft das Wesen der Sache nicht, wenn man vom Unbewußten redet; denn dieses sogenannte Unbewußte ist einfach jenseits der Schwelle des gewöhnlichen Bewußtseins, und es ist diejenige Sphäre, in welcher der Wissende solche Dinge entfalten kann. Sehen Sie, das ist eigentlich eine Seite der Sache, daß es wirklich so ist, daß sich gegenüberstellt eine Summe von Brüderschaften, welche die Wirksamkeit des Christus durch die Wirksamkeit einer andern Individualität ersetzen wollen und alle Dinge so einrichten, daß sie dieses erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem gegenüber stehen östliche Brüderschaften, namentlich in-dische, die nicht minder bedeutungsvoll eingreffen wollen in die Entwickelung der Menschheit. Diese indischen Brüderschaften wiederum, die verfolgen ein anderes Ziel; sie haben niemals eine Esotetik entwickelt, diese indischen Brüderschaften, durch die sie Tote in ihren Bereich, in den Bereich ihrer Logen etwa hereinbringen würden; das liegt ihnen fern, solche Dinge wollen sie nicht. Aber sie wollen auf der andern Seite auch nicht, daß das Mysterium von Golgatha mit seinem Impuls die Entwickelung der Menschheit ergreife. Das wollen sie auch nicht. Sie wollen aber nicht, weil ihnen die Toten nicht in der Weise zur Verfügung stehen, wie ich das bei den westlichen Brüderschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
angedeutet habe, sie wollen den Christus - der ja als ätherische Individualität im Laufe des 20. Jahrhunderts in die Menschheitsentwickelung eintreten wird - nicht bekämpfen durch Aufstellen einer andern Individualität; dazu brauchten sie die Toten, und die haben sie nicht, dagegen wollen sie das Interesse ablenken von diesem Christus; sie wollen nicht hochkommen lassen das Christentum, diese östlichen Brüderschaften, namentlich die indischen. Sie wollen nicht das Interesse für den wirklichen, durch das Mysterium von Golgatha gegangenen Christus hochkommen lassen, der in einer einmaligen Inkarnation hier auf der Erde war drei Jahre lang und der dann nicht mehr in einer Inkarnation auf die Erde kommen kann. Tote wollen diese in ihren Logen nicht benutzen, aber doch auch etwas anderes als bloß das, was sie selber sind als lebende Menschen. In diesen indischen, östlichen Logen, da wird nämlich statt der Toten der westlichen Logen eine andere Art von Wesenheiten benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Mensch stirbt, so hinterläßt er ja seinen ätherischen Leib; der trennt sich sehr bald nach dem Tode, wie Sie wissen. Dieser ätherische Leib wird unter normalen Verhältnissen von dem Kosmos aufgenommen. Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt. Aber vor dem Mysterium von Golgatha, und auch noch nach dem Mysterium von Golgatha, namentlich in östlichen Gegenden, war etwas ganz Bestimmtes möglich. Wenn der Mensch einen solchen Ätherleib abgibt nach dem Tode, so können gewisse Wesenheiten diesen Ätherleib beziehen; sie werden dann ätherische Wesenheiten mit solchen von den Menschen abgelegten Ätherleibern. So daß es vorkommt in östlichen Gegenden, daß, jetzt nicht tote Menschen, aber allerlei dämonische Geister veranlaßt werden, abgelegte Ätherleiber von Menschen anzuziehen. Und solche mit Ätherleibern von Menschen angetanen dämonischen Geister, die werden in die östlichen Logen aufgenommen. Die westlichen Logen also, die haben direkt in die Materie gebannte Tote; die östlichen Logen der linken Hand haben dämonische Geister; also Geister, die nicht der Erdenentwickelung angehören, die aber dadurch sich in die Erdenentwickelung hineinschleichen, daß sie anziehen von Menschen abgelegte Ätherleiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exoterisch macht man das so, daß man diese Tatsache in Verehrung umwandelt. Sie wissen, daß zu den Künsten gewisser Brüderschaften die Hervorrufung der Illusionen gehört, weil, wenn die Menschen nicht wissen, wie weit Illusion überhaupt in der Wirklichkeit vorhanden ist, sie sehr leicht durch künstlich hervorgerufene Illusionen getäuscht werden können. Man macht also das, was man da erreichen will, indem man dies in die Form von Verehrung kleidet. Also denken Sie sich, ich habe einen Stamm von Menschen, einen zusammengehörigen Stamm; dem sage ich - nachdem ich vorher als ein «böser» Bruder bei einem Vorfahr die Möglichkeit herbeigeführt habe, daß der Ätherleib bezogen wird von einem dämonischen Wesen -, dem sage ich, er müsse diesen Ahnen verehren. Der Ahne ist einfach derjenige, der abgelegt hat seinen Ätherleib, welcher von Dämonen bezogen ist durch die Machinationen der Loge. Man führt also die Ahnenverehrung ein. Aber diese Ahnen, die verehrt werden, die sind einfach irgendwelche dämonischen Wesenheiten in dem Ätherleib des betreffenden Ahnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann nun die Weltanschauung der östlichen Menschen dadurch abbringen von dem Mysterium von Golgatha, daß man in dieser Weise arbeitet wie in den östlichen Logen. Dann wird auch dadurch für die östlichen Menschen, für die Menschen vielleicht überhaupt - das will man ja erreichen - das erreicht, daß der Christus als Individualität, wie er über die Erde gehen soll, unbemerkt bleibt. Also die wollen nicht einen andern Christus substituieren, sondern sie wollen nur, daß die Erscheinung des Christus Jesus unbemerkt bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird gewissermaßen von zwei Seiten ein Kampf geführt gegen den ätherisch zutage tretenden Christus-Impuls im Laufe des 20. Jahrhunderts. In diese Entwickelung ist die Menschheit wirklich hineingestellt. Und was so im einzelnen geschieht, das ist eigentlich nur immer eine Konsequenz desjenigen, was sich als die großen Impulse in der Menschheitsentwickelung vollzieht. Deshalb ist es ja so traurig, daß man den Menschen immer wieder vormachen will, wenn Unbewußtes, sogenanntes Unbewußtes in ihnen wirkt, so seien dies irgendwelche zurückgetretenen, was weiß ich, Liebesaffekte oder dergleichen, während in der Tat der Impuls sehr bewußter Geistigkeit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von allen Seiten her durch die Menschheit geht, aber relativ unbewußt bleibt, wenn man sich nicht in seinem Bewußtsein um ihn bekümmert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen Dingen müssen Sie verschiedenes andere hinzunehmen. Die Menschen, welche es mit der Menschheitsentwickelung ehrlich gemeint haben von jeher, die haben mit solchen Dingen, wie wir sie jetzt charakterisiert haben, immer gerechnet und - viel mehr kann und darf auch der Mensch nicht tun - von ihrer Seite das Richtige unternommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gute Pflegestätte für spirituelles Leben, eine ganz außerordentlich gute Pflegestätte, geschützt vor allen möglichen Illusionen, war in den ersten christlichen Jahrhunderten Irland, die irische Insel. Sie war richtig geschützt vor allen möglichen Illusionen, mehr als irgendein anderes Gebiet der Erde. Das ist auch der Grund, warum so viele Verbreiter des Christentums in den ersten christlichen Jahrhunderten von Irland ausgegangen sind. Aber diese Verbreiter des Christentums mußten alle eine naive Menschheit berücksichtigen, unter der sie wirkten; denn die europäische Menschheit, unter der sie wirkten, war dazumal naiv, sie mußten diese naive Menschheit in ihrer Naivität berücksichtigen; aber sie mußten für sich die großen Impulse der Menschheit wissen und verstehen. Im 4. und 5. Jahrhundert wirkten namentlich irische Eingeweihte in Mitteleuropa; da fingen sie an und sie wirkten so, daß sie das vorbereiteten, was in der Zukunft geschehen mußte. Sie standen in einer gewissen Weise unter dem Einfluß jenes Einweihungswissens, daß im 15. Jahrhundert - Sie wissen: 1413 - die fünfte nachatlantische Zeit kommen werde. Unter diesem Einfluß standen sie. Sie wußten also, vorzubereiten haben sie eine ganz neue Zeit, eine naive Menschheit muß für diese neue Zeit behütet werden. Was tat man dazumal, um diese naive Menschheit Europas so zu behüten, daß sie gewissermaßen umzäunt war und gewisse schädliche Einflüsse nicht hereinkommen konnten, was tat man?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man lenkte, von jetzt gut unterrichteter und dazumal ehrlicher Seite die Evolution so, daß allmählich jene Schiffahrt unterdrückt wurde, welche von nördlichen Ländern nach Amerika hinüber gemacht worden ist in den älteren Zeiten. So daß, während in älteren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeiten die Schiffe namentlich von Norwegen aus nach Amerika hinübergingen zu gewissen Zwecken - ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen -, man die Sache allmählich so einrichtete, daß Amerika von der europäischen Bevölkerung völlig vergessen wurde, daß der Zusammenhang mit Amerika allmählich dahinschwand. Und im 15. Jahrhundert wußte ja die europäische Menschheit von Amerika nichts. Namentlich von Rom aus wurde die Entwickelung so dirigiert, daß man aus bestimmten Gründen den Zusammenhang mit Amerika allmählich verlor, weil die europäische Menschheit geschützt werden mußte vor den amerikanischen Einflüssen. Wesentlich beteiligt an diesem, daß vor dem amerikanischen Einflusse die europäische Menschheit geschützt werden mußte, waren gerade von Irland aus die Mönche, welche als irische Eingeweihte auf dem europäischen Kontinente christianisierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den älteren Zeiten brachte man von Amerika ganz bestimmte Einflüsse herüber; aber in dem Zeitalter gerade, wo die fünfte nachatlantische Epoche anfing, da sollte die Sache so sein, daß die europäische Menschheit von Amerika unbeeinflußt war, überhaupt nichts davon wußte, in dem Glauben lebte, es gibt gar kein Amerika. Erst als dann die fünfte nachatlantische Zeit hereingebrochen war, da wurde Amerika wieder entdeckt, wie das in der Geschichte bekannt ist. Es gehört zu den Wahrheiten, die Ihnen ja schon geläufig sein können, daß das, was man in der Schule als Geschichte lernt, vielfach eine Fable convenue ist. Auch das ist eine Fable convenue, daß Amerika 1492 zum erstenmal entdeckt worden sei. Es ist nur wieder entdeckt worden. Es war nur eine Zeitlang der Zusammenhang so geschickt kaschiert, wie es geschehen mußte. Aber wissen muß man wiederum, wie die Dinge lagen und was wirkliche Geschichte ist. So daß also eine Zeitlang Europa sehr umzäunt worden ist und man Europa sorgfältig gehütet hat vor gewissen Einflüssen, die nicht nach Europa kommen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Dinge zeigen Ihnen, wie bedeutungsvoll es ist, dieses sogenannte Unbewußte nicht als ein Unbewußtes aufzufassen, sondern als etwas, was sich sehr bewußt vollzieht hinter der Schwelle des menschlichen Bewußtseins, wie dieses als Alltagsbewußtsein ist. Es &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist schon wichtig, daß heute ein größerer Teil der Menschheit erfährt von gewissen Geheimnissen. Daher habe ich so viel getan, als jetzt nur irgend möglich ist ganz öffentlich zu tun, in den Zürcher Vorträgen, wo ich, wie Sie wissen, sogar so weit gegangen bin, den Leuten zu erklären, inwiefern das geschichtliche Leben von den Menschen nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gewußt wird, sondern in Wirklichkeit geträumt wird; wie der Inhalt der Geschichte in Wirklichkeit von den Menschen geträumt wird, und daß erst dann, wenn die Menschen sich bewußt werden, daß der Inhalt der Geschichte geträumt wird, Gesundheit in diese Vorstellungen kommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Dinge, durch die man allmählich das Bewußtsein aufweckt. Die Erscheinungen, die Tatsachen, die sich vollziehen, die bewahrheiten schon diese Dinge. Man muß sie nur nicht übersehen. Nur gehen die Menschen blind und schlafend durch die Tatsachen, sie gehen auch blind und schlafend durch solche tragischen Katastrophen wie die jetzige. Das sind Dinge, die ich zunächst mehr historisch in Ihr Herz legen möchte. Ich werde morgen genauer über diese Dinge sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte nur noch eine Vorstellung zu den Dingen hinzufügen. Erstens haben Sie aus der Auseinandersetzung gesehen, welch gewaltiger Unterschied zwischen Westen und Osten in der Menschheitsentwickelung ist. Zweitens bitte ich Sie, noch das Folgende zu berücksichtigen. Sehen Sie, der Psychoanalytiker redet vom Unterbewußten, vom unterbewußten Seelenleben und so weiter. Ja, darauf kommt es nicht an, mit einem solchen unbestimmten Begriff von den Dingen zu reden, sondern darauf kommt es an, zu erfassen: Was ist denn da nun eigentlich jenseits der Schwelle des Bewußtseins? Was gibt es denn da? Es ist gewiß sehr vieles da unten unter der Schwelle des Bewußtseins. Für sich ist es aber sehr bewußt, was da drunten ist. Aber man muß darauf kommen, was da für bewußte Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins ist. Man muß von bewußter Geistigkeit jenseits der Schwelle des Bewußtseins reden, nicht von unbewußtem Geistigen. Ja, da muß man sich klar sein darüber, daß der Mensch vieles hat, wovon er nichts weiß im gewöhnlichen Bewußtsein. Es wäre auch schlimm um den Menschen bestellt, wenn er &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im gewöhnlichen Bewußtsein von allem wissen müßte, was in ihm vorgeht. Denken Sie sich, wie er sich eigentlich sein Essen und Trinken einrichten müßte, wenn er genau die Vorgänge kennenzulernen hätte, physiologisch und biologisch, die sich abspielen vom Aufnehmen einer Speise an und so weiter! Das vollzieht sich alles im Unbewußten; dabei sind überall geistige Kräfte wirksam, auch bei diesem nur rein Physiologischen. Aber der Mensch kann nicht warten mit dem Essen und Trinken, nicht wahr, bis er gelernt hat, was da in ihm eigentlich vorgeht. So geht vieles in dem Menschen vor. Es ist für den Menschen schon ein großer Teil, ja der weitaus größte Teil seines Wesens unbewußt, besser gesagt, unterbewußt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erde ist keineswegs ein solches Wesen, wie es Geologen oder Mineralogen oder Paläontologen hinstellen; diese Erde ist ein vollbelebtes Wesen. Der Mensch sieht davon eben nur das Knochengerüste, denn der Geologe und Mineraloge und Paläontologe stellt nur das Mineralische hin, das ist das Knochengerüst. Wenn Sie nur das wissen, so wissen Sie ungefähr nur so viel, wie wenn Sie hier hereinkommen würden und von der gesamten erlauchten Gesellschaft durch eine besondere Einrichtung Ihres Sehvermögens nichts anderes als die Knochen sehen würden, das Knochensystem. Nun stellen Sie sich einmal vor, wenn Sie hier hereinkämen zu der Türe und auf diesen Stühlen säßen lauter Knochengerippe, nicht daß Sie etwa nichts als Knochen hätten, das mute ich Ihnen nicht zu, aber wir nehmen an, der Mensch hätte nur die Fähigkeit, die Knochen zu sehen, er wäre wie mit irgendeinem Röntgenapparat ausgebildet. So viel nur sieht die Geologie von der Erde, die sieht nur das Knochengerüst. Diese Erde hat aber nicht nur das Knochengerüst, sondern sie ist ein lebendiger Organismus, und diese Erde sendet an jedem Punkte, auf jedem Territorium aus ihrem Mittelpunkt besondere Kräfte an die Oberfläche. Stellen Sie sich also so die Oberfläche der Erde vor (siehe Zeichnung S. 192), hier östliches Gebiet, hier westliches Gebiet - nur um das Große ins Auge zu fassen. Die Kräfte nun, welche heraufgesendet werden von der Erde, sind etwas, was zum Lebensorganismus der Erde gehört. Und je nachdem der Mensch an diesem oder jenem Orte der Erde lebt, kommt nicht seine Seele, nicht diese unsterbliche Seele mit diesen Erdenkräften in Verbindung - die nur indirekt; die &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unsterbliche Seele des Menschen ist verhältnismäßig sehr unabhängig von Erdenverhältnissen, sie wird nur künstlich auf solche Weise, wie es heute gezeigt wurde, von den Erdenverhältnissen abhängig gemacht. Aber auf dem Umwege durch diesen andern, der vor der Geburt vom Menschen Besitz ergreift und vor dem Tode ihn wieder verlassen muß, durch diesen andern wirken besonders stark diese verschiedenen Kräfte, welche durch Rassentypen und geographische Verschiedenheiten in den Menschen hereinwirken. Also es ist dieser Doppelgänger, den der Mensch in sich trägt, auf den insbesondere die geographischen und sonstigen Differenzierungen wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist außerordentlich bedeutsam. Denn wir werden morgen sehen, wie auf diesen Doppelgänger von verschiedenen Punkten der Erde aus gewirkt wird, und was das für Konsequenzen hat. Ich habe eben hingewiesen: es ist notwendig, daß Sie das, was ich heute sage, mit dem morgigen recht direkt zusammenhalten, weil das eine ohne das andere kaum verstanden werden kann. Und wir müssen jetzt versuchen, solche Begriffe in uns aufzunehmen, welche noch mehr ernst &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
machen mit dem, was sich bezieht auf die gesamte Wirklichkeit, auf jene Wirklichkeit, in welcher die menschliche Seele ihrem ganzen Wesen nach lebt. Und diese Wirklichkeit, sie metamorphosiert sich ja in verschiedener Weise; aber es hängt viel von dem Menschen ab, wie sie sich metamorphosiert. Und eine bedeutungsvolle Metamorphose ist schon diese: wenn man gewahr wird, wie Menschenseelen, je nachdem, ob sie materialistische oder spirituelle Begriffe zwischen Geburt und Tod aufnehmen, dementsprechend sich an die Erde bannen oder in richtige Sphären kommen. Für diese Dinge müssen immer mehr klare Begriffe unter uns herrschen. Dann werden wir auch das richtige Verhältnis zur Gesamtwelt finden, müssen es immer mehr und mehr finden. Liegt das doch nicht nur im Sinne einer abstrakten Geistesbewegung, sondern muß bei uns liegen im Sinne einer ganz konkret aufgefaßten spirituellen Bewegung, die mit dem geistigen Leben einer Summe von Individualitäten rechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir selbst ist es recht befriedigend, daß solche Besprechungen, die ganz besonders auch bedeutsam sind für diejenigen unter uns, die nicht mehr zum physischen Plane gehören, sondern durch die Pforte des Todes gegangen, aber unsere treuen Mitglieder sind, daß solche Besprechungen wie die jetzigen, gepflegt werden als eine Wirklichkeit, die uns auch mit unseren hinweggegangenen Freunden immer tiefer und tiefer zusammenbringt. Ich mache diese Bemerkungen heute aus dem Grunde, weil es ja an uns ist, heute uns besonders liebevoll zu erinnern an den Hingang von Fräulein Stinde, die so innig mit dem Bau verknüpft ist, deren Impulse mit den Impulsen unseres Baues so innig zusammenhängen, und deren Todestag sich gestern jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach, 19. November 1917 Zweiter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst bitte ich Sie, mit Bezug auf die Betrachtungen, die wir jetzt pflegen, und die ich angeknüpft habe an das Hereinleuchten einer Erkenntnisbestrebung mit unzulänglichen Erkenntnismitteln, die uns aber zu weiten historischen Perspektiven geführt haben, dabei zunächst zu beachten, daß sowohl bei diesen Dingen wie auch bei dem, was ich aus der gleichen Absicht, dem gleichen Impuls heraus bei meinem vorigen Hiersein gesagt habe: es handelt sich um Mitteilungen tatsächlicher Vorgänge, nicht um irgendeine Theorie, nicht um irgendeine Vorstellungssystematik, sondern um Mitteilungen von Tatsachen. Also gerade das ist der Punkt, den wir berücksichtigen müssen aus dem Grunde, weil uns sonst das Verständnis dieser Dinge Schwierigkeiten bereiten kann. Es handelt sich nicht darum, daß ich Ihnen geschichtliche Gesetze oder historische Ideen entwickle, sondern Tatsächlichkeiten, die zusammenhängen mit den Intentionen, mit den Absichten sowohl gewisser Persönlichkeiten, die in Brüderschaften zusammengeschlossen sind, als auch anderer Wesenheiten, welche auf solche Brüderschaften einwirken, deren Einfluß von diesen Brüderschaften auch gesucht wird, die aber, so wie sie sind, nicht zu den im Fleische verkörperten Menschen gehören, sondern solche Wesen sind, die sich in der geistigen Welt verkörpern. Insbesondere bei einer Mitteilung wie diejenige ist, die ich gestern gemacht habe, ist dies sehr notwendig zu berücksichtigen. Denn bei diesen Brüderschaften haben wir es ja - das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen Jahres erkennen können - gewissermaßen mit verschiedenen Parteien zu tun. Ich habe Sie dazumal darauf aufmerksam gemacht, daß wir es innerhalb solcher Brüderschaften mit einer solchen Partei zu tun haben, welche von sich aus für die absolute Geheimhaltung gewisser höherer Wahrheiten ist; daneben, neben andern Schattierungen, hat man es zu tun mit Mitgliedern solcher Brüderschaften, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche namentlich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dafür sind, daß gewisse Wahrheiten - wenn auch zunächst noch jene Wahrheiten, für deren Bekanntmachung nur die nächste Notwendigkeit besteht - vorsichtig und entsprechend sachgemäß der Menschheit enthüllt werden. Neben diesen Hauptparteien gibt es andere Parteinuancen. Daraus aber ersehen Sie, daß dasjenige, was beabsichtigt wird, was gerade ausgehend von solchen Brüderschaften in die Menschheitsentwickelung als Impuls hineinverlegt wird, sehr häufig die Sache eines Kompromisses sein wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, gerade als die Brüderschaften, die bekannt sind mit den geistigefl Wirkensimpulsen der Menschheitsentwickelung, herankommen sahen das bedeutsame Ereignis vom Anfang der vierziger Jahre: den Kampf gewisser Geister mit höheren Geistern, der dann 1879 damit beschlossen worden ist, daß gewisse Geister mit Engelnatur, Geister der Finsternis, verfallen sind dem Ereignisse, das als die Überwindung des Drachens durch Michael symbolisiert wird, als also in der Mitte des 19. Jahrhunderts, am Anfang der vierziger Jahre, diese Brüderschaften jenes Ereignis herankommen fühlten, da mußten sie dazu Stellung nehmen, mußten sich fragen: Was ist zu tun?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diejenigen Mitglieder dieser Brüderschaften, welche vor allen Dingen Rechnung tragen wollten den Forderungen der Zeit, sie waren bis zu einem gewissen Grade von den besten Absichten beseelt, und sie waren es, welche unter dem irrtümlichen Impulse standen, mit dem Materialismus der Zeit rechnen zu wollen; sie waren es, welche vorzugsweise darauf bedacht waren, den Menschen, die eigentlich nur auf physischem Wege etwas wissen wollten, gerade auf materialistische Weise auf diesem physischen Wege, ich möchte sagen, etwas beizubringen von der geistigen Welt. Es war also gut gemeint, als in den vierziger Jahren von dieser Seite der Spiritismus in die Welt hineinlanciert worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig war es in der Zeit dieses Kampfes, in der, wie ich angedeutet habe, auf Erden vorzugsweise herrschen sollte der kritische Geist, der bloß auf die Außenwelt gerichtete Verstand, notwendig war es, den Menschen wenigstens eine Empfindung, ein Gefühl dafür beizubringen, daß es eine geistige Welt um die Menschen herum gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wie eben Kompromisse zustande kommen, so kam auch dieser Kompromiß zustande. Diejenigen Mitglieder solcher Brüderschaften, die sich durchaus ablehnend verhielten gegen die Bekanntgabe gewisser spiritueller Wahrheiten an die Menschheit, die sahen sich, ich möchte sagen, majorisiert, mußten sich herbeilassen, der Sache zuzustimmen. Es war nicht ihre ureigene Absicht, diese Dinge in die Welt zu setzen, die mit dem Spiritismus zusammerhingen. Wo es sich um Körperschaften handelt und der Wille der Körperschaften vorliegt, da hat man es mit Kompromissen zu tun. Aber natürlich, wie es äußerlich im Leben ist: wenn in irgendeiner Körperschaft etwas beschlossen wird, so erwarten da nicht nur diejenigen etwas von dem Beschlossenen, welche aus ihren eigenen Absichten heraus die Sache in Szene gesetzt haben, sondern auch jene, die ursprünglich dagegen waren, erwarten das eine oder das andere davon, wenn es einmal beschlossen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So waren denn gutmeinende spirituelle Mitglieder der Brüderschaften der irrtümlichen Ansicht, daß durch die Benützung der Medien die Menschen von dem Vorhandensein einer geistigen Welt um sie herum überzeugt werden würden; dann würde man ihnen auf Grundlage dieser Überzeugung weiter höhere Wahrheiten beibringen können. Das wäre dann gegangen, wenn das eingetroffen wäre, was diese gutmeinenden Mitglieder von Brüderschaften vorausgesetzt hatten: wenn es eingetroffen wäre, daß dasjenige, was durch solche Medien zutage tritt, in dem Sinne ausgelegt worden wäre, daß man es mit einer geistigen Welt ringsherum zu tun hat. Es ist etwas ganz anderes eingetreten - wie ich auch gestern angedeutet habe. Was durch die Medien zutage trat, das wurde interpretiert von den Menschen, die daran teilnahmen, als herkommend von den Toten. Dadurch war das, was durch den Spiritismus zutage trat, eigentlich eine Enttäuschung für alle. Denn diejenigen, welche sich haben überstimmen lassen, waren natürlich aufs äußerste betrübt darüber, daß in den spiritistischen Sitzungen - zuweilen mit Recht - von Manifestationen der Geister Verstorbener geredet werden konnte. Die gutmeinenden fortschrittlichen Eingeweihten, die erwarteten überhaupt nicht, daß von Toten gesprochen würde, sondern sie erwarteten, daß von einer allgemeinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|197}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
elementaren Welt gesprochen würde; auch sie waren also enttäuscht. Vor allem aber verfolgen solche Dinge jene, die in einer gewissen Weise eingeweiht sind. Und nun haben wir - außer den bereits angeführten Mitgliedern von Brüderschaften - solche Mitglieder anderer Brüderschaften oder zum Teil auch derselben, worinnen sich Minoritäten, manchmal auch Majoritäten bilden können; wir haben andere Eingeweihte zu beachten: jene, welche genannt werden innerhalb der Brüderschaften «die Brüder der Linken», also jene, welche vor allen Dingen ausnutzen ein jegliches, was als Impuls der Menschheitsentwickelung einverleibt wird, im Sinne einer Machtfrage. Und selbstverständlich, diese Brüder der Linken erwarteten nun auch ihrerseits allerlei von dem, was durch den Spiritismus zutage trat. Ich habe gestern bemerklich gemacht, daß es solche Brüder der Linken vor allen Dingen waren, welche die Veranstaltungen mit den Seelen der toten Menschen gemacht haben. Für sie war vor allen Dingen das interessant, was durch die spiritistischen Sitzungen herauskommen werde. Sie bemächtigten sich nach und nach des ganzen Feldes. Die gutmeinenden Eingeweihten verloren nach und nach alles Interesse an dem Spiritismus, fühlten sich in einer gewissen Weise sogar beschämt, weil diejenigen, die den Spiritismus von Anfang an nicht wollten, ihnen sagten, das hätte man von Anfang an wissen können, daß mit dem Spiritismus jetzt nichts herauskommen kann. Dadurch kam aber gerade der Spiritismus in die Machtzone, ich möchte sagen, der Brüder der Linken. Nun, von solchen Brüdern der linken habe ich gestern gesprochen, die vor allen Dingen sich dadurch enttäuscht fühlten, da sie sahen, es könne durch diesen nun einmal in Szene gesetzten Spiritismus sich das enthüllen, was sie eigentlich angeregt hatten, wovon sie aber vor allen Dingen wollten, daß es nicht herauskäme: es könne ja gerade in spiritistischen Sitzungen, weil sich die Teilnehmer von den Toten beeinflußt glaubten, durch Mitteilung der Toten sich offenbaren, was gewisse Brüder der Linken mit den Seelen Verstorbener machen. Gerade solche Seelen konnten sich in den spiritistischen Sitzungen manifestieren, die mißbraucht wurden gewissermaßen von den Brüdern der Linken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das müssen Sie eben durchaus in Betracht ziehen, daß es sich bei&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesen Mitteilungen nicht um Theorien handelt, sondern daß es sich darum handelt, Tatsachen zu erzählen, die auf Individualitäten zurückgehen. Und wenn nun diese Individualitäten wiederum vereinigt sind in Brüderschaften, so kann von ein und derselben Sache die eine Individualität dies, die andere jenes erwarten. Es geht schon einmal nicht, wenn man von dem Tatsächlichen der geistigen Welt redet, es geht schon einmal nicht, da etwas anderes zu suchen als ein Wirken aus den Impulsen der Individualitäten heraus. Was der eine macht und was der andere macht, widerspricht sich ja auch im Leben. Redet man von Theorien, dann darf der Satz des Widerspruchs nicht verletzt werden. Redet man aber von Tatsachen, dann wird sich - gerade weil man von Tatsachen redet - sehr häufig zeigen, daß diese Tatsachen in der geistigen Welt ebensowenig zusammenstimmen wie die Handlungen der Menschen hier auf dem physischen Plane. Also ich bitte Sie, das immer zu berücksichtigen. Man kann ja, wenn man von diesen Dingen spricht, nicht über Wirklichkeiten reden, wenn man nicht von individuellen Tatsachen redet. Das ist es, um was es sich handelt. Also es müssen die einzelnen Strömungen auseinandergehalten, auseinandergeschält werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hängt aber zusammen mit einer sehr bedeutsamen Sache, die man, will man in der Gegenwart zu einer einigermaßen befriedigenden Weltanschauung kommen, sich vor allen Dingen zum Bewußtsein bringen muß. Es ist das, was ich nun sage, eine ganz prinzipielle und bedeutungsvolle Sache, trotzdem sie etwas abstrakter ist; aber wir müssen uns einmal diese Tatsache vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch strebt nämlich, wenn er sich eine Weltanschauung bilden will, mit Recht danach, daß die einzelnen Teile dieser Weltanschauung zusammenstimmen. Dies tut er aus einer gewissen Gewohnheit heraus, aus einer Gewohnheit heraus, die so berechtigt ist wie nur möglich; denn sie hängt zusammen mit alledem, was durch viele Jahrhunderte hindurch der Menschheit teuerstes Seelen- und Geistesgut war: mit dem Monotheismus. Man will dasjenige, was einem in der Welt als Erlebnis begegnet, auf einen einheitlichen Weltengrund zurückführen. Dies hat seine gute Berechtigung, aber nicht nach derjenigen Seite hin, nach welcher es die Menschen gewöhnlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
berechtigt glauben, sondern nach einer ganz andern Seite hin, von der wir das nächste Mal sprechen werden. Heute möchte ich Ihnen nur das prinzipiell Wichtige vor die Seele führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer mit der Voraussetzung an die Welt herantritt: alles muß sich widersprnchslos so erklären lassen, als ob es aus einem einheitlichen Weltengrunde hervorgehe, der wird viele Enttäuschungen erleben gerade dann, wenn er in unbefangener Art der Welt und ihren Erlebnissen gegenübertritt. Es ist einmal so hergebracht, daß der Mensch alles das, was er in der Welt wahrnimmt, behandelt nach der pastoralen Weltanschauung: alles führt zurück zu dem einheitlichen göttlichen Urgrund; aus Gott stammt alles, also muß es in einheitlicher Weise sich erklären lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das aber nicht so. Es ist nicht so, es stammt nicht dasjenige, was uns in der Welt an Erlebnissen umgibt, aus einem einheitlichen Urgrund, sondern es stammt aus voneinander verschiedenen spirituellen Individualitäten. Es wirken verschiedene Individualitäten zu dem zusammen, was uns in der Welt als Erlebnisse umgibt. So ist es zunächst. Über anderes, was den Monotheismus berechtigt macht, werden wir das nächste Mal noch sprechen. Aber so ist es zunächst. Wir müssen uns bis zu einem gewissen Grade, ja bis zu einem hohen Grade voneinander unabhängige Individualitäten denken, sobald wir nur die Schwelle der geistigen Welt übertreten. Aber dann kann man nicht verlangen, daß dasjenige, was auftritt, aus einem einheitlichen Prinzip heraus zu erklären ist. Denn denken Sie, schematisch dargestellt (siehe Zeichnung S. 200), dies wäre irgendein Erlebnis, meinetwillen wären das die Erlebnisse, sagen wir vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1918. Die Erlebnisse der Menschen gehen natürlich nach beiden Richtungen fort. Ja, der Historiker wird immer versucht sein, nun ein einheitliches Prinzip in diesem ganzen Werdegang vorauszusetzen. So ist es aber nicht; sondern sobald man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, die man nach unten und nach oben überschreiten kann (siehe Zeichnung, rot), es ist ein und dieselbe, so wirken in diese Ereignisse herein verschiedene Individualitäten zusammen, die voneinander verhältnismäßig unabhängig sind (siehe Zeichnung, Pfeile). Und wenn Sie das nicht berücksichtigen, wenn Sie einen einheitlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weltengrund überall voraussetzen, so werden Sie die Ereignisse niemals verstehen. Nur dann, wenn Sie in dem, was gewissermaßen der Wellenschlag der Ereignisse ist, die verschiedensten Individualitäten, die gegeneinander oder miteinander arbeiten, in Betracht ziehen, dann werden Sie die Dinge in der richtigen Weise verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 200&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sache hängt ja zusammen mit den tiefsten Geheimnissen des Menschenwerdens überhaupt. Und nur das monotheistische Gefühl hat diese Tatsache für Jahrhunderte oder Jahrtausende verschleiert; aber in Betracht ziehen muß man sie. Man muß daher, wenn man heute in Weltanschauungsfragen weiterkommen will, vor allen Dingen Logik nicht verwechseln mit abstrakter Widerspruchslosigkeit. Abstrakte Widerspruchslosigkeit kann in einer Welt, in der voneinander unabhängige Individualitäten zusammenwirken, nicht da sein; daher wird es immer, wenn abstrakte Widerspruchslosigkeit angestrebt wird, zur Verarmung der Begriffe führen; die Begriffe werden nicht mehr die volle Wirklichkeit umspannen können. Nur dann können die Begriffe die volle Wirklichkeit umspannen, wenn diese Begriffe jene widerspruchsvolle Welt in sich zu fassen vermögen, welche eben die Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was der Mensch als Naturgebiet vorliegend hat, das kommt auf eine sehr merkwürdige Weise zustande. Auch an der Natur, an allem, was der Mensch Natur nennt und mit Naturwissenschaft auf der einen Seite, mit Naturdienst, Naturästhetik und so weiter auf der andern Seite zusammenfaßt, wirken verschiedene Individualitäten mit. Aber in dem gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit ist durch die weisheitsvolle Weltenlenkung eine für den Menschen sehr segensvolle Einrichtung getroffen worden. Nämlich, der Mensch kann die Natur begreffen mit den Begriffen, die sich auf eine einheitliche Lenkung beziehen, weil von der Natur durch die Sinneswahrnehmung nur dasjenige an den Menschen als Erlebnis herankommt, was von der einheitlichen Lenkung abhängt. Hinter dem Teppich der Natur liegt etwas anderes, was von ganz anderer Seite beeinflußt wird. Aber das wird ausgeschaltet, wenn der Mensch die Natur wahrnimmt. So kommt es, daß dasjenige, was der Mensch Natur nennt, ein einheitliches System ist, aber nur deshalb, weil es durchgesiebt ist. Indem wir wahrnehmen durch unsere Sinne, wird uns die Natur gleichsam durchgesiebt. Alles das, was widerspruchsvoll in ihr ist, das wird herausgesiebt, und es wird die Natur uns so überliefert, daß sie ein einheitliches System ist. In dem Augenblick aber, wo man die Schwelle überschreitet und dasjenige, was zur Wirklichkeit gehört, auch zur Naturerklärung heranzieht - die elementaren Geister oder die Beeinflussungen der Menschenseelen, die sich auf die Natur auch richten können -, in dem Augenblick ist man nicht mehr in der Lage, auch bei der Natur von einem einheitlichen System zu reden, sondern da muß man sich dann auch schon wiederum klarwerden, daß man es mit dem Hereinwirken einander bekämpfender oder einander tragender, einander verstärkender Individualitäten zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der elementaren Welt finden wir Geister der Erde, gnomeniiafte Wesen; Geister des Wassers, undinenhafte Wesen; Geister der Luft, sylphenhafte Wesen; Geister des Feuers, salamanderartige Wesen. Die sind alle da. Ja, die sind nicht so, daß sie nun alle ein einheitliches Regiment bilden würden. So ist das nicht. Sondern diese verschiedenen Reiche: Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, sie sind in einer &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissen Weise selbständig; sie arbeiten nicht nur in Reih und Glied alle aus einem System heraus, sondern sie bekämpfen auch einander. Ihre Intentionen haben nichts miteinander zu tun von vornherein, sondern das, was entsteht, entsteht durch das verschiedenartigste Zusammenwirken der Intentionen. Kennt man die Intentionen, dann sieht man in dem, was vor einem auftritt, daß da hereinwirken meinetwillen Feuergeister und Undinen zusammen. Aber man darf niemals glauben, daß hinter diesen nun wiederum einer steht, der ihnen ein gewisses Kommando gibt. Das ist nicht so. Es ist dieser Geist sehr verbreitet in der Gegenwart, und solche Philosophen, wie zum Beispiel der Philosoph &#039;&#039;Wundt&#039;&#039; - von dem &#039;&#039;Fritz Mauthne&#039;&#039;r nicht mit Unrecht gesagt hat: «Autorität von seines Verlegers Gnaden», aber Autorität ist er fast für die ganze Welt vor dem Kriege gewesen -, die gehen darauf aus, alles dasjenige, was in der menschlichen Seele lebt, Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben in eine Einheit zu fassen, weil sie sagen: Die Seele ist eine Einheit, also muß alles das zu einer Einheit, zu einem gemeinsamen System gehören. - Das ist aber eben nicht so, und es würden jene starken, bedeutungsvollen Diskrepanzen des menschlichen Lebens, auf die gerade die analytische Psychologie kommt, nicht herauskommen, wenn nicht unser Vorstellungsleben hinter der Schwelle zurückführte in ganz andere Regionen, wo andere Individualitäten unser Vorstellungsleben beeinflussen als unser Gefühlsleben und dann wiederum unser Willensleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so sonderbar! Sehen Sie, wenn das die menschliche Wesenheit ist (siehe Zeichnung, Oval) und wir haben in der menschlichen Wesenheit Vorstellungsleben, Gefühlsleben, Willensleben (drei Kreise), dann kann sich so ein Systematiker wie Wundt nichts anderes vorstellen, als daß das alles ein System ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indessen, es führt das Vorstellungsleben in eine andere Welt (W 1), es führt das Gefühlsleben in eine andere Welt (W2), und wiederum das Willensleben in eine andere Welt (W 3). Dazu ist gerade die Menschenseele da, um eine Einheit zu bilden aus demjenigen, was in der vormenschlichen, also augenblicklich vormenschlichen Welt eine Dreiheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 203&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, mit allen diesen Dingen muß gerechnet werden, sobald für die geschichtliche Entwickelung der Menschheit in Betracht kommen die Impulse, die dieser geschichtlichen Entwickelung einmal einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Verlaufe dieser Betrachtungen gesagt, daß ein jeder Zeitraum der nachatlantischen Zeit seine besondere Aufgabe hat. Ich habe im allgemeinen die Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraumes charakterisiert, indem ich angedeutet habe, daß es einmal schon für die Menschheit die Aufgabe dieses Zeitraumes ist, sich mit dem Bösen als Impuls in der Weltenentwickelung auseinanderzusetzen. Was das heißt, das haben wir ja verschiedentlich besprochen. Es ist nicht anders möglich, als daß die Kräfte, welche, wenn sie am schiechten Orte auftreten, als das Böse auftreten, durch die Anstrengungen der Menschen im fünften nachatlantischen Zeitraum für die Menschheit erobert werden, so daß sie mit diesen Kräften des Bösen etwas Günstiges für die Zukunft der ganzen Weltenentwickelung anzufangen in der Lage ist. Dadurch wird die Aufgabe dieses fünften nachatlantischen Zeitraums eine ganz besonders schwierige. Denn sehen Sie, eine große Anzahl von Versuchungen steht der Menschheit bevor. Und wenn so nach und nach die Gewalten des Bösen erscheinen, dann ist naturlich der Mensch unter Umständen viel mehr geneigt, sich diesem Bösen auf allen Gebieten zu überlassen, als daß er den Kampf aufnimmt, um dasjenige, was ihm als Böses erscheint, in den Dienst der guten Weltenentwickelung zu &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stellen. Und dennoch, dieses muß geschehen; es muß das Böse bis zu einem gewissen Grade in den Dienst der guten Weltenentwickelung gestellt werden. Ohne dieses könnte nicht eingetreten werden in den sechsten nachatlantischen Zeitraum, der dann eine ganz andere Aufgabe haben wird, der die Aufgabe haben wird, die Menschheit leben zu lassen, trotzdem sie mit der Erde noch zusammenhängt, vor allen Dingen in einer fortdauernden Anschauung der geistigen Welt, in geistigen Impulsen. Gerade mit dieser Aufgabe gegenüber dem Bösen im fünften nachatlantischen Zeitraum hängt es zusammen, daß eine gewisse Art von persönlicher Verfinsterung für die Menschen eintreten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wissen wir, daß seit dem Jahre 1879 die dem Menschen nächststehenden Geister der Finsternis, die dem Reiche der Angeloi angehören, im Menschenreiche selber wandeln, weil sie aus der geistigen Welt in das Menschenreich herabgestoßen worden sind und nun in den menschlichen Impulsen drinnen vorhanden sind, durch die menschlichen Impulse wirken. Ich sagte, gerade durch dieses, daß dem Menschen so nahestehende Wesen auf unsichtbare Art unter den Menschen wirken und der Mensch durch die hereinspielenden Kräfte des Bösen abgehalten ist davon, das Spirituelle mit der Vernunft anzuerkennen - denn das ist wiederum die damit zusammenhängende Aufgabe des fünften nachatlantischen Zeitraums -, gerade dadurch werden diesem fünften nachatlantischen Zeitraum viele Gelegenheiten gegeben, sich finsteren Irrtümern und dergleichen hinzugeben. Es muß gewissermaßen der Mensch sich dazu bequemen, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum das Spirituelle durch seine Vernunft zu erfassen. Geoffenbart wird es schon; dadurch, daß die Geister der Finsternis 1879 besiegt worden sind, dadurch wird immer mehr und mehr spirituelle Weisheit aus den geistigen Welten herunterfließen können. Nur wenn die Geister der Finsternis oben geblieben wären in den geistigen Reichen, würden sie ein Hemmnis sein können für dieses Herunterffießen. Das HerunterfUeßen von spiritueller Weisheit können sie fortan nicht verhindern; aber Verwirrung können sie fortan stiften, die Seelen können sie verfinstern. Und welche Gelegenheiten zur Verfinsterung ergriffen werden, haben wir ja zum Teil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schon geschildert. Was für Vorkehrungen getroffen werden, haben wir angeführt, um die Menschen abzuhalten davon, das spirituelle Leben zu empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles kann natürlich nicht zum Jammern oder irgend so etwas Anlaß geben, sondern zu einer Stärkung der Kraft und Energie der Menschenseele nach dem Spirituellen hin. Denn wird in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum von den Menschen dasjenige erreicht, was erreicht werden kann durch die Einverleibung der Kräfte des Bösen im guten Sinne, dann wird zu gleicher Zeit etwas Ungeheures erreicht: dann wird dieser fünfte nachatlantische Zeitraum für dieö Entwickelung der Menschheit etwas wissen aus größeren Vorstellungen als irgendein nachatlantischer Zeitraum, ja als irgendein früherer Zeitraum der Erdenentwickelung. Erschienen ist zum Beispiel der Christus durch das Mysterium von Golgatha dem vierten nachatlantischen Zeitraum; aneignen für die menschliche Vernunft kann ihn sich der fünfte nachatlantische Zeitraum erst. Im vierten nachatlantischen Zeitraum haben die Menschen begreifen können, daß sie in dem Christus-Impuls etwas haben, was sie über den Tod hinausführt als Seelen; das ist ja durch das Paulinische Christentum hinlänglich klargeworden. Aber ein noch Bedeutsameres wird eintreten für die Entwickelung des fünften nachatlantischen Zeitraums, in dem die Menschenseelen erkennen werden, daß sie in dem Christus den Helfer haben, um die Kräfte des Bösen in Gutes umzuwandeln. Aber eines ist mit dieser Eigentümlichkeit des fünften nachatlantischen Zeitraums verbunden, eines, das man sich jeden Tag aufs neue in die Seele schreiben soll, das man ja nicht vergessen soll, obwohl der Mensch besonders für das Vergessen dieser Sache angelegt ist: ein Kämpfer um das Spirituelle muß der Mensch sein in dieser fünften nachatlantischen Zeit; erleben muß er, daß seine Kräfte erschaffen, wenn er sie nicht fortwährend im Zaume hält für die Eroberung der spirituellen Welt. Im höchsten Maße ist der Mensch auf seine Freiheit gestellt in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum! Das muß er durchmachen. Und gewissermaßen an der Idee der menschlichen Freiheit muß geprüft werden alles dasjenige, was die Menschen trifft in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum. Denn würden die Kräfte &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Menschen erschlaffen, so könnte gewissermaßen alles zum Schlimmen ausfallen. Der Mensch ist nicht in der Lage, in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum wie ein Kind geführt zu werden. Sind gewisse Brüderschaften da, welche sich gewissermaßen das Ideal vorhalten, die Menschen wie Kinder zu führen, wie sie noch geführt wurden im dritten nachatlantischen Zeitraum und im vierten, so tun diese Brüderschaften gar nicht das rechte; sie tun gar nicht dasjenige, was für die Entwickelung der Menschheit eigentlich geschehen soll. Die Menschen so auf die spirituelle Welt hinzuweisen, daß Annahme oder Ablehnung der spirituellen Welt in die Freiheit der Menschen gestellt ist, das muß sich derjenige, der in dieser fünften nachatlantischen Zeit von dieser spirituellen Welt spricht, immer wieder und wiederum vorhalten. Daher können gewisse Dinge in dieser fünften nachatlantischen Zeit nur gesagt werden; aber das Sagen ist jetzt ebenso wichtig, wie irgend etwas anderes wichtig war in andern Zeiträumen. Dafür will ich Ihnen ein Beispiel geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In unserer Zeit ist das Mitteilen von Wahrheiten, wenn ich trivial sprechen darf, das Vortragen von Wahrheiten das Allerwichtigste. Danach richten sollen sich die Menschen aus ihrer Freiheit heraus. Weiter sollte eigentlich nicht gegangen werden als bis zum Vortrag, bis zur Mitteilung der Wahrheiten; das andere sollte in freiem Entschlusse daraus folgen; so daraus folgen, wie die Dinge folgen, die man als Entschlüsse faßt aus dem Impulse des physischen Planes heraus. Das bezieht sich auch auf die Dinge, die gewissermaßen nur von der geistigen Welt aus selbst gelenkt und geleitet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden uns gleich besser verstehen, wenn wir auf Einzelheiten eingehen. Noch im vierten nachatlantischen Zeitraum war es so, daß andere Dinge in Betracht kamen als das bloße Wort, die bloße Mitteilung. Was kam da in Betracht? Nun, nehmen wir einen bestimmten Fall an: die Insel Irland, wie wir sie heute nennen, hat ganz besondere Eigentümlichkeiten. Diese Insel Irland unterscheidet sich durch gewisse Dinge von der ganzen übrigen Erde. Jedes Gebiet der Erde unterscheidet sich von den andern durch gewisse Dinge; das ist also nichts Besonderes; nur will ich den verhältnismäßig starken Unterschied heute hervorheben, der im Vergleich von Irland mit andern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gegenden der Erde besteht. In der Entwickelung der Erde kann man ja - wie Sie schon aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» sehen - zurückgehen und verschiedene Einflüsse, verschiedene Geschehnisse konstatieren in demjenigen, was als Tatsachen aus der geistigen Welt herausgeholt werden kann. Sie wissen aus der «Geheimwissenschaft», wie sich die Dinge verhalten, wenn man zurückgeht bis zu dem, was die lemurische Zeit genannt wird, was da alles geschehen ist seit der lemurischen Zeit, wie sich die verschiedenen Dinge entwickelt haben. Ich habe Sie nun gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die ganze Erde eigentlich als ein Organismus zu betrachten ist, daß sie für verschiedene Territorien Verschiedenes aus sich herausstrahlt auf die Bewohner. Dieses Ausgestrahlte hat auf den Doppelgänger, auf den ich gestern zum Schluß aufmerksam gemacht habe, einen ganz besonderen Einfluß. Bei Irland ist es so, daß in älteren Zeiten die Menschheit, die Irland gekannt hat, die ganz besondere Eigentümlichkeit von Irland märchenhaft, legendenhaft zum Ausdruck gebracht hat. Ich möchte sagen, eine esoterische Legende hat man gekannt als aussprechend das Wesen von Irland im Erdenorganismus. Man hat gesagt: Die Menschheit ist einstmals aus dem Paradiese vertrieben worden, weil im Paradiese Luzifer die Menschheit verführt hat; und sie ist dann in die übrige Welt zerstreut worden. Aber diese übrige Welt war schon da zur Zeit, als die Menschheit aus dem Paradiese vertrieben worden ist. Man unterscheidet also - so sagte man in dieser märchenhaften, in dieser legendenhaften Darstellung -, man unterscheidet also das Paradies mit dem Luzifer darinnen von der übrigen Erde, in welche die Menschheit verstoßen worden ist. Aber mit Irland ist es nicht so, das gehört nicht in demselben Sinne zu der übrigen Erde, weil, bevor Luzifer das Paradies betreten hat, sich ein Abbild des Paradieses auf der Erde gebildet hat, und dieses Abbild ist Irland geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstehen Sie wohl: Irland ist also dasjenige Stück Erde, welches keinen Teil hat an Luzifer, zu dem Luzifer keine Beziehung hat. Dasjenige, was abgesondert hat werden müssen vom Paradiese, damit sein irdischer Abglanz entstehe, das hätte verhindert, daß Luzifer ins Paradies hineingekonnt hätte. Also Irland wurde so aufgefaßt nach dieser &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Legende, daß es erst eine Absonderung war desjenigen Teiles des Paradieses, der Luzffer verhindert hätte, in das Paradies hineinzukommen. Erst als Irland aus dem Paradiese heraus abgesondert war, konnte Luzffer in das Paradies hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese esoterische Legende, die ich Ihnen sehr unvollkommen dar- gestellt habe, ist etwas sehr Schönes. Sie war vielen Menschen die Erklärung für die ganz eigentümliche Aufgabe von Irland durch Jahrhunderte hindurch. Im ersten Mysteriendrama, das ich geschrieben habe, finden Sie schon dasjenige, was ja so viel erzählt wird: wie die Christianisierung Europas von irischen Mönchen ausgegangen ist. Als Patrick das Christentum eingeführt hatte in Irland, da verhielt sich die Sache ja so, daß dort das Christentum zur höchsten Frömmigkeit führte. Umdeutend die eben besprochene Legende, nannte man sogar Irland, das die Griechen «lerne», die Römer «Ivernia» genannt hatten - in diesen Zeiten, in denen die Kräfte des europäischen Christentums gerade in seinen besten Impulsen von Irland ausgingen, von irischen, ins Christentum liebevoll Eingeweihten -, wegen der Frömmigkeit, die dort in den christlichen Klöstern herrschte: die Insel der Heiligen. Das hängt damit zusammen, daß allerdings die Kräfte, von denen ich gesprochen habe, diese territorialen Kräfte, die aus der Erde aufsteigend den menschlichen Doppelgänger erfassen, für die Insel Irland die allerbesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie werden sagen: dann müßten ja in Irland die allerbesten Menschen sein. Ja, so ist es aber doch nicht auf der Welt. In jedes Gebiet wandern andere ein und haben Nachkommen und so weiter. Also, so ist es eben nicht, daß der Mensch bloß das Ergebnis des Stückes Erde ist, auf dem er steht. Es kann sehr wohl der Charakter der Menschen widersprechen dem, was aus der Erde aufsteigt. Man darf nicht dasjenige, was sich in den Menschen wirklich entwickelt, zur Charakteristik des Erdenorganismus mit Bezug auf ein bestimmtes Territorium anführen. Da würde man sich eben wiederum nur der Welt der Illusionen überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber so etwas wie das, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe, daß Irland ein ganz besonderer Boden ist, das können wir heute sagen. Und aus solchem Sagen müßte erfließen ein Faktor unter den vielen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Faktoren, welche heute in fruchtbarer Weise zu sozialpolitischen Ideen führen können. Man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Das, was ich eben von Irland gesagt habe, ist ein Faktor, man müßte mit solchen Faktoren rechnen. Man müßte das alles zusammensetzen. Das müßte Wissenschaft sein von der Gestaltung der menschlichen Verhältnisse auf der Erde. Bevor das sein wird, wird mit Bezug auf die Einrichtung der öffentlichen Angelegenheiten kein rechtes Heil sein. Das, was aus der geistigen Welt heraus gesagt werden kann, müßte einfließen in die Maßnahmen, die man trifft. Deshalb habe ich in öffentlichen Vorträgen jetzt gesagt, es sei wichtig, daß alle, die mit Öffentlichen Angelegenheiten zu tun haben, Staatsmänner und so weiter, sich mit diesem bekanntmachen; denn dadurch allein würden sie die Wirklichkeit beherrschen. Sie tun es nur nicht, haben es vor allen Dingen nicht getan bis jetzt. Aber eine Notwendigkeit ist es deshalb doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute liegt das vor, daß in Gemäßheit der Aufgaben der fünften nachatlantischen Zeit es auf das Sagen ankommt, auf das Mitteilen; denn ehe das Gesagte zur Tat werden soll, müssen die Entschlüsse so gefaßt werden, wie man sie aus dem Impulse des physischen Planes heraus faßt. Das war in früheren Zeiten eben anders; da hat man noch anderes tun können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem bestimmten Zeitpunkte des dritten nachatlantischen Zeitraumes hat eine gewisse Brüderschaft Veranlassung genommen, eine größere Anzahl von Kolonisten aus Kleinasien nach der Insel Irland zu schicken. Dazumal wurden dort angesiedelt Kolonisten aus demselben Gebiete von Asien, aus dem später der Philosoph Thales stammte. Lesen Sie nach in meinen «Rätsein der Philosophie» über die Philosophie des Thales. Thales stammte aus derselben Gegend, wenn auch später; er ist ja erst in der vierten nachatlantischen Zeit geboren. Aber schon früher, aus dem Milieu heraus, aus der ganzen geistigen Substanz heraus, aus welcher später der Philosoph Thales stammte, haben die Eingeweihten nach Irland Kolonisten geschickt. Warum? Weil sie die Eigentümlichkeit eines solchen Gebietes der Erde, wie es Irland ist, gekannt haben. Sie haben dasjenige gewußt, was angedeutet wurde durch die esoterische Legende, von der ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ihnen gesprochen habe. Sie haben gewußt: die Kräfte, die aufsteigen aus der Erde durch den Boden der irischen Insel, diese Kräfte wirken so auf die Menschen, daß der Mensch dadurch wenig beeinflußt wird nach der Richtung der Intellektualität hin, wenig nach der Richtung des Egoismus, wenig nach der Richtung der Entschlußfähigkeit. Das haben diese Eingeweihten, die jene Kolonisten dahin geschickt haben, sehr gut gewußt, und sie haben Leute ausgewählt, welche durch ihre besonderen karmischen Anlagen geeignet erschienen, gerade den Einflüssen der Insel Irland ausgesetzt zu werden. Heute gibt es noch immer in Irland Nachkommen jener alten Bevölkerung, die dazumal von Kleinasien hinüber verpflanzt worden ist, und die sich entwickeln sollte so, daß nicht die kleinste Intellektualität, nicht der kleinste Verstand, nicht die Entschlußfählgkeit, dagegen gewisse besondere Eigenschaften des Gemütes hervorragend sich entwickeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch ist von langer Hand her vorbereitet gewesen das, was dann als die friedliche Ausbreitung des Christentums in Irland Platz gegriffen hat und jene gloriose Entwickelung des Christentums in Irland, von der dann ausgestrahlt ist die Christianisierung Europas. Von langer Hand her ist das vorbereitet gewesen. Die Landsleute des späteren Thales haben Leute dorthin geschickt, welche sich dann geeignet erwiesen, solche Mönche zu werden, die in der Weise, wie ich es angedeutet habe, wirken konnten. Solche Dinge hat man überhaupt viele gemacht in älteren Zeiten, und wenn Sie in der äußeren exoterischen Geschichte heute von unverständigen Historikern - die aber viel Verstand haben können selbstverständlich, denn der Verstand ist ja heute auf der Straße zu finden -, wenn Sie heute von solchen Historikern Kolonisationen der Alten dargestellt finden, so müssen Sie immer sich klar sein: in solchen Kolonisationen lag eine tiefgehende Weisheit; die wurden gelenkt und geleitet, indem man überall Rücksicht nahm auf dasjenige, was in der Zukunft stattfinden sollte, indem man in jener Zeit rechnete mit den Eigentümlichkeiten der Erdenentwickelung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine andere Art, spirituelle Weisheit in die Welt zu setzen. Das dürfte heute derjenige, der den rechten Pfad geht, so nicht machen; er dürfte nicht einfach den Leuten gegen ihren Willen, um &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die Erde einzuteilen, etwas vorschreiben, sondern er hat so zu wirken, daß er den Leuten die Wahrheiten sagt, und sie sollen sich selber darnach richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also damit angedeutet einen wesentlichen Fortschritt vom dritten, vierten zum fünften nachatlantischen Zeitraum. Solch eine Sache muß man sehr gut ins Auge fassen. Und erkennen muß man, wie dieser Impuls der Freiheit sich hindurchziehen muß durch all dasjenige, was den fünften nachatlantischen Zeitraum beherrscht. Denn gerade gegen diese Freiheit des menschlichen Gemütes lehnt sich auf jener Widersacher, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er wie ein Doppelgänger den Menschen von einiger Zeit vor der Geburt bis zum Tode hin begleitet, aber bei dem Tode, vor dem Tode den Menschen verlassen muß. Wenn man unter diesem Einflusse steht, der unmittelbar mit dem Doppelgänger wirkt, dann kommt allerlei heraus, das schon in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum herauskommen kann, aber nicht für diesen fünften nachatlantischen Zeitraum so geeignet ist, daß es ihrn die Möglichkeit gibt, seine Aufgabe so zu erreichen, daß im Kampf mit dem Bösen die Umwandlung des Bösen in das Gute bis zu einem gewissen Grade sich vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie, was also eigentlich hinter all den Dingen steht, in welche der Mensch des fünften nachatlantischen Zeitraums hineingestellt ist. Die einzelnen Tatsachen müssen in der richtigen Weise beleuchtet werden; sie müssen verstanden werden. Denn da, wo stark der Doppelgänger wirkt, von dem ich gestern gesprochen habe, da wirkt man auch der eigentlichen Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums entgegen. Es ist nur in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum die Menschheit noch nicht so weit, die Tatsachen richtig zu taxieren; insbesondere seit diesen letzten drei traurigen Jahren ist die Menschheit gar nicht geeignet, die Tatsachen irgendwie in der richtigen Weise zu taxieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nehmen Sie eine scheinbar von dem, was ich heute auseinandergesetzt habe, sehr weit abliegende Tatsache. Die Tatsache, die ich Ihnen vorführen will, ist diese: In einem großen Eisenwerke sollten Zehntausende von Tonnen Gußeisen verladen werden in Eisenbahnzüge. Dazu wurde selbstverständlich eine bestimmte An- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zahl von Arbeitern angestellt. Fünfundsiebzig Mann sollten an die Arbeit gehen, und es stellte sich heraus, daß jeder zwölfeinhalb Tonnen am Tage verladen konnte; also von fünfundsiebzig Mann je zwölfeinhalb Tonnen am Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Mann, der mehr auf den Doppelgänger gab als auf dasjenige, was im Sinne des Fortschrittes der Menschheit für das menschliche Gemüt im fünften nachatlantischen Zeitraum erobert werden muß, ein solcher Mann ist Taylor. Dieser Mann fragte zunächst die Fabrikanten, ob sie nicht glaubten, daß ein einzelner Mann viel mehr verladen könne als zwölfeinhalb Tonnen am Tag? Die Fabrikanten meinten, daß ein Arbeiter höchstens achtzehn Tonnen verladen könnte. Da sagte Taylor: Dann machen wir Experimente; wir wollen einmal experimentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor ging daran, mit den Menschen zu experimentieren. Das Maschinenmäßige wird dadurch in das menschliche soziale Leben übertragen. Es sollte mit den Menschen experimentiert werden! Er probierte, ob das wirklich so wäre, wie die praktischsten Fabrikanten sagten, daß ein Mann nur höchstens achtzehn Tonnen am Tag verladen kann. Er richtete Pausen ein, die er nach der Physiologie so berechnete, daß die Menschen in diesen Pausen gerade so viel Kräfte wiederum sammelten, als sie vorher ausgegeben hatten. Es stellte sich natürlich heraus, daß es unter Umständen beim einen so, beim andern so war. Da nahm er - Sie wissen, im Mechanismus kommt dabei nichts darauf an, da nimmt man das arithmetische Mittel, beim Menschen kann man nicht das arithmetische Mittel nehmen, weil jeder Mensch seine Berechtigung zum Dasein hat -, aber Taylor nahm arithmetische Mittel, das heißt, er wählte diejenigen Arbeiter heraus, welche in ihrer Gesamtheit rationelle Pausen abwarfen, und diese rationellen Pausen gestattete er ihnen. Die andern, die nicht in diesen Pausen ihre Kräfte wiederherstellen konnten, wurden einfach herausgeworfen. Da stellte sich denn heraus, wenn man in dieser Weise experimentierte mit den Menschen, daß die Ausgewählten, die durch Selektion Ausgewählten, wenn sie in den Pausen sich wieder vollständig erholten, jeder siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben den Mechanismus der Darwinschen Theorie auf das Arbeiterleben angewendet: die Unpassenden weg, die Passenden durch Selektion ausgewählt. Die Passenden sind diejenigen, die mit entsprechender Ausnützung der Pausen, nicht, wie man früher angenommen hat, als Maximum achtzehn Tonnen, sondern siebenundvierzigeinhalb Tonnen verladen können. Dadurch können aber auch die Arbeiter zufriedengestellt werden; denn man erspart ungeheuer viel dabei, und man konnte dadurch den Lohn jener Arbeiter um sechzig Prozent erhöhen. Also man macht die Ausgewählten, die im Kampfe ums Dasein Passendsten, die man auf diese Weise heraus- gewählt hat durch Selektion, außerdem zu sehr zufriedenen Leuten. Aber - die Unpassenden mögen verhungern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Anfang eines Prinzips! Solche Sachen beachtet man wenig, weil man sie nicht von großen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Man muß sie aber von großen Gesichtspunkten aus beleuchten. Heute ist es noch ein bloßes Anwenden irrtümlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen auf das Menschenleben. Der Impuls bleibt. Und dann wird der Impuls angewendet auf diejenigen Dinge, die im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums als okkulte Wahrheiten kommen. Der Darwinismus enthält keine okkulten Wahrheiten; seine Anwendung würde aber schon zu großen Scheußlichkeiten führen: die Anwendung der darwinistischen Anschauung in bezug auf das unmittelbare Experimentieren mit Menschen. Wenn aber dazu okkulte Wahrheiten wirklich kommen, wie sie enthüllt werden müssen im Verlauf des fünften nachatlantischen Zeitraums, dann würde man eine ungeheure Macht über Menschen auf diese Weise gewinnen, allerdings nur dadurch, daß man die Passendsten immer auswählt. Aber man würde nicht nur die Passendsten auswählen, sondern man würde dadurch, daß man anstrebt eine gewisse okkulte Erfindung, um die Passenden immer passender und passender zu machen - dadurch würde man zu einer ungeheuren Machtausnützung kommen, die gerade entgegengesetzt wirken würde der guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Zusammenhänge, wie ich sie Ihnen jetzt dargestellt habe, wollte ich nur anführen, um Ihnen zu zeigen, wie sich die Anfänge &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zukunftsumspannender Intentionen ausnehmen und wie man diese Dinge beleuchten muß von gewissen höheren Gesichtspunkten aus. Es wird nun unsere weitere Aufgabe sein, das nächste Mal hinzuweisen auf die drei bis vier großen Wahrheiten, zu denen der fünfte nachatlantische Zeitraum kommen muß. Es wird daran gezeigt werden, wie diese Wahrheiten mißbraucht werden können, wenn sie nicht im Sinne der richtigen guten Tendenz des fünften nachatlantischen Zeitraums angewendet werden, sondern wenn vorzugsweise die Bedingungen des Doppelgängers erfüllt würden, die vertreten werden durch diejenigen Brüderschaften, die an die Stelle des Christus ein anderes Wesen setzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= INDIVIDUELLE GEISTWESEN UND EINHEITLICHER WELTENGRUND Dornach 25. November 1917 Dritter Vortrag =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute an einzelne Betrachtungen, die wir angestellt haben im Laufe der Zeit, das eine und das andere anknüpfen, um dieses oder jenes zu ergänzen. Wenn Sie aufmerksam die Zeit verfolgen, werden Sie schon ab und zu bemerken können, daß man fühlt, wie in den Gedanken, Empfindungen und Impulsen, in denen die Menschen durch lange Zeiten dasjenige gefunden haben, wodurch man es «so herrlich weit gebracht» hat, man jetzt nicht mehr das finden kann, was in die nächste Zukunft hinüberhelfen kann. Gestern ist mir von einem unserer Mitglieder eine Nummer der «Frankfurter Zeitung» vom letzten Mittwoch, 21.November 1917, in die Hand gedrückt worden. Da spricht sich ein sehr gelehrter Herr aus - es muß ein sehr gelehrter Herr sein, denn er hat vor seinem Namen nicht nur das Doktorzeichen der Philosophie, sondern auch das Doktorzeichen der Theologie, und außerdem steht noch Professor davor: also er ist Professor, Doktor der Theologie und Doktor der Philosophie, also ein sehr gescheiter Mann selbstverständlich. Er hat einen Aufsatz geschrieben, der über allerlei gegenwärtige geistige Bedürfnisse handelt. Im Verlaufe dieses Aufsatzes ist eine Stelle enthalten, die in der folgenden Weise sich ausspricht: «Das Erleben des Seins, das hinter den Dingen liegt, bedarf nicht der frommen Weihe oder der religiösen Wertung, denn es ist selbst Religion. Es handelt sich ja nicht um das Erfühlen und Erfassen eigenen individuellen Gehalts, sondern des großen Irrationalen, das hinter allem Dasein verborgen ist. Wer daran rührt, sodaß der göttliche Funke überspringt, der macht ein Erlebnis, das primären Charakter beansprucht, ‹Urerlebnis› heißen will. Dieses eint den Erlebenden mit allem, was vom gleichen Lebensstrome bewegt wird, verleiht ihm, um das Lieblingswort der neuen Zeit zu brauchen, ein kosmisches Lebensgefühl.» Verzeihen Sie, liebe Freunde, ich lese das nicht vor, um in Ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
irgendwie besonders hervorragende Vorstellungen zu erwecken für diese verwaschenen Sätze, sondern um Ihnen ein Zeitsymbolum vorzuführen: «Eine &#039;&#039;kosmische Religiosität&#039;&#039; ist unter uns im Werden, und wie stark das Verlangen nach ihr ist, zeigt das wahrnehmbare Wachstum der &#039;&#039;theosophischen&#039;&#039; Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt.» - Es ist ja schwierig, über all diese verwaschenen Begriffe hinwegzuhumpeln, aber nicht wahr, als Zeitsymbolum ist das doch eine Merkwürdigkeit. Weiter sagt er: «Es handelt sich bei dieser kosmischen Frömmigkeit nicht um eine quietistische Mystik, die mit Weltabwendung beginnt und in Kontemplation endigt, sondern um etwas, das gerade in der Brandung des Geschehens empfangen wird und immer neue Bewegtheit hervorbringt» - und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas Gescheites kann man sich bei diesen Sätzen ja nicht denken! Da aber «Professor, Dr. theol. und Dr. phil.» davorsteht, muß man es natürlich für etwas Gescheites halten, sonst würde man es für etwas halten, was stammelnd in einigen unklaren Tiraden zum Ausdruck bringt, wie der gelehrte Herr eben auf dem Pfade, den er gewandelt ist, nicht mehr weiterkommt und nun doch sich genötigt fühlt, auf etwas hinzuweisen, was auch da ist und ihm offenbar nicht ganz aussichtslos erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sollte gar nicht entzückt sein über solche Auslassungen, denn solche Auslassungen dürfen uns vor allen Dingen nicht in irgendeinen Schlaf einlullen darüber, daß nun wiederum von irgendeiner Seite jemand gemerkt hat, daß doch hinter der geisteswissenschaftlichen Bewegung etwas steckt. Das würde sogar sehr schädlich sein. Denn jene, welche solche Auslassungen machen, sind zuweilen auch dieselben, die sich bei solchen Auslassungen befriedigt fühlen, die nicht weitergehen, die eben mit solchen verwaschenen Dingen hinweisen auf etwas, was in die Welt hereintreten will und dabei gerade zu denen gehören, welche durchaus viel, viel zu bequem sind, um sich einzulassen auf das, was als ernstes Studium der Geisteswissenschaft notwendig ist und was wirklich hereinbrechen und die Menschengemüter ergreifen muß, wenn das, was mit der Wirklichkeit verbunden ist, mit dem Zeitenstrom des Werdens so verwachsen soll, daß Heilsames&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daraus entstehen kann. Es ist natürlich leichter, von «Brandung» und von «kosmischen Gefühlen» zu sprechen, als sich ernsthaft einzulassen auf jene Dinge, die - von den Zeichen der Zeit gefordert - gegenwärtig der Menschheit verkündet werden müssen. Deshalb erscheint es mir notwendig, gerade jetzt hier die Dinge zu sagen, welche in den öffentlichen Vorträgen vorgebracht worden sind und weiter vorgebracht werden, gerade mit scharfer Betonung des Unterschiedes, der besteht zwischen dem Abgelebten, nicht mehr Lebensfähigen, das in die katastrophalen Zeiten hineingeführt hat, und dem, was die Menschenseele wirklich ergreifen muß, wenn irgendein Schritt nach vorwärts gemacht werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der alten Weisheit, durch welche die Menschen eingelaufen sind in unsere Zeit, können Tausende von Kongressen abgehalten werden, Weltkongresse und Volkskongresse und was immer, es können Tausende und Tausende von Vereinen begründet werden: klar muß man sich darüber sein, daß diese Tausende von Kongressen, Tausende von Vereinen nichts bewirken werden, wenn nicht das geistige Lebensblut der Wissenschaft vom Geiste durch sie fließen wird. Dasjenige, was den Menschen heute fehlt, das ist der Mut, einzutreten in die wirkliche Erforschung der geistigen Welt. So sonderbar es klingt, es muß einmal gesagt werden, es brauchte nichts anderes zum Beispiel zunächst als einen nächsten Schritt: die kleine Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» in weitesten Kreisen zu verbreiten, und es würde etwas anderes damit getan sein im Hervorrufen des Wissens eines Zusammenhanges des Menschen mit der kosmischen Ordnung. Auf dieses Wissen ist gerade in dieser kleinen Broschüre «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» aufmerksam gemacht; im Konkreten ist darauf aufmerksam gemacht, wie die Erde alljährlich ihre Bewußtseinszustände ändert und dergleichen. Gerade das, was in diesem Vortrage und in dieser Broschüre gesagt wird, ist mit vollem Bedacht gesagt mit Bezug auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Das aufzunehmen, würde mehr bedeuten, als alles Wischiwaschi reden von kosmischem Gefühl und vom Inlaufen in irgendeine «Brandung», oder was weiß ich, ich habe Ihnen ja gerade diese Dinge vorgelesen; zu wiederholen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie mir nicht möglich, weil sie zu sinnlos sind in ihrer Formulierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hindert selbstverständlich nicht, aufmerksam zu sein auf diese Dinge, denn sie sind wichtig und wesentlich. Worauf ich aufmerksam machen will, ist, daß wir uns nicht selber benebeln sollen, daß wir klar sein müssen, daß äußerste Klarheit notwendig ist, wenn wir wirken wollen für die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal will ich darauf hinweisen, daß der Menschheit bevorsteht in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum, hineinzukommen in eine besondere Behandlung großer Lebensfragen, die in einer gewissen Weise verdunkelt gewesen sind durch die Weisheit der bisherigen Zeit. Ich habe schon auf sie hingewiesen. Die eine große Lebensfrage kann damit bezeichnet werden, daß man sagt: Es soll versucht werden, das Geistig-Ätherische in den Dienst des äußeren praktischen Lebens zu stellen. - Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht, daß der fünfte nachatlantische Zeitraum das Problem wird lösen müssen, wie menschliche Stimmungen, die Bewegung menschlicher Stimmungen sich in Wellenbewegung auf Maschinen übertragen lassen, wie der Mensch in Zusammenhang gebracht werden muß mit dem, was immer mechanischer und mechanischer werden muß. Ich habe deshalb heute vor acht Tagen hier darauf aufmerksam gemacht, in welcher äußerlichen Weise von einem gewissen Teil unserer Erdoberfläche diese Mechanisierung genommen wird. Ich habe Ihnen ein Beispiel vorgeführt, wie aus amerikanischer Denkweise heraus versucht wird, das Maschinelle über das Menschenleben selber auszudehnen. Ich habe dieses Beispiel angeführt von den Pausen, die man ausnützen will, so daß, statt viel weniger Tonnen, bis gegen fünfzig Tonnen verladen werden können von einer Anzahl Arbeitern: man braucht nur das Darwinsche Selektionsprinzip wirklich ins Leben einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An solchen Stellen ist der Wille dazu vorhanden, die Menschenkraft zusammenzuspannen mit Maschinenkraft. Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müßte. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden nicht ausbleiben, sie werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|219}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. Darum handelt es sich. Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. Denn das Was liegt einfach im Sinne der Erdenentwickelung. Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe vollbedacht öfter jetzt darauf aufmerksam gemacht, auch in öffentlichen Vorträgen, daß das Bewußtsein des Menschen zusammenhängt mit abbauenden Kräften. Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Basel gesagt: In unser Nervensystem hinein er- sterben wir. - Diese Kräfte, diese ersterbenden Kräfte, sie werden immer mächtiger und mächtiger werden. Und es wird die Verbindung hergestellt werden zwischen den im Menschen ersterbenden Kräften, die verwandt sind mit elektrischen, magnetischen Kräften und den äußeren Maschinenkräften. Der Mensch wird gewissermaßen seine Intentionen, seine Gedanken hineinleiten können in die Maschinenkräfte. Noch unentdeckte Kräfte in der Menschennatur werden entdeckt werden, solche Kräfte, welche auf die äußeren elektrischen und magnetischen Kräfte wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das eine Problem: das Zusammenführen des Menschen mit dem Mechanismus, das immer mehr und mehr um sich greifen muß in der Zukunft. Das andere Problem liegt in demjenigen, was die geistigen Verhältnisse zu Hilfe rufen wird. Das kann aber nur gemacht werden, wenn die Zeit reif ist, und wenn eine genügende Anzahl Menschen dazu in der richtigen Weise vorbereitet ist. Aber kommen muß es, daß die geistigen Kräfte mobil gemacht werden für die Beherrschung des Lebens in bezug auf Krankheit und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizin wird vergeistigt werden, sehr, sehr vergeistigt werden. Von allen solchen Dingen werden von gewissen Seiten her Karikaturen geschaffen; aber die Karikaturen zeigen nur, was da wirklich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kommen muß. Wieder handelt es sich darum, daß dieses Problem von jener Seite her, auf die ich bei dem andern Problem hingewiesen habe, in Angriff genommen werden soll in einer äußeren egoistischen oder gruppenegoistischen Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte ist: die Menschengedanken einzuführen in das Werden des Menschengeschlechtes selber in Geburt und Erzeugung. Ich habe darauf hingewiesen, wie ja auch schon darüber Kongresse gehalten worden sind, wie man sogar eine materialistische Ausgestaltung der Wissenschaft von der Zeugung und von der Zusammenspannung von Mann und Weib in der Zukunft begründen will. Diese Dinge alle weisen uns hin auf Bedeutsamstes, das im Werden begriffen ist. Billig ist es heute noch, zu sagen: Wie kommt es, daß diejenigen, die im richtigen Sinne von diesen Dingen wissen, sie nicht anwenden? Man wird sich zukünftig schon überzeugen, was es mit dieser Anwendung für eine Bewandtnis hat, und welche hindernden Kräfte gegenwärtig noch am Werke sind, um zum Beispiel in ausgiebigerem Maße eine spiritualisierte Medizin zu begründen oder eine spiritualisierte Volkswirtschaft. Heute kann nicht mehr geleistet werden, als daß von diesen Dingen geredet wird, bis die Menschen sie genügend verstanden haben werden, jene Menschen, die geneigt sind, sie in selbstlosem Sinne aufzunehmen. Das glauben heute viele schon, daß sie das können; allein das zu können, verhindern eben heute noch viele Lebensfaktoren, die nur in der richtigen Weise überwunden werden können, wenn zunächst ein immer tieferes und tieferes Verständnis Platz greift, und wenn gerade verzichtet wird, eine Zeitlang wenigstens, auf die unmittelbar praktische Anwendung in größerem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge haben sich alle so entwickelt, daß man sagen kann: Von dem, was eigentlich bis in das 14., 15. Jahrhundert herein gesteckt hat hinter der alten atavistischen Bestrebung, hat sich wenig erhalten. Man spricht heute viel von alter Alchimie; man erinnert sich auch zuweilen an den Vorgang der Homunkulus-Erzeugung und so weiter. Was darüber gesprochen wird, ist zumeist unzutreffend. Wird man einmal dasjenige verstehen, was in Anlehnung an die Homunkulus-Szene bei Goethe gesagt werden kann, so wird man über diese Dinge besser belehrt sein; denn das Wesentliche ist, daß vom 16. Jahrhundert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|221}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an über diese Dinge Nebel verbreitet worden sind; sie sind im Menschheitsbewußtsein zurückgetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesetz, das in diesen Dingen waltet, ist durchaus dasselbe Gesetz, welches beim Menschen auch bestimmt den rhythmischen Wechsel von Wachen und Schlafen. Sowenig sich der Mensch über den Schlaf hinwegsetzen kann, so wenig konnte sich die Menschheit in bezug auf das spirituelle Werden jenem Verschlafen der spirituellen Wissenschaft verschließen, welches die Jahrhunderte seit dem 16. Jahrhundert auszeichnet. Es mußte einmal die Menschheit verschlafen das Spirituelle, damit es wieder auftreten kann in anderer Form. Solche Notwendigkeiten muß man eben einsehen. Aber man muß sich von ihnen auch nicht niederdrücken lassen. Man muß deshalb doch sich klar sein darüber, daß nun die Zeit des Erwachens gekommen ist, und daß man an dem Erwachen mitzutun hat, daß die Ereignisse dem Wissen vielfach voraneilen und daß man die Ereignisse, die um uns herum geschehen, nicht verstehen wird, wenn man nicht zum Wissen sich bequemen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie nun wiederholt darauf hingewiesen, daß gewisse Gruppen von egoistisch okkult Strebenden am Werke sind, welche eben in der Richtung wirken, die ich ja in diesen Betrachtungen wiederholt angedeutet habe. Zunächst war notwendig, daß ein gewisses Wissen innerhalb der Menschheit zurücktrat - ein Wissen, das heute bezeichnet wird mit den unverstandenen Worten, wie Alchimie, Astrologie und so weiter -, daß ein gewisses Wissen zurücktrat, verschlafen wurde, damit der Mensch nicht mehr die MÖglichkeit habe, Seelisches herauszuziehen aus der Naturbetrachtung, damit er mehr auf sich selber hingewiesen werde. Und damit er die Kräfte in seinem Innern erweckte, dazu war notwendig, daß zunächst gewisse Dinge in abstrakter Form zutage traten, die wieder konkrete geistige Gestalt annehmen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Ideen haben sich allmählich herausgebildet im Laufe des Werdens der letzten Jahrhunderte, die eigentlich so, wie sie unter die Menschen getreten sind, abstrakte Ideen sind. &#039;&#039;Kant&#039;&#039; hat sie falsch benannt, &#039;&#039;Goethe&#039;&#039; hat sie richtig benannt. Diese drei Ideen, Kant hat sie genannt: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit; Goethe hat sie richtig genannt: Gott, Tugend und Unsterblichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wenn man auf die Dinge sieht, welche hinter diesen drei Worten stecken, so sind es durchaus dieselben, die der heutige Mensch mehr abstrakt ins Auge faßt und die bis ins 14., 15. Jahrhundert mehr konkret, aber im alten atavistischen Sinne auch mehr materiell gemeint waren. Man experimentierte in der alten Art; man versuchte ja dazumal im alchimistischen Experiment solche Vorgänge zu beobachten, welche das Wirken Gottes im Vorgang zeigten. Man versuchte, den Stein der Weisen zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter all diesen Dingen steckt etwas Konkretes. Dieser Stein der Weisen sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, tugendhaft zu werden, aber es war mehr materiell gedacht. Er sollte den Menschen auch dazu führen, Unsterblichkeit zu erleben, sich in eine gewisse Beziehung zu setzen zum Weltenall, auf daß er in sich erlebe, was über Geburt und Tod hinausgeht. All die verwaschenen Ideen, mit denen man heute diese alten Dinge zu begreifen sucht, decken sich nicht mehr mit dem, was damals gewollt war. Die Dinge sind eben abstrakt geworden, und die moderne Menschheit hat von abstrakten Ideen gesprochen. Gott hat sie verstehen wollen durch die abstrakte Theologie; Tugend auch als etwas nur Abstraktes. Je abstrakter, desto lieber ist es der modernen Menschheit, von diesen Dingen zu sprechen; ebenso Unsterblichkeit. Man spekulierte über das, was im Menschen unsterblich sein könne. Ich habe im ersten Basler Vortrag davon gesprochen, daß diejenige Wissenschaft, die sich als philosophische heute mit solchen Fragen wie die der Unsterblichkeit befaßt, eine verhungerte Wissenschaft ist, eine unterernährte Wissenschaft. Das ist nur eine andere Form des Ausdrucks für die Abstraktheit, in der solche Sachen angestrebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber in gewissen Brüderschaften des Westens hat man sich noch den Zusammenhang gewahrt mit den alten Überlieferungen und versucht, ihn in der entsprechenden Weise anzuwenden, ihn in den Dienst eines gewissen Gruppenegoismus zu stellen. Es ist schon notwendig, einmal auf diese Dinge hinzuweisen. Natürlich, wenn von dieser Ecke des Westens her in der öffentlichen exoterischen Literatur davon gesprochen wird, dann wird auch von Gott, Tugend oder Freiheit und Unsterblichkeit im abstrakten Sinne geredet. Allein in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
den Eingeweihtenkreisen weiß man, daß das alles nur Spekulation ist, daß dies alles Abstraktionen sind. Für sich selber sucht man dasjenige, was mit den abstrakten Formeln Gott, Tugend und Unsterblichkeit angestrebt wird, in etwas viel Konkreterem. Und daher übersetzt man in den entsprechenden Schulen diese Worte für die Eingeweihten. Gott übersetzt man mit Gold und sucht hinter das Geheimnis zu kommen, welches man bezeichnen kann als das Geheimnis des Goldes. Denn Gold, der Repräsentant des Sonnenhaften innerhalb der Erdenkruste selber, Gold ist in der Tat etwas, was ein bedeutsames Geheimnis in sich einschließt. Gold steht materiell in der Tat in einem solchen Verhältnis zu den andern Stoffen, wie in den Gedanken der Gedanke von Gott zu den andern Gedanken steht. Es handelt sich nur darum, wie dieses Geheimnis aufgefaßt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und zusammen hängt das mit der gruppenegoistischen Ausnützung des Mysteriums der Geburt. Man strebt darnach, hier wirkliches kosmisches Verständnis zu erringen. Dieses kosmische Verständnis hat ja der Mensch der neueren Zeit ganz und gar durch ein tellurisches Verständnis ersetzt. Wenn der Mensch heute untersuchen will, wie sich zum Beispiel der Lebenskeim der Tiere oder Menschen entwickelt, dann untersucht er mit dem Mikroskop dasjenige, was gerade an dem Orte der Erde vorhanden ist, auf den er seinen mikroskopierenden Blick richtet; das betrachtet er als das, was man untersuchen soll. Aber es kann sich nicht darum handeln. Man wird dahinter- kommen - und gewisse Kreise sind nahe daran, dahinterzukommen -, daß was als Kräfte wirkt, nicht in dem darinnen steckt, worauf man den mikroskopierenden Blick richtet, sondern daß dies vom Kosmos hereinkommt, von der Konstellation im Kosmos. Wenn ein Lebenskeim entstebt, so entsteht er dadurch, daß in das Lebewesen, in welchem der Lebenskeim sich ausbildet, Kräfte von allen Seiten des Kosmos her wirken, kosmische Kräfte. Und wenn eine Befruchtung geschieht, handelt es sich bei dem, was aus der Befruchtung wird, darum, welche kosmischen Kräfte bei der Befruchtung tätig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines wird man einsehen, was man heute noch nicht einsieht. Heute denkt man, da ist irgendein Lebewesen, sagen wir ein Huhn. Wenn in diesem Lebewesen ein neuer Lebenskeim entsteht, so untersucht &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gewissermaßen der Biologe, wie gleichsam aus diesem Huhn das Ei herauswächst. Die Kräfte untersucht er, die aus dem Huhn selber das Ei wachsen lassen sollen. Ein Unsinn ist dieses. Aus dem Huhn wächst gar nicht das Ei heraus, das Huhn ist nur die Unterlage; aus dem Kosmos herein wirken die Kräfte, die auf dem Boden, der im Huhn bereitet ist, das Ei erzeugen. Was der mikroskopierende Biologe heute unter seinem Mikroskop sieht, davon glaubt er, daß da, wo sein mikroskopisches Feld ist, auch die Kräfte sind, auf die es ankommt. Was er da sieht, hängt aber von den Sternenkräften ab, die in einem Punkte in einer gewissen Konstellation zusammenwirken. Und wenn man hier das Kosmische entdeckt, wird man erst die Wahrheit, die Wirklichkeit entdecken: das Weltenall ist es, das in das Huhn hinein das Ei zaubert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 224&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All dieses hängt aber vor allen Dingen zusammen mit dem Geheimnis der Sonne, und irdisch betrachtet mit dem Geheimnis des Goldes. Ich mache heute, ich möchte sagen, eine Art programmatischer Andeutung; im Laufe der Zeit werden uns diese Dinge schon viel klarer werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tugend nennt man in denselben Schulen, von denen da die Rede ist, nicht Tugend, sondern man nennt sie einfach Gesundheit und strebt danach, diejenigen kosmischen Konstellationen kennenzulernen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche mit der Gesundung und Erkrankung des Menschen in einem Zusammenhang stehen. Dadurch, daß man die kosmischen Konstellationen kennenlernt, lernt man aber die einzelnen Stoffe, die in der Erdoberfläche sind, die Säfte und so weiter kennen, die wiederum mit dem Gesund- und Kranksein zusammenhängen. Immer mehr wird von einer gewissen Seite her eine mehr materielle Form der Gesundheitswissenschaft ausgebildet werden, die aber auf spiritualistischer Grundlage ruhen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und verbreitet soll werden von dieser Seite her die Auffassung, daß nicht in dem abstrakten Lernen von allerlei ethischen Prinzipien das liegt, wodurch der Mensch gut werden kann, sondern daß der Mensch gut werden kann dadurch, daß er, sagen wir, unter einer gewissen Sternkonstellation Kupfer oder unter einer andern Sternkonstellation Arsenik einnimmt. Sie können sich denken, wie von gruppenegoistisch gesinnten Menschen diese Dinge im Sinne des Machtprinzipes ausgenützt werden können! Man braucht nur dieses Wissen vorzuenthalten den andern, die dann nicht daran teilnehmen können, und man hat das beste Mittel, große Massen von Menschen zu beherrschen. Man braucht ja über diese Dinge gar nicht zu reden, sondern man braucht nur zum Beispiel irgendeine neue Leckerei aufzubringen. Dann kann man für diese neue Leckerei, die aber in entsprechender Weise tingiert ist, die Absatzströmungen suchen, und man kann das Nötige veranlassen, wenn man diese Dinge materialistisch auffaßt. Man muß sich nur klar sein darüber, daß in allem Materiellen geistige Wirksamkeiten stecken. Nur derjenige, der da weiß, daß es eigentlich im wahren Sinn gar nichts Materielles gibt, sondern nur Geistiges, der kommt hinter die Geheimnisse des Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso handelt es sich darum, von dieser Seite das Problem der Unsterblichkeit in materialistisches Fahrwasser zu bringen. Dieses Problem der Unsterblichkeit kann auf ebensolche Weise, durch Ausnützung der kosmischen Konstellation, in materialistisches Fahrwasser gebracht werden. Dann erreicht man zwar nicht das, was vielfach unter Unsterblichkeit erspekuliert wird, aber man erreicht eine andere Unsterblichkeit: Man hat irgendeine Bruderloge - man bereitet sich vor, solange es noch nicht geht, auf den physischen Leib &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einzuwirken, um dadurch das Leben künstlich zu verlängern -, man bereitet sich vor, mit seiner Seele solche Dinge durchzumachen, die einen befähigen, auch nach dem Tode in der Bruderloge drinnen zu sein, dort mitzuhelfen mit den Kräften, die einem dann zur Verfügung stehen. Unsterblichkeit wird in diesen Kreisen daher einfach Lebensverlängerung genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von all diesen Dingen sehen Sie ja äußere Zeichen. Ich weiß nicht, ob einige unter Ihnen das Buch bemerkt haben, das eine Zeitlang etwas Aufsehen erregt hat, das auch vom Westen herübergekommen ist und den Titel führt «Der Unfug des Sterbens». Diese Dinge laufen alle in jener Richtung. Sie sind erst am Anfange, denn dasjenige, was weiter ist als der Anfang, das wird heute noch sehr für den Gruppenegoismus bewahrt, sehr esoterisch gehalten. Aber diese Dinge sind tatsächlich möglich, wenn man sie ins materialistische Fahrwasser bringt, wenn man die abstrakten Ideen von Gott, Tugend und Unsterblichkeit zu den konkreten Ideen macht von Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung, wenn man im gruppenegoistischen Sinne das ausnützt, was ich als die großen Probleme der fünften nachatlantischen Zeit Ihnen vorgeführt habe. Dasjenige, was verwaschen der Professor Dr. theol., Dr. phil. «kosmisches Gefühl» nennt, das wird von vielen schon - und leider auch von vielen im egoistischen Sinne - als kosmische Erkenntnis an den Menschen herangebracht. Während die Wissenschaft durch Jahrhunderte hindurch nur auf das, was auf der Erde nebeneinander wirkt, geschaut hat, sich entäußert hat alles Aufblickens zu dem, was als das Wichtigste im Geschehen von Außerirdischem, Außertellurischem herankommt, wird gerade in der fünften nachatlantischen Zeit das Ausnützen der Kräfte in Betracht kommen, die aus dem Kosmos hereindringen. Und ebenso wie es jetzt für den regulären Professor der Biologie von besonderer Wichtigkeit ist, ein möglichst gut vergrößerndes Mikroskop zu haben, möglichst treffende Laboratoriumsmethoden und so weiter, so wird es in der Zukunft, wenn die Wissenschaft sich spititualisiert haben wird, sich darum handeln, ob man gewisse Prozesse am Morgen oder am Abend vollführt oder am Mittag; ob man das, was man am Morgen gemacht hat, von dem Einwirken des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abends irgendwie weiter beeinflussen läßt, oder den kosmischen Einfluß vom Morgen bis zum Abend ausschließt, paralysiert. Solche Prozesse werden sich in der Zukunft notwendig erweisen, werden sich auch abspielen. Natürlich wird noch manches Wasser den Rhein hinabrinnen, bis ausgeliefert werden an Geisteswissenschafter die rein materialistisch gearteten Katheder und Laboratotien und so weiter; aber ersetzt müssen sie werden, wenn die Menschheit nicht ganz in die Dekadenz kommen will, ersetzt müssen sie werden, diese Laboratorienarbeiten, durch solche Arbeiten, welche zum Beispiel, wenn es sich handelt um das Gute, das erreicht werden soll in der nächsten Zeit, so vollzogen werden, daß gewisse Prozesse am Morgen stattfinden, unterbrochen werden den Tag über, und daß dann der kosmische Strom durch sie wiederum durchgeht am Abend, und rhythmisch das aufbewahrt wird wiederum bis zum Morgen. So daß die Prozesse in der Art verlaufen, daß immer unterbrochen werden gewisse kosmische Wirkungen während des Tages und der kosmische Morgen- und Abendprozeß hereingeleitet wird. Dazu werden mannigfaltige Veranstaltungen nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daraus schon entnehmen, daß, wenn man nicbt in der Lage ist, öffentlich mitzuwirken an dem, was geschieht, man über diese Dinge nur sprechen kann. Aber von derselben Seite her, die Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung an die Stelle von Gott, Tugend und Unsterblichkeit setzen will, von derselben Seite her wird angestrebt, nicht mit den Morgen- und Abendprozessen zu wirken, sondern mit ganz andern. Und ich habe Sie das letzte Mal darauf aufmerksam gemacht, daß auf der einen Seite der Impuls des Mysteriums von Golgatha aus der Welt entfernt werden soll, indem man vom Westen her den andern Impuls, eine Art Antichrist, einführt; daß von Osten her der Christus-Impuls so, wie er im 20. Jahrhundert hervortritt, dadurch paralysiert werden soll, daß man die Aufmerksamkeit, das Interesse gerade ablenkt von dem ätherisch kommenden Christus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Seite, wo man gewissermaßen den Antichrist wird als den Christus einführen wollen, wird angestrebt, auszunützen dasjenige, was insbesondere durch die materiellsten Kräfte wirken kann, aber &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die materielisten Kräfte eben geistig wirkt. Vor allen Dingen wird von dieser Seite angestrebt, Elektrizität, und namentlich Erdmagnetismus auszunützen, um Wirkungen hervorzubringen über die ganze Erde hin. Ich habe Ihnen ja gezeigt, wie in dem, was ich den menschlichen Doppelgänger genannt habe, aufsteigen die Erdenkräfte. Hinter dieses Geheimnis wird man kommen. Es wird ein amerikanisches Geheimnis sein, den Erdmagnetismus in seiner Doppelheit, im Nord- und Südmagnetismus zu verwenden, um dirigierende Kräfte über die Erde hinzusenden, die geistig wirken. Sehen Sie sich die magnetische Karte der Erde an, und vergleichen Sie einmal die magnetische Karte mit dem, was ich jetzt sage: den Verlauf der magnetischen Linnie, wo die Magnetnadel nach Osten und Westen ausschlägt und wo sie gar nicht ausschlägt. Ich kann über diese Dinge nicht mehr als Andeutungen zunächst geben: Von einer gewissen Himmelsrichtung her wirken fortwährend geistige Wesenheiten; man braucht nur diese geistigen Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins zu stellen, so wird man - weil diese geistigen, vom Kosmos hereinwirkenden Wesenheiten das Geheimnis des Erdmagnetismus vermitteln können - hinter dieses Geheimnis des Erdmagnetismus kommen und mit Bezug auf die drei Dinge Gold, Gesundheit, Lebensverlängerung sehr bedeutsames Gruppenegoistisches wirken können. Es wird sich eben darum handeln, den zweifelhaften Mut zu diesen Dingen aufzubringen. Den wird man innerhalb gewisser Kreise schon aufbringen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von östlicher Seite her wird es sich darum handeln, das zu verstärken, was ich schon auseinandergesetzt habe, indem man wiederum von der entgegengesetzten Seite des Kosmos die einströmenden, die einwirkenden Wesenheiten in den Dienst des Erdendaseins stellt. Ein großer Kampf wird entstehen in der Zukunft. Auf das Kosmische wird die menschliche Wissenschaft gehen; aber in verschiedener Weise wird die menschliche Wissenschaft aufs Kosmische zu gehen versuchen. Es wird die Aufgabe der guten, der heilsamen Wissenschaft sein, gewisse kosmische Kräfte zu finden, welche durch das Zusammenwirken zweier kosmischer Richtungsströmungen auf der Erde entstehen können. Diese zwei kosmischen Richtungsströmungen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden sein: Fische-Jungfrau. Vor allen Dingen wird das Geheimnis zu entdecken sein, wie dasjenige, was aus dem Kosmos in der Richtung von den Fischen her als Sonnenkraft wirkt, sich verbindet mit dem, was in der Richtung von der Jungfrau her wirkt. Das wird das Gute sein, daß man entdecken wird, wie von zwei Seiten des Kosmos her, Morgen- und Abendkräfte, in den Dienst der Menschneit gestellt werden können; auf der einen Seite von seitens der Fische, auf der andern Seite von seiten der Jungfrau her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 229&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Kräfte wird man sich nicht kümmern da, wo man versuchen wird, alles zu erreichen durch den Dualismus der Polarität, durch positive und negative Kräfte. Die spirituellen Geheimnisse, welche auf der Erde - mit Hilfe der zwiefachen Kräfte des Magnetismus, dem positiven und negativen - Geistiges durchströmen lassen können von Kosmischem, die kommen im Weltenall aus den Zwillingen her; das sind Mittagskräfte. Schon im Altertum hat man gewußt, daß es sich da um Kosmisches handelt, und es ist ja auch heute exoterisch den Wissenschaftern bekannt, daß hinter den Zwillingen im Tierkreise in irgendeiner Weise positiver und negativer Magnetismus steckt. Da wird es sich dann darum handeln, dasjenige zu paralysieren,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was durch die Offenbarung der Zweiheit aus dem Kosmos gewonnen werden soll, das zu paralysieren auf materialistischegoistische Weise durch die Kräfte, die insbesondere von den Zwillingen her der Menschheit zuströmen und ganz und gar in den Dienst des Doppelgängers gestellt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei andern Brüderschaften wiederum, die vor allen Dingen an dem Mysterium von Golgatha vorbeigehen wollen, wird es sich darum handeln, die zwiefache Menschennatur auszunutzen; diese zwiefache Menschennatur, die, so wie der Mensch in die fünfte nachatlantische Zeit hereingezogen ist, enthält auf der einen Seite den Menschen, aber in dem Menschen die niedere Tiernatur. Der Mensch ist ja gewissermaßen wirklich ein Kentaur: er enthält die niedere Tiernatur», er enthält die Menschheit gewissermaßen nur auf diese Tiernatur aufgesetzt. Durch dieses Zusammenwirken der Zwienatur im Menschen gibt es auch einen Dualismus von Kräften. Das ist jener Dualismus von Kräften, der mehr nach der östlichen, indischen Seite hin von gewissen egoistischen Brüderschaften benutzt werden wird, um auch den europäischen Osten zu verführen, welcher die Aufgabe hat, den sechsten nachatlantischen Zeitraum vorzubereiten. Und der verwendet die Kräfte, welche vom Schützen her wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kosmische für die Menschheit zu erobern in zwiefach unrechter Weise oder in einfach richtiger Weise, das ist dasjenige, was der Menschheit bevorsteht. Das wird eine wirkliche Erneuerung für das Astrologische geben, das in der alten Form ein Atavistisches war und in dieser alten Form nicht fortbestehen kann. Bekämpfen werden sich die Wissenden des Kosmos, indem die einen die Morgen- und Abendprozesse in Anwendung bringen in der Weise, wie ich es schon angedeutet habe; im Westen vorzugsweise die Mittagsprozesse mit Ausschaltung der Morgen- und Abendprozesse, und im Osten die Mittelnachtsprozesse. Man wird nicht mehr bloß nach den chemischen Anziehungs- und Abstoßungskräften Substanzen herstellen, sondern man wird wissen, daß eine andere Substanz entsteht, je nachdem ob man sie mit Morgen- und Abendprozessen oder mit Mittags- oder Mitternachtsprozessen herstellt. Man wird wissen, daß solche Stoffe in einer ganz andern Weise auf die Dreigliedrigkeit: Gott, Tugend &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Unsterblichkeit - Gold, Gesundheit und Lebensverlängerung wirken. Aus dem Zusammenwirken dessen, was von den Fischen und von der Jungfrau kommt, wird man nichts Unrechtes zuwege bringen können; da wird man dasjenige erreichen, was zwar den Mechanismus des Lebens in einem gewissen Sinne von den Menschen loslösen wird, aber keinerlei Herrschaft und Macht einer Gruppe über die andere begründen kann. Die kosmischen Kräfte, die von dieser Seite geholt werden, die werden merkwürdige Maschinen erzeugen, aber nur solche, die dem Menschen die Arbeit abnehmen werden, weil sie selber in sich eine gewisse Intelligenzkraft tragen werden. Und eine selber auf das Kosmische gehende spirituelle Wissenschaft wird dafür zu sorgen haben, daß alle die großen Versuchungen, die von diesen Maschinentieren, die der Mensch selber hervorbtingt, ausgehen werden, auf den Menschen keinen schädlichen Einfluß ausüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu alledem muß aber gesagt werden: Notwendig ist, daß die Menschen sich vorbereiten dadurch, daß sie Wirklichkeiten nicht mehr für Illusionen nehmen, daß sie wirklich eintreten in eine spirituelle Auffassung der Welt, in ein spirituelles Begreifen der Welt. Die Dinge sehen, wie sie sind, darauf kommt vieles an! Man kann sie aber nur sehen, wie sie sind, wenn man in der Lage ist, die Begriffe, die Ideen, die aus der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft kommen, auf die Wirklichkeit anzuwenden. In hohem Maße werden für den Rest des Erdendaseins gerade die Toten mitwirken. &#039;&#039;Wie&#039;&#039; sie mitwirken, darum wird es sich handeln. Vor allen Dingen wird der große Unterschied hervortreten, daß durch das Verhalten der Menschen auf Erden die Mitwirkung der Toten auf der einen, der guten Seite, in eine solche Richtung gelenkt wird, daß diese Toten dann wirken können da, wo der Impuls zum Wirken von ihnen selber ausgeht, wo er aus der spirituellen Welt genommen wird, die der Tote Post mortem erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen werden viele Bestrebungen auftreten, welche die Toten in künstlicher Weise in das menschliche Dasein hereinführen. Und auf dem Umweg durch die Zwillinge werden in das Menschenleben Tote hereingeführt werden, wodurch in einer ganz bestimmten Weise die menschlichen Vibrationen fortklingen, fortvibtieren werden in den &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mechanischen Verrichtungen der Maschine. Der Kosmos wird die Maschinen bewegen auf jenem Umwege, den ich eben angedeutet habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommt es eben darauf an, daß man nicht Ungehötiges verwendet, wenn diese Problemen eintreten, sondern nur dasjenige verwendet, was elementare Kräfte sind, die ohnedies zur Natur gehören; daß man darauf verzichtet, ungehörige Kräfte in das maschinelle Leben einzuführen. Man wird auf okkultem Gebiete darauf verzichten müssen, den Menschen selbst in das mechanische Triebwerk auf eine solche Weise einzuspannen, daß die darwinistische Selektionstheorie für die Bestimmung der Arbeitskraft des Menschen so ausgenutzt wird, wie ich es Ihnen das letzte Mal in einem Beispiel angeführt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mache alle diese Andeutungen, die ja natürlich in so kurzer Zeit die Sache nicht erschöpfen können, aus dem Grunde, weil ich mir denke, daß Sie über diese Dinge weiter noch meditieren werden, daß Sie versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Ihren eigenen Lebenserfahrungen und diesen Dingen, vor allem denjenigen Lebenserfahrungen, die gerade heute in dieser schweren Zeit gewonnen werden können. Sie werden sehen, wie viele Dinge sich Ihnen aufklären, wenn Sie sie mit dem Lichte betrachten, das Ihnen von solchen Ideen kommen kann. Denn wirklich, in unserer Zeit handelt es sich nicht darum, daß die Kräfte und die Kräftekonstellationen einander gegenüberstehen, von denen man im äußeren exoterischen Leben immer wieder spricht, sondern es handelt sich um ganz andere Dinge. Es handelt sich darum, daß in der Tat gegenwärtig eine Art Schleier gebreitet werden soll über die wahren Impulse, um die es sich handelt. Es sind ja durchaus gewisse Menschenkräfte daran, für sich etwas zu retten. Was denn zu retten? Gewisse Menschenkräfte sind daran, die Impulse, die bis zur Französischen Revolution berechtigte Impulse waren und von gewissen okkulten Schulen auch vertreten worden sind, jetzt in ahrimanisch-luziferischer Zurückhaltung zu vertreten; sie so zu vertreten, um eine solche gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie die Menschheit glaubt, sie überwunden zu haben seit dem Ende des 18. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptsächlich stehen die zwei Mächte einander gegenüber: die Vertreter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Prinzips, das mit dem Ende des 18. Jahrhunderts überwunden war, und die Vertreter der neuen Zeit. Instinktiv sind selbstverständlich eine große Anzahl von Menschen Vertreter der Impulse der neuen Zeit. Daher müssen diejenigen, die Vertreter der alten Impulse, noch des 18., 17., 16. Jahrhunderts sein sollen, durch künstliche Mittel eingespannt werden in die Kräfte, die von gewissen gruppenegoistisch wirkenden Brüderschaften ausgehen. Das wirksamste Prinzip in der neueren Zeit, um die Macht auszudehnen über so viel Menschen als man braucht, ist das wirtschaftliche Prinzip, das Prinzip der wirtschaftlichen Abhängigkeit. Aber diese ist nur das Werkzeug. Um was es sich handelt, das ist etwas ganz anderes. Um was es sich handelt, das ist eben, was Sie entnehmen können aus all den Andeutungen, die ich gemacht habe. Das wirtschaftliche Prinzip ist mit alldem verbunden, um eine große Anzahl von Menschen über die Erde hin gewissermaßen zum Heer für diese Prinzipien zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind die Dinge, die einander gegenüberstehen. Da wird hingewiesen auf das, was eigentlich gegenwärtig in der Welt kämpft: im Westen verankertes Prinzip des 18., 17., 16. Jahrhunderts, welches sich dadurch unbemerkbar macht, daß es sich gerade umkleidet mit den Phrasen der Revolution, mit den Phrasen der Demokratie, das diese Maske annimmt und die Bestrebung hat, auf diesem Wege möglichst, viel Macht zu erlangen. Günstig ist für diese Bestrebungen, wenn möglichst viele Menschen nicht darnach trachten, die Dinge anzusehen, wie sie sind, und sich auf diesem Gebiete immer wieder und wieder von der Maja einlullen zu lassen, von jener Maja, welche man etwa mit den Worten aussprechen kann, es gäbe heute einen Krieg zwischen der Entente und den Mittelmächten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den gibt es ja gar nicht in Wirklichkeit, sondern um ganz andere Dinge handelt es sich, die hinter dieser Maja stehen als die wahren Wirklichkeiten. Das letztere, Kampf der Entente mit den Mittelmächten, ist ja nur die Maja, ist ja nur die Illusion. Dasjenige, was im Kampfe miteinander steht, darauf kommt man, wenn man hinter die Dinge blickt, aber sie sich in einer solchen Weise beleuchtet, wie ich es eben aus gewissen Gründen nur andeute. Man muß wenigstens für sich darnach trachten, nicht Illusionen für Wirklichkeiten zu nehmen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|234}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann wird schon nach und nach die Illusion, sofern sie aufgelöst werden muß, aufgelöst werden. Man muß vor allen Dingen heute sich bestreben, die Dinge so anzusehen, wie sie dem unbefangenen wirklichen Sinn sich darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie all das zusammen, was ich so entwickelt habe, dann wird Ihnen selbst eine nebensächliche Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe, nicht als nebensächlich erscheinen. Wenn ich einmal gesagt habe, eine gewisse Bemerkung, die der Mephistopheles dem Faust gegenüber macht: «Ich sehe, daß du den Teufel kennst», die wurde er dem Woodrow wilson gegenüber sicher nicht machen -,so ist das keine nebensächliche Bemerkung; das ist etwas, was schon die Situation erhellen soll! Diese Dinge muß man wirklich ohne Sympathie und Antipathie betrachten, muß sie objektiv betrachten können. Man muß vor allen Dingen heute nachdenken können, was Konstellationen bedeuten bei irgend etwas, das wirkt, und was Eigenkraft bedeutet; denn hinter dieser Eigenkraft liegt oftmals etwas ganz anderes, als was hinter der bloßen Konstellation liegt. Nehmen Sie einmal ganz unbefangen das Problem auf, wieviel das Gehirn Woodrow Wilsons wert wäre, wenn dieses Gehirn nicht auf dem Präsidentenstuhl der nordametikanischen Union säße? Nehmen Sie einmal an, dieses Gehirn wäre in einer andern Konstellation drinnen: da wurde es seine Eigenkraft zeigen! Auf die Konstellation kommt es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt durchaus, wenn ich es jetzt abstrakt und radikal sagen soll, selbstverständlich nicht etwa, um den eben angeführten Fall zu charakterisieren - das wurde mir in einem so neutralen Lande nicht einfallen, aber unabhängig davon gibt es durchaus eine sehr wichtige Einsicht -, wenn man sich bei einem Gehirn zum Beispiel die Frage vorlegt, ob es dadurch etwas wert wird, weil es wirklich von einer besonderen spirituellen Seelenkraft erleuchtet und zu wirken veranlaßt wird, ob es dadurch ein spirituelles Gewicht hat in dem Sinne, wie ich von spitituellem Gewicht in diesen Betrachtungen gesprochen habe, oder ob dieses Gehirn eigentlich nicht viel mehr wert ist, als was herauskommen wurde, wenn man es auf die eine Waagschale legte und auf die andere Seite Gewichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|235}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in dem Augenblick, wo man hinter alle Geheimnisse des Ihnen das letzte Mal angeführten Doppelgängers dringt, kommt man eben gerade in die Lage - ich rede nichts Unreales -, Gehirne zu dem Wert zu bringen, den sie nur haben als Masse auf die Waage gelegt weil man imstande ist, wenn sie belebt werden sollen, sie bloß durch den Doppelgänger beleben zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind für den heutigen Menschen grotesk. Aber dasjenige, was an ihnen grotesk ist, muß als etwas Selbstverständliches unter die Menschen kommen, wenn gewisse Dinge aus einem unheilsamen in einen heilsamen Strom einmünden sollen. Und was nützt es, wenn man darüber immer nur herumredet! Sie müssen schon eine Vorstellung davon bekommen, daß es mit dem Wischiwaschi reden über «kosmische Religiosität», oder davon «wie stark das Verlangen nach ihr ist», oder «von der Bewegung, die jenes hintersinnlichen Lebens Kreisläufe zu entdecken und zu entschleiern unternimmt» und so weiter, daß bei diesem Herumreden es sich auch nur darum handelt, Nebel zu verbreiten über Dinge, die nur in Klarheit in die Welt hereinkommen müßten, die nur in Klarheit wirken können, und vor allem nur in Klarheit als praktische, sittlich-ethische Impulse in die Menschheit hineingetragen werden dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann nur einzelne Andeutungen machen. Ich überlasse es Ihrer eigenen Meditation, weiterzubauen auf diesem Gebiete. Die Dinge sind in vieler Beziehung aphoristisch. Aber aus einer solchen Zusammenstellung wie dieser hier angefiihrte Tierkreis (siehe Zeichnung Seite 229), wenn Sie sie wirklich als Meditationsstoff benutzen, werden Sie die Möglichkeit haben, sehr viel herauszuentnehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 236 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
für 6.11. Zweig Zürich In der Zeit 1841-1879 geschieht viel / durch Menschen, was diese Menschen / gegen die Stimme des «Ich» machen -/ Wiederholung des Orakelwesens = es / mischt sich in das, was die Menschen / wollen hinein, was aber Mächte / wollen. - Es soll in dieser Zeit / das spir. Leben so vorbereitet / werden, daß es «reif für die / Erde» wird. - Es muß «begreifliche / Form» annehmen - der Fall der / Medien widerstrebt dem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Die Menschen, die damals an/kamen, hatten «vergeistigte Begriffe» / von 1879 an, und besonders von/ 1879 1879 1917 an 1841 38 38 1917 werden im Geist-Rch. die p.m. [= post mortem]-/Menschen mit «vergeistigten Begriffen» / selten - daher suchen sie die / Spiegelung in den Erdenmenschen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 237&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thugs haben gedungen von / falschen Eingeweihten, Menschen / p. m. gemacht, welche die / unverbrauchten Kräfte im / Geistreich dazu verwenden konnten, / die Geheimnisse der 5. nachatlantischen / Zeit frühzeitig zu erhalten und so / Medien mitzuteilen = Behandlung / der noch unreifen Völker des Ostens. / Es soll noch kommen = gewisse / Geheimnisse der Geburt und Zeugung / und der Heilung von Krankheiten - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte wird, wenn ein gewisses ! dumpfes Leben aufhört - in dem / der Mensch nur dem Ganzen sich einfügt; / dies ist das Schlafbewußtsein - / dann der Traumzustand = der Einzelne ! löst sein Geschick heraus - oder auch / eine Gruppe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der völlige Wachzustand wäre das / sich bewußt mit den Geistern I der Geschichte zu schaffen machen, / doch ist damit die Auflösung gegeben; / wenn z. B. die Sozialdemokratie / den Traum in Wirklichkeit verwandelte, / so wäre dies der Tod ihres Traumes, / und sie würde ergriffen von / der Notwendigkeit = Zerstörungs/keime in ihr Schaffen aufzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|238}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;Bild S. 238&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach = 10.11.1917&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anknüpfend an die analytische Psychologie Jung’s etc. / Damit ein innerseelisches Gebiet / den Zeitgenossen eröffnet, für das / sie keine Vorstellungen haben. Besonders grotesk, wo die / Notwendigkeit der Götter/vorstellungen - besprochen wird, / die mit der Existenz Gottes / nichts zu thun haben soll. Die Beziehungen der Menschen / zur geistigen Welt bleiben, / &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch wenn sie der Mensch ! bewußt nicht zugiebt. Die pädagogische und therapeutische / Seite wird gefährlich, weil sie / in Verhältnisse eingreift, welche / nur zu meistern sind auf ! allgemeine Art = nicht indi/viduell - &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner hat, wenn er in Dornach war, für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft und die Mitarbeiter am Goetheanum-Bau zumeist an den Wochenenden - Freitag-, Samstag-, Sonntagabend - vorgetragen. Die meisten solcher Vorträge aus dem Jahre 1917 wurden schon von Marie Steiner in Reihen zusammengefaßt herausgegeben und sind so in die Gesamtausgabe eingegliedert worden. Die übrigen Dornacher Vorträge aus dem Monat November sind mit einigen Einzelvorträgen, die an anderen Orten gehalten worden sind, aber thematisch mit den Dornacher Vorträgen zusammenklingen, in vorliegendem Band zusammengefaßt. Da dem in St. Gaflen gehaltenen Mitgliedervortrag ein öffentlicher Vortrag voranging, wurde dieser Vortrag dem Band vorangestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Textunterlagen: Alle Vorträge dieses Bandes wurden offiziell mitstenographiert von der Berufsstenographin Helene Finckh. Dem Druck liegen ihre Klartextübertragungen zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die 4. Auflage (1992) wurde von Susi Lötscher der Text neu durchgesehen und ein Namenregister erstellt. Drei Doppelseiten aus Notizbüchern Rudolf Steiners mit Notizen für die Vorträge vom 6. und 10. November sind als Faksimiledruck (mit Transkription) neu hinzugekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Titeln der vorrrage: Der Titel des öffentlichen Vortrages in St. Gallen am 15. November 1917 geht auf Rudolf Steiner zurück; die Titel der Vorträge vom 6., 13., 16., 18., 19. und 25. November 1917 auf die früheren von Marie Steiner herausgegebenen Einzelausgaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titel des Bandes und die Inhaltsangaben gehen auf den Herausgeber der 1. Auflage in der Gesamtausgabe zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frühere Veröffentlichungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zürich, 6. und 13. November 1917: «Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens», Dornach 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 10. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse&amp;gt; I. - «Die Menschenschule» 1937, 11.Jg., Heft 10/11 (ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 11. November 1917: «Anthroposophie» 1934/35, 17.Jg., Buch 3 und 4: «Anthroposophie und Psychoanalyse» II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 15. und 16. November 1917: «Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel. Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin», Dornach 1937 (Vortrag vom 15. Nov. ohne Schluß).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dornach, 18., 19. und 25. November 1917: «Drei Vorträge», Dornach 1930. - «Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund», Dornach 1946.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Zeichnungen im Text: Die Original-Wandtafelzeichnungen und -anschriften Rudolf Steiners sind nicht erhalten geblieben. Die Zeichnungen im Text wurden von Ass ja Turgenieff gestaltet nach den Zeichnungen, wie sie von der Stenographin festgehalten worden sind. Die Zeichnungen auf S. 179 und 203 wurden für die 4. Auflage 1992 von Leonore Uhlig ergänzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise zum Text&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke RudolfSteiners innerhalb der Gesamtausgabe (GA) werden in den Hinweisen mit der Bibliographie-Nummer angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 Nikolaus Kopernikus, 1473-1543, poinischer Astronom, Mathematiker, Arzt, Jurist, Humanist und Domherr. Begründete das heliozentrische Weltbild. - Keine Veröffentlichungen zu Lebzeiten, mit Ausnahme einer Übersetzung. Sein Werk über das heliozentrische Planetensystem vollendete er im wesentlichen 1507. Kopernikus lag bereits im Sterben, als «De revolutionibus orbium coelestium libri VI» veröffentlicht wurde. Er hatte es Papst Paul 111. gewidmet. Sein Freund und Überwacher der Drucklegung hat es in einem Vorwort als rein hypothetisch-fachwissenschaftliche Berechnungsmethode dargestellt. So scMüpfte es durch die Zensur, bis es zugleich mit seiner dritten Auflage 1616/17 verboten wurde. Erst 1822 akzeptierte die katholische Kirche seinen Inhalt. - Vgl. u. a. «Die geistige Fübeung des Menschen und der Menschheit. Getsteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwickelung» (1911), GA I5, S. 81-88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 Dart`inische Theorie: Siehe Hinweis zu S.40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
14 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Sltizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA2I.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 Friedrich Theodor Vischer, 1807-1887, Ästhetiker und Dichter. «Der Traum. Eine Studie zu der Schrift Die Traumphantasie von Dr. Joh. Volkelt», abgedruckt in «Altes und Neues», 3 Hefte in einem Band, Stuttgart 1881-82; l. Heft, Stuttgart 1881.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johannes Volke/t, 1848-1930, Professor der Philosophie in Leipzig. «Traumphantasie», Stuttgart 1875.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einen Satz m,öchte ich herausheben: E l Vischer (siehe Hinweis oben), S. 194, wörtlich: ... . die Seele, als oberste Einheit aller Vorgänge, kann allerdings nicht im Leibe lokalisiert sein, obwohl sie anderswo als im Leibe nicht ist».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
16 EmilD~ Bois-Reymond, 1818-1896. «Die sieben Welträtsel», Vortrag, gehalten am 8. Juni 1880, Leipzig 1882. - Siehe auch «Über die Grenzen des Naturerkennens», Vortrag, gehalten am 14. August 1872, Leipzig l872. (Später in einem Band zusammengefaßt unter dem Titel «Über die Grenzen des Naturerkennens. Die sieben Welträtsel».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18 Hier seine Worte: F. Th. Fischer: «Der Traum» (siehe Hinweise zu S. 15) S. 229 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 #SE178-241&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im zweiten Teil meiner « Geh eimwissenschaft im Umr`ß»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13. Mit dem zweiten Teil ist das Kapitel «Die Erkenntnis der höheren Welten (Von der Einweihung oder Initiation)», S. 299 ff. gemeint. (Vgl. dort in der «Vorbemerkung zur vierten Auflage» die S. 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
20 Materia~~t`sche, spiritualistische, pantheistische, individualistische, monadistische und so weiter: Vgl. Rudoll Steiners Beschreibungen der verschiedenen Weltanschauungen in «Der menschliche und der kosmische Gedanke» (4 Vorträge, Berlin 1914), GA 151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
22 Sirjames Dewar, 1842-1923, englischer Physiker und Chemiker, Prof. in Cambridge und London. Erfinder der Thermosflasche. - Der Vortrag, den Dewar vor der Royal Instir,ition in London gehalten hat, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Siehe die kurze Wiedergabe des Vortrags bei Carl Snyder: «Das Weltbild der modernen Natur- wissenschaft nach den Ergebnissen der heutigen Forschung», dt. Ausgabe Leipzig 1905, 1. Kap., S. 20ff. - Vgl. auch Rudolf Steiners Vorträge vom 22. März 1917 in «Geist und Stoff, Leben und Tod» (7 Vorträge, Berlin 1917), GA 66, und vom 19. Oktober 1917 (Basel) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Bern u. Basel 1917/18) GA 72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 Röntgenwesen: WiIhelin Conrad Röntgen, 1845-1923, entdeckte 1895 die X-Strahlen, nach ihm Röntgenstrahlen benannt, die in der Diagnostik und Therapie verwendet werden. 1901 erhielt Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Kant-Laplacesche Theorie: Sie ist hervorgegangen aus der «Nebularhypothese» des Philosophen und Mathematikers 1mmanuel Kant (1724-1804), nach der sich die Erde aus einem Urnebel heraus gebildet hat, und - unabhängig von Kant (und in vielem abweichend) - aus Theorien des frz. Mathematikers und Astronomen Pierre Simon Laplace (1749-1827). - Siehe Kants «Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem menschlichen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonschen Grundsätzen abgehandelt», nebst zwei Supplementen, Leipzig o.J. (1755), und von Laplace die Werke «Exposition du systeme du monde», 1796, und «Tralte de Me`canique celeste», 5 Bde., Paris 1799-1825 (dt.: «Mechanik des Himmels», Berlin).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in meinem Buch « Vom Menschenrätsel»... unterschieden: «Vom Menschenrätsel. Ausgesprochenes und Unausgesprochenes im Denken, Schauen, Sinnen einer Reihe deutscher und österreichischer Persörllichkeiten» (1916), GA 20, speziell die Ausführringen über Karl Christian Planck, S. 70 ff., über Robert Hamerling, S. 131 ff., und über die beiden genannten im Kapitel «Ausblicke», S. 146 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
25 Geistaugen` Geistohren, wie ich sie wenigstens prinzipiell beschrieben habe: Siehe S. 19 und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
28 Ich habe davon gesprochen in meinem Buche «Vom Menschenrätsel»: Siehe Hinweis zu S.24, im Kapitel «Ausblicke», spez. ab S. 160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit... Bddekrafleleib genannt: Diese Bezeichnung für den Ätherleib verwendet Rudolf Steiner erstmals im Januar 1917 im 2. Teil seines Aufsatzes «Die Erkenntnis vom Zustand zwischen dem Tod und einer neuen Geburt», erschienen in der Zeitschrift «Das Reich» (München), 1. Jahr, Buch 1 und 4 (April 1916 und Jan. 1917), abgedruckt in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Auf- &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sätze 1904-1923», GA 35. - Siehe hierzu auch Rudolf Steiners Fußnote zu «Ätherleih oder Lebensleib» in seiner Schrift «Theosophie. Einführung in übersinnliche WeIter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kenntnis und Menschenbestimmung» (1904), GA 9, Kap. «Das Wesen des Menschen, IV Leib, Seele und Geist» (ab der 9. Aufl. 1918; Ausgabe 1967: S. 37.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
40 Charles Da rw in, 1809-1882, englischer Naturforscher, Mediziner, Geologe und Botaniker. «On the Origin of Species by means of natural Selection», 1859; dt.: «Uber die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampfe um`s Dasein», Stuttgart 1875-1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErnstHaeckel, 1834-1919, Zoologe und Naturforscher. Siehe u. a. «Natürliche Schöpfungsgeschicbte», 2 Teile, 1868; «Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des Menschen», 2 Teile, Leipzig 1874; «Die Welträtsel. Gemeinverständliche Studien über monistische Philosophie», Bonn 1899.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eduard von Hartmann, 1842-1906, Philosoph. «Philosophie des Unbewußten. Versuch einer Weltanschauung», Berlin 1869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeile 9 v. u.: In früheren Auflagen stand 1867 anstatt I 869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
41 eine Schrift von einem Anonymus: (Eduard von Hartmann:) «Das Unbewußte vom Standpunkt der Physiologie und Descendenztlieorie. Eine kritische Beleuchtung des naturphilosophischen Teils der Philosophie des Unbewußten», Berlin 1872, 2. Auflage mit Namen 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel sagte: In: «Natürliche Schöpfüngsgeschichte», Vorwort zur 4. Auflage, Jena 1873, S. XXXVIII, wörtlich: «Diese ausgezeichnete Schrift sagt im Wesentlichen Alles, was ich selbst über die Philosophie des Unbewußten der Schüpfungsgeschichte hätte sagen können ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine zweite Auftage: Diese erschien 1877 mit «Allgemeinen Vorbemerkungen» und «Zusätzen». Hartmann schreibt im Vorwort der 8. Auflage seiner «Philosophie des Unbewußten» von 1878 über besagte Schrift: ... . erschien die erweiterte zweite Auflage der Schrift mit meinem Namen. Die erste, anonyme Auflage war als die beste von allen Kritiken der Philosophie des Unbewußten und zugleich als die glänzendste Rechtfertigung der naturwissenschaftlichen mechanistischen Weltanschauung gegenüber dem philosophischen Idealismus allgemein anerkannt worden; die Enthüllung, daß diese Schrift von mir verfaßt sei, und die in der zweiten Auflage hinzugefügte detaillierte Widerlegung der Kritik durfte al5 genügender Erweis meiner Beherrschung des modernen naturwissenschaftlichen Standpunkts gelten, um mich fortan vor jedem Vorwurf der Unzulänglichkeit auf diesem Gebiete sicher zu stellen. Es war wesentlich nur, um an der amtlich bestallten und berufsmäßig sich spreizenden Unfähigkeit ein Exempel zu statuieren, wenn ich mich herbeiließ, in einem Anhang eine detaillierte Widerlegung der Kritik der Naturwissenschaftlichen Grundlagen der von Prof. Oscar Schmidt (Leipzig 1877) beizufügen.».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oscar Hertwig, l 849-1 922, Anatom, Schüler von Ernst Haeckel. «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwin`s Zufallstheorie», Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 er sagt: Ebenda, Nachwort, S. 710.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
44 arbeite ich... die Vorstellungen aus&amp;gt; die Goethe an der Wirklichkeit gewonnen hat: Siehe Rudolf Steiners Einleitungen zu Goethes naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», hg. und komm. von Rudolf Steiner, 5 Bde. (1884-97), NachdruckDornach 1975, GA la-e; Bd. I, GA la, S. i7ff.-Sonder- ausgabe der Einleitungen unter dem Titel «Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Zugleich eine Grundlage der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)&amp;gt; (1884-97), GA l. - Siehe ferner «Goethes Weltanschauung» (1897), GA 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Bau in Dornach: Der in Holz errichtete Doppelkuppelbau des ersten Goetheanum. - Siehe den Bildband «Das Goetheanum als Gesamtkunstwerk», mit einem Lichtbildervortrag Rudolf Steiners vom 29. Juni 1921 in Bern: «Der Baugedanke des Goetheanum», hg. v. Walter Roggenkarnp, Dornach 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Gedacht hat sie und sinnt hestindig&amp;gt;: Goethe: «Die Natur. Aphoristisch» (um das Jahr 1780), in: «Naturwissenschaftliche Schriften» (siehe oben), Bd. 2, GA lb, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
45 gegenüber einem verdienten Forscher: Mbrecht von Haller, (l 708-1777), schweizer Mediziner, Botaniker und Dichter. In dem Gedicht «Die Falschheiten der menschlichen Tugenden», an Herrn Professor Stähelin, April 1730, in «Versuch Schweizerischer Gedichte» (1732), Zürich 1768, S. 53:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innre der Natur dringt kein erschaffener Geist; Zu glücklich, wenn sie noch die a~~ußere Schale weis`t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ins Innere der Natur. .. »: Goethe: Gedichte, 3. Teil, «Gott und Welt. Allerdings. Dem Physiker». (Auch in «Naturwissenschaftliche Schriften», siehe oben, Bd. 1, GA 1 a, S. 170 f., «Verfolg. Freundlicher Zuruf».)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus: Siehe Hinweis zu S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 «Wer Wissenschaft und Kunst besitzt»: Goethe: Gedichte, 3. Teil, Zahme Xenien IX, in «Deutsche National-Litteratur», Bd. 84, S. 297, bzw. in der Sophien-Ausgabe, 5.Bd.,I,S.134.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 in dem gestrigen öffentlichen Vortrage: Es handelt sich um den vorangegangenen Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Recht&amp;gt; ... Wahrheiten zurückzuhalten, -.. wollen wir uns heute weniger aussprechen: Eine Zusammenstellung von Äußerungen Rudolf Steiners über das Problem der Veröffentlichung esoterischer Inhalte findet sich, zusammengetragen und eingeleitet von Walter Kugler, in &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 die fünfte Epoche der nachatlantischen Zeit: Siehe Hinweis zu S. 78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 Sie wissen ja schon a~ der Bibel: Paulus, 1. Korinther, 1, 20: «Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?» und 3, 19: «Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gort».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
52 die Welt der höheren Hierarchien: Nebst unzähligen anderen Schilderungen der höheren Hierarchien im Werke Rudolf Steiners siehe z. B. die Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA il, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch», sowie den Vortragszyklus «Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierltreis, Planeten, Kosmos» (10 Vorträge, Düsseldorf 1909), GA 110.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62 ich habe darüber in Zürich gesprochen: Siehe den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64 Paracelsus, Theophrastus von Hohenheim, 1493-1541 - Arzt, Naturforscher und Philosoph. Stadtarzt und Ordinarius an der Universität in Basel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
67 Columban, um 550-615, irischer Mönch, der mit zwölf Schülern, darunter Gallus, ab 595 missionierend durch Franken, Burgund, Alemannien und die Lombardei zog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(St.) Gallus (eig. Gallo, auch Gall von Hibernien genannt), um 550/555-641 od. 645. Schüler von Columban und ein Begleiter auf dessen Missionszug, jedoch blieb er um 612 im Gebirge am Bodensee als Einsiedler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
71 Gestern habe ich aufmerksam gemacht: Im Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ralph Wa/`o Emerson, 1803-1882, amerikanischer Philosoph und Essayist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson, 1856-1924, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1912 bis 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
74 von der ich in Zürich vor ein paar Tagen bewiesen habe: Siehe den öffentlichen Vortrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Anthroposophie und Geschichtswissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Entwickelung der Menschheit und ihrer Kulturformen» vom 7. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vor- trage, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
75 Gleichnis, das ich oftmals schon gebraucht habe: Siehe z. B. im Vortrag vom 11. Juni 1908 in «Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen» (13 Vorträge, Berlin 1908), GA 102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
76 Fräulein Sophie Stinde, 1853-1915. Siehe die Ansprachen Rudolf Steiners über Sophie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde im Band «Unsere Toten. Ansprachen, Gedenkworte und MeditationssPrüche 1906-1924», GA261.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Schluß des Vortrages (vor dem letzten gedruckten Abschnitt auf S. 76) sprach Rudolf Steiner noch einige Worte, die wir hier wiedergeben (vgl. auch Hinweis zu S. 121):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Leider muß ich auch hier ganz kurz anfügen an diese Betrachtungen, daß anthroposophische Bewegung heute nicht nur Widerstand findet, Vorurteile, sondern daß sich in der letzten Zeit ganz besonders die Verleumdung, die Vertinglimpfung geltend gemacht hat, und daß das nun leider dazu führen muß, daß, weil diese Verleumdung sich besonders anknüpft an die persönlichen Besprechungen mit den einzelnen lieben Freunden der Gesellschaft, mit schwerem Herzen ich mich dazu entschließen muß, diese persönlichen Besprechungen über das esoterische Leben zunächst zurücktreten zu lassen. Die Verleumdungen, die in der letzten Zeit durch unberufene Mitglieder aufgetreten sind, sind solcher Art - ich will hier nicht im einzelnen darüber sprechen -, däß es schon notwendig ist, daß gerade diejenigen Dinge, die ja aus wirklichem Herzensbedürfnis heraus gemacht worden sind, die persönlichen Besprechungen, für eine kürzere oder längere Zeit völlig unterbrochen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden. Und als zweites - wenn nur das erste gesagt wird, so wird es nicht der Wirklichkeit voll entsprechen -, daß ich meinerseits diejenigen verehrten lieben Freunde, die mit mir solche Besprechungen persönlichst gehabt haben, in der Zukunft entbinde davon, irgendwelches Schweigen über dasjenige, was persönlich mit mir besprochen worden ist, zu bewahren. Das, was persönlich zwischen mir und irgendeinem Mitgliede verhandelt worden ist, kann, sofern es das Mitglied selber will - es muß es natürlich nicht -, jedem erzählt werden. Die ganze Welt kann alles dasjenige wissen, was sich jemals auf anthroposophischem Boden abgespielt hat, wenn die Mitglieder es selber wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge sind schon einmal notwendig geworden, weil solch wirklich Abscheuliches auf dem Boden der anthroposophischen Bewegung auch auftreten konnte in der letzten Zeit. Derjenige, welcher esoterisch vorwärts- kommen will, wird auch so die Gelegenheit finden; ich werde Ersatz schaffen für dasjenige, was nun wegfallen muß. Lassen Sie mir nur ein wenig Zeit. Es werden Mittel und Wege gefunden werden, daß jeder dasjenige, was er auf seinem esoterischen Wege braucht, den er nur mit aller Ruhe und Energie fortsetzen soll, auch fortsetzen kann, wenn auch eine längere Zeit von persönlichen Besprechungen deshalb abgesehen werden muß, weil sich nun eben leider nur dadurch die Tragltraft der anthroposophischen Bewegung vorwärtsbringen läßt, daß man auf diese Weise, wenn auch schweren Herzens, den Verleumdungen begegnet, die, wie so vieles in dieser Zeit, absolut aus den Fingern gesogen sind. Aber es gibt viele Menschen, die heute nicht nur entstellen, sondern die erfinden, um zu verleumden. Dann muß man auch ganz besondere Maßregeln treffen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend an den letzten gedruckten Abschnitt folgten noch die Worte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Andererseits darf ich insbesondere diesmal angesichts der schwierigen Zeitverhälmisse auch unsern St. Galler Freunden im Namen derjenigen, die die anthroposophische Bewegung leiten, den ganz besonderen Dank aussprechen, daß sie unter diesen schwierigen Saal- und anderen Verhältnissen es auch gegenwärtig möglich gemacht haben, uns öffentlich und im Zweige auch hier in dieser Stadt in dieser tragischen Zeit, trotz der Hindernisse, unser Zusarnrnensein zu ermöglichen. Dafür besonderen Dank an unsere daran beteiligten lieben St. Galler Freunde.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 Vorjahren war ich gerade in Berlin in beruflichen Angelegenheiten taÜg: Zu jener Zeit (September l898) war Rudolf Steiner Mitherausgeber der Zeitschrift «Magazin für Litteratur» und der daran angeschlossenen «Dramaturgischen Blätter» - Für diese Zeitschrift schrieb Rudolf Steiner eine Fülle von Artikeln, die in den fünf Aufsatzbänden GA 29-33 veröffentlich sind. - Siehe Rudolf Steiners Darstellung dieser Berliner Zeit in «Mein Lebensgang» (1923-1925), GA 27, Kap. XXIV ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth&amp;gt; 1837-l898, Kalserin v`on Österreich, vermählt mit Kaiser Franz Joseph I. Sie wurde am 10. September 1898 vom italienischen Anarchisten Luccheni in Genf erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|246}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 eines Mannes, der dazumal Berliner Kritiker war: Es ist nicht bekannt, um wen es sich hier handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
78 wir haben es ja oftmals auseinandergesetzt. in den Zyklen ist darüber viel zu lesen: Zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den verschiedenen Perioden siehe u. v. a. im Werk Rudolf Steiners zwei grundlegende Darstellungen in den Schriften «Aus der Akasha-Chronik» (1904-1908), GA 11, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß» (1910), GA 13, Kap. «Die Weltentwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
83 von welchen ich in Zyklen ab und zu gesprochen habe: Vgl. z. B. den Vortrag vom 29. November 1915 in «Mitteleuropa zwischen Ost und West» (12 Vorträge, München 1914-18), GA 174a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaiserin von Österreich: Siehe Hinweis zu 5.77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
85 Marie-Fran~is-Sadi Carnot, 1837-1894, Physiker, 4. Präsident der Französischen Republik, vom italienischen Anarchisten Caserio 1894 in Lyon erdolcht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
89 Da handelt es sich namentlich um sokhe Dinge, wie ich sie schon angedeutet habe gegenüber einigen Freunden: Siehe den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äüßeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Ich habe öfter in diesen und jenen Kreisen unserer Freunde hingewiesen: Siehe u. a. den Vortragszyklus GA 177, siehe oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 ich habe das wiederholt angedeutet in den Mysteriendramen: Siehe RudoIf Steiner: «Vier Mysteriendramen» (1910-1913), GA 14:1. «Die Pforte der Einweihung (Initiation)». Ein Rosenkreuzermysterium (1910). 11. «Die Prüfung der Seele». Szenisches&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensbild als Nachspiel zur «Pforte der Einweihung» (1911). 111. «Der Hüter der Schwelle». Seelenvorgänge in szenischen Bildern (1912). IV «Der Seelen Erwachen». Seelische und geistige Vorgänge in szenischen Bildern (1913). - Siehe hier insbesondere das letzte Bild von «Der Seelen Erwachen».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«In deinem Nichts hoff ich das All zu fin den»: Goethe: «Faust» II, Finstere Galerie, Vers 6256.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 «Ich rübme dich»: Goethe: «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie, Verse 6257 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neulicb sagte ich spaßendin Dornach drüben: Im Vortrag «Faust und das Problem des Bösen» vom 3. November 1917, siehe in «Geisteswissenschaftliche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach und Prag 1916-19), GA 273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«den Teufel spürt das Völkchen nie»: Goethe: «Faust» I, Auerbachs Keller, Verse 2181f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
96 Was ich in meinem Buche « Vom Mensohenrätsel» als schauen des Bewußtsein bezeichnet habe: Siehe Hinweis zu 5.28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
99 Vortrage, den ich hier vor acht Tagen gehalten habe: Gemeint ist der vorangegangene Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
106 über den Rebellenkampf von 1841-1879: Siehe Hinweis zu Seite 91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
108 gestern... im öffentlichen Vortrage: Gemeint ist der Vortrag «Anthroposophie und Naturwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Natur und den Menschen als Naturwesen» vom 12. November 1917 in Zürich, abgedruckt in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie (8 Vorträge, Zürich 191 7/ 18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
110 Der Mensch ist, was er ?ßt: Siehe Ludwig Feuerbach, 1804-1872, deutscher Philosoph. «In Gedanken über Tod und Unsterblichkeit», Stuttgart 1903, Kap. «Der kritische Unsterblichkeitsgedanke», S. 134, wörtlich: «Ist das, was der Mensch ist, unabhängig von dem, was er ißt?»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
112 Man kann jetzt nach Zürich kaum herkommen: Siehe den 2. Hinweis zu S. 123. - Zur Psychoanalyse siehe auch die zeitlich vorangegangenen Vorträge vom 10. und 11. November 1917, in diesem Band anschließend an diesen Vortrag abgedruckt. - Vgl. ferner u. a. den Vortrag «Anthroposophie und Sozialwissenschaft. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über Recht, Moral und soziale Lebensformen» vom 14. November 1917 in «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73; denVortragvom 22. Januar 1918 in «Erdensterben und Weltenleben. AnthroPosophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft» (21 Vorträge, Berlin 1918), GA 181; oder die Fragenbeantwortung anschließend an den Vortrag vom 28. APril 1920 in «Die Erneuerung der Pädagogisch-didaktischen Kunst durch Geisteswissenschaft» (14 Vorträge, Basel 1920), GA 301, S.238ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
115 von denen ich am letzten Dienstag ge~ochen habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was wir durch vielejahre hindurch immerwiederum... gesagt haben: Siehe z. B. die Vorträge vom 16. Juni 1910 in «Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhange mit der germanisch-nordischen Mythologie» (11 Vorträge, Kristiania 1910), GA 121; vom 13. Februar 1915 in «Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges» (16 Vorträge, Stuttgart 1914-21), GA 1 74b; und vom 9. und 17. Dezember 1916 in «zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie das letzte Mal. - - aufmerksam gemacht: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
116 Eli~has Levi, 1810-1875. Pseudonym für den Abbk Alphonse Louis Constant. Französischer okkulter Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Xaver Benedikt von Baader, 1765-1841, Arzt, Philosoph und Theologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Louis Claude Marquis de Saint-Martin, 1743-1803, französischer Philosoph, Theosoph und Okku1tist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Nach Zeile 3 v. o.: An dieser Stelle fügte Rudolf Steiner noch Bemerkungen gleichen Inhalts wie die am Schluß des Vortrages vom 16. November (siehe Hinweis zu S. 76) hinzu, und schloß sie mit folgenden Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wenn jemand das als ungerecht empfinden und sagen möchte: da müssen Unschuldige für die Schuldigen leiden, dann kann ich nur sagen, meine lieben Freunde, man wende sich an diejenigen Orte, von denen die Verleumdungen ausgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muß einmal auf solchem Gebiete Ernst gemacht werden, sonst wird es innerhalb der Gesellschaft nicht besser. Und es muß besser werden. Es muß der volle Ernst diese Gesellschaft durchdringen. Denn die Gesellschaft ist ein Träger für die wichtigsten Wahrheiten für die Gegenwart und kann nicht dadurch vor der Mitwelt - ich habe heute gesagt, welche Empfindungen man für die Verbreitung der anthroposophischen Wahrheiten haben muß - verdächtigt werden, daß sich gewisse Leute finden, die immer alles in der ruchlosesten Weise entstellen. Ich glaube, daß gerade diejenigen unserer lieben Freunde, die es ganz ernst meinen mit unserer Sache, diese Maßregel am allerbesten einsehen werden. Ich muß sie hier auch erwähnen, da ich sie in anderen Zweigen erwähnte, und weil ich Sie bitte, sie in der entsprechenden Weise zu würdigen. Ich habe bisher eben nicht finden können, daß man in den zahlreichen Dingen, die ich auf diesem Felde gesagt habe, soweit ernst gemacht hat, und daß man immer wieder gefunden hat, die Maßregeln werden durchbrochen. Es muß einmal etwas ernst unternommen werden,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonst wird man nicht genügend aufmerksam auf dasjenige, um was es sich aIlihählich handelt.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 für die öffentlichen wie für diese Zweigvorträge: Mit den öffentlichen Vorträgen sind gemeint: «Anthroposophie und Seelenwissenschaft» (5. Nov.), «Anthroposophie und Geschichtswissenschaft» (7. Nov.), «Anthroposophie und Naturwissenschaft» (12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nov.) und «Anthroposophie und Sozialwissenschaft» (14. Nov.), enthalten im Band «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch AnthroposoPhie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Gelegentlich der Vorträge, die ich in Zürich zu halten habe: Siehe Hinweis oben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kaum mit dem geistigen Leben dieser Stadt in Berührung kommen kann, ohne daß man den Blick hin lenkt auf... die Psychoanalyse: Der Schweizer Psychologe und Philosoph Carl Gustav Jung, (1875-1961), ein ehemaliger Schüler Freuds, lebte seit 1909 in Küsnacht bei Zürich, hatte dort seine Privatprakis als Psychoanalytiker und lehrte seit 1910 an der Universität Zürich. - Zur Psychoanalyse siehe auch den Vortrag vom 13. November 1917 in diesem Band und den Hinweis zu S. 112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
124 Krankheitsfall, u..beobachtet... schon in den achtziger Jahren: Entnommen dem Buch von C. G. Jung: «Die Psychologie der unbewußten Prozesse. Ein Überblick über die moderne Theorie und Methode der analytischen Psychologie», Zürich 1917, S. 13 ff. (Ab 1925 unter dem Titel: «Das Unbewußte im normalen und kranken Seelenleben», ab 1942: «Über die Psychologie des Unbewußten». Es muß darauf hingewiesen werden, dali gegenüber der von Rudolf Steiner zitierten 1 - Auflage die späteren Auflagen von C. G. Jung erheblich umgearbeitet worden sind.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
joseoh Breuer, 1842-1925, Wiener Internist. Begründete mit Freud zusammen die Psychoanalyse. Siehe Breuer und Freud: «Studien über Hysterie», Leipzig und Wien 1895.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den ich selbst kannte: Siehe Rudolf Steiner: «Mein Lebensgang» (1923-25), GA 28, S.195f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
125 eine Darstellung, die sie gab, ... ist die folgende: In C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124), S. 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
126 Sigmund Freud, 1856-1939, Wiener Arzt und Psychologe. Mit Breuer zusammen Begründer der Psychoanalyse. - «Abhandlungen zur Sexualtheorie», 1905 (2. Aufl.: «Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie», Leipzig und Wien 1910), «Die Traumdeurang», 1900. Siehe auch Hinweis zu S. 124: Breuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Cbarcotsche Schule: Jean-Martin Charcot, 1825-1893. Französischer Mediziner, der hesonders durch seine Arbeiten über die Hysterie und die Hypnose bekannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 daß sich Freud sagte: Siehe Hinweis zu S. 124 (C. G. Jung), S. 17f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hermann Nothnagel, 1841-1905, Mediziner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127l128 Der unwissenschaftliche Laie...; er sagt: C. G. Jung (siehe Hinweis zu S. 124),&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. 17: «Auf dieses Problem gibt es in der Medizin eine ausgezeichnete Antwort: man sagt: Man ist eben zu diesen Dingen . »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
128 ein Fall, den Psychoanalytiker verzeichnen, ist etwa der folgende: Entnommen C. G. Jung (siehe Hinweis zu 5. 124), 5. 18 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 nach seinen Forschungen hat sich ihm ergeben: Siehe Ebenda, S. 20 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was Freud seine Neurosetheorie, seine Secuöö&amp;quot;ltheoric nannte: Siehe Ebenda, Kap. 2: Die Sexualtheorie, bes. S. 38 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
131 f. junge.. «Die Psychologie der unbewußten Prozesse»: Siehe Hinweis zu S. 123 und 124.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 AlfredAdler, 1870-1937, Mediziner. Begründer der Individualpsychologie, durch die er sich von Freud trennte. - «Pra,::is und Theorie der Individualpsychologie», 1919.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wille zur Macht sollte ja bei Nietzsche sogar ein philosophisches Prinzip sein: Seit dem ersten Teil von «Also sprach Zarathustra» (1883) vertrat Nietzsche in seinen Werken in zunehmendem Maße die Auffassung, das Prinzip des Lebens und der Welt sei «Wille zur Macht - und nichts außerdem». Nietzsche hat auch in den achtziger Jahren ein umfangreiches Werk mit dem Titel «Der Wille zur Macht» geplant, diesen Plan aber wieder aufgegeben. Nach seinem Tod haben seine Schwester und Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs aw unzusammenhängenden Nachlaßfragmenten das angeblich systematisch-philosophische HauPtwerk «Der Wille zur Macht» (1901/1906) willkürlich zusammengestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 jung sagt sich: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun baut jung eine besondere Theorie darauf auf- Ebenda, Kap. 4: Die zwei psychologischen Typen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 u. a. der extravertierte Typ: Die früher uneinheitliche Schreibweise extro- bzw. extravertiert konnte jetzt auf Grund eines Stenogrammvergleichs und der Tatsache, daß Jung im betr. Buch immer extravertiert schreibt, festgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
135 Ich habe Ihnen ja das Beispiel angeführt: Siehe die Fallschilderung auf S. 128 ff. in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
136 Dadurch kommt Jun g zu einer Unterscheidung von zwei Unbewußten: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 5: Das persönliche und das überpersönliche Unbewußte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei kommen ja die Psychoanalytiker darauf daß sie sagen: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
137 Denn so weit kommt sogar der Psychoanalytiker, daß er sagt: Ebenda, Kap. 7: Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dominanten des überpersönlichen Unbewußten. Jung versteigt sich sogar so weit, daß er sagt: Ebenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
138 Jung folgenden interessanten Fallanführt: Ebenda, S.49ff. und 79ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
139 Jung erzählt nun einen Fall: Ebenda, S. 7off.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
140 Es kann zum Beispiel vorkommen: Ebenda, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
141 aus einem Vortrage, den ich hier im Lauf des vorigen Jahres gehalten habe, können Sie die Erklärung... leicht finden: Über die Hysterie hat Rudolf Steiner im Jahre 1916 gesprochen in den beiden Vorträgen vom 11. April 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeis»e» (12 Vorträge, Berlin 1916), GA 167, und vom 13. August 1916 in «Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte» (15 Vorträge, Dornach 1916), GA 170. - Zwei Tage nach dem vorliegenden Vortrag, am 12. November 1917, beschreibt Rudolf Steiner das gleiche Phänomen in einer Fragenbeantwortung, siehe «Die Ergänzung heutiger Wissenschaften durch Anthroposophie» (8 Vorträge, Zürich 1917/18), GA 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß er sich sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich muß Ihnen ... ein Stückchen vorlesen: Ebenda, S. 90 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
143 «Denn diese letztere Frage gehört zu den dümmsten Fragen, die man stellen kann»: Ebenda, S. 91. Die späteren Auflagen haben diesen Satz nicht mehr, sondern: ... - denn diese Frage kann der menschliche Intellekt niemals beantworten. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
145 Gleich in der Vorrede sagt zum BeispielJung etwas: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 6 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
146 Wir wissen nun schon aus den ve,`lhssenen Vorträgen: Siehe den Vortragszykius «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorrräge, Dornach 1917), GA 177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ArthurSchopenhauer, 1788-1860, Philosoph. Er schrieb u. a. «Die Welt als Wille und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellung», 2 Bde, Leipzig 1819/1844. - Siehe auch Rudolf Steiners Biographie «Arthur Schopenhauer» in «Biographien und biographische Skizzen 1894-1905. Schopenhauer - Jean Paul - Uhland - Wieland. Literatur und geistiges Leben im neunzehnten Jahrhundert», GA 33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Richard Wagner, 1813-1883, deutscher Opernkomponist. Nietzsches Bruch mitWagner 1878.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 Jung findet, daß es Tatsache ist: Siehe Hinweis zu S. 124, Kap. 3, bes. S. 48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|251}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
151 Ich habe Ihnen gestern den Fall an geführt: Siehe den Vortrag vom 10. November in diesem Band, S. 128 ff. und Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
152 was Nietzsche... die große Vernunft gegenüber der kleinen Vernunft nennt: In «Also sprach Zarathustra», 1. Teil (1883), «Von den Verächtern des Leibes», wörtlich: «Der Leib ist eine große Vernunft, eine Vie1heit mit Einem Sinne, ein Krieg und ein Frieden, eine Heerde und ein Hirt. / Werkzeug deines Leibes ist auch deine kleine Vernunft, mein Bruder, die du nennst, ein kleines Werk- und Spielzeug deiner großen Vernuhft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
153 von der Jung sagt,... aber wovon er auch sagt: Siehe Hinweis zu S. 124, S. 91 ff. Vgl. auch den Vortrag vom 10. November in diesem Band, bes. S. 141 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
l55 «Von Seelenrätseln. Anthropologie und Anthroposophie, Max Dessoir über Anthroposophie, Franz Brentano (Ein Nachruf). Skizzenhafte Erweiterungen» (1917), GA21, 2. Kap. «Max Dessoir über Anthroposophie».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maz Dessoir, 1867-1947, Philosoph; Professor für Philosophie in Berlin. «Vom Jenseits der Seele. Die Geheimwissenschaften in kritischer Beleuchtung», Stuttgart 1917, Kap. «Geheimwissenschaft, 11. Theosophisches: Anthroposophie», 5.254-263.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem netten Zusammenhange rna~hlt er auch: Ebenda, S. 259.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 «Die &amp;amp;beimwu.~enschaft im Umrtß» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und in einem Abschnitt sage ich: Ebenda, s.294f., gemeint ist die Stelle «Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert n. Chr. bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. » - In der kurz darauf erschienenen Schrift «Von Seelenrätseln» (siehe oben) kommt Rudolf Steiner im Kapitel über Max Dessoir auch auf diese falsche Darstellung seitens Dessoir zu sprechen (S. 40, 44 ff.). Dessoir versucht sich darauf im Vorwort der 2. Auflage seines Buches «Vom Jenseits der Seele», Stuttgart 1918, gegenüber Rudolf Steiner zu rechtfertigen. Wie er aber mit den Aussagen Rudolf Steiners umgeht, zeigt gerade seine Antwort auf diese von Rudolf Steiner richtiggestellte Stelle betr. 5. und 6. Kulturperiode deutlich «... ich bitte ihn (den Leser) ferner auf das dringendste, davon Kenntnis zu nehmen, daß er nicht etwa im sechsten, sondern im fünften «Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung - seelische Beobachtungsresu1tate nach naturwissenschaftlicher Methode» (1894), GA4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Schrift von dar «Geistigen Führung-. . »: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. Geisteswissenschaftliche Ergebnisse über die Menschheits-Entwikkelung» (1911), GAIS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Schrift über «Reinkarnation undKarma»: «Reinkarnation und Kartna, vom Standpunkte der modernen Naturwissenschaft notwendige Vorstellungen» (1903), abgedruckt in «Lucifer-Gnosis. Grundlegende Aufsätze zur Anthroposophie und Berichte aus den Zeitschriften und 1903-1908», GA 34,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.67-91.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Blut ist ein ganz besonderer Saft»: Öffentlicher Vortrag, gehalten am 25. Oktober 1906 un Architekterihaus in Berlin, abgedruckt in «Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben» (13 Vorträge, Berlin 1906/07), GASS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
157 Er erzählt nämlich groteskerweise: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 34.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe zart darauf hingewiesen: In «Von Seelenrätseln» (siehe oben), S. 65 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
indem er einen trivialen Satz darauf formuliert, der. -. nicht von mir stammt: «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 254, Aninerkung: «In Steiners Erstling, der (Berlin 1894), finden sich nur Ansätze zur eigentlichen Lehre: es wird dort gesagt, daß der Mensch etwas aus der Natur in sich herübergenommen hat und daher durch die Erkenntnis des eigenen Wesens das Rätsel der Natur lösen kann; daß im Denken eine Schaffenstätigkeit dem Erkennen vorausgeht, während wir am Zustandekommen der Natur unbeteiligt und auf nachträgliches Erkennen angewiesen sind. Intuition gilt hier bloß als die Form, in der ein Gedankeninhalt zunächst hervortntt. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158 in diesem Kapitel: Kapitel über Max Dessoir in «Von Seelenrätsein» (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159 Besonders gravierend findet naöömllch Dessoir: Siehe in «Vom Jenseits der Seele» (siehe oben), S. 260.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kennen dieses Kapitel aus der dann finden Sie dort das Geheimnis der Schwelle besprochen: Siehe «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» (1904/05), GA 10, Kap. «Der Hüter der Schwelle» und «Leben und Tod. Der große Hüter der Schwelle»; siehe (zur Trennung von Denken, Fühien und Wollen) aber auch das Kap. «Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159f. Zeichnung: Siehe den die Zeichnungen betreffenden Hinweis unter «Zu dieser Ausgabe», 5.240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
161 Witbelm Wundt, 1832-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn gesagt wird, was vor kürzerer oder längerer Zeit auch einmal gesagt worden sein soll: Diese Aussage konnte nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
162 Nehmen Sie die Dame, die am Krankenbett ihres Vater sitzt: Siehe die Beschreibung dieses Falles im Vortaag vom 10. November in diesem Band, S. 124 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
163ff. Nietzsche, Wagner, Schopenhauer: Siehe auch den Schluß des vorangegangenen Vortrag- vom 10. November 1917 und die Hinweise dort. - Vgl. auch den Vortrag vom 31. August 1921 in «Anthroposophie, ihre Erkenntniswurzelii und Lebensfrüchte» (8 Vorträge, Stuttgart 1921), GA78.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
164 Nie tzsch es erste Schriften: «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» (1872) - «Unzeitgemäße Betrachtungen»: «David Strauß, der Bekenner und Schriftsteller» (1873) - «Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben» (1874) - «Schopenhauer als Erzieher» (1874) - «Richard Wagner in Bayreuth» (1876). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|253}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
165 die letzten Schriften Nietzsches: Vor allem: «Der Fall Wagner» (1888) - «GötzenDämmertmg» (1889) - «Der Antichrist» (1888, ersch. 1894) - «Ecce homo» (1888, ersch. 1908).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Fö`edrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit» (1895), GA 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
166 was Nietzsche selbst gesagt hat: In «Also sprach Zarathustra», 4. Teil (1891), «Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachtwandler-Lied» (auch publ. als «Das trunkene Lied»), S. 6 und 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Alle Kretenser sind Lügner: Bekanntes Beispiel aus der altgriechischen Lehre der formalen Logik (Sophisten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
170 Betrachtungen, die wir anzuknüpfen versuchten: Siehe die Dornacher Vorträge vom 10. und 11. November und den Zürcher Vortrag vom 13. November in diesem Band. Nun habe ich Sieja darauf aufmerksam gemacht: 1m Vortrag vom 10. November in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
171 hier vor acht Tagen: Siehe die Vorträge vom 10. und 11. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
172 Brüderschaften, die man Brüders&amp;lt;:haften ,»cer Linken nennt: 1m Vortrag vom 11. Oktober 1915 in «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltku1tur» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254, erklärt Rudolf Steiner die Bezeichnung «links» genauer: ö ist man im Okkultismus, wenn man etwas als Endzweck erreichen will mit Hilfe dessen, was man al5 okkulte Lehre vertritt. ist min im Okkultismus, wenn man ihn nur um seiner selbst willen verbreitet. Die Mi»telpartei kommt eben darauf hinaus, das Esoterische, das in unserer Zeit notwendig ist für das allgemeine Menschliche, exoterisch zu machen. Diejenigen aber, die ganz nach links stehen, sind solche, die Sonderzwecke verbinden mit dem, was sie als okkulte Lehre verbreiten. Man steht links in dem Maße, als man Sonderzwecke verfolgt, die Menschen in die geistige Welt führt, ihnen allerlei Kundgebungen aus der geistigen Welt gibt und in einer unrichtigen Weise in sie hineinpflanzt, was nur zur Reallsierung von solchen Sonderzwecken dienen soll.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 gerade in den letzten Vortra~gen: Siehe Hinweise zu 5.91. - Vgl. ferner die Zürcher Vorträge vom 6. und 13. November 1917 in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über das Erscheinen des Christus im Ätherischen siehe u. a. die Bände «Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt» (16 Vorträge, div. Orte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1910), GA 118, und «Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit» (23 Vortääge, div. Orte 1910/11), GA 130.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem ersten meer Mystei;endramen: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu 5.93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 Ich habe in den vorangehenden ~orträg~ gesagt: Siehe den Vortragszyklus «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177. - Vgl. ferner z. B. die Vorträge vom 24. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, und vom 3. und 4. November 1917 in «Geisteswissenschafthche Erläuterungen zu Goethes . Band 11: Das Faust-Problem. Die romantische und die klassische Walpurgisnacht» (13 Vorträge, Dornach u. Prag 1916-19), GA273.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|254}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 der Schwur, den einer ablegt: Ludwig Anzengruber, 1839-1889, Wiener Schriftsteller. «Ein Faustschlag», Schauspiel in drei Akten, 3. Akt, 6. Szene, wörtlich: «so wahr ein Gott lebt! - ich bin Atheist!»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
180 Veranstaltungen der spiritistischen Sitzungen.. ., von denen ich öfter gesprochen habe: So z. B. in folgenden Vorträgen: 23. September 1916 in «Innere Enrwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171; 27. November 1916 in «Das Kartna des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172; 26. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Kartna der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173; sowie im Zyklus «Die okkulte Bewegung im neunzehnten Jahrhundert und ihre Beziehung zur Welt-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kultur. Bedeutsames aus dem äußeren Geistesleben um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts» (13 Vorträge, Dornach 1915), GA254.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie öfter darauf aufmerksam gemacht, daß... viele Brüderschaften des Westens: Siehe u. a. die oben genannten Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
183 vertilgen: Das Stenogramrn ist an dieser Stelle undeutlich zu lesen, es könnte auch heißen: ehminieren. In der Nachschrift steht «verligieren».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
185 Daß diese Aufnahme auch etwas Kompliziertes ist, habe ich Ihnen ja in der verschiedensten Weise dargestellt: Siehe u. a. den Band «Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusarnmehhang mit Wiederverkörperungsfragen. Ein Aspekt der geistigen Führung der Menschheit» (23 Vorträge, div. Orte 1909), GA 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
,188 ich werde morgen noch über diese Dinge sprechen: Siehe außer dem hier gemeinten Vortrag vom 19. November auch den vom 16. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
189 in den Zürcher Vorträgen, wo ich ... sogar 50 weit gegangen bin: Siehe Hinweis zu S. 123, dort speziell den Vortrag vom 7. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
193 Fräulein Stinde: Siehe Hinweis zu S. 76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
194 das haben Sie schon aus den Auseinandersetzungen des vorigen jahres erkennen können: Siehe die Vortragszyklen «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171, «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA173.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
197 «die Brüder der Linken»: Siehe Hinweis zu S. 172.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
202 Wilhelm Wundt: Siehe Hinweis zu S. 161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Mauthner, 1849-1923, Schriftsteller und Philosoph. «Wörterbuch der Philosophie. Neue Beiträge zu einer Kritik der Sprache», 2 Bände, München u. Leipzig 1910, 1. Bd., Artikel «Geschichte», S. 411, wörtlich: «So Wundt, von eines Verlegers Gnaden ein Klassiker der Philosophie. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe dieser Betrachtungen gesagt: So z. B. in den Vorträgen vom 6. und 18. November in diesem Band. Siehe ferner den 1. Hinweis zu S. 175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
204/205 haben wir zum Teil ja schon geschildert... haben wir angeführt: Siehe die Vorträge vom 6. und 13. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|255}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
207 «Geheimwissenschaft im Umrtfl» (1910), GA 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208 im ersten Mysteriendrama: «Die Pforte der Einweihung», siehe Hinweis zu S. 93. Patr»cius Patrick, 389-460, Apostel und Schutzheiliger Irlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
209 in öffentlichen Vorträgen: Siehe 2. Hinweis zu S. 121, dort speziell den Vortrag vom 14. November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thales von Milet, um 624/640 - um 545 v. Chr., griechischer Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lesen Sie nach in meinen «Rätseln der Philosophie»: «Die RätseI der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargestellt» (1914), GA 18, Kap. «Die Weltanschauung der griechischen Denker».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
212 Frederick Winslot&amp;quot; Taylor, 1856-1915, amerikanischer Ingenieur. Urheber der Zeit- studien in Industriebetrieben, Begrtinder der wissenschaftlichen Betriebsführung (Taylor-System). «The Principles of Scientific Management», 1912; deutsch: München und Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
213 Darwinistu~,:he Theorie: Siehe Hinweis zu S. 40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
215 ein sehr ge!ehrter Herr: Prof. Dr. Martin Dibelius, in dem Aufsatz: «Im vierten Kriegsjahr»; in: «Frankfürter Zeitung» Nr.322 vom 21. 11. 1917, 1. Morgenblatt, S.l-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
217 in den öffentlichen Vortr~gen: Siehe 2. Hinweis zu 5. 121. Vgl. auch den Vortrag vom 15. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kleine Broschüre: «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)», Autoreferat eines öff. Vortrages vom 16. Okt. 1916 in Liestal. Enthalten in «Philosophie und Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1904-1923», GA 35; Sonderausgabe Dornach 1982 und gleichnamiges Taschenbuch Th612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
218 Ich habe schon auf sie hingewiesen: Siehe den Vortrag vom 6. November in diesem Band (spez. S. 82). Siehe ferner z. B. die Vorträge vom 24. September und 7. und 14. Oktober 1916 in «Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts» (16 Vorträge, Dornach 1916), GA 171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Sie aufmerksam darauf gemacht: Siehe die Vorträge vom 12. November 1916 in «Das Karma des Berufes des Menschen in Anknüpfung an Goethes Leben» (10 Vorträge, Dornach 1916), GA 172, und vom 18. Dezember 1916 in «Zeitgeschichtliche Betrachtungen. Das Karma der Unwahrhaftigkeit - Erster Teil» (13 Vorträge, Dornach u. Basel 1916), GA 173. Vgl. ferner den Vortrag vom 1. Dezember 1918 in «Die soziale Grundforderung unserer Zeit- In geänderter Zeitlage» (12 Vorträge, Dornach u. Bern 1918), GA l86. - Vgl. auch Rudolf Steiners Ausführungen über John Worrell Keely und den von ihm erfundenen Motor, z. B. im Vortrag vom 20. Juni 1916 in «Weltwesen und Ichheit» (7 Vorträge, Berlin 1916), GA 169. (Diesem sog. Keely-Motor hat auch H. P. Blavatsky ein Kapitel in ihrer «Geheimlehre» gewidmet, siehe «Die Geheimlehre. Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie» (Orig.: «Secret Doctrine. The Synthesis of science, religion and philosophy»), 3 Bände, 1887-1897, Bd. 1, 3. Teil, Abt. IX «Die kommende Kraft«.) - Siehe auch Nr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
107 der «Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe», Dornach, Michaeli 1991: «Der Strader-Apparat. Modell - Skizzen - Berichte«.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute vor acht Tagen: Siehe den Vortrag vom 19. November in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
219 Zweimal habe ich es in öffentlichen Vorträgen in Baselgesagt: Siehe die Vorträge «Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschenseele im Reich des Übersinnlichen und ihr Verhältnis zum Leib» (vom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oktober 1917) und «Geisteswissenschaftliche (anthroposophische) Forschungsergebnisse über das Ewige in der Menschenseele und über das Wesen der Freiheit» (vom 23. November 1917) in «Freiheit - Unsterblichkeit - Soziales Leben. Vom Zusammenhang des Seelisch-Geistigen mit dem Leiblichen des Menschen» (10 Vorträge, Basel u.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bern 1917/18), GA 72. - Vgl. auch den Vortrag vom 15. November (St. Gallen) in diesem Band.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
220 Zeile 6 v. o.: In den früheren Auflagen stand Erziehung anstatt Erzeugung. Das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stenograrnm ist an dieser Stelle nicht eindeutig lesbar; es handelt sich um eine sinngemäße Korrektur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf hin gewiesen: Siehe hierzu den Vortrag vom 7. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis» (14 Vorträge, Dornach 1917), GA 177, und dort auch die Hinweise zu S. 84 und 85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homunkulus-Szene bei Goethe: Goethe, «Faust» 11, 2. Akt, Laboratorium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
221 Kant hat sie falsch benannt: In «Kritik der praktischen Vernunft», 1788, 1. Teil, 2. Buch, 2. Hauptstück, Kap. VIII: Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft, 5.256 f.; Reclam 1945, S. 196, wörtlich: «Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit, voraussetzen muß, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe hat sie richtig genannt: In seinen «Tagebüchern», Sept. 1807, 7. Abschn., wörtlich: «Es kommt darauf an, däß der Mensch immerfort an seine drey idealen Forderungen: Gott, Unsterblichkeit, Tugend erinnert und sie ihm möglichst garantirt werden.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
222 im ersten Basler Vonrag: Getneint ist der Vortrag vom 18. November 1917, siehe Hinweis zu 5.219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
226 «Der Unfug des Sterbens»: Ausgewählte Essays von Prentice Mulford, aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet von Sir Galahad (Pseud. für Bertha EcksteinDiener), München o.J. (1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
228 Ich habe Ihnen ja gezeigt: Im Vortrag vom 19. November in diesem Band. Vgl. auch den Vortrag vom 16. November in St. Gallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
230 Zeilen 12ff v. o.: Hier erfolgte eine sinngemäße Korrektur gegenüber den früheren Auflagen. Früher stand: ... . er enthält die niedere Tiernatur astrallter, er enthält gewissermaßen die Menschheit nur auf diesem astraliter aufgesetzten Tier. »&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
234 Bemerkung, die ich im Verlauf dieser Vorträge gemacht habe: Im Vortrag vom 6. November in diesem Band. Siehe S. 94 und 2. Hinweis dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ich sehe, daß du den Teufel kennst»: Goethe, «Faust» 11, 1. Akt, Finstere Galerie,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vers 6258.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woodrow Wilson: Siehe Hinweis zu S. 71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|257}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NAMENREGISTER =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; = ohne Namensnennung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler, Alfred 132 f., 151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anzengruber, Ludwig 175*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baader, Franz Xaver Benedikt von 116 Breuer, Josef 124127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Garnot, Marie-Fran~ois-Sadi 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charcot, Jean-Martin 126&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Columban 67, 68*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darwin, Charles 12,4042,213,218, 232&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessoir, Max 155159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dewar, SirJames 22 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dibeijus, Martin 215 f·*, 226*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du Bois-Reymond, Emil 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elisabeth (Kaiserin v. Österreich) 77*, 83*, 85&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emerson, Ralph Waldo 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fichte, Johann Gottlieb 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freud, Sigmund 126133, 151, 154, 168f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus 67f., 71&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goethe, Johann Wolfgang von 4446, 93 f*, 220f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckel, Ernst 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haller, Albrecht von 45*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hartmann, Eduard von 40 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich 19&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hertwig, Oscar 41 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung, Carl Gustav 131142, 143*, 145, 148f. 151,153,168&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kant, Immanuel 24,45,221&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus, Nikolas 9 f., 26,45, 4Sf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laplace, Pierre Simon 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Levi, Eliphas 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luccheni 77*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mauthner, Fritz 202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mulford, Prentice 226&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nietzsche, Friedrich Wilhelm 132, 146148, 152, 163166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nothnagel, Hermann 127&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paracelsus, Theophrastus von Hohen­heim 64&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Patrick, Patricius 208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samt-Martin, Louis Claude 116&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schopenhauer, Arthur 146 f., 164 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stinde, Sophie 76, 193&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taylor, Fredenck Winslow 212 Thales von Milet 209 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vischer, FriedrichTheodor 1sf., 18,19* Volkelt, Johannes 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner, Richard 147 f., 163165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilson, Thomas Woodrow 71,94,234&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wundt, Wilhelm 161,202&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner, Rudolf 155, 158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Philosophie der Freiheit (GA 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156158&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Nietzscbe, ein Kämpfer gegen seine Zeit (GAS) 147,165&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie erlangt man Erkenntnisse der höhe­ren Welten? (GA 10) 19,20*,38,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
159ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geheimwissenschaft im Umriß (GA 13) 19,20*,156,207&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Mysteriendramen (GA 14) 93,173, 182,208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Die Pforte der Einweihung 173,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
208&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV. Der Seelen Erwachen 93&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geistige Führung des Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 15) 156,159&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rätsel der Philosophie (GA 18) 209&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|258}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Menschenratsel (GA 20) 24,28,96 Von Seelenratseln (GA 21) 14, 16, 155,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
158*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinkarnation und Karma (in GA 34) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das menschliche Leben (in GA 35) 217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorträge:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blut ist ein ganz besonderer Saft (in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GASS) 156&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit Unsterblichkeit Soziales Le­ben (GA 72) 2 19*, 222*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergänzung heutiger Wissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 73) 62*, 74*, 108*, 121*, 123*, 189*, 209*, 217*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innere Entwicldungsimpulse (GA 171) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Karma des Berufes (GA 172) 194* Zeitgeschichtliche Betrachtungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(GA 173) 194*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spirituellen Hintergründe (GA 177) 146*, 173*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= AUSFÜHRLICHE INHALTSANGABEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis des Übersinnlichen und die menschlichen Seelenrätsel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Öffentlicher Vortrag, St. Gallen, 15. November 1917 9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakter der Naturwissenschaft und der Geisteswissenschaft. Natur- wissenschaft geht von der Geburt aus, verfolgt das Sichtbare; Geistes- wissenschaft geht von der Betrachtung des Todes aus und erforscht das Übersinnliche. Resignation oder Erkenntnismut an den Grenzorten der Erkenntnis. Du Bois-Reymond - E Th. Vischer. Vorstellen - Bild. Imagination, Inspiration, Intuition. Reales Erfassen des Seelischen und Geistigen von Mensch und Welt. Materialistische und geisteswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Konsequenzen für das Leben nach dem Tod und für die Lebenspraxis. Hinweis auf den Goetheanismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geheimriis des Doppelgängers. Geographische Medizin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
St. Gallen, 16. November 1917 47&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Umschwung seit dem 16. Jahrhundert zum Materialismus erfordert heute die spirituelle Erkenntnis. Die Bedeutung gemeinsamer Pflege der Geisteswissenschaft für das Leben der Seele nach dem Tode. Spirituelle Begriffe als Erkenntnislicht. Das Hereinragen der geistigen Welt in die physische. Der Doppelgänger. B,eziehungen des Doppelgängers zu den differenzierten Ausstrahlungen der Erde. Geographische Medizin. Beziehungen zu Amerika vor und seit dem Zeitalter der Bewußtseinsseele. Die iro-schottische Christianisierung. Die Erde als lebendiger Organismus. Nationalismus und Weltkultur. Rußland - Amerika. Geisteswissenschaft als Lebenskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Kulissen des äußeren Geschehens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Zürich, 6. November 1917 77&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wirken guter und böser Kräfte im geschichtlichen Geschehen. Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten. Das Besondere der heutigen Kulturepoche. Lenkung der Menschen nach okkulten Grundsätzen. Das Bewußrwerden von Geheimnissen in Krankheit, Fortpflanzung und Tod. Das Wissen, das Seelen erfahren, die durch Attentate sterben. Machtimpulse durch okkulte Brüderschaften. Tendenzen, die spirituelle Entwicklung zu paralysieren. Das Entscheidungsjahr 1841. Seit 1879 wirken die Geister der Finsternis in den Seelen der Menschen. Das Durchschauen entkräftet ihre Wirkung. Über das Wirken für Geisteswissenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Zürich, 13. November 1917 99&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umwandlung der neueren Zeit. Durch den Monotheismus findet der Mensch nur Beziehungen zum Engelwesen. Der Mensch muß konkrete Beziehungen zur geistigen Welt finden. Der K`ampf in der geistigen Welt zwischen 1841 und 1879. Das Wirken der Geister der Finsternis. Okkulte Brüderschaften und ihr verschiedenes Streben. Die Aufgabe der Geisteswissenschaft. Wirkung materialistischer Anschauungen in der gei`stigen Welt. Das Wesen der Freiheit. Das Verhältnis zu den Toten. Über Psychoanalyse. Seelenkrankheiten als Folgen unrichtiger Verhäimisse zu den Toten. Geisterkenntnis als Heilmittel. Das Wirken aus geistigen Impulsen und die Widerstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Vorträge über Psychoanalyse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 10. November 1917 123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anfänge der Psychoanalyse. Breuer. Freud. Ihre Forschungsart erläutert an Krankengeschichten. Adler. Die Anschauung Jungs. Die Typen. Das individuelle und kollektive Unbewußte. Projektion und Introjektion. Der Gottesbegriff als notwendige psychische Funktion. Die Anschauung Jungs als symptomatisches Beispiel für das Nichtherankommen an die geistige Welt. Nietzsche, Schopenhauer, Wagner als Realbeispiel geistiger Wirksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 11. November 1917 149&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Seelentatsachen, die der Psychoanalyse vorliegen, weisen auf das Spirituelle. Der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt. Dessoir und die Anthroposophie, als Beispiel der Gelehrtenmoral. Deiiken, Fühlen und Wollen als Einheit in der Seele; sich trennend jenseits der Schwelle; sich vermischend im Unterbewußten bei Ich- Schwäche. Hysterie und Nervosität. Das Unzulängliche der Verstandesbegriffe. Charakter der geisteswissenschaftlichen Begriffe. Nietzsches Leben als Beispiel des Wirkens geistiger Impulse. Psychoanalyse und Pädagogik. Individuelle Therapie der Psychoanalyse und allgemeine Kulturiherapie durch Geisteswissenschaft. Kriterium: eine Theorie muß standhalten können, wenn man sie auf sie selbst anwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Vortrag, Domach, 18. November 1917 170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistige kann nicht durch den Begriff des Unbewußten gefaßt werden. Wo Geist ist, ist auch Bewußtsein. Der Höhepunkt des Materialismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|261}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die Erfahrung der Christuserscheinung im Ätherischen. Die Auseinandersetzung mit dem Bösen als Zeitaufgabe. Wirkung spiritueller oder materialistischer Begriffe im nachtodlichen Leben. Spiritismus. Das Durchschauen schützt vor okkulten Machenschaften. Der Christusimpuls. Tendenzen okkulter westlicher und östlicher Brüderschaften, die Menschenseelen abzulenken von der Christuserscheinung. Der Impuls von Irland. Ausschaltung des «amerikanischen» Einflusses. Das Unterbewußte und der Doppelgänger. Seine Abhängigkeit von den Erdtertitorien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweiter Vortrag, Domach, 19. November 1917 194&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die okkulten Brüderschaften und der Spiritismus. Lebenswidersprüche. Einheitlicher Weltengrund und das Wirken verschiedener spiritueller Individua1itäten. Lebenswirklichkeit und abstrakte Widerspruchs- losigkeit. Die Natur weist auf einheitlichen Weltengrund. Das Wirken einander widersprechender Geister hinter dem Sinnesteppich. Die Elementarwesen. Denken, Fühlen und Wollen und das Hereinwirken differenzierter Wesenheiten. Das Böse. Seine Überwindung mit Hilfe des Christusimpulses. Die Freiheit des Menschen gegenüber dem Spirituellen. Irland und die Christianisierung Europas. Der Doppelgänger und die Freiheit. Arbeitsteilung Taylors als Beispiel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dritter Vortrag, Domach, 25. November 1917 215&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Abgelebte des alten Geisteslebens und die neuen Zukunftsimpulse der Geisteswissenschaft. Die großen Lebensfragen: Verwendungen der Ätherkräfte in Maschinen. Beherrschung des Lebens, Krankheit und Tod. Beherrschung von Zeugung und Geburt. Das Verschlafen der spirituellen Impulse, ihr Ergreifen aus Freiheit. Der Stein der Weisen. Gott, Tugend, Unsterblichkeit. Ihre Umdeutung durch die okkulten Brüderschaften. Berücksichtigung des Kosmischen in selbstloser Weise eine Zeitnotwendigkeit. Seine Benutzung durch westliche und östliche Brüderschaften. Das Hereinwirken der Toten aus der spirituellen Welt in Freiheit sowie ihr Hereingeführtwerden ins menschliche Dasein in künstlicher Weise, je nach dem Verhalten der Menschen der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen&#039;&#039;, [[GA 178]] (1992), ISBN 3-7274-1780-3 {{Vorträge|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 178]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 178 Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* I. Die leibliche Wesenheit des Menschen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
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* [[GA 9#ZUR NEU-AUSGABE DIESER SCHRIFT|ZUR NEU-AUSGABE DIESER SCHRIFT]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#VORREDE ZUR NEUNTEN AUFLAGE|VORREDE ZUR NEUNTEN AUFLAGE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#VORREDE ZUR SECHSTEN AUFLAGE|VORREDE ZUR SECHSTEN AUFLAGE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#VORREDE ZUR DRITTEN AUFLAGE|VORREDE ZUR DRITTEN AUFLAGE]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#EINLEITUNG|EINLEITUNG]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#DAS WESEN DES MENSCHEN|DAS WESEN DES MENSCHEN]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#I. Die leibliche Wesenheit des Menschen|I. Die leibliche Wesenheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#II. Die seelische Wesenheit des Menschen|II. Die seelische Wesenheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#III. Die geistige Wesenheit des Menschen|III. Die geistige Wesenheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#IV. Leib, Seele und Geist|IV. Leib, Seele und Geist]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#WIEDERVERKÖRPERUNG DES GEISTES UND SCHICKSAL|WIEDERVERKÖRPERUNG DES GEISTES UND SCHICKSAL]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#DIE DREI WELTEN|DIE DREI WELTEN]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#I. Die Seelenwelt|Die Seelenwelt]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#II. Die Seele in der Seelenwelt nach dem Tode|II. Die Seele in der Seelenwelt nach dem Tode]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#III. Das Geisterland|III. Das Geisterland]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#IV. Der Geist im Geisterland nach dem Tode|IV. Der Geist im Geisterland nach dem Tode]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#V. Die physische Welt und ihre Verbindung mit Seelen- und Geisterland|V. Die physische Welt und ihre Verbindung mit Seelen- und Geisterland]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#VI. Von den Gedankenformen und der menschlichen Aura|VI. Von den Gedankenformen und der menschlichen Aura]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#DER PFAD DER ERKENNTNIS|DER PFAD DER ERKENNTNIS]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#EINZELNE BEMERKUNGEN UND ERGÄNZUNGEN|EINZELNE BEMERKUNGEN UND ERGÄNZUNGEN]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#HINWEISE DES HERAUSGEBERS|HINWEISE DES HERAUSGEBERS]]&lt;br /&gt;
* [[GA 9#Literatur|Literatur]]&lt;br /&gt;
** [[GA 9#Originalausgaben|Originalausgaben]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ZUR NEU-AUSGABE DIESER SCHRIFT =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Erscheinen der neunten Auflage dieser Schrift im Jahre 1918 habe ich sie einer sorgfältigen Durcharbeitung unterzogen. Seither ist die Anzahl der Gegenschriften gegen die in ihr dargestellte anthroposophische Weltanschauung um ein bedeutendes gewachsen. 1918 hat die Durcharbeitung zu einer großen Zahl von Erweiterungen und Ergänzungen geführt. Die Durcharbeitung zu dieser Neu-Ausgabe hat zu einem Gleichen nicht geführt. Wer beachten will, wie ich an den verschiedensten Stellen meiner Schriften mir die möglichen Einwände selber gemacht habe, um deren Gewicht zu bestimmen und sie zu entkräften, der kann im wesentlichen wissen, was ich zu den Gegenschriften zu sagen habe. Innere Gründe, den Inhalt in gleicher Art zu ergänzen, wie 1918, gab es aber diesmal nicht, trotzdem sich in meiner Seele die anthroposophische Weltanschauung seither gerade in den letzten vier Jahren nach vielen Seiten erweitert hat und ich sie auch vertiefen durfte. Diese Erweiterung und Vertiefung hat mich aber nicht zu einer Erschütterung des in dieser Schrift Niedergeschriebenen geführt, sondern zu der Ansicht, daß das seither Gefundene gerechtfertigt erscheinen läßt, an dem Inhalt dieser grundlegenden Darstellung nichts Wesentliches zu ändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stuttgart, 24. November 1922 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|8}}&lt;br /&gt;
= VORREDE ZUR NEUNTEN AUFLAGE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie vor dem Erscheinen früherer Neuauflagen dieses Buches habe ich auch diesmal seine Ausführungen wieder durchgearbeitet. Und diese Durcharbeitung hat für die vorliegende Neu-Ausgabe zu einer ziemlich großen Zahl von Erweiterungen und Ergänzungen des Inhaltes geführt. Man wird besonders das Kapitel «Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal» fast ganz umgearbeitet finden. An allem, was als geisteswissenschaftliche Ergebnisse in vorigen Auflagen geltend gemacht worden ist, habe ich nichts zu ändern nötig befunden. Daher ist nichts Wesentliches weggelassen, was früher in dem Buche gestanden hat. Dagegen ist vieles hinzugefügt. – Auf dem geisteswissenschaftlichen Gebiete fühlt man gegenüber einer Darstellung, die man gegeben hat, stets das Bedürfnis, das einmal Gesagte durch gewisse Lichter, die man von verschiedenen Seiten her auf dasselbe werfen möchte, zu einer größeren Klarheit zu bringen. Wie man da sich genötigt sieht, für die Prägung des Wortes, für die Ausgestaltung des Ausdruckes zu verwerten, was die fortlaufende Seelenerfahrung gewährt, darüber habe ich mich schon in der Vorrede zur sechsten Auflage ausgesprochen. Ich bin dieser Nötigung besonders bei dieser Neu-Ausgabe gefolgt. Deshalb darf gerade sie als «vielfach erweiterte und ergänzte» bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berlin, Juli 1918&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
= VORREDE ZUR SECHSTEN AUFLAGE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast jedesmal, wenn eine neue Auflage dieses Buches nötig wurde, habe ich seine Ausführungen wieder aufmerksam durchgearbeitet. Auch dieses Mal habe ich mich der Aufgabe unterzogen. Über die erneute Durcharbeitung hätte ich ähnliches zu sagen wie über diejenige für die dritte Auflage. Ich lasse daher dem Inhalt des Buches die «Vorrede zur dritten Auflage» vorangehen. Doch habe ich diesmal eine besondere Sorgfalt darauf verwendet, viele Einzelheiten der Darstellung zu einer noch größeren Klarheit zu bringen, als ich dies für die vorigen Auflagen zu tun vermochte. Ich weiß, daß vieles, sehr vieles in dieser Richtung noch geschehen müßte. Allein bei Darstellungen der geistigen Welt ist man für das Auffinden des prägnanten Wortes, der entsprechenden Wendung, die eine Tatsache, ein Erlebnis zum Ausdruck bringen sollen, von den Wegen abhängig, welche die Seele geht. Auf diesen Wegen ergibt sich, wenn «die rechte Stunde da ist», der Ausdruck, nach dem man vergeblich sucht, wenn man ihn mit Absicht herbeiführen will. Ich glaube, daß ich an manchen Stellen dieser Neuauflage eben in Beziehung auf wichtige Einzelheiten im Erkennen der geistigen Welt habe Wichtiges tun dürfen. Manches erscheint mir erst jetzt so dargestellt, wie es sein soll. Ich darf es aussprechen, daß dieses Buch etwas mitgemacht hat von dem, was meine Seele seit dessen erstem Erscheinen vor zehn Jahren, nach weiterer Erkenntnis der geistigen Welt ringend, durchlebt hat. Mag auch die Anlage, ja für alles Wesentliche selbst die Fassung dieser Auflage mit der ersten noch völlig übereinstimmen; an vielen Stellen des Buches wird man doch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sehen können, daß es mir als ein Lebendiges gegenübergestanden hat, dem ich gegeben habe von dem, was ich glaube mir in zehn Jahren der Geistesforschung errungen zu haben. Sollte das Buch eine Neuauflage des alten sein und nicht ein völlig neues werden, so konnte sich die um. Gestaltung naturgemäß nur in bescheidenen Grenzen halten. Ich war namentlich auch bestrebt, durch einzelne «Erweiterungen und Ergänzungen» dafür zu sorgen, daß diese oder jene Frage, welche sich der Leser an mancher Stelle aufwerfen kann, ihre Antwort in dem Buche selbst finde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In bewegter Zeit und mit bewegter Seele schreibe ich diese Sätze, welche der sechsten Auflage des Buches vorgedruckt werden sollen. Deren Druck war bis Seite 189* vollendet, als das schicksaltragende Ereignis über Europa hereinbrach, das jetzt die Menschheit erlebt. Mir scheint es unmöglich, da ich diese Vorrede schreibe, nicht hier anzudeuten, was auf die Seele in solcher Zeit einstürmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berlin, 7. September 1914 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- - -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Seite 194 der vorliegenden Auflage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
= VORREDE ZUR DRITTEN AUFLAGE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was anläßlich der Veröffentlichung der zweiten Auflage dieses Buches gesagt worden ist, darf auch dieser dritten gegenüber ausgesprochen werden. Es sind auch diesmal «Ergänzungen und Erweiterungen» an einzelnen Stellen eingeschaltet worden, welche zu der genaueren Prägung des Dargestellten mir wichtig scheinen; zu wesentlichen Änderungen dessen, was schon in der ersten und zweiten Auflage enthalten war, schien mir nirgends eine Nötigung vorzuliegen. Und auch dasjenige, was über die Aufgabe der Schrift schon bei ihrem ersten Erscheinen gesagt worden und in der Vorrede zur zweiten Auflage hinzugefügt worden ist, bedarf gegenwärtig einer Änderung nicht. Deshalb soll hier die Vorrede der ersten Auflage und dann auch dasjenige wiedergegeben werden, was in der Vorrede zur zweiten Auflage hinzugefügt worden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buche soll eine Schilderung einiger Teile der übersinnlichen Welt gegeben werden. Wer nur die sinnliche gelten lassen will, wird diese Schilderung für ein wesenloses Phantasiegebilde halten. Wer aber die Wege suchen will, die aus der Sinnenwelt hinausführen, der wird alsbald verstehen lernen, daß menschliches Leben nur Wert und Bedeutung durch den Einblick in eine andere Welt gewinnt. Der Mensch wird nicht wie viele fürchten durch solchen Einblick dem «wirklichen» Leben entfremdet. Denn er lernt durch ihn erst sicher und fest in diesem Leben stehen. Er lernt die Ursachen des Lebens erkennen, während er ohne denselben wie ein Blinder sich durch die Wirkungen hindurchtastet. Durch die Erkenntnis des Übersinnlichen gewinnt das sinnliche «Wirkliche»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erst Bedeutung. Deshalb wird man durch diese Erkenntnis tauglicher und nicht untauglicher für das Leben. Ein wahrhaft «praktischer» Mensch kann nur werden, wer das Leben versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verfasser dieses Buches schildert nichts, wovon er nicht Zeugnis ablegen kann durch Erfahrung, durch eine solche Art von Erfahrung, die man in diesen Gebieten machen kann. Nur in diesem Sinne Selbsterlebtes soll dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man Bücher in unserem Zeitalter zu lesen pflegt, kann dieses nicht gelesen werden In einer gewissen Beziehung wird von dem Leser jede Seite, ja mancher Satz erarbeitet werden müssen. Das ist mit Bewußtsein angestrebt worden. Denn nur so kann das Buch dem Leser werden, was es ihm werden soll. Wer es bloß durchliest, der wird es gar nicht gelesen haben. Seine Wahrheiten müssen erlebt werden. Geisteswissenschaft hat nur in diesem Sinne einen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Standpunkt der landläufigen Wissenschaft kann das Buch nicht beurteilt werden, wenn nicht der Gesichtspunkt zu solcher Beurteilung aus dem Buche selbst gewonnen wird. Wenn der Kritiker diesen Gesichtspunkt einnehmen wird, dann wird er freilich sehen, daß durch diese Ausführungen wahrer Wissenschaftlichkeit in nichts widersprochen werden soll. Der Verfasser weiß, daß er durch kein Wort mit seiner wissenschaftlichen Gewissenhaftigkeit hat in Widerspruch kommen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer noch auf einem anderen Wege die hier dargestellten Wahrheiten suchen will, der findet einen solchen in meiner «Philosophie der Freiheit». In verschiedener Art streben diese beiden Bücher nach dem gleichen Ziele. Zum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verständnis des einen ist das andere durchaus nicht notwendig, wenn auch für manchen gewiß förderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in diesem Buche nach den «allerletzten» Wahrheiten sucht, wird es vielleicht unbefriedigt aus der Hand legen. Es sollten eben aus dem Gesamtgebiete der Geisteswissenschaft zunächst die Grundwahrheiten gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt ja gewiß in der Natur des Menschen, gleich nach Anfang und Ende der Welt, nach dem Zwecke des Daseins und nach der Wesenheit Gottes zu fragen. Wer aber nicht Worte und Begriffe für den Verstand, sondern wirkliche Erkenntnisse für das Leben im Sinne hat, der weiß, daß er in einer Schrift, die vom Anfange der Geist-Erkenntnis handelt, nicht Dinge sagen darf, die den höheren Stufen der Weisheit angehören. Es wird ja durch das Verständnis dieses Anfanges erst klar, wie höhere Fragen gestellt werden sollen. In einer anderen, sich an diese anschließenden Schrift, nämlich in des Verfassers «Geheimwissenschaft», findet man weitere Mitteilungen über das hier behandelte Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorrede zur zweiten Auflage wurde ergänzend hinzugefügt: Wer gegenwärtig eine Darstellung übersinnlicher Tatsachen gibt, der sollte sich über zweierlei klar sein. Das erste ist, daß unsere Zeit die Pflege übersinnlicher Erkenntnisse braucht; das andere aber, daß heute im Geistesleben eine Fülle von Vorstellungen und Empfindungen vorhanden ist, die eine solche Darstellung für viele geradezu als wüste Phantasterei und Träumerei erscheinen lassen. Es braucht die Gegenwart übersinnliche Erkenntnisse, weil alles dasjenige, was auf die gebräuchliche Art der Mensch über Welt und Leben erfährt, eine Unzahl von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragen in ihm anregt, die nur durch die übersinnlichen Wahrheiten beantwortet werden können. Denn darüber sollte man sich nicht täuschen: was man über die Grundlagen des Daseins innerhalb der heutigen Geistesströmung mitgeteilt erhalten kann, sind für die tiefer empfindende Seele nicht Antworten, sondern Fragen in bezug auf die großen Rätsel von Welt und Leben. Eine Zeitlang mag sich mancher der Meinung hingeben, daß er in den «Ergebnissen streng wissenschaftlicher Tatsachen» und in den Folgerungen manches gegenwärtigen Denkers eine Lösung der Daseinsrätsel gegeben habe. Geht die Seele aber bis in jene Tiefen, in die sie gehen muß, wenn sie sich wirklich selbst versteht, so erscheint ihr das, was ihr anfänglich wie Lösung vorgekommen ist, erst als Anregung zu der wahren Frage. Und eine Antwort auf diese Frage soll nicht bloß einer menschlichen Neugierde entgegenkommen, sondern von ihr hängt ab die innere Ruhe und Geschlossenheit des Seelenlebens. Das Erringen einer solchen Antwort befriedigt nicht bloß den Wissensdrang, sondern sie macht den Menschen arbeitstüchtig und gewachsen den Aufgaben des Lebens, während ihn der Mangel einer Lösung der entsprechenden Fragen seelisch und zuletzt auch physisch lähmt. Erkenntnis des Übersinnlichen ist eben nicht bloß etwas für das theoretische Bedürfnis, sondern für eine wahre Lebenspraxis. Gerade wegen der Art des gegenwärtigen Geisteslebens ist daher Geist-Erkenntnis ein unentbehrliches Erkenntnisgebiet für unsere Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite liegt die Tatsache vor, daß viele heute dasjenige am stärksten zurückweisen, was sie am notwendigsten brauchen. Die zwingende Macht vieler Meinungen, welche man sich auf der Grundlage «sicherer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wissenschaftlicher Erfahrungen» aufgebaut hat, ist für manche so groß, daß sie gar nicht anders können, als die Darstellung eines Buches, wie dieses eines ist, für bodenlosen Unsinn zu halten. Der Darsteller übersinnlicher Erkenntnisse kann solchen Dingen durchaus ohne alle Illusion gegenüberstehen. Man wird ja allerdings leicht versucht sein, von einem solchen Darsteller zu verlangen, er solle «einwandfreie» Beweise für das geben, was er vorbringt. Man bedenkt dabei nur nicht, daß man damit sich einer Täuschung hingibt. Denn man verlangt allerdings ohne daß man sich dessen bewußt ist nicht die in der Sache liegenden Beweise, sondern diejenigen, welche man selbst anerkennen will oder anzuerkennen in der Lage ist. Der Verfasser dieser Schrift weiß, daß in ihr nichts steht, was nicht jeder anerkennen kann, der auf dem Boden der Naturerkenntnis der Gegenwart steht. Er weiß, daß man allen Anforderungen der Naturwissenschaft gerecht werden kann und gerade deswegen die Art der hier von der übersinnlichen Welt gegebenen Darstellung in sich gegründet finden kann. Ja, gerade echte naturwissenschaftliche Vorstellungsart sollte sich heimisch in dieser Darstellung fühlen. Und wer so denkt, der wird sich von mancher Diskussion in einer Art berührt fühlen, welche durch das tiefwahre Goethesche Wort gekennzeichnet ist: «Eine falsche Lehre läßt sich nicht widerlegen, denn sie ruht ja auf der Überzeugung, daß das Falsche wahr sei.» Diskussionen sind fruchtlos demjenigen gegenüber, der nur Beweise gelten lassen will, die in seiner Denkungsweise liegen. Wer mit dem Wesen des «Beweisens» bekannt ist, der ist sich klar darüber, daß die Menschenseele auf anderen Wegen als durch Diskussion das Wahre findet. Aus solcher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesinnung heraus sei dieses Buch auch in zweiter Auflage der Öffentlichkeit übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
= EINLEITUNG =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Johann Gottlieb Fichte im Herbst 1813 seine «Lehre» als reife Frucht eines ganz dem Dienste der Wahrheit gewidmeten Lebens vortrug, da sprach er gleich im Anfange folgendes aus: «Diese Lehre setzt voraus ein ganz neues inneres Sinneswerkzeug, durch welches eine neue Welt gegeben wird, die für den gewöhnlichen Menschen gar nicht vorhanden ist.» Und dann zeigte er an einem Vergleich, wie unfaßlich diese seine Lehre demjenigen sein muß, der sie mit den Vorstellungen der gewöhnlichen Sinne beurteilen will: «Denke man eine Welt von Blindgeborenen, denen darum allein die Dinge und ihre Verhältnisse bekannt sind, die durch den Sinn der Betastung existieren. Tretet unter diese und redet ihnen von Farben und den anderen Verhältnissen, die nur durch das Licht und für das Sehen vorhanden sind. Entweder ihr redet ihnen von Nichts, und dies ist das Glücklichere, wenn sie es sagen, denn auf diese Weise werdet ihr bald den Fehler merken und, falls ihr ihnen nicht die Augen zu öffnen vermögt, das vergebliche Reden einstellen.» Nun befindet sich allerdings derjenige, der von solchen Dingen zu Menschen spricht, auf welche Fichte in diesem Falle deutet, nur zu oft in einer Lage, welche der des Sehenden zwischen Blindgeborenen ähnlich ist. Aber diese Dinge sind doch diejenigen, die sich auf des Menschen wahres Wesen und höchstes Ziel beziehen. Und es müßte somit derjenige an der Menschheit verzweifeln, der glauben wollte, daß es nötig sei, «das vergebliche Reden einzustellen». Keinen Augenblick darf vielmehr daran gezweifelt werden, daß es in bezug auf diese Dinge möglich sei, jedem «die Augen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu öffnen», der den guten Willen dazu mitbringt. Aus dieser Voraussetzung heraus haben daher alle diejenigen gesprochen und geschrieben, die in sich fühlten, daß ihnen selbst das «innere Sinneswerkzeug» erwachsen sei, durch das sie das den äußeren Sinnen verborgene wahre Wesen des Menschen zu erkennen vermochten. Seit den ältesten Zeiten wird daher immer wieder und wieder von solcher «verborgenen Weisheit» gesprochen. Wer etwas von ihr ergriffen hat, fühlt den Besitz ebenso sicher, wie die, welche wohlgebildete Augen haben, den Besitz der Farbenvorstellungen fühlen. Für ihn bedarf daher diese «verborgene Weisheit» keines «Beweises». Und er weiß auch, daß sie für denjenigen keines Beweises bedürfen kann, dem sich gleich ihm der «höhere Sinn» erschlossen hat. Zu einem solchen kann er sprechen, wie ein Reisender über Amerika zu sprechen vermag zu denen, die zwar nicht selbst Amerika gesehen haben, die sich aber davon eine Vorstellung machen können, weil sie alles sehen würden, was er gesehen hat, wenn sich ihnen dazu die Gelegenheit böte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nicht nur zu Erforschern der geistigen Welt soll der Beobachter des Übersinnlichen sprechen. Er muß seine Worte an alle Menschen richten. Denn er hat über Dinge zu berichten, die alle Menschen angehen; ja, er weiß, daß niemand ohne eine Kenntnis dieser Dinge im wahren Sinne des Wortes «Mensch» sein kann. Und er spricht zu allen Menschen, weil ihm bekannt ist, daß es verschiedene Grade des Verständnisses für das gibt, was er zu sagen hat. Er weiß, daß auch solche, die noch weit entfernt von dem Augenblicke sind, in dem ihnen die eigene geistige Forschung erschlossen wird, ihm Verständnis entgegenbringen können. Denn das Gefühl und das Verständnis für die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wahrheit liegen in jedem Menschen. Und an dieses Verständnis, das in jeder gesunden Seele aufleuchten kann, wendet er sich zunächst. Er weiß auch, daß in diesem Verständnis eine Kraft ist, die allmählich zu den höheren Graden der Erkenntnis führen muß. Dieses Gefühl, das vielleicht anfangs gar nichts sieht von dem, wovon zu ihm gesprochen wird, es ist selbst der Zauberer, der das «Auge des Geistes» aufschließt. In der Dunkelheit regt sich dieses Gefühl. Die Seele sieht nicht; aber durch dieses Gefühl wird sie erfaßt von der Macht der Wahrheit; und dann wird die Wahrheit nach und nach herankommen an die Seele und ihr den «höheren Sinn» öffnen. Für den einen mag es kürzer, für den andern länger dauern; wer Geduld und Ausdauer hat, der erreicht dieses Ziel. Denn wenn auch nicht jeder physisch Blindgeborene operiert werden kann: jedes geistige Auge kann geöffnet werden; und es ist nur eine Frage der Zeit, wann es geöffnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelehrsamkeit und wissenschaftliche Bildung sind keine Vorbedingungen zur Eröffnung dieses «höheren Sinnes». Dem naiven Menschen kann er sich ebenso erschließen wie dem wissenschaftlich Hochstehenden. Was in gegenwärtiger Zeit oft die «alleinige» Wissenschaft genannt wird, kann für dieses Ziel oft sogar eher hinderlich als fördernd sein. Denn diese Wissenschaft läßt naturgemäß nur dasjenige als «wirklich» gelten, was den gewöhnlichen Sinnen zugänglich ist. Und so groß auch ihre Verdienste um die Erkenntnis dieser Wirklichkeit sind: sie schafft, wenn sie, was für ihre Wissenschaft notwendig und segenbringend ist, für alles menschliche Wissen als maßgebend erklärt, zugleich eine Fülle von Vorurteilen, die den Zugang zu höheren Wirklichkeiten verschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen dasjenige, was hier gesagt ist, wird oft eingewendet: dein Menschen seien einmal «unübersteigliche Grenzen» seiner Erkenntnis gesetzt. Man könne diese Grenzen nicht überschreiten; deshalb müssen alle Erkenntnisse abgelehnt werden, welche solche «Grenzen» nicht beachten. Und man sieht wohl auch den als recht unbescheiden an, der etwas über Dinge behaupten will, von denen es vielen für ausgemacht gilt, daß sie jenseits der Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit liegen. Man läßt bei einem solchen Einwande völlig unberücksichtigt, daß der höheren Erkenntnis eben eine Entwickelung der menschlichen Erkenntniskräfte voranzugehen hat. Was vor einer solchen Entwickelung jenseits der Grenzen des Erkennens liegt, das liegt nach der Erweckung von Fähigkeiten, die in jedem Menschen schlummern, durchaus innerhalb des Erkenntnisgebietes. Eines darf dabei allerdings nicht außer acht gelassen werden. Man könnte sagen: wozu nützt es, über Dinge zu Menschen zu sprechen, für welche ihre Erkenntniskräfte nicht erweckt sind, die ihnen also selbst doch verschlossen sind? So ist aber die Sache doch falsch beurteilt. Man braucht gewisse Fähigkeiten, um die Dinge, um die es sich handelt, aufzufinden: werden sie aber, nachdem sie aufgefunden sind, mitgeteilt, dann kann jeder Mensch sie verstehen, der unbefangene Logik und gesundes Wahrheitsgefühl anwenden will. In diesem Buche werden keine anderen Dinge mitgeteilt als solche, die auf jeden, der allseitiges, durch kein Vorurteil getrübtes Denken und rückhaltloses, freies Wahrheitsgefühl in sich wirken läßt, den Eindruck machen können, daß durch sie an die Rätsel des Menschenlebens und der Welterscheinungen auf eine befriedigende Art herangetreten werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann. Man stelle sich nur einmal auf den Standpunkt der Frage: Gibt es eine befriedigende Erklärung des Lebens, wenn die Dinge wahr sind, die da behauptet werden? Und man wird finden, daß das Leben eines jeden Menschen die Bestätigung liefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um «Lehrer» auf diesen höheren Gebieten des Daseins zu sein, genügt es allerdings nicht, daß sich dem Menschen einfach der Sinn für sie erschlossen hat. Dazu gehört ebenso «Wissenschaft» auf ihnen, wie zum Lehrerberuf auf dem Gebiete der gewöhnlichen Wirklichkeit Wissenschaft gehört. «Höheres Schauen» macht ebensowenig schon zum «Wissenden» im Geistigen, wie gesunde Sinne zum «Gelehrten» in der sinnlichen Wirklichkeit machen. Und da in Wahrheit alle Wirklichkeit, die niedere und die höhere geistige, nur zwei Seiten einer und derselben Grundwesenheit sind, so wird derjenige, der unwissend in den niederen Erkenntnissen ist, es wohl auch zumeist in höheren Dingen bleiben. Diese Tatsache erzeugt in dem, der sich durch geistige Berufung zum Aussprechen über die geistigen Gebiete des Daseins veranlaßt fühlt, das Gefühl einer ins Unermeßliche gehenden Verantwortung. Sie legt ihm Bescheidenheit und Zurückhaltung auf. Niemanden aber soll sie abhalten, sich mit den höheren Wahrheiten zu beschäftigen. Auch den nicht, dem sein übriges Leben keine Veranlassung gibt, sich mit den gewöhnlichen Wissenschaften zu befassen. Denn man kann wohl seine Aufgabe als Mensch erfüllen, ohne von Botanik, Zoologie, Mathematik und anderen Wissenschaften etwas zu verstehen; man kann aber nicht in vollem Sinne des Wortes «Mensch» sein, ohne der durch das Wissen vom Übersinnlichen enthüllten Wesenheit und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bestimmung des Menschen in irgendeiner Art nahegetreten zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Höchste, zu dem der Mensch aufzublicken vermag, bezeichnet er als das «Göttliche». Und er muß seine höchste Bestimmung in irgendeiner Art mit diesem Göttlichen in Zusammenhang denken. Deshalb mag wohl auch die über das Sinnliche hinausgehende Weisheit, welche ihm sein Wesen und damit seine Bestimmung offenbart, «göttliche Weisheit» oder Theosophie genannt werden. Der Betrachtung der geistigen Vorgänge im Menschenleben und im Weltall kann man die Bezeichnung Geisteswissenschaft geben. Hebt man aus dieser, wie in diesem Buche geschehen ist, im besonderen diejenigen Ergebnisse heraus, welche auf den geistigen Wesenskern des Menschen sich beziehen, so kann für dieses Gebiet der Ausdruck «Theosophie» gebraucht werden, weil er durch Jahrhunderte hindurch in einer solchen Richtung angewendet worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der hiermit angedeuteten Gesinnung heraus wird in dieser Schrift eine Skizze theosophischer Weltanschauung entworfen. Der sie niedergeschrieben hat, will nichts darstellen, was für ihn nicht in einem ähnlichen Sinne Tatsache ist, wie ein Erlebnis der äußeren Welt Tatsache für Augen und Ohren und den gewöhnlichen Verstand ist. Man hat es ja mit Erlebnissen zu tun, die jedem zugänglich werden, wenn er den in einem besonderen Abschnitt dieser Schrift vorgezeichneten «Erkenntnispfad» zu betreten entschlossen ist. Man stellt sich in der richtigen Art zu den Dingen der übersinnlichen Welt, wenn man voraussetzt, daß gesundes Denken und Empfinden alles zu verstehen vermag, was an wahren Erkenntnissen aus den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
höheren Welten fließen kann, und daß man, wenn man von diesem Verständnisse ausgeht und den festen Grund damit legt, auch einen gewichtigen Schritt zum eigenen Schauen gemacht hat; wenn auch, um dieses zu erlangen, anderes hinzukommen muß. Man verriegelt sich aber die Türe zu der wahren höheren Erkenntnis, wenn man diesen Weg verschmäht und nur auf andere Art in die höheren Welten dringen will. Der Grundsatz: erst höhere Welten anzuerkennen, wenn man sie geschaut hat, ist ein Hindernis für dieses Schauen selbst. Der Wille, durch gesundes Denken erst zu verstehen, was später geschaut werden kann, fördert dieses Schauen. Es zaubert wichtige Kräfte der Seele hervor, welche zu diesem «Schauen des Sehers» führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
= DAS WESEN DES MENSCHEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Worte Goethes bezeichnen in schöner Art den Ausgangspunkt eines der Wege, auf denen das Wesen des Menschen erkannt werden kann: «Sobald der Mensch die Gegenstände um sich her gewahr wird, betrachtet er sie in bezug auf sich selbst; und mit Recht, denn es hängt sein ganzes Schicksal davon ab, ob sie ihm gefallen oder mißfallen, ob sie ihn anziehen oder abstoßen, ob sie ihm nützen oder schaden. Diese ganz natürliche Art, die Dinge anzusehen und zu beurteilen, scheint so leicht zu sein, als sie notwendig ist, und doch ist der Mensch dabei tausend Irrtümern ausgesetzt, die ihn oft beschämen und ihm das Leben verbittern. Ein weit schwereres Tagewerk übernehmen diejenigen, deren lebhafter Trieb nach Kenntnis die Gegenstände der Natur an sich selbst und in ihren Verhältnissen untereinander zu beobachten strebt: denn sie vermissen bald den Maßstab, der ihnen zu Hilfe kam, wenn sie als Menschen die Dinge in bezug auf sich betrachten. Es fehlt ihnen der Maßstab des Gefallens und Mißfallens, des Anziehens und Abstoßens, des Nutzens und Schadens. Diesem sollen sie ganz entsagen, sie sollen als gleichgültige und gleichsam göttliche Wesen suchen und untersuchen, was ist, und nicht, was behagt. So soll den echten Botaniker weder die Schönheit noch die Nutzbarkeit der Pflanzen rühren, er soll ihre Bildung, ihr Verhältnis zu dem übrigen Pflanzenreiche untersuchen; und wie sie alle von der Sonne hervorgelockt und beschienen werden, so soll er mit einem gleichen ruhigen Blicke sie alle ansehen und übersehen und den Maßstab zu dieser Erkenntnis, die Data der Beurteilung nicht aus sich, sondern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus dem Kreise der Dinge nehmen, die er beobachtet.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dreierlei lenkt dieser von Goethe ausgesprochene Gedanke die Aufmerksamkeit des Menschen. Das erste sind die Gegenstände, von denen ihm durch die Tore seiner Sinne fortwährend Kunde zufließt, die er tastet, riecht, schmeckt, hört und sieht. Das zweite sind die Eindrücke, die sie auf ihn machen und die sich als sein Gefallen und Mißfallen, sein Begehren oder Verabscheuen dadurch kennzeichnen, daß er das eine sympathisch, das andere antipathisch, das eine nützlich, das andere schädlich findet. Und das dritte sind die Erkenntnisse, die er sich als «gleichsam göttliches Wesen» über die Gegenstände erwirbt; es sind die Geheimnisse des Wirkens und Daseins dieser Gegenstände, die sich ihm enthüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlich scheiden sich diese drei Gebiete im menschlichen Leben. Und der Mensch wird daher gewahr, daß er in einer dreifachen Art mit der Welt verwoben ist. Die erste Art ist etwas, was er vorfindet, was er als eine gegebene Tatsache hinnimmt. Durch die zweite Art macht er die Welt zu seiner eigenen Angelegenheit, zu etwas, das eine Bedeutung für ihn hat. Die dritte Art betrachtet er als ein Ziel, zu dem er unaufhörlich hinstreben soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum erscheint dem Menschen die Welt in dieser dreifachen Art? Eine einfache Betrachtung kann das lehren: Ich gehe über eine mit Blumen bewachsene Wiese. Die Blumen künden mir ihre Farben durch mein Auge. Das ist die Tatsache, die ich als gegeben hinnehme. Ich freue mich über die Farbenpracht. Dadurch mache ich die Tatsache zu meiner eigenen Angelegenheit. Ich verbinde durch meine Gefühle die Blumen mit meinem eigenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasein. Nach einem Jahre gehe ich wieder über dieselbe Wiese. Andere Blumen sind da. Neue Freude erwächst mir aus ihnen. Meine Freude vom Vorjahre wird als Erinnerung auftauchen. Sie ist in mir; der Gegenstand, der sie angefacht hat, ist vergangen. Aber die Blumen, die ich jetzt sehe, sind von derselben Art wie die vorjährigen; sie sind nach denselben Gesetzen gewachsen wie jene. Habe ich mich über diese Art, über diese Gesetze aufgeklärt, so finde ich sie in den diesjährigen Blumen so wieder, wie ich sie in den vorjährigen erkannt habe. Und ich werde vielleicht also nachsinnen: Die Blumen des Vorjahres sind vergangen; meine Freude an ihnen ist nur in meiner Erinnerung geblieben. Sie ist nur mit meinem Dasein verknüpft. Das aber, was ich im vorigen Jahre an den Blumen erkannt habe und dies Jahr wieder erkenne, das wird bleiben, solange solche Blumen wachsen. Das ist etwas, was sich mir offenbart hat, was aber von meinem Dasein nicht in gleicher Art abhängig ist wie meine Freude. Meine Gefühle der Freude bleiben in mir; die Gesetze, das Wesen der Blumen bleiben außerhalb meiner in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So verbindet sich der Mensch immerwährend in dieser dreifachen Art mit den Dingen der Welt. Man lege zunächst nichts in diese Tatsache hinein, sondern fasse sie auf, wie sie sich darbietet. Es ergibt sich aus ihr, daß der Mensch drei Seiten in seinem Wesen hat. Dies und nichts anderes soll hier vorläufig mit den drei Worten Leib, Seele und Geist angedeutet werden. Wer irgendwelche vorgefaßten Meinungen oder gar Hypothesen mit diesen drei Worten verbindet, wird die folgenden Auseinandersetzungen notwendig mißverstehen müssen. Mit Leib ist hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dasjenige gemeint, wodurch sich dein Menschen die Dinge seiner Umwelt offenbaren, wie in obigem Beispiele die Blumen der Wiese. Mit dem Worte Seele soll auf das gedeutet werden, wodurch er die Dinge mit seinem eigenen Dasein verbindet, wodurch er Gefallen und Mißfallen, Lust und Unlust, Freude und Schmerz an ihnen empfindet. Als Geist ist das gemeint, was in ihm offenbar wird, wenn er, nach Goethes Ausdruck, die Dinge als «gleichsam göttliches Wesen» ansieht. In diesem Sinne besteht der Mensch aus Leib, Seele und Geist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen Leib vermag sich der Mensch für den Augenblick mit den Dingen in Verbindung zu setzen. Durch seine Seele bewahrt er in sich die Eindrücke, die sie auf ihn machen; und durch seinen Geist offenbart sich ihm das, was sich die Dinge selbst bewahren. Nur wenn man den Menschen nach diesen drei Seiten betrachtet, kann man hoffen, Aufschluß über seine Wesenheit zu erhalten. Denn diese drei Seiten zeigen ihn in dreifach verschiedener Art mit der übrigen Welt verwandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen Leib ist er mit den Dingen verwandt, die sich seinen Sinnen von außen darbieten. Die Stoffe der Außenwelt setzen diesen seinen Leib zusammen; die Kräfte der Außenwelt wirken auch in ihm. Und wie er die Dinge der Außenwelt mit seinen Sinnen betrachtet, so kann er auch sein eigenes leibliches Dasein beobachten. Aber unmöglich ist es, in derselben Art das seelische Dasein zu betrachten. Alles, was an mir leibliche Vorgänge sind, kann auch mit den leiblichen Sinnen wahrgenommenen werden. Mein Gefallen und Mißfallen, meine Freude und meinen Schmerz kann weder ich noch ein anderer mit leiblichen Sinnen wahrnehmen. Das Seelische ist ein Gebiet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das der leiblichen Anschauung unzugänglich ist. Das leibliche Dasein des Menschen ist vor aller Augen offenbar; das seelische trägt er als seine Welt in sich. Durch den Geist aber wird ihm die Außenwelt in einer höheren Art offenbar. In seinem Innern enthüllen sich zwar die Geheimnisse der Außenwelt; aber er tritt im Geiste aus sich heraus und läßt die Dinge über sich selbst sprechen, über dasjenige, was nicht für ihn, sondern für sie Bedeutung hat. Der Mensch blickt zum gestirnten Himmel auf: das Entzücken, das seine Seele erlebt, gehört ihm an; die ewigen Gesetze der Sterne, die er im Gedanken, im Geiste erfaßt, gehören nicht ihm, sondern den Sternen selbst an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist der Mensch Bürger dreier Welten. Durch seinen Leib gehört er der Welt an, die er auch mit seinem Leibe wahrnimmt; durch seine Seele baut er sich seine eigene Welt auf; durch seinen Geist offenbart sich ihm eine Welt, die über die beiden anderen erhaben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint einleuchtend, daß man, wegen der wesentlichen Verschiedenheit dieser drei Welten, auch nur durch drei verschiedene Betrachtungsarten Klarheit über sie und den Anteil des Menschen an ihnen wird gewinnen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== I. Die leibliche Wesenheit des Menschen ==&lt;br /&gt;
Durch leibliche Sinne lernt man den Leib des Menschen kennen. Und die Betrachtungsart kann dabei keine andere sein als diejenige, durch welche man andere sinnlich wahrnehmbare Dinge kennenlernt. Wie man die Mineralien, die Pflanzen, die Tiere betrachtet, so kann man auch den Menschen betrachten. Er ist mit diesen drei Formen des&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daseins verwandt. Gleich den Mineralien baut er seinen Leib aus den Stoffen der Natur auf; gleich den Pflanzen wächst er und pflanzt sich fort; gleich den Tieren nimmt er die Gegenstände um sich herum wahr und bildet auf Grund ihrer Eindrücke in sich innere Erlebnisse. Ein mineralisches, ein pflanzliches und ein tierisches Dasein darf man daher dem Menschen zusprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschiedenheit im Bau der Mineralien, Pflanzen und Tiere entspricht den drei Formen ihres Daseins. Und dieser Bau die Gestalt ist es, was man mit den Sinnen wahrnimmt und was man allein Leib nennen kann. Nun ist aber der menschliche Leib von dem tierischen verschieden. Diese Verschiedenheit muß jedermann anerkennen, wie er auch über die Verwandtschaft des Menschen mit den Tieren sonst denken mag. Selbst der radikalste Materialist, der alles Seelische leugnet, wird nicht umhin können, den folgenden Satz zu unterschreiben, den Carus in seinem «Organon der Erkenntnis der Natur und des Geistes» ausspricht: «Noch immer bleibt zwar der feinere innerlichste Bau des Nervensystems und namentlich des Hirns dem Physiologen und Anatomen ein unaufgelöstes Rätsel; aber daß jene Konzentration der Gebilde mehr und mehr in der Tierreihe steigt und im Menschen einen Grad erreicht, wie durchaus in keinem anderen Wesen, dies ist eine vollkommen festgestellte Tatsache; es ist für die Geistesentwicklung des Menschen von höchster Bedeutung, ja wir dürfen es geradezu aussprechen, eigentlich schon die hinreichende Erklärung. Wo der Bau des Hirns daher nicht gehörig sich entwickelt hat, wo Kleinheit und Dürftigkeit desselben, wie beim Mikrozephalen und Idioten, sich verraten, da versteht es sich von selbst,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß vom Hervortreten eigentümlicher Ideen und vom Erkennen gerade so wenig die Rede sein kann wie in Menschen mit völlig verbildeten Generationsorganen von Fortbildung der Gattung. Ein kräftig und schön entwickelter Bau des ganzen Menschen dagegen und des Gehirns insbesondere wird zwar noch nicht allein den Genius setzen, aber doch jedenfalls die erste unerläßlichste Bedingung für höhere Erkenntnis gewähren.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man dem menschlichen Leib die drei Formen des Daseins, die mineralische, die pflanzliche und die tierische, zuspricht, so muß man ihm noch eine vierte, die besondere menschliche, zusprechen. Durch seine mineralische Daseinsform ist der Mensch verwandt mit allem Sichtbaren, durch seine pflanzliche mit allen Wesen, die wachsen und sich fortpflanzen; durch seine tierische mit allen, die ihre Umgebung wahrnehmen und auf Grund äußerer Eindrücke innere Erlebnisse haben; durch seine menschliche bildet er schon in leiblicher Beziehung ein Reich für sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== II. Die seelische Wesenheit des Menschen ==&lt;br /&gt;
Als eigene Innenwelt ist die seelische Wesenheit des Menschen von seiner Leiblichkeit verschieden. Das Eigene tritt sofort entgegen, wenn man die Aufmerksamkeit auf die einfachste Sinnesempfindung lenkt. Niemand kann zunächst wissen, ob ein anderer eine solche einfache Sinnesempfindung in genau der gleichen Art erlebt wie er selbst. Bekannt ist, daß es Menschen gibt, die farbenblind sind. Solche sehen die Dinge nur in verschiedenen Schattierungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Grau. Andere sind teilweise farbenblind. Sie können daher gewisse Farbennuancen nicht wahrnehmen. Das Weltbild, das ihnen ihr Auge gibt, ist ein anderes als dasjenige sogenannter normaler Menschen. Und ein Gleiches gilt mehr oder weniger für die andern Sinne. Ohne weiteres geht daraus hervor, daß schon die einfache Sinnesempfindung zur Innenwelt gehört. Mit meinen leiblichen Sinnen kann ich den roten Tisch wahrnehmen, den auch der andere wahrnimmt; aber ich kann nicht des andern Empfindung des Roten wahrnehmen. Man muß demnach die Sinnesempfindung als Seelisches bezeichnen. Wenn man sich diese Tatsache nur ganz klar macht, dann wird man bald aufhören, die Innenerlebnisse als bloße Gehirnvorgänge oder ähnliches anzusehen. An die Sinnesempfindung schließt sich zunächst das Gefühl. Die eine Empfindung macht dem Menschen Lust, die andere Unlust. Das sind Regungen seines inneren, seines seelischen Lebens. In seinen Gefühlen schafft sich der Mensch eine zweite Welt zu derjenigen hinzu, die von außen auf ihn einwirkt. Und ein Drittes kommt hinzu: der Wille. Durch ihn wirkt der Mensch wieder auf die Außenwelt zurück. Und dadurch prägt er sein inneres Wesen der Außenwelt auf. Die Seele des Menschen fließt in seinen Willenshandlungen gleichsam nach außen. Dadurch unterscheiden sich die Taten des Menschen von den Ereignissen der äußeren Natur, daß die ersteren den Stempel seines Innenlebens tragen. So stellt sich die Seele als das Eigene des Menschen der Außenwelt gegenüber. Er erhält von der Außenwelt die Anregungen; aber er bildet in Gemäßheit dieser Anregungen eine eigene Welt aus. Die Leiblichkeit wird zum Untergrunde des Seelischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== III. Die geistige Wesenheit des Menschen ==&lt;br /&gt;
Das Seelische des Menschen wird nicht allein durch den Leib bestimmt. Der Mensch schweift nicht richtungs- und ziellos von einem Sinneseindruck zum andern; er handelt auch nicht unter dem Eindrucke jedes beliebigen Reizes, der von außen oder durch die Vorgänge seines Leibes auf ihn ausgeübt wird. Er denkt über seine Wahrnehmungen und über seine Handlungen nach. Durch das Nachdenken über die Wahrnehmungen erwirbt er sich Erkenntnisse über die Dinge; durch das Nachdenken über seine Handlungen bringt er einen vernunftgemäßen Zusammenhang in sein Leben. Und er weiß, daß er seine Aufgabe als Mensch nur dann würdig erfüllt, wenn er sich durch richtige Gedanken sowohl im Erkennen wie im Handeln leiten läßt das Seelische steht also einer zweifachen Notwendigkeit gegenüber. Von den Gesetzen des Leibes wird es durch Naturnotwendigkeit bestimmt; von den Gesetzen, die es zum richtigen Denken führen, läßt es sich bestimmen, weil es deren Notwendigkeit frei anerkennt. Den Gesetzen des Stoffwechsels ist der Mensch durch die Natur unterworfen; den Denkgesetzen unterwirft er sich selbst. Dadurch macht sich der Mensch zum Angehörigen einer höheren Ordnung, als diejenige ist, der er durch seinen Leib angehört. Und diese Ordnung ist die geistige. So verschieden das Leibliche vom Seelischen, so verschieden ist dieses wieder vom Geistigen. Solange man bloß von den Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff-, Sauerstoffteilchen spricht, die sich im Leibe bewegen, hat man nicht die Seele im Auge. Das seelische Leben beginnt erst da, wo innerhalb solcher Bewegung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Empfindung auftritt: ich schmecke süß oder ich fühle Lust. Ebensowenig hat man den Geist im Auge, solange man bloß die seelischen Erlebnisse ansieht, die durch den Menschen ziehen, wenn er sich ganz der Außenwelt und seinem Leibesleben überläßt. Dieses Seelische ist vielmehr erst die Grundlage für das Geistige, wie das Leibliche die Grundlage für das Seelische ist. Der Naturforscher hat es mit dem Leibe, der Seelenforscher (Psychologe) mit der Seele und der Geistesforscher mit dem Geiste zu tun. Durch Besinnung auf das eigene Selbst sich den Unterschied von Leib, Seele und Geist klarzumachen ist eine Anforderung, die an denjenigen gestellt werden muß, der sich denkend über das Wesen des Menschen aufklären will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== IV. Leib, Seele und Geist ==&lt;br /&gt;
Der Mensch kann sich in richtiger Art nur über sich aufklären, wenn er sich die Bedeutung des Denkens innerhalb seiner Wesenheit klarmacht. Das Gehirn ist das leibliche Werkzeug des Denkens. Wie der Mensch nur mit einem wohlgebildeten Auge Farben sehen kann, so dient ihm das entsprechend gebaute Gehirn zum Denken. Der ganze Leib des Menschen ist so gebildet, daß er in dem Geistesorgan, im Gehirn, seine Krönung findet man kann den Bau des menschlichen Gehirnes nur verstehen, wenn man es im Hinblick auf seine Aufgabe betrachtet. Diese besteht darin, die Leibesgrundlage des denkenden Geistes zu sein das zeigt ein vergleichender Überblick über die Tierwelt. Bei den Amphibien ist das Gehirn noch klein gegenüber dem Rückenmark; bei den Säugetieren wird&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es verhältnismäßig größer. Beim Menschen ist es am größten gegenüber dem ganzen übrigen Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen solche Bemerkungen über das Denken, wie sie hier vorgebracht werden, herrscht manches Vorurteil. Manche Menschen sind geneigt, das Denken zu unterschätzen und das «innige Gefühlsleben», die «Empfindung», höher zu stellen. Ja man sagt wohl: nicht durch das «nüchterne Denken», sondern durch die Wärme des Gefühls, durch die unmittelbare Kraft der Empfindungen erhebe man sich zu den höheren Erkenntnissen. Menschen, die so sprechen, fürchten, durch klares Denken die Gefühle abzustumpfen. Beim alltäglichen Denken, das sich nur auf die Dinge der Nützlichkeit bezieht, ist das sicher der Fall. Aber bei den Gedanken, die in höhere Regionen des Daseins führen, tritt das Umgekehrte ein. Es gibt kein Gefühl und keinen Enthusiasmus, die sich mit den Empfindungen an Wärme, Schönheit und Gehobenheit vergleichen lassen, welche angefacht werden durch die reinen, kristallklaren Gedanken, die sich auf höhere Welten beziehen. Die höchsten Gefühle sind eben nicht diejenigen, die «von selbst» sich einstellen, sondern diejenigen, welche in energischer Gedankenarbeit errungen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Menschenleib hat einen dem Denken entsprechenden Bau. Dieselben Stoffe und Kräfte, die auch im Mineralreich vorhanden sind, finden sich im menschlichen Leib so gefügt, daß sich durch diese Zusammenfügung das Denken offenbaren kann. Dieser mineralische, in Gemäßheit seiner Aufgabe gebildete Bau soll für die folgende Betrachtung der physische Körper des Menschen heißen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der auf das Gehirn, als seinen Mittelpunkt, hingeordnete mineralische Bau entsteht durch Fortpflanzung und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erhält seine ausgebildete Gestalt durch Wachstum. Fortpflanzung und Wachstum hat der Mensch mit den Pflanzen und Tieren gemein. Durch Fortpflanzung und Wachstum unterscheidet sich das Lebendige von dem leblosen Mineral. Lebendiges entsteht aus Lebendigem durch den Keim. Der Nachkomme schließt sich an den Vorfahren in der Reihe des Lebendigen. Die Kräfte, durch die ein Mineral entsteht, sind auf die Stoffe selbst gerichtet, die es zusammensetzen. Ein Bergkristall bildet sich durch die dem Silizium und dem Sauerstoff innewohnenden Kräfte, die in ihm vereinigt sind. Die Kräfte, die einen Eichbaum gestalten, müssen wir auf dem Umwege durch den Keim in Mutter- und Vaterpflanze suchen. Und die Form der Eiche erhält sich bei der Fortpflanzung von den Vorfahren zu den Nachkommen. Es gibt innere, dem Lebenden angeborene Bedingungen. Es war eine rohe Naturanschauung, die glaubte, daß niedere Tiere, selbst Fische, aus Schlamm sich bilden können. Die Form des Lebenden pflanzt sich durch Vererbung fort. Wie ein lebendes Wesen sich entwickelt, hängt davon ab, aus welchem Vater- oder Mutterwesen es entstanden ist, oder mit anderen Worten, welcher Art es angehört. Die Stoffe, aus denen es sich zusammensetzt, wechseln fortwährend; die Art bleibt während des Lebens bestehen und vererbt sich auf die Nachkommen. Die Art ist damit dasjenige, was die Zusammenfügung der Stoffe bestimmt. Diese artbildende Kraft soll Lebenskraft genannt werden. Wie sich die mineralischen Kräfte in den Kristallen ausdrücken, so die bildende Lebenskraft in den Arten oder Formen des pflanzlichen und tierischen Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mineralischen Kräfte nimmt der Mensch durch die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
leiblichen Sinne wahr. Und er kann nur dasjenige wahrnehmen, Wofür er solche Sinne hat. Ohne das Auge gibt es keine Licht-, ohne das Ohr keine Schallwahrnehmung. Die niedersten Organismen haben von den bei den Menschen vorhandenen Sinnen nur eine Art Tastsinn. Für sie sind in der Art der menschlichen Wahrnehmung nur diejenigen mineralischen Kräfte vorhanden, die sich dem Tastsinn zu erkennen geben. In dem Maße, in dem bei den höheren Tieren die anderen Sinne entwickelt sind, ist für sie die Umwelt, die auch der Mensch wahrnimmt, reicher, mannigfaltiger. Es hängt also von den Organen eines Wesens ab, ob das, was in der Außenwelt vorhanden ist, auch für das Wesen selbst als Wahrnehmung, als Empfindung vorhanden ist Was in der Luft als eine gewisse Bewegung vorhanden ist, wird im Menschen zur Schallempfindung. Die Äußerungen der Lebenskraft nimmt der Mensch durch die gewöhnlichen Sinne nicht wahr. Er sieht die Farben der Pflanze, er riecht ihren Duft; die Lebenskraft bleibt dieser Beobachtung verborgen. Aber sowenig der Blindgeborene mit Recht die Farben ableugnet, sowenig dürften die gewöhnlichen Sinne die Lebenskraft ableugnen. Die Farben sind für den Blindgeborenen da, sobald er operiert worden ist; ebenso sind für den Menschen die mannigfaltigen, durch die Lebenskraft geschaffenen Arten der Pflanzen und Tiere, nicht bloß die Individuen, auch als Wahrnehmung vorhanden, wenn sich ihm das Organ dafür erschließt. Eine ganz neue Welt geht dem Menschen durch die Erschließung dieses Organs auf. Er nimmt nun nicht mehr bloß die Farben, Gerüche und so weiter der Lebewesen, sondern das Leben dieser Lebewesen selbst wahr. In jeder Pflanze,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
in jedem Tier empfindet er außer der physischen Gestalt noch die lebenerfüllte Geistgestalt. Um einen Ausdruck dafür zu haben, sei diese Geistgestalt der Ätherleib oder Lebensleib genannt.* Für den Erforscher des geistigen Lebens stellt sich diese Sache in der folgenden Art dar. Ihm ist der Ätherleib nicht etwa bloß ein Ergebnis der Stoffe und Kräfte des physischen Leibes, sondern eine selbständige, wirkliche Wesenheit, welche die genannten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- - -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-037-01 * Der Verfasser dieses Buches hat lange Zeit nach Abfassung desselben (vgl. Zeitschrift «Das Reich», viertes Buch des ersten Jahrgangs [Januar 1917) dasjenige, was hier Äther- oder Lebensleib genannt wird, auch «Bilde-Kräfte-Leib» genannt. Zu dieser Namengebung fühlte er sich veranlaßt, weil er glaubt, daß man nicht genug tun kann, um dem Mißverständnis vorzubeugen, das hier mit Ätherleib Gemeinte zu verwechseln mit der «Lebenskraft» der älteren Naturwissenschaft. Wo es sich um Abweisung dieser älteren Vorstellung einer Lebenskraft im Sinne der modernen Naturwissenschaft handelt, steht der Verfasser in einem gewissen Sinne auf dem Standpunkt der Gegner einer solchen Kraft. Denn mit dieser wollte man die besondere Wirkungsweise der unorganischen Kräfte im Organismus erklären. Aber was im Organismus unorganisch wirkt, das wirkt da nicht anders als in dem Bereich der unorganischen Welt. Die Gesetze der unorganischen Natur sind im Organismus keine anderen als im Kristall usw. Aber im Organismus liegt eben etwas vor, was nicht unorganisch ist: das bildende Leben. Diesem liegt der Äther- oder Bilde-Kräfte-Leib zugrunde. Durch seine Annahme wird die berechtigte Aufgabe der Naturforschung nicht gestört: dasjenige, was sie über Kräftewirksamkeiten in der unorganischen Natur beobachtet, auch in die Organismenwelt hinein zu verfolgen. Und es abzulehnen, diese Wirksamkeit innerhalb des Organismus durch eine besondere Lebenskraft abgeändert zu denken, das sieht auch eine wahre Geisteswissenschaft als berechtigt an. Der Geistesforscher spricht vom Ätherleib insofern, als im Organismus sich noch anderes offenbart als im Leblosen. Trotz alledem findet sich der Verfasser dieses Buches nicht veranlaßt, hier den Namen «Ätherleib» durch den anderen «Bilde-Kräfte-Leib» zu ersetzen, da innerhalb des ganzen Zusammenhanges, der hier sich findet, für jeden, der sehen will, ein Mißverständnis ausgeschlossen ist. Ein solches kann nur eintreten, wenn man den Namen in einer Ausführung gebraucht, die diesen Zusammenhang nicht zeigen kann. (Man vergleiche damit auch das am Schlusse dieses Buches unter «Einzelne Bemerkungen und Ergänzungen» Gesagte.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
physischen Stoffe und Kräfte erst zum Leben aufruft. Im Sinne der Geisteswissenschaft spricht man, wenn man sagt: ein bloßer physischer Körper hat seine Gestalt zum Beispiel ein Kristall durch die dem Leblosen innewohnenden physischen Gestaltungskräfte; ein lebendiger Körper hat seine Form nicht durch diese Kräfte, denn in dem Augenblicke, wo das Leben aus ihm gewichen ist und er nur den physischen Kräften überlassen ist, zerfällt er. Der Lebensleib ist eine Wesenheit, durch welche in jedem Augenblicke während des Lebens der physische Leib vor dem Zerfalle bewahrt wird. Um diesen Lebensleib zu sehen, ihn an einem anderen Wesen wahrzunehmen, braucht man eben das erweckte geistige Auge. Ohne dieses kann man aus logischen Gründen seine Existenz annehmen; schauen kann man ihn aber mit dem geistigen Auge, wie man die Farbe mit dem physischen Auge schaut. Man sollte sich an dem Ausdruck «Ätherleib» nicht stoßen. «Äther» bezeichnet hier etwas anderes als den hypothetischen Äther der Physik. Man nehme die Sache einfach als Bezeichnung für das hin, was hier beschrieben wird. Und wie der physische Menschenleib in seinem Bau ein Abbild seiner Aufgabe ist, so ist es auch des Menschen Ätherleib. Man versteht auch diesen nur, wenn man ihn im Hinblick auf den denkenden Geist betrachtet. Durch seine Hinordnung auf den denkenden Geist unterscheidet sich der Ätherleib des Menschen von demjenigen der Pflanzen und Tiere. So wie der Mensch durch seinen physischen Leib der mineralischen, so gehört er durch seinen Ätherleib der Lebenswelt an. Nach dem Tode löst sich der physische Leib in der Mineralwelt, der Ätherleib in der Lebenswelt auf. Mit «Leib» soll bezeichnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden, was einem Wesen von irgendeiner Art «Gestalt», «Form» gibt. Man sollte den Ausdruck «Leib» nicht mit sinnlicher Körperform verwechseln. In dem in dieser Schrift gemeinten Sinne kann die Bezeichnung «Leib» auch für das gebraucht werden, was sich als Seelisches und Geistiges gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lebensleib ist noch etwas dem Menschen Äußerliches. Mit dem ersten Regen der Empfindung antwortet das Innere selbst auf die Reize der Außenwelt. Man mag dasjenige, was man Außenwelt zu nennen berechtigt ist, noch so weit verfolgen: die Empfindung wird man nicht finden können. Die Lichtstrahlen dringen in das Auge; sie pflanzen sich innerhalb desselben bis zur Netzhaut fort. Da rufen sie chemische Vorgänge (im sogenannten Sehpurpur) hervor; die Wirkung dieser Reize setzt sich durch den Sehnerv bis zum Gehirn fort; dort entstehen weitere physische Vorgänge. Könnte man diese beobachten, so sähe man eben physische Vorgänge wie anderswo in der Außenwelt. Vermag ich den Lebensleib zu beobachten, so werde ich wahrnehmen, wie der physische Gehirnvorgang zugleich ein Lebensvorgang ist. Aber die Empfindung der blauen Farbe, die der Empfänger der Lichtstrahlen hat, kann ich auf diesem Wege nirgends finden. Sie ersteht erst innerhalb der Seele dieses Empfängers. Wäre also das Wesen dieses Empfängers mit dem physischen Körper und dem Ätherleib erschöpft, so könnte die Empfindung nicht dasein. Ganz wesentlich unterscheidet sich die Tätigkeit, durch welche die Empfindung zur Tatsache wird, von dem Wirken der Lebensbildekraft. Ein inneres Erlebnis wird durch jene Tätigkeit aus diesem Wirken hervorgelockt. Ohne diese Tätigkeit wäre ein bloßer Lebensvorgang &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
da, wie man ihn auch an der Pflanze beobachtet. Man stelle sich den Menschen vor, wie er von allen Seiten Eindrücke empfängt. Man muß sich ihn zugleich nach allen Richtungen hin, woher er diese Eindrücke empfängt, als Quell der bezeichneten Tätigkeit denken. Nach allen Seiten hin antworten die Empfindungen auf die Eindrücke. Dieser Tätigkeitsquell soll Empfindungsseele heißen. Diese Empfindungsseele ist ebenso wirklich wie der physische Körper. Wenn ein Mensch vor mir steht und ich sehe von seiner Empfindungsseele ab, indem ich ihn mir bloß als physischen Leib vorstelle, so ist das gerade so, als wenn ich mir von einem Gemälde bloß die Leinwand vorstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in bezug auf die Wahrnehmung der Empfindungsseele muß ähnliches gesagt werden wie vorher im Hinblick auf den Ätherleib. Die leiblichen Organe sind «blind» für sie. Und auch das Organ, von dem das Leben als Leben wahrgenommen werden kann, ist es. Aber so, wie durch dieses Organ der Ätherleib geschaut wird, so kann durch ein noch höheres Organ die innere Welt der Empfindungen zu einer besonderen Art übersinnlicher Wahrnehmungen werden. Der Mensch empfindet dann nicht nur die Eindrücke der physischen und der Lebenswelt, sondern er schaut die Empfindungen. Vor einem Menschen mit einem solchen Organ liegt die Welt der Empfindungen eines andern Wesens wie eine äußere Wirklichkeit da. Man muß unterscheiden zwischen dem Erleben der eigenen Empfindungswelt und dem Anschauen der Empfindungswelt eines andern Wesens. In seine eigene Empfindungswelt hineinschauen kann natürlich jeder Mensch; die Empfindungswelt eines andern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wesens schauen kann nur der Seher mit dem geöffneten «geistigen Auge». Ohne Seher zu sein, kennt der Mensch die Empfindungswelt nur als «innere», nur als die eigenen verborgenen Erlebnisse seiner Seele; mit dem geöffneten «geistigen Auge» leuchtet vor dem äußeren geistigen Anblick auf, was sonst nur «im Innern» des andern Wesens lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei hier ausdrücklich gesagt, daß der Seher nicht etwa in sich dasselbe erlebt, was das andere Wesen als seinen Inhalt der Empfindungswelt in sich hat. Dieses erlebt die Empfindungen von dem Gesichtspunkte seines Innern; der Seher nimmt eine Offenbarung, eine Äußerung der Empfindungswelt wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Empfindungsseele hängt in bezug auf ihre Wirkung vom Ätherleib ab. Denn aus ihm holt sie ja das hervor, was sie als Empfindung aufglänzen lassen soll. Und da der Ätherleib das Leben innerhalb des physischen Leibes ist, so ist die Empfindungsseele auch von diesem mittelbar abhängig. Nur bei richtig lebendem, wohl gebautem Auge sind entsprechende Farbenempfindungen möglich. Dadurch wirkt die Leiblichkeit auf die Empfindungsseele. Diese ist also durch den Leib in ihrer Wirksamkeit bestimmt und begrenzt. Sie lebt innerhalb der ihr durch die Leiblichkeit gezogenen Grenzen. Der Leib wird also aus den mineralischen Stoffen auferbaut, durch den Ätherleib belebt, und er begrenzt selbst die Empfindungsseele. Wer also das obenerwähnte Organ zum «Schauen» der Empfindungsseele hat, der erkennt sie durch den Leib begrenzt. Aber die Grenze der Empfindungsseele fällt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht mit derjenigen des physischen Körpers zusammen. Diese Seele ragt über den physischen Leib hinaus. Man sieht daraus, daß sie sich mächtiger erweist, als er ist. Aber die Kraft, durch die ihr die Grenze gesetzt ist, geht von dem physischen Leibe aus. Damit stellt sich zwischen den physischen Leib und den Ätherleib einerseits und die Empfindungsseele andererseits noch ein besonderes Glied der menschlichen Wesenheit hin. Es ist der Seelenleib oder Empfindungsleib. Man kann auch sagen: ein Teil des Ätherleibes sei feiner als der übrige, und dieser feinere Teil des Ätherleibes bildet eine Einheit mit der Empfindungsseele, während der gröbere Teil eine Art Einheit mit dem physischen Leib bildet. Doch ragt, wie gesagt, die Empfindungsseele über den Seelenleib hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hier Empfindung genannt wird, ist nur ein Teil des seelischen Wesens. (Der Ausdruck Empfindungsseele wird der Einfachheit halber gewählt.) An die Empfindungen schließen sich die Gefühle der Lust und Unlust, die Triebe, Instinkte, Leidenschaften. All das trägt denselben Charakter des Eigenlebens wie die Empfindungen und ist, wie sie, von der Leiblichkeit abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Ebenso wie mit dem Leibe tritt die Empfindungsseele auch mit dem Denken, dem Geiste, in Wechselwirkung. Zunächst dient ihr das Denken. Der Mensch bildet sich Gedanken über seine Empfindungen. Dadurch klärt er sich über die Außenwelt auf. Das Kind, das sich verbrannt hat, denkt nach und gelangt zu dem Gedanken: «das Feuer brennt». Auch seinen Trieben, Instinkten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Leidenschaften folgt der Mensch nicht blindlings; sein Nachdenken führt die Gelegenheit herbei, durch die er sie befriedigen kann. Was man materielle Kultur nennt, bewegt sich durchaus in dieser Richtung. Sie besteht in den Diensten, die das Denken der Empfindungsseele leistet. Unermeßliche Summen von Denkkräften werden auf dieses Ziel gerichtet. Denkkraft ist es, die Schiffe, Eisenbahnen, Telegraphen, Telephone gebaut hat; und alles das dient zum weitaus größten Teil zur Befriedigung von Bedürfnissen der Empfindungsseelen. In ähnlicher Art, wie die Lebensbildekraft den physischen Körper durchdringt, so durchdringt die Denkkraft die Empfindungsseele. Die Lebensbildekraft knüpft den physischen Körper an Vorfahren und Nachkommen und stellt ihn dadurch in eine Gesetzmäßigkeit hinein, die das bloß Mineralische nichts angeht. Ebenso stellt die Denkkraft die Seele in eine Gesetzmäßigkeit hinein, der sie als bloße Empfindungsseele nicht angehört. Durch die Empfindungsseele ist der Mensch dem Tiere verwandt. Auch beim Tiere bemerken wir das Vorhandensein von Empfindungen, Trieben, Instinkten und Leidenschaften. Aber das Tier folgt diesen unmittelbar. Sie werden bei ihm nicht mit selbständigen, über das unmittelbare Erleben hinausgehenden Gedanken durchwoben. Auch beim unentwickelten Menschen ist das bis zu einem gewissen Grade der Fall. Die bloße Empfindungsseele ist daher verschieden von dem entwickelten höheren Seelengliede, welches das Denken in seinen Dienst stellt. Als Verstandesseele sei diese vom Denken bediente Seele bezeichnet. Man könnte sie auch die Gemütsseele oder das Gemüt nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verstandesseele durchdringt die Empfindungsseele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Wer das Organ zum «Schauen» der Seele hat, sieht daher die Verstandesseele als eine besondere Wesenheit gegenüber der bloßen Empfindungsseele an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Durch das Denken wird der Mensch über das Eigenleben hinausgeführt Er erwirbt sich etwas, das über seine Seele hinausreicht. Es ist für ihn eine selbstverständliche Überzeugung, daß die Denkgesetze in Übereinstimmung mit der Weltordnung sind. Er betrachtet sich deshalb als ein Einheimischer in der Welt, weil diese Übereinstimmung besteht. Diese Übereinstimmung ist eine der gewichtigen Tatsachen, durch die der Mensch seine eigene Wesenheit kennenlernt. In seiner Seele sucht der Mensch nach Wahrheit; und durch diese Wahrheit spricht sich nicht allein die Seele, sondern sprechen sich die Dinge der Welt aus. Was durch das Denken als Wahrheit erkannt wird, hat eine selbständige Bedeutung, die sich auf die Dinge der Welt bezieht, nicht bloß auf die eigene Seele. Mit meinem Entzücken über den Sternenhimmel lebe ich in mir; die Gedanken, die ich mir über die Bahnen der Himmelskörper bilde, haben für das Denken jedes anderen dieselbe Bedeutung wie für das Meinige. Es wäre sinnlos, von meinem Entzücken zu sprechen, wenn ich selbst nicht vorhanden wäre; aber es ist nicht in derselben Weise sinnlos, von meinen Gedanken auch ohne Beziehung auf mich zu sprechen. Denn die Wahrheit, die ich heute denke, war auch gestern wahr und wird morgen wahr sein, obschon ich mich nur heute mit ihr beschäftige. Macht eine Erkenntnis mir Freude, so ist diese Freude so lange von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutung, als sie in mir lebt; die Wahrheit der Erkenntnis hat ihre Bedeutung ganz unabhängig von dieser Freude. In dem Ergreifen der Wahrheit verbindet sich die Seele mit etwas, das seinen Wert in sich selbst trägt. Und dieser Wert verschwindet nicht mit der Seelenempfindung, ebensowenig wie er mit dieser entstanden ist. Was wirklich Wahrheit ist, das entsteht nicht und vergeht nicht: das hat eine Bedeutung, die nicht vernichtet werden kann. Dem widerspricht es nicht, daß einzelne menschliche «Wahrheiten» nur einen vorübergehenden Wert haben, weil sie in einer gewissen Zeit als teilweise oder ganze Irrtümer erkannt werden. Denn der Mensch muß sich sagen, daß die Wahrheit doch in sich selbst besteht, wenn auch seine Gedanken nur vergängliche Erscheinungsformen der ewigen Wahrheiten sind. Auch wer wie Lessing sagt, er begnüge sich mit dem ewigen Streben nach Wahrheit, da die volle, reine Wahrheit doch nur für einen Gott dasein könne, der leugnet nicht den Ewigkeitswert der Wahrheit, sondern er bestätigt ihn gerade durch solchen Ausspruch. Denn nur was eine ewige Bedeutung in sich selbst hat, kann ein ewiges Streben nach sich hervorrufen. Wäre die Wahrheit nicht in sich selbständig, erhielte sie ihren Wert und ihre Bedeutung durch die menschliche Seelenempfindung, dann könnte sie nicht ein einiges Ziel für alle Menschen sein. Indem man nach ihr streben will, gesteht man ihr ihre selbständige Wesenheit zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wie mit dem Wahren, so ist es mit dem wahrhaft Guten. Das Sittlich-Gute ist unabhängig von Neigungen und Leidenschaften, insofern es sich nicht von ihnen gebieten läßt, sondern ihnen gebietet. Gefallen und Mißfallen, Begehren und Verabscheuen gehören der eigenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seele des Menschen an; die Pflicht steht über Gefallen und Mißfallen. So hoch kann dem Menschen die Pflicht stehen, daß er für sie das Leben opfert. Und der Mensch steht um so höher, je mehr er seine Neigungen, sein Gefallen und Mißfallen dahin veredelt hat, daß sie ohne Zwang, ohne Unterwerfung durch sich selbst der erkannten Pflicht folgen. Das Sittlich-Gute hat ebenso wie die Wahrheit seinen Ewigkeitswert in sich und erhält ihn nicht durch die Empfindungsseele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indern der Mensch das selbständige Wahre und Gute in seinem Innern aufleben läßt, erhebt er sich über die bloße Empfindungsseele. Der ewige Geist scheint in diese herein. Ein Licht geht in ihr auf, das unvergänglich ist sofern die Seele in diesem Lichte lebt, ist sie eines Ewigen teilhaftig. Sie verbindet mit ihm ihr eigenes Dasein. Was die Seele als Wahres und Gutes in sich trägt, ist unsterblich in ihr. Das, was in der Seele als Ewiges aufleuchtet, sei hier Bewußtseinsseele genannt. Von Bewußtsein kann man auch bei den niedrigeren Seelenregungen sprechen. Die alltäglichste Empfindung ist Gegenstand des Bewußtseins. Insofern kommt auch dem Tiere Bewußtsein zu. Der Kern des menschlichen Bewußtseins, also die Seele in der Seele, ist hier mit Bewußtseinsseele gemeint. Die Bewußtseinsseele wird hier noch als ein besonderes Glied der Seele von der Verstandesseele unterschieden. Diese letztere ist noch in die Empfindungen, in die Triebe, Affekte und so weiter verstrickt. Jeder Mensch weiß, wie ihm zunächst das als wahr gilt, was er in seinen Empfindungen und so weiter vorzieht. Erst diejenige Wahrheit aber ist die bleibende, die sich losgelöst hat von allem Beigeschmack solcher Sympathien und Antipathien der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfindungen und so weiter. Die Wahrheit ist wahr, auch wenn sich alle persönlichen Gefühle gegen sie auflehnen. Derjenige Teil der Seele, in dem diese Wahrheit lebt, soll Bewußtseinsseele genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So hätte man, wie in dem Leib, auch in der Seele drei Glieder zu unterscheiden: die Empfindungsseele, die Verstandesseele und die Bewußtseinsseele. Und wie von unten herauf die Leiblichkeit auf die Seele begrenzend wirkt, so wirkt von oben herunter die Geistigkeit auf sie erweiternd. Denn je mehr sich die Seele von dem Wahren und Guten erfüllt, desto weiter und umfassender wird das Ewige in ihr. Für denjenigen, der die Seele zu «schauen» vermag, ist der Glanz, der von dem Menschen ausgeht, weil sein Ewiges sich erweitert, eine eben solche Wirklichkeit, wie für das sinnliche Auge das Licht wirklich ist, das von einer Flamme ausstrahlt. Für den «Sehenden» gilt der leibliche Mensch nur als ein Teil des ganzen Menschen. Der Leib liegt als das gröbste Gebilde inmitten anderer, die ihn und sich selbst gegenseitig durchdringen. Als eine Lebensform erfüllt den physischen Körper der Ätherleib; an allen Seiten über diesen hinausragend erkennt man den Seelenleib (Astralgestalt). Und wieder über diesen hinausragend die Empfindungsseele, dann die Verstandesseele, die um so größer wird, je mehr sie von dem Wahren und Guten in sich aufnimmt. Denn dieses Wahre und Gute bewirkt die Erweiterung der Verstandesseele. Ein Mensch, der lediglich seinen Neigungen, seinem Gefallen und Mißfallen leben würde, hätte eine Verstandesseele, deren Grenzen mit denen seiner Empfindungsseele zusammenfielen. Diese Gebilde, inmitten deren der physische Körper wie in einer Wolke erscheint, kann man die menschliche Aura nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie ist dasjenige, um das sich das «Wesen des Menschen» bereichert, wenn es in der Art geschaut wird, wie diese Schrift versucht, es darzustellen.&lt;br /&gt;
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Im Laufe der Kindheitsentwickelung tritt im Leben des Menschen der Augenblick ein, in dem er sich zum erstenmal als ein selbständiges Wesen gegenüber der ganzen übrigen Welt empfindet. Fein empfindenden Menschen ist das ein bedeutsames Erlebnis. Der Dichter Jean Paul erzählt in seiner Lebensbeschreibung: «Nie vergeß&#039; ich die noch keinem Menschen erzählte Erscheinung in mir, wo ich bei der Geburt meines Selbstbewußtseins stand, von der ich Ort und Zeit anzugeben weiß. An einem Vormittag stand ich als ein sehr junges Kind unter der Haustür und sah links nach der Holzlege, als auf einmal das innere Gesicht, ich bin ein Ich, wie ein Blitzstrahl vom Himmel auf mich fuhr und seitdem leuchtend stehenblieb: da hatte mein Ich zum erstenmal sich selber gesehen und auf ewig. Täuschungen des Erinnerns sind hier schwerlich denkbar, da kein fremdes Erzählen sich in eine bloß im verhangenen Allerheiligsten des Menschen vorgefallene Begebenheit, deren Neuheit allein so alltäglichen Nebenumständen das Bleiben gegeben, mit Zusätzen mengen konnte.» Es ist bekannt, daß kleine Kinder von sich sagen: «Karl ist brav», «Marie will das haben». Man findet es angemessen, daß sie von sich so wie von andern reden, weil sie sich ihrer selbständigen Wesenheit noch nicht bewußt geworden sind, weil das Bewußtsein vom Selbst noch nicht in ihnen geboren ist. Durch das Selbstbewußtsein bezeichnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sich der Mensch als ein selbständiges, von allem übrigen abgeschlossenes Wesen, als «Ich». Im «Ich» faßt der Mensch alles zusammen, was er als leibliche und seelische Wesenheit erlebt. Leib und Seele sind die Träger des «Ich»; in ihnen wirkt es. Wie der physische Körper im Gehirn, so hat die Seele im «Ich» ihren Mittelpunkt zu Empfindungen wird der Mensch von außen angeregt; Gefühle machen sich geltend als Wirkungen der Außenwelt; der Wille bezieht sich auf die Außenwelt, denn er verwirklicht sich in äußeren Handlungen. Das «Ich» bleibt als die eigentliche Wesenheit des Menschen ganz unsichtbar. Treffend nennt daher Jean Paul das Gewahrwerden des «Ich» eine «bloß im verhangenen Allerheiligsten des Menschen vorgefallene Begebenheit». Denn mit seinem «Ich» ist der Mensch ganz allein. Und dieses «Ich» ist der Mensch selbst. Das berechtigt ihn, dieses «Ich» als seine wahre Wesenheit anzusehen. Er darf deshalb seinen Leib und seine Seele als die «Hüllen» bezeichnen, innerhalb deren er lebt; und er darf sie als leibliche Bedingungen bezeichnen, durch die er wirkt. Im Laufe seiner Entwickelung lernt er diese Werkzeuge immer mehr als Diener seines «Ich» gebrauchen. Das Wörtchen «Ich», wie es zum Beispiel in der deutschen Sprache angewendet wird, ist ein Name, der sich von allen anderen Namen unterscheidet. Wer über die Natur dieses Namens in zutreffender Art nachdenkt, dem eröffnet sich damit zugleich der Zugang zur Erkenntnis der menschlichen Wesenheit im Tiefern Sinne. Jeden andern Namen können alle Menschen in der gleichen Art auf das ihm entsprechende Ding anwenden. Den Tisch kann jeder «Tisch», den Stuhl jeder «Stuhl» nennen. Bei dem Namen «Ich» ist dies nicht der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fall. Es kann ihn keiner anwenden zur Bezeichnung eines andern; jeder kann nur sich selbst «Ich» nennen. Niemals kann der Name «Ich» von außen an mein Ohr dringen, wenn er die Bezeichnung für mich ist. Nur von innen heraus, nur durch sich selbst kann die Seele sich als «Ich» bezeichnen. Indem der Mensch also zu sich «Ich» sagt, beginnt in ihm etwas zu sprechen, was mit keiner der Welten etwas zu tun hat, aus denen die bisher genannten «Hüllen» entnommen sind. Das «Ich» wird immer mehr Herrscher über Leib und Seele. Auch das kommt in der Aura zum Ausdrucke. Je mehr das Ich Herrscher ist über Leib und Seele, desto gegliederter, mannigfaltiger, farbenreicher ist die Aura. Die Wirkung des Ich auf die Aura kann der «Sehende» schauen. Das «Ich» selbst ist auch ihm unsichtbar: dieses ist wirklich indem «verhangenen Allerheiligsten des Menschen». Aber das Ich nimmt in sich die Strahlen des Lichtes auf, das als ewiges Licht in dem Menschen aufleuchtet. Wie dieser die Erlebnisse des Leibes und der Seele in dem «Ich» zusammenfaßt, so läßt er auch die Gedanken der Wahrheit und Güte in das «Ich» einfließen. Die Sinneserscheinungen offenbarten sich dem «Ich» von der einen, der Geist von der andern Seite. Leib und Seele geben sich dem «Ich» hin, um ihm zu dienen; das «Ich» aber gibt sich dem Geiste hin, daß er es erfülle. Das «Ich» lebt in Leib und Seele; der Geist aber lebt im «Ich». Und was vom Geiste im Ich ist, das ist ewig. Denn das Ich erhält Wesen und Bedeutung von dem, womit es verbunden ist. Insofern es im physischen Körper lebt, ist es den mineralischen Gesetzen, durch den Ätherleib ist es den Gesetzen der Fortpflanzung und des Wachstums, vermöge der Empfindungs- und Verstandesseele den Gesetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der seelischen Welt unterworfen; insofern es das Geistige in sich aufnimmt, ist es den Gesetzen des Geistes unterworfen. Was die mineralischen, was die Lebensgesetze bilden, entsteht und vergeht; der Geist aber hat mit Entstehung und Untergang nichts zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ich lebt in der Seele. Wenn auch die höchste Äußerung des «Ich» der Bewußtseinsseele angehört, so muß man doch sagen, daß dieses «Ich» von da ausstrahlend die ganze Seele erfüllt und durch die Seele seine Wirkung auf den Leib äußert. Und in dem Ich ist der Geist lebendig. Es strahlt der Geist in das Ich und lebt in ihm als in seiner «Hülle», wie das Ich in Leib und Seele als seinen «Hüllen» lebt. Der Geist bildet das Ich von innen nach außen, die mineralische Welt von außen nach innen. Der ein «Ich» bildende und als «Ich» lebende Geist sei «Geistselbst» genannt, weil er als «Ich» oder «Selbst» des Menschen erscheint. Den Unterschied zwischen dem «Geistselbst» und der «Bewußtseinsseele» kann man sich in folgender Art klarmachen. Die Bewußtseinsseele berührt die von jeder Antipathie und Sympathie unabhängige, durch sich selbst bestehende Wahrheit; das Geistselbst trägt in sich dieselbe Wahrheit, aber aufgenommen und umschlossen durch das «Ich»; durch das letztere individualisiert und in die selbständige Wesenheit des Menschen übernommen. Dadurch, daß die ewige Wahrheit so verselbständigt und mit dem «Ich» zu einer Wesenheit verbunden wird, erlangt das «Ich» selbst die Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geistselbst ist eine Offenbarung der geistigen Welt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
innerhalb des Ich, wie von der andern Seite her die Sinnesempfindung eine Offenbarung der physischen Welt innerhalb des Ich ist. In dem, was rot, grün, hell, dunkel, hart, weich, warm, kalt ist, erkennt man die Offenbarungen der körperlichen Welt; in dein, was wahr und gut ist, die Offenbarungen der geistigen Welt. In dem gleichen Sinne, wie die Offenbarung des Körperlichen Empfindung heißt, sei die Offenbarung des Geistigen Intuition genannt. Der einfachste Gedanke enthält schon Intuition, denn man kann ihn nicht mit Händen tasten, nicht mit Augen sehen: man muß seine Offenbarung aus dem Geiste durch das Ich empfangen. Wenn ein unentwickelter und ein entwickelter Mensch eine Pflanze ansehen, so lebt in dem Ich des einen etwas ganz anderes als in dem des zweiten. Und doch sind die Empfindungen beider durch denselben Gegenstand hervorgerufen. Die Verschiedenheit liegt darin, daß der eine sich weit vollkommenere Gedanken über den Gegenstand machen kann als der andere. Offenbarten die Gegenstande sich allein durch die Empfindung, dann könnte es keinen Fortschritt in der geistigen Entwickelung geben. Die Natur empfindet auch der Wilde; die Naturgesetze offenbaren sich erst den von der Intuition befruchteten Gedanken des höher entwickelten Menschen. Die Reize der Außenwelt empfindet auch das Kind als Antrieb des Willens, die Gebote des sittlich Guten gehen ihm aber nur im Laufe der Entwickelung auf, indem es im Geiste leben und dessen Offenbarung verstehen lernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ohne das Auge keine Farbenempfindungen da wären, so ohne das höhere Denken des Geistselbst keine Intuitionen. Und sowenig die Empfindung die Pflanze schafft, an der die Farbe erscheint, sowenig schafft die Intuition&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das Geistige, von welchem sie vielmehr nur Kunde gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Intuitionen holt sich das Ich des Menschen, das in der Seele auflebt, die Botschaften von oben, von der Geisteswelt, wie es sich durch die Empfindungen die Botschaften aus der physischen Welt holt. Und dadurch macht die Geisteswelt ebenso zum Eigenleben seiner Seele wie vermittels der Sinne die physische Welt. Die Seele, der das in ihr aufleuchtende Ich, öffnet nach Zwei Seiten in seine Tore: nach der Seite des Körperlichen und nach derjenigen des Geistigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie nun die physische Welt dem Ich nur dadurch von Ich Kunde geben kann, daß sie aus ihren Stoffen und Kräften einen Körper aufbaut, in dem die bewußte Seele leben kann und innerhalb dessen diese Organe besitzt, um das Körperliche außer sich wahrzunehmen, so baut auch die geistige Welt mit ihren Geistesstoffen und ihren Geisteskräften einen Geistkörper auf, in dem das Ich leben und durch Intuitionen das Geistige wahrnehmen kann. (Es ist einleuchtend, daß die Ausdrücke Geiststoff, Geistkörper dem Wortsinne nach einen Widerspruch enthalten. Sie sollen nur gebraucht werden, um den Gedanken auf dasjenige hinzulenken, was im Geistigen dem physischen Leibe des Menschen entspricht.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ebenso wie innerhalb der physischen Welt der einzelne menschliche Körper als eine abgesonderte Wesenheit aufgebaut wird, so innerhalb der Geisteswelt der Geistkörper. Es gibt in der Geisteswelt für den Menschen ebenso ein innen und Außen wie in der physischen Welt. Wie der Mensch aus der physischen Umwelt die Stoffe aufnimmt und sie in seinem physischen Leib verarbeitet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|54}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so nimmt er aus der geistigen Umwelt das Geistige auf und macht es zu dem Seinigen. Das Geistige ist die ewige Nahrung des Menschen. Und wie der Mensch aus der physischen Welt geboren ist, so wird er aus dem Geiste durch die ewigen Gesetze des Wahren und Guten geboren. Er ist von der außer ihm befindlichen Geisteswelt abgetrennt, wie er von der gesamten physischen Welt als ein selbständiges Wesen abgetrennt ist. Diese selbständige geistige Wesenheit sei «Geistmensch» genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir den physischen Menschenkörper untersuchen, finden wir in ihm dieselben Stoffe und Kräfte, die außerhalb desselben in der übrigen physischen Welt vorhanden sind. So ist es auch mit dem Geistmenschen. In ihm pulsieren die Elemente der äußeren Geisteswelt, in ihm sind die Kräfte der übrigen Geisteswelt tätig. Wie in der physischen Haut ein Wesen in sich abgeschlossen wird, das lebend und empfindend ist, so auch in der Geisteswelt. Die geistige Haut, die den Geistmenschen von der einheitlichen Geisteswelt abschließt, ihn innerhalb derselben zu einem selbständigen Geisteswesen macht, das in sich lebt und intuitiv den Geistesinhalt der Welt wahrnimmt, diese «geistige Haut» sei Geisteshülle (aurische Hülle) genannt. Nur muß festgehalten werden, daß diese «geistige Haut» sich fortdauernd mit der fortschreitenden menschlichen Entwickelung ausdehnt, so daß die geistige Individualität des Menschen (seine aurische Hülle) einer unbegrenzten Vergrößerung fähig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb dieser Geisteshülle lebt der Geistesmensch. Dieser wird durch die geistige Lebenskraft in demselben Sinne auferbaut, wie der physische Leib durch die physische Lebenskraft. In ähnlicher Weise, wie man von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einem Ätherleib spricht, muß man daher von einem Äthergeist in bezug auf den Geistesmenschen sprechen. Dieser Äthergeist sei Lebensgeist genannt. In drei Teile gliedert sich also die geistige Wesenheit des Menschen: in den Geistmenschen, den Lebensgeist und das Geistselbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den in den geistigen Gebieten «Sehenden» ist diese geistige Wesenheit des Menschen als der höhere eigentliche geistige Teil der Aura eine wahrnehmbare Wirklichkeit. Er «schaut» innerhalb der Geisteshülle den Geistesmenschen als Lebensgeist; und «er schaut», wie sich dieser «Lebensgeist» fortwährend durch Aufnahme von Geistesnahrung aus der geistigen Außenwelt vergrößert. Und ferner sieht er, wie durch diese Aufnahme sich die Geisteshülle fortdauernd weitet, wie der Geistmensch immer größer und größer wird. Insofern dieses «Größerwerden» räumlich «geschaut» wird» ist es selbstverständlich nur ein Bild der Wirklichkeit. Dessenungeachtet ist in der Vorstellung dieses Bildes die Menschenseele auf die entsprechende geistige Wirklichkeit hin gerichtet. Es ist der Unterschied der geistigen Wesenheit des Menschen von seiner physischen, daß die letztere eine begrenzte Größe hat, während die erstere unbegrenzt wachsen kann. Was an geistiger Nahrung aufgenommen wird, hat ja einen Ewigkeitswert. Aus zwei sich durchdringenden Teilen setzt sich deshalb die menschliche Aura zusammen. Dem einen gibt Färbung und Form das physische Dasein des Menschen, dem andern sein geistiges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ich gibt die Trennung zwischen beiden, in der Art, daß sich das Physische in seiner Eigenart hingibt und einen Leib aufbaut, der eine Seele in sich aufleben läßt; und das Ich gibt sich wieder hin und läßt in sich den Geist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aufleben, der nun seinerseits die Seele durchdringt und ihr das Ziel gibt in der Geisteswelt. Durch den Leib ist die Seele eingeschlossen im Physischen, durch den Geistesmenschen wachsen ihr die Flügel zur Bewegung in der geistigen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man den ganzen Menschen erfassen, so muß man ihn aus den genannten Bestandteilen zusammengesetzt denken. Der Leib baut sich aus der physischen Stoffwelt auf, so daß dieser Bau auf das denkende Ich hingeordnet ist. Er ist von Lebenskraft durchdrungen und wird dadurch zum Ätherleib oder Lebensleib. Als solcher schließt er sich in den Sinnesorganen nach außen auf und wird zum Seelenleib. Diesen durchdringt die Empfindungsseele und wird eine Einheit mit ihm. Die Empfindungsseele empfängt nicht bloß die Eindrücke der Außenwelt als Empfindungen; sie hat ihr eigenes Leben, das sich durch das Denken auf der andern Seite ebenso befruchtet wie durch die Empfindungen auf der einen. So wird sie zur Verstandesseele. Sie kann das dadurch, daß sie sich nach oben hin den Intuitionen erschließt wie nach unten hin den Empfindungen. Dadurch ist sie Bewußtseinsseele. Das ist ihr deshalb möglich, weil ihr die Geisteswelt das Intuitionsorgan hineinbildet, wie ihr der physische Leib die Sinnesorgane bildet. Wie die Sinne durch den Seelenleib die Empfindungen, so vermittelt ihr der Geist durch das Intuitionsorgan die Intuitionen. Der Geistmensch ist dadurch mit der Bewußtseinsseele in einer Einheit verbunden wie der physische Körper mit der Empfindungsseele im Seelenleib. Bewußtseinsseele und Geistselbst bilden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Einheit. In dieser Einheit lebt der Geistesmensch als Lebensgeist, wie der Ätherleib für den Seelenleib die leibliche Lebensgrundlage bildet. Und wie der physische Körper in der physischen Haut sich abschließt, so der Geistmensch in der Geisteshülle. Es ergibt sich die Gliederung des ganzen Menschen in folgender Art:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A. Physischer Körper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
B. Ätherleib oder Lebensleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
C. Seelenleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D. Empfindungssee1e&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E. Verstandesseele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F. Bewußtseinsseele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Geistselbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
H. Lebensgeist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
I. Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenleib (C) und Empfindungssee1e (D) sind eine Einheit im irdischen Menschen; ebenso Bewußtseinsseele (F) und Geistselbst (G). Dadurch ergeben sich sieben Teile des irdischen Menschen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Der physische Körper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Der Äther- oder Lebensleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Der empfindende Seelenleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Die Verstandesseele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Die geisterfüllte Bewußtseinsseele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Der Lebensgeist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Der Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Seele blitzt das «Ich» auf, empfängt aus dem Geiste den Einschlag und wird dadurch zum Träger des&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistmenschen. Dadurch nimmt der Mensch an den «drei Welten» (der physischen, seelischen und geistigen) teil. Er wurzelt durch physischen Körper, Ätherleib und Seelenleib in der physischen Welt und blüht durch das Geistselbst, den Lebensgeist und Geistesmenschen in die geistige Welt hinauf. Der Stamm aber, der nach der einen Seite wurzelt, nach der andern blüht, das ist die Seele selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann, durchaus im Einklange mit dieser Gliederung des Menschen, eine vereinfachte Form derselben geben. Obwohl das menschliche «Ich» in der Bewußtseinsseele aufleuchtet, so durchdringt es doch das ganze seelische Wesen. Die Teile dieses seelischen Wesens sind überhaupt nicht so scharf gesondert wie die Leibesglieder; sie durchdringen sich in einem höheren Sinne. Faßt man dann Verstandesseele und Bewußtseinsseele als die zwei zusammengehörigen Hüllen des Ich und dieses als den Kern derselben ins Auge, dann kann man den Menschen gliedern in: physischen Leib, Lebensleib, Astralleib und Ich. Mit dem Ausdruck Astralleib wird dabei hier das bezeichnet, was Seelenleib und Empfindungssee1e zusammen sind. Der Ausdruck findet sich in der älteren Literatur und sei hier frei angewendet auf dasjenige in der menschlichen Wesenheit, was über das Sinnlich-Wahrnehmbare hinausliegt. Trotzdem die Empfindungssee1e in gewisser Beziehung auch von dem Ich durchkraftet wird, hängt sie mit dem Seelenleib so eng zusammen, daß für beide, vereinigt gedacht, ein einziger Ausdruck berechtigt ist. Wenn nun das Ich sich mit dem Geistselbst durchdringt, so tritt dieses Geistselbst so auf, daß der Astralleib von dem Seelischen aus umgearbeitet wird. In dem Astralleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wirken zunächst des Menschen Triebe, Begierden, Leidenschaften, insofern diese empfunden werden; und es wirken in ihm die sinnlichen Wahrnehmungen. Die sinnlichen Wahrnehmungen entstehen durch den Seelenleib als ein Glied im Menschen, das ihm von der äußeren Welt zukommt. Die Triebe, Begierden, Leidenschaften und so weiter entstehen in der Empfindungsseele, insofern diese vom Innern durchkraftet wird, bevor dieses Innere sich dem Geistselbst hingegeben hat. Durchdringt sich das «Ich» mit dem Geistselbst, so durchkraftet die Seele den Astralleib wieder mit diesem Geistselbst Es drückt sich dies so aus, daß dann die Triebe, Begierden und Leidenschaften durchleuchtet sind von dem, was das Ich aus dem Geiste empfangen hat. Das Ich ist dann vermöge seines Anteiles an der geistigen Welt Herr geworden in der Welt der Triebe, Begierden und so weiter. In dem Maße, als es dies geworden ist, erscheint das Geistselbst im Astralleib. Und dieser selbst wird dadurch verwandelt. Der Astralleib erscheint dann selbst als zweigliedrige Wesenheit, als zum Teil unverwandelt, zum Teil verwandelt. Daher kann man das Geistselbst in seiner Offenbarung am Menschen als den verwandelten Astralleib bezeichnen. Ein ähnliches geht in dem Menschen vor, wenn er in sein Ich den Lebensgeist aufnimmt. Dann verwandelt sich der Lebensleib. Er wird durchdrungen von dem Lebensgeist. Dieser offenbart sich in der Art, daß der Lebensleib ein anderer wird. Daher kann man auch sagen, daß der Lebensgeist der verwandelte Lebensleib ist. Und nimmt das Ich den Geistesmenschen in sich auf, so erhält es dadurch die starke Kraft, den physischen Leib damit zu durchdringen. Es ist natürlich, daß dasjenige, was so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|60}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von dem physischen Leibe verwandelt ist, nicht mit der physischen Sinnen wahrzunehmen ist. Es ist ja gerade das am physischen Leib Geistesmensch geworden, was vergeistigt ist. Es ist dann für die sinnliche Wahrnehmung als Sinnliches vorhanden; und insofern dieses Sinnliche vergeistigt ist, muß es vom geistigen Erkenntnisvermögen wahrgenommen werden. Den äußeren Sinnen erschein eben auch das vom Geistigen durchdrungene Physische nur sinnlich. Mit Zugrundelegung von alledem kann man auch folgende Gliederung des Menschen geben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Physischer Leib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Lebensleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Astralleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Ich als Seelenkern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Geistselbst als verwandelter Astralleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Lebensgeist als verwandelter Lebensleib&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Geistesmensch als verwandelter physischer Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|61}}&lt;br /&gt;
= WIEDERVERKÖRPERUNG DES GEISTES UND SCHICKSAL =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mitte zwischen Leib und Geist lebt die Seele. Die Eindrücke, die ihr durch den Leib zukommen, sind vorübergehend. Sie sind nur so lange vorhanden, als der Leib seine Organe den Dingen der Außenwelt öffnet. Mein Auge empfindet die Farbe an der Rose nur so lange, als die Rose ihm gegenübersteht und es selbst geöffnet ist. Die Gegenwart sowohl des Dinges in der Außenwelt wie auch diejenige des leiblichen Organs sind notwendig, damit ein Eindruck, eine Empfindung oder Wahrnehmung zustande kommen können. Was ich aber im Geiste als Wahrheit über die Rose erkannt habe, das geht mit der Gegenwart nicht vorüber. Und es ist in seiner Wahrheit auch ganz und gar nicht von mir abhängig. Es wäre wahr, auch wenn ich niemals der Rose gegenübergetreten wäre. Was ich durch den Geist erkenne, ist in einem Elemente des Seelenlebens gegründet, durch das die Seele mit einem Weltinhalt zusammenhängt, der in ihr sich unabhängig von ihren vergänglichen Leibesgrundlagen offenbart. Es kommt nicht darauf an, ob das sich Offenbarende selbst überall ein Unvergängliches ist, sondern darauf, ob die Offenbarung für die Seele so geschieht, daß dabei nicht ihre vergängliche Leibesgrundlage in Betracht kommt, sondern dasjenige, was in ihr von diesem Vergänglichen unabhängig ist. Das Dauernde in der Seele ist in dem Augenblicke in die Beobachtung gestellt, in dem man gewahr wird, daß Erlebnisse da sind, die nicht durch ihr Vergängliches begrenzt sind. Auch darum handelt es sich nicht, ob diese Erlebnisse zunächst durch vergängliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|62}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verrichtungen der Leibesorganisation bewußt werden, sondern darum, daß sie etwas enthalten, was zwar in der Seele lebt, aber doch in seiner Wahrheit unabhängig ist von dein vergänglichen Vorgange der Wahrnehmung. Zwischen Gegenwart und Dauer ist die Seele gestellt, in dem sie die Mitte hält zwischen Leib und Geist. Aber sie vermittelt auch Gegenwart und Dauer. Sie bewahrt das Gegenwärtige für die Erinnerung. Dadurch entreißt sie es der Vergänglichkeit und nimmt es in die Dauer ihres Geistigen. Auf. Auch prägt sie das Dauernde dem Zeitlichvergänglichen ein, indem sie in ihrem Leben sich nicht nur den vorübergehenden Reizen hingibt, sondern von sich aus die Dinge bestimmt, ihnen ihr Wesen in den Handlungen einverleibt, die sie verrichtet. Durch die Erinnerung bewahrt die Seele das Gestern; durch die Handlung bereitet sie das Morgen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Seele müßte das Rot der Rose immer von neuem wahrnehmen, um es im Bewußtsein zu haben, wenn sie es nicht durch die Erinnerung behalten könnte. Das, was nach dem äußeren Eindruck zurückbleibt, was von der Seele behalten werden kann, kann unabhängig von dem äußeren Eindrucke wieder Vorstellung werden. Durch diese Gabe macht die Seele die Außenwelt so zu ihrer eigenen Innenwelt, daß sie diese dann durch das Gedächtnis für die Erinnerung behalten und unabhängig von den gewonnenen Eindrücken mit ihr weiter ein eigenes Leben führen kann. Das Seelenleben wird so zur dauernden Wirkung der vergänglichen Eindrücke der Außenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch die Handlung erhält Dauer, wenn sie einmal der Außenwelt aufgeprägt ist. Schneide ich einen Zweig von einem Baume, so ist durch meine Seele etwas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschehen, was den Lauf der Ereignisse in der Außenwelt vollkommen ändert. Es wäre mit dem Zweige an dem Baume etwas ganz anderes geschehen, wenn ich nicht handelnd eingegriffen hätte. Ich habe eine Reihe von Wirkungen ins Leben gerufen, die ohne mein Dasein nicht vorhanden gewesen wären. Was ich heute getan habe, bleibt für morgen bestehen. Es wird dauernd durch die Tat, wie meine Eindrücke von gestern für meine Seele dauernd geworden sind durch das Gedächtnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für dieses Dauerndwerden durch die Tat bildet man im gewöhnlichen Bewußtsein nicht in der gleichen Art eine Vorstellung aus, wie diejenige ist, die man für «Gedächtnis» hat, für das Dauerndwerden eines Erlebnisses, das auf Grund einer Wahrnehmung erfolgt. Aber wird nicht das «Ich» des Menschen mit der in der Welt erfolgten Veränderung durch seine Tat ebenso verbunden wie mit der aus einem Eindruck erfolgenden Erinnerung? Das «Ich» urteilt über neue Eindrücke anders, je nachdem es die eine oder die andere Erinnerung hat oder nicht. Aber es ist auch als «Ich» in eine andere Verbindung zur Welt getreten, je nachdem es die eine oder die andere Tat verrichtet hat oder nicht. Ob ich auf einen andern Menschen einen Eindruck gemacht habe durch eine Tat oder nicht, davon hängt es ab, ob etwas in dem Verhältnisse der Welt zu meinem «Ich» vorhanden ist oder nicht. Ich bin in meinem Verhältnis zur Welt ein anderer, nachdem ich auf meine Umgebung einen Eindruck gemacht habe. Daß man, was hier gemeint ist, nicht so bemerkt wie die Veränderung des «Ich» durch Erwerb einer Erinnerung, das rührt allein davon her, daß die Erinnerung sich sogleich bei ihrer Bildung verbindet mit dem Seelenleben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das man schon immer als das Seinige empfunden hat; die äußere Wirkung der Tat aber verläuft, losgelöst von diesem Seelenleben, in Folgen, die noch etwas anderes sind, als was man davon in der Erinnerung behält. Dessen ungeachtet aber sollte man zugeben, daß, nach einer vollbrachten Tat, etwas in der Welt ist, dem sein Charakter durch das «Ich» aufgeprägt ist. Man wird, wenn man das hier in Betracht Kommende wirklich durchdenkt, zu der Frage kommen: Könnte es nicht sein, daß die Folgen einer vollbrachten Tat, denen ihr Wesen durch das «Ich» aufgeprägt ist, eine Tendenz erhalten, zu dem Ich wieder hinzuzutreten, wie ein im Gedächtnis bewahrter Eindruck wieder auflebt, wenn sich dazu eine äußere Veranlassung ergibt? Das im Gedächtnis Bewahrte wartet auf eine solche Veranlassung. Könnte nicht das in der Außenwelt mit dem Ich-Charakter Bewahrte ebenso warten, um so von außen an die Menschenseele heranzutreten, wie die Erinnerung von innen an diese Seele bei gegebener Veranlassung herantritt? Hier wird diese Sache nur als Frage hingestellt: denn, gewiß, es könnte sein, daß sich die Veranlassung niemals ergäbe, daß die mit dem Ich-Charakter behafteten Folgen einer Tat die Menschenseele treffen könnten. Aber daß sie als solche vorhanden sind und daß sie in ihrem Vorhandensein das Verhältnis der Welt zu dem Ich bestimmen, das erscheint sofort als eine mögliche Vorstellung, wenn man, was vorliegt, denkend verfolgt. Es soll in den nachfolgenden Betrachtungen untersucht werden, ob es im Menschenleben etwas gibt, das von dieser «möglichen» Vorstellung aus auf eine Wirklichkeit deutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei nun erst das Gedächtnis betrachtet. Wie kommt es zustande? Offenbar auf ganz andere Art als die Empfindung oder Wahrnehmung. Ohne Auge kann ich nicht die Empfindung des «Blau» haben. Aber durch das Auge habe ich noch keineswegs die Erinnerung an das «Blau». Soll mir das Auge jetzt diese Empfindung geben, so muß ihm ein blaues Ding gegenübertreten. Die Leiblichkeit würde alle Eindrücke immer wieder in Nichts zurücksinken lassen, wenn nicht, indem durch den Wahrnehmungsakt die gegenwärtige Vorstellung sich bildet, zugleich in dem Verhältnisse zwischen Außenwelt und Seele sich etwas abspielte, was in dem Menschen eine solche Folge hat, daß er später durch Vorgänge in sich wieder eine Vorstellung von dem haben kann, was früher eine Vorstellung von außen her bewirkt hat. Wer sich Übung für seelisches Beobachten erworben hat, wird finden können, daß der Ausdruck ganz schief ist, der von der Meinung ausgeht: man habe heute eine Vorstellung und morgen trete durch das Gedächtnis diese Vorstellung wieder auf, nachdem sie sich inzwischen irgendwo im Menschen aufgehalten hat. Nein, die Vorstellung, die ich jetzt habe, ist eine Erscheinung, die mit dem «jetzt» vorübergeht. Tritt Erinnerung ein, so findet in mir ein Vorgang statt, der die Folge von etwas ist, das außer dem Hervorrufen der gegenwärtigen Vorstellung in dem Verhältnis zwischen Außenwelt und mir stattgefunden hat. Die durch die Erinnerung hervorgerufene Vorstellung ist eine neue und nicht die aufbewahrte alte. Erinnerung besteht darin, daß wieder vorgestellt werden kann, nicht, daß eine Vorstellung wieder aufleben kann. Was wieder eintritt, ist etwas anderes als die Vorstellung selbst. (Diese Anmerkung wird hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gemacht, weil auf geisteswissenschaftlichem Gebiete notwendig ist, daß man sich über gewisse Dinge genauere Vorstellungen macht als im gewöhnlichen Leben und sogar auch in der gewöhnlichen Wissenschaft.) Ich erinnere mich, das heißt: ich erlebe etwas, was selbst nicht mehr da ist. Ich verbinde ein vergangenes Erlebnis mit meinem gegenwärtigen Leben. Es ist so bei jeder Erinnerung. Man nehme an, ich treffe einen Menschen und erkenne ihn wieder, weil ich ihn gestern getroffen habe. Er wäre für mich ein völlig Unbekannter, wenn ich nicht das Bild, das ich mir gestern durch die Wahrnehmung gemacht habe, mit meinem heutigen Eindruck von ihm verbinden könnte. Das heutige Bild gibt mir die Wahrnehmung, das heißt meine Sinnesorganisation. Wer aber zaubert das gestrige in meine Seele herein? Es ist dasselbe Wesen in mir, das gestern bei meinem Erlebnis dabei war und das auch bei dem heutigen dabei ist. Seele ist es in den vorhergehenden Ausführungen genannt worden. Ohne diese treue Bewahrerin des Vergangenen wäre jeder äußere Eindruck für den Menschen immer wieder neu. Gewiß ist, daß die Seele den Vorgang, durch welchen etwas Erinnerung wird, dem Leibe wie durch ein Zeichen einprägt; doch muß eben die Seele diese Einprägung machen und dann ihre eigene Einprägung wahrnehmen, wie sie etwas Äußeres wahrnimmt. So ist sie die Bewahrerin der Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Bewahrerin des Vergangenen sammelt die Seele fortwährend Schätze für den Geist auf. Daß ich das richtige von dem Unrichtigen unterscheiden kann, das hängt davon ah, daß ich als Mensch ein denkendes Wesen bin, das die Wahrheit im Geiste zu ergreifen vermag. Die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist ewig; und sie könnte sich mir immer wieder an den Dingen offenbaren, auch wenn ich das Vergangene immer wieder aus dem Auge verlöre und jeder Eindruck für mich ein neuer wäre. Aber der Geist in mir ist nicht allein auf die Eindrücke der Gegenwart beschränkt; die Seele erweitert seinen Gesichtskreis über die Vergangenheit hin. Und je mehr sie aus der Vergangenheit zu ihm hinzuzufügen vermag, desto reicher macht sie ihn. So gibt die Seele an den Geist weiter, was sie vom Leibe erhalten hat. Der Geist des Menschen trägt dadurch in jedem Augenblicke seines Lebens zweierlei in sich. Erstens die ewigen Gesetze des Wahren und Guten und zweitens die Erinnerung an die Erlebnisse der Vergangenheit. Was er tut, das vollbringt er unter dem Einflusse dieser beiden Faktoren. Wollen wir einen Menschengeist verstehen, so müssen wir deshalb auch zweierlei von ihm wissen: erstens, wieviel von dem Ewigen sich ihm offenbart hat, und zweitens, wieviel Schätze aus der Vergangenheit in ihm liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Schätze bleiben dem Geiste keineswegs in unveränderter Gestalt. Die Eindrücke, die der Mensch aus den Erlebnissen gewinnt, schwinden dem Gedächtnisse allmählich dahin. Nicht aber ihre Früchte. Man erinnert sich nicht aller Erlebnisse, die man in der Kindheit durchgemacht hat, während man sich die Kunst des Lesens und des Schreibens angeeignet hat. Aber man könnte nicht lesen und schreiben, wenn man diese Erlebnisse nicht gehabt hätte und ihre Früchte nicht bewahrt geblieben wären in Form von Fähigkeiten. Und das ist die Umwandlung, die der Geist mit den Gedächtnisschätzen vornimmt. Er überläßt, was zu Bildern der einzelnen Erlebnisse führen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann, seinem Schicksale und entnimmt ihm nur die Kraft zu einer Erhöhung seiner Fähigkeiten. So geht gewiß kein Erlebnis ungenützt vorüber: die Seele bewahrt es als Erinnerung, und der Geist saugt aus ihm dasjenige, was seine Fähigkeiten, seinen Lebensgehalt bereichern kann. Der Menschengeist wächst durch die verarbeiteten Erlebnisse. Kann man also auch die vergangenen Erlebnisse im Geiste nicht wie in einer Sammelkammer aufbewahrt finden, man findet ihre Wirkungen in den Fähigkeiten, die sich der Mensch erworben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher sind der Geist und die Seele nur betrachtet worden innerhalb der Grenzen, die zwischen Geburt und Tod liegen. Man kann dabei nicht stehenbleiben. Wer das tun wollte, der gliche dem, welcher auch den menschlichen Leib nur innerhalb derselben Grenzen betrachten wollte. Man kann gewiß vieles innerhalb dieser Grenzen finden. Aber man kann nimmermehr aus dem, was zwischen Geburt und Tod liegt, die menschliche Gestalt erklären. Diese kann sich nicht aus bloßen physischen Stoffen und Kräften unmittelbar auferbauen. Sie kann nur von einer ihr gleichen Gestalt abstammen, die sich auf Grund dessen ergibt, was sich fortgepflanzt hat. Die physischen Stoffe und Kräfte bauen den Leib während des Lebens auf: die Kräfte der Fortpflanzung lassen aus ihm einen andern hervorgehen, der seine Gestalt haben kann, also einen solchen, der Träger desselben Lebensleibes sein kann. Jeder Lebensleib ist eine Wiederholung seines Vorfahren. Nur weil er dieses ist, erscheint er nicht in jeder beliebigen Gestalt, sondern in derjenigen, die ihm vererbt ist. Die Kräfte,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die meine Menschengestalt möglich gemacht haben, lagen in meinen Vorfahren. Aber auch der Geist des Menschen erscheint in einer bestimmten Gestalt (wobei das Wort Gestalt natürlich geistig gemeint ist). Und die Gestalten des Geistes sind die denkbar verschiedensten bei den einzelnen Menschen. Nicht zwei Menschen haben die gleiche geistige Gestalt. Man muß auf diesem Gebiete nur ebenso ruhig und sachlich beobachten wie auf dem physischen. Man kann nicht sagen, die Verschiedenheiten der Menschen in geistiger Beziehung rühren allein von den Verschiedenheiten ihrer Umgebung, ihrer Erziehung und so weiter her. Nein, das ist durchaus nicht der Fall; denn zwei Menschen entwickeln sich unter den gleichen Einflüssen der Umgebung, der Erziehung und so weiter in ganz verschiedener Art. Deshalb muß man zugeben, daß sie mit ganz verschiedenen Anlagen ihren Lebensweg angetreten haben. Hier steht man vor einer wichtigen Tatsache, die Licht ausbreitet über die Wesenheit des Menschen, wenn man ihre volle Tragweite erkennt. Wer seine Anschauung nur nach der Seite des materiellen Geschehens hin richten will, der könnte allerdings sagen, die individuellen Verschiedenheiten menschlicher Persönlichkeiten rühren von den Verschiedenheiten in der Beschaffenheit der stofflichen Keime her. (Und unter Berücksichtigung der von Gregor Mendel gefundenen und von andern weitergebildeten Vererbungsgesetze kann eine solche Ansicht vieles sagen, was ihr den Schein von Berechtigung auch vor dem wissenschaftlichen Urteil gibt.) Ein solcher Beurteiler zeigt aber nur, daß er keine Einsicht in das wirkliche Verhältnis des Menschen zu dessen Erleben hat. Denn die sachgemäße Beobachtung ergibt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß die äußeren Umstände auf verschiedene Personen in verschiedener Art durch etwas wirken, das gar nicht unmittelbar mit der stofflichen Entwickelung in Wechselbeziehung tritt. Für den wirklich genauen Erforscher auf diesem Gebiete zeigt sich, daß, was aus den stofflichen Anlagen kommt, sich unterscheiden läßt von dem, was zwar durch Wechselwirkung des Menschen mit den Erlebnissen entsteht, aber nur dadurch sich gestalten kann, daß die Seele selbst diese Wechselwirkung eingeht. Die Seele steht da deutlich mit etwas innerhalb der Außenwelt in Beziehung, das, seinem Wesen nach, keinen Bezug zu stofflichen Keimanlagen haben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre physische Gestalt unterscheiden sich die Menschen von ihren tierischen Mitgeschöpfen auf der Erde. Aber sie sind innerhalb gewisser Grenzen in bezug auf diese Gestalt untereinander gleich. Es gibt nur eine menschliche Gattung. Wie groß auch die Unterschiede der Rassen, Stämme, Völker und Persönlichkeiten sein mögen: in physischer Beziehung ist die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Mensch größer als die zwischen dem Menschen und irgendeiner Tiergattung. Alles, was in der menschlichen Gattung sich ausprägt, wird bedingt durch die Vererbung von den Vorfahren auf die Nachkommen. Und die menschliche Gestalt ist an diese Vererbung gebunden. Wie der Löwe nur durch Löwenvorfahren, so kann der Mensch nur durch menschliche Vorfahren seine physische Gestalt erben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie die physische Ähnlichkeit der Menschen klar vor Augen liegt, so enthüllt sich dem vorurteilslosen geistigen Blicke die Verschiedenheit ihrer geistigen Gestalten. Es gibt eine offen zutage liegende Tatsache, durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
welche dies zum Ausdrucke kommt. Sie besteht in dem Vorhandensein der Biographie eines Menschen. Wäre der Mensch bloßes Gattungswesen, so könnte es keine Biographie geben. Ein Löwe, eine Taube nehmen das Interesse in Anspruch, insofern sie der Löwen-, der Taubenart angehören. Man hat das Einzelwesen in allem Wesentlichen verstanden, wenn man die Art beschrieben hat. Es kommt hier wenig darauf an, ob man es mit Vater, Sohn oder Enkel zu tun hat. Was bei ihnen interessiert, das haben eben Vater, Sohn und Enkel gemeinsam. Was der Mensch bedeutet, das aber fängt erst da an, wo er nicht bloß Art-, oder Gattungs-, sondern wo er Einzelwesen ist. Ich habe das Wesen des Herrn Schulze in Krähwinkel durchaus nicht begriffen, wenn ich seinen Sohn oder seinen Vater beschrieben habe. Ich muß seine eigene Biographie kennen. Wer über das Wesen der Biographie nachdenkt, der wird gewahr, daß in geistiger Beziehung jeder Mensch eine Gattung für sich ist. Wer freilich Biographie bloß als eine äußerliche Zusammenstellung von Lebensereignissen faßt, der mag behaupten, daß er in demselben Sinne eine Hunde- wie eine Menschenbiographie schreiben könne. Wer aber in der Biographie die wirkliche Eigenart eines Menschen schildert, der begreift, daß er in ihr etwas hat, was im Tierreiche der Beschreibung einer ganzen Art entspricht. Nicht darauf kommt es an, daß man was ja wirklich selbstverständlich ist auch von einem Tiere besonders von einem klugen etwas Biographieartiges sagen kann, sondern darauf, daß die Menschenbiographie nicht dieser Tierbiographie, sondern der Beschreibung der tierischen Art entspricht. Es wird ja immer wieder Menschen geben, die das hier Gesagte damit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden widerlegen wollen, daß sie sagen, Menageriebesitzer zum Beispiel wissen, wie individuell einzelne Tiere derselben Gattung sich unterscheiden. Wer so urteilt, der zeigt aber nur, daß er individuelle Verschiedenheit nicht zu unterscheiden vermag von Verschiedenheit, die nur durch Individualität erworben sich zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird nun die Art oder Gattung im physischen Sinne nur verständlich, wenn man sie in ihrer Bedingtheit durch die Vererbung begreift, so kann auch die geistige Wesenheit nur durch eine ähnliche geistige Vererbung verstanden werden. Meine physische Menschengestalt habe ich wegen meiner Abstammung von menschlichen Vorfahren. Woher habe ich dasjenige, was in meiner Biographie zum Ausdrucke kommt? Als physischer Mensch wiederhole ich die Gestalt meiner Vorfahren. Was wiederhole ich als geistiger Mensch? Wer behaupten will: dasjenige, was in meiner Biographie eingeschlossen ist, bedürfe keiner weiteren Erklärung, das müsse eben hingenommen werden, der soll nur auch gleich behaupten: er habe irgendwo einen Erdhügel gesehen, auf dem sich die Stoffklumpen ganz von selbst zu einem lebenden Menschen zusammengeballt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als physischer Mensch stamme ich von anderen physischen Menschen ab, denn ich habe dieselbe Gestalt wie die ganze menschliche Gattung. Die Eigenschaften der Gattung konnten also innerhalb der Gattung durch Vererbung erworben werden. Als geistiger Mensch habe ich meine eigene Gestalt, wie ich meine eigene Biographie habe. Ich kann also diese Gestalt von niemand anderm haben als von mir selbst. Und da ich nicht mit unbestimmten, sondern mit bestimmten seelischen Anlagen in die Welt eingetreten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bin, da durch diese Anlagen mein Lebensweg, wie er in der Biographie zum Ausdruck kommt, bestimmt ist, so kann meine Arbeit an mir nicht bei meiner Geburt begonnen haben. Ich muß als geistiger Mensch vor meiner Geburt vorhanden gewesen sein. In meinen Vorfahren bin ich sicher nicht vorhanden gewesen, denn diese sind als geistige Menschen von mir verschieden. Meine Biographie ist nicht aus der ihrigen erklärbar Ich muß vielmehr als geistiges Wesen die Wiederholung eines solchen sein, aus dessen Biographie die Meinige erklärbar ist. Der andere zunächst denkbare Fall wäre der, daß ich die Ausgestaltung dessen, was Inhalt meiner Biographie ist, nur einem geistigen Leben vor der Geburt (beziehungsweise der Empfängnis) verdanke. Zu dieser Vorstellung hätte man aber nur Berechtigung, wenn man annehmen wollte, daß, was auf die Menschenseele aus dem physischen Umkreis herein wirkt, gleichartig sei mit dem, was die Seele aus einer nur geistigen Welt hat. Eine solche Annahme widerspricht der wirklich genauen Beobachtung. Denn was aus dieser physischen Umgebung bestimmend für die Menschenseele ist, das ist so, daß es wirkt wie ein später im physischen Leben Erfahrenes auf ein in gleicher Art früher Erfahrenes. Um diese Verhältnisse richtig zu beobachten, muß man sich den Blick dafür aneignen, wie es im Menschenleben wirksame Eindrücke gibt, die so auf die Anlagen der Seele wirken wie das Stehen vor einer zu verrichtenden Tat gegenüber dem, was man im physischen Leben schon geübt hat; nur daß solche Eindrücke eben nicht auf ein in diesem unmittelbaren Leben schon Geübtes auftreffen, sondern auf Seelenanlagen, die sich so beeindrucken lassen wie die durch Übung erworbenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fähigkeiten. Wer diese Dinge durchschaut, der kommt zu der Vorstellung von Erdenleben, die dem gegenwärtigen vorangegangen sein müssen. Er kann denkend nicht bei rein geistigen Erlebnissen vor diesem Erdenleben stehenbleiben. Die physische Gestalt, die Schiller an sich getragen hat, die hat er von seinen Vorfahren ererbt. Sowenig aber diese physische Gestalt aus der Erde gewachsen sein kann, sowenig kann es die geistige Wesenheit Schillers sein. Er muß die Wiederholung einer andern geistigen Wesenheit sein, aus deren Biographie die Seinige erklärbar wird, wie die physische Menschengestalt Schillers durch menschliche Fortpflanzung erklärbar ist. So wie also die physische Menschengestalt immer wieder und wieder eine Wiederholung, eine Wiederverkörperung der menschlichen Gattungswesenheit ist, so muß der geistige Mensch eine Wiederverkörperung desselben geistigen Menschen sein. Denn als geistiger Mensch ist eben jeder eine eigene Gattung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann gegen das hier Gesagte einwenden: das seien reine Gedankenausführungen; und man kann äußere Beweise verlangen, wie man sie von der gewöhnlichen Naturwissenschaft her gewohnt ist. Dagegen muß gesagt werden, daß die Wiederverkörperung des geistigen Menschen doch ein Vorgang ist, der nicht dem Felde äußerer physischer Tatsachen angehört, sondern ein solcher, der sich ganz im geistigen Felde abspielt. Und zu diesem Felde hat keine andere unserer gewöhnlichen Geisteskräfte Zutritt als allein das Denken. Wer der Kraft des Denkens nicht vertrauen will, der kann sich über höhere geistige Tatsachen eben nicht aufklären. Für denjenigen, dessen geistiges Auge erschlossen ist, wirken die obigen Gedankengänge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
genau mit derselben Kraft, wie ein Vorgang wirkt, der sich vor seinem physischen Auge abspielt. Wer einem sogenannten «Beweise», der nach der Methode der gewöhnlichen naturwissenschaftlichen Erkenntnis aufgebaut ist, mehr Überzeugungskraft zugesteht als den obigen Ausführungen über die Bedeutung der Biographie, der mag im gewöhnlichen Wortsinn ein großer Wissenschaftler sein: von den Wegen der echt geistigen Forschung ist er aber sehr weit entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gehört zu den bedenklichsten Vorurteilen, wenn man die geistigen Eigenschaften eines Menschen durch Vererbung von Vater oder Mutter oder anderen Vorfahren erklären will. Wer sich des Vorurteils schuldig macht, daß zum Beispiel Goethe das, was sein Wesen ausmacht, von Vater und Mutter ererbt habe, dem wird auch zunächst kaum mit Gründen beizukommen sein, denn in ihm liegt eine tiefe Antipathie gegen vorurteilslose Beobachtung. Eine materialistische Suggestion hindert ihn, die Zusammenhänge der Erscheinungen im rechten Lichte zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solchen Ausführungen sind die Voraussetzungen gegeben, um die menschliche Wesenheit über Geburt und Tod hinaus zu verfolgen. Innerhalb der durch Geburt und Tod bestimmten Grenzen gehört der Mensch den drei Welten, der Leiblichkeit, dem Seelischen und dem Geistigen, an. Die Seele bildet das Mittelglied zwischen Leib und Geist, indem sie das dritte Glied des Leibes, den Seelenleib, mit der Empfindungsfähigkeit durchdringt und indem sie das erste Glied des Geistes, das Geistselbst, als Bewußtseinsseele durchsetzt. Sie hat dadurch während des Lebens Anteil an dem Leibe sowohl wie an dem Geiste. Dieser Anteil kommt in ihrem ganzen Dasein zum Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Organisation des Seelenleibes wird es abhängen, wie die Empfindungsseele ihre Fähigkeiten entfalten kann. Und von dem Leben der Bewußtseinsseele wird es andererseits abhängig sein, wie weit das Geistselbst in ihr sich entwickeln kann. Die Empfindungsseele wird einen um so besseren Verkehr mit der Außenwelt entfalten, je wohlgebildeter der Seelenleib ist. Und das Geistselbst wird um so reicher, machtvoller werden, je mehr ihm die Bewußtseinsseele Nahrung zuführt. Es ist gezeigt worden, daß während des Lebens durch die verarbeiteten Erlebnisse und die Früchte dieser Erlebnisse dem Geistselbst diese Nahrung zugeführt wird. Denn die dargelegte Wechselwirkung zwischen Seele und Geist kann natürlich nur da geschehen, wo Seele und Geist ineinander befindlich, voneinander durchdrungen sind, also innerhalb der Verbindung von «Geistselbst mit Bewußtseinsseele».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei zuerst die Wechselwirkung von Seelenleib und Empfindungsseele betrachtet. Der Seelenleib ist, wie sich ergeben bat, zwar die feinste Ausgestaltung der Leiblichkeit, aber er gehört doch zu dieser und ist von ihr abhängig. Physischer Körper, Ätherleib und Seelenleib machen in gewisser Beziehung ein Ganzes aus. Daher ist auch der Seelenleib in die Gesetze der physischen Vererbung, durch die der Leib seine Gestalt erhält, mit einbezogen. Und da er die beweglichste, gleichsam flüchtigste Form der Leiblichkeit ist, so muß er auch die beweglichsten und flüchtigsten Erscheinungen der Vererbung zeigen. Während daher der physische Leib nur nach Rassen, Völkern, Stämmen am wenigsten verschieden ist und der Ätherleib zwar eine größere Abweichung für die einzelnen Menschen, aber doch noch eine überwiegende Gleichheit aufweist, ist diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedenheit beim Seelenleib schon eine sehr große. In ihm kommt zum Ausdruck, was man schon als äußere, persönliche Eigenart des Menschen empfindet. Er ist daher auch der Träger dessen, was sich von dieser persönlichen Eigenart von den Eltern, Großeltern und so weiter auf die Nachkommen vererbt. Zwar führt die Seele als solche, wie auseinandergesetzt worden ist, ein vollkommenes Eigenleben; sie schließt sich mit ihren Neigungen und Abneigungen, mit ihren Gefühlen und Leidenschaften in sich selbst ab. Aber sie ist doch als Ganzes wirksam, und deshalb kommt auch in der Empfindungsseele dieses Ganze zur Ausprägung. Und weil die Empfindungsseele den Seelenleib durchdringt, gleichsam ausfüllt, so formt sich dieser nach der Natur der Seele, und er kann dann als Vererbungsträger die Neigungen, Leidenschaften und so weiter von den Vorfahren auf die Nachkommen übertragen. Auf dieser Tatsache beruht, was Goethe sagt: «Vom Vater hab&#039; ich die Statur, des Lebens ernstes Führen; vom Mütterchen die Frohnatur und Lust zu fabulieren.» Das Genie hat er natürlich von beiden nicht. Auf diese Art zeigt sich uns, was der Mensch von seinen seelischen Eigenschaften an die Linie der physischen Vererbung gleichsam abgibt. Die Stoffe und Kräfte des physischen Körpers sind in gleicher Art auch in dem ganzen Umkreis der äußeren physischen Natur. Sie werden von da fortwährend aufgenommen und an sie wieder abgegeben. Innerhalb einiger Jahre erneuert sich die Stoffmasse, die unsern physischen Körper zusammensetzt, vollständig. Daß diese Stoffmasse die Form des menschlichen Körpers annimmt und daß sie innerhalb dieses Körpers sich immer wieder erneuert, das hängt davon ab, daß sie von dem Ätherleib zusammengehalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird. Und dessen Form ist nicht allein durch die Vorgänge zwischen Geburt oder Empfängnis und Tod bestimmt, sondern sie ist von den Gesetzen der Vererbung abhängig, die über Geburt und Tod hinausreichen. Daß auf dem Wege der Vererbung auch seelische Eigenschaften übertragen werden können, also der Fortgang der physischen Vererbung einen seelischen Einschlag erlangt, das hat seinen Grund darin, daß der Seelenleib von der Empfindungsseele beeinflußt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gestaltet sich nun die Wechselwirkung zwischen Seele und Geist? Während des Lebens ist der Geist in der oben angegebenen Art mit der Seele verbunden. Diese empfängt von ihm die Gabe, in dem Wahren und Guten zu leben und dadurch in ihrem Eigenleben, in ihren Neigungen, Trieben und Leidenschaften den Geist selbst zum Ausdruck zu bringen. Das Geistselbst bringt dem «Ich» aus der Welt des Geistes die ewigen Gesetze des Wahren und Guten. Diese verknüpfen sich durch die Bewußtseins-Seele mit den Erlebnissen des seelischen Eigenlebens. Diese Erlebnisse selbst gehen vorüber. Aber ihre Früchte bleiben. Daß das Geistselbst mit ihnen verknüpft war, macht einen bleibenden Eindruck auf dasselbe. Tritt der menschliche Geist an ein solches Erlebnis heran, das einem andern ähnlich ist, mit dem es schon einmal verknüpft war, so sieht er in ihm etwas Bekanntes und weiß sich ihm gegenüber anders zu verhalten, als wenn es zum erstenmal ihm gegenüberstände. Darauf beruht ja alles Lernen. Und die Früchte des Lernens sind angeeignete Fähigkeiten. Dem ewigen Geiste werden auf diese Art Früchte des vorübergehenden Lebens eingeprägt. Und nehmen wir nicht diese Früchte wahr? Worauf beruhen die Anlagen, die als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das Charakteristische des geistigen Menschen oben dargelegt worden sind? Doch nur in Fähigkeiten zu diesem oder jenem, die der Mensch mitbringt, wenn er seinen irdischen Lebensweg beginnt. Es gleichen in gewisser Beziehung diese Fähigkeiten durchaus solchen, die wir uns auch während des Lebens aneignen können. Man nehme das Genie eines Menschen. Von Mozart ist bekannt, daß er als Knabe ein einmal gehörtes langes musikalisches Kunstwerk aus dem Gedächtnisse aufschreiben konnte. Er war dazu nur fähig, weil er das Ganze auf einmal überschauen konnte. Innerhalb gewisser Grenzen erweitert der Mensch auch während des Lebens seine Fähigkeit, zu überschauen, Zusammenhänge zu durchdringen, so daß er dann neue Fähigkeiten besitzt. Lessing hat doch von sich gesagt, daß er sich durch kritische Beobachtungsgabe etwas angeeignet habe, was dem Genie nahekommt. Will man solche Fähigkeiten, die in Anlagen begründet sind, nicht als Wunder anstaunen, so muß man sie für Früchte von Erlebnissen halten, die das Geistselbst durch eine Seele gehabt hat. Sie sind diesem Geistselbst eingeprägt worden. Und da sie nicht in diesem Leben eingepflanzt worden sind, so in einem früheren. Der menschliche Geist ist seine eigene Gattung. Und wie der Mensch als physisches Gattungswesen seine Eigenschaften innerhalb der Gattung vererbt, so der Geist innerhalb seiner Gattung, das heißt innerhalb seiner selbst. In einem Leben erscheint der menschliche Geist als Wiederholung seiner selbst mit den Früchten seiner vorigen Erlebnisse in vorhergehenden Lebensläufen. Dieses Leben ist somit die Wiederholung von andern und bringt mit sich, was das Geistselbst in dem vorigen Leben sich erarbeitet hat. Wenn dieses in sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
etwas aufnimmt, was Frucht werden kann, so durchdringt es sich mit dem Lebensgeist. Wie der Lebensleib die Form von Art zu Art wiederholt, so der Lebensgeist die Seele vom persönlichen Dasein zu persönlichem Dasein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die vorangehenden Betrachtungen wird die Vorstellung in den Bereich der Gültigkeit erhoben, die den Grund für gewisse Lebensvorgänge des Menschen in wiederholten Erdenleben sucht. Ihre volle Bedeutung kann diese Vorstellung wohl nur erhalten durch eine Beobachtung, die aus geistigen Einsichten entspringt, wie sie durch das Betreten des am Schlusse dieses Buches beschriebenen Erkenntnispfades erworben werden. Hier sollte nur gezeigt werden, daß eine durch das Denken recht orientierte gewöhnliche Beobachtung schon zu dieser Vorstellung führt. Eine solche Beobachtung wird zunächst allerdings die Vorstellung gewissermaßen silhouettenhaft lassen. Und sie wird sie nicht ganz bewahren können vor den Einwürfen einer nicht genauen, von dem Denken nicht richtig geleiteten Beobachtung. Aber andererseits ist richtig, daß, wer sich eine solche Vorstellung durch gewöhnlich denkende Beobachtung erwirbt, sich bereitmacht zur übersinnlichen Beobachtung. Er bildet gewissermaßen etwas aus, was man haben muß vor dieser übersinnlichen Beobachtung, wie man das Auge haben muß vor der sinnlichen Beobachtung. Wer einwendet, daß man sich ja durch Bildung einer solchen Vorstellung die übersinnliche Beobachtung selbst suggerieren könne, der beweist nur, daß er nicht in freiem Denken auf die Wirklichkeit einzugehen vermag und daß gerade er sich dadurch seine Einwände selbst suggeriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
So werden die seelischen Erlebnisse dauernd nicht nur innerhalb der Grenzen von Geburt und Tod, sondern über den Tod hinaus bewahrt. Aber nicht nur dem Geiste, der in ihr aufleuchtet, prägt die Seele ihre Erlebnisse ein, sondern wie (Seite 62) gezeigt worden ist, auch der äußeren Welt durch die Tat. Was der Mensch gestern verrichtet hat, ist heute noch in seiner Wirkung vorhanden. Ein Bild des Zusammenhanges von Ursache und Wirkung in dieser Richtung gibt das Gleichnis von Schlaf und Tod. Oft ist der Schlaf der jüngere Bruder des Todes genannt worden. Ich stehe des Morgens auf. Meine fortlaufende Tätigkeit war durch die Nacht unterbrochen. Es ist nun unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht möglich, daß ich des Morgens meine Tätigkeit in beliebiger Weise wieder aufnehme. Ich muß an mein Tun von gestern anknüpfen, wenn Ordnung und Zusammenhang in meinem Leben sein soll. Meine Taten von gestern sind die Vorbedingungen derjenigen, die mir heute obliegen. Ich habe mir mit dem, was ich gestern vollbracht habe, für heute mein Schicksal geschaffen. Ich habe mich eine Weile von meiner Tätigkeit getrennt; aber diese Tätigkeit gehört zu mir und sie zieht mich wieder zu sich, nachdem ich mich eine Weile von ihr zurückgezogen habe. Meine Vergangenheit bleibt mit mir verbunden; sie lebt in meiner Gegenwart weiter und wird mir in meine Zukunft folgen. Nicht erwachen müßte ich heute morgen, sondern neu, aus dem Nichts heraus geschaffen werden, wenn die Wirkungen meiner Taten von gestern nicht mein Schicksal von heute sein sollten. Sinnlos wäre es doch, wenn ich unter regelmäßigen Verhältnissen ein Haus, das ich mir habe bauen lassen, nicht beziehen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebensowenig wie der Mensch am Morgen neugeschaffen ist, ebensowenig ist es der Menschengeist, wenn er seinen irdischen Lebensweg beginnt. Man versuche sich klarzumachen, was bei dem Betreten dieses Lebensweges geschieht. Ein physischer Leib tritt auf, der seine Gestalt durch die Gesetze der Vererbung erhält. Dieser Leib wird der Träger eines Geistes, der ein früheres Leben in neuer Gestalt wiederholt. Zwischen beiden steht die Seele, die ein in sich geschlossenes Eigenleben führt. Ihre Neigungen und Abneigungen, ihre Wünsche und Begierden dienen ihr; sie stellt das Denken in ihren Dienst. Sie empfängt als Empfindungsseele die Eindrücke der Außenwelt; und sie trägt sie dem Geiste zu, auf daß er die Früchte daraus sauge für die Dauer. Sie hat gleichsam eine Vermittlerrolle, und ihre Aufgabe ist erfüllt, wenn sie dieser Rolle genügt. Der Leib formt ihr die Eindrücke; sie gestaltet sie zu Empfindungen um, bewahrt sie im Gedächtnisse als Vorstellungen und gibt sie an den Geist ab, auf daß er sie durch die Dauer trage. Die Seele ist eigentlich das, wodurch der Mensch seinem irdischen Lebenslauf angehört. Durch seinen Leib gehört er der physischen Menschengattung an. Durch ihn ist er ein Glied dieser Gattung. Mit seinem Geiste lebt er in einer höheren Welt. Die Seele bindet zeitweilig beide Welten aneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die physische Welt, die der Menschengeist betritt, ist ihm kein fremder Schauplatz. In ihr sind die Spuren seiner Taten eingeprägt. Es gehört von diesem Schauplatz etwas zu ihm. Das trägt das Gepräge seines Wesens. Es ist verwandt mit ihm. Wie die Seele einst die Eindrücke der Außenwelt ihm übermittelt hat, auf daß sie ihm dauernd werden, so hat sie, als sein Organ, die ihr von ihm verliehenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fähigkeiten in Taten umgesetzt, die in ihren Wirkungen ebenfalls dauernd sind. Dadurch ist die Seele in diese Taten tatsächlich eingeflossen. In den Wirkungen seiner Taten lebt des Menschen Seele ein zweites selbständiges Leben weiter. Dies aber kann die Veranlassung dazu geben, das Leben daraufhin anzusehen, wie die Schicksals-Vorgänge in dieses Leben eintreten. Etwas «stößt» dem Menschen zu Er ist wohl zunächst geneigt, ein solch «Zustoßendes» wie ein «zufällig» in sein Leben Eintretendes zu betrachten. Allein er kann gewahr werden, wie er selbst das Ergebnis solcher «Zufälle» ist. Wer sich in seinem vierzigsten Lebensjahre betrachtet und mit der Frage nach seinem Seelenwesen nicht bei einer wesenlos abstrakten Ich-Vorstellung stehenbleiben will, der darf sich sagen: ich bin ja gar nichts anderes, als was ich geworden bin durch dasjenige, was mir bis heute schicksalsmäßig «zugestoßen» ist. Wäre ich nicht ein anderes, wenn ich zum Beispiel mit zwanzig Jahren eine bestimmte Reihe von Erlebnissen gehabt hätte statt derjenigen, die mich getroffen haben? Er wird dann sein «Ich» nicht nur in seinen von «innen» heraus kommenden Entwickelungsimpulsen suchen, sondern in dem, was «von außen» gestaltend in sein Leben eingreift. In dem, was «ihm geschieht», wird er das eigene Ich erkennen. Gibt man sich solch einer Erkenntnis unbefangen hin, dann ist nur ein weiterer Schritt wirklich intimer Beobachtung des Lebens dazu nötig, um in dem, was einem durch gewisse Schicksalserlebnisse zufließt, etwas zu sehen, was das Ich von außen so ergreift, wie die Erinnerung von innen wirkt, um ein vergangenes Erlebnis wieder aufleuchten zu lassen. Man kann sich so geeignet dazu machen, in dein Schicksalserlebnis wahrzunehmen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie eine frühere Tat der Seele den Weg zu dem Ich nimmt, so wie in der Erinnerung ein früheres Erlebnis den Weg zur Vorstellung nimmt, wenn eine äußere Veranlassung dazu da ist. Es wurde früher als von einer «möglichen» Vorstellung gesprochen, daß die Folgen der Tat die Menschenseele wieder treffen können (vergleiche Seite 64ff.). Innerhalb des einzelnen Erdenlebens ist für gewisse Tatfolgen deshalb ein solches Treffen ausgeschlossen, weil dieses Erdenleben dazu veranlagt war, die Tat zu vollbringen. Da liegt in dem Vollbringen das Erleben. Eine gewisse Folge der Tat kann da die Seele so wenig treffen, wie man sich an ein Erlebnis erinnern kann, in dem man noch darinnen steht. Es kann sich in dieser Beziehung nur handeln um ein Erleben von Tatfolgen, welche das «Ich» nicht mit den Anlagen treffen, die es in dem Erdenleben hat, aus dem heraus es die Tat verrichtet. Es kann der Blick nur auf Tatfolgen aus anderen Erdenleben sich richten. So kann man sobald man empfindet: was als Schicksalserlebnis scheinbar einem «zustößt», ist verbunden mit dem Ich, wie das, was «aus dem Innern» dieses Ich selbst sich bildet nur denken, man habe es in einem solchen Schicksalserlebnis mit Tatfolgen aus früheren Erdenleben zu tun. Man sieht, zu der für das gewöhnliche Bewußtsein paradoxen Annahme, die Schicksalserlebnisse eines Erdenlebens hängen mit den Taten vorangehender Erdenleben zusammen, wird man durch eine intime, vom Denken geleitete Lebenserfassung geführt. Wieder kann diese Vorstellung nur durch die übersinnliche Erkenntnis ihren Vollgehalt bekommen: ohne diese bleibt sie silhouettenhaft. Aber wieder bereitet sie, aus dem gewöhnlichen Bewußtsein gewonnen, die Seele&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor, damit diese ihre Wahrheit in wirklich übersinnlicher Beobachtung schauen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur der eine Teil meiner Tat ist in der Außenwelt; der andere ist in mir selbst. Man mache sich durch einen einfachen Vergleich aus der Naturwissenschaft dieses Verhältnis von Ich und Tat klar. Tiere, die einmal als Sehende in die Höhlen von Kentucky eingewandert sind, haben durch das Leben in denselben ihr Sehvermögen verloren. Der Aufenthalt im Finstern hat die Augen außer Tätigkeit gesetzt. In diesen Augen wird dadurch nicht mehr die physische und chemische Tätigkeit verrichtet, die während des Sehens vor sich geht. Der Strom der Nahrung, der für diese Tätigkeit früher verwendet worden ist, fließt nunmehr anderen Organen zu. Nun können diese Tiere nur in diesen Höhlen leben. Sie haben durch ihre Tat, durch die Einwanderung, die Bedingungen ihres späteren Lebens geschaffen. Die Einwanderung ist zu einem Teil ihres Schicksals geworden. Eine Wesenheit, die einmal tätig war, hat sich mit den Ergebnissen der Taten verknüpft. So ist es mit dem Menschengeiste. Die Seele hat ihm gewisse Fähigkeiten nur vermitteln können, indem sie tätig war. Und entsprechend den Taten sind diese Fähigkeiten. Durch eine Tat, welche die Seele verrichtet hat, lebt in ihr die krafterfüllte Anlage, eine andere Tat zu verrichten, welche die Frucht dieser Tat ist die Seele trägt dieses als Notwendigkeit in sich, bis die letztere Tat geschehen ist. Man kann auch sagen, durch eine Tat ist der Seele die Notwendigkeit eingeprägt, die Folge dieser Tat zu verrichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seinen Taten hat der Menschengeist wirklich sein Schicksal bereitet. An das, was er in seinem vorigen Leben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
getan hat, findet er sich in einem neuen geknüpft. Man kann ja die Frage aufwerfen: wie kann das sein, da doch wohl der Menschengeist bei seiner Wiederverkörperung in eine völlig andere Welt versetzt wird, als diejenige war, die er einstens verlassen hat? Dieser Frage liegt eine seht am Äußerlichen des Lebens haftende Vorstellung von Schicksalsverkettung zugrunde. Wenn ich meinen Schauplatz von Europa nach Amerika verlege, so befinde ich mich auch in einer völlig neuen Umgebung. Und dennoch hängt mein Leben in Amerika ganz von meinem vorhergehenden in Europa ab. Bin ich in Europa Mechaniker geworden, so gestaltet sich mein Leben in Amerika ganz anders, als wenn ich Bankbeamter geworden wäre. In dem einen Falle werde ich wahrscheinlich in Amerika von Maschinen, in dem andern von Bank-Einrichtungen umgeben sein. In jedem Falle bestimmt mein Vorleben meine Umgebung; es zieht gleichsam aus der ganzen Umwelt diejenigen Dinge an sich, die ihm verwandt sind. So ist es mit dem Geistselbst. Es umgibt sich in einem neuen Leben notwendig mit demjenigen, mit dem es aus den vorhergehenden Leben verwandt ist. Und deswegen ist der Schlaf ein brauchbares Bild für den Tod, weil der Mensch während des Schlafes dem Schauplatz entzogen ist, auf dem sein Schicksal ihn erwartet. Während man schläft, laufen die Ereignisse auf diesem Schauplatz weiter. Man hat eine Zeitlang auf diesen Lauf keinen Einfluß. Dennoch hängt unser Leben an einem neuen Tage von den Wirkungen der Taten am vorigen Tage ab. Wirklich verkörpert sich unsere Persönlichkeit jeden Morgen aufs neue in unserer Tatenwelt. Was während der Nacht von uns getrennt war, ist tagsüber gleichsam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um uns gelegt. So ist es mit den Taten der früheren Verkörperungen des Menschen. Sie sind mit ihm als sein Schicksal verbunden, wie das Leben in den finstern Höhlen mit den Tieren verbunden bleibt, die durch Einwanderung in diese Höhlen das Sehvermögen verloren haben. Wie diese Tiere nur leben können, wenn sie sich in der Umgebung befinden, in die sie sich selbst versetzt haben, so kann der Menschengeist nur in der Umwelt leben, die er sich durch seine Taten selbst geschaffen hat. Daß ich am Morgen die Lage vorfinde, die ich am vorhergehenden Tage selbst geschaffen, dafür sorgt der unmittelbare Gang der Ereignisse. Daß ich, wenn ich mich wieder verkörpere, eine Umwelt vorfinde, die dem Ergebnis meiner Taten aus dem vorhergehenden Leben entspricht, dafür sorgt die Verwandtschaft meines wieder verkörperten Geistes mit den Dingen der Umwelt. Man kann sich danach eine Vorstellung davon bilden, wie die Seele dem Wesen des Menschen eingegliedert ist. Der physische Leib unterliegt den Gesetzen der Vererbung. Der Menschengeist dagegen muß sich immer wieder und wieder verkörpern; und sein Gesetz besteht darin, daß er die Früchte der vorigen Leben in die folgenden hinübernimmt. Die Seele lebt in der Gegenwart. Aber dieses Leben in der Gegenwart ist nicht unabhängig von den vorhergehenden Leben. Der sich verkörpernde Geist bringt ja aus seinen vorigen Verkörperungen sein Schicksal mit. Und dieses Schicksal bestimmt das Leben. Welche Eindrücke die Seele wird haben können, welche Wünsche ihr werden befriedigt werden können, welche Freuden und Leiden ihr erwachsen, mit welchen Menschen sie zusammenkommen wird: das hängt davon ab, wie die Taten in den vorhergehenden Verkörperungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Geistes waren. Menschen, mit welchen die Seele in einem Leben verbunden war, wird sie in einem folgenden wiederfinden müssen, weil die Taten, welche zwischen ihnen gewesen sind, ihre Folgen haben müssen. Wie die eine Seele, werden auch die mit dieser verbundenen in derselben Zeit ihre Wiederverkörperung anstreben. Das Leben der Seele ist somit ein Ergebnis des selbstgeschaffenen Schicksals des Menschengeistes. Dreierlei bedingt den Lebenslauf eines Menschen innerhalb von Geburt und Tod. Und dreifach ist er dadurch abhängig von Faktoren, die jenseits von Geburt und Tod liegen. Der Leib unterliegt dem Gesetz der Vererbung; die Seele unterliegt dem selbstgeschaffenen Schicksal. Man nennt dieses von dem Menschen geschaffene Schicksal mit einem alten Ausdrucke sein Karma. Und der Geist steht unter dem Gesetze der Wiederverkörperung, der wiederholten Erdenleben. Man kann demnach das Verhältnis von Geist, Seele und Körper auch so ausdrücken: Unvergänglich ist der Geist; Geburt und Tod walten nach den Gesetzen der physischen Welt in der Körperlichkeit; das Seelenleben, das dem Schicksal unterliegt, vermittelt den Zusammenhang von beiden während eines irdischen Lebenslaufes. Alle weiteren Erkenntnisse über das Wesen des Menschen setzen die Bekanntschaft mit den «drei Welten» selbst voraus, denen er angehört. Von diesen soll das Folgende handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Denken, welches den Erscheinungen des Lebens sich gegenüberstellt und das sich nicht scheut, die sich aus einer lebensvollen Betrachtung ergebenden Gedanken bis in ihre letzten Glieder zu verfolgen, kann durch die bloße Logik zu der Vorstellung von den wiederholten Erdenleben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und dem Gesetze des Schicksals kommen. So wahr es ist, daß dem Seher mit dem geöffneten «geistigen Auge» die vergangenen Leben wie ein aufgeschlagenes Buch als Erlebnis vorliegen, so wahr ist es, daß die Wahrheit von alledem der betrachtenden Vernunft aufleuchten kann.*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- - -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-089-01 * Man vergleiche das hierzu am Ende des Buches unter «Einzelne Bemerkungen und Ergänzungen» Gesagte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|90}}&lt;br /&gt;
= DIE DREI WELTEN =&lt;br /&gt;
== I. Die Seelenwelt ==&lt;br /&gt;
Die Betrachtung des Menschen hat gezeigt, daß er drei Welten angehört. Aus der Welt der physischen Körperlichkeit sind die Stoffe und Kräfte entnommen, die seinen Leib auferbauen. Er hat von dieser Welt Kenntnis durch die Wahrnehmungen seiner äußeren physischen Sinne. Wer allein diesen Sinnen vertraut und lediglich deren Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt, der kann sich keinen Aufschluß verschaffen über die beiden andern Welten, über die seelische und geistige. Ob ein Mensch sich von der Wirklichkeit eines Dinges oder Wesens überzeugen kann, das hängt davon ab, ob er dafür ein Wahrnehmungsorgan, einen Sinn, hat. Es kann natürlich leicht zu Mißverständnissen führen, wenn man, wie es hier geschieht, die höheren Wahrnehmungsorgane geistige Sinne nennt. Denn wenn man von «Sinnen» spricht, so verbindet man damit unwillkürlich den Gedanken des «Physischen». Man bezeichnet ja gerade die physische Welt auch als die «sinnliche» im Gegensatz zur «geistigen». Um das Mißverständnis zu vermeiden, muß man berücksichtigen, daß hier eben von «höheren Sinnen» nur vergleichsweise, in übertragenem Sinne gesprochen wird. Wie die physischen Sinne das Physische wahrnehmen, so die seelischen und geistigen das Seelische und Geistige. Nur in der Bedeutung von «Wahrnehmungsorgan» wird der Ausdruck «Sinn» gebraucht. Der Mensch hätte keine Kenntnis von dem Licht und der Farbe, wenn er nicht ein lichtempfindendes Auge hätte; er wüßte nichts von Klängen, wenn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er nicht ein klangempfindendes Ohr hätte. In dieser Beziehung sagt mit vollem Recht der deutsche Philosoph Lotze: «Ohne ein Licht empfindendes Auge und ohne ein Klang empfindendes Ohr wäre die ganze Welt finster und stumm. Es würde in ihr ebensowenig Licht oder Schall geben, als ein Zahnschmerz möglich wäre ohne einen den Schmerz empfindenden Nerv des Zahnes.» Um das, was hiermit gesagt ist, im richtigen Lichte zu sehen, braucht man sich nicht einmal zu überlegen, wie ganz anders, als für den Menschen, sich die Welt für die niederen Lebewesen offenbaren muß, die nur eine Art Tast- oder Gefühlssinn über die ganze Oberfläche ihres Körpers ausgebreitet haben. Licht, Farbe und Ton können für diese jedenfalls nicht in dem Sinne vorhanden sein wie für Wesen, die mit Augen und Ohren begabt sind. Die Luftschwingungen, die ein Flintenschuß verursacht, mögen auch auf sie eine Wirkung ausüben, wenn sie von ihnen getroffen werden. Daß sich diese Luftschwingungen der Seele als Knall offenbaren, dazu ist ein Ohr notwendig. Und daß sich gewisse Vorgänge in dem feinen Stoffe, den man Äther nennt, als Licht und Farbe offenbaren, dazu ist ein Auge notwendig. Nur dadurch weiß der Mensch etwas von einem Wesen oder Dinge, daß er durch eines seiner Organe eine Wirkung davon empfängt. Dies Verhältnis des Menschen zur Welt des Wirklichen kommt trefflich in dem folgenden Ausspruch Goethes zur Darstellung: «Eigentlich unternehmen wir umsonst, das Wesen eines Dinges auszudrücken Wirkungen werden wir gewahr, und eine vollständige Geschichte dieser Wirkungen umfaßte wohl allenfalls das Wesen jenes Dinges. Vergebens bemühen wir uns, den Charakter eines Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu schildern: man stelle dagegen seine Handlungen, seine Taten zusammen, und ein Bild des Charakters wird uns entgegentreten. Die Farben sind Taten des Lichtes, Taten und Leiden... Farben und Licht stehen zwar untereinander in dem genauesten Verhältnis, aber wir müssen uns beide als der ganzen Natur angehörig denken; denn sie ist es ganz, die sich dadurch dem Sinne des Auges besonders offenbaren will. Ebenso entdeckt sich die Natur einem andern Sinne... So spricht die Natur hinabwärts zu anderen Sinnen, zu bekannten, verkannten, unbekannten Sinnen; so spricht sie mit sich selbst und zu uns durch tausend Erscheinungen. Dem Aufmerksamen ist sie nirgends tot, noch stumm.» Es wäre unrichtig, wenn man diesen Ausspruch Goethes so auffassen wollte, daß damit die Erkennbarkeit des Wesens der Dinge in Abrede gestellt würde. Goethe meint nicht: man nehme nur die Wirkung des Dinges wahr und das Wesen verberge sich dahinter. Er meint vielmehr, daß man von einem solchen «verborgenen Wesen» gar nicht sprechen soll. Das Wesen ist nicht hinter seiner Offenbarung; es kommt vielmehr durch die Offenbarung zum Vorschein. Nur ist dies Wesen vielfach so reich, daß es sich andern Sinnen in noch anderen Gestalten offenbaren kann. Was sich offenbart, ist zum Wesen gehörig, nur ist es wegen der Beschränktheit der Sinne nicht das ganze Wesen. Diese Goethesche Anschauung ist auch durchaus die hier geisteswissenschaftlich gemeinte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Leibe Auge und Ohr als Wahrnehmungs-Organe, als Sinne für die körperlichen Vorgänge sich entwickeln, so vermag der Mensch in sich seelische und geistige Wahrnehmungsorgane auszubilden, durch die ihm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|93}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Seelen- und die Geisteswelt erschlossen werden. Für denjenigen, der solche höhere Sinne nicht hat, sind diese Welten «finster und stumm», wie für ein Wesen ohne Ohr und Auge die Körperwelt «finster und stumm» ist. Allerdings ist das Verhältnis des Menschen zu diesen höheren Sinnen etwas anders als zu den körperlichen. Daß diese letzteren in ihm vollkommen ausgebildet werden, dafür sorgt in der Regel die gütige Mutter Natur. Sie kommen ohne sein Zutun zustande. An der Entwickelung seiner höheren Sinne muß er selbst arbeiten. Er muß Seele und Geist ausbilden, wenn er die Seelen- und Geisteswelt wahrnehmen will, wie die Natur seinen Leib ausgebildet hat, damit er seine körperliche Umwelt wahrnehmen und sich in ihr orientieren könne. Eine solche Ausbildung von höheren Organen, welche die Natur noch nicht selbst entwickelt hat, ist nicht unnatürlich; denn im höheren Sinne gehört ja auch alles, was der Mensch vollbringt, mit zur Natur. Nur derjenige, welcher behaupten wollte, der Mensch müsse auf der Stufe der Entwickelung stehenbleiben, auf der er aus der Hand der Natur entlassen wird, nur der könnte die Ausbildung höherer Sinne unnatürlich nennen. Von ihm werden diese Organe «verkannt» in ihrer Bedeutung im Sinne des angeführten Ausspruches Goethes. Ein solcher sollte nur aber auch gleich alle Erziehung des Menschen bekämpfen, denn auch sie setzt das Werk der Natur fort. Und insbesondere müßte er sich gegen die Operation von Blindgeborenen wenden. Denn ungefähr so wie dem operierten Blindgeborenen ergeht es dem, der in sich seine höheren Sinne in der Art erweckt, wie im letzten Teile dieser Schrift dargelegt wird. Mit neuen Eigenschaften, mit Vorgängen und Tatsachen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von denen die physischen Sinne nichts offenbaren, erscheint ihm die Welt. Ihm ist klar, daß er durch diese höheren Organe nichts willkürlich zu der Wirklichkeit hinzufügt, sondern daß ihm ohne dieselben der wesentliche Teil dieser Wirklichkeit verborgen geblieben wäre. Die Seelen- und Geisteswelt sind nichts neben oder außer der physischen, sie sind nicht räumlich von dieser getrennt. So wie für den operierten Blindgeborenen die vorherige finstere Welt in Licht und Farben erstrahlt, so offenbaren dem seelisch und geistig Erweckten Dinge, die ihm vorher nur körperlich erschienen waren, ihre seelischen und geistigen Eigenschaften. Allerdings erfüllt sich diese Welt auch noch mit Vorgängen und Wesenheiten, die für den nicht seelisch und geistig Erweckten völlig unbekannt bleiben. (Später soll in diesem Buche genauer über die Ausbildung der seelischen und geistigen Sinne gesprochen werden. Hier werden zunächst diese höheren Welten selbst beschrieben. Wer diese Welten leugnet, der sagt nichts anderes, als daß er seine höheren Organe noch nicht entwickelt hat. Die Menschheitsentwickelung ist auf keiner Stufe abgeschlossen; sie muß immer weitergehen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man stellt sich oft unwillkürlich die «höheren Organe» als zu ähnlich den physischen vor. Man sollte sich aber klarmachen, daß man es mit geistigen oder seelischen Gebilden in diesen Organen zu tun hat. Man darf deshalb auch nicht erwarten, daß dasjenige, was man in den höheren Welten wahrnimmt, etwa nur eine nebelhaft verdünnte Stofflichkeit sei. Solange man so etwas erwartet, wird man zu keiner klaren Vorstellung von dem kommen können, was hier mit «höheren Welten» eigentlich gemeint ist. Es wäre für viele Menschen gar nicht so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|95}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schwer, wie es wirklich ist, etwas von diesen «höheren Welten» zu wissen zunächst allerdings nur das Elementare , wenn sie sich nicht vorstellten, daß es doch wieder etwas verfeinertes Physisches sein müsse, was sie wahrnehmen sollen. Da sie so etwas voraussetzen, so wollen sie in der Regel das gar nicht anerkennen, um was es sich wirklich handelt. Sie finden es unwirklich, lassen es nicht als etwas gelten, was sie befriedigt, und so weiter. Gewiß: die höheren Stufen der geistigen Entwickelung sind schwer zugänglich; diejenige aber, die hinreicht, um das Wesen der geistigen Welt zu erkennen und das ist schon viel , wäre gar nicht so sehr schwer zu erreichen, wenn man sich zunächst von dem Vorurteile freimachen wollte, welches darin besteht, das Seelische und Geistige doch wieder nur als ein feineres Physisches sich vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie wir einen Menschen nicht ganz kennen, wenn wir bloß von seinem physischen Äußeren eine Vorstellung haben, so kennen wir auch die Welt, die uns umgibt, nicht, wenn wir bloß das von ihr wissen, was uns die physischen Sinne offenbaren. Und so wie eine Photographie uns verständlich und lebensvoll wird, wenn wir der photographierten Person so nahetreten, daß wir ihre Seele erkennen lernen, so können wir auch die körperliche Welt nur wirklich verstehen, wenn wir ihre seelische und geistige Grundlage kennenlernen. Deshalb empfiehlt es sich, hier zuerst von den höheren Welten, von der seelischen und geistigen, zu sprechen und dann erst die physische vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte aus zu beurteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet gewisse Schwierigkeiten, in der gegenwärtigen Kulturepoche über die höheren Welten zu sprechen. Denn diese Kulturepoche ist vor allem groß in der Erkenntnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Beherrschung der körperlichen Welt. Unsere Worte haben zunächst ihre Prägung und Bedeutung in bezug auf diese körperliche Welt erhalten. Man muß sich aber dieser gebräuchlichen Worte bedienen, um an Bekanntes anzuknüpfen. Dadurch wird bei denen, die nur ihren äußeren Sinnen vertrauen wollen, dem Mißverständnis Tür und Tor geöffnet. Manches kann ja zunächst nur gleichnisweise ausgesprochen und angedeutet werden. Aber so muß es sein, denn solche Gleichnisse sind ein mittel, durch das der Mensch zunächst auf diese höheren Welten verwiesen wird und durch das seine eigene Erhebung zu ihnen gefördert wird. (Von dieser Erhebung wird in einem späteren Kapitel zu sprechen sein, in dem auf die Ausbildung der seelischen und geistigen Wahrnehmungsorgane hingewiesen werden wird. Zunächst soll der Mensch durch Gleichnisse von den höheren Welten Kenntnis nehmen. Dann kann er daran denken, sich selbst einen Einblick in dieselben zu verschaffen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Stoffe und Kräfte, die unsern Magen, unser Herz, unsere Lunge, unser Gehirn und so weiter zusammensetzen und beherrschen, aus der körperlichen Welt strammen, so stammen unsere seelischen Eigenschaften, unsere Triebe, Begierden, Gefühle, Leidenschaften, Wünsche, Empfindungen und so weiter aus der seelischen Welt. Des Menschen Seele ist ein Glied in dieser seelischen Welt, wie sein Leib ein Teil der physischen Körperwelt ist. Will man zunächst einen Unterschied der körperlichen Welt von der seelischen angeben, so kann man sagen, die letztere ist in allen ihren Dingen und Wesenheiten viel feiner, beweglicher, bildsamer als die erstere. Doch muß man sich klar darüber bleiben, daß man eine gegenüber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|97}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der physischen völlig neue Welt betritt, wenn man in die seelische kommt. Redet man also von gröber und feiner in dieser Hinsicht, so muß man sich bewußt bleiben, daß man vergleichsweise andeutet, was doch grundverschieden ist. So ist es mit allem, was über die Seelenwelt in Worten gesagt wird, die der physischen Körperlichkeit entlehnt sind. Berücksichtigt man dieses, dann kann man sagen, daß die Gebilde und Wesen der Seelenwelt ebenso aus Seelenstoffen bestehen und ebenso von Seelenkräften gelenkt werden, wie das in der physischen Welt mit physischen Stoffen und Kräften der Fall ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie den körperlichen Gebilden die räumliche Ausdehnung und räumliche Bewegung eigentümlich sind, so den seelischen Dingen und Wesenheiten die Reizbarkeit, das triebhafte Begehren. Man bezeichnet deshalb die Seelenwelt auch als die Begierden- oder Wunschwelt oder als die Welt des «Verlangens». Diese Ausdrücke sind der menschlichen Seelenwelt entlehnt. Man muß deshalb festhalten, daß die Dinge in denjenigen Teilen der Seelenwelt, die außer der menschlichen Seele liegen, von den Seelenkräften in dieser ebenso verschieden sind wie die physischen Stoffe und Kräfte der körperlichen Außenwelt von den Teilen, die den physischen Menschenleib zusammensetzen. (Trieb, Wunsch, Verlangen sind Bezeichnungen für das Stoffliche der Seelenwelt. Dieses Stoffliche sei mit «astral» bezeichnet. Nimmt man mehr Rücksicht auf die Kräfte der Seelenwelt, so kann man von «Begierdewesenheit» sprechen. Doch darf man nicht vergessen, daß hier die Unterscheidung von «Stoff» und «Kraft» keine so strenge sein kann wie in der physischen Welt. Ein Trieb kann ebensogut «Kraft» wie «Stoff» genannt werden.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|98}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer zum erstenmal einen Einblick in die seelische Welt erhält, für den wirken die Unterschiede, die sie von der physischen aufweist, verwirrend. Doch das ist ja auch beim Erschließen eines vorher untätigen physischen Sinnes der Fall. Der operierte Blindgeborene muß sich auch erst orientieren lernen in der Welt, die er vorher durch den Tastsinn gekannt hat. Ein solcher sieht zum Beispiel die Gegenstände zuerst in seinem Auge; dann erblickt er sie außer sich, doch erscheinen sie ihm zunächst so, wie wenn sie auf einer Fläche aufgemalt wären. Erst allmählich erfaßt er die Vertiefung, den räumlichen Abstand der Dinge und so weiter. In der Seelenwelt gelten durchaus andere Gesetze als in der physischen. Nun sind ja allerdings viele seelische Gebilde an solche der andern Welten gebunden. Die Seele des Menschen zum Beispiel ist an den physischen Menschenleib und an den menschlichen Geist gebunden. Die Vorgänge, die man an ihr beobachten kann, sind also zugleich von der leiblichen und geistigen Welt beeinflußt. Darauf muß man bei der Beobachtung der Seelenwelt Rücksicht nehmen; und man darf nicht als seelische Gesetze ansprechen, was aus der Einwirkung einer andern Welt stammt. Wenn zum Beispiel der Mensch einen Wunsch aussendet, so ist dieser von einem Gedanken, einer Vorstellung des Geistes getragen und folgt dessen Gesetzen. So wie man aber die Gesetze der physischen Welt feststellen kann, indem man von den Einflüssen absieht, die zum Beispiel der Mensch auf deren Vorgänge nimmt, so ist ein ähnliches auch mit der seelischen Welt möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiger Unterschied der seelischen Vorgänge von den physischen kann dadurch ausgedrückt werden, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|99}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man die Wechselwirkung bei den ersteren als eine viel innerlichere bezeichnet. Im physischen Raume herrscht zum Beispiel das Gesetz des «Stoßes». Wenn eine bewegte Elfenbeinkugel auf eine ruhende aufstößt, so bewegt sich die letztere weiter in einer Richtung, die sich aus der Bewegung und Elastizität der ersteren berechnen läßt. Im Seelenraume hängt die Wechselwirkung zweier Gebilde, die einander treffen, von ihren inneren Eigenschaften ab. Sie durchdringen sich gegenseitig, verwachsen gleichsam miteinander, wenn sie miteinander verwandt sind. Sie stoßen sich ab, wenn ihre Wesenheiten sich widerstreiten. Im körperlichen Raume gibt es zum Beispiel für das Sehen bestimmte Gesetze. Man sieht entfernte Gegenstände in perspektivischer Verkleinerung. Wenn man in eine Allee hineinsieht, so scheinen nach den Gesetzen der Perspektive die entfernteren Bäume in kleineren Abständen voneinander zu stehen als die nahen. Im Seelenraume erscheint dem Schauenden dagegen alles, das Nahe und das Entfernte, in den Abständen, die es durch seine innere Natur hat. Durch solches ist natürlich ein Quell der mannigfaltigsten Irrungen für denjenigen gegeben, der den Seelenraum betritt und da mit den Regeln zurechtkommen will, die er von der physischen Welt her mitbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gehört zu dem ersten, was man sich für die Orientierung in der seelischen Welt aneignen muß, daß man die verschiedenen Arten ihrer Gebilde in ähnlicher Weise unterscheidet, wie man in der physischen Welt feste, flüssige und luft- oder gasförmige Körper unterscheidet. Um dazu zu kommen, muß man die beiden Grundkräfte kennen, die hier vor allem wichtig sind. Man kann sie Sympathie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Antipathie nennen. Wie diese Grundkräfte in einem seelischen Gebilde wirken, danach bestimmt sich dessen Art. Als Sympathie muß die Kraft bezeichnet werden, mit der ein Seelengebilde andere anzieht, sich mit ihnen zu verschmelzen sucht, seine Verwandtschaft mit ihnen geltend macht. Antipathie ist dagegen die Kraft, mit der sich Seelengebilde abstoßen, ausschließen, mit der sie ihre Eigenheit behaupten. In welchem Maße diese Grundkräfte in einem Seelengebilde vorhanden sind, davon hängt es ab, welche Rolle dieses in der seelischen Welt spielt. Drei Arten von Seelengebilden hat man zunächst zu unterscheiden, je nach dem Wirken von Sympathie und Antipathie in ihnen. Und diese Arten sind dadurch voneinander verschieden, daß Sympathie und Antipathie in ihnen in ganz bestimmten gegenseitigen Verhältnissen stehen. In allen Dreien sind beide Grundkräfte vorhanden. Man nehme zunächst ein Gebilde der ersten Art Es zieht andere Gebilde seiner Umgebung vermöge der in ihm waltenden Sympathie an. Aber außer dieser Sympathie ist: in ihm zugleich Antipathie vorhanden, durch die es in seiner Umgebung Befindliches von sich zurückstößt. Nach außen hin wird ein solches Gebilde so erscheinen, als wenn es nur mit Kräften der Antipathie ausgestattet wäre. Das ist aber nicht der Fall. Es ist Sympathie und Antipathie in ihm. Nur ist die letztere überwiegend. Sie hat über die erstere die Oberhand. Solche Gebilde spielen eine eigensüchtige Rolle im Seelenraum. Sie stoßen vieles um sich her ab und ziehen nur weniges liebevoll an sich heran. Daher bewegen sie sich als unveränderliche Formen durch den Seelenraum. Durch die Kraft der Sympathie, die in ihnen ist, erscheinen sie als gierig. Die Gier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erscheint aber zugleich unersättlich, wie wenn sie nicht zu befriedigen wäre, weil die vorwaltende Antipathie so vieles Entgegenkommende abstößt, daß keine Befriedigung eintreten kann. Will man die Seelengebilde dieser Art mit etwas in der physischen Welt vergleichen, so kann man sagen: sie entsprechen den festen physischen Körpern. Begierdenglut soll diese Region der seelischen Stofflichkeit genannt werden. Das, was von dieser Begierdenglut den Seelen der Tiere und Menschen beigemischt ist, bestimmt dasjenige in ihnen, was man die niederen sinnlichen Triebe nennt, ihre vorwaltenden selbstsüchtigen Instinkte. Die zweite Art der Seelengebilde ist diejenige, bei denen sich die beiden Grundkräfte das Gleichgewicht halten, bei denen also Sympathie und Antipathie in gleicher Stärke wirken. Diese treten anderen Gebilden mit einer gewissen Neutralität gegenüber; sie wirken als verwandt auf sie, ohne sie besonders anzuziehen und abzustoßen. Sie ziehen gleichsam keine feste Grenze zwischen sich und der Umwelt. Fortwährend lassen sie andere Gebilde in der Umgebung auf sich einwirken; man kann sie deshalb mit den flüssigen Stoffen der physischen Welt vergleichen. Und in der Art, wie solche Gebilde anderes an sich heranziehen, liegt nichts von Gier. Die Wirkung, die hier gemeint ist, liegt zum Beispiel vor, wenn die Menschenseele eine Farbe empfindet. Wenn ich die Empfindung der roten Farbe habe, dann empfange ich zunächst einen neutralen Reiz aus meiner Umgebung. Erst wenn zu diesem Reiz das Wohlgefallen an der roten Farbe hinzutritt, dann kommt eine andere Seelenwirkung in Betracht. Das, was den neutralen Reiz bewirkt, sind Seelengebilde, die in solchem Wechselverhältnisse stehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß Sympathie und Antipathie einander das Gleichgewicht halten. Man wird die Seelenstofflichkeit, die hier in Betracht kommt, als eine vollkommen bildsamen, fließende bezeichnen müssen. Nicht eigensüchtig wie die erste bewegt sie sich durch den Seelenraum, sondern so, daß ihr Dasein überall Eindrücke empfängt, daß sie sich mit vielem verwandt erweist, das ihr begegnet. Ein Ausdruck, der für sie anwendbar ist, dürfte sein: fließende Reizbarkeit. Die dritte Stufe der Seelengebilde ist diejenige, bei welcher die Sympathie die Oberhand über die Antipathie hat. Die Antipathie bewirkt das eigensüchtige Sichgeltendmachen; dieses tritt aber zurück hinter der Hinneigung zu den Dingen der Umgebung. Man denke sich ein solches Gebilde innerhalb des Seelenraumes. Es erscheint als der Mittelpunkt einer anziehenden Sphäre, die sich über die Gegenstände der Umwelt erstreckt solche Gebilde muß man im besonderen als Wunsch-Stofflichkeit bezeichnen. Diese Bezeichnung erscheint deshalb als die richtige, weil durch die bestehende, nur gegenüber der Sympathie schwächere, Antipathie die Anziehung doch so wirkt, daß die angezogenen Gegenstände in den eigenen Bereich des Gebildes gebracht werden sollen. Die Sympathie erhält dadurch einen eigensüchtigen Grundton. Diese Wunsch-Stofflichkeit darf mit den gas- oder luftförmigen Körpern der physischen Welt verglichen werden. Wie ein Gas sich nach allen Seiten auszudehnen bemüht ist, so breitet sich die Wunsch-Stofflichkeit nach allen Richtungen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhere Stufen von Seelen-Stofflichkeit kennzeichnen sich dadurch, daß bei ihnen die eine Grundkraft völlig zurücktritt, nämlich die Antipathie, und nur die Sympathie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich als das eigentlich Wirksame erweist. Nun kann sich diese zunächst innerhalb der Teile des Seelengebildes selbst geltend machen. Diese Teile wirken gegenseitig aufeinander anziehend. Die Kraft der Sympathie im Innern eines Seelengebildes kommt in dem zum Ausdrucke, was man Lust nennt. Und jede Herabminderung dieser Sympathie ist Unlust. Die Unlust ist nur eine verminderte Lust, wie die Kälte nur eine verminderte Wärme ist. Lust und Unlust ist dasjenige, was im Menschen als die Welt der Gefühle im engeren Sinne lebt. Das Fühlen ist das Weben des Seelischen in sich selbst. Von der Art, wie die Gefühle der Lust und Unlust in dem Seelischen weben, hängt das ab, was man dessen Behagen nennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine noch höhere Stufe nehmen diejenigen Seelengebilde ein, deren Sympathie nicht im Bereich des Eigenlebens beschlossen bleibt. Von den drei niederen Stufen unterscheiden sich diese, wie ja auch schon die vierte, dadurch, daß bei ihnen die Kraft der Sympathie keine ihr entgegenstellende Antipathie zu überwinden hat. Durch diese höheren Arten der Seelen-Stofflichkeit schließt sich erst die Mannigfaltigkeit der Seelengebilde zu einer gemeinsamen Seelenwelt zusammen. Sofern die Antipathie in Betracht kommt, strebt das Seelengebilde nach etwas anderem um seines Eigenlebens willen, um sich selbst durch das andere zu verstärken und zu bereichern. Wo die Antipathie schweigt, da wird das andere als Offenbarung, als Kundgebung hingenommen. Eine ähnliche Rolle wie das Licht im physischen Raume spielt diese höhere Form von Seelen-Stofflichkeit im Seelenraum. Sie bewirkt, daß ein Seelengebilde das Dasein und Wesen der andern um deren selbst willen gleichsam einsaugt, oder man könnte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch sagen, sich von ihnen bestrahlen läßt. Dadurch, daß die Seelenwesen aus diesen höheren Regionen schöpfen, werden sie erst zum wahren Seelenleben erweckt. Ihr dumpfes Leben im Finstern schließt sich nach außen auf, leuchtet: und strahlt selbst in den Seelenraum hin; das träge, dumpfe Weben im Innern, das sich durch die Antipathie abschließen will, wenn nur die Stoffe der unteren Regionen vorhanden sind, wird Kraft und Regsamkeit, die vom Innern ausgeht und sich nach außen strömend ergießt. Die fließende Reizbarkeit der zweiten Region wirkt nur beim Zusammentreffen der Gebilde. Dann strömt allerdings eins in das andere über. Aber Berührung ist hier notwendig. In den höheren Regionen herrscht freies Hinstrahlen, Ergießen. (Mit Recht bezeichnet man das Wesen dieses Gebietes als ein «Hinstrahlen», denn die Sympathie, welche entwickelt wird, wirkt so, daß man als Sinnbild dafür den Ausdruck gebrauchen kann, der von der Wirkung des Lichtes genommen ist.) Wie eine Pflanze im Keller verkümmert, so die Seelengebilde ohne die sie belebenden Seelenstoffe der höheren Regionen. Seelenlicht, tätige Seelenkraft und das eigentliche Seelenleben im engeren Sinne gehören diesen Regionen an und teilen sich von hier aus den Seelenwesen mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei untere und drei obere Regionen der Seelenwelt hat man also zu unterscheiden; und beide sind vermittelt durch eine vierte, so daß sich folgende Einteilung der Seelenwelt ergibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Region der Begierdenglut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Region der fließenden Reizbarkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Region der Wünsche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Region von Lust und Unlust&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Region des Seelenlichtes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Region der tätigen Seelenkraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Region des Seelenlebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die ersten drei Regionen erhalten die Seelengebilde ihre Eigenschaften aus dem Verhältnisse von Antipathie und Sympathie; durch die vierte Region webt die Sympathie innerhalb der Seelengebilde selbst; durch die drei höchsten wird die Kraft der Sympathie immer freier und freier; leuchtend und belebend durchwehen die Seelenstoffe dieser Region den Seelenraum, aufweckend, was sich sonst durch sich selbst im Eigendasein verlieren müßte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sollte eigentlich überflüssig sein, doch wird, der Klarheit willen, hier doch betont, daß diese sieben Abteilungen der Seelenwelt nicht etwa voneinander getrennte Gebiete darstellen. So wie Festes, Flüssiges und Gasförmiges sich im Physischen durchdringen, so durchdringen sich Begierdenglut, fließende Reizbarkeit und die Kräfte der Wunschwelt im Seelischen. Und wie im Physischen die Wärme die Körper durchdringt, das Licht sie bestrahlt, so ist es im Seelischen mit Lust und Unlust und mit dem Seelenlicht der Fall. Und ein ähnliches findet statt für die tätige Seelenkraft und das eigentliche Seelenleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== II. Die Seele in der Seelenwelt nach dem Tode ==&lt;br /&gt;
Die Seele ist das Bindeglied zwischen dem Geiste des Menschen und seinem Leibe. Ihre Kräfte der Sympathie und Antipathie, die durch ihr gegenseitiges Verhältnis die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenäußerungen: Begierde, Reizbarkeit, Wunsch, Lust und Unlust und so weiter bewirken, sie sind nicht nur zwischen Seelengebilde und Seelengebilde tätig, sondern sie äußern sich auch gegenüber den Wesenheiten der anderen. Welten, der physischen und der geistigen Welt. Während die Seele im Leibe wohnt, ist sie gewissermaßen an allein beteiligt, was in diesem Leibe vorgeht. Wenn die physischen Verrichtungen des Leibes mit Regelmäßigkeit vor sich gehen, so entsteht in der Seele Lust und Behagen; wenn diese Verrichtungen gestört sind, so tritt Unlust und Schmerz ein. Und auch an den Tätigkeiten des Geistes hat die Seele ihren Anteil: dieser Gedanke erfüllt sie mit Freude, jener mit Abscheu; ein richtiges Urteil hat den Beifall der Seele, ein falsches ihr Mißfallen. Ja, es hängt die Entwickelungsstufe eines Menschen davon ab, ob die Neigungen seiner Seele mehr nach der einen oder der andern Richtung hin gehen. Ein Mensch ist um so vollkommener, je mehr seine Seele mit den Äußerungen des Geistes sympathisiert; er ist um so unvollkommener, je mehr ihre Neigungen durch die Verrichtungen des Leibes befriedigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geist ist der Mittelpunkt des Menschen, der Leib der Vermittler, durch den der Geist die physische Welt betrachtet und erkennt und durch den er in ihr wirkt. Die Seele aber ist der Vermittler zwischen beiden. Sie entbindet dem physischen Eindruck, den die Luftschwingungen auf das Ohr machen, die Empfindung des Tones, sie erlebt die Lust an diesem Ton. Alles das teilt sie dem Geiste mit, der dadurch zum Verständnisse der physischen Welt gelangt. Ein Gedanke, der in dem Geiste auftritt, wird durch die Seele in den Wunsch nach Verwirklichung umgesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und kann erst dadurch mit Hilfe des leiblichen Werkzeuges zur Tat werden. Nun kann der Mensch nur dadurch seine Bestimmung erfüllen, daß er all seinem Wirken die Richtung durch den Geist geben läßt. Die Seele kann durch sich selbst ihre Neigungen ebensogut dem Physischen wie dem Geistigen entgegenbringen. Sie senkt gleichsam ihre Fühlfäden ebenso zum Physischen hinunter, wie sie sie zum Geistigen hinaufstreckt. Durch das Einsenken in. Die physische Welt wird ihre eigene Wesenheit von der Natur des Physischen durchdrungen und gefärbt. Da der Geist aber nur durch ihre Vermittlung in der physischen Welt wirken kann, so wird ihm selbst dadurch die Richtung auf das Physische gegeben. Seine Gebilde werden durch die Kräfte der Seele nach dem Physischen hingezogen. Man betrachte den unentwickelten Menschen. Die Neigungen seiner Seele hängen an den Verrichtungen seines Leibes. Er empfindet nur Lust bei den Eindrücken, welche die physische Welt auf seine Sinne macht. Und auch sein Geistesleben wird dadurch ganz in diese Sphäre herangezogen. Seine Gedanken dienen nur der Befriedigung seines physischen Bedürfnislebens. Indem das geistige Selbst von Verkörperung zu Verkörperung lebt, soll es immer mehr aus dem Geistigen heraus seine Richtung erhalten. Sein Erkennen soll von dem Geiste der ewigen Wahrheit, sein Handeln von der ewigen Güte bestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tod bedeutet, als Tatsache der physischen Welt betrachtet, eine Veränderung der Verrichtungen des Leibes. Dieser hört mit dem Tode auf, durch seine Einrichtung der Vermittler der Seele und des Geistes zu sein. Er zeigt fernerhin sich in seinen Verrichtungen ganz der physischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welt und ihren Gesetzen unterworfen; er geht in dieselbe über, uni sich in ihr aufzulösen. Nur diese physischen Vorgänge des Leibes können mit den physischen Sinnen nach dem Tode betrachtet werden. Was mit Seele und Geist dann geschieht, das entzieht sich diesen Sinnen. Denn sinnlich können ja auch während des Lebens Seele und Geist nur insofern beobachtet werden, als diese in physischen Vorgängen ihren äußeren Ausdruck erlangen. Nach dein Tode ist ein solcher Ausdruck nicht mehr möglich. Deshalb kommt die Beobachtung der physischen Sinne und die sich auf sie begründende Wissenschaft für das Schicksal von Seele und Geist nach dem Tode nicht in Betracht. Da tritt eben eine höhere Erkenntnis ein, die auf der Beobachtung der Vorgänge in der Seelen- und der Geisteswelt beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat sich nun der Geist von dem Leibe gelöst, so ist er noch immer mit der Seele verbunden. Und wie ihn während des physischen Lebens der Leib an die physische Welt gekettet hat, so jetzt die Seele an die seelische. Aber in dieser seelischen Welt ist nicht sein ureigenes Wesen zu finden. Sie soll ihn nur verbinden mit dem Felde seines Schaffens, mit der physischen Welt. Um in einer neuen Verkörperung mit vollkommenerer Gestalt zu erscheinen, muß er Kraft und Stärkung aus der geistigen Welt schöpfen. Er ist aber durch die Seele in die physische Welt verstrickt worden. Er ist an ein Seelenwesen gebunden, das durchdrungen und gefärbt ist von der Natur des Physischen, und er hat dadurch selbst diese Richtung erhalten. Nach dem Tode ist die Seele nicht mehr an den Leib, sondern nur noch an den Geist gebunden. Sie lebt nun in einer seelischen Umgebung. Nur die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kräfte dieser Welt können daher noch auf sie eine Wirkung haben. Und an dieses Leben der Seele in der Seelenwelt ist zunächst auch der Geist gebunden. Er ist so an dasselbe gebunden, wie er während der physischen Verkörperung an den Leib gebunden ist. Wann der Leib stirbt, das wird durch dessen Gesetze bestimmt im allgemeinen muß ja gesagt werden: nicht die Seele und der Geist verlassen den Leib, sondern er wird von denselben entlassen*, wenn seine Kräfte nicht mehr im Sinne der menschlichen Organisation wirken können. Ebenso ist das Verhältnis von Seele und Geist. Die Seele wird den Geist in die höhere, in die geistige Welt entlassen, wenn ihre Kräfte nicht mehr im Sinne der menschlichen Seelenorganisation wirken können. In dem Augenblicke wird der Geist befreit sein, wenn die Seele dasjenige der Auflösung übergeben hat, was sie nur innerhalb des Leibes erleben kann, und nur das übrig behält, was mit dem Geiste weiterleben kann. Dies Übrigbehaltene, was zwar im Leibe erlebt, aber als Frucht in den Geist eingeprägt werden kann, verbindet die Seele mit dem Geist in der rein geistigen Welt. Um das Schicksal der Seele nach dem Tode kennenzulernen, muß also ihr Auflösungsprozeß betrachtet werden. Sie hatte die Aufgabe, dem Geist die Richtung nach dem Physischen zu geben. In dem Augenblicke, wo sie diese Aufgabe erfüllt hat, nimmt sie die Richtung nach dem Geistigen. Wegen dieser Natur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- - -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-109-01 * [Anmerkung des Herausgebers: Von der 19. (Stuttgart 1922) bis zur 26. Auflage (Stuttgart 1948) lautete diese Stelle: ...sondern sie werden von demselben entlassen... . seit der 27. Auflage (Stuttgart 1955) wurde der Text der 1.-16.. Auflage wiederhergestellt. Es ist nicht sicher, daß die Änderung 1922 auf den Autor zurückgeht. Deshalb werden hier beide Fassungen angeführt]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihrer Aufgabe müßte sie eigentlich sofort nur geistig tätig sein, wenn der Leib von ihr abfällt, wenn sie also nicht mehr Bindeglied sein kann. Und sie würde das auch sein, wenn sie nicht durch ihr Leben im Leibe von diesem beeinflußt, in ihren Neigungen zu ihm hingezogen worden wäre. Ohne diese Färbung, die sie durch die Verbindung mit dem Leiblichen erhalten hat, würde sie sogleich nach der Entkörperung den bloßen Gesetzen der geistig-seelischen Welt folgen und keine weitere Hinneigung zum Sinnlichen entwickeln. Und das wäre der Fall, wenn der Mensch beim Tode vollständig alles Interesse an der irdischen Welt verloren hätte, wenn alle Begierden, Wünsche und so weiter befriedigt wären, die sich an das Dasein knüpfen, das er verlassen hat. Sofern dies aber nicht der Fall ist, haftet das nach dieser Richtung Übriggebliebene an der Seele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß hier, um nicht in Verwirrung zu geraten, sorgfältig unterscheiden zwischen dem, was den Menschen an die Welt so kettet, daß es auch in einer folgenden Verkörperung ausgeglichen werden kann, und dem, was ihn an eine bestimmte, an die jeweilig letzte Verkörperung kettet. Das erstere wird durch das Schicksalsgesetz, Karma, ausgeglichen; das andere aber kann nur nach dem Tode von der Seele abgestreift werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgt auf den Tod für den Menschengeist eine Zeit, in der die Seele ihre Neigungen zum physischen Dasein abstreift, um dann wieder den bloßen Gesetzen der geistig-seelischen Welt zu folgen und den Geist freizumachen. Es ist naturgemäß, daß diese Zeit um so länger dauern wird, je mehr die Seele an das Physische gebunden war. Sie wird kurz sein bei einem Menschen, der wenig&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
an dem physischen Leben gehangen hat, lang dagegen bei einem solchen, der seine Interessen ganz an dieses Leben gebunden hat, so daß beim Tode noch viele Begierden, Wünsche und so weiter in der Seele leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am leichtesten erhält man von dem Zustande, in dem die Seele in der nächsten Zeit nach dem Tode lebt, eine Vorstellung durch folgende Überlegung. Man nehme ein ziemlich krasses Beispiel dazu: die Genüsse eines Feinschmeckers. Er hat seine Lust am Gaumenkitzel durch die Speisen. Der Genuß ist natürlich nichts Körperliches, sondern etwas Seelisches. In der Seele lebt die Lust und auch die Begierde nach der Lust. Zur Befriedigung der Begierde ist aber das entsprechende körperliche Organ, der Gaumen und so weiter, notwendig. Nach dem Tode hat nun die Seele eine solche Begierde nicht sogleich verloren, wohl aber hat sie das körperliche Organ nicht mehr, welches das Mittel ist, die Begierde zu befriedigen. Es ist nun zwar aus einem anderen Grunde, der aber ähnlich, nur weit stärker wirkt für den Menschen so, wie wenn er in einer Gegend, in der weit und breit kein Wasser ist, brennenden Durst litte. So leidet die Seele brennend an der Entbehrung der Lust, weil sie das körperliche Organ abgelegt hat, durch das sie die Lust haben kann. So ist es mit allem, wonach die Seele verlangt und das nur durch die körperlichen Organe befriedigt werden kann. Es dauert dieser Zustand (brennender Entbehrung) so lange, bis die Seele gelernt hat, nicht mehr nach solchem zu begehren, was nur durch den Körper befriedigt werden kann. Und die Zeit, welche in diesem Zustande verbracht wird, kann man den Ort der Begierden nennen, obgleich man es natürlich nicht mit einem «Orte» zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betritt die Seele nach dem Tode die seelische Welt, so ist sie deren Gesetzen unterworfen. Diese wirken auf sie; und von dieser Wirkung hängt es ab, in welcher Art die Neigung zum Physischen in ihr getilgt wird. Die Wirkungen müssen verschieden sein, je nach den Arten der Seelenstoffe und Seelenkräfte, in deren Bereich sie nunmehr versetzt ist. Jede dieser Arten wird ihren reinigenden, läuternden Einfluß geltend machen. Der Vorgang, der hier stattfindet, ist so, daß alles Antipathische in der Seele allmählich von den Kräften der Sympathie überwunden und daß diese Sympathie selbst bis zu ihrem höchsten Gipfel geführt wird. Denn durch diesen höchsten Grad von Sympathie mit der ganzen übrigen Seelenwelt wird die Seele gleichsam in dieser zerfließen, eins mit ihr werden; dann ist ihre Eigensucht völlig erschöpft. Sie hört auf, als ein Wesen zu existieren, das dem physisch-sinnlichen Dasein zugeneigt ist: der Geist ist durch sie befreit. Daher läutert sich die Seele durch die oben beschriebenen Regionen der Seelenwelt hindurch, bis sie in der Region der vollkommenen Sympathie mit der allgemeinen Seelenwelt eins wird. Daß der Geist bis zu diesem letzten Momente der Befreiung seiner Seele selbst an diese gebunden ist, rührt davon her, daß er durch sein Leben mit ihr ganz verwandt geworden ist. Diese Verwandtschaft ist eine viel größere als die mit dem Leibe. Denn mit dem letzteren ist er mittelbar durch die Seele, mit dieser aber unmittelbar verbunden. Sie ist ja sein Eigenleben. Deshalb ist der Geist nicht an den verwesenden Leib, wohl aber an die sich allmählich befreiende Seele gebunden. Wegen der unmittelbaren Verbindung des Geistes mit der Seele kann der erstere sich von dieser erst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann frei fühlen, wenn sie selbst mit der allgemeinen Seelenwelt eins geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern die seelische Welt der Aufenthalt des Menschen unmittelbar nach dem Tode ist, kann sie der «Ort der Begierden» genannt werden. Die verschiedenen Religionssysteme, die ein Bewußtsein von diesen Verhältnissen in ihre Lehren aufgenommen haben, kennen diesen «Ort der Begierden» unter dem Namen «Fegefeuer», «Läuterungsfeuer» und so weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die niederste Region der Seelenwelt ist diejenige der Begierdenglut. Durch sie wird nach dem Tode alles das aus der Seele ausgetilgt, was sie an gröbsten, mit dem niedersten Leibesleben zusammenhängenden selbstsüchtigen Begierden hat. Denn durch solche Begierden kann sie von den Kräften dieser Seelenregion eine Wirkung erfahren. Die unbefriedigten Begierden, die aus dem physischen Leben zurückgeblieben sind, bilden den Angriffspunkt. Die Sympathie solcher Seelen erstreckt sich nur über das, was ihr eigensüchtiges Wesen nähren kann; und sie wird weit überwogen von der Antipathie, die sich über alles andere ergießt. Nun gehen aber die Begierden auf die physischen Genüsse, die in der Seelenwelt nicht befriedigt werden können. Durch diese Unmöglichkeit der Befriedigung wird die Gier aufs höchste gesteigert. Zugleich muß aber diese Unmöglichkeit die Gier allmählich verlöschen. Die brennenden Gelüste verzehren sich nach und nach; und die Seele hat erfahren, daß in der Austilgung solcher Gelüste das einzige Mittel liegt, das Leid zu verhindern, das aus ihnen kommen muß. Während des physischen Lebens tritt ja doch immer wieder und wieder Befriedigung ein. Dadurch wird der Schmerz der brennenden Gier durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine Art Illusion verdeckt. Nach dem Tode, im «Läuterungsfeuer», tritt dieser Schmerz ganz unverhüllt auf. Die entsprechenden Entbehrungserlebnisse werden durchgemacht. Ein finsterer Zustand ist es, in dem die Seelen sich dadurch befinden. Nur diejenigen Menschen können selbstverständlich diesem Zustande verfallen, deren Begierden im physischen Leben auf die gröbsten Dinge abzielten. Naturen mit wenig Gelüsten gehen, ohne daß sie es merken, durch ihn hindurch, denn sie haben zu ihm keine Verwandtschaft. Es muß gesagt werden, daß durch die Begierdenglut die Seelen um so länger beeinflußt werden, je verwandter sie durch ihr physisches Leben dieser Glut geworden sind; je mehr sie es daher nötig haben, in ihr geläutert zu werden. Man darf solche Läuterung nicht in demselben Sinne als ein Leiden bezeichnen, wie man ähnliches in der Sinnenwelt nur als Leiden empfinden müßte. Denn die Seele verlangt nach dem Tode nach ihrer Läuterung, weil nur durch diese eine in ihr bestehende Unvollkommenheit getilgt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Art von Vorgängen der Seelenwelt ist so, daß. Sich Sympathie und Antipathie bei ihnen das Gleichgewicht halten. Insofern eine Menschenseele in dem gleichen Zustande nach dem Tode ist, wird sie eine Zeitlang von diesen Vorgängen beeinflußt. Das Aufgehen im äußeren Tand des Lebens, die Freude an den vorüberflutenden Eindrücken der Sinne bedingen diesen Zustand. Die Menschen leben in ihm, insofern er durch die angedeuteten Seelenneigungen bedingt ist Sie lassen sich von jeder Nichtigkeit des Tages beeinflussen. Da aber ihre Sympathie sich keinem Dinge in besonderem Maße zuwendet, gehen die Einflüsse rasch vorüber. Alles, was nicht diesem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nichtigen Reich angehört, ist solchen Personen antipathisch. Erlebt nun nach dem Tode die Seele diesen Zustand, ohne daß die sinnlich-physischen Dinge da sind, die zu seiner Befriedigung notwendig gehören, so muß er endlich verlöschen. Natürlich ist die Entbehrung, die vor dem völligen Erlöschen in der Seele herrscht, leidvoll. Diese leidvolle Lage ist die Schule zur Zerstörung der Illusion, in die der Mensch während des physischen Lebens eingehüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens kommen in der Seelenwelt die Vorgänge in Betracht mit vorherrschender Sympathie, diejenigen mit vorherrschender Wunschnatur. Ihre Wirkung erfahren die Seelen durch alles das, was eine Atmosphäre von Wünschen nach dem Tode erhält. Auch diese Wünsche ersterben allmählich wegen der Unmöglichkeit ihrer Befriedigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Region der Lust und Unlust in der Seelenwelt, die oben als die vierte bezeichnet worden ist, legt der Seele besondere Prüfungen auf. Solange diese im Leibe wohnt, nimmt sie an allem teil, was diesen Leib betrifft. Das Weben von Lust und Unlust ist an diesen geknüpft. Er verursacht ihr Wohlgefühl und Behagen, Unlust und Unbehagen. Der Mensch empfindet während des physischen Lebens seinen Körper als sein Selbst. Das, was man Selbstgefühl nennt, gründet sich auf diese Tatsache. Und je sinnlicher die Menschen veranlagt sind, desto mehr nimmt ihr Selbstgefühl diesen Charakter an. Nach dem Tode fehlt der Leib als Gegenstand dieses Selbstgefühls. Die Seele, welcher dieses Gefühl geblieben ist, fühlt sich deshalb wie ausgehöhlt. Ein Gefühl, wie wenn sie sich selbst verloren hätte, befällt sie. Dieses hält so lange an, bis erkannt ist,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß im Physischen nicht der wahre Mensch liegt. Die Einwirkungen dieser vierten Region zerstören daher die Illusion des leiblichen Selbst. Die Seele lernt diese Leiblichkeit nicht mehr als etwas Wesentliches empfinden. Sie wird geheilt und geläutert von dem Hang zu der Leiblichkeit. Dadurch hat sie überwunden, was sie vorher stark an die physische Welt kettete, und sie kann die Kräfte der Sympathie, die nach außen gehen, voll entfalten. Sie ist sozusagen von sich abgekommen und bereit, teilnahmsvoll sich in die allgemeine Seelenwelt zu ergießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Erlebnisse dieser Region im besonderen Maße Selbstmörder durchmachen. Sie verlassen auf künstlichem Wege ihren physischen Leib, während doch alle Gefühle, die mit diesem zusammenhängen, unverändert bleiben. Beim natürlichen Tode geht mit dem Verfall des Leibes auch ein teilweises Ersterben der an ihn sich heftenden Gefühle einher. Bei Selbstmördern kommen dann noch zu der Qual, die ihnen das Gefühl der plötzlichen Aushöhlung verursacht, die unbefriedigten Begierden lind Wünsche, wegen deren sie sich entleibt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünfte Stufe der Seelenwelt ist die des Seelenlichtes. Die Sympathie mit anderem hat in ihr bereits eine hohe Geltung. Mit ihr sind die Seelen verwandt, insofern sie während des physischen Lebens nicht in der Befriedigung niederer Bedürfnisse aufgegangen sind, sondern Freude, Lust an ihrer Umwelt gehabt haben. Die Naturschwärmerei, insofern sie einen sinnlichen Charakter an sich getragen hat, unterliegt zum Beispiel hier der Läuterung. Man muß aber diese Art von Naturschwärmerei wohl unterscheiden von jenem höheren Leben in der Natur, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geistiger Art ist und welches den Geist sucht, der sich in den Dingen und Vorgängen der Natur offenbart. Diese Art von Natursinn gehört zu den Dingen, die den Geist selbst entwickeln und die ein Bleibendes in diesem Geiste begründen. Von diesem Natursinn ist aber eine solche Lust an der Natur zu unterscheiden, die ihren Grund in den Sinnen hat. Dieser gegenüber bedarf die Seele ebenso der Läuterung wie gegenüber anderen Neigungen, die im bloßen physischen Dasein begründet sind. Viele Menschen sehen in Einrichtungen, die der sinnlichen Wohlfahrt dienen, in einem Erziehungssystem, das vor allem sinnliches Behagen herbeiführt, eine Art Ideal. Von ihnen kann man nicht sagen, daß sie nur ihren selbstsüchtigen Trieben dienen. Aber ihre Seele ist doch auf die Sinnenwelt gerichtet und muß durch die in der fünften Region der seelischen Welt herrschende Kraft der Sympathie, der diese äußeren Befriedigungsmittel fehlen, geheilt werden. Die Seele erkennt hier allmählich, daß diese Sympathie andere Wege nehmen muß. Und diese Wege werden gefunden in der durch die Sympathie mit der Seelenumgebung bewirkten Ausgießung der Seele in den Seelenraum. Auch diejenigen Seelen, welche von ihren religiösen Verrichtungen zunächst eine Erhöhung ihrer sinnlichen Wohlfahrt verlangen, werden hier geläutert. Sei es, daß ihre Sehnsucht auf ein irdisches, sei es, daß sie auf ein himmlisches Paradies gehe. Sie finden im «Seelenlande» dieses Paradies; aber nur zu dem Zwecke, um die Wertlosigkeit desselben zu durchschauen. Alles das sind natürlich nur einzelne Beispiele für Läuterungen, die in dieser fünften Region stattfinden. Sie könnten beliebig vermehrt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sechste Region, diejenige der tätigen Seelenkraft, findet die Läuterung des tatendurstigen Teiles der Seele statt, der nicht einen egoistischen Charakter trägt, doch aber in der sinnlichen Befriedigung, welche die Taten bringen, seine Motive hat. Naturen, die eine solche Tatenlust entwickeln, machen äußerlich durchaus den Eindruck von Idealisten, sie zeigen sich als aufopferungsfähige Personen. Im tieferen Sinne kommt es ihnen aber doch auf die Erhöhung eines sinnlichen Lustgefühls an. Viele künstlerische Naturen und solche, welche sich wissenschaftlicher Betätigung hingeben, weil es ihnen so gefällt, gehören hierher. Was diese an die physische Welt kettet, das ist der Glaube, daß Kunst und Wissenschaft um eines solchen Gefallens willen da seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die siebente Region, die des eigentlichen Seelenlebens, befreit den Menschen von seinen letzten Hinneigungen zur sinnlich-physischen Welt. Jede vorhergehende Region nimmt von der Seele das auf, was ihr verwandt ist. Was nun noch den Geist umgibt, das ist die Meinung, daß seine Tätigkeit der sinnlichen Welt ganz gewidmet sein soll. Es gibt hochbegabte Persönlichkeiten, die aber über nicht viel anderes nachsinnen als über die Vorgänge der physischen Welt. Man kann einen solchen Glauben einen materialistischen nennen. Dieser Glaube muß zerstört werden, und er wird es in der siebenten Region. Da sehen die Seelen, daß keine Gegenstände für materialistische Gesinnung in der wahren Wirklichkeit vorhanden sind. Wie Eis in der Sonne schmilzt dieser Glaube der Seele hier dahin. Das Seelenwesen ist nunmehr aufgesogen von seiner Welt, der Geist aller Fesseln ledig. Er schwingt sich auf in die Regionen, wo er nur in seiner eigenen Umgebung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lebt. Die Seele hat ihre vorige Erdenaufgabe erfüllt, und es hat sich nach dem Tode gelöst, was von dieser Aufgabe als eine Fessel für den Geist geblieben ist. Indem die Seele den Erdenrest überwunden hat, ist sie selbst ihrem Elemente zurückgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht aus dieser Darstellung, daß die Erlebnisse der seelischen Welt, und damit auch die Zustände des seelischen Lebens nach dem Tode, ein immer weniger der Seele widerstrebendes Aussehen gewinnen, je mehr der Mensch von dem abgestreift hat, was ihm von der irdischen Verbindung mit der physischen Körperlichkeit an unmittelbarer Verwandtschaft mit dieser anhaftet. Je nach den im physischen Leben geschaffenen Vorbedingungen wird die Seele länger oder kürzer der einen oder anderen Region angehören. Wo sie Verwandtschaft fühlt, bleibt sie so lange, bis diese getilgt ist. Wo keine Verwandtschaft vorhanden ist, geht sie unfühlend über die möglichen Einwirkungen hinweg. Es sollten hier nur die Grundeigenschaften der Seelenwelt geschildert und der Charakter des Lebens der Seele in dieser Welt in allgemeinen Zügen dargestellt werden. Dasselbe gilt für die folgenden Darstellungen des Geisterlandes. Es würde die Grenzen, welche dieses Buch einhalten soll, überschreiten, wenn auf weitere Eigenschaften dieser höheren Welten eingegangen werden sollte. Denn von dem, was sich mit Raumverhältnissen und dem Zeitverlauf vergleichen läßt, in bezug auf die hier alles ganz anders ist als in der physischen Welt, kann nur verständlich gesprochen werden, wenn man es in ganz ausführlicher Art darstellen will. Einiges Wichtige darüber findet man in meiner «Geheimwissenschaft».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== III. Das Geisterland ==&lt;br /&gt;
Bevor nun der Geist auf seiner weiteren Wanderung betrachtet werden kann, muß das Gebiet selbst erst beobachtet werden, das er betritt. Es ist die «Welt des Geistes». Diese Welt ist der physischen so unähnlich, daß alles das, was über sie gesagt wird, demjenigen wie Phantastik Vorkommen muß, der nur seinen physischen Sinnen Vertrauen will. Und in noch höherem Maße gilt hier, was schon bei der Betrachtung der «Welt der Seele» gesagt worden ist: man muß sich der Gleichnisse bedienen, um zu schildern. Denn unsere Sprache, die zumeist nur der sinnlichen Wirklichkeit dient, ist mit Ausdrücken, die sich für das «Geisterland» unmittelbar anwenden lassen, nicht gerade reich gesegnet. Besonders hier muß daher gebeten werden, manches, was gesagt wird, nur als Andeutung zu verstehen. Es ist alles, was hier beschrieben wird, der physischen Welt so unähnlich, daß es nur in dieser Weise geschildert werden kann. Der Schreiber dieser Darstellung ist sich immer bewußt, wie wenig seine Angaben wegen der Unvollkommenheit unserer für die physische Welt berechneten sprachlichen Ausdrucksmittel wirklich der Erfahrung auf diesem Gebiete gleichen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allen Dingen muß betont werden, daß diese Welt aus dem Stoffe (auch das Wort «Stoff» ist natürlich hier in einem sehr uneigentlichen Sinne gebraucht) gewoben ist, aus dem der menschliche Gedanke besteht. Aber so wie der Gedanke im Menschen lebt, ist er nur ein Schattenbild, ein Schemen seiner wirklichen Wesenheit Wie der Schatten eines Gegenstandes an einer Wand sich zum wirklichen Gegenstand verhält, der diesen Schatten wirft,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so verhält sich der Gedanke, der durch den menschlichen Kopf erscheint, zu der Wesenheit im «Geisterland», die diesem Gedanken entspricht. Wenn nun der geistige Sinn des Menschen erweckt ist, dann nimmt er diese Gedankenwesenheit wirklich wahr, wie das sinnliche Auge einen Tisch oder einen Stuhl wahrnimmt. Er wandelt in einer Umgebung von Gedankenwesen. Das sinnliche Auge nimmt den Löwen wahr und das auf Sinnliches gerichtete Denken bloß den Gedanken des Löwen als ein Schemen, als ein schattenhaftes Bild. Das geistige Auge sieht im «Geisterland» den Gedanken des Löwen so wirklich wie das sinnliche den physischen Löwen. Wieder kann hier auf das schon bezüglich des «Seelenlandes» gebrauchte Gleichnis verwiesen werden. Wie dem operierten Blindgeborenen auf einmal seine Umgebung mit den neuen Eigenschaften der Farben und Lichter erscheint, so erscheint demjenigen, der sein geistiges Auge gebrauchen lernt, die Umgebung mit einer neuen Welt erfüllt, mit der Welt lebendiger Gedanken oder Geistwesen. In dieser Welt sind nun zunächst die geistigen Urbilder aller Dinge und Wesen zu sehen, die in der physischen und in der seelischen Welt vorhanden sind. Man denke sich das Bild eines Malers im Geiste vorhanden, bevor es gemalt ist. Dann hat man ein Gleichnis dessen, was mit dem Ausdruck Urbild gemeint ist. Es kommt hier nicht darauf an, daß der Maler ein solches Urbild vielleicht nicht im Kopfe hat, bevor er malt; daß es erst während der praktischen Arbeit nach und nach vollständig entsteht. In der wirklichen «Welt des Geistes» sind solche Urbilder für alle Dinge vorhanden, und die physischen Dinge und Wesenheiten sind Nachbilder dieser Urbilder. Wenn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
derjenige, welcher nur seinen äußeren Sinnen vertraut, diese urbildliche Welt leugnet und behauptet, die Urbilder seien nur Abstraktionen, die der vergleichende Verstand von den sinnlichen Dingen gewinnt, so ist das begreiflich; denn ein solcher kann eben in dieser höheren Welt nicht wahrnehmen; er kennt die Gedankenwelt nur in ihrer schemenhaften Abstraktheit. Er weiß nicht, daß der geistig Schauende mit den Geisteswesen so vertraut ist wie er selbst mit seinem Hunde oder seiner Katze und daß die Urbilderwelt eine weitaus intensivere Wirklichkeit hat als die sinnlich-physische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist der erste Einblick in dieses «Geisterland» noch verwirrender als derjenige in die seelische Welt. Denn die Urbilder in ihrer wahren Gestalt sind ihren sinnlichen Nachbildern sehr unähnlich. Ebenso unähnlich sind sie aber auch ihren Schatten, den abstrakten Gedanken. In der geistigen Welt ist alles in fortwährender beweglicher Tätigkeit, in unaufhörlichem Schaffen. Eine Ruhe, ein Verweilen an einem Orte, wie sie in der physischen Welt vorhanden sind, gibt es dort nicht. Denn die Urbilder sind schaffende Wesenheiten. Sie sind die Werkmeister alles dessen, was in der physischen und seelischen Welt entsteht. Ihre Formen sind rasch wechselnd; und in jedem Urbild liegt die Möglichkeit, unzählige besondere Gestalten anzunehmen. Sie lassen gleichsam die besonderen Gestalten aus sich hervorsprießen; und kaum ist die eine erzeugt, so schickt sich das Urbild an, eine nächste aus sich hervorquellen zu lassen. Und die Urbilder stehen miteinander in mehr oder weniger verwandtschaftlicher Beziehung. Sie wirken nicht vereinzelt. Das eine bedarf der Hilfe des andern zu seinem Schaffen. Unzählige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Urbilder wirken oft zusammen, damit diese oder jene Wesenheit in der seelischen oder physischen Welt entstehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer dem, was durch «geistiges Sehen» in diesem «Geisterlande» wahrzunehmen ist, gibt es hier noch etwas anderes, das als Erlebnis des «geistigen Hörens» zu betrachten ist. Sobald nämlich der «Hellsehende» aufsteigt aus dem Seelen- in das Geisterland, werden die wahrgenommenen Urbilder auch klingend. Dieses «Klingen» ist ein rein geistiger Vorgang. Es muß ohne alles Mitdenken eines physischen Tones vorgestellt werden. Der Beobachter fühlt sich wie in einem Meere von Tönen. Und in diesen Tönen, in diesem geistigen Klingen drücken sich die Wesenheiten der geistigen Welt aus. In ihrem Zusammenklingen, ihren Harmonien, Rhythmen und Melodien prägen sich die Urgesetze ihres Daseins, ihre gegenseitigen Verhältnisse und Verwandtschaften aus. Was in der physischen Welt der Verstand als Gesetz, als Idee wahrnimmt, das stellt sich für das «geistige Ohr» als ein Geistig-Musikalisches dar. (Die Pythagoreer nannten daher diese Wahrnehmung der geistigen Welt «Sphärenmusik». Dem Besitzer des «geistigen Ohres» ist diese «Sphärenmusik» nicht bloß etwas Bildliches, Allegorisches, sondern eine ihm wohlbekannte geistige Wirklichkeit.) Man muß nur, wenn man einen Begriff von dieser «geistigen Musik» erhalten will, alle Vorstellungen von sinnlicher Musik beseitigen, wie sie durch das «stoffliche Ohr» wahrgenommen wird. Es handelt sich hier eben um «geistige Wahrnehmung», also um eine solche, die stumm bleiben muß für das «sinnliche Ohr». In den folgenden Beschreibungen des «Geisterlandes» sollen der Einfachheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
halber die Hinweise auf diese «geistige Musik» weggelassen werden. Man hat sich nur vorzustellen, daß alles, was als «Bild», als ein «Leuchtendes» beschrieben wird, zugleich ein Klingendes ist. Jeder Farbe, jeder Lichtwahrnehmung entspricht ein geistiger Ton, und jedem Zusammenwirken von Farben entspricht eine Harmonie, eine Melodie und so weiter. Man muß sich nämlich durchaus vergegenwärtigen, daß auch da, wo das Tönen herrscht, das Wahrnehmen des «geistigen Auges» nicht etwa aufhört. Es kommt eben das Tönen zu dem Leuchten nur hinzu. Wo von «Urbildern» in dem Folgenden gesprochen wird, sind also die «Urtöne» hinzuzudenken. Auch andere Wahrnehmungen kommen hinzu, die gleichnisartig als «geistiges Schmecken» und so weiter bezeichnet werden können. Doch soll hier auf diese Vorgänge nicht eingegangen werden, da es sich darum handelt, eine Vorstellung von dem «Geisterlande» durch einige aus dem Ganzen herausgegriffene Wahrnehmungsarten in demselben zu erwecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist zunächst notwendig, die verschiedenen Arten der Urbilder voneinander zu unterscheiden. Auch im «Geisterland» hat man eine Anzahl von Stufen oder Regionen auseinanderzuhalten, um sich zu orientieren. Auch hier sind, wie in der «Seelenwelt», die einzelnen Regionen nicht etwa schichtenweise übereinandergelagert zu denken, sondern sich gegenseitig durchdringend und durchsetzend. Die erste Region enthält die Urbilder der physischen Welt, insofern diese nicht mit Leben begabt ist. Die Urbilder der Mineralien sind hier zu finden, ferner die der Pflanzen; diese aber nur insofern, als sie rein physisch sind; also insofern man auf das Leben in ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
keine Rücksicht nimmt. Ebenso trifft man hier die physischen Tier- und Menschenformen an. Damit soll dasjenige nicht erschöpft sein, was sich in dieser Region befindet; es soll nur durch naheliegende Beispiele illustriert werden. Diese Region bildet das Grundgerüst des «Geisterlandes». Es kann verglichen werden mit dem festen Land unserer physischen Erde. Es ist die Kontinentalmasse des «Geisterlandes». Seine Beziehung zur physisch-körperlichen Welt kann nur vergleichsweise beschrieben werden. Man bekommt eine Vorstellung davon etwa durch folgendes: Man denke sich irgendeinen begrenzten Raum mit physischen Körpern der mannigfaltigsten Art ausgefüllt. Und nun denke man sich diese physischen Körper weg und an ihrer Stelle Hohlräume in ihren Formen. Die früher leeren Zwischenräume denke man sich aber mit den mannigfaltigsten Formen erfüllt, die zu den früheren Körpern in mannigfachen Beziehungen stehen. So etwa sieht es in der niedrigsten Region der Urbilderwelt aus. In ihr sind die Dinge und Wesen, die in der physischen Welt verkörpert werden, als «Hohlräume» vorhanden. Und in den Zwischenräumen spielt sich die bewegliche Tätigkeit der Urbilder (und der «geistigen Musik») ab. Bei der physischen Verkörperung werden nun die Hohlräume gewissermaßen mit physischem Stoffe erfüllt. Wer zugleich mit physischem und geistigem Auge in den Raum schaute, sähe die physischen Körper und dazwischen die bewegliche Tätigkeit der schaffenden Urbilder. Die zweite Region des «Geisterlandes» enthält die Urbilder des Lebens. Aber dieses Leben bildet hier eine vollkommene Einheit. Als flüssiges Element durchströmt es die Welt des Geistes, gleichsam als Blut alles&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|126}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durchpulsend. Es läßt sich mit dem Meere und den Gewässern der physischen Erde vergleichen. Seine Verteilung ist allerdings ähnlicher der Verteilung des Blutes in dem tierischen Körper als derjenigen der Meere und Flüsse. Fließendes Leben, aus Gedankenstoff gebildet, so könnte man diese zweite Stufe des «Geisterlandes» bezeichnen. In diesem Element liegen die schaffenden Urkräfte für alles, was in der physischen Wirklichkeit als belebte Wesen auftritt. Hier zeigt es sich, daß alles Leben eine Einheit ist, daß das Leben in dem Menschen verwandt ist mit dem Leben aller seiner Mitgeschöpfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als dritte Region des «Geisterlandes» müssen die Urbilder alles Seelischen bezeichnet werden. Man befindet sich hier in einem viel dünneren und feineren Element als in den beiden ersten Regionen. Vergleichsweise kann es als der Luftkreis des «Geisterlandes» bezeichnet werden. Alles, was in den Seelen der beiden anderen Welten vorgeht, hat hier sein geistiges Gegenstück. Alle Empfindungen, Gefühle, Instinkte, Leidenschaften und so weiter sind hier auf geistige Art noch einmal vorhanden. Die atmosphärischen Vorgänge in diesem Luftkreise entsprechen den Leiden und Freuden der Geschöpfe in den andern Welten. Wie ein leises Wehen erscheint hier das Sehnen einer Menschenseele; wie ein stürmischer Luftzug ein leidenschaftlicher Ausbruch. Wer über das hier in Betracht Kommende sich Vorstellungen bilden kann, der dringt tief ein in das Seufzen einer jeglichen Kreatur, wenn er seine Aufmerksamkeit darauf richtet. Man kann hier zum Beispiel sprechen von stürmischen Gewittern mit zuckenden Blitzen und rollendem Donner; und geht man der Sache weiter nach, so findet man, daß sich in solchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Geistergewittern» die Leidenschaften einer auf der Erde geschlagenen Schlacht ausdrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Urbilder der vierten Region beziehen sich nicht unmittelbar auf die andern Welten. Sie sind in gewisser Beziehung Wesenheiten, welche die Urbilder der drei unteren Regionen beherrschen und deren Zusammentritt vermitteln. Sie sind daher beschäftigt mit dem Ordnen und Gruppieren dieser untergeordneten Urbilder. Von dieser Region geht demnach eine umfassendere Tätigkeit aus als von den unteren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fünfte, sechste und siebente Region unterscheiden sich wesentlich von den vorhergehenden. Denn die in ihnen befindlichen Wesenheiten liefern den Urbildern der unteren Regionen die Antriebe zu ihrer Tätigkeit. In ihnen findet man die Schöpferkräfte der Urbilder selbst. Wer zu diesen Regionen aufzusteigen vermag, der macht Bekanntschaft mit den «Absichten»*, die unserer Welt zugrunde liegen. Wie lebendige Keimpunkte liegen hier noch die Urbilder bereit, um die mannigfaltigsten Formen von Gedankenwesen anzunehmen. Werden diese Keimpunkte in die unteren Regionen geführt, dann quellen sie gleichsam auf und zeigen sich in den mannigfaltigsten Gestalten. Die Ideen, durch die der menschliche Geist in der physischen Welt schöpferisch auftritt, sind der Abglanz, der Schatten dieser Keimgedankenwesen der höheren geistigen Welt. Der Beobachter mit dem «geistigen Ohr», welcher von den unteren Regionen des «Geisterlandes»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- - -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-127-01 * Daß solche Bezeichnungen wie «Absichten» auch nur als «Gleichnisse» gemeint sind, ist aus dem oben über die Schwierigkeiten des sprachlichen Ausdrucks Gesagten selbstverständlich. An ein Aufwärmen der alten «Zweckmäßigkeitslehre» ist nicht gedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|128}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu diesen oberen aufsteigt, wird gewahr, wie sich das Klingen und Tönen in eine «geistige Sprache» umsetzt. Er beginnt das «geistige Wort» wahrzunehmen, durch das für ihn nun nicht allein die Dinge und Wesenheiten ihre Natur durch Musik kundgeben, sondern in «Worten» ausdrücken. Sie sagen ihm, wie man das in der Geisteswissenschaft nennen kann, ihre «ewigen Namen» .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat sich vorzustellen, daß diese Gedankenkeimwesen zusammengesetzter Natur sind. Aus dem Elemente der Gedankenwelt ist gleichsam nur die Keimhülle genommen. Und diese umschließt den eigentlichen Lebenskern. Damit sind wir an die Grenze der «drei Welten» gelangt, denn der Kern stammt aus noch höheren Welten. Als der Mensch, seinen Bestandteilen nach, in einem vorangehenden Abschnitt beschrieben worden ist, wurde für ihn dieser Lebenskern angegeben und der «Lebensgeist» und «Geistesmensch» als seine Bestandteile genannt. Auch für andere Weltwesenheiten sind ähnliche Lebenskerne vorhanden. Sie stammen aus höheren Welten und werden in die drei angegebenen versetzt, um ihre Aufgaben darin zu vollbringen. Hier soll nun die weitere Pilgerfahrt des menschlichen Geistes durch das «Geisterland» zwischen zwei Verkörperungen oder Inkarnationen verfolgt werden. Dabei werden die Verhältnisse und Eigentümlichkeiten dieses «Landes» noch einmal klar hervortreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== IV. Der Geist im Geisterland nach dem Tode ==&lt;br /&gt;
Wenn der Menschengeist auf seinem Wege zwischen zwei Verkörperungen die «Welt der Seelen» durchwandert hat, dann betritt er das «Land der Geister», um da zu verbleiben, bis er zu einem neuen leiblichen Dasein reif ist. Den Sinn dieses Aufenthaltes im «Geisterland» versteht man nur, wenn man die Aufgabe der Lebenspilgerfahrt des Menschen durch seine Verkörperung hindurch in der richtigen Art zu deuten weiß. Während der Mensch im physischen Leibe verkörpert ist, wirkt und schafft er in der physischen Welt. Und er wirkt und schafft in ihr als geistiges Wesen. Was sein Geist ersinnt und ausbildet, das prägt er den physischen Formen, den körperlichen Stoffen und Kräften ein. Er hat also als ein Bote der geistigen Welt den Geist der Körperwelt einzuverleiben. Nur dadurch, daß er sich verkörpert, kann der Mensch in der Körperwelt wirken. Er muß den physischen Leib als sein Werkzeug annehmen, damit er durch das Körperliche auf Körperliches wirken und damit Körperliches auf ihn wirken kann. Was aber durch diese physische Körperlichkeit des Menschen hindurchwirkt, das ist der Geist. Von diesem gehen die Absichten, die Richtungen aus für das Wirken in der physischen Welt. Solange nun der Geist im physischen Leibe wirkt, kann er als Geist nicht in seiner wahren Gestalt leben. Er kann gleichsam nur durch den Schleier des physischen Daseins hindurchscheinen. Das menschliche Gedankenleben gehört nämlich in Wahrheit der geistigen Welt an; und so, wie es im physischen Dasein auftritt, ist seine wahre Gestalt verschleiert. Man kann auch sagen, das Gedankenleben des physischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen sei ein Schattenbild, ein Abglanz der wahren geistigen Wesenheit, zu der es gehört. So tritt während des physischen Lebens der Geist auf der Grundlage des physischen Körpers mit der irdischen Körperwelt in Wechselwirkung. Wenn nun auch gerade in dem Wirken auf die physische Körperwelt eine der Aufgaben des Menschengeistes liegt, solange er von Verkörperung zu Verkörperung schreitet, so könnte er doch diese Aufgabe keineswegs entsprechend erfüllen, wenn er nur im leiblichen Dasein lebte. Denn die Absichten und Ziele der irdischen Aufgabe werden ebensowenig innerhalb der irdischen Verkörperung ausgebildet und gewonnen, wie der Plan eines Hauses auf dem Bauplatz zustande kommt, auf dem die Arbeiter wirken. Wie dieser Plan im Büro des Architekten ausgearbeitet wird, so werden die Ziele und ab sichten des irdischen Schaffens «im Lande der Geister» ausgebildet. Der Geist des Menschen muß in diesem Lande immer wieder zwischen zwei Verkörperungen leben, um, gerüstet mit dem, was er sich von da mitbringt, an die Arbeit in dem physischen Leben herantreten zu können. Wie der Architekt, ohne die Ziegel und den Mörtel zu bearbeiten, in seiner Arbeitsstube den Hausplan verfertigt nach Maßgabe der baukünstlerischen und anderer Gesetze, so muß der Architekt des menschlichen Schaffens, der Geist oder das höhere Selbst, im «Geisterland» die Fähigkeiten und Ziele nach den Gesetzen dieses Landes ausbilden, um sie dann in die irdische Welt überzuführen. Nur wenn der Menschengeist immer wieder und wieder in seinem eigenen Bereich sich aufhält, wird er auch durch die physisch-körperlichen Werkzeuge in die irdische Welt den Geist tragen können. Auf dem physischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schauplatz lernt der Mensch die Eigenschaften und Kräfte der physischen Welt kennen. Er sammelt da während des Schaffens die Erfahrungen darüber, was für Anforderungen die physische Welt an den stellt, der in ihr arbeiten will. Er lernt da gleichsam die Eigenschaften des Stoffes kennen, in dem er seine Gedanken und Ideen verkörpern will. Die Gedanken und Ideen selbst kann er nicht aus dem Stoff heraussaugen. So ist die irdische Welt zugleich der Schauplatz des Schaffens und des Lernens. Im «Geisterland» wird dann das Gelernte in lebendige Fähigkeit des Geistes umgebildet. Man kann den obigen Vergleich fortsetzen, um die Sache sich zu verdeutlichen. Der Architekt arbeitet den Plan eines Hauses aus. Dieser wird ausgeführt. Dabei macht er eine Summe der mannigfaltigsten Erfahrungen. Alle diese Erfahrungen steigern seine Fähigkeiten. Wenn er den nächsten Plan ausarbeitet, fließen alle diese Erfahrungen mit ein. Und dieser nächste Plan erscheint gegenüber dem ersten bereichert um alles das, was an dem vorigen gelernt worden ist. So ist es mit den aufeinanderfolgenden menschlichen Lebensläufen. In den Zwischenzeiten zwischen den Verkörperungen lebt der Geist in seinem eigenen Bereich. Er kann sich ganz den Anforderungen des Geisteslebens hingeben; er bildet sich, befreit von der physischen Körperlichkeit, nach allen Seiten aus und arbeitet in diese seine Bildung die Früchte der Erfahrungen seiner früheren Lebensläufe hinein. So ist sein Blick immer auf den Schauplatz seiner irdischen Aufgaben gerichtet, so arbeitet er stets daran, die Erde, insofern diese der Platz seines Wirkens ist, durch die ihr notwendige Entwickelung hindurch zu verfolgen. Er arbeitet an sich, um bei jedesmaliger Verkörperung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem Zustande der Erde entsprechend seine Dienste im irdischen Wandel leisten zu können. Dies ist allerdings nur ein allgemeines Bild von den aufeinanderfolgenden menschlichen Lebensläufen. Und die Wirklichkeit wird mit diesem Bilde niemals ganz, sondern nur mehr oder weniger übereinstimmen. Die Verhältnisse können es mit sich bringen, daß ein folgendes Leben eines Menschen viel unvollkommener ist als ein vorhergehendes. Allein im ganzen und großen gleichen sich in den aufeinanderfolgenden Lebensläufen solche Unregelmäßigkeiten innerhalb bestimmter Grenzen wieder aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildung des Geistes im «Geisterland» geschieht dadurch, daß der Mensch sich in die verschiedenen Regionen dieses Landes einlebt. Sein eigenes Leben verschmilzt in entsprechender Aufeinanderfolge mit diesen Regionen; er nimmt vorübergehend ihre Eigenschaften an. Sie durchdringen dadurch sein Wesen mit ihrem Wesen, auf daß ersteres dann mit dem letzteren gestärkt im Irdischen wirken könne. In der ersten Region des «Geisterlandes» ist der Mensch umgeben von den geistigen Urbildern der irdischen Dinge. Während des Erdenlebens lernt er ja nur die Schatten dieser Urbilder kennen, die er in seinen Gedanken erfaßt. Was auf der Erde bloß gedacht wird, das wird in dieser Region erlebt. Der Mensch wandelt unter Gedanken, aber diese Gedanken sind wirkliche Wesenheiten. Was er während des Erdenlebens mit seinen Sinnen wahrgenommen hat, das wirkt auf ihn jetzt in seiner Gedankenform. Aber der Gedanke erscheint nicht als der Schatten, der sich hinter den Dingen verbirgt, sondern er ist lebensvolle Wirklichkeit, welche die Dinge erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch ist gleichsam in der Gedankenwerkstätte, in der die irdischen Dinge geformt und gebildet werden. Denn im «Lande des Geistes» ist alles lebensvolle Tätigkeit und Regsamkeit. Hier ist die Gedankenwelt am Werke als Welt lebendiger Wesen, schöpferisch und bildend. Man sieht da, wie das gebildet wird, was man im Erdendasein erlebt hat. Wie man im physischen Leibe die sinnlichen Dinge als Wirklichkeit erlebt, so erlebt man jetzt als Geist die geistigen Bildungskräfte als wirklich. Unter den Gedankenwesen, die da vorhanden sind, ist auch der Gedanke der eigenen physischen Leiblichkeit. Dieser fühlt man sich entrückt. Nur die geistige Wesenheit empfindet man als zu sich gehörig. Und wenn man den abgelegten Leib, wie in der Erinnerung, nicht mehr als physisch, sondern als Gedankenwesen gewahr wird, dann tritt schon in der Anschauung seine Zugehörigkeit zur äußeren Welt hervor. Man lernt ihn als etwas zur Außenwelt Gehöriges betrachten, als ein Glied dieser Außenwelt. Man trennt folglich nicht mehr seine Leiblichkeit von der anderen Außenwelt als etwas dem eigenen Selbst näher Verwandtes ab. Man fühlt in der gesamten Außenwelt mit Einschluß der eigenen leiblichen Verkörperungen eine Einheit. Die eigenen Verkörperungen verschmelzen hier mit der übrigen Welt zur Einheit. So blickt man hier auf die Urbilder der physisch-körperlichen Wirklichkeit als auf eine Einheit, zu der man selbst gehört hat. Man lernt deshalb nach und nach seine Verwandtschaft, seine Einheit mit der Umwelt durch Beobachtung kennen. Man lernt zu ihr sagen: Das, was sich hier um dich ausbreitet, das warst du selbst. Das aber ist einer der Grundgedanken der alten indischen Vedanta-Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der «Weise» eignet sich schon während des Erdenlebens das an, was der andere nach dem Tode erlebt, nämlich den Gedanken zu fassen, daß er selbst mit allen Dingen verwandt ist, den Gedanken: «Das bist du.» Im irdischen Leben ist das ein Ideal, dem sich das Gedankenleben hingeben kann; im «Lande der Geister» ist es eine unmittelbare Tatsache, die uns durch die geistige Erfahrung immer klarer wird. Und der Mensch selbst wird in diesem Lande sich immer mehr bewußt, daß er, seinem eigentlichen Wesen nach, der Geisterwelt angehört. Er nimmt sich als Geist unter Geistern, als ein Glied der Urgeister wahr, und er wird in sich selbst des Urgeistes Wort fühlen: «Ich bin der Urgeist.» (Die Weisheit des Vedanta sagt: «Ich bin Brahman», das heißt ich gehöre als ein Glied dem Urwesen an, aus dem alle Wesen stammen.) Man sieht: was im Erdenleben als schattenhafter Gedanke erfaßt wird und wohin alle Weisheit abzielt, das wird im «Geisterland» unmittelbar erlebt. Ja es wird während des Erdenlebens nur deswegen gedacht, weil es im geistigen Dasein eine Tatsache ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sieht der Mensch während seines geistigen Daseins die Verhältnisse und Tatsachen, in denen er während des Erdenlebens mitten drinnen steht, von einer höheren Warte aus, gleichsam von außen. Und in der untersten Region des «Geisterlandes» lebt er auf solche Art gegenüber den irdischen Verhältnissen, die unmittelbar mit der physischen körperlichen Wirklichkeit zusammenhängen. Der Mensch ist auf der Erde in eine Familie, in ein Volk hineingeboren; er lebt in einem gewissen Lande. Durch alle diese Verhältnisse wird sein irdisches Dasein bestimmt. Er findet, weil es die Verhältnisse in der physischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welt mit sich bringen, diesen oder jenen Freund. Er treibt diese oder jene Geschäfte. Alles das bestimmt seine irdischen Lebensverhältnisse. Alles das tritt ihm nun während seines Lebens in der ersten Region des «Geisterlandes» als lebendige Gedankenwesenheit entgegen. Er durchlebt das alles in einer gewissen Art noch einmal. Aber er durchlebt es von der tätig-geistigen Seite aus. Die Familienliebe, die er geübt hat, die Freundschaft, die er entgegengebracht hat, werden in ihm von innen aus lebendig, und seine Fähigkeiten werden in dieser Richtung gesteigert. Dasjenige im Menschengeist, was als Kraft der Familien-, der Freundesliebe wirkt, wird gestärkt. Er tritt in dieser Beziehung später als ein vollkommenerer Mensch wieder ins irdische Dasein. Es sind gewissermaßen die alltäglichen Verhältnisse des Erdenlebens, die in dieser untersten Region des «Geisterlandes» als Früchte reifen. Und dasjenige im Menschen, das mit seinen Interessen ganz in diesen alltäglichen Verhältnissen aufgeht, wird den längsten Teil des geistigen Lebens zwischen zwei Verkörperungen mit dieser Region sich verwandt fühlen. Die Menschen, mit welchen man in der physischen Welt zusammengelebt hat, findet man in der geistigen Welt wieder. Gleich wie von der Seele alles abfällt, was ihr durch den physischen Leib eigen war, so löst sich auch das Band, das im physischen Leben Seele und Seele verknüpft, von den Bedingungen los, welche nur in der physischen Welt Bedeutung und Wirksamkeit haben. Doch setzt sich über den Tod hinaus alles in die geistige Welt hinein fort, was im physischen Leben Seele der Seele war. Es ist naturgemäß, daß Worte, welche für physische Verhältnisse geprägt sind, nur ungenau wiedergeben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
können, was in der geistigen Welt vorgeht. Sofern aber dieses in Betracht gezogen wird, so darf es durchaus als richtig bezeichnet werden, wenn gesagt wird: die im physischen Leben zusammengehörigen Seelen finden sich in der geistigen Welt wieder, um ihr Zusammenleben da in entsprechender Weise fortzusetzen. Die nächste Region ist diejenige, in welcher das gemeinsame Leben der irdischen Welt als Gedankenwesenheit, gleichsam als das flüssige Element des «Geisterlandes», strömt. Solange man in physischer Verkörperung die Welt beobachtet, erscheint das Leben an einzelne Lebewesen gebunden. Im «Geisterland» ist es davon losgelöst und durchfließt als Lebensblut gleichsam das ganze Land. Es ist da die lebendige Einheit, die in allem vorhanden ist. Während des irdischen Lebens erscheint dem Menschen auch davon nur ein Abglanz. Und dieser spricht sich in jeder Form von Verehrung aus, die der Mensch dem Ganzen, der Einheit und Harmonie der Welt, entgegenbringt. Das religiöse Leben der Menschen schreibt sich von diesem Abglanze her. Der Mensch wird gewahr, inwiefern nicht im Vergänglichen, im einzelnen, der umfassende Sinn des Daseins liegt. Er betrachtet dieses Vergängliche als ein «Gleichnis» und Abbild eines Ewigen, einer harmonischen Einheit. Er blickt in Verehrung und Anbetung zu dieser Einheit auf. Er bringt ihr religiöse Kultushandlungen dar. Im «Geisterland » erscheint nicht der Abglanz, sondern die wirkliche Gestalt als lebendige Gedankenwesenheit. Hier kann sich der Mensch mit der Einheit, die er auf Erden verehrt hat, wirklich vereinigen. Die Früchte des religiösen Lebens und alles dessen, was damit zusammenhängt, treten in dieser Region hervor. Der Mensch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lernt nun aus der geistigen Erfahrung erkennen, daß sein Einzelschicksal nicht getrennt werden soll von der Gemeinschaft, der er angehört. Die Fähigkeit, sich als Glied eines Ganzen zu erkennen, bildet sich hier aus. Die religiösen Empfindungen, alles, was schon im Leben nach einer reinen, edlen Moral gestrebt hat, wird während eines großen Teiles des geistigen Zwischenzustandes Kraft aus dieser Region schöpfen. Und der Mensch wird mit einer Erhöhung seiner Fähigkeiten nach dieser Richtung hin wiederverkörpert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während man in der ersten Region mit den Seelen zusammen ist, mit denen man im vorangegangenen physischen Leben durch die nächsten Bande der physischen Welt zusammengehangen hat, tritt man in der zweiten Region in den Bereich aller derjenigen, mit denen man in einem weiteren Sinne sich eins fühlte: durch eine gemeinsame Verehrung, durch gemeinsames Bekenntnis und so weiter. Betont muß werden, daß die geistigen Erlebnisse der vorangegangenen Regionen während der folgenden bestehen bleiben. So wird der Mensch nicht etwa den durch Familie, Freundschaft und so weiter geknüpften Banden entrissen, wenn er in das Leben der zweiten und der folgenden Regionen eintritt. Auch liegen die Regionen des «Geisterlandes» nicht wie «Abteilungen» auseinander; sie durchdringen sich, und der Mensch erlebt sich in einer neuen Region nicht deswegen, weil er sie in irgendeiner Form äußerlich «betreten» hat, sondern weil er in sich die inneren Fähigkeiten erlangt hat, das wahrzunehmen, innerhalb dessen er vorher unwahrnehmend war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte Region des «Geisterlandes» enthält die Urbilder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der seelischen Welt. Alles, was in dieser Welt lebt, ist hier als lebendige Gedankenwesenheit vorhanden. Man findet da die Urbilder der Begierden, der Wünsche, der Gefühle und so weiter. Aber hier in der Geisterwelt haftet dem Seelischen nichts von Eigensucht an. Ebenso wie alles Leben in der zweiten Region, bildet in dieser dritten alles Begehren, Wünschen, alle Lust und Unlust eine Einheit. Das Begehren, der Wunsch des andern unterscheiden sich nicht von meinem Begehren und Wünschen. Die Empfindungen und Gefühle aller Wesen sind eine gemeinsame Welt, die alles übrige einschließt und umgibt, wie der physische Luftkreis die Erde umgibt diese Region ist gleichsam die Atmosphäre des «Geisterlandes». Es wird hier alles Früchte tragen, was der Mensch im irdischen Leben im Dienste der Gemeinsamkeit, in selbstloser Hingabe an seine Mitmenschen geleistet hat. Denn durch diesen Dienst, durch diese Hingabe hat er in einem Abglanz der dritten Region des «Geisterlandes» gelebt. Die großen Wohltäter des Menschengeschlechtes, die hingebungsvollen Naturen, diejenigen, welche die großen Dienste in den Gemeinschaften leisten, haben ihre Fähigkeit hierzu in dieser Region erlangt, nachdem sie sich in früheren Lebensläufen die Anwartschaft zu einer besonderen Verwandtschaft mit ihr erworben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ersichtlich, daß die beschriebenen drei Regionen des «Geisterlandes» in einem gewissen Verhältnis stehen zu den unter ihnen stehenden Welten, zu der physischen und der seelischen Welt. Denn sie enthalten die Urbilder, die lebendigen Gedankenwesen, die in diesen Welten körperliches oder seelisches Dasein annehmen. Die vierte Region erst ist das «reine Geisterland». Aber auch diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|139}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist es nicht in vollem Sinne des Wortes. Sie unterscheidet sich von den drei unteren Regionen dadurch, daß in diesen die Urbilder jener physischen und seelischen Verhältnisse angetroffen werden, die der Mensch in der physischen und seelischen Welt vorfindet, bevor er selbst in diese Welten eingreift. Die Verhältnisse des alltäglichen Lebens knüpfen sich an die Dinge und Wesen, die der Mensch in der Welt vorfindet; die vergänglichen Dinge dieser Welt lenken seinen Blick zu deren ewigem Urgrund; und auch die Mitgeschöpfe, denen sich sein selbstloser Sinn widmet, sind nicht durch den Menschen da. Aber durch ihn sind in der Welt die Schöpfungen der Künste und Wissenschaften, der Technik, des Staates und so weiter, kurz alles das, was er als originale Werke seines Geistes der Welt einverleibt. Zu alledem wären, ohne sein Zutun, keine physischen Abbilder in der Welt vorhanden. Die Urbilder nun zu diesen rein menschlichen Schöpfungen finden sich in der vierten Region des «Geisterlandes». Was der Mensch an wissenschaftlichen Ergebnissen, an künstlerischen Ideen und Gestalten, an Gedanken der Technik während des irdischen Lebens ausbildet, trägt in dieser vierten Region seine Früchte. Aus dieser Region saugen daher Künstler, Gelehrte, große Erfinder während ihres Aufenthaltes im «Geisterland » ihre Impulse und steigern hier ihr Genie, um bei einer Wiederverkörperung in verstärktem Maße zur Fortentwickelung der menschlichen Kultur beitragen zu können. Man soll sich nicht vorstellen, daß diese vierte Region des «Geisterlandes» nur für besonders hervorragende Menschen eine Bedeutung habe. Sie hat eine solche für alle Menschen. Alles, was den Menschen im physischen Leben über die Sphäre des alltäglichen Lebens,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|140}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wünschens und Wollens hinaus beschäftigt, hat seinen Urquell in dieser Region. Ginge der Mensch in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durch sie nicht hindurch, so würde er in einem weiteren Leben keine Interessen haben, welche über den engen Kreis der persönlichen Lebensführung hinaus zum allgemein Menschlichen führen. Es ist oben gesagt worden, daß auch diese Region nicht im vollen Sinne das «reine Geisterland» genannt werden kann. Das ist deshalb der Fall, weil der Zustand, in dem die Menschen die Kulturentwickelung auf der Erde verlassen haben, in ihr geistiges Dasein hineinspielt. Sie können im «Geisterland» nur die Früchte dessen genießen, was nach ihrer Begabung und nach dem Entwickelungsgrade des Volkes, Staates und so weiter, in die sie hineingeboren waren, ihnen zu leisten möglich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den noch höheren Regionen des «Geisterlandes» ist der Menschengeist nun jeder irdischen Fessel entledigt. Er steigt auf in das «reine Geisterland», in dem er die Absichten, die Ziele erlebt, die sich der Geist mit dem irdischen Leben gesetzt hat. Alles, was in der Welt schon verwirklicht ist, bringt ja die höchsten Ziele und Absichten nur in einem mehr oder weniger schwachen Nachbilde zum Dasein. Jeder Kristall, jeder Baum, jedes Tier und auch alles das, was im Bereiche menschlichen Schaffens verwirklicht wird, all das gibt nur Nachbilder dessen, was der Geist beabsichtigt. Und der Mensch kann während seiner Verkörperungen nur anknüpfen an diese unvollkommenen Nachbilder der vollkommenen Absichten und Ziele. So kann er aber innerhalb einer seiner Verkörperungen selbst nur ein solches Nachbild dessen sein, was&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|141}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im Reiche des Geistes mit ihm beabsichtigt ist. Was er als reist im «Geisterland» eigentlich ist, das kommt daher erst dann zum Vorschein, wenn er im Zwischenzustand wischen zwei Verkörperungen in die fünfte Region des Geisterlandes» aufsteigt. Was er hier ist, das ist wirklich er selbst. Das ist dasjenige, was in den mannigfaltigen Verkörperungen ein äußeres Dasein erhält. In dieser Region kann sich das wahre Selbst des Menschen nach allen Seiten frei ausleben. Und dieses Selbst ist also dasjenige, welches in jeder Verkörperung immer von neuem als das eine erscheint. Dieses Selbst bringt die Fähigkeiten mit, je sich in den unteren Regionen des «Geisterlandes» ausgebildet haben. Es trägt somit die Früchte der früheren Lebensläufe in die folgenden hinüber. Es ist der Träger der Ergebnisse früherer Verkörperungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Reiche der Absichten und Ziele befindet sich also das Selbst, wenn es in der fünften Region des «Geisterlandes» lebt. Wie der Architekt an den Unvollkommenheiten lernt, die sich ihm ergeben haben, und wie er in eine neuen Pläne nur das aufnimmt, was er von diesen Unvollkommenheiten in Vollkommenheiten zu wandeln vermochte, so streift das Selbst von seinen Ergebnissen aus früheren Leben in der fünften Region dasjenige ab, was mit den Unvollkommenheiten der unteren Welten zusammenhängt, und befruchtet die Absichten des «Geisterlandes», mit denen es nunmehr zusammenlebt, mit den Ergebnissen seiner früheren Lebensläufe. Klar ist, daß die Kraft, die aus dieser Region geschöpft werden kann, davon abhängen wird, wieviel sich das Selbst während seiner Verkörperung von solchen Ergebnissen erworben hat, die geeignet sind, in die Welt der Absichten aufgenommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu werden. Das Selbst, das während des irdischen Daseins durch ein reges Gedankenleben oder durch weise, werktätige Liebe die Absichten des Geistes zu verwirklichen gesucht hat, wird sich eine große Anwartschaft auf diese Region erwerben. Dasjenige, das ganz in den alltäglichen Verhältnissen aufgegangen ist, das nur im Vergänglichen gelebt hat, das hat keine Samen gesät, die in den Absichten der ewigen Weltordnung eine Rolle spielen können. Nur das wenige, das es über die Tagesinteressen hinaus gewirkt hat, kann als Frucht in diesen oberen Regionen des «Geisterlandes» sich entfalten. Aber man soll nicht meinen, daß hier etwa vor allem solches in Betracht kommt, was «irdischen Ruhm» oder ähnliches bringt. Nein, gerade das kommt in Frage, was im kleinsten Lebenskreise zum Bewußtsein führt, daß alles einzelne seine Bedeutung für den ewigen Werdegang des Daseins hat. Man muß sich vertraut machen mit dem Gedanken, daß der Mensch in dieser Region anders urteilen muß, als er dies im physischen Leben tun kann. Hat er zum Beispiel weniges sich erworben, was mit dieser fünften Region verwandt ist, so entsteht in ihm der Drang, sich für das folgende physische Leben einen Impuls einzuprägen, welcher dieses Leben so verlaufen läßt, daß im Schicksal (Karma) desselben die entsprechende Wirkung des Mangels zutage tritt. Was dann in dem folgenden Erdenleben als leidvolles Geschick, vom Gesichtspunkte dieses Lebens aus, erscheint ja vielleicht als solches tief beklagt wird , das findet der Mensch in dieser Region des «Geisterlandes» als für ihn durchaus notwendig. Da der Mensch in der fünften Region in seinem eigentlichen Selbst lebt, so ist er auch herausgehoben aus allem, was ihn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den niederen Welten während der Verkörperungen umhüllt. Er ist, was er immer war und immer sein wird während des Laufes seiner Verkörperungen. Er lebt in dem Walten der Absichten, welche für diese Verkörperungen bestehen und die er in sein eigenes Selbst eingliedert. Er blickt auf seine eigene Vergangenheit zurück und er fühlt, daß alles, was er in derselben erlebt hat, in die Absichten, die er in Zukunft zu verwirklichen hat, aufgenommen wird. Eine Art Gedächtnis für seine früheren Lebensläufe und der prophetische Vorblick: für seine späteren blitzen auf. Man sieht: dasjenige, was in dieser Schrift das «Geistselbst» genannt worden ist, lebt in dieser Region, soweit es entwickelt ist, in seiner ihm angemessenen Wirklichkeit. Es bildet sich aus und bereitet sich vor, um in einer neuen Verkörperung sich ein Vollziehen der geistigen Absichten in der irdischen Wirklichkeit zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat sich dieses «Geistselbst» während einer Reihe von Aufenthalten im «Geisterland » so weit entwickelt, daß es sich völlig frei in diesem Lande bewegen kann, dann wird es seine wahre Heimat immer mehr hier suchen. Das Leben im Geiste wird ihm so vertraut, wie dem irdischen Menschen das Leben in der physischen Wirklichkeit. Die Gesichtspunkte der Geisterwelt wirken fortan auch als die maßgebenden, die es für die folgenden Erdenleben zu den seinigen, mehr oder weniger bewußt oder unbewußt, macht. Als ein Glied der göttlichen Weltordnung kann sich das Selbst fühlen. Die Schranken und Gesetze des irdischen Lebens berühren es nicht in seiner innersten Wesenheit. Die Kraft zu allem, was es vollführt, kommt ihm aus der geistigen Welt. Die geistige Welt aber ist eine Einheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in ihr lebt, weiß, wie das Ewige an der Vergangenheit geschaffen hat, und er kann von dem Ewigen aus die Richtung für die Zukunft bestimmen. Der Blick über die Vergangenheit weitet sich zu einem vollkommenen. Ein Mensch, der diese Stufe erreicht hat, gibt sich selbst Ziele, die er in einer nächsten Verkörperung ausführen soll. Vom «Geisterland» aus beeinflußt er seine Zukunft, so daß sie im Sinne des Wahren und Geistigen verläuft. Der Mensch befindet sich während des Zwischenzustandes zwischen zwei Verkörperungen in Gegenwart aller derjenigen erhabenen Wesen, vor deren Blicken die göttliche Weisheit unverhüllt ausgebreitet liegt. Denn er hat die Stufe erklommen, auf der er sie verstehen kann. In der sechsten Region des «Geisterlandes» wird der Mensch in allen seinen Handlungen dasjenige vollbringen, was dem wahren Wesen der Welt am angemessensten ist denn er kann nicht nach dem suchen, was ihm frommt, sondern einzig nach dem, was geschehen soll nach dem richtigen Gang der Weltordnung. Die siebente Region des «Geisterlandes» führt an die Grenze der «drei Welten». Der Mensch steht hier den «Lebenskernen» gegenüber, die aus höheren Welten in die drei beschriebenen versetzt werden, um da ihre Aufgaben zu vollbringen. Ist der Mensch an der Grenze der drei Welten, so erkennt er sich somit in seinem eigenen Lebenskern. Das bringt mit sich, daß die Rätsel dieser drei Welten für ihn gelöst sein müssen. Er überschaut also das ganze Leben dieser Welten. Im physischen Leben sind die Fähigkeiten der Seele, durch welche sie die hier geschilderten Erlebnisse in der geistigen Welt hat, unter den gewöhnlichen Lebensverhältnissen nicht bewußt. Sie arbeiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in ihren unbewußten Tiefen an den leiblichen Organen, welche das Bewußtsein der physischen Welt zustande bringen. Dies ist gerade der Grund, warum sie für diese Welt unwahrnehmbar bleiben. Auch das Auge sieht nicht sich, weil in ihm die Kräfte wirken, welche anderes sichtbar machen. Will man beurteilen, inwiefern ein zwischen Geburt und Tod verlaufendes Menschenleben das Ergebnis vorangehender Erdenleben sein kann, so muß man in Erwägung ziehen, daß ein innerhalb dieses Lebens selbst gelegener Gesichtspunkt, wie man ihn zunächst naturgemäß einnehmen muß, keine Beurteilungsmöglichkeit liefert. Für einen solchen Gesichtspunkt könnte zum Beispiel ein Erdenleben als leidvoll, unvollkommen und so weiter erscheinen, während es gerade in dieser Gestaltung für einen außerhalb dieses Erdenlebens selbst liegenden Gesichtspunkt mit seinem Leid, in seiner Unvollkommenheit als Ergebnis früherer Leben sich ergeben muß. Durch das Betreten des Erkenntnispfades in dem Sinne, wie dies in einem der nächsten Kapitel geschildert wird, löst sich die Seele los von den Bedingungen des Liebeslebens. Sie kann dadurch im Bilde die Erlebnisse wahrnehmen, welche sie zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht. Solches Wahrnehmen gibt die Möglichkeit, die Vorgänge des «Geisterlandes» so zu schildern, wie es hier skizzenhaft geschehen ist. Nur wenn man nicht versäumt, sich gegenwärtig zu halten, daß die ganze Verfassung der Seele eine andere ist im physischen Leibe als im rein geistigen Erleben, wird man die hier gegebene Schilderung im rechten Lichte sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== V. Die physische Welt und ihre Verbindung mit Seelen- und Geisterland ==&lt;br /&gt;
Die Gebilde der Seelenwelt und des Geisterlandes können nicht der Gegenstand äußerer sinnlicher Wahrnehmung sein. Die Gegenstände dieser sinnlichen Wahrnehmung sind den beschriebenen beiden Welten als eine dritte anzureihen. Auch während seines leiblichen Daseins lebt der Mensch gleichzeitig in den drei Welten. Er nimmt die Dinge der sinnlichen Welt wahr und wirkt auf sie. Die Gebilde der Seelenwelt wirken durch ihre Kräfte der Sympathie und Antipathie auf ihn ein; und seine eigene Seele erregt durch ihre Neigungen und Abneigungen, durch ihre Wünsche und Begierden Wellen in der Seelenwelt. Die geistige Wesenheit der Dinge aber spiegelt sich in seiner Gedankenwelt; und er selbst ist als denkendes Geistwesen Bürger des Geisterlandes und Genosse alles dessen, was in diesem Gebiete der Welt lebt. Daraus wird ersichtlich, daß die sinnliche Welt nur ein Teil dessen ist, was den Menschen umgibt. Aus der allgemeinen Umwelt des Menschen hebt sich dieser Teil mit einer gewissen Selbständigkeit ab, weil ihn die Sinne wahrnehmen können, die das Seelische und Geistige unberücksichtigt lassen, das ebenso dieser Welt angehört. Wie ein Stück Eis, das auf dem Wasser schwimmt, Stoff ist des umgebenden Wassers, aber sich durch gewisse Eigenschaften von diesem abhebt, so sind die Sinnendinge Stoff der sie umgebenden Seelen- und Geisterwelt; und sie heben sich von diesen durch gewisse Eigenschaften ab, die sie sinnlich wahrnehmbar machen. Sie sind halb bildlich gesprochen verdichtete Geist- und Seelengebilde; und die Verdichtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bewirkt, daß die Sinne sich von ihnen Kenntnis verschaffen können. Ja, wie das Eis nur eine Form ist, in der das Wasser existiert, so sind die Sinnendinge nur eine Form, in der die Seelen- und Geistwesen existieren. Hat man das begriffen, so faßt man auch, daß, wie das Wasser in Eis, so die Geist- in die Seelenwelt und diese in die Sinnenwelt übergehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Gesichtspunkte aus ergibt sich auch, warum der Mensch sich Gedanken über die sinnlichen Dinge machen kann. Denn es gibt eine Frage, welche sich doch jeder Denkende stellen müßte, nämlich die: in welchem Verhältnisse steht der Gedanke, den sich der Mensch über einen Stein macht, zu diesem Steine selbst? Denjenigen Menschen, die besonders tiefe Blicke in die äußere Natur tun, tritt diese Frage in voller Klarheit vor das geistige Auge. Sie empfinden die Zusammenstimmung der menschlichen Gedankenwelt mit dem Bau und der Einrichtung der Natur. In schöner Art spricht sich zum Beispiel der große Astronom Keller über diese Harmonie aus: «Wahr ist&#039;s, daß der göttliche Ruf, welcher die Menschen Astronomie lernen heißt, in der Welt selbst geschrieben steht, nicht zwar in Worten und Silben, aber der Sache nach, vermöge der Angemessenheit der menschlichen Begriffe und Sinne zu der Verkettung der himmlischen Körper und Zustände.» Nur weil die Dinge der Sinnenwelt nichts anderes sind als die verdichteten Geistwesenheiten, kann der Mensch, der sich durch seine Gedanken zu diesen Geistwesenheiten erhebt, in seinem Denken die Dinge verstehen. Es stammen die Sinnendinge aus der Geisterwelt, sie sind nur eine andere Form der Geisteswesenheiten; und wenn sich der Mensch Gedanken über die Dinge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
macht, so ist sein Inneres nur von der sinnlichen Form ab- und zu den geistigen Urbildern dieser Dinge hingerichtet. Ein Ding durch Gedanken verstehen ist ein Vorgang, der verglichen werden kann mit dem, durch welchen ein fester Körper zuerst im Feuer flüssig gemacht wird, damit ihn der Chemiker dann in seiner flüssigen Form untersuchen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den verschiedenen Regionen des Geisterlandes zeigen sich (vergleiche Seite 120 ff.) die geistigen Urbilder der sinnlichen Welt. In der fünften, sechsten und siebenten Region finden sich diese Urbilder noch als lebendige Keimpunkte, in den vier unteren Regionen gestalten sie sich zu geistigen Gebilden. Diese geistigen Gebilde nimmt in einem schattenhaften Abglanz der Menschengeist wahr, wenn er durch sein Denken sich das Verständnis der sinnlichen Dinge verschaffen will. Wie diese Gebilde sich zur sinnlichen Welt verdichtet haben, das ist für denjenigen eine Frage, der ein geistiges Verständnis seiner Umwelt anstrebt. Zunächst gliedert sich für die menschliche Sinnesanschauung diese Umwelt in die vier deutlich voneinander geschiedenen Stufen: die mineralische, die pflanzliche, die tierische und die menschliche. Das Mineralreich wird durch die Sinne wahrgenommen und durch das Denken begriffen. Macht man sich über einen mineralischen Körper einen Gedanken, so hat man es somit mit einem Zweifachen zu tun: mit dem Sinnendinge und mit dem Gedanken. Demgemäß hat man sich vorzustellen, daß dieses Sinnending ein verdichtetes Gedankenwesen ist. Nun wirkt ein mineralisches Wesen auf ein anderes in äußerlicher Weise. Es stößt an dasselbe und bewegt es; es erwärmt es, beleuchtet es, löst es auf und so weiter. Diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
äußerliche Wirkungsart ist durch Gedanken auszudrücken. Der Mensch macht sich Gedanken darüber, wie die mineralischen Dinge äußerlich gesetzmäßig aufeinander wirken. Dadurch erweitern sich seine einzelnen Gedanken zu einem Gedankenbilde der gesamten mineralischen Welt. Und dieses Gedankenbild ist ein Abglanz des Urbildes der ganzen mineralischen Sinnenwelt. Es ist als ein Ganzes in der geistigen Welt zu finden. Im Pflanzenreiche treten zu der äußeren Wirkung eines Dinges auf das andere noch die Erscheinungen des Wachstums und der Fortpflanzung hinzu. Die Pflanze vergrößert sich und bringt aus sich Wesen ihresgleichen hervor. Zu dem, was dem Menschen im Mineralreiche entgegentritt, kommt hier noch das Leben. Die einfache Besinnung auf diese Tatsache gibt einen Ausblick, der hier lichtbringend ist die Pflanze hat in sich die Kraft, sich selbst ihre lebendige Gestalt zu geben und diese Gestalt an einem Wesen ihresgleichen hervorzubringen. Und zwischen der gestaltlosen Art der mineralischen Stoffe, wie sie uns in den Gasen, in den Flüssigkeiten und so weiter gegenübertreten, und der lebendigen Gestalt der Pflanzenwelt stehen die Formen der Kristalle mitten drinnen. In den Kristallen haben wir den Übergang von der gestaltlosen Mineralwelt zu der lebendigen Gestaltungsfähigkeit des Pflanzenreiches zu suchen. In diesem äußerlich sinnlichen Vorgang der Gestaltung in den beiden Reichen, dem mineralischen und dem pflanzlichen hat man die sinnliche Verdichtung des rein geistigen Vorganges zu sehen, der sich abspielt, wenn die geistigen Keime der drei oberen Regionen des Geisterlandes sich zu den Geistgestalten der unteren Regionen bilden. Dem Prozeß der Kristallisation entspricht in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der geistigen Welt als sein Urbild der Übergang von dem formlosen Geistkeim zu dem gestalteten Gebilde. Verdichtet sich dieser Übergang so, daß ihn die Sinne in seinem Ergebnis wahrnehmen können, so stellt er sich in der Sinnenwelt als mineralischer Kristallisationsprozeß dar. Nun ist aber auch in dem Pflanzenleben ein gestalteter Geistkeim vorhanden. Aber hier ist dem gestalteten Wesen noch die lebendige Gestaltungsfähigkeit erhalten geblieben. In dem Kristall hat der Geistkeim bei seiner Gestaltung die Bildungsfähigkeit verloren. Er hat sich in der zustande gebrachten Gestalt ausgelebt. Die Pflanze hat Gestalt und dazu auch noch Gestaltungsfähigkeit. Die Eigenschaft der Geistkeime in den oberen Regionen des Geisterlandes ist dem Pflanzenleben bewahrt geblieben. Die Pflanze ist also Gestalt wie der Kristall, und dazu noch Gestaltungskraft. Außer der Form, welche die Urwesen in der Pflanzengestalt angenommen haben, arbeitet an dieser noch eine andere Form, die das Gepräge der Geistwesen aus den oberen Regionen trägt. Sinnlich wahrnehmbar ist an der Pflanze aber nur, was sich in der fertigen Gestalt auslebt; die bildenden Wesenheiten, welche dieser Gestalt die Lebendigkeit geben, sind im Pflanzenreiche auf sinnlich-unwahrnehmbare Art vorhanden. Das sinnliche Auge sieht die kleine Lilie von heute und die größer gewordene nach einiger Zeit. Die Bildungskraft, welche die letztere aus der ersten herausarbeitet, sieht dieses Auge nicht. Diese bildende Kraftwesenheit ist der sinnlich-unsichtbar webende Teil in der Pflanzenwelt. Die Geistkeime sind um eine Stufe Herabgestiegen, um im Gestaltenreich zu wirken. In der Geisteswissenschaft kann von Elementarreichen gesprochen werden. Bezeichnet man die Urformen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|151}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die noch keine Gestalt haben, als erstes Elementarreich, so sind die sinnlich unsichtbaren Kraftwesenheiten, die als die Werkmeister des Pflanzenwachstums wirken, Angehörige des zweiten Elementarreiches. In der tierischen Welt kommt zu den Fähigkeiten des Wachstums und der Fortpflanzung noch Empfindung und Trieb hinzu. Das sind Äußerungen der seelischen Welt. Ein Wesen, das mit ihnen begabt ist, gehört dieser Welt an, empfängt von ihr Eindrücke und übt auf sie Wirkungen. Nun ist jede Empfindung, jeder Trieb, die in einem tierischen Wesen entstehen, aus dem Untergrunde der Tierseele hervorgeholt. Die Gestalt ist bleibender als die Empfindung oder der Trieb. Man kann sagen, so wie sich die sich verändernde Pflanzengestalt zur starren Kristallform verhält, so das Empfindungsleben zur bleiben deren lebendigen Gestalt. Die Pflanze geht in der gestaltbildenden Kraft gewissermaßen auf; sie gliedert immer neue Gestalten während ihres Lebens an. Erst setzt sie die Wurzel, dann die Blattgebilde, dann die Blüten und so weiter an. Das Tier schließt mit einer in sich vollendeten Gestalt ab und entwickelt innerhalb derselben das wechselvolle Empfindungs- und Triebleben. Und dieses Leben hat sein Dasein in der seelischen Welt. So wie nun die Pflanze das ist, was wächst und sich fortpflanzt, so ist das Tier dasjenige, was empfindet und seine Triebe entwickelt. Diese sind für das Tier das Formlose, das sich in immer neuen Formen entwickelt. Sie haben letzten Endes ihre urbildlichen Vorgänge in den höchsten Regionen des Geisterlandes. Aber sie betätigen sich in der seelischen Welt. So kommen in der Tierwelt zu den Kraftwesenheiten, die als sinnlich-unsichtbare das Wachstum und die Fortpflanzung lenken,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
andere hinzu, die noch eine Stufe tiefer gestiegen sind in die seelische Welt. Im tierischen Reich sind als die Werkmeister, welche die Empfindungen und Triebe bewirken, formlose Wesenheiten vorhanden, die sich in seelische Hüllen kleiden. Sie sind die eigentlichen Baumeister der tierischen Formen. Man kann das Gebiet, dem sie angehören, in der Geisteswissenschaft als das dritte Elementarreich bezeichnen. Der Mensch ist außer mit den bei Pflanzen und Tieren genannten Fähigkeiten noch mit derjenigen ausgestattet, die Empfindungen zu Vorstellungen und Gedanken zu verarbeiten und seine Triebe denkend zu regeln. Der Gedanke, der in der Pflanze als Gestalt, im Tiere als seelische Kraft erscheint, tritt bei ihm als Gedanke selbst, in seiner eigenen Form, auf. Das Tier ist Seele; der Mensch ist Geist. Die Geistwesenheit ist noch um eine Stufe tiefer herabgestiegen. Beim Tiere ist sie seelenbildend. Beim Menschen ist sie in die sinnliche Stoffwelt selbst eingezogen. Der Geist ist innerhalb des menschlichen Sinnenleibes anwesend. Und weil er im sinnlichen Kleide erscheint, kann er nur als jener schattenhafte Abglanz erscheinen, welchen der Gedanke vom Geistwesen darstellt. Durch die Bedingungen des physischen Gehirnorganismus erscheint im Menschen der Geist Aber der Geist ist dafür auch des Menschen innerliche Wesenheit geworden. Der Gedanke ist die Form, welche die formlose Geistwesenheit im Menschen annimmt, wie sie in der Pflanze Gestalt, im Tiere Seele annimmt. Dadurch hat der Mensch kein ihn aufbauendes Elementarreich außer sich, insofern er denkendes Wesen ist. Sein Elementarreich arbeitet in seinem sinnlichen Leibe. Nur insofern der Mensch Gestalt und Empfindungswesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist, arbeiten an ihm die Elementarwesen derselben Art, die an den Pflanzen und Tieren arbeiten. Der Gedankenorganismus aber wird im Menschen ganz vom Inneren seines physischen Leibes herausgearbeitet. Im Geistorganismus des Menschen, in seinem zum vollkommenen Gehirn ausgebildeten Nervensystem, hat man sinnlich-sichtbar vor sich, was an den Pflanzen und Tieren als unsinnliche Kraftwesenheit arbeitet. Dies macht, daß das Tier Selbstgefühl, der Mensch aber Selbstbewußtsein zeigt. Im Tiere fühlt sich der Geist als Seele; er erfaßt sich noch nicht als Geist. Im Menschen erkennt der Geist sich als Geist, wenn auch durch die physischen Bedingungen als schattenhaften Abglanz des Geistes, als Gedanke. In diesem Sinne gliedert sich die dreifache Welt in der folgenden Art: 1. Das Reich der urbildlichen formlosen Wesen (erstes Elementarreich); 2. das Reich der gestaltenschaffenden Wesen (zweites Elementarreich); 3. das Reich der seelischen Wesen (drittes Elementarreich); 4. das Reich der geschaffenen Gestalten (Kristallgestalten); 5. das Reich, das in Gestalten sinnlich wahrnehmbar wird, an dem aber die gestaltenschaffenden Wesen wirken (Pflanzenreich); 6. das Reich, das in Gestalten sinnlich wahrnehmbar wird, an dem aber außerdem noch die gestaltenschaffenden und die sich seelisch auslebenden Wesenheiten wirken (Tierreich); und 7. das Reich, in dem die Gestalten sinnlich wahrnehmbar sind, an dem aber noch die gestaltenschaffenden und seelisch sich auslebenden Wesenheiten wirken und in dem sich der Geist selbst in Form des Gedankens innerhalb der Sinnenwelt gestaltet (Menschenreich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hieraus ergibt sich, wie die Grundbestandteile des im&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leibe lebenden Menschen mit der geistigen Welt zusammenhängen. Den physischen Körper, den Ätherleib, den empfindenden Seelenleib und die Verstandesseele hat man als in der Sinnenwelt verdichtete Urbilder des Geisterlandes anzusehen. Der physische Körper kommt dadurch zustande, daß des Menschen Urbild bis zur sinnlichen Erscheinung verdichtet wird. Man kann deshalb auch diesen physischen Leib eine zur sinnlichen Anschaulichkeit verdichtete Wesenheit des ersten Elementarreiches nennen. Der Ätherleib entsteht dadurch, daß die auf diese Art entstandene Gestalt beweglich erhalten wird durch eine Wesenheit, die ihre Tätigkeit in das sinnliche Reich herein erstreckt, selbst aber nicht sinnlich anschaubar wird. Will man diese Wesenheit vollständig charakterisieren, so muß man sagen, sie hat zunächst ihren Ursprung in den höchsten Regionen des Geisterlandes und gestaltet sich dann in der zweiten Region zu einem Urbild des Lebens. Als solches Urbild des Lebens wirkt sie in der sinnlichen Welt. In ähnlicher Art hat die Wesenheit, welche den empfindenden Seelenleib aufbaut, ihren Ursprung in den höchsten Gebieten des Geisterlandes, gestaltet sich in der dritten Region desselben zum Urbilde der Seelenwelt und wirkt als solches in der sinnlichen Welt. Die Verstandesseele aber wird dadurch gebildet, daß des denkenden Menschen Urbild sich in der vierten Region des Geisterlandes zum Gedanken gestaltet und als solcher unmittelbar als denkende Menschenwesenheit in der Sinneswelt wirkt. So steht der Mensch innerhalb der Sinneswelt; so arbeitet der Geist an seinem physischen Körper, an seinem Ätherleib und an seinem empfindenden Seelenleib. So kommt dieser Geist in der Verstandesseele zur Erscheinung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|155}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den drei unteren Gliedern des Menschen arbeiten also die Urbilder in Form von Wesenheiten mit, die ihm in einer gewissen Art äußerlich gegenüberstehen; in seiner Verstandesseele wird er selbst zum (bewußten) Arbeiter an sich. Und die Wesenheiten, die an seinem physischen Körper arbeiten, sind dieselben, welche die mineralische Natur bilden. An seinem Ätherleib wirken Wesenheiten von der Art, die im Pflanzenreich, an seinem empfindenden Seelenleib solche, die im Tierreich auf sinnlich-unwahrnehmbare Art leben, die aber ihre Wirksamkeit in diese Reiche herein erstrecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wirken die verschiedenen Welten zusammen. Die Welt, in welcher der Mensch lebt, ist der Ausdruck dieses Zusammenwirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat man die sinnliche Welt in dieser Art begriffen, so eröffnet sich auch das Verständnis für Wesen anderer Art, als diejenigen sind, die in den genannten vier Reichen der Natur ihr Dasein haben. Ein Beispiel für solche Wesenheiten ist das, was man Volksgeist (Nationalgeist) nennt. Dieser kommt nicht in sinnlicher Art unmittelbar zur Erscheinung. Er lebt sich aus in den Empfindungen, Gefühlen, Neigungen und so weiter, die man als die einem Volke gemeinsamen beobachtet. Er ist eine Wesenheit, die sich nicht sinnlich verkörpert; sondern wie der Mensch seinen Leib sinnlich anschaulich gestaltet, so gestaltet sie den ihrigen aus dem Stoffe der Seelenwelt. Dieser Seelenleib des Volksgeistes ist wie eine Wolke, in welcher die Glieder eines Volkes leben, deren Wirkungen in den Seelen der betreffenden Menschen zum Vorschein kommen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
die aber nicht aus diesen Seelen selbst stammt. Wer sich den Volksgeist nicht in dieser Art vorstellt, für den bleibt er ein schemenhaftes Gedankenbild ohne Wesen und Leben, eine leere Abstraktion. Und ein ähnliches wäre zu sagen in bezug auf das, was man Zeitgeist nennt. Ja, es wird dadurch der geistige Blick geweitet über eine Mannigfaltigkeit von anderen, von niederen und höheren Wesenheiten, die in der Umwelt des Menschen leben, ohne daß er sie sinnlich wahrnehmen kann. Diejenigen, welche geistiges Anschauungsvermögen haben, nehmen aber solche Wesen wahr und können sie beschreiben. Zu den niedrigeren Arten solcher Wesen gehört alles, was die Wahrnehmer der geistigen Welt als Salamander, Sylphen, Undinen, Gnomen beschreiben. Es sollte nicht gesagt zu werden brauchen, daß solche Beschreibungen nicht als Abbilder der ihnen zugrunde liegenden Wirklichkeit gelten können. Wären sie dieses, so wäre die durch sie gemeinte Welt keine geistige, sondern eine grob-sinnliche. Sie sind Veranschaulichungen einer geistigen Wirklichkeit, die sich eben nur auf diese Art, durch Gleichnisse, darstellen läßt. Wenn derjenige, der nur das sinnliche Anschauen gelten lassen will, solche Wesenheiten als Ausgeburten einer wüsten Phantasie und des Aberglaubens ansieht, so ist das durchaus begreiflich. Für sinnliche Augen können sie natürlich nie sichtbar werden, weil sie keinen sinnlichen Leib haben. Der Aberglaube liegt nicht darin, daß man solche Wesen als wirklich ansieht, sondern daß man glaubt, sie erscheinen auf sinnliche Art. Wesen solcher Form wirken an dem Weltenbau mit, und man trifft mit ihnen zusammen, sobald man die höheren, den leiblichen Sinnen verschlossenen Weltgebiete betritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Abergläubisch sind nicht diejenigen, welche in solchen Beschreibungen die Bilder geistiger Wirklichkeiten sehen, sondern diejenigen, welche an das sinnliche Dasein der Bilder glauben, aber auch diejenigen, welche den Geist ablehnen, weil sie das sinnliche Bild ablehnen zu müssen vermeinen. Auch solche Wesen sind zu verzeichnen, die nicht bis in die Seelenwelt herabsteigen, sondern deren Hülle nur aus Gebilden des Geisterlandes gewoben ist. Der Mensch nimmt sie wahr, wird ihr Genosse, wenn er das geistige Auge und das geistige Ohr sich für sie eröffnet. Durch eine solche Eröffnung wird dem Menschen vieles verständlich, was er ohne dieselbe nur verständnislos anstarren kann. Es wird hell um ihn herum; er sieht die Ursachen zu dem, was sich in der Sinnenwelt als Wirkungen abspielt. Er erfaßt dasjenige, was er ohne geistiges Auge entweder ganz ableugnet oder demgegenüber er sich mit dem Ausspruch begnügen muß: «Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumen läßt.» Feiner geistig empfindende Menschen werden unruhig, wenn sie eine andere Welt als die sinnliche um sich herum ahnen, dumpf gewahr werden und innerhalb ihrer tappen müssen wie der Blinde zwischen sichtbaren Gegenständen. Nur die klare Erkenntnis von diesen höheren Gebieten des Daseins, das verständnisvolle Eindringen in dasjenige, was in ihnen vorgeht, kann den Menschen wirklich festigen und ihn seiner wahren Bestimmung zuführen. Durch die Einsicht in das, was den Sinnen verborgen ist, erweitert der Mensch sein Wesen in der Art, daß er sein Leben vor dieser Erweiterung wie ein «Träumen über die Welt» empfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|158}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== VI. Von den Gedankenformen und der menschlichen Aura ==&lt;br /&gt;
Es ist gesagt worden, daß die Gebilde einer der drei Welten nur dann für den Menschen Wirklichkeit haben, wenn er die Fähigkeiten oder die Organe hat, sie wahrzunehmen. Gewisse Vorgänge im Raume nimmt der Mensch nur dadurch als Lichterscheinungen wahr, daß er ein wohlgebildetes Auge hat. Wieviel sich von dem, was wirklich ist, einem Wesen offenbart, das hängt von dessen Empfänglichkeit ab. Niemals darf somit der Mensch sagen: nur das sei wirklich, was er wahrnehmen kann. Es kann vieles wirklich sein, für dessen Wahrnehmung ihm die Organe fehlen. Nun sind die Seelenwelt und das Geisterland ebenso wirklich, ja in einem viel höheren Sinne wirklich als die sinnliche Welt. Zwar kann kein sinnliches Auge Gefühle, Vorstellungen sehen; aber sie sind wirklich. Und wie der Mensch durch seine äußeren Sinne die körperliche Welt als Wahrnehmung vor sich hat, so werden für seine geistigen Organe Gefühle, Triebe, Instinkte, Gedanken und so weiter zu Wahrnehmungen. Genau wie durch das sinnliche Auge zum Beispiel räumliche Vorgänge als Farbenerscheinungen gesehen werden können, so können durch die inneren Sinne die genannten seelischen und geistigen Erscheinungen zu Wahrnehmungen werden, die den sinnlichen Farbenerscheinungen analog sind. Vollkommen verstehen, in welchem Sinne das gemeint ist, kann allerdings nur derjenige, welcher auf dem im nächsten Kapitel zu beschreibenden Erkenntnispfad gewandelt ist und sich dadurch seine inneren Sinne entwickelt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für einen solchen werden in der ihn umgebenden Seelenwelt die Seelenerscheinungen und im geistigen Gebiet die geistigen Erscheinungen übersinnlich sichtbar. Gefühle, welche er an anderen Wesen erlebt, strahlen wie Lichterscheinungen für ihn von dem fühlenden Wesen aus; Gedanken, denen er seine Aufmerksamkeit zuwendet, durchfluten den geistigen Raum. Für ihn ist ein Gedanke eines Menschen, der sich auf einen andern Menschen bezieht, nicht etwas Unwahrnehmbares, sondern ein wahrnehmbarer Vorgang. Der Inhalt eines Gedankens lebt als solcher nur in der Seele des Denkenden; aber dieser Inhalt erregt Wirkungen in der Geistwelt. Diese sind für das Geistesauge der wahrnehmbare Vorgang. Als tatsächliche Wirklichkeit strömt der Gedanke von einer menschlichen Wesenheit aus und flutet der andern zu. Und die Art, wie dieser Gedanke auf den andern wirkt, wird erlebt als ein wahrnehmbarer Vorgang in der geistigen Welt. So ist für den, dessen geistige Sinne erschlossen sind, der physisch wahrnehmbare Mensch nur ein Teil des ganzen Menschen. Dieser physische Mensch wird der Mittelpunkt seelischer und geistiger Ausströmungen. Nur angedeutet kann die reich-mannigfaltige Welt werden, die sich vor dem «Seher» hier auftut. Ein menschlicher Gedanke, der sonst nur in dem Denkverständnisse des Zuhörenden lebt, tritt zum Beispiel als geistig wahrnehmbare Farbenerscheinung auf. Seine Farbe entspricht dem Charakter des Gedankens. Ein Gedanke, der aus einem sinnlichen Trieb des Menschen entspringt, hat eine andere Färbung als ein im Dienste der reinen Erkenntnis, der edlen Schönheit oder des ewig Guten gefaßter Gedanke. In roten Farbennuancen durchziehen Gedanken, welche dem sinnlichen Leben entspringen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Seelenwelt.* In schönem hellem Gelb erscheint ein Gedanke, durch den der Denker zu einer höheren Erkenntnis aufsteigt. In herrlichem Rosarot erstrahlt ein Gedanke, der aus hingebungsvoller Liebe stammt. Und wie dieser Inhalt eines Gedankens, so kommt auch dessen größere oder geringere Bestimmtheit in seiner übersinnlichen Erscheinungsform zum Ausdruck. Der präzise Gedanke des Denkers zeigt sich als ein Gebilde von bestimmten Umrissen; die verworrene Vorstellung tritt als ein verschwimmendes, wolkiges Gebilde auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Seelen- und Geisteswesenheit des Menschen erscheint in dieser Art als übersinnlicher Teil an der ganzen menschlichen Wesenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dem «geistigen Auge» wahrnehmbaren Farbenwirkungen, die um den in seiner Betätigung wahrgenommenen physischen Menschen herumstrahlen und ihn wie eine Wolke (etwa in Eiform) einhüllen, sind eine menschliche Aura. Bei verschiedenen Menschen ist die Größe dieser Aura verschieden. Doch kann man sich im Durchschnitt etwa vorstellen, daß der ganze Mensch doppelt so lang und viermal so breit erscheint als der physische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Aura fluten nun die verschiedensten Farbentöne. Und dieses Fluten ist ein getreues Bild des inneren menschlichen Lebens, So wechselnd wie dieses sind einzelne Farbentöne. Doch drücken sich gewisse bleibende Eigenschaften: Talente, Gewohnheiten, Charaktereigenschaften auch in bleibenden Grundfarbtönen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;-----&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-160-01 * Die hier gegebenen Auseinandersetzungen sind naturgemäß den stärksten Mißverständnissen ausgesetzt. Es soll deshalb in dieser neuen Auflage ganz kurz am Schlusse in einer Bemerkung auf sie zurückgekommen werden. (Vgl. S. 204 ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Menschen, welche den Erlebnissen des in einem späteren Kapitel dieses Buches geschilderten «Erkenntnispfades» vorerst ferne stehen, können sich Mißverständnisse ergeben über die Wesenheit dessen, was hier als «Aura» geschildert wird. Man kann zu der Vorstellung kommen, als ob dasjenige, was hier als «Farben» geschildert wird, vor der Seele so stände, wie eine physische Farbe vor dem Auge steht. Eine solche «seelische Farbe» wäre aber nichts als eine Halluzination. Mit Eindrücken, die «halluzinatorisch» sind, hat die Geisteswissenschaft nicht das geringste zu tun. Und sie sind jedenfalls in der hier vorliegenden Schilderung nicht gemeint. Man kommt zu einer richtigen Vorstellung, wenn man sich das Folgende gegenwärtig hält. Die Seele erlebt an einer physischen Farbe nicht nur den sinnliche Eindruck, sondern sie hat an ihr ein seelisches Erlebnis. Dieses seelische Erlebnis ist ein anderes, wenn die Seele durch das Auge eine gelbe, ein anderes, wenn sie eine blaue Fläche wahrnimmt. Man nenne dieses Erlebnis das «Leben in Gelb» oder das «Leben in Blau». Die Seele nun, welche den Erkenntnispfad betreten hat, hat ein gleiches «Erleben in Gelb» gegenüber den aktiven Seelenerlebnissen anderer Wesen: ein «Erleben in Blau» gegenüber den hingebungsvollen Seelenstimmungen. Das Wesentliche ist nicht, daß der «Seher» bei einer Vorstellung einer anderen Seele so «blau» sieht, wie er dies «blau» in der physischen Welt sieht, sondern daß er ein Erlebnis hat, das ihn berechtigt, die Vorstellung «blau» zu nennen, wie der physische Mensch einen Vorhang zum Beispiel «blau» nennt. Und weiter ist es wesentlich, daß der «Seher» sich bewußt ist, mit diesem seinem Erlebnis in einem leibfreien Erleben zu stehen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so daß er die Möglichkeit empfängt, von dem Werte und der Bedeutung des Seelenlebens in einer Welt zu sprechen, deren Wahrnehmung nicht durch den menschlichen Leib vermittelt ist. Wenn auch dieser Sinn der Darstellung durchaus berücksichtigt werden muß, so ist es für den «Seher» doch ganz selbstverständlich, von «Blau», «Gelb», «Grün» und so weiter in der «Aura» zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr verschieden ist die Aura nach den verschiedenen Temperamenten und den Gemütsanlagen der Menschen; verschieden auch je nach den Graden der geistigen Entwickelung. Eine völlig andere Aura hat ein Mensch, der sich ganz seinen animalischen Trieben hingibt, als ein solcher, der viel in Gedanken lebt. Wesentlich unterscheidet sich die Aura einer religiös gestimmten Natur von einer solchen, die in den trivialen Erlebnissen des Tages aufgeht. Dazu kommt, daß alle wechselnden Stimmungen, alle Neigungen, Freuden und Schmerzen in der Aura ihren Ausdruck finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß die Auren der verschiedenartigen Seelenerlebnisse miteinander vergleichen, um die Bedeutung der Farbentöne verstehen zu lernen. Man nehme zunächst Seelenerlebnisse, die von stark ausgeprägten Affekten durchsetzt sind. Sie lassen sich in zwei verschiedene Arten sondern, in solche, bei denen die Seele zu diesen Affekten vorzüglich durch die animalische Natur getrieben wird, und solche, welche eine raffiniertere Form annehmen, die sozusagen durch das Nachdenken stark beeinflußt werden. Bei der ersteren Art von Erlebnissen durchfluten vorzüglich braune und rötlich-gelbe Farbenströmungen aller Nuancen an bestimmten Stellen die Aura. Bei denen mit raffinierteren Affekten treten an denselben Stellen Töne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von hellerem Rotgelb und Grün auf. Man kann bemerken, daß mit wachsender Intelligenz die grünen Töne immer häufiger werden. Sehr kluge Menschen, die aber ganz in der Befriedigung ihrer animalischen Triebe aufgehen, zeigen viel Grün in ihrer Aura. Doch wird dieses Grün immer einen stärkeren oder schwächeren Anflug von Braun oder Braunrot haben. Unintelligente Menschen zeigen einen großen Teil der Aura durchflutet von brandroten oder sogar dunkelblutroten Strömungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesentlich anders als bei solchen Affektzuständen ist die Aura bei der ruhigen, abwägenden, nachdenklichen Seelenstimmung. Die bräunlichen und rötlichen Töne treten zurück und verschiedene Nuancen des Grün treten hervor. Bei angestrengtem Denken zeigt die Aura einen wohltuenden grünen Grundton. So sehen vorzüglich jene Naturen aus, von denen man sagen kann, sie wissen sich in jede Lage des Lebens zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die blauen Farbentöne treten bei den hingebungsvollen Seelenstimmungen auf. Je mehr der Mensch sein Selbst in den Dienst einer Sache stellt, desto bedeutender werden die blauen Nuancen. Zwei ganz verschiedenen Arten von Menschen begegnet man auch in dieser Beziehung. Es gibt Naturen, die nicht gewohnt sind, ihre Denkkraft zu entfalten, passive Seelen, die gewissermaßen nichts in den Strom der Weltereignisse zu werfen haben als ihr «gutes Gemüt». Ihre Aura glimmt in schönem Blau. So zeigt sich auch diejenige vieler hingebungsvoller, religiöser Naturen. Mitleidsvolle Seelen und solche, die sich gerne in einem Dasein voll Wohltun ausleben, haben eine ähnliche Aura. Sind solche Menschen außerdem intelligent, so wechseln grüne und blaue Strömungen, oder das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blau nimmt wohl auch selbst eine grünliche Nuance an. Es ist das Eigentümliche der aktiven Seelen im Gegensatz zu den passiven, daß sich ihr Blau von innen heraus mit hellen Farbentönen durchtränkt. Erfindungsreiche Naturen, solche, die fruchtbringende Gedanken haben, strahlen gleichsam von einem inneren Punkte heraus helle Farbentöne im höchsten Maße ist dies der Fall bei denjenigen Persönlichkeiten, die man «weise» nennt, und namentlich bei solchen, welche von fruchtbaren Ideen erfüllt sind. Überhaupt hat alles, was auf geistige Aktivität deutet, mehr die Gestalt von Strahlen, die sich von innen ausbreiten; während alles, was aus dem animalischen Leben stammt, die Form unregelmäßiger Wolken hat, welche die Aura durchfluten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nachdem die Vorstellungen, welche der Aktivität der Seele entspringen, sich in den Dienst der eigenen animalischen Triebe oder in einen solchen idealer, sachlicher Interessen stellen, zeigen die entsprechenden Auragebilde verschiedene Färbungen. Der erfinderische Kopf, der alle seine Gedanken zur Befriedigung seiner sinnlichen Leidenschaften verwendet, zeigt dunkelblaurote Nuancen; derjenige dagegen, welcher seine Gedanken selbstlos in ein sachliches Interesse stellt, hellrotblaue Farbtöne. Ein Leben im Geiste, gepaart mit edler Hingabe und Aufopferungsfähigkeit, läßt rosarote oder hellviolette Farben erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein nicht nur die Grundverfassung der Seele, sondern auch vorübergehende Affekte, Stimmungen und andere innere Erlebnisse zeigen ihre Farbenflutungen in der Aura. Ein plötzlich ausbrechender heftiger Ärger erzeugt rote Flutungen; gekränktes Ehrgefühl, das sich in plötzlicher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufwallung auslebt, kann man in dunkelgrünen Wolken erscheinen sehen. Aber nicht allein in unregelmäßigen Wolkengebilden treten die Farbenerscheinungen auf, sondern auch in bestimmt begrenzten, regelmäßig gestalteten Figuren. Bemerkt man bei einem Menschen eine Anwandlung von Furcht, so sieht man diese zum Beispiel in der Aura von oben bis unten wie wellige Streifen in blauer Farbe, die einen blaurötlichen Schimmer haben. Bei einer Person, an der man bemerkt, wie sie mit Spannung auf ein gewisses Ereignis wartet, kann man fortwährend rotblaue Streifen radienartig von innen gegen außen hin die Aura durchziehen sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ein genaues geistiges Wahrnehmungsvermögen ist jede Empfindung, die der Mensch von außen empfängt, zu bemerken. Personen, die durch jeden äußeren Eindruck stark erregt werden, zeigen ein fortwährendes Aufflackern kleiner blaurötlicher Punkte und Fleckchen in der Aura. Bei Menschen, die nicht lebhaft empfinden, haben diese Fleckchen eine orangegelbe oder auch eine schöne gelbe Färbung. Sogenannte «Zerstreutheit» der Personen zeigt sich als bläuliche, ins Grünliche spielende Flecke vor mehr oder weniger wechselnder Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für ein höher ausgebildetes «geistiges Schauen» lassen sich innerhalb dieser den Menschen umflutenden und umstrahlenden «Aura» drei Gattungen von Farbenerscheinungen unterscheiden. Da sind zuerst solche Farben, die mehr oder weniger den Charakter der Undurchsichtigkeit und Stumpfheit tragen. Allerdings, wenn wir diese Farben mit denjenigen vergleichen, die unser physisches Auge sieht, dann erscheinen sie diesen gegenüber flüchtig und durchsichtig. Innerhalb der übersinnlichen Welt selbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber machen sie den Raum, den sie erfüllen, vergleichsweise undurchsichtig; sie erfüllen ihn wie Nebelgebilde. Eine zweite Gattung von Farben sind diejenigen, welche gleichsam ganz Licht sind. Sie durchhellen den Raum, den sie ausfüllen. Dieser wird durch sie selbst zum Lichtraum. Ganz verschieden von diesen beiden ist die dritte Art der farbigen Erscheinungen. Diese haben nämlich einen strahlenden, funkelnden, glitzernden Charakter. Sie durchleuchten nicht bloß den Raum, den sie ausfüllen: sie durchglänzen und durchstrahlen ihn. Es ist etwas Tätiges, in sich Bewegliches in diesen Farben. Die anderen haben etwas in sich Ruhendes, Glanzloses. Diese dagegen erzeugen sich gleichsam fortwährend aus sich selbst. Durch die beiden ersten Farbengattungen wird der Raum wie mit einer feinen Flüssigkeit ausgefüllt, die ruhig in ihm verharrt; durch die dritte wird er mit einem sich stets anfachenden Leben, mit nie ruhender Regsamkeit erfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Farbengattungen sind nun in der menschlichen Aura nicht etwa durchaus nebeneinander gelagert; sie befinden sich nicht etwa ausschließlich in voneinander getrennten Raumteilen, sondern sie durchdringen einander in der mannigfaltigsten Art. Man kann an einem Orte der Aura alle drei Gattungen durcheinanderspielen sehen, wie man einen physischen Körper, zum Beispiel eine Glocke, zugleich sehen und hören kann. Dadurch wird die Aura zu einer außerordentlich komplizierten Erscheinung, denn man hat es, sozusagen, mit drei ineinander befindlichen, sich durchdringenden Auren zu tun. Aber man kann ins klare kommen, wenn man seine Aufmerksamkeit abwechselnd auf eine dieser drei Auren richtet. Man tut dann in der übersinnlichen Welt etwas ähnliches, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn man in der sinnlichen zum Beispiel um sich ganz dem Eindruck eines Musikstückes hinzugeben die Augen schließt. Der «Seher» hat gewissermaßen dreierlei Organe für die drei Farbengattungen. Und er kann, um ungestört zu beobachten, die eine oder andere Art von Organen den Eindrücken öffnen und die andern verschließen. Es kann bei einem « Seher» zunächst überhaupt nur die eine Art von Organen, die für die erste Gattung von Farben, entwickelt sein. Ein solcher kann nur die eine Aura sehen; die beiden anderen bleiben ihm unsichtbar. Ebenso kann jemand für die beiden ersten Arten eindrucksfähig sein, für die dritte nicht. Die höhere Stufe der «Sehergabe» besteht dann darin, daß ein Mensch alle drei Auren beobachten und zum Zwecke des Studiums die Aufmerksamkeit abwechselnd auf die eine oder die andere lenken kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dreifache Aura ist der übersinnlich-sichtbare Ausdruck für die Wesenheit des Menschen. Die drei Glieder: Leib, Seele und Geist, kommen in ihr zum Ausdruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Aura ist ein Spiegelbild des Einflusses, den der Leib auf die Seele des Menschen übt; die zweite kennzeichnet das Eigenleben der Seele, das sich über das unmittelbar Sinnlich-reizende erhoben hat, aber noch nicht dem Dienst des Ewigen gewidmet ist; die dritte spiegelt die Herrschaft, die der ewige Geist über den vergänglichen Menschen gewonnen hat. Wenn Beschreibungen der Aura gegeben werden wie es hier geschehen ist , so muß betont werden, daß diese Dinge nicht nur schwer zu beobachten, sondern vor allem schwierig zu beschreiben sind. Deshalb sollte niemand in solchen Darstellungen etwas anderes als eine Anregung erblicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den «Seher» drückt sich also die Eigentümlichkeit des Seelenlebens in der Beschaffenheit der Aura aus. Tritt ihm Seelenleben entgegen, das ganz den jeweiligen sinnlichen Trieben, Begierden und den augenblicklichen äußeren Reizen hingegeben ist, so sieht er die erste Aura in den schreiendsten Farbentönen; die zweite dagegen ist nur schwach ausgebildet. Man sieht in ihr nur spärliche Farbenbildungen; die dritte aber ist kaum angedeutet. Da und dort nur zeigt sich ein glitzerndes Farbenfünkchen, darauf hindeutend, daß auch bei solcher Seelenstimmung in dem Menschen das Ewige als Anlage lebt, daß es aber durch die gekennzeichnete Wirkung des Sinnlichen zurückgedrängt wird. Je mehr der Mensch seine Triebnatur von sich absteift, desto unaufdringlicher wird der erste Teil der Aura. Der zweite Teil vergrößert sich dann immer mehr und mehr und erfüllt immer vollständiger mit seiner leuchtenden Kraft den Farbenkörper, innerhalb dessen der physische Mensch lebt. Und je mehr der Mensch sich als «Diener des Ewigen» erweist, zeigt sich die wundersame dritte Aura, jener Teil, der Zeugnis liefert, inwiefern der Mensch ein Bürger der geistigen Welt ist. Denn das göttliche Selbst strahlt durch diesen Teil der menschlichen Aura in die irdische Welt herein. Insofern die Menschen diese Aura zeigen, sind sie Flammen, durch welche die Gottheit diese Welt erleuchtet Sie zeigen durch diesen Aurateil, inwieweit sie nicht sich, sondern dem ewig Wahren, dem edel Schönen und Guten zu leben wissen: inwiefern sie ihrem engen Selbst abgerungen haben, sich hinzuopfern auf dem Altar des großen Weltwirkens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kommt in der Aura zum Ausdrucke, was der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch im Laufe seiner Verkörperungen aus sich gemacht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen drei Teilen der Aura sind Farben der verschiedensten Nuancen enthalten. Es ändert sich aber der Charakter dieser Nuancen mit dem Entwickelungsgrade des Menschen. Man kann im ersten Teil der Aura das unentwickelte Triebleben in allen Nuancen sehen vom Rot bis zum Blau. Es haben da diese Nuancen einen trüben, unklaren Charakter. Die aufdringlich roten Nuancen deuten auf die sinnlichen Begierden, auf die fleischlichen Lüste, auf die Sucht nach den Genüssen des Gaumens und des Magens. Grüne Nuancen scheinen sich vorzüglich bei denjenigen niederen Naturen hier zu finden, die zum Stumpfsinn, zur Gleichgültigkeit neigen, die gierig jedem Genusse sich hingeben, aber doch die Anstrengungen scheuen, die sie zur Befriedigung bringen. Wo die Leidenschaften heftig nach irgendeinem Ziele verlangen, dem die erworbenen Fähigkeiten nicht gewachsen sind, treten bräunlichgrüne und gelblichgrüne Aurafarben auf. Gewisse moderne Lebensweisen züchten allerdings geradezu diese Art von Auren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein persönliches Selbstgefühl, das ganz in niederen Neigungen wurzelt, also die unterste Stufe des Egoismus darstellt, zeigt sich in unklar-gelben bis braunen Tönen. Nun ist ja klar, daß das animalische Triebleben auch einen erfreulichen Charakter annehmen kann. Es gibt eine rein natürliche Aufopferungsfähigkeit, die sich schon im Tierreiche im hohen Grade findet. In der natürlichen Mutterliebe findet diese Ausbildung eines animalischen Triebes ihre schönste Vollendung. Diese selbstlosen Naturtriebe kommen in der ersten Aura in hellrötlichen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bis rosaroten Farbennuancen zum Ausdruck. Feige Furchtsamkeit, Schreckhaftigkeit vor sinnenfälligen Reizen zeigt sich durch braunblaue oder graublaue Farben in der Aura.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Aura zeigt wieder die verschiedensten Farbenstufen. Stark entwickeltes Selbstgefühl, Stolz und Ehrgeiz bringen sich in braunen und orangefarbenen Gebilden zum Ausdruck. Auch die Neugierde gibt sich durch rotgelbe Flecken kund. Helles Gelb spiegelt klares Denken und Intelligenz ab; Grün ist der Ausdruck des Verständnisses für Leben und Welt. Kinder, die leicht auffassen, haben viel Grün in diesem Teil ihrer Aura. Ein gutes Gedächtnis scheint sich durch «Grüngelb» in der zweiten Aura zu verraten. Rosenrot deutet auf wohlwollende, liebevolle Wesenheit hin; blau ist das Zeichen von Frömmigkeit. Je mehr sich die Frömmigkeit der religiösen Inbrunst nähert, desto mehr geht das Blau in Violett über. Idealismus und Lebensernst in höherer Auffassung sieht man als Indigoblau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundfarben der dritten Aura sind Gelb, Grün und Blau. Helles Gelb erscheint hier, wenn das Denken erfüllt ist von hohen, umfassenden Ideen, welche das Einzelne aus dem Ganzen der göttlichen Weltordnung heraus erfassen. Dieses Gelb hat dann, wenn das Denken intuitiv ist und ihm vollkommene Reinheit von sinnlichem Vorstellen zukommt, einen goldigen Glanz. Grün drückt aus die Liebe zu allen Wesen; Blau ist das Zeichen der selbstlosen Aufopferungsfähigkeit für alle Wesen. Steigert sich diese Aufopferungsfähigkeit bis zum starken Wollen, das werktätig in die Dienste der Welt sich stellt, so hellt sich das Blau zum Hellviolett&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf. Sind trotz eines höher entwickelten Seelenwesens noch Stolz und Ehrsucht, als letzte Reste des persönlichen Egoismus, vorhanden, so treten neben den gelben Nuancen solche auf, welche nach dem Orange hin spielen. Bemerkt muß allerdings werden, daß in diesem Teil der Aura die Farben recht verschieden sind von den Nuancen, die der Mensch gewohnt ist in der Sinnenwelt zu sehen. Eine Schönheit und Erhabenheit tritt dem «Sehenden» hier entgegen, mit denen sich nichts in der gewöhnlichen Welt vergleichen läßt. Diese Darstellung der «Aura» kann derjenige nicht richtig beurteilen, welcher nicht den Hauptwert darauf legt, daß mit dem «Sehen der Aura» eine Erweiterung und Bereicherung des in der physischen Welt Wahrgenommenen gemeint ist. Eine Erweiterung, die dahin zielt, die Form des Seelenlebens zu erkennen, die außer der sinnlichen Welt geistige Wirklichkeit hat. Mit einem Deuten des Charakters oder der Gedanken eines Menschen aus einer halluzinatorisch wahrgenommenen Aura hat diese ganze Darstellung nichts zu tun. Sie will die Erkenntnis nach der geistigen Welt hin erweitern und will nichts zu tun haben mit der zweifelhaften Kunst, Menschenseelen aus ihren Auren zu deuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DER PFAD DER ERKENNTNIS =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis der in diesem Buche gemeinten Geisteswissenschaft kann jeder Mensch sich selbst erwerben. Ausführungen von der Art, wie sie in dieser Schrift gegeben werden, liefern ein Gedankenbild der höheren Welten. Und sie sind in einer gewissen Beziehung der erste Schritt zur eigenen Anschauung. Denn der Mensch ist ein Gedankenwesen. Und er kann seinen Erkenntnispfad nur finden, wenn er vom Denken ausgeht. Wird seinem Verstande ein Bild der höheren Welten gegeben, so ist dieses für ihn nicht unfruchtbar, auch wenn es vorläufig gleichsam nur eine Erzählung von höheren Tatsachen ist, in die er durch eigene Anschauung noch keinen Einblick hat. Denn die Gedanken, die ihm gegeben werden, stellen selbst eine Kraft dar, welche in seiner Gedankenwelt weiter wirkt. Diese Kraft wird in ihm tätig sein; sie wird schlummernde Anlagen wecken. Wer der Meinung ist, die Hingabe an ein solches Gedankenbild sei überflüssig, der ist im Irrtum. Denn er sieht in dem Gedanken nur das Wesenlose, Abstrakte. Dem Gedanken liegt aber eine lebendige Kraft zugrunde. Und wie er bei demjenigen, der Erkenntnis hat, als ein unmittelbarer Ausdruck vorhanden ist dessen, was im Geiste geschaut wird, so wirkt die Mitteilung dieses Ausdrucks in dem, welchem er mitgeteilt wird, als Keim, der die Erkenntnisfrucht aus sich erzeugt. Wer sich behufs höherer Erkenntnis, unter Verschmähung der Gedankenarbeit, an andere Kräfte im Menschen wenden wollte, der berücksichtigt nicht, daß das Denken eben die höchste der Fähigkeiten ist, die der Mensch in der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnenwelt besitzt. Wer also fragt: wie gewinne ich selbst die höheren Erkenntnisse der Geisteswissenschaft? dem ist zu sagen: unterrichte dich zunächst durch die Mitteilungen anderer von solchen Erkenntnissen. Und wenn er erwidert: ich will selbst sehen; ich will nichts wissen von dem, was andere gesehen haben, so ist ihm zu antworten: eben in der Aneignung der Mitteilungen anderer liegt die erste Stufe zur eigenen Erkenntnis. Man kann dazu sagen: da bin ich ja zunächst zum blinden Glauben gezwungen. Doch es handelt sich ja bei einer Mitteilung nicht um Glauben oder Unglauben, sondern lediglich um eine unbefangene Aufnahme dessen, was man vernimmt. Der wahre Geistesforscher spricht niemals mit der Erwartung, daß ihm blinder Glaube entgegengebracht werde. Er meint immer nur: dies habe ich erlebt in den geistigen Gebieten des Daseins, und ich erzähle von diesen meinen Erlebnissen. Aber er weiß auch, daß die Entgegennahme dieser seiner Erlebnisse und die Durchdringung der Gedanken des andern mit der Erzählung für diesen andern lebendige Kräfte sind, um sich geistig zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hier in Betracht kommt, wird richtig nur derjenige anschauen, der bedenkt, wie alles Wissen von seelischen und geistigen Welten in den Untergründen der menschlichen Seele ruht. Man kann es durch den «Erkenntnispfad» heraufholen. «Einsehen» kann man nicht nur das, was man selbst, sondern auch, was ein anderer aus den Seelengründen heraufgeholt hat. Selbst dann, wenn man selbst noch gar keine Veranstaltungen zum Betreten des Erkenntnispfades gemacht bat. Eine richtige geistige Einsicht erweckt in dem nicht durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorurteile getrübten Gemüt die Kraft des Verständnisses. Das unbewußte Wissen schlägt der von andern gefundenen geistigen Tatsache entgegen. Und dieses Entgegenschlagen ist nicht blinder Glaube, sondern rechtes Wirken des gesunden Menschenverstandes. In diesem gesunden Begreifen sollte man einen weit besseren Ausgangsort auch zum Selbsterkennen der Geistwelt sehen als in den zweifelhaften mystischen «Versenkungen» und dergleichen, in denen man oft etwas Besseres zu haben glaubt als in dem, was der gesunde Menschenverstand anerkennen kann, wenn es ihm von echter geistiger Forschung entgegengebracht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann gar nicht stark genug betonen, wie notwendig es ist, daß derjenige die ernste Gedankenarbeit auf sich nehme, der seine höheren Erkenntnisfähigkeiten ausbilden will. Diese Betonung muß um so dringlicher sein, als viele Menschen, welche zum «Seher» werden wollen, diese ernste, entsagungsvolle Gedankenarbeit geradezu geringachten. Sie sagen, das «Denken» kann mir doch nichts helfen; es kommt auf die «Empfindung», das «Gefühl» oder ähnliches an. Demgegenüber muß gesagt werden, daß niemand im höheren Sinne (das heißt wahrhaft) ein «Seher» werden kann, der nicht vorher sich in das Gedankenleben eingearbeitet hat. Es spielt da bei vielen Personen eine gewisse innere Bequemlichkeit eine mißliche Rolle. Sie werden sich dieser Bequemlichkeit nicht bewußt, weil sie sich in eine Verachtung des «abstrakten Denkens», des «müßigen Spekulierens» und so weiter kleidet. Aber man verkennt eben das Denken, wenn man es mit dem Ausspinnen müßiger, abstrakter Gedankenfolgen verwechselt. Dieses «abstrakte Denken» kann die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
übersinnliche Erkenntnis leicht ertöten; das lebensvolle Denken kann ihr zur Grundlage werden. Es wäre allerdings viel bequemer, wenn man zu der höheren Sehergabe unter Vermeidung der Gedankenarbeit kommen könnte. Das möchten eben viele. Es ist aber dazu eine innere Festigkeit, eine seelische Sicherheit nötig, zu der nur das Denken führen kann. Sonst kommt doch nur ein wesenloses Hin- und Herflackern in Bildern, ein verwirrendes Seelenspiel zustande, das zwar manchem Lust macht, das aber mit einem wirklichen Eindringen in höhere Welten nichts zu tun hat. Wenn man ferner bedenkt, welche rein geistigen Erlebnisse in einem Menschen vor sich gehen, der wirklich die höhere Welt betritt, dann wird man auch begreifen, daß die Sache noch eine andere Seite hat. Zum «Seher» gehört absolute Gesundheit des Seelenlebens. Es gibt nun keine bessere Pflege dieser Gesundheit als das echte Denken. Ja, es kann diese Gesundheit ernstlich leiden, wenn die Übungen zur höheren Entwickelung nicht auf dem Denken aufgebaut sind. So wahr es ist, daß einen gesund und richtig denkenden Menschen die Sehergabe noch gesunder, noch tüchtiger zum Leben machen wird, als er ohne dieselbe ist, so wahr ist es auch, daß alles Sich-Entwickelnwollen bei einer Scheu vor Gedankenanstrengung, alle Träumerei auf diesem Gebiete, der Phantasterei und auch der falschen Einstellung zum Leben Vorschub leistet. Niemand hat etwas zu fürchten, der unter Beobachtung des hier Gesagten sich zu höherer Erkenntnis entwickeln will; doch sollte es eben nur unter dieser Voraussetzung geschehen. Diese Voraussetzung hat nur mit der Seele und dem Geiste des Menschen zu tun; zu reden von einem irgendwie gearteten schädlichen Einfluß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf leibliche Gesundheit ist bei dieser Voraussetzung absurd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der unbegründete Unglaube allerdings ist schädlich. Denn er wirkt in dem Empfangenden als eine zurückstoßende Kraft. Er verhindert ihn, die befruchtenden Gedanken aufzunehmen. Kein blinder Glaube, wohl aber die Aufnahme der geisteswissenschaftlichen Gedankenwelt wird bei der Erschließung der höheren Sinne vorausgesetzt. Der Geistesforscher tritt seinem Schüler entgegen mit der Zumutung: nicht glauben sollst du, was ich dir sage, sondern es denken, es zum Inhalte deiner eigenen Gedankenwelt machen, dann werden meine Gedanken schon selbst in dir bewirken, daß du sie in ihrer Wahrheit erkennst. Dies ist die Gesinnung des Geistesforschers. Er gibt die Anregung; die Kraft des Fürwahrhaltens entspringt aus dem eigenen Innern des Aufnehmenden. Und in diesem Sinne sollten die geisteswissenschaftlichen Anschauungen gesucht werden. Wer die Überwindung hat, sein Denken in diese zu versenken, kann sicher sein, daß in einer kürzeren oder längeren Zeit sie ihn zu eigenem Anschauen führen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in dem Gesagten liegt eine erste Eigenschaft angedeutet, die derjenige in sich ausbilden muß, der zu eigener Anschauung höherer Tatsachen kommen will. Es ist die rückhaltlose, unbefangene Hingabe an dasjenige, was das Menschenleben oder auch die außermenschliche Welt offenbaren. Wer von vornherein mit dem Urteil, das er aus seinem bisherigen Leben mitbringt, an eine Tatsache der Welt herantritt, der verschließt sich durch solches Urteil gegen die ruhige, allseitige Wirkung, welche diese Tatsache auf ihn ausüben kann. Der Lernende muß in jedem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke sich zum völlig leeren Gefäß machen können, in das die fremde Welt einfließt. Nur diejenigen Augenblicke sind solche der Erkenntnis, wo jedes Urteil, jede Kritik schweigen, die von uns ausgehen. Es kommt zum Beispiel gar nicht darauf an, wenn wir einem Menschen gegenübertreten, ob wir weiser sind als er. Auch das unverständigste Kind hat dem höchsten Weisen etwas zu offenbaren. Und wenn dieser mit seinem noch so weisen Urteil an das Kind herantritt, so schiebt sich seine Weisheit wie ein trübes Glas vor dasjenige, was das Kind ihm offenbaren soll.* Zu dieser Hingabe an die Offenbarungen der fremden Welt gehört völlige innere Selbstlosigkeit. Und wenn sich der Mensch prüft, in welchem Grade er diese Hingabe hat, so wird er erstaunliche Entdeckungen an sich selbst machen. Will einer den Pfad der höheren Erkenntnis betreten, so muß er sich darin üben, sich selbst mit allen seinen Vorurteilen in jedem Augenblicke auslöschen zu können. Solange er sich auslöscht, fließt das andere in ihn hinein. Nur hohe Grade von solch selbstloser Hingabe befähigen zur Aufnahme der höheren geistigen Tatsachen, die den Menschen überall umgeben. Man kann zielbewußt in sich diese Fähigkeit ausbilden. Man versuche zum Beispiel gegenüber Menschen seiner Umgebung sich jedes Urteils zu enthalten. Man erlösche in sich den Maßstab von anziehend und abstoßend, von dumm oder gescheit, den man gewohnt ist anzulegen; und man versuche, ohne diesen Maßstab die Menschen rein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- - -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-177-01 * Man sieht wohl gerade aus dieser Angabe, daß es sich bei der Forderung der «rückhaltlosen Hingabe» nicht um die Ausscheidung des eigenen Urteils oder um Hingabe an blinden Glauben handelt. Dergleichen hätte doch einem Kinde gegenüber keinen Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus sich selbst heraus zu verstehen. Die besten Übungen kann man an Menschen machen, vor denen man einen Abscheu hat. Man unterdrücke mit aller Gewalt diesen Abscheu und lasse alles unbefangen auf sich wirken, was sie tun. Oder wenn man in einer Umgebung ist, welche dies oder jenes Urteil herausfordert, so unterdrücke man das Urteil und setze sich unbefangen den Eindrücken aus.* Man lasse die Dinge und Ereignisse mehr zu sich sprechen, als daß man über sie spreche. Und man dehne das auch auf seine Gedankenwelt aus. Man unterdrücke in sich dasjenige, was diesen oder jenen Gedanken bildet, und lasse lediglich das, was draußen ist, die Gedanken bewirken. Nur wenn mit heiligstem Ernst und Beharrlichkeit solche Übungen angestellt werden, führen sie zum höheren Erkenntnisziele. Wer solche Übungen unterschätzt, der weiß eben nichts von ihrem Wert. Und wer Erfahrung in solchen Dingen hat, der weiß, daß Hingabe und Unbefangenheit wirkliche Krafterzeuger sind. Wie die Wärme, die man in den Dampfkessel bringt, sich in die fortbewegende Kraft der Lokomotive verwandelt, so verwandeln sich die Übungen der selbstlosen geistigen Hingabe in dem Menschen zur Kraft des Schauens in den geistigen Welten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch diese Übung macht sich der Mensch aufnahmefähig für alles dasjenige, was ihn umgibt. Aber zur Aufnahmefähigkeit muß auch die richtige Schätzung treten. Solange der Mensch noch geneigt ist, sich selbst auf Kosten der ihn umgebenden Welt zu überschätzen, so lange&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;----&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;#&amp;lt;/nowiki&amp;gt;FN009-178-01 * Dieses unbefangene Hingeben hat mit einem «blinden Glauben» nicht das geringste zu tun. Es kommt nicht darauf an, daß man blind an etwas glaubt, sondern darauf, daß man nicht das «blinde Urteil» an Stelle des lebendigen Eindruckes setzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|179}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verlegt er sich den Zugang zu höherer Erkenntnis. Wer einem jeglichen Dinge oder Ereignisse der Welt gegenüber sich der Lust oder dem Schmerze hingibt, die sie ihm bereiten, der ist in solcher Überschätzung seiner selbst befangen. Denn an seiner Lust und an seinem Schmerz erfährt er nichts über die Dinge, sondern nur etwas über sich selbst. Empfinde ich Sympathie für einen Menschen, so empfinde ich zunächst nur mein Verhältnis zu ihm. Mache ich mich in meinem Urteil, in meinem Verhalten lediglich von diesem Gefühle der Lust, der Sympathie abhängig, dann stelle ich meine Eigenart in den Vordergrund; ich dränge diese der Welt auf. Ich will mich, so wie ich bin, in die Welt einschalten, aber nicht die Welt unbefangen hinnehmen und sie im Sinne der in ihr wirkenden Kräfte sich ausleben lassen. Mit anderen Worten: ich bin nur duldsam mit dem, was meiner Eigenart entspricht. Gegen alles andere übe ich eine zurückstoßende Kraft. Solange der Mensch in der Sinneswelt befangen ist, wirkt er besonders zurückstoßend gegen alle nicht sinnlichen Einflüsse. Der Lernende muß die Eigenschaft in sich entwickeln, sich den Dingen und Menschen gegenüber in deren Eigenart zu verhalten, ein jegliches in seinem Werte, in seiner Bedeutung gelten zu lassen. Sympathie und Antipathie, Lust und Unlust müssen ganz neue Rollen erhalten. Es kann nicht davon die Rede sein, daß der Mensch diese ausrotten soll, sich stumpf gegenüber Sympathie und Antipathie machen soll. Im Gegenteil, je mehr er in sich die Fähigkeit ausbildet, nicht alsogleich auf jede Sympathie und Antipathie ein Urteil, eine Handlung folgen zu lassen, eine um so feinere Empfindungsfähigkeit wird er in sich ausbilden. Er wird erfahren, daß Sympathien und Antipathien eine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|180}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
höhere Art annehmen, wenn er diejenige Art in sich zügelt, die schon in ihm ist. Verborgene Eigenschaften hat selbst das zunächst unsympathischste Ding; es offenbart sie, wenn der Mensch in seinem Verhalten nicht seinen eigensüchtigen Empfindungen folgt. Wer sich in dieser Richtung ausgebildet hat, der empfindet feiner nach allen Seiten hin als andere, weil er sich nicht von sich selbst zur Unempfänglichkeit verführen läßt. Jede Neigung, der man blindlings folgt, stumpft dafür ab, die Dinge der Umgebung im rechten Licht zu sehen. Wir drängen uns gleichsam, der Neigung folgend, durch die Umgebung hindurch, statt uns ihr auszusetzen und sie in ihrem Werte zu fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn der Mensch nicht mehr auf jede Lust und jeden Schmerz, auf jede Sympathie und Antipathie hin seine eigensüchtige Antwort, sein eigensüchtiges Verhalten hat, dann wird er auch unabhängig von den wechselnden Eindrücken der Außenwelt. Die Lust, die man an einem Dinge empfindet, macht einen sogleich von diesem abhängig. Man verliert sich an das Ding. Ein Mensch, der je nach den wechselnden Eindrücken sich in Lust und Schmerz verliert, kann nicht den Pfad der geistigen Erkenntnis wandeln. Mit Gelassenheit muß er Lust und Schmerz aufnehmen. Dann hört er auf, sich in ihnen zu verlieren; dann fängt er aber dafür an, sie zu verstehen. Eine Lust, der ich mich hingebe, verzehrt mein Dasein in dem Augenblicke der Hingabe. Ich aber soll die Lust nur benutzen, um durch sie zum Verständnisse des Dinges zu kommen, das mir Lust bereitet. Es soll mir nicht darauf ankommen, daß das Ding mir Lust bereitet: ich soll die Lust erfahren und durch die Lust das Wesen des Dinges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|181}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lust soll für mich nur sein Verkündigung dessen, daß in dem Dinge eine Eigenschaft ist, die sich eignet, Lust zu bereiten. Diese Eigenschaft soll ich erkennen lernen. Bleibe ich bei der Lust stehen, lasse ich mich ganz von ihr einnehmen, so bin ich es nur selbst, der sich auslebt; ist mir die Lust nur die Gelegenheit, eine Eigenschaft des Dinges zu erleben, so mache ich durch dieses Erlebnis mein Inneres reicher. Dem Forschenden müssen Lust und Unlust, Freude und Schmerz Gelegenheit sein, durch die er von den Dingen lernt. Der Forschende wird dadurch nicht stumpf gegen Lust und Schmerz; aber er erhebt sich über sie, damit sie ihm die Natur der Dinge offenbaren. Wer nach dieser Richtung hin sich entwickelt, wird einsehen lernen, welche Lehrmeister Lust und Schmerz sind. Er wird mit jedem Wesen mitempfinden und dadurch die Offenbarung von dessen Innerem empfangen. Der Forschende sagt sich niemals allein: oh, wie leide ich, wie freue ich mich, sondern stets: wie spricht das Leid, wie spricht die Freude. Er gibt sich hin, um Lust und Freude der Außenwelt auf sich einwirken zu lassen. Dadurch entwickelt sich in dem Menschen eine völlig neue Art, sich zu den Dingen zu stellen. Früher ließ der Mensch diese oder jene Handlung auf diesen oder jenen Eindruck nur deshalb folgen, weil die Eindrücke ihn freuten oder ihm Unlust machten. Jetzt aber läßt er Lust und Unlust auch die Organe sein, durch die ihm die Dinge sagen, wie sie, ihrem Wesen nach, selbst sind. Lust und Schmerz werden aus bloßen Gefühlen in ihm zu Sinnesorganen, durch welche die Außenwelt wahrgenommen wird. Wie das Auge nicht selbst handelt, wenn es etwas sieht, sondern die Hand handeln läßt, so bewirken Lust und Schmerz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|182}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in dem geistig Forschenden, insofern er sie als Erkenntnismittel anwendet, nichts, sondern sie empfangen Eindrücke, und das, was durch Lust und Unlust erfahren ist, das bewirkt die Handlung. Wenn der Mensch in der Art Lust und Unlust übt, daß sie Durchgangsorgane werden, so bauen sie ihm in seiner Seele die eigentlichen Organe auf, durch die sich ihm die seelische Welt erschließt. Das Auge kann nur dadurch dem Körper dienen, daß es ein Durchgangsorgan für sinnliche Eindrücke ist; Lust und Schmerz werden zu Seelenaugen sich entwickeln, wenn sie aufhören, bloß für sich etwas zu gelten, und anfangen, der eigenen Seele die fremde Seele zu offenbaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die genannten Eigenschaften setzt sich der Erkennende in die Lage, ohne störende Einflüsse seiner Eigenheiten dasjenige auf sich einwirken zu lassen, was in seiner Umwelt wesenhaft vorhanden ist. Er hat aber auch sich selbst in die geistige Umwelt in richtiger Art einzufügen. Er ist ja als denkendes Wesen Bürger der geistigen Welt. Er kann das nur in rechter Weise sein, wenn er während des Geisterkennens seinen Gedanken einen Ablauf gibt, der den ewigen Gesetzen der Wahrheit, den Gesetzen des Geisterlandes, entspricht. Denn nur so kann dieses Land auf ihn wirken und ihm seine Tatsachen offenbaren. Der Mensch gelangt nicht zur Wahrheit, wenn er sich nur den fortwährend durch sein Ich ziehenden Gedanken überläßt. Denn dann nehmen diese Gedanken einen Verlauf, der ihnen dadurch aufgedrängt wird, daß sie innerhalb der leiblichen Natur zum Dasein kommen. Regellos und wirr nimmt sich die Gedankenwelt eines Menschen aus, der sich der zunächst durch sein leibliches Gehirn bedingten Geistestätigkeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
überläßt. Da setzt ein Gedanke ein, bricht ab, wird durch einen anderen aus dem Felde geschlagen. Wer prüfend das Gespräch zweier Menschen belauscht, wer sich unbefangen selbst beobachtet, der erhält eine Vorstellung von dieser irrlichtelierenden Gedankenmasse. Solange nun der Mensch sich bloß den Aufgaben des Sinnenlebens widmet, so lange wird sein wirrer Gedankenablauf durch die Tatsachen der Wirklichkeit immer wieder zurechtgerückt. Ich mag noch so verworren denken: der Alltag drängt mir in meinen Handlungen die der Wirklichkeit entsprechenden Gesetze auf. Mein Gedankenbild einer Stadt mag sich als das regelloseste gestalten: will ich in der Stadt einen Weg machen, so muß ich mich den vorhandenen Tatsachen fügen. Der Mechaniker kann mit noch so bunt durcheinanderwirbelnden Vorstellungen seine Werkstätte betreten; er wird durch die Gesetze seiner Maschinen zu richtigen Maßnahmen geführt. Innerhalb der Sinnenwelt üben die Tatsachen ihre fortwährende Korrektur für das Denken. Wenn ich eine falsche Ansicht über eine physische Erscheinung oder über die Gestalt einer Pflanze ausdenke, so tritt mir die Wirklichkeit entgegen und rückt mein Denken zurecht. Ganz anders ist es, wenn ich mein Verhältnis zu den höheren Gebieten des Daseins betrachte. Sie enthüllen sich mir nur, wenn ich ihre Welten schon mit einem streng geregelten Denken betrete. Da muß mir mein Denken den rechten, den sicheren Antrieb geben, sonst finde ich nicht die entsprechenden Wege. Denn die geistigen Gesetze, die sich in diesen Welten ausleben, sind nicht bis zur physisch-sinnlichen Art verdichtet und üben also auf mich nicht den gekennzeichneten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Zwang aus. Ich vermag diese Gesetze nur zu befolgen, wenn sie mit meinen eigenen, als denen eines denkenden Wesens, verwandt sind. Ich muß mir hier selbst ein sicherer Wegweiser sein. Der Erkennende muß also sein Denken zu einem streng in sich geregelten machen. Die Gedanken müssen sich bei ihm allmählich ganz entwöhnen, den alltäglichen Gang zu nehmen. Sie müssen in ihrem ganzen Verlaufe den inneren Charakter der geistigen Welt annehmen. Er muß sich nach dieser Richtung beobachten können und in der Hand haben. Nicht willkürlich darf sich bei ihm ein Gedanke an den andern anreihen, sondern allein so, wie es dem strengen Inhalte der Gedankenwelt entspricht. Der Übergang von einer Vorstellung zur andern muß den strengen Denkgesetzen entsprechen. Der Mensch muß als Denker gewissermaßen stets ein Abbild dieser Denkgesetze darstellen. Alles, was nicht aus diesen Gesetzen fließt, muß er seinem Vorstellungsablauf verbieten. Tritt ihm ein Lieblingsgedanke in den Weg, so muß er ihn abweisen, wenn der in sich geregelte Ablauf dadurch gestört wird. Will ein persönliches Gefühl seinen Gedanken eine gewisse, nicht in ihnen liegende Richtung aufzwingen, so muß er es unterdrücken. Plato hat von denjenigen verlangt, die in seiner Schule sein wollten, daß sie zuerst einen mathematischen Lehrgang durchmachen. Und die Mathematik mit ihren strengen Gesetzen, die sich nicht nach dem alltäglichen Gang der Sinneserscheinungen richten, ist wirklich eine gute Vorbereitung für den Erkenntnis Suchenden. Er muß sich, wenn er in ihr vorwärtskommen will, aller persönlichen Willkür, aller Störungen entschlagen. Der Erkenntnis Suchende bereitet sich für seine Aufgabe dadurch vor, daß er durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Willkür alle selbsttätig waltende Willkür des Denkens überwindet. Er lernt, rein den Forderungen des Gedankens zu folgen. Und so muß er lernen, in jeglichem Denken, das der Geisterkenntnis dienen soll, vorzugehen. Dies Gedankenleben selbst muß ein Abbild des ungestörten mathematischen Urteilens und Schließens sein. Er muß bestrebt sein, wo er geht und steht, in solcher Art denken zu können. Dann fließen die Gesetzmäßigkeiten der geistigen Welt in ihn ein, die spurlos an ihm vorüber- und durch ihn hindurchziehen, wenn sein Denken den alltäglichen, verworrenen Charakter trägt. Ein geordnetes Denken bringt ihn von sicheren Ausgangspunkten aus zu den verborgensten Wahrheiten. Solche Hinweise sollen aber nicht einseitig aufgefaßt werden. Wenn auch Mathematik eine gute Disziplinierung des Denkens bewirkt, so kann man doch zu einem reinen, gesunden und lebensvollen Denken auch kommen, ohne Mathematik zu treiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was der Erkenntnis Suchende für sein Denken anstrebt, das muß er auch für sein Handeln anstreben. Dies muß, ohne störende Einflüsse von seiten seiner Persönlichkeit, den Gesetzen des edlen Schönen und ewig Wahren folgen können. Diese Gesetze müssen ihm die Richtung geben können. Beginnt er etwas zu tun, was er als das richtige erkannt hat, und befriedigt sich an diesem Tun sein persönliches Gefühl nicht, so darf er den betretenen Weg deswegen nicht verlassen. Er darf ihn aber auch nicht verfolgen, weil er ihm Freude macht, wenn er findet, daß er mit den Gesetzen des ewig Schönen und Wahren nicht übereinstimmt. Im alltäglichen Leben lassen sich die Menschen von dem zu ihren Handlungen bestimmen, was sie persönlich befriedigt, was ihnen Früchte trägt. Dadurch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zwingen sie die Richtung ihrer Persönlichkeit dem Gang der Welterscheinungen auf. Sie verwirklichen nicht das Wahre, das in den Gesetzen der geistigen Welt vorgezeichnet ist, sie verwirklichen die Forderung ihrer Willkür. Erst dann wirkt man im Sinne der geistigen Welt, wenn man allein deren Gesetze befolgt. Aus dem, was bloß aus der Persönlichkeit heraus getan wird, ergeben sich keine Kräfte, die eine Grundlage bilden können für Geisterkenntnis. Der Erkenntnis Suchende kann nicht bloß fragen: was bringt mir Frucht, womit habe ich Erfolg, sondern er muß auch fragen können: was habe ich als das Gute erkannt? Verzicht auf die Früchte des Handelns für die Persönlichkeit, Verzicht auf alle Willkür: das sind die ernsten Gesetze, die er sich muß vorzeichnen können. Dann wandelt er in den Wegen der geistigen Welt, sein ganzes Wesen durchdringt sich mit diesen Gesetzen. Er wird frei von allem Zwang der Sinnenwelt: sein Geistmensch hebt sich heraus aus der sinnlichen Umhüllung. So gelangt er hinein in den Fortschritt zum Geistigen, so vergeistigt er sich selbst. Man kann nicht sagen: was nützen mir alle Vorsätze, rein den Gesetzen des Wahren zu folgen, wenn ich mich vielleicht über dieses Wahre irre? Es kommt auf das Streben, auf die Gesinnung an. Selbst der Irrende hat in dem Streben nach dem Wahren eine Kraft, die ihn von der unrichtigen Bahn ablenkt. Ist er im Irrtum, so ergreift ihn diese Kraft und führt ihn die Wege zum Rechten. Schon der Einwand: ich kann auch irren, ist störender Unglaube. Er zeigt, daß der Mensch kein Vertrauen hat in die Kraft des Wahren. Denn gerade darauf kommt es an, daß er sich nicht vermißt, von seinem eigensüchtigen Standpunkte aus sich die Ziele zu geben,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sondern darauf, daß er sich selbstlos hingibt und von dem Geiste sich die Richtung bestimmen läßt. Nicht der eigensüchtige Menschenwille kann dem Wahren seine Vorschriften machen, sondern dieses Wahre selbst muß in dem Menschen zum Herrscher werden, muß sein ganzes Wesen durchdringen, ihn zum Abbild machen der ewigen Gesetze des Geisterlandes. Erfüllen muß er sich mit diesen ewigen Gesetzen, um sie ins Leben ausströmen zu lassen. Wie sein Denken, so muß der Erkenntnis Suchende seinen Willen in strengem Gewahrsam haben können. Er wird dadurch in aller Bescheidenheit ohne Anmaßung ein Bote der Welt des Wahren und Schönen. Und dadurch, daß er dies wird, steigt er zum Teilnehmer der Geisteswelt auf. Dadurch wird er von Entwickelungsstufe zu Entwickelungsstufe gehoben. Denn man kann das geistige Leben nicht allein durch Anschauen, sondern man muß es dadurch erreichen, daß man es erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beobachtet der Erkenntnis Suchende diese dargestellten Gesetze, so werden bei ihm diejenigen seelischen Erlebnisse, die sich auf die geistige Welt beziehen, eine völlig neue Gestalt annehmen. Er wird nicht mehr bloß in ihnen leben. Sie werden nicht mehr bloß eine Bedeutung für sein Eigenleben haben. Sie werden sich zu seelischen Wahrnehmungen der höheren Welt ausbilden. In seiner Seele wachsen die Gefühle, wachsen Lust und Unlust, Freude und Schmerz zu Seelenorganen aus, wie in seinem Körper Augen und Ohren nicht bloß ein Leben für sich führen, sondern selbstlos die äußeren Eindrücke durch sich hindurchgehen lassen. Und dadurch gewinnt der Erkenntnis Suchende die Ruhe und Sicherheit in der Seelenverfassung, die für das Forschen in der Geisteswelt nötig sind. Eine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
große Lust wird ihn nicht mehr bloß jauchzen machen, sondern ihm Verkünderin sein können von Eigenschaften der Welt, die ihm vorher entgangen sind. Sie wird ihn ruhig lassen; und durch die Ruhe werden die Merkmale der lustbringenden Wesenheiten sich ihm offenbaren. Ein Schmerz wird ihn nicht mehr bloß mit Betrübnis ganz ausfüllen, sondern ihm auch sagen können, welche Eigenschaften das Schmerz verursachende Wesen hat. Wie das Auge nichts für sich begehrt, sondern dem Menschen die Richtung des Weges angibt, den er zu gehen hat, so werden Lust und Schmerz die Seele ihre Bahn sicher führen. Dies ist der Zustand des seelischen Gleichgewichtes, in den der Erkennende kommen muß. Je weniger Lust und Schmerz sich in den Wellen erschöpfen, die sie im Innenleben des Erkennenden aufwerfen, desto mehr werden sie Augen bilden für die übersinnliche Welt. Solange der Mensch in Lust und Leid lebt, so lange erkennt er nicht durch sie. Wenn er durch sie zu leben lernt, wenn er sein Selbstgefühl aus ihnen herauszieht, dann werden sie seine Wahrnehmungsorgane; dann sieht, dann erkennt er durch sie. Es ist unrichtig, zu glauben, der Erkennende werde ein trockener, nüchterner, lust- und leidloser Mensch. Lust und Leid sind in ihm vorhanden, aber dann, wenn er in der Geisteswelt forscht, in verwandelter Gestalt; sie sind «Augen und Ohren» geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange man persönlich mit der Welt lebt, so lange enthüllen die Dinge auch nur das, was sie mit unserer Persönlichkeit verknüpft das aber ist ihr Vergängliches. Ziehen wir uns selbst von unserem Vergänglichen zurück und leben wir mit unserem Selbstgefühl, mit unserem «Ich» in unserem Bleibenden, dann werden die vergänglichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile an uns zu Vermittlern; und was sich durch sie enthüllt, das ist ein Unvergängliches, ein Ewiges an den Dingen. Dieses Verhältnis seines eigenen Ewigen zum Ewigen in den Dingen muß bei dem Erkennenden hergestellt werden können. Schon bevor er andere Übungen der beschriebenen Art aufnimmt und auch während derselben soll er seinen Sinn auf dieses Unvergängliche hinlenken. Wenn ich einen Stein, eine Pflanze, ein Tier, einen Menschen beobachte, soll ich eingedenk sein können, daß sich in all dem ein Ewiges ausspricht. Ich soll mich fragen können, was lebt als Bleibendes in dem vergänglichen Stein, in dem vergänglichen Menschen? Was wird die vorübergehende sinnliche Erscheinung überdauern? Man soll nicht glauben, daß solches Hinlenken des Geistes zum Ewigen die hingebungsvolle Betrachtung und den Sinn für die Eigenschaften des Alltags in uns austilge und uns der unmittelbaren Wirklichkeit entfremde. Im Gegenteil. Jedes Blatt, jedes Käferchen wird uns unzählige Geheimnisse enthüllen, wenn unser Auge nicht nur, sondern durch das Auge der Geist auf sie gerichtet ist. Jedes Glitzern, jede Farbennuance, jeder Tonfall werden den Sinnen lebhaft und wahrnehmbar bleiben, nichts wird verlorengehen; nur unbegrenztes neues Leben wird hinzugewonnen werden. Und wer nicht mit dem Auge das Kleinste zu beobachten versteht, wird auch nur zu blassen, blutleeren Gedanken, nicht aber zu geistigem Schauen kommen. Es hängt von der Gesinnung ab, die wir uns in dieser Richtung erwerben. Wie weit wir es bringen, das wird von unseren Fähigkeiten abhängen. Wir haben nur das Rechte zu tun und alles übrige der Entwickelung zu überlassen. Zunächst muß es uns genügen, unseren Sinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf das Bleibende zu richten. Tun wir das, dann wird eben dadurch die Erkenntnis des Bleibenden uns aufgehen. Wir müssen warten, bis uns gegeben wird. Und es wird zur entsprechenden Zeit jedem gegeben, der in Geduld wartet und arbeitet. Bald bemerkt unter solchen Übungen der Mensch, welche gewaltige Verwandlung mit ihm vorgeht. Er lernt jedes Ding nur mehr in derjenigen Beziehung wichtig oder unwichtig nehmen, als er das Verhältnis dieses Dinges zu einem Bleibenden, Ewigen erkannt hat. Er kommt zu einer anderen Wertung und Schätzung der Welt, als er sie früher gehabt hat. Sein Gefühl bekommt ein anderes Verhältnis zu der ganzen Umwelt. Das Vergängliche zieht ihn nicht mehr bloß um seiner selbst willen an wie früher; es wird ihm auch noch ein Glied und Gleichnis des Ewigen. Und dieses Ewige, das in allen Dingen lebt, lernt er lieben. Es wird ihm vertraut, wie ihm vorher das Vergängliche vertraut war. Auch dadurch wird er nicht dem Leben entfremdet, sondern er lernt nur ein jegliches Ding seiner wahren Bedeutung nach schätzen. Selbst der eitle Tand des Lebens wird nicht spurlos an ihm vorüberziehen; aber der Mensch verliert sich, indem er nach dem Geistigen sucht, nicht mehr an ihn, sondern erkennt ihn in seinem begrenzten Wert. Er sieht ihn im rechten Lichte. Der ist ein schlechter Erkennender, der nur in Wolkenhöhen wandeln wollte und darüber das Leben verlöre. Ein wirklich Erkennender wird von seiner Gipfelhöhe aus durch klare Übersicht und rechte Empfindung für alles ein jegliches Ding an seinen Platz zu stellen wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eröffnet sich dem Erkennenden die Möglichkeit, nicht mehr den unberechenbaren Einflüssen der äußeren Sinnenwelt allein zu folgen, die sein Wollen bald da-, bald&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dorthin lenken. Er hat durch Erkenntnis in der Dinge ewiges Wesen geschaut. Er hat durch die Umwandlung seiner inneren Welt die Fähigkeit in sich, dieses ewige Wesen wahrzunehmen. Für den Erkennenden erhalten die folgenden Gedanken noch eine besondere Wichtigkeit. Wenn er aus sich heraus handelt, so ist er sich bewußt, aus dem ewigen Wesen der Dinge heraus zu handeln. Denn die Dinge sprechen in ihm dieses ihr Wesen aus. Er handelt also im Sinne der ewigen Weltordnung, wenn er aus dem in ihm lebenden Ewigen diesem seinem Handeln die Richtung gibt. Er weiß sich dadurch nicht mehr bloß von den Dingen getrieben; er weiß, daß er sie nach den ihnen selbst eingepflanzten Gesetzen treibt, welche die Gesetze seines eigenen Wesens geworden sind. Dieses Handeln aus dem Innern kann nur ein Ideal sein, dem man zustrebt. Die Erreichung dieses Zieles liegt in weiter Ferne. Aber der Erkennende muß den Willen haben, diese Bahn klarzusehen. Dies ist sein Wille zur Freiheit. Denn Freiheit ist Handeln aus sich heraus. Und aus sich darf nur handeln, wer aus dem Ewigen die Beweggründe schöpft. Ein Wesen, das dies nicht tut, handelt nach anderen Beweggründen, als den Dingen eingepflanzt sind. Ein solches widerstrebt der Weltordnung. Und diese muß ihm gegenüber dann obsiegen. Das heißt: es kann letzten Endes nicht geschehen, was es seinem Willen vorzeichnet. Es kann nicht frei werden. Willkür des Einzelwesens vernichtet sich selbst durch die Wirkung ihrer Taten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;*&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer in solcher Art auf sein inneres Leben zu wirken vermag, schreitet von Stufe zu Stufe in der Geisterkenntnis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorwärts. Die Frucht seiner Übungen wird sein, daß seinem geistigen Wahrnehmen gewisse Einsichten in die übersinnliche Welt sich eröffnen. Er lernt, wie die Wahrheiten über diese Welt gemeint sind; und er wird von ihnen durch eigene Erfahrung die Bestätigung erhalten. Ist diese Stufe erstiegen, dann tritt an ihn etwas heran, was nur durch diesen Weg Erlebnis werden kann. Auf eine Art, deren Bedeutung ihm erst jetzt klarwerden kann, wird ihm durch die «großen geistigen Führermächte des Menschengeschlechtes» die sogenannte Einweihung (Initiation) zuteil. Er wird zum «Schüler der Weisheit». Je weniger man in einer solchen Einweihung etwas sieht, das in einem äußerlichen menschlichen Verhältnisse besteht, desto richtiger wird die darüber gebildete Vorstellung sein. Nur angedeutet kann hier werden, was mit dem Erkennenden nun vorgeht. Er erhält eine neue Heimat. Er wird dadurch bewußter Einheimischer in der übersinnlichen Welt. Der Quell geistiger Einsicht strömt ihm nunmehr aus einem höheren Orte zu. Das Licht der Erkenntnis leuchtet ihm nunmehr nicht von außen entgegen, sondern er wird selbst in den Quellpunkt dieses Lichtes versetzt In ihm erhalten die Rätsel, welche die Welt aufgibt, ein neues Licht. Er redet fortan nicht mehr mit den Dingen, die durch den Geist gestaltet sind, sondern mit dem gestaltenden Geiste selbst. Das Eigenleben der Persönlichkeit ist dann in den Augenblicken der Geisterkenntnis nur noch da, um bewußtes Gleichnis zu sein des Ewigen. Zweifel an dem Geist, die vorher in ihm noch aufkommen konnten, verschwinden; denn zweifeln kann nur, wen die Dinge über den in ihnen waltenden Geist täuschen. Und da der «Schüler der Weisheit» vermag, mit dem Geiste&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
selbst Zwiesprache zu halten, so schwindet ihm auch jede falsche Gestalt, unter der er sich vorher den Geist vorgestellt hat. Die falsche Gestalt, in der man sich den Geist vorstellt, ist Aberglaube. Der Eingeweihte ist über den Aberglauben hinaus, denn er weiß, welche des Geistes wahre Gestalt ist. Freiheit von den Vorurteilen der Persönlichkeit, des Zweifels und des Aberglaubens, das sind die Merkmale dessen, der auf dem Erkenntnispfade zur Schülerschaft aufgestiegen ist. Man soll nicht verwechseln dieses Einswerden der Persönlichkeit mit dem umfassenden Geistesleben mit einem die Persönlichkeit vernichtenden Aufgehen derselben in dem «Allgeist». Ein solches «Verschwinden» findet bei wahrer Entwickelung der Persönlichkeit nicht statt. Diese bleibt in dem Verhältnis, das sie mit der Geistwelt eingeht, als Persönlichkeit gewahrt. Nicht Überwindung, sondern höhere Ausgestaltung der Persönlichkeit findet statt. Will man ein Gleichnis für dieses Zusammenfallen des Einzelgeistes mit dem Allgeist, dann kann man nicht das wählen von verschiedenen Kreisen, die in einen zusammenfallen, um in diesem unterzugehen, sondern man muß das Bild vieler Kreise wählen, deren jeder eine ganz bestimmte Farbennuance hat. Diese verschiedenfarbigen Kreise fallen übereinander, aber jede einzelne Nuance bleibt in dem Ganzen ihrer Wesenheit bestehen. Keine verliert die Fülle ihrer Eigenkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Schilderung des «Pfades» soll hier nicht gegeben werden. Sie ist, soweit dies möglich ist, in meiner «Geheimwissenschaft», welche die Fortsetzung dieses Buches bildet, gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hier über den geistigen Erkenntnispfad gesagt ist,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann nur allzuleicht durch eine mißverständliche Auffassung dazu verführen, in ihm eine Empfehlung solcher Seelenstimmungen zu sehen, die eine Abkehr vom unmittelbaren freudigen und tatkräftigen Erleben des Daseins mit sich bringen. Demgegenüber muß betont werden, daß diejenige Stimmung der Seele, welche diese geeignet macht, die Wirklichkeit des Geistes unmittelbar zu erleben, nicht wie eine allgemeine Anforderung über das ganze Leben ausgedehnt werden kann. Der Erforscher geistigen Daseins kann es in seine Gewalt bekommen, für diese Erforschung die Seele in die dazu notwendige Abgezogenheit von der sinnenfälligen Wirklichkeit zu bringen, ohne daß diese Abgezogenheit ihn im allgemeinen zu einem weltfremden Menschen macht. Auf der anderen Seite muß aber auch erkannt werden, daß ein Erkennen der geistigen Welt, nicht etwa nur ein solches durch Betreten des Pfades, sondern auch ein solches durch Erfassen der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten mit dem vorurteilsfreien gesunden Menschenverstande, auch zu einem höheren sittlichen Lebensstand, zu wahrheitsgemäßer Erkenntnis des sinnlichen Daseins, zu Lebenssicherheit und innerer seelischer Gesundheit führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|195}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= EINZELNE BEMERKUNGEN UND ERGÄNZUNGEN =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 35. Von «Lebenskraft» sprechen galt noch vor kurzer Zeit als ein Merkmal eines unwissenschaftlichen Kopfes. Gegenwärtig beginnt man da und dort auch wieder in der Wissenschaft der Idee einer solchen «Lebenskraft» nicht abgeneigt zu sein, wie sie in älteren Zeiten angenommen worden ist. Wer den Gang der wissenschaftlichen Entwickelung in der Gegenwart durchschaut, wird aber doch die konsequentere Logik bei denjenigen sehen, welche in Anbetracht dieser Entwickelung von «Lebenskraft» nichts wissen wollen. Zu dem, was man gegenwärtig «Naturkräfte» nennt, gehört «Lebenskraft» durchaus nicht. Und wer von den Denkgewohnheiten und Vorstellungsarten der gegenwärtigen Wissenschaften nicht zu höheren übergehen will, der sollte nicht von «Lebenskraft» sprechen. Erst die Art des Denkens und die Voraussetzungen der «Geisteswissenschaft» machen es möglich, widerspruchslos an solche Dinge heranzutreten. Auch solche Denker, die ihre Anschauungen auf einem rein naturwissenschaftlichen Boden gewinnen wollen, haben gegenwärtig den Glauben verlassen, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch für die Erklärung der Lebenserscheinungen nur solche Kräfte gelten lassen wollte, die auch in der leblosen Natur wirksam sind. Das Buch eines so bedeutenden Naturforschers wie Oscar Hertwig: «Das Werden der Organismen. Eine Widerlegung von Darwins Zufallstheorie», ist eine weithin leuchtende wissenschaftliche Erscheinung. Es widerspricht der Annahme, daß die bloßen physikalischen und chemischen Gesetzeszusammenhänge das Lebendige gestalten können. Bedeutsam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|196}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist es auch, daß im sogenannten Neovitalismus sich eine Anschauung geltend macht, die für das Lebendige wieder besondere Kraftwirkungen gelten läßt, ähnlich wie es die älteren Anhänger der «Lebenskraft» taten. Aber niemand wird auf diesem Gebiete über schemenhaft abstrakte Begriffe hinausgelangen, der nicht anerkennen kann, daß sich das im Leben über die unorganischen Kräfte hinaus Wirksame nur in einer Wahrnehmung erreichen läßt, die zum Anschauen eines Übersinnlichen aufsteigt. Nicht auf eine gleichartige Fortsetzung des auf Unorganisches gerichteten naturwissenschaftlichen Erkennens in das Lebensgebiet hin kommt es an, sondern auf die Erringung einer andersgearteten Erkenntnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 36. Wenn hier vom «Tastsinn» der niederen Organismen gesprochen wird, so ist mit diesem Worte nicht das gemeint, was in den gewöhnlichen Darstellungen der «Sinne» mit diesem Ausdrucke bezeichnet wird. Gegen die Berechtigung dieses Ausdruckes könnte sogar vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft viel eingewendet werden. Es ist vielmehr hier mit «Tastsinn» ein allgemeines Gewahrwerden eines äußeren Eindruckes gemeint, im Gegensatz zu dem besonderen Gewahrwerden, das im Sehen, Hören und so weiter besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 36-60. Es kann scheinen, als ob die in diesen Ausführungen gegebene Gliederung der menschlichen Wesenheit auf einer rein willkürlichen Unterscheidung von Teilen innerhalb des einheitlichen Seelenlebens beruhte. Demgegenüber ist zu betonen, daß diese Gliederung im einheitlichen Seelenleben eine ähnliche Bedeutung hat wie das Erscheinen der sieben Regenbogenfarbennuancen beim Durchgange des Lichtes durch ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|197}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prisma. Was der Physiker vollbringt zur Erklärung der Lichterscheinungen, indem er diesen Durchgang und die sieben Farbennuancen in seinem Gefolge studiert, das vollbringt in entsprechender Art der Geistesforscher für die Seelenwesenheit. Die sieben Seelenglieder sind nicht bloße Unterscheidungen des abstrahierenden Verstandes. Sie sind dies ebensowenig wie die sieben Farben gegenüber dem Lichte. Es beruht in beiden Fällen die Unterscheidung auf der inneren Natur der Tatsachen. Nur daß die sieben Glieder am Lichte sichtbar werden durch eine äußerliche Vorrichtung, die sieben Glieder der Seele durch die auf das Wesen der Seele gehende geistgemäße Betrachtung. Es kann das wahre Wesen der Seele ohne die Erkenntnis dieser Gliederung nicht erfaßt werden. Denn durch die drei Glieder: physischer Leib, Lebensleib, Seelenleib, gehört die Seele der vergänglichen Welt an; durch die andern vier Glieder wurzelt sie im Ewigen. In der «einheitlichen Seele» ist Vergängliches und Ewiges unterschiedslos verbunden. Man kann, wenn man die Gliederung nicht durchschaut, nicht das Verhältnis der Seele zur Gesamtwelt kennenlernen. Noch ein anderer Vergleich darf gebraucht werden. Der Chemiker spaltet das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Diese beiden Stoffe kann man in dem «einheitlichen Wasser» nicht beobachten. Sie haben aber ihre eigene Wesenheit. Sowohl der Wasserstoff als auch der Sauerstoff bilden Verbindungen mit anderen Stoffen. So gehen im Tode die drei «niederen Glieder der Seele» Verbindungen mit der vergänglichen Weltwesenheit ein; die vier höheren fügen sich dem Ewigen ein. Wer sich sträubt, in die Gliederung der Seele sich einzulassen, der gleicht einem Chemiker, der nichts davon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|198}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wissen wollte, das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 43. Geisteswissenschaftliche Darstellungen müssen ganz genau genommen werden. Denn nur in der genauen Prägung der Ideen haben sie einen Wert. Wer zum Beispiel in dem Satze: «Sie (die Empfindungen und so weiter) werden bei ihm (nämlich beim Tier) nicht mit selbständigen, über das unmittelbare Erleben hinausgehenden Gedanken durchwoben», die Worte «selbständigen, über das unmittelbare Erleben hinausgehenden» unbeachtet läßt, der könnte leicht in den Irrtum verfallen, hier werde behauptet, in dem Empfinden oder in den Instinkten der Tiere seien keine Gedanken enthalten. Nun steht aber gerade wahre Geisteswissenschaft auf dem Boden einer Erkenntnis, die sagt, daß alles innere Erleben der Tiere (wie alles Dasein überhaupt) gedankendurchwoben ist. Nur sind die Gedanken des Tieres nicht selbständige eines im Tiere lebenden «Ich», sondern sie sind diejenigen des tierischen Gruppen-Ich, welches als ein von außen das Tier beherrschendes Wesen anzusehen ist. Es ist dieses Gruppen-Ich nicht in der physischen Welt vorhanden wie das Ich des Menschen, sondern es wirkt auf das Tier herein aus der auf Seite 90 ff. beschriebenen Seelenwelt. (Genaueres darüber ist in meiner «Geheimwissenschaft» zu finden.) Worauf es beim Menschen ankommt, das ist, daß die Gedanken in ihm selbständiges Dasein gewinnen, daß sie nicht mittelbar in der Empfindung, sondern unmittelbar als Gedanken auch seelisch erlebt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 48. Wenn gesagt wird, kleine Kinder sagen: «Karl ist brav», «Marie will das haben», so muß wohl beachtet werden, daß es weniger darauf ankommt, wie früh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|199}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder das Wort «Ich» gebrauchen, als darauf, wann sie mit diesem Worte die entsprechende Vorstellung verknüpfen. Wenn Kinder das Wort von Erwachsenen hören, so mögen sie immerhin dasselbe gebrauchen, ohne daß sie die Vorstellung des «Ich» haben. Doch deutet der zumeist späte Gebrauch des Wortes allerdings auf eine wichtige Entwickelungstatsachen hin, nämlich auf die allmähliche Entfaltung der Ich-Vorstellung aus dem dunklen Ich-Gefühl heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 52 und 53. Man wird in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft» die eigentliche Wesenheit der «Intuition» beschrieben finden. Man könnte leicht bei ungenauer Beachtung der Sache zwischen dem Gebrauche dieses Wortes in den beiden Büchern und demjenigen, der sich in diesem Buche auf Seite 52 findet, einen Widerspruch finden. Er ist für den nicht vorhanden, der genau beachtet, daß dasjenige, was aus der geistigen Welt durch die Intuition sich in voller Wirklichkeit für die übersinnliche Erkenntnis enthüllt, sich in seiner niedersten Offenbarung dem Geistselbst so ankündigt wie das äußere Dasein der physischen Welt in der Empfindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 61 ff. Über «Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal». Gegenüber den Ausführungen dieses Abschnittes wird zu bedenken sein, daß hier der Versuch gemacht ist, aus der gedanklichen Betrachtung des menschlichen Lebenslaufes selbst, ohne Hinblick auf geisteswissenschaftliche Erkenntnisse, wie sie in den andern Abschnitten dargestellt werden, Vorstellungen zu gewinnen darüber, inwiefern dieses Menschenleben und sein Schicksal über sich selbst hinaus zu wiederholten Erdenleben weist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Vorstellungen werden ganz selbstverständlich demjenigen recht bedenklich erscheinen müssen, der nur die gewohnten, auf das Einzelleben gerichteten «fest begründet» findet. Allein, man sollte auch bedenken, daß die hier gegebene Darstellung die Meinung zu begründen sucht, eine solch gewohnte Vorstellungsart könne eben nicht zu Erkenntnissen über die Gründe des Lebenslaufes führen. Deshalb müssen andere Vorstellungen gesucht werden, die den gewohnten scheinbar widersprechen. Und man sucht diese anderen Vorstellungen nur dann nicht, wenn man es grundsätzlich ablehnt, auf einen nur seelisch zu erfassenden Verlauf von Vorgängen die gedankliche Betrachtung ebenso anzuwenden wie auf einen im Physischen sich vollziehenden. Bei einer solchen Ablehnung legt man zum Beispiel keinen Wert auf die Tatsache, daß ein Schicksalsschlag, der das Ich trifft, in der Empfindung sich verwandt erweist dem Auftreffen einer Erinnerung auf ein Erlebnis, das dem erinnerten verwandt ist. Aber wer versucht, wahrzunehmen, wie ein Schicksalsschlag wirklich erlebt wird, der kann dieses Erleben unterscheiden von den Aussagen, die entstehen müssen, wenn der Gesichtspunkt in der Außenwelt genommen wird und dadurch jede lebendige Beziehung des Schlages zum Ich selbstverständlich wegfällt. Für einen solchen Gesichtspunkt erscheint der Schlag entweder als Zufall oder als eine von außen kommende Bestimmung. Da es auch solche Schicksalsschläge gibt, die gewissermaßen einen ersten Einschlag in das Menschenleben bilden und die ihre Folgen erst später zeigen werden, ist die Versuchung um so größer, das für diese Geltende zu verallgemeinern und auf eine andere Möglichkeit gar nicht zu achten. Man beginnt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erst darauf zu achten, wenn die Lebenserfahrungen das Vorstellungsvermögen in eine Richtung bringen, wie sie bei Goethes Freund Knebel sich findet, der in einem Briefe schreibt: «Man wird bei genauer Beobachtung finden, daß in dem Leben der meisten Menschen sich ein gewisser Plan findet, der, durch die eigene Natur oder durch die Umstände, die sie führen, ihnen gleichsam vorgezeichnet ist. Die Zustände ihres Lebens mögen noch so abwechselnd und veränderlich sein, es zeigt sich am Ende doch ein Ganzes, das unter sich eine gewisse Übereinstimmung bemerken läßt ... Die Hand eines bestimmten Schicksals, so verborgen sie auch wirken mag, zeigt sich auch genau, sie mag nun durch äußere Wirkung oder innere Regung bewegt sein: ja, widersprechende Gründe bewegen sich oftmals in ihrer Richtung. So verwirrt der Lauf ist, so zeigt sich immer Grund und Richtung durch.» Solch einer Beobachtung kann leicht mit Einwänden begegnet werden, insbesondere von solchen Persönlichkeiten, die sich auf die Beachtung der Seelenerlebnisse nicht einlassen wollen, aus der sie stammt. Der Verfasser dieses Buches glaubt in den Ausführungen über wiederholte Erdenleben und Schicksal aber genau die Grenzen gezeichnet zu haben, innerhalb der man Vorstellungen über die Gründe der Lebensgestaltung bilden kann. Er hat darauf verwiesen, daß die Anschauung, zu der diese Vorstellungen lenken, von ihnen nur «silhouettenhaft» bestimmt wird, daß sie nur gedanklich vorbereiten können auf dasjenige, was geisteswissenschaftlich gefunden werden muß. Aber diese gedankliche Vorbereitung ist eine innere Seelenverrichtung, die, wenn sie ihre Tragweite nicht falsch einschätzt, wenn sie nicht «beweisen», sondern die Seele bloß «üben» will,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Menschen vorurteilslos-empfänglich macht für Erkenntnisse, die ihm ohne solche Vorbereitung töricht erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 96. Was in diesem Buche in dem späteren Kapitel «Pfad der Erkenntnis» von «geistigen Wahrnehmungsorganen» nur kurz gesagt wird, davon findet sich eine ausführliche Darstellung in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? » und in meiner «Geheimwissenschaft».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 122. Es wäre unrichtig, wenn man deswegen eine rastlose Unruhe in der geistigen Welt annehmen wollte, weil es in ihr «eine Ruhe, ein Verweilen an einem Orte, wie sie in der physischen Welt vorhanden sind», nicht gibt. Es ist dort, wo «die Urbilder schaffende Wesenheiten» sind, zwar nicht das vorhanden, was «Ruhe an einem Orte» genannt werden kann, wohl aber jene Ruhe, welche geistiger Art ist und welche mit tätiger Beweglichkeit vereinbar ist. Sie läßt sich vergleichen mit der ruhigen Befriedigung und Beseligung des Geistes, die im Handeln, nicht im Untätigsein sich offenbaren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 127 und 129. Man muß das Wort «Absichten» gegenüber den treibenden Gewalten der Weltentwickelung gebrauchen, obwohl dadurch zu der Versuchung Veranlassung gegeben wird, diese Gewalten einfach so vorzustellen, wie menschliche Absichten sind. Vermieden kann diese Versuchung nur werden, wenn man sich bei solchen Worten, die doch nun einmal aus dem Bereich der menschlichen Welt genommen werden müssen, erhebt zu einer Bedeutung derselben, in welcher ihnen alles genommen ist, was sie an engbegrenztem Menschlichem haben, dafür ihnen aber gegeben wird dasjenige, was&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Mensch ihnen in den Fällen seines Lebens annähernd gibt, in denen er sich gewissermaßen über sich selbst erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 128. Weiteres über das «geistige Wort» findet man in meiner «Geheimwissenschaft».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 144. Wenn an dieser Stelle gesagt ist: «... er kann von dein Ewigen aus die Richtung für die Zukunft bestimmen», so ist dies ein Hinweis auf die besondere Art der menschlichen Seelenverfassung in der entsprechenden Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein Schicksalsschlag, der den Menschen im Leben der physischen Welt trifft, kann für die Seelenverfassung dieses Lebens etwas dem Willen des Menschen ganz Widerstrebendes zu haben scheinen: in dem Leben zwischen Tod und Geburt waltet in der Seele eine dem Willen ähnliche Kraft, welche dem Menschen die Richtung gibt nach dem Erleben dieses Schicksalsschlages. Die Seele sieht gewissermaßen, daß ihr aus früheren Erdenleben eine Unvollkommenheit anhaftet. Eine Unvollkommenheit, die von einer unschönen Tat oder einem unschönen Gedanken herrührt. In der Seele entsteht zwischen Tod und Geburt der willensähnliche Impuls, die Unvollkommenheit auszugleichen. Sie nimmt deswegen in ihr Wesen die Tendenz auf, in dem weiteren Erdenleben sich in ein Unglück zu stürzen, um durch dessen Erleiden den Ausgleich herbeizuführen. Nach der Geburt im physischen Leibe ahnt die Seele, die von einem Schicksalsschlage getroffen wird, nicht, daß sie in dem rein geistigen Leben vor der Geburt sich selbst die Richtung nach diesem Schicksalsschlage gegeben hat. Was also völlig ungewollt erscheint vom Gesichtspunkt des Erdenlebens, ist von der Seele gewollt im&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übersinnlichen. «Von dem Ewigen aus bestimmt sich der Mensch die Zukunft.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Seite 158 ff. Das Kapitel dieses Buches: «Von den Gedankenformen und der menschlichen Aura», ist wohl das, welches am leichtesten zu Mißverständnissen Anlaß gibt. Gegnerische Empfindungen finden gerade in diesen Ausführungen die besten Gelegenheiten zu ihren Einwänden. Es liegt zum Beispiel wirklich recht nahe, zu verlangen, daß die Aussagen des Sehers auf diesem Gebiete durch Versuche bewiesen werden sollen, welche der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart entsprechen. Man kann fordern, es sollen sich eine Anzahl von Menschen, die vorgeben, das Geistige der Aura zu schauen, anderen Menschen gegenüberstellen und deren Aura auf sich wirken lassen. Dann mögen die Seher sagen, welche Gedanken, Empfindungen und so weiter sie als Aura bei den beobachteten Menschen schauen. Wenn dann ihre Angaben untereinander übereinstimmen und wenn sich herausstellt, daß die beobachteten Menschen wirklich die von den Sehern angegebenen Empfindungen, Gedanken und so weiter gehabt haben, dann wolle man an das Vorhandensein der Aura glauben. Das ist gewiß ganz naturwissenschaftlich gedacht allein, es kommt das Folgende in Betracht: Die Arbeit des Geistesforschers an der eigenen Seele, die ihm die Fähigkeit des geistigen Schauens gibt, geht dahin, eben diese Fähigkeit zu erwerben. Ob er dann in einem einzelnen Falle etwas in der geistigen Welt wahrnimmt und was er wahrnimmt, das hängt nicht von ihm ab. Das fließt ihm zu als eine Gabe aus der geistigen Welt. Er kann sie nicht erzwingen, er muß warten, bis sie ihm wird. Seine Absicht, die Wahrnehmung herbeizuführen, kann nie zu&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Ursachen des Eintreffens dieser Wahrnehmung gehören. Gerade diese Absicht aber fordert die naturwissenschaftliche Vorstellungsart für das Experiment. Die geistige Welt aber läßt sich nicht befehlen. Sollte der Versuch zustande kommen, so müßte er von der geistigen Welt aus angestellt werden. In dieser müßte ein Wesen die Absicht haben, die Gedanken eines oder mehrerer Menschen einem oder mehreren Sehern zu offenbaren. Diese Seher müßten dann durch «geistigen Antrieb» zur Beobachtung zusammengeführt werden. Dann würden ihre Angaben ganz gewiß miteinander stimmen. So paradox dies alles für das rein naturwissenschaftliche Denken erscheinen mag: es ist doch so. Geistige «Experimente» können nicht wie physische zustande kommen. Wenn der Seher zum Beispiel den Besuch einer ihm fremden Person erhält, so kann er nicht ohne weiteres sich «vornehmen», die Aura dieser Person zu beobachten. Aber er schaut die Aura, wenn innerhalb der geistigen Welt Veranlassung ist, daß sie sich ihm enthüllt. Mit diesen wenigen Worten soll nur auf das Mißverständliche des oben angedeuteten Einwurfes hingewiesen werden. Was die Geisteswissenschaft zu erfüllen hat, ist, anzugeben, auf welchem Wege der Mensch zum Schauen der Aura kommt; auf welchem Wege er sich also selbst die Erfahrung von ihrem Vorhandensein verschaffen kann. Es kann also die Wissenschaft dem, der erkennen will, nur erwidern: wende die Bedingungen des Schauens auf deine eigene Seele an, und du wirst schauen. Die obige Forderung der naturwissenschaftlichen Vorstellungsart erfüllt zu sehen, wäre allerdings bequemer; allein, wer sie stellt, zeigt, daß er sich nicht von den allerersten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergebnissen der Geisteswissenschaft wirklich unterrichtet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der in diesem Buche gegebenen Darstellung der «menschlichen Aura» sollte nicht der auf das «Übersinnliche» gehenden Sensationslust entgegengekommen werden, die sich gegenüber der geistigen Welt nur dann für befriedigt erklärt, wenn man ihr etwas als «Geist» vorweist, das sich in der Vorstellung nicht von dem Sinnlichen unterscheidet, bei dem sie also mit ihrem Vorstellen bequem in diesem Sinnlichen bleiben kann. Was auf seiten 158 und 159 f. gesagt ist über die besondere Art, wie die aurische Farbe vorzustellen ist, könnte doch wohl geeignet sein, diese Darstellung vor einem solchen Mißverständnis zu bewahren. Aber es muß auch von dem, der nach rechter Einsicht auf diesem Gebiete strebt, durchschaut werden, daß die Menschenseele notwendig die geistige nicht sinnliche Anschauung des Aurischen vor sich hinstellt, wenn sie das Erlebnis des Geistigen und Seelischen hat. Ohne eine solche Anschauung bleibt das Erlebnis im Unbewußten. Man sollte die bildhafte Anschauung nicht mit dem Erlebnis selbst verwechseln; aber man sollte sich auch klar darüber sein, daß in dieser bildhaften Anschauung das Erlebnis einen völlig zutreffenden Ausdruck findet. Nicht einen solchen etwa, den die anschauende Seele willkürlich macht, sondern einen solchen, der sich selbst im übersinnlichen Wahrnehmen bildet. Man wird gegenwärtig einem Naturforscher verzeihen, wenn er sich veranlaßt findet, von einer Art «menschlicher Aura» so zu sprechen, wie es Professor Dr. Moritz Benedikt in seinem Buche über «Ruten- und Pendellehre» tut. «Es gibt, wenn auch eine geringe Anzahl von Menschen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|207}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die sind. Ein relativ größerer Teil dieser Minorität sieht in der Dunkelheit sehr viel Objekte ohne Farben, und nur relativ sehr wenige sehen die Objekte auch gefärbt ... Eine größere Anzahl Gelehrte und Ärzte wurden in meiner Dunkelkammer von meinen zwei klassischen ... untersucht, und es konnte den von denselben Untersuchten kein gerechter Zweifel an der Richtigkeit der Beobachtung und Schilderung zurückbleiben... Farbenwahrnehmende Dunkelangepaßte sehen nun an der Vorderseite die Stirn und den Scheitel blau, die übrige rechte Hälfte ebenfalls blau und die linke rot oder manche ... orangegelb. Rückwärts findet dieselbe Teilung und dieselbe Färbung statt.» Aber man wird das Sprechen von «Aura» dem Geistesforscher nicht so leicht verzeihen. Hier soll nun weder zu diesen Ausführungen Benedikts die zu den interessantesten der modernen Naturlehre gehören irgendwie Stellung genommen werden, noch soll eine billige Gelegenheit ergriffen werden, die manche so gerne ergreifen, um Geisteswissenschaft durch die Naturwissenschaft zu «entschuldigen». Es sollte nur darauf hingewiesen werden, wie in einem Falle ein Naturforscher zu Behauptungen kommen kann, die solchen der Geisteswissenschaft nicht so ganz unähnlich sind. Betont muß dabei aber auch werden, daß die geistig zu erfassende Aura, von der in diesem Buche die Rede ist, etwas ganz anderes ist als die mit physischen Mitteln zu erforschende, von der bei Benedikt die Rede ist. Man gibt sich natürlich einer groben Täuschung hin, wenn man meint, die «geistige Aura» könne ein mit äußeren naturwissenschaftlichen Mitteln zu Erforschendes sein. Sie ist nur dem geistigen Schauen zugänglich,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|208}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das durch den Erkenntnispfad gegangen ist (wie er im letzten Kapitel dieses Buches beschrieben ist). Aber auf einem Mißverständnisse beruhte es auch, wenn man geltend machte, daß die Wirklichkeit des geistig Wahrzunehmenden auf dieselbe Art erwiesen werden soll wie diejenige des sinnlich Wahrzunehmenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE DES HERAUSGEBERS =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 Johann Gottlieb Fichte, 1762-1814.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Diese Lehre setzt voraus... »: Zitiert nach «Johann Gottlieb Fichte&#039;s Einleitungsvorlesungen in die Wissenschaftslehre, die transcendentale Logik und die Tatsachen des Bewußtseins. Vorgetragen an der Univer­sität zu Berlin in den Jahren 1812 u. 13. Aus dem Nachlaß heraus­gegeben von I. H. Fichte», Bonn 1834, S. 4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 «Sobald der Mensch...»: Zitat aus der Abhandlung «Der Versuch als Vermittler von Object und Subject» (1793).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29 Carl Gustav Carus, 1789-1869; deutscher Naturforscher, Arzt, Psy­chologe und Landschaftsmaler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Noch immer bleibt zwar...»: Zitat aus dem Kapitel «Von dem Erken­nen» in Carl Gustav Carus: «Organon der Erkenntnis der Natur und des Geistes», Leipzig 1856, S. 89 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 Jean Paul Friedrich Richter, 1763-1825.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Nie vergeß ich... »: Dieses Erlebnis wurde zuerst geschildert in «Wahr­heit aus Jean Pauls Leben. Kindheitsgeschichte von ihm selbst geschrie­ben» (3 Hefte in 2 Bänden), Breslau 1826-1828; 1. Heft, S. 53.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
77 «Vom Vater hab&#039; ich die Statur...».. «Zahme Xenien», VI. Buch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
79 Wolfgang Amadeus Mozart, l756-1791. Gotthold Ephraim Lessing, 1729-1781.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
91 Rudolf Hermann Lotze, 1817-1881, Arzt und Philosoph in Leipzig, Göttingen und Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Ohne ein Licht empfindendes Auge...»: Zitat aus «Grundzüge der Psychologie». Leipzig 1894, S. 19 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Eigentlich unternehmen wir umsonst., .»: «Zur Farbenlehre», Vorwort, S. 77. Siehe Band III von «Goethes Naturwissenschaftliche Schriften», kommentiert und herausgegeben von Rudolf Steiner in Kürschners «Deutsche National-Litteratur», 5 Bde. 1884-97 (Nachdruck Dornach 1975», Gesamtausgabe Bibl.-Nr. 1 a-e,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
147 Johannes Kepler. 1571-1630.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Wahr ist&#039;s, daß der göttliche Ruf....»: Die Stelle findet sich in den «Kommentaren» zu seinem Werke «Astronomia Nova», Pars II Cap.VII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
195 Oscar Hertwig, 1849-1922, Zoologe, 1888-1921 Prof. in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
198 in meiner «Geheimwissenschaft»: «Die Geheimwissenschaft im Umriß», (1910). Gesamtausgabe Bibl. -Nr.13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
199 «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», (1904/05), Gesamtausgabe Bibl.-Nr. 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
201 Karl Ludwig von Knebel 1744-1834.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Man wird bei genauer Beobachtung finden...»: Dieser Brief ist wiedergegeben in «K. L. v. Knebels literarischer Nachlaß und Briefwechsel.», herausg. von K. A. Varnhagen von Ense u. Th. Mundt, 2. Aufl. 1840, Bd. 3, S. 452.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
206 Moritz Benedikt, 1835-1920, Mediziner; seine «Ruten- und Pendellehre» erschien Wien 1917, das wiedergegebene Zitat steht dort auf S. 17.&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung&#039;&#039;, [[GA 9]] (2003), ISBN 3-7274-0090-0; &#039;&#039;&#039;Tb 615&#039;&#039;&#039;, ISBN 978-3-7274-6151-4 {{Schriften|009}}&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]], Daniel Hartmann (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie. Die Textentwicklung in den Auflagen 1904-1922 in vollständiger Lesefassung&#039;&#039; (Rudolf Steiner Studien), Rudolf Steiner Verlag, Dornach 2009, ISBN 978-3-7274-5329-8&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]], [[a:Christian Clement|Christian Clement]] (Hrsg.): &#039;&#039;Theosophie – Anthroposophie. Ein Fragment&#039;&#039;, [[A:SKA|SKA]] Band 6: &#039;&#039;Schriften zur Anthropologie&#039;&#039;, Rudolf Steiner Verlag 2016, ISBN 978-3-7274-5806-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Originalausgaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/Faksimiles/GA009_1904.pdf Ausgabe 1904]&lt;br /&gt;
* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/Faksimiles/GA009_1908.pdf Ausgabe 1908]&lt;br /&gt;
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* [https://www.odysseetheater.org/ftp/anthroposophie/Rudolf_Steiner/Faksimiles/GA009_1920.pdf Ausgabe 1920]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Odyssee</name></author>
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&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://anthro.world/Kaspar_Hauser,_Ludwig_II._und_Richard_Wagner._Das_Mysterium_des_Parzival-Kultus_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026 Michael Rheinheimer:]&amp;lt;/span&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://anthro.world/Kaspar_Hauser,_Ludwig_II._und_Richard_Wagner._Das_Mysterium_des_Parzival-Kultus_-_ein_Vortrag_von_Michael_Rheinheimer,_2026 „Kaspar Hauser, Ludwig II. und Richard Wagner. Das Mysterium des Parzival-Kultus“]&#039;&#039;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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|[[Datei:David Martin 2026-1-28.jpg|links|270px|link=https://anthro.world/Bildschirme,_künstliche_Intelligenz_und_Robotik_-_ein_Vortrag_von_David_Martin,_2026|Prof. Dr. David Martin - Künstliche Intelligenz und Robotik, 2026]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;Unicode&amp;quot; style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 120%;&amp;quot;&amp;gt;[https://anthro.world/Bildschirme,_k%C3%BCnstliche_Intelligenz_und_Robotik_-_ein_Vortrag_von_David_Martin,_2026 Dr. David Martin - &amp;lt;u&amp;gt;Künstliche Intelligenz und Robotik&amp;lt;/u&amp;gt;, 2026]&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=Vorlage:Rudolf_Steiner_Gesamtausgabe&amp;diff=11499</id>
		<title>Vorlage:Rudolf Steiner Gesamtausgabe</title>
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		<updated>2026-06-22T18:57:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Odyssee verschob die Seite Vorlage:Rudolf Steiner Gesamtausgabe nach Vorlage:Rudolf Steiner Texte&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Vorlage:Rudolf Steiner Texte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=Vorlage:Rudolf_Steiner_Texte&amp;diff=11498</id>
		<title>Vorlage:Rudolf Steiner Texte</title>
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		<updated>2026-06-22T18:57:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Odyssee verschob die Seite Vorlage:Rudolf Steiner Gesamtausgabe nach Vorlage:Rudolf Steiner Texte&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; &lt;br /&gt;
| width=&amp;quot;80px|[[Datei:Acanthus-hellrot-frei.png|75px|Rudolf Steiner Gesamtausgabe|link=https://rudolf-steiner-online.de/]]&lt;br /&gt;
|[https://rudolf-steiner-online.de/ &#039;&#039;&#039;RUDOLF STEINER TEXTE&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Volltext-Suche und semantische Analyse&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br&amp;gt;Portal der Akanthos Akademie Stuttgart zur umfassenden Suche und semantischen Analyse im schriftlichen Gesamtwerk Rudolf Steiners. Mit Themenübersichten, Index und einem Mitgliederbereich für eigene Anstreichungen und Notizen.]&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>Vorlage:Rudolf Steiner Texte</title>
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		<updated>2026-06-22T18:56:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot; &lt;br /&gt;
| width=&amp;quot;80px|[[Datei:Acanthus-hellrot-frei.png|75px|Rudolf Steiner Gesamtausgabe|link=https://rudolf-steiner-online.de/]]&lt;br /&gt;
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|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<title>GA 183</title>
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		<updated>2026-05-24T18:01:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA183.jpg|thumb|{{RSV|183}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die Wissenschaft&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom Werden des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Neun Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 17. August bis 2. September 1918&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 183&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1967&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mit ausführlichen Inhaltsangaben von Marie Steiner zu den Einzelausgaben (1940) der Vorträge&amp;lt;/center&amp;gt; &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sehnsucht der Seelen nach dem geistigen Leben; hemmende Einflüsse durch Trägheit und Bequemlichkeit. Ein neues Menschenverständnis wird da sein, wenn mit dem Menschlichen zusammen das Ahrimanisch-Luziferische gedacht wird, so wie es die plastische Gruppe im Dornacher Bau darstellt; innere Impulse der hier betätigten Kunstanschauung. Die Zügellosigkeit des Gedankenlebens in unserer Zeit. Nicht auf den Inhalt der Ideen kommt es an, sondern auf die Art, wie sie in den Menschen leben. Die drei Grundübel der gegenwärtigen Menschheitskultur, in denen sich der jetzige Übergang vom Luziferischen zum Ahrimanischen zeigt: Borniertheit, Philistrosität, Ungeschicklichkeit. Das Heilmittel für die Gebrechen unserer Zeit ist die Geisteswissenschaft. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918|ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Abgeschlossensein des physischen Menschen von der irdischen Umgebung; das Hineingestelltsein des geistig-seelischen Menschen in die Strömungen seines eigenen seelisch-geistigen Innern und in die des Universums. Zwei Pole des Geistig-Seelischen des Menschen. Die Grenze zwischen der Normal-Aura und dem Universellen der Umwelt. Aufblitzen, Zusammenstößen, Stauungen der Strömungen; Grenzenbildung, die Schranken außen und innen. Die Stauwelle der Erinnerung; jenseits ihrer Zone ist ein bewußtes Inneres. Die andere Zone entspricht der Liebekraft; was jenseits davon ist dem Geistig-Seelischen des Universums. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918|DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Grenzzonen des seelischen Menschen. Vor dem vierten nachatlantischen Zeitraum war die eine Grenze noch durchlässig; die andere wird es im sechsten Zeitraum sein. Schon jetzt beginnt einiges durchzusickern, von innen aufsteigend. Das muß harmonisiert werden. Osttum und Westtum (Tagore, Wilson). Die verschiedenen Ziele der orientalischen Eingeweihten und der Eingeweihten des Amerikanismus. Orientalischer Impuls des Verzichtes auf das irdische Menschengeschlecht. Amerikanischer Impuls des stärkeren Untertauchens in die Leiblichkeit. Ahrimanische Dämonologisierung der Menschheit durch die Technik. Rettung durch den Christusgeist und das Verstehen der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Naturordnung und moralische Ordnung. Der Zusammenhang des Christus mit dem Sonnenmysterium. Die notwendige Umarbeitung des Vorstellungsvermögens des Menschen, um den Dualismus Christus-Jesus zu verstehen. Das Mysterium des dreifachen Menschen. Der dreigeteilte Mensch als Abbild seines Urbildes. Der Dualismus zwischen Wahrheit und Wissenschaft und seine Überwindung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Formwesenheit des Hauptes als physische Gestaltung einer uralten Bildung geht auf ahrimanische Prinzipien zurück; das Geistige des Hauptes ist eine junge Bildung. Im Rumpfmenschen spielen hauptsächlich die Prinzipien des Erdenwerdens. Die luziferischen Bildungsprinzipien des Gliedmaßenmenschen werden ihre volle Ausgestaltung erst im Venusdasein der Erde haben. Neben der kosmischen Betrachtung ist die humanistische vom Gesichtspunkt der menschlichen Individualität ins Auge zu fassen. Bedeutung des Unterbewußtseins, das verdeckt worden ist, und dessen verschiedene Stadien in unserer Zeit vom Menschenbewußtsein wieder heraufgeholt werden müssen. Das Sinnenfällige. Durchkreuzung der Strömungen im mittleren Menschen. Erinnerung, Welttableau und mikrokosmische Aura. Die umgewendeten Sinne. Der Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen und dem kosmischen Wechsel von Tag und Nacht. Solche Begriffe, die Naturleben und geistiges Leben verbinden, enthalten das, was im sozialen und geschichtlichen Leben fruchtbar wirken kann, während die mechanische Weltanschauung die Menschheit in das Chaos geführt hat. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918|SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brennende Fragen, die niemals mit den Mitteln der heutigen Zeit beantwortet werden können, denn die Vorstellungen des geistigen und irdischen Menschen sind verloren gegangen. Die Täuschung der physischen Sonne. Leerer Raum und negative Stofflichkeit; der Begriff des weniger als leer. Löcher im Gehirn als Werkzeug des Seelenlebens, das an die Gehirnmasse stößt und sich dort spiegelt. Dieses wird sich dann nach dem Tode des Menschen seiner selbst bewußt. Die Aura des Menschen mit ihren Strömungen, die sein Seelenleben konstituieren, welches aus den Ingredienzien der Seelenwelt aufgebaut ist. Nach dem Tode kommt der Mensch dadurch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelenwelt und dem Geisterlande. Jene Ingredienzien werden frei und verwandeln sich; dadurch höhlt sich das Seelenleben selbst aus und es geht das geistige Leben auf. Die Verwandlungszustände. Der Metamorphosegedanke kann fruchtbar gemacht werden für das Begreifen des Übergangs des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Die physische Welt besteht durch das Sich-Ineinanderschieben der Gedanken der höheren Hierarchien, der Formgedanken in die Stoffgedanken. Solche konkreten Begriffe der alten Mysterien müssen durch Geisteswissenschaft neu erlebt werden. Das Schema der alten Pythagoräerschulen. Die Erbschaft der abstrakten Begriffe vom Römertum durch das Mittelalter und die neuere Zeit hindurch. Dabei hat man im 19. Jahrhundert den Menschen verloren, um ihn dann von der Tierseite aus wieder zu entdecken. Diese Situation schafft die Kluft und die katastrophalen Tatsachen. Die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen liegen in der Metamorphosenlehre. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenhang des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen. Die Täuschung der physischen Außenwelt. Die Kluft zwischen Idealismus und Realismus und der Zwiespalt unseres Geisteslebens, bewirkt durch das naturalistische Anschauen der Welt und den moralischen Idealismus. Unser lebendiger Zusammenhang mit der kosmischen Vernunft, erkennbar am Schaffen des Ideellen in der Sprache. Ihre Zerlegung durch die Toten. Die Stellung der Eurythmie im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918|ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten einschneidender Unwahrhaftigkeit in gewissen geschichtlichen Epochen; Erforschung der Zusammenhänge. Die pythagoräische Schule und die sie umgebende Welt. Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Das Zerstäuben von Worten nach dem Tode. Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes. Auflösung des unaussprechlichen Gottesnamens. Im Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zerfall heraus. In dem verklingenden Wort wird von der Seele aus das Aufleuchten des Geistigen gesehen. Vergeistigung nach dem Tode. Gliederung des geistigen Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die richtunggebende und todbringende Weltenkraft der Hierarchien. Entzauberung des Seelischen. Die kosmische Kraft der «Entformung». &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918|NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Wesen der Zeit in Analogie mit dem Raume. Der Mensch erlebt nur das Abbild der realen Zeit. Frühere Zeiträume wirken perspektivisch hinein in die Gegenwart. Das Raum-Ähnliche der Zeit und das Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit. In der Natur wirkt Ahriman von der Vergangenheit her. Der Mensch läuft mit der Zeit mit und merkt nicht die Perspektive der Zeit; die Folge ist, daß ahrimanische Mächte als Gegenwärtiges in ihm wirken können; dadurch löst der Mensch sein Gegenwartsdasein von dem Geistigen. Daß er Ideale in sich trägt, ist die Folge davon, daß er luziferische Mächte in sich trägt, die darnach streben, ihn aus der Natur herauszureißen und zu vergeistigen. Der Ausgleich liegt noch in den Gebieten des menschlichen Unbewußten; gegenwärtig wird er durch den frühen Tod von Kindern und jungen Menschen geschaffen. Der Tod alter Menschen macht die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Umwandlung menschlicher Formen aus dem Geist-Seelischen in das Menschliche: des Kopfmäßigen durch ahrimanische, des Gliedermäßigen durch luziferische Wirksamkeit. Im Brustmenschen: Wirkung der normal-göttlichen Wesenheiten durch den lebendigen Odem. Da ist auch die Grenzscheide, das Gedächtnis, wodurch in dieser Trinität die ahrima- nischen Gewalten des Hauptes abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten der Extremitäten, und uns zu keiner Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen lassen. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#HINWEISE|HINWEISE]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#Literatur|Literatur]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß es mir die tiefste Befriedigung gewährt, die Arbeit in Ihrer Mitte an diesem unserem Bau und um unseren Bau herum hier wiederum aufnehmen zu können, das werden Sie mir wohl ohne weiteres glau­ben. Es ist ja tatsächlich so, daß heute nicht nur bei tieferem Nach­denken, sondern, man darf sagen, schon bei oberflächlicherem Nach­denken demjenigen, der der ganzen Aura dieses Baues nahegetreten ist, der Gedanke aufgehen könnte, daß mit diesem Bau doch etwas verknüpft ist, was mit den bedeutungsvollsten, schwerwiegendsten Aufgaben der Menschenzukunft zusammenhängt. Und nach längerer, erzwungener Abwesenheit ist es ja selbstverständlich, daß man sich mit tiefster Befriedigung wiederum an der Stätte befindet, an der dieser Bau als ein Symbolum unserer Sache steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem Gesagten darf ich wohl hinzufügen, daß für mich besonders jedesmal, wenn ich jetzt nach längerer Abwesenheit wieder komme, die tiefste Befriedigung daraus resultiert, daß ich ja immer dann sehen kann, wie schön und wie bedeutungsvoll die Arbeit an diesem Bau durch die hingebungsvolle Tätigkeit der am Bau Arbeitenden weiter gefördert worden ist. Insbesondere in diesen Monaten meiner letzten Abwesenheit, wo ja unter so schwierigen Verhältnissen gearbeitet worden ist, ist ja gerade ein Teil der künstlerischen Arbeit in einer unvergleichlichen Weise fortgeschritten, fortgeschritten in dem Geiste, der dieses Ganze durchdringen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch mit tiefer Befriedigung sehe ich bei Verfolgung des Geistes unserer Arbeit, bei Verfolgung desjenigen, was hier entsteht, das Verbundensein treuer Gesinnung bei vielen unserer Freunde, treuer Gesinnung gegenüber dem, was sich gerade in diesem Bau ver­körpert. Und dasjenige, was dann beim Wieder-auf-sich-wirken­-Lassen dieser Sache der Seele sich offenbart, das ist doch, daß hier eine Stätte vorhanden ist, mit welcher verbunden ist eine solche treue Gesinnung einer Anzahl von Freunden unserer geistigen Bewegung, einer solch treuen Gesinnung, die da verspricht, daß sich die besten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Impulse unserer geistigen Bewegung in die Zukunft der Menschheit hinein halten werden, der sie so notwendig sein werden. Es gibt schon innerhalb gerade der diesem Bau gewidmeten Arbeit etwas, was Vor­bild sein könnte für dasjenige, was im allgemeinen mit dem, was sich unter uns heute Anthroposophische Gesellschaft nennt, eigentlich gewollt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe auf der andern Seite vielfach wiederum das Gefühl, daß das Günstige, das bedeutungsvoll Gute, das man hier im Zusam­menwirken von Menschenarbeit und Menschengefühl mit diesem Bau finden kann, gerade darinnen besteht, daß dieser Bau etwas ist, was gewissermaßen in seiner Objektivität das, was durch unsere Bewegung gewollt wird, loslöst von den subjektiven Interessen der einzelnen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dieses jetzt eben Berührte waren ja - und sind - in allen ähn­lichen Gesellschaften, auch in der Anthroposophischen Gesellschaft, gewisse merkwürdige Anschauungen vorhanden, die eigentlich nichts anderes sind als merkwürdige Illusionen. Man predigt viel von Selbstlosigkeit, von allgemeiner Menschenliebe; aber das sind oftmals bloße Masken für gewisse, nur raffinierte egoistische Interessen der einzel­nen Menschen. Gewiß, die einzelnen Menschen wissen nicht, daß es sich für sie um bloße egoistische Interessen handelt, sie sind vor ihrem eigenen Bewußtsein gewissermaßen unschuldig; aber es ist doch so. Der Bau selbst verlangt aber von einer schon ziemlich großen Anzahl unserer Freunde eine selbstlose Hingabe an etwas Objektives, an etwas, was als ein von jeder einzelnen Persönlichkeit losgelöstes Symbolum unserer Sache dasteht. Und insoferne wird wohl dasjenige, was mit diesem Bau zusammenhängt, vorbildlich sein können für das, was unsere Bewegung will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, wenn wir uns so wie heute wiederum be­grüßen, da dürfen wir insbesondere die Blicke richten auf das Frucht­bare und Umfassende dieser unserer geistigen Bewegung, und wir dürfen bei einer solchen Begrüßung bedenken, daß es uns ernst sein kann mit dem Glauben: Wie es auch immer geschehen mag - das Wie, das kann ja noch so oder so, je nach den Verhältnissen sich abspielen -, aus der furchtbaren Sackgasse, in welche die Menschheit hineingeraten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist in der Gegenwart, wird sie nicht früher herauskommen, als bis sie sich entschließt, in irgendeiner Weise Anknüpfungspunkte zu suchen für fruchtbares Wirken, fruchtbares Tun innerhalb einer solchen gei­stigen Bewegung, wie es die unsrige ist. Wir werden ja ganz gewiß nicht in egoistischer Weise darauf bestehen, die Wahrheit gerade nur innerhalb unseres engen, beschränkten Kreises zu haben; aber wir dürfen uns in einem Kreise zusammengehörig wissen, welcher er­kennt, daß die Menscheit wegen des Vernachlässigens ihrer Geistessubstanz sich in diese furchtbare Lage der Gegenwart gebracht hat. Wissen können wir uns als solche Menschen, die vereint sind mit jenen Ideen, die einzig und allein hinausführen können aus der Sackgasse, in welche die Menschheit gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja in den Seelen der heutigen Menschen ungemein vieles un­geklärt. Wenn man wiederum da und dort sich hat unterrichten kön­nen über die Bedürfnisse, die obwalten nach unserer geistigen Bewe­gung, so kann man auf der einen Seite sagen: Ja, es sind doch die Seelen derjenigen, die da dürsten nach jenem spirituellen Leben, das wir meinen, der Zahl nach in starker Zunahme begriffen. Die Sehn­sucht nach solchem spirituellem Leben, sie hat sich, das darf wohl ge­sagt werden, ungeheuer vergrößert. Die Aufmerksamkeit, welche entgegengebracht wird unseren Impulsen, sie ist unstreitig in den letzten Jahren auch eine größere geworden, wenigstens auf den Ge­bieten, die mit in äußerlicher Weise in diesen letzten Jahren und ins­besondere in den letzten Monaten zugänglich waren. Auch das wird nicht ganz bedeutungslos sein, zu bemerken, daß eine solche Ver­größerung und Verstärkung dieser Sehnsucht der Menschenseelen nach dem spirituellen Leben ganz deutlich vorhanden ist. Allerdings steht dieser Verstärkung und Verschärfung der Sehnsucht nach dem spirituellen Leben das andere gegenüber: jene furchtbare Beirrung, unter welcher der weitaus größte Teil der Menschheit leidet, jene furchtbare Beirrung, welche durch die altüberkommenen Ideen, oder man könnte besser sagen, durch die altüberkommene Ideenlosigkeit innerhalb der Menschheit bewirkt wird, die, man möchte sagen, Be­quemlichkeit gegenüber jedem starken, jedem scharfen Gedanken, jene Bequemlichkeit, die einfach herrührt aus der Laxheit, aus der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trägheit, mit der das Gedankenleben seit vielen Jahrzehnten über die Erde hin geführt worden ist. Diese Laxheit, diese Trägheit beirrt die Seelen in dem vorhandenen Sehnen nach dem spirituellen Leben. Auf der einen Seite stecken die Menschen drinnen in einer wirklichen Sehn­sucht nach Geistigkeit, nach übersinnlichen, starken Impulsen. Auf der andern Seite werden die Seelen niedergehalten von all jenen alten Mächten, die nicht abtreten mögen vom Schauplatz des Menschenwirkens und die doch sehen könnten aus dem, wie weit sie es gebracht haben, daß sie nicht mehr auf diesen Schauplatz des Menschenwirkens gehören. Man möchte sagen, daß man diesen dunkeln Eindruck, diesen zwiespältigen Eindruck überall hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja unter unseren Mitgliedern an manchen Orten, in Ham­burg, in Berlin, in München, vielfach, in Anknüpfung an durch Lichtbilder wiedergegebene Darstellungen, von unserer Gruppe gespro­chen, die an der Hauptstelle unseres Baues stehen soll. Man konnte auf der einen Seite sehen, wie tatsächlich mächtige Impulse in die Seelen auch derjenigen hlneingehen, die durch die Verhältnisse der letzten Jahre niemals einen Blick werfen konnten auf das, was hier geschieht. Ein neues Menschenverständnis geht schon aus von derArt und Weise, wie das [[a:Ahriman|Ahrimanisch-Luziferische]] mit dem Christlichen zusammen gedacht wird und dargestellt, geoffenbart wird durch unsere Gruppe. Es ergreift die Seelen, wenn das, was durch diese Dinge gegeben wird, an diese Seelen herantritt. Allein, auf der andern Seite zeigen sich über­all die hemmenden Einflüsse dessen, was als Überbleibsel des Alten, Verfaulten am sogenannten Kulturleben sich über die Menschheit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man ja insbesondere sehen können an der, man darf wahr­haftig im tiefsten Sinne sagen, humoristischen Art, wie den Vorträgen begegnet wurde, die ich im Kunsthause unseres Freundes, des Herrn von Bernus in München gehalten habe, worinnen ich versuchte, die inneren Impulse unserer hier betätigten Kunstanschauung einem größeren Publikum nahezubringen. Ja, Interesse hat das bei den Leu­ten außerordentlich viel erregt, denn ich habe im Februar und im Mai solche Vorträge in München gehalten, und ich mußte jeden dieser Vorträge zweimal halten; Herr von Bernus aber versicherte mir, es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wären so viel Anfragen da, daß ich jeden dieser Vorträge vor einem öffentlichen Publikum, worin ich die Prinzipien meiner Kunstan­schauung, wie sie hier in dem Bau zutage treten, dargelegt habe, hätte viermal halten können. Interesse war schon da. Aber da, wo man selbstverständlich unfroh sein würde, wenn Zustimmung vorhanden wäre, bei der Münchner Zeitungskritik, da war, man kann schon sa­gen, in edelstem Sinne humoristisches Zähnefletschen da. Es war ins­besondere humoristisch, weil der innere Groll gegen etwas, was man gar nicht verstehen konnte, sich da so geltend machte: Es war alles solch - nicht gesprochenes, sondern gespieenes Zeug! Verzeihen Sie den harten Ausdruck. Und es zeigte sich gerade an dem Interesse, das der Sache entgegengebracht wurde, worinnen Ehrlichkeit und Auf­richtigkeit sich aussprach, im Gegensatze zu dem, was aus diesem Kunstmittelpunkte sonst sich zeigte - das ist ja München selbstverständlich, nicht wahr, das ist ja bekannt -, es zeigte sich also, wie in diesem Kunstmittelpunkte sowohl das verständigste als auch das un­verständigste Zeug geredet wurde. Gerade an dieser Diskrepanz zeigte sich an einem Beispiel, wie diese zwei Strömungen, von denen ich Ihnen sprach, in der Gegenwart vorhanden sind; wie wir wirklich uns bewußt sein dürfen, in etwas ganz Wesentlichem und Wichtigem drinnenzustehen, das für die Welt, für die Zukunft zu erkämpfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage das alles sicher nicht deshalb, weil ich irgendwie anstreben würde, wenn die Dinge in die Öffentlichkeit treten, wie man sagt, eine «gute Presse» zu bekommen; denn ich würde in dem Augenblicke, wo eine «gute Presse» auftritt, glauben: Da muß selbstverständlich irgend etwas nicht richtig sein, da muß irgend etwas Falsches auf unserer Seite geschehen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind ja geeignet, in uns das Bewußtsein hervorzu­rufen, daß wir gar sehr nötig haben, mit aller Entschiedenheit auf dem Boden unserer Sache zu stehen. Denn nichts könnte uns in schimmere Verwirrung hineinführen, als wenn wir irgendwelche Kompromisse schließen wollten mit dem, wovon die Außenwelt meint, daß es das Richtige wäre für uns. Nur in den Prinzipien unserer Sache selbst müssen wir dasjenige finden, was uns die Richtung für unser Tun angibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Auch für so etwas, das mehr nuttelbar mit unserer Sache zusammen­hängt, aber doch innerlich zusammenhängt, auch für die Eurythmie hat sich ja in der letzten Zeit ein immer steigendes Interesse an den verschiedensten Orten gezeigt. Und wenn wir, die wir da waren, uns erinnern, wie zum Beispiel gerade die Eurythmie in einem Orte auf­genommen worden ist, wo sie fast noch gar nicht gesehen worden ist, wo sie zum Teil sogar etwas Neues war für diejenigen, die sie gesehen haben, in Hamburg, so muß man sich wirklich an die Art, wie da die Sache aufgenommen wurde, mit einer tiefen Befriedigung erinnern. Gerade in Hamburg konnte man sehen, wie bedeutungsvoll die Impulse sind, die auch von einer solchen Sache ausgehen können. Und da waren Leute, die eigentlich im Grunde zum erstenmal so recht einen eurythmischen Wurf gesehen haben. Und es wird vielleicht auch für die Eurythmie die Möglichkeit kommen, mit ihr in die Öffentlich­keit einzutreten. Aber gerade dann mussen wir mit solch einer Sache auf dem allerfestesten Boden stehen, nichts anderes tun, als was ledig­lich aus unserer Sache selbst heraus folgt. Sonst würde sich sehr bald zeigen, daß von einem gewissen Punkte ab niemand glauben darf, daß ich in einer gewissen Sache, wenn es auf mich selbst ankommt, bieg­sam bin. &#039;&#039;Kursiver Text&#039;&#039;Die meisten von Ihnen wissen schon, daß ich selbstverständ­lich überall da, wo es nicht auf etwas Prinzipielles ankommt, sondern wo es darauf ankommt, menschlich zu sein, das Menschliche in den Vordergrund zu stellen, in jeder Weise mit allen Menschen mitgehe - aber wo es an die Grenze kommt, daß auch nur im geringsten irgend etwas Prinzipielles verleugnet werden müßte, da würde ich mich nicht als biegsam erweisen. Wenn also in der jetzigen Zeit, wo so vieles an Tänzerei gesehen werden kann - denn überall wird ja getanzt, das ist ja ganz schrecklich, man könnte an jedem Abend, wenn man in einer größeren Stadt wohnt, einen Tanzabend mitmachen, wo überall schaugetanzt wird -, wenn man da glauben würde, und ich sage diese Sache nicht so ohne Begründung, obwohl ich auf nichts Konkretes hinweise, daß, wenn diese unsere Eurythmie jetzt vor die Öffentlich­keit treten würde, wir irgendwie uns binden sollten an eine journa­listische Verständnislosigkeit, die irgendwelche Anforderungen stellte, so würde ich mich in der ganz entschiedensten Weise dagegen verwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Dasjenige, was Geschmacksrichtung ist, was Geschmacks­tendenz ist, muß lediglich aus unserer Sache selbst hervorgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns manchmal auch erinnern, insbesondere wenn wir uns wieder begrüßen, an das aus dem Willen folgende, notwendige, geradiinige Sich-Bewegen nach Maßgabe unserer spirituellen Impulse. Diese spirituellen Impulse werden ja gegen manches zu kämpfen ha­ben. Man kann heute nicht mehr bloß sagen Vorurteil, denn die Dinge wirken zu stark, als daß man sie mit dem schwachen Wort Vorurteil belegen könnte; diese Impulse, die werden gegen mancherlei zu kämp­fen haben. Immer wieder und wiederum muß ja hingewiesen werden auf die große Krankheit unserer Zeit, welche in der Zügellosigkeit gegenüber dem Gedankenieben besteht. Denn das Gedankenleben ist schon ein spirituelles Leben, wenn man es richtig erfaßt. Und weil die Menscheit so wenig sich an das Gedankenleben halten will, findet sie so wenig den Weg in spirituelle Welten hinein. Und ich muß schon von der verschiedensten Seite immer wieder und wieder eines berüh­ren: Man hält heute furchtbar viel von dem bloßen Inhalt der Gedan­ken. Aber der Inhalt der Gedanken ist an den Gedanken das am aller­wenigsten Wichtige. Nicht wahr, ein Weizenkorn ist ein Weizenkorn; es läßt sich nicht bestreiten. Aber mag ein Weizenkorn auch ein Wei­zenkorn sein: Wenn Sie ein Weizenkorn in einen guten, fruchtbaren Weizenboden hineinsenken, so bekommen Sie eine saftige Weizen­ähre daraus; wenn Sie ein Weizenkorn in einen ganz unfruchtbaren, steinigen Boden hineinsenken, bekommen Sie entweder gar nichts oder eine sehr korrupte Weizenähre. Jedesmal haben Sie es mit einem Weizenkorn zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagen wir jetzt etwas anderes statt Weizenkorn. Sagen wir statt Weizenkorn «Idee der freien Menschheit», von der ja heute so viel gesprochen wird; «Idee der freien Menschheit» ist «Idee der freien Menscheit», wird mancher sagen. Das ist geradeso wie: Weizenkorn ist Weizenkorn. Es ist ein Unterschied, ob «Idee der freien Mensch­heit» in einem Herzen, in einer Seele gedeiht - ganz genau dieselbe Idee mit derselben Begründung -, wo dieses Herz und diese Seele fruchtbarer Boden ist, oder ob die «Idee der freien Menschheit» in Woodrow Wilsons Kopf gedeiht! So wenig wie ein Weizenkorn gedeihen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kann, wenn es in einen steinigen Boden oder gar in den Felsen hineingesenkt wird, so bedeuten all die sogenannten schönen Ideen, die in den Programmen Woodrow Wilsons vorkommen, nichts, wenn sie aus diesem Kopfe kommen. Allein dies ist etwas, was der gegen­wärtigen Menschheit so unendlich schwer wird einzusehen, weil die gegenwärtige Menschheit eben der Anschauung ist: Man hält sich an den Inhalt von Programmen, an den Inhalt von Ideen. Aber der Inhalt von Programmen, der Inhalt von Ideen, der hat ebensowenig eine Bedeutung, als die Keimkraft eines Weizenkorns eine Bedeutung hat, bevor dieses Weizenkorn in einen gerade für es fruchtbaren Weizen­boden gesenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Real denken, das ist dasjenige, was der Menschheit so ungeheuer not tut. Und mit dem Unrealdenken der Gegenwart hängt etwas anderes zusammen, hängt zusammen, daß die Menschheit fast von allen Er­eignis sen überrascht wird. Man kann schon die Frage aufwerfen: Von was ist denn die Menschheit nicht überrascht worden in den letzten Jahren? - Von allem ist sie überrascht worden, und sie wird weiter noch viel mehr überrascht werden, als sie überrascht ist. Aber die Menschheit läßt sich ja nicht irgendwie auf dasjenige ein, was wirksam ist in der Welt. Daher ist es auch heute unmöglich, für irgendeine Sache die Menschheit zu irgendeiner Voraussicht zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mit bloßen Ideen arbeitet, dann kann man von allen Seiten alles durch alles begründen. Wenn man mit dem bloßen Inhalt von Ideen arbeitet, kann man wirklich alles mit allem begründen. Auch das ist etwas, was im Grunde genommen immer mehr und mehr und immer tiefer und tiefer eingesehen werden muß, was aber nicht einge­sehen werden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich wenn man von solchen Dingen spricht und dann Beispiele anführt, findet man keinen rechten Glauben, weil die Beispiele zu grotesk sich ausnehmen. Aber von solchen Dingen, die in so gro­tesken Beispielen zutage treten, ist unser ganzes gegenwärtiges Seelen- und Geistesleben durchschwirrt. Ich weiß, daß gar mancher vielleicht mit Groll zuhört, wenn ich Ihnen eine recht ausgefallene Idee als ein Beispiel anführe. Ich will eine ganz ausgefallene Idee anführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ein Universitätsprofessor, ein alter, angesehener Universitäts­professor auf die Tatsache gestoßen, daß Goethe in seinem langen Leben Neigungen gehabt hat für verschiedene Frauen. Darauf ist also ein Universitätsprofessor gestoßen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Goethes Leben und das Leben der mit ihm zusammenhängenden Gei­ster gründlich zu studieren. Und siehe da, selbstverständlich hat er, trotzdem er nicht gerade ein europäischer Universitätsprofessor ist, es sich zur Aufgabe gemacht, bei diesen Studien so gründlich zu Werke zu gehen, wie sonst in der Regel nur mitteleuropäische Universitäts­professoren zu Werke gehen: er hat die ganze Galerie der Goetheschen Frauengestalten in ihrem Verhältnis zu Goethe an seiner Seele Revue passieren lassen. Und was hat er herausgefunden? Fast wörtlich kann ich es Ihnen anführen. Er hat herausgefunden: Was man über die je­weilig geliebte Frau in Goethes Leben sagen kann, das ist, daß jede für Goethe eine Art Belgien war, gegenüber welcher er die Neutralität verletzte, und dann darüber geseufzt hat, daß sein Herz blute, indem er über eine leuchtende Unschuld herfallen mußte. Aber er hat auch nicht vergessen, jedesmal wiederum wie der deutsche Kanzler zu be­haupten, daß das Gebiet der verletzten Neutralität ein besseres Schick­sal verdient haben würde, daß aber er, Goethe, nicht anders gekonnt habe, da seine Bestimmung, die Rechte seines geistigen Lebens ihn verpflichteten, die Geliebte zu opfern, ja den Schmerz seines eigenen Herzens zu opfern auf dem Altar der Pflicht, die er habe gegen sein eigenes unsterbliches Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, aus diesem Buche könnte ich Ihnen noch manche ausgefallene Idee hier vorlegen. Sie würden sagen: Wozu das? - Aber es hat schon seine guten Gründe, denn derlei Ideen finden Sie heute überallhin über die Erde zerstreut. Sie sind so, die Ideen der heutigen Menschheit. Und nicht umsonst zeigen sich solche Ideen da, wo der Extrakt des menschlichen Denkens in der Literatur auftritt, denn diese Anschau­ung wird vertreten von &#039;&#039;Santayana&#039;&#039;, dem Professor der Harvard-Univer­sität in Amerika, einem sehr angesehenen Spanier, der sich aber ganz amerikanisiert hat, dessen Buch während dieser Menschheitskatastro­phe geschrieben worden ist, und dessen französische Ausgabe einge­leitet worden ist von Boutroux, der kurz vor dem Kriege von Heidelberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus eine große Lobrede über die deutsche Philosophie gehalten hat. Dieses Buch heißt: «L&#039;erreur de la philosophie allemande», und ist wahrhaftig nicht ein Zufallsbuch, sondern es ist ganz charakte­ristisch für das Denken der Gegenwart, weil ja wirklich mit derselben Leichtigkeit, mit welcher der Professor Santayana die Verletzung der belgischen Neutralität mit den Taten Goethes gegenüber verschiede­nen Frauen vergleicht, diese Menschheit das Entferntliegendste zusammenhält. Denn diese Art des Denkens tritt Ihnen, wenn Sie wirk­lich beobachten können, auf allen Gebieten der sogenannten heutigen Wissenschaft entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja schon einmal die Aufgabe jener geistigen Impulse, denen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gewidmet ist, gegen drei Grundübel in der gegenwärtigen sogenannten Mensch­heitskultur anzukämpfen. Sie kann gar nicht anders, als gegen diese drei Grundübel anzukämpfen. Das eine Grundübel zeigt sich auf dem Gebiete des Denkens, das andere auf dem Gebiete des Fühlens, und das dritte auf dem Gebiete des Wollens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Denkens ist es allmählich dazu gekommen, daß die Menschen nur so denken können, wie dasjenige Denken verläuft, das eng an das physische Gehirn gebunden ist. Aber dieses Denken, das eng an das physische Gehirn gebunden ist, das sich nicht erheben will in freiem Aufschwung zum Spirituellen, das ist unter allen Umständen dazu verurteilt, borniert zu werden, beschränkt zu werden. Und das bedeutungsvollste Kennzeichen, namentlich des gegenwärtigen wis­senschaftlichen Denkens, ist die Borniertheit, ist die Beschränktheit. Gewiß, man kann auf dem Felde des Beschränkten, des Bornierten, Großartiges leisten. Das tut zum Beispiel die gegenwärtige Natur­wissenschaft. Aber zur Naturwissenschaft, wie sie heute gedacht wird, ist ja keine Genialität notwendig. Also: Borniertheit, Beschränktheit, das ist dasjenige, was namentlich auf intellektuellem Gebiete be­kämpft werden muß. Ich will heute mehr skizzieren, wir werden diese Dinge genauer besprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Fühlens handelt es sich darum, daß die Mensch­heit allmählich zu einer gewissen Philistrosität gekommen ist - man kann das nicht anders nennen -, Engherzigkeit, Philistrosität, Eingeschränktheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf gewisse engumgrenzte Kreise. Das ist ja das hauptsächlichste Kennzeichen des Philisters, daß er sich nicht für große Weltenzusammenhänge interessieren kann. Kirchtumpolitiker sind immer Philister. Das kann natürlich auf dem Gebiete der Geisteswis­senschaft nicht genügen, denn da kann man sich nicht auf die engsten Kreise beschränken. Man muß sich sogar für das Außerirdische, man muß sich für sehr weite Kreise interessieren. Und die Leute ärgert es ja, wenn jemand auch nur vorgibt, für so weite Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn, etwas wissen zu wollen. Aber die Philistrosität muß schon auf allen Gebieten der Nichtphilistrosität weichen, wenn Gei­steswissenschaft durchdringen soll. Das ist manchmal nicht bequem, denn das fordert rückhaltloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen, und ein mehr vorurteilsloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ja in der letzten Zeit einmal etwas recht Niedliches gerade auf unserem Boden passiert; aber ich habe vorgebeugt, es ist nichts Schlimmes passiert, es hätte nur etwas passieren können! Ich habe - Sie werden sich daran noch aus den vorjährigen Zürcher Vorträgen erinnern - unter den verschiedenen Beispielen, wie aus der Natur­wissenschaft selber eine Art Überwindung des Darwinismus herauswachsen kann, auf das ausgezeichnete Buch «Das Werden der Orga­nismen» von Oskar Hertwig hingewiesen. Ich habe hier und sonst überall, wo ich nur Gelegenheit gefunden habe, auf dieses ausgezeich­nete Buch hingewiesen. Nun erschien sehr bald nach diesem Buch ein kürzeres Buch, worin derselbe &#039;&#039;[[a:Oskar Hertwig|Oskar Hertwig]]&#039;&#039; über das soziale, das ethische und das politische Leben spricht, und ich hatte mir schon gedacht: Da kann passieren, daß einzelne unserer Mitglieder, wenn sie gehört haben, daß ich gesagt habe, das Buch von Oskar Hertwig «Das Werden der Organismen» sei ein ausgezeichnetes Buch, nun glauben, daß ich denselben Oskar Hertwig für eine unfehlbare Autorität an­sehe. Dieses Buch, das als zweites erschienen ist von Oskar Hertwig, ist ein Buch, das nichts taugt, ein Buch, das herrührt von einem Men­schen, der auf dem Gebiete, um das es sich da handelt, auf dem Ge­biete des sozialen, des ethischen, des politischen Lebens, absolut keinen einzigen ordentlichen Gedanken fassen kann. Ich fürchtete schon, daß einzelne unserer Mitglieder nun hätten finden können, daß auch dieses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buch irgendeinen Wert haben könnte, weil es von demselben Oskar Hertwig herrührt. So mußte ich denn vorbauen und habe auch über­all, wo ich bisher die Gelegenheit ergreifen konnte, sie ergriffen, um darauf aufmerksam zu machen, daß ich dieses zweite Buch desselben Verfassers, der ein ausgezeichnetes naturwissenschaftliches Buch ge­schrieben hat, für ein ganz unfruchtbares, törichtes Zeug halte, von einem Menschen, der gar nicht die Möglichkeit hat, über die Dinge zu reden, über die er da redet. Bequem das eine aus dem andern zu fol­gern, ohne sich jedesmal den Tatsachen aufs neue vorurteilslos gegen­überzustellen, das läßt unsere anthroposophisch orientierte Geistes­wissenschaft nicht zu. Die fordert eben wirklich von den Menschen eine Prüfung der Konkretheit gegenüber jedem einzelnen Falle. Philistrosität ist etwas, was schwinden wird, wenn die Impulse der Geisteswissenschaft sich verbreiten. Das auf dem Gebiete des Fühlens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf dem Gebiete des Wollens, da ist es dasjenige, was so ganz besonders in der neueren Zeit im weitesten Sinne die Menschheit er­griffen hat und was ich doch nicht anders benennen kann denn als Ungeschicklichkeit. Durch das Eingeschränktsein desjenigen, was man lernt auf einem engen Kreis, kann der heutige Mensch in der Regel viel auf einem engen Kreise, und er ist ziemlich ungeschickt in bezug auf alles, was außerhalb dieses Kreises liegt. Man kann heute Männer kennenlernen, die sich keinen Hosenknopf annähen können! Unge­schicklichkeit außerhalb eines engsten Kreises, das ist dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens insbesondere verbreitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun nicht mit den bloßen abstrakten Gedanken, sondern mit der ganzen Seele bei dem ist, was man hier Geisteswissenschaft nennt, der wird sehen, daß diese Geisteswissenschaft in die Geschicklichkeit der Hände hineingeht, daß sie den Menschen geschickter macht, daß sie ihn geeignet macht, wirklich wiederum sein Interesse auf weitere Kreise, sein Wollen über eine weitere Welt auszudehnen. Natürlich ist gerade mit Bezug auf die Ungeschicklichkeit Geisteswissenschaft noch zu schwach, aber je stärker wir sie aufnehmen, desto mehr wird sie eine Bekämpferin sein der Ungeschicklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist es, was beim heutigen Aufnehmen der Geisteswissen­schaft, ich möchte sagen, als eine Trinität ihr gegenübersteht: Borniertheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
auf intellektuellem Gebiete, Philistrosität, das heißt Engherzigkeit auf dem Fühlensgebiete, Ungeschicklichkeit auf dem Wil­lensgebiete. Und die drei liebt man heute, wenn man auch sich dessen nicht voll bewußt ist. Nichts wird heute mehr geliebt in der ganzen Welt als Ungeschicklichkeit, Philistrosität und Borniertheit. Und in­dem man diese drei liebt, wird man nicht leicht vordringen können zu den großen Aspekten, zu denen die Menschheit vordringen muß: zu den Aspekten, die sich an die Benennungen Ahriman und Luzifer anknüpfen. Und gerade hier ist etwas Wichtiges zu begreifen in unse­rer Zeit, denn in unserer Zeit ist unter mannigfaltigen andern Dingen auch ein sehr wichtiger Übergang vom Luziferischen zum Ahrima­nischen. Und da sich dieser Übergang nicht bloß sonstwo, sondern auch schon durchaus hier in der Schweiz zeigt, so kann man ja auch hier davon sprechen. Auf diesem Gebiet hat vielleicht hier das erste gerade durch schweizerische Gepflogenheiten weniger Bedeutung erlangt, aber das zweite, das hat alle Aussicht, gerade auf diesem Bo­den mehr Bedeutung zu erlangen. Die Menschheit ist nämlich in bezug auf gewisse Dinge in einem Übergang von luziferischen zu ahrimani­schen Untugenden, von luziferischen Kontraimpulsen in bezug auf die Entwickelung der Menschheit zu ahrimanischen Kontraimpulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchaus luziferisch geartet waren gewisse Impulse, die man in der früheren Zeit im Erziehungswesen geltend machte. Man rechnete im Erziehungswesen - wir alle, als wir jung waren, mit Ausnahme der Jüngsten unter uns, wissen ja das sehr genau - mit dem Ehrgeiz, mit der Eitelkeit. Also man rechnete - vielleicht hier in der Schweiz weniger, aber sonst ziemlich viel in der Welt - mit dem Ehrgeiz und der Eitelkeit, mit Ordenswesen, Titelwesen und so weiter, nicht wahr! Die ganze Laufbahn mancher Menschen war aufgebaut auf diesen luziferischen Impulsen der Eitelkeit, des Ehrgeizes, des Mehr-Geltens als ein anderer Mensch und so weiter. Versuchen Sie zurückzudenken, wie das Erziehungswesen schon aufgebaut war auf diesen luziferischen Impulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenwart strebt man danach, an die Stelle dieser luzife­rischen Impulse ahrimanische zu setzen. Sie hüllen sich heute in das niedliche Wort «Begabtenprüfungen». Das will auf ahrimanischem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete, was das Pochen auf den Ehrgeiz und die Eitelkeit schon bei dem Kinde auf luziferischem Gebiete war. Man strebt heute danach, die Begabtesten herauszufinden, diejenigen, die schon ohnedies in den Klassen am meisten können; aus denen sollen wiederum einzelne her­ausgezogen werden. Dann stellt man mit diesen Begabtenprüfungen an, Prüfungen des Intellekts, Prüfungen des Gedächtnisses, Prüfun­gen der Auffassungsgabe und so weiter. Und das ist etwas, wofür die Verfassung des Schweizer Gemütes sehr viel Veranlagung hat. Und wenn auch das Luziferische hier weniger eine Rolle spielte, dieses Ahrimanische, das zeigt sich schon in sehr niedlichen Keimen: Ver­ständnis für diese Begabtenprüfungen. Denn diese Begabtenprüfun­gen gehen ja aus von der Intelligenz, von der Wissenschaft, von der gegenwärtigen Gelehrtenpsychologie. Da setzt man sich hin, nicht wahr, diejenigen, deren Begabung man prüfen will, man schreibt ihnen auf: &#039;&#039;Mörder - Spiegel - Opfer des Mörders.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitzen sie da, die armen Lämmer, vor den drei Worten Mör­der, Spiegel, Opfer des Mörders und sollen Verbindungsglieder su­chen. Das eine Kind findet: Der Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, aber das Opfer hat einen Spiegel, und in dem spiegelt sich gerade der Mörder, und da kann sich das Opfer noch retten. - Das ist das erste Kind. Seine Auffassungsgabe geht dahin, die drei Worte so zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt kommt ein anderes: Ein Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, sieht sich in einem Spiegel; da kommt ihm sein Gesicht vor wie jemand, der kein gutes Gewissen hat, und der Mörder läßt ab von seinem Opfer, weil er sein Gesicht im Spiegel sieht. - Das ist das zweite Kind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Kind macht eine andere Kombination: Ein Mörder schleicht heran. Dieser Mörder findet einen Spiegel. Er stößt sich an dem Spiegel; der Spiegel fällt herunter, macht einen furchtbaren Lärm, poltert. Das Opfer des Mörders wird auf das Gepolter auf­merksam und kann zur rechten Zeit sich rüsten gegen den Mörder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte Kind ist das Begabteste! Das erste hat nur das Aller­nächste an Ideenkombinationen gefunden, das zweite eine nahe­liegende moralische Sache, das dritte Kind hat aber eine sehr komplizierte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideenverbindung gefunden. Das ist das Begabteste! Nun ja, es ist schon so ähnlich. Man muß ja natürlich alles, wenn man es kurz darstellen will, ein bißchen in seiner eigenartigen Wesenheit darstel­len. Aber so will man in der nächsten Zeit die Begabung der Kinder prüfen, damit man die Begabtesten herausbekomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist sicher: Wenn diejenigen Menschen, die diese Methoden erfinden, nachdenken würden, wer die Großen sind, die sie verehren, so &#039;&#039;[[a:Helmholtz|Helmholtz]], [[a:Newton|Newton]]&#039;&#039; und so weiter, so müßten sie sagen, die wären bei diesen Begabtenprüfungen alle, durch die Bank, als die unbe­gabtesten Kerlchen angesehen worden! - Es wäre nichts herausge­kommen. Denn Helmholtz, der heute bei den Leuten, die da die Be­gabtenprüfungen machen, ganz gewiß als ein großer Physiker ange­sehen wird, hatte einen Wasserkopf und war sehr unbegabt in seiner Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will man denn da prüfen? Den bloßen äußeren Organismus, lediglich dasjenige, was als physisches Werkzeug des Menschen in Betracht kommt, das rein Ahrimanische der Menschennatur! Werden jemals die Früchte dieser Begabtenprüfungen in der Menschheit irgend etwas bedeuten, dann werden noch greulichere Gedankenge­bilde heraufkommen, als diejenigen sind, die zu der gegenwärtigen Menschheitskatastrophe geführt haben. Allein wenn man heute den Menschen spricht von dem, was vielleicht erst in hundert Jahren zu katastrophalen Ereignissen führen kann, so interessiert das ja die Menschen nicht. Aber wir leben jetzt in diesem Übergang von luzi­ferischem Erziehungssystem zum ahrimanischen Erziehungssystem, und wir müssen zu denen gehören, die solche Sachen ins Auge zu fassen verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wirksame Kraft für die Zukunft ist, müssen die Menschen umsetzen in Kräfte der Gegenwart. Denn das ist es, was heute von uns gefordert wird: Gefordert wird echtes, wahres, unbefangenes Sich Gegenüberstellen dem, was konkrete, unmittelbare Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darinnen kann man ja sehr sonderbare Erfahrungen machen. Ich weiß nicht, ob ich hier eine Erfahrung schon erwähnt habe, die ganz interessant ist. Es gibt Schriften von [[a:Woodrow Wilson|Woodrow Wilson]], eine Schrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über die Freiheit, eine andere Schrift heißt «Nur Literatur», die viel bewundert worden sind, auch heute noch von vielen sehr bewundert werden. In der einen Schrift, die «Nur Literatur» heißt, ist ein in­teressanter Essay wiedergegeben, den Woodrow Wilson über die historische Entwickelung von Amerika geschrieben hat. Auch sonst sind interessante Essays von Woodrow Wilson wiedergegeben mit weiten historischen Gesichtspunkten. Als ich diese Schriften las, machte ich eine interessante Erfahrung. In diesen Schriften finden sich einzelne Sätze, die mir ungemein bekannt schienen, und die doch ganz gewiß nicht von irgend etwas abgeschrieben waren; sie schienen mir aber doch außerordentlich bekannt. Und ich kam sehr bald dar­auf, daß diese Sätze, die da bei Woodrow Wilson stehen, ebensogut bei Herman Grimm stehen könnten, ja, daß mancher dieser Sätze so­gar wörtlich bei Herman Grimm steht. Herman Grimm liebe ich; Woodrow Wilson, das wissen Sie ja wohl, liebe ich nicht gerade. Aber ich kann deshalb doch nicht die objektive Tatsache verschweigen, daß in bezug auf den Inhalt der Sätze man Sätze von Herman Grimm in Vorträgen, Aufsätzen einfach herübernehmen und hineinstellen könnte in Wilsons Aufsätze, und umgekehrt Sätze von Wilson in Werke von Herman Grimm herübernehmen könnte. Da sagen zwei dem einfachen, gewöhnlichen Wortlaute nach eines und dasselbe. Aber in der Gegenwart muß man lernen: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe! Denn es liegt die interessante Tatsache vor: Herman Grimms Sätze sind persönlich erkämpft, sind errungen, Schritt für Schritt von der Seele errungen. Woodrow Wilsons ganz gleichlautende Sätze rühren von einer eigentümlichen Besessenheit her. Von einem unterbewußten Ich ist der Mann besessen, das diese Sätze herauftreibt in das bewußte Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solche Dinge beurteilen kann, der kommt darauf, daß es sich hier darum handelt: Weizenkorn ist Weizenkorn; aber es ist ein Un­terschied, ob das Weizenkorn in diesen Boden oder in jenen Boden gesenkt wird. Es ist ein Unterschied, ob jemand eine Idee so sehr als die seinige hat, daß er sie Stück für Stück auf seinem eigenen, per­sönlichsten Wege erkämpft hat, oder ob jemand diese Idee dadurch hat, daß ein Unterbewußtes ihn von sich, von diesem Unterbewußten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besessen gemacht hat: da tönt alles aus einem besessenen Unterbe­wußten heraus, aus einem Bewußtsein, das vom Unterbewußten be­sessen ist. Also es kommt heute schon darauf an, zu verstehen: Auf den Inhalt der Gedanken, auf den Inhalt von Programmen kommt es nicht an, sondern auf das lebendige Leben kommt es an, das die Menschheit lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann materialistische Philosophie lehren, man kann bloße Gedankenphilosophie lehren, man kann bloße materialistische Na­turwissenschaft lehren, man kann mit bloß materialistischer Natur­wissenschaft ein ausgezeichneter europäischer Gelehrter sein, eine Zierde der Universität sein und daneben ein braver Staatsbürger: es ist ja der Typus nicht so selten, nicht wahr? Sie sind ja überall zu finden, die Zierden und Leuchten der Wissenschaft, die zu gleicher Zeit ganz tadellose, brave Staatsbürger sind! Das kann man ja ganz gut sein. Aber nehmen Sie irgendeine bestimmt geartete Idee, etwa den Kampf ums Dasein, um eine triviale Idee zu nennen, oder eine Idee, wie sie selbst zahmere Leute wie Oskar Hertwig vertreten, oder Ideen, wie sie &#039;&#039;Spenser&#039;&#039; oder &#039;&#039;Mill&#039;&#039; oder &#039;&#039;Boutroux&#039;&#039; und &#039;&#039;Bergson&#039;&#039; vertreten, die eben durchaus nicht zu spirituellem Leben vordringen wollen, sondern bei bloßen Gedankenphilosophien bleiben - aber noch mehr: Nehmen Sie das, was materialistische naturwissenschaftliche Ideen sind, nehmen Sie diese Ideen -, gewiß, sie können wachsen im Gehirn von braven Staatsbürgern; schön, aber Weizenkorn ist Wei­zenkorn, doch es ist ein Unterschied, ob ein Weizenkorn in weizenfruchtbarem Boden wächst oder in felsigem Boden, und es ist ein Unterschied, ob dieselbe naturwissenschaftliche Idee, die in Europa als eine Zierde der Naturwissenschaft errungen werden kann und an den Universitäten gilt, in den Gehirnen der Universitätslehrer wächst, oder ob sie wächst in dem Gehirn eines Menschen, der einen Bruder hat, welcher schon als junger Mann, am Ende der achtziger Jahre, als eine Leuchte der Wissenschaft in einem Petersburger Laboratorium gilt, der voller fruchtbarer chemischer Ideen ist, mit einer besonderen Medaille ausgezeichnet, von allen, die mit ihm gearbeitet haben, als junger Mann schon hochverehrt wird - und dieser Bruder ist plötz­[ich nicht mehr da! Eben noch von der Universitätsbehörde ausgezeichnet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
plötzlich nicht mehr da! Auf allen möglichen Umwegen sollen dann seine Kollegen erfahren haben, daß er mittlerweile ge­henkt worden ist, weil er an Verschwörungen teilgenommen hatte gegen Alexander III., den Reaktionär. Solche Tatsachen beleuchten die Dinge, die in der Gegenwart spielen, als Lichtblitze. Es ist nun ein Unterschied, ob dieselbe Idee in das Gehirn eines braven west­europäischen Universitätsprofessors fällt oder in das Gehirn des Bruders dieses unter solchen Voraussetzungen Gehenkten. Wenn sie in das Gehirn dieses Bruders fällt, dann verwandelt sich dieser Bruder in einen Lenin - denn der Bruder dieses Gehenkten ist Lenin -, und dann wird dieselbe Idee zur Triebkraft von alledem, was Sie jetzt im Osten Europas aufgehen sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idee ist Idee, wie Weizenkorn Weizenkorn ist, aber man muß er­kennen, ob etwas dieselbe Idee ist und nun auftritt, je nachdem, in dem Gehirn des Universitätsprofessors oder in dem Gehirn des Bruders des dazumal Gehenkten. Man muß den Willen haben, hineinzuschauen in diejenigen Untergründe des Daseins, wo die wirklichen Impulse des Geschehens liegen. Und man muß den Mut haben, abzu­lehnen all das Phrasenzeug von Programmen und Ideen von Wissen­schaftern, die da glauben, wenn sie dies oder jenes vertreten, so komme etwas darauf an. Vertreten kann man dem Inhalte nach dies oder jenes; doch darauf kommt es an, in welchem Gebiete des leben­digen Lebens dieses also Vertretene ist, so wie es darauf ankommt, in welches Gebiet das Weizenkorn fällt, ob in einen fruchtbaren Boden oder in einen unfruchtbaren Boden. Den Weg von der Ab­straktion, die unter den heutigen ernsten Verhältnissen überall zur Illusion oder zum Chaos führt, zu der Wirklichkeit, die einzig und allein in der Spiritualität gefunden werden kann, diesen Weg muß auf allen Gebieten die Menschheit suchen. Und wenn es noch so lange dauert: Auf diesem Wege allein kann die Menschheit das Heil und den Segen aus der gegenwärtigen Verwirrung heraus finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was wir uns ins Herz schreiben sollten, worinnen wir uns zusammenfinden sollen. Das ist es, womit wir uns in einer ernsten Begrüßung begrüßen sollten: in diesem Wissen, dazuzugehören zu dem, was die Gebrechen der Menschheit heilen muß. Sie sind heilbar,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber sie dürfen nicht mit Quacksalbereien geheilt werden wollen. Sie müssen geheilt werden mit demjenigen, durch dessen Mangel die Menschheit gerade in das Chaos hineingekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals hätte im Osten der Leninismus Platz greifen können, wenn nicht im Westen die materialistische Wissenschaft, die manchmal gar nicht sich materialistisch glaubt, gelehrt worden wäre. Denn was im Osten gemacht wird, ist direkt ein Kind der materialistischen Wissen­schaft. Ein Wechselbalg ist durch &#039;&#039;Karl Marx&#039;&#039; entstanden. Das wirk­liche Kind der materialistischen Wissenschaft ist schon im Osten vorhanden. Aber man muß den Willen haben, in alle diese Dinge wirk­lich hineinzuschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, meine lieben Freunde, ist gewissermaßen der Hintergrund, auf dem sich nun, ich möchte sagen, abhebt unser Bau. Und einzelne Menschen hier bei diesem Bau, sie arbeiten, denken an den Bau wahr­haftig recht abseits von den Ideen, die auf so vielen Territorien heute die Menschheit bewegen. Man kann sich gut denken, daß da draußen auf den andern Territorien viele Menschen sind, die da finden, daß hier Menschen leben, die sich absondern von dem, was heute die Welt bewegt und, wie die Menschen glauben, auch bewegen sollte. Man könnte sich das denken, daß die Leute vorwurfsvoll an diesen Ort hinsehen. Diejenigen, die mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei diesem Bau sind, brauchen sich aus diesem Vorwurf nichts zu machen. Denn, möge dieser Bau vielleicht gar nicht seine Aufgabe erfüllen, möge dieser Bau gar nicht sein Ziel erreichen: was an die­sem Bau aber arbeitet und was von denen aus gearbeitet wird, die an diesem Bau mit Hingabe arbeiten, das ist dasjenige, was das Aller­wichtigste ist in der Gegenwart, das ist dasjenige, was die gegenwärtige Menschheit herausführen muß aus alldem, in das sie hineingekommen ist. Und wenn die Menschen draußen etwa glauben: Hier arbeiten Leute abseits von den Aufgaben der gegenwärtigen Menschheit -, so muß man diesen Leuten sagen können: Hier wird gerade gearbeitet für das Allerwichtigste, für das Allerwesentlichste in der Gegenwart, das nur die andern nicht kennen, wovon die andern noch nichts wis­sen. Aber davon wird es gerade abhängen, daß die Menschheit werde etwas wissen wollen von dem, was hier geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal sei es betont: Nicht darauf kommt es an, ob dieser Bau sein Ziel erreicht - obgleich es gut wäre, wenn er sein Ziel er­reichen würde -, sondern darauf kommt es an, daß aus gewissen Ideen heraus an diesem Bau gearbeitet worden ist, daß sich Menschen ge­funden haben für das Arbeiten an diesem Bau. Und nicht der Inhalt dieser Ideen, sondern die Art, wie diese Ideen leben, das ist dasjenige, was die Menschheitsimpulse für die Zukunft sind, während das, woran heute viele glauben, nichts anderes ist als die zum Grabe sich neigenden, in die Auflösung übergehenden, für die Auflösung auch reifen Ideen der Vorzeit. Davon wollen wir dann morgen weiter reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute davon ausgehen, eine Art Skizze zu geben von der menschlichen Seele, so wie diese menschliche Seele in ihrem Verhalten zur Welt und zu sich selbst ist. Ich möchte diese Skizze so halten, daß man etwa sagen kann: Wir sehen uns den Menschen als Seelenwesen an im Profil. Also, damit wir uns verstehen: Wie wenn wir uns den physischen Menschen - nicht das Seelenwesen - so ansehen würden, daß wir ihn etwa nicht en face, sondern im Profil haben würden, meinetwillen nach rechts hinüberschauend. Betrachten wir ihn einmal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 029.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 29]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so. Natürlich müssen wir, wenn wir versuchen, so etwas skizzenhaft zu entwerfen, uns immer klar darüber sein, daß wir es mit imagina­tiver Erkenntnis zu tun haben, daß also das Wirkliche, das hinter einer solchen Sache steht, durch ein Bild wiedergegeben ist. Das Bild deutet auf die Sache hin, und man macht ja auch das Bild so, daß es in richtiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art auf die Sache hindeutet. Aber natürlich darf man sich eine Zeichnung, eine Skizze, welche darstellen soll ein Seelisch-Geistiges, nicht so denken, wie man sich irgend etwas vorstellt, das in natura­listischer Art eine äußere sinnenfällige Wirklichkeit kopiert. Dessen, was ich jetzt sage, muß man sich schon fortwährend bewußt sein. Ich werde also alles, was den physischen und den niederen ätherischen Organismus des Menschen betrifft, fortlassen, werde nur das Seelische, das Seelisch-Geistige zu skizzieren versuchen (siehe Zeichnung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Sie ja aus den verschiedenen Darstellungen, die gegeben wor­den sind, wissen, steht dieses Seelisch-Geistige mit der seelisch-geisti­gen Umwelt mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang als der physische Mensch mit der physischen Umgebung. Der physische Mensch ist ja gegenüber der physisch-sinnenfälligen Umgebung ein ziemlich abgeschlossenes Wesen. Man möchte sagen: Dieser physisch-sinnliche Mensch ist wirklich auch real in seiner Haut eingeschlossen. - So ist es nicht bei dem, was man als den geistig-seelischen Menschen bezeichnen kann; da muß man sich einen fortdauernden Übergang denken in den Strömungen, die im seelisch-geistigen Inneren des Menschen pulsieren, und in all den Bewegungen und Strömungen, die in der allgemeinen, universellen geistig-seelischen Welt bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich nun zunächst von der einen Seite her charakterisieren, wie dieses Verhältnis des menschlich Geistig-Seelischen zu dem Gei­stig-Seelischen der universellen Umgebung ist, so müßte ich das viel­leicht in der folgenden Weise tun. Ich müßte dasjenige, was aus dem Universum, also aus der Unendlichkeit des Raumes in geistig-seeli­scher Weise hereinkommt, zunächst in dieser Art malen. Eigentlich müßte ich den ganzen Raum so ausmalen, aber das ist ja nicht nötig, ich werde nur dasjenige, was zunächst Umgebung des Menschen ist, ausmalen. Das ist also jetzt dasjenige, was als Umwelt aufzufassen ist (siehe Zeichnung Seite 31, blau). Denken Sie sich also in seelisch-geistiger Bildhaftigkeit das, worin der Mensch hineingestellt ist. Der Mensch ist ja jetzt noch nicht da, sondern es ist nur das, was aus der Umgebung angrenzt, mit diesem Blau gekennzeichnet. Denken Sie sich das wie ein in sich wogendes blaues Meer, das den Raum aber aus­füllt. Wenn ich sage: Blaues Meer -, ist das natürlich so aufzufassen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 031 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ich das öfter in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen, charakteri­siert habe, so wie Farben als Bezeichnung des Aurischen, des Seelisch-Geistigen aufzufassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmend, möchte ich sagen, oder schwebend getragen, wie eine Woge getragen, ist nun ein anderes Geistig-Seelisches. Das ist dasjenige, welches ich jetzt etwa in der folgenden Weise darstellen müßte. Wir können also, wenn wir von der universellen Umwelt zum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen übergehen, uns und das menschliche Geistig-Seelische etwa wie schwebend auf diesem Rot denken. Da hätten wir zunächst einen Teil des Geistig-Seelischen; davon müßten wir nur, wenn wir etwas der Wirklichkeit gemäß die Skizze machen wollten, den oberen Teil in einem etwas ins Violettliche, ins Lila fallenden Rot geben. Das würde nur richtig gegeben sein, wenn hier oben das Rot sich violett abstumpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit habe ich Ihnen zunächst, ich möchte sagen, den einen Pol des Geistig-Seelischen des Menschen gegeben. Den andern Pol be­kommen wir, wenn wir das, was hier an das universell Geistig-Seeli­sche sich anschließend gegen das physische menschliche Antlitz zu schwimmend-schwebend sich verhält, etwa in der folgenden Weise eingliedern: Gelb, Grün, Orange; Grün geht ins Blaue noch hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Sie eine, ich möchte sagen Normalaura des Menschen im Profil, also von der rechten Seite aus gesehen. Ich sage ausdrück­lich: eine Normalaura von der rechten Seite aus gesehen. Dasjenige, was sich dem Schauen so darstellen würde, daß das Schauen eben diese Figur vor sich hätte, das charakterisiert das Hineingestelltsein des Menschen in seine geistig-seelische Umgebung. Es charakterisiert aber auch die Stellung des Menschen, des Seelisch-Geistigen des Men­schen zu sich selber. Man kann, gerade wenn man dasjenige studiert, was durch diese Figur dargestellt ist, so recht sehen, wie der Mensch nach zwei Seiten hin ein begrenztes Wesen ist. Diese zwei Seiten, nach denen hin der Mensch ein begrenztes Wesen ist, die werden im Leben immer bemerkt; allein sie werden nicht richtig gedeutet, sie werden nicht richtig ins Auge gefaßt, werden wenigstens nicht verstanden. Sie wissen ja, daß man in der äußeren Naturwissenschaft davon spricht, daß der Mensch, wenn er die Welt betrachtet, wenn er sich Erkennt­nisse verschaffen will von der Welt, mit seiner Wissenschaft, mit seiner Erkenntnis an bestimmte Grenzen kommt. Wir haben öfter von die­sen Grenzen gesprochen, von diesem berühmten «Ignorabimus» - wir werden niemals wissen -, welches von seiten der Naturforscher, von seiten mancher Philosophen geltend gemacht wird. Man sagt, der Mensch komme eben zu bestimmten Grenzen seines Erkennens, seines Anschauens der Außenwelt. Ich habe Ihnen wohl auch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den berühmten Ausspruch angeführt, den [[A:Du Bois-Reymond|&#039;&#039;Du Bois-Reymond&#039;&#039;]] auf der Leipziger Naturforscherversaminlung in den siebziger Jahren getan hat: In die Regionen hinein, so sagte ungefähr dazumal Du Bois­-Reymond, in denen Materie spukt, wird das menschliche Erkennen niemals dringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde richtiger über diese Erkenntnisgrenzen des Menschen sprechen, wenn man vielleicht sagen würde: Der Mensch ist genötigt, indem er die Welt betrachtet, gewisse Begriffe sich festzusetzen, welche er mit seinem naturwissenschaftlichen Erkennen, auch mit seinem gewöhnlichen Philosophenerkennen nicht durchdringt. Sie brauchen ja nur zu denken an solche Betrachtungen wie den Begriff des Atoms. Vom Atom redet die Naturwissenschaft. Aber das Atom hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn man eigentlich nicht davon reden kann, wenn man nicht sagen kann, was ein Atom ist; denn in dem Augenblicke, wo man anfangen würde, das Atom zu beschreiben, wäre es nicht mehr ein Atom. Es ist ein schlechthin Unnahbares. Und so ist es eigentlich schon die Materie, der Stoff selber. Es müssen ge­wisse Begriffe festgesetzt werden, an die man nicht herankommt. So ist es mit dem Erkennen der Außenwelt. Es müssen Begriffe festge­setzt werden, wie Materie, Kraft und so weiter, an die man nicht herankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß solche Begriffe festgesetzt werden müssen, das beruht einfach darauf, daß jenes innerlich geistig-seelisch Leuchtende des Menschen hier nach außen in ein Dunkles hinein sich erstreckt. Das, was da konstatiert wird als Erkenntnisgrenze, das kann man, ich möchte sa­gen, aurisch wirklich richtig sehen. Es liegt hier dem Menschen eine Grenze vor. Das Wesen, das er selbst ist, wird hier dargestellt durch dasjenige, was ich aurisch habe verlaufen lassen als hellgrün ins Blau-violett übergehend (siehe Zeichnung Seite 31). Aber indem es ins Blauviolette übergeht, ist es nicht mehr der Mensch, da ist es das Universelle der Umgebung. Da gelangt der Mensch mit seinem Wesen, das die innere Kraft seines Anschauens der Welt ist, an eine Grenze, da gelangt er gewissermaßen an das Nichts, und da muß er solche Begriffe, wie Materie, Atom, Stoff, Kraft festsetzen, die keinen Inhalt haben. Das liegt in der menschlichen Organisation, das liegt im Zusammenhange&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Menschen mit dem ganzen Weltenall. Da geht wirk­lich die Verbindung des Menschen mit dem Weltenall vor sich. Man kann, wenn man im Sinne geisteswissenschaftlicher Vorstellung diese Grenze da bezeichnet, das so machen, daß man sagt: Diese Grenze läßt den Menschen in bezug auf seine Seele in Berührung kommen mit dem Universum. - Man kann, indem man die Richtung nach dem Universum hin mit der einen Schleife einer Lemhiskate bezeichnet, das, was dem Menschen angehört, mit der andern Schleife bezeichnen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034a.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur geht das, was aus dem Menschen herausgeht, in das Universum, in das Unendliche hinein. Man muß daher die Schleifenlinie, die Lemniskate, auf der einen Seite offenlassen, und auf der einen zu­machen, und man muß dann diese Schleifenlinle so zeichnen: Hier ist die Schleifenlinie geschlossen, hier geht sie ins Unendliche hinaus. Es ist dieselbe Linie, die ich dort gezeichnet habe, nur gehen die Schenkel hier ins Unendliche hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034b.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich hier so zeichne als offene Lemniskate, als offene Schleifen-linie, das ist nicht bloß etwas Ausgedachtes, das ist etwas, was Sie tatsächlich wie ein- und auslaufende Blitze in einer sanften, aber sehr langsamen Bewegung als Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum sehen können. Die Strömungen des Universums nähern sich fortwährend dem Menschen; er zieht sie an, sie verschlingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in seiner Nähe und gehen wieder heraus. Also es strömt so etwas dem Menschen zu, verschlingt sich, geht wieder heraus. Der Mensch ist von solchen dem Universum angehörenden Strömungen durchsetzt, die sich hier vor ihm aufhalten. Dadurch ist der Mensch, wie Sie sich vorstellen können, von einer Art welligem Aurischen um­geben ; es kommen diese Strömungen vom Universum herein, machen hier einen Wirbel, grüßen gleichsam den Menschen, indem sie einen Wirbel vor ihm machen, so daß er hier von einer Art aurischer Strö­mung umgeben ist. Das ist wesentlich ein Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum, zur geistig-seelischen Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber können Sie dasjenige, was Sie eigentlich als in Ihrem Be­wußtsein liegend empfinden, hier dargestellt finden als bläulich-grün­lich-gelblich, nach innen zu orange verlaufend. Aber das stößt hier auf; im Inneren des menschlichen Seelischen stößt dieses Gelblich-Orange auf das auf, was auf dem blauen Meere als das Geistig-Seelische des unteren Menschen schwingt, des niederen Menschen. Was ich hier rot und im Übergang ins Orange gezeichnet habe, das gehört zu den unterbewußten Teilen des Menschen, entspricht ja auch denjenigen Vorgängen im Physischen, die sich hauptsächlich als Verdauungstätigkeit und Ähnliches abspielen, woran das Bewußtsein keinen An­teil hat. Dasjenige, was mit dem Bewußtsein zusammenhängt, das würde aurisch charakterisiert sein in den hellen Partien, die ich hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 035.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 35]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dargestellt habe (siehe Zeichnung Seite 31). So wie hier zusammen­stoßen des Menschen Geistig-Seelisches mit dem Geistig-Seelischen der Umwelt, so stößt nach innen des Menschen Geistig-Seelisches mit seinem Unterbewußten - also auch eigentlich dem Universum ange­hörig - zusammen. Dieses Zusammenstoßen muß ich in den Strö­mungen so zeichnen, daß die einen Strömungen ins Unendliche hinausgehen; anders muß ich dieses Zusammenstoßen im Inneren des Menschen zeichnen. Da muß ich auch eine Schleifenlinle zeichnen, aber diese muß ich so zeichnen, daß sie nach innen verläuft. Geben Sie acht: Ich zeichne durchaus eine Schleifenlinie, aber ich nehme die untere Schleife und schlage sie um, so daß die Schleifenlinie so wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 036.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich schlage die untere Schleife um (siehe Zeichnung, rechts). Im Gegensatz zu hier (siehe Zeichnung Seite 35), wo ich die eine Schleife ins Unendliche verlaufen lasse, also ins Unendliche vergrößere, schlage ich nun die untere Schleife um. - Dann habe ich dadurch bildlich bezeichnet die Stauungen, die sich ergeben da, wo das Geistig-Seelische hier innen auf das unterbewußte, als auch univer­selle Geistig-Seelische auftrifft. Ich muß also diese Stauungen, die im Menschen entstehen, wenn ich sie entsprechend denen hier zeichne, in dieser Weise charakterisieren (sieben Lemniskaten mit umgeschla­gener Schleife). Das sind die Stauungen, welche entsprechen einer inneren Welle im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie diese innere Welle tatsächlich verfolgen wollten, so würde die Hauptrichtung dieser Welle - aber eben nur die Hauptrichtung - etwa so verlaufen, daß sie entlangliefe dem Zusammenstoßen von den, wie Sie wissen, unrichtig benannten, aber sogenannten sensitiven und motorischen Nerven im Menschen. Das nur nebenbei gesagt, denn ich will heute hauptsächlich das Geistig-Seelische der Sache erörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 037.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 37]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen daran den starken Gegensatz, der besteht in dem Verhält­nis des Menschen zur geistig-seelischen Umwelt und zu sich selber, zu dem Stück, das er aus der geistig-seelischen Umwelt als sein Unterbewußtes hereinnimmt, und das ich hier durch die rötliche Woge, die auf dem allgemeinen blauen Meere des geistig-seelischen Universums schwimmt, zu skizzieren gehabt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben gesagt, daß diese Welle hier (siehe Zeichnung Seite 31, rechts) gewissermaßen der Schranke entspricht, auf die der Mensch aufstößt, wenn er die Außenwelt erkennen will. Aber auch hier (links) ist eine Schranke; im Inneren des Menschen selbst ist eine Schranke. Wäre diese Schranke nicht vorhanden, dann würden Sie immer in Ihr Inneres hinuntersehen. Jeder Mensch würde in sein Inneres hinunterschauen. So wie, wenn diese Schranke (rechts) nicht vorhanden wäre, der Mensch in die Außenwelt hineinschauen würde, so würde er, wenn diese Schranke (links) nicht vorhanden wäre, in sein Inneres hinunterschauen. Er würde allerdings, so wie der Mensch im gegen­wärtigen Entwickelungszyklus einmal ist, wenn er so in sein Inneres hinunterschauen würde, wenig Freude haben über dieses sein Inneres, weil das, was er da sehen würde, ein höchst unvollkommenes, chaoti­sches, brodelndes Gewoge der inneren Menschennatur ist, etwas, wor­über der Mensch keine große Freude haben könnte; aber es ist das­jenige, in welches die phantastischen Mystiker glauben hinunterschauen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu können, wenn sie von Mystik sprechen. Dasjenige, was sehr häufig von phantastischen Mystikern als das Erstrebenswerte an­gesehen wird, was namentlich bei sehr vielen solchen Mystikern - ich habe sie im Vorjahre charakterisiert -, die wirklich glauben, indem sie in ihr Inneres schauen, das Universum erkennen zu können, als Mystik figuriert, das ist beim Menschen gerade durch diese Stauwelle zugedeckt, richtig zugedeckt. Der Mensch kann nicht in sein Inneres hinuterschauen. Dasjenige, was sich hier innerhalb dieser Region bildet (links), das staut sich und spiegelt sich, kann sich wenigstens in sich selbst zurückspiegeln, und die Erscheinung dieses Zurückspiegelns, das ist die Erinnerung, das Gedächtnis. Jedesmal, wenn ein Gedanke oder ein Eindruck, den Sie gefaßt haben, wiederum zurückkommt in der Erinnerung, so kommt er dadurch zurück, daß diese Stauung hier zu funktionieren beginnt. Wenn Sie diese Stauwelle nicht hätten, so würde jeder Eindruck, den Sie von außen bekommen, jeder Gedanke, den Sie fassen, durch Sie hindurchgehen, nicht in Ihnen bleiben kön­nen und in das übrige geistig-seelische Universum hineingehen. Nur dadurch halten Sie die Eindrücke auf, die Sie empfangen, daß Sie diese Stauwelle haben. Dadurch sind Sie aber imstande, durch ge­wisse Vorgänge, die wir noch charakterisieren werden, die Eindrücke wiederum zurückzubekommen. Und das drückt sich aus im Funk­tionieren des Gedächtnisses, im Funktionieren der Erinnerung. Sie können sich also vorstellen, daß Sie in sich etwas haben wie eine Tafel, was hier im Profil gezeichnet ist - denn es ist ja im Profil gezeichnet, nicht wahr, es ist solch eine Ebene, die in Ihnen ist -, da wird zurück­geschlagen dasjenige, was nicht durchgehen soll. Sie bleiben, wenn Sie wachend sind, mit der Außenwelt vereint, sonst würde alles in wachem Zustande durch Sie durchgehen. Sie würden eigentlich von den Eindrücken nichts wissen, Sie würden die Eindrücke bekommen, aber könnten sie gar nicht festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also dasjenige, was auf die Erinnerung deutet. Und das, was gewissermaßen als die Fläche dieser Stauwelle unsere Erinnerung bewirkt, deckt dasjenige zu, was der phantastische Mystiker gern in sich sehen möchte. Was da drunten ist, davon könnte man schon sagen: Für den, der die Dinge wirklich kennt, gilt das Wort: Der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch «begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie [die Götter] gnädig bedecken mit Nacht und Grauen». - Doch die Mystiker sind phantastisch und wollen da hinunterschauen. Aber sie können es ja ohnedies nicht, weil sie das normale Bewußtsein so durchlöchern, so korrumpieren würden, daß sich die Gedächtniswelle nicht zurück­schlüge. Dasselbe, was unsere Erinnerung ausmacht, was wir so not­wendig brauchen zum äußeren Leben, das bedeckt uns dasjenige, was die phantastischen Mystiker wohl schauen möchten, was aber der Mensch nicht schauen soll. Unter Ihrem Gedächtnis, unter Ihrer Gedächtnisursache, unter Ihrer Gedächtnisfläche liegt etwas Wesen­haftes vom Menschen. Aber geradeso wie die Hinterwand eines Spie­gels, wie der Belag eines Spiegels das, was vorn ist, zurückwirft, so geht, was also in Ihrem Bewußtsein ist, nicht da hinten hin; das wird wieder zurückgeworfen und kann deshalb fortwährend als Erinnerung da sein. So kann überhaupt unser ganzes Leben sich als Erinnerung spiegeln. Und im wesentlichen ist ja dasjenige, was wir das Leben unseres Ich nennen, das Spiegeln dieser Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also, unser bewußtes Leben leben wir eigentlich zwischen dieser Welle hier (rechts) und zwischen dieser Welle (links). Wir wären also Schläuche, die alles durch sich hindurchlassen, wenn wir nicht diese Stauwelle hätten, die der Erinnerung zugrunde liegt, und wir sähen in die Geheimnisse jenseits der Erkenntnisgrenze hinein, wenn wir nicht genötigt wären, außerhalb des Gebietes des Sinnenfälligen Begriffe zu setzen, für die wir keinen Inhalt mehr haben. Wären wir so organisiert, daß wir diese Stauung hier nicht erzeugen könnten, so würden wir Schläuche sein. Wären wir so organisiert, daß wir nicht genötigt wären, diese gewissermaßen unausgefüllten Be­griffe, diese dunklen Begriffe vor uns hinzusetzen, so wären wir liebeleere und liebelose Wesen; steinerne Naturen wären wir, trockene Naturen. Wir könnten nichts in der Welt gern haben, wir wären alle Mephistopelesnaturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß wir so organisiert sind, daß wir an gewisses Geistig-Seelisches unserer Umgebung nicht herankommen können mit unseren abstrak­ten Begriffen, mit unserem Fassungsvermögen, das bewirkt, daß wir lieben können. Denn was wir lieben sollen, an das sollen wir nicht so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
herankommen, daß wir es analysieren im gewöhnlichen Sinne des Wortes, daß wir es zergliedern, daß wir es behandeln wie der Chemi­ker im Laboratorium die chemischen Stoffe. Man liebt ja nicht, wenn man chemisch analysiert oder chemisch synthetisiert. Erinnerungsfähigkeit, Liebefähigkeit, das sind die zwei Fähigkeiten, die zugleich entsprechen zwei Grenzen der menschlichen Natur. Der einen Grenze nach innen entspricht die Erinnerungsfähigkeit; was jenseits der Er­innerungszone liegt, ist unterbewußtes menschliches Innere. Die andere Zone entspricht der Kraft der Liebefähigkeit; was jenseits dieser Zone liegt, entspricht dem Geistig-Seelischen des Universums. Das Unbewußte der menschlichen Natur liegt also jenseits dieser Zone, soweit das menschliche Innere reicht; das Geistig-Seelische des Uni­versums geht unbegrenzt in die Weiten hinaus von der andern Zone an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können also sprechen von Liebezone, von Erinnerungszone und können dasjenige, was das menschlich Geistig-Seelische ist, inner­halb dieser Zonen einschließen; müssen aber jenseits der einen Zone da drüben (siehe Zeichnung Seite 31, links) dasjenige suchen, was un­bewußt bleibt, und was deshalb, weil es unbewußt bleibt, gerade sehr stark zusammenhängt mit der menschiichen Körperlichkeit, mit den körperlichen Verrichtungen. Natürlich sind die Dinge in der Wirk­lichkeit nicht so einfach, wie man sie darstellen muß, weil alles inein­andergreift. Das, was hier rot ist (siehe Zeichnung Seite 31), das greift in Dinge hinein, das verändert sich ; und wiederum dasjenige, was grün und blau ist, das verändert sich auch. In der Wirklichkeit greifen die Dinge alle ineinander ein. Aber trotzdem ist in der Hauptsache die skizzenhafte Zeichnung richtig und entspricht den Tatsachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus aber ersehen Sie, daß für das physische Leben auf der Erde hier ein starkes, bewußtes Geistiges ist. Hier (links) ist ein unbewußtes Geistiges, das eigentlich mit dem Universum zusammen verschwimmt. Diese zwei Stücke des Menschen unterscheiden sich sehr deutlich von­einander. Dieses Geistige (in der Mitte), das ist daher zunächst für das irdische Leben ein solches, das sehr fein gewoben ist. Wie fein gewo­benes Licht, möchte ich sagen, ist alles hier (gelb). Würde ich am Menschen zu zeigen haben, wo dieses fein gewobene Licht ist, so würde in das hinein, was ich jetzt umfassend so umschreibe, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
menschliche Haupt fallen. Also was ich so umschrieben habe, was ich dorthin als das Gelbe, Gelb-Grünliche, Gelb-Orange nach der andern Seite gezeichnet habe, das ist fein gewobenes, wenn ich so sagen darf, Geistlicht. Das hat keine starke Verwandtschaft mit der irdischen Materie; das hat eine möglichst geringe Verwandtschaft mit der irdi­schen Materie. Deshalb, weil es wenig Verwandtschaft hat, kann es auch nicht mit der Materie sich gut verbinden, und so bleibt es zum großen Teile unverbunden mit der Materie; es wird diesem Teil ge­geben eine solche Materie, die eigentlich immer jeweils aus der vori­gen Inkarnation des Menschen stammt. Das Haupt, das, was das menschliche Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigent­lich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Phy­siognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem [[a:luzifer|luziferischen]] Inneren stammt, sondern mehr durch die An­passung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrodeln von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorpho­sieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form be­kommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinausgeschrittenes. Daher ist das Haupt - wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe - eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der übrige Mensch, der ist auch ein Haupt, so sonderbar das aussieht; nur ist er noch nicht so weit als das Haupt. Wenn Sie sich den Menschen geköpft denken, so ist das, was übrigbleibt, auch ein Haupt des Menschen, aber auf einer noch sehr zurückgebliebenen Stufe. Wenn es sich weitet entwickelt, dann wird es auch Haupt, während das, was Sie als Haupt des Menschen haben, der übrige Organismus gewesen ist in früherer Inkarnation. Wenn Sie dann dasjenige entleiblicht sich denken, vom Leibe befreit, was in Ihrem gegenwärtigen Organismus noch nicht Haupt ist, wenn Sie sich also das Haupt wegdenken vom gegenwärtigen Organismus, der erst in der nächsten Inkarnation Haupt wird - aber dieser Ihr Organismus ist ja ein Abbild, alles Physische ist ein Abbild eines Geistigen -, wenn Sie sich dafür das Geistige denken, was also in seiner äußeren Form nicht bis zum Men­schen vorgeschritten ist: da sehen Sie es sich nun an unserer luziferi­schen Figur bei der [[a:Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman|Gruppe]] drüben an, da haben Sie es!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt denken Sie sich all das Geistig-Seelische, das bei Ihnen zurückgehalten ist von Ihrem Haupte, in den Menschen hineingefügt, also all das, was beim Menschen eine Grenze ist, was er nicht durch­dringen kann (rechts, siehe Zeichnung Seite 31), in den menschlichen Kopf hineingepreßt: dann wird der Mensch nicht nur ein so altes, ehrwürdiges Haupt haben, wie er es ohnedies schon hat, sondern er wird ein ganz verknöchertes Haupt haben, wird überhaupt ganz ver­knöchern, wie die Ahrimanfigur bei unserer Gruppe drüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie sich also dasjenige, was hier unter der Erinnerungsgrenze ist, ausgegossen denken über das Innere des Menschen, bekommen Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles Luziferische. Wenn Sie sich alles dasjenige, was jenseits dieser Stauwelle ist (rechts), hereinergossen denken in die menschliche Figur, bekommen Sie die [[a:Ahriman|ahrimanische]] Form. Und der Mensch ist zwischen beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, das hat nicht nur eine große Bedeutung für das Verständnis des Menschen, sondern das hat auch eine große Bedeutung für das Verständnis der geistigen Vor­gänge in der Menschheitsentwickelung. Man versteht nicht, wie das Christentum und der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung hereingekommen ist, wenn man nicht gründlich diese Dinge versteht. Man versteht auch nicht, welche Funktionen die katholische Kirche hatte, welche Funktionen [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]] und ähnliche Strömungen ha­ben, welche Osttum und Westtum haben, wenn man sie nicht im Zusammenhange betrachten kann mit diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese Strömungen, die eigentlich richtig erst verstanden wer­den können, wenn man diese Grundlagen des geistig-seelischen Men­schen sich einmal anschaulich vor das Auge führt, Ost-, Westtum, Jesuitismus, Amerikanismus und so weiter, werde ich mir morgen erlauben, ein weniges zu sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bemühte mich gestern, Ihnen ein Bild des seelischen Menschen zu geben. Dasjenige, was wir für heute einmal aus diesem Bilde des seeli­schen Menschen herausgreifen wollen, das sollen die beiden Grenz­zonen sein, die wir gestern kennengelernt haben. Die eine Grenzzone ergibt sich ja dadurch, daß der Mensch genötigt ist, haltzumachen, wenn er versucht, die Außenwelt, so wie sie sich ihm zunächst sinnenfällig ergibt, zu durchschauen. Von Grenzen des Erkennens reden dann die Naturforscher, Philosophen und so weiter. Wir wissen, daß diese Grenzen des Erkennens nicht in Wahrheit vorhanden sind, daß sie aber in der Tat für das sinnliche, für das physische Anschauen des Menschen vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Grenze ist dadurch gegeben, daß alles in unserem Be­wußtsein Befindliche oder in das Bewußtsein Eintretende gewisser­maßen reflektiert wird, zurückgespiegelt wird an einer inneren Zone und dadurch zur Erinnerung werden kann. Es geht das, was wir im Bewußtsein haben, nicht in die volle Tiefe derjenigen Region hinunter, die nur unterbewußt für den Menschen bleibt. Wir wollen diese beiden Grenzen herauszeichnen (siehe Zeichnung Seite 45), die Erinnerungsgrenze (links) und - wir können sie geradezu nennen die Liebefähig­keitsgrenze (rechts), die zugleich die Grenze des Naturerkennens ist. Wir haben sie bezeichnet, indem wir Lemniskaten, die nach außen offen sind, hier zu zeichnen hatten (rechts), und hier (links) hatten wir gewissermaßen Lemniskaten mit einer umgestülpten Schleife zu ver­zeichnen. Das (rechts) also ist dann die Region des Außen, in das der Mensch nicht mehr hineinsieht mit dem gewöhnlichen sinnlichen Anschauung svermögen, also: nicht perzipierbar. Das (links) ist die Grenze des bewußten Lebens nach innen, in die der Mensch nicht unterzutauchen vermag mit dem Bewußtsein. Der Mensch bleibt mit seinem Bewußtsein oberhalb dieser Grenze. Würde er mit seinen be­wußten Vorstellungen hinuntertauchen, so würde er keine Erinnerung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 045.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 45]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber gerade in bezug auf das Leben des seelischen Menschen angesichts dieser beiden Grenzen etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Wenn wir in der Entwickelung der Menscheit zurückgehen etwa hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert - Sie wissen, 747 vor Christus be­ginnt der vierte nachatlantische Zeitraum -, wenn wir hinter diesen Zeitpunkt zurückgehen in die früheren nachatlantischen Zeiträume, dann gilt für den Menschen dieses, daß dasjenige, was jenseits dieser Grenze liegt, doch in einer gewissen Weise noch hereinwirkte in das Bewußtsein. Und darauf beruhte eben jenes damals noch vorhandene atavistische Hellsehen. Es drangen gewisse Impulse damals herein aus dem Universum und machten sich geltend als atavistische Schauun­gen. So daß wir sagen können: Ganz undurchsichtig - ich meine jetzt intellektuell undurchsichtig - wurde dieses Außen erst seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, und es wurde immer mehr und mehr un­durchsichtig. - Jetzt leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Es ist ja undurchsichtig geblieben. Und darauf pochen ja die Leute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute ganz außerordentlich, indem sie immerzu behaupten, daß über­haupt kein Mensch eindringen könne in jenes «Ding an sich», oder wie sie es dann nennen, was da jenseits dieser Grenze liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen darf gesagt werden, daß immer mehr und mehr sich eine andere Tendenz geltend macht und gegen den sechsten nachatlantischen Zeitraum sich immer mehr und mehr geltend machen wird. Das ist, es wird gewissermaßen diese Zone hier (links) durchiässig werden. Es wird die Zeit kommen, wo aus den Tiefen der Menschennatur das­jenige, was ich Ihnen gestern als das Brodelnde geschildert habe, als dasjenige, in das der Mensch nicht hinunterschauen soll - in dem Sinne vor allen Dingen nicht, wie die phantastischen Mystiker das wollen -, es wird aus diesem Gebiete von dem [[a:Slawische_Kultur|sechsten nachatlantischen Zeit­raum]] an gewissermaßen allerlei durchsickern wollen. Ja, es wird diese Zeit schon im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum beginnen]], in unserem Zeitraum. Es wird allerlei durchsickern wollen. Es wird sich das ja vor allen Dingen dadurch äußern, daß viel mehr Menschen, als man heute denkt, immer mehr und mehr aus gewissen rein inneren Erfah­rungen entnehmen werden, daß es wiederholte Erdenleben gibt und dergleichen. Diese Dinge kommen, man möchte sagen, heute schon, obwohl spärlich, zum Durchbruche. Ich habe öfter, hier ja wohl auch schon, den Namen eines merkwürdigen Menschen der Gegenwart genannt, des &#039;&#039;Otto Weininger&#039;&#039;, der ja besonders bekanntgeworden ist durch sein dickes Buch «Geschlecht und Charakter». Noch interessanter aber ist dasjenige Buch, das nach seinem Tode sein Freund Rappa­port herausgegeben hat, und in dem allerlei außerordentlich Interes­santes drinnensteht. Es sind zum großen Teil Aphorismen. Das Ganze trägt den Titel «Über die letzten Dinge». Einer dieser Apho­rismen besagt ungefähr dieses: Weininger behauptet, die Seele des Menschen hätte in ihrem vorgeburtlichen Leben ein gewisses Grauen vor sich selber zur Entwickelung gebracht und hätte dadurch die Sehnsucht bekommen, dieses Leben zu vergessen und sich in das Vergessen hineinzustürzen, was die Verleiblichung bedeutete. - Also Weininger spricht vollständig von dem vorgeburtlichen Leben, von dem Verleiblichen; nur spricht er in seiner düsteren, pessimistischen An­schauung davon, daß die Seele sich zu betäuben sucht gegenüber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihrem vorgeburtlichen Leben, und die Betäubung sucht sie in der Verleiblichung in einem physischen Menschenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber solche unmittelbaren Eindrücke heutiger Menschen von dem Wege der Seele gibt es ja viele, und sie werden immer zahlreicher und zahlreicher werden. Bei solch einem Menschen wie Weininger kann man schon heute sehen, wie dichter, kompakter möchte ich sagen, das Ich innerlich den Menschen anfaßt. Bei Weininger sieht man schon deutlich, wie diese Grenze etwas durchlässig wird und da allerlei her­aufdringt. Interessant ist es zum Beispiel, welche Notiz er hingeschrieben hat über seinen eigenen Tod. Er verübte frühzeitig, mit dreiund­zwanzig Jahren schon, Selbstmord. Er schrieb eine ganze Reihe von Notizen nieder, die außerordentlich interessant sind, weil sie geradezu Imaginationen astralischen Schauens darstellen. Das alles paarte sich mit einem gewissen Charakterzug, der ihn dann dahin führte, eines Tages sich einzumieten in Beethovens Sterbehaus in Wien und in diesem sich gleich am nächsten Morgen selber zu ermorden, mit drei­undzwanzig Jahren. Und darüber schrieb er die Notiz, daß er sich ermorden müsse, weil er sonst fürchten müsse, getrieben zu werden durch einen unbestimmten Drang, ein Mörder zu werden, einen andern ermorden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht, da rumoren furchtbarste Dinge in der Seele eines außer­ordentlichen genialischen Menschen, die nicht so ohne weiteres be­zwungen werden können durch das, was in seinem Bewußtsein ist, weil da vieles aus diesem Unterbewußten herauf rumort. Sie werden begreifen, daß man schon mit einem gewissen Recht darauf hinweisen muß, daß die gewöhnliche Gescheitheit, die der Mensch jetzt ent­wickeln kann, nicht ausreicht, um das, was da aus den unbekannten Tiefen herauf kommt, zu erkennen. Denn es sollte ja gar nicht herauf­kommen, es sollte da unten bleiben, aber es wird doch heraufkommen. Geradeso wie bis zum Jahre 747 vor Christus von außen etwas herein­gekommen ist, so wird nachher von innen etwas aufsteigen. Durch das, was der Mensch sich erringen wird an gewöhnlicher, normaler Ge­scheitheit, wird das nicht bezwungen werden können, bei weitem nicht bezwungen werden können. Da wird man eben brauchen jenes Ver­stehen der Welt, welches durch die Geisteswissenschaft zu erwerben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist. Es wird Harmonie, innerliche Festigkeit und innerliche Gediegen­heit in das menschliche Seelenleben nur eindringen können, wenn die Menschen dieses innerliche Seelenleben werden ordnen, harmonisie­ren wollen durch dasjenige, was aus der Erkenntnis des Geistes heraus errungen werden kann. Es strebt die Entwickelung der Menschheit also aus einem Zustande heraus, in welchem von der Außenwelt mehr wahrnehmbar war, als heute wahrnehmbar ist, und es strebt diese Ent­wickelung der Menschheit einem Zustande zu, in welchem aus dem tiefsten Inneren des Menschen mehr auftauchen wird, als heute im Normalzustand auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge, von denen ich jetzt spreche, sie kennt man eigentlich in den eingeweihten Kreisen da und dort sehr gut. Von jenem alten Erkennen, das bis ins 8. vorchristliche Jahrhundert den Menschen zu­gänglich war, spricht ja noch das ganze morgenländische Geistesleben, das ganze asiatische Geistesleben. Ja, es spricht nicht nur das Geistes­leben, es spricht im Grunde genommen die ganze asiatische Kultur davon. Daher kommt es, daß es eigentlich so schwer verständlich ist für den Europäer, wenn heute der Orientale, der asiatische Orientale von seiner Kultur spricht. Da muß man schon, wenn man diese Leute verstehen will, sich hineinfinden in eine andere Art, die Vorstellungen, die Gedanken zu bilden. Heute würde es zum Beispiel für sehr viele Menschen sehr interessant sein müssen, so etwas Tonangebendes zu verfolgen, wie die Rede ist, welche Rabindranath Tagore, der Inder, gehalten hat über den Geist Japans. Sie wissen: Tagore ist der von der Nobel-Stiftung preisgekrönte Inder. Er hat über den Geist Japans einen Vortrag gehalten. Es ist weniger wichtig, was er über den Geist Japans gerade spricht, als der Geist, aus dem heraus er spricht, der Geist des heutigen Orientalen, der nur verstanden werden kann, wenn man weiß, daß etwas in den Orientalen noch zurückgeblieben ist von jenem Her­auf-, von jenem Hereinkommen der Außenwelt, wie es heute nicht perzi­pierbar ist. Für die meisten Europäer reden die Orientalen, wenn sie im Sinne ihrer Kultur reden, eben eigentlich etwas ziemlich Unverständ­liches. Man versteht gewöhnlich gar nicht, wovon sie eigentlich reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die andere Erscheinung kommt vor, daß dasjenige, was eigent­lich erst in der Zukunft auftreten sollte, in einer gewissen Weise dann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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vorweggenommen wird. Vergleichen könnte ich das damit, daß ich hinweise auf Kinder, die als Kinder schon greisenhaft sind. Sie neh­men das Greisenhafte als Kinder schon voraus. Da ist die Unregelmäßigkeit in der Entwickelung dadurch eingetreten, daß etwas, das später kommen sollte, früher hereingeschoben ist, in eine frühere Zeit. Während nun im orientalischen Denken, in der orientalischen An­schauungsweise gerade bei den hervorragendsten Geistern ein aus alter Zeit Zurückgebliebenes in der Weise herrscht, wie ich es eben angedeutet habe, herrscht namentlich bei so ganz im Sinne des Ameri­kanismus denkenden Geistern ein Hereinnehmen von Späterem, ein Hereinschieben von Späterem. Da merkt man deutlich, wenn man auf solche Sachen eingehen kann, daß gerade hervorragendere Geister vieles von dem haben, was da (links) durchsickert. Sie bekommen eine Vorstellung von solchem Durchsickerndem, wenn Sie zum Bei­spiel jenen Essay lesen, den Woodrow Wilson geschrieben hat über die Entwickelung des amerikanischen, des nordamerikanischen Volkes im besonderen. Man kann sich nichts denken, das mehr den Nagel auf den Kopf trifft, das treffender wäre als dieser Essay, den &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; über die Entwickelung des amerikanischen Volkes geschrieben hat. Da ist jedes Wort darinnen so, daß man das Gefühl hat: es ist die Sache in der allerallerschärfsten Weise charakterisiert und getroffen. Und das fällt insbesondere deshalb auf, weil Wilson in diesem Fall sehr scharf aufmerksam macht darauf, daß eine ganze Anzahl von Leuten auch in Amerika die Ansicht haben, die eigentlich nur zu rechtfertigen ist, wenn man das amerikanische Volk heute noch auffaßt - wogegen er, Woodrow Wilson, sich wendet - gleichsam als eine Dependance des englischen Volkes. Diese Menschen, die heute noch die Amerika­ner so auffassen, als ob diese etwas wären wie Abkömmlinge, wie ein Zweig der europäischen Engländer, diese Leute lehnt Woodrow Wil­son im strengsten Sinne des Wortes ab. Die verstehen nichts, meint er, von der eigentlichen Entwickelung des amerikanischen Volkes im 19. Jahrhundert. Denn der Amerikaner beginnt von innen erst Ame­rikaner zu sein - so spricht Wilson aus echt amerikanischem Geiste heraus, außerordentlich prägnant und treffend - in dem Momente, wo er aufhört anzuknüpfen mit seinem Seelenhaften an das, was von England&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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herübergekommen ist, wo er beginnt, als Bebauer des Bodens von Osten nach dem Westen hinüberzudringen, von der amerikani­schen Ostküste nach der Westküste hinüberzudringen. In diesem Aus­roden der Urwäider, in der Arbeit mit der Flinte, in der Arbeit mit dem Spaten, in der Arbeit mit dem Pflug und dem Pferde, in diesem Über­winden jenes Widerstandes, der zu überwinden ist bei der Arbeit von dem Osten nach dem Westen hinüber, entwickelt sich für ihn der Westmann, der «Westerner», wie er es nennt. Und in dieser Art und Weise der Eroberung des Bodens sieht er, so daß es unmittelbar über. zeugendsten Eindruck macht, den eigentlichen Nerv der amerikani­schen Entwickelung. Man hat überall gerade das Gefühl - man muß natürlich verstehen, das Wie zu lesen in einem solchen Fall, nicht bloß das Was -, da spricht viel mehr als der Wilson. Denn wenn der Wilson selber spricht - ja, da wird nicht viel Gescheites daraus. Da spricht viel mehr, da spricht dasjenige, wovon der Mann als von seinem eigenen Inneren her besessen ist, da sprechen Därnonennaturen, die geradezu grandiose Zukunftsgeheimnisse eingeben. In diese Geheim­nisse müßte eigentlich die Menschheit eindringen, wenn die Ent­wickelung verstanden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute tatsächlich einen Unterschied machen zwischen der bloßen wissenschaftlichen und zeitungsgemäßen Erfassung der Welt, die ja bequem ist, die auch allbeliebt ist, und der wahren Erfassung der Welt. Die wahre Erfassung der Welt, die muß solche Gegensätze sich klarmachen können wie die, welche ich jetzt auseinandergesetzt habe: von dem Hereinkommen bei den orientalischen Völkern von etwas, das da draußen liegt (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) ; von dem Heraufkommen bei den amerikanischen Völkern von etwas, was da drinnen (links) liegt. Und was da heraufkommt, es braucht das nicht etwas bloß Verwerfliches zu sein, es kann in gewissem Sinne grandiose [[a:ahriman|ahrimanische]] Offenbarung sein, die da heraufkommt. Denn ahrimanische Offenbarung ist es im wesentlichen, welche in jenem ausge­zeichneten Aufsatze von Woodrow Wilson über die Entwickelung des amerikanischen Volkes gegeben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eingeweihten des Ostens und die Eingeweihten des amerikani­schen Volkes, die wissen auch das Nötige aus diesen Dingen zu machen.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Man will von beiden Seiten die Entwickelung der Menschheit durchaus in gewisse Bahnen bringen. Die orientalischen Völker, das heißt ihre Eingeweihten, haben ganz bestimmte Absichten für die Zukunftsentwickelung der Menschheit. Diese Leute sehen, was in der Entwickelung richtig liegt und versuchen dasjenige, was in der Ent­wickelung richtig liegt, soweit der Mensch es beeinflussen kann, zu beeinflussen. Sie suchen ihm eine gewisse Richtung, einen gewissen Impuls zu geben. Und der Impuls, der da von den orientalischen Eingeweihten der Entwickelung gegeben werden will, der beruht im wesentlichen darauf, daß man nicht mehr rechnen will, so ungefähr nach der Häffte der sechsten nachatlantischen Zeit, auf die mensch­liche Generation. Man möchte verzichten auf das irdische Menschen­geschlecht nach dieser Zeit. Man möchte die Entwickelung der Menschheit dahin bringen, daß die Menschen nachher eigentlich nicht mehr so recht physische Nachkommen haben, daß die Seelen dann schon sich vergeistigen, nicht mehr auf die Erde herunterkommen in Verleiblichungen. Man möchte das Reich des Geistes für die Mensch­heit schon von der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit an be­gründen. Dies würde man nur können, wenn man gewisse Kultur­ingredienzien abweisen würde. Nicht nur die Eingeweihten des Orients, sondern eigentlich instinktiv jeder gebildete Orientale lehnt daher im eminentesten Sinne gewisse Europäismen ab ; gerade die­jenigen Europäismen, auf die der Europäer ganz besonders stolz ist, lehnt er ab. Er lehnt ab namentlich alles dasjenige, was sich ja aus der rein technischen, materiellen Kultur in Europa und seinem Anhange Amerika ergeben hat. Wer die Entwickelung der Menschheit studiert, namentlich im 19. Jahrhundert und in das 20. Jahrhundert herein, der wird finden, daß man mit Recht sagt: Die Techhik hat es ungeheuer weit gebracht, die Technik hat den Menschen Arbeitskräfte abge­nommen. Wenn man heute davon redet, die Erde habe so und so viel hundert Millionen Einwohner, so ist dieses eigentlich nicht ganz richtig, weil man auch rechnen kann, wieviel die Erde Einwohner hat nach dem, wieviel gearbeitet wird. Nun wird mit vollständigem Recht gesagt, daß seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von den Maschinen, die nach und nach entstanden sind, menschliche Arbeitskraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verrichtet wird. Man kann berechnen, ziemlich exakt berechnen, wieviel Millionen Menschen mehr die Erde haben müßte, wenn alle die Arbeit, die von den Maschinen verrichtet wird, von den Menschen verrichtet würde. Die Erde müßte fünfhundert Millionen Menschen mehr haben. Man kann schon sagen: Heute sind auf der Erde nicht nur diejenigen Menschen mit zwei Beinen und einem Kopf, die statistisch berechnet werden können, sondern fünfhundert Millionen mehr, gemessen an der Arbeitskraft; die Arbeitskraft wird eben von Maschinen verrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt nichts Materielles, hinter dem nicht ein Geistiges steht. Diese fünfhundert Millionen Menschenkräfte, die sind die Gelegen­heit zum Aufenthalte von ebensovielen ahrimanischen Dämonen innerhalb der menschlichen Kultur. Diese ahrimanischen Dämonen sind einmal da. Und diese ahrimanischen Dänionen, die lehnt der Orientale aus einem gewissen Instinkt heraus radikal ab; die will er nicht. Das sehen Sie eigentlich aus jeder Manifestation eines feingebildeten Orientalen heraus, daß er diese ahrimanische Dämonologie ab­lehnt. Denn diese ahrimanische Dämonologie, die gibt dem Menschen eine gewisse Schwere, die niemals möglich macht, daß dasjenige ge­schleht, was die orientalische Initiation anstrebt: daß das Menschen­geschlecht mit der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit physisch aufhört auf der Erde zu sein, weil die Menschen zurückgehalten wer­den durch das, was sich auf diese Weise dämonologisch-ahrimanisch entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem andern Ziel streben die Eingeweihten des Amerikanismus zu. Sie streben dem entgegengesetzten Ziele zu. Sie streben danach, eine innigere Gemeinschaft zu bilden, als im normalen Verlauf der Mensch­heitsentwickelung geschehen soll, zwischen den Menschenseelen und derjenigen Leiblichkeit, welche auf der Erde zu finden sein wird, der dichten, groben Leiblichkeit, die auf der Erde zu finden sein wird von dem sechsten nachatlantischen Zeitraume an. Die seelische Kultur wird sehr vertieft sein, aber die leibliche wird grob sein. Aber eine innigere Verbindung mit dieser groben Leiblichkeit strebt man im amerikanischen Westen an, eine innigere Verbindung als die normale ist, ein stärkeres Untertauchen in die Leiblichkeit. Man will entgegenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|53}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dem, was da durchsickert (siehe Zeichnung Seite 45, links), will ihm entgegengehen durch stärkeres Eindringen in die Leiblich­keit. Während man also eine Kultur begründen will von seiten der Orientalen, die nicht rechnet mit den Menschenleibern der späteren Erdenentwickelung, will man die Seelen ketten an diese spätere Erdenentwickelung innerhalb der amerikanischen Kultur des Westens. Man will die Leiber möglichst so gestalten, daß die Seelen, wenn sie durch den Tod gegangen sind, möglichst bald wiederum in einen Leib herunterkommen können, daß sie möglichst wenig sich aufhalten in der geistigen Welt. Man will die Seelen möglichst abhalten von einem Aufenthalt in der geistigen Welt, man will, daß sie möglichst bald wiederum auf die Erde herunterkommen. Man will sie innigst ver­binden mit dem Leben der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Tendenzen, die man kennenlernen muß. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheint, wenn man von diesen Ten­denzen spricht, so schädlich ist es ihm, daß sie übersehen werden. Denn notwendig ist, daß der Mensch sich mit vollem Bewußtsein hineinstellt in dasjenige, das eigentlich mit ihm selbst gewollt wird und demgegenüber er oftmals leider, leider so steht, daß man sagen kann: er läßt alles mögliche mit sich geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieses westliche Ideal, diese Dämonologisierung des Men­schen, das wird nur erreicht werden können, wenn der geistige, psy­chische Amerikanismus unterstützt werden kann von einer andern Weltanschauungsströmung, die viel verwandter mit dem Amerikanis­mus ist, als man denkt. Sie haben ja gesehen: Es ist wesentlich ein Hinneigen des Amerikanismus zur Ahrimankultur, was das Ausschlag­gebende ist. Aber eine richtige Förderung würde dieser Amerikanis­mus erhalten können, wenn er unterstützt würde von einer andern Weltanschauung, die viel verwandter mit ihm ist, als man denkt. Das ist der [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]]. Jesuitismus und Amerikanismus sind zwei sehr, sehr verwandte Dinge. Denn als der fünfte nachatlantische Zeitraum begann, da handelte es sich darum, einen Impuls zu finden, durch den man sich in den Stand setzen konnte, die Menschen möglichst hinwegzuführen von dem Verständnisse des Christus. Und diejenige Bestre­bung in der Kulturentwickelung, welche es sich zur Aufgabe gesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|54}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hat, kein Verständnis des Christus aufkommen zu lassen, das Ver­stänanis des Christus vollständig zu untergraben, das ist der Jesuitis­mus. Der Jesuitismus strebt danach, allmählich jede Möglichkeit eines Christus-Verständnisses auszurotten. Denn dasjenige, was da zugrun­de liegt, das hängt schon mit einem tiefen Mysterium zusammen. Damit, daß etwas von außen (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) immer da hereinkam in das menschliche Innere, hängt es zusammen, wie ich sagte, daß die Menschen vorher, vor dem 7., 8. vorchristlichen Jahr­hundert, atavistisches Hellsehen hatten. Aber durch dieses atavistische Hellsehen sahen sie auch im Universum den Christus. Der Christus war etwas, was sie sehen konnten im alten Hellsehen. Ich habe das ja oft dargestellt, ich habe es dargestellt in der «Geheimwissenschaft im Umriß», und der ganze Sinn meines Buches «Das Christentum als mystische Tatsache» gipfelt ja schließlich darin. Man sah den Christus im Kosmos, man sah den Christus im Universum. Aber nun denken Sie: Vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert ab haben wir Menschen die Möglichkeit verloren, in das Universum hinauszuschauen. Was hätten denn die Menschen mitverloren, wenn nichts anderes gekom­men wäre, dadurch, daß sie gar nicht mehr hinausschauen konnten ins Universum? Was hätten die Menschen verloren? Die Möglichkeit, von einem Christus-Geiste überhaupt etwas zu wissen, wenn der Christus nicht zu ihnen gekommen wäre durch das Mysterium von Golgatha, wenn der Christus nicht auf die Erde heruntergekommen wäre. In dem historischen Zeitmomente, wo die Menschen nicht mehr den Christus im Kosmos schauen konnten, kam der Christus auf die Erde herunter, verband sich mit dem Jesus. Von da ab war es des Menschen Aufgabe, den Christus in dem Menschen zu erfassen. Und gerettet werden muß die Möglichkeit, daß mit dem, was da durch­sickert (siehe Zeichnung, rechts), der Christus erkannt werde. Denn der Christus ist zu den Menschen heruntergestiegen. Der Jesus ist ein Mensch, in dem der Christus gewohnt hat. Wirkliche menschliche Selbsterkenntnis muß den Jesus-Keim tragen. Dadurch wird man in die Zukunft übersiedeln können. Tief begründet ist es, daß wir von einem Christus Jesus sprechen. Denn der Christus entspricht dem Kos­mischen ; aber dieses Kosmische ist auf die Erde heruntergekommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|55}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und hat in dem Jesus Wohnung genommen, und der Jesus entspricht dem Irdischen mit der ganzen irdischen Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man den Menschen abschließen vom Geistigen, so nimmt man ihm den Christus. Dann hat man die Möglichkeit, den Jesus so zu benützen, daß die Erde nur in ihrem irdischen Aspekt vorhanden bleibt. Sie werden daher beim Jesuitismus eine fortwährende Be­kämpfung der Christologie finden, dagegen ein scharfes Betonen des­sen, daß man ein Heer ist, eine Armee für den Jesus. Ja, natürlich: Geisteswissenschaft ist schon ein Mittel, daß solche Dinge erkannt werden, daß den Menschen die Schuppen von den Augen fallen. Da­her werden jene, die nicht erkannt sein wollen, immer wütender und wütender werden auf dasjenige, was Geisteswissenschaft will. Wüten­der, man sieht es: Das Juliheft der jesuitischen Zeitschrift «Stimmen der Zeit» - früher «Stimmen aus Maria-Laach» - enthält nicht nur einen, sondern gleich zwei Artikel gegen mich. Und wer dieses im Zusammenhang zu denken vermag mit dem, was sonst jetzt sich an neuen Aspirationen des Jesuitismus in der Welt entwickelt, der wird daraus überhaupt etwas Tieferes sehen können. Nur leider, man spricht ja von solchen Dingen heute doch zumeist vor einer schlafen­den Menschheit. Die Menschen lieben es, die wichtigsten Dinge zu verschlafen, nicht hinzuhören auf dasjenige, was nun wirklich zu­kunifbestimmend ist. Daher werden die Menschen jetzt von allen Dingen, wie ich vorgestern sagte, überrascht. Sie wollen ja auch über­rascht sein. Spricht man möglichst früh von den Dingen, die im Schoße der Zeit liegen, so betrachten die Menschen das als etwas Unbequemes, weil sie möglichst lange gut brav bürgerlich bequem auf ihren Polster­sesseln sitzen möchten, auch wenn sie verantwortungsvolle, führende Menschheitsstellen innehaben. Aber diejenigen, welche sich für Geisteswissenschaft interessieren, sollten schon sich in die Seelen ein­gravieren, daß man alles tun wird, um diese Geisteswissenschaft un­wirksam zu machen. Es ist nicht gerade gut, wenn auch wir innerhalb unserer Kreise allzusehr schlafen mit Bezug auf die Beobachtung des­jenigen, was in der Welt vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen ist es ja recht schwierig, zu sehen, wie doch immer alles, was so persönlich spielt, höhergestellt wird als dasjenige, was in der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|56}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit so ganz besonders wichtig und wesentlich ist: das Hinschauen auf die großen Angelegenheiten der Menschheit, die sich langsam vorbereiten. Die Angriffe, die zu tun haben mit den großen Wollungen, die kommen schon von den verschiedensten gegnerischen, ernst zu nehmenden Seiten. Solch ein Angriff wie der, von dem ich eben gesprochen habe, er ist schon in gewissem Sinne ernster zu neh­men. Man muß ihn in der richtigen Weise taxieren können. Nicht ernst zu nehmen nach dieser Richtung hin sind ja natürlich jene schö­nen Angriffe, welche aus dem Unterirdischen unserer Gesellschaft selber immer wiederum auftauchen, und die ja zum Teil bloß deshalb ein böses Ansehen haben, weil immer wieder und wiederum die Ten­denz bemerkbar ist, daß man gerade die größte, liebevollste Teilnahme gegenüber jenen Leuten hat, welche dasjenige, was ernst erstrebt wird in unseren Reihen, verlästern, zu verunglimpfen suchen und derglei­chen. Und erst wenn das Unheil da ist, dann entschließt man sich nach und nach, wirklich zu sehen ; vorher werden manche Leute gehätschelt, welche dann das Unheil bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage dies nicht, weil ich daran denke, daß das oder jenes anders sein sollte, sondern weil ich mich wirklich verpflichtet fühle, darauf aufmerksam zu machen, daß die Menschheit aufwachen muß, und daß wir vor allen Dingen zu denen gehören müssen, welche nach Wachheit streben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf gewissen Gebieten kann man ja heute alles mögliche tun. Der von mir hier gemeinte Schlaf der Menschheit, der nur überwunden werden kann durch ein Eindringen in die geistigen Welten, der ist außerordentlich schwer zu überwinden, der Schlaf der Menschen. Und mit Bezug auf die Verbreitung des geisteswissenschaftlichen Erkennt­nisgutes hat man es vielfach gerade mit diesem Schlaf zu tun als dem Gegner. Ich will dabei gar nicht von einer einzelnen Erscheinung sprechen, sondern in der ganzen Kulturbewegung ist gegenwärtig etwas Schläfriges gegenüber den eigentlichen Impulsen, die überall, an allen Stellen den Menschen über den Kopf hinauswachsen. Zwei Dinge sind notwendig, die man sich wie goldene Regeln eigentlich einschrei­ben müßte in seine Seele: Niemals war mehr als in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum die Notwendigkeit vorhanden, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen sich immer mehr und mehr bemühen - und daß Menschen da sind, die das können, daran ist nicht zu zweifeln -, gerade das zu erreichen, was besonders wertvoll ist: geisteswissenschaftliche Er­kenntnisse zu verstehen. Gewiß, geisteswissenschaftliche Erkenntnisse müssen gesucht werden durch hellsichtiges Eindringen in die geistige Welt ; das ist eine Notwendigkeit. Aber das ist eine Selbstverständ­lichkeit, daß es Hellseher geben muß, die eindringen in die geistige Welt, daß es Leute geben muß, die übersinnliche Erkenntnisse an­streben. Zweitens aber ist besonders wichtig, daß sich für diese geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse, für diese in übersinnlichen Welten gesuchte Erkenntnis Leute finden, die kraft des Intellekts die Sache verstehen. Das vernünftige, verständige Begreifen der Geisteswissen­schaft, das ist heute ganz besonders notwendig, denn das ist dasjenige, wodurch die widerstrebendsten Kulturmächte gerade überwunden werden. Der Intellekt der Menschen ist heute so groß, daß die ganze Geisteswissenschaft verstanden werden kann, wenn man nur will. Und gerade dieses Verständnis anzustreben, ist ein allgemein-menschliches, nicht ein egoistisches Interesse der Kultur. Denn dieses Verständnis kann angestrebt werden, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute verwendet werden auf naturwissenschaftlichen Gebieten an allerlei Kleinkram, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute volkswirt­schaftlich recht fruchtlos verwendet werden, und endlich, wenn jene Kräfte, die in einer fruchtlosen, vielleicht sogar menschenmörderi­schen Technik verwendet werden, entsprechend angewendet würden, und die Menschen nicht verzogen würden von frühester Kindheit an. Dann würde man sehen, wie leicht das spirituelle Geistesgut wirklich zum Verständnisse der Menschheit gebracht werden könnte. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere goldene Regel ist diese, daß man heute noch etwas an­deres braucht für das Fruchtbarmachen des spirituellen Geistesgutes für unsere Kultur. Das erste ist etwas, was Ahriman abgerungen wer­den muß. Die Menschen sind heute schon gescheit, denn Ahriman sorgt dafür, daß die Menschen gescheit sind. Oh, die Menschen sind gescheit! Sie verwenden ihre Gescheitheit eben nur im materialisti­schen Interesse. Die Menschen sind nicht nur gescheit, sie sind übergescheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Davon werden wir aber in den nächsten Vorträgen noch sprechen, damit Sie sehen, welchen ungeheuren Einfluß gerade das ahrimanische Element auf die menschliche Übergescheitheit der heu­tigen Zeit hat. Aber noch etwas anderes ist notwendig. Noch einem andern Geiste ist manches abzuringen. Wir brauchen nicht nur Ge­scheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich - ja, wie soll ich es ausdrücken -, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spiri­tuelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist. Gerade auf spiri­tuellem Gebiete muß den luziferischen Kräften, die sonst so wirksam jetzt sind in der Welt, dieses abgerungen werden. Es gibt einen schö­nen Anblick: es ist der Anblick desjenigen, der in ruhiger Klarheit, aber mit innerem Feuer und Enthusiasmus, weil es ihm eine Notwen­digkeit ist, für das spirituelle Geistesgut sich erwärmen kann. Es gibt einen andern Anblick: das ist der, wo man möglichst versucht, durch das spirituelle Geistesgut eingelullt zu werden, träumerisch zu werden, hingegossen warm zu werden, aufzugehen in die universellen Kräfte, die Seele zu vereinigen mit dem göttlichen All. Das sind Gegensätze, die man in der Gegenwart doch wohi beobachten kann, Gegensätze, die es notwendig ist, zu beobachten. Denn es wird nicht leicht werden, das spirituelle Geistesgut der Menschenkultur einzuverleiben. Und es muß hinein, denn die Menschenkultur braucht es. Man wird über vieles ganz, ganz anders nicht nur denken lernen müssen, sondern auch fühlen und empfinden lernen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich könnte noch manches sagen in Anknüpfung an dasjenige, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, aber ich will vielleicht lieber schweigen und will Ihnen Gelegenheit geben, nachzudenken. Man kann über manches nachdenken, was angeregt werden könnte durch manche Tücke, welche ich ganz absichtlich in die eben ausgesprochene Wahrheit hineingelegt habe. Nun, davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man eine Zeit, in der man selbst lebt, verstehen will, so muß man sie aus größeren Weltenzusammenhängen heraus verstehen. Das ist gerade das Kleinliche der gegenwärtigen Zeit, daß man nicht will die Impulse, die Kräfte, die wirksam sind in der Gegenwart, aus größerem Zusammenhang heraus sich klarmachen. Und insbesondere wird es immer wieder und wiederum notwendig sein, um das eine oder das andere gegenwärtig Wirksame zu verstehen, zurückzugreifen zu den Verhältnissen, durch welche die Menschheitsentwickelung gegangen ist zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha, wir haben es ja von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt und haben gesehen, wie tief, wie bedeutsam es eingreift in den ganzen Evolutionsgang, die ganze Entwickelung der Mensch­heit. Wir wissen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders die Welt empfanden, anders anschauten als nach dem Myste­rium von Golgatha. Natürlich geht das nicht so auf einmal aus dem einen Zustand in den andern Zustand über. Aber der rückschauenden Betrachtung ergibt sich schon dasjenige, was wir von den verschie­densten Gesichtspunkten aus dargelegt haben. Insbesondere möchte ich heute, um eine gewisse Grundlage für die nächsten Betrachtungen zu finden, auf eines hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Stimmung, die Verfassung der Menschenseelen vor dem Mysterium von Golgatha betrachten, so können wir im allge­meinen sagen, daß innerhalb der Kulturmenschheit, also derjenigen Menschheit, aus der die heutige Kulturmenschheit hervorgegangen ist, vor dem Mysteruim von Golgatha eine gewisse Fähigkeit in den Seelen vorhanden war, in die Geheimnisse der kosmischen, geistigen Welt hineinzuschauen. Es war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen selbstverständlich, nicht so zum Ster­nenhimmel hinaufzuschauen, wie heute der Mensch zum Sternenhimmel hinaufschaut. Wir wissen ja, heute schaut der Mensch zum Sternenhimmel hinauf, indem er sich sagt: Mit unserer Erde sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einige andere Planeten verbunden, die mit ihr zusammen um die Sonne kreisen; dann sind unzählige andere Fixsterne da, die wiederum ihre Planeten haben. - Und wenn dann der Mensch darauf achtet, was er eigentlich, indem er sich so etwas überlegt, für einen Gedanken hat, so muß er sich doch sagen, er hat den Gedanken einer großen Weltmaschinerie. Daß da noch anderes waltet und wirkt als die Kräfte dieser großen Weltmaschinerie, das macht sich der Mensch der Ge­genwart nur sehr, sehr wenig klar. Das war mehr oder weniger für den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha selbstverständlich. Insbesondere war für ihn selbstverständlich, die Sonne zum Beispiel nicht bloß als dasjenige anzuschauen, als was sie der heutige Pyhsiker anschaut, roh gesprochen, eine Art glühender Kugel im Weltenraume draußen, sondern der Mensch vor dem Mysterium von Golgatha wußte ganz genau: Diese Sonne, von der die Physik spricht, diese Sonne ist nur &#039;&#039;ein&#039;&#039; Element in der ganzen Sonne. Dieser Sonne liegt zu­grunde ein Seelisches und ein Geistiges. Und das Geistige, das dieser Sonne zugrunde liegt, sprach ja noch der griechische Weise als das allgemeine Weltgute an, als das Gute der Welt, als das einheitliche, die Welt durchwallende Gute. Das war ihm der Geist der Sonne. Ihm wäre es, diesem griechischen Weisen, als stärkster Aberglaube vorgekom­men, so zu denken, wie der heutige Physiker denkt, daß da draußen im Weltenraume einfach eine glühende Kugel schwebe; sondern ihm war diese glühende, schwebende Kugel die Offenbarung des einheit­lich Guten, das in der Welt zentral wirksam ist. Und mit diesem zentralen Guten, das geistiger Art ist, ist wiederum verbunden ein Seelisches: der Helios, wie es die Griechen nannten. Und erst das dritte, der physische Ausdruck des Guten und des Helios, war dann die phy­sische Sonne. Es sah also der Mensch damals an Stelle der Sonne ein Dreifaches. Und mit diesem Dreifachen, das in der Sonne in alten Zeiten gesehen worden ist, brachten diejenigen Menschen, welche in der Zeit des Mysteriums von Golgatha dachten - ausgerüstet mit dem Wissen dieses Mysteriums von Golgatha, ausgerüstet mit dem Wissen der alten Mysterien -, mit diesem dreifachen Sonnenmysterium brach­ten diese Weisen das Christus-Mysterium zusammen, das Mysterium von Golgatha selber. Mit der Sonnenverehrung war verbunden für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diejenigen, die etwas wußten, die Christus-Verehrung. Mit der Sonnen­weisheit war wiederum für diejenigen, die etwas wußten, verbunden die Christus-Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um aber das, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, naturgemäß zu fühlen, als etwas Selbstverständliches zu empfinden, dazu war eben die Konstitution der Seele notwendig, die damals da war. Und diese Kon­stitution der Seele verschwand eben. Sie verschwand schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, mit dem Jahre 747 - dies ist die wirk­kiche Gründungszahl von Rom - vor dem Mysterium von Golgatha. Mit der Gründung Roms schwindet eigentlich die alte Möglichkeit, in dem Kosmos draußen das Geistige zu sehen. Mit dem Eintritt Roms in die Geschichte tritt das in die Menschheitsevolution ein, was man das prosaische Element nennen kann. Die Griechen zum Bei­spiel bewahrten in ihrer ganzen Weltanschauung noch die Möglich­keit, hinter der Sonne eben die zwei andern Sonnen, die seelische und die geistige Sonne zu sehen. Und nur dadurch, daß nun nicht rein in griechische Weisheit und in griechisches Empfinden das Mysterium von Golgatha getaucht worden ist, sondern in römische Weisheit und in römisches Empfinden, dadurch ist es gekommen, daß man ge­brochen hat mit dem Wissen von dem Zusammenhang des Christus mit der geistigen Sonne. Damit haben sich ja namentlich die christ­lichen Kirchenväter und die christlichen Kirchenlehrer zu befassen gehabt, dieses Mysterium von der Sonne zu verhüllen, dieses Myste­rium von der Sonne für die Menschheit vergessen zu machen, es nicht herauskommen zu lassen. Es sollte gewissermaßen ein Schleier gebreitet werden durch die fortgehende Entwickelung des Christen­tums, wie man das nennt, über die tiefe, die bedeutsame, die um­fassende Weisheit von dem Zusammenhange des Christus mit dem Sonnenmysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man definieren sollte die Aufgabe der Kirche, jener Kirche, die entstanden ist dadurch, daß das Christentum in das Römertum eingesenkt worden ist, dann müßte man dies so tun, daß man sagte: Die römisch gefärbte christliche Kirche hatte sich namentlich zur Aufgabe zu machen, das Christus-Mysterium möglichst zu ver­hüllen, es möglichst wenig bekanntwerden zu lassen. - Die Einrichtung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche die Kirche durch den Romanismus erfahren hat, die ist insbesondere geeignet gewesen, die Menschen so wenig wie moglich von dem Christus-Geheimnis wissen zu lassen. Die Kirche war da­durch eine Institution zur Geheimhaltung des Christus-Mysteriums geworden, eine Institution geworden, möglichst wenig in die Welt kommen zu lassen von dem Christus-Mysterium. Dies ist etwas, was immer mehr und mehr in der jetzigen Zeit der Menschheit klarwerden muß, weil beginnen muß diejenige Zeit, welche in der Lage ist, wie­derum mit andern Begriffen zu arbeiten als mit den römischen Be­griffen. Römische Begriffe haben gerade das Scharfumrissene, das Scharfkonturierte, das Kadaverhafte. Diejenigen Begriffe, welche ent­wickelt werden, um zum Beispiel den Menschen in seiner Wahrheit zu begreifen, wie ich ihn in seiner Normalaura, möchte ich sagen, Ihnen vor acht Tagen hier auf die Tafel gezeichnet, skizziert habe, die Be­griffe, die notwendig sind, um die wahre Wirklichkeit des Menschen wieder zu erfassen und damit die wahre Wirklichkeit der Welt einiger­maßen zu begreifen, diese Begriffe müssen flüssig sein, diese Be­griffe dürfen nicht scharf konturiert sein, denn die Wirklichkeit ist nichts Starres, sondern etwas Werdendes. Und wollen wir mit unse­ren Begriffen und Ideen die Wirklichkeit erfassen, so müssen wir mit unseren Begriffen dem Fluß, dem Werden der Wirklichkeit nachschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn außer acht gelassen wird dieses Flüssigwerden der Begriffe, dann kommt das zustande, was heute zum Unheil der Menschheit an zahlreichen Orten beobachtet werden kann. Nehmen Sie eine Erschei­nung, die heute für etwas gründlichere, nicht schlafende Weltenbeobachter sich geradezu aufdrängt. Es ist die folgende Erscheinung. Nicht wahr, wir haben in der Welt unter uns Gelehrte, Gelehrte auf den mannigfaltigsten Gebieten. Diese Gelehrten vertreten, bewahren, wie man sagt, die Wissenschaft, und die heutige Menschheit, die ja nicht autoritätsgläubig ist, glaubt aber trotz ihres aus der Welt geschafften Autoritätsglaubens aufs Wort alles dasjenige, was von den Gelehrten der verschiedenen Gebiete vertreten wird. Und die Gelehrten unter­einander glauben den andern immer dasjenige, was nicht gerade in ihrem Gebiete ist. In diese Verhältnisse sehen die Menschen heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht gern hinein, weil das ganze Zerfaserte und Chaotische unserer Kultur den Menschen auffallen müßte, wenn sie in diese Verhältnisse hineinsehen würden. Aber wir haben ja zum Beispiel das Folgende er­lebt. Nehmen wir an, so ein Gelehrter - wir könnten immer für die verschiedenen Gebiete einen herausheben - hat zu seinem speziellen Gebiete, nun, meinetwillen - ich will etwas Ausgefallenes nehmen -, die Ägyptologie. Da besteht dann sein Beruf darinnen, daß er über die Eigentümlichkeit des ägyptischen Volkes die übrigen Menschen, die sich nicht beschäftigen können mit dem, was man die Quellen nennt, unterrichtet, daß er auch über die Beziehungen des ägyptischen Volkes zu andern Völkern des Altertums die Menschen unterrichtet. Der Menschen Aufgabe ist es, das aufs Wort zu glauben, denn der Mann ist ja in der Ägyptologie eine Autorität. Nun ist aber in unserer Zeit ein Unheil gekommen: Eine große Anzahl von diesen Gelehrten, die solche Spezialgebiete vertreten, haben nicht geschwiegen, sondern über Themen gesprochen, die nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Es wäre ja besser gewesen, wenn sie geschwiegen hätten, aber sie haben nicht geschwiegen; sie haben zum Beispiel ihr Denken, ihre Gedan­kenformen, heute unter dem Eindruck dieser Ereignisse angewendet auf ihr eigenes Volk und auf seine Beziehungen zu den andern Völ­kern. Und da hat man nun genügend Gelegenheit zu sehen, was für Unsinn eigentlich die Leute reden. Nun müßte man Schlüsse ziehen, Schlüsse, die sehr real gedacht werden können. Gar mancher, der da gilt, sagen wir, auf dem Gebiete der Ägyptologie, und von dem man die Meinung hat, daß seine Begriffe mit Bezug auf die Eigentümlich­keiten des ägyptischen Volkes und seines Verhältnisses zu andern Völkern unanfechtbar seien, der redet nun plötzlich in der Gegen­wart lauter Unsinn über sein eigenes Volk und über das Verhältnis seines eigenen Volkes zu den andern Völkern. Ja, glauben Sie, er wird nun über die Ägypter und über ihre Beziehungen zu andern Völkern gescheiter reden und geredet haben? Wenn &#039;&#039;Balfour&#039;&#039; heute über das Verhältnis seines Volkes zu der übrigen Welt spricht, oder wenn &#039;&#039;Houston Stewart Chamberlain&#039;&#039; fortwährend Unsinn redet über das Ver­hältnis der Menschen zu den andern Menschen, da könnten einige auch ohne Nachdenken irgendwie herauskriegen, daß die Leute Unsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
reden, völligen Unsinn reden! Aber nun hat der Chamberlain ge­schrieben «Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts» und eine große Anzahl anderer Bücher, bei denen man nicht die Gelegenheit hat, die Geschichte zu prüfen. Er hat natürlich ganz genau denselben Unsinn geredet dazumal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon einmal gegenwärtig die Zeit der Prüfung, und namentlich die Zeit der Prüfung dafür, nun endlich einmal einzusehen, daß es nicht bloß darauf ankommt, Urteile abzugeben, die einen gewissen eingeschränkten Wert haben, indem sie richtig sind auf einem be­stimmten Gebiete - das ist fast jedes Urteil, das Falscheste ist auf einem bestimmten Gebiete richtig -, sondern daß es darauf ankommt, geradezu zu suchen jene Flüssigkeit der Urteile, die nur durch die Geisteswissenschaft gefunden werden kann, die in die Realität ein­dringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja merkwürdig, welche Kollisionen zwischen gesundem Den­ken und zeitgemäßem Denken gerade heute an die Oberfläche treten. Man hat in den letzten Tagen von einer religiösen Diskussion gehört, die stattgefunden hat in Petersburg - Petrograd, so hat man eine Zeit­lang gesagt, ich weiß nicht, ob man jetzt schon wieder Petersburg sagt -, also von einer religiösen Diskussion, die in dem ehemaligen St. Petersburg stattgefunden hat. Mitten drinnen im Bolschewismus hat man von einer religiösen Diskussion gehört. Da haben über die Religion und ihre Entwickelung gesprochen Sozialisten, Popen, selbst­verständlich auch allerlei Bourgeoisleute. Die haben natürlich das Ge­scheiteste nicht geredet. Nun könnte man aus der Diskussion, die da gepflogen worden ist, die natürlich in der Wolle gefärbt war von der Gegenwart, aber durchaus mit den starrsten alten Begriffen arbeitete, wie es scheint, doch manches lernen. Zum Beispiel hat da ein Pope etwas höchst Interessantes vorgebracht. Der Pope fühlt sich genötigt, zu seinen Lämmern so zu sprechen, wie er es bisher gewohnt war. Nun hat er natürlich bisher so geredet, daß alles dasjenige, was auf der Welt ist, der Zarismus und alles, alles selbstverständlich von Gott kommt. Was kann er heute machen, der gute Pope? Er muß natürlich das, was er gewohnt war, früher seinen Lämmern zu sagen - jetzt sind es keine Lämmer mehr -, heute wenigstens irgendwie beibehalten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denn er will ja nicht zu neueren Begriffen übergehen. Da sagt er denn: Die Welt ist von Gott, alles ist von Gott; da wir jetzt eine Sowjet­regierung haben, ist sie auch von Gott. Bolschewismus ist eben von Gott der Menschheit geschickt. Da alles von Gott ist, ist auch der Bolschewismus von Gott. - Was soll er anderes sagen? Ich bin ganz überzeugt davon, die Schlußfolgerung kann auch noch weiter aus­gedehnt werden. Warum sollte man nicht sehr schön plausibel machen können, daß der Teufel von Gott ist? Der Teufel ist einge­setzt von Gott, nach ganz derselben Schlußfolgerung! - Das ist es ja, daß man wirklich einmal tiefer hineinleuchtet in dasjenige, was not­wendig ist. Das findet natürlich auf allen Gebieten stärkste Gegner­schaft. Schlafen aber kann man nicht, wenn man sich vorgenommen hat, teilzunehmen an dieser Umarbeitung des Vorstellungsvermögens der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe, die der Materialismus herausgearbeitet hat und die gerade­zu als unanfechtbar gelten, sie gehören zu demjenigen, was gewisser­maßen am gründlichsten überwunden werden müßte. Nichts begegnet einem ja heute häufiger aus der sogenannten Autorität der Wissen­schaft heraus als dasjenige, was genannt wird das Gesetz von der Er­haltung der Energie und des Stoffes, Erhaltung von Kraft und Stoff. Das ist dasjenige, was ganz besonders der Menschheit ans Herz ge­wachsen ist. Die ganz und gar mechanistisch, physikalisch gewordene Weltanschauung will sich betäuben gegenüber dem Vorhandensein des Geistes. Da sie den Geist nicht anerkennen will, kann sie dem Geist auch nicht Dauer, nicht Ewigkeit zuschreiben; sie schreibt die Ewigkeit ihrem kleinen Götzen, dem Atom, oder überhaupt dem Stoff oder der Kraft zu. Aber, die Wahrheit ist, daß von alldem, was Sie sinnlich anschauen können, was Sie da stofflich und als Kräfte in der Welt umgibt, nach den Gesetzen des Weltenalls nichts, aber auch gar nichts über die Stufe des Venuszeitalters hinaus existieren wird. Wir wissen, daß auf die Evolution der Erde die Jupiterevolution folgt, und auf die Jupiterevolution die Venusevolution, dann die Vulkanevolu­tion. So wie sich der Mensch in verschiedenen Verkörperungen wiederfindet, so findet sich die Erde wieder als Jupiter nach der Ju­piterevolution als Venus, nach der Venusevolution als Vulkan. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was heute von irgendeinem physikalischen Experiment als Stoff und Stoffgefüge gefunden werden kann, es hat nicht Bestand über das Venusdasein hinaus. Es gibt keine Erhaltung des Stoffes und der Kraft - solchen Stoffes, solcher Kraft, von der die Physiker spre­chen können - über das Venusdasein hinaus. Das ganze Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft ist lediglich ein Aberglaube, ist dasjenige, wovon alle physikalischen Begriffe beherrscht werden. Aber etwas wird zugedeckt, indem man geradezu davon spricht, die Welt bestehe aus unzerstörbarem Stoff, der sich immer in andern Gruppierungen ergibt. Zugedeckt wird das, was als Antwort kommen muß, wenn man die Frage aufwirft: Ja, was bleibt denn dann, wenn alles das, was unsere Sinne in weiterem Umkreise umgibt, schon nicht mehr da sein wird, wenn die Venuszeit gekommen oder in ihrer Mitte angelangt sein wird? Was bleibt dann? Wo ist denn irgend etwas, was bleibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, richten Sie Ihre Augen hinaus in den weiten Umkreis, den Sie überschauen können. Schauen Sie sich alles, alles an, schauen Sie sich die Gesamtheit des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen, des menschlichen Reiches an; schauen Sie sich an alles dasjenige, was Sie sehen können als Sterne, Lichterscheinungen, alle Lufterscheinungen, alle Wassererscheinungen, sehen Sie hin, wo Sie hinsehen wollen, fas­sen Sie alles zusammen, was Sie irgendwie in Ihren äußeren Sinnes­wahrnehmungen zusammenfassen können und stellen Sie sich die Frage: Wo ist etwas, was von unserem jetzigen Dasein bleibt? - In keinem Tier, in keiner Pflanze, in keinem Mineral, in keiner Luft, in keinem Wasser, nirgends als nur im Menschen! In allem, was Sie heute sehen können, ist nichts enthalten, was regelrecht über das Venusdasein hinausgeht, als einzig und allein der Mensch selber. In nichts anderem können Sie etwas Bleibendes, etwas, was mit dem Begriffe der Ewigkeit angesprochen werden kann, suchen, in nichts anderem als in dem Menschen. Das heißt: Suchen wir die Keime für die wahre Weltenzukunft, wo müssen wir sie suchen? - Wir mussen sie im Menschen suchen! Wir können sie bei keinem andern Geschöpf, in keinem Naturreiche suchen. Aber durch die Naturreiche haben die alten Menschen vor dem Mysterium von Golgatha das kosmische All,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geistig natürlich, gesehen. Wenn wir die Sonne nehmen: Sie haben einen glühenden Ball gesehen, aber sie haben durch den glühenden Ball den Helios und das Gute gesehen. Doch dieser glühende Sonnen­ball wird nicht länger vorhanden sein als das Venusdasein; dann ist er weg. Und alles dasjenige, wodurch man wie die Alten als durch einen Schleier die Konstituion irgendeines geistigen Daseins gesehen hat, es wird weg sein. Und von alledem, was jetzt da ist, bleibt für die Zukunft nur das, was in den Menschen keimhaft veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn also eigentlich geschehen? Die Menschen haben vor dem Mysterium von Golgatha hinausgesehen in das weite Weltenall; sie haben gesehen Sterne über Sterne, sie haben gesehen die Sonne und den Mond, sie haben gesehen Luft und Wasser, die verschiedenen Reiche. Aber sie haben sie nicht so angeschaut wie der heutige Mensch, sondern sie haben hinter alldem das geistig-göttliche Dasein geschaut, und sie haben hinter alldem den Christus, der noch nicht zur Erde niedergestiegen war, geschaut. In diesen alten Zeiten hat man den Christus verbunden mit dem Kosmos, außerirdisch hat man ihn ge­sehen. In all dem, worinnen man den Christus gesehen hat, ist nichts, was über das Venusdasein hinaus dauert. Alles, wodurch sich in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen das Geistige enthüllt hat und auch der Christus im Kosmos, hat nur einen Bestand bis zum Venusdasein. Die Menschen lebten vor dem Mysterium von Golgatha mit dem Himmel, aber dieser Himmel ist so sinnlich, daß er auch mit dem Venusdasein verschwindet. Was über das Venusdasein hinaus bleibt, das hat seine Keime nur im Menschen. Der Christus mußte aus dem Weltenall zu dem Menschen kommen, wenn er mit dem Menschen den Gang in die Ewigkeit antreten wollte. Weil das alles so ist, wie ich es Ihnen jetzt geschildert habe, deshalb stieg der Christus aus dem Kosmos herab, um fortan mit dem zu sein, was als Keim im Menschen in die Ewigkeit hinaus dauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große kosmische Ereignis, das man verstehen muß. Die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha konnten den Gott, den Christus im Weltenall verehren. Die Menschen, die darauf kommen mußten - und es ist die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr darauf gekommen, daß nur im Menschen der Keim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist für die ewige Weltenzukunft -, diese Menschen mußten einen Christus haben nicht im Weltenall draußen, das zerfällt, sondern ver­eint mit dem Menschen, mit der menschlichen Organisation, mit dem menschlichen Reiche. Wörtlich wahr ist es: Dasjenige, was da ist im weiten Umkreis der Sinne als Sterne, als Himmelskörper, es wird vergehen. Aber das Wort, der Logos, der erschienen ist in dem Christus, und der sich vereinigt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, der wird bleiben. Und das ist eine wörtliche Wahrheit, wie die Dinge in den wirklichen okkulten, religiösen Urkunden wört­liche Wahrheiten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist auch der Grund, warum wir gewissermaßen einen Dualismus in der Namengebung haben müssen - ich habe darauf schon hingedeutet -, in der Namengebung Christus Jesus. Den Christus, der dem außerirdischen Weltenall angehört, dieses geistige Wesen, das vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit den Menschen der Erde ver­bunden war, muß man auf der einen Seite erkennen; das darf nicht vergessen werden, denn das ist heruntergestiegen und hat sich mit der Menschennatur, mit dem Jesus verbunden. In dem Dualismus Chri­stus Jesus liegt dasjenige, was notwendig ist, zu verstehen. In dem Christus muß man das Kosmisch-Geistige sehen; in dem Jesus muß man dasjenige sehen, durch welches dieses Kosmisch-Geistige in die historische Entwickelung eingetreten ist und sich so mit der Mensch­heit verbunden hat, daß es mit dem Menschenkeim nun weiter in die Ewigkeiten leben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses mit den alten Mysterien zusammenhängende Christusge­heimnis zu verhüllen, zu entstellen, das war gewissermaßen die Auf­gabe der Kirche in den verflossenen Jahrhunderten. Und versuchen Sie einmal, den Werdegang der Menschheit in diesen verflossenen Jahrhunderten wirklich zu studieren, versuchen Sie sich klarzumachen, wie es denjenigen einzelnen Menschen gegangen ist, welche den Christus Jesus wirklich suchen wollten, die wirklich den Weg finden wollten zu dem Christus Jesus: es war immer ein Märtyrerweg. Er mußte immer gesucht werden, der Christus Jesus, gegen die Konven­tionen, wie er ja auch heute selbstverständlich gegen dasjenige, was von den Konventionen geblieben ist, gesucht werden muß. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man kann dem Christus-Geheimnis nicht nahekommen, wenn man es nicht verbindet mit dem Naturgeheimnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, die Notwendigkeit, die wir vor unsere Seele hingestellt haben, von dem Herunterkommen des Christus aus kosmischen Höhen zu dem Menschenkeim, das Geheimnis von dem Jesus-Werden des Christus, man kann es nur verstehen, wenn eine Einheit wird Naturbetrachtung, Weltbetrachtung, Kosmologie und die Wissen­schaft von dem Werden des Menschen und des Göttlichen in der Menschheit. Das möchte man gerade von einer gewissen Seite her ver­meiden, daß Naturwissenschaft zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft und Geisteswissenschaft zu gleicher Zeit Naturwissenschaft werde. Das ist ja das Bestreben der meisten Theologen, und auf der andern Seite wiederum das Bestreben der meisten Naturgelehrten der Ge­genwart, daß eine Schranke aufgerichtet werde zwischen der Natur­wissenschaft auf der einen Seite und der Geisteswissenschaft auf der andern Seite. Nur ja soll nicht über den Christus Jesus etwas gesagt werden, was zu gleicher Zeit zusammenhängt mit der Erdenevolu­tion, und nur ja soll nicht über die Erdenevolution, das heißt über ihre einzelnen Teile etwas gesagt werden, was zusammenhängt mit dem großen geistigen Mysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem man diese Dinge berührt, berührt man in der Tat Wichtigstes, Allerwichtigstes im Menschenleben der Gegenwart. Denn jenes konfuse Geschwätz von allerlei Geistigem, auf das auch unsere Freunde einen so oftmals aufmerksam machen, und zum Ekel einen aufmerksam machen, dieses konfuse Geschwätz vom Geiste nützt gar nichts. Ich meine, es kommt alle Augenblicke einer und sagt: Nun sehen Sie einmal, der hat wiederum ganz theosophisch oder anthropo­sophisch geredet, er hat das und das gesagt! - Dieses bequeme Suchen nach Stützen in der gegenwärtigen Konfusion, das ist nicht dasjenige, was wir anstreben sollen, sondern wir sollen schon auf dem Funda­ment feststehen, das uns die Geisteswissenschaft sein wird. Und die Zeit ist zu ernst, um weitere Kompromisse, besonders auf diesem Ge­biete zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke zu schaffen zwischen dem Naturwissen, überhaupt zwischen dem Wissen des Wahrgenommenen und dem Wissen desjenigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu dem die Sünde, zu dem die Erlösung, kurz, zu dem die religiösen Wahrheiten gehören, die Brücke zu schaffen zwischen die­sen zwei Gebieten, das kann nur geschehen, wenn man den Mut haben wird, in das Geistige wirklich real einzudringen. Aber auch über die Lebenswahrheiten wird man nichts Vernünftiges wissen können, wenn man nicht den Mut hat, in das Geistige real, wirklich einzudringen. Zum Eindringen in das geistig Reale gehört vor allen Dingen diese Möglichkeit: wiederum etwas zurückzublicken zu dem dreifachen Sonnenmysterium der alten Zeit, aber in dem neuen Sinne, wie es der gegenwärtigen Menschheit angemessen ist. Geradeso wie die Sonne eine Dreiheit ist, so ist ja der Mensch auch eine Dreiheit. Aber es handelt sich darum, daß wir diesen dreifachen Menschen wirklich studieren. Das ist Wichtigstes für die Gegenwart: den drei­fachen Menschen zu studieren. Ich möchte Ihnen heute einmal vor­bereitend - morgen und übermorgen werden wir diese wichtige Sache zu Ende führen - schematisch etwas angeben, was Sie führen kann auf dem Wege, der eigentlich gesucht werden müßte, um den drei­fachen Menschen zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal das Folgende - also das, was ich jetzt skizziere, soll ein Schema sein -, denken Sie sich, Sie hätten ein Gebilde, das ganz und gar nur Bild, nur Abbild sei, das im Grunde gar keine Bedeutung in sich selber hat, also Abbild ist. Das will ich so skizzieren: ich zeichne einfach einen Kreis (siehe Zeichnung Seite 71, blau), eine Kreisfläche. Das ist ein Gebilde, das Abbild ist von etwas anderem, aber dadurch, daß es Abbild ist, hat es das andere, wovon es Abbild ist, vollständig aufgezehrt. Es ist ja sonderbar, wenn ich folgendes sage, aber denken Sie sich einmal: In unserer Kuppel, in der kleinen Kuppel arbeiten vier Damen; nehmen wir einmal an, diese vier Da­men würden, auf jeder Seite zwei, malen, sich selber porträtieren, aber dieses Porträtieren hätte eine besondere Folge. Also denken Sie sich, diese vier Damen, die porträtieren sich in der kleinen Kuppel, malen sich selber da ab, aber dieses Sich selber Porträtieren, das hätte eine ganz bestimmte Folge: sie verschwänden nämlich dadurch, sie gingen über in ihr Abbild, sie hörten auf zu sein. Wenn sie fertig sind, sind sie nicht mehr da. Dadurch, daß die Abbilder entstanden sind,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie selbst nicht mehr da. - Solch ein Gebilde stellen Sie sich unter dem, was ich hier skizzenhaft aufgezeichnet habe, einmal vor: ein Gebilde, das dadurch entstanden ist, daß es gemacht worden ist von etwas, wovon es Abbild ist; aber dadurch, daß das Abbild da ist, ist das andere aufgezehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber dieses Aufgezehrte nicht allein in der Welt. Stellen Sie sich nämlich vor, es wäre die Geschichte noch nicht aus mit diesen vier Damen. Gut, diese vier Damen wären verschwunden, sie hätten sich da aufgemalt und wären verschwunden; aber die Bilder sind da. Sie sind nicht allein da im Weltenall, das Weltenall ist mit seinen Kräften außerdem noch da. Die Damen sind verschwunden, sind von den Bildern gewissermaßen aufgesogen worden; aber dadurch, daß die Bilder da sind, zieht sich aus dem Weltenall wiederum Substan­tielles zusammen und bildet die Damen neu, allerdings jetzt als Kinder: sie entstehen langsam wieder, enstehen da daneben. So entsteht neben diesem Gebilde wiederum sein Urbild (siehe Zeichnung, gelb). Ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 071.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 71]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müßte es eigentlich ein Stückchen hinein zeichnen, ich zeichne es nun daneben auf: das ist das Urbild. Das ist das Urbild, aber es ist ein sehr loser Zusammenhang zwischen diesem Abbild und dem Urbild, ein sehr loser Zusammenhang. Beide haben fast gar nichts miteinander zu tun. Dieses Abbild ist richtig verhärtet und hat fast gar nichts mit seinem Urbilde zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann denken Sie sich ein zweites Gebilde. Ich will das zweite Ge­bilde so skizzieren, daß ich es nun auch als Abbild mache (siehe Zeichnung Seite 72, violett); nur ist das erste drinnen in dem zweiten. Das erste ist etwas für sich, aber es ist auch drinnen in dem zweiten. Also ich zeichne da kühn über das erste das zweite drüber. Das ist wiederum solch ein Abbild, und wiederum so ähnlich ein Abbild von einem andern, das ich auch nun da drauf zeichnen will (siehe Zeichnung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 072.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 72]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rot); das muss ich aber nun schon inniger mit dem verbin­den. Da ist die Sache also so, daß ich nicht den Vergleich wählen könnte, den ich früher mit den vier Damen gewählt habe, sondern wenn ich bezüglich dieses Bildes und Abbildes jetzt einen Vergleich wählen würde, müßte ich so sagen: Es sind also die vier Damen da, sie malen in der kleinen Kuppel, und während sie malen, geht schon auch etwas von ihnen selber auf, wird aufgesogen. Aber nur zur Hälfte werden sie aufgesogen; zuletzt sind sie so, daß sie - nun, ich will also sagen, um nicht einen unästhetischen Vergleich hervorzu­rufen: Es wird von der einen die linke Körperhäffte aufgesogen, die rechte ragt noch heraus von dem Bilde; von der andern die rechte Körperhälfte aufgesogen, die linke ragt noch heraus. Also sie sind teilweise aufgesogen; teilweise ragen sie noch heraus. Das ist das zweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stellen Sie sich ein drittes vor, das also wiederum das erste mitumfaßt und das zweite auch mitumfaßt (siehe Zeichnung Seite 73, grün). Das aber ist zum großen Teil mit seinem Abbilde verbunden, das ist noch nicht getrennt von seinem Abbilde. Da müßte ich also, wenn ich den Vergleich festhalten wollte, sagen: Die Damen malen, aber sie bleiben auch als Damen vorhanden, und das Ganze, was ich vor mir habe, sind die Damen und ihre Abbilder. Das ist vorhanden (siehe Zeichnung, orange), das ist zum größten Teile auch im Urbilde vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben Sie also hier (Zeichnung Seite 71) etwas schematisch gezeichnet: zuerst oben ein Abbild, verhärtet, kristallisiert, es hat möglichst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 073.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 73]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenig mit seinem Urbilde zu tun; das Urbild ist daneben, neu entstehend. Das ist nämlich Ihr Kopf; der ist der materiellste, ver­härtetste Teil der Menschennatur. Sein Urbild hat geradezu nichts mit ihm zu tun, entsteht neu; und wenn Sie achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, ist Ihr Kopf so, daß er aus sich selber gar nicht ein­mal mehr etwas hergibt, ausgewachsen ist. Der größte Materialist in der Menschennatur ist das Haupt. Ein zweites Gebilde ist Brust und Atmung und alles, was dazugehört. Das ist ungefähr so, daß ich das zweite als Schema gebrauchen könnte (Zeichnung Seite 72). Das ist schon mehr verbunden, da hängen Geist und Materie schon mehr zu­sammen, das ist schon durchgeistigter. Alles das, was Lunge und Atmungsprozeß ist, ist schon für die Erde vergeistigter. Und was übrigbleibt, Gliedmaßen, im Zusammenhange damit alles das, was die Sexualität umfaßt, da ist Geistiges mit Physischem eins, da sind sie noch zusammen. Das gehört zum dritten Schema (Zeichnung oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der dreifache Mensch. Ich habe es Ihnen heute nur schema­tisch auf die Tafel zeichnen können. Dieses zu gleicher Zeit wunder­bare und furchtbare, dieses großartige und tiefeindringende Myste­rium vom dreifachen Menschen hängt wiederum mit dem dreifachen Sonnenmysterium zusammen. Das aber hängt wiederum zusammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit all den Wahrheiten, die wir brauchen wie das Brot des Lebens für alles dasjenige, was sich setzen muß an die Stelle dessen, was in das Chaos, was in die Sackgasse hineingekommen ist und zu den gegen­wärtigen Menschheitskatastrophen geführt hat. Davon werden wir morgen weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den dreigeteilten Menschen habe ich gestern schematisch hingewiesen. Es ist ja durchaus so, daß aus unserem gegenwärtigen Geistes­leben heraus wenig Empfindungen vorhanden sind für das Verständnis des Wesens des Menschen, so wie es erfaßt werden muß vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte. Allein, wir müssen uns doch bemühen, an dieses Menschenwesen heranzukommen. Die wichtig­sten Vorstellungen, die man auch über das Gesamtleben des Menschen gewinnen muß, über die Entwickelung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auch sie sind nur zu beherrschen, wenn man ausgeht von einem solchen Verständnisse, das an diesen dreige­teilten Menschen anknüpft. Betrachten wir für heute einmal im ein­zelnen diesen dreigeteilten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde ja gestern schon darauf aufmerksam gemacht, daß wir da zunächst auf das Haupt des Menschen hinweisen können. In einem gewissen Sinne ist dieses Haupt des Menschen wirklich eine Art selb­ständige Formwesenheit. Sie können sich ja selber hinstellen vor ein Menschenskelett, und Sie können leicht das Haupt abheben. Wie eine Kugel können Sie es abheben. In Wirklichkeit ist allerdings die Trennung zwischen den drei Gliedern der menschlichen Natur nicht so einfach, daß man sagen könnte: Dasjenige, was man da vom üb­rigen Skelett so bequem abhebt wie eine Kugel, das ist dieser Hauptes-teil. - So streng sind die Dinge nicht geschieden. Aber man muß sich ja allmählich herausarbeiten aus dem bloßen Schematismus, auch aus dem, den einem die Natur selbst nahelegt, zu einer lebendigen Empfindung. Und ich mußte ja gestern schon, wie Sie gesehen haben, nicht etwa drei nebeneinanderliegende Kreise aufzeichnen, sondern einen Kreis für das Haupt, einen zweiten Kreis, der dieses Haupt übergriff, und einen dritten Kreis, der wiederum beide übergriff. So daß, wenn man schematisch den dreigeteilten Menschen zeichnen würde nach seiner physischen Wesenheit, man eben ihn so zu zeich­nen haben würde, daß man sagt: Der Hauptesteil (siehe Zeichnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
roter Kreis A), der Rumpfteil (oval, gelb), und dann der Glied­maßenteil (orange) -, eigentlich drei Kugeln, wenn auch diese Kugeln in die Länge gezogen werden müssen. Mit dem Hauptesteil, also mit dem, was hier als roter Kreis A bezeichnet worden ist, mit diesem Hauptesteil steht das Geistige, das, wie Sie gestern gesehen haben, eine junge Bildung ist, im Zusammenhange (hellschraffierter kleiner Kreis, weiß). Dieses Geistige des Hauptes, das ist eine junge geistige Bildung, während das Haupt selbst eine alte physische Bildung, eine physische Formwesenheit ist. Bei dem Haupte ist daher vor allen Dingen richtig, was man sonst im allgemeinen für den Menschen an­führt, was aber in dieser Allgemeinheit, wie man es anführt, nicht ganz richtig ist; für das Haupt ist es richtig. Was ich hier als Weißes, Geistiges bezeichnet habe in bezug auf das Haupt, das ist, wenn Sie schlafen, heraußen aus dem Haupte. Wenn Sie wachen, ist es mit dem Haupt vereinigt, ist zum größten Teile im physischen Haupte drinnen. Es kann sich also am leichtesten vom physischen Haupte trennen; es geht heraus und geht wiederum zurück, hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 076.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 76]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist schon durchaus nicht so für den mittleren Menschen, nennen wir ihn meinetwillen den Brustmenschen. Alles dasjenige, was vom Thorax, vom Brustkorbe eingeschlossen ist, von den Rippen und vom Rückgrat, das ist mit dem Geistigen verbunden, aber es ist nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so ausgesprochen das Geistige heraußen, wenn Sie schlafen. Das Geistige steht schon auch während des Schlafens für diesen mittleren Menschen in einer starken Verbindung mit dem Physischen. Und für den dritten Menschen, für den Gliedmaßenmenschen, wozu auch der sexuelle Mensch gehört, da ist eigentlich praktisch eine Trennung zwischen Schlafen und Wachen in Wirklichkeit doch nicht vorhanden. Da kann man gar nicht sagen, daß wirklich das Geistig-Seelische im Schlafe sich trennt; die bleiben mehr oder weniger auch im Schlafe vereint. So daß man nach einem andern Schema den wachenden Menschen gut so zeichnen könnte, daß man sagte: Wenn das der physische Mensch ist, wachend (siehe Zeichnung a, dunkel schraf­fiert, rot), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 077.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 77]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so würde dieses der geistige Mensch sein (hell schraffiert, weiß). Das würde der schlafende Mensch sein (siehe Zeichnung b, rot und weiß); es bliebe also dieses mehr oder weniger mit dem Leib­lichen vereint, und nur das geht eigentlich heraus (siehe Zeichnung b). Das würde von einem gewissen Gesichtspunkte aus die eigentliche Zeichnung sein für den Gegensatz des wachenden und schlafenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden Sie die wichtigen Dinge, die wir zu besprechen haben, nur dann verstehen, wenn Sie diese Gliederung des dreigeteilten Men­schen, die wir eben besprochen haben, für sich durchkreuzen mit einer andern Gliederung des Menschen, die anknüpft an dasjenige, was ich die vorige Woche hier auseinandergesetzt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir so noch einmal das Haupt, den Rumpfmenschen, den Gliedmaßenmenschen durchsprechen, so können wir ja sagen: Im eigentlichsten Sinne Mensch ist nur der Rumpfmensch. Der ist daher auch derjenige, dem der lebendige Odem eingehaucht ist durch die Elohim. Er ist der atmende Mensch. Da ist die Teilung nicht so ganz bequem wie beim Skelett; der Atmungsvorgang durch Nase und Mund gehört schon zum Rumpfmenschen. Also, nicht wahr, es ist die Teilung in Wirklichkeit nicht so schematisch bequem zu machen, wie man es sich gern aufzeichnen möchte, aber das sind ja natürlich die Schwierigkeiten des Verständnisses für eine solche Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der eigentliche Mensch, der Erdenmensch, ist der Rumpfmensch. Und der Kopfmensch, als physische Gestaltung, das ist eigentlich nicht etwas durch und durch Menschliches. Man kann nicht sagen, daß der Menschenkopf etwas durch und durch Mensch­liches ist. Der Menschenkopf hat eben sehr viel [[a:Ahriman|Ahrimanisches]] in sich. Er ist im wesentlichen so gegliedert, wie er gegliedert ist, aus dem Grunde, weil gewisse Bildungsprinzipien in ihm namentlich dieje­nigen sind, die noch von der [[a:a:Alte_Sonne|alten Sonne]], also von diesem zweiten [[a:Weltentwicklungsstufen|Erdenstadium]] - [[a:alter Saturn|Saturn]], [[a:Alte Sonne|Sonne]] -, zurückgeblieben sind. Unser Haupt mit seiner ganzen komplizierten Bildung wäre nicht so, wie es ist, wenn es nicht seine erste Bildung bekommen hätte in diesen uralten Zeiten der alten Sonne. Und es sind also eigentlich alte, uralte Bil­dungsprinzipien, die heute hereinragen in die Erdensphäre, und die wir aus diesem Grunde als ahrimanische bezeichnen müssen. Zurück­gebliebene Prinzipien müssen wir ja immer als [[a:luzifer|luziferische]] oder ahrimanische, je nach den Gesichtspunkten, ansehen. Dasjenige, was den Menschen als Erdenmenschen ausmacht, wo die Prinzipien des Erdenwerdens hauptsächlich spielen, das ist der Brust-, der Rumpfmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gliedmaßenmensch ist auch nicht rein der Mensch, sondern der hat sehr viel Luziferisches in sich, und seine Bildungsprinzipien sind eigentlich noch nicht volle Bildungsprinzipien, sondern sie sind solche, welche ihre volle Ausgestaltung erst haben werden, wenn die Erde ins [[a:neue Venus|Venusstadium]] gekommen sein wird, wenn also das [[a:a:Neuer_Jupiter|Jupiterstadium]] vorausgegangen und im Übergange sein wird in das Venusstadium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann werden die Bildungsprinzipien, die heute, ich möchte sagen, noch diesen Schatten von einem Wesen ausbilden, der der Extremitätenmensch ist, dieses dritte menschliche Wesen, in ihrer vollen Intensität, in ihrer richtigen Gestalt wirken: wenn die Venuszeit da sein wird. Also das nimmt der Mensch voraus, was in der Venuszeit erst da sein wird und bildet es heute unvollkommen, keimhaft, läßt es nicht über das Keimhafte hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Sache kosmisch betrachtet. Kosmisch betrachtet also sind wir in unserer Gestaltung so, daß wir in unserem Haupte gewisser­maßen nach den Kräften die alte Sonnenzeit wiederholen, in unserer Brust das Erdenwerden tragen; indem wir Extremitätenmenschen sind, tragen wir die Keime zum Venuswerden in uns. Das ist kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humanistisch betrachtet ist es etwas anderes. Da müssen wir auf die menschliche Individualität sehen, wie diese menschliche Indivi­dualität von Inkarnation zu Inkarnation schreitet. Da müssen wir sagen: Was wir heute in dieser Inkarnation als Haupt an uns tragen, das hat sich verwandt erwiesen unserer vorigen Inkarnation; dasjenige, was wir jetzt als Brustmenschen in uns tragen, das ist eigentlich rein verwandt unserer gegenwärtigen Inkarnation; und dasjenige, was wir als Extremitätenmensch in uns tragen, das wird ja Haupt in der näch­sten Inkarnation, das ist verwandt schon mit der nächsten Inkarnation. Ich habe Ihnen in der vorigen Woche gesagt: Das Haupt hat etwas Verräterisches, insbesondere in seinem Negativ. Wenn Sie einen Abdruck nehmen würden von der Physiognomie des Hauptes und diese Phy­siognomie anschauen würden, so würden Sie in dieser negativen Physiognomie Ihres Hauptes viel von dem erkennen, was Sie in einer vorigen Inkarnation angestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt ist es mit dem Extremitätenmenschen. Da können Sie aber nicht einen Abdruck nehmen, sondern da müssen Sie anders vor­gehen. Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedesmal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es ja an einem andern Orte. Sie gehen ja außerdem herum, Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden - es würde ein sehr bewegtes Bild werden - von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation. Dar­innen würden Sie viel ablesen können von dem Karma der nächsten Inkarnation. Es ist durchaus bedeutsam: So wie der Negativabdruck der Physiognomie in seiner Ruhe, in seiner festen, konturierten Zeichnung verräterisch ist für das, was in der vorigen Inkarnation schon geschehen ist, so würde dasjenige, was man abpunktieren könnte von dem, wie sich Arme, Hände, Beine, Füße verhalten, außerordent­lich instruktiv sein für das, was der Mensch in der nächsten Inkar­nation ausführen wird. Namentlich ist es auch instruktiv für das, was der Mensch in der nächsten Inkarnation ausführt, wohin er geht, wo­hin ihn seine Beine tragen. Wenn Sie alle die Orte, wenn Sie einfach den Weg verfolgen würden, wohin Sie Ihre Beine tragen, so würde da eine Landkarte daraus werden. Sie würden merkwürdige Figuren bekommen. Nicht ganz ohne Einfluß sind die Neigungen der Men­schen auf diese Figuren. Es spricht sich viel von den geheimen Nei­gungen in diesen Figuren aus. Die sind sehr verräterisch, diese Spuren, die da bleiben, für dasjenige, was die nächste Inkarnation dem Men­schen bringt. Also das wäre humanistisch betrachtet. Das andere war kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gliederung des Menschen, die, ich möchte sagen, abzielt auf die Gegenwart, bedeutet aber wiederum eine Verbindung mit den Geheimnissen der alten Mysterien, in denen man mehr atavistisch die Sache gewußt hat, aber in denen man solche Geheimnisse, wie sie jetzt eben angeführt worden sind, schon gekannt hat. Es gibt eine schöne Sage, anknüpfend an den König Salomo, über die Bestimmt­heit, mit welcher der Mensch seine Füße dorthin setzt, wo er seinen Tod finden soll. Gleichsam ist der Sinn dieser Sage, daß ein bestimmter Ort auf der Erde ist, wo der Mensch seinen Tod finden soll - Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden einen Zweigvortrag finden, wo ich gerade über diese Salomo-Sage vorgetragen habe -, dahin setzt der Mensch dann seine Füße. Das hängt zusammen mit dem alten Mysterienwissen von diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, der Mensch hat ja eigentlich, wenn er so im allgemeinen lebt, nur sein gewöhnliches Bewußtsein; aber er ist, wie Sie sehen, ein recht kompliziertes Wesen, der Mensch. Wenn er wachend ist, wenn er sein jüngstes geistiges Glied, das Haupt, in seinem physischen Haupte drinnen hat, dann weiß er ja nichts von seinem Haupte. Sie werden mit Recht sagen: Gott sei Dank, daß man nichts vom Haupte weiß; denn weiß man vom Haupte, so ist es nur der Kopfschmerz. - Auf eine andere Weise wird sich der Mensch seines Hauptes nicht bewußt, als wenn er Kopfschmerz kriegt; dann weiß er, daß er ein Haupt hat. Sonst bleibt das unbewußt, im eminentesten Sinne unbewußt, viel un­bewußter, als ein übriges Glied des menschlichen physischen Leibes. Der Mensch darf ganz froh sein, wenn er im normalen Bewußtsein von seinem Haupte nichts weiß. Aber unter diesem Bewußtsein des Hauptes, das gewöhnlich eigentlich nur von der Außenwelt Kenntnis nimmt, das nur darauf ausgeht, zu wissen von dem, was in der Um­gebung ist, unter diesem Wissen ruht ein anderes, eine Art Traum­bewußtsein, ein Traumeswissen. Ihr Haupt träumt fortwährend. Und während Sie von der Außenwelt wissen in der Art, wie Ihnen das wohi bekannt ist, träumen Sie eigentlich unter der Schwelle des Be­wußtseins, im Unterbewußtsein, fortwährend. Und was Sie da träu­men, dieses Träumen im Haupte, wenn Sie es voll auffassen könnten, wenn Sie es ganz in das Bewußtsein hereinbringen könnten, so würde Ihnen das ein Bild geben, ein richtiges, zusammenfassendes Bild Ihrer vorigen Inkarnation. Denn Ihre vorige Inkarnation träumen Sie unterbewußt in Ihrem Haupte. Das ist schon so. Es ist immer ein leises Bewußtsein vorhanden, das nur übertäubt ist von dem stärkeren Lichte des gewöhnlichen Bewußtseins, ein träumendes Bewußtsein von der vorigen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Jahre 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist das äußere Bewußtsein so stark geworden, daß nach und nach dieses Unterbe­wußtsein der vorigen Inkarnation völlig ausgelöscht worden ist. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor diesem Jahre 747 hat man viel gewußt von diesem Traumesbewußt­sein des Hauptes. Daher finden Sie auch überall auf dem Grunde der alten Kulturen die wiederholten Erdenleben als eine Tatsache ange­führt. Das rührt einfach davon her, daß dazumal dieses Unterbewußt­sein des Hauptes noch nicht so völlig in den Hintergrund getreten war wie jetzt, wie das geschehen ist durch den vierten, namentlich durch den fünften nachatlantischen Zeitraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem, was seelisch-geistig mit dem Brustkorb und dem Rumpf des Menschen zusammenhängt, wissen Sie ja auch im gewöhnlichen Bewußtsein sehr wenig. Das ist schon an sich ein Traumhaftes. Es schlägt nur manchmal, und dann sehr chaotisch, unregelmäßig, dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein in das Bewußtsein des Menschen im Traume herauf. Wenn der Mensch regelmäßig atmen kann, wenn sein Herzschlag regelmäßig ist, also wenn alle seine Funktionen des Brustkorbes und Rumpfes regelmäßig sind, so verläuft das Bewußt­sein des Rumpfes nicht so hell wie das Kopfbewußtsein, sondern es verläuft auch im gewöhnlichen Leben traumhaft. Man träumt im Ge­fühle - ich habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt - von diesem mittleren Menschen. Aber dieses, was da im Gefühle liegt, was der Mensch nur im Gefühle erlebt, wenn es heraufgeholt wird durch ein mehr hellseherisch werdendes Bewußtsein, wenn mit andern Wor­ten der Mensch das, was in seinem Brustkorb sich bewußt abspielt, ebenso zu überschauen lernt, wie er sonst im wachen Zustande nur das überschaut, was in seinem Hauptesbewußtsein ist, ja, dann teilt sich dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein deutlich in zwei Teile. Der eine Teil träumt zurück in die ganze Zeit zwischen dem vorigen Tod und der jetzigen Geburt oder Empfängnis. Also während Sie traumhaft, in sehr tiefen Träumen in Ihrem Hauptesbewußtsein unterbewußt haben dasjenige, was in der vorigen Inkarnation war, haben Sie das, was seit der vorigen Inkarnation bis zu der jetzigen Geburt in der Zwischenzeit verflossen ist, in den Träumen des Brustkorbes. Und in den Träumen, die mehr nach den unteren Partien des Brustkorbes gelegen sind, haben Sie ein starkes Bewußtsein von dem, was zwischen Ihrem kommenden Tode und dem nächsten Erdenleben ist. Also das Bewußtsein, das im Brustkorb konzentriert ist, das aber mehr oder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger unterbewußt bleibt für den gegenwärtigen Menschen, das ist eigentlich ein traumhaftes Bewußtsein sowohl für die Zeit vor dieser Geburt wie für die Zeit nach diesem Tode. Was zwischen unserem letzten Erdentode und unserer nächsten Erdenempfängnis liegt, mit Ausnahme desjenigen oder auch mit Einschluß desjenigen, was wir jetzt erleben zwischen Geburt und Tod, das enträtselt sich für dieses Unterbewußtsein des mittleren Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in demjenigen, was recht sehr stark durch das ganze Leben hin­durch unterbewußt bleibt, was nur heraufgezogen werden kann, wenn der Mensch imstande ist, es durch immerwährendes Sich-Beschäftigen mit geisteswissenschaftlichen Studien und Übungen heraufzuziehen, so daß gewisse Momente des Schlaflebens, die sonst eben schlafend, unbewußt vor sich gehen, heraufgehoben werden und der Mensch mitten aus dem Schlaf heraus bewußt wird, da kann sich das Tableau von der nächsten Erdeninkarnation aus diesem dritten Menschen, aus dem Unterbewußtsein des Extremitätenmenschen heraus entwickeln. Dasjenige, was der Mensch als sein gewöhnliches, heute wachendes Bewußtsein hat, ist eigentlich eine Art Seitentrieb des Menschen; das strahlt in das Haupt herein von außen. Aber hinter diesem Bewußt­sein liegt ein anderes Bewußtsein, das sich verbreitet über die vorige Inkarnation, über das Leben von der vorigen Inkarnation bis zu die­ser, über das Leben von dieser Inkarnation bis zur nächsten, und dann wiederum über die nächste Inkarnation. Nur verschläft der Mensch dieses Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Bewußtsein der vorigen Inkarnation im Haupte. In all den Organen, die vorzugsweise dem Ausatmen dienen, wirkt ein starkes Bewußtsein für das Leben zwischen der vorigen Inkarnation und die­ser. In all den Funktionen, die vorzugsweise dem Einatmen dienen, wirkt ein Bewußtsein von der jetzigen Inkarnation bis zur nächsten Erdeninkarnation. Und in dem Gliedmaßenmenschen, in all den geheimnisvollen Vorgängen des Gliedmaßenmenschen wirkt ein sehr, sehr unterbewußt bleibendes Bewußtsein der nächsten menschlichen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bewußtseine sind mehr oder weniger verdeckt worden seit dem Beginn der vierten nachatlantischen Zeit, seit 747 vor dem Mysterium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Golgatha. Und der Beruf unserer Zeit ist wiederum, aus dem allgemeinen chaotischen Menschenbewußtsein heraus die be­stimmten Bewußtsejne von diesen konkreten Vorgängen der kos­mischen und der Menschheitsevolution herauszuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit alldem, was ich jetzt entwickelt habe, muß sich eine andere Einsicht in die Menschenwesenheit, ich möchte sagen, kreuzen. Ja, es ist schon notwendig, daß wir uns in so schwierige Erörterungen einlassen, wir kommen sonst nicht zum genaueren Verständnisse. Ich hätte ja so gerne, wenn für diese schwierigen Erörterungen nicht nur ein gewisses Über-sich-ergehen-Lassen waltete, sondern wenn gerade für diese schwierigen Dinge - weil das der gegenwärtigen Menschheit so notwendig wäre - ein bißchen Enthusiasmus, ein bißchen tempe­ramentvolles Eingehen aufzubringen wäre, was ja in einer Gesell­schaft der heutigen Zeit so unendlich schwierig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, Sie richten Ihre Sinne nach außen. Da finden Sie durch Ihre Sinne die Außenwelt als eine sinnenfällige ausgebreitet. Ich zeichne das schematisch, was da nach außen als sinnenfällig ausge­breitet um uns herum liegt. Bitte, es soll das, was da außen herum liegt, dieses (siehe Zeichnung, blau) sein. Wenn Sie Ihre Augen, Ihre Ohren, wenn Sie Ihren Geruchssinn, was Sie wollen, auf die Außenwelt rich­ten, so wendet sich Ihnen gewissermaßen entgegen, es wendet sich diesen Sinnen entgegen dasjenige, was die Innenseite dieses Außen ist - also bitte: die Innenseite dieses Außen (links). Nehmen Sie an, Sie wenden Ihre Sinne dem zu, was ich da gezeichnet habe (siehe Zeich­nung, Pfeile), so sind diese Sinne auf diese Außenwelt gerichtet und Sie sehen das, was sich innen hier hineinneigt. Nun folgt die schwie­rige Vorstellung, auf die ich aber schon kommen muß. Alles das, was Sie da anschauen, zeigt sich Ihnen von innen. Denken Sie sich, daß das auch eine Außenseite haben muß. Nun, ich will es schematisch da­durch vor Ihre Seele rufen, daß ich sage: Wenn Sie so hinausschauen, sehen Sie als Grenze Ihres Schauens das Firmament: das hier ist ja fast so, nur daß ich es klein gezeichnet habe. Aber jetzt denken Sie sich, Sie könnten flugs da hinausfliegen und könnten da durchfliegen und von der andern Seite gucken, Ihre sinnenfalligen Eindrücke von der andern Seite angucken. Also Sie könnten so hinschauen (siehe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 085.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 85]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeichnung, Pfeile oben). Bitte, das sehen Sie natürlich nicht; aber könnten Sie so hinschauen, so würde das der andere Aspekt sein. Sie würden aus sich heraus müssen und würden von der andern Seite Ihre ganze sinnenfällige Welt anschauen müssen. Sie würden also das, was sich Ihnen als Farbe zuwendet, von der Rückseite betrachten, das, was sich Ihnen als Ton zuwendet, von der Rückseite betrachten und so weiter; was sich Ihnen als Geruch zuwendet, würden Sie von der Rückseite betrachten, Sie würden von der Rückseite den Geruch in die Nase fassen. Also von der andern Seite denken Sie sich die Weltbetrachtung: wie einen Teppich ausgebreitet die sinnenfälligen Dinge, und nun den Teppich von der andern Seite einmal angesehen. Ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
kleines Stück sehen Sie nur, ein sehr, sehr kleines Stück von dieser Rückseite. Dieses sehr kleine Stück, das kann ich hier nur dadurch zur Darstellung bringen, daß ich die Sache so mache: Denken Sie sich jetzt, ich zeichne das, was Sie da von der andern Seite sehen würden, rot ein; so daß ich sagen kann, schematisch sieht man das Sinnen-fällige so: Wie man es gewöhnlich sieht, so sieht es blau aus; sieht man es von der andern Seite, so sieht es rot aus, aber das sieht man natür­lich nicht. In diesem, was man da rot sehen würde, steckt erstens alles das drin, was erlebt werden kann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zweitens alles das, was beschrieben ist in der «Geheimwissenschaft im Umriß» als Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenentwickelung und so weiter. Dasjenige liegt da aufgespeichert, was eben verborgen ist für die sinnenfällige Anschauung. Das ist da auf der andern Seite der Kugel. Aber ein kleines Stück sehen Sie davon; das kann ich nur so zeichnen, daß ich jetzt sage: Nehmen Sie dieses kleine Stück von dem Roten, das ginge da herüber (siehe Zeichnung, unten) und durch­kreuzt sich mit dem Blauen, so daß das Blaue, statt daß es jetzt vorne ist, dahinter ist. Ich müßte eigentlich hier vierdimensional zeichnen, wenn ich es wirklich zeichnen würde, ich kann es daher nur ganz schematisch zeichnen. Also da (links) sind die Sinne jetzt hier dem Blauen zugewendet; da sind sie nicht zugewendet dem Blauen, son­dern dem Roten, das Sie sonst nicht sehen. Aber hinter dem Rot hat sich jetzt gekreuzt das, was sonst gesehen wird, und das ist jetzt dar­unter. Und dieses kleine Stück, das da sich kreuzt mit dem andern, das sehen Sie fortwährend im gewöhnlichen Bewußtsein. Das sind näm­lich Ihre aufgespeicherten Erinnerungen. Alles, was als Erinnerung entsteht, entsteht nicht nach Gesetzen dieser äußeren Wahrnehmungs-weit, sondern es entsteht nach den Gesetzen, die dieser hinteren Welt da entsprechen. Dieses Innere, das Sie als Ihre Erinnerungen haben, das entspricht wirklich dem, was da auf der andern Seite ist (rechts). In­dem Sie in sich hineinblicken, in alles das, was Ihre Erinnerungen sind, sehen Sie tatsächlich die Welt auf einem Stück von der andern Seite; da ragt das andere ein wenig herein, da sehen Sie die Welt von der andern Seite. Und wenn Sie jetzt durch Ihre Erinnerungen, wie sie so aufgeschrieben sind, durchschlüpfen könnten - ich habe vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
acht Tagen davon gesprochen -, wenn Sie da hinunter könnten, unter Ihre Erinnerungen sehen und sie von der andern Seite anschauen könnten, von da drüben (siehe Zeichnung, rechts), da würden Sie die Erinnerungen als Ihre Aura sehen. Da würden Sie den Menschen sehen als ein geistig-seelisches aurisches Wesen, wie Sie sonst die äußere Welt sinnenfällig in den Wahrnehmungen sehen. Nur wäre es eben­sowenig angenehm - wie ich das vor acht Tagen hier charakterisiert habe -, weil da der Mensch noch nicht schön ist von dieser andern Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Interessante, was man kreuzen muß mit dem an­dern Verständnis des dreigliedrigen Menschen. Diese Kreuzung hier, die liegt nun im mittleren Menschen, im Brustmenschen. Sie erinnern sich an die Zeichnung, die ich vor acht Tagen gemacht habe, wo ich ja die in sich gewundenen Lemniskaten mit den zurückgeschlagenen Schleifen hatte: die müßte ich hier zeichnen. Hier müßte ich diesen Brustmenschen zeichnen mit den zurückgeschiagenen Lemniskaten (siehe Zeichnung Seite 85, links unten): Das würde zusammenfallen mit der Erinnerungssphäre. So daß dieser dreigliedrige Mensch hier in seinem mittleren Teil diese Umwendung des Menschen hat, wo das Innere äußerlich und das Äußere innerlich wird, wo Sie ein Tableau, das Sie sonst als Welttableau, als die große Welterinnerung sehen würden, nun als Ihre eigene kleine mikrokosmische Erinnerung sehen. Sie sehen in Ihrem gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was sich zugetragen hat von Ihrem dritten Jahre an bis jetzt: das ist eine innere Aufzeichnung, ein kleines Stück für das, was gleichartig mit dem ist, was sonst Aufzeichnung für die ganze Weltenevolution ist, was auf der andern Seite liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ohne Grund habe ich seinerzeit, wie den meisten von Ihnen wohl bekannt sein wird, davon gesprochen - und ich habe es ja wieder­um ausgeführt in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln» am Schluß in der Anmerkung -, nicht ohne Grund habe ich davon ge­sprochen, daß der Mensch eigentlich zwölf Sinne hat. Diese Sinne müssen wir uns so denken, daß eine Anzahl von diesen zwölf Sinnen nach dem Sinnenfälligen zugewendet sind, eine andere Anzahl von diesen zwölf Sinnen sind aber nach rückwärts gerichtet. Sie sind auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da unten (siehe Zeichnung Seite 85) nach dem gerichtet, was schon das Gewendete ist. Und zwar sind nach dem äußeren Sinnenfaliigen gerichtet: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn, Hörsinn, Sehsinn, Ge­schmackssinn, Geruchssinn. Diese Sinne sind gerichtet nach dem Sinnenfälligen. Die andern Sinne kommen ja eigentlich dem Men­schen deshalb nicht zum Bewußtsein, weil sie zunächst nach seinem eigenen Inneren und dann nach dem Umgekehrten der Welt gerichtet sind. Das sind vorzugsweise: Wärmesinn, Lebenssinn, Gleichge­wichts sinn, Bewegungssinn, Tastsinn. So daß wir sagen können: Für das gewöhnliche Bewußtsein liegen sieben Sinne im Hellen (oben) und fünf Sinne im Dunkeln (unten). Und diese fünf Sinne, die im Dunkeln liegen, die sind der andern Seite der Welt zugewendet, auch im Menschen der andern Seite (siehe Zeichnung Seite 85).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daher einen vollständigen Parallelismus haben zwischen den Sinnen und zwischen etwas anderem, wovon wir gleich sprechen werden (siehe Zeichnung, Kreis). Also nehmen wir an, wir hätten als Sinne zu verzeichnen den Hörsinn, den Sprachsinn, den Denksinn, den Ichsinn, den Wärmesinn, den Lebenssinn, den Gleichgewichts­sinn, den Bewegungssinn, den Tastsinn, den Geruchssinn, den Ge­schmackssinn, den Sehsinn, so haben Sie im wesentlichen alles das­jenige, was vom Ichsinn geht bis zum Geruchssinn, im Hellen liegend, in dem, was dem gewöhnlichen Bewußtsein zugänglich ist (siehe Zeichnung, schraffiert). Und alles dasjenige, was abgewendet ist vom gewöhnlichen Bewußtsein, so wie die Nacht vom Tag abgekehrt ist, das gehört den andern Sinnen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist natürlich die Grenze auch wiederum nur schematisiert; es fällt etwas ineinander; es sind die Wirklichkeiten nicht so bequem. Aber diese Gliederung des Menschen nach den Sinnen ist so, daß Sie schon im Schema an die Stelle der Sinne nur zu zeichnen brauchen die Himmelszeichen, so haben Sie: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage - sieben Himmelszeichen für die helle Seite; fünf für die dunkle Seite: Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische: Tag, Nacht; Nacht, Tag. Und Sie haben einen vollständigen Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen - dem, was zugewendet ist seinen Sinnen, und dem, was abgewendet ist, aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 089.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 89]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eigentlich zugewendet ist seinen unteren Sinnen - und zwischen dem, was im äußeren Kosmos den Wechsel bedeutet von Tag und Nacht. Es geht gewissermaßen im Menschen dasselbe vor, was im Weltenge­bäude vorgeht. Im Weltengebäude wechseln Tag und Nacht, im Menschen wechselt auch Tag und Nacht, nänllich Wachen und Schlafen, wenn sich auch beide voneinander emanzipiert haben für den gegenwärtigen Bewußtseinszyklus des Menschen. Während des Tages ist der Mensch zugewendet den Tagessinnen; wir können ebensogut sagen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Lowe, Jungfrau, Waage, wie wir sagen könnten: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn und so weiter. Sie können jedes Ich eines andern Menschen sehen, Sie können die Gedanken des andern Menschen verstehen, Sie können hören, sehen, schmecken, riechen: das sind die Tagessinne. In der Nacht ist der Mensch so, wie sonst die Erde nach der andern Seite ge­wendet ist, den andern Sinnen zugewendet, nur sind diese noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollentwickelt. Sie werden erst nach der Venuszeit so voll entwickelt sein, daß sie wahrnehmen können, was da nach der andern Seite ist. Sie sind noch nicht so voll entwickelt, daß sie das wahrnehmen kön­nen, was da nach der andern Seite ist. Sie sind in Nacht gehüllt, wie beim Durchgang durch die andern Himmelsregionen, die andern Bilder des Tierkreises, die Erde in der Nacht ist. Das Durchschreiten des Menschen durch seine Sinne ist ganz zu parallelisieren mit dem Gang - ob Sie nun sagen der Sonne um die Erde oder der Erde um die Sonne, das ist ja schließlich für diesen Zweck gleichgültig; aber diese Dinge hängen zusammen. Und diese Zusammenhänge kannten die Weisen der alten Mysterien sehr gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verschwand für das Bewußtsein eben allmählich in der vierten nachatlantischen Zeit, aber es muß wieder heraufgeholt werden, muß auch gegen die Widerstände, die sich dagegen erheben, wiederum heraufgeholt werden für die Menschheitskultur. Denn in den Be­griffen, die man sich da aneignet, liegt dasjenige, was einem auch ver­ständlich erscheinen läßt, was nun im sozialen, im geschichtlichen Leben vor sich geht. Solange Sie Naturleben und geistiges Leben in der Art trennen, wie das die moderne Menschheit heute liebt, so lange kommen Sie nicht zu solchen Begriffen, die im geschichtlichen Werden eine Rolle spielen könnten, sondern Sie werden überwältigt von den Begriffen, die im geschichtlichen Leben eine Rolle spielen. Überwältigt werden Sie. Dafür gibt es ja viele Beispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, die Menschen haben seit, nun, sagen wir zweihundert Jahren, wie sie glauben, furchtbar viel gedacht. Man kann zusammen­stellen, was die Menschen seit zweihundert Jahren gedacht haben, was sie an Idealen ausgebildet haben, wovon sie als den großen Idealen gesprochen haben und immer wieder sprechen: von dem Ideal der Aufklärungszeit bis jetzt zu dem Ideal des großen Cäsar-Ersatzes Woodrow Wilson. All dasjenige, was da über die verschiedenen Ideale ge­sprochen worden ist, das haben die Menschen durch die Jahrhunderte, durch zwei Jahrhunderte hindurch gedacht; das bildete die Gedanken der Menschen. Aber die Weltgeschichte ist wenig bewegt worden von diesen Gedanken. Die Weltgeschichte ist von etwas ganz anderem be­wegt worden: von jenen Gedanken, die in den Dingen gewirkt und gewebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
haben. Und niemals waren eigentlich die Gedanken, die in den Menschenköpfen wimmeln, weiter entfernt von den großen kosmi­schen Gedanken, die in den Dingen leben, als in unserer Zeit. Das­jenige, was seit, man kann sagen, hundertfünfzig Jahren die Menschen dazu getrieben hat, eine gewisse Gestaltung der Welt zu bewirken, das sind nicht die Gedanken von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und so weiter, sondern das sind die Gedanken, welche verwoben waren zum Beispiel mit dem Aufkommen des mechanischen Webstuhls. Daß der mechanische Webstuhl hereingekommen ist in die moderne Entwickelung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, daß sich diese bedeutsame Erfindung des mechanischen Webstuhls an die Stelle der alten Handweberei hineingefunden hat in die Mensch­heitsentwickelung, und daß von diesem mechanischen Webstuhl die ganze Maschinenkultur der neueren Zeit ausgegangen ist, darinnen weben die objektiven Gedanken, die wirklichen Gedanken, welche der Welt die Gestaltung gegeben haben, die sie bis heute hat, und aus der das gegenwärtige katastrophale Chaos entstanden ist. Man muß nicht, wenn man eine Geschichte schreiben will des gegenwärtigen katastrophalen Chaos, an die Gedanken, die in dem Menschenbewußt-sein gewimmelt haben, sich wenden, sondern an diese objektiven Ge­danken von der Begründung, von der Erfindung des mechanischen Webstuhls bis zu dem Werden der Großindustrie und ihres Schattens, des Sozialismus. Denn wenn das auch scheinbare Gegensätze sind, Großindustrie und Sozialismus, so sind sie polarische Gegensätze, die zueinander gehören, sie sind nicht voneinander zu trennen. Bei diesen objektiven Gedanken muß man anfragen und das geschichtliche Werden betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da findet man dann, daß die Menschen sich vielen Illusionen hinge­geben haben in der Zeit des 18. Jahrhunderts, das 19. Jahrhundert hindurch, und namentlich in dem Teil des 20. Jahrhunderts, in dem wir jetzt leben. Sie haben sich vielen Illusionen hingegeben in ihren Gedanken; aber überwältigt sind sie worden von den objektiven, historisch-kosmischen Gedanken. Die weben in den Dingen. Und ein Interesse für diese objektiv webenden Gedanken, wenn auch ein furchtbar einseitiges Interesse, haben eigentlich doch nur diejenigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Menschen allmählich entwickelt, welche den Sozialismus als Weltanschauung ausgebildet haben. Und das ist etwas ungeheuer Charakteristisches. Wenn Sie das 19. Jahrhundert verfolgen: das Bourgeois­tum verliert immer mehr und mehr das Interesse für große Weltan­schauungsfragen. Große Weltanschauungsfragen werden sogar dem Bourgeoistum höchst unangenehm, sie werden womöglich in die Ästhetik hinein abgeschoben. Ob es geistige Wesen gibt oder nicht, darüber mag man, wenn man ein richtiger Durchschnittsbourgeois ist, von der Bühne herunter allerlei vernehmen, wo man nicht daran zu glauben braucht, wo es nicht darauf ankommt, ob die Dinge Wahr­heiten sind oder nicht: da läßt man sich von &#039;&#039;Björnson&#039;&#039; und ähnlichen Leuten das Mannigfaltigste vormachen. So in das Ästhetische hinein, in das Spielen mit allerlei sogenannten Künstlerischem, dahin wird das Weltanschauungsgemäße für das Bourgeoistum in der neueren Zeit abgeschoben. Wirklich für Weltanschauungsfragen die Köpfe gegen­seitig zerschlagen - womit ich das nicht als ein Ideal betrachten will im physischen Sinne, aber im geistigen Sinne ist es in gewissem Sinne ein Ideal: Sie wissen, ich habe mit einem seht starken Aplomb darauf hingewiesen, daß ich gerne Temperament haben würde auch beim Vertreten anthroposophischer Wahrheiten -, die Köpfe eingeschlagen hat man sich in den letzten Jahrzehnten auf sozialistischem Gebiete. Und darum haben sich die andern nicht gekümmert. Sie haben, möchte ich sagen, diejenigen Leute allein gelassen, welche die Welt eigentlich von einem sehr engen Aspekt aus gesehen haben, welche die Welt nur gesehen haben von dem Aspekt der Fabrik aus, von dem Inneren der Fabrik aus, von dem Inneren der Buchdruckerwerkstätte und so weiter. Und es ist ja im höchsten Maße interessant, was für eine sogenannte Weltanschauung herausgekommen ist von dem Aspekte der Fabrik aus: denn das ist der Sozialismus! Das ist vom Aspekt des Inneren der Fabrik, das ist vom Aspekt der Menschen aus, die gar nichts anderes kennen als das Innere der Fabrik. Und für das, was da sich heranentwickelte, hat sich das Bourgeoistum, das sich mit allerlei abstrakten Ideen, aber auch im Abstrakten mit Ästhetisieren befaßt, so daß man nicht sehr sich die Köpfe zu zerschlagen brauchte, für das, was da unten sich entwickelt hat, hat sich das Bourgeoistum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eigentlich wenig interessiert. Und so ist das Bourgeoistum kurioserweise in die Mitte hineingekommen zwischen der absterbenden, der ganz absterbenden alten Weltanschauung, die alles Geistige verloren hat, die alle großen Fragen überhaupt in den Ästhetizismus hinein abschieben möchte, und dem, was da neu heraufkommt, dem Sozialis­mus, der überhaupt noch keine Begriffe hat, der noch lediglich mit Worten allerlei Systeme bereitet, weil er die Welt überhaupt noch nicht sehen kann, sondern nur die Fabrik sehen kann, nur das alleräußerste Mechanische sehen kann. Denken Sie sich doch, was es eigentlich zu bedeuten hat, wenn der Mensch innerlich nichts weiß von Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich, sondern nur weiß von der Art und Weise, wie in der Maschine mechanisch sich dieser oder jener Zapfen auf und ab bewegt, das oder jenes zugefeilt und zugehobelt wird und dergleichen! Der Sozialismus ist eine Weltanschauung, die da fußt auf der Anschauung einer Welt, die rein mechanisch ist. Es ist für den Sozialisten das Stück der Welt herausgeschnitten, das mechanisch ist; danach formt er sich seine Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man entstehen lassen, weil man das Prinzip hatte, sich eigentlich nur ästhetisch um die Dinge zu bekümmern. Als die Theosophische Gesellschaft zuerst begründet worden ist, hat man ja auch ihren Hauptgrundsatz gesehen in der Liebe aller Menschen unterein­ander. Wieviel ist darüber deklamiert worden! Nun, ich habe mich ja über diesen Punkt genügend ausgesprochen. Er ist ebenso bequem wie unfruchtbar. Aber er rührt auch davon her, daß man möglichst abschieben will dasjenige, was wirklich konkreten Inhalt hat, in das Inhaltlose hinein. Und so konnte man auch nicht ein eigentliches Interesse fassen für den wirklichen Hergang der Dinge. Einzelnen Menschen fiel das Absonderliche herkömmlicher, sagen wir Ge­schichtsbetrachtung auf. Nehmen wir einen Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie eine beliebte Darstellung der römischen Kaiserzeit; versuchen Sie in den Schulbüchern oder in den Büchern auch, die die großen autoritativen Historiker geschrieben haben, über die rö­mische Kaiserzeit sich zu unterrichten. Ich glaube, Sie werden aus diesen Darstellungen außerordentlich wenig vernehmen über eine gewisse Persönlichkeit, die schon unter Nero eine bedeutende politische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Rolle gespielt hat - so unter Nero kommen bereits die politi­schen Aspirationen durch -, dann ganz besonderes Aufsehen erregte und bedeutenden Einfluß auf die Politik Roms erlangte unter Ves­pasian und Titus, so daß man sagen kann, daß diese Persönlichkeit die Seele der Regierung des &#039;&#039;Vespasianus&#039;&#039; und &#039;&#039;Titus&#039;&#039; war. Dann wendete sich diese Persönlichkeit der andern Seite zu unter der Regierung des &#039;&#039;Domitianus&#039;&#039;, den sie für einen &#039;&#039;Schädling&#039;&#039; des Römertums hielt. Sie wendete sich der andern Seite zu. Es wird ihr der Prozeß gemacht, ein sehr aufsehenerregender Prozeß in Rom, der sehr interessant verlaufen ist, in welchem Domitianus geradezu umgeschlagen hat vom Tyrannen zu einem, der sich gegenüber diesem Prozeß nicht zu helfen wußte, daher den Mann nicht verurteilen konnte. Dann wiederum, als an Stelle des Domitianus Nerva kam, sehen wir diese Persönlich­keit wieder energisch verbunden mit dem Kaiser, dem Cäsar. Da sehen wir aber diese Persönlichkeit große Politik machen aus der gesamten Weltanschauung der damaligen Zeit heraus, und wir sehen zu gleicher Zeit diese Persönlichkeit versuchen, wirklich weitgehende, aus dem Kosmos heruntergeholte Begriffe noch einmal, zum letzten Male während der römischen Kaiserzeit, den politischen Ereignissen ein­zuimpfen. Und kurioserweise finden Sie ja eine richtige Beschreibung dieser Persönlichkeit in gar keinem gebräuchlichen Geschichtsbuche, nicht einmal bei &#039;&#039;Sueton&#039;&#039; und &#039;&#039;Tacitus&#039;&#039;, sondern nur bei &#039;&#039;Philostratus&#039;&#039;. Und Philostratus schildert auch nur so, daß man nicht wußte, schildert er einen Roman oder eine Wirklichkeit. Er schildert das Leben des &#039;&#039;[[a:Apollonius von Tyana|Apollonius von Tyana]]&#039;&#039;. Denn Apollonius von Tyana ist der, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er von Nero an bis zu Nerva und nament­lich unter Vespasian und Titus einen so großen Einfluß auf die Politik hatte, und den Philostratus beschrieb. Und der Tübinger Theologe Baur, der Historiker Baur war im höchsten Grade erstaunt, daß man so gar nichts findet über eine Persönlichkeit wie den Apollonius, der eine erste Rolle spielen müßte in der Geschichtsdarstellung. Natür­lich sah Baur nicht ein, worauf es ankommt. Es kommt darauf an, daß in Apollonius eine Persönlichkeit dasteht in der Geschichte, die schon diesen großen Einfluß hatte, aber die aus dem überragenden Kosmischen die Prinzipien herunterholte. Das war dem ins Römische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hineinmündenden Christentum im höchsten Grade fatal. Und nun bitte ich Sie zu berücksichtigen, daß alles dasjenige, was historisch da ist, von der Kirche Gnaden da ist. Es ist ja sonst nichts da, als was die Kirche aus Gnade den Menschen gelassen hat. Nicht mit Unrecht hat ein alter, gar nicht dummer Mensch behauptet, daß es überhaupt einen Plato, einen Sophokles gar nicht gegeben hatte, sondern daß Mönche vom 14. und 15. Jahrhundert des Sophokles&#039; Dramen ge­schrieben hatten; denn ein strikter Beweis dafür, daß Sophokles ge­lebt hat, ist nicht da. Wenn auch die Behauptung nicht haltbar ist, selbstverständlich Unsinn ist, aber wie unsicher alles dasjenige ist, was geschichtliche Fable convenue ist, wir haben es ja schon oft be­tont. Und wir müssen uns darüber klar sein. Wir müssen ja die Gegen­wart mit der Vergangenheit in Zusammenhang bringen, denn wir nähern uns jetzt einer großen, bedeutungsvollen Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben wiederum, vom modernen Standpunkte jetzt, hinge­wiesen auf den dreigeteilten Menschen, auf diesen Zusammenhang mit kosmischen Wahrheiten, auf die Notwendigkeit, daß das wieder ent­hüllt werde. Ja, worin bestand denn eigentlich die Haupttätigkeit der Kirche, namentlich seit dem achten ökumenischen Konzil in Konstan­tinopel, das 869 stattfand? Sie bestand darinnen, auszulöschen, aus­zutilgen vom menschlichen Bewußtsein dasjenige, was in jenen alten Zeiten auch das Christentum an Verständnis für den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos, mit der großen geistigen Welt hatte. Mit einer wahren Ängstlichkeit hat man alles dasjenige beseitigt, was diesen Zusammenhang verrät. Und nur, weil nicht alles beseitigt werden kann, weil das Karma dem schon entgegenwirkt, sind solche Werke wie das des Philostratus geblieben. Und daher können Sie es begreifen, wenn Sie jetzt die Vergangenheit mit der Gegenwart zu­sammenbringen, daß gewisse Menschen von kirchlicher Seite heil­lose Angst bekommen, wenn in der Gegenwart wiederum die An­knüpfung gepflogen werden soll zwischen dem, was den Menschen zu einem Wesen des Kosmos macht, und diesem Menschen selber und seiner Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht eben nicht an, daß man nur schläfrig dasjenige verfolgt, was durch die anthroposophische Bewegung gewollt sein sollte. Man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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muß es in lebendigem, kraftvollem Bewußtsein verfolgen. Das ist schon notwendig. Damit habe ich hingewiesen auf dasjenige, was wir nun weiter ausführen wollen. Morgen werde ich den Vortrag hier halten, in dem ich diese Betrachtungen fortsetzen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewisse Fragen werden dem denkenden Menschen sich doch immer wieder und wiederum aufdrängen, wenn er auch in Zeiten, in denen die materialistische Kultur überwiegt, diesen Fragen mehr oder we­niger aus dem Wege gehen möchte. Es sind viele Fragen. Ich möchte heute ein paar aus der großen Reihe der Fragen herausheben, die da­von kommen, daß der Mensch doch, selbst wenn er sich sträubt, eine geistige Welt anzuerkennen, den Eindruck dieser geistigen Welt ver­spürt. Zu solchen Fragen gehört zum Beispiel diese, die ja, man möchte sagen, das Leben alltäglich aufwirft: Gewisse Menschen sterben jung, andere sterben ganz alt, andere dazwischen. Gegenüber dieser Tatsache, daß auf der einen Seite ganz junge Kinder sterben, auf der andern Seite Leute ganz alt werden und dann sterben, erheben sich für den Menschen Fragen, welche mit den Mitteln, die man heute wissenschaftliche Mittel nennt, niemals - bei klarer Besinnung wird das jeder zugeben müssen - werden zu beantworten sein. Und doch sind sie für das Menschenleben brennende Fragen, und jeder kann eigentlich empfinden, daß sich für das Leben Unendliches aufklären müßte dadurch, daß man diesen Fragen nahetreten könnte: Warum sterben Menschen zuweilen früher, im Kindesalter, im Jugendalter, in der Mitte der gewöhnlichen Lebenszeit? Warum sterben andere alt? Was hat das für eine Bedeutung im gesamten Weltenall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich solche Fragen zu beantworten, dazu hatten die Menschen bis zu jenem Zeitpunkte, den ich Ihnen in diesen Betrachtungen schon angegeben habe, bis zu dem Zeitpunkt der beginnenden vierten nachatlantischen Zeit, so ungefähr bis in die Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, noch Vorstellungen, Begriffe. Aus alter Weisheit her­überbekommen hatten sie Begriffe. Es gab auch in jenen alten Zeiten, die dem 8. vorchristlichen Jahrhundert vorangingen, über die da­malige Erdenkultur verbreitet überall Vorstellungen, welche nach dem Sinn der damaligen Zeit den Menschen Aufschluß gaben über solche Fragen wie die eben angedeuteten. Dasjenige, was wir heute&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wissenschaft nennen, kann nicht einmal einen rechten Sinn verbinden mit solchen Fragen, kommt gar nicht darauf, daß etwas mit diesen Fragen gegeben ist, wozu man irgendeine Antwort suchen sollte. Das alles rührt davon her, daß in der Zeit, die seit dem eben angedeuteten Zeitpunkte verflossen ist, eigentlich alle Vorstellungen verlorenge­gangen sind, die sich auf den geistigen und damit auf den ewigen Menschen beziehen. Es sind nur diejenigen Vorstellungen geblieben, die sich auf den vergänglichen Menschen und den zwischen Geburt und Tod eingeschlossenen Menschen beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in allen alten Weltanschauungen von einer dreifachen Sonne gesprochen wurde, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als eine leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen die seelische Sonne - im griechischen Sinne gesprochen, den Helios - und erst hinter dieser seelischen Sonne die geistige Sonne, die zum Beispiel noch Plato identifizierte mit dem Guten. Es hat für den heutigen Menschen eigentlich keinen rechten Sinn, von dem Helios, der seelischen Sonne, oder gar von der geisti­gen Sonne, von dem Guten, zu sprechen. Aber so wie uns hier zwi­schen Geburt und Tod die physische Sonne leuchtet, so scheint, wenn ich sagen darf, in unser Ich hinein in der Zeit, die wir verbringen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die geistige Sonne, die eben noch von Plato identifiziert wird mit dem Guten. Für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dieser leuchtenden Kugel zu sprechen, von der unsere heutige materialistische Weltan­schauung spricht, hat keinen Sinn; zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat nur Sinn zu sprechen von der geistigen Sonne, von dem, was Plato noch als das Gute bezeichnet. Aber gerade ein solcher Be­griff sollte uns auf etwas hinweisen. Er sollte uns darauf hinweisen, nachzudenken, wie es sich eigentlich verhält mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Welt bilden. Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, zu sehen haben eine Art von Täuschung, eine Art von Maja, das wird doch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung&lt;br /&gt;
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des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Art Vorstellung von der Sonne hat im Grunde derjenige, der die heutige Physik, Astrophysik meinetwillen, autoritativ nimmt: Wenn er da hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne nähert - nun, sehen wir jetzt von menschlichen Lebensbedingungen ab, setzen wir voraus, daß die Lebensbedingungen absolut sein könnten -, gewaltige Hitze ver­spüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausge­füllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So stellt sich der Physiker ja das eigentlich vor: einen glühen­den Gasball oder so etwas. Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen An­schauung. Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist - ja, indem man sich nähert, da findet man schon so etwas, wie wenn man durch flutendes Licht durchgehen müßte (es wird gezeichnet: gelber Kreis, innen blauer Kern); aber wenn man da hineinkommt, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, findet man zunächst das, was man an­sprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Ich zeichne es schematisch (blau), weil eigentlich nichts dort ist. Da ist nichts, da ist leerer Raum. Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne wei­teres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständ­liches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, und er denkt sich das insbesondere, wenn er ein waschechter Kantianer ist, denn viel mehr Leute, als man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute denkt, sind Kantianer, sind unbewußte Kantianer: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! - Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein. Wenn Sie nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden Sie diesen leeren Raum, in den Sie da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt Sie nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist, wie ich besser sagen kann - als ein leerer Raum. Sie brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird Ihnen nicht ganz unklar bleiben können, was ich da meine: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer. Nehmen wir an, Sie besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß Sie alles, was Sie besitzen, ausgegeben haben, daß Sie nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit - wenn ich mich so ausdrücken darf - nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit. Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus fest­gehalten, richtig im Materialismus festgehalten, ich möchte sagen: gebannt in den Materialismus. Denn es gibt auch im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Ort, welcher leerer ist als leer; nicht in seiner Gänze, aber welcher eingelagert hat Teile, die leerer sind als leer. Im ganzen ist ja der Mensch - ich meine der physische Mensch - ein Wesen, welches einen Raum materiell ausfüllt; aber ein gewisses Glied der menschlichen Natur, von den dreien, die ich angeführt habe, hat tatsächlich etwas in sich, was sonnenähnlich ist, leerer ist als leer. Das ist - ja, Sie müssen es schon hinnehmen - der Kopf. Und gerade darauf, daß der Mensch so organisiert ist, daß sein Kopf sich immer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entleeren kann und in gewissen Gliedern leerer sein kann als leer, da­durch hat dieser Kopf die Möglichkeit, das Geistige sich einzulagern. Stellen Sie sich einmal die Sache vor, wie sie eigentlich ist. Natürlich muß man die Dinge sich schematisch vorstellen; aber denken Sie sich, alles dasjenige, was materiell Ihren Kopf ausfüllt, würde ich schematisch durch das Folgende zeichnen. Das wäre schematisch Ihr Kopf (siehe Zeichnung, rot). Nun aber muß ich, wenn ich ihn vollständig zeichnen will, in diesem Kopf leere Stellen lassen. Das ist natürlich jetzt nicht so groß, aber drinnen sind leere Stellen. In diese leeren Stellen kann dasjenige hinein, was ich Ihnen den jungen Geist genannt habe in die­sen Tagen. In die leeren Stellen hinein muß der junge Geist, gewisser­maßen in seinen Strahlen, gezeichnet werden (gelb).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 101.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 101]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Materialisten sagen: Das Gehirn ist das Werkzeug des Seelen­lebens, des Denkens. - Das Umgekehrte ist wahr: Die Löcher im Gehirn, ja sogar dasjenige, was mehr ist als Löcher, oder ich könnte auch sagen, weniger ist als Löcher, was leerer ist als leer, das ist das Werkzeug des Seelenlebens. Und da, wo das Seelenleben nicht ist, wo das Seelenleben fortwährend aufstößt, wo der Raum unseres Schädels mit Gehirnmasse ausgefüllt ist, da wird nichts gedacht, da wird nichts seelisch erlebt. Wir brauchen unser physisches Gehirn nicht zum Seelenleben, sondern wir brauchen es nur, damit wir das Seelenleben einfangen, physisch einfangen. Wenn da nicht das Seelenleben, das in den Löchern des Gehirnes eigentlich lebt, überall aufstoßen würde, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würde es verfliegen; es käme uns nicht zum Bewußtsein. Aber es lebt in den Löchern des Gehirns, die leerer sind als leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns die Begriffe allmählich korrigieren. Wir nehmen, wenn wir vor dem Spiegel stehen, nicht uns wahr, sondern unser Spiegelbild. Uns können wir vergessen. Wir sehen uns im Spiegel drinnen. So erlebt der Mensch auch nicht sich, indem er durch sein Gehirn dasjenige zusammenhält, was in den Löchern des Gehirnes liegt; er erlebt, wie sich überall sein Seelenleben spiegelt, indem es an die Gehirnmasse anstößt. Es spiegelt sich überall; das erlebt der Mensch. Er erlebt eigentlich sein Spiegelbild. Das aber, was da in die Löcher hereingeschlüpft ist, das ist dasjenige, was dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, ohne die Widerlage des Ge­hirnes seiner selbst bewußt wird, weil es dann in entgegengesetzter Weise mit Bewußtsein durchsetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun will ich ein anderes Schema aufzeichnen. Nehmen Sie das Folgende. Bitte, ich will jetzt das Gehirn recht drastisch zeichnen, wie das Löcher läßt (blau). Da sei die Gehirnmasse, da lasse es die Löcher, und dahinein in diese Löcher geht das Seelenleben (gelb). Dieses Seelenleben, das setzt sich aber vor den Löchern fort. Da kommen wir in die ja natürlich nur in der Nähe des Menschen sichtbare, aber ins Unbestimmte auslaufende Menschenaura hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 102.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 102]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken wir uns jetzt das Gehirn weg, und denken wir uns, wir sehen beim gewöhnlichen Menschen zwischen Geburt und Tod das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenleben an, dann würden wir sagen müssen: Der wahre Mensch, in dieser Weise gesehen, der ist in seinem Zustande zwischen Geburt und Tod so, daß er eigentlich - da muß ich allerdings das jetzt anders schematisch zeichnen - sein Antlitz seinem Körper so zuwendet (siehe Zeichnung Seite 105, lila); sein Seelenleben wendet er dem Körper­lichen zu. Und wenn wir auf das Gehirn sehen, so streckt dieses Seelenleben hier Fühlhörner vor, die in die Löcher des Gehirns hin­eingehen. Was ich dort (siehe Zeichnung Seite 102) gelb gezeichnet habe, zeichne ich hier lila, weil das besser dem Anblick im lebenden Menschen entspricht. Das wäre das, was sich ins Gehirn erstreckt beim lebenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich jetzt danach etwa den physischen Menschen zeichnen, so würde ich das am besten dadurch andeuten können, daß ich Ihnen etwa hier die Grenze, die mit dem Erinnerungsvermögen gegeben ist, hereinzeichne. Sie würde da nach außen gehen, und da würde die äußere Grenze, die Grenze des Erkennens sein, von der ich Ihnen ja auch gesprochen habe. Da brauchen Sie sich ja nur an die letzthin und gestern gemachte Zeichnung zu erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber ist es wirklich so,daß, wenn man von außen den Men­schen geistig anschaut, sich das Seelenleben so in den Menschen hin­ein erstreckt. Ich will also das einzelne Hineinerstrecken nur in bezug auf das Gehirn zeichnen. Aber dieses Seelenleben ist in sich auch differenziert: so würde ich, wenn ich dieses Seelenleben weiter verfolgen würde, hier eine andere Region zeichnen müssen (rot unter dem Lila), hier eine andere Region (blau); das würde also alles zu der den Menschen konstituierenden Aura gehören. Dann eine andere Region (grün): Sie sehen, dieser Teil, den ich da jetzt schematisch zeichne, liegt jenseits der Grenze des menschlichen Erkennens. Dann diese Region (gelb) - im Grunde genommen gehört das alles zum Men­schen - und diese Region (orange).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bewegt sich, wenn der Mensch einschläft, mehr oder weniger aus dem Körper heraus, sowie das gestern gezeichnet worden ist (Zeich­nung Seite 77); wenn der Mensch wachend ist, mehr oder weniger in den Körper hinein, so daß eigentlich die Aura nur in der unmittelbar­sten Umgebung des Körpers seelisch wahrzunehmen ist. Wenn man den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
physischen Menschen beschreibt, dann tut man es so, daß man sagt: Dieser physische Mensch besteht aus Lunge, Herz, Leber, Galle und so weiter. Das sagt der physische Anatom, der Physiologe und so weiter. Geradeso können Sie aber den geistig-seelischen Menschen be­schreiben, der in dieser Weise sich eigentlich in die Löcher des Men­schen hereinerstreckt, in das, was mehr ist als Leere, in den Menschen hineinerstreckt. Sie können das ebenso beschreiben. Da müssen Sie dann nur angeben, aus was dieser geistig-seelische Mensch besteht. Und ebenso wie man beim physischen Menschen Organe unterschei­det, so kann man hier Strömungen unterscheiden. Man kann sagen: Hier, wo ich das Rot gezeichnet habe, würde der physische Mensch so im Profil drinnenstehen, hierher das Gesicht gerichtet haben, hier etwa die Augen (siehe Zeichnung); hier würde sein die Region der Begierdenglut (rot). Das würde ein Bestandteil des seelisch-geistigen Menschen sein, der seiner Substanz nach entnommen ist der Region, die Sie aus der «Theosophie» kennen als die Region der Begierden­glut. Also Begierdenglut, gewissermaßen etwas von ihr entnommen, in den Menschen hineinversetzt, gibt diese Partie des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich hier lila gezeichnet habe, das würde ich bezeichnen müssen, wenn ich die Einzelheiten beschriebe, mit Seelenleben. Sie wissen, eine bestimmte Partie des Seelengebietes, des Seelenlandes, ist mit «Seelenleben» bezeichnet. Die Substanz daraus würde dieses Violette, dieses Lila sein, was im Menschen einen Teil des Geistig-Seelischen bildet. Das, was ich hier als orange bezeichnet habe, würden wir zu nennen haben, wenn wir diese Benennung beibehielten, tätige Seelenkraft. So daß Sie sich vorzustellen hätten: Dasjenige, was am intensivsten durch Ihre Sinne in Sie hineingeht beim Leben zwischen Geburt und Tod, das ist das Seelenleben; und dahinter, sich auch hin­stopfend, aber nicht so hineinkönnend, aufgehalten werdend durch das Seelenleben: tätige Seelenkraft. Und noch mehr dahinter dasjenige, was man nennen kann: Seelenlicht. Ich habe es hier gelb bezeichnet. Ziemlich anschließend an dieses Seelenlicht, sich so durchdrückend, würde dann das sein, was der Region von Lust und Unlust entnom­men ist. Das würde ich hier etwa dem grünen Gebiete zuzuschreiben haben (siehe Zeichnung). Dann würde dem schon bläulich werdenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete zuzuschreiben sein: Wünsche. Und anstoßend nun hier das Blaue, schon wiederum mehr in das Blaurote hineingehend, das würde die Region fließender Reizbarkeit sein. Das, was ich hier nenne Be­gierdenglut, fließende Reizbarkeit, Wünsche, das sind aurische Strö­mungen. Diese aurischen Strömungen konstituieren, wie Sie wissen, die Seelenwelt; sie konstituieren aber auch den seelisch-geistigen Menschen, der etwa so aufgebaut ist aus den Ingredienzien dieser Seelenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 105 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 105]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dann der Tod eintritt, dann ist das so, daß der physische Leib abfällt und der Mensch das fortnimmt, was sich durch seine Löcher in ihn hineinerstreckt hat. Er nimmt es nun fort. Dadurch, daß er es fortnimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- wir können uns diesen physischen Menschen wegdenken -, kommt nun der Mensch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelen­weit, und dann auch mit dem Geisterland, wie Sie es ja in der «Theo­sophie» dargestellt finden. Er hat eine gewisse Verwandtschaft da­durch, daß er diese Ingredienzen in sich hat. Aber während des phy­sischen Lebens sind sie gebunden an den physischen Leib; dann werden sie frei. Dadurch aber, daß sie frei werden, verwandelt sich nach und nach das Ganze. Während es so war, daß sich - wenn ich jetzt die Differenzierungen weglasse und das Seelenleben so zeichne -während des physischen Lebens die Fühler (dunkel schraffiert) in un­sere Löcher hineinerstrecken, nehmen sich nach dem Tode diese Fühler zurück. Dadurch aber, daß sich die Fühler zurücknehmen, höhlt sich das Seelenleben selbst aus, und im Seelenleben drinnen geht das geistige Leben auf; von der andern Seite geht das geistige Leben auf (hell schraffiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 106.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 106]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maße, in welchem der Mensch aufhört unterzutau­chen in den physischen Leib, hellt sich auf sein Geistig-Seelisches, diese seine Aura von der andern Seite durchleuchtend. Und wie der Mensch ein Bewußtsein erlangen kann dadurch, daß beim Hinein-stoßen des Seelisch-Geistigen in den physischen Körper dieses immer anstößt und dadurch sich immer spiegelt, so bekommt der Mensch jetzt dadurch ein Bewußtsein, daß er sich zurückzieht gegen das Licht. Aber dies ist jenes Licht der Sonne, welches das erste Licht ist: das Gute. Während der Mensch also während seines physischen Lebens als geistig-seelisches Wesen gegen das Sonnenverwandte, nämlich gegen die überleeren Löcher im Gehirn stößt, stößt er, sich zurückziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach dem Tode, nach der andern Sonne, nach der guten Sonne, nach der ersten Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, wie zusammenhängt mit den Grundvorstellungen der uralten Mysterien die Möglichkeit, Begriffe zu erhalten von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so stecken wir drinnen in diesem ganzen kosmischen Leben, wie ich es Ihnen jetzt in diesen Tagen dargestellt habe. Aber allerdings muß man, um richtige Begriffe von diesen Dingen zu bekommen, tiefer in das eigent­liche Gefüge der menschlichen Evolution durch die Erdenzeit hin­durch eingehen. Nicht wahr, es wäre ja möglich, daß jemand durch besonderen Glücksfall, wie man das so nennen könnte, hellsichtig das Ganze, was ich jetzt dargestellt habe, schaute. Aber der Glücksfall könnte nicht weiter gehen, als daß er sich verwandelnde Gebilde schaut. Etwa so: Nehmen wir an, ein Mensch würde durch irgendein Wunder - es geschieht schon nicht durch ein Wunder -, durch irgend etwas hellsichtig, übersinnlich schauend, so würde er schon, so ähnlich, wie ich es hier versucht habe aufzuzeichnen, das geistig-seelische Leben des Menschen sehen. Daß dies etwas anders ausschaut, als was ich vor einiger Zeit als Normalaura aufgezeichnet habe, das werden Sie begreiflich finden, wenn Sie verstehen, daß ich vor einigen Tagen das aufgezeichnet habe (siehe Seite 31), was sich als Aura ergibt, wenn man den ganzen Menschen sieht, also den physischen Menschen und die Aura ringsherum; jetzt habe ich aber herausgeholt den geistig­seelischen Menschen, so daß der geistig-seelische Mensch von dem physischen Menschen abstrahiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran sehen Sie schon, daß man einmal so, das andere Mal anders die Farben setzen muß; daran sehen Sie auch, daß für das übersinnliche Bewußtsein die Dinge sehr verschieden ausschauen. Nehmen Sie sich vor, die Aura des Menschen einfach so zu sehen, wie sie ist, indem der Mensch den physischen Leib hat, dann sehen Sie diese Aura - also wenn Sie sich vornehmen, abgesehen vom geistig-seelischen Men­schen jetzt den Menschen zu sehen, der nur seine Organe vorstreckt in den physischen Menschen hinein. Aber wenn Sie nun den Men­schen in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen, da sehen Sie wiederum, wie sich das Ganze verwandelt. Da geht also&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allen Dingen diese Region, die ich hier rot gezeichnet habe, weg von hier, geht hier herauf, das Gelbe geht hier herunter, das Ganze kommt nach und nach durcheinander. Man kann solche Dinge anschauen, aber das Anschauen hat etwas Verwirrendes. Und daher werden sich auch für den neueren Menschen nicht leicht Möglichkeiten finden, Sinn und Bedeutung in dieses Verwirrende hineinzu­bringen, wenn er nicht zu andern Hilfsmitteln seine Zuflucht nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hingewiesen daranf, daß das Haupt des Menschen, der Kopf, auf die Vergangenheit weist, der Extremitätenmensch auf die Zukunft weist. Es ist ein vollständiger Gegensatz, polarisch; beides, das Haupt des Menschen und der Extremitätenmensch - erinnern Sie sich nur an dasjenige, was ich gestern auseinandergesetzt habe -, beide sind eigentlich ein und dasselbe; nur daß das Haupt eben eine sehr alte Bildung ist, eine Überbildung. Daher hat es auch die Löcher. Der Extremitätenmensch hat diese Löcher noch nicht; der ist eben noch ganz von Materie ausgefüllt. Löcher kriegen, das ist ein Zeichen von Überentwickelung. Rückgängige Entwickelung im Haupte sehen können, darauf kommt viel an. Und viel kommt darauf an, daß man verstehen kann: der Extremitätenmensch ist eine junge Metamor­phose, das Haupt ist eine alte Metamorphose. Und weil der Extremi­tätenmensch eine junge Metamorphose ist, kann er noch nicht hier im physischen Leben denken, sondern es bleibt sein Bewußtsein unbe­wußt. Er öffnet nicht dem geistig-seelischen Menschen solche Löcher wie das Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von unendlicher Wichtigkeit und wird in Zukunft immer wichtiger und wichtiger werden für die Geistes kultur: einzusehen so etwas, daß zwei Dinge, die äußerlich physisch ganz voneinander ver­schieden sind wie der Kopfmensch und der Extremitätenmensch, geistig-seelisch ein und dasselbe sind, nur der Zeit nach auf verschie­denen Entwickelungsstufen. Viele Geheimnisse liegen gerade in die­ser Tatsache, daß zwei physisch verschiedene Dinge dadurch, daß sie auf zeitlich verschiedenen Entwickelungsstufen stehen, eigentlich ein und dasselbe sein können. Sie sind äußerlich physisch etwas ganz Verschiedenes, aber Verwandlungszustände, also Metamorphosen eines und desselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In elementarer Weise hat den Anfang mit Begriffen, durch die man so etwas erfassen kann, eben &#039;&#039;[[a:Goethe|Goethe]]&#039;&#039; gemacht mit seiner Metamor­phosenlehre. Während sonst eigentlich in der Ausbildung der Be­griffe ein Stillstand ist seit alten Zeiten, setzt bei Goethe wiederum die Fähigkeit ein, Begriffe zu bilden. Und diese Begriffe sind die lebendi­gen Metamorphosenbegriffe. Goethe hat allerdings angefangen mit dem Einfachsten. Er hat gesagt: Wenn wir eine Pflanze anschauen, so haben wir das grüne Pflanzenblatt, aber das verwandelt sich dann in das farbige Blumenblatt. Beides ist ein und dasselbe, es sind nur Metamorphosen voneinander. - So wie das grüne Pflanzenblatt und das rote Rosenblatt verschiedene Metamorphosen sind, ein und das­selbe auf verschiedenen Stufen, so sind das Haupt des Menschen und der Extremitätenorganismus einfach Metamorphosen voneinander. Wenn wir den Goetheschen Metamorphosengedanken für die Pflanze nehmen, haben wir etwas Primitives, Einfaches; aber es kann dieser Gedanke fruchtbar gemacht werden für ein Höchstes: für das Be­schreiben des Überganges des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Wir sehen eine Pflanze mit grünem Blatt und mit der Blüte und sagen: Die Blüte, die rote Rosenblüte ist umgewandelt aus dem grünen Pflanzenblatt. Wir sehen einen Menschen vor uns stehen und sagen: Das Haupt, das du trägst, das sind deine umgewandelten Arme, Hände, Beine, Füße aus der vorhergehenden Inkarnation; und das, was du jetzt an dir, wie Arme, Hände, Beine, Füße trägst, das wird sich umwandeln für die nächste Inkarnation in deinen Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt kommt ein Einwand, der Ihnen offenbar in der Seele schwer sitzt. Jetzt werden Sie sagen: Ja, um Gottes willen, aber ich lasse doch meine Beine und meine Füße zurück, und meine Arme und meine Hände auch; die nehme ich doch nicht mit in die nächste In­karnation! Wie soll denn da mein Kopf daraus werden? - Nicht wahr, das kann man einwenden. Wiederum stehen Sie eben hier vor einer Maja. Es ist nämlich nicht wahr, daß Sie wirklich Ihre Beine und Ihre Füße, Ihre Hände und Ihre Arme zurücklassen. Das ist nämlich nicht wahr; das sagen Sie deshalb, weil Sie an der Maja, an der großen Täuschung hängenbleiben. Was Sie nämlich mit dern gewöhnlichen Bewußtsein Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße nennen, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind nicht Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße, sondern das ist dasjenige, was als Blut und andere Säfte Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße ausfüllt. Es ist hier wieder eine schwierige Vorstellung, aber es ist so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, hier haben Sie Arme und Hände, Beine und Füße; aber das, was hier ist, ist geistig, das sind geistige Kräfte. Bitte, stellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 110.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 110]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sich vor: Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße seien Kräfte, übersinnliche Kräfte. Würden Sie nur sie haben, Sie würden sie nicht mit den Augen sehen. Sie sind angefüllt, diese Kräfte sind angefüllt mit den Säften, mit dem Blute, und das, was als mineralische Masse, flüssig oder zum Teil fest, zum geringsten Teile fest, Unsichtbares ausfüllt, das sehen Sie (schraffiert). Was Sie im Grabe lassen, was ver­brannt wird, das sind nur, ich möchte sagen, die mineralischen Ein­schlüsse. Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße sind nicht sicht­bare Füße, sind Kräfte, und diese nehmen Sie mit. Die Formen neh­men Sie mit. Sie sagen: Ich habe Hände und Füße. - Derjenige, der in die geistigen Welten hineinsieht, der sagt nicht: Ich habe Hände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Füße -, sondern er sagt: Es gibt Geister der Form, Elohim, die denken kosmisch, und deren Gedanken sind meine Arme und Hände und Beine und Füße; und deren Gedanken sind mit Blut und andern Säften ausgefüllt. - Aber Blut und andere Säfte sind auch wiederum nicht das, als was sie im Physischen erscheinen; diese Stoffe sind wie­derum die Vorstellungen der [[a:Geister der Weisheit|Geister der Weisheit]], und dasjenige, was der Physiker Stoff nennt, das ist nur der äußere Schein. Wo der Physiker den Stoff hinsetzt, müßte er sagen: Da stoße ich auf einen Gedanken der Geister der Weisheit, der Kyriotetes. Und wo Sie Arme und Hände, Beine und Füße sehen, da können Sie nicht einmal darauf stoßen, da müssen Sie sagen: Hier bilden die kosmischen Ge­danken der [[a:Geister der Form|Geister der Form]] meine Formen. - Kurz, so sonderbar das klingt: Ihren Körper gibt es ja gar nicht, sondern da, wo im Raume Ihr Körper ist, da leben durcheinander die kosmischen Ge­danken der höheren Hierarchien. Und würden Sie nicht der Maja ge­mäß, sondern richtig sehen, so würden Sie sagen: Hier erstrecken sich herein die kosmischen Gedanken der Exusiai, der Geister der Form, der Elohim. Diese kosmischen Gedanken machen sich mir sichtbar, indem sie ausgefüllt sind mit den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Das gibt Arme und Hände, Beine und Füße. Gar nicht steht das da, als was es in der Maja erscheint, vor dern geistigen Blicke, sondern da stehen die kosmischen Gedanken, und diese kosmischen Gedanken ballen sich zusammen, kondensieren sich, schieben sich ineinander, und daher erscheinen sie uns als diese Schattenfigur, als die wir herumgehen, von der wir glauben, daß sie wirklich ist. Also den physischen Menschen, den gibt es gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können mit einem gewissen Recht sagen: In der Stunde des Todes scheiden die Geister der Form ihre kosmischen Gedanken von den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Die Geister der Form nehmen ihre Gedanken in die Luft hinauf, die Geister der Weis­heit senken ihre stofflichen Gedanken in die Erde hinein. Dadurch ist im Leichnam so ein Nachschatten von den Gedanken der Geister der Weisheit noch vorhanden, wenn die Geister der Form ihre Gedanken zurückgenommen haben in die Luft. Das ist der physische Tod; das ist er in Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz, wenn wir anfangen, über Wirklichkeiten zu denken, so kom­men wir zu einer Auflösung desjenigen, was gewöhnlich die physische Welt genannt wird. Denn diese physische Welt besteht dadurch, daß die Geister der höheren Hierarchien ihre Gedanken ineinanderschieben, und deshalb - bitte stellen Sie sich vor: fein verteilte Wasser-partien gehen irgendwo hinein und bilden einen dichten Nebel - er­scheint Ihr Leib auch so als ein Schattengebilde, weil die Gedanken der Geister der Form hineindringen in die Gedanken der Geister der Weisheit, die Formgedanken in die Stoffgedanken hineingehen. Die ganze Welt löst sich vor dieser Anschauung in Geistiges auf. Aber man muß die Möglichkeit haben, die Welt wirklich geistig vorzu­stellen, zu wissen: Das ist nur etwas ganz Scheinbares, daß meine Arme und Hände, meine Füße und Beine der Erde übergeben werden. In Wirklichkeit beginnt da die Metamorphose meiner Arme und Beine, Hände und Füße und vollendet sich in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und meine Arme und Beine, Hände und Füße werden mein Kopf in der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihnen mancherlei jetzt gesprochen, was Sie wenigstens in der Form vielleicht etwas sonderbar berührt hat. Aber was ist denn das schließlich, was wir da besprochen haben, anderes, als daß wir vom scheinbaren Menschen aufsteigen zum wahren Menschen, von dem, was äußerlich in der Maja lebt, aufsteigen zu der Stufenfolge der Hierarchien? Nur wenn man das tut, kann man in einer reifen Form heute davon sprechen, daß der Mensch in sich wissen darf ein soge­nanntes höheres Selbst. Wenn man bloß daklamiert von dem höheren Selbst, wenn man bloß sagt: Ich fühle in mir ein höheres Selbst - da ist dieses höhere Selbst ein reines leeres Abstraktum, da hat es keinen Inhalt; denn das gewöhnliche Selbst gehört der Maja an, ist also selbst Maja. Das höhere Selbst hat nur einen Sinn, wenn man von ihm spricht gegenüber der Welt der höheren Hierarchien. Vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf die Welt Rücksicht zu nehmen, die da besteht aus den Geistern der Form und den Engeln, Erzengeln und so weiter, vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf diese Welt Rücksicht zu nehmen, bedeutet: man spricht von leeren Abstrak­tionen, bedeutet zugleich: man spricht nicht von demjenigen, was da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lebt im Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so wie wir hier mit Tieren, Pflanzen und Mineralien leben, so leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den Reichen der höheren Hierarchien, von denen wir oftmals gesprochen haben. Nur wenn man sich nach und nach diesen Vorstellungen und Be­griffen nähert, dann - wir werden davon erst vielleicht in acht Tagen sprechen-, dann kommt man zu einer Annäherung an so etwas, was Ant­wort geben kann auf die Frage: Warum sterben manche Menschen als junge Kinder, warum manche im höchsten Alter, andere dazwischen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen jetzt skizzenhaft dargestellt habe, sind konkrete Be­griffe für die Wirklichkeiten der Welt. Es sind ja wahrhaftig nicht abstrakte Begriffe, die ich Ihnen dargestellt habe, es sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Diese konkreten Begriffe, sie gab es, allerdings für ein mehr atavistisches Anschauen, in den alten Mysterien. Sie sind für das menschliche Anschauen verloren­gegangen von dem 8. vorchristlichen Jahrhundert an; sie müssen durch eine Vertiefung in der Auffassung des Christus-Wesens wieder­um gewonnen werden. Das kann nur auf geisteswissenschaftlichem Wege geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschaffen wir uns von einem gewissen Gesichtspunkte aus noch einmal eine Art Vorstellung von der Menschheitsevolution. Wir wollen jetzt sehr, sehr wichtige Begriffe ins Auge fassen. Da kann man sagen: Wenn man zurückgeht in der Menschheitsentwickelung, da kommt man - ich habe ja das öfter dargestellt - darauf, daß in alten Zeiten die Menschen mehr Gruppenseelen hatten und sich dann erst die individuellen Seelen hineingliederten in das Gruppenseelentum. Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen. Dann könnte man schematisch die Entwickelung der Menschheit so darstellen, daß man sagt: In alten Zeiten gab es Gruppenseelen; jede dieser Gruppenseelen spaltete sich wiederum - das würde für eine bloße seelische An­schauung sein, für eine geistige wäre es etwas anders -, aber jede solche Seele umkleidet sich mit einem Leibe, den ich hier in der Form mit einem roten Strich andeute (siehe Zeichnung Seite 114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeichnung oder etwas ähnliches wie diese Zeichnung hat man noch bis in die Pythagoräische Schule hinein immer gemacht, indem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 114.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 114]]&lt;br /&gt;
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man gesagt hat: Seht ihr die Leiber an, den Leibern nach sind die Menschen getrennt, jeder für sich ein Leib - daher sind die roten Striche hier isoliert -, den Seelen nach findet man aber eine Einheit der Menschheit, indem man hinaufgeht bis zur Gruppenseele, die allerdings weit zurückliegt. - Man hat eine Einheit. Wenn Sie sich das Rote wegdenken, so bildet das heller Schraffierte eine einheitliche Figur.&lt;br /&gt;
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Aber es hat nur einen Sinn, über diese Figur zu sprechen, wenn man zuerst von dem Geistigen so gesprochen hat, wie wir es heute getan haben; denn dann weiß man, was in diesen Seelen alles mitwirkt, wie die höheren Hierarchien mitwirken an diesem Seelischen. Es hat keinen Sinn, von dieser Figur zu sprechen, wenn man nicht im Hin­blick auf die Hierarchien spricht. So hat man auch gesprochen bis in die Pythagoräische Schule herein, und aus den Pythagoräischen Schu­len hat wiederum Apollonius dasjenige gelernt, wovon ich gestern ge­sprochen habe, von dem ich in der nächsten Woche weiter sprechen werde. Dann aber, seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert - schon die Pythagoräischen Schulen waren Nachzügler -, hat sich die Möglich­keit, so zu sprechen, verloren. Und allmählich sind die Begriffe, die konkret sind, die wirklich sind, wenn sie sich auf die höheren Hierar­chien beziehen, den Leuten konfus geworden, verschwommen ge­worden. Und so ist ihnen statt der Welt der Engel, Erzengel, Ur­kräfte, Formen, Bewegungen, Weisheiten, Throne, statt all diesem konkreten Geistweben ist ihnen ein Begriff gekommen, der nun schon in der griechischen Anschauung eine gewisse Rolle spielt: der Begriff&lt;br /&gt;
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des Pneuma, in dem alles durcheinander schwimmt. Pneuma, allge­meiner Geist - dieser verschwommene Begriff, den noch heute die Pantheisten lieben: Geist, Geist, Geist, Geist! Ich habe öfter davon gesprochen, daß die Pantheisten überall den Geist hinsetzen. Aber das geht schon im griechischen Leben auf. Da hat man wieder diese Figur gezeichnet; aber Sie sehen: Was früher konkret war - die Fülle der Gottheiten-, ist zum abstrakten Begriff geworden, ist zum Pneuma geworden. Das Weiße ist das Pneuma, das Rote ist die physische Materie (siehe Zeichnung Seite 114), wenn man die Menschenevo­lution in Betracht zieht. Aber von diesem Pneuma, von dem haben die Griechen wenigstens noch eine Anschauung gehabt, denn sie haben immerhin noch etwas Aurisches gesehen; so daß also das, was sie sich da in dem weißen Gezweige vorstellten, für sie noch etwas Aurisches, also etwas wirklich Anschauliches war. Das ist die große Bedeutung des Überganges vom Griechentum ins Römertum, daß die Griechen in ihrer Anschauung noch das Pneuma als wirkliches Geistiges erlebt haben, die Römer nicht mehr. Bei den Römern ist es schon ganz abstrakt geworden, vollständige Abstraktion geworden, bloße Begriffe. Die Römer sind das Volk der abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
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Meine lieben Freunde, in der neueren Zeit finden Sie in der Natur­wissenschaft wiederum dasselbe Schema ! Sie können es heute in materialistischen naturwissenschaftlichen Büchern aufschlagen: da finden Sie ganz genau dieses Schema, das Sie in den alten Mysterien aufgezeichnet gefunden haben, in den Pythagoräischen Schulen, wo alles noch auf die Hierarchien bezüglich war. Sie haben es bei den Griechen, wo es auf das Pneuma bezüglich war; Sie finden es heute wieder gezeichnet. Wir werden sehen, was es heute ist. Heute sagt der Naturforscher, indem er diese selbe Zeichnung seinen Schülern auf die Tafel zeichnet: Indem das Menschengeschlecht sich fortpflanzt, geht die Keimsubstanz der Eltern über auf die Kinder; ein Teil der Keimsubstanz bleibt aber so erhalten, daß er in der nächsten Generation wiederum auf die Kinder übergehen kann, und von dem bleibt wiederum ein Teil so, daß er wieder auf die Kinder über­gehen kann, während ein anderer Teil der Keimsubstanz die Zellen des physischen Leibes bildet. - Sie haben ganz dasselbe Schema, nur&lt;br /&gt;
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sieht der heutige Naturforscher in dern Weißen (siehe Zeichnung) die Kontinuität der Keimsubstanz. Er sagt: Wenn wir zu den alten Men­schenvorfahren hinaufgehen und ihre Keimsubstanz nehmen, die männliche und die weibliche Keimsubstanz nehmen, und gehen zu den jetzigen Menschen herunter und nehmen ihre jetzige Keimsub­stanz, so ist das ein einziger Strom; die Keimsubstanz ist kontinuierlich. Es bleibt immer in der Keimsubstanz etwas ewig - so stellt es sich der Naturforscher vor - und nur gewissermaßen die Hälfte des Keimplasmas geht über in die andere Körperlichkeit. - Der Naturforscher hat wiederum dieselbe Figur, nur hat er jetzt nicht mehr das Pneuma, sondern das Weiße, das ist ihm jetzt die materielle Keimsub­stanz. Es ist nichts Seelisch-Geistiges mehr, es ist ihm die materielle Keimsubstanz. Das können Sie bei den heutigen Naturforschern lesen, das nimmt man heute an als eine große, bedeutsame Entdeckung. Das ist Materialisierung einer hochgeistigen Vorstellung, indem sie durch die Abstraktion durchgegangen ist; der abstrakte Begriff steht mitten drinnen. Und drollig ist es, daß ein Naturgelehrter der neue­ren Zeit ein Buch geschrieben hat - für jemanden, der ordentlich denken kann, ist es drollig -, in welchem er geradezu sagt: Was die Griechen sich noch unter Pneuma vorgestellt haben, ist heute die kontinuierlich bleibende Keimsubstanz. - Ja, es ist närrisch, aber es ist heute hohe Weisheit.&lt;br /&gt;
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Aber Sie sehen daraus eines: die Zeichnung macht es nicht! Und Sie werden daraus begreifen, warum ich immer in einer gewissen Weise mich gewendet habe gegen das Aufzeichnen von Schemen, solange wir noch versuchten, unsere Anthroposophie durch die Theo­sophische Gesellschaft durchzutragen. Man brauchte nur in irgend­einen theo sophischen Zweig einzutreten: die Wände waren in der Regel behängt mit allerlei solchen Schemen. Da war alles mögliche aufgezeichnet, da standen dann Worte dabei, und da waren ganze Stammbäume und alles mögliche aufgezeichnet. Aber auf diese Zeichnungen kommt es nicht an, sondern es kommt darauf an, daß man wirklich zu dern lebendigen Vorstellen gehen kann; denn die Zeichnung kann ganz dieselbe sein, ob Sie sie als Ausfluß der Hier­archien, Geistig-Seelisches sich vorstellen, oder ob Sie sich das kontinuierliche&lt;br /&gt;
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Keimplasma, eine reine Materie, vorstellen. Diese Dinge verschwimmen dern heutigen Menschen. Daher ist es so wichtig, sich klar darüber zu sein, wie der Grieche noch etwas gewußt hat von dern realen Selbst im Menschen, von dern realen Geistigen, und wie das beim Römer in den abstrakten Begriff übergegangen ist. Sie können das an Äußerlichkeiten sehen. Indem der Grieche von seinen Göttern redet, redet er so, daß man ganz genau sieht: der Grieche denkt sich noch konkrete Figuren hinter den Göttern. Beim Römer sind die Götter im Grunde nur noch Namen, nur Bezeichnungen, sind Ab­straktionen und werden immer mehr Abstraktionen. Beim Griechen war immer noch eine gewisse Vorstellung vorhanden, daß in dern Menschen, der hier steht, die Hierarchien leben, und in jedem Menschen verschieden die Hierarchien leben. Der Grieche nahm den Menschen seiner Realität nach, und wenn er sprach: Das ist der Alki­biades, das ist der Sokrates, das ist der Plato -, so hatte er noch den Begriff: da in den Alkibiades, in den Sokrates, in den Plato, da ragen herein die kosmischen Gedanken der Hierarchien in verschiedener Weise, und dadurch, daß da die kosmischen Gedanken in verschie­dener Weise hereinragen, treten so verschiedene Figuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ging beim Römer verloren. Daher bildete sich beim Römer ein System von Begriffen aus, das sein Extrem darinnen hat, daß von Augustus an - eigentlich schon früher - der römische Cäsar selber als Gott galt. Die Gottheit war allmählich verabstrahiert, und der rö­mische Cäsar war selber ein Gott, weil der Begriff vollständig abstrakt geworden war. Aber so abstrakt wurden auch die andern Begriffe. So abstrakt wurden namentlich die Begriffe, die als Rechtsbegriffe, als moralische Begriffe das römische Wesen durchsetzten, und so trat an die Stelle von alten Lebendigkeiten eine Summe von Abstraktio­nen. Und diese Summe von Abstraktionen, die ist als Erbschaft ge­blieben durch das ganze Mittelalter hindurch, ist auf die neuere Zeit heraufgekommen, ist bis in das 19. Jahrhundert herein als Erbschaft geblieben: abstrakte Begriffe, die überall hineingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kam etwas Überraschendes im 19. Jahrhundert. Unter den ab­strakten Begriffen hat man den Menschen vollständig verloren gehabt. Der Grieche ahnte noch etwas von dern wirklichen Menschen,&lt;br /&gt;
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der aus dem Kosmos herein gebildet wird; durch das Römertum hin­durch ist der Mensch verlorengegangen. Das 19. Jahrhundert war genötigt, ihn wieder zu entdecken durch alle die Verhältnisse, auf die ich Sie schon hingewiesen habe, auf die ich Sie noch genauer hin­weisen werde. Und die Entdeckung des Menschen, die geschah jetzt von dem andern Pol aus. Das Griechentum hat sehen wollen den Menschen, der aus der Hierarchie kommt, den göttlichen Menschen; die Römer haben an die Stelle eine Reihe von abstrakten Begriffen gesetzt; das 19. Jahrhundert, schon das 18. Jahrhundert, aber nament­lich das 19. Jahrhundert war genötigt, den Menschen von der andern Seite, von seiner Tierseite aus wieder zu entdecken. Und da konnte er jetzt nicht gefaßt werden mit diesen abstrakten Begriffen. Das war der große Schock. Und das ist der große Schock, das ist die tiefe Kluft, die entsteht: Was ist denn das eigentlich, was da auf zwei Beinen vor uns steht und mit den Händen fuchtelt und allerlei ißt und trinkt, was ist denn das? Die Griechen haben es noch gewußt; dann ist es in abstrakte Begriffe verwandelt worden. Jetzt überrascht es die Men­schen im 19. Jahrhundert; da steht es, aber man hat keine Begriffe, es zu fassen. Man faßt es als bloßes höheres Tier auf: es wird auf der einen Seite der Darwinismus, naturwissenschaftlich, auf der andern Seite, im Geistigen, der Sozialismus, der den Menschen nur als Tier in die Sozietät hineinstellen will. Es ist der Mensch, der vor sich selber überrascht steht: Was ist denn das eigentlich? - und der ohn­mächtig ist, diese Frage zu beantworten.&lt;br /&gt;
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Das ist die Situation von heute, das ist die Situation, die nicht nur, je nachdem die Menschen es wollen, richtige oder unrichtige Be­griffe schaffen wird, sondern die dazu berufen ist, katastrophale oder heilsame Tatsachen zu schaffen. Aber das ist sie, die Situation: der Schock, den der Mensch vor sich selber hat. Wiederum müssen die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen gefunden werden. Man wird sie nicht anders finden, als wenn man auf die Metamor­phosenlehre eingeht. Da liegt der wesentliche Punkt. Die Metamor­phosenbegriffe des Goetheanismus sind allein imstande, die fluk­tuierenden Erscheinungen zu fassen, welche sich dem Anschauen der Wirklichkeit darbieten.&lt;br /&gt;
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Nun, nach dieser Richtung, möchte ich sagen, schob die geistige Ent­wickelung schon immer. Auch damals - ich habe das im «Reich» in einer Reihe von Aufsätzen über «Die chymische Hochzeit des Christian Rosen­kreutz» angedeutet-, als im 17. Jahrhundert «Die chymische Hochzeit» und andere Schriften auf so wunderbare Weise veröffentlicht worden sind, da war schon das Bestreben, vorzusorgen, daß eine solche soziale Struktur, die der wahren Wesenheit des Menschen entspricht, unter die Menschen kommen sollte. Auf diese Weise ist ja «Die chymische Hoch­zeit des Christian Rosenkreutz» von dem sogenannten &#039;&#039;Valentin Andreae&#039;&#039; entstanden. Aber auf der andern Seite ist ja auch das Buch entstanden, das er nannte «Allgemeine Reformation der ganzen weiten Welt», wo er einen großen politischen Überblick gibt, wie die sozialen Verhältnisse werden sollen. Der Dreißigjährige Krieg hat die Sache hinweggefegt.&lt;br /&gt;
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Dort ist es der Dreißigjährige Krieg, der die Dinge hinweggefegt hat. Heute ist es möglich, daß die Weltordnung entweder dahin geht, die Dinge wirklich wiederum hinwegzufegen, oder aber sie in die Menschheitsentwickelung hineinzunehmen. Damit berühren wir die große Grundfrage der Gegenwart, mit der sich die Menschen beschäftigen sollten, statt mit all den sekundären Fragen, mit denen sich die Menschen heute beschäftigen. Würden sich die Menschen mit die­ser Grundfrage beschäftigen, dann würden sie die Mittel und Wege finden, fruchtbare Begriffe in die heutige Wirklichkeit hineinzutragen; dann würde man meiden die abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
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Es ist nicht so leicht, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Da muß man schon wirklich im Ernste und mit allem guten Willen ins Leben hinein wollen, nicht bei Programmen und bei Vorurtellen Halt machen wollen. Nach dieser Richtung könnte ich ja vieles er­zählen. Ich will nur ein Faktum anführen: Im Beginne der neunziger Jahre, da traten eine Anzahl von Menschen zusammen in den ver­schiedensten Städten in Europa und machten wiederum einmal etwas Amerikanisches nach: nämlich die «Bewegung für ethische Kultur». Es war dazumal unter gewissen Intellektuellen alles darauf aus, «Ge­sellschaften für ethische Kultur» zu gründen. Die Leute haben sehr schöne Sachen vorgebracht, und wenn Sie heute noch die Auf­sätze lesen, die dazumal von diesen Vertretern der Gesellschaften für&lt;br /&gt;
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ethische Kultur geschrieben worden sind, wenn Sie Sinn haben für&lt;br /&gt;
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- ja, butteriges Zeug, so werden Sie wahrscheinlich heute noch ent­zückt sein können von all den schönen, wunderschönen Idealen, in denen die Leute dazumal geschwelgt haben. Und es war wahrhaftig keine angenehme Aufgabe, sich gegen dieses Schwelgen in den butterigen Idealen zu wenden. Ich schrieb aber dazumal in einer der ersten Nummern der Zeitschrift «Die Zukunft» einen Artikel gegen dieses ganze butterige Zeug von der «ethischen Kultur», schimpfte mordsmäßig über diese «ethische Kultur». Es war selbstverständlich eine schändliche Tat, denn wie könnte es nicht etwas Schändliches sein, wenn man sich gegen etwas so Gutes wendet, wenn die Leute daran gehen, die ganze Welt zu ethisieren, durchzumoralisieren! Ich lebte dazumal in Weimar, kam aber einmal nach Berlin, sprach auch mit Herman Grimm; der sagte: Was wollen Sie denn eigentlich mit dieser «ethischen Kultur»? Gehen Sie doch hin zu den Leuten, Sie werden sehen: die in Berlin hier zusammenkommen, diese Ethiker sind lauter recht nette, liebe Leute. Man kann gegen sie gar nichts haben. Es sind Leute, die einem ganz sympathisch sein können, die einem ganz gut gefallen können. - Das war auch gar nicht zu leugnen, und für den damaligen Moment hatte selbstverständlich Herman Grimm ebenso recht wie ich. Äußerlich genommen hatte der eine ebenso recht für den Moment wie der andere; das eine ließ sich eben­sogut beweisen wie das andere, und ich will gar nicht behaupten, daß rein logisch meine Gründe gegen die Ethiker besser waren als die Gründe, die die Ethiker vorgebracht haben. Aber aus all diesem Butteridealismus ist ja die gegenwärtige Katastrophe hervorgegan­gen, und nur diejenigen Menschen hatten recht und sind durch die Tatsachen gerechtfertigt, die dazumal gesagt haben: Mit all eurem Schwelgen und Reden von irgend solchen Butteridealen, durch die ihr allgemeinen Frieden und dergleichen und allgemeine Moral unter die Menschen bringen wollt, erzeugt ihr nichts anderes als das, was ich dann das soziale Karzinom genannt habe, was endlich in diese katastrophale Gegenwart hineinführen mußte. Die Zeit hat gezeigt, wer mit realen Begriffen arbeitete und wer mit bloßen Abstraktionen arbeitete. Nach dem bloßen abstrakten Charakter kann man gar nicht&lt;br /&gt;
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entscheiden, ob irgend jemand recht oder unrecht hat; das entschei­det bloß das, ob irdendein Begriff richtig sich hineinfügt in den Gang der Tatsachen oder nicht. Wenn ein Professor an seiner Universität heute Naturwissenschaft lehrt, dann kann er selbstverständlich wun­derschön beweisen, logisch beweisen, daß das alles richtig ist, was er sagt. Das geht auch alles in die Löcher der Köpfe hinein; das darf ich ja natürlich im allerbesten Sinne heute sagen. Und siehe da, darum handelt es sich aber nicht, ob scheinbare gute logische Gründe dafür anzuführen sind, sondern: dieselben Gedanken dann in einen Lenin­ Kopf hineingesenkt, werden Bolschewismus. Was ein Gedanke in der Wirklichkeit wird, darauf kommt es an. Nicht darauf kommt es an, was man über ihn denken kann, was man über ihn abstrakt fühlen kann, sondern darauf, welche Kraft in der Wirklichkeit einen Gedan­ken bildet. Und wenn man diejenige Weltanschauung, von der am meisten in der neueren Zeit gesprochen worden ist, weil die andern ästhetisierend waren, wie ich gestern ausgeführt habe, wenn man den Sozialismus prüft, so handelt es sich heute nicht darum, sich nun hinzusetzen, um den Karl Marx oder Lassalle oder den Bernstein zu «ochsen», also deren Bücher zu studieren, diese Autoren zu studieren, sondern darum handelt es sich, ein Gefühl, eine lebendige Erfahrung dafür zu haben, was im Fortgang der Menschheit dann wird, wenn eine Anzahl von Menschen - solche Menschen, die an Maschinen stehen - diesen Gedanken haben. Darauf kommt es an, und nicht darauf, über die soziale Struktur der nächsten Zukunft die Gedanken zu haben, die man im landläufigen Gang der heutigen diplomatischen Schulung lehrt. Sondern jetzt ist die Zeit, wo es darauf ankommt, Gedanken wägen zu können, um sich die Frage beantworten zu kön­nen: Was will die Zeit in den nächsten Jahrzehnten? Es ist heute schon einmal die Zeit gekommen, wo die Bequemlichkeit nicht ge­stattet ist, auf den verschiedensten kurulischen Stühlen zu sitzen und bequem das Alte fortzupflegen, sondern die Zeit ist gekommen, wo die Menschheit den Schock vor sich selbst fühlen muß, und wo bei denen, die irgendwo verantwortlich sind für irgend etwas, der Ge­danke auftauchen muß: Wie löst man diese Frage aus dem geistigen Leben heraus? Wir werden das nächste mal davon weiter sprechen.&lt;br /&gt;
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= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit hier eine Reihe von wichtigen Tatsachen über den Menschen vorgebracht, die geisteswissenschaftlich erforscht werden können. Ich lege weniger Wert darauf, daß die Einzelheiten dieser Tatsachen aufgefaßt werden - denn ich habe mich ja über die Natur dieser Tatsachen öfter ausgesprochen-, als vielmehr darauf, daß ein gewisser Eindruck durch diese Tatsachen erweckt werde: der Eindruck über das Wesen desjenigen, was man die Täuschung der physischen Außenwelt nennen kann, auf daß Sie ein Gefühl davon erhalten, was eigentlich gemeint ist, wenn man davon spricht: Die Außenwelt, so wie wir sie um uns herum sehen - ich sage sehen, nicht haben -, ist Täuschung zunächst, und hinter ihr liegt die wahre, die wirkliche Welt. Und ich wollte ein gründlicheres Gefühl hervorrufen von dem, was gemeint ist, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft von der wirklichen Welt spricht. Also mehr um diese allgemeinen Gefühle handelt es sich. Und damit bin ich an demjenigen Punkte angelangt, wo wir gewissermaßen wiederum eine Möglichkeit haben, unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen anzuknüpfen an wichtige, an bedeutsame Interessen im Geistesleben der Gegen­wart, wobei ich natürlich an eine weitere Gegenwart denke, nicht bloß an die heutigen Tage, sondern an die Jahrhunderte, in denen wir leben.&lt;br /&gt;
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Unser Geistesleben ist in einem Zwiespalt begriffen, in einem Zwiespalt, den man in der verschiedensten Weise charakterisieren kann, den man so oder so definieren kann. Aber alle diese Definitionen müssen zuletzt wiederum zusammenlaufen in eine Art Empfindung für zwei Strömungen, die wir uns als Ideenströmungen bilden müssen aus der Geisteskultur der Gegenwart heraus, und die gewissermaßen sich nicht recht vereinigen lassen. Zwei Strömungen von Ideen sind vorhanden. Die eine, man kann sie im weitesten Sinne nennen die naturwissenschaftliche Strömung, wobei ich nicht etwa bloß das meine, was in den Kreisen der Naturforscher gedacht und behauptet wird, sondern jene naturwissenschaftliche Strömung, welche heute ja&lt;br /&gt;
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mehr oder weniger in der Empfindung der ganzen Menschheit lebt. Diese naturwissenschaftliche Strömung ist nach und nach eine popu­läre, eine weitverbreitete Anschauung geworden. Sie produziert Be­griffe, die tief, tief sich eingewurzelt haben in das Seelenleben der Menschen der Gegenwart. Man kann am besten sehen, wie diese na­turwissenschaftliche Weltanschauung sich eingewurzelt hat, wenn man bedenkt, daß sie da am tiefsten Wurzel gefaßt hat, wo man glaubt, an spirituelles Leben heranzudringen. Schließlich ist ja dasjenige, was man landläufig Spiritismus nennt und was von sehr vielen als theosophische Theorie vertreten wird, nichts anderes als ein Ausfluß ma­terialistischer Weltanschauung. Dasjenige, was man zumeist an Be­griffen hat über Ätherleib, Astralleib, dasjenige, was man experimen­tell produziert in spiritistischen Sitzungen, wird ganz und gar einge­fangen in Begriffe, welche der naturwissenschaftlichen Weltanschauung entlehnt sind, was am besten solche Leute beweisen wie zum Beispiel du Prel, der glaubt, gerade auf die Geisteswelt loszugehen. Aber alles dasjenige, was er über die Geisteswelt sagt, denkt er in naturwissen­schaftlichen Begriffen, das heißt in solchen Begriffen, in denen man bloß über die Natur denken sollte, nicht über den Geist. Ebenso ist es geradezu auffällig, wie materialistisch doch die Theorien der mei­sten Theosophen sind, wie sie sich geradezu bemühen, Vorstellungen wie Ätherleib oder selbst Astralleib an die naturwissenschaftlichen Begriffe, die man nur auf die Natur anwenden sollte, heranzurücken. Der Ätherleib wird sehr häufig vorgestellt als etwas ganz Materielles, als ein feiner Dunst oder dergleichen. Nun, ich habe mich ja über diese Dinge öfter ausgesprochen.&lt;br /&gt;
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Dies ist die eine, ich möchte sagen Begriffsmasse, die wir haben: die naturwissenschaftlichen Begriffe. Und weniger Wert - ich betone das noch einmal, damit ich nicht mißverstanden werde - ist darauf zu legen, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe in den Naturwissen­schaften selbst sich finden, wo sie ja zum großen Teil berechtigt sind, sondern das Wichtige ist, daß sie sich eben einschleichen in die allge­meine Weltanschauung, und daß sie verwendet werden, um Spiri­tuelles begreifen zu wollen, ja, daß manche geradezu in dem Wahne leben, sie sagten etwas Besonderes, wenn sie die Ähnlichkeit der Begriffe,&lt;br /&gt;
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die sie im Spirituellen haben, mit den naturwissenschaftlichen Begriffen hervorheben.&lt;br /&gt;
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Die bedeutsame Tatsache, die wir da ins Auge fassen müssen, ist diese, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe nur eine gewisse Sphäre unserer Welt, eine gewisse Sphäre der Welt, in der wir leben, einfangen können in unser Verständnis, daß eine andere Welt außer unserem Verständnis bleiben muß, wenn wir nur naturwissenschaft­liche Begriffe anwenden. Diese naturwissenschaftlichen Begriffe bil­den also die eine Strömung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Strömung bilden gewisse Begriffe, die wir uns machen über Ideelles oder Ideales, und wohl auch heute, schon seit langer Zeit, über Moralisches. Nehmen Sie einen naturwissenschaftlichen Begriff wie den Begriff der Vererbung oder den Begriff der Entwicke­lung. Sie denken naturwissenschaftlich, wenn Sie diesen Begriff rein­lich und sauber denken; Sie denken verworren, wenn Sie diese Begriffe von Vererbung und von Entwickelung, wie sie in der Naturwissenschaft üblich sind, auf Spirituelles ausdehnen. Nehmen Sie gewisse Begriffe, die man im Leben braucht, zum Beispiel den Begriff der inneren Freiheit unserer Seele, den Begriff des Wohlwollens, den Be­griff der sittlichen Vollkommenheit, oder höhere Begriffe, den Begriff der Liebe und dergleichen, so haben Sie wiederum eine Strömung von Ideen, von Begriffen, die auch berechtigt sind, weil sie ja zum Leben gebraucht werden. Aber nur wenn man sich einer Selbsttäuschung hingibt, kann man sich von der Art, wie heute naturwissenschaftlich gedacht wird, zu der Art, wie heute ideal oder ideell oder moralisch gedacht wird, eine Brücke bauen. Denkt jemand rein naturwissen­schaftlich, das heißt, sucht er sich ein naturwissenschaftliches Welt­bild, so wie das heute das Ideal vieler Leute ist, so hat innerhalb einer Welt, welche diesem Weltbild entspricht, alles das keinen Platz, was unter Begriffe wie Wohlwollen, meinetwillen auch Glück, Liebe, innere Freiheit und so weiter gefaßt ist. Ein gewisses Ideal naturwissenschaftlicher Denkungsart ist, alles, wie man sagt, unter den Kausalbegriff zu bringen, alles nach Ursachen und Wirkungen zusammenzudenken. Und eine sehr beliebte Verallgemeinerung ist -ich habe das schon hier erwähnt - das Gesetz von der Erhaltung der&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Kraft und der Erhaltung des Stoffes. Bilden Sie sich eine Weltan­schauung so, daß Sie dazu nur die Begriffe von Ursache und Wirkung im naturwissenschaftlichen Sinne verwenden oder von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, so können Sie nur entweder weltanschau­lich unehrlich sein, oder Sie müssen sagen: Innerhalb einer solchen Weltenordnung, in welcher nur das Kausalitätsgesetz, nur das Ur­sachengesetz gilt, oder in welcher das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gilt, in einer solchen Welt ist alles, was Ideale sind, was Ideen sind, was moralische Begriffe sind, im Grunde ge­nommen eigentlich nur Spaß. - Denn für eine Weltanschauung, welche etwa das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes univer­sell denkt, hat nichts anderes Sinn, als sich zu sagen: Nach diesem Gesetze von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes entwickelt sich unsere Weltenordnung. - Aus gewissen Ursachen heraus ist innerhalb dieser Weltenordnung auch das Menschengeschlecht hervorge­gangen. Dieses Menschengeschlecht träumt von Wohlwollen, von Liebe, von innerer Freiheit, aber all das sind Begriffe, die sich die Menschen machen, und wenn einmal jener Zustand eingetreten sein wird in unserem Weltensystem, der eintreten muß nach naturwissen­schaftlichen Vorstellungen, dann ist eigentlich ein allgemeines Grab da für alle solche Vorstellungen von Wohlwollen, innerer Freiheit, von Liebe und so weiter. Das sind Träume, welche die Menschen träumen, während sie eben der reinen naturgesetzlichen Ordnung gemäß ihr Dasein innerhalb der Erdenentwickelung vollenden, und es hat gar keinen Sinn, von etwas anderem zu sprechen in bezug auf die Geltung der Ideale und Ideen, als davon, daß sie Träume der Menschen sind, denn innerhalb einer solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauung haben Ideen und Ideale keine Kraft, sich zu realisie­ren. Was sollen denn, wenn die Welt wirklich entsprechen würde der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, die Ideen und Ideale einmal machen, sobald der Zustand eingetreten ist, den man notwendig denken muß, wenn man nur mit naturwissenschaftlichen Begriffen denkt? Sie sind begraben, die Ideen und Ideale! Die Ideen und Ideale werden heute aber von den Menschen so gedacht - wenn sie das auch nicht zugeben -, daß sie keine innere Kraft haben, sich zu realisieren.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie sind eben bloße Gedanken, die sich dadurch realisieren, daß die Menschen ihre Gefühle daran hängen, daß die Menschen sich gegen­einander so verhalten, wie es den Ideen entspricht. Aber sie haben keine innere Kraft, sich zu realisieren, diese Ideen, wie es der Magne­tismus, wie es die Elektrizität oder die Wärme hat - die hat innere Kraft, sich zu realisieren! Die Ideen als solche - denken Sie also immer meinetwiller an die moralischen Ideen - haben nicht eine solche innere Kraft, sich zu realisieren innerhalb unserer Weltanschauung, wenn wir sie nur naturwissenschaftlich denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, die wenigsten Menschen machen sich den Zwiespalt klar, der zwischen diesen zwei Strömungen unserer Gegenwart besteht, aber er ist da, und es ist die Tatsache, daß er im Unterbewußtsein der Menschen sein Spiel treibt, viel wichtiger, als daß man sich theore­tisch darüber klar ist. Theoretisch klar ist sich nur eine Schichte der Menschen über das, was ich eben gesagt habe, und diese &#039;&#039;eine&#039;&#039; Schichte der Menschen, auf die sollte man wohl ein Auge haben im Leben der Gegenwart. Klar ausgesprochen, daß die Sache so ist, daß die ganze Welt nur naturwissenschaftlich geordnet ist und daß Ideen und Ideale nur eine Bedeutung haben deshalb, weil die Menschen nun einmal das Gefühl haben, sie müßten sich geradezu danach richten in ihrem gegenseitigen Verhalten, findet man diese Anschauung nur innerhalb der sozialistischen Theorie der Gegenwart. Die sozialistische Theorie der Gegenwart lehnt daher jede Geisteswissenschaft ab, betrachtet sogar die Spuren alter Geisteswissenschaft, die sich noch in der Juris­prudenz, in der Moral und der Theologie finden, als Vorurteile, die den Kinderjahren der Menschheitsentwickelung angehören, und sie will alles, was man Geisteswissenschaft nennen könnte, als Gesell­schaftswissenschaft aufgefaßt wissen: sie will die sozialistische Gesell­schaftswissenschaft bilden als bloß gültig für das gegenseitige Ver­halten der Menschen. Die Welt ist naturwissenschaftlich geordnet, und außer der naturwissenschaftlichen Erklärung der Welt gibt es nur noch eine Gesellschaftswissenschaft. Das ist Grundüberzeugung jedes seiner selbst bewußten Sozialisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf, wenn man solchen Dingen auf den Grund gehen will, nicht konfusen Begriffen sich hingeben. Ich weiß selbstverständlich,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß man kommen kann und sagen: Ja, so denken doch nicht die Sozialisten! - Aber darauf kommt es nicht an - das habe ich ja gerade in den ersten Tagen, in denen ich hier wieder vorgetragen habe, aus­geführt -, was Ideen für einen Inhalt haben, sondern durch was Ideen sich betätigen, wie sie eindringen, sich einleben. Und die sozialisti­sche Idee lebt sich dadurch ein, daß sie ablehnt jedes Reden über irgendeinen geistigen Weltinhalt, daß sie behauptet, der Weltinhalt sei nur naturwissenschaftlich geordnet und Geisteswissenschaft sei durch bloße Gesellschaftswissenschaft zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fühlt der Mensch, daß bloße Ideen und Ideale, wenn sie so gedacht werden, wie sie in der Gegenwart gedacht werden, eben wirklich nicht mehr Kraft haben, als sich in das menschiiche Gemütsleben hineinzufinden und sich dadurch zu realisieren, zu realisieren als ein Traum, den die Menschheit innerhalb der Erdenentwickelung träumt. Keine Idee, und wäre sie die schönste, die idealste, hat die Kraft, irgend etwas wachsen zu lassen, irgendwo Wärme zu erzeugen, einen Magneten zu bewegen oder dergleichen. Damit ist sie schon ver­urteilt, bloßer Traum zu sein, weil sie ja - solange man die Weltenordnung nur denkt als die Summe von elektrischen, magnetischen Kräften, von Lichtkräften, Wärmekräften und so weiter - in das Gefüge dieser Kräfte nicht eingreifen kann, insbesondere wenn man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes aufstellt, wo­nach Kraft und Stoff eine ewige Geltung haben sollen. Denn dann sind sie immer da, und dann können Ideen nirgends eingreifen, denn Kraft und Stoff haben dann ihre eigenen, ewigen Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Gesetze - das sage ich nur in Parenthese - von der Er­haltung der Kraft und des Stoffes wird ja viel Unfug getrieben. So wie man in der Literatur heute von dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, namentlich von Kraft und Energie gesprochen findet, wird es auch häufig zurückgeführt auf Julius Robert Mayer. Wer &#039;&#039;Julius Robert Mayers&#039;&#039; Schriften wirklich kennt, der weiß, daß es ebenso gescheit ist, das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes auf Julius Robert Mayer zurückzuführen, so wie es heute in der Literatur geschieht, wie wenn man etwa die Schundliteratur auf die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg zurückführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denn das, was heute in Lehrbüchern und gebräuchlichen Handbüchern als Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes fun­giert, das hat mit dem Gesetz von Julius Robert Mayer, den man für seine Tat ins Irrenhaus eingesperrt hat, nichts zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht eigentlich für den, der Geisteswissenschaft ernst nimmt, aus alledem, was ich dargestellt habe, eben die Frage: Welches Verhältnis, welcher Bezug besteht zwischen dem, was nimmer ver­einigt werden kann innerhalb der gegenwärtigen Weltanschauung: moralischem Idealismus und naturalistischem Anschauen der Welt? - Diese Frage läßt sich nicht so ohne weiteres theoretisch beantworten. Die Gegenwart wünscht vielfach theoretische Antworten, und auch diejenigen, die zur Theosophie oder Anthroposophie kommen, wün­schen manchmal am allermeisten theoretisch-dogmatische Antworten. Aber die Antworten, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­geben werden sollen, müssen Antworten der Anschauung sein. In dieser Beziehung geht es nicht, daß man gerade die Vorliebe der Gegenwart für Dogmatismen auch wiederum in die Geisteswissen­schaft hineinträgt. Die Geisteswissenschaft verlangt anderes. Die Geisteswissenschafter verlangen freilich vielfach, daß andere Dogmen aufgestellt würden, aber die Geisteswissenschaft kann ganz und gar nicht der Ansicht sein, daß bloß andere Dogmen aufgestellt werden, als sie schon aufgestellt sind, sondern daß anders gedacht und anders angeschaut werde, daß überhaupt gewisse Dinge unter ganz andern Gesichtspunkten gedacht werden. Dasjenige, was vielfach heute auch als Geisteswissenschaft, namentlich auch als Theosophie getrieben wird, das kann einem oftmals den Eindruck machen einer etwas ver­änderten Scholastik des Mittelalters. Ich will mich gar nicht gegen Scholastik wenden, denn die Scholastik hat Dinge in sich, die viel bedeutsamer sind als dasjenige, was philosophisch in der Gegenwart hervorgebracht wird. Aber der Hang vieler Menschen in der Gegen­wart ist dahingehend, nur wiederum andere Dogmen zu haben, über Gott und Unsterblichkeit und weiß Gott was, eben anders zu denken, aber eben doch nur zu denken, nicht zu Anschauungen zu kommen, die aus ganz anderem Fond heraus sind als frühere Vorstellungen. Steht man recht auf dem Boden der Geisteswissenschaft, so sagt man sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Scholastik ist über die Dreieinigkeit, über das Wesen des Menschen, über seine Unsterblichkeit, über das Christus-Problem genug spintisiert worden, wenn ich den Ausdruck jetzt gar nicht mit irgendeinem üblen Beigeschmack anwende. Denn der eigentliche Wert dieser Scholastik liegt nicht in den Dogmen, die sie aufgestellt hat, sondern in der Technik des Denkens, wie ich es einmal darge­stellt habe in meiner Schrift «Philosophie und Anthroposophie», die jetzt in einer neuen Auflage wesentlich erweitert wiederum erscheinen wird; er liegt in der Art, über die Dinge zu denken. Aber dieses Den­ken, das eignet man sich heute eigentlich besser an, wenn man zu den Scholastikern geht, als wenn man zu den vielfach konfusen Ideen, die man in der neueren Zeit theologische oder philosophische nennt, sich hinwendet. Da ist genug theoretisiert worden im Mittelalter über diese Dinge. Da hat man zum Beispiel so theoretisch mit dem Christus-Problem gerungen. Wer das Wesen dieses Ringens kennt, der kann nicht viel Geschmack abgewinnen einem etwas veränderten Scholastizieren, wie es zum Beispiel in der Theosophie vielfach getrieben worden ist, wo man halt, statt daß man früher, nicht wahr, Dreieinig­keit, Unsterblichkeit oder anderes hatte, nun wiederum physischen Leib, Ätherleib, Astralleib hat. Es ist ein anderes Theoretisieren, aber es ist im Grunde genommen qualitativ dieselbe Sache. Derjenige, der recht eingehen mag auf diese Schule des Mittelalters, der weiß, daß das gewissermaßen eine erledigte Angelegenheit ist, so vordringen zu wollen, sagen wir, zu dem Mysterium von Golgatha. Da ist heute viel wichtiger, zum Beispiel nach der Gestalt des Christus Jesus zu dringen, was versucht wird von uns hier in der Mittelpunktsgruppe des Baues, wo gesucht wird, die Gestalt des Christus Jesus wirklich wiederum zu finden. Derjenige, der sich richtig für frühere Dogmen interessiert, wird sich heute viel mehr dafür interessieren, die Ge­staltung des Christus aus dem geistigen Leben herauszuholen, weil heute die Zeit dazu da ist, dies zu tun. Im Mittelalter war die Zeit, scharfsinnig nachzudenken und scholastische Begriffe auszuspinti­sieren; heute - das habe ich ja vielfach charakterisiert - ist ein solcher Punkt der fünften nachatlantischen Zeit, wo hingelenkt werden muß die Anschauung der Menschen nach den geistigen Formen. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was früher als Gestaltung des Christus gesucht wurde, sind ja phan­tastische Gestaltungen. Ich habe über die Entwickelung der Christusgestalt ja öfter hier gesprochen. Mit den Mitteln der geistigen An­schauung wird sich die Gestalt des Christus wiederum finden lassen. So hat jede Zeit ihre besondere Aufgabe. Denn nicht darauf kommt es an, daß irgend etwas festgelegt wird, sondern darauf, daß die Mensch­heit in ihrer Entwickelung sucht und dadurch sich zu immer weiteren und weiteren Stufen ihrer Entwickelung durchringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also darauf kommt es an, daß man gewissermaßen eine Brücke finden kann da, wo die moderne Weltanschauung eine Brücke eben nicht finden kann, sondern wo, wenn sie sich selbst richtig versteht, sie notwendigerweise zum Sozialismus, das heißt zur sozialistischen Theorie kommen muß - nicht zum Sozialismus in seiner Berechti­gung; darüber habe ich ja auch schon öfter gesprochen. Diese Brücke kann man aber nur finden, wenn man den ehrlicher Willen hat, eben­so wie man in dasjenige eindringt, was zwischen der Geburt und dem Tode verläuft, auch in dasjenige einzudringen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verläuft, wenn man also nicht bloß den Willen hat, gewissermaßen die Welt hier zu analysieren, sondern wenn man den Willen hat, sich wirklich auf das Geistige einzulassen. Man redet von dem Menschen und sagt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib, Ich und so weiter. - Das ist ge­wiß berechtigt; aber es ist für den Menschen berechtigt, der hier zwischen der Geburt und dem Tode lebt. Das, was ich das vorige Mal und das vorvorige Mal hier ausgeführt habe, das kann Sie aber schon darauf hinweisen, daß man in einer ähnlichen Weise nun reden kann über den Menschen nach dem Tode, über den Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn Sie schon fragen wollen: Aus was besteht der Mensch? - so können Sie nicht bloß fragen: Aus was besteht der Mensch hier auf Erden? - und antworten: Da besteht er aus physischem, Ätherleib, Astralleib und Ich -, sondern wir müssen jetzt auch die Frage aufwerfen: Aus was besteht der Mensch, wenn er nicht auf Erden ist, sondern in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt? Wie kann man da von den Gliedern der mensch­lichen Natur reden? - Da muß man in ebenso realer Weise von den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
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Gliedern der menschlichen Natur reden können. Und man muß sich, wenn man ganz ehrlich bei einer solchen Sache mit sich zu Rate geht, eben bewußt werden, daß jedes Zeitalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen werden sich nicht recht bewußt, daß eigentlich die Art, wie sie denken, vorstellen, selbst wie sie empfinden, ja, selbst wie sie die Außenwelt anschauen - erinnern Sie sich nur an gewisse Ausführungen, die ich in meinen «Rätseln der Philosophie» gemacht habe über den verhältnismäßig kurzen Zeitraum von sechshundert Jahren vor unserer Zeitrechnung bis zu uns -, eben nur jetzt so ist. Wir können nicht über das 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha zurückgehen mit dem Denken und dem Empfinden und dem Anschauen, das wir jetzt haben. Ich habe Ihnen das genaue Jahr angegeben: 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist die wahre Gründungszahi der Stadt Rom. Wenn man hinter dieses 8. vorchrist­liche Jahrhundert zurückgeht, dann ist die ganze Art des mensch­lichen Lebens eine andere als diejenige, die man jetzt als Seelenieben eben kennt. Da werden alle Arten, die Welt anzuschauen, anders. Da ist allerdings eine Grenzscheide, die man schon besser beobachten kann als die andere, die eigentlich auch gut zu beobachten ist, aber noch nicht für den Menschen der Gegenwart: die Grenzscheide, die im 15. Jahrhundert liegt. Das 15. Jahrhundert liegt den Menschen der Gegenwart zu nahe; da können sie sich nicht so recht in den großen Umschwung hineinversetzen, der da eingetreten ist. Im ganzen stellen sich die Menschen vor: gedacht und gesonnen hat man immer so wie jetzt, auch wenn man immer weiter zurückgeht; aber wie wenig weit geht man zurück! Nun ja, die Sache ist eben diese, daß, sobald man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht, man eine ganz andere Art zu denken hat. Und nun können wir die Frage aufwerfen: Warum hatte man denn da eine andere Art zu denken? Über diese andere Art zu denken machen sich die Menschen jetzt, wenn sie sich Vorstellungen machen, ziemlich törichte Vorstellungen, könnte man sagen. Wenn die Menschen der Gegenwart jetzt hören, wie, sagen wir, in den ägyptischen Mysterien - es waren dazumal die gesuchtesten - gelehrt worden ist, wenn sie etwas hören von der Art, wie da die Wahrheiten erörtert worden sind, da meinen sie: Nun ja, das entspricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eben der phantastischen Zeit von dazumal, da waren die Men­schen noch nicht so gescheit wie jetzt, da haben sie sich noch kindische Vorstellungen gemacht; das Richtige, das haben wir jetzt! - Es liegt besonders dem Menschen der Gegenwart nahe, so zu denken, denn er kann sich, weil er so furchtbar eingerutscht ist in diese Denk­weise der Gegenwart, nicht irgend etwas anderes dabei denken. Nehmen wir an, ein Grieche, Pythagoras zum Beispiel, sei nach Ägyp­ten gekommen und hätte dort gelernt, so wie heute irgend jemand nach einer berühmten Universität geht, um zu lernen. Aber was hat er gelernt? Ich will Ihnen etwas sagen, was der Pythagoras wirklich dort hat lernen können: Er hat dort gelernt, daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Schach gespielt hat, und bei diesem Schachspiel hat der Merkurius gewonnen. Er hat nämlich dem Monde für jeden Tag zwanzig Minuten abgewonnen, und diese zwanzig Minuten, die sind dann von den Eingeweihten zusammengezählt worden. Wieviel machen sie aus, diese zwanzig Minuten in drei­hundertsechzig Tagen? Die machen nämlich gerade fünf Tage aus. Daher hat man nicht dreihundertsechzig Tage als das Jahr gerechnet, sondern dreihundertfünfundsechzig Tage. Diese fünf Tage sind das­jenige, was der Merkur dem Monde im Spiel abgewonnen hat, und was er dann den übrigen Planeten und dem ganzen Menschenge­schlecht zu dreihundertsechzig Tagen im Jahr hinzugeschenkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, wenn man sagt, so etwas habe der Pythagoras bei den weisen Ägyptern lernen können, dann lacht jeder Mensch in der Gegenwart, ganz selbstverständlich. Dennoch ist es nur eine andere Binkleidung für eine tiefe geistige Wahrheit - wir werden davon in diesen Tagen noch sprechen -, die die Gegenwart noch gar nicht wieder entdeckt hat, die aber eine Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie könnten fragen: Warum ist dazumal ganz anders gerechnet worden? - Vergleichen Sie den Vortrag eines solchen ägyptischen Weisen, der also dem krassen Fuchs Pythagoras vorträgt: Der Mer­kur hat im Schachspiel für jeden Tag dem Monde zwanzig Minuten abgewonnen - mit einem Vortrag über moderne Astronomie, der in einem Hörsaal gehalten wird, so werden Sie besser auf den Unter­schied aufmerksam werden. Fragt man sich aber: Warum ist ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
solcher Unterschied? - dann muß man etwas tiefer hineingehen in das ganze Wesen der menschlichen Enwickelung. Denn wenn man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht - Pythagoras gehört zwar nicht dieser frühen Zeit an, aber in Ägypten haben sich die Reste einer Weisheit, die eben weit vor dem 8. vorchristlichen Jahr­hundert begründet worden ist, erhalten, da konnte man sie sich noch einprägen -, wenn in diesen alten Zeiten so gelehrt worden ist, so hat das schon seinen tiefen Grund. Es war das ganze Verhältnis des Menschen zur Welt anders angesehen worden, mußte anders in der damaligen Zeit angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte darauf hinweisen, daß ja noch verschiedene Reste alter Anschauung immer wieder und wieder atavistisch erneuert worden sind, wobei ich unter dem Wort «atavistisch» nicht irgend etwas Ab­fälliges meine und verstehe. Wer zum Beispiel ein Werk liest, wie Jakob Böhmes «De signatura rerum», der wird, wenn er ehrlich ist, eigentlich auch heute sagen: er kann nichts damit anfangen. Denn da werden ganz merkwürdige Auseinandersetzungen gegeben, die ent­weder von einem höheren Gesichtspunkte aus beurteilt werden müs­sen - dann bekommen sie einen Sinn -, oder aber die vom Stand­punkte des modern denkenden Menschen als unvernünftiges Zeug eines Laien, der ein bißchen spintisiert hat, eigentlich abgelehnt wer­den müßten. All das tolle Gerede, das vielfach getrieben wird von unreifen theosophischen Kreisen über Jakob Böhme, ist eigentlich vom Übel. Dennoch erinnert dieser Jakob Böhme von einem höheren Standpunkte aus in seinem ganzen Geistesgefüge, in der Art, wie er sich namentlich zur Analyse von gewissen Worten verhält, wenn er zum Beispiel Worte wie Sulfur zerlegt und in den zerlegten Teilen etwas sucht - wir wollen nicht auf das Materielle dabei sehen, sondern auf die Art, wie er da etwa in seinem Werke «De signatura rerum» vorgeht -, er erinnert viel mehr als irgendeine von den abstrakten Wissenschaften, die es ja nur heute in der Öffentlichkeit gibt, an einen gewissen konkreten Zusammenhang des Menschen mit der gesamten geistigen Welt. Er steht, dieser Jakob Böhme, viel mehr in dieser geistigen Welt darinnen. Und dieses Darinnenstehen in der geistigen Welt, das ist das Charakteristische für solche Denker, die vor dem 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vorchristlichen Jahrhundert, vor unserer Zeitrechnung eben Denker waren. Sie dachten nicht mit der individuellen Einzelvernunft, mit der wir heute denken. Wir denken ja alle mit der individuellen Einzelver­nunft; die dachten mehr noch mit der kosmischen Vernunft, mit der schöpferischen Vernunft, mit der Vernunft, die man, ich möchte sagen, in einzelnen ihrer Schöpfungen noch erlauschen muß wenn man auf sie kommen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es eigentlich nur noch ein Gebiet, in dem man ein klein wenig merken kann, wie ins Menschenleben noch so etwas wie die schöpferische Vernunft sich hereinergießt und hereinwirkt. Man kann noch auf einem Gebiet etwas bemerken von einem Sich-Realisieren von Ideellem; aber, ich möchte sagen, es ist nur noch ein Schatten davon da, und dieser Schatten wird zumeist auch nicht berücksichtigt. Es existieren heute eine ganze Anzahl von naturalistischen anthropo­logischen Theorien über die Entstehung der Sprache, wie sie sich entwickelt haben soll. Sie wissen, es gibt - ich habe das öfter erwähnt -zwei hauptsächliche Theorien. Man nennt die eine die Wauwau-Theorie, die andere die Bimbam-Theorie. Die Wauwau-Theorie ist mehr von kontinentalen Gelehrten vertreten, die Bimbam-Theorie ist von Max Müller vertreten. Die Wauwau-Theorie beruht darauf, daß Menschen von primitivsten Zuständen ausgegangen sind und da ihre inneren organischen Erlebnisse so herausgebellt haben wie der Hund, wenn er «wauwau» macht, und durch eine entsprechende Ent­wickelung - alles entwickelt sich ja, nicht wahr, vom Primitiven bis zum Vollkommenen - ist das Wauwau des Hundes, das heute noch beim Menschen auf seiner primitiven Stufe zu bemerken ist, zur menschlichen Sprache geworden. Wenn man alles in der Entwicke­lung verfolgt vom Wauwau bis zum heutigen Sprechen, so ähnlich, nicht wahr, wie es die Deszendenztheorie macht, Darwin oder Haeckel, beginnend mit der einfachsten Monere, also von der einfachsten Weise, von der unartikuliertesten Weise bis zu der heutigen Sprache, dann ist das eben die Wauwau-Theorie. Eine andere Theorie besagt, daß man ein gewisses Gefühl entwickeln kann der Verwandtschaft mit den Tönen der Glocke: Bimbam; man hätte jedesmal einen bestimm­ten inneren Klang, den man imitiert. Danach würde man mit dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wauwau mehr eine Evolutionstheorie verfolgen, mit der Bimbam­Theorie mehr eine Anpassungstheorie, eine Anpassung des Menschen an die innere Natur der materiellen Worte. Dann kann man ja auch geistreich die Dinge verbinden, die Bimbam-Theorie mit der Wauwau-Theorie, das ist dann etwas Vollkommeneres, dann hat man Ent­wickelung mit Anpassung verbunden. Nun ja, diese Dinge sind heute mehr oder weniger gang und gäbe. Es gibt auch solche, die über diese beiden Theorien lachen und die andere Theorien haben; aber im Prinzip sind sie eben auch nicht viel anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistig betrachtet, geistig angeschaut kann gar keine Rede davon sein, daß die Sprachentwickelung eine solche ist, wie sie eben cha­rakterisiert worden ist, sondern schon rein äußerlich zeigt das Ge­füge der Sprache, daß im Sprachbilden, im Entstehen der Sprache wirkliche Vernunft waltet. Und zwar ist es interessant, gerade an der Sprache das Walten der Vernunft festzuhalten, aus dem einfachen Grunde, weil am anschaulichsten noch in der Sprache ein ideelles Moment lebt, also dasjenige, was in der einen Strömung heute ange­schaut wird, und weil die Sprache nicht bloß an das Gemüt des Men­schen sich wendet, sondern ihre eigene Gesetzmäßigkeit hat, also das Ideelle in einer gewissen Weise sich in ihr schon realisiert, wenn auch gegenüber natürlichen Gesetzen schattenhaft. Nehmen Sie zum Bei­spiel ein Wort - ich will Sie nur auf ein paar sehr elementare Fälle auf­merksam machen -, wo Sie sehen können, wie innere Vernunft im Sprachentstehen waltet; nehmen Sie ein Wort wie: Oratio, die Rede. Es ist nun merkwürdig, wenn man solch ein Wort nimmt wie Oratio, die Rede, und dann beobachtet, was aus diesem Worte wird im Leben des Menschen nach dem Tode, so stellt sich eine merkwürdige Ähn­lichkeit ein mit dem, was als werdende Vernunft in der Entwickelung der Sprache gewirkt hat. Das gibt gewisse Sicherheiten, die man heute auf einem andern Weg kaum gewinnen kann. Auf einem andern Wege kann man höchstens Hypothesen gewinnen. Der Tote wird selten, wenigstens nachdem eine bestimmte Zeit seit dem Tode verflossen ist, das Wort Oratio noch verstehen; er wird es nicht mehr verstehen, er verliert das Verständnis dafür. Dagegen wird er immer noch verstehen eine Anschauung, eine Imagination, welche zurückführt auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das, was man ausdrücken kann durch die Worte: Os, Oris, Mund, und: Ratio, Vernunft. Der Tote löst das Wort Oratio auf in Os und Ratio. Und in der Entwickelung hat sich der umgekehrte Vorgang wirklich abgespielt: Das Wort Oratio ist wirklich entstanden durch eine Synthesis ursprünglicher Wörter, Os und Ratio. Oratio ist kein so ursprüngliches Wort wie Os, Oris und Ratio, sondern Oratio ist aus Os und Ratio gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar solcher elementarer Dinge möchte ich Ihnen anführen. Diese Dinge können am anschaulichsten noch an der lateinischen Sprache studiert werden, weil sie da am deutlichsten noch zutage treten, es sind aber die Gesetze, die dabei gefunden werden können, auch für andere Sprachen von Bedeutung. Nehmen Sie zum Beispiel drei ursprungliche Worte: Ne ego otior; das würde heißen, wenn man es als Wort nimmt: Ich bin nicht müßig. Ego otior: Ich bin müßig; ne ego otior: Ich bin nicht müßig. Diese drei Worte setzen sich durch die waltende kosmische Vernunft zusammen in Negotior, das heißt: Handel treiben. Da haben Sie drei Worte in eins zusammengefügt, und Sie sehen vernunftmäßig den Aufbau der Worte. Sie sehen Vernunft walten in der Entwickelung der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde, wie gesagt, dieses nicht so strikte behaupten, wenn nicht die merkwürdige Tatsache eintreten würde, daß der Tote das, was hier in der Welt zusammengefügt worden ist, wiederum auflöst. Der Tote löst wiederum so etwas wie das Negotior auf in: Ne ego otior, und er versteht nur diese drei Worte beziehungsweise Anschauungen, die er sich aus dieser Trinität zusammenfügt, und er vergißt dasjenige, was durch die Zusammenfügung entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes naheliegendes Beispiel ist: Unus, der eine, und Alterque, der andere; das ist zusammengezogen in das lateinische Wort Uterque, jeder von beiden. Wir könnten recht froh sein, wenn wir in den mo­dernen Sprachen ein solches Wort hätten wie Uterque, das jenen Be­griff gibt; der Franzose kann es höchstens ausdrücken, indem er bei dem oberen bleibt: l&#039;un et l&#039;autre; er hat nicht einen einzigen Begriff, um das auszudrücken. Aber Uterque drückt das viel präziser aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie einen Fall, damit Sie sehen, welches Prinzip ich eigent­lich meine. Sie alle kennen selbstverständlich das Wort «se», das französische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wort «se»: sich. Sie kennen das Wort «hors»: außer sich, heraus, könnte man auch sagen, und «tirer» - ich behalte davon nur das «tir» bei -, «tir», ziehen, sich wegziehen. Wenn Sie diese drei Dinge dann nach demselben Prinzip zusammensetzen, so bekommen Sie hier das «sortir», weggehen, was nichts anderes ist als eine Zusammenfügung von «se hors tir»; «tir» ist der Rest des Wortes «tirer». Da sehen Sie noch in einer modernen Sprache diese selbe waltende Ver­nunft darinnen. Oder nehmen Sie ein Beispiel, wo die Sache etwas dadurch kaschiert ist, daß verschiedene Sprachstufen wirken: «cœur», das Herz; «rage», das ist das Lebendige, das sich Belebende, der Enthusiasmus, der vom Herzen ausgeht; zusammengesetzt: «cou­rage». Das sind nicht irgendwelche Erfindungen, sondern das sind reale Geschehnisse, die wirklich da waren. So sind die Worte ge­bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Möglichkeit, so Worte zu bilden, sie ist heute nicht mehr da. Heute hat sich der Mensch herausgestellt aus dem lebendigen Zu­sammenhang mit der kosmischen Vernunft, und daher kann höch­stens noch in ganz sporadischen Fällen eine Möglichkeit vorhinden sein, sich heranzuwagen an die Sprache, um irgendwelche Worte aus der Sprache herauszuholen, die, wie man sagt, im Geiste der Sprache sind. Aber je weiter man zurückgeht, und namentlich je weiter man zurückgeht hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert, auch bei der griechischen, bei der lateinischen Sprache, desto mehr ist im leben­digen Leben das Prinzip tätig, daß in dieser Weise gerade Sprachent­wickelung wirkt. Und dabei bleibt immer das Bedeutsame, daß man wie auf ein Eurythmisches auf dieses hinzuweisen hat dadurch, daß man beim Toten entdeckt: Er zieht die Worte wieder auseinander, er zerlegt sie wieder in ihre Teile. Er hat mehr Empfindung, der Tote, für diese Teile der Worte, als für die ganzen Worte. Denken Sie sich konsequent die Sache durchentwickelt, so würden Sie die Worte überhaupt auseinanderkriegen in die Laute, und wenn Sie die Laute wiederum umsetzen, jetzt nicht in Luftbewegungen, sondern in Be­wegungen des ganzen Menschen, dann haben Sie die Eurythmie. Die Eurythmie ist daher etwas, was der Tote in der Tat sehr gut ver­stehen kann, wenn sie vollkommen betrieben wird. Und Sie sehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß sich solche Dinge, wie auch die Eurythmie, nicht äußerlich be­urteilen lassen, sondern daß man ihre ganze Stellung im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung nur einsehen kann, wenn man auch einzugehen vermag auf diese Gesamtentwickelung des Men­schen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ließe sich noch viel mehr sagen über das, was Eurythmie eigent­lich will, aber dazu wird sich später noch Gelegenheit bieten. Ich wollte damit zunächst einmal Sie auf ein wenn auch schattenhaftes Gebiet hinweisen, wo noch in den älteren Zeiten irn lebendigen Wir­ken der Menschen selber ein Hereinspielen des Idealen in das Reale war. Ich sagte heute im Eingange: In der heutigen Weltanschauung finden wir nicht mehr die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen zwischen dem Ideellen, Idealen, Moralischen, und zwischen dem, was in der Natur lebt. Es fehlt die Brücke. Das ist auch dem heutigen Entwickelungszyklus des Menschen ganz natürlich, daß diese Brücke fehlt. Das Ideelle schafft nicht mehr. Ich wollte Ihnen im menschlichen Gebiet selbst ein Beispiel zeigen, wenn auch, wie gesagt, ein schattenhaftes, wo in dem Menschen selbst noch ein Ideelles schafft. Denn in dem Zusam­mensetzen solcher Worte, da wirkte nicht Verabredung der Menschen oder die Überlegung einer einzelnen menschlichen Individualität oder Persönlichkeit, sondern da wirkte Vernunft, ohne daß der Mensch so richtig dabei war. Heute wollen die Menschen ja bei allem dabei sein, was sie machen: Nun, wenn so etwas Schönes, Großes, Bedeutsames gemacht werden sollte wie das hier - da sollten Sie sehen, was mit der heutigen Weisheit der Menschen herauskäme, wenn heute Sprache gebildet werden sollte! Aber gerade in den Zeiten, in denen der Mensch noch nicht so bei sich war, sind diese großartigen, weisen, be­deutsamen Dinge in der Menschheit geschehen, und sie sind so ge­schehen, daß in diesem Geschehen noch ein nahes Zusammensein von Ideellem und von Realem ineinanderwirkte, nämlich ideellem, also vernünftigem Werden, und realem Bewegen der Luft durch die menschlichen Atmungsorgane. Heute können wir nicht zwischen der moralischen Idee und meinetwillen der elektrischen Kraft eine Brücke bauen; aber hier ist eine Brücke gebaut zwischen etwas Geschehendem und etwas Vernünftigem. Das führt uns natürlich nicht dazu - ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werde das morgen weiter ausführen -, dieselbe Brücke zu bauen; sie muß heute in ganz anderer Weise gebaut werden. Aber Sie können daraus sehen, daß die Menschheit zu dem heutigen Zustande vorge­schritten ist von einem andern Zustande: von einem Drinnenstehen in einem lebendigen Weben, das nahe war dem, was in einer gewissen Weise umgekehrt Post mortem, also nach dem Tode der Menschen sich vollzieht. Der Mensch muß heute nach dem Tode, um sein Fort­kommen zu finden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das wieder auseinandernehmen, was durch Kräfte - wir werden morgen noch davon sprechen - so zusammengefügt worden ist, daß man die­ses Zusammenfügen noch deutlich sehen kann, wenn man in die älteren Stufen des Sprachbildens zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Dinge, Dinge, die man wirklich ins Auge fassen muß, wenn man den Blick darauf wendet: Wie soll sich - wir haben ja darüber oft gesprochen, daß dies von uns ins Auge gefaßt werden muß - in das ganze Gefüge des gegenwärtigen Geisteslebens hinein­stellen dasjenige, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­funden werden kann? - Und wenn man immer wieder spricht von der Wichtigkeit dieses Hineinstellens der Geisteswissenschaft in die ganze Entwickelung, so muß man schon auch auf diesem Gebiete konkret denken. In diesen Vorträgen möchte ich jetzt einiges beitragen zu diesem konkreten Denken. Wenn es einmal sein könnte, daß Geistes­wissenschaft getragen würde von einer gewissen Bewegung in der Gegenwart, von einer Menschenbewegung, dann würde auf allen Gebieten diese Geisteswissenschaft befruchtend wirken können. Aber es müßte natürlich vor allen Dingen der Wille vorhanden sein, auf solche Subtilitäten auch einzugehen, wie sie hier oftmals betont wer­den. Denn auf diese Subtilitäten, die sich immer beziehen auf das Ver­hältnis unserer Geisteswissenschaft zur gegenwärtigen Geisteskultur, müssen wir das begründen, was wir nennen können unser eigenes Uns­ Hineinstellen in die Geistesbewegung der Gegenwart mit der Geistes­wissenschaft. Es ist wirklich so, daß die traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart den Menschen aufmerksam machen soll­ten, daß alte Weltanschauungen Bankrott gemacht haben. An der Geisteswissenschaft allein nicht, aber an ihrer Beziehung zu diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alten Weltanschauungen könnte man sehen, was zu geschehen hat, damit wir aus dem Bankrott der gegenwärtigen Zeit hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu wäre freilich notwendig, daß man endlich einginge auf die Intentionen, welche ich ja oftmals gerade als diejenigen der geisteswissenschaftlichen Bewegung ausgesprochen habe. Es wäre wirklich notwendig, einzusehen, welches die Gründe sind, warum zum Bei­spiel auf der einen Seite es innerhalb gewisser Kreise so fruchtbar ge­worden ist, hier am Bau zu wirken, und warum andere Bestrebungen der Anthroposophischen Gesellschaft gewissermaßen ebenso un­fruchtbar geblieben sind; warum, wenn man absieht von dem, was sie wirklich geleistet hat, nämlich daß sie den Dornacher Bau in die Welt setzt, die Gesellschaft doch vielfach versagt. Ein solches Leisten auf der einen Seite bedingt immer, wenn es nicht oftmals das Gegen­teil wachrufen soll, daß manches andere geschieht. Es wäre notwendig, daß auch auf andern Gebieten die Anthroposophische Gesellschaft nicht versagte, wie sie vollständig versagt hat in den Jahren, in denen sie besteht. Dieses Versagen, das brauchte man nicht immer wieder und wiederum zu betonen, wenn viel stärker die Meinung verbreitet wäre, daß man nachdenken muß, warum die Anthroposophische Gesellschaft in bezug auf so vieles andere versagt. Wenn man gründ­licher nachdenken würde, so würde man erkennen, worauf es zum Beispiel beruht, daß draußen in der Welt immer wieder und wiederum die Meinung sich verbreitet, ich führte die Anthroposophische Ge­sellschaft nur so am Gängelbande und gäbe alles an; während es kaum eine Gesellschaft in der Welt gibt, wo weniger dasjenige geschieht, was ein sogenannter Führer will, als in der Anthroposophischen Ge­sellschaft! Es geschieht ja in der Regel das Gegenteil von dem, was ich eigentlich beabsichtige. Also, nicht wahr, gerade an der Anthro­posophischen Gesellschaft kann es sich zeigen, wie im Praktischen eine Wirklichkeit weit ab ist auch von ihren sogenannten Idealen. Aber man muß dann auch den Willen haben, sich auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen. In einer Gesellschaft gibt es selbstverständ­lich Persönliches; aber man muß dieses Persönliche auch als Per­sönliches auffassen. Wenn irgendwo in einem Zweige sich die Leute streiten aus rein persönlichen Gründen, so soll man da nicht aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Weiß Schwarz machen, oder aus Schwarz Weiß machen, sondern man soll ruhig zugestehen: Wir haben persönliche Gründe, wir mögen den und den nicht aus persönlichen Gründen. - Dann ist man bei der Wahrheit; man braucht ja nicht die Wirklichkeit in Ideale zu ver­kehren. So wäre es notwendig, daß, während auf der einen Seite mein Bestreben dahin geht, alles Geisteswissenschaftliche aus dem Sek­tiererischen herauszuheben, alles Sektiererische abzustreifen, die An­throposophische Gesellschaft immer mehr und mehr in das Sek­tiererische hineinplumpst und eine gewisse Liebe gerade für das Sektiererische hat. Wenn irgendwo das Bestreben besteht, aus dem Sektiererischen herauszukommen, so haßt man gerade hier dieses Herauskommenwollen aus dem Sektiererischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte natürlich nicht irgend jemanden tadeln, möchte auch nicht undankbar sein gegen die schönen Bestrebungen, die da und dort überall sind, ich erkenne alles voll an, aber es ist notwendig, daß man über manche Dinge ein wenig nachdenkt, sonst werden sich im­mer wieder und wiederum die Dinge finden, von denen mir auch in diesen Tagen wiederum erzähit worden ist. Nicht wahr, es ist auch da das Persönliche mit der Sache schon innig verquickt. Wenn jetzt in einem Lande wiederum irgendein Unheil auftaucht, so ist wiederum die Konstitution gerade der Anthroposophischen Gesellschaft so, daß, ich möchte sagen, die Gesellschaft die Sensation hat, sich wie­derum ein bißchen zu zanken, und aus diesem ganzen Zank kommt ja das heraus, daß ich selbst persönlich in der wüstesten Weise beschimpft werde. Ja, wenn sich das immer wieder und wieder wiederholt, so kommen wir nicht weiter. Wenn ich immer in der wüstesten Weise beschimpft werde, weil die andern zanken und ich ausgespielt werde, wenn es immer wiederum darauf hinauskommt, daß ich ausgespielt werde, so kann ich natürlich nicht mehr die anthroposophische Be­wegung in der Welt halten. Es wäre möglich, in positiver Weise bloß zu wirken, wenn man sich mehr auf das Positive verlegen wollte, das ich ja genügend immer wieder andeute. Es wäre möglich, solche Dinge hintanzuhalten, die zumeist auf furchtbar inferioren Dingen beruhen. Aber man hat in vielen Kreisen viel mehr Lust, zu zanken, viel mehr Lust, namentlich auch zum Dogmenstreit, aus dem sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann oftmals persönliche Zänkereien herausentwickeln. Und dann wird es so, daß das Schimpfen sich gewöhnlich auf mich ablenkt - was mich ja persönlich höchst kühl läßt, aber die Bewegung kann nicht weiterbestehen, wenn es so weitergehen soll. Es ist nicht so, daß ich in diesem Fall tadle, was die Freunde in einem solchen Falle getan haben, aber ich mache darauf aufmerksam, daß sie etwas anderes nicht getan haben, was mir nicht zukommt, gerade in plumper Weise anzudeuten, wodurch aber in viel sicherer Weise verhindert würde dasjenige, was fortwährend geschieht, als auf die Weise, wie es fort­während versucht wird. Heute steht es schon so, daß man sagen kann: Wir haben Zyklen nur abgegeben an Mitglieder der Gesellschaft, und ich weiß, wie ich selber oftmals sonderbar von dem oder jenem aus der Gesellschaft angesprochen werde, wenn ich viel liberaler bin, als fernerstehende Mitglieder oftmals in der Abgabe von Zyklen sein wollen. Ja, schlimmer hätte es dem, was durch die Zyklen in die Welt gesetzt worden ist, durch Außenstehende niemals ergehen können, als es durch Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ge­schehen ist! Das muß man auch in Betracht ziehen. Wir sind heute schon durchaus so weit, daß die Zyklen in einer Weise mißbraucht werden durch Mitglieder, durch abgefallene Mitglieder der Anthro­posophischen Gesellschaft, daß es eigentlich sehr bald nahe daran sein kann, daß man sagt: Wir machen gar keine Grenze mehr, wir ver­kaufen die Zyklen an jeden, der sie haben will. - Es kann nicht viel schlechter werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage nicht, daß es morgen schon geschehen soll, aber ich deute nur an, daß die Gesellschaft so gar nicht als Gesellschaft wirkt - immer außer dem Bau und außer einzelnen Kreisen -, daß sie gar nicht eigent­lich das macht, was sonst eine Gesellschaft macht. Damit ist die Ge­sellschaft gar keine Hilfe; sie ist gar nicht dasjenige, was eine Bewe­gung ergeben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist es so klar, daß ich niemanden persönlich meinen kann, daß ich ganz unbefangen dieses hier besprechen kann, aus dem einfachen Grunde, weil hier ja gerade die Stätte ist, wo eben fruchtbar aus der Gesellschaft heraus geschafft wird, nämlich am Bau. Der ist schon eine wirkliche Sache, die aus der Gesellschaft heraus entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und würden andere Dinge, die viel billiger sein könnten als der Bau, aus einem solchen Gesellschaftsgeiste heraus arbeiten, wie die Arbei­ter an unserem Bau, dann würde aus der Anthroposophischen Ge­sellschaft ungeheuer Segensreiches ersprießen können. Aber man muß dann das Weiße weiß und das Schwarze schwarz nennen. Man muß wirklich auch sagen, da wo persönliche Dinge vorliegen: das sind persönliche Dinge - und sie nicht in einen hohen Idealismus heraufschrauben; sonst wird man eben nachdenken müssen, was an die Stelle der Anthroposophischen Gesellschaft gesetzt werden muß. Eine Gesellschaft würde dann ja nicht an die Stelle gesetzt werden können, denn es würde ja wiederum dieselbe Misere sein! Nicht wahr, es kann nicht die Gesellschaft bloß ein Mittel sein, daß man sich herumbalgen sollte mit allen möglichen inferioren Persönlichkeiten. Aber sie ist ein Mittel geworden, das einen zwingt, immer wieder Rücksicht zu nehmen auf alles mögliche inferiore Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich will Sie heute nicht länger langweilen mit der Sache, son­dern ich wollte sie nur, nachdem die Zeit abgelaufen war, noch an­fügen. Ich habe den Vortrag vorher zu Ende geführt; solche Sachen sage ich nur, wenn die Vortragszeit abgelaufen ist, hinterher als An­satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde die Betrachtungen, die wir jetzt hier pflegen, so anlegen müssen, daß ich heute die gestern gemachten Auseinandersetzungen erweiternd vorbringe, um dann morgen zu einem gewissen vorläufigen kleinen Abschluß zu kommen. Daher wird das Heutige mehr eine Episode zu bedeuten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat in der Gegenwart ja sehr, sehr viel Veranlassung, auch aus den Zeitereignissen heraus, über dies oder jenes nachzudenken, wenn man nicht die Absicht hat, die wichtigsten Impulse unserer Zeit zu verschlafen. Besonders auffällig in der Gegenwart und, ich möchte sagen, Fragen herausfordernd ist ja die Erscheinung, die Ihnen doch wohl hinlänglich bekannt ist, daß im weitesten Sinne in dieser Gegen­wart die ungeheuerste Unwahrhaftigkeit Platz gegriffen hat, daß ge­rade da, wo Umfassendes heute spielt, Unwahrhaftigkeit vorhanden ist. Solche Dinge, wie das Auftreten von so wirksamer, so einschnei­dender Unwahrhaftigkeit veranlaßt dann auch, über allerlei damit Zusammenhängendes geisteswissenschaftlich nachzuforschen. Und da, kann man sagen, tritt einem oftmals ganz besonders die Tatsache entgegen, die ich auch hier schon öfter berührt habe, daß das, was zumeist als Geschichte der Menschheit mitgeteilt wird, eine Art Fable convenue ist. Dabei handelt es sich nicht so sehr darum, daß Tat­sachen, die mitgeteilt werden, etwa nicht bis zu einem gewissen Grade für richtig zu halten wären; aber andere Tatsachen - Sie erinnern sich, ich habe letzthin hier auseinandergesetzt, wie tiefstgehende Einflüsse eines Menschen aus der römischen Geschichte einfach gestrichen worden sind , sie werden einfach getilgt. Ungeheures an Tatsachen hat ja die Kirche aus der Geschichte ausgetilgt, weil der Kirche daran gelegen war, daß gewisse Tatsachen nicht zur Kenntnis der Menschen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir gestern wiederum von einem Gesichtspunkte aus über die Zeit gesprochen, welche die [[a:griechisch-lateinische Kulturperiode|griechisch-lateinische Kulturperiode]] einleitete, über den wichtigen Zeitabschnitt im 8. vorchrist­lichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahrhundert. Es ist ja eine Zeit, aus der heraus nicht mehr viel die historischen Überlieferungen sprechen. Die historischen Über­lieferungen werden da schon sehr, sehr unsicher, aber es glänzt aus dem Beginne dieser Zeitepoche heraus eine Persönlichkeit, die sehr, sehr vielen Leuten Betrachtungen der verschiedensten Art abge­rungen hat. Es glänzt da aus der Entstehungszeit, also nach dem 8. vor­christlichen Jahrhunderte, der Name des Pythagoras heraus, der Name auch der Pythagoräischen Schule. Und ich habe ja gestern darauf hin­gewiesen, was aus den Überbleibseln der alten ägyptischen Mysterien­wahrheiten Pythagoras hat empfangen können, welcher Art diese Dinge waren, die Pythagoras hat empfangen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es nicht nur interessant, das zu betrachten, was Pythagoras und seine Schüler gesagt und getan haben, was ja sehr einschneidend war, denn sie haben nicht nur eine Lehrtätigkeit entwickelt, sondern eine weitgehende politische Tätigkeit. Was Pythagoras und seine Schüler getan haben, ist interessant, aber außerdem ist es bedeutsam, die Welt zu betrachten, die gewissermaßen dieses pythagoräische Treiben umgibt, die Welt, aus der dann auch das spätere Griechentum herausgewachsen ist, das ja schon einen gewissen Einfluß aufgenom­men hat auch desjenigen, was man, von besonderem Glänze erhellt, bei Pythagoras findet. Wenn man im 7., 6., 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung das Leben nimmt, aus dem dann das spätere griechisch-lateinische herausgewachsen ist, wenn man dieses Leben nimmt auf der griechischen Halbinsel und den angrenzenden Ländern und der italienischen Halbinsel, so fällt einem dann, wenn man die Dinge nicht der geschichtlichen Fable convenue nach betrachtet, sondern wenn man sie betrachtet im Lichte der Wahrheit - dazu muß immer die geisteswissenschaftliche Forschung dann ihre Beiträge geben -, be­sonders auf, daß eine Eigenschaft der Menschheit über dieses Leben sehr verbreitet war. Es wurde nämlich kaum zu irgendeiner Zeit so viel gelogen als zu dieser Zeit über die Mittelmeerländer hin. Das Lügen, das die Unwahrheitsagen den andern Menschen, das war eine ganz auffällige charakteristische Erscheinung alles desjenigen Lebens, aus dem dann das spätere Griechentum und Römertum hervorge­wachsen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich in solchen Dingen keinen Täuschungen hingeben. Alles dasjenige, was man als die gewaltige Schönheit, als die bewun­derungswürdige Summe von Phantasieschöpfungen Griechenlands, was man als die großartigste Summe von Abstraktionen, die es je in der Welt gegeben hat, im Römertum sich entwickeln sieht, das alles wächst heraus, so wie die Pflanzenwelt aus dem Dünger herauswächst, aus einem Boden, der über die Mittelmeerländer ausgedehnt ist, aus einem Boden, den Menschen bewohnen, die ganz erfüllt sind von der Sucht, von der Leidenschaft des Lügens. Das ist etwas, was von der Geschichte weniger betont wird, was aber verstanden werden muß, wenn man richtig hineinsehen will in die untergehende [[a:dritte nachatlantische Kulturzeit|dritte nachatlantische Kulturzeit]]. Wir haben es ja, indem wir von den früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden zum 8. vorchristlichen Jahrhundert heraufkommen, mit dem untergehenden dritten nachatlantischen Kul­turzeitraum zu tun. Und die Menschen, die damals die Kulturträger waren des dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, des untergehen­den dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, die waren im wesent­lichen große Lügner. Das ist gleichzeitig diejenige Epoche, in welcher sich ganz besonders entwickelt jene Fähigkeit, von der ich Ihnen gestern gesprochen habe und die so außerordentlich interessant ist: jene Fähigkeit, aus dem Kosmischen der Vernunft heraus die Sprache zu bilden. Und es war das größte Talent eben dazumal vorhanden -neben solchen Dingen, wie ich sie gestern auseinandergesetzt habe -in der großen Sucht, zu lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sich in diesen Dingen ebensowenig einer Täuschung hingeben, wenn man die Wirklichkeit betrachten will, wie man sich einer Täuschung darüber hingeben darf, daß das Veilchen, das im Frühling blüht, wiederum vergeht und die Kräfte des Vergänglichen, während es schön und herrlich blüht, schon in sich trägt. Da hat man bei dem Veilchen gewissermaßen nacheinander Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Im Menschenleben, namentlich im großen Mensch­heitsieben, hat man das sehr, sehr häufig auch zeitlich nebeneinander, und man begreift nicht die Wirklichkeit, wenn man nicht die Notwen­digkeit begreift, daß solche Dinge nebeneinander sich bilden: Evo­lution und Devolution, die Möglichkeit, aufbauend zu wirken, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zum Beispiel eben in der Sprachbildung, und gleichzeitig jene ver­heerende Wirkung, welche auf das Geistesleben das Lügen ausübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen die Kehrseite desjenigen, was ich Ihnen gestern auseinandergesetzt habe. Es gibt auch eine Lichtseite. Diese Lichtseite ist noch geisteswissenschaftlicherer Natur. Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß es ja nicht möglich wäre, heute mit einer solchen Sicherheit über diese Dinge der Sprachbildung, die wir gestern besprochen haben, zu reden, wenn nicht das Leben des Menschen nach dem Tode einem den deutlichen Beweis davon geben würde, indem dasjenige, was hier im Leben zum Beispiel aus einzelnen Wortatomen oder Wortteilen zusammengesetzt wird an Worten, wiederum gelöst wird. Und dieses Lösen von Worten, dieses Zer­stäuben von Worten, das ist etwas, das im Leben der Toten eine be­deutsame Rolle spielt. Gewissermaßen lebt der Tote von diesem Zer­stäuben der Worte. Und der Tote hat das entschiedenste Gefühl, daß er in seinem Leben, also vor seinem Tode, von der geistigen Welt, in der er sich nach seinem Tode befindet, dadurch abgeschlossen war, daß er aus Lauten, aus Buchstaben zusammengesetzte Worte gebildet hat. Der Tote hat das Gefühl, daß die Sprache gewissermaßen ein Teppich ist, der sich im Leben vor die geistige Welt hingelegt hat. Und in dem Aufdröseln dieses Teppichs, in dem Auflösen der Worte hat er das Gefühl, daß er nun wiederum in die geistige Welt eintritt. Daher ist es eine der Eigenschaften des Toten, die Menschenworte, die der Betreffende kennengelernt hat innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod, aufzulösen, zu zerpflücken, in ihre Bestandteile aufzu­lösen. Der Tote hat zum Beispiel ein ganz feierliches, großes Gefühl, wenn es ihm gelingt, ein gewisses Verständnis sich durch solche Auf­lösung zu erwerben. Ich habe Ihnen öfter davon gesprochen, daß der Moment des Todes ja in einer gewissen Beziehung etwas Schreck­haftes ist für das Leben hier im physischen Leibe. Die Menschen wenden ja auch gerne ihr Antlitz von dem Tode ab. Nach dem Tode ist der Anblick des Todes immer da - ich habe das öfters schon be­tont -, aber er bedeutet dann nichts Furchtbares; sondern indem der Mensch hinblickt auf seinen eigenen Tod von der andern Seite des Lebens aus, ist in diesem Anblick immer die Gewißheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|148}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorhanden, daß er ein Ich ist und ein Ich bleibt. Das habe ich ja öfter betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun handelt es sich für den Toten darum, dasjenige zu ver­stehen, was sich ihm im Anblick des Todes von der andern Seite des Lebens aus offenbart. Dieses versteht er dadurch immer besser und besser, daß er, je nachdem er diese oder jene Sprache gesprochen hat, diese oder jene Worte auflöst. Die alten Hebräer und mit einer ge­wissen Ähnlichkeit noch die Römer, haben ja ihren sogenannten ge­heiligten Namen, den unaussprechlichen Namen des Gottes, Jahve. Dieser unaussprechliche Name bestand ja für die Hebräer in einer gewissen Zusammenfügung der von uns als fünf Vokzle empfundenen Laute, die verbunden gedacht wurden während des physischen Le­bens. Noch in dem römischen Jovis, Jupiter, ist ja nur eine andere Form des Jahvenamens verdeckt enthalten; er ist im Grunde in bezug auf die fünf Vokale in einer gewissen Weise verbunden in dem Jovis. In der Auflösung desjenigen, was hier verbunden war in diesem Gottesnamen, lebte der Tote, und indem er die Vokale, die zusammen­gesetzt waren im Leben, auflöste, enthüllte sich ihm auch zugleich der Sinn, könnte man sagen, des Todes. Die Enthüllung dieses Sinnes des Todes, die muß man nur versuchen, in der richtigen Weise wenig­stens zu ahnen. Man muß verstehen, daß sich dem Toten enthüllt dieser Sinn des Todes durch die Auflösung des heiligen Namens in seine Bestandteile, die dann verklingen und verklingend forttönen in der Welt. Die Auflösung dieses heiligen Namens ist verknüpft mit dem Verständnis der Vergeistigung des Todes. Es ist das ein Begriff, den man außerordentlich schwer schildern kann. Der Tod, von der andern Seite angesehen, kann Vergeistigung genannt werden. Indem der Tod von der andern Seite angeblickt wird, ist dieser Anblick ver­knüpft mit der Entstehung von Geistigem. Und in dem Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zer­fall heraus, den der Tod bedeutet. Zerfall ist da zu gleicher Zeit Ge­burt des Geistigen, Entstehung des Geistigen. Während man den Zerfall in unsympathischer Weise als etwas Unschönes empfindet wie jede Zerstörung, enthüllt sich von der andern Seite gesehen diese Zerstörung als ein Aufleuchten des Geistigen, das dann verstanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird in dem Verklingen. Es ist, als ob das heilige Wort weit hinaus­klänge, hinausstrahlte, und im Hinausstrahien sich eben in seine vo­kalischen Bestandteile auflöste, die dann hörbar sind wie aus der Peripherie der Welt herein, und dann hörbar machen den Sinn des Todes, den Geistsinn des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schon wird Sie darauf hinleiten, daß es berechtigt ist, geradeso wie man von Gliedern der Menschennatur spricht hier im Leben, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, zu sprechen von den Gliedern der Menschennatur, die diese Menschennatur zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt hat. Denn indem ich Ihnen gewissermaßen die zentrale Erscheinung, die der Mensch fortwäh­rend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat, diese Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes selbst, hingestellt habe, muß die Frage entstehen: Wie sieht denn eigentlich diese Welt aus, die da nach dem Tod für die Menschen sich enthüllen soll? - Das kann man aber nicht anders fassen, als indem man die Natur und Wesenheit des Menschen selbst etwas kennenlernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wollen wir heute zunächst einmal versuchen, den Toten eben­so zu beschreiben, wie man sonst den Lebenden beschreibt. Da kann man zunächst anfangen mit demjenigen Gliede des toten Menschen, welches noch viel Zusammenhang - nicht Verwandtschaft, aber Zu­sammenhang - hat mit dem, was der Mensch hier durchlebt zwischen der Geburt und dem Tode. Da hat man es also dann mit dem ersten Gliede der Menschennatur zu tun, das man auch das Ich nennen kann, wie man gewissermaßen für hier das zunächst höchste Glied der Menschennatur zwischen Geburt und Tod nennt. Wir sehen jetzt da­von ab, daß es zunächst, unmittelbar nach dem Tode, noch die Hülle des Ätherleibes hat, der dann abgelöst wird, und noch die Hülle des Astralleibes hat, die auch im Laufe der Zeit abgelöst wird; das sind Bestandteile, die gewissermaßen nicht dazugehören. Wenn man von dem toten Menschen spricht, so ist als ureigenes Glied dieses toten Menschen doch zunächst nur anzuerkennen das Ich. Ich sagte, es ist ein Zusammenhang mit dem Ich des Erdenlebens, nicht aber eine eigentliche Verwandtschaft; denn in der Tat stellt sich dieses Ich nach dem Tode in einer ganz andern Weise dar, als das Ich erlebt wird zwischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Geburt und dem Tode. Zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich gewissermaßen etwas Flüssiges, etwas, was in sich die Kraft fühlt, jeden Tag anders zu werden. Denken Sie nur, wie schrecklich es im leiblichen Leben zwischen Geburt und Tod wäre, wenn Sie nicht imstande wären, den Gedanken zu fassen: Ich habe gestern irgend etwas Schlimmes getan, aber ich kann das wiederum ausbes­sern, ich kann dafür etwas Gutes tun. - Oder wenn Sie, noch jünger, sagen müßten: Ich habe wenig gelernt, aber ich kann nichts dazu­lernen. - In keinem Momente des Lebens zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich etwas so Festes, daß es nicht gewissermaßen durch seine eigene Willenskraft von innen heraus geändert werden könnte. Dasjenige, was Sie erleben als Ich nach dem Tode, das ist etwas Festgewordenes, das hat gewisse Eigenschaften angenommen, die nun nicht unmittelbar geändert werden können; das bleibt so, wie es ist. Die Umwandlung des im Leben zwischen Geburt und Tod fortdauernd flüssigen Ich in ein festes Gebilde, in dem nichts sich ändern kann, das so bleibt, wie es sich im Leben geformt hat, das ist das Wesentliche, das festgehalten werden muß zum Verständnis dieses Ich nach dem Tode. Von einer Entwickelung, von der wir ja sprechen müssen für das Ich zwischen Geburt und Tod, kann nach dem Tode nicht die Rede sein. Nach dem Tode ist das Ich gewissermaßen ein festes Geistgebilde, das herausentspringt aus dem Anblick des Todes selber, und es kann nichts an diesem Ich geändert werden. Man könnte sagen, wenn man diese Sache mehr oder weniger banal aussprechen wollte: Der Mensch ist verurteilt, nach dem Tode alle Einzelheiten seines Lebens wie etwas Festes anzusehen. Wie Sie, wenn Sie über einen Acker hinsehen, die nahen Pflanzungen und die fernen Pflan­zungen nebeneinander sehen, und wie Sie dadrinnen nichts Flüssiges, sondern ein festes, ausgedehntes, zunächst bleibendes Gebilde sehen, so übersehen Sie die ganze Strecke Ihres Lebenslaufes, aber so, daß nicht immer, wie es im Leben des physischen Leibes ist, das Vordere durch das Hintere ausgelöscht wird, sondern Sie übersehen es als ein bleibendes konkretes Feld, in dem Sie durch den bloßen Anblick zunächst nichts ändern können. Es wäre auch schlimm für den Toten, wenn das nicht so wäre; denn sein Blick, der Blick des Toten ist eigentlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|151}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zunächst hauptsächlich in Anspruch genommen von diesem Ich. Er ist wie hineingebannt in dieses Ich. Und würde dieses Ich ver­schwinden, so würde es für den Toten ebenso sein, als wenn für den Lebenden die umliegende Welt der Sinne verschwinden würde. Der einzelne Mensch in seinem Ich ist tatsächlich für sich selbst, wenn ich mich so ausdrücken darf, so wichtig - damit sprechen wir aber eine bedeutsame Wahrheit aus - wie die ganze Sinnenwelt, die wir als Menschen gemeinsam haben, für den Menschen hier im physischen Leben ist. Ein ungeheurer Abgrund täte sich auf, der Abgrund des Nichts geradezu, wenn wir nach dem Tode nicht imstande wären, das erstarrte Ich, das aus dem flüssigen Zustande erstarrte Ich im An­blick zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als zweites haben wir eine Art von Geistwesen, das wir in Analogie mit dem, was wir schon kennen, auch Geistselbst nennen können. Als zweites Glied also der menschlichen Wesenheit nach dem Tode haben wir eine Art Geistwesenheit. Diese Geistwesenheit wird dem Men­schen hauptsächlich so bewußt, daß ihm dieses Bewußtsein des Geistselbst wie von innen aufgeht. Während das Ich eine Art äußeren An­blick darbietet, geht das Bewußtsein dieses Geistselbst von innen heraus auf. Und in demselben Maße, in dem man fühlt: Dieses Geistselbst belebt sich -, in demselben Maße treten herauf aus dem Be­wußtsein, so daß man weiß, sie sind da, die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Ich nenne dieses also: «das Geistselbst» - ich muß es ge­nau so definieren, wie ich es jetzt auf die Tafel schreibe, sonst würde ich Ihnen etwas Ungenaues schreiben - «gerichtet durch die Hierar­chien auf das Ich».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt geschrieben habe, gibt ungefähr den Tatbestand ganz richtig. Sie haben das Gefühl: Da ist ein Wesen aus der Hierar­chie der Angeloi, aus der Hierarchie der Exusiai, das richtet jetzt den Blick auf Ihr Ich. Indem Sie Ihren Blick auf das Ich richten, das eine Mal durch irgendein Wesen einer Hierarchie, das andere Mal dadurch, daß Sie wissen, jetzt ist Ihr Blick auf das Ich durch ein Wesen der andern Hierarchie gerichtet, lernen Sie diese Hierarchie innerhalb des Wirkens Ihres Geistselbst kennen. Also in Ihrer eigenen Betätigung lernen Sie die Hierarchien kennen. Sie fangen an, durch Ihr Geistselbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in Gesellschaft der Hierarchien zu befinden. Und während Sie, bevor dieses Geistselbst aufleuchtet, noch das Gefühl haben, nur Sie selbst beschäftigen sich damit, den Blick hinzurichten auf das eigene Ich, bekommen Sie immer deutlicher das Gefühl, daß sich immer mehr und mehr Wesenheiten der höheren Hierarchien um Sie kümmern und sich hineinmischen in Ihr Schauen, Ihre Blicke lenken. Sie fühlen sich, indem Sie Ihre höhere Sinnestätigkeit entwickeln , durch das Geistselbst immer mehr und mehr so, daß in dieser Sinnestätigkeit mittätig sind die Wesen der höheren Hierarchien. Was un­erträglich wäre für den Menschen der Sinneswelt hier, das wird ge­radezu das Lebenselement für den Menschen im Zustande nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal, Sie stünden hier am Fenster und schauten hinaus und sollten die Umgebung betrachten. Einer von Ihnen stellte sich dahin und wollte die Umgebung betrachten, und der erste, der hier sitzt, geht hin, dreht Ihnen den Kopf nach der einen Seite, damit Sie irgend etwas betrachten nach jener Richtung; ein zweiter geht hin, dreht Ihnen den Kopf ein bißchen hinauf, damit Sie etwas anderes betrachten; ein dritter wiederum ein bißchen herum, damit Sie wieder etwas anderes betrachten, und so würde die ganze Gesellschaft, die hier sitzt, von hinten Ihnen sich nähern, und Sie würden nur dadurch den Aspekt Ihrer Umgebung draußen haben, daß dasjenige, was hier herinnen sitzt, Ihnen den Kopf fortwährend darnach hinrichtet. Denken Sie das jetzt nicht von außen angesehen, sondern als inneres Erlebnis, als inneres Empfinden, dann haben Sie aber etwas, was recht analog ist diesem Erleben, das Sie als Ihr Geistselbst haben. Sie leben sich in das Leben der höheren Hierarchien dadurch immer mehr hinein, daß diese höheren Hierarchien in Ihre Blickrichtung hineinkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Auflösen der Worte, von dem wir schon gesprochen haben, wirken schon die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das ist eine Seite desjenigen, was da erlebt wird. Aber es ist ja die fortdauernde Bereicherung des Lebens, die dadurch entsteht, daß man nach und nach immer mehr und mehr mit den Hierarchien bekannt wird. Und in einer ganz ähnlichen Weise wird man bekannt mit den Wesenheiten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit denen man irgendwie karmisch vor dem Tode verbunden war. Und da fühlt man, daß man gewissermaßen geleitet und gelenkt wird. Das ist dasjenige, was gesagt werden kann über das zweite Glied der menschlichen Wesenheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Glied ist etwas, was zunächst vielleicht auf das Ver­ständnis des Menschen etwas schockierend wirken könnte. Man fühlt sich nach und nach, indem man sich in dieses Leben nach dem Tode hineinlebt, durchsetzt von einer gewissen Kraft, ich könnte vielleicht sagen, von einem Kräftezusammenhang. Indem man zuerst gefühlt hat, die Hierarchien kommen heran und leiten einen bei der übersinnlichen Sinnestätigkeit - wenn ich den Ausdruck bilden darf -, fühlt man nach und nach: diese Hierarchien durchträufeln einen mit Kraft, geben einem Kraft. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von dieser Kraft, welche die Hierarchien mit einfließen lassen, indem sie sich in einen hineinsetzen, indem sie ihr Wesen in einen hineinträufeln. Diese Kraft fühlt man allmählich. Man fühlt, daß man durch die Hierarchien nicht nur hingelenkt wird auf das oder jenes, sondern man fühlt, daß man durch diese Tätigkeit der Hierarchien, die zunächst auftritt wie eine das Schauen vermittelnde Tätigkeit, selbst innerlich krafterfüllt wird. Man fühlt die Kräfte des Kosmos, wirklich des Kosmos in sich einströmen wie belebende Säfte. Aber nun, was das Schockierende ist, das ist, daß die Kräfte, die man jetzt in sich einströmen fühlt, von einer ganz eigentümlichen Art sind. Es sind Kräfte, welche zunächst durchaus nicht fördernd, sondern auflösend, vernichtend sind für das, was man hier in der physischen Welt Leben nennt. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von kosmischer, todbringender Weltenkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, solche merkwürdigen Vorstellungen in sich aufzu­nehmen, weil nur dadurch die geistige Welt wirklich begriffen werden kann. Denken Sie sich einmal eben in Ihrer geistig-seelischen Wesen­heit nach und nach erfüllt von Kräften, von denen Sie das Bewußt­sein erhalten, indem Sie sie in sich erleben: Durch diese Kräfte wird alles dasjenige, was hier auf der Erde lebt, wenn Sie es berühren wür­den, getötet. - Also Sie kleiden sich drittens in das, was ich, in Analogie mit etwas, was wir schon kennen, nennen kann den Lebensgeist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kleiden sich in etwas , was man Lebensgeist nennen kann, was aber seine hauptsächlichsten Eigenschaften dadurch hat, daß es ertötend ist für dasjenige, was man sonst die Kraft des Lebensleibes nennen kann. Und Sie bekommen ein drittes Glied Ihrer Wesenheit, durch das Sie in der Lage sind, jeden Ätherleib, der Ihnen in die Quere kommt, zu töten. Alles, was Sie berühren durch dieses Glied Ihrer Wesenheit, wird in dem Sinne tot, in dem man von dem Tode hier auf Erden spricht. Und indem Sie durch das, was Sie da an Kräf­ten bekommen, töten, wecken Sie aus dem Getöteten Geistiges auf, zunächst eigentlich Seelisches auf. Es ist dieses ein merkwürdiges Er­lebnis, das darin besteht, daß durch die Berührung von Lebendigem das Lebendige getötet wird, aber aus dieser Tötung Seelisches ent­springt, Seelisches erlöst wird. Es ist ein Töten, aber es ist zu gleicher Zeit eine Erlösung des Seelischen aus den Banden des Lebens. So daß man sagen kann: Der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend. Und man kommt zu dieser merkwürdigen Er­fahrung dadurch, daß in dem Leben, in dem Lebendigen gewisser­maßen Seelisches verzaubert ist, und daß durch diesen Vorgang, der da nach dem Tode geübt wird, das verzauberte Seelische aus dem Lebendigen herauserlöst wird. Man könnte geneigt sein, in der Tötung, in der ja im wesentlichen die Kraft wirkt, von der wir hier reden, etwas Furchtbares, Unsympathisches zu sehen. Für das Leben nach dem Tode ist das nicht der Fall, weil in dem Töten, in der töten­den Kraft das fortwährende Aufleuchten des Seelischen liegt, weil da­durch das fortwährende Entstehen des Seelischen entzündet wird. Aber dieses Bewußtsein muß der Tote haben: nicht nur, daß er immer hinsieht auf den Tod, den er selbst durchgemacht hat, sondern er muß auch bewußt sein dessen, daß dasjenige, was das Wesen seines Todes ist, sich gewissermaßen auf dem Untergrunde alles desjenigen ausbreitet, was er nun in der geistigen Welt erlebt. Es ist, wie wenn man in der geistigen Welt nunmehr so lebte, daß man sagen kann: Hier in dieser geistigen Welt entstehen fortwährend geistige Gebilde, zu­nächst eigentlich seelische Gebilde; Seelisches leuchtet auf in der verschiedensten Weise. Aber wenn man nachfragen würde, was der Boden ist, aus dem all dieses Seelische heraussprießt, so ist es diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|155}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tötekraft, die wir soeben besprochen haben. Eine solche, das ge­wöhnliche hier auf der Erde befindliche Leben zerstörende Kraft ist also unser wesentliches Seelisches, das wir uns aneignen müssen zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt, wie wir uns hier im Leben aneignen müssen unseren fleischlichen Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als viertes Glied kann ich, wiederum in Analogie mit dem, was wir schon kennen, sagen: der Geistesmensch. Dieser Geistesmensch, der wird als etwas, was man in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zu sich zu rechnen geneigt ist, dadurch empfunden, daß nun wiederum mit den Kräften, die schon eingeträufelt werden durch die Hierarchien, wie ich geschildert habe, einem jetzt die Möglichkeit ein­geträufelt wird, nicht nur Leben - was man hier auf Erden Leben nennt - zu töten, zu zerstören, aufzulösen, sondern Formen zu ver­nichten beziehungsweise auch in andere zu verwandeln. Also: Erstens das Ich; zweitens das Geistselbst, gerichtet durch die Hierarchien auf das Ich; drittens der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend; viertens der Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird natürlich immer schwieriger, diese Dinge zu schildern. Aber im wesentlichen ist die Kraft dieses Geistesmenschen, wie man sie hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, darin bestehend, daß man die entgegengesetzte Tätigkeit - wenn ich mich so aus­drücken darf - von alldem verrichtet, was man nennen könnte: Er­zeugung von Formen im weitesten Sinne. Hier - wenn ich mich bei einem speziellen Beispiele beruhigen will - zeichnet man Dreiecke, Vierecke und so weiter. Nach dem Tode, vermöge der Kräfte, die hier entwickelt werden, «entzeichnet» man, man löst alles Gezeichnete, die Formen auf. Aber das Eigentümliche ist, daß dies nicht bloß be­deutet, daß man etwas entzeichnet, sondern das ist zu gleicher Zeit eine kosmische Tätigkeit. Man ist jetzt selber in der kosmischen Tätig­keit drinnen, man ist verknüpft mit der kosmischen Tätigkeit. Denn dieses Entzeichnen, dieses Entformen, dieses Auflösen von Formen, das ist eine kosmische Tätigkeit, und der Mensch, indem er sich an­geeignet hat, nachdem er mit dem Lebensgeiste durchzogen war, diese Kraft der Entformung, ist mit ein Stück der kosmischen Welt ge­worden. Er wirkt im Kosmos drinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat dasjenige, was hier auf der Erde Zerstörung, Untergang heißt, viel zu tun mit Entstehung, mit Bildung in den geistigen Welten. Und umgekehrt: Mit dem, was für uns Her wie Zerstörung, wie Untergang, wie Entformung, Entzeichnung aussieht, hat Ent­stehung in den andern, in den geistigen Welten viel zu tun. So daß, wenn ich von Entzeichnung, Entformung spreche, ich nicht von Untergang in der geistigen Welt, sondern nur von Untergang in der seelischen Welt, dagegen von Auftauchen von geistig Neuem in der geistigen Welt spreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Dingen hängen mancherlei Geheimnisse in der Welt zu­sammen. Sie nähern sich heute Unteritalien von Mittelitalien aus; Sie kommen, indem Sie sich Unteritalien nähern, in Gegenden, die arm sind, die gar nicht besonders fruchtbar sind, in denen wenig Naturreichtum den Menschen zur Verfügung steht. Es sind dieselben Gegenden, in denen zur Zeit des aufgehenden vierten nachatlanti­schen Zeitraumes Pythagoras gewirkt hat. Und Pythagoras&#039; Wirksam­keit war damals inmitten fruchtbarster, reichster, üppigster Gegenden. So kurz die Zeit ist seit jener Epoche: indem man gerade auf diesen Fleck Erde hinweist, wo Phythagoras gewirkt hat, hat man die Um­wandlung von einer Fruchtbarkeit und Üppigkeit, die bis zu dem Grade der Sybaris ging, die Sybaris in Armut umgewandelt, sogar bis zur Entstehung bedenklicher Krankheitserscheinungen. An der Stelle von sprossendem, üppigem Leben, das in jenen Zeiten da war, in die nur noch wenig Historisches zurückgeht, entwickelt sich etwas, was im Ver­gleich zu jenem üppigen, sprossenden Leben auch Naturarmut ist. Und es ist eigentlich im höchsten Grade interessant, solche Übergänge in der äußeren Welt zu sehen. In dieser äußeren Welt gliedern sich forwährend zusammen Entstehen, Vergehen. Die Menschen denken mit ihrer Geschichtsforschung nur nicht so weit, daß sie das fort­währende Entstehen und Vergehen miteinander richtig verknüpfen würden. Mitten in der strotzenden Üppigkeit, in der ganz großartig gelogen wurde, hat Pythagoras seine Tätigkeit entfaltet, und diese Tätigkeit setzte sich fort nach seinem Tode. Und dasjenige, was Py­Ihagoras und die Pythagoräerseelen nach dem Tode zu tun hatten, hängt vielfach mit dem zusammen, was sich äußerte in dem Untergang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des blühenden, sprossenden Lebens, imrütten dessen Pythagoras war. Nicht ganz unbeteiligt an dem Zerstörungswerk - das für das Jenseits ein Entstehungswerk ist, -, das sich an der Stätte üppigen, sprossenden Lebens innerhalb der Natur aufrichtete in der nach­pythagoräischen Zeit, sind Pythagoras und die Seelen seiner Anhän­ger. Und man muß sich, wenn man die Gesamtwelt verstehen will, eben bekanntmachen damit, daß von den verschiedenen Aspekten aus hier zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und neuer Geburt die Dinge sich ganz anders ausnehmen. Derjenige, der Frevel be­gehen würde, wenn er hier üppiges, sprossendes Leben künstlich untergraben würde, der tut gewissermaßen nur etwas, was im Sinne der ewigen Notwendigkeit geschieht, wenn er sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt an einem solchen Werke beteiligt, das hier offenbar Untergang bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem dritten nachatlantischen Zeitraum sollte auch etwas un­tergehen, und das hinterließ seine Schatten. Viel sollte untergehen auf einem andern Gebiete, als das eben besprochene. Und mit diesem Untergehen der dritten nachatlantischen Epoche hängt es im wesent­lichen zusammen, daß damals so viel gelogen worden ist. Auf der Erde wurde gelogen, weil die Menschen, wie ich Ihnen gestern aus­geführt habe, noch mit den kosmischen Kräften in Verbindung stan­den; aber gerade die kosmischen Kräfte, die dazumal vor dem 8. vorchristlichen Jahrhundert in die Erdenentwickelung hereinspielten, waren vielfach lügnerische Kräfte. Dämonische Lügner waren tätig in der Sphäre, in die der Mensch seine Seele hineinlebte, indem er die Worte so entwickelte, wie ich gestern auseinandergesetzt habe. Er mußte gleichsam seinen Seelenkopf hineinstecken in eine Sphäre, in der er das tun konnte: die Sphäre der kosmischen Vernunft. Indem er aber seinen Seelenkopf hineinsteckte, war darinnen jene ahrimanische Kraft, welche sich äußerte in der Tätigkeit von unzähligen Lügendämonen. Und aus dieser selben Quelle heraus, aus der die sprachbildende Kraft der damaligen Zeit geschöpft worden ist, aus derselben Kraft heraus entwickelte sich auf dem Boden der mittelmeerländischen Kultur diese riesige Kraft, diese gigantische Kraft des Lügens. Die Menschen logen, weil die Dämonen, die verbunden waren mit jenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|158}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
andern Dämonen, welche das sprachbildende Vermögen eingaben, Lügner waren. Und diese dämonischen Lügner, die [[a:ahrimanischer|ahrimanischer]] Natur waren , hatten die Aufgabe, dasjenige zum Untergange zu bringen, was untergehen mußte, damit der dritte nachatlantische Zeit­raum hinuntergehen konnte und der vierte nachatlantische Zeitraum heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt ist eingerichtet nach Notwendigkeiten, und man muß auf diese Notwendigkeiten hinblicken, wenn man die große Frage, die wir gestern im Beginne unserer Betrachtungen aufgestellt haben, die große Frage nach dem Zusammenhange des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen, beantworten will. Davon will ich dann morgen weitersprechen, um diese Betrachtungen vorläufig zu einem kleinen Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|159}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen, die wir gegenwärtig anstellen, betreffen Dinge, welche von vielen Menschen, die etwas in der einen oder andern Form davon wissen, als Mysterien behandelt werden. Und es wird aus ge­wissen Gründen das Wissen von diesen Dingen der Welt von vielen Seiten her ferne gehalten, weil man der Ansicht ist, daß eben die Dinge, die in Betracht kommen, Teile sind von einem umfassenden Wissen über übersinnliche Angelegenheiten, das der Menschheit heute noch nicht mitgeteilt werden solle. Ich halte diese Anschauung mit Bezug auf gewisse Dinge, von denen hier die Rede ist, nicht für richtig, sondern mir erscheint es notwendig, daß die Menschheit den mutigen Entschluß fasse, einzutreten in eine wirkliche Betrachtung der übersinnlichen Welten. Und das kann man doch nicht anders, als wenn man das, was konkret über die betreffende Frage in Betracht kommt, unmittelbar anfaßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich heute gewissermaßen zuerst eine Art von Vorfrage erledigen. Wir haben gestern gesprochen über die Gliederung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein sehr ver­breiteter Einwand gegen das Besprechen dieser Dinge, jetzt nicht von seiten der Eingeweihten, sondern von seiten der Uneingeweihten, ist der, daß man einfach sagt: Ja, wozu ist es nötig, über diese Dinge etwas zu wissen? Man könnte ja warten, bis der Mensch durch die Pforte des Todes durchgeht, und dann werde er schon sehen, wie es da in der geistigen Welt eigentlich aussieht. - Es ist also etwas, das sehr häufig gesagt wird. Nun, die Sache ist aber so, daß wir solche Fragen niemals von einem gewissermaßen absoluten Standpunkte aus beantworten können, wenn wir über das Wirkliche sprechen, sondern daß wir sie, geisteswissenschaftlich betrachtet, immer beantworten müssen von dem Gesichtspunkte der Zeit, in der wir leben. Wir leben im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]], der begonnen hat im 15. Jahrhundert un­serer Zeitrechnung. Er schloß den [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|vierten nachatlantischen Zeitraum]] ab , wie wir wissen, der im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und im 15. nachchristlichen Jahrhundert seinen Abschluß gefunden hat. Man hat sieben solcher Kulturzeiträume zu verzeichen. Daraus aber ist ersichtlich, daß wir die Mitte der Kulturentwickelung der Erde überschritten haben, die im vierten nachatlantischen Zeitraum lag, und daß wir einfach durch diesen Umstand eintreten - wir sind ja auch in der fünften großen Erdenperiode - in die Zeit, in der die Erde in absteigender Entwickelung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, können Sie darauf aufmerksam machen, daß es darauf ankommt, hinzuschauen auf die absteigende Entwickelung, auf dasjenige, was ge­wissermaßen nicht in der Evolution, sondern in der Devolution ist, was in der Rückentwickelung ist. Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Ent­wickelung da waten, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten. Und so ist es insbesondere mit Bezug auf gewisse innere seelische Fähigkeiten des Menschen. Man kann sagen: Bis zum vierten nachatlantischen Zeitraum, bis gegen die Zeit des Mysteriums von Golgatha hin, waren in den Menschen noch die Fähigkeiten vorhanden, mit der übersinnlichen Welt einen gewissen Zusammenhang zu haben. Wir wissen, daß in der mannigfaltigsten Weise diese Fähigkeiten verschwunden sind. Sie sind nicht mehr als elementarische Fähigkeiten vorhanden, sie sind gewissermaßen dahingeschwunden. Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert. Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen ha­ben müssen an dasjenige, was sie sich erworben haben hier im physi­schen Leibe, wenn sie die richtige Stellung und das richtige Verhältnis zu den Ereignissen, denen sie ausgesetzt sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wollen. Es gehört geradezu zu den notwendigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur, wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier er­worben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ist sachlich unrichtig, wenn behauptet wird, man könne warten bis zum Tode mit solchen Vorstellungen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Würden die Menschen fortfahren, in diesen Vorurteilen zu leben, würden sie es fortdauernd ablehnen, Vorstellungen schon hier gewinnen zu wol­len über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so würde dieses Leben, dieses leibfreie Leben für sie ein finsteres werden, ein unorientiertes werden; sie würden nicht - durch alles dasjenige, was ich Ihnen gestern geschildert habe - in der richtigen Weise in ihre geistige Umgebung eindringen können. Bis nahe zum [[a:Mysterium von Golgatha|Mysterium von Golgatha]] war es so, daß die Menschen sich hier ins physische Leben Fähigkeiten hereingebracht haben, die aus der geistigen Welt stamm­ten. Daher hatten sie atavistisches Hellsehen. Dieses atavistische Hellsehen kam davon, daß gewisse geistige Fähigkeiten sich aus dem Zu­stand vor der Geburt hereinerstreckten in dieses Leben. Das hörte auf. Die Menschen haben keine Fähigkeiten mehr hier im physischen Leben, die sich hereinerstrecken aus dem vorgeburtlichen Leben. Das wissen Sie ja. Aber dafür muß umgekehrt das andere eintreten: Die Men­schen müssen sich immer mehr und mehr hier auf der Erde Vorstel­lungen über das Post-mortem-Leben, das Leben nach dem Tode, erwerben, damit sie sich erinnern können nach dem Tode, damit sie durch des Todes Pforte etwas durchtragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich zu dieser Vorfrage insbesondere bemerken will. Also die bequeme Rede, daß man warten könne bis zum Tode mit solchen Vorstellungen, die gilt nicht, wenn man im Konkreten ins Auge faßt, in welchem Zeitpunkt der Erdenentwickelung wir uns eigentlich befinden. Und das muß man wirklich immer im Konkreten ins Auge fassen. Denn Ansichten, die absolut gelten, die zu allen Zeiten gelten, die gibt es nicht, sondern es gibt immer nur Anschauungen, welche für einen gewissen Zeitraum den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
orientieren können. Das ist dasjenige, was man gerade durch Geistes­wissenschaft sich in so eminentem Sinne aneignen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich auf einiges eingehen, das unsere Betrachtungen zu einem vorläufigen kleinen Abschluß bringen kann. Wir sind ausge­gangen davon, daß der gegenwärtige Mensch eine Kluft empfindet zwischen dem, was er Ideale nennt, seien es moralische oder sonstige Ideale, was er auch Ideen nennt, und dem, was er als seine Anschau­ungen empfindet über die rein natürliche Weltenordnung. Die Be­griffe und Anschauungen, die sich der Mensch macht über die natür­liche Weltenordnung, die befähigen ihn nicht, anzunehmen, daß dasjenige, was er als Ideale in seinem Herzen trägt, reale Macht hat, sich wirklich so wie eine Naturkraft realisieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesentliche, was für diese Frage in Betracht kommt, ist nun das Folgende: Wir wissen jetzt, wie es mit der Gliederung des Men­schen hier auf der physischen Erde steht. Wir wissen auch, wie es steht mit der Gliederung des Menschen in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Ich habe vor einiger Zeit eine Frage aufgeworfen, welche eigentlich schon als eine konkrete Frage vor die menschliche Seele tritt, wenn der Mensch das Leben betrachtet, welche aber gerade eine Frage ist, der gegenüber man gar nichts sagen kann, wenn man vor der eben charakterisierten Kluft zwischen Idealismus und Realismus steht, das ist die Frage: Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kin­der oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung hängt dieses zusammen? - Weder der Idealismus auf der einen Seite, noch der Realismus auf der andern Seite, der die Ideale nicht als reale Mächte ansehen kann, können irgend etwas über solche Fragen, die aber Lebensfragen sind, ausmachen. Diesen Fragen kann man auch nur dann nahetreten, wenn man etwas ganz Bestimmtes ins Auge faßt. Und das ist, wenn man ins Auge faßt, daß der gegenwärtige Mensch, so wie er einmal als Erdenmensch vor uns steht, verhältnismäßig leicht fertig wird mit dem Raume, aber er wird nicht in gleicher Weise fertig mit der Zeit. In dieser Beziehung bieten die sämtlichen philosophischen Anschauungen, die es bis heute gibt, eigentlich keinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie nennenswerten Aufschluß, und die Frage nach dem Wesen der Zeit ist eigentlich bisher nur in engsten menschlichen Kreisen be­handelt worden. Es ist auch nicht so ganz leicht, über die Zeit und ihr Wesen populär zu sprechen, aber vielleicht gelingt es doch, bei Ihnen eine Vorstellung hervorzurufen von dem, was ich eigentlich meine, wenn ich die Zeit in Analogie mit dem Raume einmal zur Erörterung bringe. Ich muß da allerdings Ihre Geduld etwas in Anspruch nehmen, weil scheinbar, aber eben nur scheinbar, die kurze Betrachtung, die ich darüber anstellen will, einen etwas abstrakten Charakter hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie einfach ein Stück der Räumlichkeit überschauen, so wis­sen Sie, daß dasjenige, was Sie da überschauen, sich Ihnen offenbart in einem perspektivischen Charakter. Sie müssen mit der Perspektive des Raumes rechnen, wenn Sie ein Stück Raum überschauen. Wenn Sie nun das Stück Raum, das Sie überschauen und dem Sie ganz instinktiv einen perspektivischen Charakter zuschreiben, auf eine Fläche bringen, dann berücksichtigen Sie die Perspektive dabei. Nicht wahr, wenn Sie in eine Allee hineinschauen, so sehen Sie die entfernten Bäume der Allee kleiner und näher aneinandergerückt. Das können Sie in der Perspektive ausdrücken, und Sie können in einer gewissen Weise per­spektivisch auf einer Fläche zum Ausdruck bringen, was Sie im Raume sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es klar, daß dasjenige, was Sie im Raume sehen, in der Fläche nebeneinander ist. Im Raume ist es nicht nebeneinander; da sind diese zwei Bäume da vorne (siehe Zeichnung S.164), und zwei Bäume sind weit entfernt. Aber indem Sie den überschaubaren Raum in die Fläche bringen, setzen Sie dasjenige, was hintereinander ist, nebeneinander. Sie haben wiederum instinktiv die Fähigkeit, das, was Sie so male­risch oder zeichnerisch auf einer Fläche sehen, gewissermaßen in das Räumliche umzusetzen. Daß Sie diese Fähigkeit haben, das rührt da­von her, daß der Mensch, so wie er jetzt einmal als Erdenmensch ist, sich von dem Raume als solchem verhältnismäßig stark losgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht in gleicher Weise hat sich der Mensch von der Zeit losgelöst. Und das ist etwas ungeheuer Eingreifendes und Wichtiges, aber etwas leider kaum Bemerktes, kaum von der Wissenschaft Bemerktes. Der Mensch glaubt, wenn er sich in der Zeit entwickelt, die Zeit zu überschauen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 164.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 164]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeit zu haben. Aber er hat in Wirklichkeit nicht die reale Zeit. Er hat gar nicht die reale Zeit, sondern das, was Sie als Zeit er­leben, das ist eigentlich im Verhältnis zu der wirklichen Zeit etwas, was man ein Abbild nennen kann. So wie dieses Bild (siehe Zeich­nung) in der Fläche sich zu dem Raume verhält, so verhält sich das , was der gewöhnliche Mensch Zeit nennt, zu der wirklichen Zeit. Der gewöhnliche Mensch erlebt nämlich nicht die wirkliche Zeit, sondern er erlebt ein Abbild der Zeit, er erlebt tatsächlich ein Abbild der Zeit. Und das kann man sich so sehr schwer vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können sich zum Beispiel außerordentlich schwer vorstellen, daß dasjenige, was heute wirkt, gar nicht im jetzigen Zeitpunkt vor­handen zu sein braucht, sondern in einem viel früheren Zeitpunkte real ist und im heutigen Zeitpunkte nicht real ist. Sie sehen gleich­sam dasjenige, was in sehr frühem Zeitraume vorhanden ist, perspek­tivisch in Ihre eigene Zeit hereinwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt gesagt habe, hat eine sehr bedeutsame Folge. Das hat nämlich die Folge, daß alles das, was wir Natur nennen, einen ganz andern Charakter trägt als alles dasjenige, was wir als einen gewissen Teil des Menschen selbst betrachten müssen. In der Natur draußen wirkt zum Beispiel auch [[a:Ahriman|Ahriman]], beziehungsweise es wirken die ahrimanischen Mächte; aber die ahrimanischen Mächte wirken in der Natur draußen niemals gegenwärtig. Wenn Sie die gesamte Natur überschauen, so wirkt schon Ahriman in der Natur, aber er wirkt von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer entfernten Zeit her. Von der Vergangenheit her wirkt Ahriman. Und ob Sie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich über­blicken, Sie dürfen niemals sagen, in dem, was gegenwärtig vor Ihren Augen sich ausbreitet, liege etwas, worin Ahriman tätig ist. Und doch ist Ahriman drinnen tätig; aber von der Vergangenheit her. Wenn ich also die Sache zeichnen wollte, so müßte ich sagen: Hier ist die Entwickelungslinie von der Vergangenheit in die Zukunft hin, und hier überblicken Sie die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165a.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, nun müssen Sie es sich so denken, daß Sie da hineinschauen. In dem, was Sie als Gegenwärtiges überschauen, ist nichts von ahrimanischen Mächten enthalten, aber aus der Vergangenheit, aus einer bestimmten Vergangenheit wirkt Ahriman herüber in die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165b.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Ihnen erscheint Ahriman in der Natur, wenn Sie ihn da gewahr werden, perspektivisch. Würden Sie sagen: Ahriman wirkt gegen­wärtig - dann begehen Sie der Natur gegenüber denselben Fehler, wie wenn Sie sagen würden: Überschaue ich einen Raum, so stehen die entfernten Bäume, weil sie sich perspektivisch in die Fläche hinein­stellen lassen, so neben den nahen Bäumen (siehe Zeichnung Seite 164).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Grundforderung für ein reales Schauen in der geistigen Welt ist dieses, daß man zeitlich perspektivisch sehen lernt, daß man lernt, zeitlich jegliches Wesen an seinen richtigen Zeitpunkt zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich nun gestern gesagt habe: Das Ich wird nach dem Tode gewissermaßen aus dem flüssigen Zustand heraus in eine Art festen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zustandes versetzt -, so ist das noch nicht alles, sondern es kommt noch das andere dazu. Nehmen Sie an, Sie lebten hier auf der Erde mit Ihrem Ich vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1920, und im Jahre 1920 werden Sie Ihr Ich gewahr. Ich meine also: Wohl werden Sie es schon früher gewahr, aber nun blicken Sie zurück, mit dem Geistselbst durch die Hierarchien blicken Sie auf Ihr Ich zurück; da sehen Sie Ihr Ich immer als stehengeblieben vom Jahre 1850 bis 1920. Das Ich bleibt da, bleibt stehen. Das heißt: Ihre Erlebnisse gehen bald nach Ihrem Tode nicht mit Ihnen, sondern Sie sehen auf sie zurück, Sie schauen nun von einer zeitlich entfernten Perspektive auf das zurück, und Sie sehen in die Zeitenlänge hinein, wie Sie hier in der physischen Welt in die Raumeslänge hineinsehen. Ich kann es auch so ausdrücken: Indem Sie, sagen wir, 1920 sterben, leben Sie mit alidem, was ich Ihnen ge­stern als die Glieder Ihres Wesens geschildert habe, dann weiter; aber Sie sehen zurück auf die Zeitstrecke, in der Sie hier auf Erden mit Ihrem Ich gelebt haben. Und diese Zeitstrecke bleibt dort, und Sie sehen sie immer, indem Sie perspektivisch weiterleben, an der Zeitstelle, wo sie war. Und so müssen Sie sich vorstellen, daß Ahriman wirksam ist draußen in der Natur, aber von einer früheren Zeitstelle aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist sehr wichtig. Das ist etwas, was sehr wenig berücksichtigt wird. Wenn man die Welt verstehen will, wenn man geisteswissenschaftlich von der Zeit sprechen will, so muß man durchaus die Zeit raumähnlich vorstellen und muß dieses Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit ins Auge fassen. Das ist sehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das, was ich Ihnen mit Bezug auf die ahrimanischen Mächte gesagt habe, daß sie von der Vergangenheit her wirken, für die Natur so richtig. Aber beim Menschen wird es gerade anders. Beim Men­schen wird es eben, während er hier zwischen Geburt und Tod lebt, dadurch anders, daß für ihn alles in der Zeit Ablaufende eben zur Maja, zur Täuschung wird. Der Mensch lebt, während er hier lebt, selber im Laufe der Zeit drinnen, und indem er eine gewisse Anzahl von Jahren durchlebt, durchlebt er den Zeitenlauf mit. Indem die Zeit abläuft, läuft er selber mit der Zeit ab. Das ist mit dem Raume nicht der Fall. Wenn Sie eine Allee entlanggehen, bleiben die Bäume zurück&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Sie schreiten vorwärts, und Sie nehmen die Bäume, die zurückgeblieben sind, also auch Ihre Eindrücke, nicht so mit, daß Sie, indem Sie einen Schritt machen würden, die Meinung hätten, es ginge das Baumbild mit Ihnen mit. Mit dem Zeitbilde machen Sie das. Hier im physischen Leibe machen Sie das tatsächlich so - weil Sie selbst in der Zeit sich weiterentwickeln -, daß Sie sich über die Zeit in bezug auf ihre Perspektive einer Täuschung hingeben. Sie merken die Perspek­tive der Zeit nicht. Und insbesondere merkt es nicht das Unterbewußtsein des Menschen. Das Unterbewußtsein des Menschen merkt erst recht dieses Mitleben mit der Zeit nicht, gibt sich einer vollständigen Täuschung mit Bezug auf die Perspektive der Zeit hin. Das aber hat eine ganz bestimmte Folge. Das hat die Folge, daß nun in demjenigen, was im Menschen geschieht, ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte wirken können. Ins menschliche Seelenleben herein wirken ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte. So daß der Mensch der Natur so gegenübersteht: Indem er in die Natur hinaussieht, ist im Gegenwartigen nichts Ahrimanisches. In ihm wirkt das Ahrimanische als Gegenwärtiges, eben gerade als Maja, als Täuschung. Aber der Mensch ist dieser Täuschung über die Dinge, die ich Ihnen auseinandergesetzt habe, hingegeben, so daß durch den Menschen die ahri­manischen Mächte die Möglichkeit gewinnen, in die Gegenwart her­einzukriechen, in die Gegenwart hereinzuwandeln. Wir können sagen: Die ahrimanischen Mächte - und so ist es nun auch mit den luziferi­schen Mächten, wenn auch von einem gewissen andern Gesichts­punkte aus, wovon wir gleich sprechen werden - wirken in der Natur so, daß sie eigentlich mit der Gegenwart nichts zu tun haben, sondern von der Vorzeit herein ihre Wirkungen erstrecken. Im Menschen wir­ken diese ahrimanischen Mächte gegenwärtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Folge? Die Folge davon ist, daß der Mensch in seinem tiefsten Seelischen in bezug auf den eben auseinandergesetzten Punkt sich nicht verwandt mit der Natur fühlen kann. Er sieht auf sein Wesen, beziehungsweise fühlt sich in seinem Wesen, empfindet das naturgemäße Wesen. Weil in ihm ahrimanische Mächte Gegenwartsmächte sind, in der Natur ahrimanische Mächte Vergangenheitsmächte sind, erscheint ihm alles dasjenige, was naturgemäß ist, anders&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als dasjenige, was sich in ihm selbst entwickelt. Den Unterschied, den der Mensch zwischen sich und der Natur merkt, den enträtselt er sich nicht in der richtigen Weise. Würde er sich ihn in der richtigen Weise enträtseln, so wäre es so, wie ich es eben auseinandergesetzt habe. Er würde sagen: Draußen in der Natur wirkt Ahriman von der Ver­gangenheit aus; in mir wirkt Ahriman als eine gegenwärtige Macht. - Dadurch aber kommt es, wenn er auch den Unterschied nicht weiß , daß er sich im Sinne dieses Unterschiedes verhält, und die Natur als geistlos empfindet. Er empfindet es schon, daß in der Gegenwart die ahrimanischen Mächte nicht in der Natur unmittelbar wirksam sind, aber er empfindet die Natur als geistlos, weil er sich nicht sagt: Ahriman wirkt von der Vergangenheit her -, sondern er sieht nur auf die gegenwärtige Natur. Darinnen wirkt nicht Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber Ahriman, so sonderbar das klingen mag, diejenige Macht, deren sich die allgemeine Weltenschöpfung bedient, um die Natur hervorzubringen. Wenn man von dem Geist der Natur spricht, wenn man vom reinen Geist der Natur spricht, müßte man eigentlich von dem ahrimanischen Geiste sprechen. Da ist er vollberechtigt, der ahrimanische Geist. Die Wesenheiten der normalen Hierarchien, die bedienen sich des ahrimanischen Geistes, um das hervorzubringen, was sich als Natur um uns herum ausbreitet. Daß wir die Natur nicht durchgeistigt empfinden, das rührt eben davon her, daß im gegen­wärtigen Leben der Natur der Geist nicht enthalten ist, sondern daß er von der Vergangenheit her wirkt. Und das ist das Geheimnis, möchte ich sagen, der weitschöpferischen Mächte, daß sie sich eines Geistes, den sie stehengelassen haben auf einer früheren Stufe, bedie­nen zur Wirkung auf einer späteren Stufe, aber ihn von der Vergangen­heit herein wirken lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müßten, wenn wir von der Natur sprechen, nicht von Stoff sprechen, auch nicht von Kräften sprechen, wir müßten von ahrimanischen Wesenheiten sprechen; aber wir müßten dann so sprechen, daß wir diese ahrimanischen Wesenheiten in die Vergangenheit setzten. So daß das Sonderbare herauskommt: Nehmen Sie an, irgendein Naturphilosoph sinnt, sinnt nach, was hinter den Erscheinungen der Natur ist. Nun, da macht er sich allerlei Theorien und Hypothesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über Atomzusammenhänge und dergleichen. So ist aber die Sache nicht. Hinter dem, was sich da sinnenfällig um uns herum ausbreitet, ist eigentlich nicht das, was die Naturphilosophen gewöhnlich ver­muten, sondern hinter alldem ist die Summe der ahrimanischen Mächte, aber nicht als gegenwärtige. Ist also der Naturphilosoph ge­nötigt, sagen wir, hinter den chemischen Elementen irgendwelche Atomstrukturen zu vermuten, so ist das falsch; hinter den chemischen Elementen stehen ahrimanische Mächte. Aber wenn Sie das, was Sie sehen, von den chemischen Elementen abheben könnten und dahin­terschauen, so würden Sie in der Gegenwart nichts dahinter sehen: da wäre es hohl, wo man die Atome sucht, und das, was wirkt, wirkt in diesen Hohlraum aus der Vergangenheit herein. So ist es in Wirklich­keit. Daher diese vielen verunglückten Theorien über dasjenige, was das «Ding an sich» ist; denn dieses «Ding an sich» ist in der Gegen­wart überhaupt nicht da. Sondern es ist an der Stelle, wo das «Ding an sich» gesucht wird, nichts; aber die Wirkung ist dort aus der Ver­gangenheit herein. So daß man sagen könnte, wenn &#039;&#039;Kant&#039;&#039; sein «Ding an sich» gesucht hat, so hätte er sagen müssen: Da, wo ich an das «Ding an sich» heran will, da kann ich nicht heran. - Das hat er ja auch gesagt. Aber er ist nicht darauf gekommen, daß er da überhaupt zunächst gegenwärtig nichts gefunden hätte, und daß er, wenn er hinter den Schleier der Dinge gegangen wäre, hätte weit zurück­gehen müssen; dann hätte er ahrimanische Mächte gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Menschen selbst ist es anders. Gerade dadurch, daß der Mensch lebendig in die Zeit versetzt wird, dadurch ist es den ahrimanischen Mächten möglich gewesen, durch die Pforte der Menschheit in unsere Welt einzudringen und innerhalb des Menschen als solchem zu wirken. Und die Folge davon, daß die ahrimanischen Mächte im Menschen wirken, ist die, daß der Mensch loslöst dasjenige, was er in der Gegen­wart sieht, von dem Geistigen, daß der Mensch sein Gegenwartsdasein löst von dem Geistigen. Das ist die Folge dessen, daß wir die ahrimanischen Mächte innerhalb der Maja in uns tragen. So daß man sagen kann: So wie wir die Welt materiell ansehen, losgelöst vom Geiste, als bloße Naturordnung, die ihren Gipfel zu finden glaubt in dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes - was eine Illusion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist -, was wir da als eine Naturordnung sehen, es ist lediglich durch den Umstand herbeigeführt, daß wir die ahrimanischen Mächte in uns tragen, und daß sie in der Natur draußen als gegenwärtige Mächte nicht sind. - Es stimmt deshalb dasjenige, was wir über die Natur denken, indem wir sie bloß materiell denken, nicht mit der Natur überein, stimmt nur mit der gegenwärtigen Natur überein. Aber diese gegenwärtige Natur ist eben ein Abstraktum, weil in ihr der vergangene Ahriman immer hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wirkt in den Menschen nicht nur das Ahrimanische, sondern auch das Luziferische herein. Dieses Luziferische aber, das hat ge­wissermaßen eine andere Tendenz im Weltenall als das Ahrimanische. Vergegenwärtigen wir uns die Tendenz des Ahrimanischen, so wie wir die Sache jetzt ausgesprochen haben. Die Tendenz des Ahrimani­schen in uns besteht darin, die Welt materialistisch vorzustellen. Daß wir die Welt materialistisch vorstellen, daß wir uns eine bloße Naturordnung denken, ist die Folge davon, daß wir Ahrimanisches in uns tragen. Daß wir Ideale in uns tragen, welche sich loslösen von der allgemeinen Natur, nach denen wir uns in unserem gegenseitigen Ver­halten richten wollen, die uns aber doch nur wie Träume erscheinen müssen innerhalb der gegewärtigen Weltanschauung, die ausgeträumt sind, wenn nach der Naturordnung die Erde an ihrem Endzustand angekommen ist, das ist die Folge davon, daß die luziferischen Mächte , die ebenso wie die ahrimanischen in uns leben, immerfort das Bestreben haben, den Teil von uns, der ihnen zugänglich ist, ganz aus der Naturordnung herauszureißen und vollständig zu vergeistigen. Die luziferischen Mächte haben nämlich zu ihrer Haupttendenz, insofern sie in uns wohnen, uns so geistig wie möglich zu machen, uns wo­möglich loszureißen von allem materiellen Leben. Daher gaukeln sie uns solche Ideale vor, die keine Naturmächte sind, sondern die machtlos sind in der gegenwärtigen Naturordnung. Und verfiele der Mensch ganz und gar im Laufe der zukünftigen Erdenperiode dem luziferi­schen Einfluß, so daß er glauben würde, Ideale seien eben nur ge­dachte Dinge, nach denen sich das Gemüt richten kann, so würde dieser Mensch den luziferischen Mächten folgen. Die materielle Erde, zu der wir gehören, würde verfallen, zerstieben im Weltenall, würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihren Zweck nicht erfüllen, und die luziferischen Mächte würden den Menschen in eine andere geistige Welt führen, in die er nicht gehört. Dazu brauchen sie den Kniff, uns Ideale vorzugaukeln, die eigentlich bloße Träume sind. Wie uns Ahriman nach der einen Seite eine Welt vormacht, welche eine bloße Naturordnung ist, so macht uns Luzifer auf der andern Seite eine Welt vor, die rein nur in gedachten Idealen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas sehr Bedeutungsvolles. Und gegenwärtig wird nur ein Ausgleich, möchte ich sagen, in den Gebieten herbeigeführt, die noch im menschlichen Unbewußten liegen. Aber die Menschen müs­sen sich dieser Sache immer mehr und mehr bewußt werden, sonst kommen sie aus diesem Dilemma nicht heraus, kommen nicht dazu, eine Brücke zwischen dem Idealismus und dem Realismus zu bauen, welche Brücke aber notwendig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was gegenwärtig noch eine Art Ausgleich schafft, das ist das Folgende. Wenn gegenwärtig ganz junge Menschen sterben, zum Beispiel Kinder, so haben diese Kinder - bei jungen Menschen ist es ebenso - eben in die Welt hereingeschaut; sie haben nicht voll das Dasein hier auf dem physischen Plane ausgelebt. Mit einem auf dem physischen Plane unausgelebten Leben kommen sie hinüber in die andere Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verlebt wird, so verlebt wird, wie ich es gestern geschildert habe. Dadurch, daß sie einen Teil nur des Erdenlebens gelebt haben, bringen sie etwas vom Erdenleben mit hinüber in die geistige Welt, das man nicht hin­überbringen kann, wenn man alt geworden ist. Man kommt anders in der geistigen Welt an, wenn man alt geworden ist, als wenn man jung stirbt. Wenn man jung stirbt, so hat man das Leben so durchlebt, daß man noch viele Kräfte in sich hat vom vorgeburtlichen Leben. Man hat als Kind und als junger Mensch das leibliche Leben so durchlebt, daß man darinnen noch viel von den Kräften in sich hat, die man vor der Geburt in der geistigen Welt hatte. Dadurch hat man eine innige Verbindung geschaffen zwischen dem Geistigen, das man mitge­bracht hat, und dem Physischen, das man hier erlebt hat. Und durch diese innige Verbindung kann man etwas, was man auf der Erde er­wirbt, in die geistige Welt mit hinübernehmen. Kinder oder sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jung gestorbene Leute, nehmen von dem Erdenleben etwas in die geistige Welt mit hinüber, was gar nicht mit hinübergenommen wer­den kann, wenn man als älterer Mensch stirbt. Das, was da mitgenom­men wird, ist dann drüben in der geistigen Welt, und was da hinübergetragen wird durch Kinder und junge Leute, das gibt der geistigen Welt eine gewisse Schwere, die sie sonst nicht haben würde, der­jenigen geistigen Welt, in der dann die Menschen gemeinsam drinnen leben, das gibt eine gewisse Schwere der geistigen Welt und verhindert die luziferischen Mächte, die geistige Welt ganz loszutrennen von der physischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also denken Sie, auf welches riesige Geheimnis wir da blicken! Wenn Kinder und junge Leute sterben, so nehmen sie von hier etwas mit, wodurch sie die luziferischen Mächte verhindern an deren Be­streben, uns ganz loszulösen von dem Erdenleben. Das ist außer­ordentlich wichtig, daß man dies ins Auge faßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird man älter hier auf der Erde, so kann man in der geschilderten Weise den luziferischen Mächten die Rechnung noch nicht verderben; denn von einem gewissen Alter an hat man nicht mehr jene innige Verbindung zwischen dem, was man mitgebracht hat bei der Geburt und dem physischen Erdenleben. Ist man alt geworden, so löst sich diese innerliche Verbindung, und es tritt gerade das Umgekehrte ein. Von einem gewissen Lebensalter an träufeln wir in einer gewissen Weise dem innerhalb der physischen Erde befindlichen Geistigen un­ser eigenes Wesen ein. Wir machen die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Also von einem bestimmten Alter an vergeistigen wir in einer gewissen Weise, die man nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen kann, die physische Erde. Wir tragen Geistiges in die physische Erde hinein, wie wir Physisches in die geistige Welt hinauftragen, wenn wir jung sterben; wir pressen gewissermaßen Geistiges aus, wenn wir alt werden, ich kann es nicht anders sagen. Das Altwerden besteht im geistigen Sinne von einem gewissen Aspekt aus darinnen, daß man Geistiges hier auf der Erde auspreßt. Dadurch wird wiederum die Rechnung des Ahriman verhindert. Dadurch kann Ahriman nicht auf die Dauer heute schon so intensiv auf die Menschen wirken, daß völlig erlöschen könnte die Meinung, Ideale hätten doch eine gewisse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind im heutigen Zeitraume schon sehr, sehr nahe daran, daß die Menschen in die furchtbarsten Irrtümer gerade mit Be­zug auf das Gesagte verfallen. Auch Gutmeinende verfallen leicht in bezug auf das Gesagte in solche Irrtümer. Und diese Irrtümer werden immer größer und größer werden und mit zunehmender Erdenent­wickelung eben riesig werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Ihnen ein Beispiel anzuführen: Ein recht geistvoller Philosoph hat 1882 eine «Anthroposophie» geschrieben, [[a:Robert Zimmermann|&#039;&#039;Robert Zimmermann&#039;&#039;]]. Ich habe das schon einmal in einem Zusammenhange erwähnt. Diese «Anthroposophie» ist nicht dasjenige, was wir Anthroposophie jetzt nennen, sie ist mehr oder weniger ein Begriffsgestrüpp. Aber das ist ja aus dem Grunde, weil eben Robert Zimmermann nicht in die geistige Welt hineinsehen konnte, sondern nur Herbartianischer Philosoph war. Nun hat er diese «Anthroposophie» geschrieben. Aber gerade in dieser «Anthroposophie» beschäftigt sich Robert Zimmermann von seinem Gesichtspunkte aus mit der Frage, die ich in diesen Tagen an die Spitze unserer Betrachtungen gestellt habe. Er sieht auf der einen Seite die Ideen, logische Ideen, ästhetische Ideen, ethische Ideen; er sieht auf der andern Seite die Naturordnung. Und er kann nicht irgend­wie eine Brücke finden zwischen den logischen, den ästhetischen, den ethischen Ideen und der Naturordnung, sondern er bleibt doch dabei stehen: Da ist auf der einen Seite die Naturordnung, und auf der an­dern Seite sind die Ideen. Und wozu er zuletzt kommt, das ist doch außerordentlich interessant, denn es ist eigentlich typisch für einen Menschen der Gegenwart. Er kommt dahin, zu sagen, es sei ein für allemal dem Menschen versagt, die Natur mit Ideen zu bevölkern und den Ideen Naturgewalt beizulegen. Die beiden Welten seien eigent­lich nur im Kopfe des Menschen miteinander zu verbinden. So sagt er. Und daher meint er an einer Stelle, wo er geradezu alles zusammen­faßt, was er sagt und was er denkt: «Die Verwirklichung der Ideen ist weder eine Tatsache, die in der Vergangenheit, noch eine solche, die in der Gegenwart, sondern eine Aufgabe, deren Erfüllung in der Zukunft und in den Händen des Menschen liegt. Der Traum eines ,goldenen Zeitalters&#039;, von welchem ein nüchterner Rationalist wie Kant als von jenem des ,ewigen Friedens&#039;, ein extremer Positivist wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Comte als dem ,état positif&#039; schwärmte, wird dann erfüllt sein , wenn die gesamte Ideenwelt real geworden und die gesamte Wirklichkeit von den Ideen durchdrungen, d.h. wenn dasjenige, was Schiller ,das Kunstgeheimnis des Meisters&#039; nannte, die ,Vertilgung des Stoffes durch die Form&#039; offenbar, wie Schleiermacher es ausdrückte ,wenn die Ethik Physik und die Physik Ethik&#039; geworden sein wird.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber das kann nie werden! Es kann nur das werden, daß die Menschen in ihrer sozialen Ordnung die Ideen realisieren. Wenn aber die Erde einmal an ihrem Ende angelangt sein wird, so wird der ganze Ideentraum ausgeträumt sein. Ein anderes ist nach einer solchen Philosophie nicht möglich. Daher bleibt eine solche Philosophie im­mer abstrakt und muß zuletzt gestehen: «Eine Philosophie, welche, wie die vorstehende, sich weder wie die Theosophie auf einen mensch­lichem Wissen &#039;&#039;unzugänglichen&#039;&#039; theozentrischen Standpunkt versetzt , um von ihm aus den ,Vernunfttraum&#039; als längst geschaffene Wirklich­keit, noch wie die Anthropologie auf den zwar anthropozentrischen aber &#039;&#039;unkritischen&#039;&#039; Standpunkt gemeiner Erfahrung stellt, um von ihm aus eine ideenerfülite Wirklichkeit als ,Traum der Vernunft&#039; an­zusehen, welche sonach zugleich &#039;&#039;anthropozentrisch&#039;&#039; d. i. von mensch­licher Erfahrung ausgehend und doch &#039;&#039;Philosophie&#039;&#039; d. i. an der Hand des logischen Denkens über dieselbe hinausgehend sein will ist &#039;&#039;An­throposophie&#039;&#039;.» «Anthroposophie» ist also hier das Eingeständnis, daß man niemals über diese Kluft hinüberkommen könne zwischen un­realen Ideen und ideenloser Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber im Menschen selbst ein Naturwesen, das also der Naturordnung angehört, verbunden mit einem Geistwesen, das in sich aufnehmen kann das Geistige. Das leugnet ja auch nicht ein solcher Anthroposoph wie Robert Zimmermann. Aber von der gegenwär­tigen Wissenschaft kann auch der Mensch nicht so betrachtet werden, daß sich durch den Menschen, durch diesen Mikrokosmos, das Rätsel lösen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist. das habe ich schon ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schluß­notizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenrnenschen&#039; indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten ge­legen ist, also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört. Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute aus­geführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiffich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahri­manischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben. Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle - verzeihen Sie, aber es ist so - zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt, das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird. So ist ja das Rosenkreuzergemalde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das , was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose - jetzt goethisch gespro­chen - sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tier­heit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen , so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesen­heiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umge­wandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremi­tätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkar­nation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Auf­gabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden , wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Men­schenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dä­monisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mäch­ten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umge­staltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seeli­sches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luzi­ferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nlcht be­griffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirk­lich zu verstehen. Mit vollem Rechte sagt die Bibel, daß jene Gottheit, von der im Anfange der Bibel die Rede ist, dem Menschen den le­bendigen Odem einhauchte. Aber der lebendige Odem wirkt im Rumpfmenschen. Insofern wir es also zu tun haben mit den normal wirkenden göttlichen Wesenheiten, haben wir es nur mit dem Rumpfmenschen zu tun. Insofern wir es mit dem Kopfmenschen zu tun haben, haben wir es mit einem Gegner der Jahvemächte zu tun, da­durch auch mit einem Gegner des Christus. Und auch insofern wir es mit dem Extremitätenmenschen zu tun haben, haben wir es mit dem luziferischen Gegner zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittel­punktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheits­repräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und so weiter - das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleich­zeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist - das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugs­weise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturhild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- darauf komme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt. Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenrnenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen. Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in un­serem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmen­schen angehören. Würden wir , in dem wir mystisch in uns hinein­schauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Ge­dächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung Seite 179) - schematisch nur gezeichnet - der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 179.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was vor einem Spiegel ist, sondern dasjenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durch-leben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten In­karnation zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihre Geduld etwas in Anspruch genommen mit Dingen, die ja vielleicht etwas schwieriger verständlich sind, allein ich wollte zunächst wenigstens ein Gefühl dafür hervorrufen, wodurch eigent­lich die Kluft entsteht zwischen Idealismus und Realismus. Sie ent­steht dadurch, daß das Luziferische in uns den Idealismus erregt, der machtlos ist in der Natur, daß das Ahrimanische in uns die bloße Naturordnung hervorruft, welche uns geistlos erscheint. So stehen eigent­lich die Idealisten, die abstrakten Idealisten unter luziferischem Ein­fluß, die Materialisten unter ahrimanischem Einfluß. Es ist schon not­wendig, daß man auf diese Dinge sich einläßt, daß man nicht bloß sche­matisch die sogenannte Theosophie treibt, sondern auf diese genaue­ren Dinge sich einläßt. Denn es ist notwendig, daß der Mensch sich bewußt werde, er müsse etwas dazu tun, um mit dem Geiste für den Rest der Erdenentwickelung vereint bleiben zu können. Es ist eine unbequeme Wahrheit, man könnte sagen, sogar auch eine gehaßte Wahrheit, richtig eine gehaßte Wahrheit, denn sie widerspricht ja so vielem, was den Menschen sympathisch ist, aus Bequemlichkeit sympathisch ist. Nichts wird dem Menschen heute schwieriger, als wenn man ihm sagt: Wenn du dir in Zukunft deine Verbindung mit dem Geiste erhalten willst, so mußt du etwas dazu tun. - Es möchten ja die meisten Menschen, daß das Mysterium von Golgatha aus dem Grunde verflossen wäre, damit sie nur ja nichts zu tun haben zu ihrer Angelegenheit, damit sie durch Christus von ihren Sünden erlöst wer­den und ohne ihr Zutun in den Himmel kommen können. Und des­halb werden ja die meisten Theologen so wütend auf die Anthropo­sophie, weil das selbstverständlich von anthroposophischer Seite nie­mals zugegeben werden kann, daß der Mensch nichts zu tun habe, um seine Verbindung mit dem Geiste aufrechtzuerhalten, daß das ganz ohne sein Zutun auch in der Zukunft der Erdenentwickelung vor sich gehen könne. Die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Geistigen, zwischen dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Geburt und Tod, und dem, was die Glieder des Menschen sind zwi­schen Tod und neuer Geburt, diese Verbindung wird in Frage gestellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die zukünftige Erdenentwickelung, und sie wird nur dann nicht in Unordnung kommen, wenn sich die Menschen mit dem Geistigen gegen die Zukunft hin wirklich befassen werden. Dafür gibt es heute schon geisteswissenschaftliche Beweise. Diese geisteswissenschaftlichen Beweise, sie sind höchst, höchst unbequeme Wahr­heiten, aber sie werfen Licht auf Wichtiges, auf Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich sagen, schon sehr locker geworden, und der Mensch hat es notwen­dig, immer mehr und mehr bei sich Wache zu stehen, damit nicht in dem Zusammenhang zwischen seinem Physisch-Ätherischen und Seelisch-Geistigen etwas geschieht, was ihn gewissermaßen aussaugen könnte, was ihn seelisch-geistig aussaugen könnte. Denn wenn solche Vorurteile immer reger werden, man brauche im Leben nichts zu wissen über die Art, wie es nach dem Tode aussieht, oder wenn die Kluft immer größer wird zwischen sogenanntem Idealismus und rein natürlicher Ordnung, ist die Gefahr, der die Menschen entgegengehen, daß sie immer mehr und mehr ihre Seele verlieren könnten. Heute ist noch, ich möchte sagen, diesem Verlieren der Damm vorgesetzt, der dadurch gegeben ist, daß, wenn junge Leute sterben, der geistigen Welt eine gewisse Schwere verliehen wird und Luzifer die Rechnung verdorben wird, und wenn alte Leute sterben, so viel ausgepreßt wird an Geistigkeit in die physische Welt herein, daß Ahriman die Rech­nung verdorben wird. Aber man darf nicht vergessen, daß dadurch, daß die Menschen sich lossagen vom geistigen Gebiet, die ahrimani­nischen und die luziferischen Mächte immer mächtiger und mächtiger werden, und daß nach und nach, indem die Devolution der Erde im­mer weiter und weiter geht, dieser Damm nicht mehr voll wirken könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich gern möchte, daß es sich als eine Art Bodensatz aus unseren Betrachtungen ergäbe wie ein Gefühl - und Gefühle sind immer das Wichtigste, was aus dem geisteswissenschaft­lichen Leben hervorgehen kann - von der Notwendigkeit, sich vom gegenwärtigen Erdenzyklus ab mit dem Geistigen zu befassen. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus habe ich dieses betont, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es von der Gegenwart aus notwendig ist, daß die Menschen sich mit dem Geistigen befassen. Und anders wird man sich nicht mit dem Geistigen befassen können in der Zukunft als dadurch, daß man sich Verständnis erwirbt und sich nicht sträubt, solche auch schwierigere Betrachtungen wirklich in sich aufzunehmen, wie wir sie in diesen Tagen und insbesondere auch heute gepflogen haben. Es muß unter die Menschen kommen das Verständnis von der Perspektivität der Zeit. Wenn dieses Verständnis von der Perspektivität der Zeit unter die Menschen kommt, dann werden sie nicht mehr sagen: Hier ist der Idealismus, der aber nur ein bloßer Traum ist, der keine Naturgewalt hat, und auf der andern Seite liegt die Naturordnung -, sondern die Menschen werden darauf kommen, anzuerkennen, daß, was als Ideale in uns lebt, Keim ist für die Zukunft, und daß, was Naturordnung ist, Frucht ist der Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Satz ist eine goldene Regel: Jedes Ideal ist Keim für zu-künftiges Naturgeschehen; jedes Naturgeschehen ist Frucht vergangenen Geistgeschehens. - Nur durch diese Regel findet man die Brücke zwischen Idealismus und Realismus. Aber dazu ist eines notwendig. Irgendein Ideal könnte nie und nimmermehr Keim für ein zukünftiges Naturgeschehen werden, wenn dieses zukünftige Naturgeschehen durch das gegenwärtige Naturgeschehen verhindert würde. Wir kön­nen uns irgendeine Hypothese vor die Augen führen. Nehmen wir die Möglichkeit an, die heute gilt, daß einmal durch das sogenannte Gesetz der Entropie die Erdenentwickelung in eine Art von allgemeiner Durchwärmung übergehe, und daß alle andern Naturkräfte aufhören, so würde innerhalb dieses Endzustandes natürlich alles Ideale erstor­ben sein. Dieser Endzustand, der folgt ganz gut, wenn man annimmt, daß sich nach reiner Kausalität die gegenwärtigen physikalischen Zu­stände eben weiter fortsetzen werden. Denkt man so, wie die gegen­wärtige Physik denkt, daß nach dem Gesetze der Erhaltung der Kraft und des Stoffes einmal ein solcher Endzustand da sein wird, dann ist in diesem Endzustand kein Platz dafür, daß in ihm einmal ein Ideal als das zukünftige Naturgeschehen aufgehe, denn das zukünftige wird einfach die Folge des gegenwärtigen Naturgeschehens sein. Aber so ist es nicht, so stellt es sich nicht der gegenwärtigen Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dar, sondern es stellt sich dieses anders dar. Dasjenige, was heute an Stoffen, an Kräften existiert, alles das wird in einer bestimmten Zu­kunft nicht da sein. Das Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gibt es nicht. Da, wo man den Stoff sucht, ist überhaupt nichts als ein Hereinwirken eines vergangenen Ahrimanischen, und dasjenige, was uns umgibt im Sinnenfälligen, wird in einer gewissen Zukunft nicht mehr sein da. Und dann, wenn von alledem, was jetzt physisch ist, nichts mehr da ist, wenn das ganz aufgelöst ist, dann ist die Zeit da, wo sich die gegenwärtigen Ideale als Naturgeschehen anreihen werden an das, was jetzt zugrunde gehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es im großen Weltenall. Und für den einzelnen Menschen ist es so, daß er in der nächsten Welteninkarnation wieder inkarniert wird, wenn partiell alles dasjenige überwunden ist, in das er mit der gegenwartigen Inkarnation hineingewachsen ist, wenn also für ihn eine Umgebung hergestellt werden kann, die anders ist als die gegenwärtige Umgebung, wenn aus der gegenwärtigen Umgebung all das heraus sein kann, was ihn jetzt hier auf der Erde hält. Wenn sich das alles so geändert hat, daß er Neues erleben kann, dann wird er wieder inkar­niert. Die gegenwartigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein , wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr da sein wird, sondern Neues entstanden sein wird. Aber das Neue, das entsteht, ist eben nichts anderes als das Natur gewordene Geistige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Erscheinungen und hinter den Idealen müssen wir das­jenige suchen, was die Brücke über dem Abgrunde bildet. Aber zu dem muß man eben dahinterkommen. Man kommt heute nur dahinter wenn man sich nicht scheut, die Begriffe so kräftig zu entwickeln, daß sie selbst in die Realität eindringen können. Daher hat die heutige Zeit wirklich die Notwendigkeit, sich gar sehr einzulassen auf alles dasjenige, was geistig erfahren werden kann. Nur - lassen Sie mich das noch anhänglich hinzufügen -, nur wird eben notwendig sein, daß gegenüber geistigen Betrachtungen immer größere und größere Unbefangenheit walten könnte. Vorgestern habe ich zum Schlusse, wie es manchen vielleicht erscheinen könnte, recht unnötig - aber trotz­dem ich es nicht gerne tue, ist es nie unnötig - auf mancherlei hinge­wiesen, was dem gedeihlichen geisteswissenschaftlichen Wirken auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von seiten der Anthroposophischen Gesellschaft entgegensteht. Da ist vor allen Dingen auf diesem Boden immer wieder und wiederum zu fordern wirkliche Unbefangenheit. Immer wieder und wiederum erleben wir ja, daß das Auflösende, das eigentlich den Materialismus hervorgebracht hat, das die alte Geistigkeit zugrunde gerichtet hat, im menschlichen Denken gerade auch in das Spirituelle, in das gewollte Spirituelle hereindringt. Ich habe ja darauf aufmerksam gemacht, wie materialistisch manche theosophische Anschauung ist. Man hat es natürlich nicht leicht, wenn man geisteswissenschaftliche Dinge auseinandersetzt, die bezeichnenden Worte zu finden, weil ja unsere Sprache heute nicht mehr für das Geistige geeignet ist, weil wir erst wieder suchen müssen eine solche Verbindung zwischen der Sprache und der Sache, welche für das Geistige geeignet ist. Aber das ist notwendig, daß nicht immer mit dem, was das Schädlichste ist, die geisteswissenschaftliche Bewegung verdorben wird. Man muß un­befangen charakterisieren dasjenige, was im Geiste vorgeht. Immer wiederum erlebe ich, daß ich gefragt werde: Da ist jemand, dort ist jemand, der hat geistige Erlebnisse. - Der Sinn der Fragen, die häufig so gestellt werden, ist der, daß eigentlich gefragt wird: Darf man nun mit blindem Glauben an die Wahrheit dessen sich hingeben, was der oder jener schaut? - Und wenn man diese Frage bejaht, ja, dann ent­steht blinde Anhängerschaft; wenn man sie verneint, dann entsteht das, daß der Betreffende gleich verketzert wird und gesagt wird: Nun ja, das ist atavistisches Hellsehen, auf das gibt man nichts. - Ja, dieses Entweder-Oder muß doch auf diesem Gebiete ganz anders genommen werden. Wir müssen uns wirklich mit aller gesunden Vernunft auch den Aussagen über das Geistige gegenüberstellen. Wenn wir aber Dogmatiker werden wollen, können wir nicht Geisteswissenschafter werden. Wenn wir entweder vergöttern oder verketzern wollen, kön­nen wir nicht Geisteswissenschafter werden. Es werden unendlich wertvolle Beiträge zur Charakteristik der geistigen Welt auch von Seiten kommen, auf die man nicht unbedingt schwören will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das andere erlebt man, daß eine Zeitlang auf irgendeine seherische Persönlichkeit geschworen wird. Dann kann man nachweisen, daß diese seherische Persönlichkeit irgendwann - nun, vielleicht sogar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|185}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einmal ein wenig retuschiert hat, oder stark retuschiert hat; dann ist die Persönlichkeit unten durch. Vorher haben dieselben Leute auf sie geschworen, bei denen sie nachher unten durch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in dieser Weise kommt man nicht vorwärts; innerhalb der Menschheit mit dem Entweder-Oder der Vergöttlichung oder Ver­ketzerung kommt man nicht vorwärts innerhalb der Menschheit, sondern nur dadurch, daß man sich mit seinem gesunden Menschen­verstand den Dingen gegenüberstellt. Es kann zum Beispiel auch der Fall eintreten, daß durch jemanden, von dem man sogar weiß: Nun, der verschmäht es nicht, ab und zu recht stark zu schwindeln - einmal etwas ganz Wahres, Wichtiges, Wesentliches aus der geistigen Welt herauskommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde nicht zu dem Entweder-Oder kommen, das ich hier meine, wenn man nicht Dogmatik einführen wollte, sondern wenn man sich mit dem gesunden Menschenverstand gerade innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung hineinstellen wollte. Das ist das eine. Das andere ist dieses, daß es außerordentlich schwierig ist, durch die Art und Weise, wie die Dinge oftmals innerhalb unseres Kreises ge­handhabt werden, die Anthroposophische Gesellschaft in die Kulturbewegung der Gegenwart hineinzustellen. Dazu gehört Unterschei­dungsvermögen bei denjenigen Menschen, die schon drinnen sind in dieser Gesellschaft. Es erwächst einem eine gewisse Verpflichtung für diese Unterscheidungskraft, wenn man schon drinnen ist. Denn wir werden ganz fehlgehen mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft, wenn wir nicht die Anknüpfung an die allgemeine Geisteskultur der Gegenwart suchen, wenn wir immer wieder und wiederum in den Fehler verfallen, Sektiererisches zu treiben. Das wird der Tod sein unserer Bewegung, wenn wir sektiererisch werden. Bedenken Sie doch nur, daß solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen jetzt erörtert haben, sich gar nicht besonders sonderbar ausnehmen werden für den­jenigen, der gerade in Wissenschaftlichem und im Kulturleben der Gegenwart drinnensteht, wenn er sich nur die nötige Vorurteilslosig­keit erwerben wird. Aber um auf diesem Wege etwas zu erreichen, ist es notwendig, daß der Wille besteht zur Unterscheidung. Bei uns kommt es leicht vor, daß nur um irgend etwas Schematisches gefragt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird, wenn es sich darum handelt: Soll irgend jemand bei anthropo­sophischen Vorträgen zuhören, oder soll er einen Zyklus bekommen? -So wird schematisch gefragt, ohne daß man Rücksicht nimmt auf den Bildungsgrad, auf die ganze Weltstellung des betreffenden Menschen. Aber das Schematische ist das absolut Schädliche bei uns. Das Schematische bringt es dahin, daß solch ein Mensch, wie jetzt wiederum der in Holland, um den sich eine ganze Summe von Unfug kristallisiert, in die Anthroposophische Gesellschaft hineinschwimmen und dort Protektoren finden kann, währenddem Leute, die urteilsfähig sind, gerade durch das Gebaren oftmals abgestoßen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um auf ein Konkretes hinzuweisen: Sehen Sie, vor einiger Zeit trat Herr &#039;&#039;von Bernus&#039;&#039; auf innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, mit dem deutlichen Bestreben - das man ja ein bißchen besser, ein bißchen schlechter finden kann, dafür mag der gesunde Menschenver­stand sprechen -, eine Brücke zu ziehen zwischen dem allgemeinen Kulturleben, dem literarischen und wissenschaftlichen Leben der Ge­genwart, und unserem anthroposophischen Leben. Nun, Herr von Bernus hat in seiner Art zum Beispiel eine Anzahl von Dingen, die zum Teil in meinen Büchern stehen, zum Teil in Zyklen, in seiner Art dichterisch umgegossen und in die Welt gebracht. Er hat mir es selbst gezeigt: einen Stoß von Briefen, von schimpfenden Briefen hat er dafür erhalten, daß da einmal ein wirklich zeitgemäßer Versuch ge­macht worden ist! Man würde sich gar nicht wundern, wenn jemand, der vielleicht viel aufs Spiel setzt, abgestoßen werden könnte durch ein solches Gebaren, wie es dazumal aus der Anthroposophischen Gesellschaft ihm gegenüber verübt worden ist. Dennoch, die Zeitschrift, die er gegründet hat, sie wird ungeheuer dienlich sein können der anthroposophischen Bewegung. Er hatte es ja auch zuwege ge­bracht, daß die anthroposophische Bewegung in München vertreten werden konnte in seinem Kunsthaus. Aber man konnte überall gewisse Widerstände bemerken gegen etwas, was so berechtigt wie möglich war! Und wenn man gerade Bernus&#039; Erlebnisse überschaut, so hat man an ihnen so recht ein Bild von dem, wie die anthroposophische Bewegung, die Anthroposophische Gesellschaft lernen sollte, wirklich eine Gesellschaft zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern der Dornacher Bau zustande gekommen ist, &#039;&#039;ist&#039;&#039; sie eine Gesellschaft. Aber vieles andere namentlich wird unterlassen, wodurch deutlich gezeigt wird, daß die Anthroposophische Gesellschaft sich gar nicht als Gesellschaft auffaßt, sondern als eine Summe von ein­zelnen sektiererischen kleinen Kreisen. Aber über dieses Stadium des Sektiererischen müssen wir hinauskommen. Und wir kommen nicht hinaus, wenn nicht über die Sache irgendwie nachgedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja so schwierig, und nicht wahr, man sagt solche Dinge sehr ungern, aber schließlich, manches wird mir ja dadurch notwendig zu sagen, da ich persönlich so stark verquickt bin mit dieser anthroposophischen Bewegung. Wenn nun die Anthroposophische Gesellschaft sich nach und nach immer mehr und mehr dazu entwickeln sollte, daß sie eigentlich eine Gesellschaft ist mit der ausgesprochenen Tendenz, mich totzuschweigen - wozu sie sich eigentlich entwickelt, und was sie immer als Tendenz gehabt hat -, so ist es nicht eine per­sönliche Eitelkeit, wenn ich dieses betone. Es ist mir sehr unange­nehm, daß ich es betonen muß, aber es ist in der Anthroposophischen Gesellschaft vielfach gerade die Tendenz vorhanden, mich totzu­schweigen, und da ist das Persönliche mit dem Sachlichen eben ver­knüpft. Dadurch - weil alles dasjenige nicht getan wird, was sonst eine Gesellschaft tut - kommt es, daß nur das als Giftblasen an die Ober­fläche kommt, was die abgefallenen Mitglieder an Geschimpfe in die Welt setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Dinge, auf die ich schon manchmal eben hinweisen muß und die nicht unbesprochen bleiben dürfen. Ich habe sie an den Orten, wo ich in der letzten Zeit sprechen konnte, zur Besprechung gebracht, weil ich ja wirklich glaube, daß in dieser katastrophalen Zeit vieles darauf ankäme, daß Anthroposophie in der richtigen Weise in der Welt vertreten wird. Aber es ist so schwer, es dahin zu bringen, daß tiefer nachgedacht würde: Wie soll man es eigentlich auf dem anthro­posophischen Felde tun, um diese Anthroposophische Gesellschaft zu einer wirklichen Gesellschaft zu machen? - Die Ansätze sind wirklich gemacht von einzelnen Menschen, aber es bleibt in der Regel in den Ansätzen alles stecken. Nun, ich denke, daß vielleicht, indem ich noch ein zweites Mal auf die Sache aufmerksam gemacht habe, ein bißchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darüber nachgedacht werden wird. Ich sage es nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus gewissen Notwendigkeiten der Zeit heraus, wie Sie ja auch aus dem, was ich gerade in diesen Tagen vorgebracht habe, mancherlei Keime entnehmen werden, die Ihnen zum Verständ­nisse unserer katastrophalen Zeit einige Dienste werden leisten kön­nen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 an diesem unserem Bau: Siehe «Der Baugedanke des Goetheanum». Lichtbildervortrag in Bern, 29. Juni1921, mit 104 Abbildungen des ersten Goetheanum. Gesamtausgabe, Stuttgart 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach längerer, erzwungener Abwesenheit: Dr. Steiner hatte zuletzt am 17. Januar 1918 zu den Mitgliedern in Dornach gesprochen, war also sieben Monate fort gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Anthropnsophische Gesellschaft: Begründet am 28. Dezember 1912 bei der Loslösung von der Thensophischen Gesellschaft. Siehe: «Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesell­schaft», 8 Vorträge, 10.-17. Juni 1923, Gesamtausgabe Dornach 1959.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 wie den Vorträgen begegnet wurde: «Das Sinnlich-Übersinnliche in seiner Verwirklichung durch die Kunst», München, 15. und 17. Februar 1918, und «Die Quellen der künst­lerischen Phantasie und die Quellen der übersinnlichen Erkenntnis», München, 5. und 6. Mai 1918, im Bande «Kunst und Kunsterkenntnis», Gesamtausgabe Dornach 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander von Bernns, 1880-1965, Dichter. Gab von 1916 bis 1921 in Manchen die Vierteljshres-Zeitschrift «Das Reich» heraus. In seinem «Kunsthaus» «Das Reich» hielt Rudolf Steiner zeitweise seine Münchner Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 IVooerow Wilson, 1856-1924, Präsident der USA von 1912 bis 1920. Verleladete am&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Januar 1918 ein Friedensprogramm, die Vierzehn Punkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 ein Universiiätsprofessor: George Santayans, 1863-1952, englischer Philosoph spani­scher Abstammung. Kam schon 1872 nach Amerika, wo er bis 1912 blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emile Boutroux, 1845-1921, französischer Philosoph. G. Ssntayar&#039;a, «L&#039;erreur dc la philosophie allemande». Paris 1917, préface d&#039;Emile Boutroux.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 so weile Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn: Es sind damit frühere Evolutionazustände des Erdplaneten gemeint, nicht die heute so genannten Weltkörper. Siehe «Die Ge­heimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962, Kapitel «Die Welt-entwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den vorjäbrigen Zürcher Vorträgen: «Anthroposophie und aleadernische Wissen­schaften», 4 Vorträge vom 5. bis 14. November 1917, Zürich 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oskar Hertwig, 1849-1922, Anatom und Biologe. «Das Werden der Organismen, zur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widerlegung von Darwins Zufsllstheorie durch das Gesetz in der Entwicklung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein kürzeres&#039; Buch: «Zur Abwehr des ethischen, des sozialen und des politischen Darwinismus». Jens 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 He,&amp;quot;&#039;ann von Helmboltz 1821-1894, Physiologe und Physiker. Erinder des Augen­spiegels, 1851.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23/24 eine Schrift über die Freiheit: Woodrow Wilson, «Die neue Freiheit». 1913. Deutsche Übersetzung München 1914. «Nur Literatur, Betrachtungen eines Amerikaners» 1893. Deutsche Übersetzung 1913, darin der Essay «Der Verlauf amerikanischer Ge­schichte».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Herman Grimm, 18281901.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26 Wladimir llfits&#039;h Lenin, eigentlich Uljsnow, 1870-1924, führte 1917 die bolsehe­wittische Revolution durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Karl Marx, 1818-1883. Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und Mitver­fasser des «Kommunistischen Manifests» 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31 in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen: «Theosophie», Gesamtausgabe Dornach 1961, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32 «Ignorahimus»: Der Ausspruch des Berliner Physiologen Emil Du Bois-Reymond,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18181896, in seiner Rede «Über die Grenzen des Naturerkennens». Leipzig 1872.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 gilt das Wort: Aus Schiller «Der Taucher». Wörtlich: «Da unten aber ist&#039;s fürchter­lich, / Und der Mensch versuche die Götter nicht/ Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 hei unserer Gruppe drüben: Die plastische Gruppe des Menschheitarepräsentanten zwi­schen Luzifer und Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 Ich habe öfter: Siehe den Vortrag vom 25. Juni 1918 in Berlin, im Bande «Erden-sterben und Weltenleben», Gesamtausgabe Dornach 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier ja wohl auch schon: Im Vortrag vom 29. Juli 1916. im Bande «Das Rätsel des Menschen», Gesamtausgabe Dornach 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Weininger, 1880-1903. «Über die letzten Dinge» 4. Auflage Wien und Leipzig 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer dieser Aphorismen: Wörtlich: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist viel­leicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren und gänzlich triebartig geboren zu wer­den verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 Und darüber schrieb er die Notiz: Wörtlich: «Ich morde mich selbst, um nicht einen andern morden zu müssen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 Babindranath Tagore, 1861-1941, indischer Dichter und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 jenen Essay: «Der Verlauf amerikanischer Geschichte» in «Nur Literatur» von Woodrow Wilson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
55 zwei Artikel gegen mich: Otto Zimmermann S. J.: Anthroposophische lirlehren, «Stimmen der Zeit», 48. Jg., 10. H., Juli 1918, S.328 ff., Joseph Kreitmaier S. J.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Vom Expressionismus», ebenda S. 356 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 der griechische Weise: Platon, im 6. Buch vom «Staat».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63 Arthur Ba«oir, 18481930; 1916-1919 Außenminister Großbritanniens. Honeton Stewart Chamberlain, 1855-1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Sie werden einen Zweigvnrtrag finden: Vortrag vom 23. Mai 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 kh habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt: Siehe den Vortrag vom 14. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finster­nis», Gesamtausgabe Dornach 1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87 von der ande&amp;quot;n Seite: Siehe den Vortrag vom 20. August 1918 (Zeichnung Seite 31) Sie erinnern sich an die Zeichnung: Auf Seite 31 dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Von Seelenrätseln», Gesamtausgabe Dornach 1960. «Skizzenhafte Erweiterungan des Ir&#039;haltes dieser Schrift: S. Über die wirkliche Grundlage der intentior&#039;alen Be-ziehung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Björnstierne Björnson, 1832-1910, norwegischer Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 Nero, regierte 54-68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 Vespasianuc, regierte 69-79&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titns, regierte 79-81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Domitianus, regierte 81-96&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ners&#039;a, regierte 96-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Si,&#039;tonius, schrieb im 1.Jahrhundert n.Chr. Kaiserbiographien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tacitns, um 55 bis um 120, römischer Geschichtsschreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flavius P. Philostratus der Altere, griechischer Sophist zu Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. Beschrieb das Leben des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apollnnius von Tyana, Prophet und Wundertäter im 1.Jahrhundert n.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tübinger Theologe Baur: Ferdinand Christian Baur, 1792-1860, protestantischer Theologe, «Apollonius von Tysna und Christus», Tübingen 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113 Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen: Zum Beispiel in «Welt, Erde und Mensch», Gesamtausgabe Dornach 1960; «Ägyptische Mythen und Mysterien», Gesamtaus­gabe Dornach 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117 Augustus, 63 v.Chr. bis 14 n.Chr., erster römischer Kaiser, Caesar Augustus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119 im «Reich»: In der Vierteljahresachrift «Das Reich». München, 2. Jahr, Buch 3 und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4; 3.Jahr, Buch 1, Oktober 1917 bis April 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;:&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In «Philosophie und Anthroposo­phie», Gesamtausgabe Dornach 1965 und in Johann Valentin Andreae, «Die Chy­mische Hochzeit des Christian Rosenkreutz Anno 1459», ina Neuhochdeutache über­tragen von Walter Weber, Stuttgart 1957; beigefügt sind die Ausführungen Rudolf Steiners in der Zeitschrift «Das Reich», Verlag Freiea Geistesleben, Stuttgart 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Valentin Andreae, 1586-1654, Dichter und theologischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Allgemeine Reformation der ganzen weiten Weil&amp;gt;: Nach W.Weber (s o.) Seite 181 ist dieses Werk die Übersetzung eines Kapitels aus Boecalnis «Ragguali di Parnasso», Venedig 1612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Bewegung für ethitehe Kultur»: Vgl. hier:&#039;:a Rudolf Steiner, «Mein Lebeosgang», Kap. XVII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120 «Dic Zukunft&amp;gt;, Wochensehrift, herausgegeben von Maximilian Harden (eig­Witkowski), 1861-1927. In «Gesamn,elte Aufsätze zur Kulturgeschichte 1887-1901», Gesamtausgabe Dornach 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was kh dann das soziale Karzinom genannt babe: Im Vortragazyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Wladimir Iljitsch Lenin: Siehe Hinweise zu Seite 26. Karl Marx: Siehe Hinweise zu Seite 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Lassalle, 1825-1864, sozialistischer Führer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edaard Ber&amp;quot;stein, 1850-1932, sozialistischer Theoretiker, der Begründer des Revisio­nismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Carl Freiherr du Pre4 1839-1899. «Das Rätsel des Menschen». Leipzig 1892.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 Julius Robert Mayer, 1814-1878, Arzt und Physiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129 «Philosophie und Anthroposophic»: Sonderdruck aus dem gleichnamigen Band der Ge­samtausgabe, Dornach 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Mittelpunktsgruppe des Baues: Holzgruppe, den Menschheitsrepräsentanten, Christus, zwischen Luzifer und Ahriman darstellend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130 Ich habe über dic Entwickelung der Christuc- Gestalt ja öfter hier geprochen: Zum Beispiel am 29. Oktober 1917, 13. Vortrag in «Kunstgeschichte als Abbild innerer geistiger Impulse», Dornach 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 Pythagoras, etwa 582-497 v.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Seharh gespielt hat: Diese Erzählung findet sich bei Plutarch in «Über Isis und Osiris».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines solehen agy ptischen Weiten: Plutarch nennt den Priester Oinuphis von Heliopolis als Lehrer des Pythagoras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 Jakob Böhme, 1575-1624.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134 Max Müller, 1823-1900, Sanskrit- und Religionaforscher in Oxford. Charles Darwin, 1809-1882, englischer Naturforscher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Ha&#039;ckel, 1834-1919, Zoologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142 Wir haben Zyklen nur abgegeben an die Mitglieder der Gesellschaft: Diese Beschränkung wurde an der Weihnachtstagung 1923 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144 tiefstgehende Einflüsse eines Menschen: des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 als fünf Vokale: Jehova (v = u).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Sybaris: Stadt in Unteritalien, gegründet 700 v.Chr., im Altertum sprichwörtlich durch die Schwelgerei ihrer Bewohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft» 1781.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 Robert Zimmermann, 1824-1898, Ästhetiker und Philosoph. «Anthroposophie im Umriß» Wien 1882, S. 307 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174 Augnste Gomte, 1798-1857, französischer Philosoph. Begründer des Positivismus und der Soziologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller, 1759-1805.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schleiermacher, 176818M, evangalischer Theologe, Prediger und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 in den Schlußnotizen: «Von Seelertratseln», Gesamtausgabe Dornach 1960, Kapitel IV,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176 in den Rosenkreuzerbildern: «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186 Alexander von Be&amp;quot;nus: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeitschrift, die er gegründet hat: Siehe Hinweis zu Seite 12. in seinem Kunethans: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wissenschaft vom Werden des Menschen&#039;&#039;, [[GA 183]] (1990), ISBN 3-7274-1830-3 {{Vorträge|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 183 Die Wissenschaft vom Werden des Menschen|1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 183]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_183&amp;diff=11495</id>
		<title>GA 183</title>
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		<updated>2026-05-24T17:53:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA183.jpg|thumb|{{RSV|183}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die Wissenschaft&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom Werden des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Neun Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 17. August bis 2. September 1918&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 183&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1967&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mit ausführlichen Inhaltsangaben von Marie Steiner zu den Einzelausgaben (1940) der Vorträge&amp;lt;/center&amp;gt; &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sehnsucht der Seelen nach dem geistigen Leben; hemmende Einflüsse durch Trägheit und Bequemlichkeit. Ein neues Menschenverständnis wird da sein, wenn mit dem Menschlichen zusammen das Ahrimanisch-Luziferische gedacht wird, so wie es die plastische Gruppe im Dornacher Bau darstellt; innere Impulse der hier betätigten Kunstanschauung. Die Zügellosigkeit des Gedankenlebens in unserer Zeit. Nicht auf den Inhalt der Ideen kommt es an, sondern auf die Art, wie sie in den Menschen leben. Die drei Grundübel der gegenwärtigen Menschheitskultur, in denen sich der jetzige Übergang vom Luziferischen zum Ahrimanischen zeigt: Borniertheit, Philistrosität, Ungeschicklichkeit. Das Heilmittel für die Gebrechen unserer Zeit ist die Geisteswissenschaft. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918|ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Abgeschlossensein des physischen Menschen von der irdischen Umgebung; das Hineingestelltsein des geistig-seelischen Menschen in die Strömungen seines eigenen seelisch-geistigen Innern und in die des Universums. Zwei Pole des Geistig-Seelischen des Menschen. Die Grenze zwischen der Normal-Aura und dem Universellen der Umwelt. Aufblitzen, Zusammenstößen, Stauungen der Strömungen; Grenzenbildung, die Schranken außen und innen. Die Stauwelle der Erinnerung; jenseits ihrer Zone ist ein bewußtes Inneres. Die andere Zone entspricht der Liebekraft; was jenseits davon ist dem Geistig-Seelischen des Universums. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918|DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Grenzzonen des seelischen Menschen. Vor dem vierten nachatlantischen Zeitraum war die eine Grenze noch durchlässig; die andere wird es im sechsten Zeitraum sein. Schon jetzt beginnt einiges durchzusickern, von innen aufsteigend. Das muß harmonisiert werden. Osttum und Westtum (Tagore, Wilson). Die verschiedenen Ziele der orientalischen Eingeweihten und der Eingeweihten des Amerikanismus. Orientalischer Impuls des Verzichtes auf das irdische Menschengeschlecht. Amerikanischer Impuls des stärkeren Untertauchens in die Leiblichkeit. Ahrimanische Dämonologisierung der Menschheit durch die Technik. Rettung durch den Christusgeist und das Verstehen der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Naturordnung und moralische Ordnung. Der Zusammenhang des Christus mit dem Sonnenmysterium. Die notwendige Umarbeitung des Vorstellungsvermögens des Menschen, um den Dualismus Christus-Jesus zu verstehen. Das Mysterium des dreifachen Menschen. Der dreigeteilte Mensch als Abbild seines Urbildes. Der Dualismus zwischen Wahrheit und Wissenschaft und seine Überwindung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Formwesenheit des Hauptes als physische Gestaltung einer uralten Bildung geht auf ahrimanische Prinzipien zurück; das Geistige des Hauptes ist eine junge Bildung. Im Rumpfmenschen spielen hauptsächlich die Prinzipien des Erdenwerdens. Die luziferischen Bildungsprinzipien des Gliedmaßenmenschen werden ihre volle Ausgestaltung erst im Venusdasein der Erde haben. Neben der kosmischen Betrachtung ist die humanistische vom Gesichtspunkt der menschlichen Individualität ins Auge zu fassen. Bedeutung des Unterbewußtseins, das verdeckt worden ist, und dessen verschiedene Stadien in unserer Zeit vom Menschenbewußtsein wieder heraufgeholt werden müssen. Das Sinnenfällige. Durchkreuzung der Strömungen im mittleren Menschen. Erinnerung, Welttableau und mikrokosmische Aura. Die umgewendeten Sinne. Der Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen und dem kosmischen Wechsel von Tag und Nacht. Solche Begriffe, die Naturleben und geistiges Leben verbinden, enthalten das, was im sozialen und geschichtlichen Leben fruchtbar wirken kann, während die mechanische Weltanschauung die Menschheit in das Chaos geführt hat. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918|SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brennende Fragen, die niemals mit den Mitteln der heutigen Zeit beantwortet werden können, denn die Vorstellungen des geistigen und irdischen Menschen sind verloren gegangen. Die Täuschung der physischen Sonne. Leerer Raum und negative Stofflichkeit; der Begriff des weniger als leer. Löcher im Gehirn als Werkzeug des Seelenlebens, das an die Gehirnmasse stößt und sich dort spiegelt. Dieses wird sich dann nach dem Tode des Menschen seiner selbst bewußt. Die Aura des Menschen mit ihren Strömungen, die sein Seelenleben konstituieren, welches aus den Ingredienzien der Seelenwelt aufgebaut ist. Nach dem Tode kommt der Mensch dadurch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelenwelt und dem Geisterlande. Jene Ingredienzien werden frei und verwandeln sich; dadurch höhlt sich das Seelenleben selbst aus und es geht das geistige Leben auf. Die Verwandlungszustände. Der Metamorphosegedanke kann fruchtbar gemacht werden für das Begreifen des Übergangs des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Die physische Welt besteht durch das Sich-Ineinanderschieben der Gedanken der höheren Hierarchien, der Formgedanken in die Stoffgedanken. Solche konkreten Begriffe der alten Mysterien müssen durch Geisteswissenschaft neu erlebt werden. Das Schema der alten Pythagoräerschulen. Die Erbschaft der abstrakten Begriffe vom Römertum durch das Mittelalter und die neuere Zeit hindurch. Dabei hat man im 19. Jahrhundert den Menschen verloren, um ihn dann von der Tierseite aus wieder zu entdecken. Diese Situation schafft die Kluft und die katastrophalen Tatsachen. Die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen liegen in der Metamorphosenlehre. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenhang des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen. Die Täuschung der physischen Außenwelt. Die Kluft zwischen Idealismus und Realismus und der Zwiespalt unseres Geisteslebens, bewirkt durch das naturalistische Anschauen der Welt und den moralischen Idealismus. Unser lebendiger Zusammenhang mit der kosmischen Vernunft, erkennbar am Schaffen des Ideellen in der Sprache. Ihre Zerlegung durch die Toten. Die Stellung der Eurythmie im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918|ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten einschneidender Unwahrhaftigkeit in gewissen geschichtlichen Epochen; Erforschung der Zusammenhänge. Die pythagoräische Schule und die sie umgebende Welt. Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Das Zerstäuben von Worten nach dem Tode. Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes. Auflösung des unaussprechlichen Gottesnamens. Im Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zerfall heraus. In dem verklingenden Wort wird von der Seele aus das Aufleuchten des Geistigen gesehen. Vergeistigung nach dem Tode. Gliederung des geistigen Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die richtunggebende und todbringende Weltenkraft der Hierarchien. Entzauberung des Seelischen. Die kosmische Kraft der «Entformung». &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918|NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Wesen der Zeit in Analogie mit dem Raume. Der Mensch erlebt nur das Abbild der realen Zeit. Frühere Zeiträume wirken perspektivisch hinein in die Gegenwart. Das Raum-Ähnliche der Zeit und das Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit. In der Natur wirkt Ahriman von der Vergangenheit her. Der Mensch läuft mit der Zeit mit und merkt nicht die Perspektive der Zeit; die Folge ist, daß ahrimanische Mächte als Gegenwärtiges in ihm wirken können; dadurch löst der Mensch sein Gegenwartsdasein von dem Geistigen. Daß er Ideale in sich trägt, ist die Folge davon, daß er luziferische Mächte in sich trägt, die darnach streben, ihn aus der Natur herauszureißen und zu vergeistigen. Der Ausgleich liegt noch in den Gebieten des menschlichen Unbewußten; gegenwärtig wird er durch den frühen Tod von Kindern und jungen Menschen geschaffen. Der Tod alter Menschen macht die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Umwandlung menschlicher Formen aus dem Geist-Seelischen in das Menschliche: des Kopfmäßigen durch ahrimanische, des Gliedermäßigen durch luziferische Wirksamkeit. Im Brustmenschen: Wirkung der normal-göttlichen Wesenheiten durch den lebendigen Odem. Da ist auch die Grenzscheide, das Gedächtnis, wodurch in dieser Trinität die ahrima- nischen Gewalten des Hauptes abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten der Extremitäten, und uns zu keiner Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen lassen. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#HINWEISE|HINWEISE]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#Literatur|Literatur]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß es mir die tiefste Befriedigung gewährt, die Arbeit in Ihrer Mitte an diesem unserem Bau und um unseren Bau herum hier wiederum aufnehmen zu können, das werden Sie mir wohl ohne weiteres glau­ben. Es ist ja tatsächlich so, daß heute nicht nur bei tieferem Nach­denken, sondern, man darf sagen, schon bei oberflächlicherem Nach­denken demjenigen, der der ganzen Aura dieses Baues nahegetreten ist, der Gedanke aufgehen könnte, daß mit diesem Bau doch etwas verknüpft ist, was mit den bedeutungsvollsten, schwerwiegendsten Aufgaben der Menschenzukunft zusammenhängt. Und nach längerer, erzwungener Abwesenheit ist es ja selbstverständlich, daß man sich mit tiefster Befriedigung wiederum an der Stätte befindet, an der dieser Bau als ein Symbolum unserer Sache steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem Gesagten darf ich wohl hinzufügen, daß für mich besonders jedesmal, wenn ich jetzt nach längerer Abwesenheit wieder komme, die tiefste Befriedigung daraus resultiert, daß ich ja immer dann sehen kann, wie schön und wie bedeutungsvoll die Arbeit an diesem Bau durch die hingebungsvolle Tätigkeit der am Bau Arbeitenden weiter gefördert worden ist. Insbesondere in diesen Monaten meiner letzten Abwesenheit, wo ja unter so schwierigen Verhältnissen gearbeitet worden ist, ist ja gerade ein Teil der künstlerischen Arbeit in einer unvergleichlichen Weise fortgeschritten, fortgeschritten in dem Geiste, der dieses Ganze durchdringen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch mit tiefer Befriedigung sehe ich bei Verfolgung des Geistes unserer Arbeit, bei Verfolgung desjenigen, was hier entsteht, das Verbundensein treuer Gesinnung bei vielen unserer Freunde, treuer Gesinnung gegenüber dem, was sich gerade in diesem Bau ver­körpert. Und dasjenige, was dann beim Wieder-auf-sich-wirken­-Lassen dieser Sache der Seele sich offenbart, das ist doch, daß hier eine Stätte vorhanden ist, mit welcher verbunden ist eine solche treue Gesinnung einer Anzahl von Freunden unserer geistigen Bewegung, einer solch treuen Gesinnung, die da verspricht, daß sich die besten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Impulse unserer geistigen Bewegung in die Zukunft der Menschheit hinein halten werden, der sie so notwendig sein werden. Es gibt schon innerhalb gerade der diesem Bau gewidmeten Arbeit etwas, was Vor­bild sein könnte für dasjenige, was im allgemeinen mit dem, was sich unter uns heute Anthroposophische Gesellschaft nennt, eigentlich gewollt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe auf der andern Seite vielfach wiederum das Gefühl, daß das Günstige, das bedeutungsvoll Gute, das man hier im Zusam­menwirken von Menschenarbeit und Menschengefühl mit diesem Bau finden kann, gerade darinnen besteht, daß dieser Bau etwas ist, was gewissermaßen in seiner Objektivität das, was durch unsere Bewegung gewollt wird, loslöst von den subjektiven Interessen der einzelnen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dieses jetzt eben Berührte waren ja - und sind - in allen ähn­lichen Gesellschaften, auch in der Anthroposophischen Gesellschaft, gewisse merkwürdige Anschauungen vorhanden, die eigentlich nichts anderes sind als merkwürdige Illusionen. Man predigt viel von Selbstlosigkeit, von allgemeiner Menschenliebe; aber das sind oftmals bloße Masken für gewisse, nur raffinierte egoistische Interessen der einzel­nen Menschen. Gewiß, die einzelnen Menschen wissen nicht, daß es sich für sie um bloße egoistische Interessen handelt, sie sind vor ihrem eigenen Bewußtsein gewissermaßen unschuldig; aber es ist doch so. Der Bau selbst verlangt aber von einer schon ziemlich großen Anzahl unserer Freunde eine selbstlose Hingabe an etwas Objektives, an etwas, was als ein von jeder einzelnen Persönlichkeit losgelöstes Symbolum unserer Sache dasteht. Und insoferne wird wohl dasjenige, was mit diesem Bau zusammenhängt, vorbildlich sein können für das, was unsere Bewegung will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, wenn wir uns so wie heute wiederum be­grüßen, da dürfen wir insbesondere die Blicke richten auf das Frucht­bare und Umfassende dieser unserer geistigen Bewegung, und wir dürfen bei einer solchen Begrüßung bedenken, daß es uns ernst sein kann mit dem Glauben: Wie es auch immer geschehen mag - das Wie, das kann ja noch so oder so, je nach den Verhältnissen sich abspielen -, aus der furchtbaren Sackgasse, in welche die Menschheit hineingeraten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist in der Gegenwart, wird sie nicht früher herauskommen, als bis sie sich entschließt, in irgendeiner Weise Anknüpfungspunkte zu suchen für fruchtbares Wirken, fruchtbares Tun innerhalb einer solchen gei­stigen Bewegung, wie es die unsrige ist. Wir werden ja ganz gewiß nicht in egoistischer Weise darauf bestehen, die Wahrheit gerade nur innerhalb unseres engen, beschränkten Kreises zu haben; aber wir dürfen uns in einem Kreise zusammengehörig wissen, welcher er­kennt, daß die Menscheit wegen des Vernachlässigens ihrer Geistessubstanz sich in diese furchtbare Lage der Gegenwart gebracht hat. Wissen können wir uns als solche Menschen, die vereint sind mit jenen Ideen, die einzig und allein hinausführen können aus der Sackgasse, in welche die Menschheit gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja in den Seelen der heutigen Menschen ungemein vieles un­geklärt. Wenn man wiederum da und dort sich hat unterrichten kön­nen über die Bedürfnisse, die obwalten nach unserer geistigen Bewe­gung, so kann man auf der einen Seite sagen: Ja, es sind doch die Seelen derjenigen, die da dürsten nach jenem spirituellen Leben, das wir meinen, der Zahl nach in starker Zunahme begriffen. Die Sehn­sucht nach solchem spirituellem Leben, sie hat sich, das darf wohl ge­sagt werden, ungeheuer vergrößert. Die Aufmerksamkeit, welche entgegengebracht wird unseren Impulsen, sie ist unstreitig in den letzten Jahren auch eine größere geworden, wenigstens auf den Ge­bieten, die mit in äußerlicher Weise in diesen letzten Jahren und ins­besondere in den letzten Monaten zugänglich waren. Auch das wird nicht ganz bedeutungslos sein, zu bemerken, daß eine solche Ver­größerung und Verstärkung dieser Sehnsucht der Menschenseelen nach dem spirituellen Leben ganz deutlich vorhanden ist. Allerdings steht dieser Verstärkung und Verschärfung der Sehnsucht nach dem spirituellen Leben das andere gegenüber: jene furchtbare Beirrung, unter welcher der weitaus größte Teil der Menschheit leidet, jene furchtbare Beirrung, welche durch die altüberkommenen Ideen, oder man könnte besser sagen, durch die altüberkommene Ideenlosigkeit innerhalb der Menschheit bewirkt wird, die, man möchte sagen, Be­quemlichkeit gegenüber jedem starken, jedem scharfen Gedanken, jene Bequemlichkeit, die einfach herrührt aus der Laxheit, aus der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trägheit, mit der das Gedankenleben seit vielen Jahrzehnten über die Erde hin geführt worden ist. Diese Laxheit, diese Trägheit beirrt die Seelen in dem vorhandenen Sehnen nach dem spirituellen Leben. Auf der einen Seite stecken die Menschen drinnen in einer wirklichen Sehn­sucht nach Geistigkeit, nach übersinnlichen, starken Impulsen. Auf der andern Seite werden die Seelen niedergehalten von all jenen alten Mächten, die nicht abtreten mögen vom Schauplatz des Menschenwirkens und die doch sehen könnten aus dem, wie weit sie es gebracht haben, daß sie nicht mehr auf diesen Schauplatz des Menschenwirkens gehören. Man möchte sagen, daß man diesen dunkeln Eindruck, diesen zwiespältigen Eindruck überall hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja unter unseren Mitgliedern an manchen Orten, in Ham­burg, in Berlin, in München, vielfach, in Anknüpfung an durch Lichtbilder wiedergegebene Darstellungen, von unserer Gruppe gespro­chen, die an der Hauptstelle unseres Baues stehen soll. Man konnte auf der einen Seite sehen, wie tatsächlich mächtige Impulse in die Seelen auch derjenigen hlneingehen, die durch die Verhältnisse der letzten Jahre niemals einen Blick werfen konnten auf das, was hier geschieht. Ein neues Menschenverständnis geht schon aus von derArt und Weise, wie das [[a:Ahriman|Ahrimanisch-Luziferische]] mit dem Christlichen zusammen gedacht wird und dargestellt, geoffenbart wird durch unsere Gruppe. Es ergreift die Seelen, wenn das, was durch diese Dinge gegeben wird, an diese Seelen herantritt. Allein, auf der andern Seite zeigen sich über­all die hemmenden Einflüsse dessen, was als Überbleibsel des Alten, Verfaulten am sogenannten Kulturleben sich über die Menschheit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man ja insbesondere sehen können an der, man darf wahr­haftig im tiefsten Sinne sagen, humoristischen Art, wie den Vorträgen begegnet wurde, die ich im Kunsthause unseres Freundes, des Herrn von Bernus in München gehalten habe, worinnen ich versuchte, die inneren Impulse unserer hier betätigten Kunstanschauung einem größeren Publikum nahezubringen. Ja, Interesse hat das bei den Leu­ten außerordentlich viel erregt, denn ich habe im Februar und im Mai solche Vorträge in München gehalten, und ich mußte jeden dieser Vorträge zweimal halten; Herr von Bernus aber versicherte mir, es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wären so viel Anfragen da, daß ich jeden dieser Vorträge vor einem öffentlichen Publikum, worin ich die Prinzipien meiner Kunstan­schauung, wie sie hier in dem Bau zutage treten, dargelegt habe, hätte viermal halten können. Interesse war schon da. Aber da, wo man selbstverständlich unfroh sein würde, wenn Zustimmung vorhanden wäre, bei der Münchner Zeitungskritik, da war, man kann schon sa­gen, in edelstem Sinne humoristisches Zähnefletschen da. Es war ins­besondere humoristisch, weil der innere Groll gegen etwas, was man gar nicht verstehen konnte, sich da so geltend machte: Es war alles solch - nicht gesprochenes, sondern gespieenes Zeug! Verzeihen Sie den harten Ausdruck. Und es zeigte sich gerade an dem Interesse, das der Sache entgegengebracht wurde, worinnen Ehrlichkeit und Auf­richtigkeit sich aussprach, im Gegensatze zu dem, was aus diesem Kunstmittelpunkte sonst sich zeigte - das ist ja München selbstverständlich, nicht wahr, das ist ja bekannt -, es zeigte sich also, wie in diesem Kunstmittelpunkte sowohl das verständigste als auch das un­verständigste Zeug geredet wurde. Gerade an dieser Diskrepanz zeigte sich an einem Beispiel, wie diese zwei Strömungen, von denen ich Ihnen sprach, in der Gegenwart vorhanden sind; wie wir wirklich uns bewußt sein dürfen, in etwas ganz Wesentlichem und Wichtigem drinnenzustehen, das für die Welt, für die Zukunft zu erkämpfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage das alles sicher nicht deshalb, weil ich irgendwie anstreben würde, wenn die Dinge in die Öffentlichkeit treten, wie man sagt, eine «gute Presse» zu bekommen; denn ich würde in dem Augenblicke, wo eine «gute Presse» auftritt, glauben: Da muß selbstverständlich irgend etwas nicht richtig sein, da muß irgend etwas Falsches auf unserer Seite geschehen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind ja geeignet, in uns das Bewußtsein hervorzu­rufen, daß wir gar sehr nötig haben, mit aller Entschiedenheit auf dem Boden unserer Sache zu stehen. Denn nichts könnte uns in schimmere Verwirrung hineinführen, als wenn wir irgendwelche Kompromisse schließen wollten mit dem, wovon die Außenwelt meint, daß es das Richtige wäre für uns. Nur in den Prinzipien unserer Sache selbst müssen wir dasjenige finden, was uns die Richtung für unser Tun angibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für so etwas, das mehr nuttelbar mit unserer Sache zusammen­hängt, aber doch innerlich zusammenhängt, auch für die Eurythmie hat sich ja in der letzten Zeit ein immer steigendes Interesse an den verschiedensten Orten gezeigt. Und wenn wir, die wir da waren, uns erinnern, wie zum Beispiel gerade die Eurythmie in einem Orte auf­genommen worden ist, wo sie fast noch gar nicht gesehen worden ist, wo sie zum Teil sogar etwas Neues war für diejenigen, die sie gesehen haben, in Hamburg, so muß man sich wirklich an die Art, wie da die Sache aufgenommen wurde, mit einer tiefen Befriedigung erinnern. Gerade in Hamburg konnte man sehen, wie bedeutungsvoll die Impulse sind, die auch von einer solchen Sache ausgehen können. Und da waren Leute, die eigentlich im Grunde zum erstenmal so recht einen eurythmischen Wurf gesehen haben. Und es wird vielleicht auch für die Eurythmie die Möglichkeit kommen, mit ihr in die Öffentlich­keit einzutreten. Aber gerade dann mussen wir mit solch einer Sache auf dem allerfestesten Boden stehen, nichts anderes tun, als was ledig­lich aus unserer Sache selbst heraus folgt. Sonst würde sich sehr bald zeigen, daß von einem gewissen Punkte ab niemand glauben darf, daß ich in einer gewissen Sache, wenn es auf mich selbst ankommt, bieg­sam bin. &#039;&#039;Kursiver Text&#039;&#039;Die meisten von Ihnen wissen schon, daß ich selbstverständ­lich überall da, wo es nicht auf etwas Prinzipielles ankommt, sondern wo es darauf ankommt, menschlich zu sein, das Menschliche in den Vordergrund zu stellen, in jeder Weise mit allen Menschen mitgehe - aber wo es an die Grenze kommt, daß auch nur im geringsten irgend etwas Prinzipielles verleugnet werden müßte, da würde ich mich nicht als biegsam erweisen. Wenn also in der jetzigen Zeit, wo so vieles an Tänzerei gesehen werden kann - denn überall wird ja getanzt, das ist ja ganz schrecklich, man könnte an jedem Abend, wenn man in einer größeren Stadt wohnt, einen Tanzabend mitmachen, wo überall schaugetanzt wird -, wenn man da glauben würde, und ich sage diese Sache nicht so ohne Begründung, obwohl ich auf nichts Konkretes hinweise, daß, wenn diese unsere Eurythmie jetzt vor die Öffentlich­keit treten würde, wir irgendwie uns binden sollten an eine journa­listische Verständnislosigkeit, die irgendwelche Anforderungen stellte, so würde ich mich in der ganz entschiedensten Weise dagegen verwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was Geschmacksrichtung ist, was Geschmacks­tendenz ist, muß lediglich aus unserer Sache selbst hervorgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns manchmal auch erinnern, insbesondere wenn wir uns wieder begrüßen, an das aus dem Willen folgende, notwendige, geradiinige Sich-Bewegen nach Maßgabe unserer spirituellen Impulse. Diese spirituellen Impulse werden ja gegen manches zu kämpfen ha­ben. Man kann heute nicht mehr bloß sagen Vorurteil, denn die Dinge wirken zu stark, als daß man sie mit dem schwachen Wort Vorurteil belegen könnte; diese Impulse, die werden gegen mancherlei zu kämp­fen haben. Immer wieder und wiederum muß ja hingewiesen werden auf die große Krankheit unserer Zeit, welche in der Zügellosigkeit gegenüber dem Gedankenieben besteht. Denn das Gedankenleben ist schon ein spirituelles Leben, wenn man es richtig erfaßt. Und weil die Menscheit so wenig sich an das Gedankenleben halten will, findet sie so wenig den Weg in spirituelle Welten hinein. Und ich muß schon von der verschiedensten Seite immer wieder und wieder eines berüh­ren: Man hält heute furchtbar viel von dem bloßen Inhalt der Gedan­ken. Aber der Inhalt der Gedanken ist an den Gedanken das am aller­wenigsten Wichtige. Nicht wahr, ein Weizenkorn ist ein Weizenkorn; es läßt sich nicht bestreiten. Aber mag ein Weizenkorn auch ein Wei­zenkorn sein: Wenn Sie ein Weizenkorn in einen guten, fruchtbaren Weizenboden hineinsenken, so bekommen Sie eine saftige Weizen­ähre daraus; wenn Sie ein Weizenkorn in einen ganz unfruchtbaren, steinigen Boden hineinsenken, bekommen Sie entweder gar nichts oder eine sehr korrupte Weizenähre. Jedesmal haben Sie es mit einem Weizenkorn zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagen wir jetzt etwas anderes statt Weizenkorn. Sagen wir statt Weizenkorn «Idee der freien Menschheit», von der ja heute so viel gesprochen wird; «Idee der freien Menschheit» ist «Idee der freien Menscheit», wird mancher sagen. Das ist geradeso wie: Weizenkorn ist Weizenkorn. Es ist ein Unterschied, ob «Idee der freien Mensch­heit» in einem Herzen, in einer Seele gedeiht - ganz genau dieselbe Idee mit derselben Begründung -, wo dieses Herz und diese Seele fruchtbarer Boden ist, oder ob die «Idee der freien Menschheit» in Woodrow Wilsons Kopf gedeiht! So wenig wie ein Weizenkorn gedeihen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann, wenn es in einen steinigen Boden oder gar in den Felsen hineingesenkt wird, so bedeuten all die sogenannten schönen Ideen, die in den Programmen Woodrow Wilsons vorkommen, nichts, wenn sie aus diesem Kopfe kommen. Allein dies ist etwas, was der gegen­wärtigen Menschheit so unendlich schwer wird einzusehen, weil die gegenwärtige Menschheit eben der Anschauung ist: Man hält sich an den Inhalt von Programmen, an den Inhalt von Ideen. Aber der Inhalt von Programmen, der Inhalt von Ideen, der hat ebensowenig eine Bedeutung, als die Keimkraft eines Weizenkorns eine Bedeutung hat, bevor dieses Weizenkorn in einen gerade für es fruchtbaren Weizen­boden gesenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Real denken, das ist dasjenige, was der Menschheit so ungeheuer not tut. Und mit dem Unrealdenken der Gegenwart hängt etwas anderes zusammen, hängt zusammen, daß die Menschheit fast von allen Er­eignis sen überrascht wird. Man kann schon die Frage aufwerfen: Von was ist denn die Menschheit nicht überrascht worden in den letzten Jahren? - Von allem ist sie überrascht worden, und sie wird weiter noch viel mehr überrascht werden, als sie überrascht ist. Aber die Menschheit läßt sich ja nicht irgendwie auf dasjenige ein, was wirksam ist in der Welt. Daher ist es auch heute unmöglich, für irgendeine Sache die Menschheit zu irgendeiner Voraussicht zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mit bloßen Ideen arbeitet, dann kann man von allen Seiten alles durch alles begründen. Wenn man mit dem bloßen Inhalt von Ideen arbeitet, kann man wirklich alles mit allem begründen. Auch das ist etwas, was im Grunde genommen immer mehr und mehr und immer tiefer und tiefer eingesehen werden muß, was aber nicht einge­sehen werden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich wenn man von solchen Dingen spricht und dann Beispiele anführt, findet man keinen rechten Glauben, weil die Beispiele zu grotesk sich ausnehmen. Aber von solchen Dingen, die in so gro­tesken Beispielen zutage treten, ist unser ganzes gegenwärtiges Seelen- und Geistesleben durchschwirrt. Ich weiß, daß gar mancher vielleicht mit Groll zuhört, wenn ich Ihnen eine recht ausgefallene Idee als ein Beispiel anführe. Ich will eine ganz ausgefallene Idee anführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ein Universitätsprofessor, ein alter, angesehener Universitäts­professor auf die Tatsache gestoßen, daß Goethe in seinem langen Leben Neigungen gehabt hat für verschiedene Frauen. Darauf ist also ein Universitätsprofessor gestoßen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Goethes Leben und das Leben der mit ihm zusammenhängenden Gei­ster gründlich zu studieren. Und siehe da, selbstverständlich hat er, trotzdem er nicht gerade ein europäischer Universitätsprofessor ist, es sich zur Aufgabe gemacht, bei diesen Studien so gründlich zu Werke zu gehen, wie sonst in der Regel nur mitteleuropäische Universitäts­professoren zu Werke gehen: er hat die ganze Galerie der Goetheschen Frauengestalten in ihrem Verhältnis zu Goethe an seiner Seele Revue passieren lassen. Und was hat er herausgefunden? Fast wörtlich kann ich es Ihnen anführen. Er hat herausgefunden: Was man über die je­weilig geliebte Frau in Goethes Leben sagen kann, das ist, daß jede für Goethe eine Art Belgien war, gegenüber welcher er die Neutralität verletzte, und dann darüber geseufzt hat, daß sein Herz blute, indem er über eine leuchtende Unschuld herfallen mußte. Aber er hat auch nicht vergessen, jedesmal wiederum wie der deutsche Kanzler zu be­haupten, daß das Gebiet der verletzten Neutralität ein besseres Schick­sal verdient haben würde, daß aber er, Goethe, nicht anders gekonnt habe, da seine Bestimmung, die Rechte seines geistigen Lebens ihn verpflichteten, die Geliebte zu opfern, ja den Schmerz seines eigenen Herzens zu opfern auf dem Altar der Pflicht, die er habe gegen sein eigenes unsterbliches Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, aus diesem Buche könnte ich Ihnen noch manche ausgefallene Idee hier vorlegen. Sie würden sagen: Wozu das? - Aber es hat schon seine guten Gründe, denn derlei Ideen finden Sie heute überallhin über die Erde zerstreut. Sie sind so, die Ideen der heutigen Menschheit. Und nicht umsonst zeigen sich solche Ideen da, wo der Extrakt des menschlichen Denkens in der Literatur auftritt, denn diese Anschau­ung wird vertreten von &#039;&#039;Santayana&#039;&#039;, dem Professor der Harvard-Univer­sität in Amerika, einem sehr angesehenen Spanier, der sich aber ganz amerikanisiert hat, dessen Buch während dieser Menschheitskatastro­phe geschrieben worden ist, und dessen französische Ausgabe einge­leitet worden ist von Boutroux, der kurz vor dem Kriege von Heidelberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus eine große Lobrede über die deutsche Philosophie gehalten hat. Dieses Buch heißt: «L&#039;erreur de la philosophie allemande», und ist wahrhaftig nicht ein Zufallsbuch, sondern es ist ganz charakte­ristisch für das Denken der Gegenwart, weil ja wirklich mit derselben Leichtigkeit, mit welcher der Professor Santayana die Verletzung der belgischen Neutralität mit den Taten Goethes gegenüber verschiede­nen Frauen vergleicht, diese Menschheit das Entferntliegendste zusammenhält. Denn diese Art des Denkens tritt Ihnen, wenn Sie wirk­lich beobachten können, auf allen Gebieten der sogenannten heutigen Wissenschaft entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja schon einmal die Aufgabe jener geistigen Impulse, denen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gewidmet ist, gegen drei Grundübel in der gegenwärtigen sogenannten Mensch­heitskultur anzukämpfen. Sie kann gar nicht anders, als gegen diese drei Grundübel anzukämpfen. Das eine Grundübel zeigt sich auf dem Gebiete des Denkens, das andere auf dem Gebiete des Fühlens, und das dritte auf dem Gebiete des Wollens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Denkens ist es allmählich dazu gekommen, daß die Menschen nur so denken können, wie dasjenige Denken verläuft, das eng an das physische Gehirn gebunden ist. Aber dieses Denken, das eng an das physische Gehirn gebunden ist, das sich nicht erheben will in freiem Aufschwung zum Spirituellen, das ist unter allen Umständen dazu verurteilt, borniert zu werden, beschränkt zu werden. Und das bedeutungsvollste Kennzeichen, namentlich des gegenwärtigen wis­senschaftlichen Denkens, ist die Borniertheit, ist die Beschränktheit. Gewiß, man kann auf dem Felde des Beschränkten, des Bornierten, Großartiges leisten. Das tut zum Beispiel die gegenwärtige Natur­wissenschaft. Aber zur Naturwissenschaft, wie sie heute gedacht wird, ist ja keine Genialität notwendig. Also: Borniertheit, Beschränktheit, das ist dasjenige, was namentlich auf intellektuellem Gebiete be­kämpft werden muß. Ich will heute mehr skizzieren, wir werden diese Dinge genauer besprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Fühlens handelt es sich darum, daß die Mensch­heit allmählich zu einer gewissen Philistrosität gekommen ist - man kann das nicht anders nennen -, Engherzigkeit, Philistrosität, Eingeschränktheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf gewisse engumgrenzte Kreise. Das ist ja das hauptsächlichste Kennzeichen des Philisters, daß er sich nicht für große Weltenzusammenhänge interessieren kann. Kirchtumpolitiker sind immer Philister. Das kann natürlich auf dem Gebiete der Geisteswis­senschaft nicht genügen, denn da kann man sich nicht auf die engsten Kreise beschränken. Man muß sich sogar für das Außerirdische, man muß sich für sehr weite Kreise interessieren. Und die Leute ärgert es ja, wenn jemand auch nur vorgibt, für so weite Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn, etwas wissen zu wollen. Aber die Philistrosität muß schon auf allen Gebieten der Nichtphilistrosität weichen, wenn Gei­steswissenschaft durchdringen soll. Das ist manchmal nicht bequem, denn das fordert rückhaltloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen, und ein mehr vorurteilsloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ja in der letzten Zeit einmal etwas recht Niedliches gerade auf unserem Boden passiert; aber ich habe vorgebeugt, es ist nichts Schlimmes passiert, es hätte nur etwas passieren können! Ich habe - Sie werden sich daran noch aus den vorjährigen Zürcher Vorträgen erinnern - unter den verschiedenen Beispielen, wie aus der Natur­wissenschaft selber eine Art Überwindung des Darwinismus herauswachsen kann, auf das ausgezeichnete Buch «Das Werden der Orga­nismen» von Oskar Hertwig hingewiesen. Ich habe hier und sonst überall, wo ich nur Gelegenheit gefunden habe, auf dieses ausgezeich­nete Buch hingewiesen. Nun erschien sehr bald nach diesem Buch ein kürzeres Buch, worin derselbe &#039;&#039;[[a:Oskar Hertwig|Oskar Hertwig]]&#039;&#039; über das soziale, das ethische und das politische Leben spricht, und ich hatte mir schon gedacht: Da kann passieren, daß einzelne unserer Mitglieder, wenn sie gehört haben, daß ich gesagt habe, das Buch von Oskar Hertwig «Das Werden der Organismen» sei ein ausgezeichnetes Buch, nun glauben, daß ich denselben Oskar Hertwig für eine unfehlbare Autorität an­sehe. Dieses Buch, das als zweites erschienen ist von Oskar Hertwig, ist ein Buch, das nichts taugt, ein Buch, das herrührt von einem Men­schen, der auf dem Gebiete, um das es sich da handelt, auf dem Ge­biete des sozialen, des ethischen, des politischen Lebens, absolut keinen einzigen ordentlichen Gedanken fassen kann. Ich fürchtete schon, daß einzelne unserer Mitglieder nun hätten finden können, daß auch dieses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buch irgendeinen Wert haben könnte, weil es von demselben Oskar Hertwig herrührt. So mußte ich denn vorbauen und habe auch über­all, wo ich bisher die Gelegenheit ergreifen konnte, sie ergriffen, um darauf aufmerksam zu machen, daß ich dieses zweite Buch desselben Verfassers, der ein ausgezeichnetes naturwissenschaftliches Buch ge­schrieben hat, für ein ganz unfruchtbares, törichtes Zeug halte, von einem Menschen, der gar nicht die Möglichkeit hat, über die Dinge zu reden, über die er da redet. Bequem das eine aus dem andern zu fol­gern, ohne sich jedesmal den Tatsachen aufs neue vorurteilslos gegen­überzustellen, das läßt unsere anthroposophisch orientierte Geistes­wissenschaft nicht zu. Die fordert eben wirklich von den Menschen eine Prüfung der Konkretheit gegenüber jedem einzelnen Falle. Philistrosität ist etwas, was schwinden wird, wenn die Impulse der Geisteswissenschaft sich verbreiten. Das auf dem Gebiete des Fühlens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf dem Gebiete des Wollens, da ist es dasjenige, was so ganz besonders in der neueren Zeit im weitesten Sinne die Menschheit er­griffen hat und was ich doch nicht anders benennen kann denn als Ungeschicklichkeit. Durch das Eingeschränktsein desjenigen, was man lernt auf einem engen Kreis, kann der heutige Mensch in der Regel viel auf einem engen Kreise, und er ist ziemlich ungeschickt in bezug auf alles, was außerhalb dieses Kreises liegt. Man kann heute Männer kennenlernen, die sich keinen Hosenknopf annähen können! Unge­schicklichkeit außerhalb eines engsten Kreises, das ist dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens insbesondere verbreitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun nicht mit den bloßen abstrakten Gedanken, sondern mit der ganzen Seele bei dem ist, was man hier Geisteswissenschaft nennt, der wird sehen, daß diese Geisteswissenschaft in die Geschicklichkeit der Hände hineingeht, daß sie den Menschen geschickter macht, daß sie ihn geeignet macht, wirklich wiederum sein Interesse auf weitere Kreise, sein Wollen über eine weitere Welt auszudehnen. Natürlich ist gerade mit Bezug auf die Ungeschicklichkeit Geisteswissenschaft noch zu schwach, aber je stärker wir sie aufnehmen, desto mehr wird sie eine Bekämpferin sein der Ungeschicklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist es, was beim heutigen Aufnehmen der Geisteswissen­schaft, ich möchte sagen, als eine Trinität ihr gegenübersteht: Borniertheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf intellektuellem Gebiete, Philistrosität, das heißt Engherzigkeit auf dem Fühlensgebiete, Ungeschicklichkeit auf dem Wil­lensgebiete. Und die drei liebt man heute, wenn man auch sich dessen nicht voll bewußt ist. Nichts wird heute mehr geliebt in der ganzen Welt als Ungeschicklichkeit, Philistrosität und Borniertheit. Und in­dem man diese drei liebt, wird man nicht leicht vordringen können zu den großen Aspekten, zu denen die Menschheit vordringen muß: zu den Aspekten, die sich an die Benennungen Ahriman und Luzifer anknüpfen. Und gerade hier ist etwas Wichtiges zu begreifen in unse­rer Zeit, denn in unserer Zeit ist unter mannigfaltigen andern Dingen auch ein sehr wichtiger Übergang vom Luziferischen zum Ahrima­nischen. Und da sich dieser Übergang nicht bloß sonstwo, sondern auch schon durchaus hier in der Schweiz zeigt, so kann man ja auch hier davon sprechen. Auf diesem Gebiet hat vielleicht hier das erste gerade durch schweizerische Gepflogenheiten weniger Bedeutung erlangt, aber das zweite, das hat alle Aussicht, gerade auf diesem Bo­den mehr Bedeutung zu erlangen. Die Menschheit ist nämlich in bezug auf gewisse Dinge in einem Übergang von luziferischen zu ahrimani­schen Untugenden, von luziferischen Kontraimpulsen in bezug auf die Entwickelung der Menschheit zu ahrimanischen Kontraimpulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchaus luziferisch geartet waren gewisse Impulse, die man in der früheren Zeit im Erziehungswesen geltend machte. Man rechnete im Erziehungswesen - wir alle, als wir jung waren, mit Ausnahme der Jüngsten unter uns, wissen ja das sehr genau - mit dem Ehrgeiz, mit der Eitelkeit. Also man rechnete - vielleicht hier in der Schweiz weniger, aber sonst ziemlich viel in der Welt - mit dem Ehrgeiz und der Eitelkeit, mit Ordenswesen, Titelwesen und so weiter, nicht wahr! Die ganze Laufbahn mancher Menschen war aufgebaut auf diesen luziferischen Impulsen der Eitelkeit, des Ehrgeizes, des Mehr-Geltens als ein anderer Mensch und so weiter. Versuchen Sie zurückzudenken, wie das Erziehungswesen schon aufgebaut war auf diesen luziferischen Impulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenwart strebt man danach, an die Stelle dieser luzife­rischen Impulse ahrimanische zu setzen. Sie hüllen sich heute in das niedliche Wort «Begabtenprüfungen». Das will auf ahrimanischem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete, was das Pochen auf den Ehrgeiz und die Eitelkeit schon bei dem Kinde auf luziferischem Gebiete war. Man strebt heute danach, die Begabtesten herauszufinden, diejenigen, die schon ohnedies in den Klassen am meisten können; aus denen sollen wiederum einzelne her­ausgezogen werden. Dann stellt man mit diesen Begabtenprüfungen an, Prüfungen des Intellekts, Prüfungen des Gedächtnisses, Prüfun­gen der Auffassungsgabe und so weiter. Und das ist etwas, wofür die Verfassung des Schweizer Gemütes sehr viel Veranlagung hat. Und wenn auch das Luziferische hier weniger eine Rolle spielte, dieses Ahrimanische, das zeigt sich schon in sehr niedlichen Keimen: Ver­ständnis für diese Begabtenprüfungen. Denn diese Begabtenprüfun­gen gehen ja aus von der Intelligenz, von der Wissenschaft, von der gegenwärtigen Gelehrtenpsychologie. Da setzt man sich hin, nicht wahr, diejenigen, deren Begabung man prüfen will, man schreibt ihnen auf: &#039;&#039;Mörder - Spiegel - Opfer des Mörders.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitzen sie da, die armen Lämmer, vor den drei Worten Mör­der, Spiegel, Opfer des Mörders und sollen Verbindungsglieder su­chen. Das eine Kind findet: Der Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, aber das Opfer hat einen Spiegel, und in dem spiegelt sich gerade der Mörder, und da kann sich das Opfer noch retten. - Das ist das erste Kind. Seine Auffassungsgabe geht dahin, die drei Worte so zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt kommt ein anderes: Ein Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, sieht sich in einem Spiegel; da kommt ihm sein Gesicht vor wie jemand, der kein gutes Gewissen hat, und der Mörder läßt ab von seinem Opfer, weil er sein Gesicht im Spiegel sieht. - Das ist das zweite Kind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Kind macht eine andere Kombination: Ein Mörder schleicht heran. Dieser Mörder findet einen Spiegel. Er stößt sich an dem Spiegel; der Spiegel fällt herunter, macht einen furchtbaren Lärm, poltert. Das Opfer des Mörders wird auf das Gepolter auf­merksam und kann zur rechten Zeit sich rüsten gegen den Mörder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte Kind ist das Begabteste! Das erste hat nur das Aller­nächste an Ideenkombinationen gefunden, das zweite eine nahe­liegende moralische Sache, das dritte Kind hat aber eine sehr komplizierte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideenverbindung gefunden. Das ist das Begabteste! Nun ja, es ist schon so ähnlich. Man muß ja natürlich alles, wenn man es kurz darstellen will, ein bißchen in seiner eigenartigen Wesenheit darstel­len. Aber so will man in der nächsten Zeit die Begabung der Kinder prüfen, damit man die Begabtesten herausbekomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist sicher: Wenn diejenigen Menschen, die diese Methoden erfinden, nachdenken würden, wer die Großen sind, die sie verehren, so &#039;&#039;[[a:Helmholtz|Helmholtz]], [[a:Newton|Newton]]&#039;&#039; und so weiter, so müßten sie sagen, die wären bei diesen Begabtenprüfungen alle, durch die Bank, als die unbe­gabtesten Kerlchen angesehen worden! - Es wäre nichts herausge­kommen. Denn Helmholtz, der heute bei den Leuten, die da die Be­gabtenprüfungen machen, ganz gewiß als ein großer Physiker ange­sehen wird, hatte einen Wasserkopf und war sehr unbegabt in seiner Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will man denn da prüfen? Den bloßen äußeren Organismus, lediglich dasjenige, was als physisches Werkzeug des Menschen in Betracht kommt, das rein Ahrimanische der Menschennatur! Werden jemals die Früchte dieser Begabtenprüfungen in der Menschheit irgend etwas bedeuten, dann werden noch greulichere Gedankenge­bilde heraufkommen, als diejenigen sind, die zu der gegenwärtigen Menschheitskatastrophe geführt haben. Allein wenn man heute den Menschen spricht von dem, was vielleicht erst in hundert Jahren zu katastrophalen Ereignissen führen kann, so interessiert das ja die Menschen nicht. Aber wir leben jetzt in diesem Übergang von luzi­ferischem Erziehungssystem zum ahrimanischen Erziehungssystem, und wir müssen zu denen gehören, die solche Sachen ins Auge zu fassen verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wirksame Kraft für die Zukunft ist, müssen die Menschen umsetzen in Kräfte der Gegenwart. Denn das ist es, was heute von uns gefordert wird: Gefordert wird echtes, wahres, unbefangenes Sich Gegenüberstellen dem, was konkrete, unmittelbare Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darinnen kann man ja sehr sonderbare Erfahrungen machen. Ich weiß nicht, ob ich hier eine Erfahrung schon erwähnt habe, die ganz interessant ist. Es gibt Schriften von [[a:Woodrow Wilson|Woodrow Wilson]], eine Schrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über die Freiheit, eine andere Schrift heißt «Nur Literatur», die viel bewundert worden sind, auch heute noch von vielen sehr bewundert werden. In der einen Schrift, die «Nur Literatur» heißt, ist ein in­teressanter Essay wiedergegeben, den Woodrow Wilson über die historische Entwickelung von Amerika geschrieben hat. Auch sonst sind interessante Essays von Woodrow Wilson wiedergegeben mit weiten historischen Gesichtspunkten. Als ich diese Schriften las, machte ich eine interessante Erfahrung. In diesen Schriften finden sich einzelne Sätze, die mir ungemein bekannt schienen, und die doch ganz gewiß nicht von irgend etwas abgeschrieben waren; sie schienen mir aber doch außerordentlich bekannt. Und ich kam sehr bald dar­auf, daß diese Sätze, die da bei Woodrow Wilson stehen, ebensogut bei Herman Grimm stehen könnten, ja, daß mancher dieser Sätze so­gar wörtlich bei Herman Grimm steht. Herman Grimm liebe ich; Woodrow Wilson, das wissen Sie ja wohl, liebe ich nicht gerade. Aber ich kann deshalb doch nicht die objektive Tatsache verschweigen, daß in bezug auf den Inhalt der Sätze man Sätze von Herman Grimm in Vorträgen, Aufsätzen einfach herübernehmen und hineinstellen könnte in Wilsons Aufsätze, und umgekehrt Sätze von Wilson in Werke von Herman Grimm herübernehmen könnte. Da sagen zwei dem einfachen, gewöhnlichen Wortlaute nach eines und dasselbe. Aber in der Gegenwart muß man lernen: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe! Denn es liegt die interessante Tatsache vor: Herman Grimms Sätze sind persönlich erkämpft, sind errungen, Schritt für Schritt von der Seele errungen. Woodrow Wilsons ganz gleichlautende Sätze rühren von einer eigentümlichen Besessenheit her. Von einem unterbewußten Ich ist der Mann besessen, das diese Sätze herauftreibt in das bewußte Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solche Dinge beurteilen kann, der kommt darauf, daß es sich hier darum handelt: Weizenkorn ist Weizenkorn; aber es ist ein Un­terschied, ob das Weizenkorn in diesen Boden oder in jenen Boden gesenkt wird. Es ist ein Unterschied, ob jemand eine Idee so sehr als die seinige hat, daß er sie Stück für Stück auf seinem eigenen, per­sönlichsten Wege erkämpft hat, oder ob jemand diese Idee dadurch hat, daß ein Unterbewußtes ihn von sich, von diesem Unterbewußten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besessen gemacht hat: da tönt alles aus einem besessenen Unterbe­wußten heraus, aus einem Bewußtsein, das vom Unterbewußten be­sessen ist. Also es kommt heute schon darauf an, zu verstehen: Auf den Inhalt der Gedanken, auf den Inhalt von Programmen kommt es nicht an, sondern auf das lebendige Leben kommt es an, das die Menschheit lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann materialistische Philosophie lehren, man kann bloße Gedankenphilosophie lehren, man kann bloße materialistische Na­turwissenschaft lehren, man kann mit bloß materialistischer Natur­wissenschaft ein ausgezeichneter europäischer Gelehrter sein, eine Zierde der Universität sein und daneben ein braver Staatsbürger: es ist ja der Typus nicht so selten, nicht wahr? Sie sind ja überall zu finden, die Zierden und Leuchten der Wissenschaft, die zu gleicher Zeit ganz tadellose, brave Staatsbürger sind! Das kann man ja ganz gut sein. Aber nehmen Sie irgendeine bestimmt geartete Idee, etwa den Kampf ums Dasein, um eine triviale Idee zu nennen, oder eine Idee, wie sie selbst zahmere Leute wie Oskar Hertwig vertreten, oder Ideen, wie sie &#039;&#039;Spenser&#039;&#039; oder &#039;&#039;Mill&#039;&#039; oder &#039;&#039;Boutroux&#039;&#039; und &#039;&#039;Bergson&#039;&#039; vertreten, die eben durchaus nicht zu spirituellem Leben vordringen wollen, sondern bei bloßen Gedankenphilosophien bleiben - aber noch mehr: Nehmen Sie das, was materialistische naturwissenschaftliche Ideen sind, nehmen Sie diese Ideen -, gewiß, sie können wachsen im Gehirn von braven Staatsbürgern; schön, aber Weizenkorn ist Wei­zenkorn, doch es ist ein Unterschied, ob ein Weizenkorn in weizenfruchtbarem Boden wächst oder in felsigem Boden, und es ist ein Unterschied, ob dieselbe naturwissenschaftliche Idee, die in Europa als eine Zierde der Naturwissenschaft errungen werden kann und an den Universitäten gilt, in den Gehirnen der Universitätslehrer wächst, oder ob sie wächst in dem Gehirn eines Menschen, der einen Bruder hat, welcher schon als junger Mann, am Ende der achtziger Jahre, als eine Leuchte der Wissenschaft in einem Petersburger Laboratorium gilt, der voller fruchtbarer chemischer Ideen ist, mit einer besonderen Medaille ausgezeichnet, von allen, die mit ihm gearbeitet haben, als junger Mann schon hochverehrt wird - und dieser Bruder ist plötz­[ich nicht mehr da! Eben noch von der Universitätsbehörde ausgezeichnet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
plötzlich nicht mehr da! Auf allen möglichen Umwegen sollen dann seine Kollegen erfahren haben, daß er mittlerweile ge­henkt worden ist, weil er an Verschwörungen teilgenommen hatte gegen Alexander III., den Reaktionär. Solche Tatsachen beleuchten die Dinge, die in der Gegenwart spielen, als Lichtblitze. Es ist nun ein Unterschied, ob dieselbe Idee in das Gehirn eines braven west­europäischen Universitätsprofessors fällt oder in das Gehirn des Bruders dieses unter solchen Voraussetzungen Gehenkten. Wenn sie in das Gehirn dieses Bruders fällt, dann verwandelt sich dieser Bruder in einen Lenin - denn der Bruder dieses Gehenkten ist Lenin -, und dann wird dieselbe Idee zur Triebkraft von alledem, was Sie jetzt im Osten Europas aufgehen sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idee ist Idee, wie Weizenkorn Weizenkorn ist, aber man muß er­kennen, ob etwas dieselbe Idee ist und nun auftritt, je nachdem, in dem Gehirn des Universitätsprofessors oder in dem Gehirn des Bruders des dazumal Gehenkten. Man muß den Willen haben, hineinzuschauen in diejenigen Untergründe des Daseins, wo die wirklichen Impulse des Geschehens liegen. Und man muß den Mut haben, abzu­lehnen all das Phrasenzeug von Programmen und Ideen von Wissen­schaftern, die da glauben, wenn sie dies oder jenes vertreten, so komme etwas darauf an. Vertreten kann man dem Inhalte nach dies oder jenes; doch darauf kommt es an, in welchem Gebiete des leben­digen Lebens dieses also Vertretene ist, so wie es darauf ankommt, in welches Gebiet das Weizenkorn fällt, ob in einen fruchtbaren Boden oder in einen unfruchtbaren Boden. Den Weg von der Ab­straktion, die unter den heutigen ernsten Verhältnissen überall zur Illusion oder zum Chaos führt, zu der Wirklichkeit, die einzig und allein in der Spiritualität gefunden werden kann, diesen Weg muß auf allen Gebieten die Menschheit suchen. Und wenn es noch so lange dauert: Auf diesem Wege allein kann die Menschheit das Heil und den Segen aus der gegenwärtigen Verwirrung heraus finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was wir uns ins Herz schreiben sollten, worinnen wir uns zusammenfinden sollen. Das ist es, womit wir uns in einer ernsten Begrüßung begrüßen sollten: in diesem Wissen, dazuzugehören zu dem, was die Gebrechen der Menschheit heilen muß. Sie sind heilbar,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber sie dürfen nicht mit Quacksalbereien geheilt werden wollen. Sie müssen geheilt werden mit demjenigen, durch dessen Mangel die Menschheit gerade in das Chaos hineingekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals hätte im Osten der Leninismus Platz greifen können, wenn nicht im Westen die materialistische Wissenschaft, die manchmal gar nicht sich materialistisch glaubt, gelehrt worden wäre. Denn was im Osten gemacht wird, ist direkt ein Kind der materialistischen Wissen­schaft. Ein Wechselbalg ist durch &#039;&#039;Karl Marx&#039;&#039; entstanden. Das wirk­liche Kind der materialistischen Wissenschaft ist schon im Osten vorhanden. Aber man muß den Willen haben, in alle diese Dinge wirk­lich hineinzuschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, meine lieben Freunde, ist gewissermaßen der Hintergrund, auf dem sich nun, ich möchte sagen, abhebt unser Bau. Und einzelne Menschen hier bei diesem Bau, sie arbeiten, denken an den Bau wahr­haftig recht abseits von den Ideen, die auf so vielen Territorien heute die Menschheit bewegen. Man kann sich gut denken, daß da draußen auf den andern Territorien viele Menschen sind, die da finden, daß hier Menschen leben, die sich absondern von dem, was heute die Welt bewegt und, wie die Menschen glauben, auch bewegen sollte. Man könnte sich das denken, daß die Leute vorwurfsvoll an diesen Ort hinsehen. Diejenigen, die mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei diesem Bau sind, brauchen sich aus diesem Vorwurf nichts zu machen. Denn, möge dieser Bau vielleicht gar nicht seine Aufgabe erfüllen, möge dieser Bau gar nicht sein Ziel erreichen: was an die­sem Bau aber arbeitet und was von denen aus gearbeitet wird, die an diesem Bau mit Hingabe arbeiten, das ist dasjenige, was das Aller­wichtigste ist in der Gegenwart, das ist dasjenige, was die gegenwärtige Menschheit herausführen muß aus alldem, in das sie hineingekommen ist. Und wenn die Menschen draußen etwa glauben: Hier arbeiten Leute abseits von den Aufgaben der gegenwärtigen Menschheit -, so muß man diesen Leuten sagen können: Hier wird gerade gearbeitet für das Allerwichtigste, für das Allerwesentlichste in der Gegenwart, das nur die andern nicht kennen, wovon die andern noch nichts wis­sen. Aber davon wird es gerade abhängen, daß die Menschheit werde etwas wissen wollen von dem, was hier geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal sei es betont: Nicht darauf kommt es an, ob dieser Bau sein Ziel erreicht - obgleich es gut wäre, wenn er sein Ziel er­reichen würde -, sondern darauf kommt es an, daß aus gewissen Ideen heraus an diesem Bau gearbeitet worden ist, daß sich Menschen ge­funden haben für das Arbeiten an diesem Bau. Und nicht der Inhalt dieser Ideen, sondern die Art, wie diese Ideen leben, das ist dasjenige, was die Menschheitsimpulse für die Zukunft sind, während das, woran heute viele glauben, nichts anderes ist als die zum Grabe sich neigenden, in die Auflösung übergehenden, für die Auflösung auch reifen Ideen der Vorzeit. Davon wollen wir dann morgen weiter reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute davon ausgehen, eine Art Skizze zu geben von der menschlichen Seele, so wie diese menschliche Seele in ihrem Verhalten zur Welt und zu sich selbst ist. Ich möchte diese Skizze so halten, daß man etwa sagen kann: Wir sehen uns den Menschen als Seelenwesen an im Profil. Also, damit wir uns verstehen: Wie wenn wir uns den physischen Menschen - nicht das Seelenwesen - so ansehen würden, daß wir ihn etwa nicht en face, sondern im Profil haben würden, meinetwillen nach rechts hinüberschauend. Betrachten wir ihn einmal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 029.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 29]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so. Natürlich müssen wir, wenn wir versuchen, so etwas skizzenhaft zu entwerfen, uns immer klar darüber sein, daß wir es mit imagina­tiver Erkenntnis zu tun haben, daß also das Wirkliche, das hinter einer solchen Sache steht, durch ein Bild wiedergegeben ist. Das Bild deutet auf die Sache hin, und man macht ja auch das Bild so, daß es in richtiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art auf die Sache hindeutet. Aber natürlich darf man sich eine Zeichnung, eine Skizze, welche darstellen soll ein Seelisch-Geistiges, nicht so denken, wie man sich irgend etwas vorstellt, das in natura­listischer Art eine äußere sinnenfällige Wirklichkeit kopiert. Dessen, was ich jetzt sage, muß man sich schon fortwährend bewußt sein. Ich werde also alles, was den physischen und den niederen ätherischen Organismus des Menschen betrifft, fortlassen, werde nur das Seelische, das Seelisch-Geistige zu skizzieren versuchen (siehe Zeichnung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Sie ja aus den verschiedenen Darstellungen, die gegeben wor­den sind, wissen, steht dieses Seelisch-Geistige mit der seelisch-geisti­gen Umwelt mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang als der physische Mensch mit der physischen Umgebung. Der physische Mensch ist ja gegenüber der physisch-sinnenfälligen Umgebung ein ziemlich abgeschlossenes Wesen. Man möchte sagen: Dieser physisch-sinnliche Mensch ist wirklich auch real in seiner Haut eingeschlossen. - So ist es nicht bei dem, was man als den geistig-seelischen Menschen bezeichnen kann; da muß man sich einen fortdauernden Übergang denken in den Strömungen, die im seelisch-geistigen Inneren des Menschen pulsieren, und in all den Bewegungen und Strömungen, die in der allgemeinen, universellen geistig-seelischen Welt bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich nun zunächst von der einen Seite her charakterisieren, wie dieses Verhältnis des menschlich Geistig-Seelischen zu dem Gei­stig-Seelischen der universellen Umgebung ist, so müßte ich das viel­leicht in der folgenden Weise tun. Ich müßte dasjenige, was aus dem Universum, also aus der Unendlichkeit des Raumes in geistig-seeli­scher Weise hereinkommt, zunächst in dieser Art malen. Eigentlich müßte ich den ganzen Raum so ausmalen, aber das ist ja nicht nötig, ich werde nur dasjenige, was zunächst Umgebung des Menschen ist, ausmalen. Das ist also jetzt dasjenige, was als Umwelt aufzufassen ist (siehe Zeichnung Seite 31, blau). Denken Sie sich also in seelisch-geistiger Bildhaftigkeit das, worin der Mensch hineingestellt ist. Der Mensch ist ja jetzt noch nicht da, sondern es ist nur das, was aus der Umgebung angrenzt, mit diesem Blau gekennzeichnet. Denken Sie sich das wie ein in sich wogendes blaues Meer, das den Raum aber aus­füllt. Wenn ich sage: Blaues Meer -, ist das natürlich so aufzufassen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 031 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ich das öfter in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen, charakteri­siert habe, so wie Farben als Bezeichnung des Aurischen, des Seelisch-Geistigen aufzufassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmend, möchte ich sagen, oder schwebend getragen, wie eine Woge getragen, ist nun ein anderes Geistig-Seelisches. Das ist dasjenige, welches ich jetzt etwa in der folgenden Weise darstellen müßte. Wir können also, wenn wir von der universellen Umwelt zum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen übergehen, uns und das menschliche Geistig-Seelische etwa wie schwebend auf diesem Rot denken. Da hätten wir zunächst einen Teil des Geistig-Seelischen; davon müßten wir nur, wenn wir etwas der Wirklichkeit gemäß die Skizze machen wollten, den oberen Teil in einem etwas ins Violettliche, ins Lila fallenden Rot geben. Das würde nur richtig gegeben sein, wenn hier oben das Rot sich violett abstumpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit habe ich Ihnen zunächst, ich möchte sagen, den einen Pol des Geistig-Seelischen des Menschen gegeben. Den andern Pol be­kommen wir, wenn wir das, was hier an das universell Geistig-Seeli­sche sich anschließend gegen das physische menschliche Antlitz zu schwimmend-schwebend sich verhält, etwa in der folgenden Weise eingliedern: Gelb, Grün, Orange; Grün geht ins Blaue noch hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Sie eine, ich möchte sagen Normalaura des Menschen im Profil, also von der rechten Seite aus gesehen. Ich sage ausdrück­lich: eine Normalaura von der rechten Seite aus gesehen. Dasjenige, was sich dem Schauen so darstellen würde, daß das Schauen eben diese Figur vor sich hätte, das charakterisiert das Hineingestelltsein des Menschen in seine geistig-seelische Umgebung. Es charakterisiert aber auch die Stellung des Menschen, des Seelisch-Geistigen des Men­schen zu sich selber. Man kann, gerade wenn man dasjenige studiert, was durch diese Figur dargestellt ist, so recht sehen, wie der Mensch nach zwei Seiten hin ein begrenztes Wesen ist. Diese zwei Seiten, nach denen hin der Mensch ein begrenztes Wesen ist, die werden im Leben immer bemerkt; allein sie werden nicht richtig gedeutet, sie werden nicht richtig ins Auge gefaßt, werden wenigstens nicht verstanden. Sie wissen ja, daß man in der äußeren Naturwissenschaft davon spricht, daß der Mensch, wenn er die Welt betrachtet, wenn er sich Erkennt­nisse verschaffen will von der Welt, mit seiner Wissenschaft, mit seiner Erkenntnis an bestimmte Grenzen kommt. Wir haben öfter von die­sen Grenzen gesprochen, von diesem berühmten «Ignorabimus» - wir werden niemals wissen -, welches von seiten der Naturforscher, von seiten mancher Philosophen geltend gemacht wird. Man sagt, der Mensch komme eben zu bestimmten Grenzen seines Erkennens, seines Anschauens der Außenwelt. Ich habe Ihnen wohl auch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den berühmten Ausspruch angeführt, den [[A:Du Bois-Reymond|&#039;&#039;Du Bois-Reymond&#039;&#039;]] auf der Leipziger Naturforscherversaminlung in den siebziger Jahren getan hat: In die Regionen hinein, so sagte ungefähr dazumal Du Bois­-Reymond, in denen Materie spukt, wird das menschliche Erkennen niemals dringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde richtiger über diese Erkenntnisgrenzen des Menschen sprechen, wenn man vielleicht sagen würde: Der Mensch ist genötigt, indem er die Welt betrachtet, gewisse Begriffe sich festzusetzen, welche er mit seinem naturwissenschaftlichen Erkennen, auch mit seinem gewöhnlichen Philosophenerkennen nicht durchdringt. Sie brauchen ja nur zu denken an solche Betrachtungen wie den Begriff des Atoms. Vom Atom redet die Naturwissenschaft. Aber das Atom hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn man eigentlich nicht davon reden kann, wenn man nicht sagen kann, was ein Atom ist; denn in dem Augenblicke, wo man anfangen würde, das Atom zu beschreiben, wäre es nicht mehr ein Atom. Es ist ein schlechthin Unnahbares. Und so ist es eigentlich schon die Materie, der Stoff selber. Es müssen ge­wisse Begriffe festgesetzt werden, an die man nicht herankommt. So ist es mit dem Erkennen der Außenwelt. Es müssen Begriffe festge­setzt werden, wie Materie, Kraft und so weiter, an die man nicht herankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß solche Begriffe festgesetzt werden müssen, das beruht einfach darauf, daß jenes innerlich geistig-seelisch Leuchtende des Menschen hier nach außen in ein Dunkles hinein sich erstreckt. Das, was da konstatiert wird als Erkenntnisgrenze, das kann man, ich möchte sa­gen, aurisch wirklich richtig sehen. Es liegt hier dem Menschen eine Grenze vor. Das Wesen, das er selbst ist, wird hier dargestellt durch dasjenige, was ich aurisch habe verlaufen lassen als hellgrün ins Blau-violett übergehend (siehe Zeichnung Seite 31). Aber indem es ins Blauviolette übergeht, ist es nicht mehr der Mensch, da ist es das Universelle der Umgebung. Da gelangt der Mensch mit seinem Wesen, das die innere Kraft seines Anschauens der Welt ist, an eine Grenze, da gelangt er gewissermaßen an das Nichts, und da muß er solche Begriffe, wie Materie, Atom, Stoff, Kraft festsetzen, die keinen Inhalt haben. Das liegt in der menschlichen Organisation, das liegt im Zusammenhange&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Menschen mit dem ganzen Weltenall. Da geht wirk­lich die Verbindung des Menschen mit dem Weltenall vor sich. Man kann, wenn man im Sinne geisteswissenschaftlicher Vorstellung diese Grenze da bezeichnet, das so machen, daß man sagt: Diese Grenze läßt den Menschen in bezug auf seine Seele in Berührung kommen mit dem Universum. - Man kann, indem man die Richtung nach dem Universum hin mit der einen Schleife einer Lemhiskate bezeichnet, das, was dem Menschen angehört, mit der andern Schleife bezeichnen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034a.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur geht das, was aus dem Menschen herausgeht, in das Universum, in das Unendliche hinein. Man muß daher die Schleifenlinie, die Lemniskate, auf der einen Seite offenlassen, und auf der einen zu­machen, und man muß dann diese Schleifenlinle so zeichnen: Hier ist die Schleifenlinie geschlossen, hier geht sie ins Unendliche hinaus. Es ist dieselbe Linie, die ich dort gezeichnet habe, nur gehen die Schenkel hier ins Unendliche hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034b.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich hier so zeichne als offene Lemniskate, als offene Schleifen-linie, das ist nicht bloß etwas Ausgedachtes, das ist etwas, was Sie tatsächlich wie ein- und auslaufende Blitze in einer sanften, aber sehr langsamen Bewegung als Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum sehen können. Die Strömungen des Universums nähern sich fortwährend dem Menschen; er zieht sie an, sie verschlingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in seiner Nähe und gehen wieder heraus. Also es strömt so etwas dem Menschen zu, verschlingt sich, geht wieder heraus. Der Mensch ist von solchen dem Universum angehörenden Strömungen durchsetzt, die sich hier vor ihm aufhalten. Dadurch ist der Mensch, wie Sie sich vorstellen können, von einer Art welligem Aurischen um­geben ; es kommen diese Strömungen vom Universum herein, machen hier einen Wirbel, grüßen gleichsam den Menschen, indem sie einen Wirbel vor ihm machen, so daß er hier von einer Art aurischer Strö­mung umgeben ist. Das ist wesentlich ein Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum, zur geistig-seelischen Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber können Sie dasjenige, was Sie eigentlich als in Ihrem Be­wußtsein liegend empfinden, hier dargestellt finden als bläulich-grün­lich-gelblich, nach innen zu orange verlaufend. Aber das stößt hier auf; im Inneren des menschlichen Seelischen stößt dieses Gelblich-Orange auf das auf, was auf dem blauen Meere als das Geistig-Seelische des unteren Menschen schwingt, des niederen Menschen. Was ich hier rot und im Übergang ins Orange gezeichnet habe, das gehört zu den unterbewußten Teilen des Menschen, entspricht ja auch denjenigen Vorgängen im Physischen, die sich hauptsächlich als Verdauungstätigkeit und Ähnliches abspielen, woran das Bewußtsein keinen An­teil hat. Dasjenige, was mit dem Bewußtsein zusammenhängt, das würde aurisch charakterisiert sein in den hellen Partien, die ich hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 035.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 35]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dargestellt habe (siehe Zeichnung Seite 31). So wie hier zusammen­stoßen des Menschen Geistig-Seelisches mit dem Geistig-Seelischen der Umwelt, so stößt nach innen des Menschen Geistig-Seelisches mit seinem Unterbewußten - also auch eigentlich dem Universum ange­hörig - zusammen. Dieses Zusammenstoßen muß ich in den Strö­mungen so zeichnen, daß die einen Strömungen ins Unendliche hinausgehen; anders muß ich dieses Zusammenstoßen im Inneren des Menschen zeichnen. Da muß ich auch eine Schleifenlinle zeichnen, aber diese muß ich so zeichnen, daß sie nach innen verläuft. Geben Sie acht: Ich zeichne durchaus eine Schleifenlinie, aber ich nehme die untere Schleife und schlage sie um, so daß die Schleifenlinie so wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 036.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich schlage die untere Schleife um (siehe Zeichnung, rechts). Im Gegensatz zu hier (siehe Zeichnung Seite 35), wo ich die eine Schleife ins Unendliche verlaufen lasse, also ins Unendliche vergrößere, schlage ich nun die untere Schleife um. - Dann habe ich dadurch bildlich bezeichnet die Stauungen, die sich ergeben da, wo das Geistig-Seelische hier innen auf das unterbewußte, als auch univer­selle Geistig-Seelische auftrifft. Ich muß also diese Stauungen, die im Menschen entstehen, wenn ich sie entsprechend denen hier zeichne, in dieser Weise charakterisieren (sieben Lemniskaten mit umgeschla­gener Schleife). Das sind die Stauungen, welche entsprechen einer inneren Welle im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie diese innere Welle tatsächlich verfolgen wollten, so würde die Hauptrichtung dieser Welle - aber eben nur die Hauptrichtung - etwa so verlaufen, daß sie entlangliefe dem Zusammenstoßen von den, wie Sie wissen, unrichtig benannten, aber sogenannten sensitiven und motorischen Nerven im Menschen. Das nur nebenbei gesagt, denn ich will heute hauptsächlich das Geistig-Seelische der Sache erörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 037.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 37]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen daran den starken Gegensatz, der besteht in dem Verhält­nis des Menschen zur geistig-seelischen Umwelt und zu sich selber, zu dem Stück, das er aus der geistig-seelischen Umwelt als sein Unterbewußtes hereinnimmt, und das ich hier durch die rötliche Woge, die auf dem allgemeinen blauen Meere des geistig-seelischen Universums schwimmt, zu skizzieren gehabt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben gesagt, daß diese Welle hier (siehe Zeichnung Seite 31, rechts) gewissermaßen der Schranke entspricht, auf die der Mensch aufstößt, wenn er die Außenwelt erkennen will. Aber auch hier (links) ist eine Schranke; im Inneren des Menschen selbst ist eine Schranke. Wäre diese Schranke nicht vorhanden, dann würden Sie immer in Ihr Inneres hinuntersehen. Jeder Mensch würde in sein Inneres hinunterschauen. So wie, wenn diese Schranke (rechts) nicht vorhanden wäre, der Mensch in die Außenwelt hineinschauen würde, so würde er, wenn diese Schranke (links) nicht vorhanden wäre, in sein Inneres hinunterschauen. Er würde allerdings, so wie der Mensch im gegen­wärtigen Entwickelungszyklus einmal ist, wenn er so in sein Inneres hinunterschauen würde, wenig Freude haben über dieses sein Inneres, weil das, was er da sehen würde, ein höchst unvollkommenes, chaoti­sches, brodelndes Gewoge der inneren Menschennatur ist, etwas, wor­über der Mensch keine große Freude haben könnte; aber es ist das­jenige, in welches die phantastischen Mystiker glauben hinunterschauen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu können, wenn sie von Mystik sprechen. Dasjenige, was sehr häufig von phantastischen Mystikern als das Erstrebenswerte an­gesehen wird, was namentlich bei sehr vielen solchen Mystikern - ich habe sie im Vorjahre charakterisiert -, die wirklich glauben, indem sie in ihr Inneres schauen, das Universum erkennen zu können, als Mystik figuriert, das ist beim Menschen gerade durch diese Stauwelle zugedeckt, richtig zugedeckt. Der Mensch kann nicht in sein Inneres hinuterschauen. Dasjenige, was sich hier innerhalb dieser Region bildet (links), das staut sich und spiegelt sich, kann sich wenigstens in sich selbst zurückspiegeln, und die Erscheinung dieses Zurückspiegelns, das ist die Erinnerung, das Gedächtnis. Jedesmal, wenn ein Gedanke oder ein Eindruck, den Sie gefaßt haben, wiederum zurückkommt in der Erinnerung, so kommt er dadurch zurück, daß diese Stauung hier zu funktionieren beginnt. Wenn Sie diese Stauwelle nicht hätten, so würde jeder Eindruck, den Sie von außen bekommen, jeder Gedanke, den Sie fassen, durch Sie hindurchgehen, nicht in Ihnen bleiben kön­nen und in das übrige geistig-seelische Universum hineingehen. Nur dadurch halten Sie die Eindrücke auf, die Sie empfangen, daß Sie diese Stauwelle haben. Dadurch sind Sie aber imstande, durch ge­wisse Vorgänge, die wir noch charakterisieren werden, die Eindrücke wiederum zurückzubekommen. Und das drückt sich aus im Funk­tionieren des Gedächtnisses, im Funktionieren der Erinnerung. Sie können sich also vorstellen, daß Sie in sich etwas haben wie eine Tafel, was hier im Profil gezeichnet ist - denn es ist ja im Profil gezeichnet, nicht wahr, es ist solch eine Ebene, die in Ihnen ist -, da wird zurück­geschlagen dasjenige, was nicht durchgehen soll. Sie bleiben, wenn Sie wachend sind, mit der Außenwelt vereint, sonst würde alles in wachem Zustande durch Sie durchgehen. Sie würden eigentlich von den Eindrücken nichts wissen, Sie würden die Eindrücke bekommen, aber könnten sie gar nicht festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also dasjenige, was auf die Erinnerung deutet. Und das, was gewissermaßen als die Fläche dieser Stauwelle unsere Erinnerung bewirkt, deckt dasjenige zu, was der phantastische Mystiker gern in sich sehen möchte. Was da drunten ist, davon könnte man schon sagen: Für den, der die Dinge wirklich kennt, gilt das Wort: Der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch «begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie [die Götter] gnädig bedecken mit Nacht und Grauen». - Doch die Mystiker sind phantastisch und wollen da hinunterschauen. Aber sie können es ja ohnedies nicht, weil sie das normale Bewußtsein so durchlöchern, so korrumpieren würden, daß sich die Gedächtniswelle nicht zurück­schlüge. Dasselbe, was unsere Erinnerung ausmacht, was wir so not­wendig brauchen zum äußeren Leben, das bedeckt uns dasjenige, was die phantastischen Mystiker wohl schauen möchten, was aber der Mensch nicht schauen soll. Unter Ihrem Gedächtnis, unter Ihrer Gedächtnisursache, unter Ihrer Gedächtnisfläche liegt etwas Wesen­haftes vom Menschen. Aber geradeso wie die Hinterwand eines Spie­gels, wie der Belag eines Spiegels das, was vorn ist, zurückwirft, so geht, was also in Ihrem Bewußtsein ist, nicht da hinten hin; das wird wieder zurückgeworfen und kann deshalb fortwährend als Erinnerung da sein. So kann überhaupt unser ganzes Leben sich als Erinnerung spiegeln. Und im wesentlichen ist ja dasjenige, was wir das Leben unseres Ich nennen, das Spiegeln dieser Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also, unser bewußtes Leben leben wir eigentlich zwischen dieser Welle hier (rechts) und zwischen dieser Welle (links). Wir wären also Schläuche, die alles durch sich hindurchlassen, wenn wir nicht diese Stauwelle hätten, die der Erinnerung zugrunde liegt, und wir sähen in die Geheimnisse jenseits der Erkenntnisgrenze hinein, wenn wir nicht genötigt wären, außerhalb des Gebietes des Sinnenfälligen Begriffe zu setzen, für die wir keinen Inhalt mehr haben. Wären wir so organisiert, daß wir diese Stauung hier nicht erzeugen könnten, so würden wir Schläuche sein. Wären wir so organisiert, daß wir nicht genötigt wären, diese gewissermaßen unausgefüllten Be­griffe, diese dunklen Begriffe vor uns hinzusetzen, so wären wir liebeleere und liebelose Wesen; steinerne Naturen wären wir, trockene Naturen. Wir könnten nichts in der Welt gern haben, wir wären alle Mephistopelesnaturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß wir so organisiert sind, daß wir an gewisses Geistig-Seelisches unserer Umgebung nicht herankommen können mit unseren abstrak­ten Begriffen, mit unserem Fassungsvermögen, das bewirkt, daß wir lieben können. Denn was wir lieben sollen, an das sollen wir nicht so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
herankommen, daß wir es analysieren im gewöhnlichen Sinne des Wortes, daß wir es zergliedern, daß wir es behandeln wie der Chemi­ker im Laboratorium die chemischen Stoffe. Man liebt ja nicht, wenn man chemisch analysiert oder chemisch synthetisiert. Erinnerungsfähigkeit, Liebefähigkeit, das sind die zwei Fähigkeiten, die zugleich entsprechen zwei Grenzen der menschlichen Natur. Der einen Grenze nach innen entspricht die Erinnerungsfähigkeit; was jenseits der Er­innerungszone liegt, ist unterbewußtes menschliches Innere. Die andere Zone entspricht der Kraft der Liebefähigkeit; was jenseits dieser Zone liegt, entspricht dem Geistig-Seelischen des Universums. Das Unbewußte der menschlichen Natur liegt also jenseits dieser Zone, soweit das menschliche Innere reicht; das Geistig-Seelische des Uni­versums geht unbegrenzt in die Weiten hinaus von der andern Zone an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können also sprechen von Liebezone, von Erinnerungszone und können dasjenige, was das menschlich Geistig-Seelische ist, inner­halb dieser Zonen einschließen; müssen aber jenseits der einen Zone da drüben (siehe Zeichnung Seite 31, links) dasjenige suchen, was un­bewußt bleibt, und was deshalb, weil es unbewußt bleibt, gerade sehr stark zusammenhängt mit der menschiichen Körperlichkeit, mit den körperlichen Verrichtungen. Natürlich sind die Dinge in der Wirk­lichkeit nicht so einfach, wie man sie darstellen muß, weil alles inein­andergreift. Das, was hier rot ist (siehe Zeichnung Seite 31), das greift in Dinge hinein, das verändert sich ; und wiederum dasjenige, was grün und blau ist, das verändert sich auch. In der Wirklichkeit greifen die Dinge alle ineinander ein. Aber trotzdem ist in der Hauptsache die skizzenhafte Zeichnung richtig und entspricht den Tatsachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus aber ersehen Sie, daß für das physische Leben auf der Erde hier ein starkes, bewußtes Geistiges ist. Hier (links) ist ein unbewußtes Geistiges, das eigentlich mit dem Universum zusammen verschwimmt. Diese zwei Stücke des Menschen unterscheiden sich sehr deutlich von­einander. Dieses Geistige (in der Mitte), das ist daher zunächst für das irdische Leben ein solches, das sehr fein gewoben ist. Wie fein gewo­benes Licht, möchte ich sagen, ist alles hier (gelb). Würde ich am Menschen zu zeigen haben, wo dieses fein gewobene Licht ist, so würde in das hinein, was ich jetzt umfassend so umschreibe, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
menschliche Haupt fallen. Also was ich so umschrieben habe, was ich dorthin als das Gelbe, Gelb-Grünliche, Gelb-Orange nach der andern Seite gezeichnet habe, das ist fein gewobenes, wenn ich so sagen darf, Geistlicht. Das hat keine starke Verwandtschaft mit der irdischen Materie; das hat eine möglichst geringe Verwandtschaft mit der irdi­schen Materie. Deshalb, weil es wenig Verwandtschaft hat, kann es auch nicht mit der Materie sich gut verbinden, und so bleibt es zum großen Teile unverbunden mit der Materie; es wird diesem Teil ge­geben eine solche Materie, die eigentlich immer jeweils aus der vori­gen Inkarnation des Menschen stammt. Das Haupt, das, was das menschliche Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigent­lich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Phy­siognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem [[a:luzifer|luziferischen]] Inneren stammt, sondern mehr durch die An­passung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrodeln von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorpho­sieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form be­kommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinausgeschrittenes. Daher ist das Haupt - wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe - eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der übrige Mensch, der ist auch ein Haupt, so sonderbar das aussieht; nur ist er noch nicht so weit als das Haupt. Wenn Sie sich den Menschen geköpft denken, so ist das, was übrigbleibt, auch ein Haupt des Menschen, aber auf einer noch sehr zurückgebliebenen Stufe. Wenn es sich weitet entwickelt, dann wird es auch Haupt, während das, was Sie als Haupt des Menschen haben, der übrige Organismus gewesen ist in früherer Inkarnation. Wenn Sie dann dasjenige entleiblicht sich denken, vom Leibe befreit, was in Ihrem gegenwärtigen Organismus noch nicht Haupt ist, wenn Sie sich also das Haupt wegdenken vom gegenwärtigen Organismus, der erst in der nächsten Inkarnation Haupt wird - aber dieser Ihr Organismus ist ja ein Abbild, alles Physische ist ein Abbild eines Geistigen -, wenn Sie sich dafür das Geistige denken, was also in seiner äußeren Form nicht bis zum Men­schen vorgeschritten ist: da sehen Sie es sich nun an unserer luziferi­schen Figur bei der [[a:Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman|Gruppe]] drüben an, da haben Sie es!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt denken Sie sich all das Geistig-Seelische, das bei Ihnen zurückgehalten ist von Ihrem Haupte, in den Menschen hineingefügt, also all das, was beim Menschen eine Grenze ist, was er nicht durch­dringen kann (rechts, siehe Zeichnung Seite 31), in den menschlichen Kopf hineingepreßt: dann wird der Mensch nicht nur ein so altes, ehrwürdiges Haupt haben, wie er es ohnedies schon hat, sondern er wird ein ganz verknöchertes Haupt haben, wird überhaupt ganz ver­knöchern, wie die Ahrimanfigur bei unserer Gruppe drüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie sich also dasjenige, was hier unter der Erinnerungsgrenze ist, ausgegossen denken über das Innere des Menschen, bekommen Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles Luziferische. Wenn Sie sich alles dasjenige, was jenseits dieser Stauwelle ist (rechts), hereinergossen denken in die menschliche Figur, bekommen Sie die [[a:Ahriman|ahrimanische]] Form. Und der Mensch ist zwischen beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, das hat nicht nur eine große Bedeutung für das Verständnis des Menschen, sondern das hat auch eine große Bedeutung für das Verständnis der geistigen Vor­gänge in der Menschheitsentwickelung. Man versteht nicht, wie das Christentum und der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung hereingekommen ist, wenn man nicht gründlich diese Dinge versteht. Man versteht auch nicht, welche Funktionen die katholische Kirche hatte, welche Funktionen [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]] und ähnliche Strömungen ha­ben, welche Osttum und Westtum haben, wenn man sie nicht im Zusammenhange betrachten kann mit diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese Strömungen, die eigentlich richtig erst verstanden wer­den können, wenn man diese Grundlagen des geistig-seelischen Men­schen sich einmal anschaulich vor das Auge führt, Ost-, Westtum, Jesuitismus, Amerikanismus und so weiter, werde ich mir morgen erlauben, ein weniges zu sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bemühte mich gestern, Ihnen ein Bild des seelischen Menschen zu geben. Dasjenige, was wir für heute einmal aus diesem Bilde des seeli­schen Menschen herausgreifen wollen, das sollen die beiden Grenz­zonen sein, die wir gestern kennengelernt haben. Die eine Grenzzone ergibt sich ja dadurch, daß der Mensch genötigt ist, haltzumachen, wenn er versucht, die Außenwelt, so wie sie sich ihm zunächst sinnen-fällig ergibt, zu durchschauen. Von Grenzen des Erkennens reden dann die Naturforscher, Philosophen und so weiter. Wir wissen, daß diese Grenzen des Erkennens nicht in Wahrheit vorhanden sind, daß sie aber in der Tat für das sinnliche, für das physische Anschauen des Menschen vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Grenze ist dadurch gegeben, daß alles in unserem Be­wußtsein Befindliche oder in das Bewußtsein Eintretende gewisser­maßen reflektiert wird, zurückgespiegelt wird an einer inneren Zone und dadurch zur Erinnerung werden kann. Es geht das, was wir im Bewußtsein haben, nicht in die volle Tiefe derjenigen Region hinunter, die nur unterbewußt für den Menschen bleibt. Wir wollen diese beiden Grenzen herauszeichnen (siehe Zeichnung Seite 45), die Erinnerungsgrenze (links) und - wir können sie geradezu nennen die Liebefähig­keitsgrenze (rechts), die zugleich die Grenze des Naturerkennens ist. Wir haben sie bezeichnet, indem wir Lemniskaten, die nach außen offen sind, hier zu zeichnen hatten (rechts), und hier (links) hatten wir gewissermaßen Lemniskaten mit einer umgestülpten Schleife zu ver­zeichnen. Das (rechts) also ist dann die Region des Außen, in das der Mensch nicht mehr hineinsieht mit dem gewöhnlichen sinnlichen Anschauung svermögen, also: nicht perzipierbar. Das (links) ist die Grenze des bewußten Lebens nach innen, in die der Mensch nicht unterzutauchen vermag mit dem Bewußtsein. Der Mensch bleibt mit seinem Bewußtsein oberhalb dieser Grenze. Würde er mit seinen be­wußten Vorstellungen hinuntertauchen, so würde er keine Erinnerung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 045.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 45]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber gerade in bezug auf das Leben des seelischen Menschen angesichts dieser beiden Grenzen etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Wenn wir in der Entwickelung der Menscheit zurückgehen etwa hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert - Sie wissen, 747 vor Christus be­ginnt der vierte nachatlantische Zeitraum -, wenn wir hinter diesen Zeitpunkt zurückgehen in die früheren nachatlantischen Zeiträume, dann gilt für den Menschen dieses, daß dasjenige, was jenseits dieser Grenze liegt, doch in einer gewissen Weise noch hereinwirkte in das Bewußtsein. Und darauf beruhte eben jenes damals noch vorhandene atavistische Hellsehen. Es drangen gewisse Impulse damals herein aus dem Universum und machten sich geltend als atavistische Schauun­gen. So daß wir sagen können: Ganz undurchsichtig - ich meine jetzt intellektuell undurchsichtig - wurde dieses Außen erst seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, und es wurde immer mehr und mehr un­durchsichtig. - Jetzt leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Es ist ja undurchsichtig geblieben. Und darauf pochen ja die Leute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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heute ganz außerordentlich, indem sie immerzu behaupten, daß über­haupt kein Mensch eindringen könne in jenes «Ding an sich», oder wie sie es dann nennen, was da jenseits dieser Grenze liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen darf gesagt werden, daß immer mehr und mehr sich eine andere Tendenz geltend macht und gegen den sechsten nachatlantischen Zeitraum sich immer mehr und mehr geltend machen wird. Das ist, es wird gewissermaßen diese Zone hier (links) durchiässig werden. Es wird die Zeit kommen, wo aus den Tiefen der Menschennatur das­jenige, was ich Ihnen gestern als das Brodelnde geschildert habe, als dasjenige, in das der Mensch nicht hinunterschauen soll - in dem Sinne vor allen Dingen nicht, wie die phantastischen Mystiker das wollen -, es wird aus diesem Gebiete von dem [[a:Slawische_Kultur|sechsten nachatlantischen Zeit­raum]] an gewissermaßen allerlei durchsickern wollen. Ja, es wird diese Zeit schon im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum beginnen]], in unserem Zeitraum. Es wird allerlei durchsickern wollen. Es wird sich das ja vor allen Dingen dadurch äußern, daß viel mehr Menschen, als man heute denkt, immer mehr und mehr aus gewissen rein inneren Erfah­rungen entnehmen werden, daß es wiederholte Erdenleben gibt und dergleichen. Diese Dinge kommen, man möchte sagen, heute schon, obwohl spärlich, zum Durchbruche. Ich habe öfter, hier ja wohl auch schon, den Namen eines merkwürdigen Menschen der Gegenwart genannt, des &#039;&#039;Otto Weininger&#039;&#039;, der ja besonders bekanntgeworden ist durch sein dickes Buch «Geschlecht und Charakter». Noch interessanter aber ist dasjenige Buch, das nach seinem Tode sein Freund Rappa­port herausgegeben hat, und in dem allerlei außerordentlich Interes­santes drinnensteht. Es sind zum großen Teil Aphorismen. Das Ganze trägt den Titel «Über die letzten Dinge». Einer dieser Apho­rismen besagt ungefähr dieses: Weininger behauptet, die Seele des Menschen hätte in ihrem vorgeburtlichen Leben ein gewisses Grauen vor sich selber zur Entwickelung gebracht und hätte dadurch die Sehnsucht bekommen, dieses Leben zu vergessen und sich in das Vergessen hineinzustürzen, was die Verleiblichung bedeutete. - Also Weininger spricht vollständig von dem vorgeburtlichen Leben, von dem Verleiblichen; nur spricht er in seiner düsteren, pessimistischen An­schauung davon, daß die Seele sich zu betäuben sucht gegenüber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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ihrem vorgeburtlichen Leben, und die Betäubung sucht sie in der Verleiblichung in einem physischen Menschenleib.&lt;br /&gt;
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Aber solche unmittelbaren Eindrücke heutiger Menschen von dem Wege der Seele gibt es ja viele, und sie werden immer zahlreicher und zahlreicher werden. Bei solch einem Menschen wie Weininger kann man schon heute sehen, wie dichter, kompakter möchte ich sagen, das Ich innerlich den Menschen anfaßt. Bei Weininger sieht man schon deutlich, wie diese Grenze etwas durchlässig wird und da allerlei her­aufdringt. Interessant ist es zum Beispiel, welche Notiz er hingeschrieben hat über seinen eigenen Tod. Er verübte frühzeitig, mit dreiund­zwanzig Jahren schon, Selbstmord. Er schrieb eine ganze Reihe von Notizen nieder, die außerordentlich interessant sind, weil sie geradezu Imaginationen astralischen Schauens darstellen. Das alles paarte sich mit einem gewissen Charakterzug, der ihn dann dahin führte, eines Tages sich einzumieten in Beethovens Sterbehaus in Wien und in diesem sich gleich am nächsten Morgen selber zu ermorden, mit drei­undzwanzig Jahren. Und darüber schrieb er die Notiz, daß er sich ermorden müsse, weil er sonst fürchten müsse, getrieben zu werden durch einen unbestimmten Drang, ein Mörder zu werden, einen andern ermorden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht, da rumoren furchtbarste Dinge in der Seele eines außer­ordentlichen genialischen Menschen, die nicht so ohne weiteres be­zwungen werden können durch das, was in seinem Bewußtsein ist, weil da vieles aus diesem Unterbewußten herauf rumort. Sie werden begreifen, daß man schon mit einem gewissen Recht darauf hinweisen muß, daß die gewöhnliche Gescheitheit, die der Mensch jetzt ent­wickeln kann, nicht ausreicht, um das, was da aus den unbekannten Tiefen herauf kommt, zu erkennen. Denn es sollte ja gar nicht herauf­kommen, es sollte da unten bleiben, aber es wird doch heraufkommen. Geradeso wie bis zum Jahre 747 vor Christus von außen etwas herein­gekommen ist, so wird nachher von innen etwas aufsteigen. Durch das, was der Mensch sich erringen wird an gewöhnlicher, normaler Ge­scheitheit, wird das nicht bezwungen werden können, bei weitem nicht bezwungen werden können. Da wird man eben brauchen jenes Ver­stehen der Welt, welches durch die Geisteswissenschaft zu erwerben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ist. Es wird Harmonie, innerliche Festigkeit und innerliche Gediegen­heit in das menschliche Seelenleben nur eindringen können, wenn die Menschen dieses innerliche Seelenleben werden ordnen, harmonisie­ren wollen durch dasjenige, was aus der Erkenntnis des Geistes heraus errungen werden kann. Es strebt die Entwickelung der Menschheit also aus einem Zustande heraus, in welchem von der Außenwelt mehr wahrnehmbar war, als heute wahrnehmbar ist, und es strebt diese Ent­wickelung der Menschheit einem Zustande zu, in welchem aus dem tiefsten Inneren des Menschen mehr auftauchen wird, als heute im Normalzustand auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge, von denen ich jetzt spreche, sie kennt man eigentlich in den eingeweihten Kreisen da und dort sehr gut. Von jenem alten Erkennen, das bis ins 8. vorchristliche Jahrhundert den Menschen zu­gänglich war, spricht ja noch das ganze morgenländische Geistesleben, das ganze asiatische Geistesleben. Ja, es spricht nicht nur das Geistes­leben, es spricht im Grunde genommen die ganze asiatische Kultur davon. Daher kommt es, daß es eigentlich so schwer verständlich ist für den Europäer, wenn heute der Orientale, der asiatische Orientale von seiner Kultur spricht. Da muß man schon, wenn man diese Leute verstehen will, sich hineinfinden in eine andere Art, die Vorstellungen, die Gedanken zu bilden. Heute würde es zum Beispiel für sehr viele Menschen sehr interessant sein müssen, so etwas Tonangebendes zu verfolgen, wie die Rede ist, welche Rabindranath Tagore, der Inder, gehalten hat über den Geist Japans. Sie wissen: Tagore ist der von der Nobel-Stiftung preisgekrönte Inder. Er hat über den Geist Japans einen Vortrag gehalten. Es ist weniger wichtig, was er über den Geist Japans gerade spricht, als der Geist, aus dem heraus er spricht, der Geist des heutigen Orientalen, der nur verstanden werden kann, wenn man weiß, daß etwas in den Orientalen noch zurückgeblieben ist von jenem Her­auf-, von jenem Hereinkommen der Außenwelt, wie es heute nicht perzi­pierbar ist. Für die meisten Europäer reden die Orientalen, wenn sie im Sinne ihrer Kultur reden, eben eigentlich etwas ziemlich Unverständ­liches. Man versteht gewöhnlich gar nicht, wovon sie eigentlich reden.&lt;br /&gt;
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Auch die andere Erscheinung kommt vor, daß dasjenige, was eigent­lich erst in der Zukunft auftreten sollte, in einer gewissen Weise dann&lt;br /&gt;
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vorweggenommen wird. Vergleichen könnte ich das damit, daß ich hinweise auf Kinder, die als Kinder schon greisenhaft sind. Sie neh­men das Greisenhafte als Kinder schon voraus. Da ist die Unregelmäßigkeit in der Entwickelung dadurch eingetreten, daß etwas, das später kommen sollte, früher hereingeschoben ist, in eine frühere Zeit. Während nun im orientalischen Denken, in der orientalischen An­schauungsweise gerade bei den hervorragendsten Geistern ein aus alter Zeit Zurückgebliebenes in der Weise herrscht, wie ich es eben angedeutet habe, herrscht namentlich bei so ganz im Sinne des Ameri­kanismus denkenden Geistern ein Hereinnehmen von Späterem, ein Hereinschieben von Späterem. Da merkt man deutlich, wenn man auf solche Sachen eingehen kann, daß gerade hervorragendere Geister vieles von dem haben, was da (links) durchsickert. Sie bekommen eine Vorstellung von solchem Durchsickerndem, wenn Sie zum Bei­spiel jenen Essay lesen, den Woodrow Wilson geschrieben hat über die Entwickelung des amerikanischen, des nordamerikanischen Volkes im besonderen. Man kann sich nichts denken, das mehr den Nagel auf den Kopf trifft, das treffender wäre als dieser Essay, den &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; über die Entwickelung des amerikanischen Volkes geschrieben hat. Da ist jedes Wort darinnen so, daß man das Gefühl hat: es ist die Sache in der allerallerschärfsten Weise charakterisiert und getroffen. Und das fällt insbesondere deshalb auf, weil Wilson in diesem Fall sehr scharf aufmerksam macht darauf, daß eine ganze Anzahl von Leuten auch in Amerika die Ansicht haben, die eigentlich nur zu rechtfertigen ist, wenn man das amerikanische Volk heute noch auffaßt - wogegen er, Woodrow Wilson, sich wendet - gleichsam als eine Dependance des englischen Volkes. Diese Menschen, die heute noch die Amerika­ner so auffassen, als ob diese etwas wären wie Abkömmlinge, wie ein Zweig der europäischen Engländer, diese Leute lehnt Woodrow Wil­son im strengsten Sinne des Wortes ab. Die verstehen nichts, meint er, von der eigentlichen Entwickelung des amerikanischen Volkes im 19. Jahrhundert. Denn der Amerikaner beginnt von innen erst Ame­rikaner zu sein - so spricht Wilson aus echt amerikanischem Geiste heraus, außerordentlich prägnant und treffend - in dem Momente, wo er aufhört anzuknüpfen mit seinem Seelenhaften an das, was von England&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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herübergekommen ist, wo er beginnt, als Bebauer des Bodens von Osten nach dem Westen hinüberzudringen, von der amerikani­schen Ostküste nach der Westküste hinüberzudringen. In diesem Aus­roden der Urwäider, in der Arbeit mit der Flinte, in der Arbeit mit dem Spaten, in der Arbeit mit dem Pflug und dem Pferde, in diesem Über­winden jenes Widerstandes, der zu überwinden ist bei der Arbeit von dem Osten nach dem Westen hinüber, entwickelt sich für ihn der Westmann, der «Westerner», wie er es nennt. Und in dieser Art und Weise der Eroberung des Bodens sieht er, so daß es unmittelbar über. zeugendsten Eindruck macht, den eigentlichen Nerv der amerikani­schen Entwickelung. Man hat überall gerade das Gefühl - man muß natürlich verstehen, das Wie zu lesen in einem solchen Fall, nicht bloß das Was -, da spricht viel mehr als der Wilson. Denn wenn der Wilson selber spricht - ja, da wird nicht viel Gescheites daraus. Da spricht viel mehr, da spricht dasjenige, wovon der Mann als von seinem eigenen Inneren her besessen ist, da sprechen Därnonennaturen, die geradezu grandiose Zukunftsgeheimnisse eingeben. In diese Geheim­nisse müßte eigentlich die Menschheit eindringen, wenn die Ent­wickelung verstanden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute tatsächlich einen Unterschied machen zwischen der bloßen wissenschaftlichen und zeitungsgemäßen Erfassung der Welt, die ja bequem ist, die auch allbeliebt ist, und der wahren Erfassung der Welt. Die wahre Erfassung der Welt, die muß solche Gegensätze sich klarmachen können wie die, welche ich jetzt auseinandergesetzt habe: von dem Hereinkommen bei den orientalischen Völkern von etwas, das da draußen liegt (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) ; von dem Heraufkommen bei den amerikanischen Völkern von etwas, was da drinnen (links) liegt. Und was da heraufkommt, es braucht das nicht etwas bloß Verwerfliches zu sein, es kann in gewissem Sinne grandiose [[a:ahriman|ahrimanische]] Offenbarung sein, die da heraufkommt. Denn ahrimanische Offenbarung ist es im wesentlichen, welche in jenem ausge­zeichneten Aufsatze von Woodrow Wilson über die Entwickelung des amerikanischen Volkes gegeben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eingeweihten des Ostens und die Eingeweihten des amerikani­schen Volkes, die wissen auch das Nötige aus diesen Dingen zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Man will von beiden Seiten die Entwickelung der Menschheit durchaus in gewisse Bahnen bringen. Die orientalischen Völker, das heißt ihre Eingeweihten, haben ganz bestimmte Absichten für die Zukunftsentwickelung der Menschheit. Diese Leute sehen, was in der Entwickelung richtig liegt und versuchen dasjenige, was in der Ent­wickelung richtig liegt, soweit der Mensch es beeinflussen kann, zu beeinflussen. Sie suchen ihm eine gewisse Richtung, einen gewissen Impuls zu geben. Und der Impuls, der da von den orientalischen Eingeweihten der Entwickelung gegeben werden will, der beruht im wesentlichen darauf, daß man nicht mehr rechnen will, so ungefähr nach der Häffte der sechsten nachatlantischen Zeit, auf die mensch­liche Generation. Man möchte verzichten auf das irdische Menschen­geschlecht nach dieser Zeit. Man möchte die Entwickelung der Menschheit dahin bringen, daß die Menschen nachher eigentlich nicht mehr so recht physische Nachkommen haben, daß die Seelen dann schon sich vergeistigen, nicht mehr auf die Erde herunterkommen in Verleiblichungen. Man möchte das Reich des Geistes für die Mensch­heit schon von der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit an be­gründen. Dies würde man nur können, wenn man gewisse Kultur­ingredienzien abweisen würde. Nicht nur die Eingeweihten des Orients, sondern eigentlich instinktiv jeder gebildete Orientale lehnt daher im eminentesten Sinne gewisse Europäismen ab ; gerade die­jenigen Europäismen, auf die der Europäer ganz besonders stolz ist, lehnt er ab. Er lehnt ab namentlich alles dasjenige, was sich ja aus der rein technischen, materiellen Kultur in Europa und seinem Anhange Amerika ergeben hat. Wer die Entwickelung der Menschheit studiert, namentlich im 19. Jahrhundert und in das 20. Jahrhundert herein, der wird finden, daß man mit Recht sagt: Die Techhik hat es ungeheuer weit gebracht, die Technik hat den Menschen Arbeitskräfte abge­nommen. Wenn man heute davon redet, die Erde habe so und so viel hundert Millionen Einwohner, so ist dieses eigentlich nicht ganz richtig, weil man auch rechnen kann, wieviel die Erde Einwohner hat nach dem, wieviel gearbeitet wird. Nun wird mit vollständigem Recht gesagt, daß seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von den Maschinen, die nach und nach entstanden sind, menschliche Arbeitskraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
verrichtet wird. Man kann berechnen, ziemlich exakt berechnen, wieviel Millionen Menschen mehr die Erde haben müßte, wenn alle die Arbeit, die von den Maschinen verrichtet wird, von den Menschen verrichtet würde. Die Erde müßte fünfhundert Millionen Menschen mehr haben. Man kann schon sagen: Heute sind auf der Erde nicht nur diejenigen Menschen mit zwei Beinen und einem Kopf, die statistisch berechnet werden können, sondern fünfhundert Millionen mehr, gemessen an der Arbeitskraft; die Arbeitskraft wird eben von Maschinen verrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt nichts Materielles, hinter dem nicht ein Geistiges steht. Diese fünfhundert Millionen Menschenkräfte, die sind die Gelegen­heit zum Aufenthalte von ebensovielen ahrimanischen Dämonen innerhalb der menschlichen Kultur. Diese ahrimanischen Dämonen sind einmal da. Und diese ahrimanischen Dänionen, die lehnt der Orientale aus einem gewissen Instinkt heraus radikal ab; die will er nicht. Das sehen Sie eigentlich aus jeder Manifestation eines feingebildeten Orientalen heraus, daß er diese ahrimanische Dämonologie ab­lehnt. Denn diese ahrimanische Dämonologie, die gibt dem Menschen eine gewisse Schwere, die niemals möglich macht, daß dasjenige ge­schleht, was die orientalische Initiation anstrebt: daß das Menschen­geschlecht mit der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit physisch aufhört auf der Erde zu sein, weil die Menschen zurückgehalten wer­den durch das, was sich auf diese Weise dämonologisch-ahrimanisch entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem andern Ziel streben die Eingeweihten des Amerikanismus zu. Sie streben dem entgegengesetzten Ziele zu. Sie streben danach, eine innigere Gemeinschaft zu bilden, als im normalen Verlauf der Mensch­heitsentwickelung geschehen soll, zwischen den Menschenseelen und derjenigen Leiblichkeit, welche auf der Erde zu finden sein wird, der dichten, groben Leiblichkeit, die auf der Erde zu finden sein wird von dem sechsten nachatlantischen Zeitraume an. Die seelische Kultur wird sehr vertieft sein, aber die leibliche wird grob sein. Aber eine innigere Verbindung mit dieser groben Leiblichkeit strebt man im amerikanischen Westen an, eine innigere Verbindung als die normale ist, ein stärkeres Untertauchen in die Leiblichkeit. Man will entgegenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem, was da durchsickert (siehe Zeichnung Seite 45, links), will ihm entgegengehen durch stärkeres Eindringen in die Leiblich­keit. Während man also eine Kultur begründen will von seiten der Orientalen, die nicht rechnet mit den Menschenleibern der späteren Erdenentwickelung, will man die Seelen ketten an diese spätere Erdenentwickelung innerhalb der amerikanischen Kultur des Westens. Man will die Leiber möglichst so gestalten, daß die Seelen, wenn sie durch den Tod gegangen sind, möglichst bald wiederum in einen Leib herunterkommen können, daß sie möglichst wenig sich aufhalten in der geistigen Welt. Man will die Seelen möglichst abhalten von einem Aufenthalt in der geistigen Welt, man will, daß sie möglichst bald wiederum auf die Erde herunterkommen. Man will sie innigst ver­binden mit dem Leben der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Tendenzen, die man kennenlernen muß. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheint, wenn man von diesen Ten­denzen spricht, so schädlich ist es ihm, daß sie übersehen werden. Denn notwendig ist, daß der Mensch sich mit vollem Bewußtsein hineinstellt in dasjenige, das eigentlich mit ihm selbst gewollt wird und demgegenüber er oftmals leider, leider so steht, daß man sagen kann: er läßt alles mögliche mit sich geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieses westliche Ideal, diese Dämonologisierung des Men­schen, das wird nur erreicht werden können, wenn der geistige, psy­chische Amerikanismus unterstützt werden kann von einer andern Weltanschauungsströmung, die viel verwandter mit dem Amerikanis­mus ist, als man denkt. Sie haben ja gesehen: Es ist wesentlich ein Hinneigen des Amerikanismus zur Ahrimankultur, was das Ausschlag­gebende ist. Aber eine richtige Förderung würde dieser Amerikanis­mus erhalten können, wenn er unterstützt würde von einer andern Weltanschauung, die viel verwandter mit ihm ist, als man denkt. Das ist der [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]]. Jesuitismus und Amerikanismus sind zwei sehr, sehr verwandte Dinge. Denn als der fünfte nachatlantische Zeitraum begann, da handelte es sich darum, einen Impuls zu finden, durch den man sich in den Stand setzen konnte, die Menschen möglichst hinwegzuführen von dem Verständnisse des Christus. Und diejenige Bestre­bung in der Kulturentwickelung, welche es sich zur Aufgabe gesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hat, kein Verständnis des Christus aufkommen zu lassen, das Ver­stänanis des Christus vollständig zu untergraben, das ist der Jesuitis­mus. Der Jesuitismus strebt danach, allmählich jede Möglichkeit eines Christus-Verständnisses auszurotten. Denn dasjenige, was da zugrun­de liegt, das hängt schon mit einem tiefen Mysterium zusammen. Damit, daß etwas von außen (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) immer da hereinkam in das menschliche Innere, hängt es zusammen, wie ich sagte, daß die Menschen vorher, vor dem 7., 8. vorchristlichen Jahr­hundert, atavistisches Hellsehen hatten. Aber durch dieses atavistische Hellsehen sahen sie auch im Universum den Christus. Der Christus war etwas, was sie sehen konnten im alten Hellsehen. Ich habe das ja oft dargestellt, ich habe es dargestellt in der «Geheimwissenschaft im Umriß», und der ganze Sinn meines Buches «Das Christentum als mystische Tatsache» gipfelt ja schließlich darin. Man sah den Christus im Kosmos, man sah den Christus im Universum. Aber nun denken Sie: Vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert ab haben wir Menschen die Möglichkeit verloren, in das Universum hinauszuschauen. Was hätten denn die Menschen mitverloren, wenn nichts anderes gekom­men wäre, dadurch, daß sie gar nicht mehr hinausschauen konnten ins Universum? Was hätten die Menschen verloren? Die Möglichkeit, von einem Christus-Geiste überhaupt etwas zu wissen, wenn der Christus nicht zu ihnen gekommen wäre durch das Mysterium von Golgatha, wenn der Christus nicht auf die Erde heruntergekommen wäre. In dem historischen Zeitmomente, wo die Menschen nicht mehr den Christus im Kosmos schauen konnten, kam der Christus auf die Erde herunter, verband sich mit dem Jesus. Von da ab war es des Menschen Aufgabe, den Christus in dem Menschen zu erfassen. Und gerettet werden muß die Möglichkeit, daß mit dem, was da durch­sickert (siehe Zeichnung, rechts), der Christus erkannt werde. Denn der Christus ist zu den Menschen heruntergestiegen. Der Jesus ist ein Mensch, in dem der Christus gewohnt hat. Wirkliche menschliche Selbsterkenntnis muß den Jesus-Keim tragen. Dadurch wird man in die Zukunft übersiedeln können. Tief begründet ist es, daß wir von einem Christus Jesus sprechen. Denn der Christus entspricht dem Kos­mischen ; aber dieses Kosmische ist auf die Erde heruntergekommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und hat in dem Jesus Wohnung genommen, und der Jesus entspricht dem Irdischen mit der ganzen irdischen Zukunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man den Menschen abschließen vom Geistigen, so nimmt man ihm den Christus. Dann hat man die Möglichkeit, den Jesus so zu benützen, daß die Erde nur in ihrem irdischen Aspekt vorhanden bleibt. Sie werden daher beim Jesuitismus eine fortwährende Be­kämpfung der Christologie finden, dagegen ein scharfes Betonen des­sen, daß man ein Heer ist, eine Armee für den Jesus. Ja, natürlich: Geisteswissenschaft ist schon ein Mittel, daß solche Dinge erkannt werden, daß den Menschen die Schuppen von den Augen fallen. Da­her werden jene, die nicht erkannt sein wollen, immer wütender und wütender werden auf dasjenige, was Geisteswissenschaft will. Wüten­der, man sieht es: Das Juliheft der jesuitischen Zeitschrift «Stimmen der Zeit» - früher «Stimmen aus Maria-Laach» - enthält nicht nur einen, sondern gleich zwei Artikel gegen mich. Und wer dieses im Zusammenhang zu denken vermag mit dem, was sonst jetzt sich an neuen Aspirationen des Jesuitismus in der Welt entwickelt, der wird daraus überhaupt etwas Tieferes sehen können. Nur leider, man spricht ja von solchen Dingen heute doch zumeist vor einer schlafen­den Menschheit. Die Menschen lieben es, die wichtigsten Dinge zu verschlafen, nicht hinzuhören auf dasjenige, was nun wirklich zu­kunifbestimmend ist. Daher werden die Menschen jetzt von allen Dingen, wie ich vorgestern sagte, überrascht. Sie wollen ja auch über­rascht sein. Spricht man möglichst früh von den Dingen, die im Schoße der Zeit liegen, so betrachten die Menschen das als etwas Unbequemes, weil sie möglichst lange gut brav bürgerlich bequem auf ihren Polster­sesseln sitzen möchten, auch wenn sie verantwortungsvolle, führende Menschheitsstellen innehaben. Aber diejenigen, welche sich für Geisteswissenschaft interessieren, sollten schon sich in die Seelen ein­gravieren, daß man alles tun wird, um diese Geisteswissenschaft un­wirksam zu machen. Es ist nicht gerade gut, wenn auch wir innerhalb unserer Kreise allzusehr schlafen mit Bezug auf die Beobachtung des­jenigen, was in der Welt vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen ist es ja recht schwierig, zu sehen, wie doch immer alles, was so persönlich spielt, höhergestellt wird als dasjenige, was in der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit so ganz besonders wichtig und wesentlich ist: das Hinschauen auf die großen Angelegenheiten der Menschheit, die sich langsam vorbereiten. Die Angriffe, die zu tun haben mit den großen Wollungen, die kommen schon von den verschiedensten gegnerischen, ernst zu nehmenden Seiten. Solch ein Angriff wie der, von dem ich eben gesprochen habe, er ist schon in gewissem Sinne ernster zu neh­men. Man muß ihn in der richtigen Weise taxieren können. Nicht ernst zu nehmen nach dieser Richtung hin sind ja natürlich jene schö­nen Angriffe, welche aus dem Unterirdischen unserer Gesellschaft selber immer wiederum auftauchen, und die ja zum Teil bloß deshalb ein böses Ansehen haben, weil immer wieder und wiederum die Ten­denz bemerkbar ist, daß man gerade die größte, liebevollste Teilnahme gegenüber jenen Leuten hat, welche dasjenige, was ernst erstrebt wird in unseren Reihen, verlästern, zu verunglimpfen suchen und derglei­chen. Und erst wenn das Unheil da ist, dann entschließt man sich nach und nach, wirklich zu sehen ; vorher werden manche Leute gehätschelt, welche dann das Unheil bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage dies nicht, weil ich daran denke, daß das oder jenes anders sein sollte, sondern weil ich mich wirklich verpflichtet fühle, darauf aufmerksam zu machen, daß die Menschheit aufwachen muß, und daß wir vor allen Dingen zu denen gehören müssen, welche nach Wachheit streben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf gewissen Gebieten kann man ja heute alles mögliche tun. Der von mir hier gemeinte Schlaf der Menschheit, der nur überwunden werden kann durch ein Eindringen in die geistigen Welten, der ist außerordentlich schwer zu überwinden, der Schlaf der Menschen. Und mit Bezug auf die Verbreitung des geisteswissenschaftlichen Erkennt­nisgutes hat man es vielfach gerade mit diesem Schlaf zu tun als dem Gegner. Ich will dabei gar nicht von einer einzelnen Erscheinung sprechen, sondern in der ganzen Kulturbewegung ist gegenwärtig etwas Schläfriges gegenüber den eigentlichen Impulsen, die überall, an allen Stellen den Menschen über den Kopf hinauswachsen. Zwei Dinge sind notwendig, die man sich wie goldene Regeln eigentlich einschrei­ben müßte in seine Seele: Niemals war mehr als in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum die Notwendigkeit vorhanden, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|57}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen sich immer mehr und mehr bemühen - und daß Menschen da sind, die das können, daran ist nicht zu zweifeln -, gerade das zu erreichen, was besonders wertvoll ist: geisteswissenschaftliche Er­kenntnisse zu verstehen. Gewiß, geisteswissenschaftliche Erkenntnisse müssen gesucht werden durch hellsichtiges Eindringen in die geistige Welt ; das ist eine Notwendigkeit. Aber das ist eine Selbstverständ­lichkeit, daß es Hellseher geben muß, die eindringen in die geistige Welt, daß es Leute geben muß, die übersinnliche Erkenntnisse an­streben. Zweitens aber ist besonders wichtig, daß sich für diese geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse, für diese in übersinnlichen Welten gesuchte Erkenntnis Leute finden, die kraft des Intellekts die Sache verstehen. Das vernünftige, verständige Begreifen der Geisteswissen­schaft, das ist heute ganz besonders notwendig, denn das ist dasjenige, wodurch die widerstrebendsten Kulturmächte gerade überwunden werden. Der Intellekt der Menschen ist heute so groß, daß die ganze Geisteswissenschaft verstanden werden kann, wenn man nur will. Und gerade dieses Verständnis anzustreben, ist ein allgemein-menschliches, nicht ein egoistisches Interesse der Kultur. Denn dieses Verständnis kann angestrebt werden, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute verwendet werden auf naturwissenschaftlichen Gebieten an allerlei Kleinkram, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute volkswirt­schaftlich recht fruchtlos verwendet werden, und endlich, wenn jene Kräfte, die in einer fruchtlosen, vielleicht sogar menschenmörderi­schen Technik verwendet werden, entsprechend angewendet würden, und die Menschen nicht verzogen würden von frühester Kindheit an. Dann würde man sehen, wie leicht das spirituelle Geistesgut wirklich zum Verständnisse der Menschheit gebracht werden könnte. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere goldene Regel ist diese, daß man heute noch etwas an­deres braucht für das Fruchtbarmachen des spirituellen Geistesgutes für unsere Kultur. Das erste ist etwas, was Ahriman abgerungen wer­den muß. Die Menschen sind heute schon gescheit, denn Ahriman sorgt dafür, daß die Menschen gescheit sind. Oh, die Menschen sind gescheit! Sie verwenden ihre Gescheitheit eben nur im materialisti­schen Interesse. Die Menschen sind nicht nur gescheit, sie sind übergescheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|58}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davon werden wir aber in den nächsten Vorträgen noch sprechen, damit Sie sehen, welchen ungeheuren Einfluß gerade das ahrimanische Element auf die menschliche Übergescheitheit der heu­tigen Zeit hat. Aber noch etwas anderes ist notwendig. Noch einem andern Geiste ist manches abzuringen. Wir brauchen nicht nur Ge­scheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich - ja, wie soll ich es ausdrücken -, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spiri­tuelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist. Gerade auf spiri­tuellem Gebiete muß den luziferischen Kräften, die sonst so wirksam jetzt sind in der Welt, dieses abgerungen werden. Es gibt einen schö­nen Anblick: es ist der Anblick desjenigen, der in ruhiger Klarheit, aber mit innerem Feuer und Enthusiasmus, weil es ihm eine Notwen­digkeit ist, für das spirituelle Geistesgut sich erwärmen kann. Es gibt einen andern Anblick: das ist der, wo man möglichst versucht, durch das spirituelle Geistesgut eingelullt zu werden, träumerisch zu werden, hingegossen warm zu werden, aufzugehen in die universellen Kräfte, die Seele zu vereinigen mit dem göttlichen All. Das sind Gegensätze, die man in der Gegenwart doch wohi beobachten kann, Gegensätze, die es notwendig ist, zu beobachten. Denn es wird nicht leicht werden, das spirituelle Geistesgut der Menschenkultur einzuverleiben. Und es muß hinein, denn die Menschenkultur braucht es. Man wird über vieles ganz, ganz anders nicht nur denken lernen müssen, sondern auch fühlen und empfinden lernen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich könnte noch manches sagen in Anknüpfung an dasjenige, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, aber ich will vielleicht lieber schweigen und will Ihnen Gelegenheit geben, nachzudenken. Man kann über manches nachdenken, was angeregt werden könnte durch manche Tücke, welche ich ganz absichtlich in die eben ausgesprochene Wahrheit hineingelegt habe. Nun, davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|59}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man eine Zeit, in der man selbst lebt, verstehen will, so muß man sie aus größeren Weltenzusammenhängen heraus verstehen. Das ist gerade das Kleinliche der gegenwärtigen Zeit, daß man nicht will die Impulse, die Kräfte, die wirksam sind in der Gegenwart, aus größerem Zusammenhang heraus sich klarmachen. Und insbesondere wird es immer wieder und wiederum notwendig sein, um das eine oder das andere gegenwärtig Wirksame zu verstehen, zurückzugreifen zu den Verhältnissen, durch welche die Menschheitsentwickelung gegangen ist zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha, wir haben es ja von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt und haben gesehen, wie tief, wie bedeutsam es eingreift in den ganzen Evolutionsgang, die ganze Entwickelung der Mensch­heit. Wir wissen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders die Welt empfanden, anders anschauten als nach dem Myste­rium von Golgatha. Natürlich geht das nicht so auf einmal aus dem einen Zustand in den andern Zustand über. Aber der rückschauenden Betrachtung ergibt sich schon dasjenige, was wir von den verschie­densten Gesichtspunkten aus dargelegt haben. Insbesondere möchte ich heute, um eine gewisse Grundlage für die nächsten Betrachtungen zu finden, auf eines hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Stimmung, die Verfassung der Menschenseelen vor dem Mysterium von Golgatha betrachten, so können wir im allge­meinen sagen, daß innerhalb der Kulturmenschheit, also derjenigen Menschheit, aus der die heutige Kulturmenschheit hervorgegangen ist, vor dem Mysteruim von Golgatha eine gewisse Fähigkeit in den Seelen vorhanden war, in die Geheimnisse der kosmischen, geistigen Welt hineinzuschauen. Es war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen selbstverständlich, nicht so zum Ster­nenhimmel hinaufzuschauen, wie heute der Mensch zum Sternenhimmel hinaufschaut. Wir wissen ja, heute schaut der Mensch zum Sternenhimmel hinauf, indem er sich sagt: Mit unserer Erde sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einige andere Planeten verbunden, die mit ihr zusammen um die Sonne kreisen; dann sind unzählige andere Fixsterne da, die wiederum ihre Planeten haben. - Und wenn dann der Mensch darauf achtet, was er eigentlich, indem er sich so etwas überlegt, für einen Gedanken hat, so muß er sich doch sagen, er hat den Gedanken einer großen Weltmaschinerie. Daß da noch anderes waltet und wirkt als die Kräfte dieser großen Weltmaschinerie, das macht sich der Mensch der Ge­genwart nur sehr, sehr wenig klar. Das war mehr oder weniger für den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha selbstverständlich. Insbesondere war für ihn selbstverständlich, die Sonne zum Beispiel nicht bloß als dasjenige anzuschauen, als was sie der heutige Pyhsiker anschaut, roh gesprochen, eine Art glühender Kugel im Weltenraume draußen, sondern der Mensch vor dem Mysterium von Golgatha wußte ganz genau: Diese Sonne, von der die Physik spricht, diese Sonne ist nur &#039;&#039;ein&#039;&#039; Element in der ganzen Sonne. Dieser Sonne liegt zu­grunde ein Seelisches und ein Geistiges. Und das Geistige, das dieser Sonne zugrunde liegt, sprach ja noch der griechische Weise als das allgemeine Weltgute an, als das Gute der Welt, als das einheitliche, die Welt durchwallende Gute. Das war ihm der Geist der Sonne. Ihm wäre es, diesem griechischen Weisen, als stärkster Aberglaube vorgekom­men, so zu denken, wie der heutige Physiker denkt, daß da draußen im Weltenraume einfach eine glühende Kugel schwebe; sondern ihm war diese glühende, schwebende Kugel die Offenbarung des einheit­lich Guten, das in der Welt zentral wirksam ist. Und mit diesem zentralen Guten, das geistiger Art ist, ist wiederum verbunden ein Seelisches: der Helios, wie es die Griechen nannten. Und erst das dritte, der physische Ausdruck des Guten und des Helios, war dann die phy­sische Sonne. Es sah also der Mensch damals an Stelle der Sonne ein Dreifaches. Und mit diesem Dreifachen, das in der Sonne in alten Zeiten gesehen worden ist, brachten diejenigen Menschen, welche in der Zeit des Mysteriums von Golgatha dachten - ausgerüstet mit dem Wissen dieses Mysteriums von Golgatha, ausgerüstet mit dem Wissen der alten Mysterien -, mit diesem dreifachen Sonnenmysterium brach­ten diese Weisen das Christus-Mysterium zusammen, das Mysterium von Golgatha selber. Mit der Sonnenverehrung war verbunden für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
diejenigen, die etwas wußten, die Christus-Verehrung. Mit der Sonnen­weisheit war wiederum für diejenigen, die etwas wußten, verbunden die Christus-Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um aber das, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, naturgemäß zu fühlen, als etwas Selbstverständliches zu empfinden, dazu war eben die Konstitution der Seele notwendig, die damals da war. Und diese Kon­stitution der Seele verschwand eben. Sie verschwand schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, mit dem Jahre 747 - dies ist die wirk­kiche Gründungszahl von Rom - vor dem Mysterium von Golgatha. Mit der Gründung Roms schwindet eigentlich die alte Möglichkeit, in dem Kosmos draußen das Geistige zu sehen. Mit dem Eintritt Roms in die Geschichte tritt das in die Menschheitsevolution ein, was man das prosaische Element nennen kann. Die Griechen zum Bei­spiel bewahrten in ihrer ganzen Weltanschauung noch die Möglich­keit, hinter der Sonne eben die zwei andern Sonnen, die seelische und die geistige Sonne zu sehen. Und nur dadurch, daß nun nicht rein in griechische Weisheit und in griechisches Empfinden das Mysterium von Golgatha getaucht worden ist, sondern in römische Weisheit und in römisches Empfinden, dadurch ist es gekommen, daß man ge­brochen hat mit dem Wissen von dem Zusammenhang des Christus mit der geistigen Sonne. Damit haben sich ja namentlich die christ­lichen Kirchenväter und die christlichen Kirchenlehrer zu befassen gehabt, dieses Mysterium von der Sonne zu verhüllen, dieses Myste­rium von der Sonne für die Menschheit vergessen zu machen, es nicht herauskommen zu lassen. Es sollte gewissermaßen ein Schleier gebreitet werden durch die fortgehende Entwickelung des Christen­tums, wie man das nennt, über die tiefe, die bedeutsame, die um­fassende Weisheit von dem Zusammenhange des Christus mit dem Sonnenmysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man definieren sollte die Aufgabe der Kirche, jener Kirche, die entstanden ist dadurch, daß das Christentum in das Römertum eingesenkt worden ist, dann müßte man dies so tun, daß man sagte: Die römisch gefärbte christliche Kirche hatte sich namentlich zur Aufgabe zu machen, das Christus-Mysterium möglichst zu ver­hüllen, es möglichst wenig bekanntwerden zu lassen. - Die Einrichtung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche die Kirche durch den Romanismus erfahren hat, die ist insbesondere geeignet gewesen, die Menschen so wenig wie moglich von dem Christus-Geheimnis wissen zu lassen. Die Kirche war da­durch eine Institution zur Geheimhaltung des Christus-Mysteriums geworden, eine Institution geworden, möglichst wenig in die Welt kommen zu lassen von dem Christus-Mysterium. Dies ist etwas, was immer mehr und mehr in der jetzigen Zeit der Menschheit klarwerden muß, weil beginnen muß diejenige Zeit, welche in der Lage ist, wie­derum mit andern Begriffen zu arbeiten als mit den römischen Be­griffen. Römische Begriffe haben gerade das Scharfumrissene, das Scharfkonturierte, das Kadaverhafte. Diejenigen Begriffe, welche ent­wickelt werden, um zum Beispiel den Menschen in seiner Wahrheit zu begreifen, wie ich ihn in seiner Normalaura, möchte ich sagen, Ihnen vor acht Tagen hier auf die Tafel gezeichnet, skizziert habe, die Be­griffe, die notwendig sind, um die wahre Wirklichkeit des Menschen wieder zu erfassen und damit die wahre Wirklichkeit der Welt einiger­maßen zu begreifen, diese Begriffe müssen flüssig sein, diese Be­griffe dürfen nicht scharf konturiert sein, denn die Wirklichkeit ist nichts Starres, sondern etwas Werdendes. Und wollen wir mit unse­ren Begriffen und Ideen die Wirklichkeit erfassen, so müssen wir mit unseren Begriffen dem Fluß, dem Werden der Wirklichkeit nachschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn außer acht gelassen wird dieses Flüssigwerden der Begriffe, dann kommt das zustande, was heute zum Unheil der Menschheit an zahlreichen Orten beobachtet werden kann. Nehmen Sie eine Erschei­nung, die heute für etwas gründlichere, nicht schlafende Weltenbeobachter sich geradezu aufdrängt. Es ist die folgende Erscheinung. Nicht wahr, wir haben in der Welt unter uns Gelehrte, Gelehrte auf den mannigfaltigsten Gebieten. Diese Gelehrten vertreten, bewahren, wie man sagt, die Wissenschaft, und die heutige Menschheit, die ja nicht autoritätsgläubig ist, glaubt aber trotz ihres aus der Welt geschafften Autoritätsglaubens aufs Wort alles dasjenige, was von den Gelehrten der verschiedenen Gebiete vertreten wird. Und die Gelehrten unter­einander glauben den andern immer dasjenige, was nicht gerade in ihrem Gebiete ist. In diese Verhältnisse sehen die Menschen heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht gern hinein, weil das ganze Zerfaserte und Chaotische unserer Kultur den Menschen auffallen müßte, wenn sie in diese Verhältnisse hineinsehen würden. Aber wir haben ja zum Beispiel das Folgende er­lebt. Nehmen wir an, so ein Gelehrter - wir könnten immer für die verschiedenen Gebiete einen herausheben - hat zu seinem speziellen Gebiete, nun, meinetwillen - ich will etwas Ausgefallenes nehmen -, die Ägyptologie. Da besteht dann sein Beruf darinnen, daß er über die Eigentümlichkeit des ägyptischen Volkes die übrigen Menschen, die sich nicht beschäftigen können mit dem, was man die Quellen nennt, unterrichtet, daß er auch über die Beziehungen des ägyptischen Volkes zu andern Völkern des Altertums die Menschen unterrichtet. Der Menschen Aufgabe ist es, das aufs Wort zu glauben, denn der Mann ist ja in der Ägyptologie eine Autorität. Nun ist aber in unserer Zeit ein Unheil gekommen: Eine große Anzahl von diesen Gelehrten, die solche Spezialgebiete vertreten, haben nicht geschwiegen, sondern über Themen gesprochen, die nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Es wäre ja besser gewesen, wenn sie geschwiegen hätten, aber sie haben nicht geschwiegen; sie haben zum Beispiel ihr Denken, ihre Gedan­kenformen, heute unter dem Eindruck dieser Ereignisse angewendet auf ihr eigenes Volk und auf seine Beziehungen zu den andern Völ­kern. Und da hat man nun genügend Gelegenheit zu sehen, was für Unsinn eigentlich die Leute reden. Nun müßte man Schlüsse ziehen, Schlüsse, die sehr real gedacht werden können. Gar mancher, der da gilt, sagen wir, auf dem Gebiete der Ägyptologie, und von dem man die Meinung hat, daß seine Begriffe mit Bezug auf die Eigentümlich­keiten des ägyptischen Volkes und seines Verhältnisses zu andern Völkern unanfechtbar seien, der redet nun plötzlich in der Gegen­wart lauter Unsinn über sein eigenes Volk und über das Verhältnis seines eigenen Volkes zu den andern Völkern. Ja, glauben Sie, er wird nun über die Ägypter und über ihre Beziehungen zu andern Völkern gescheiter reden und geredet haben? Wenn &#039;&#039;Balfour&#039;&#039; heute über das Verhältnis seines Volkes zu der übrigen Welt spricht, oder wenn &#039;&#039;Houston Stewart Chamberlain&#039;&#039; fortwährend Unsinn redet über das Ver­hältnis der Menschen zu den andern Menschen, da könnten einige auch ohne Nachdenken irgendwie herauskriegen, daß die Leute Unsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
reden, völligen Unsinn reden! Aber nun hat der Chamberlain ge­schrieben «Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts» und eine große Anzahl anderer Bücher, bei denen man nicht die Gelegenheit hat, die Geschichte zu prüfen. Er hat natürlich ganz genau denselben Unsinn geredet dazumal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon einmal gegenwärtig die Zeit der Prüfung, und namentlich die Zeit der Prüfung dafür, nun endlich einmal einzusehen, daß es nicht bloß darauf ankommt, Urteile abzugeben, die einen gewissen eingeschränkten Wert haben, indem sie richtig sind auf einem be­stimmten Gebiete - das ist fast jedes Urteil, das Falscheste ist auf einem bestimmten Gebiete richtig -, sondern daß es darauf ankommt, geradezu zu suchen jene Flüssigkeit der Urteile, die nur durch die Geisteswissenschaft gefunden werden kann, die in die Realität ein­dringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja merkwürdig, welche Kollisionen zwischen gesundem Den­ken und zeitgemäßem Denken gerade heute an die Oberfläche treten. Man hat in den letzten Tagen von einer religiösen Diskussion gehört, die stattgefunden hat in Petersburg - Petrograd, so hat man eine Zeit­lang gesagt, ich weiß nicht, ob man jetzt schon wieder Petersburg sagt -, also von einer religiösen Diskussion, die in dem ehemaligen St. Petersburg stattgefunden hat. Mitten drinnen im Bolschewismus hat man von einer religiösen Diskussion gehört. Da haben über die Religion und ihre Entwickelung gesprochen Sozialisten, Popen, selbst­verständlich auch allerlei Bourgeoisleute. Die haben natürlich das Ge­scheiteste nicht geredet. Nun könnte man aus der Diskussion, die da gepflogen worden ist, die natürlich in der Wolle gefärbt war von der Gegenwart, aber durchaus mit den starrsten alten Begriffen arbeitete, wie es scheint, doch manches lernen. Zum Beispiel hat da ein Pope etwas höchst Interessantes vorgebracht. Der Pope fühlt sich genötigt, zu seinen Lämmern so zu sprechen, wie er es bisher gewohnt war. Nun hat er natürlich bisher so geredet, daß alles dasjenige, was auf der Welt ist, der Zarismus und alles, alles selbstverständlich von Gott kommt. Was kann er heute machen, der gute Pope? Er muß natürlich das, was er gewohnt war, früher seinen Lämmern zu sagen - jetzt sind es keine Lämmer mehr -, heute wenigstens irgendwie beibehalten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denn er will ja nicht zu neueren Begriffen übergehen. Da sagt er denn: Die Welt ist von Gott, alles ist von Gott; da wir jetzt eine Sowjet­regierung haben, ist sie auch von Gott. Bolschewismus ist eben von Gott der Menschheit geschickt. Da alles von Gott ist, ist auch der Bolschewismus von Gott. - Was soll er anderes sagen? Ich bin ganz überzeugt davon, die Schlußfolgerung kann auch noch weiter aus­gedehnt werden. Warum sollte man nicht sehr schön plausibel machen können, daß der Teufel von Gott ist? Der Teufel ist einge­setzt von Gott, nach ganz derselben Schlußfolgerung! - Das ist es ja, daß man wirklich einmal tiefer hineinleuchtet in dasjenige, was not­wendig ist. Das findet natürlich auf allen Gebieten stärkste Gegner­schaft. Schlafen aber kann man nicht, wenn man sich vorgenommen hat, teilzunehmen an dieser Umarbeitung des Vorstellungsvermögens der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe, die der Materialismus herausgearbeitet hat und die gerade­zu als unanfechtbar gelten, sie gehören zu demjenigen, was gewisser­maßen am gründlichsten überwunden werden müßte. Nichts begegnet einem ja heute häufiger aus der sogenannten Autorität der Wissen­schaft heraus als dasjenige, was genannt wird das Gesetz von der Er­haltung der Energie und des Stoffes, Erhaltung von Kraft und Stoff. Das ist dasjenige, was ganz besonders der Menschheit ans Herz ge­wachsen ist. Die ganz und gar mechanistisch, physikalisch gewordene Weltanschauung will sich betäuben gegenüber dem Vorhandensein des Geistes. Da sie den Geist nicht anerkennen will, kann sie dem Geist auch nicht Dauer, nicht Ewigkeit zuschreiben; sie schreibt die Ewigkeit ihrem kleinen Götzen, dem Atom, oder überhaupt dem Stoff oder der Kraft zu. Aber, die Wahrheit ist, daß von alldem, was Sie sinnlich anschauen können, was Sie da stofflich und als Kräfte in der Welt umgibt, nach den Gesetzen des Weltenalls nichts, aber auch gar nichts über die Stufe des Venuszeitalters hinaus existieren wird. Wir wissen, daß auf die Evolution der Erde die Jupiterevolution folgt, und auf die Jupiterevolution die Venusevolution, dann die Vulkanevolu­tion. So wie sich der Mensch in verschiedenen Verkörperungen wiederfindet, so findet sich die Erde wieder als Jupiter nach der Ju­piterevolution als Venus, nach der Venusevolution als Vulkan. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was heute von irgendeinem physikalischen Experiment als Stoff und Stoffgefüge gefunden werden kann, es hat nicht Bestand über das Venusdasein hinaus. Es gibt keine Erhaltung des Stoffes und der Kraft - solchen Stoffes, solcher Kraft, von der die Physiker spre­chen können - über das Venusdasein hinaus. Das ganze Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft ist lediglich ein Aberglaube, ist dasjenige, wovon alle physikalischen Begriffe beherrscht werden. Aber etwas wird zugedeckt, indem man geradezu davon spricht, die Welt bestehe aus unzerstörbarem Stoff, der sich immer in andern Gruppierungen ergibt. Zugedeckt wird das, was als Antwort kommen muß, wenn man die Frage aufwirft: Ja, was bleibt denn dann, wenn alles das, was unsere Sinne in weiterem Umkreise umgibt, schon nicht mehr da sein wird, wenn die Venuszeit gekommen oder in ihrer Mitte angelangt sein wird? Was bleibt dann? Wo ist denn irgend etwas, was bleibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, richten Sie Ihre Augen hinaus in den weiten Umkreis, den Sie überschauen können. Schauen Sie sich alles, alles an, schauen Sie sich die Gesamtheit des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen, des menschlichen Reiches an; schauen Sie sich an alles dasjenige, was Sie sehen können als Sterne, Lichterscheinungen, alle Lufterscheinungen, alle Wassererscheinungen, sehen Sie hin, wo Sie hinsehen wollen, fas­sen Sie alles zusammen, was Sie irgendwie in Ihren äußeren Sinnes­wahrnehmungen zusammenfassen können und stellen Sie sich die Frage: Wo ist etwas, was von unserem jetzigen Dasein bleibt? - In keinem Tier, in keiner Pflanze, in keinem Mineral, in keiner Luft, in keinem Wasser, nirgends als nur im Menschen! In allem, was Sie heute sehen können, ist nichts enthalten, was regelrecht über das Venusdasein hinausgeht, als einzig und allein der Mensch selber. In nichts anderem können Sie etwas Bleibendes, etwas, was mit dem Begriffe der Ewigkeit angesprochen werden kann, suchen, in nichts anderem als in dem Menschen. Das heißt: Suchen wir die Keime für die wahre Weltenzukunft, wo müssen wir sie suchen? - Wir mussen sie im Menschen suchen! Wir können sie bei keinem andern Geschöpf, in keinem Naturreiche suchen. Aber durch die Naturreiche haben die alten Menschen vor dem Mysterium von Golgatha das kosmische All,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geistig natürlich, gesehen. Wenn wir die Sonne nehmen: Sie haben einen glühenden Ball gesehen, aber sie haben durch den glühenden Ball den Helios und das Gute gesehen. Doch dieser glühende Sonnen­ball wird nicht länger vorhanden sein als das Venusdasein; dann ist er weg. Und alles dasjenige, wodurch man wie die Alten als durch einen Schleier die Konstituion irgendeines geistigen Daseins gesehen hat, es wird weg sein. Und von alledem, was jetzt da ist, bleibt für die Zukunft nur das, was in den Menschen keimhaft veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn also eigentlich geschehen? Die Menschen haben vor dem Mysterium von Golgatha hinausgesehen in das weite Weltenall; sie haben gesehen Sterne über Sterne, sie haben gesehen die Sonne und den Mond, sie haben gesehen Luft und Wasser, die verschiedenen Reiche. Aber sie haben sie nicht so angeschaut wie der heutige Mensch, sondern sie haben hinter alldem das geistig-göttliche Dasein geschaut, und sie haben hinter alldem den Christus, der noch nicht zur Erde niedergestiegen war, geschaut. In diesen alten Zeiten hat man den Christus verbunden mit dem Kosmos, außerirdisch hat man ihn ge­sehen. In all dem, worinnen man den Christus gesehen hat, ist nichts, was über das Venusdasein hinaus dauert. Alles, wodurch sich in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen das Geistige enthüllt hat und auch der Christus im Kosmos, hat nur einen Bestand bis zum Venusdasein. Die Menschen lebten vor dem Mysterium von Golgatha mit dem Himmel, aber dieser Himmel ist so sinnlich, daß er auch mit dem Venusdasein verschwindet. Was über das Venusdasein hinaus bleibt, das hat seine Keime nur im Menschen. Der Christus mußte aus dem Weltenall zu dem Menschen kommen, wenn er mit dem Menschen den Gang in die Ewigkeit antreten wollte. Weil das alles so ist, wie ich es Ihnen jetzt geschildert habe, deshalb stieg der Christus aus dem Kosmos herab, um fortan mit dem zu sein, was als Keim im Menschen in die Ewigkeit hinaus dauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große kosmische Ereignis, das man verstehen muß. Die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha konnten den Gott, den Christus im Weltenall verehren. Die Menschen, die darauf kommen mußten - und es ist die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr darauf gekommen, daß nur im Menschen der Keim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ist für die ewige Weltenzukunft -, diese Menschen mußten einen Christus haben nicht im Weltenall draußen, das zerfällt, sondern ver­eint mit dem Menschen, mit der menschlichen Organisation, mit dem menschlichen Reiche. Wörtlich wahr ist es: Dasjenige, was da ist im weiten Umkreis der Sinne als Sterne, als Himmelskörper, es wird vergehen. Aber das Wort, der Logos, der erschienen ist in dem Christus, und der sich vereinigt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, der wird bleiben. Und das ist eine wörtliche Wahrheit, wie die Dinge in den wirklichen okkulten, religiösen Urkunden wört­liche Wahrheiten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist auch der Grund, warum wir gewissermaßen einen Dualismus in der Namengebung haben müssen - ich habe darauf schon hingedeutet -, in der Namengebung Christus Jesus. Den Christus, der dem außerirdischen Weltenall angehört, dieses geistige Wesen, das vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit den Menschen der Erde ver­bunden war, muß man auf der einen Seite erkennen; das darf nicht vergessen werden, denn das ist heruntergestiegen und hat sich mit der Menschennatur, mit dem Jesus verbunden. In dem Dualismus Chri­stus Jesus liegt dasjenige, was notwendig ist, zu verstehen. In dem Christus muß man das Kosmisch-Geistige sehen; in dem Jesus muß man dasjenige sehen, durch welches dieses Kosmisch-Geistige in die historische Entwickelung eingetreten ist und sich so mit der Mensch­heit verbunden hat, daß es mit dem Menschenkeim nun weiter in die Ewigkeiten leben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses mit den alten Mysterien zusammenhängende Christusge­heimnis zu verhüllen, zu entstellen, das war gewissermaßen die Auf­gabe der Kirche in den verflossenen Jahrhunderten. Und versuchen Sie einmal, den Werdegang der Menschheit in diesen verflossenen Jahrhunderten wirklich zu studieren, versuchen Sie sich klarzumachen, wie es denjenigen einzelnen Menschen gegangen ist, welche den Christus Jesus wirklich suchen wollten, die wirklich den Weg finden wollten zu dem Christus Jesus: es war immer ein Märtyrerweg. Er mußte immer gesucht werden, der Christus Jesus, gegen die Konven­tionen, wie er ja auch heute selbstverständlich gegen dasjenige, was von den Konventionen geblieben ist, gesucht werden muß. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man kann dem Christus-Geheimnis nicht nahekommen, wenn man es nicht verbindet mit dem Naturgeheimnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, die Notwendigkeit, die wir vor unsere Seele hingestellt haben, von dem Herunterkommen des Christus aus kosmischen Höhen zu dem Menschenkeim, das Geheimnis von dem Jesus-Werden des Christus, man kann es nur verstehen, wenn eine Einheit wird Naturbetrachtung, Weltbetrachtung, Kosmologie und die Wissen­schaft von dem Werden des Menschen und des Göttlichen in der Menschheit. Das möchte man gerade von einer gewissen Seite her ver­meiden, daß Naturwissenschaft zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft und Geisteswissenschaft zu gleicher Zeit Naturwissenschaft werde. Das ist ja das Bestreben der meisten Theologen, und auf der andern Seite wiederum das Bestreben der meisten Naturgelehrten der Ge­genwart, daß eine Schranke aufgerichtet werde zwischen der Natur­wissenschaft auf der einen Seite und der Geisteswissenschaft auf der andern Seite. Nur ja soll nicht über den Christus Jesus etwas gesagt werden, was zu gleicher Zeit zusammenhängt mit der Erdenevolu­tion, und nur ja soll nicht über die Erdenevolution, das heißt über ihre einzelnen Teile etwas gesagt werden, was zusammenhängt mit dem großen geistigen Mysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem man diese Dinge berührt, berührt man in der Tat Wichtigstes, Allerwichtigstes im Menschenleben der Gegenwart. Denn jenes konfuse Geschwätz von allerlei Geistigem, auf das auch unsere Freunde einen so oftmals aufmerksam machen, und zum Ekel einen aufmerksam machen, dieses konfuse Geschwätz vom Geiste nützt gar nichts. Ich meine, es kommt alle Augenblicke einer und sagt: Nun sehen Sie einmal, der hat wiederum ganz theosophisch oder anthropo­sophisch geredet, er hat das und das gesagt! - Dieses bequeme Suchen nach Stützen in der gegenwärtigen Konfusion, das ist nicht dasjenige, was wir anstreben sollen, sondern wir sollen schon auf dem Funda­ment feststehen, das uns die Geisteswissenschaft sein wird. Und die Zeit ist zu ernst, um weitere Kompromisse, besonders auf diesem Ge­biete zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke zu schaffen zwischen dem Naturwissen, überhaupt zwischen dem Wissen des Wahrgenommenen und dem Wissen desjenigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu dem die Sünde, zu dem die Erlösung, kurz, zu dem die religiösen Wahrheiten gehören, die Brücke zu schaffen zwischen die­sen zwei Gebieten, das kann nur geschehen, wenn man den Mut haben wird, in das Geistige wirklich real einzudringen. Aber auch über die Lebenswahrheiten wird man nichts Vernünftiges wissen können, wenn man nicht den Mut hat, in das Geistige real, wirklich einzudringen. Zum Eindringen in das geistig Reale gehört vor allen Dingen diese Möglichkeit: wiederum etwas zurückzublicken zu dem dreifachen Sonnenmysterium der alten Zeit, aber in dem neuen Sinne, wie es der gegenwärtigen Menschheit angemessen ist. Geradeso wie die Sonne eine Dreiheit ist, so ist ja der Mensch auch eine Dreiheit. Aber es handelt sich darum, daß wir diesen dreifachen Menschen wirklich studieren. Das ist Wichtigstes für die Gegenwart: den drei­fachen Menschen zu studieren. Ich möchte Ihnen heute einmal vor­bereitend - morgen und übermorgen werden wir diese wichtige Sache zu Ende führen - schematisch etwas angeben, was Sie führen kann auf dem Wege, der eigentlich gesucht werden müßte, um den drei­fachen Menschen zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal das Folgende - also das, was ich jetzt skizziere, soll ein Schema sein -, denken Sie sich, Sie hätten ein Gebilde, das ganz und gar nur Bild, nur Abbild sei, das im Grunde gar keine Bedeutung in sich selber hat, also Abbild ist. Das will ich so skizzieren: ich zeichne einfach einen Kreis (siehe Zeichnung Seite 71, blau), eine Kreisfläche. Das ist ein Gebilde, das Abbild ist von etwas anderem, aber dadurch, daß es Abbild ist, hat es das andere, wovon es Abbild ist, vollständig aufgezehrt. Es ist ja sonderbar, wenn ich folgendes sage, aber denken Sie sich einmal: In unserer Kuppel, in der kleinen Kuppel arbeiten vier Damen; nehmen wir einmal an, diese vier Da­men würden, auf jeder Seite zwei, malen, sich selber porträtieren, aber dieses Porträtieren hätte eine besondere Folge. Also denken Sie sich, diese vier Damen, die porträtieren sich in der kleinen Kuppel, malen sich selber da ab, aber dieses Sich selber Porträtieren, das hätte eine ganz bestimmte Folge: sie verschwänden nämlich dadurch, sie gingen über in ihr Abbild, sie hörten auf zu sein. Wenn sie fertig sind, sind sie nicht mehr da. Dadurch, daß die Abbilder entstanden sind,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie selbst nicht mehr da. - Solch ein Gebilde stellen Sie sich unter dem, was ich hier skizzenhaft aufgezeichnet habe, einmal vor: ein Gebilde, das dadurch entstanden ist, daß es gemacht worden ist von etwas, wovon es Abbild ist; aber dadurch, daß das Abbild da ist, ist das andere aufgezehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber dieses Aufgezehrte nicht allein in der Welt. Stellen Sie sich nämlich vor, es wäre die Geschichte noch nicht aus mit diesen vier Damen. Gut, diese vier Damen wären verschwunden, sie hätten sich da aufgemalt und wären verschwunden; aber die Bilder sind da. Sie sind nicht allein da im Weltenall, das Weltenall ist mit seinen Kräften außerdem noch da. Die Damen sind verschwunden, sind von den Bildern gewissermaßen aufgesogen worden; aber dadurch, daß die Bilder da sind, zieht sich aus dem Weltenall wiederum Substan­tielles zusammen und bildet die Damen neu, allerdings jetzt als Kinder: sie entstehen langsam wieder, enstehen da daneben. So entsteht neben diesem Gebilde wiederum sein Urbild (siehe Zeichnung, gelb). Ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 071.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 71]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müßte es eigentlich ein Stückchen hinein zeichnen, ich zeichne es nun daneben auf: das ist das Urbild. Das ist das Urbild, aber es ist ein sehr loser Zusammenhang zwischen diesem Abbild und dem Urbild, ein sehr loser Zusammenhang. Beide haben fast gar nichts miteinander zu tun. Dieses Abbild ist richtig verhärtet und hat fast gar nichts mit seinem Urbilde zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann denken Sie sich ein zweites Gebilde. Ich will das zweite Ge­bilde so skizzieren, daß ich es nun auch als Abbild mache (siehe Zeichnung Seite 72, violett); nur ist das erste drinnen in dem zweiten. Das erste ist etwas für sich, aber es ist auch drinnen in dem zweiten. Also ich zeichne da kühn über das erste das zweite drüber. Das ist wiederum solch ein Abbild, und wiederum so ähnlich ein Abbild von einem andern, das ich auch nun da drauf zeichnen will (siehe Zeichnung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 072.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 72]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rot); das muss ich aber nun schon inniger mit dem verbin­den. Da ist die Sache also so, daß ich nicht den Vergleich wählen könnte, den ich früher mit den vier Damen gewählt habe, sondern wenn ich bezüglich dieses Bildes und Abbildes jetzt einen Vergleich wählen würde, müßte ich so sagen: Es sind also die vier Damen da, sie malen in der kleinen Kuppel, und während sie malen, geht schon auch etwas von ihnen selber auf, wird aufgesogen. Aber nur zur Hälfte werden sie aufgesogen; zuletzt sind sie so, daß sie - nun, ich will also sagen, um nicht einen unästhetischen Vergleich hervorzu­rufen: Es wird von der einen die linke Körperhäffte aufgesogen, die rechte ragt noch heraus von dem Bilde; von der andern die rechte Körperhälfte aufgesogen, die linke ragt noch heraus. Also sie sind teilweise aufgesogen; teilweise ragen sie noch heraus. Das ist das zweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stellen Sie sich ein drittes vor, das also wiederum das erste mitumfaßt und das zweite auch mitumfaßt (siehe Zeichnung Seite 73, grün). Das aber ist zum großen Teil mit seinem Abbilde verbunden, das ist noch nicht getrennt von seinem Abbilde. Da müßte ich also, wenn ich den Vergleich festhalten wollte, sagen: Die Damen malen, aber sie bleiben auch als Damen vorhanden, und das Ganze, was ich vor mir habe, sind die Damen und ihre Abbilder. Das ist vorhanden (siehe Zeichnung, orange), das ist zum größten Teile auch im Urbilde vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben Sie also hier (Zeichnung Seite 71) etwas schematisch gezeichnet: zuerst oben ein Abbild, verhärtet, kristallisiert, es hat möglichst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 073.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 73]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenig mit seinem Urbilde zu tun; das Urbild ist daneben, neu entstehend. Das ist nämlich Ihr Kopf; der ist der materiellste, ver­härtetste Teil der Menschennatur. Sein Urbild hat geradezu nichts mit ihm zu tun, entsteht neu; und wenn Sie achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, ist Ihr Kopf so, daß er aus sich selber gar nicht ein­mal mehr etwas hergibt, ausgewachsen ist. Der größte Materialist in der Menschennatur ist das Haupt. Ein zweites Gebilde ist Brust und Atmung und alles, was dazugehört. Das ist ungefähr so, daß ich das zweite als Schema gebrauchen könnte (Zeichnung Seite 72). Das ist schon mehr verbunden, da hängen Geist und Materie schon mehr zu­sammen, das ist schon durchgeistigter. Alles das, was Lunge und Atmungsprozeß ist, ist schon für die Erde vergeistigter. Und was übrigbleibt, Gliedmaßen, im Zusammenhange damit alles das, was die Sexualität umfaßt, da ist Geistiges mit Physischem eins, da sind sie noch zusammen. Das gehört zum dritten Schema (Zeichnung oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der dreifache Mensch. Ich habe es Ihnen heute nur schema­tisch auf die Tafel zeichnen können. Dieses zu gleicher Zeit wunder­bare und furchtbare, dieses großartige und tiefeindringende Myste­rium vom dreifachen Menschen hängt wiederum mit dem dreifachen Sonnenmysterium zusammen. Das aber hängt wiederum zusammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit all den Wahrheiten, die wir brauchen wie das Brot des Lebens für alles dasjenige, was sich setzen muß an die Stelle dessen, was in das Chaos, was in die Sackgasse hineingekommen ist und zu den gegen­wärtigen Menschheitskatastrophen geführt hat. Davon werden wir morgen weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den dreigeteilten Menschen habe ich gestern schematisch hingewiesen. Es ist ja durchaus so, daß aus unserem gegenwärtigen Geistes­leben heraus wenig Empfindungen vorhanden sind für das Verständnis des Wesens des Menschen, so wie es erfaßt werden muß vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte. Allein, wir müssen uns doch bemühen, an dieses Menschenwesen heranzukommen. Die wichtig­sten Vorstellungen, die man auch über das Gesamtleben des Menschen gewinnen muß, über die Entwickelung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auch sie sind nur zu beherrschen, wenn man ausgeht von einem solchen Verständnisse, das an diesen dreige­teilten Menschen anknüpft. Betrachten wir für heute einmal im ein­zelnen diesen dreigeteilten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde ja gestern schon darauf aufmerksam gemacht, daß wir da zunächst auf das Haupt des Menschen hinweisen können. In einem gewissen Sinne ist dieses Haupt des Menschen wirklich eine Art selb­ständige Formwesenheit. Sie können sich ja selber hinstellen vor ein Menschenskelett, und Sie können leicht das Haupt abheben. Wie eine Kugel können Sie es abheben. In Wirklichkeit ist allerdings die Trennung zwischen den drei Gliedern der menschlichen Natur nicht so einfach, daß man sagen könnte: Dasjenige, was man da vom üb­rigen Skelett so bequem abhebt wie eine Kugel, das ist dieser Hauptes-teil. - So streng sind die Dinge nicht geschieden. Aber man muß sich ja allmählich herausarbeiten aus dem bloßen Schematismus, auch aus dem, den einem die Natur selbst nahelegt, zu einer lebendigen Empfindung. Und ich mußte ja gestern schon, wie Sie gesehen haben, nicht etwa drei nebeneinanderliegende Kreise aufzeichnen, sondern einen Kreis für das Haupt, einen zweiten Kreis, der dieses Haupt übergriff, und einen dritten Kreis, der wiederum beide übergriff. So daß, wenn man schematisch den dreigeteilten Menschen zeichnen würde nach seiner physischen Wesenheit, man eben ihn so zu zeich­nen haben würde, daß man sagt: Der Hauptesteil (siehe Zeichnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
roter Kreis A), der Rumpfteil (oval, gelb), und dann der Glied­maßenteil (orange) -, eigentlich drei Kugeln, wenn auch diese Kugeln in die Länge gezogen werden müssen. Mit dem Hauptesteil, also mit dem, was hier als roter Kreis A bezeichnet worden ist, mit diesem Hauptesteil steht das Geistige, das, wie Sie gestern gesehen haben, eine junge Bildung ist, im Zusammenhange (hellschraffierter kleiner Kreis, weiß). Dieses Geistige des Hauptes, das ist eine junge geistige Bildung, während das Haupt selbst eine alte physische Bildung, eine physische Formwesenheit ist. Bei dem Haupte ist daher vor allen Dingen richtig, was man sonst im allgemeinen für den Menschen an­führt, was aber in dieser Allgemeinheit, wie man es anführt, nicht ganz richtig ist; für das Haupt ist es richtig. Was ich hier als Weißes, Geistiges bezeichnet habe in bezug auf das Haupt, das ist, wenn Sie schlafen, heraußen aus dem Haupte. Wenn Sie wachen, ist es mit dem Haupt vereinigt, ist zum größten Teile im physischen Haupte drinnen. Es kann sich also am leichtesten vom physischen Haupte trennen; es geht heraus und geht wiederum zurück, hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 076.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 76]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist schon durchaus nicht so für den mittleren Menschen, nennen wir ihn meinetwillen den Brustmenschen. Alles dasjenige, was vom Thorax, vom Brustkorbe eingeschlossen ist, von den Rippen und vom Rückgrat, das ist mit dem Geistigen verbunden, aber es ist nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so ausgesprochen das Geistige heraußen, wenn Sie schlafen. Das Geistige steht schon auch während des Schlafens für diesen mittleren Menschen in einer starken Verbindung mit dem Physischen. Und für den dritten Menschen, für den Gliedmaßenmenschen, wozu auch der sexuelle Mensch gehört, da ist eigentlich praktisch eine Trennung zwischen Schlafen und Wachen in Wirklichkeit doch nicht vorhanden. Da kann man gar nicht sagen, daß wirklich das Geistig-Seelische im Schlafe sich trennt; die bleiben mehr oder weniger auch im Schlafe vereint. So daß man nach einem andern Schema den wachenden Menschen gut so zeichnen könnte, daß man sagte: Wenn das der physische Mensch ist, wachend (siehe Zeichnung a, dunkel schraf­fiert, rot), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 077.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 77]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so würde dieses der geistige Mensch sein (hell schraffiert, weiß). Das würde der schlafende Mensch sein (siehe Zeichnung b, rot und weiß); es bliebe also dieses mehr oder weniger mit dem Leib­lichen vereint, und nur das geht eigentlich heraus (siehe Zeichnung b). Das würde von einem gewissen Gesichtspunkte aus die eigentliche Zeichnung sein für den Gegensatz des wachenden und schlafenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden Sie die wichtigen Dinge, die wir zu besprechen haben, nur dann verstehen, wenn Sie diese Gliederung des dreigeteilten Men­schen, die wir eben besprochen haben, für sich durchkreuzen mit einer andern Gliederung des Menschen, die anknüpft an dasjenige, was ich die vorige Woche hier auseinandergesetzt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir so noch einmal das Haupt, den Rumpfmenschen, den Gliedmaßenmenschen durchsprechen, so können wir ja sagen: Im eigentlichsten Sinne Mensch ist nur der Rumpfmensch. Der ist daher auch derjenige, dem der lebendige Odem eingehaucht ist durch die Elohim. Er ist der atmende Mensch. Da ist die Teilung nicht so ganz bequem wie beim Skelett; der Atmungsvorgang durch Nase und Mund gehört schon zum Rumpfmenschen. Also, nicht wahr, es ist die Teilung in Wirklichkeit nicht so schematisch bequem zu machen, wie man es sich gern aufzeichnen möchte, aber das sind ja natürlich die Schwierigkeiten des Verständnisses für eine solche Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der eigentliche Mensch, der Erdenmensch, ist der Rumpfmensch. Und der Kopfmensch, als physische Gestaltung, das ist eigentlich nicht etwas durch und durch Menschliches. Man kann nicht sagen, daß der Menschenkopf etwas durch und durch Mensch­liches ist. Der Menschenkopf hat eben sehr viel [[a:Ahriman|Ahrimanisches]] in sich. Er ist im wesentlichen so gegliedert, wie er gegliedert ist, aus dem Grunde, weil gewisse Bildungsprinzipien in ihm namentlich dieje­nigen sind, die noch von der [[a:a:Alte_Sonne|alten Sonne]], also von diesem zweiten [[a:Weltentwicklungsstufen|Erdenstadium]] - [[a:alter Saturn|Saturn]], [[a:Alte Sonne|Sonne]] -, zurückgeblieben sind. Unser Haupt mit seiner ganzen komplizierten Bildung wäre nicht so, wie es ist, wenn es nicht seine erste Bildung bekommen hätte in diesen uralten Zeiten der alten Sonne. Und es sind also eigentlich alte, uralte Bil­dungsprinzipien, die heute hereinragen in die Erdensphäre, und die wir aus diesem Grunde als ahrimanische bezeichnen müssen. Zurück­gebliebene Prinzipien müssen wir ja immer als [[a:luzifer|luziferische]] oder ahrimanische, je nach den Gesichtspunkten, ansehen. Dasjenige, was den Menschen als Erdenmenschen ausmacht, wo die Prinzipien des Erdenwerdens hauptsächlich spielen, das ist der Brust-, der Rumpfmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gliedmaßenmensch ist auch nicht rein der Mensch, sondern der hat sehr viel Luziferisches in sich, und seine Bildungsprinzipien sind eigentlich noch nicht volle Bildungsprinzipien, sondern sie sind solche, welche ihre volle Ausgestaltung erst haben werden, wenn die Erde ins [[a:neue Venus|Venusstadium]] gekommen sein wird, wenn also das [[a:a:Neuer_Jupiter|Jupiterstadium]] vorausgegangen und im Übergange sein wird in das Venusstadium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann werden die Bildungsprinzipien, die heute, ich möchte sagen, noch diesen Schatten von einem Wesen ausbilden, der der Extremitätenmensch ist, dieses dritte menschliche Wesen, in ihrer vollen Intensität, in ihrer richtigen Gestalt wirken: wenn die Venuszeit da sein wird. Also das nimmt der Mensch voraus, was in der Venuszeit erst da sein wird und bildet es heute unvollkommen, keimhaft, läßt es nicht über das Keimhafte hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Sache kosmisch betrachtet. Kosmisch betrachtet also sind wir in unserer Gestaltung so, daß wir in unserem Haupte gewisser­maßen nach den Kräften die alte Sonnenzeit wiederholen, in unserer Brust das Erdenwerden tragen; indem wir Extremitätenmenschen sind, tragen wir die Keime zum Venuswerden in uns. Das ist kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humanistisch betrachtet ist es etwas anderes. Da müssen wir auf die menschliche Individualität sehen, wie diese menschliche Indivi­dualität von Inkarnation zu Inkarnation schreitet. Da müssen wir sagen: Was wir heute in dieser Inkarnation als Haupt an uns tragen, das hat sich verwandt erwiesen unserer vorigen Inkarnation; dasjenige, was wir jetzt als Brustmenschen in uns tragen, das ist eigentlich rein verwandt unserer gegenwärtigen Inkarnation; und dasjenige, was wir als Extremitätenmensch in uns tragen, das wird ja Haupt in der näch­sten Inkarnation, das ist verwandt schon mit der nächsten Inkarnation. Ich habe Ihnen in der vorigen Woche gesagt: Das Haupt hat etwas Verräterisches, insbesondere in seinem Negativ. Wenn Sie einen Abdruck nehmen würden von der Physiognomie des Hauptes und diese Phy­siognomie anschauen würden, so würden Sie in dieser negativen Physiognomie Ihres Hauptes viel von dem erkennen, was Sie in einer vorigen Inkarnation angestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt ist es mit dem Extremitätenmenschen. Da können Sie aber nicht einen Abdruck nehmen, sondern da müssen Sie anders vor­gehen. Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedesmal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es ja an einem andern Orte. Sie gehen ja außerdem herum, Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden - es würde ein sehr bewegtes Bild werden - von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation. Dar­innen würden Sie viel ablesen können von dem Karma der nächsten Inkarnation. Es ist durchaus bedeutsam: So wie der Negativabdruck der Physiognomie in seiner Ruhe, in seiner festen, konturierten Zeichnung verräterisch ist für das, was in der vorigen Inkarnation schon geschehen ist, so würde dasjenige, was man abpunktieren könnte von dem, wie sich Arme, Hände, Beine, Füße verhalten, außerordent­lich instruktiv sein für das, was der Mensch in der nächsten Inkar­nation ausführen wird. Namentlich ist es auch instruktiv für das, was der Mensch in der nächsten Inkarnation ausführt, wohin er geht, wo­hin ihn seine Beine tragen. Wenn Sie alle die Orte, wenn Sie einfach den Weg verfolgen würden, wohin Sie Ihre Beine tragen, so würde da eine Landkarte daraus werden. Sie würden merkwürdige Figuren bekommen. Nicht ganz ohne Einfluß sind die Neigungen der Men­schen auf diese Figuren. Es spricht sich viel von den geheimen Nei­gungen in diesen Figuren aus. Die sind sehr verräterisch, diese Spuren, die da bleiben, für dasjenige, was die nächste Inkarnation dem Men­schen bringt. Also das wäre humanistisch betrachtet. Das andere war kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gliederung des Menschen, die, ich möchte sagen, abzielt auf die Gegenwart, bedeutet aber wiederum eine Verbindung mit den Geheimnissen der alten Mysterien, in denen man mehr atavistisch die Sache gewußt hat, aber in denen man solche Geheimnisse, wie sie jetzt eben angeführt worden sind, schon gekannt hat. Es gibt eine schöne Sage, anknüpfend an den König Salomo, über die Bestimmt­heit, mit welcher der Mensch seine Füße dorthin setzt, wo er seinen Tod finden soll. Gleichsam ist der Sinn dieser Sage, daß ein bestimmter Ort auf der Erde ist, wo der Mensch seinen Tod finden soll - Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden einen Zweigvortrag finden, wo ich gerade über diese Salomo-Sage vorgetragen habe -, dahin setzt der Mensch dann seine Füße. Das hängt zusammen mit dem alten Mysterienwissen von diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, der Mensch hat ja eigentlich, wenn er so im allgemeinen lebt, nur sein gewöhnliches Bewußtsein; aber er ist, wie Sie sehen, ein recht kompliziertes Wesen, der Mensch. Wenn er wachend ist, wenn er sein jüngstes geistiges Glied, das Haupt, in seinem physischen Haupte drinnen hat, dann weiß er ja nichts von seinem Haupte. Sie werden mit Recht sagen: Gott sei Dank, daß man nichts vom Haupte weiß; denn weiß man vom Haupte, so ist es nur der Kopfschmerz. - Auf eine andere Weise wird sich der Mensch seines Hauptes nicht bewußt, als wenn er Kopfschmerz kriegt; dann weiß er, daß er ein Haupt hat. Sonst bleibt das unbewußt, im eminentesten Sinne unbewußt, viel un­bewußter, als ein übriges Glied des menschlichen physischen Leibes. Der Mensch darf ganz froh sein, wenn er im normalen Bewußtsein von seinem Haupte nichts weiß. Aber unter diesem Bewußtsein des Hauptes, das gewöhnlich eigentlich nur von der Außenwelt Kenntnis nimmt, das nur darauf ausgeht, zu wissen von dem, was in der Um­gebung ist, unter diesem Wissen ruht ein anderes, eine Art Traum­bewußtsein, ein Traumeswissen. Ihr Haupt träumt fortwährend. Und während Sie von der Außenwelt wissen in der Art, wie Ihnen das wohi bekannt ist, träumen Sie eigentlich unter der Schwelle des Be­wußtseins, im Unterbewußtsein, fortwährend. Und was Sie da träu­men, dieses Träumen im Haupte, wenn Sie es voll auffassen könnten, wenn Sie es ganz in das Bewußtsein hereinbringen könnten, so würde Ihnen das ein Bild geben, ein richtiges, zusammenfassendes Bild Ihrer vorigen Inkarnation. Denn Ihre vorige Inkarnation träumen Sie unterbewußt in Ihrem Haupte. Das ist schon so. Es ist immer ein leises Bewußtsein vorhanden, das nur übertäubt ist von dem stärkeren Lichte des gewöhnlichen Bewußtseins, ein träumendes Bewußtsein von der vorigen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Jahre 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist das äußere Bewußtsein so stark geworden, daß nach und nach dieses Unterbe­wußtsein der vorigen Inkarnation völlig ausgelöscht worden ist. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor diesem Jahre 747 hat man viel gewußt von diesem Traumesbewußt­sein des Hauptes. Daher finden Sie auch überall auf dem Grunde der alten Kulturen die wiederholten Erdenleben als eine Tatsache ange­führt. Das rührt einfach davon her, daß dazumal dieses Unterbewußt­sein des Hauptes noch nicht so völlig in den Hintergrund getreten war wie jetzt, wie das geschehen ist durch den vierten, namentlich durch den fünften nachatlantischen Zeitraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem, was seelisch-geistig mit dem Brustkorb und dem Rumpf des Menschen zusammenhängt, wissen Sie ja auch im gewöhnlichen Bewußtsein sehr wenig. Das ist schon an sich ein Traumhaftes. Es schlägt nur manchmal, und dann sehr chaotisch, unregelmäßig, dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein in das Bewußtsein des Menschen im Traume herauf. Wenn der Mensch regelmäßig atmen kann, wenn sein Herzschlag regelmäßig ist, also wenn alle seine Funktionen des Brustkorbes und Rumpfes regelmäßig sind, so verläuft das Bewußt­sein des Rumpfes nicht so hell wie das Kopfbewußtsein, sondern es verläuft auch im gewöhnlichen Leben traumhaft. Man träumt im Ge­fühle - ich habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt - von diesem mittleren Menschen. Aber dieses, was da im Gefühle liegt, was der Mensch nur im Gefühle erlebt, wenn es heraufgeholt wird durch ein mehr hellseherisch werdendes Bewußtsein, wenn mit andern Wor­ten der Mensch das, was in seinem Brustkorb sich bewußt abspielt, ebenso zu überschauen lernt, wie er sonst im wachen Zustande nur das überschaut, was in seinem Hauptesbewußtsein ist, ja, dann teilt sich dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein deutlich in zwei Teile. Der eine Teil träumt zurück in die ganze Zeit zwischen dem vorigen Tod und der jetzigen Geburt oder Empfängnis. Also während Sie traumhaft, in sehr tiefen Träumen in Ihrem Hauptesbewußtsein unterbewußt haben dasjenige, was in der vorigen Inkarnation war, haben Sie das, was seit der vorigen Inkarnation bis zu der jetzigen Geburt in der Zwischenzeit verflossen ist, in den Träumen des Brustkorbes. Und in den Träumen, die mehr nach den unteren Partien des Brustkorbes gelegen sind, haben Sie ein starkes Bewußtsein von dem, was zwischen Ihrem kommenden Tode und dem nächsten Erdenleben ist. Also das Bewußtsein, das im Brustkorb konzentriert ist, das aber mehr oder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger unterbewußt bleibt für den gegenwärtigen Menschen, das ist eigentlich ein traumhaftes Bewußtsein sowohl für die Zeit vor dieser Geburt wie für die Zeit nach diesem Tode. Was zwischen unserem letzten Erdentode und unserer nächsten Erdenempfängnis liegt, mit Ausnahme desjenigen oder auch mit Einschluß desjenigen, was wir jetzt erleben zwischen Geburt und Tod, das enträtselt sich für dieses Unterbewußtsein des mittleren Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in demjenigen, was recht sehr stark durch das ganze Leben hin­durch unterbewußt bleibt, was nur heraufgezogen werden kann, wenn der Mensch imstande ist, es durch immerwährendes Sich-Beschäftigen mit geisteswissenschaftlichen Studien und Übungen heraufzuziehen, so daß gewisse Momente des Schlaflebens, die sonst eben schlafend, unbewußt vor sich gehen, heraufgehoben werden und der Mensch mitten aus dem Schlaf heraus bewußt wird, da kann sich das Tableau von der nächsten Erdeninkarnation aus diesem dritten Menschen, aus dem Unterbewußtsein des Extremitätenmenschen heraus entwickeln. Dasjenige, was der Mensch als sein gewöhnliches, heute wachendes Bewußtsein hat, ist eigentlich eine Art Seitentrieb des Menschen; das strahlt in das Haupt herein von außen. Aber hinter diesem Bewußt­sein liegt ein anderes Bewußtsein, das sich verbreitet über die vorige Inkarnation, über das Leben von der vorigen Inkarnation bis zu die­ser, über das Leben von dieser Inkarnation bis zur nächsten, und dann wiederum über die nächste Inkarnation. Nur verschläft der Mensch dieses Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Bewußtsein der vorigen Inkarnation im Haupte. In all den Organen, die vorzugsweise dem Ausatmen dienen, wirkt ein starkes Bewußtsein für das Leben zwischen der vorigen Inkarnation und die­ser. In all den Funktionen, die vorzugsweise dem Einatmen dienen, wirkt ein Bewußtsein von der jetzigen Inkarnation bis zur nächsten Erdeninkarnation. Und in dem Gliedmaßenmenschen, in all den geheimnisvollen Vorgängen des Gliedmaßenmenschen wirkt ein sehr, sehr unterbewußt bleibendes Bewußtsein der nächsten menschlichen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bewußtseine sind mehr oder weniger verdeckt worden seit dem Beginn der vierten nachatlantischen Zeit, seit 747 vor dem Mysterium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Golgatha. Und der Beruf unserer Zeit ist wiederum, aus dem allgemeinen chaotischen Menschenbewußtsein heraus die be­stimmten Bewußtsejne von diesen konkreten Vorgängen der kos­mischen und der Menschheitsevolution herauszuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit alldem, was ich jetzt entwickelt habe, muß sich eine andere Einsicht in die Menschenwesenheit, ich möchte sagen, kreuzen. Ja, es ist schon notwendig, daß wir uns in so schwierige Erörterungen einlassen, wir kommen sonst nicht zum genaueren Verständnisse. Ich hätte ja so gerne, wenn für diese schwierigen Erörterungen nicht nur ein gewisses Über-sich-ergehen-Lassen waltete, sondern wenn gerade für diese schwierigen Dinge - weil das der gegenwärtigen Menschheit so notwendig wäre - ein bißchen Enthusiasmus, ein bißchen tempe­ramentvolles Eingehen aufzubringen wäre, was ja in einer Gesell­schaft der heutigen Zeit so unendlich schwierig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, Sie richten Ihre Sinne nach außen. Da finden Sie durch Ihre Sinne die Außenwelt als eine sinnenfällige ausgebreitet. Ich zeichne das schematisch, was da nach außen als sinnenfällig ausge­breitet um uns herum liegt. Bitte, es soll das, was da außen herum liegt, dieses (siehe Zeichnung, blau) sein. Wenn Sie Ihre Augen, Ihre Ohren, wenn Sie Ihren Geruchssinn, was Sie wollen, auf die Außenwelt rich­ten, so wendet sich Ihnen gewissermaßen entgegen, es wendet sich diesen Sinnen entgegen dasjenige, was die Innenseite dieses Außen ist - also bitte: die Innenseite dieses Außen (links). Nehmen Sie an, Sie wenden Ihre Sinne dem zu, was ich da gezeichnet habe (siehe Zeich­nung, Pfeile), so sind diese Sinne auf diese Außenwelt gerichtet und Sie sehen das, was sich innen hier hineinneigt. Nun folgt die schwie­rige Vorstellung, auf die ich aber schon kommen muß. Alles das, was Sie da anschauen, zeigt sich Ihnen von innen. Denken Sie sich, daß das auch eine Außenseite haben muß. Nun, ich will es schematisch da­durch vor Ihre Seele rufen, daß ich sage: Wenn Sie so hinausschauen, sehen Sie als Grenze Ihres Schauens das Firmament: das hier ist ja fast so, nur daß ich es klein gezeichnet habe. Aber jetzt denken Sie sich, Sie könnten flugs da hinausfliegen und könnten da durchfliegen und von der andern Seite gucken, Ihre sinnenfalligen Eindrücke von der andern Seite angucken. Also Sie könnten so hinschauen (siehe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 085.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 85]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeichnung, Pfeile oben). Bitte, das sehen Sie natürlich nicht; aber könnten Sie so hinschauen, so würde das der andere Aspekt sein. Sie würden aus sich heraus müssen und würden von der andern Seite Ihre ganze sinnenfällige Welt anschauen müssen. Sie würden also das, was sich Ihnen als Farbe zuwendet, von der Rückseite betrachten, das, was sich Ihnen als Ton zuwendet, von der Rückseite betrachten und so weiter; was sich Ihnen als Geruch zuwendet, würden Sie von der Rückseite betrachten, Sie würden von der Rückseite den Geruch in die Nase fassen. Also von der andern Seite denken Sie sich die Weltbetrachtung: wie einen Teppich ausgebreitet die sinnenfälligen Dinge, und nun den Teppich von der andern Seite einmal angesehen. Ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kleines Stück sehen Sie nur, ein sehr, sehr kleines Stück von dieser Rückseite. Dieses sehr kleine Stück, das kann ich hier nur dadurch zur Darstellung bringen, daß ich die Sache so mache: Denken Sie sich jetzt, ich zeichne das, was Sie da von der andern Seite sehen würden, rot ein; so daß ich sagen kann, schematisch sieht man das Sinnen-fällige so: Wie man es gewöhnlich sieht, so sieht es blau aus; sieht man es von der andern Seite, so sieht es rot aus, aber das sieht man natür­lich nicht. In diesem, was man da rot sehen würde, steckt erstens alles das drin, was erlebt werden kann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zweitens alles das, was beschrieben ist in der «Geheimwissenschaft im Umriß» als Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenentwickelung und so weiter. Dasjenige liegt da aufgespeichert, was eben verborgen ist für die sinnenfällige Anschauung. Das ist da auf der andern Seite der Kugel. Aber ein kleines Stück sehen Sie davon; das kann ich nur so zeichnen, daß ich jetzt sage: Nehmen Sie dieses kleine Stück von dem Roten, das ginge da herüber (siehe Zeichnung, unten) und durch­kreuzt sich mit dem Blauen, so daß das Blaue, statt daß es jetzt vorne ist, dahinter ist. Ich müßte eigentlich hier vierdimensional zeichnen, wenn ich es wirklich zeichnen würde, ich kann es daher nur ganz schematisch zeichnen. Also da (links) sind die Sinne jetzt hier dem Blauen zugewendet; da sind sie nicht zugewendet dem Blauen, son­dern dem Roten, das Sie sonst nicht sehen. Aber hinter dem Rot hat sich jetzt gekreuzt das, was sonst gesehen wird, und das ist jetzt dar­unter. Und dieses kleine Stück, das da sich kreuzt mit dem andern, das sehen Sie fortwährend im gewöhnlichen Bewußtsein. Das sind näm­lich Ihre aufgespeicherten Erinnerungen. Alles, was als Erinnerung entsteht, entsteht nicht nach Gesetzen dieser äußeren Wahrnehmungs-weit, sondern es entsteht nach den Gesetzen, die dieser hinteren Welt da entsprechen. Dieses Innere, das Sie als Ihre Erinnerungen haben, das entspricht wirklich dem, was da auf der andern Seite ist (rechts). In­dem Sie in sich hineinblicken, in alles das, was Ihre Erinnerungen sind, sehen Sie tatsächlich die Welt auf einem Stück von der andern Seite; da ragt das andere ein wenig herein, da sehen Sie die Welt von der andern Seite. Und wenn Sie jetzt durch Ihre Erinnerungen, wie sie so aufgeschrieben sind, durchschlüpfen könnten - ich habe vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
acht Tagen davon gesprochen -, wenn Sie da hinunter könnten, unter Ihre Erinnerungen sehen und sie von der andern Seite anschauen könnten, von da drüben (siehe Zeichnung, rechts), da würden Sie die Erinnerungen als Ihre Aura sehen. Da würden Sie den Menschen sehen als ein geistig-seelisches aurisches Wesen, wie Sie sonst die äußere Welt sinnenfällig in den Wahrnehmungen sehen. Nur wäre es eben­sowenig angenehm - wie ich das vor acht Tagen hier charakterisiert habe -, weil da der Mensch noch nicht schön ist von dieser andern Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Interessante, was man kreuzen muß mit dem an­dern Verständnis des dreigliedrigen Menschen. Diese Kreuzung hier, die liegt nun im mittleren Menschen, im Brustmenschen. Sie erinnern sich an die Zeichnung, die ich vor acht Tagen gemacht habe, wo ich ja die in sich gewundenen Lemniskaten mit den zurückgeschlagenen Schleifen hatte: die müßte ich hier zeichnen. Hier müßte ich diesen Brustmenschen zeichnen mit den zurückgeschiagenen Lemniskaten (siehe Zeichnung Seite 85, links unten): Das würde zusammenfallen mit der Erinnerungssphäre. So daß dieser dreigliedrige Mensch hier in seinem mittleren Teil diese Umwendung des Menschen hat, wo das Innere äußerlich und das Äußere innerlich wird, wo Sie ein Tableau, das Sie sonst als Welttableau, als die große Welterinnerung sehen würden, nun als Ihre eigene kleine mikrokosmische Erinnerung sehen. Sie sehen in Ihrem gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was sich zugetragen hat von Ihrem dritten Jahre an bis jetzt: das ist eine innere Aufzeichnung, ein kleines Stück für das, was gleichartig mit dem ist, was sonst Aufzeichnung für die ganze Weltenevolution ist, was auf der andern Seite liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ohne Grund habe ich seinerzeit, wie den meisten von Ihnen wohl bekannt sein wird, davon gesprochen - und ich habe es ja wieder­um ausgeführt in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln» am Schluß in der Anmerkung -, nicht ohne Grund habe ich davon ge­sprochen, daß der Mensch eigentlich zwölf Sinne hat. Diese Sinne müssen wir uns so denken, daß eine Anzahl von diesen zwölf Sinnen nach dem Sinnenfälligen zugewendet sind, eine andere Anzahl von diesen zwölf Sinnen sind aber nach rückwärts gerichtet. Sie sind auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da unten (siehe Zeichnung Seite 85) nach dem gerichtet, was schon das Gewendete ist. Und zwar sind nach dem äußeren Sinnenfaliigen gerichtet: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn, Hörsinn, Sehsinn, Ge­schmackssinn, Geruchssinn. Diese Sinne sind gerichtet nach dem Sinnenfälligen. Die andern Sinne kommen ja eigentlich dem Men­schen deshalb nicht zum Bewußtsein, weil sie zunächst nach seinem eigenen Inneren und dann nach dem Umgekehrten der Welt gerichtet sind. Das sind vorzugsweise: Wärmesinn, Lebenssinn, Gleichge­wichts sinn, Bewegungssinn, Tastsinn. So daß wir sagen können: Für das gewöhnliche Bewußtsein liegen sieben Sinne im Hellen (oben) und fünf Sinne im Dunkeln (unten). Und diese fünf Sinne, die im Dunkeln liegen, die sind der andern Seite der Welt zugewendet, auch im Menschen der andern Seite (siehe Zeichnung Seite 85).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daher einen vollständigen Parallelismus haben zwischen den Sinnen und zwischen etwas anderem, wovon wir gleich sprechen werden (siehe Zeichnung, Kreis). Also nehmen wir an, wir hätten als Sinne zu verzeichnen den Hörsinn, den Sprachsinn, den Denksinn, den Ichsinn, den Wärmesinn, den Lebenssinn, den Gleichgewichts­sinn, den Bewegungssinn, den Tastsinn, den Geruchssinn, den Ge­schmackssinn, den Sehsinn, so haben Sie im wesentlichen alles das­jenige, was vom Ichsinn geht bis zum Geruchssinn, im Hellen liegend, in dem, was dem gewöhnlichen Bewußtsein zugänglich ist (siehe Zeichnung, schraffiert). Und alles dasjenige, was abgewendet ist vom gewöhnlichen Bewußtsein, so wie die Nacht vom Tag abgekehrt ist, das gehört den andern Sinnen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist natürlich die Grenze auch wiederum nur schematisiert; es fällt etwas ineinander; es sind die Wirklichkeiten nicht so bequem. Aber diese Gliederung des Menschen nach den Sinnen ist so, daß Sie schon im Schema an die Stelle der Sinne nur zu zeichnen brauchen die Himmelszeichen, so haben Sie: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage - sieben Himmelszeichen für die helle Seite; fünf für die dunkle Seite: Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische: Tag, Nacht; Nacht, Tag. Und Sie haben einen vollständigen Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen - dem, was zugewendet ist seinen Sinnen, und dem, was abgewendet ist, aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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[[Datei:GA183 089.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 89]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eigentlich zugewendet ist seinen unteren Sinnen - und zwischen dem, was im äußeren Kosmos den Wechsel bedeutet von Tag und Nacht. Es geht gewissermaßen im Menschen dasselbe vor, was im Weltenge­bäude vorgeht. Im Weltengebäude wechseln Tag und Nacht, im Menschen wechselt auch Tag und Nacht, nänllich Wachen und Schlafen, wenn sich auch beide voneinander emanzipiert haben für den gegenwärtigen Bewußtseinszyklus des Menschen. Während des Tages ist der Mensch zugewendet den Tagessinnen; wir können ebensogut sagen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Lowe, Jungfrau, Waage, wie wir sagen könnten: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn und so weiter. Sie können jedes Ich eines andern Menschen sehen, Sie können die Gedanken des andern Menschen verstehen, Sie können hören, sehen, schmecken, riechen: das sind die Tagessinne. In der Nacht ist der Mensch so, wie sonst die Erde nach der andern Seite ge­wendet ist, den andern Sinnen zugewendet, nur sind diese noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vollentwickelt. Sie werden erst nach der Venuszeit so voll entwickelt sein, daß sie wahrnehmen können, was da nach der andern Seite ist. Sie sind noch nicht so voll entwickelt, daß sie das wahrnehmen kön­nen, was da nach der andern Seite ist. Sie sind in Nacht gehüllt, wie beim Durchgang durch die andern Himmelsregionen, die andern Bilder des Tierkreises, die Erde in der Nacht ist. Das Durchschreiten des Menschen durch seine Sinne ist ganz zu parallelisieren mit dem Gang - ob Sie nun sagen der Sonne um die Erde oder der Erde um die Sonne, das ist ja schließlich für diesen Zweck gleichgültig; aber diese Dinge hängen zusammen. Und diese Zusammenhänge kannten die Weisen der alten Mysterien sehr gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verschwand für das Bewußtsein eben allmählich in der vierten nachatlantischen Zeit, aber es muß wieder heraufgeholt werden, muß auch gegen die Widerstände, die sich dagegen erheben, wiederum heraufgeholt werden für die Menschheitskultur. Denn in den Be­griffen, die man sich da aneignet, liegt dasjenige, was einem auch ver­ständlich erscheinen läßt, was nun im sozialen, im geschichtlichen Leben vor sich geht. Solange Sie Naturleben und geistiges Leben in der Art trennen, wie das die moderne Menschheit heute liebt, so lange kommen Sie nicht zu solchen Begriffen, die im geschichtlichen Werden eine Rolle spielen könnten, sondern Sie werden überwältigt von den Begriffen, die im geschichtlichen Leben eine Rolle spielen. Überwältigt werden Sie. Dafür gibt es ja viele Beispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, die Menschen haben seit, nun, sagen wir zweihundert Jahren, wie sie glauben, furchtbar viel gedacht. Man kann zusammen­stellen, was die Menschen seit zweihundert Jahren gedacht haben, was sie an Idealen ausgebildet haben, wovon sie als den großen Idealen gesprochen haben und immer wieder sprechen: von dem Ideal der Aufklärungszeit bis jetzt zu dem Ideal des großen Cäsar-Ersatzes Woodrow Wilson. All dasjenige, was da über die verschiedenen Ideale ge­sprochen worden ist, das haben die Menschen durch die Jahrhunderte, durch zwei Jahrhunderte hindurch gedacht; das bildete die Gedanken der Menschen. Aber die Weltgeschichte ist wenig bewegt worden von diesen Gedanken. Die Weltgeschichte ist von etwas ganz anderem be­wegt worden: von jenen Gedanken, die in den Dingen gewirkt und gewebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
haben. Und niemals waren eigentlich die Gedanken, die in den Menschenköpfen wimmeln, weiter entfernt von den großen kosmi­schen Gedanken, die in den Dingen leben, als in unserer Zeit. Das­jenige, was seit, man kann sagen, hundertfünfzig Jahren die Menschen dazu getrieben hat, eine gewisse Gestaltung der Welt zu bewirken, das sind nicht die Gedanken von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und so weiter, sondern das sind die Gedanken, welche verwoben waren zum Beispiel mit dem Aufkommen des mechanischen Webstuhls. Daß der mechanische Webstuhl hereingekommen ist in die moderne Entwickelung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, daß sich diese bedeutsame Erfindung des mechanischen Webstuhls an die Stelle der alten Handweberei hineingefunden hat in die Mensch­heitsentwickelung, und daß von diesem mechanischen Webstuhl die ganze Maschinenkultur der neueren Zeit ausgegangen ist, darinnen weben die objektiven Gedanken, die wirklichen Gedanken, welche der Welt die Gestaltung gegeben haben, die sie bis heute hat, und aus der das gegenwärtige katastrophale Chaos entstanden ist. Man muß nicht, wenn man eine Geschichte schreiben will des gegenwärtigen katastrophalen Chaos, an die Gedanken, die in dem Menschenbewußt-sein gewimmelt haben, sich wenden, sondern an diese objektiven Ge­danken von der Begründung, von der Erfindung des mechanischen Webstuhls bis zu dem Werden der Großindustrie und ihres Schattens, des Sozialismus. Denn wenn das auch scheinbare Gegensätze sind, Großindustrie und Sozialismus, so sind sie polarische Gegensätze, die zueinander gehören, sie sind nicht voneinander zu trennen. Bei diesen objektiven Gedanken muß man anfragen und das geschichtliche Werden betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da findet man dann, daß die Menschen sich vielen Illusionen hinge­geben haben in der Zeit des 18. Jahrhunderts, das 19. Jahrhundert hindurch, und namentlich in dem Teil des 20. Jahrhunderts, in dem wir jetzt leben. Sie haben sich vielen Illusionen hingegeben in ihren Gedanken; aber überwältigt sind sie worden von den objektiven, historisch-kosmischen Gedanken. Die weben in den Dingen. Und ein Interesse für diese objektiv webenden Gedanken, wenn auch ein furchtbar einseitiges Interesse, haben eigentlich doch nur diejenigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen allmählich entwickelt, welche den Sozialismus als Weltanschauung ausgebildet haben. Und das ist etwas ungeheuer Charakteristisches. Wenn Sie das 19. Jahrhundert verfolgen: das Bourgeois­tum verliert immer mehr und mehr das Interesse für große Weltan­schauungsfragen. Große Weltanschauungsfragen werden sogar dem Bourgeoistum höchst unangenehm, sie werden womöglich in die Ästhetik hinein abgeschoben. Ob es geistige Wesen gibt oder nicht, darüber mag man, wenn man ein richtiger Durchschnittsbourgeois ist, von der Bühne herunter allerlei vernehmen, wo man nicht daran zu glauben braucht, wo es nicht darauf ankommt, ob die Dinge Wahr­heiten sind oder nicht: da läßt man sich von &#039;&#039;Björnson&#039;&#039; und ähnlichen Leuten das Mannigfaltigste vormachen. So in das Ästhetische hinein, in das Spielen mit allerlei sogenannten Künstlerischem, dahin wird das Weltanschauungsgemäße für das Bourgeoistum in der neueren Zeit abgeschoben. Wirklich für Weltanschauungsfragen die Köpfe gegen­seitig zerschlagen - womit ich das nicht als ein Ideal betrachten will im physischen Sinne, aber im geistigen Sinne ist es in gewissem Sinne ein Ideal: Sie wissen, ich habe mit einem seht starken Aplomb darauf hingewiesen, daß ich gerne Temperament haben würde auch beim Vertreten anthroposophischer Wahrheiten -, die Köpfe eingeschlagen hat man sich in den letzten Jahrzehnten auf sozialistischem Gebiete. Und darum haben sich die andern nicht gekümmert. Sie haben, möchte ich sagen, diejenigen Leute allein gelassen, welche die Welt eigentlich von einem sehr engen Aspekt aus gesehen haben, welche die Welt nur gesehen haben von dem Aspekt der Fabrik aus, von dem Inneren der Fabrik aus, von dem Inneren der Buchdruckerwerkstätte und so weiter. Und es ist ja im höchsten Maße interessant, was für eine sogenannte Weltanschauung herausgekommen ist von dem Aspekte der Fabrik aus: denn das ist der Sozialismus! Das ist vom Aspekt des Inneren der Fabrik, das ist vom Aspekt der Menschen aus, die gar nichts anderes kennen als das Innere der Fabrik. Und für das, was da sich heranentwickelte, hat sich das Bourgeoistum, das sich mit allerlei abstrakten Ideen, aber auch im Abstrakten mit Ästhetisieren befaßt, so daß man nicht sehr sich die Köpfe zu zerschlagen brauchte, für das, was da unten sich entwickelt hat, hat sich das Bourgeoistum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eigentlich wenig interessiert. Und so ist das Bourgeoistum kurioserweise in die Mitte hineingekommen zwischen der absterbenden, der ganz absterbenden alten Weltanschauung, die alles Geistige verloren hat, die alle großen Fragen überhaupt in den Ästhetizismus hinein abschieben möchte, und dem, was da neu heraufkommt, dem Sozialis­mus, der überhaupt noch keine Begriffe hat, der noch lediglich mit Worten allerlei Systeme bereitet, weil er die Welt überhaupt noch nicht sehen kann, sondern nur die Fabrik sehen kann, nur das alleräußerste Mechanische sehen kann. Denken Sie sich doch, was es eigentlich zu bedeuten hat, wenn der Mensch innerlich nichts weiß von Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich, sondern nur weiß von der Art und Weise, wie in der Maschine mechanisch sich dieser oder jener Zapfen auf und ab bewegt, das oder jenes zugefeilt und zugehobelt wird und dergleichen! Der Sozialismus ist eine Weltanschauung, die da fußt auf der Anschauung einer Welt, die rein mechanisch ist. Es ist für den Sozialisten das Stück der Welt herausgeschnitten, das mechanisch ist; danach formt er sich seine Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man entstehen lassen, weil man das Prinzip hatte, sich eigentlich nur ästhetisch um die Dinge zu bekümmern. Als die Theosophische Gesellschaft zuerst begründet worden ist, hat man ja auch ihren Hauptgrundsatz gesehen in der Liebe aller Menschen unterein­ander. Wieviel ist darüber deklamiert worden! Nun, ich habe mich ja über diesen Punkt genügend ausgesprochen. Er ist ebenso bequem wie unfruchtbar. Aber er rührt auch davon her, daß man möglichst abschieben will dasjenige, was wirklich konkreten Inhalt hat, in das Inhaltlose hinein. Und so konnte man auch nicht ein eigentliches Interesse fassen für den wirklichen Hergang der Dinge. Einzelnen Menschen fiel das Absonderliche herkömmlicher, sagen wir Ge­schichtsbetrachtung auf. Nehmen wir einen Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie eine beliebte Darstellung der römischen Kaiserzeit; versuchen Sie in den Schulbüchern oder in den Büchern auch, die die großen autoritativen Historiker geschrieben haben, über die rö­mische Kaiserzeit sich zu unterrichten. Ich glaube, Sie werden aus diesen Darstellungen außerordentlich wenig vernehmen über eine gewisse Persönlichkeit, die schon unter Nero eine bedeutende politische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Rolle gespielt hat - so unter Nero kommen bereits die politi­schen Aspirationen durch -, dann ganz besonderes Aufsehen erregte und bedeutenden Einfluß auf die Politik Roms erlangte unter Ves­pasian und Titus, so daß man sagen kann, daß diese Persönlichkeit die Seele der Regierung des &#039;&#039;Vespasianus&#039;&#039; und &#039;&#039;Titus&#039;&#039; war. Dann wendete sich diese Persönlichkeit der andern Seite zu unter der Regierung des &#039;&#039;Domitianus&#039;&#039;, den sie für einen &#039;&#039;Schädling&#039;&#039; des Römertums hielt. Sie wendete sich der andern Seite zu. Es wird ihr der Prozeß gemacht, ein sehr aufsehenerregender Prozeß in Rom, der sehr interessant verlaufen ist, in welchem Domitianus geradezu umgeschlagen hat vom Tyrannen zu einem, der sich gegenüber diesem Prozeß nicht zu helfen wußte, daher den Mann nicht verurteilen konnte. Dann wiederum, als an Stelle des Domitianus Nerva kam, sehen wir diese Persönlich­keit wieder energisch verbunden mit dem Kaiser, dem Cäsar. Da sehen wir aber diese Persönlichkeit große Politik machen aus der gesamten Weltanschauung der damaligen Zeit heraus, und wir sehen zu gleicher Zeit diese Persönlichkeit versuchen, wirklich weitgehende, aus dem Kosmos heruntergeholte Begriffe noch einmal, zum letzten Male während der römischen Kaiserzeit, den politischen Ereignissen ein­zuimpfen. Und kurioserweise finden Sie ja eine richtige Beschreibung dieser Persönlichkeit in gar keinem gebräuchlichen Geschichtsbuche, nicht einmal bei &#039;&#039;Sueton&#039;&#039; und &#039;&#039;Tacitus&#039;&#039;, sondern nur bei &#039;&#039;Philostratus&#039;&#039;. Und Philostratus schildert auch nur so, daß man nicht wußte, schildert er einen Roman oder eine Wirklichkeit. Er schildert das Leben des &#039;&#039;[[a:Apollonius von Tyana|Apollonius von Tyana]]&#039;&#039;. Denn Apollonius von Tyana ist der, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er von Nero an bis zu Nerva und nament­lich unter Vespasian und Titus einen so großen Einfluß auf die Politik hatte, und den Philostratus beschrieb. Und der Tübinger Theologe Baur, der Historiker Baur war im höchsten Grade erstaunt, daß man so gar nichts findet über eine Persönlichkeit wie den Apollonius, der eine erste Rolle spielen müßte in der Geschichtsdarstellung. Natür­lich sah Baur nicht ein, worauf es ankommt. Es kommt darauf an, daß in Apollonius eine Persönlichkeit dasteht in der Geschichte, die schon diesen großen Einfluß hatte, aber die aus dem überragenden Kosmischen die Prinzipien herunterholte. Das war dem ins Römische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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hineinmündenden Christentum im höchsten Grade fatal. Und nun bitte ich Sie zu berücksichtigen, daß alles dasjenige, was historisch da ist, von der Kirche Gnaden da ist. Es ist ja sonst nichts da, als was die Kirche aus Gnade den Menschen gelassen hat. Nicht mit Unrecht hat ein alter, gar nicht dummer Mensch behauptet, daß es überhaupt einen Plato, einen Sophokles gar nicht gegeben hatte, sondern daß Mönche vom 14. und 15. Jahrhundert des Sophokles&#039; Dramen ge­schrieben hatten; denn ein strikter Beweis dafür, daß Sophokles ge­lebt hat, ist nicht da. Wenn auch die Behauptung nicht haltbar ist, selbstverständlich Unsinn ist, aber wie unsicher alles dasjenige ist, was geschichtliche Fable convenue ist, wir haben es ja schon oft be­tont. Und wir müssen uns darüber klar sein. Wir müssen ja die Gegen­wart mit der Vergangenheit in Zusammenhang bringen, denn wir nähern uns jetzt einer großen, bedeutungsvollen Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben wiederum, vom modernen Standpunkte jetzt, hinge­wiesen auf den dreigeteilten Menschen, auf diesen Zusammenhang mit kosmischen Wahrheiten, auf die Notwendigkeit, daß das wieder ent­hüllt werde. Ja, worin bestand denn eigentlich die Haupttätigkeit der Kirche, namentlich seit dem achten ökumenischen Konzil in Konstan­tinopel, das 869 stattfand? Sie bestand darinnen, auszulöschen, aus­zutilgen vom menschlichen Bewußtsein dasjenige, was in jenen alten Zeiten auch das Christentum an Verständnis für den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos, mit der großen geistigen Welt hatte. Mit einer wahren Ängstlichkeit hat man alles dasjenige beseitigt, was diesen Zusammenhang verrät. Und nur, weil nicht alles beseitigt werden kann, weil das Karma dem schon entgegenwirkt, sind solche Werke wie das des Philostratus geblieben. Und daher können Sie es begreifen, wenn Sie jetzt die Vergangenheit mit der Gegenwart zu­sammenbringen, daß gewisse Menschen von kirchlicher Seite heil­lose Angst bekommen, wenn in der Gegenwart wiederum die An­knüpfung gepflogen werden soll zwischen dem, was den Menschen zu einem Wesen des Kosmos macht, und diesem Menschen selber und seiner Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht eben nicht an, daß man nur schläfrig dasjenige verfolgt, was durch die anthroposophische Bewegung gewollt sein sollte. Man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
muß es in lebendigem, kraftvollem Bewußtsein verfolgen. Das ist schon notwendig. Damit habe ich hingewiesen auf dasjenige, was wir nun weiter ausführen wollen. Morgen werde ich den Vortrag hier halten, in dem ich diese Betrachtungen fortsetzen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewisse Fragen werden dem denkenden Menschen sich doch immer wieder und wiederum aufdrängen, wenn er auch in Zeiten, in denen die materialistische Kultur überwiegt, diesen Fragen mehr oder we­niger aus dem Wege gehen möchte. Es sind viele Fragen. Ich möchte heute ein paar aus der großen Reihe der Fragen herausheben, die da­von kommen, daß der Mensch doch, selbst wenn er sich sträubt, eine geistige Welt anzuerkennen, den Eindruck dieser geistigen Welt ver­spürt. Zu solchen Fragen gehört zum Beispiel diese, die ja, man möchte sagen, das Leben alltäglich aufwirft: Gewisse Menschen sterben jung, andere sterben ganz alt, andere dazwischen. Gegenüber dieser Tatsache, daß auf der einen Seite ganz junge Kinder sterben, auf der andern Seite Leute ganz alt werden und dann sterben, erheben sich für den Menschen Fragen, welche mit den Mitteln, die man heute wissenschaftliche Mittel nennt, niemals - bei klarer Besinnung wird das jeder zugeben müssen - werden zu beantworten sein. Und doch sind sie für das Menschenleben brennende Fragen, und jeder kann eigentlich empfinden, daß sich für das Leben Unendliches aufklären müßte dadurch, daß man diesen Fragen nahetreten könnte: Warum sterben Menschen zuweilen früher, im Kindesalter, im Jugendalter, in der Mitte der gewöhnlichen Lebenszeit? Warum sterben andere alt? Was hat das für eine Bedeutung im gesamten Weltenall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich solche Fragen zu beantworten, dazu hatten die Menschen bis zu jenem Zeitpunkte, den ich Ihnen in diesen Betrachtungen schon angegeben habe, bis zu dem Zeitpunkt der beginnenden vierten nachatlantischen Zeit, so ungefähr bis in die Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, noch Vorstellungen, Begriffe. Aus alter Weisheit her­überbekommen hatten sie Begriffe. Es gab auch in jenen alten Zeiten, die dem 8. vorchristlichen Jahrhundert vorangingen, über die da­malige Erdenkultur verbreitet überall Vorstellungen, welche nach dem Sinn der damaligen Zeit den Menschen Aufschluß gaben über solche Fragen wie die eben angedeuteten. Dasjenige, was wir heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wissenschaft nennen, kann nicht einmal einen rechten Sinn verbinden mit solchen Fragen, kommt gar nicht darauf, daß etwas mit diesen Fragen gegeben ist, wozu man irgendeine Antwort suchen sollte. Das alles rührt davon her, daß in der Zeit, die seit dem eben angedeuteten Zeitpunkte verflossen ist, eigentlich alle Vorstellungen verlorenge­gangen sind, die sich auf den geistigen und damit auf den ewigen Menschen beziehen. Es sind nur diejenigen Vorstellungen geblieben, die sich auf den vergänglichen Menschen und den zwischen Geburt und Tod eingeschlossenen Menschen beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in allen alten Weltanschauungen von einer dreifachen Sonne gesprochen wurde, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als eine leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen die seelische Sonne - im griechischen Sinne gesprochen, den Helios - und erst hinter dieser seelischen Sonne die geistige Sonne, die zum Beispiel noch Plato identifizierte mit dem Guten. Es hat für den heutigen Menschen eigentlich keinen rechten Sinn, von dem Helios, der seelischen Sonne, oder gar von der geisti­gen Sonne, von dem Guten, zu sprechen. Aber so wie uns hier zwi­schen Geburt und Tod die physische Sonne leuchtet, so scheint, wenn ich sagen darf, in unser Ich hinein in der Zeit, die wir verbringen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die geistige Sonne, die eben noch von Plato identifiziert wird mit dem Guten. Für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dieser leuchtenden Kugel zu sprechen, von der unsere heutige materialistische Weltan­schauung spricht, hat keinen Sinn; zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat nur Sinn zu sprechen von der geistigen Sonne, von dem, was Plato noch als das Gute bezeichnet. Aber gerade ein solcher Be­griff sollte uns auf etwas hinweisen. Er sollte uns darauf hinweisen, nachzudenken, wie es sich eigentlich verhält mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Welt bilden. Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, zu sehen haben eine Art von Täuschung, eine Art von Maja, das wird doch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Art Vorstellung von der Sonne hat im Grunde derjenige, der die heutige Physik, Astrophysik meinetwillen, autoritativ nimmt: Wenn er da hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne nähert - nun, sehen wir jetzt von menschlichen Lebensbedingungen ab, setzen wir voraus, daß die Lebensbedingungen absolut sein könnten -, gewaltige Hitze ver­spüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausge­füllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So stellt sich der Physiker ja das eigentlich vor: einen glühen­den Gasball oder so etwas. Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen An­schauung. Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist - ja, indem man sich nähert, da findet man schon so etwas, wie wenn man durch flutendes Licht durchgehen müßte (es wird gezeichnet: gelber Kreis, innen blauer Kern); aber wenn man da hineinkommt, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, findet man zunächst das, was man an­sprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Ich zeichne es schematisch (blau), weil eigentlich nichts dort ist. Da ist nichts, da ist leerer Raum. Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne wei­teres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständ­liches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, und er denkt sich das insbesondere, wenn er ein waschechter Kantianer ist, denn viel mehr Leute, als man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute denkt, sind Kantianer, sind unbewußte Kantianer: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! - Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein. Wenn Sie nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden Sie diesen leeren Raum, in den Sie da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt Sie nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist, wie ich besser sagen kann - als ein leerer Raum. Sie brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird Ihnen nicht ganz unklar bleiben können, was ich da meine: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer. Nehmen wir an, Sie besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß Sie alles, was Sie besitzen, ausgegeben haben, daß Sie nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit - wenn ich mich so ausdrücken darf - nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit. Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus fest­gehalten, richtig im Materialismus festgehalten, ich möchte sagen: gebannt in den Materialismus. Denn es gibt auch im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Ort, welcher leerer ist als leer; nicht in seiner Gänze, aber welcher eingelagert hat Teile, die leerer sind als leer. Im ganzen ist ja der Mensch - ich meine der physische Mensch - ein Wesen, welches einen Raum materiell ausfüllt; aber ein gewisses Glied der menschlichen Natur, von den dreien, die ich angeführt habe, hat tatsächlich etwas in sich, was sonnenähnlich ist, leerer ist als leer. Das ist - ja, Sie müssen es schon hinnehmen - der Kopf. Und gerade darauf, daß der Mensch so organisiert ist, daß sein Kopf sich immer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entleeren kann und in gewissen Gliedern leerer sein kann als leer, da­durch hat dieser Kopf die Möglichkeit, das Geistige sich einzulagern. Stellen Sie sich einmal die Sache vor, wie sie eigentlich ist. Natürlich muß man die Dinge sich schematisch vorstellen; aber denken Sie sich, alles dasjenige, was materiell Ihren Kopf ausfüllt, würde ich schematisch durch das Folgende zeichnen. Das wäre schematisch Ihr Kopf (siehe Zeichnung, rot). Nun aber muß ich, wenn ich ihn vollständig zeichnen will, in diesem Kopf leere Stellen lassen. Das ist natürlich jetzt nicht so groß, aber drinnen sind leere Stellen. In diese leeren Stellen kann dasjenige hinein, was ich Ihnen den jungen Geist genannt habe in die­sen Tagen. In die leeren Stellen hinein muß der junge Geist, gewisser­maßen in seinen Strahlen, gezeichnet werden (gelb).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 101.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 101]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Materialisten sagen: Das Gehirn ist das Werkzeug des Seelen­lebens, des Denkens. - Das Umgekehrte ist wahr: Die Löcher im Gehirn, ja sogar dasjenige, was mehr ist als Löcher, oder ich könnte auch sagen, weniger ist als Löcher, was leerer ist als leer, das ist das Werkzeug des Seelenlebens. Und da, wo das Seelenleben nicht ist, wo das Seelenleben fortwährend aufstößt, wo der Raum unseres Schädels mit Gehirnmasse ausgefüllt ist, da wird nichts gedacht, da wird nichts seelisch erlebt. Wir brauchen unser physisches Gehirn nicht zum Seelenleben, sondern wir brauchen es nur, damit wir das Seelenleben einfangen, physisch einfangen. Wenn da nicht das Seelenleben, das in den Löchern des Gehirnes eigentlich lebt, überall aufstoßen würde, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würde es verfliegen; es käme uns nicht zum Bewußtsein. Aber es lebt in den Löchern des Gehirns, die leerer sind als leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns die Begriffe allmählich korrigieren. Wir nehmen, wenn wir vor dem Spiegel stehen, nicht uns wahr, sondern unser Spiegelbild. Uns können wir vergessen. Wir sehen uns im Spiegel drinnen. So erlebt der Mensch auch nicht sich, indem er durch sein Gehirn dasjenige zusammenhält, was in den Löchern des Gehirnes liegt; er erlebt, wie sich überall sein Seelenleben spiegelt, indem es an die Gehirnmasse anstößt. Es spiegelt sich überall; das erlebt der Mensch. Er erlebt eigentlich sein Spiegelbild. Das aber, was da in die Löcher hereingeschlüpft ist, das ist dasjenige, was dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, ohne die Widerlage des Ge­hirnes seiner selbst bewußt wird, weil es dann in entgegengesetzter Weise mit Bewußtsein durchsetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun will ich ein anderes Schema aufzeichnen. Nehmen Sie das Folgende. Bitte, ich will jetzt das Gehirn recht drastisch zeichnen, wie das Löcher läßt (blau). Da sei die Gehirnmasse, da lasse es die Löcher, und dahinein in diese Löcher geht das Seelenleben (gelb). Dieses Seelenleben, das setzt sich aber vor den Löchern fort. Da kommen wir in die ja natürlich nur in der Nähe des Menschen sichtbare, aber ins Unbestimmte auslaufende Menschenaura hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 102.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 102]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken wir uns jetzt das Gehirn weg, und denken wir uns, wir sehen beim gewöhnlichen Menschen zwischen Geburt und Tod das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenleben an, dann würden wir sagen müssen: Der wahre Mensch, in dieser Weise gesehen, der ist in seinem Zustande zwischen Geburt und Tod so, daß er eigentlich - da muß ich allerdings das jetzt anders schematisch zeichnen - sein Antlitz seinem Körper so zuwendet (siehe Zeichnung Seite 105, lila); sein Seelenleben wendet er dem Körper­lichen zu. Und wenn wir auf das Gehirn sehen, so streckt dieses Seelenleben hier Fühlhörner vor, die in die Löcher des Gehirns hin­eingehen. Was ich dort (siehe Zeichnung Seite 102) gelb gezeichnet habe, zeichne ich hier lila, weil das besser dem Anblick im lebenden Menschen entspricht. Das wäre das, was sich ins Gehirn erstreckt beim lebenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich jetzt danach etwa den physischen Menschen zeichnen, so würde ich das am besten dadurch andeuten können, daß ich Ihnen etwa hier die Grenze, die mit dem Erinnerungsvermögen gegeben ist, hereinzeichne. Sie würde da nach außen gehen, und da würde die äußere Grenze, die Grenze des Erkennens sein, von der ich Ihnen ja auch gesprochen habe. Da brauchen Sie sich ja nur an die letzthin und gestern gemachte Zeichnung zu erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber ist es wirklich so,daß, wenn man von außen den Men­schen geistig anschaut, sich das Seelenleben so in den Menschen hin­ein erstreckt. Ich will also das einzelne Hineinerstrecken nur in bezug auf das Gehirn zeichnen. Aber dieses Seelenleben ist in sich auch differenziert: so würde ich, wenn ich dieses Seelenleben weiter verfolgen würde, hier eine andere Region zeichnen müssen (rot unter dem Lila), hier eine andere Region (blau); das würde also alles zu der den Menschen konstituierenden Aura gehören. Dann eine andere Region (grün): Sie sehen, dieser Teil, den ich da jetzt schematisch zeichne, liegt jenseits der Grenze des menschlichen Erkennens. Dann diese Region (gelb) - im Grunde genommen gehört das alles zum Men­schen - und diese Region (orange).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bewegt sich, wenn der Mensch einschläft, mehr oder weniger aus dem Körper heraus, sowie das gestern gezeichnet worden ist (Zeich­nung Seite 77); wenn der Mensch wachend ist, mehr oder weniger in den Körper hinein, so daß eigentlich die Aura nur in der unmittelbar­sten Umgebung des Körpers seelisch wahrzunehmen ist. Wenn man den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
physischen Menschen beschreibt, dann tut man es so, daß man sagt: Dieser physische Mensch besteht aus Lunge, Herz, Leber, Galle und so weiter. Das sagt der physische Anatom, der Physiologe und so weiter. Geradeso können Sie aber den geistig-seelischen Menschen be­schreiben, der in dieser Weise sich eigentlich in die Löcher des Men­schen hereinerstreckt, in das, was mehr ist als Leere, in den Menschen hineinerstreckt. Sie können das ebenso beschreiben. Da müssen Sie dann nur angeben, aus was dieser geistig-seelische Mensch besteht. Und ebenso wie man beim physischen Menschen Organe unterschei­det, so kann man hier Strömungen unterscheiden. Man kann sagen: Hier, wo ich das Rot gezeichnet habe, würde der physische Mensch so im Profil drinnenstehen, hierher das Gesicht gerichtet haben, hier etwa die Augen (siehe Zeichnung); hier würde sein die Region der Begierdenglut (rot). Das würde ein Bestandteil des seelisch-geistigen Menschen sein, der seiner Substanz nach entnommen ist der Region, die Sie aus der «Theosophie» kennen als die Region der Begierden­glut. Also Begierdenglut, gewissermaßen etwas von ihr entnommen, in den Menschen hineinversetzt, gibt diese Partie des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich hier lila gezeichnet habe, das würde ich bezeichnen müssen, wenn ich die Einzelheiten beschriebe, mit Seelenleben. Sie wissen, eine bestimmte Partie des Seelengebietes, des Seelenlandes, ist mit «Seelenleben» bezeichnet. Die Substanz daraus würde dieses Violette, dieses Lila sein, was im Menschen einen Teil des Geistig-Seelischen bildet. Das, was ich hier als orange bezeichnet habe, würden wir zu nennen haben, wenn wir diese Benennung beibehielten, tätige Seelenkraft. So daß Sie sich vorzustellen hätten: Dasjenige, was am intensivsten durch Ihre Sinne in Sie hineingeht beim Leben zwischen Geburt und Tod, das ist das Seelenleben; und dahinter, sich auch hin­stopfend, aber nicht so hineinkönnend, aufgehalten werdend durch das Seelenleben: tätige Seelenkraft. Und noch mehr dahinter dasjenige, was man nennen kann: Seelenlicht. Ich habe es hier gelb bezeichnet. Ziemlich anschließend an dieses Seelenlicht, sich so durchdrückend, würde dann das sein, was der Region von Lust und Unlust entnom­men ist. Das würde ich hier etwa dem grünen Gebiete zuzuschreiben haben (siehe Zeichnung). Dann würde dem schon bläulich werdenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete zuzuschreiben sein: Wünsche. Und anstoßend nun hier das Blaue, schon wiederum mehr in das Blaurote hineingehend, das würde die Region fließender Reizbarkeit sein. Das, was ich hier nenne Be­gierdenglut, fließende Reizbarkeit, Wünsche, das sind aurische Strö­mungen. Diese aurischen Strömungen konstituieren, wie Sie wissen, die Seelenwelt; sie konstituieren aber auch den seelisch-geistigen Menschen, der etwa so aufgebaut ist aus den Ingredienzien dieser Seelenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 105 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 105]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dann der Tod eintritt, dann ist das so, daß der physische Leib abfällt und der Mensch das fortnimmt, was sich durch seine Löcher in ihn hineinerstreckt hat. Er nimmt es nun fort. Dadurch, daß er es fortnimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- wir können uns diesen physischen Menschen wegdenken -, kommt nun der Mensch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelen­weit, und dann auch mit dem Geisterland, wie Sie es ja in der «Theo­sophie» dargestellt finden. Er hat eine gewisse Verwandtschaft da­durch, daß er diese Ingredienzen in sich hat. Aber während des phy­sischen Lebens sind sie gebunden an den physischen Leib; dann werden sie frei. Dadurch aber, daß sie frei werden, verwandelt sich nach und nach das Ganze. Während es so war, daß sich - wenn ich jetzt die Differenzierungen weglasse und das Seelenleben so zeichne -während des physischen Lebens die Fühler (dunkel schraffiert) in un­sere Löcher hineinerstrecken, nehmen sich nach dem Tode diese Fühler zurück. Dadurch aber, daß sich die Fühler zurücknehmen, höhlt sich das Seelenleben selbst aus, und im Seelenleben drinnen geht das geistige Leben auf; von der andern Seite geht das geistige Leben auf (hell schraffiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 106.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 106]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maße, in welchem der Mensch aufhört unterzutau­chen in den physischen Leib, hellt sich auf sein Geistig-Seelisches, diese seine Aura von der andern Seite durchleuchtend. Und wie der Mensch ein Bewußtsein erlangen kann dadurch, daß beim Hinein-stoßen des Seelisch-Geistigen in den physischen Körper dieses immer anstößt und dadurch sich immer spiegelt, so bekommt der Mensch jetzt dadurch ein Bewußtsein, daß er sich zurückzieht gegen das Licht. Aber dies ist jenes Licht der Sonne, welches das erste Licht ist: das Gute. Während der Mensch also während seines physischen Lebens als geistig-seelisches Wesen gegen das Sonnenverwandte, nämlich gegen die überleeren Löcher im Gehirn stößt, stößt er, sich zurückziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach dem Tode, nach der andern Sonne, nach der guten Sonne, nach der ersten Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, wie zusammenhängt mit den Grundvorstellungen der uralten Mysterien die Möglichkeit, Begriffe zu erhalten von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so stecken wir drinnen in diesem ganzen kosmischen Leben, wie ich es Ihnen jetzt in diesen Tagen dargestellt habe. Aber allerdings muß man, um richtige Begriffe von diesen Dingen zu bekommen, tiefer in das eigent­liche Gefüge der menschlichen Evolution durch die Erdenzeit hin­durch eingehen. Nicht wahr, es wäre ja möglich, daß jemand durch besonderen Glücksfall, wie man das so nennen könnte, hellsichtig das Ganze, was ich jetzt dargestellt habe, schaute. Aber der Glücksfall könnte nicht weiter gehen, als daß er sich verwandelnde Gebilde schaut. Etwa so: Nehmen wir an, ein Mensch würde durch irgendein Wunder - es geschieht schon nicht durch ein Wunder -, durch irgend etwas hellsichtig, übersinnlich schauend, so würde er schon, so ähnlich, wie ich es hier versucht habe aufzuzeichnen, das geistig-seelische Leben des Menschen sehen. Daß dies etwas anders ausschaut, als was ich vor einiger Zeit als Normalaura aufgezeichnet habe, das werden Sie begreiflich finden, wenn Sie verstehen, daß ich vor einigen Tagen das aufgezeichnet habe (siehe Seite 31), was sich als Aura ergibt, wenn man den ganzen Menschen sieht, also den physischen Menschen und die Aura ringsherum; jetzt habe ich aber herausgeholt den geistig­seelischen Menschen, so daß der geistig-seelische Mensch von dem physischen Menschen abstrahiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran sehen Sie schon, daß man einmal so, das andere Mal anders die Farben setzen muß; daran sehen Sie auch, daß für das übersinnliche Bewußtsein die Dinge sehr verschieden ausschauen. Nehmen Sie sich vor, die Aura des Menschen einfach so zu sehen, wie sie ist, indem der Mensch den physischen Leib hat, dann sehen Sie diese Aura - also wenn Sie sich vornehmen, abgesehen vom geistig-seelischen Men­schen jetzt den Menschen zu sehen, der nur seine Organe vorstreckt in den physischen Menschen hinein. Aber wenn Sie nun den Men­schen in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen, da sehen Sie wiederum, wie sich das Ganze verwandelt. Da geht also&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allen Dingen diese Region, die ich hier rot gezeichnet habe, weg von hier, geht hier herauf, das Gelbe geht hier herunter, das Ganze kommt nach und nach durcheinander. Man kann solche Dinge anschauen, aber das Anschauen hat etwas Verwirrendes. Und daher werden sich auch für den neueren Menschen nicht leicht Möglichkeiten finden, Sinn und Bedeutung in dieses Verwirrende hineinzu­bringen, wenn er nicht zu andern Hilfsmitteln seine Zuflucht nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hingewiesen daranf, daß das Haupt des Menschen, der Kopf, auf die Vergangenheit weist, der Extremitätenmensch auf die Zukunft weist. Es ist ein vollständiger Gegensatz, polarisch; beides, das Haupt des Menschen und der Extremitätenmensch - erinnern Sie sich nur an dasjenige, was ich gestern auseinandergesetzt habe -, beide sind eigentlich ein und dasselbe; nur daß das Haupt eben eine sehr alte Bildung ist, eine Überbildung. Daher hat es auch die Löcher. Der Extremitätenmensch hat diese Löcher noch nicht; der ist eben noch ganz von Materie ausgefüllt. Löcher kriegen, das ist ein Zeichen von Überentwickelung. Rückgängige Entwickelung im Haupte sehen können, darauf kommt viel an. Und viel kommt darauf an, daß man verstehen kann: der Extremitätenmensch ist eine junge Metamor­phose, das Haupt ist eine alte Metamorphose. Und weil der Extremi­tätenmensch eine junge Metamorphose ist, kann er noch nicht hier im physischen Leben denken, sondern es bleibt sein Bewußtsein unbe­wußt. Er öffnet nicht dem geistig-seelischen Menschen solche Löcher wie das Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von unendlicher Wichtigkeit und wird in Zukunft immer wichtiger und wichtiger werden für die Geistes kultur: einzusehen so etwas, daß zwei Dinge, die äußerlich physisch ganz voneinander ver­schieden sind wie der Kopfmensch und der Extremitätenmensch, geistig-seelisch ein und dasselbe sind, nur der Zeit nach auf verschie­denen Entwickelungsstufen. Viele Geheimnisse liegen gerade in die­ser Tatsache, daß zwei physisch verschiedene Dinge dadurch, daß sie auf zeitlich verschiedenen Entwickelungsstufen stehen, eigentlich ein und dasselbe sein können. Sie sind äußerlich physisch etwas ganz Verschiedenes, aber Verwandlungszustände, also Metamorphosen eines und desselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In elementarer Weise hat den Anfang mit Begriffen, durch die man so etwas erfassen kann, eben &#039;&#039;[[a:Goethe|Goethe]]&#039;&#039; gemacht mit seiner Metamor­phosenlehre. Während sonst eigentlich in der Ausbildung der Be­griffe ein Stillstand ist seit alten Zeiten, setzt bei Goethe wiederum die Fähigkeit ein, Begriffe zu bilden. Und diese Begriffe sind die lebendi­gen Metamorphosenbegriffe. Goethe hat allerdings angefangen mit dem Einfachsten. Er hat gesagt: Wenn wir eine Pflanze anschauen, so haben wir das grüne Pflanzenblatt, aber das verwandelt sich dann in das farbige Blumenblatt. Beides ist ein und dasselbe, es sind nur Metamorphosen voneinander. - So wie das grüne Pflanzenblatt und das rote Rosenblatt verschiedene Metamorphosen sind, ein und das­selbe auf verschiedenen Stufen, so sind das Haupt des Menschen und der Extremitätenorganismus einfach Metamorphosen voneinander. Wenn wir den Goetheschen Metamorphosengedanken für die Pflanze nehmen, haben wir etwas Primitives, Einfaches; aber es kann dieser Gedanke fruchtbar gemacht werden für ein Höchstes: für das Be­schreiben des Überganges des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Wir sehen eine Pflanze mit grünem Blatt und mit der Blüte und sagen: Die Blüte, die rote Rosenblüte ist umgewandelt aus dem grünen Pflanzenblatt. Wir sehen einen Menschen vor uns stehen und sagen: Das Haupt, das du trägst, das sind deine umgewandelten Arme, Hände, Beine, Füße aus der vorhergehenden Inkarnation; und das, was du jetzt an dir, wie Arme, Hände, Beine, Füße trägst, das wird sich umwandeln für die nächste Inkarnation in deinen Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt kommt ein Einwand, der Ihnen offenbar in der Seele schwer sitzt. Jetzt werden Sie sagen: Ja, um Gottes willen, aber ich lasse doch meine Beine und meine Füße zurück, und meine Arme und meine Hände auch; die nehme ich doch nicht mit in die nächste In­karnation! Wie soll denn da mein Kopf daraus werden? - Nicht wahr, das kann man einwenden. Wiederum stehen Sie eben hier vor einer Maja. Es ist nämlich nicht wahr, daß Sie wirklich Ihre Beine und Ihre Füße, Ihre Hände und Ihre Arme zurücklassen. Das ist nämlich nicht wahr; das sagen Sie deshalb, weil Sie an der Maja, an der großen Täuschung hängenbleiben. Was Sie nämlich mit dern gewöhnlichen Bewußtsein Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße nennen, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind nicht Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße, sondern das ist dasjenige, was als Blut und andere Säfte Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße ausfüllt. Es ist hier wieder eine schwierige Vorstellung, aber es ist so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, hier haben Sie Arme und Hände, Beine und Füße; aber das, was hier ist, ist geistig, das sind geistige Kräfte. Bitte, stellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 110.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 110]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sich vor: Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße seien Kräfte, übersinnliche Kräfte. Würden Sie nur sie haben, Sie würden sie nicht mit den Augen sehen. Sie sind angefüllt, diese Kräfte sind angefüllt mit den Säften, mit dem Blute, und das, was als mineralische Masse, flüssig oder zum Teil fest, zum geringsten Teile fest, Unsichtbares ausfüllt, das sehen Sie (schraffiert). Was Sie im Grabe lassen, was ver­brannt wird, das sind nur, ich möchte sagen, die mineralischen Ein­schlüsse. Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße sind nicht sicht­bare Füße, sind Kräfte, und diese nehmen Sie mit. Die Formen neh­men Sie mit. Sie sagen: Ich habe Hände und Füße. - Derjenige, der in die geistigen Welten hineinsieht, der sagt nicht: Ich habe Hände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Füße -, sondern er sagt: Es gibt Geister der Form, Elohim, die denken kosmisch, und deren Gedanken sind meine Arme und Hände und Beine und Füße; und deren Gedanken sind mit Blut und andern Säften ausgefüllt. - Aber Blut und andere Säfte sind auch wiederum nicht das, als was sie im Physischen erscheinen; diese Stoffe sind wie­derum die Vorstellungen der [[a:Geister der Weisheit|Geister der Weisheit]], und dasjenige, was der Physiker Stoff nennt, das ist nur der äußere Schein. Wo der Physiker den Stoff hinsetzt, müßte er sagen: Da stoße ich auf einen Gedanken der Geister der Weisheit, der Kyriotetes. Und wo Sie Arme und Hände, Beine und Füße sehen, da können Sie nicht einmal darauf stoßen, da müssen Sie sagen: Hier bilden die kosmischen Ge­danken der [[a:Geister der Form|Geister der Form]] meine Formen. - Kurz, so sonderbar das klingt: Ihren Körper gibt es ja gar nicht, sondern da, wo im Raume Ihr Körper ist, da leben durcheinander die kosmischen Ge­danken der höheren Hierarchien. Und würden Sie nicht der Maja ge­mäß, sondern richtig sehen, so würden Sie sagen: Hier erstrecken sich herein die kosmischen Gedanken der Exusiai, der Geister der Form, der Elohim. Diese kosmischen Gedanken machen sich mir sichtbar, indem sie ausgefüllt sind mit den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Das gibt Arme und Hände, Beine und Füße. Gar nicht steht das da, als was es in der Maja erscheint, vor dern geistigen Blicke, sondern da stehen die kosmischen Gedanken, und diese kosmischen Gedanken ballen sich zusammen, kondensieren sich, schieben sich ineinander, und daher erscheinen sie uns als diese Schattenfigur, als die wir herumgehen, von der wir glauben, daß sie wirklich ist. Also den physischen Menschen, den gibt es gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können mit einem gewissen Recht sagen: In der Stunde des Todes scheiden die Geister der Form ihre kosmischen Gedanken von den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Die Geister der Form nehmen ihre Gedanken in die Luft hinauf, die Geister der Weis­heit senken ihre stofflichen Gedanken in die Erde hinein. Dadurch ist im Leichnam so ein Nachschatten von den Gedanken der Geister der Weisheit noch vorhanden, wenn die Geister der Form ihre Gedanken zurückgenommen haben in die Luft. Das ist der physische Tod; das ist er in Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz, wenn wir anfangen, über Wirklichkeiten zu denken, so kom­men wir zu einer Auflösung desjenigen, was gewöhnlich die physische Welt genannt wird. Denn diese physische Welt besteht dadurch, daß die Geister der höheren Hierarchien ihre Gedanken ineinanderschieben, und deshalb - bitte stellen Sie sich vor: fein verteilte Wasser-partien gehen irgendwo hinein und bilden einen dichten Nebel - er­scheint Ihr Leib auch so als ein Schattengebilde, weil die Gedanken der Geister der Form hineindringen in die Gedanken der Geister der Weisheit, die Formgedanken in die Stoffgedanken hineingehen. Die ganze Welt löst sich vor dieser Anschauung in Geistiges auf. Aber man muß die Möglichkeit haben, die Welt wirklich geistig vorzu­stellen, zu wissen: Das ist nur etwas ganz Scheinbares, daß meine Arme und Hände, meine Füße und Beine der Erde übergeben werden. In Wirklichkeit beginnt da die Metamorphose meiner Arme und Beine, Hände und Füße und vollendet sich in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und meine Arme und Beine, Hände und Füße werden mein Kopf in der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihnen mancherlei jetzt gesprochen, was Sie wenigstens in der Form vielleicht etwas sonderbar berührt hat. Aber was ist denn das schließlich, was wir da besprochen haben, anderes, als daß wir vom scheinbaren Menschen aufsteigen zum wahren Menschen, von dem, was äußerlich in der Maja lebt, aufsteigen zu der Stufenfolge der Hierarchien? Nur wenn man das tut, kann man in einer reifen Form heute davon sprechen, daß der Mensch in sich wissen darf ein soge­nanntes höheres Selbst. Wenn man bloß daklamiert von dem höheren Selbst, wenn man bloß sagt: Ich fühle in mir ein höheres Selbst - da ist dieses höhere Selbst ein reines leeres Abstraktum, da hat es keinen Inhalt; denn das gewöhnliche Selbst gehört der Maja an, ist also selbst Maja. Das höhere Selbst hat nur einen Sinn, wenn man von ihm spricht gegenüber der Welt der höheren Hierarchien. Vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf die Welt Rücksicht zu nehmen, die da besteht aus den Geistern der Form und den Engeln, Erzengeln und so weiter, vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf diese Welt Rücksicht zu nehmen, bedeutet: man spricht von leeren Abstrak­tionen, bedeutet zugleich: man spricht nicht von demjenigen, was da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lebt im Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so wie wir hier mit Tieren, Pflanzen und Mineralien leben, so leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den Reichen der höheren Hierarchien, von denen wir oftmals gesprochen haben. Nur wenn man sich nach und nach diesen Vorstellungen und Be­griffen nähert, dann - wir werden davon erst vielleicht in acht Tagen sprechen-, dann kommt man zu einer Annäherung an so etwas, was Ant­wort geben kann auf die Frage: Warum sterben manche Menschen als junge Kinder, warum manche im höchsten Alter, andere dazwischen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen jetzt skizzenhaft dargestellt habe, sind konkrete Be­griffe für die Wirklichkeiten der Welt. Es sind ja wahrhaftig nicht abstrakte Begriffe, die ich Ihnen dargestellt habe, es sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Diese konkreten Begriffe, sie gab es, allerdings für ein mehr atavistisches Anschauen, in den alten Mysterien. Sie sind für das menschliche Anschauen verloren­gegangen von dem 8. vorchristlichen Jahrhundert an; sie müssen durch eine Vertiefung in der Auffassung des Christus-Wesens wieder­um gewonnen werden. Das kann nur auf geisteswissenschaftlichem Wege geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschaffen wir uns von einem gewissen Gesichtspunkte aus noch einmal eine Art Vorstellung von der Menschheitsevolution. Wir wollen jetzt sehr, sehr wichtige Begriffe ins Auge fassen. Da kann man sagen: Wenn man zurückgeht in der Menschheitsentwickelung, da kommt man - ich habe ja das öfter dargestellt - darauf, daß in alten Zeiten die Menschen mehr Gruppenseelen hatten und sich dann erst die individuellen Seelen hineingliederten in das Gruppenseelentum. Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen. Dann könnte man schematisch die Entwickelung der Menschheit so darstellen, daß man sagt: In alten Zeiten gab es Gruppenseelen; jede dieser Gruppenseelen spaltete sich wiederum - das würde für eine bloße seelische An­schauung sein, für eine geistige wäre es etwas anders -, aber jede solche Seele umkleidet sich mit einem Leibe, den ich hier in der Form mit einem roten Strich andeute (siehe Zeichnung Seite 114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeichnung oder etwas ähnliches wie diese Zeichnung hat man noch bis in die Pythagoräische Schule hinein immer gemacht, indem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 114.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 114]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man gesagt hat: Seht ihr die Leiber an, den Leibern nach sind die Menschen getrennt, jeder für sich ein Leib - daher sind die roten Striche hier isoliert -, den Seelen nach findet man aber eine Einheit der Menschheit, indem man hinaufgeht bis zur Gruppenseele, die allerdings weit zurückliegt. - Man hat eine Einheit. Wenn Sie sich das Rote wegdenken, so bildet das heller Schraffierte eine einheitliche Figur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es hat nur einen Sinn, über diese Figur zu sprechen, wenn man zuerst von dem Geistigen so gesprochen hat, wie wir es heute getan haben; denn dann weiß man, was in diesen Seelen alles mitwirkt, wie die höheren Hierarchien mitwirken an diesem Seelischen. Es hat keinen Sinn, von dieser Figur zu sprechen, wenn man nicht im Hin­blick auf die Hierarchien spricht. So hat man auch gesprochen bis in die Pythagoräische Schule herein, und aus den Pythagoräischen Schu­len hat wiederum Apollonius dasjenige gelernt, wovon ich gestern ge­sprochen habe, von dem ich in der nächsten Woche weiter sprechen werde. Dann aber, seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert - schon die Pythagoräischen Schulen waren Nachzügler -, hat sich die Möglich­keit, so zu sprechen, verloren. Und allmählich sind die Begriffe, die konkret sind, die wirklich sind, wenn sie sich auf die höheren Hierar­chien beziehen, den Leuten konfus geworden, verschwommen ge­worden. Und so ist ihnen statt der Welt der Engel, Erzengel, Ur­kräfte, Formen, Bewegungen, Weisheiten, Throne, statt all diesem konkreten Geistweben ist ihnen ein Begriff gekommen, der nun schon in der griechischen Anschauung eine gewisse Rolle spielt: der Begriff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Pneuma, in dem alles durcheinander schwimmt. Pneuma, allge­meiner Geist - dieser verschwommene Begriff, den noch heute die Pantheisten lieben: Geist, Geist, Geist, Geist! Ich habe öfter davon gesprochen, daß die Pantheisten überall den Geist hinsetzen. Aber das geht schon im griechischen Leben auf. Da hat man wieder diese Figur gezeichnet; aber Sie sehen: Was früher konkret war - die Fülle der Gottheiten-, ist zum abstrakten Begriff geworden, ist zum Pneuma geworden. Das Weiße ist das Pneuma, das Rote ist die physische Materie (siehe Zeichnung Seite 114), wenn man die Menschenevo­lution in Betracht zieht. Aber von diesem Pneuma, von dem haben die Griechen wenigstens noch eine Anschauung gehabt, denn sie haben immerhin noch etwas Aurisches gesehen; so daß also das, was sie sich da in dem weißen Gezweige vorstellten, für sie noch etwas Aurisches, also etwas wirklich Anschauliches war. Das ist die große Bedeutung des Überganges vom Griechentum ins Römertum, daß die Griechen in ihrer Anschauung noch das Pneuma als wirkliches Geistiges erlebt haben, die Römer nicht mehr. Bei den Römern ist es schon ganz abstrakt geworden, vollständige Abstraktion geworden, bloße Begriffe. Die Römer sind das Volk der abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, in der neueren Zeit finden Sie in der Natur­wissenschaft wiederum dasselbe Schema ! Sie können es heute in materialistischen naturwissenschaftlichen Büchern aufschlagen: da finden Sie ganz genau dieses Schema, das Sie in den alten Mysterien aufgezeichnet gefunden haben, in den Pythagoräischen Schulen, wo alles noch auf die Hierarchien bezüglich war. Sie haben es bei den Griechen, wo es auf das Pneuma bezüglich war; Sie finden es heute wieder gezeichnet. Wir werden sehen, was es heute ist. Heute sagt der Naturforscher, indem er diese selbe Zeichnung seinen Schülern auf die Tafel zeichnet: Indem das Menschengeschlecht sich fortpflanzt, geht die Keimsubstanz der Eltern über auf die Kinder; ein Teil der Keimsubstanz bleibt aber so erhalten, daß er in der nächsten Generation wiederum auf die Kinder übergehen kann, und von dem bleibt wiederum ein Teil so, daß er wieder auf die Kinder über­gehen kann, während ein anderer Teil der Keimsubstanz die Zellen des physischen Leibes bildet. - Sie haben ganz dasselbe Schema, nur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sieht der heutige Naturforscher in dern Weißen (siehe Zeichnung) die Kontinuität der Keimsubstanz. Er sagt: Wenn wir zu den alten Men­schenvorfahren hinaufgehen und ihre Keimsubstanz nehmen, die männliche und die weibliche Keimsubstanz nehmen, und gehen zu den jetzigen Menschen herunter und nehmen ihre jetzige Keimsub­stanz, so ist das ein einziger Strom; die Keimsubstanz ist kontinuierlich. Es bleibt immer in der Keimsubstanz etwas ewig - so stellt es sich der Naturforscher vor - und nur gewissermaßen die Hälfte des Keimplasmas geht über in die andere Körperlichkeit. - Der Naturforscher hat wiederum dieselbe Figur, nur hat er jetzt nicht mehr das Pneuma, sondern das Weiße, das ist ihm jetzt die materielle Keimsub­stanz. Es ist nichts Seelisch-Geistiges mehr, es ist ihm die materielle Keimsubstanz. Das können Sie bei den heutigen Naturforschern lesen, das nimmt man heute an als eine große, bedeutsame Entdeckung. Das ist Materialisierung einer hochgeistigen Vorstellung, indem sie durch die Abstraktion durchgegangen ist; der abstrakte Begriff steht mitten drinnen. Und drollig ist es, daß ein Naturgelehrter der neue­ren Zeit ein Buch geschrieben hat - für jemanden, der ordentlich denken kann, ist es drollig -, in welchem er geradezu sagt: Was die Griechen sich noch unter Pneuma vorgestellt haben, ist heute die kontinuierlich bleibende Keimsubstanz. - Ja, es ist närrisch, aber es ist heute hohe Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Sie sehen daraus eines: die Zeichnung macht es nicht! Und Sie werden daraus begreifen, warum ich immer in einer gewissen Weise mich gewendet habe gegen das Aufzeichnen von Schemen, solange wir noch versuchten, unsere Anthroposophie durch die Theo­sophische Gesellschaft durchzutragen. Man brauchte nur in irgend­einen theo sophischen Zweig einzutreten: die Wände waren in der Regel behängt mit allerlei solchen Schemen. Da war alles mögliche aufgezeichnet, da standen dann Worte dabei, und da waren ganze Stammbäume und alles mögliche aufgezeichnet. Aber auf diese Zeichnungen kommt es nicht an, sondern es kommt darauf an, daß man wirklich zu dern lebendigen Vorstellen gehen kann; denn die Zeichnung kann ganz dieselbe sein, ob Sie sie als Ausfluß der Hier­archien, Geistig-Seelisches sich vorstellen, oder ob Sie sich das kontinuierliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keimplasma, eine reine Materie, vorstellen. Diese Dinge verschwimmen dern heutigen Menschen. Daher ist es so wichtig, sich klar darüber zu sein, wie der Grieche noch etwas gewußt hat von dern realen Selbst im Menschen, von dern realen Geistigen, und wie das beim Römer in den abstrakten Begriff übergegangen ist. Sie können das an Äußerlichkeiten sehen. Indem der Grieche von seinen Göttern redet, redet er so, daß man ganz genau sieht: der Grieche denkt sich noch konkrete Figuren hinter den Göttern. Beim Römer sind die Götter im Grunde nur noch Namen, nur Bezeichnungen, sind Ab­straktionen und werden immer mehr Abstraktionen. Beim Griechen war immer noch eine gewisse Vorstellung vorhanden, daß in dern Menschen, der hier steht, die Hierarchien leben, und in jedem Menschen verschieden die Hierarchien leben. Der Grieche nahm den Menschen seiner Realität nach, und wenn er sprach: Das ist der Alki­biades, das ist der Sokrates, das ist der Plato -, so hatte er noch den Begriff: da in den Alkibiades, in den Sokrates, in den Plato, da ragen herein die kosmischen Gedanken der Hierarchien in verschiedener Weise, und dadurch, daß da die kosmischen Gedanken in verschie­dener Weise hereinragen, treten so verschiedene Figuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ging beim Römer verloren. Daher bildete sich beim Römer ein System von Begriffen aus, das sein Extrem darinnen hat, daß von Augustus an - eigentlich schon früher - der römische Cäsar selber als Gott galt. Die Gottheit war allmählich verabstrahiert, und der rö­mische Cäsar war selber ein Gott, weil der Begriff vollständig abstrakt geworden war. Aber so abstrakt wurden auch die andern Begriffe. So abstrakt wurden namentlich die Begriffe, die als Rechtsbegriffe, als moralische Begriffe das römische Wesen durchsetzten, und so trat an die Stelle von alten Lebendigkeiten eine Summe von Abstraktio­nen. Und diese Summe von Abstraktionen, die ist als Erbschaft ge­blieben durch das ganze Mittelalter hindurch, ist auf die neuere Zeit heraufgekommen, ist bis in das 19. Jahrhundert herein als Erbschaft geblieben: abstrakte Begriffe, die überall hineingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kam etwas Überraschendes im 19. Jahrhundert. Unter den ab­strakten Begriffen hat man den Menschen vollständig verloren gehabt. Der Grieche ahnte noch etwas von dern wirklichen Menschen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der aus dem Kosmos herein gebildet wird; durch das Römertum hin­durch ist der Mensch verlorengegangen. Das 19. Jahrhundert war genötigt, ihn wieder zu entdecken durch alle die Verhältnisse, auf die ich Sie schon hingewiesen habe, auf die ich Sie noch genauer hin­weisen werde. Und die Entdeckung des Menschen, die geschah jetzt von dem andern Pol aus. Das Griechentum hat sehen wollen den Menschen, der aus der Hierarchie kommt, den göttlichen Menschen; die Römer haben an die Stelle eine Reihe von abstrakten Begriffen gesetzt; das 19. Jahrhundert, schon das 18. Jahrhundert, aber nament­lich das 19. Jahrhundert war genötigt, den Menschen von der andern Seite, von seiner Tierseite aus wieder zu entdecken. Und da konnte er jetzt nicht gefaßt werden mit diesen abstrakten Begriffen. Das war der große Schock. Und das ist der große Schock, das ist die tiefe Kluft, die entsteht: Was ist denn das eigentlich, was da auf zwei Beinen vor uns steht und mit den Händen fuchtelt und allerlei ißt und trinkt, was ist denn das? Die Griechen haben es noch gewußt; dann ist es in abstrakte Begriffe verwandelt worden. Jetzt überrascht es die Men­schen im 19. Jahrhundert; da steht es, aber man hat keine Begriffe, es zu fassen. Man faßt es als bloßes höheres Tier auf: es wird auf der einen Seite der Darwinismus, naturwissenschaftlich, auf der andern Seite, im Geistigen, der Sozialismus, der den Menschen nur als Tier in die Sozietät hineinstellen will. Es ist der Mensch, der vor sich selber überrascht steht: Was ist denn das eigentlich? - und der ohn­mächtig ist, diese Frage zu beantworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Situation von heute, das ist die Situation, die nicht nur, je nachdem die Menschen es wollen, richtige oder unrichtige Be­griffe schaffen wird, sondern die dazu berufen ist, katastrophale oder heilsame Tatsachen zu schaffen. Aber das ist sie, die Situation: der Schock, den der Mensch vor sich selber hat. Wiederum müssen die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen gefunden werden. Man wird sie nicht anders finden, als wenn man auf die Metamor­phosenlehre eingeht. Da liegt der wesentliche Punkt. Die Metamor­phosenbegriffe des Goetheanismus sind allein imstande, die fluk­tuierenden Erscheinungen zu fassen, welche sich dem Anschauen der Wirklichkeit darbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nun, nach dieser Richtung, möchte ich sagen, schob die geistige Ent­wickelung schon immer. Auch damals - ich habe das im «Reich» in einer Reihe von Aufsätzen über «Die chymische Hochzeit des Christian Rosen­kreutz» angedeutet-, als im 17. Jahrhundert «Die chymische Hochzeit» und andere Schriften auf so wunderbare Weise veröffentlicht worden sind, da war schon das Bestreben, vorzusorgen, daß eine solche soziale Struktur, die der wahren Wesenheit des Menschen entspricht, unter die Menschen kommen sollte. Auf diese Weise ist ja «Die chymische Hoch­zeit des Christian Rosenkreutz» von dem sogenannten &#039;&#039;Valentin Andreae&#039;&#039; entstanden. Aber auf der andern Seite ist ja auch das Buch entstanden, das er nannte «Allgemeine Reformation der ganzen weiten Welt», wo er einen großen politischen Überblick gibt, wie die sozialen Verhältnisse werden sollen. Der Dreißigjährige Krieg hat die Sache hinweggefegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort ist es der Dreißigjährige Krieg, der die Dinge hinweggefegt hat. Heute ist es möglich, daß die Weltordnung entweder dahin geht, die Dinge wirklich wiederum hinwegzufegen, oder aber sie in die Menschheitsentwickelung hineinzunehmen. Damit berühren wir die große Grundfrage der Gegenwart, mit der sich die Menschen beschäftigen sollten, statt mit all den sekundären Fragen, mit denen sich die Menschen heute beschäftigen. Würden sich die Menschen mit die­ser Grundfrage beschäftigen, dann würden sie die Mittel und Wege finden, fruchtbare Begriffe in die heutige Wirklichkeit hineinzutragen; dann würde man meiden die abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht so leicht, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Da muß man schon wirklich im Ernste und mit allem guten Willen ins Leben hinein wollen, nicht bei Programmen und bei Vorurtellen Halt machen wollen. Nach dieser Richtung könnte ich ja vieles er­zählen. Ich will nur ein Faktum anführen: Im Beginne der neunziger Jahre, da traten eine Anzahl von Menschen zusammen in den ver­schiedensten Städten in Europa und machten wiederum einmal etwas Amerikanisches nach: nämlich die «Bewegung für ethische Kultur». Es war dazumal unter gewissen Intellektuellen alles darauf aus, «Ge­sellschaften für ethische Kultur» zu gründen. Die Leute haben sehr schöne Sachen vorgebracht, und wenn Sie heute noch die Auf­sätze lesen, die dazumal von diesen Vertretern der Gesellschaften für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ethische Kultur geschrieben worden sind, wenn Sie Sinn haben für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ja, butteriges Zeug, so werden Sie wahrscheinlich heute noch ent­zückt sein können von all den schönen, wunderschönen Idealen, in denen die Leute dazumal geschwelgt haben. Und es war wahrhaftig keine angenehme Aufgabe, sich gegen dieses Schwelgen in den butterigen Idealen zu wenden. Ich schrieb aber dazumal in einer der ersten Nummern der Zeitschrift «Die Zukunft» einen Artikel gegen dieses ganze butterige Zeug von der «ethischen Kultur», schimpfte mordsmäßig über diese «ethische Kultur». Es war selbstverständlich eine schändliche Tat, denn wie könnte es nicht etwas Schändliches sein, wenn man sich gegen etwas so Gutes wendet, wenn die Leute daran gehen, die ganze Welt zu ethisieren, durchzumoralisieren! Ich lebte dazumal in Weimar, kam aber einmal nach Berlin, sprach auch mit Herman Grimm; der sagte: Was wollen Sie denn eigentlich mit dieser «ethischen Kultur»? Gehen Sie doch hin zu den Leuten, Sie werden sehen: die in Berlin hier zusammenkommen, diese Ethiker sind lauter recht nette, liebe Leute. Man kann gegen sie gar nichts haben. Es sind Leute, die einem ganz sympathisch sein können, die einem ganz gut gefallen können. - Das war auch gar nicht zu leugnen, und für den damaligen Moment hatte selbstverständlich Herman Grimm ebenso recht wie ich. Äußerlich genommen hatte der eine ebenso recht für den Moment wie der andere; das eine ließ sich eben­sogut beweisen wie das andere, und ich will gar nicht behaupten, daß rein logisch meine Gründe gegen die Ethiker besser waren als die Gründe, die die Ethiker vorgebracht haben. Aber aus all diesem Butteridealismus ist ja die gegenwärtige Katastrophe hervorgegan­gen, und nur diejenigen Menschen hatten recht und sind durch die Tatsachen gerechtfertigt, die dazumal gesagt haben: Mit all eurem Schwelgen und Reden von irgend solchen Butteridealen, durch die ihr allgemeinen Frieden und dergleichen und allgemeine Moral unter die Menschen bringen wollt, erzeugt ihr nichts anderes als das, was ich dann das soziale Karzinom genannt habe, was endlich in diese katastrophale Gegenwart hineinführen mußte. Die Zeit hat gezeigt, wer mit realen Begriffen arbeitete und wer mit bloßen Abstraktionen arbeitete. Nach dem bloßen abstrakten Charakter kann man gar nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
entscheiden, ob irgend jemand recht oder unrecht hat; das entschei­det bloß das, ob irdendein Begriff richtig sich hineinfügt in den Gang der Tatsachen oder nicht. Wenn ein Professor an seiner Universität heute Naturwissenschaft lehrt, dann kann er selbstverständlich wun­derschön beweisen, logisch beweisen, daß das alles richtig ist, was er sagt. Das geht auch alles in die Löcher der Köpfe hinein; das darf ich ja natürlich im allerbesten Sinne heute sagen. Und siehe da, darum handelt es sich aber nicht, ob scheinbare gute logische Gründe dafür anzuführen sind, sondern: dieselben Gedanken dann in einen Lenin­ Kopf hineingesenkt, werden Bolschewismus. Was ein Gedanke in der Wirklichkeit wird, darauf kommt es an. Nicht darauf kommt es an, was man über ihn denken kann, was man über ihn abstrakt fühlen kann, sondern darauf, welche Kraft in der Wirklichkeit einen Gedan­ken bildet. Und wenn man diejenige Weltanschauung, von der am meisten in der neueren Zeit gesprochen worden ist, weil die andern ästhetisierend waren, wie ich gestern ausgeführt habe, wenn man den Sozialismus prüft, so handelt es sich heute nicht darum, sich nun hinzusetzen, um den Karl Marx oder Lassalle oder den Bernstein zu «ochsen», also deren Bücher zu studieren, diese Autoren zu studieren, sondern darum handelt es sich, ein Gefühl, eine lebendige Erfahrung dafür zu haben, was im Fortgang der Menschheit dann wird, wenn eine Anzahl von Menschen - solche Menschen, die an Maschinen stehen - diesen Gedanken haben. Darauf kommt es an, und nicht darauf, über die soziale Struktur der nächsten Zukunft die Gedanken zu haben, die man im landläufigen Gang der heutigen diplomatischen Schulung lehrt. Sondern jetzt ist die Zeit, wo es darauf ankommt, Gedanken wägen zu können, um sich die Frage beantworten zu kön­nen: Was will die Zeit in den nächsten Jahrzehnten? Es ist heute schon einmal die Zeit gekommen, wo die Bequemlichkeit nicht ge­stattet ist, auf den verschiedensten kurulischen Stühlen zu sitzen und bequem das Alte fortzupflegen, sondern die Zeit ist gekommen, wo die Menschheit den Schock vor sich selbst fühlen muß, und wo bei denen, die irgendwo verantwortlich sind für irgend etwas, der Ge­danke auftauchen muß: Wie löst man diese Frage aus dem geistigen Leben heraus? Wir werden das nächste mal davon weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit hier eine Reihe von wichtigen Tatsachen über den Menschen vorgebracht, die geisteswissenschaftlich erforscht werden können. Ich lege weniger Wert darauf, daß die Einzelheiten dieser Tatsachen aufgefaßt werden - denn ich habe mich ja über die Natur dieser Tatsachen öfter ausgesprochen-, als vielmehr darauf, daß ein gewisser Eindruck durch diese Tatsachen erweckt werde: der Eindruck über das Wesen desjenigen, was man die Täuschung der physischen Außenwelt nennen kann, auf daß Sie ein Gefühl davon erhalten, was eigentlich gemeint ist, wenn man davon spricht: Die Außenwelt, so wie wir sie um uns herum sehen - ich sage sehen, nicht haben -, ist Täuschung zunächst, und hinter ihr liegt die wahre, die wirkliche Welt. Und ich wollte ein gründlicheres Gefühl hervorrufen von dem, was gemeint ist, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft von der wirklichen Welt spricht. Also mehr um diese allgemeinen Gefühle handelt es sich. Und damit bin ich an demjenigen Punkte angelangt, wo wir gewissermaßen wiederum eine Möglichkeit haben, unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen anzuknüpfen an wichtige, an bedeutsame Interessen im Geistesleben der Gegen­wart, wobei ich natürlich an eine weitere Gegenwart denke, nicht bloß an die heutigen Tage, sondern an die Jahrhunderte, in denen wir leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Geistesleben ist in einem Zwiespalt begriffen, in einem Zwiespalt, den man in der verschiedensten Weise charakterisieren kann, den man so oder so definieren kann. Aber alle diese Definitionen müssen zuletzt wiederum zusammenlaufen in eine Art Empfindung für zwei Strömungen, die wir uns als Ideenströmungen bilden müssen aus der Geisteskultur der Gegenwart heraus, und die gewissermaßen sich nicht recht vereinigen lassen. Zwei Strömungen von Ideen sind vorhanden. Die eine, man kann sie im weitesten Sinne nennen die naturwissenschaftliche Strömung, wobei ich nicht etwa bloß das meine, was in den Kreisen der Naturforscher gedacht und behauptet wird, sondern jene naturwissenschaftliche Strömung, welche heute ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mehr oder weniger in der Empfindung der ganzen Menschheit lebt. Diese naturwissenschaftliche Strömung ist nach und nach eine popu­läre, eine weitverbreitete Anschauung geworden. Sie produziert Be­griffe, die tief, tief sich eingewurzelt haben in das Seelenleben der Menschen der Gegenwart. Man kann am besten sehen, wie diese na­turwissenschaftliche Weltanschauung sich eingewurzelt hat, wenn man bedenkt, daß sie da am tiefsten Wurzel gefaßt hat, wo man glaubt, an spirituelles Leben heranzudringen. Schließlich ist ja dasjenige, was man landläufig Spiritismus nennt und was von sehr vielen als theosophische Theorie vertreten wird, nichts anderes als ein Ausfluß ma­terialistischer Weltanschauung. Dasjenige, was man zumeist an Be­griffen hat über Ätherleib, Astralleib, dasjenige, was man experimen­tell produziert in spiritistischen Sitzungen, wird ganz und gar einge­fangen in Begriffe, welche der naturwissenschaftlichen Weltanschauung entlehnt sind, was am besten solche Leute beweisen wie zum Beispiel du Prel, der glaubt, gerade auf die Geisteswelt loszugehen. Aber alles dasjenige, was er über die Geisteswelt sagt, denkt er in naturwissen­schaftlichen Begriffen, das heißt in solchen Begriffen, in denen man bloß über die Natur denken sollte, nicht über den Geist. Ebenso ist es geradezu auffällig, wie materialistisch doch die Theorien der mei­sten Theosophen sind, wie sie sich geradezu bemühen, Vorstellungen wie Ätherleib oder selbst Astralleib an die naturwissenschaftlichen Begriffe, die man nur auf die Natur anwenden sollte, heranzurücken. Der Ätherleib wird sehr häufig vorgestellt als etwas ganz Materielles, als ein feiner Dunst oder dergleichen. Nun, ich habe mich ja über diese Dinge öfter ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die eine, ich möchte sagen Begriffsmasse, die wir haben: die naturwissenschaftlichen Begriffe. Und weniger Wert - ich betone das noch einmal, damit ich nicht mißverstanden werde - ist darauf zu legen, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe in den Naturwissen­schaften selbst sich finden, wo sie ja zum großen Teil berechtigt sind, sondern das Wichtige ist, daß sie sich eben einschleichen in die allge­meine Weltanschauung, und daß sie verwendet werden, um Spiri­tuelles begreifen zu wollen, ja, daß manche geradezu in dem Wahne leben, sie sagten etwas Besonderes, wenn sie die Ähnlichkeit der Begriffe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die sie im Spirituellen haben, mit den naturwissenschaftlichen Begriffen hervorheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutsame Tatsache, die wir da ins Auge fassen müssen, ist diese, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe nur eine gewisse Sphäre unserer Welt, eine gewisse Sphäre der Welt, in der wir leben, einfangen können in unser Verständnis, daß eine andere Welt außer unserem Verständnis bleiben muß, wenn wir nur naturwissenschaft­liche Begriffe anwenden. Diese naturwissenschaftlichen Begriffe bil­den also die eine Strömung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Strömung bilden gewisse Begriffe, die wir uns machen über Ideelles oder Ideales, und wohl auch heute, schon seit langer Zeit, über Moralisches. Nehmen Sie einen naturwissenschaftlichen Begriff wie den Begriff der Vererbung oder den Begriff der Entwicke­lung. Sie denken naturwissenschaftlich, wenn Sie diesen Begriff rein­lich und sauber denken; Sie denken verworren, wenn Sie diese Begriffe von Vererbung und von Entwickelung, wie sie in der Naturwissenschaft üblich sind, auf Spirituelles ausdehnen. Nehmen Sie gewisse Begriffe, die man im Leben braucht, zum Beispiel den Begriff der inneren Freiheit unserer Seele, den Begriff des Wohlwollens, den Be­griff der sittlichen Vollkommenheit, oder höhere Begriffe, den Begriff der Liebe und dergleichen, so haben Sie wiederum eine Strömung von Ideen, von Begriffen, die auch berechtigt sind, weil sie ja zum Leben gebraucht werden. Aber nur wenn man sich einer Selbsttäuschung hingibt, kann man sich von der Art, wie heute naturwissenschaftlich gedacht wird, zu der Art, wie heute ideal oder ideell oder moralisch gedacht wird, eine Brücke bauen. Denkt jemand rein naturwissen­schaftlich, das heißt, sucht er sich ein naturwissenschaftliches Welt­bild, so wie das heute das Ideal vieler Leute ist, so hat innerhalb einer Welt, welche diesem Weltbild entspricht, alles das keinen Platz, was unter Begriffe wie Wohlwollen, meinetwillen auch Glück, Liebe, innere Freiheit und so weiter gefaßt ist. Ein gewisses Ideal naturwissenschaftlicher Denkungsart ist, alles, wie man sagt, unter den Kausalbegriff zu bringen, alles nach Ursachen und Wirkungen zusammenzudenken. Und eine sehr beliebte Verallgemeinerung ist -ich habe das schon hier erwähnt - das Gesetz von der Erhaltung der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraft und der Erhaltung des Stoffes. Bilden Sie sich eine Weltan­schauung so, daß Sie dazu nur die Begriffe von Ursache und Wirkung im naturwissenschaftlichen Sinne verwenden oder von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, so können Sie nur entweder weltanschau­lich unehrlich sein, oder Sie müssen sagen: Innerhalb einer solchen Weltenordnung, in welcher nur das Kausalitätsgesetz, nur das Ur­sachengesetz gilt, oder in welcher das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gilt, in einer solchen Welt ist alles, was Ideale sind, was Ideen sind, was moralische Begriffe sind, im Grunde ge­nommen eigentlich nur Spaß. - Denn für eine Weltanschauung, welche etwa das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes univer­sell denkt, hat nichts anderes Sinn, als sich zu sagen: Nach diesem Gesetze von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes entwickelt sich unsere Weltenordnung. - Aus gewissen Ursachen heraus ist innerhalb dieser Weltenordnung auch das Menschengeschlecht hervorge­gangen. Dieses Menschengeschlecht träumt von Wohlwollen, von Liebe, von innerer Freiheit, aber all das sind Begriffe, die sich die Menschen machen, und wenn einmal jener Zustand eingetreten sein wird in unserem Weltensystem, der eintreten muß nach naturwissen­schaftlichen Vorstellungen, dann ist eigentlich ein allgemeines Grab da für alle solche Vorstellungen von Wohlwollen, innerer Freiheit, von Liebe und so weiter. Das sind Träume, welche die Menschen träumen, während sie eben der reinen naturgesetzlichen Ordnung gemäß ihr Dasein innerhalb der Erdenentwickelung vollenden, und es hat gar keinen Sinn, von etwas anderem zu sprechen in bezug auf die Geltung der Ideale und Ideen, als davon, daß sie Träume der Menschen sind, denn innerhalb einer solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauung haben Ideen und Ideale keine Kraft, sich zu realisie­ren. Was sollen denn, wenn die Welt wirklich entsprechen würde der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, die Ideen und Ideale einmal machen, sobald der Zustand eingetreten ist, den man notwendig denken muß, wenn man nur mit naturwissenschaftlichen Begriffen denkt? Sie sind begraben, die Ideen und Ideale! Die Ideen und Ideale werden heute aber von den Menschen so gedacht - wenn sie das auch nicht zugeben -, daß sie keine innere Kraft haben, sich zu realisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie sind eben bloße Gedanken, die sich dadurch realisieren, daß die Menschen ihre Gefühle daran hängen, daß die Menschen sich gegen­einander so verhalten, wie es den Ideen entspricht. Aber sie haben keine innere Kraft, sich zu realisieren, diese Ideen, wie es der Magne­tismus, wie es die Elektrizität oder die Wärme hat - die hat innere Kraft, sich zu realisieren! Die Ideen als solche - denken Sie also immer meinetwiller an die moralischen Ideen - haben nicht eine solche innere Kraft, sich zu realisieren innerhalb unserer Weltanschauung, wenn wir sie nur naturwissenschaftlich denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, die wenigsten Menschen machen sich den Zwiespalt klar, der zwischen diesen zwei Strömungen unserer Gegenwart besteht, aber er ist da, und es ist die Tatsache, daß er im Unterbewußtsein der Menschen sein Spiel treibt, viel wichtiger, als daß man sich theore­tisch darüber klar ist. Theoretisch klar ist sich nur eine Schichte der Menschen über das, was ich eben gesagt habe, und diese &#039;&#039;eine&#039;&#039; Schichte der Menschen, auf die sollte man wohl ein Auge haben im Leben der Gegenwart. Klar ausgesprochen, daß die Sache so ist, daß die ganze Welt nur naturwissenschaftlich geordnet ist und daß Ideen und Ideale nur eine Bedeutung haben deshalb, weil die Menschen nun einmal das Gefühl haben, sie müßten sich geradezu danach richten in ihrem gegenseitigen Verhalten, findet man diese Anschauung nur innerhalb der sozialistischen Theorie der Gegenwart. Die sozialistische Theorie der Gegenwart lehnt daher jede Geisteswissenschaft ab, betrachtet sogar die Spuren alter Geisteswissenschaft, die sich noch in der Juris­prudenz, in der Moral und der Theologie finden, als Vorurteile, die den Kinderjahren der Menschheitsentwickelung angehören, und sie will alles, was man Geisteswissenschaft nennen könnte, als Gesell­schaftswissenschaft aufgefaßt wissen: sie will die sozialistische Gesell­schaftswissenschaft bilden als bloß gültig für das gegenseitige Ver­halten der Menschen. Die Welt ist naturwissenschaftlich geordnet, und außer der naturwissenschaftlichen Erklärung der Welt gibt es nur noch eine Gesellschaftswissenschaft. Das ist Grundüberzeugung jedes seiner selbst bewußten Sozialisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf, wenn man solchen Dingen auf den Grund gehen will, nicht konfusen Begriffen sich hingeben. Ich weiß selbstverständlich,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kommen kann und sagen: Ja, so denken doch nicht die Sozialisten! - Aber darauf kommt es nicht an - das habe ich ja gerade in den ersten Tagen, in denen ich hier wieder vorgetragen habe, aus­geführt -, was Ideen für einen Inhalt haben, sondern durch was Ideen sich betätigen, wie sie eindringen, sich einleben. Und die sozialisti­sche Idee lebt sich dadurch ein, daß sie ablehnt jedes Reden über irgendeinen geistigen Weltinhalt, daß sie behauptet, der Weltinhalt sei nur naturwissenschaftlich geordnet und Geisteswissenschaft sei durch bloße Gesellschaftswissenschaft zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fühlt der Mensch, daß bloße Ideen und Ideale, wenn sie so gedacht werden, wie sie in der Gegenwart gedacht werden, eben wirklich nicht mehr Kraft haben, als sich in das menschiiche Gemütsleben hineinzufinden und sich dadurch zu realisieren, zu realisieren als ein Traum, den die Menschheit innerhalb der Erdenentwickelung träumt. Keine Idee, und wäre sie die schönste, die idealste, hat die Kraft, irgend etwas wachsen zu lassen, irgendwo Wärme zu erzeugen, einen Magneten zu bewegen oder dergleichen. Damit ist sie schon ver­urteilt, bloßer Traum zu sein, weil sie ja - solange man die Weltenordnung nur denkt als die Summe von elektrischen, magnetischen Kräften, von Lichtkräften, Wärmekräften und so weiter - in das Gefüge dieser Kräfte nicht eingreifen kann, insbesondere wenn man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes aufstellt, wo­nach Kraft und Stoff eine ewige Geltung haben sollen. Denn dann sind sie immer da, und dann können Ideen nirgends eingreifen, denn Kraft und Stoff haben dann ihre eigenen, ewigen Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Gesetze - das sage ich nur in Parenthese - von der Er­haltung der Kraft und des Stoffes wird ja viel Unfug getrieben. So wie man in der Literatur heute von dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, namentlich von Kraft und Energie gesprochen findet, wird es auch häufig zurückgeführt auf Julius Robert Mayer. Wer &#039;&#039;Julius Robert Mayers&#039;&#039; Schriften wirklich kennt, der weiß, daß es ebenso gescheit ist, das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes auf Julius Robert Mayer zurückzuführen, so wie es heute in der Literatur geschieht, wie wenn man etwa die Schundliteratur auf die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg zurückführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denn das, was heute in Lehrbüchern und gebräuchlichen Handbüchern als Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes fun­giert, das hat mit dem Gesetz von Julius Robert Mayer, den man für seine Tat ins Irrenhaus eingesperrt hat, nichts zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht eigentlich für den, der Geisteswissenschaft ernst nimmt, aus alledem, was ich dargestellt habe, eben die Frage: Welches Verhältnis, welcher Bezug besteht zwischen dem, was nimmer ver­einigt werden kann innerhalb der gegenwärtigen Weltanschauung: moralischem Idealismus und naturalistischem Anschauen der Welt? - Diese Frage läßt sich nicht so ohne weiteres theoretisch beantworten. Die Gegenwart wünscht vielfach theoretische Antworten, und auch diejenigen, die zur Theosophie oder Anthroposophie kommen, wün­schen manchmal am allermeisten theoretisch-dogmatische Antworten. Aber die Antworten, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­geben werden sollen, müssen Antworten der Anschauung sein. In dieser Beziehung geht es nicht, daß man gerade die Vorliebe der Gegenwart für Dogmatismen auch wiederum in die Geisteswissen­schaft hineinträgt. Die Geisteswissenschaft verlangt anderes. Die Geisteswissenschafter verlangen freilich vielfach, daß andere Dogmen aufgestellt würden, aber die Geisteswissenschaft kann ganz und gar nicht der Ansicht sein, daß bloß andere Dogmen aufgestellt werden, als sie schon aufgestellt sind, sondern daß anders gedacht und anders angeschaut werde, daß überhaupt gewisse Dinge unter ganz andern Gesichtspunkten gedacht werden. Dasjenige, was vielfach heute auch als Geisteswissenschaft, namentlich auch als Theosophie getrieben wird, das kann einem oftmals den Eindruck machen einer etwas ver­änderten Scholastik des Mittelalters. Ich will mich gar nicht gegen Scholastik wenden, denn die Scholastik hat Dinge in sich, die viel bedeutsamer sind als dasjenige, was philosophisch in der Gegenwart hervorgebracht wird. Aber der Hang vieler Menschen in der Gegen­wart ist dahingehend, nur wiederum andere Dogmen zu haben, über Gott und Unsterblichkeit und weiß Gott was, eben anders zu denken, aber eben doch nur zu denken, nicht zu Anschauungen zu kommen, die aus ganz anderem Fond heraus sind als frühere Vorstellungen. Steht man recht auf dem Boden der Geisteswissenschaft, so sagt man sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Scholastik ist über die Dreieinigkeit, über das Wesen des Menschen, über seine Unsterblichkeit, über das Christus-Problem genug spintisiert worden, wenn ich den Ausdruck jetzt gar nicht mit irgendeinem üblen Beigeschmack anwende. Denn der eigentliche Wert dieser Scholastik liegt nicht in den Dogmen, die sie aufgestellt hat, sondern in der Technik des Denkens, wie ich es einmal darge­stellt habe in meiner Schrift «Philosophie und Anthroposophie», die jetzt in einer neuen Auflage wesentlich erweitert wiederum erscheinen wird; er liegt in der Art, über die Dinge zu denken. Aber dieses Den­ken, das eignet man sich heute eigentlich besser an, wenn man zu den Scholastikern geht, als wenn man zu den vielfach konfusen Ideen, die man in der neueren Zeit theologische oder philosophische nennt, sich hinwendet. Da ist genug theoretisiert worden im Mittelalter über diese Dinge. Da hat man zum Beispiel so theoretisch mit dem Christus-Problem gerungen. Wer das Wesen dieses Ringens kennt, der kann nicht viel Geschmack abgewinnen einem etwas veränderten Scholastizieren, wie es zum Beispiel in der Theosophie vielfach getrieben worden ist, wo man halt, statt daß man früher, nicht wahr, Dreieinig­keit, Unsterblichkeit oder anderes hatte, nun wiederum physischen Leib, Ätherleib, Astralleib hat. Es ist ein anderes Theoretisieren, aber es ist im Grunde genommen qualitativ dieselbe Sache. Derjenige, der recht eingehen mag auf diese Schule des Mittelalters, der weiß, daß das gewissermaßen eine erledigte Angelegenheit ist, so vordringen zu wollen, sagen wir, zu dem Mysterium von Golgatha. Da ist heute viel wichtiger, zum Beispiel nach der Gestalt des Christus Jesus zu dringen, was versucht wird von uns hier in der Mittelpunktsgruppe des Baues, wo gesucht wird, die Gestalt des Christus Jesus wirklich wiederum zu finden. Derjenige, der sich richtig für frühere Dogmen interessiert, wird sich heute viel mehr dafür interessieren, die Ge­staltung des Christus aus dem geistigen Leben herauszuholen, weil heute die Zeit dazu da ist, dies zu tun. Im Mittelalter war die Zeit, scharfsinnig nachzudenken und scholastische Begriffe auszuspinti­sieren; heute - das habe ich ja vielfach charakterisiert - ist ein solcher Punkt der fünften nachatlantischen Zeit, wo hingelenkt werden muß die Anschauung der Menschen nach den geistigen Formen. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was früher als Gestaltung des Christus gesucht wurde, sind ja phan­tastische Gestaltungen. Ich habe über die Entwickelung der Christusgestalt ja öfter hier gesprochen. Mit den Mitteln der geistigen An­schauung wird sich die Gestalt des Christus wiederum finden lassen. So hat jede Zeit ihre besondere Aufgabe. Denn nicht darauf kommt es an, daß irgend etwas festgelegt wird, sondern darauf, daß die Mensch­heit in ihrer Entwickelung sucht und dadurch sich zu immer weiteren und weiteren Stufen ihrer Entwickelung durchringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also darauf kommt es an, daß man gewissermaßen eine Brücke finden kann da, wo die moderne Weltanschauung eine Brücke eben nicht finden kann, sondern wo, wenn sie sich selbst richtig versteht, sie notwendigerweise zum Sozialismus, das heißt zur sozialistischen Theorie kommen muß - nicht zum Sozialismus in seiner Berechti­gung; darüber habe ich ja auch schon öfter gesprochen. Diese Brücke kann man aber nur finden, wenn man den ehrlicher Willen hat, eben­so wie man in dasjenige eindringt, was zwischen der Geburt und dem Tode verläuft, auch in dasjenige einzudringen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verläuft, wenn man also nicht bloß den Willen hat, gewissermaßen die Welt hier zu analysieren, sondern wenn man den Willen hat, sich wirklich auf das Geistige einzulassen. Man redet von dem Menschen und sagt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib, Ich und so weiter. - Das ist ge­wiß berechtigt; aber es ist für den Menschen berechtigt, der hier zwischen der Geburt und dem Tode lebt. Das, was ich das vorige Mal und das vorvorige Mal hier ausgeführt habe, das kann Sie aber schon darauf hinweisen, daß man in einer ähnlichen Weise nun reden kann über den Menschen nach dem Tode, über den Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn Sie schon fragen wollen: Aus was besteht der Mensch? - so können Sie nicht bloß fragen: Aus was besteht der Mensch hier auf Erden? - und antworten: Da besteht er aus physischem, Ätherleib, Astralleib und Ich -, sondern wir müssen jetzt auch die Frage aufwerfen: Aus was besteht der Mensch, wenn er nicht auf Erden ist, sondern in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt? Wie kann man da von den Gliedern der mensch­lichen Natur reden? - Da muß man in ebenso realer Weise von den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gliedern der menschlichen Natur reden können. Und man muß sich, wenn man ganz ehrlich bei einer solchen Sache mit sich zu Rate geht, eben bewußt werden, daß jedes Zeitalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen werden sich nicht recht bewußt, daß eigentlich die Art, wie sie denken, vorstellen, selbst wie sie empfinden, ja, selbst wie sie die Außenwelt anschauen - erinnern Sie sich nur an gewisse Ausführungen, die ich in meinen «Rätseln der Philosophie» gemacht habe über den verhältnismäßig kurzen Zeitraum von sechshundert Jahren vor unserer Zeitrechnung bis zu uns -, eben nur jetzt so ist. Wir können nicht über das 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha zurückgehen mit dem Denken und dem Empfinden und dem Anschauen, das wir jetzt haben. Ich habe Ihnen das genaue Jahr angegeben: 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist die wahre Gründungszahi der Stadt Rom. Wenn man hinter dieses 8. vorchrist­liche Jahrhundert zurückgeht, dann ist die ganze Art des mensch­lichen Lebens eine andere als diejenige, die man jetzt als Seelenieben eben kennt. Da werden alle Arten, die Welt anzuschauen, anders. Da ist allerdings eine Grenzscheide, die man schon besser beobachten kann als die andere, die eigentlich auch gut zu beobachten ist, aber noch nicht für den Menschen der Gegenwart: die Grenzscheide, die im 15. Jahrhundert liegt. Das 15. Jahrhundert liegt den Menschen der Gegenwart zu nahe; da können sie sich nicht so recht in den großen Umschwung hineinversetzen, der da eingetreten ist. Im ganzen stellen sich die Menschen vor: gedacht und gesonnen hat man immer so wie jetzt, auch wenn man immer weiter zurückgeht; aber wie wenig weit geht man zurück! Nun ja, die Sache ist eben diese, daß, sobald man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht, man eine ganz andere Art zu denken hat. Und nun können wir die Frage aufwerfen: Warum hatte man denn da eine andere Art zu denken? Über diese andere Art zu denken machen sich die Menschen jetzt, wenn sie sich Vorstellungen machen, ziemlich törichte Vorstellungen, könnte man sagen. Wenn die Menschen der Gegenwart jetzt hören, wie, sagen wir, in den ägyptischen Mysterien - es waren dazumal die gesuchtesten - gelehrt worden ist, wenn sie etwas hören von der Art, wie da die Wahrheiten erörtert worden sind, da meinen sie: Nun ja, das entspricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eben der phantastischen Zeit von dazumal, da waren die Men­schen noch nicht so gescheit wie jetzt, da haben sie sich noch kindische Vorstellungen gemacht; das Richtige, das haben wir jetzt! - Es liegt besonders dem Menschen der Gegenwart nahe, so zu denken, denn er kann sich, weil er so furchtbar eingerutscht ist in diese Denk­weise der Gegenwart, nicht irgend etwas anderes dabei denken. Nehmen wir an, ein Grieche, Pythagoras zum Beispiel, sei nach Ägyp­ten gekommen und hätte dort gelernt, so wie heute irgend jemand nach einer berühmten Universität geht, um zu lernen. Aber was hat er gelernt? Ich will Ihnen etwas sagen, was der Pythagoras wirklich dort hat lernen können: Er hat dort gelernt, daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Schach gespielt hat, und bei diesem Schachspiel hat der Merkurius gewonnen. Er hat nämlich dem Monde für jeden Tag zwanzig Minuten abgewonnen, und diese zwanzig Minuten, die sind dann von den Eingeweihten zusammengezählt worden. Wieviel machen sie aus, diese zwanzig Minuten in drei­hundertsechzig Tagen? Die machen nämlich gerade fünf Tage aus. Daher hat man nicht dreihundertsechzig Tage als das Jahr gerechnet, sondern dreihundertfünfundsechzig Tage. Diese fünf Tage sind das­jenige, was der Merkur dem Monde im Spiel abgewonnen hat, und was er dann den übrigen Planeten und dem ganzen Menschenge­schlecht zu dreihundertsechzig Tagen im Jahr hinzugeschenkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, wenn man sagt, so etwas habe der Pythagoras bei den weisen Ägyptern lernen können, dann lacht jeder Mensch in der Gegenwart, ganz selbstverständlich. Dennoch ist es nur eine andere Binkleidung für eine tiefe geistige Wahrheit - wir werden davon in diesen Tagen noch sprechen -, die die Gegenwart noch gar nicht wieder entdeckt hat, die aber eine Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie könnten fragen: Warum ist dazumal ganz anders gerechnet worden? - Vergleichen Sie den Vortrag eines solchen ägyptischen Weisen, der also dem krassen Fuchs Pythagoras vorträgt: Der Mer­kur hat im Schachspiel für jeden Tag dem Monde zwanzig Minuten abgewonnen - mit einem Vortrag über moderne Astronomie, der in einem Hörsaal gehalten wird, so werden Sie besser auf den Unter­schied aufmerksam werden. Fragt man sich aber: Warum ist ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
solcher Unterschied? - dann muß man etwas tiefer hineingehen in das ganze Wesen der menschlichen Enwickelung. Denn wenn man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht - Pythagoras gehört zwar nicht dieser frühen Zeit an, aber in Ägypten haben sich die Reste einer Weisheit, die eben weit vor dem 8. vorchristlichen Jahr­hundert begründet worden ist, erhalten, da konnte man sie sich noch einprägen -, wenn in diesen alten Zeiten so gelehrt worden ist, so hat das schon seinen tiefen Grund. Es war das ganze Verhältnis des Menschen zur Welt anders angesehen worden, mußte anders in der damaligen Zeit angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte darauf hinweisen, daß ja noch verschiedene Reste alter Anschauung immer wieder und wieder atavistisch erneuert worden sind, wobei ich unter dem Wort «atavistisch» nicht irgend etwas Ab­fälliges meine und verstehe. Wer zum Beispiel ein Werk liest, wie Jakob Böhmes «De signatura rerum», der wird, wenn er ehrlich ist, eigentlich auch heute sagen: er kann nichts damit anfangen. Denn da werden ganz merkwürdige Auseinandersetzungen gegeben, die ent­weder von einem höheren Gesichtspunkte aus beurteilt werden müs­sen - dann bekommen sie einen Sinn -, oder aber die vom Stand­punkte des modern denkenden Menschen als unvernünftiges Zeug eines Laien, der ein bißchen spintisiert hat, eigentlich abgelehnt wer­den müßten. All das tolle Gerede, das vielfach getrieben wird von unreifen theosophischen Kreisen über Jakob Böhme, ist eigentlich vom Übel. Dennoch erinnert dieser Jakob Böhme von einem höheren Standpunkte aus in seinem ganzen Geistesgefüge, in der Art, wie er sich namentlich zur Analyse von gewissen Worten verhält, wenn er zum Beispiel Worte wie Sulfur zerlegt und in den zerlegten Teilen etwas sucht - wir wollen nicht auf das Materielle dabei sehen, sondern auf die Art, wie er da etwa in seinem Werke «De signatura rerum» vorgeht -, er erinnert viel mehr als irgendeine von den abstrakten Wissenschaften, die es ja nur heute in der Öffentlichkeit gibt, an einen gewissen konkreten Zusammenhang des Menschen mit der gesamten geistigen Welt. Er steht, dieser Jakob Böhme, viel mehr in dieser geistigen Welt darinnen. Und dieses Darinnenstehen in der geistigen Welt, das ist das Charakteristische für solche Denker, die vor dem 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vorchristlichen Jahrhundert, vor unserer Zeitrechnung eben Denker waren. Sie dachten nicht mit der individuellen Einzelvernunft, mit der wir heute denken. Wir denken ja alle mit der individuellen Einzelver­nunft; die dachten mehr noch mit der kosmischen Vernunft, mit der schöpferischen Vernunft, mit der Vernunft, die man, ich möchte sagen, in einzelnen ihrer Schöpfungen noch erlauschen muß wenn man auf sie kommen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es eigentlich nur noch ein Gebiet, in dem man ein klein wenig merken kann, wie ins Menschenleben noch so etwas wie die schöpferische Vernunft sich hereinergießt und hereinwirkt. Man kann noch auf einem Gebiet etwas bemerken von einem Sich-Realisieren von Ideellem; aber, ich möchte sagen, es ist nur noch ein Schatten davon da, und dieser Schatten wird zumeist auch nicht berücksichtigt. Es existieren heute eine ganze Anzahl von naturalistischen anthropo­logischen Theorien über die Entstehung der Sprache, wie sie sich entwickelt haben soll. Sie wissen, es gibt - ich habe das öfter erwähnt -zwei hauptsächliche Theorien. Man nennt die eine die Wauwau-Theorie, die andere die Bimbam-Theorie. Die Wauwau-Theorie ist mehr von kontinentalen Gelehrten vertreten, die Bimbam-Theorie ist von Max Müller vertreten. Die Wauwau-Theorie beruht darauf, daß Menschen von primitivsten Zuständen ausgegangen sind und da ihre inneren organischen Erlebnisse so herausgebellt haben wie der Hund, wenn er «wauwau» macht, und durch eine entsprechende Ent­wickelung - alles entwickelt sich ja, nicht wahr, vom Primitiven bis zum Vollkommenen - ist das Wauwau des Hundes, das heute noch beim Menschen auf seiner primitiven Stufe zu bemerken ist, zur menschlichen Sprache geworden. Wenn man alles in der Entwicke­lung verfolgt vom Wauwau bis zum heutigen Sprechen, so ähnlich, nicht wahr, wie es die Deszendenztheorie macht, Darwin oder Haeckel, beginnend mit der einfachsten Monere, also von der einfachsten Weise, von der unartikuliertesten Weise bis zu der heutigen Sprache, dann ist das eben die Wauwau-Theorie. Eine andere Theorie besagt, daß man ein gewisses Gefühl entwickeln kann der Verwandtschaft mit den Tönen der Glocke: Bimbam; man hätte jedesmal einen bestimm­ten inneren Klang, den man imitiert. Danach würde man mit dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wauwau mehr eine Evolutionstheorie verfolgen, mit der Bimbam­Theorie mehr eine Anpassungstheorie, eine Anpassung des Menschen an die innere Natur der materiellen Worte. Dann kann man ja auch geistreich die Dinge verbinden, die Bimbam-Theorie mit der Wauwau-Theorie, das ist dann etwas Vollkommeneres, dann hat man Ent­wickelung mit Anpassung verbunden. Nun ja, diese Dinge sind heute mehr oder weniger gang und gäbe. Es gibt auch solche, die über diese beiden Theorien lachen und die andere Theorien haben; aber im Prinzip sind sie eben auch nicht viel anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistig betrachtet, geistig angeschaut kann gar keine Rede davon sein, daß die Sprachentwickelung eine solche ist, wie sie eben cha­rakterisiert worden ist, sondern schon rein äußerlich zeigt das Ge­füge der Sprache, daß im Sprachbilden, im Entstehen der Sprache wirkliche Vernunft waltet. Und zwar ist es interessant, gerade an der Sprache das Walten der Vernunft festzuhalten, aus dem einfachen Grunde, weil am anschaulichsten noch in der Sprache ein ideelles Moment lebt, also dasjenige, was in der einen Strömung heute ange­schaut wird, und weil die Sprache nicht bloß an das Gemüt des Men­schen sich wendet, sondern ihre eigene Gesetzmäßigkeit hat, also das Ideelle in einer gewissen Weise sich in ihr schon realisiert, wenn auch gegenüber natürlichen Gesetzen schattenhaft. Nehmen Sie zum Bei­spiel ein Wort - ich will Sie nur auf ein paar sehr elementare Fälle auf­merksam machen -, wo Sie sehen können, wie innere Vernunft im Sprachentstehen waltet; nehmen Sie ein Wort wie: Oratio, die Rede. Es ist nun merkwürdig, wenn man solch ein Wort nimmt wie Oratio, die Rede, und dann beobachtet, was aus diesem Worte wird im Leben des Menschen nach dem Tode, so stellt sich eine merkwürdige Ähn­lichkeit ein mit dem, was als werdende Vernunft in der Entwickelung der Sprache gewirkt hat. Das gibt gewisse Sicherheiten, die man heute auf einem andern Weg kaum gewinnen kann. Auf einem andern Wege kann man höchstens Hypothesen gewinnen. Der Tote wird selten, wenigstens nachdem eine bestimmte Zeit seit dem Tode verflossen ist, das Wort Oratio noch verstehen; er wird es nicht mehr verstehen, er verliert das Verständnis dafür. Dagegen wird er immer noch verstehen eine Anschauung, eine Imagination, welche zurückführt auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das, was man ausdrücken kann durch die Worte: Os, Oris, Mund, und: Ratio, Vernunft. Der Tote löst das Wort Oratio auf in Os und Ratio. Und in der Entwickelung hat sich der umgekehrte Vorgang wirklich abgespielt: Das Wort Oratio ist wirklich entstanden durch eine Synthesis ursprünglicher Wörter, Os und Ratio. Oratio ist kein so ursprüngliches Wort wie Os, Oris und Ratio, sondern Oratio ist aus Os und Ratio gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar solcher elementarer Dinge möchte ich Ihnen anführen. Diese Dinge können am anschaulichsten noch an der lateinischen Sprache studiert werden, weil sie da am deutlichsten noch zutage treten, es sind aber die Gesetze, die dabei gefunden werden können, auch für andere Sprachen von Bedeutung. Nehmen Sie zum Beispiel drei ursprungliche Worte: Ne ego otior; das würde heißen, wenn man es als Wort nimmt: Ich bin nicht müßig. Ego otior: Ich bin müßig; ne ego otior: Ich bin nicht müßig. Diese drei Worte setzen sich durch die waltende kosmische Vernunft zusammen in Negotior, das heißt: Handel treiben. Da haben Sie drei Worte in eins zusammengefügt, und Sie sehen vernunftmäßig den Aufbau der Worte. Sie sehen Vernunft walten in der Entwickelung der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde, wie gesagt, dieses nicht so strikte behaupten, wenn nicht die merkwürdige Tatsache eintreten würde, daß der Tote das, was hier in der Welt zusammengefügt worden ist, wiederum auflöst. Der Tote löst wiederum so etwas wie das Negotior auf in: Ne ego otior, und er versteht nur diese drei Worte beziehungsweise Anschauungen, die er sich aus dieser Trinität zusammenfügt, und er vergißt dasjenige, was durch die Zusammenfügung entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes naheliegendes Beispiel ist: Unus, der eine, und Alterque, der andere; das ist zusammengezogen in das lateinische Wort Uterque, jeder von beiden. Wir könnten recht froh sein, wenn wir in den mo­dernen Sprachen ein solches Wort hätten wie Uterque, das jenen Be­griff gibt; der Franzose kann es höchstens ausdrücken, indem er bei dem oberen bleibt: l&#039;un et l&#039;autre; er hat nicht einen einzigen Begriff, um das auszudrücken. Aber Uterque drückt das viel präziser aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie einen Fall, damit Sie sehen, welches Prinzip ich eigent­lich meine. Sie alle kennen selbstverständlich das Wort «se», das französische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wort «se»: sich. Sie kennen das Wort «hors»: außer sich, heraus, könnte man auch sagen, und «tirer» - ich behalte davon nur das «tir» bei -, «tir», ziehen, sich wegziehen. Wenn Sie diese drei Dinge dann nach demselben Prinzip zusammensetzen, so bekommen Sie hier das «sortir», weggehen, was nichts anderes ist als eine Zusammenfügung von «se hors tir»; «tir» ist der Rest des Wortes «tirer». Da sehen Sie noch in einer modernen Sprache diese selbe waltende Ver­nunft darinnen. Oder nehmen Sie ein Beispiel, wo die Sache etwas dadurch kaschiert ist, daß verschiedene Sprachstufen wirken: «cœur», das Herz; «rage», das ist das Lebendige, das sich Belebende, der Enthusiasmus, der vom Herzen ausgeht; zusammengesetzt: «cou­rage». Das sind nicht irgendwelche Erfindungen, sondern das sind reale Geschehnisse, die wirklich da waren. So sind die Worte ge­bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Möglichkeit, so Worte zu bilden, sie ist heute nicht mehr da. Heute hat sich der Mensch herausgestellt aus dem lebendigen Zu­sammenhang mit der kosmischen Vernunft, und daher kann höch­stens noch in ganz sporadischen Fällen eine Möglichkeit vorhinden sein, sich heranzuwagen an die Sprache, um irgendwelche Worte aus der Sprache herauszuholen, die, wie man sagt, im Geiste der Sprache sind. Aber je weiter man zurückgeht, und namentlich je weiter man zurückgeht hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert, auch bei der griechischen, bei der lateinischen Sprache, desto mehr ist im leben­digen Leben das Prinzip tätig, daß in dieser Weise gerade Sprachent­wickelung wirkt. Und dabei bleibt immer das Bedeutsame, daß man wie auf ein Eurythmisches auf dieses hinzuweisen hat dadurch, daß man beim Toten entdeckt: Er zieht die Worte wieder auseinander, er zerlegt sie wieder in ihre Teile. Er hat mehr Empfindung, der Tote, für diese Teile der Worte, als für die ganzen Worte. Denken Sie sich konsequent die Sache durchentwickelt, so würden Sie die Worte überhaupt auseinanderkriegen in die Laute, und wenn Sie die Laute wiederum umsetzen, jetzt nicht in Luftbewegungen, sondern in Be­wegungen des ganzen Menschen, dann haben Sie die Eurythmie. Die Eurythmie ist daher etwas, was der Tote in der Tat sehr gut ver­stehen kann, wenn sie vollkommen betrieben wird. Und Sie sehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß sich solche Dinge, wie auch die Eurythmie, nicht äußerlich be­urteilen lassen, sondern daß man ihre ganze Stellung im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung nur einsehen kann, wenn man auch einzugehen vermag auf diese Gesamtentwickelung des Men­schen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ließe sich noch viel mehr sagen über das, was Eurythmie eigent­lich will, aber dazu wird sich später noch Gelegenheit bieten. Ich wollte damit zunächst einmal Sie auf ein wenn auch schattenhaftes Gebiet hinweisen, wo noch in den älteren Zeiten irn lebendigen Wir­ken der Menschen selber ein Hereinspielen des Idealen in das Reale war. Ich sagte heute im Eingange: In der heutigen Weltanschauung finden wir nicht mehr die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen zwischen dem Ideellen, Idealen, Moralischen, und zwischen dem, was in der Natur lebt. Es fehlt die Brücke. Das ist auch dem heutigen Entwickelungszyklus des Menschen ganz natürlich, daß diese Brücke fehlt. Das Ideelle schafft nicht mehr. Ich wollte Ihnen im menschlichen Gebiet selbst ein Beispiel zeigen, wenn auch, wie gesagt, ein schattenhaftes, wo in dem Menschen selbst noch ein Ideelles schafft. Denn in dem Zusam­mensetzen solcher Worte, da wirkte nicht Verabredung der Menschen oder die Überlegung einer einzelnen menschlichen Individualität oder Persönlichkeit, sondern da wirkte Vernunft, ohne daß der Mensch so richtig dabei war. Heute wollen die Menschen ja bei allem dabei sein, was sie machen: Nun, wenn so etwas Schönes, Großes, Bedeutsames gemacht werden sollte wie das hier - da sollten Sie sehen, was mit der heutigen Weisheit der Menschen herauskäme, wenn heute Sprache gebildet werden sollte! Aber gerade in den Zeiten, in denen der Mensch noch nicht so bei sich war, sind diese großartigen, weisen, be­deutsamen Dinge in der Menschheit geschehen, und sie sind so ge­schehen, daß in diesem Geschehen noch ein nahes Zusammensein von Ideellem und von Realem ineinanderwirkte, nämlich ideellem, also vernünftigem Werden, und realem Bewegen der Luft durch die menschlichen Atmungsorgane. Heute können wir nicht zwischen der moralischen Idee und meinetwillen der elektrischen Kraft eine Brücke bauen; aber hier ist eine Brücke gebaut zwischen etwas Geschehendem und etwas Vernünftigem. Das führt uns natürlich nicht dazu - ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
werde das morgen weiter ausführen -, dieselbe Brücke zu bauen; sie muß heute in ganz anderer Weise gebaut werden. Aber Sie können daraus sehen, daß die Menschheit zu dem heutigen Zustande vorge­schritten ist von einem andern Zustande: von einem Drinnenstehen in einem lebendigen Weben, das nahe war dem, was in einer gewissen Weise umgekehrt Post mortem, also nach dem Tode der Menschen sich vollzieht. Der Mensch muß heute nach dem Tode, um sein Fort­kommen zu finden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das wieder auseinandernehmen, was durch Kräfte - wir werden morgen noch davon sprechen - so zusammengefügt worden ist, daß man die­ses Zusammenfügen noch deutlich sehen kann, wenn man in die älteren Stufen des Sprachbildens zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Dinge, Dinge, die man wirklich ins Auge fassen muß, wenn man den Blick darauf wendet: Wie soll sich - wir haben ja darüber oft gesprochen, daß dies von uns ins Auge gefaßt werden muß - in das ganze Gefüge des gegenwärtigen Geisteslebens hinein­stellen dasjenige, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­funden werden kann? - Und wenn man immer wieder spricht von der Wichtigkeit dieses Hineinstellens der Geisteswissenschaft in die ganze Entwickelung, so muß man schon auch auf diesem Gebiete konkret denken. In diesen Vorträgen möchte ich jetzt einiges beitragen zu diesem konkreten Denken. Wenn es einmal sein könnte, daß Geistes­wissenschaft getragen würde von einer gewissen Bewegung in der Gegenwart, von einer Menschenbewegung, dann würde auf allen Gebieten diese Geisteswissenschaft befruchtend wirken können. Aber es müßte natürlich vor allen Dingen der Wille vorhanden sein, auf solche Subtilitäten auch einzugehen, wie sie hier oftmals betont wer­den. Denn auf diese Subtilitäten, die sich immer beziehen auf das Ver­hältnis unserer Geisteswissenschaft zur gegenwärtigen Geisteskultur, müssen wir das begründen, was wir nennen können unser eigenes Uns­ Hineinstellen in die Geistesbewegung der Gegenwart mit der Geistes­wissenschaft. Es ist wirklich so, daß die traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart den Menschen aufmerksam machen soll­ten, daß alte Weltanschauungen Bankrott gemacht haben. An der Geisteswissenschaft allein nicht, aber an ihrer Beziehung zu diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
alten Weltanschauungen könnte man sehen, was zu geschehen hat, damit wir aus dem Bankrott der gegenwärtigen Zeit hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu wäre freilich notwendig, daß man endlich einginge auf die Intentionen, welche ich ja oftmals gerade als diejenigen der geisteswissenschaftlichen Bewegung ausgesprochen habe. Es wäre wirklich notwendig, einzusehen, welches die Gründe sind, warum zum Bei­spiel auf der einen Seite es innerhalb gewisser Kreise so fruchtbar ge­worden ist, hier am Bau zu wirken, und warum andere Bestrebungen der Anthroposophischen Gesellschaft gewissermaßen ebenso un­fruchtbar geblieben sind; warum, wenn man absieht von dem, was sie wirklich geleistet hat, nämlich daß sie den Dornacher Bau in die Welt setzt, die Gesellschaft doch vielfach versagt. Ein solches Leisten auf der einen Seite bedingt immer, wenn es nicht oftmals das Gegen­teil wachrufen soll, daß manches andere geschieht. Es wäre notwendig, daß auch auf andern Gebieten die Anthroposophische Gesellschaft nicht versagte, wie sie vollständig versagt hat in den Jahren, in denen sie besteht. Dieses Versagen, das brauchte man nicht immer wieder und wiederum zu betonen, wenn viel stärker die Meinung verbreitet wäre, daß man nachdenken muß, warum die Anthroposophische Gesellschaft in bezug auf so vieles andere versagt. Wenn man gründ­licher nachdenken würde, so würde man erkennen, worauf es zum Beispiel beruht, daß draußen in der Welt immer wieder und wiederum die Meinung sich verbreitet, ich führte die Anthroposophische Ge­sellschaft nur so am Gängelbande und gäbe alles an; während es kaum eine Gesellschaft in der Welt gibt, wo weniger dasjenige geschieht, was ein sogenannter Führer will, als in der Anthroposophischen Ge­sellschaft! Es geschieht ja in der Regel das Gegenteil von dem, was ich eigentlich beabsichtige. Also, nicht wahr, gerade an der Anthro­posophischen Gesellschaft kann es sich zeigen, wie im Praktischen eine Wirklichkeit weit ab ist auch von ihren sogenannten Idealen. Aber man muß dann auch den Willen haben, sich auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen. In einer Gesellschaft gibt es selbstverständ­lich Persönliches; aber man muß dieses Persönliche auch als Per­sönliches auffassen. Wenn irgendwo in einem Zweige sich die Leute streiten aus rein persönlichen Gründen, so soll man da nicht aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|141}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß Schwarz machen, oder aus Schwarz Weiß machen, sondern man soll ruhig zugestehen: Wir haben persönliche Gründe, wir mögen den und den nicht aus persönlichen Gründen. - Dann ist man bei der Wahrheit; man braucht ja nicht die Wirklichkeit in Ideale zu ver­kehren. So wäre es notwendig, daß, während auf der einen Seite mein Bestreben dahin geht, alles Geisteswissenschaftliche aus dem Sek­tiererischen herauszuheben, alles Sektiererische abzustreifen, die An­throposophische Gesellschaft immer mehr und mehr in das Sek­tiererische hineinplumpst und eine gewisse Liebe gerade für das Sektiererische hat. Wenn irgendwo das Bestreben besteht, aus dem Sektiererischen herauszukommen, so haßt man gerade hier dieses Herauskommenwollen aus dem Sektiererischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte natürlich nicht irgend jemanden tadeln, möchte auch nicht undankbar sein gegen die schönen Bestrebungen, die da und dort überall sind, ich erkenne alles voll an, aber es ist notwendig, daß man über manche Dinge ein wenig nachdenkt, sonst werden sich im­mer wieder und wiederum die Dinge finden, von denen mir auch in diesen Tagen wiederum erzähit worden ist. Nicht wahr, es ist auch da das Persönliche mit der Sache schon innig verquickt. Wenn jetzt in einem Lande wiederum irgendein Unheil auftaucht, so ist wiederum die Konstitution gerade der Anthroposophischen Gesellschaft so, daß, ich möchte sagen, die Gesellschaft die Sensation hat, sich wie­derum ein bißchen zu zanken, und aus diesem ganzen Zank kommt ja das heraus, daß ich selbst persönlich in der wüstesten Weise beschimpft werde. Ja, wenn sich das immer wieder und wieder wiederholt, so kommen wir nicht weiter. Wenn ich immer in der wüstesten Weise beschimpft werde, weil die andern zanken und ich ausgespielt werde, wenn es immer wiederum darauf hinauskommt, daß ich ausgespielt werde, so kann ich natürlich nicht mehr die anthroposophische Be­wegung in der Welt halten. Es wäre möglich, in positiver Weise bloß zu wirken, wenn man sich mehr auf das Positive verlegen wollte, das ich ja genügend immer wieder andeute. Es wäre möglich, solche Dinge hintanzuhalten, die zumeist auf furchtbar inferioren Dingen beruhen. Aber man hat in vielen Kreisen viel mehr Lust, zu zanken, viel mehr Lust, namentlich auch zum Dogmenstreit, aus dem sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dann oftmals persönliche Zänkereien herausentwickeln. Und dann wird es so, daß das Schimpfen sich gewöhnlich auf mich ablenkt - was mich ja persönlich höchst kühl läßt, aber die Bewegung kann nicht weiterbestehen, wenn es so weitergehen soll. Es ist nicht so, daß ich in diesem Fall tadle, was die Freunde in einem solchen Falle getan haben, aber ich mache darauf aufmerksam, daß sie etwas anderes nicht getan haben, was mir nicht zukommt, gerade in plumper Weise anzudeuten, wodurch aber in viel sicherer Weise verhindert würde dasjenige, was fortwährend geschieht, als auf die Weise, wie es fort­während versucht wird. Heute steht es schon so, daß man sagen kann: Wir haben Zyklen nur abgegeben an Mitglieder der Gesellschaft, und ich weiß, wie ich selber oftmals sonderbar von dem oder jenem aus der Gesellschaft angesprochen werde, wenn ich viel liberaler bin, als fernerstehende Mitglieder oftmals in der Abgabe von Zyklen sein wollen. Ja, schlimmer hätte es dem, was durch die Zyklen in die Welt gesetzt worden ist, durch Außenstehende niemals ergehen können, als es durch Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ge­schehen ist! Das muß man auch in Betracht ziehen. Wir sind heute schon durchaus so weit, daß die Zyklen in einer Weise mißbraucht werden durch Mitglieder, durch abgefallene Mitglieder der Anthro­posophischen Gesellschaft, daß es eigentlich sehr bald nahe daran sein kann, daß man sagt: Wir machen gar keine Grenze mehr, wir ver­kaufen die Zyklen an jeden, der sie haben will. - Es kann nicht viel schlechter werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage nicht, daß es morgen schon geschehen soll, aber ich deute nur an, daß die Gesellschaft so gar nicht als Gesellschaft wirkt - immer außer dem Bau und außer einzelnen Kreisen -, daß sie gar nicht eigent­lich das macht, was sonst eine Gesellschaft macht. Damit ist die Ge­sellschaft gar keine Hilfe; sie ist gar nicht dasjenige, was eine Bewe­gung ergeben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist es so klar, daß ich niemanden persönlich meinen kann, daß ich ganz unbefangen dieses hier besprechen kann, aus dem einfachen Grunde, weil hier ja gerade die Stätte ist, wo eben fruchtbar aus der Gesellschaft heraus geschafft wird, nämlich am Bau. Der ist schon eine wirkliche Sache, die aus der Gesellschaft heraus entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|143}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und würden andere Dinge, die viel billiger sein könnten als der Bau, aus einem solchen Gesellschaftsgeiste heraus arbeiten, wie die Arbei­ter an unserem Bau, dann würde aus der Anthroposophischen Ge­sellschaft ungeheuer Segensreiches ersprießen können. Aber man muß dann das Weiße weiß und das Schwarze schwarz nennen. Man muß wirklich auch sagen, da wo persönliche Dinge vorliegen: das sind persönliche Dinge - und sie nicht in einen hohen Idealismus heraufschrauben; sonst wird man eben nachdenken müssen, was an die Stelle der Anthroposophischen Gesellschaft gesetzt werden muß. Eine Gesellschaft würde dann ja nicht an die Stelle gesetzt werden können, denn es würde ja wiederum dieselbe Misere sein! Nicht wahr, es kann nicht die Gesellschaft bloß ein Mittel sein, daß man sich herumbalgen sollte mit allen möglichen inferioren Persönlichkeiten. Aber sie ist ein Mittel geworden, das einen zwingt, immer wieder Rücksicht zu nehmen auf alles mögliche inferiore Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich will Sie heute nicht länger langweilen mit der Sache, son­dern ich wollte sie nur, nachdem die Zeit abgelaufen war, noch an­fügen. Ich habe den Vortrag vorher zu Ende geführt; solche Sachen sage ich nur, wenn die Vortragszeit abgelaufen ist, hinterher als An­satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|144}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde die Betrachtungen, die wir jetzt hier pflegen, so anlegen müssen, daß ich heute die gestern gemachten Auseinandersetzungen erweiternd vorbringe, um dann morgen zu einem gewissen vorläufigen kleinen Abschluß zu kommen. Daher wird das Heutige mehr eine Episode zu bedeuten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat in der Gegenwart ja sehr, sehr viel Veranlassung, auch aus den Zeitereignissen heraus, über dies oder jenes nachzudenken, wenn man nicht die Absicht hat, die wichtigsten Impulse unserer Zeit zu verschlafen. Besonders auffällig in der Gegenwart und, ich möchte sagen, Fragen herausfordernd ist ja die Erscheinung, die Ihnen doch wohl hinlänglich bekannt ist, daß im weitesten Sinne in dieser Gegen­wart die ungeheuerste Unwahrhaftigkeit Platz gegriffen hat, daß ge­rade da, wo Umfassendes heute spielt, Unwahrhaftigkeit vorhanden ist. Solche Dinge, wie das Auftreten von so wirksamer, so einschnei­dender Unwahrhaftigkeit veranlaßt dann auch, über allerlei damit Zusammenhängendes geisteswissenschaftlich nachzuforschen. Und da, kann man sagen, tritt einem oftmals ganz besonders die Tatsache entgegen, die ich auch hier schon öfter berührt habe, daß das, was zumeist als Geschichte der Menschheit mitgeteilt wird, eine Art Fable convenue ist. Dabei handelt es sich nicht so sehr darum, daß Tat­sachen, die mitgeteilt werden, etwa nicht bis zu einem gewissen Grade für richtig zu halten wären; aber andere Tatsachen - Sie erinnern sich, ich habe letzthin hier auseinandergesetzt, wie tiefstgehende Einflüsse eines Menschen aus der römischen Geschichte einfach gestrichen worden sind , sie werden einfach getilgt. Ungeheures an Tatsachen hat ja die Kirche aus der Geschichte ausgetilgt, weil der Kirche daran gelegen war, daß gewisse Tatsachen nicht zur Kenntnis der Menschen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir gestern wiederum von einem Gesichtspunkte aus über die Zeit gesprochen, welche die [[a:griechisch-lateinische Kulturperiode|griechisch-lateinische Kulturperiode]] einleitete, über den wichtigen Zeitabschnitt im 8. vorchrist­lichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahrhundert. Es ist ja eine Zeit, aus der heraus nicht mehr viel die historischen Überlieferungen sprechen. Die historischen Über­lieferungen werden da schon sehr, sehr unsicher, aber es glänzt aus dem Beginne dieser Zeitepoche heraus eine Persönlichkeit, die sehr, sehr vielen Leuten Betrachtungen der verschiedensten Art abge­rungen hat. Es glänzt da aus der Entstehungszeit, also nach dem 8. vor­christlichen Jahrhunderte, der Name des Pythagoras heraus, der Name auch der Pythagoräischen Schule. Und ich habe ja gestern darauf hin­gewiesen, was aus den Überbleibseln der alten ägyptischen Mysterien­wahrheiten Pythagoras hat empfangen können, welcher Art diese Dinge waren, die Pythagoras hat empfangen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es nicht nur interessant, das zu betrachten, was Pythagoras und seine Schüler gesagt und getan haben, was ja sehr einschneidend war, denn sie haben nicht nur eine Lehrtätigkeit entwickelt, sondern eine weitgehende politische Tätigkeit. Was Pythagoras und seine Schüler getan haben, ist interessant, aber außerdem ist es bedeutsam, die Welt zu betrachten, die gewissermaßen dieses pythagoräische Treiben umgibt, die Welt, aus der dann auch das spätere Griechentum herausgewachsen ist, das ja schon einen gewissen Einfluß aufgenom­men hat auch desjenigen, was man, von besonderem Glänze erhellt, bei Pythagoras findet. Wenn man im 7., 6., 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung das Leben nimmt, aus dem dann das spätere griechisch-lateinische herausgewachsen ist, wenn man dieses Leben nimmt auf der griechischen Halbinsel und den angrenzenden Ländern und der italienischen Halbinsel, so fällt einem dann, wenn man die Dinge nicht der geschichtlichen Fable convenue nach betrachtet, sondern wenn man sie betrachtet im Lichte der Wahrheit - dazu muß immer die geisteswissenschaftliche Forschung dann ihre Beiträge geben -, be­sonders auf, daß eine Eigenschaft der Menschheit über dieses Leben sehr verbreitet war. Es wurde nämlich kaum zu irgendeiner Zeit so viel gelogen als zu dieser Zeit über die Mittelmeerländer hin. Das Lügen, das die Unwahrheitsagen den andern Menschen, das war eine ganz auffällige charakteristische Erscheinung alles desjenigen Lebens, aus dem dann das spätere Griechentum und Römertum hervorge­wachsen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich in solchen Dingen keinen Täuschungen hingeben. Alles dasjenige, was man als die gewaltige Schönheit, als die bewun­derungswürdige Summe von Phantasieschöpfungen Griechenlands, was man als die großartigste Summe von Abstraktionen, die es je in der Welt gegeben hat, im Römertum sich entwickeln sieht, das alles wächst heraus, so wie die Pflanzenwelt aus dem Dünger herauswächst, aus einem Boden, der über die Mittelmeerländer ausgedehnt ist, aus einem Boden, den Menschen bewohnen, die ganz erfüllt sind von der Sucht, von der Leidenschaft des Lügens. Das ist etwas, was von der Geschichte weniger betont wird, was aber verstanden werden muß, wenn man richtig hineinsehen will in die untergehende [[a:dritte nachatlantische Kulturzeit|dritte nachatlantische Kulturzeit]]. Wir haben es ja, indem wir von den früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden zum 8. vorchristlichen Jahrhundert heraufkommen, mit dem untergehenden dritten nachatlantischen Kul­turzeitraum zu tun. Und die Menschen, die damals die Kulturträger waren des dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, des untergehen­den dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, die waren im wesent­lichen große Lügner. Das ist gleichzeitig diejenige Epoche, in welcher sich ganz besonders entwickelt jene Fähigkeit, von der ich Ihnen gestern gesprochen habe und die so außerordentlich interessant ist: jene Fähigkeit, aus dem Kosmischen der Vernunft heraus die Sprache zu bilden. Und es war das größte Talent eben dazumal vorhanden -neben solchen Dingen, wie ich sie gestern auseinandergesetzt habe -in der großen Sucht, zu lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sich in diesen Dingen ebensowenig einer Täuschung hingeben, wenn man die Wirklichkeit betrachten will, wie man sich einer Täuschung darüber hingeben darf, daß das Veilchen, das im Frühling blüht, wiederum vergeht und die Kräfte des Vergänglichen, während es schön und herrlich blüht, schon in sich trägt. Da hat man bei dem Veilchen gewissermaßen nacheinander Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Im Menschenleben, namentlich im großen Mensch­heitsieben, hat man das sehr, sehr häufig auch zeitlich nebeneinander, und man begreift nicht die Wirklichkeit, wenn man nicht die Notwen­digkeit begreift, daß solche Dinge nebeneinander sich bilden: Evo­lution und Devolution, die Möglichkeit, aufbauend zu wirken, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zum Beispiel eben in der Sprachbildung, und gleichzeitig jene ver­heerende Wirkung, welche auf das Geistesleben das Lügen ausübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen die Kehrseite desjenigen, was ich Ihnen gestern auseinandergesetzt habe. Es gibt auch eine Lichtseite. Diese Lichtseite ist noch geisteswissenschaftlicherer Natur. Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß es ja nicht möglich wäre, heute mit einer solchen Sicherheit über diese Dinge der Sprachbildung, die wir gestern besprochen haben, zu reden, wenn nicht das Leben des Menschen nach dem Tode einem den deutlichen Beweis davon geben würde, indem dasjenige, was hier im Leben zum Beispiel aus einzelnen Wortatomen oder Wortteilen zusammengesetzt wird an Worten, wiederum gelöst wird. Und dieses Lösen von Worten, dieses Zer­stäuben von Worten, das ist etwas, das im Leben der Toten eine be­deutsame Rolle spielt. Gewissermaßen lebt der Tote von diesem Zer­stäuben der Worte. Und der Tote hat das entschiedenste Gefühl, daß er in seinem Leben, also vor seinem Tode, von der geistigen Welt, in der er sich nach seinem Tode befindet, dadurch abgeschlossen war, daß er aus Lauten, aus Buchstaben zusammengesetzte Worte gebildet hat. Der Tote hat das Gefühl, daß die Sprache gewissermaßen ein Teppich ist, der sich im Leben vor die geistige Welt hingelegt hat. Und in dem Aufdröseln dieses Teppichs, in dem Auflösen der Worte hat er das Gefühl, daß er nun wiederum in die geistige Welt eintritt. Daher ist es eine der Eigenschaften des Toten, die Menschenworte, die der Betreffende kennengelernt hat innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod, aufzulösen, zu zerpflücken, in ihre Bestandteile aufzu­lösen. Der Tote hat zum Beispiel ein ganz feierliches, großes Gefühl, wenn es ihm gelingt, ein gewisses Verständnis sich durch solche Auf­lösung zu erwerben. Ich habe Ihnen öfter davon gesprochen, daß der Moment des Todes ja in einer gewissen Beziehung etwas Schreck­haftes ist für das Leben hier im physischen Leibe. Die Menschen wenden ja auch gerne ihr Antlitz von dem Tode ab. Nach dem Tode ist der Anblick des Todes immer da - ich habe das öfters schon be­tont -, aber er bedeutet dann nichts Furchtbares; sondern indem der Mensch hinblickt auf seinen eigenen Tod von der andern Seite des Lebens aus, ist in diesem Anblick immer die Gewißheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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vorhanden, daß er ein Ich ist und ein Ich bleibt. Das habe ich ja öfter betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun handelt es sich für den Toten darum, dasjenige zu ver­stehen, was sich ihm im Anblick des Todes von der andern Seite des Lebens aus offenbart. Dieses versteht er dadurch immer besser und besser, daß er, je nachdem er diese oder jene Sprache gesprochen hat, diese oder jene Worte auflöst. Die alten Hebräer und mit einer ge­wissen Ähnlichkeit noch die Römer, haben ja ihren sogenannten ge­heiligten Namen, den unaussprechlichen Namen des Gottes, Jahve. Dieser unaussprechliche Name bestand ja für die Hebräer in einer gewissen Zusammenfügung der von uns als fünf Vokzle empfundenen Laute, die verbunden gedacht wurden während des physischen Le­bens. Noch in dem römischen Jovis, Jupiter, ist ja nur eine andere Form des Jahvenamens verdeckt enthalten; er ist im Grunde in bezug auf die fünf Vokale in einer gewissen Weise verbunden in dem Jovis. In der Auflösung desjenigen, was hier verbunden war in diesem Gottesnamen, lebte der Tote, und indem er die Vokale, die zusammen­gesetzt waren im Leben, auflöste, enthüllte sich ihm auch zugleich der Sinn, könnte man sagen, des Todes. Die Enthüllung dieses Sinnes des Todes, die muß man nur versuchen, in der richtigen Weise wenig­stens zu ahnen. Man muß verstehen, daß sich dem Toten enthüllt dieser Sinn des Todes durch die Auflösung des heiligen Namens in seine Bestandteile, die dann verklingen und verklingend forttönen in der Welt. Die Auflösung dieses heiligen Namens ist verknüpft mit dem Verständnis der Vergeistigung des Todes. Es ist das ein Begriff, den man außerordentlich schwer schildern kann. Der Tod, von der andern Seite angesehen, kann Vergeistigung genannt werden. Indem der Tod von der andern Seite angeblickt wird, ist dieser Anblick ver­knüpft mit der Entstehung von Geistigem. Und in dem Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zer­fall heraus, den der Tod bedeutet. Zerfall ist da zu gleicher Zeit Ge­burt des Geistigen, Entstehung des Geistigen. Während man den Zerfall in unsympathischer Weise als etwas Unschönes empfindet wie jede Zerstörung, enthüllt sich von der andern Seite gesehen diese Zerstörung als ein Aufleuchten des Geistigen, das dann verstanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird in dem Verklingen. Es ist, als ob das heilige Wort weit hinaus­klänge, hinausstrahlte, und im Hinausstrahien sich eben in seine vo­kalischen Bestandteile auflöste, die dann hörbar sind wie aus der Peripherie der Welt herein, und dann hörbar machen den Sinn des Todes, den Geistsinn des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schon wird Sie darauf hinleiten, daß es berechtigt ist, geradeso wie man von Gliedern der Menschennatur spricht hier im Leben, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, zu sprechen von den Gliedern der Menschennatur, die diese Menschennatur zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt hat. Denn indem ich Ihnen gewissermaßen die zentrale Erscheinung, die der Mensch fortwäh­rend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat, diese Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes selbst, hingestellt habe, muß die Frage entstehen: Wie sieht denn eigentlich diese Welt aus, die da nach dem Tod für die Menschen sich enthüllen soll? - Das kann man aber nicht anders fassen, als indem man die Natur und Wesenheit des Menschen selbst etwas kennenlernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wollen wir heute zunächst einmal versuchen, den Toten eben­so zu beschreiben, wie man sonst den Lebenden beschreibt. Da kann man zunächst anfangen mit demjenigen Gliede des toten Menschen, welches noch viel Zusammenhang - nicht Verwandtschaft, aber Zu­sammenhang - hat mit dem, was der Mensch hier durchlebt zwischen der Geburt und dem Tode. Da hat man es also dann mit dem ersten Gliede der Menschennatur zu tun, das man auch das Ich nennen kann, wie man gewissermaßen für hier das zunächst höchste Glied der Menschennatur zwischen Geburt und Tod nennt. Wir sehen jetzt da­von ab, daß es zunächst, unmittelbar nach dem Tode, noch die Hülle des Ätherleibes hat, der dann abgelöst wird, und noch die Hülle des Astralleibes hat, die auch im Laufe der Zeit abgelöst wird; das sind Bestandteile, die gewissermaßen nicht dazugehören. Wenn man von dem toten Menschen spricht, so ist als ureigenes Glied dieses toten Menschen doch zunächst nur anzuerkennen das Ich. Ich sagte, es ist ein Zusammenhang mit dem Ich des Erdenlebens, nicht aber eine eigentliche Verwandtschaft; denn in der Tat stellt sich dieses Ich nach dem Tode in einer ganz andern Weise dar, als das Ich erlebt wird zwischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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der Geburt und dem Tode. Zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich gewissermaßen etwas Flüssiges, etwas, was in sich die Kraft fühlt, jeden Tag anders zu werden. Denken Sie nur, wie schrecklich es im leiblichen Leben zwischen Geburt und Tod wäre, wenn Sie nicht imstande wären, den Gedanken zu fassen: Ich habe gestern irgend etwas Schlimmes getan, aber ich kann das wiederum ausbes­sern, ich kann dafür etwas Gutes tun. - Oder wenn Sie, noch jünger, sagen müßten: Ich habe wenig gelernt, aber ich kann nichts dazu­lernen. - In keinem Momente des Lebens zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich etwas so Festes, daß es nicht gewissermaßen durch seine eigene Willenskraft von innen heraus geändert werden könnte. Dasjenige, was Sie erleben als Ich nach dem Tode, das ist etwas Festgewordenes, das hat gewisse Eigenschaften angenommen, die nun nicht unmittelbar geändert werden können; das bleibt so, wie es ist. Die Umwandlung des im Leben zwischen Geburt und Tod fortdauernd flüssigen Ich in ein festes Gebilde, in dem nichts sich ändern kann, das so bleibt, wie es sich im Leben geformt hat, das ist das Wesentliche, das festgehalten werden muß zum Verständnis dieses Ich nach dem Tode. Von einer Entwickelung, von der wir ja sprechen müssen für das Ich zwischen Geburt und Tod, kann nach dem Tode nicht die Rede sein. Nach dem Tode ist das Ich gewissermaßen ein festes Geistgebilde, das herausentspringt aus dem Anblick des Todes selber, und es kann nichts an diesem Ich geändert werden. Man könnte sagen, wenn man diese Sache mehr oder weniger banal aussprechen wollte: Der Mensch ist verurteilt, nach dem Tode alle Einzelheiten seines Lebens wie etwas Festes anzusehen. Wie Sie, wenn Sie über einen Acker hinsehen, die nahen Pflanzungen und die fernen Pflan­zungen nebeneinander sehen, und wie Sie dadrinnen nichts Flüssiges, sondern ein festes, ausgedehntes, zunächst bleibendes Gebilde sehen, so übersehen Sie die ganze Strecke Ihres Lebenslaufes, aber so, daß nicht immer, wie es im Leben des physischen Leibes ist, das Vordere durch das Hintere ausgelöscht wird, sondern Sie übersehen es als ein bleibendes konkretes Feld, in dem Sie durch den bloßen Anblick zunächst nichts ändern können. Es wäre auch schlimm für den Toten, wenn das nicht so wäre; denn sein Blick, der Blick des Toten ist eigentlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zunächst hauptsächlich in Anspruch genommen von diesem Ich. Er ist wie hineingebannt in dieses Ich. Und würde dieses Ich ver­schwinden, so würde es für den Toten ebenso sein, als wenn für den Lebenden die umliegende Welt der Sinne verschwinden würde. Der einzelne Mensch in seinem Ich ist tatsächlich für sich selbst, wenn ich mich so ausdrücken darf, so wichtig - damit sprechen wir aber eine bedeutsame Wahrheit aus - wie die ganze Sinnenwelt, die wir als Menschen gemeinsam haben, für den Menschen hier im physischen Leben ist. Ein ungeheurer Abgrund täte sich auf, der Abgrund des Nichts geradezu, wenn wir nach dem Tode nicht imstande wären, das erstarrte Ich, das aus dem flüssigen Zustande erstarrte Ich im An­blick zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als zweites haben wir eine Art von Geistwesen, das wir in Analogie mit dem, was wir schon kennen, auch Geistselbst nennen können. Als zweites Glied also der menschlichen Wesenheit nach dem Tode haben wir eine Art Geistwesenheit. Diese Geistwesenheit wird dem Men­schen hauptsächlich so bewußt, daß ihm dieses Bewußtsein des Geistselbst wie von innen aufgeht. Während das Ich eine Art äußeren An­blick darbietet, geht das Bewußtsein dieses Geistselbst von innen heraus auf. Und in demselben Maße, in dem man fühlt: Dieses Geistselbst belebt sich -, in demselben Maße treten herauf aus dem Be­wußtsein, so daß man weiß, sie sind da, die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Ich nenne dieses also: «das Geistselbst» - ich muß es ge­nau so definieren, wie ich es jetzt auf die Tafel schreibe, sonst würde ich Ihnen etwas Ungenaues schreiben - «gerichtet durch die Hierar­chien auf das Ich».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt geschrieben habe, gibt ungefähr den Tatbestand ganz richtig. Sie haben das Gefühl: Da ist ein Wesen aus der Hierar­chie der Angeloi, aus der Hierarchie der Exusiai, das richtet jetzt den Blick auf Ihr Ich. Indem Sie Ihren Blick auf das Ich richten, das eine Mal durch irgendein Wesen einer Hierarchie, das andere Mal dadurch, daß Sie wissen, jetzt ist Ihr Blick auf das Ich durch ein Wesen der andern Hierarchie gerichtet, lernen Sie diese Hierarchie innerhalb des Wirkens Ihres Geistselbst kennen. Also in Ihrer eigenen Betätigung lernen Sie die Hierarchien kennen. Sie fangen an, durch Ihr Geistselbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in Gesellschaft der Hierarchien zu befinden. Und während Sie, bevor dieses Geistselbst aufleuchtet, noch das Gefühl haben, nur Sie selbst beschäftigen sich damit, den Blick hinzurichten auf das eigene Ich, bekommen Sie immer deutlicher das Gefühl, daß sich immer mehr und mehr Wesenheiten der höheren Hierarchien um Sie kümmern und sich hineinmischen in Ihr Schauen, Ihre Blicke lenken. Sie fühlen sich, indem Sie Ihre höhere Sinnestätigkeit entwickeln , durch das Geistselbst immer mehr und mehr so, daß in dieser Sinnestätigkeit mittätig sind die Wesen der höheren Hierarchien. Was un­erträglich wäre für den Menschen der Sinneswelt hier, das wird ge­radezu das Lebenselement für den Menschen im Zustande nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal, Sie stünden hier am Fenster und schauten hinaus und sollten die Umgebung betrachten. Einer von Ihnen stellte sich dahin und wollte die Umgebung betrachten, und der erste, der hier sitzt, geht hin, dreht Ihnen den Kopf nach der einen Seite, damit Sie irgend etwas betrachten nach jener Richtung; ein zweiter geht hin, dreht Ihnen den Kopf ein bißchen hinauf, damit Sie etwas anderes betrachten; ein dritter wiederum ein bißchen herum, damit Sie wieder etwas anderes betrachten, und so würde die ganze Gesellschaft, die hier sitzt, von hinten Ihnen sich nähern, und Sie würden nur dadurch den Aspekt Ihrer Umgebung draußen haben, daß dasjenige, was hier herinnen sitzt, Ihnen den Kopf fortwährend darnach hinrichtet. Denken Sie das jetzt nicht von außen angesehen, sondern als inneres Erlebnis, als inneres Empfinden, dann haben Sie aber etwas, was recht analog ist diesem Erleben, das Sie als Ihr Geistselbst haben. Sie leben sich in das Leben der höheren Hierarchien dadurch immer mehr hinein, daß diese höheren Hierarchien in Ihre Blickrichtung hineinkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Auflösen der Worte, von dem wir schon gesprochen haben, wirken schon die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das ist eine Seite desjenigen, was da erlebt wird. Aber es ist ja die fortdauernde Bereicherung des Lebens, die dadurch entsteht, daß man nach und nach immer mehr und mehr mit den Hierarchien bekannt wird. Und in einer ganz ähnlichen Weise wird man bekannt mit den Wesenheiten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit denen man irgendwie karmisch vor dem Tode verbunden war. Und da fühlt man, daß man gewissermaßen geleitet und gelenkt wird. Das ist dasjenige, was gesagt werden kann über das zweite Glied der menschlichen Wesenheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Glied ist etwas, was zunächst vielleicht auf das Ver­ständnis des Menschen etwas schockierend wirken könnte. Man fühlt sich nach und nach, indem man sich in dieses Leben nach dem Tode hineinlebt, durchsetzt von einer gewissen Kraft, ich könnte vielleicht sagen, von einem Kräftezusammenhang. Indem man zuerst gefühlt hat, die Hierarchien kommen heran und leiten einen bei der übersinnlichen Sinnestätigkeit - wenn ich den Ausdruck bilden darf -, fühlt man nach und nach: diese Hierarchien durchträufeln einen mit Kraft, geben einem Kraft. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von dieser Kraft, welche die Hierarchien mit einfließen lassen, indem sie sich in einen hineinsetzen, indem sie ihr Wesen in einen hineinträufeln. Diese Kraft fühlt man allmählich. Man fühlt, daß man durch die Hierarchien nicht nur hingelenkt wird auf das oder jenes, sondern man fühlt, daß man durch diese Tätigkeit der Hierarchien, die zunächst auftritt wie eine das Schauen vermittelnde Tätigkeit, selbst innerlich krafterfüllt wird. Man fühlt die Kräfte des Kosmos, wirklich des Kosmos in sich einströmen wie belebende Säfte. Aber nun, was das Schockierende ist, das ist, daß die Kräfte, die man jetzt in sich einströmen fühlt, von einer ganz eigentümlichen Art sind. Es sind Kräfte, welche zunächst durchaus nicht fördernd, sondern auflösend, vernichtend sind für das, was man hier in der physischen Welt Leben nennt. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von kosmischer, todbringender Weltenkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, solche merkwürdigen Vorstellungen in sich aufzu­nehmen, weil nur dadurch die geistige Welt wirklich begriffen werden kann. Denken Sie sich einmal eben in Ihrer geistig-seelischen Wesen­heit nach und nach erfüllt von Kräften, von denen Sie das Bewußt­sein erhalten, indem Sie sie in sich erleben: Durch diese Kräfte wird alles dasjenige, was hier auf der Erde lebt, wenn Sie es berühren wür­den, getötet. - Also Sie kleiden sich drittens in das, was ich, in Analogie mit etwas, was wir schon kennen, nennen kann den Lebensgeist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|154}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kleiden sich in etwas , was man Lebensgeist nennen kann, was aber seine hauptsächlichsten Eigenschaften dadurch hat, daß es ertötend ist für dasjenige, was man sonst die Kraft des Lebensleibes nennen kann. Und Sie bekommen ein drittes Glied Ihrer Wesenheit, durch das Sie in der Lage sind, jeden Ätherleib, der Ihnen in die Quere kommt, zu töten. Alles, was Sie berühren durch dieses Glied Ihrer Wesenheit, wird in dem Sinne tot, in dem man von dem Tode hier auf Erden spricht. Und indem Sie durch das, was Sie da an Kräf­ten bekommen, töten, wecken Sie aus dem Getöteten Geistiges auf, zunächst eigentlich Seelisches auf. Es ist dieses ein merkwürdiges Er­lebnis, das darin besteht, daß durch die Berührung von Lebendigem das Lebendige getötet wird, aber aus dieser Tötung Seelisches ent­springt, Seelisches erlöst wird. Es ist ein Töten, aber es ist zu gleicher Zeit eine Erlösung des Seelischen aus den Banden des Lebens. So daß man sagen kann: Der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend. Und man kommt zu dieser merkwürdigen Er­fahrung dadurch, daß in dem Leben, in dem Lebendigen gewisser­maßen Seelisches verzaubert ist, und daß durch diesen Vorgang, der da nach dem Tode geübt wird, das verzauberte Seelische aus dem Lebendigen herauserlöst wird. Man könnte geneigt sein, in der Tötung, in der ja im wesentlichen die Kraft wirkt, von der wir hier reden, etwas Furchtbares, Unsympathisches zu sehen. Für das Leben nach dem Tode ist das nicht der Fall, weil in dem Töten, in der töten­den Kraft das fortwährende Aufleuchten des Seelischen liegt, weil da­durch das fortwährende Entstehen des Seelischen entzündet wird. Aber dieses Bewußtsein muß der Tote haben: nicht nur, daß er immer hinsieht auf den Tod, den er selbst durchgemacht hat, sondern er muß auch bewußt sein dessen, daß dasjenige, was das Wesen seines Todes ist, sich gewissermaßen auf dem Untergrunde alles desjenigen ausbreitet, was er nun in der geistigen Welt erlebt. Es ist, wie wenn man in der geistigen Welt nunmehr so lebte, daß man sagen kann: Hier in dieser geistigen Welt entstehen fortwährend geistige Gebilde, zu­nächst eigentlich seelische Gebilde; Seelisches leuchtet auf in der verschiedensten Weise. Aber wenn man nachfragen würde, was der Boden ist, aus dem all dieses Seelische heraussprießt, so ist es diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Tötekraft, die wir soeben besprochen haben. Eine solche, das ge­wöhnliche hier auf der Erde befindliche Leben zerstörende Kraft ist also unser wesentliches Seelisches, das wir uns aneignen müssen zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt, wie wir uns hier im Leben aneignen müssen unseren fleischlichen Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als viertes Glied kann ich, wiederum in Analogie mit dem, was wir schon kennen, sagen: der Geistesmensch. Dieser Geistesmensch, der wird als etwas, was man in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zu sich zu rechnen geneigt ist, dadurch empfunden, daß nun wiederum mit den Kräften, die schon eingeträufelt werden durch die Hierarchien, wie ich geschildert habe, einem jetzt die Möglichkeit ein­geträufelt wird, nicht nur Leben - was man hier auf Erden Leben nennt - zu töten, zu zerstören, aufzulösen, sondern Formen zu ver­nichten beziehungsweise auch in andere zu verwandeln. Also: Erstens das Ich; zweitens das Geistselbst, gerichtet durch die Hierarchien auf das Ich; drittens der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend; viertens der Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird natürlich immer schwieriger, diese Dinge zu schildern. Aber im wesentlichen ist die Kraft dieses Geistesmenschen, wie man sie hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, darin bestehend, daß man die entgegengesetzte Tätigkeit - wenn ich mich so aus­drücken darf - von alldem verrichtet, was man nennen könnte: Er­zeugung von Formen im weitesten Sinne. Hier - wenn ich mich bei einem speziellen Beispiele beruhigen will - zeichnet man Dreiecke, Vierecke und so weiter. Nach dem Tode, vermöge der Kräfte, die hier entwickelt werden, «entzeichnet» man, man löst alles Gezeichnete, die Formen auf. Aber das Eigentümliche ist, daß dies nicht bloß be­deutet, daß man etwas entzeichnet, sondern das ist zu gleicher Zeit eine kosmische Tätigkeit. Man ist jetzt selber in der kosmischen Tätig­keit drinnen, man ist verknüpft mit der kosmischen Tätigkeit. Denn dieses Entzeichnen, dieses Entformen, dieses Auflösen von Formen, das ist eine kosmische Tätigkeit, und der Mensch, indem er sich an­geeignet hat, nachdem er mit dem Lebensgeiste durchzogen war, diese Kraft der Entformung, ist mit ein Stück der kosmischen Welt ge­worden. Er wirkt im Kosmos drinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es hat dasjenige, was hier auf der Erde Zerstörung, Untergang heißt, viel zu tun mit Entstehung, mit Bildung in den geistigen Welten. Und umgekehrt: Mit dem, was für uns Her wie Zerstörung, wie Untergang, wie Entformung, Entzeichnung aussieht, hat Ent­stehung in den andern, in den geistigen Welten viel zu tun. So daß, wenn ich von Entzeichnung, Entformung spreche, ich nicht von Untergang in der geistigen Welt, sondern nur von Untergang in der seelischen Welt, dagegen von Auftauchen von geistig Neuem in der geistigen Welt spreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Dingen hängen mancherlei Geheimnisse in der Welt zu­sammen. Sie nähern sich heute Unteritalien von Mittelitalien aus; Sie kommen, indem Sie sich Unteritalien nähern, in Gegenden, die arm sind, die gar nicht besonders fruchtbar sind, in denen wenig Naturreichtum den Menschen zur Verfügung steht. Es sind dieselben Gegenden, in denen zur Zeit des aufgehenden vierten nachatlanti­schen Zeitraumes Pythagoras gewirkt hat. Und Pythagoras&#039; Wirksam­keit war damals inmitten fruchtbarster, reichster, üppigster Gegenden. So kurz die Zeit ist seit jener Epoche: indem man gerade auf diesen Fleck Erde hinweist, wo Phythagoras gewirkt hat, hat man die Um­wandlung von einer Fruchtbarkeit und Üppigkeit, die bis zu dem Grade der Sybaris ging, die Sybaris in Armut umgewandelt, sogar bis zur Entstehung bedenklicher Krankheitserscheinungen. An der Stelle von sprossendem, üppigem Leben, das in jenen Zeiten da war, in die nur noch wenig Historisches zurückgeht, entwickelt sich etwas, was im Ver­gleich zu jenem üppigen, sprossenden Leben auch Naturarmut ist. Und es ist eigentlich im höchsten Grade interessant, solche Übergänge in der äußeren Welt zu sehen. In dieser äußeren Welt gliedern sich forwährend zusammen Entstehen, Vergehen. Die Menschen denken mit ihrer Geschichtsforschung nur nicht so weit, daß sie das fort­währende Entstehen und Vergehen miteinander richtig verknüpfen würden. Mitten in der strotzenden Üppigkeit, in der ganz großartig gelogen wurde, hat Pythagoras seine Tätigkeit entfaltet, und diese Tätigkeit setzte sich fort nach seinem Tode. Und dasjenige, was Py­Ihagoras und die Pythagoräerseelen nach dem Tode zu tun hatten, hängt vielfach mit dem zusammen, was sich äußerte in dem Untergang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des blühenden, sprossenden Lebens, imrütten dessen Pythagoras war. Nicht ganz unbeteiligt an dem Zerstörungswerk - das für das Jenseits ein Entstehungswerk ist, -, das sich an der Stätte üppigen, sprossenden Lebens innerhalb der Natur aufrichtete in der nach­pythagoräischen Zeit, sind Pythagoras und die Seelen seiner Anhän­ger. Und man muß sich, wenn man die Gesamtwelt verstehen will, eben bekanntmachen damit, daß von den verschiedenen Aspekten aus hier zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und neuer Geburt die Dinge sich ganz anders ausnehmen. Derjenige, der Frevel be­gehen würde, wenn er hier üppiges, sprossendes Leben künstlich untergraben würde, der tut gewissermaßen nur etwas, was im Sinne der ewigen Notwendigkeit geschieht, wenn er sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt an einem solchen Werke beteiligt, das hier offenbar Untergang bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem dritten nachatlantischen Zeitraum sollte auch etwas un­tergehen, und das hinterließ seine Schatten. Viel sollte untergehen auf einem andern Gebiete, als das eben besprochene. Und mit diesem Untergehen der dritten nachatlantischen Epoche hängt es im wesent­lichen zusammen, daß damals so viel gelogen worden ist. Auf der Erde wurde gelogen, weil die Menschen, wie ich Ihnen gestern aus­geführt habe, noch mit den kosmischen Kräften in Verbindung stan­den; aber gerade die kosmischen Kräfte, die dazumal vor dem 8. vorchristlichen Jahrhundert in die Erdenentwickelung hereinspielten, waren vielfach lügnerische Kräfte. Dämonische Lügner waren tätig in der Sphäre, in die der Mensch seine Seele hineinlebte, indem er die Worte so entwickelte, wie ich gestern auseinandergesetzt habe. Er mußte gleichsam seinen Seelenkopf hineinstecken in eine Sphäre, in der er das tun konnte: die Sphäre der kosmischen Vernunft. Indem er aber seinen Seelenkopf hineinsteckte, war darinnen jene ahrimanische Kraft, welche sich äußerte in der Tätigkeit von unzähligen Lügendämonen. Und aus dieser selben Quelle heraus, aus der die sprachbildende Kraft der damaligen Zeit geschöpft worden ist, aus derselben Kraft heraus entwickelte sich auf dem Boden der mittelmeerländischen Kultur diese riesige Kraft, diese gigantische Kraft des Lügens. Die Menschen logen, weil die Dämonen, die verbunden waren mit jenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
andern Dämonen, welche das sprachbildende Vermögen eingaben, Lügner waren. Und diese dämonischen Lügner, die [[a:ahrimanischer|ahrimanischer]] Natur waren , hatten die Aufgabe, dasjenige zum Untergange zu bringen, was untergehen mußte, damit der dritte nachatlantische Zeit­raum hinuntergehen konnte und der vierte nachatlantische Zeitraum heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt ist eingerichtet nach Notwendigkeiten, und man muß auf diese Notwendigkeiten hinblicken, wenn man die große Frage, die wir gestern im Beginne unserer Betrachtungen aufgestellt haben, die große Frage nach dem Zusammenhange des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen, beantworten will. Davon will ich dann morgen weitersprechen, um diese Betrachtungen vorläufig zu einem kleinen Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen, die wir gegenwärtig anstellen, betreffen Dinge, welche von vielen Menschen, die etwas in der einen oder andern Form davon wissen, als Mysterien behandelt werden. Und es wird aus ge­wissen Gründen das Wissen von diesen Dingen der Welt von vielen Seiten her ferne gehalten, weil man der Ansicht ist, daß eben die Dinge, die in Betracht kommen, Teile sind von einem umfassenden Wissen über übersinnliche Angelegenheiten, das der Menschheit heute noch nicht mitgeteilt werden solle. Ich halte diese Anschauung mit Bezug auf gewisse Dinge, von denen hier die Rede ist, nicht für richtig, sondern mir erscheint es notwendig, daß die Menschheit den mutigen Entschluß fasse, einzutreten in eine wirkliche Betrachtung der übersinnlichen Welten. Und das kann man doch nicht anders, als wenn man das, was konkret über die betreffende Frage in Betracht kommt, unmittelbar anfaßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich heute gewissermaßen zuerst eine Art von Vorfrage erledigen. Wir haben gestern gesprochen über die Gliederung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein sehr ver­breiteter Einwand gegen das Besprechen dieser Dinge, jetzt nicht von seiten der Eingeweihten, sondern von seiten der Uneingeweihten, ist der, daß man einfach sagt: Ja, wozu ist es nötig, über diese Dinge etwas zu wissen? Man könnte ja warten, bis der Mensch durch die Pforte des Todes durchgeht, und dann werde er schon sehen, wie es da in der geistigen Welt eigentlich aussieht. - Es ist also etwas, das sehr häufig gesagt wird. Nun, die Sache ist aber so, daß wir solche Fragen niemals von einem gewissermaßen absoluten Standpunkte aus beantworten können, wenn wir über das Wirkliche sprechen, sondern daß wir sie, geisteswissenschaftlich betrachtet, immer beantworten müssen von dem Gesichtspunkte der Zeit, in der wir leben. Wir leben im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]], der begonnen hat im 15. Jahrhundert un­serer Zeitrechnung. Er schloß den [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|vierten nachatlantischen Zeitraum]] ab , wie wir wissen, der im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und im 15. nachchristlichen Jahrhundert seinen Abschluß gefunden hat. Man hat sieben solcher Kulturzeiträume zu verzeichen. Daraus aber ist ersichtlich, daß wir die Mitte der Kulturentwickelung der Erde überschritten haben, die im vierten nachatlantischen Zeitraum lag, und daß wir einfach durch diesen Umstand eintreten - wir sind ja auch in der fünften großen Erdenperiode - in die Zeit, in der die Erde in absteigender Entwickelung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, können Sie darauf aufmerksam machen, daß es darauf ankommt, hinzuschauen auf die absteigende Entwickelung, auf dasjenige, was ge­wissermaßen nicht in der Evolution, sondern in der Devolution ist, was in der Rückentwickelung ist. Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Ent­wickelung da waten, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten. Und so ist es insbesondere mit Bezug auf gewisse innere seelische Fähigkeiten des Menschen. Man kann sagen: Bis zum vierten nachatlantischen Zeitraum, bis gegen die Zeit des Mysteriums von Golgatha hin, waren in den Menschen noch die Fähigkeiten vorhanden, mit der übersinnlichen Welt einen gewissen Zusammenhang zu haben. Wir wissen, daß in der mannigfaltigsten Weise diese Fähigkeiten verschwunden sind. Sie sind nicht mehr als elementarische Fähigkeiten vorhanden, sie sind gewissermaßen dahingeschwunden. Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert. Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen ha­ben müssen an dasjenige, was sie sich erworben haben hier im physi­schen Leibe, wenn sie die richtige Stellung und das richtige Verhältnis zu den Ereignissen, denen sie ausgesetzt sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wollen. Es gehört geradezu zu den notwendigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur, wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier er­worben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ist sachlich unrichtig, wenn behauptet wird, man könne warten bis zum Tode mit solchen Vorstellungen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Würden die Menschen fortfahren, in diesen Vorurteilen zu leben, würden sie es fortdauernd ablehnen, Vorstellungen schon hier gewinnen zu wol­len über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so würde dieses Leben, dieses leibfreie Leben für sie ein finsteres werden, ein unorientiertes werden; sie würden nicht - durch alles dasjenige, was ich Ihnen gestern geschildert habe - in der richtigen Weise in ihre geistige Umgebung eindringen können. Bis nahe zum [[a:Mysterium von Golgatha|Mysterium von Golgatha]] war es so, daß die Menschen sich hier ins physische Leben Fähigkeiten hereingebracht haben, die aus der geistigen Welt stamm­ten. Daher hatten sie atavistisches Hellsehen. Dieses atavistische Hellsehen kam davon, daß gewisse geistige Fähigkeiten sich aus dem Zu­stand vor der Geburt hereinerstreckten in dieses Leben. Das hörte auf. Die Menschen haben keine Fähigkeiten mehr hier im physischen Leben, die sich hereinerstrecken aus dem vorgeburtlichen Leben. Das wissen Sie ja. Aber dafür muß umgekehrt das andere eintreten: Die Men­schen müssen sich immer mehr und mehr hier auf der Erde Vorstel­lungen über das Post-mortem-Leben, das Leben nach dem Tode, erwerben, damit sie sich erinnern können nach dem Tode, damit sie durch des Todes Pforte etwas durchtragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich zu dieser Vorfrage insbesondere bemerken will. Also die bequeme Rede, daß man warten könne bis zum Tode mit solchen Vorstellungen, die gilt nicht, wenn man im Konkreten ins Auge faßt, in welchem Zeitpunkt der Erdenentwickelung wir uns eigentlich befinden. Und das muß man wirklich immer im Konkreten ins Auge fassen. Denn Ansichten, die absolut gelten, die zu allen Zeiten gelten, die gibt es nicht, sondern es gibt immer nur Anschauungen, welche für einen gewissen Zeitraum den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
orientieren können. Das ist dasjenige, was man gerade durch Geistes­wissenschaft sich in so eminentem Sinne aneignen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich auf einiges eingehen, das unsere Betrachtungen zu einem vorläufigen kleinen Abschluß bringen kann. Wir sind ausge­gangen davon, daß der gegenwärtige Mensch eine Kluft empfindet zwischen dem, was er Ideale nennt, seien es moralische oder sonstige Ideale, was er auch Ideen nennt, und dem, was er als seine Anschau­ungen empfindet über die rein natürliche Weltenordnung. Die Be­griffe und Anschauungen, die sich der Mensch macht über die natür­liche Weltenordnung, die befähigen ihn nicht, anzunehmen, daß dasjenige, was er als Ideale in seinem Herzen trägt, reale Macht hat, sich wirklich so wie eine Naturkraft realisieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesentliche, was für diese Frage in Betracht kommt, ist nun das Folgende: Wir wissen jetzt, wie es mit der Gliederung des Men­schen hier auf der physischen Erde steht. Wir wissen auch, wie es steht mit der Gliederung des Menschen in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Ich habe vor einiger Zeit eine Frage aufgeworfen, welche eigentlich schon als eine konkrete Frage vor die menschliche Seele tritt, wenn der Mensch das Leben betrachtet, welche aber gerade eine Frage ist, der gegenüber man gar nichts sagen kann, wenn man vor der eben charakterisierten Kluft zwischen Idealismus und Realismus steht, das ist die Frage: Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kin­der oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung hängt dieses zusammen? - Weder der Idealismus auf der einen Seite, noch der Realismus auf der andern Seite, der die Ideale nicht als reale Mächte ansehen kann, können irgend etwas über solche Fragen, die aber Lebensfragen sind, ausmachen. Diesen Fragen kann man auch nur dann nahetreten, wenn man etwas ganz Bestimmtes ins Auge faßt. Und das ist, wenn man ins Auge faßt, daß der gegenwärtige Mensch, so wie er einmal als Erdenmensch vor uns steht, verhältnismäßig leicht fertig wird mit dem Raume, aber er wird nicht in gleicher Weise fertig mit der Zeit. In dieser Beziehung bieten die sämtlichen philosophischen Anschauungen, die es bis heute gibt, eigentlich keinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie nennenswerten Aufschluß, und die Frage nach dem Wesen der Zeit ist eigentlich bisher nur in engsten menschlichen Kreisen be­handelt worden. Es ist auch nicht so ganz leicht, über die Zeit und ihr Wesen populär zu sprechen, aber vielleicht gelingt es doch, bei Ihnen eine Vorstellung hervorzurufen von dem, was ich eigentlich meine, wenn ich die Zeit in Analogie mit dem Raume einmal zur Erörterung bringe. Ich muß da allerdings Ihre Geduld etwas in Anspruch nehmen, weil scheinbar, aber eben nur scheinbar, die kurze Betrachtung, die ich darüber anstellen will, einen etwas abstrakten Charakter hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie einfach ein Stück der Räumlichkeit überschauen, so wis­sen Sie, daß dasjenige, was Sie da überschauen, sich Ihnen offenbart in einem perspektivischen Charakter. Sie müssen mit der Perspektive des Raumes rechnen, wenn Sie ein Stück Raum überschauen. Wenn Sie nun das Stück Raum, das Sie überschauen und dem Sie ganz instinktiv einen perspektivischen Charakter zuschreiben, auf eine Fläche bringen, dann berücksichtigen Sie die Perspektive dabei. Nicht wahr, wenn Sie in eine Allee hineinschauen, so sehen Sie die entfernten Bäume der Allee kleiner und näher aneinandergerückt. Das können Sie in der Perspektive ausdrücken, und Sie können in einer gewissen Weise per­spektivisch auf einer Fläche zum Ausdruck bringen, was Sie im Raume sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es klar, daß dasjenige, was Sie im Raume sehen, in der Fläche nebeneinander ist. Im Raume ist es nicht nebeneinander; da sind diese zwei Bäume da vorne (siehe Zeichnung S.164), und zwei Bäume sind weit entfernt. Aber indem Sie den überschaubaren Raum in die Fläche bringen, setzen Sie dasjenige, was hintereinander ist, nebeneinander. Sie haben wiederum instinktiv die Fähigkeit, das, was Sie so male­risch oder zeichnerisch auf einer Fläche sehen, gewissermaßen in das Räumliche umzusetzen. Daß Sie diese Fähigkeit haben, das rührt da­von her, daß der Mensch, so wie er jetzt einmal als Erdenmensch ist, sich von dem Raume als solchem verhältnismäßig stark losgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht in gleicher Weise hat sich der Mensch von der Zeit losgelöst. Und das ist etwas ungeheuer Eingreifendes und Wichtiges, aber etwas leider kaum Bemerktes, kaum von der Wissenschaft Bemerktes. Der Mensch glaubt, wenn er sich in der Zeit entwickelt, die Zeit zu überschauen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 164.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 164]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeit zu haben. Aber er hat in Wirklichkeit nicht die reale Zeit. Er hat gar nicht die reale Zeit, sondern das, was Sie als Zeit er­leben, das ist eigentlich im Verhältnis zu der wirklichen Zeit etwas, was man ein Abbild nennen kann. So wie dieses Bild (siehe Zeich­nung) in der Fläche sich zu dem Raume verhält, so verhält sich das , was der gewöhnliche Mensch Zeit nennt, zu der wirklichen Zeit. Der gewöhnliche Mensch erlebt nämlich nicht die wirkliche Zeit, sondern er erlebt ein Abbild der Zeit, er erlebt tatsächlich ein Abbild der Zeit. Und das kann man sich so sehr schwer vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können sich zum Beispiel außerordentlich schwer vorstellen, daß dasjenige, was heute wirkt, gar nicht im jetzigen Zeitpunkt vor­handen zu sein braucht, sondern in einem viel früheren Zeitpunkte real ist und im heutigen Zeitpunkte nicht real ist. Sie sehen gleich­sam dasjenige, was in sehr frühem Zeitraume vorhanden ist, perspek­tivisch in Ihre eigene Zeit hereinwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt gesagt habe, hat eine sehr bedeutsame Folge. Das hat nämlich die Folge, daß alles das, was wir Natur nennen, einen ganz andern Charakter trägt als alles dasjenige, was wir als einen gewissen Teil des Menschen selbst betrachten müssen. In der Natur draußen wirkt zum Beispiel auch [[a:Ahriman|Ahriman]], beziehungsweise es wirken die ahrimanischen Mächte; aber die ahrimanischen Mächte wirken in der Natur draußen niemals gegenwärtig. Wenn Sie die gesamte Natur überschauen, so wirkt schon Ahriman in der Natur, aber er wirkt von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer entfernten Zeit her. Von der Vergangenheit her wirkt Ahriman. Und ob Sie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich über­blicken, Sie dürfen niemals sagen, in dem, was gegenwärtig vor Ihren Augen sich ausbreitet, liege etwas, worin Ahriman tätig ist. Und doch ist Ahriman drinnen tätig; aber von der Vergangenheit her. Wenn ich also die Sache zeichnen wollte, so müßte ich sagen: Hier ist die Entwickelungslinie von der Vergangenheit in die Zukunft hin, und hier überblicken Sie die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165a.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, nun müssen Sie es sich so denken, daß Sie da hineinschauen. In dem, was Sie als Gegenwärtiges überschauen, ist nichts von ahrimanischen Mächten enthalten, aber aus der Vergangenheit, aus einer bestimmten Vergangenheit wirkt Ahriman herüber in die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165b.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Ihnen erscheint Ahriman in der Natur, wenn Sie ihn da gewahr werden, perspektivisch. Würden Sie sagen: Ahriman wirkt gegen­wärtig - dann begehen Sie der Natur gegenüber denselben Fehler, wie wenn Sie sagen würden: Überschaue ich einen Raum, so stehen die entfernten Bäume, weil sie sich perspektivisch in die Fläche hinein­stellen lassen, so neben den nahen Bäumen (siehe Zeichnung Seite 164).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Grundforderung für ein reales Schauen in der geistigen Welt ist dieses, daß man zeitlich perspektivisch sehen lernt, daß man lernt, zeitlich jegliches Wesen an seinen richtigen Zeitpunkt zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich nun gestern gesagt habe: Das Ich wird nach dem Tode gewissermaßen aus dem flüssigen Zustand heraus in eine Art festen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zustandes versetzt -, so ist das noch nicht alles, sondern es kommt noch das andere dazu. Nehmen Sie an, Sie lebten hier auf der Erde mit Ihrem Ich vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1920, und im Jahre 1920 werden Sie Ihr Ich gewahr. Ich meine also: Wohl werden Sie es schon früher gewahr, aber nun blicken Sie zurück, mit dem Geistselbst durch die Hierarchien blicken Sie auf Ihr Ich zurück; da sehen Sie Ihr Ich immer als stehengeblieben vom Jahre 1850 bis 1920. Das Ich bleibt da, bleibt stehen. Das heißt: Ihre Erlebnisse gehen bald nach Ihrem Tode nicht mit Ihnen, sondern Sie sehen auf sie zurück, Sie schauen nun von einer zeitlich entfernten Perspektive auf das zurück, und Sie sehen in die Zeitenlänge hinein, wie Sie hier in der physischen Welt in die Raumeslänge hineinsehen. Ich kann es auch so ausdrücken: Indem Sie, sagen wir, 1920 sterben, leben Sie mit alidem, was ich Ihnen ge­stern als die Glieder Ihres Wesens geschildert habe, dann weiter; aber Sie sehen zurück auf die Zeitstrecke, in der Sie hier auf Erden mit Ihrem Ich gelebt haben. Und diese Zeitstrecke bleibt dort, und Sie sehen sie immer, indem Sie perspektivisch weiterleben, an der Zeitstelle, wo sie war. Und so müssen Sie sich vorstellen, daß Ahriman wirksam ist draußen in der Natur, aber von einer früheren Zeitstelle aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist sehr wichtig. Das ist etwas, was sehr wenig berücksichtigt wird. Wenn man die Welt verstehen will, wenn man geisteswissenschaftlich von der Zeit sprechen will, so muß man durchaus die Zeit raumähnlich vorstellen und muß dieses Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit ins Auge fassen. Das ist sehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das, was ich Ihnen mit Bezug auf die ahrimanischen Mächte gesagt habe, daß sie von der Vergangenheit her wirken, für die Natur so richtig. Aber beim Menschen wird es gerade anders. Beim Men­schen wird es eben, während er hier zwischen Geburt und Tod lebt, dadurch anders, daß für ihn alles in der Zeit Ablaufende eben zur Maja, zur Täuschung wird. Der Mensch lebt, während er hier lebt, selber im Laufe der Zeit drinnen, und indem er eine gewisse Anzahl von Jahren durchlebt, durchlebt er den Zeitenlauf mit. Indem die Zeit abläuft, läuft er selber mit der Zeit ab. Das ist mit dem Raume nicht der Fall. Wenn Sie eine Allee entlanggehen, bleiben die Bäume zurück&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Sie schreiten vorwärts, und Sie nehmen die Bäume, die zurückgeblieben sind, also auch Ihre Eindrücke, nicht so mit, daß Sie, indem Sie einen Schritt machen würden, die Meinung hätten, es ginge das Baumbild mit Ihnen mit. Mit dem Zeitbilde machen Sie das. Hier im physischen Leibe machen Sie das tatsächlich so - weil Sie selbst in der Zeit sich weiterentwickeln -, daß Sie sich über die Zeit in bezug auf ihre Perspektive einer Täuschung hingeben. Sie merken die Perspek­tive der Zeit nicht. Und insbesondere merkt es nicht das Unterbewußtsein des Menschen. Das Unterbewußtsein des Menschen merkt erst recht dieses Mitleben mit der Zeit nicht, gibt sich einer vollständigen Täuschung mit Bezug auf die Perspektive der Zeit hin. Das aber hat eine ganz bestimmte Folge. Das hat die Folge, daß nun in demjenigen, was im Menschen geschieht, ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte wirken können. Ins menschliche Seelenleben herein wirken ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte. So daß der Mensch der Natur so gegenübersteht: Indem er in die Natur hinaussieht, ist im Gegenwartigen nichts Ahrimanisches. In ihm wirkt das Ahrimanische als Gegenwärtiges, eben gerade als Maja, als Täuschung. Aber der Mensch ist dieser Täuschung über die Dinge, die ich Ihnen auseinandergesetzt habe, hingegeben, so daß durch den Menschen die ahri­manischen Mächte die Möglichkeit gewinnen, in die Gegenwart her­einzukriechen, in die Gegenwart hereinzuwandeln. Wir können sagen: Die ahrimanischen Mächte - und so ist es nun auch mit den luziferi­schen Mächten, wenn auch von einem gewissen andern Gesichts­punkte aus, wovon wir gleich sprechen werden - wirken in der Natur so, daß sie eigentlich mit der Gegenwart nichts zu tun haben, sondern von der Vorzeit herein ihre Wirkungen erstrecken. Im Menschen wir­ken diese ahrimanischen Mächte gegenwärtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Folge? Die Folge davon ist, daß der Mensch in seinem tiefsten Seelischen in bezug auf den eben auseinandergesetzten Punkt sich nicht verwandt mit der Natur fühlen kann. Er sieht auf sein Wesen, beziehungsweise fühlt sich in seinem Wesen, empfindet das naturgemäße Wesen. Weil in ihm ahrimanische Mächte Gegenwartsmächte sind, in der Natur ahrimanische Mächte Vergangenheitsmächte sind, erscheint ihm alles dasjenige, was naturgemäß ist, anders&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als dasjenige, was sich in ihm selbst entwickelt. Den Unterschied, den der Mensch zwischen sich und der Natur merkt, den enträtselt er sich nicht in der richtigen Weise. Würde er sich ihn in der richtigen Weise enträtseln, so wäre es so, wie ich es eben auseinandergesetzt habe. Er würde sagen: Draußen in der Natur wirkt Ahriman von der Ver­gangenheit aus; in mir wirkt Ahriman als eine gegenwärtige Macht. - Dadurch aber kommt es, wenn er auch den Unterschied nicht weiß , daß er sich im Sinne dieses Unterschiedes verhält, und die Natur als geistlos empfindet. Er empfindet es schon, daß in der Gegenwart die ahrimanischen Mächte nicht in der Natur unmittelbar wirksam sind, aber er empfindet die Natur als geistlos, weil er sich nicht sagt: Ahriman wirkt von der Vergangenheit her -, sondern er sieht nur auf die gegenwärtige Natur. Darinnen wirkt nicht Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber Ahriman, so sonderbar das klingen mag, diejenige Macht, deren sich die allgemeine Weltenschöpfung bedient, um die Natur hervorzubringen. Wenn man von dem Geist der Natur spricht, wenn man vom reinen Geist der Natur spricht, müßte man eigentlich von dem ahrimanischen Geiste sprechen. Da ist er vollberechtigt, der ahrimanische Geist. Die Wesenheiten der normalen Hierarchien, die bedienen sich des ahrimanischen Geistes, um das hervorzubringen, was sich als Natur um uns herum ausbreitet. Daß wir die Natur nicht durchgeistigt empfinden, das rührt eben davon her, daß im gegen­wärtigen Leben der Natur der Geist nicht enthalten ist, sondern daß er von der Vergangenheit her wirkt. Und das ist das Geheimnis, möchte ich sagen, der weitschöpferischen Mächte, daß sie sich eines Geistes, den sie stehengelassen haben auf einer früheren Stufe, bedie­nen zur Wirkung auf einer späteren Stufe, aber ihn von der Vergangen­heit herein wirken lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müßten, wenn wir von der Natur sprechen, nicht von Stoff sprechen, auch nicht von Kräften sprechen, wir müßten von ahrimanischen Wesenheiten sprechen; aber wir müßten dann so sprechen, daß wir diese ahrimanischen Wesenheiten in die Vergangenheit setzten. So daß das Sonderbare herauskommt: Nehmen Sie an, irgendein Naturphilosoph sinnt, sinnt nach, was hinter den Erscheinungen der Natur ist. Nun, da macht er sich allerlei Theorien und Hypothesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
über Atomzusammenhänge und dergleichen. So ist aber die Sache nicht. Hinter dem, was sich da sinnenfällig um uns herum ausbreitet, ist eigentlich nicht das, was die Naturphilosophen gewöhnlich ver­muten, sondern hinter alldem ist die Summe der ahrimanischen Mächte, aber nicht als gegenwärtige. Ist also der Naturphilosoph ge­nötigt, sagen wir, hinter den chemischen Elementen irgendwelche Atomstrukturen zu vermuten, so ist das falsch; hinter den chemischen Elementen stehen ahrimanische Mächte. Aber wenn Sie das, was Sie sehen, von den chemischen Elementen abheben könnten und dahin­terschauen, so würden Sie in der Gegenwart nichts dahinter sehen: da wäre es hohl, wo man die Atome sucht, und das, was wirkt, wirkt in diesen Hohlraum aus der Vergangenheit herein. So ist es in Wirklich­keit. Daher diese vielen verunglückten Theorien über dasjenige, was das «Ding an sich» ist; denn dieses «Ding an sich» ist in der Gegen­wart überhaupt nicht da. Sondern es ist an der Stelle, wo das «Ding an sich» gesucht wird, nichts; aber die Wirkung ist dort aus der Ver­gangenheit herein. So daß man sagen könnte, wenn &#039;&#039;Kant&#039;&#039; sein «Ding an sich» gesucht hat, so hätte er sagen müssen: Da, wo ich an das «Ding an sich» heran will, da kann ich nicht heran. - Das hat er ja auch gesagt. Aber er ist nicht darauf gekommen, daß er da überhaupt zunächst gegenwärtig nichts gefunden hätte, und daß er, wenn er hinter den Schleier der Dinge gegangen wäre, hätte weit zurück­gehen müssen; dann hätte er ahrimanische Mächte gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Menschen selbst ist es anders. Gerade dadurch, daß der Mensch lebendig in die Zeit versetzt wird, dadurch ist es den ahrimanischen Mächten möglich gewesen, durch die Pforte der Menschheit in unsere Welt einzudringen und innerhalb des Menschen als solchem zu wirken. Und die Folge davon, daß die ahrimanischen Mächte im Menschen wirken, ist die, daß der Mensch loslöst dasjenige, was er in der Gegen­wart sieht, von dem Geistigen, daß der Mensch sein Gegenwartsdasein löst von dem Geistigen. Das ist die Folge dessen, daß wir die ahrimanischen Mächte innerhalb der Maja in uns tragen. So daß man sagen kann: So wie wir die Welt materiell ansehen, losgelöst vom Geiste, als bloße Naturordnung, die ihren Gipfel zu finden glaubt in dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes - was eine Illusion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist -, was wir da als eine Naturordnung sehen, es ist lediglich durch den Umstand herbeigeführt, daß wir die ahrimanischen Mächte in uns tragen, und daß sie in der Natur draußen als gegenwärtige Mächte nicht sind. - Es stimmt deshalb dasjenige, was wir über die Natur denken, indem wir sie bloß materiell denken, nicht mit der Natur überein, stimmt nur mit der gegenwärtigen Natur überein. Aber diese gegenwärtige Natur ist eben ein Abstraktum, weil in ihr der vergangene Ahriman immer hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wirkt in den Menschen nicht nur das Ahrimanische, sondern auch das Luziferische herein. Dieses Luziferische aber, das hat ge­wissermaßen eine andere Tendenz im Weltenall als das Ahrimanische. Vergegenwärtigen wir uns die Tendenz des Ahrimanischen, so wie wir die Sache jetzt ausgesprochen haben. Die Tendenz des Ahrimani­schen in uns besteht darin, die Welt materialistisch vorzustellen. Daß wir die Welt materialistisch vorstellen, daß wir uns eine bloße Naturordnung denken, ist die Folge davon, daß wir Ahrimanisches in uns tragen. Daß wir Ideale in uns tragen, welche sich loslösen von der allgemeinen Natur, nach denen wir uns in unserem gegenseitigen Ver­halten richten wollen, die uns aber doch nur wie Träume erscheinen müssen innerhalb der gegewärtigen Weltanschauung, die ausgeträumt sind, wenn nach der Naturordnung die Erde an ihrem Endzustand angekommen ist, das ist die Folge davon, daß die luziferischen Mächte , die ebenso wie die ahrimanischen in uns leben, immerfort das Bestreben haben, den Teil von uns, der ihnen zugänglich ist, ganz aus der Naturordnung herauszureißen und vollständig zu vergeistigen. Die luziferischen Mächte haben nämlich zu ihrer Haupttendenz, insofern sie in uns wohnen, uns so geistig wie möglich zu machen, uns wo­möglich loszureißen von allem materiellen Leben. Daher gaukeln sie uns solche Ideale vor, die keine Naturmächte sind, sondern die machtlos sind in der gegenwärtigen Naturordnung. Und verfiele der Mensch ganz und gar im Laufe der zukünftigen Erdenperiode dem luziferi­schen Einfluß, so daß er glauben würde, Ideale seien eben nur ge­dachte Dinge, nach denen sich das Gemüt richten kann, so würde dieser Mensch den luziferischen Mächten folgen. Die materielle Erde, zu der wir gehören, würde verfallen, zerstieben im Weltenall, würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ihren Zweck nicht erfüllen, und die luziferischen Mächte würden den Menschen in eine andere geistige Welt führen, in die er nicht gehört. Dazu brauchen sie den Kniff, uns Ideale vorzugaukeln, die eigentlich bloße Träume sind. Wie uns Ahriman nach der einen Seite eine Welt vormacht, welche eine bloße Naturordnung ist, so macht uns Luzifer auf der andern Seite eine Welt vor, die rein nur in gedachten Idealen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas sehr Bedeutungsvolles. Und gegenwärtig wird nur ein Ausgleich, möchte ich sagen, in den Gebieten herbeigeführt, die noch im menschlichen Unbewußten liegen. Aber die Menschen müs­sen sich dieser Sache immer mehr und mehr bewußt werden, sonst kommen sie aus diesem Dilemma nicht heraus, kommen nicht dazu, eine Brücke zwischen dem Idealismus und dem Realismus zu bauen, welche Brücke aber notwendig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was gegenwärtig noch eine Art Ausgleich schafft, das ist das Folgende. Wenn gegenwärtig ganz junge Menschen sterben, zum Beispiel Kinder, so haben diese Kinder - bei jungen Menschen ist es ebenso - eben in die Welt hereingeschaut; sie haben nicht voll das Dasein hier auf dem physischen Plane ausgelebt. Mit einem auf dem physischen Plane unausgelebten Leben kommen sie hinüber in die andere Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verlebt wird, so verlebt wird, wie ich es gestern geschildert habe. Dadurch, daß sie einen Teil nur des Erdenlebens gelebt haben, bringen sie etwas vom Erdenleben mit hinüber in die geistige Welt, das man nicht hin­überbringen kann, wenn man alt geworden ist. Man kommt anders in der geistigen Welt an, wenn man alt geworden ist, als wenn man jung stirbt. Wenn man jung stirbt, so hat man das Leben so durchlebt, daß man noch viele Kräfte in sich hat vom vorgeburtlichen Leben. Man hat als Kind und als junger Mensch das leibliche Leben so durchlebt, daß man darinnen noch viel von den Kräften in sich hat, die man vor der Geburt in der geistigen Welt hatte. Dadurch hat man eine innige Verbindung geschaffen zwischen dem Geistigen, das man mitge­bracht hat, und dem Physischen, das man hier erlebt hat. Und durch diese innige Verbindung kann man etwas, was man auf der Erde er­wirbt, in die geistige Welt mit hinübernehmen. Kinder oder sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jung gestorbene Leute, nehmen von dem Erdenleben etwas in die geistige Welt mit hinüber, was gar nicht mit hinübergenommen wer­den kann, wenn man als älterer Mensch stirbt. Das, was da mitgenom­men wird, ist dann drüben in der geistigen Welt, und was da hinübergetragen wird durch Kinder und junge Leute, das gibt der geistigen Welt eine gewisse Schwere, die sie sonst nicht haben würde, der­jenigen geistigen Welt, in der dann die Menschen gemeinsam drinnen leben, das gibt eine gewisse Schwere der geistigen Welt und verhindert die luziferischen Mächte, die geistige Welt ganz loszutrennen von der physischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also denken Sie, auf welches riesige Geheimnis wir da blicken! Wenn Kinder und junge Leute sterben, so nehmen sie von hier etwas mit, wodurch sie die luziferischen Mächte verhindern an deren Be­streben, uns ganz loszulösen von dem Erdenleben. Das ist außer­ordentlich wichtig, daß man dies ins Auge faßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird man älter hier auf der Erde, so kann man in der geschilderten Weise den luziferischen Mächten die Rechnung noch nicht verderben; denn von einem gewissen Alter an hat man nicht mehr jene innige Verbindung zwischen dem, was man mitgebracht hat bei der Geburt und dem physischen Erdenleben. Ist man alt geworden, so löst sich diese innerliche Verbindung, und es tritt gerade das Umgekehrte ein. Von einem gewissen Lebensalter an träufeln wir in einer gewissen Weise dem innerhalb der physischen Erde befindlichen Geistigen un­ser eigenes Wesen ein. Wir machen die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Also von einem bestimmten Alter an vergeistigen wir in einer gewissen Weise, die man nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen kann, die physische Erde. Wir tragen Geistiges in die physische Erde hinein, wie wir Physisches in die geistige Welt hinauftragen, wenn wir jung sterben; wir pressen gewissermaßen Geistiges aus, wenn wir alt werden, ich kann es nicht anders sagen. Das Altwerden besteht im geistigen Sinne von einem gewissen Aspekt aus darinnen, daß man Geistiges hier auf der Erde auspreßt. Dadurch wird wiederum die Rechnung des Ahriman verhindert. Dadurch kann Ahriman nicht auf die Dauer heute schon so intensiv auf die Menschen wirken, daß völlig erlöschen könnte die Meinung, Ideale hätten doch eine gewisse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind im heutigen Zeitraume schon sehr, sehr nahe daran, daß die Menschen in die furchtbarsten Irrtümer gerade mit Be­zug auf das Gesagte verfallen. Auch Gutmeinende verfallen leicht in bezug auf das Gesagte in solche Irrtümer. Und diese Irrtümer werden immer größer und größer werden und mit zunehmender Erdenent­wickelung eben riesig werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Ihnen ein Beispiel anzuführen: Ein recht geistvoller Philosoph hat 1882 eine «Anthroposophie» geschrieben, [[a:Robert Zimmermann|&#039;&#039;Robert Zimmermann&#039;&#039;]]. Ich habe das schon einmal in einem Zusammenhange erwähnt. Diese «Anthroposophie» ist nicht dasjenige, was wir Anthroposophie jetzt nennen, sie ist mehr oder weniger ein Begriffsgestrüpp. Aber das ist ja aus dem Grunde, weil eben Robert Zimmermann nicht in die geistige Welt hineinsehen konnte, sondern nur Herbartianischer Philosoph war. Nun hat er diese «Anthroposophie» geschrieben. Aber gerade in dieser «Anthroposophie» beschäftigt sich Robert Zimmermann von seinem Gesichtspunkte aus mit der Frage, die ich in diesen Tagen an die Spitze unserer Betrachtungen gestellt habe. Er sieht auf der einen Seite die Ideen, logische Ideen, ästhetische Ideen, ethische Ideen; er sieht auf der andern Seite die Naturordnung. Und er kann nicht irgend­wie eine Brücke finden zwischen den logischen, den ästhetischen, den ethischen Ideen und der Naturordnung, sondern er bleibt doch dabei stehen: Da ist auf der einen Seite die Naturordnung, und auf der an­dern Seite sind die Ideen. Und wozu er zuletzt kommt, das ist doch außerordentlich interessant, denn es ist eigentlich typisch für einen Menschen der Gegenwart. Er kommt dahin, zu sagen, es sei ein für allemal dem Menschen versagt, die Natur mit Ideen zu bevölkern und den Ideen Naturgewalt beizulegen. Die beiden Welten seien eigent­lich nur im Kopfe des Menschen miteinander zu verbinden. So sagt er. Und daher meint er an einer Stelle, wo er geradezu alles zusammen­faßt, was er sagt und was er denkt: «Die Verwirklichung der Ideen ist weder eine Tatsache, die in der Vergangenheit, noch eine solche, die in der Gegenwart, sondern eine Aufgabe, deren Erfüllung in der Zukunft und in den Händen des Menschen liegt. Der Traum eines ,goldenen Zeitalters&#039;, von welchem ein nüchterner Rationalist wie Kant als von jenem des ,ewigen Friedens&#039;, ein extremer Positivist wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Comte als dem ,état positif&#039; schwärmte, wird dann erfüllt sein , wenn die gesamte Ideenwelt real geworden und die gesamte Wirklichkeit von den Ideen durchdrungen, d.h. wenn dasjenige, was Schiller ,das Kunstgeheimnis des Meisters&#039; nannte, die ,Vertilgung des Stoffes durch die Form&#039; offenbar, wie Schleiermacher es ausdrückte ,wenn die Ethik Physik und die Physik Ethik&#039; geworden sein wird.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber das kann nie werden! Es kann nur das werden, daß die Menschen in ihrer sozialen Ordnung die Ideen realisieren. Wenn aber die Erde einmal an ihrem Ende angelangt sein wird, so wird der ganze Ideentraum ausgeträumt sein. Ein anderes ist nach einer solchen Philosophie nicht möglich. Daher bleibt eine solche Philosophie im­mer abstrakt und muß zuletzt gestehen: «Eine Philosophie, welche, wie die vorstehende, sich weder wie die Theosophie auf einen mensch­lichem Wissen &#039;&#039;unzugänglichen&#039;&#039; theozentrischen Standpunkt versetzt , um von ihm aus den ,Vernunfttraum&#039; als längst geschaffene Wirklich­keit, noch wie die Anthropologie auf den zwar anthropozentrischen aber &#039;&#039;unkritischen&#039;&#039; Standpunkt gemeiner Erfahrung stellt, um von ihm aus eine ideenerfülite Wirklichkeit als ,Traum der Vernunft&#039; an­zusehen, welche sonach zugleich &#039;&#039;anthropozentrisch&#039;&#039; d. i. von mensch­licher Erfahrung ausgehend und doch &#039;&#039;Philosophie&#039;&#039; d. i. an der Hand des logischen Denkens über dieselbe hinausgehend sein will ist &#039;&#039;An­throposophie&#039;&#039;.» «Anthroposophie» ist also hier das Eingeständnis, daß man niemals über diese Kluft hinüberkommen könne zwischen un­realen Ideen und ideenloser Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber im Menschen selbst ein Naturwesen, das also der Naturordnung angehört, verbunden mit einem Geistwesen, das in sich aufnehmen kann das Geistige. Das leugnet ja auch nicht ein solcher Anthroposoph wie Robert Zimmermann. Aber von der gegenwär­tigen Wissenschaft kann auch der Mensch nicht so betrachtet werden, daß sich durch den Menschen, durch diesen Mikrokosmos, das Rätsel lösen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist. das habe ich schon ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schluß­notizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenrnenschen&#039; indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten ge­legen ist, also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört. Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute aus­geführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiffich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahri­manischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben. Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle - verzeihen Sie, aber es ist so - zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt, das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird. So ist ja das Rosenkreuzergemalde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das , was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose - jetzt goethisch gespro­chen - sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tier­heit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen , so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesen­heiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umge­wandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremi­tätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkar­nation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Auf­gabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden , wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Men­schenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dä­monisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mäch­ten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umge­staltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seeli­sches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luzi­ferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nlcht be­griffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirk­lich zu verstehen. Mit vollem Rechte sagt die Bibel, daß jene Gottheit, von der im Anfange der Bibel die Rede ist, dem Menschen den le­bendigen Odem einhauchte. Aber der lebendige Odem wirkt im Rumpfmenschen. Insofern wir es also zu tun haben mit den normal wirkenden göttlichen Wesenheiten, haben wir es nur mit dem Rumpfmenschen zu tun. Insofern wir es mit dem Kopfmenschen zu tun haben, haben wir es mit einem Gegner der Jahvemächte zu tun, da­durch auch mit einem Gegner des Christus. Und auch insofern wir es mit dem Extremitätenmenschen zu tun haben, haben wir es mit dem luziferischen Gegner zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittel­punktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheits­repräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und so weiter - das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleich­zeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist - das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugs­weise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturhild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- darauf komme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt. Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenrnenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen. Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in un­serem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmen­schen angehören. Würden wir , in dem wir mystisch in uns hinein­schauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Ge­dächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung Seite 179) - schematisch nur gezeichnet - der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 179.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was vor einem Spiegel ist, sondern dasjenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durch-leben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten In­karnation zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihre Geduld etwas in Anspruch genommen mit Dingen, die ja vielleicht etwas schwieriger verständlich sind, allein ich wollte zunächst wenigstens ein Gefühl dafür hervorrufen, wodurch eigent­lich die Kluft entsteht zwischen Idealismus und Realismus. Sie ent­steht dadurch, daß das Luziferische in uns den Idealismus erregt, der machtlos ist in der Natur, daß das Ahrimanische in uns die bloße Naturordnung hervorruft, welche uns geistlos erscheint. So stehen eigent­lich die Idealisten, die abstrakten Idealisten unter luziferischem Ein­fluß, die Materialisten unter ahrimanischem Einfluß. Es ist schon not­wendig, daß man auf diese Dinge sich einläßt, daß man nicht bloß sche­matisch die sogenannte Theosophie treibt, sondern auf diese genaue­ren Dinge sich einläßt. Denn es ist notwendig, daß der Mensch sich bewußt werde, er müsse etwas dazu tun, um mit dem Geiste für den Rest der Erdenentwickelung vereint bleiben zu können. Es ist eine unbequeme Wahrheit, man könnte sagen, sogar auch eine gehaßte Wahrheit, richtig eine gehaßte Wahrheit, denn sie widerspricht ja so vielem, was den Menschen sympathisch ist, aus Bequemlichkeit sympathisch ist. Nichts wird dem Menschen heute schwieriger, als wenn man ihm sagt: Wenn du dir in Zukunft deine Verbindung mit dem Geiste erhalten willst, so mußt du etwas dazu tun. - Es möchten ja die meisten Menschen, daß das Mysterium von Golgatha aus dem Grunde verflossen wäre, damit sie nur ja nichts zu tun haben zu ihrer Angelegenheit, damit sie durch Christus von ihren Sünden erlöst wer­den und ohne ihr Zutun in den Himmel kommen können. Und des­halb werden ja die meisten Theologen so wütend auf die Anthropo­sophie, weil das selbstverständlich von anthroposophischer Seite nie­mals zugegeben werden kann, daß der Mensch nichts zu tun habe, um seine Verbindung mit dem Geiste aufrechtzuerhalten, daß das ganz ohne sein Zutun auch in der Zukunft der Erdenentwickelung vor sich gehen könne. Die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Geistigen, zwischen dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Geburt und Tod, und dem, was die Glieder des Menschen sind zwi­schen Tod und neuer Geburt, diese Verbindung wird in Frage gestellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die zukünftige Erdenentwickelung, und sie wird nur dann nicht in Unordnung kommen, wenn sich die Menschen mit dem Geistigen gegen die Zukunft hin wirklich befassen werden. Dafür gibt es heute schon geisteswissenschaftliche Beweise. Diese geisteswissenschaftlichen Beweise, sie sind höchst, höchst unbequeme Wahr­heiten, aber sie werfen Licht auf Wichtiges, auf Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich sagen, schon sehr locker geworden, und der Mensch hat es notwen­dig, immer mehr und mehr bei sich Wache zu stehen, damit nicht in dem Zusammenhang zwischen seinem Physisch-Ätherischen und Seelisch-Geistigen etwas geschieht, was ihn gewissermaßen aussaugen könnte, was ihn seelisch-geistig aussaugen könnte. Denn wenn solche Vorurteile immer reger werden, man brauche im Leben nichts zu wissen über die Art, wie es nach dem Tode aussieht, oder wenn die Kluft immer größer wird zwischen sogenanntem Idealismus und rein natürlicher Ordnung, ist die Gefahr, der die Menschen entgegengehen, daß sie immer mehr und mehr ihre Seele verlieren könnten. Heute ist noch, ich möchte sagen, diesem Verlieren der Damm vorgesetzt, der dadurch gegeben ist, daß, wenn junge Leute sterben, der geistigen Welt eine gewisse Schwere verliehen wird und Luzifer die Rechnung verdorben wird, und wenn alte Leute sterben, so viel ausgepreßt wird an Geistigkeit in die physische Welt herein, daß Ahriman die Rech­nung verdorben wird. Aber man darf nicht vergessen, daß dadurch, daß die Menschen sich lossagen vom geistigen Gebiet, die ahrimani­nischen und die luziferischen Mächte immer mächtiger und mächtiger werden, und daß nach und nach, indem die Devolution der Erde im­mer weiter und weiter geht, dieser Damm nicht mehr voll wirken könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich gern möchte, daß es sich als eine Art Bodensatz aus unseren Betrachtungen ergäbe wie ein Gefühl - und Gefühle sind immer das Wichtigste, was aus dem geisteswissenschaft­lichen Leben hervorgehen kann - von der Notwendigkeit, sich vom gegenwärtigen Erdenzyklus ab mit dem Geistigen zu befassen. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus habe ich dieses betont, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es von der Gegenwart aus notwendig ist, daß die Menschen sich mit dem Geistigen befassen. Und anders wird man sich nicht mit dem Geistigen befassen können in der Zukunft als dadurch, daß man sich Verständnis erwirbt und sich nicht sträubt, solche auch schwierigere Betrachtungen wirklich in sich aufzunehmen, wie wir sie in diesen Tagen und insbesondere auch heute gepflogen haben. Es muß unter die Menschen kommen das Verständnis von der Perspektivität der Zeit. Wenn dieses Verständnis von der Perspektivität der Zeit unter die Menschen kommt, dann werden sie nicht mehr sagen: Hier ist der Idealismus, der aber nur ein bloßer Traum ist, der keine Naturgewalt hat, und auf der andern Seite liegt die Naturordnung -, sondern die Menschen werden darauf kommen, anzuerkennen, daß, was als Ideale in uns lebt, Keim ist für die Zukunft, und daß, was Naturordnung ist, Frucht ist der Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Satz ist eine goldene Regel: Jedes Ideal ist Keim für zu-künftiges Naturgeschehen; jedes Naturgeschehen ist Frucht vergangenen Geistgeschehens. - Nur durch diese Regel findet man die Brücke zwischen Idealismus und Realismus. Aber dazu ist eines notwendig. Irgendein Ideal könnte nie und nimmermehr Keim für ein zukünftiges Naturgeschehen werden, wenn dieses zukünftige Naturgeschehen durch das gegenwärtige Naturgeschehen verhindert würde. Wir kön­nen uns irgendeine Hypothese vor die Augen führen. Nehmen wir die Möglichkeit an, die heute gilt, daß einmal durch das sogenannte Gesetz der Entropie die Erdenentwickelung in eine Art von allgemeiner Durchwärmung übergehe, und daß alle andern Naturkräfte aufhören, so würde innerhalb dieses Endzustandes natürlich alles Ideale erstor­ben sein. Dieser Endzustand, der folgt ganz gut, wenn man annimmt, daß sich nach reiner Kausalität die gegenwärtigen physikalischen Zu­stände eben weiter fortsetzen werden. Denkt man so, wie die gegen­wärtige Physik denkt, daß nach dem Gesetze der Erhaltung der Kraft und des Stoffes einmal ein solcher Endzustand da sein wird, dann ist in diesem Endzustand kein Platz dafür, daß in ihm einmal ein Ideal als das zukünftige Naturgeschehen aufgehe, denn das zukünftige wird einfach die Folge des gegenwärtigen Naturgeschehens sein. Aber so ist es nicht, so stellt es sich nicht der gegenwärtigen Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dar, sondern es stellt sich dieses anders dar. Dasjenige, was heute an Stoffen, an Kräften existiert, alles das wird in einer bestimmten Zu­kunft nicht da sein. Das Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gibt es nicht. Da, wo man den Stoff sucht, ist überhaupt nichts als ein Hereinwirken eines vergangenen Ahrimanischen, und dasjenige, was uns umgibt im Sinnenfälligen, wird in einer gewissen Zukunft nicht mehr sein da. Und dann, wenn von alledem, was jetzt physisch ist, nichts mehr da ist, wenn das ganz aufgelöst ist, dann ist die Zeit da, wo sich die gegenwärtigen Ideale als Naturgeschehen anreihen werden an das, was jetzt zugrunde gehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es im großen Weltenall. Und für den einzelnen Menschen ist es so, daß er in der nächsten Welteninkarnation wieder inkarniert wird, wenn partiell alles dasjenige überwunden ist, in das er mit der gegenwartigen Inkarnation hineingewachsen ist, wenn also für ihn eine Umgebung hergestellt werden kann, die anders ist als die gegenwärtige Umgebung, wenn aus der gegenwärtigen Umgebung all das heraus sein kann, was ihn jetzt hier auf der Erde hält. Wenn sich das alles so geändert hat, daß er Neues erleben kann, dann wird er wieder inkar­niert. Die gegenwartigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein , wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr da sein wird, sondern Neues entstanden sein wird. Aber das Neue, das entsteht, ist eben nichts anderes als das Natur gewordene Geistige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Erscheinungen und hinter den Idealen müssen wir das­jenige suchen, was die Brücke über dem Abgrunde bildet. Aber zu dem muß man eben dahinterkommen. Man kommt heute nur dahinter wenn man sich nicht scheut, die Begriffe so kräftig zu entwickeln, daß sie selbst in die Realität eindringen können. Daher hat die heutige Zeit wirklich die Notwendigkeit, sich gar sehr einzulassen auf alles dasjenige, was geistig erfahren werden kann. Nur - lassen Sie mich das noch anhänglich hinzufügen -, nur wird eben notwendig sein, daß gegenüber geistigen Betrachtungen immer größere und größere Unbefangenheit walten könnte. Vorgestern habe ich zum Schlusse, wie es manchen vielleicht erscheinen könnte, recht unnötig - aber trotz­dem ich es nicht gerne tue, ist es nie unnötig - auf mancherlei hinge­wiesen, was dem gedeihlichen geisteswissenschaftlichen Wirken auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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von seiten der Anthroposophischen Gesellschaft entgegensteht. Da ist vor allen Dingen auf diesem Boden immer wieder und wiederum zu fordern wirkliche Unbefangenheit. Immer wieder und wiederum erleben wir ja, daß das Auflösende, das eigentlich den Materialismus hervorgebracht hat, das die alte Geistigkeit zugrunde gerichtet hat, im menschlichen Denken gerade auch in das Spirituelle, in das gewollte Spirituelle hereindringt. Ich habe ja darauf aufmerksam gemacht, wie materialistisch manche theosophische Anschauung ist. Man hat es natürlich nicht leicht, wenn man geisteswissenschaftliche Dinge auseinandersetzt, die bezeichnenden Worte zu finden, weil ja unsere Sprache heute nicht mehr für das Geistige geeignet ist, weil wir erst wieder suchen müssen eine solche Verbindung zwischen der Sprache und der Sache, welche für das Geistige geeignet ist. Aber das ist notwendig, daß nicht immer mit dem, was das Schädlichste ist, die geisteswissenschaftliche Bewegung verdorben wird. Man muß un­befangen charakterisieren dasjenige, was im Geiste vorgeht. Immer wiederum erlebe ich, daß ich gefragt werde: Da ist jemand, dort ist jemand, der hat geistige Erlebnisse. - Der Sinn der Fragen, die häufig so gestellt werden, ist der, daß eigentlich gefragt wird: Darf man nun mit blindem Glauben an die Wahrheit dessen sich hingeben, was der oder jener schaut? - Und wenn man diese Frage bejaht, ja, dann ent­steht blinde Anhängerschaft; wenn man sie verneint, dann entsteht das, daß der Betreffende gleich verketzert wird und gesagt wird: Nun ja, das ist atavistisches Hellsehen, auf das gibt man nichts. - Ja, dieses Entweder-Oder muß doch auf diesem Gebiete ganz anders genommen werden. Wir müssen uns wirklich mit aller gesunden Vernunft auch den Aussagen über das Geistige gegenüberstellen. Wenn wir aber Dogmatiker werden wollen, können wir nicht Geisteswissenschafter werden. Wenn wir entweder vergöttern oder verketzern wollen, kön­nen wir nicht Geisteswissenschafter werden. Es werden unendlich wertvolle Beiträge zur Charakteristik der geistigen Welt auch von Seiten kommen, auf die man nicht unbedingt schwören will.&lt;br /&gt;
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Auch das andere erlebt man, daß eine Zeitlang auf irgendeine seherische Persönlichkeit geschworen wird. Dann kann man nachweisen, daß diese seherische Persönlichkeit irgendwann - nun, vielleicht sogar&lt;br /&gt;
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einmal ein wenig retuschiert hat, oder stark retuschiert hat; dann ist die Persönlichkeit unten durch. Vorher haben dieselben Leute auf sie geschworen, bei denen sie nachher unten durch ist.&lt;br /&gt;
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Ja, in dieser Weise kommt man nicht vorwärts; innerhalb der Menschheit mit dem Entweder-Oder der Vergöttlichung oder Ver­ketzerung kommt man nicht vorwärts innerhalb der Menschheit, sondern nur dadurch, daß man sich mit seinem gesunden Menschen­verstand den Dingen gegenüberstellt. Es kann zum Beispiel auch der Fall eintreten, daß durch jemanden, von dem man sogar weiß: Nun, der verschmäht es nicht, ab und zu recht stark zu schwindeln - einmal etwas ganz Wahres, Wichtiges, Wesentliches aus der geistigen Welt herauskommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde nicht zu dem Entweder-Oder kommen, das ich hier meine, wenn man nicht Dogmatik einführen wollte, sondern wenn man sich mit dem gesunden Menschenverstand gerade innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung hineinstellen wollte. Das ist das eine. Das andere ist dieses, daß es außerordentlich schwierig ist, durch die Art und Weise, wie die Dinge oftmals innerhalb unseres Kreises ge­handhabt werden, die Anthroposophische Gesellschaft in die Kulturbewegung der Gegenwart hineinzustellen. Dazu gehört Unterschei­dungsvermögen bei denjenigen Menschen, die schon drinnen sind in dieser Gesellschaft. Es erwächst einem eine gewisse Verpflichtung für diese Unterscheidungskraft, wenn man schon drinnen ist. Denn wir werden ganz fehlgehen mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft, wenn wir nicht die Anknüpfung an die allgemeine Geisteskultur der Gegenwart suchen, wenn wir immer wieder und wiederum in den Fehler verfallen, Sektiererisches zu treiben. Das wird der Tod sein unserer Bewegung, wenn wir sektiererisch werden. Bedenken Sie doch nur, daß solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen jetzt erörtert haben, sich gar nicht besonders sonderbar ausnehmen werden für den­jenigen, der gerade in Wissenschaftlichem und im Kulturleben der Gegenwart drinnensteht, wenn er sich nur die nötige Vorurteilslosig­keit erwerben wird. Aber um auf diesem Wege etwas zu erreichen, ist es notwendig, daß der Wille besteht zur Unterscheidung. Bei uns kommt es leicht vor, daß nur um irgend etwas Schematisches gefragt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird, wenn es sich darum handelt: Soll irgend jemand bei anthropo­sophischen Vorträgen zuhören, oder soll er einen Zyklus bekommen? -So wird schematisch gefragt, ohne daß man Rücksicht nimmt auf den Bildungsgrad, auf die ganze Weltstellung des betreffenden Menschen. Aber das Schematische ist das absolut Schädliche bei uns. Das Schematische bringt es dahin, daß solch ein Mensch, wie jetzt wiederum der in Holland, um den sich eine ganze Summe von Unfug kristallisiert, in die Anthroposophische Gesellschaft hineinschwimmen und dort Protektoren finden kann, währenddem Leute, die urteilsfähig sind, gerade durch das Gebaren oftmals abgestoßen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um auf ein Konkretes hinzuweisen: Sehen Sie, vor einiger Zeit trat Herr &#039;&#039;von Bernus&#039;&#039; auf innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, mit dem deutlichen Bestreben - das man ja ein bißchen besser, ein bißchen schlechter finden kann, dafür mag der gesunde Menschenver­stand sprechen -, eine Brücke zu ziehen zwischen dem allgemeinen Kulturleben, dem literarischen und wissenschaftlichen Leben der Ge­genwart, und unserem anthroposophischen Leben. Nun, Herr von Bernus hat in seiner Art zum Beispiel eine Anzahl von Dingen, die zum Teil in meinen Büchern stehen, zum Teil in Zyklen, in seiner Art dichterisch umgegossen und in die Welt gebracht. Er hat mir es selbst gezeigt: einen Stoß von Briefen, von schimpfenden Briefen hat er dafür erhalten, daß da einmal ein wirklich zeitgemäßer Versuch ge­macht worden ist! Man würde sich gar nicht wundern, wenn jemand, der vielleicht viel aufs Spiel setzt, abgestoßen werden könnte durch ein solches Gebaren, wie es dazumal aus der Anthroposophischen Gesellschaft ihm gegenüber verübt worden ist. Dennoch, die Zeitschrift, die er gegründet hat, sie wird ungeheuer dienlich sein können der anthroposophischen Bewegung. Er hatte es ja auch zuwege ge­bracht, daß die anthroposophische Bewegung in München vertreten werden konnte in seinem Kunsthaus. Aber man konnte überall gewisse Widerstände bemerken gegen etwas, was so berechtigt wie möglich war! Und wenn man gerade Bernus&#039; Erlebnisse überschaut, so hat man an ihnen so recht ein Bild von dem, wie die anthroposophische Bewegung, die Anthroposophische Gesellschaft lernen sollte, wirklich eine Gesellschaft zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|187}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern der Dornacher Bau zustande gekommen ist, &#039;&#039;ist&#039;&#039; sie eine Gesellschaft. Aber vieles andere namentlich wird unterlassen, wodurch deutlich gezeigt wird, daß die Anthroposophische Gesellschaft sich gar nicht als Gesellschaft auffaßt, sondern als eine Summe von ein­zelnen sektiererischen kleinen Kreisen. Aber über dieses Stadium des Sektiererischen müssen wir hinauskommen. Und wir kommen nicht hinaus, wenn nicht über die Sache irgendwie nachgedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja so schwierig, und nicht wahr, man sagt solche Dinge sehr ungern, aber schließlich, manches wird mir ja dadurch notwendig zu sagen, da ich persönlich so stark verquickt bin mit dieser anthroposophischen Bewegung. Wenn nun die Anthroposophische Gesellschaft sich nach und nach immer mehr und mehr dazu entwickeln sollte, daß sie eigentlich eine Gesellschaft ist mit der ausgesprochenen Tendenz, mich totzuschweigen - wozu sie sich eigentlich entwickelt, und was sie immer als Tendenz gehabt hat -, so ist es nicht eine per­sönliche Eitelkeit, wenn ich dieses betone. Es ist mir sehr unange­nehm, daß ich es betonen muß, aber es ist in der Anthroposophischen Gesellschaft vielfach gerade die Tendenz vorhanden, mich totzu­schweigen, und da ist das Persönliche mit dem Sachlichen eben ver­knüpft. Dadurch - weil alles dasjenige nicht getan wird, was sonst eine Gesellschaft tut - kommt es, daß nur das als Giftblasen an die Ober­fläche kommt, was die abgefallenen Mitglieder an Geschimpfe in die Welt setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Dinge, auf die ich schon manchmal eben hinweisen muß und die nicht unbesprochen bleiben dürfen. Ich habe sie an den Orten, wo ich in der letzten Zeit sprechen konnte, zur Besprechung gebracht, weil ich ja wirklich glaube, daß in dieser katastrophalen Zeit vieles darauf ankäme, daß Anthroposophie in der richtigen Weise in der Welt vertreten wird. Aber es ist so schwer, es dahin zu bringen, daß tiefer nachgedacht würde: Wie soll man es eigentlich auf dem anthro­posophischen Felde tun, um diese Anthroposophische Gesellschaft zu einer wirklichen Gesellschaft zu machen? - Die Ansätze sind wirklich gemacht von einzelnen Menschen, aber es bleibt in der Regel in den Ansätzen alles stecken. Nun, ich denke, daß vielleicht, indem ich noch ein zweites Mal auf die Sache aufmerksam gemacht habe, ein bißchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darüber nachgedacht werden wird. Ich sage es nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus gewissen Notwendigkeiten der Zeit heraus, wie Sie ja auch aus dem, was ich gerade in diesen Tagen vorgebracht habe, mancherlei Keime entnehmen werden, die Ihnen zum Verständ­nisse unserer katastrophalen Zeit einige Dienste werden leisten kön­nen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|189}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 an diesem unserem Bau: Siehe «Der Baugedanke des Goetheanum». Lichtbildervortrag in Bern, 29. Juni1921, mit 104 Abbildungen des ersten Goetheanum. Gesamtausgabe, Stuttgart 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach längerer, erzwungener Abwesenheit: Dr. Steiner hatte zuletzt am 17. Januar 1918 zu den Mitgliedern in Dornach gesprochen, war also sieben Monate fort gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Anthropnsophische Gesellschaft: Begründet am 28. Dezember 1912 bei der Loslösung von der Thensophischen Gesellschaft. Siehe: «Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesell­schaft», 8 Vorträge, 10.-17. Juni 1923, Gesamtausgabe Dornach 1959.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 wie den Vorträgen begegnet wurde: «Das Sinnlich-Übersinnliche in seiner Verwirklichung durch die Kunst», München, 15. und 17. Februar 1918, und «Die Quellen der künst­lerischen Phantasie und die Quellen der übersinnlichen Erkenntnis», München, 5. und 6. Mai 1918, im Bande «Kunst und Kunsterkenntnis», Gesamtausgabe Dornach 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander von Bernns, 1880-1965, Dichter. Gab von 1916 bis 1921 in Manchen die Vierteljshres-Zeitschrift «Das Reich» heraus. In seinem «Kunsthaus» «Das Reich» hielt Rudolf Steiner zeitweise seine Münchner Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 IVooerow Wilson, 1856-1924, Präsident der USA von 1912 bis 1920. Verleladete am&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Januar 1918 ein Friedensprogramm, die Vierzehn Punkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 ein Universiiätsprofessor: George Santayans, 1863-1952, englischer Philosoph spani­scher Abstammung. Kam schon 1872 nach Amerika, wo er bis 1912 blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emile Boutroux, 1845-1921, französischer Philosoph. G. Ssntayar&#039;a, «L&#039;erreur dc la philosophie allemande». Paris 1917, préface d&#039;Emile Boutroux.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 so weile Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn: Es sind damit frühere Evolutionazustände des Erdplaneten gemeint, nicht die heute so genannten Weltkörper. Siehe «Die Ge­heimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962, Kapitel «Die Welt-entwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den vorjäbrigen Zürcher Vorträgen: «Anthroposophie und aleadernische Wissen­schaften», 4 Vorträge vom 5. bis 14. November 1917, Zürich 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oskar Hertwig, 1849-1922, Anatom und Biologe. «Das Werden der Organismen, zur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widerlegung von Darwins Zufsllstheorie durch das Gesetz in der Entwicklung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein kürzeres&#039; Buch: «Zur Abwehr des ethischen, des sozialen und des politischen Darwinismus». Jens 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 He,&amp;quot;&#039;ann von Helmboltz 1821-1894, Physiologe und Physiker. Erinder des Augen­spiegels, 1851.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23/24 eine Schrift über die Freiheit: Woodrow Wilson, «Die neue Freiheit». 1913. Deutsche Übersetzung München 1914. «Nur Literatur, Betrachtungen eines Amerikaners» 1893. Deutsche Übersetzung 1913, darin der Essay «Der Verlauf amerikanischer Ge­schichte».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Herman Grimm, 18281901.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26 Wladimir llfits&#039;h Lenin, eigentlich Uljsnow, 1870-1924, führte 1917 die bolsehe­wittische Revolution durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Karl Marx, 1818-1883. Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und Mitver­fasser des «Kommunistischen Manifests» 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31 in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen: «Theosophie», Gesamtausgabe Dornach 1961, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32 «Ignorahimus»: Der Ausspruch des Berliner Physiologen Emil Du Bois-Reymond,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18181896, in seiner Rede «Über die Grenzen des Naturerkennens». Leipzig 1872.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 gilt das Wort: Aus Schiller «Der Taucher». Wörtlich: «Da unten aber ist&#039;s fürchter­lich, / Und der Mensch versuche die Götter nicht/ Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 hei unserer Gruppe drüben: Die plastische Gruppe des Menschheitarepräsentanten zwi­schen Luzifer und Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 Ich habe öfter: Siehe den Vortrag vom 25. Juni 1918 in Berlin, im Bande «Erden-sterben und Weltenleben», Gesamtausgabe Dornach 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier ja wohl auch schon: Im Vortrag vom 29. Juli 1916. im Bande «Das Rätsel des Menschen», Gesamtausgabe Dornach 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Weininger, 1880-1903. «Über die letzten Dinge» 4. Auflage Wien und Leipzig 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer dieser Aphorismen: Wörtlich: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist viel­leicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren und gänzlich triebartig geboren zu wer­den verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 Und darüber schrieb er die Notiz: Wörtlich: «Ich morde mich selbst, um nicht einen andern morden zu müssen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 Babindranath Tagore, 1861-1941, indischer Dichter und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 jenen Essay: «Der Verlauf amerikanischer Geschichte» in «Nur Literatur» von Woodrow Wilson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
55 zwei Artikel gegen mich: Otto Zimmermann S. J.: Anthroposophische lirlehren, «Stimmen der Zeit», 48. Jg., 10. H., Juli 1918, S.328 ff., Joseph Kreitmaier S. J.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Vom Expressionismus», ebenda S. 356 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 der griechische Weise: Platon, im 6. Buch vom «Staat».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63 Arthur Ba«oir, 18481930; 1916-1919 Außenminister Großbritanniens. Honeton Stewart Chamberlain, 1855-1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Sie werden einen Zweigvnrtrag finden: Vortrag vom 23. Mai 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 kh habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt: Siehe den Vortrag vom 14. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finster­nis», Gesamtausgabe Dornach 1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87 von der ande&amp;quot;n Seite: Siehe den Vortrag vom 20. August 1918 (Zeichnung Seite 31) Sie erinnern sich an die Zeichnung: Auf Seite 31 dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Von Seelenrätseln», Gesamtausgabe Dornach 1960. «Skizzenhafte Erweiterungan des Ir&#039;haltes dieser Schrift: S. Über die wirkliche Grundlage der intentior&#039;alen Be-ziehung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Björnstierne Björnson, 1832-1910, norwegischer Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 Nero, regierte 54-68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 Vespasianuc, regierte 69-79&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titns, regierte 79-81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Domitianus, regierte 81-96&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ners&#039;a, regierte 96-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Si,&#039;tonius, schrieb im 1.Jahrhundert n.Chr. Kaiserbiographien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tacitns, um 55 bis um 120, römischer Geschichtsschreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flavius P. Philostratus der Altere, griechischer Sophist zu Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. Beschrieb das Leben des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apollnnius von Tyana, Prophet und Wundertäter im 1.Jahrhundert n.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tübinger Theologe Baur: Ferdinand Christian Baur, 1792-1860, protestantischer Theologe, «Apollonius von Tysna und Christus», Tübingen 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113 Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen: Zum Beispiel in «Welt, Erde und Mensch», Gesamtausgabe Dornach 1960; «Ägyptische Mythen und Mysterien», Gesamtaus­gabe Dornach 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117 Augustus, 63 v.Chr. bis 14 n.Chr., erster römischer Kaiser, Caesar Augustus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119 im «Reich»: In der Vierteljahresachrift «Das Reich». München, 2. Jahr, Buch 3 und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4; 3.Jahr, Buch 1, Oktober 1917 bis April 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;:&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In «Philosophie und Anthroposo­phie», Gesamtausgabe Dornach 1965 und in Johann Valentin Andreae, «Die Chy­mische Hochzeit des Christian Rosenkreutz Anno 1459», ina Neuhochdeutache über­tragen von Walter Weber, Stuttgart 1957; beigefügt sind die Ausführungen Rudolf Steiners in der Zeitschrift «Das Reich», Verlag Freiea Geistesleben, Stuttgart 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Valentin Andreae, 1586-1654, Dichter und theologischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Allgemeine Reformation der ganzen weiten Weil&amp;gt;: Nach W.Weber (s o.) Seite 181 ist dieses Werk die Übersetzung eines Kapitels aus Boecalnis «Ragguali di Parnasso», Venedig 1612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Bewegung für ethitehe Kultur»: Vgl. hier:&#039;:a Rudolf Steiner, «Mein Lebeosgang», Kap. XVII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120 «Dic Zukunft&amp;gt;, Wochensehrift, herausgegeben von Maximilian Harden (eig­Witkowski), 1861-1927. In «Gesamn,elte Aufsätze zur Kulturgeschichte 1887-1901», Gesamtausgabe Dornach 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was kh dann das soziale Karzinom genannt babe: Im Vortragazyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Wladimir Iljitsch Lenin: Siehe Hinweise zu Seite 26. Karl Marx: Siehe Hinweise zu Seite 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Lassalle, 1825-1864, sozialistischer Führer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edaard Ber&amp;quot;stein, 1850-1932, sozialistischer Theoretiker, der Begründer des Revisio­nismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Carl Freiherr du Pre4 1839-1899. «Das Rätsel des Menschen». Leipzig 1892.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 Julius Robert Mayer, 1814-1878, Arzt und Physiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129 «Philosophie und Anthroposophic»: Sonderdruck aus dem gleichnamigen Band der Ge­samtausgabe, Dornach 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Mittelpunktsgruppe des Baues: Holzgruppe, den Menschheitsrepräsentanten, Christus, zwischen Luzifer und Ahriman darstellend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130 Ich habe über dic Entwickelung der Christuc- Gestalt ja öfter hier geprochen: Zum Beispiel am 29. Oktober 1917, 13. Vortrag in «Kunstgeschichte als Abbild innerer geistiger Impulse», Dornach 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 Pythagoras, etwa 582-497 v.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Seharh gespielt hat: Diese Erzählung findet sich bei Plutarch in «Über Isis und Osiris».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines solehen agy ptischen Weiten: Plutarch nennt den Priester Oinuphis von Heliopolis als Lehrer des Pythagoras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 Jakob Böhme, 1575-1624.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134 Max Müller, 1823-1900, Sanskrit- und Religionaforscher in Oxford. Charles Darwin, 1809-1882, englischer Naturforscher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Ha&#039;ckel, 1834-1919, Zoologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142 Wir haben Zyklen nur abgegeben an die Mitglieder der Gesellschaft: Diese Beschränkung wurde an der Weihnachtstagung 1923 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144 tiefstgehende Einflüsse eines Menschen: des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 als fünf Vokale: Jehova (v = u).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Sybaris: Stadt in Unteritalien, gegründet 700 v.Chr., im Altertum sprichwörtlich durch die Schwelgerei ihrer Bewohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft» 1781.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 Robert Zimmermann, 1824-1898, Ästhetiker und Philosoph. «Anthroposophie im Umriß» Wien 1882, S. 307 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174 Augnste Gomte, 1798-1857, französischer Philosoph. Begründer des Positivismus und der Soziologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller, 1759-1805.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schleiermacher, 176818M, evangalischer Theologe, Prediger und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 in den Schlußnotizen: «Von Seelertratseln», Gesamtausgabe Dornach 1960, Kapitel IV,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176 in den Rosenkreuzerbildern: «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186 Alexander von Be&amp;quot;nus: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeitschrift, die er gegründet hat: Siehe Hinweis zu Seite 12. in seinem Kunethans: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wissenschaft vom Werden des Menschen&#039;&#039;, [[GA 183]] (1990), ISBN 3-7274-1830-3 {{Vorträge|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 183 Die Wissenschaft vom Werden des Menschen|1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 183]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://steiner.wiki/index.php?title=GA_183&amp;diff=11494</id>
		<title>GA 183</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://steiner.wiki/index.php?title=GA_183&amp;diff=11494"/>
		<updated>2026-05-24T04:47:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA183.jpg|thumb|{{RSV|183}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die Wissenschaft&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom Werden des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Neun Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 17. August bis 2. September 1918&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 183&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1967&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mit ausführlichen Inhaltsangaben von Marie Steiner zu den Einzelausgaben (1940) der Vorträge&amp;lt;/center&amp;gt; &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sehnsucht der Seelen nach dem geistigen Leben; hemmende Einflüsse durch Trägheit und Bequemlichkeit. Ein neues Menschenverständnis wird da sein, wenn mit dem Menschlichen zusammen das Ahrimanisch-Luziferische gedacht wird, so wie es die plastische Gruppe im Dornacher Bau darstellt; innere Impulse der hier betätigten Kunstanschauung. Die Zügellosigkeit des Gedankenlebens in unserer Zeit. Nicht auf den Inhalt der Ideen kommt es an, sondern auf die Art, wie sie in den Menschen leben. Die drei Grundübel der gegenwärtigen Menschheitskultur, in denen sich der jetzige Übergang vom Luziferischen zum Ahrimanischen zeigt: Borniertheit, Philistrosität, Ungeschicklichkeit. Das Heilmittel für die Gebrechen unserer Zeit ist die Geisteswissenschaft. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918|ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Abgeschlossensein des physischen Menschen von der irdischen Umgebung; das Hineingestelltsein des geistig-seelischen Menschen in die Strömungen seines eigenen seelisch-geistigen Innern und in die des Universums. Zwei Pole des Geistig-Seelischen des Menschen. Die Grenze zwischen der Normal-Aura und dem Universellen der Umwelt. Aufblitzen, Zusammenstößen, Stauungen der Strömungen; Grenzenbildung, die Schranken außen und innen. Die Stauwelle der Erinnerung; jenseits ihrer Zone ist ein bewußtes Inneres. Die andere Zone entspricht der Liebekraft; was jenseits davon ist dem Geistig-Seelischen des Universums. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918|DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Grenzzonen des seelischen Menschen. Vor dem vierten nachatlantischen Zeitraum war die eine Grenze noch durchlässig; die andere wird es im sechsten Zeitraum sein. Schon jetzt beginnt einiges durchzusickern, von innen aufsteigend. Das muß harmonisiert werden. Osttum und Westtum (Tagore, Wilson). Die verschiedenen Ziele der orientalischen Eingeweihten und der Eingeweihten des Amerikanismus. Orientalischer Impuls des Verzichtes auf das irdische Menschengeschlecht. Amerikanischer Impuls des stärkeren Untertauchens in die Leiblichkeit. Ahrimanische Dämonologisierung der Menschheit durch die Technik. Rettung durch den Christusgeist und das Verstehen der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Naturordnung und moralische Ordnung. Der Zusammenhang des Christus mit dem Sonnenmysterium. Die notwendige Umarbeitung des Vorstellungsvermögens des Menschen, um den Dualismus Christus-Jesus zu verstehen. Das Mysterium des dreifachen Menschen. Der dreigeteilte Mensch als Abbild seines Urbildes. Der Dualismus zwischen Wahrheit und Wissenschaft und seine Überwindung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Formwesenheit des Hauptes als physische Gestaltung einer uralten Bildung geht auf ahrimanische Prinzipien zurück; das Geistige des Hauptes ist eine junge Bildung. Im Rumpfmenschen spielen hauptsächlich die Prinzipien des Erdenwerdens. Die luziferischen Bildungsprinzipien des Gliedmaßenmenschen werden ihre volle Ausgestaltung erst im Venusdasein der Erde haben. Neben der kosmischen Betrachtung ist die humanistische vom Gesichtspunkt der menschlichen Individualität ins Auge zu fassen. Bedeutung des Unterbewußtseins, das verdeckt worden ist, und dessen verschiedene Stadien in unserer Zeit vom Menschenbewußtsein wieder heraufgeholt werden müssen. Das Sinnenfällige. Durchkreuzung der Strömungen im mittleren Menschen. Erinnerung, Welttableau und mikrokosmische Aura. Die umgewendeten Sinne. Der Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen und dem kosmischen Wechsel von Tag und Nacht. Solche Begriffe, die Naturleben und geistiges Leben verbinden, enthalten das, was im sozialen und geschichtlichen Leben fruchtbar wirken kann, während die mechanische Weltanschauung die Menschheit in das Chaos geführt hat. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918|SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brennende Fragen, die niemals mit den Mitteln der heutigen Zeit beantwortet werden können, denn die Vorstellungen des geistigen und irdischen Menschen sind verloren gegangen. Die Täuschung der physischen Sonne. Leerer Raum und negative Stofflichkeit; der Begriff des weniger als leer. Löcher im Gehirn als Werkzeug des Seelenlebens, das an die Gehirnmasse stößt und sich dort spiegelt. Dieses wird sich dann nach dem Tode des Menschen seiner selbst bewußt. Die Aura des Menschen mit ihren Strömungen, die sein Seelenleben konstituieren, welches aus den Ingredienzien der Seelenwelt aufgebaut ist. Nach dem Tode kommt der Mensch dadurch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelenwelt und dem Geisterlande. Jene Ingredienzien werden frei und verwandeln sich; dadurch höhlt sich das Seelenleben selbst aus und es geht das geistige Leben auf. Die Verwandlungszustände. Der Metamorphosegedanke kann fruchtbar gemacht werden für das Begreifen des Übergangs des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Die physische Welt besteht durch das Sich-Ineinanderschieben der Gedanken der höheren Hierarchien, der Formgedanken in die Stoffgedanken. Solche konkreten Begriffe der alten Mysterien müssen durch Geisteswissenschaft neu erlebt werden. Das Schema der alten Pythagoräerschulen. Die Erbschaft der abstrakten Begriffe vom Römertum durch das Mittelalter und die neuere Zeit hindurch. Dabei hat man im 19. Jahrhundert den Menschen verloren, um ihn dann von der Tierseite aus wieder zu entdecken. Diese Situation schafft die Kluft und die katastrophalen Tatsachen. Die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen liegen in der Metamorphosenlehre. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenhang des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen. Die Täuschung der physischen Außenwelt. Die Kluft zwischen Idealismus und Realismus und der Zwiespalt unseres Geisteslebens, bewirkt durch das naturalistische Anschauen der Welt und den moralischen Idealismus. Unser lebendiger Zusammenhang mit der kosmischen Vernunft, erkennbar am Schaffen des Ideellen in der Sprache. Ihre Zerlegung durch die Toten. Die Stellung der Eurythmie im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918|ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten einschneidender Unwahrhaftigkeit in gewissen geschichtlichen Epochen; Erforschung der Zusammenhänge. Die pythagoräische Schule und die sie umgebende Welt. Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Das Zerstäuben von Worten nach dem Tode. Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes. Auflösung des unaussprechlichen Gottesnamens. Im Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zerfall heraus. In dem verklingenden Wort wird von der Seele aus das Aufleuchten des Geistigen gesehen. Vergeistigung nach dem Tode. Gliederung des geistigen Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die richtunggebende und todbringende Weltenkraft der Hierarchien. Entzauberung des Seelischen. Die kosmische Kraft der «Entformung». &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918|NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Wesen der Zeit in Analogie mit dem Raume. Der Mensch erlebt nur das Abbild der realen Zeit. Frühere Zeiträume wirken perspektivisch hinein in die Gegenwart. Das Raum-Ähnliche der Zeit und das Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit. In der Natur wirkt Ahriman von der Vergangenheit her. Der Mensch läuft mit der Zeit mit und merkt nicht die Perspektive der Zeit; die Folge ist, daß ahrimanische Mächte als Gegenwärtiges in ihm wirken können; dadurch löst der Mensch sein Gegenwartsdasein von dem Geistigen. Daß er Ideale in sich trägt, ist die Folge davon, daß er luziferische Mächte in sich trägt, die darnach streben, ihn aus der Natur herauszureißen und zu vergeistigen. Der Ausgleich liegt noch in den Gebieten des menschlichen Unbewußten; gegenwärtig wird er durch den frühen Tod von Kindern und jungen Menschen geschaffen. Der Tod alter Menschen macht die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Umwandlung menschlicher Formen aus dem Geist-Seelischen in das Menschliche: des Kopfmäßigen durch ahrimanische, des Gliedermäßigen durch luziferische Wirksamkeit. Im Brustmenschen: Wirkung der normal-göttlichen Wesenheiten durch den lebendigen Odem. Da ist auch die Grenzscheide, das Gedächtnis, wodurch in dieser Trinität die ahrima- nischen Gewalten des Hauptes abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten der Extremitäten, und uns zu keiner Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen lassen. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#HINWEISE|HINWEISE]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#Literatur|Literatur]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß es mir die tiefste Befriedigung gewährt, die Arbeit in Ihrer Mitte an diesem unserem Bau und um unseren Bau herum hier wiederum aufnehmen zu können, das werden Sie mir wohl ohne weiteres glau­ben. Es ist ja tatsächlich so, daß heute nicht nur bei tieferem Nach­denken, sondern, man darf sagen, schon bei oberflächlicherem Nach­denken demjenigen, der der ganzen Aura dieses Baues nahegetreten ist, der Gedanke aufgehen könnte, daß mit diesem Bau doch etwas verknüpft ist, was mit den bedeutungsvollsten, schwerwiegendsten Aufgaben der Menschenzukunft zusammenhängt. Und nach längerer, erzwungener Abwesenheit ist es ja selbstverständlich, daß man sich mit tiefster Befriedigung wiederum an der Stätte befindet, an der dieser Bau als ein Symbolum unserer Sache steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem Gesagten darf ich wohl hinzufügen, daß für mich besonders jedesmal, wenn ich jetzt nach längerer Abwesenheit wieder komme, die tiefste Befriedigung daraus resultiert, daß ich ja immer dann sehen kann, wie schön und wie bedeutungsvoll die Arbeit an diesem Bau durch die hingebungsvolle Tätigkeit der am Bau Arbeitenden weiter gefördert worden ist. Insbesondere in diesen Monaten meiner letzten Abwesenheit, wo ja unter so schwierigen Verhältnissen gearbeitet worden ist, ist ja gerade ein Teil der künstlerischen Arbeit in einer unvergleichlichen Weise fortgeschritten, fortgeschritten in dem Geiste, der dieses Ganze durchdringen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch mit tiefer Befriedigung sehe ich bei Verfolgung des Geistes unserer Arbeit, bei Verfolgung desjenigen, was hier entsteht, das Verbundensein treuer Gesinnung bei vielen unserer Freunde, treuer Gesinnung gegenüber dem, was sich gerade in diesem Bau ver­körpert. Und dasjenige, was dann beim Wieder-auf-sich-wirken­-Lassen dieser Sache der Seele sich offenbart, das ist doch, daß hier eine Stätte vorhanden ist, mit welcher verbunden ist eine solche treue Gesinnung einer Anzahl von Freunden unserer geistigen Bewegung, einer solch treuen Gesinnung, die da verspricht, daß sich die besten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Impulse unserer geistigen Bewegung in die Zukunft der Menschheit hinein halten werden, der sie so notwendig sein werden. Es gibt schon innerhalb gerade der diesem Bau gewidmeten Arbeit etwas, was Vor­bild sein könnte für dasjenige, was im allgemeinen mit dem, was sich unter uns heute Anthroposophische Gesellschaft nennt, eigentlich gewollt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe auf der andern Seite vielfach wiederum das Gefühl, daß das Günstige, das bedeutungsvoll Gute, das man hier im Zusam­menwirken von Menschenarbeit und Menschengefühl mit diesem Bau finden kann, gerade darinnen besteht, daß dieser Bau etwas ist, was gewissermaßen in seiner Objektivität das, was durch unsere Bewegung gewollt wird, loslöst von den subjektiven Interessen der einzelnen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dieses jetzt eben Berührte waren ja - und sind - in allen ähn­lichen Gesellschaften, auch in der Anthroposophischen Gesellschaft, gewisse merkwürdige Anschauungen vorhanden, die eigentlich nichts anderes sind als merkwürdige Illusionen. Man predigt viel von Selbstlosigkeit, von allgemeiner Menschenliebe; aber das sind oftmals bloße Masken für gewisse, nur raffinierte egoistische Interessen der einzel­nen Menschen. Gewiß, die einzelnen Menschen wissen nicht, daß es sich für sie um bloße egoistische Interessen handelt, sie sind vor ihrem eigenen Bewußtsein gewissermaßen unschuldig; aber es ist doch so. Der Bau selbst verlangt aber von einer schon ziemlich großen Anzahl unserer Freunde eine selbstlose Hingabe an etwas Objektives, an etwas, was als ein von jeder einzelnen Persönlichkeit losgelöstes Symbolum unserer Sache dasteht. Und insoferne wird wohl dasjenige, was mit diesem Bau zusammenhängt, vorbildlich sein können für das, was unsere Bewegung will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, wenn wir uns so wie heute wiederum be­grüßen, da dürfen wir insbesondere die Blicke richten auf das Frucht­bare und Umfassende dieser unserer geistigen Bewegung, und wir dürfen bei einer solchen Begrüßung bedenken, daß es uns ernst sein kann mit dem Glauben: Wie es auch immer geschehen mag - das Wie, das kann ja noch so oder so, je nach den Verhältnissen sich abspielen -, aus der furchtbaren Sackgasse, in welche die Menschheit hineingeraten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist in der Gegenwart, wird sie nicht früher herauskommen, als bis sie sich entschließt, in irgendeiner Weise Anknüpfungspunkte zu suchen für fruchtbares Wirken, fruchtbares Tun innerhalb einer solchen gei­stigen Bewegung, wie es die unsrige ist. Wir werden ja ganz gewiß nicht in egoistischer Weise darauf bestehen, die Wahrheit gerade nur innerhalb unseres engen, beschränkten Kreises zu haben; aber wir dürfen uns in einem Kreise zusammengehörig wissen, welcher er­kennt, daß die Menscheit wegen des Vernachlässigens ihrer Geistessubstanz sich in diese furchtbare Lage der Gegenwart gebracht hat. Wissen können wir uns als solche Menschen, die vereint sind mit jenen Ideen, die einzig und allein hinausführen können aus der Sackgasse, in welche die Menschheit gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja in den Seelen der heutigen Menschen ungemein vieles un­geklärt. Wenn man wiederum da und dort sich hat unterrichten kön­nen über die Bedürfnisse, die obwalten nach unserer geistigen Bewe­gung, so kann man auf der einen Seite sagen: Ja, es sind doch die Seelen derjenigen, die da dürsten nach jenem spirituellen Leben, das wir meinen, der Zahl nach in starker Zunahme begriffen. Die Sehn­sucht nach solchem spirituellem Leben, sie hat sich, das darf wohl ge­sagt werden, ungeheuer vergrößert. Die Aufmerksamkeit, welche entgegengebracht wird unseren Impulsen, sie ist unstreitig in den letzten Jahren auch eine größere geworden, wenigstens auf den Ge­bieten, die mit in äußerlicher Weise in diesen letzten Jahren und ins­besondere in den letzten Monaten zugänglich waren. Auch das wird nicht ganz bedeutungslos sein, zu bemerken, daß eine solche Ver­größerung und Verstärkung dieser Sehnsucht der Menschenseelen nach dem spirituellen Leben ganz deutlich vorhanden ist. Allerdings steht dieser Verstärkung und Verschärfung der Sehnsucht nach dem spirituellen Leben das andere gegenüber: jene furchtbare Beirrung, unter welcher der weitaus größte Teil der Menschheit leidet, jene furchtbare Beirrung, welche durch die altüberkommenen Ideen, oder man könnte besser sagen, durch die altüberkommene Ideenlosigkeit innerhalb der Menschheit bewirkt wird, die, man möchte sagen, Be­quemlichkeit gegenüber jedem starken, jedem scharfen Gedanken, jene Bequemlichkeit, die einfach herrührt aus der Laxheit, aus der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trägheit, mit der das Gedankenleben seit vielen Jahrzehnten über die Erde hin geführt worden ist. Diese Laxheit, diese Trägheit beirrt die Seelen in dem vorhandenen Sehnen nach dem spirituellen Leben. Auf der einen Seite stecken die Menschen drinnen in einer wirklichen Sehn­sucht nach Geistigkeit, nach übersinnlichen, starken Impulsen. Auf der andern Seite werden die Seelen niedergehalten von all jenen alten Mächten, die nicht abtreten mögen vom Schauplatz des Menschenwirkens und die doch sehen könnten aus dem, wie weit sie es gebracht haben, daß sie nicht mehr auf diesen Schauplatz des Menschenwirkens gehören. Man möchte sagen, daß man diesen dunkeln Eindruck, diesen zwiespältigen Eindruck überall hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja unter unseren Mitgliedern an manchen Orten, in Ham­burg, in Berlin, in München, vielfach, in Anknüpfung an durch Lichtbilder wiedergegebene Darstellungen, von unserer Gruppe gespro­chen, die an der Hauptstelle unseres Baues stehen soll. Man konnte auf der einen Seite sehen, wie tatsächlich mächtige Impulse in die Seelen auch derjenigen hlneingehen, die durch die Verhältnisse der letzten Jahre niemals einen Blick werfen konnten auf das, was hier geschieht. Ein neues Menschenverständnis geht schon aus von derArt und Weise, wie das [[a:Ahriman|Ahrimanisch-Luziferische]] mit dem Christlichen zusammen gedacht wird und dargestellt, geoffenbart wird durch unsere Gruppe. Es ergreift die Seelen, wenn das, was durch diese Dinge gegeben wird, an diese Seelen herantritt. Allein, auf der andern Seite zeigen sich über­all die hemmenden Einflüsse dessen, was als Überbleibsel des Alten, Verfaulten am sogenannten Kulturleben sich über die Menschheit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man ja insbesondere sehen können an der, man darf wahr­haftig im tiefsten Sinne sagen, humoristischen Art, wie den Vorträgen begegnet wurde, die ich im Kunsthause unseres Freundes, des Herrn von Bernus in München gehalten habe, worinnen ich versuchte, die inneren Impulse unserer hier betätigten Kunstanschauung einem größeren Publikum nahezubringen. Ja, Interesse hat das bei den Leu­ten außerordentlich viel erregt, denn ich habe im Februar und im Mai solche Vorträge in München gehalten, und ich mußte jeden dieser Vorträge zweimal halten; Herr von Bernus aber versicherte mir, es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wären so viel Anfragen da, daß ich jeden dieser Vorträge vor einem öffentlichen Publikum, worin ich die Prinzipien meiner Kunstan­schauung, wie sie hier in dem Bau zutage treten, dargelegt habe, hätte viermal halten können. Interesse war schon da. Aber da, wo man selbstverständlich unfroh sein würde, wenn Zustimmung vorhanden wäre, bei der Münchner Zeitungskritik, da war, man kann schon sa­gen, in edelstem Sinne humoristisches Zähnefletschen da. Es war ins­besondere humoristisch, weil der innere Groll gegen etwas, was man gar nicht verstehen konnte, sich da so geltend machte: Es war alles solch - nicht gesprochenes, sondern gespieenes Zeug! Verzeihen Sie den harten Ausdruck. Und es zeigte sich gerade an dem Interesse, das der Sache entgegengebracht wurde, worinnen Ehrlichkeit und Auf­richtigkeit sich aussprach, im Gegensatze zu dem, was aus diesem Kunstmittelpunkte sonst sich zeigte - das ist ja München selbstverständlich, nicht wahr, das ist ja bekannt -, es zeigte sich also, wie in diesem Kunstmittelpunkte sowohl das verständigste als auch das un­verständigste Zeug geredet wurde. Gerade an dieser Diskrepanz zeigte sich an einem Beispiel, wie diese zwei Strömungen, von denen ich Ihnen sprach, in der Gegenwart vorhanden sind; wie wir wirklich uns bewußt sein dürfen, in etwas ganz Wesentlichem und Wichtigem drinnenzustehen, das für die Welt, für die Zukunft zu erkämpfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage das alles sicher nicht deshalb, weil ich irgendwie anstreben würde, wenn die Dinge in die Öffentlichkeit treten, wie man sagt, eine «gute Presse» zu bekommen; denn ich würde in dem Augenblicke, wo eine «gute Presse» auftritt, glauben: Da muß selbstverständlich irgend etwas nicht richtig sein, da muß irgend etwas Falsches auf unserer Seite geschehen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind ja geeignet, in uns das Bewußtsein hervorzu­rufen, daß wir gar sehr nötig haben, mit aller Entschiedenheit auf dem Boden unserer Sache zu stehen. Denn nichts könnte uns in schimmere Verwirrung hineinführen, als wenn wir irgendwelche Kompromisse schließen wollten mit dem, wovon die Außenwelt meint, daß es das Richtige wäre für uns. Nur in den Prinzipien unserer Sache selbst müssen wir dasjenige finden, was uns die Richtung für unser Tun angibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für so etwas, das mehr nuttelbar mit unserer Sache zusammen­hängt, aber doch innerlich zusammenhängt, auch für die Eurythmie hat sich ja in der letzten Zeit ein immer steigendes Interesse an den verschiedensten Orten gezeigt. Und wenn wir, die wir da waren, uns erinnern, wie zum Beispiel gerade die Eurythmie in einem Orte auf­genommen worden ist, wo sie fast noch gar nicht gesehen worden ist, wo sie zum Teil sogar etwas Neues war für diejenigen, die sie gesehen haben, in Hamburg, so muß man sich wirklich an die Art, wie da die Sache aufgenommen wurde, mit einer tiefen Befriedigung erinnern. Gerade in Hamburg konnte man sehen, wie bedeutungsvoll die Impulse sind, die auch von einer solchen Sache ausgehen können. Und da waren Leute, die eigentlich im Grunde zum erstenmal so recht einen eurythmischen Wurf gesehen haben. Und es wird vielleicht auch für die Eurythmie die Möglichkeit kommen, mit ihr in die Öffentlich­keit einzutreten. Aber gerade dann mussen wir mit solch einer Sache auf dem allerfestesten Boden stehen, nichts anderes tun, als was ledig­lich aus unserer Sache selbst heraus folgt. Sonst würde sich sehr bald zeigen, daß von einem gewissen Punkte ab niemand glauben darf, daß ich in einer gewissen Sache, wenn es auf mich selbst ankommt, bieg­sam bin. &#039;&#039;Kursiver Text&#039;&#039;Die meisten von Ihnen wissen schon, daß ich selbstverständ­lich überall da, wo es nicht auf etwas Prinzipielles ankommt, sondern wo es darauf ankommt, menschlich zu sein, das Menschliche in den Vordergrund zu stellen, in jeder Weise mit allen Menschen mitgehe - aber wo es an die Grenze kommt, daß auch nur im geringsten irgend etwas Prinzipielles verleugnet werden müßte, da würde ich mich nicht als biegsam erweisen. Wenn also in der jetzigen Zeit, wo so vieles an Tänzerei gesehen werden kann - denn überall wird ja getanzt, das ist ja ganz schrecklich, man könnte an jedem Abend, wenn man in einer größeren Stadt wohnt, einen Tanzabend mitmachen, wo überall schaugetanzt wird -, wenn man da glauben würde, und ich sage diese Sache nicht so ohne Begründung, obwohl ich auf nichts Konkretes hinweise, daß, wenn diese unsere Eurythmie jetzt vor die Öffentlich­keit treten würde, wir irgendwie uns binden sollten an eine journa­listische Verständnislosigkeit, die irgendwelche Anforderungen stellte, so würde ich mich in der ganz entschiedensten Weise dagegen verwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was Geschmacksrichtung ist, was Geschmacks­tendenz ist, muß lediglich aus unserer Sache selbst hervorgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns manchmal auch erinnern, insbesondere wenn wir uns wieder begrüßen, an das aus dem Willen folgende, notwendige, geradiinige Sich-Bewegen nach Maßgabe unserer spirituellen Impulse. Diese spirituellen Impulse werden ja gegen manches zu kämpfen ha­ben. Man kann heute nicht mehr bloß sagen Vorurteil, denn die Dinge wirken zu stark, als daß man sie mit dem schwachen Wort Vorurteil belegen könnte; diese Impulse, die werden gegen mancherlei zu kämp­fen haben. Immer wieder und wiederum muß ja hingewiesen werden auf die große Krankheit unserer Zeit, welche in der Zügellosigkeit gegenüber dem Gedankenieben besteht. Denn das Gedankenleben ist schon ein spirituelles Leben, wenn man es richtig erfaßt. Und weil die Menscheit so wenig sich an das Gedankenleben halten will, findet sie so wenig den Weg in spirituelle Welten hinein. Und ich muß schon von der verschiedensten Seite immer wieder und wieder eines berüh­ren: Man hält heute furchtbar viel von dem bloßen Inhalt der Gedan­ken. Aber der Inhalt der Gedanken ist an den Gedanken das am aller­wenigsten Wichtige. Nicht wahr, ein Weizenkorn ist ein Weizenkorn; es läßt sich nicht bestreiten. Aber mag ein Weizenkorn auch ein Wei­zenkorn sein: Wenn Sie ein Weizenkorn in einen guten, fruchtbaren Weizenboden hineinsenken, so bekommen Sie eine saftige Weizen­ähre daraus; wenn Sie ein Weizenkorn in einen ganz unfruchtbaren, steinigen Boden hineinsenken, bekommen Sie entweder gar nichts oder eine sehr korrupte Weizenähre. Jedesmal haben Sie es mit einem Weizenkorn zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagen wir jetzt etwas anderes statt Weizenkorn. Sagen wir statt Weizenkorn «Idee der freien Menschheit», von der ja heute so viel gesprochen wird; «Idee der freien Menschheit» ist «Idee der freien Menscheit», wird mancher sagen. Das ist geradeso wie: Weizenkorn ist Weizenkorn. Es ist ein Unterschied, ob «Idee der freien Mensch­heit» in einem Herzen, in einer Seele gedeiht - ganz genau dieselbe Idee mit derselben Begründung -, wo dieses Herz und diese Seele fruchtbarer Boden ist, oder ob die «Idee der freien Menschheit» in Woodrow Wilsons Kopf gedeiht! So wenig wie ein Weizenkorn gedeihen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann, wenn es in einen steinigen Boden oder gar in den Felsen hineingesenkt wird, so bedeuten all die sogenannten schönen Ideen, die in den Programmen Woodrow Wilsons vorkommen, nichts, wenn sie aus diesem Kopfe kommen. Allein dies ist etwas, was der gegen­wärtigen Menschheit so unendlich schwer wird einzusehen, weil die gegenwärtige Menschheit eben der Anschauung ist: Man hält sich an den Inhalt von Programmen, an den Inhalt von Ideen. Aber der Inhalt von Programmen, der Inhalt von Ideen, der hat ebensowenig eine Bedeutung, als die Keimkraft eines Weizenkorns eine Bedeutung hat, bevor dieses Weizenkorn in einen gerade für es fruchtbaren Weizen­boden gesenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Real denken, das ist dasjenige, was der Menschheit so ungeheuer not tut. Und mit dem Unrealdenken der Gegenwart hängt etwas anderes zusammen, hängt zusammen, daß die Menschheit fast von allen Er­eignis sen überrascht wird. Man kann schon die Frage aufwerfen: Von was ist denn die Menschheit nicht überrascht worden in den letzten Jahren? - Von allem ist sie überrascht worden, und sie wird weiter noch viel mehr überrascht werden, als sie überrascht ist. Aber die Menschheit läßt sich ja nicht irgendwie auf dasjenige ein, was wirksam ist in der Welt. Daher ist es auch heute unmöglich, für irgendeine Sache die Menschheit zu irgendeiner Voraussicht zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mit bloßen Ideen arbeitet, dann kann man von allen Seiten alles durch alles begründen. Wenn man mit dem bloßen Inhalt von Ideen arbeitet, kann man wirklich alles mit allem begründen. Auch das ist etwas, was im Grunde genommen immer mehr und mehr und immer tiefer und tiefer eingesehen werden muß, was aber nicht einge­sehen werden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich wenn man von solchen Dingen spricht und dann Beispiele anführt, findet man keinen rechten Glauben, weil die Beispiele zu grotesk sich ausnehmen. Aber von solchen Dingen, die in so gro­tesken Beispielen zutage treten, ist unser ganzes gegenwärtiges Seelen- und Geistesleben durchschwirrt. Ich weiß, daß gar mancher vielleicht mit Groll zuhört, wenn ich Ihnen eine recht ausgefallene Idee als ein Beispiel anführe. Ich will eine ganz ausgefallene Idee anführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ein Universitätsprofessor, ein alter, angesehener Universitäts­professor auf die Tatsache gestoßen, daß Goethe in seinem langen Leben Neigungen gehabt hat für verschiedene Frauen. Darauf ist also ein Universitätsprofessor gestoßen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Goethes Leben und das Leben der mit ihm zusammenhängenden Gei­ster gründlich zu studieren. Und siehe da, selbstverständlich hat er, trotzdem er nicht gerade ein europäischer Universitätsprofessor ist, es sich zur Aufgabe gemacht, bei diesen Studien so gründlich zu Werke zu gehen, wie sonst in der Regel nur mitteleuropäische Universitäts­professoren zu Werke gehen: er hat die ganze Galerie der Goetheschen Frauengestalten in ihrem Verhältnis zu Goethe an seiner Seele Revue passieren lassen. Und was hat er herausgefunden? Fast wörtlich kann ich es Ihnen anführen. Er hat herausgefunden: Was man über die je­weilig geliebte Frau in Goethes Leben sagen kann, das ist, daß jede für Goethe eine Art Belgien war, gegenüber welcher er die Neutralität verletzte, und dann darüber geseufzt hat, daß sein Herz blute, indem er über eine leuchtende Unschuld herfallen mußte. Aber er hat auch nicht vergessen, jedesmal wiederum wie der deutsche Kanzler zu be­haupten, daß das Gebiet der verletzten Neutralität ein besseres Schick­sal verdient haben würde, daß aber er, Goethe, nicht anders gekonnt habe, da seine Bestimmung, die Rechte seines geistigen Lebens ihn verpflichteten, die Geliebte zu opfern, ja den Schmerz seines eigenen Herzens zu opfern auf dem Altar der Pflicht, die er habe gegen sein eigenes unsterbliches Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, aus diesem Buche könnte ich Ihnen noch manche ausgefallene Idee hier vorlegen. Sie würden sagen: Wozu das? - Aber es hat schon seine guten Gründe, denn derlei Ideen finden Sie heute überallhin über die Erde zerstreut. Sie sind so, die Ideen der heutigen Menschheit. Und nicht umsonst zeigen sich solche Ideen da, wo der Extrakt des menschlichen Denkens in der Literatur auftritt, denn diese Anschau­ung wird vertreten von &#039;&#039;Santayana&#039;&#039;, dem Professor der Harvard-Univer­sität in Amerika, einem sehr angesehenen Spanier, der sich aber ganz amerikanisiert hat, dessen Buch während dieser Menschheitskatastro­phe geschrieben worden ist, und dessen französische Ausgabe einge­leitet worden ist von Boutroux, der kurz vor dem Kriege von Heidelberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus eine große Lobrede über die deutsche Philosophie gehalten hat. Dieses Buch heißt: «L&#039;erreur de la philosophie allemande», und ist wahrhaftig nicht ein Zufallsbuch, sondern es ist ganz charakte­ristisch für das Denken der Gegenwart, weil ja wirklich mit derselben Leichtigkeit, mit welcher der Professor Santayana die Verletzung der belgischen Neutralität mit den Taten Goethes gegenüber verschiede­nen Frauen vergleicht, diese Menschheit das Entferntliegendste zusammenhält. Denn diese Art des Denkens tritt Ihnen, wenn Sie wirk­lich beobachten können, auf allen Gebieten der sogenannten heutigen Wissenschaft entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja schon einmal die Aufgabe jener geistigen Impulse, denen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gewidmet ist, gegen drei Grundübel in der gegenwärtigen sogenannten Mensch­heitskultur anzukämpfen. Sie kann gar nicht anders, als gegen diese drei Grundübel anzukämpfen. Das eine Grundübel zeigt sich auf dem Gebiete des Denkens, das andere auf dem Gebiete des Fühlens, und das dritte auf dem Gebiete des Wollens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Denkens ist es allmählich dazu gekommen, daß die Menschen nur so denken können, wie dasjenige Denken verläuft, das eng an das physische Gehirn gebunden ist. Aber dieses Denken, das eng an das physische Gehirn gebunden ist, das sich nicht erheben will in freiem Aufschwung zum Spirituellen, das ist unter allen Umständen dazu verurteilt, borniert zu werden, beschränkt zu werden. Und das bedeutungsvollste Kennzeichen, namentlich des gegenwärtigen wis­senschaftlichen Denkens, ist die Borniertheit, ist die Beschränktheit. Gewiß, man kann auf dem Felde des Beschränkten, des Bornierten, Großartiges leisten. Das tut zum Beispiel die gegenwärtige Natur­wissenschaft. Aber zur Naturwissenschaft, wie sie heute gedacht wird, ist ja keine Genialität notwendig. Also: Borniertheit, Beschränktheit, das ist dasjenige, was namentlich auf intellektuellem Gebiete be­kämpft werden muß. Ich will heute mehr skizzieren, wir werden diese Dinge genauer besprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Fühlens handelt es sich darum, daß die Mensch­heit allmählich zu einer gewissen Philistrosität gekommen ist - man kann das nicht anders nennen -, Engherzigkeit, Philistrosität, Eingeschränktheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf gewisse engumgrenzte Kreise. Das ist ja das hauptsächlichste Kennzeichen des Philisters, daß er sich nicht für große Weltenzusammenhänge interessieren kann. Kirchtumpolitiker sind immer Philister. Das kann natürlich auf dem Gebiete der Geisteswis­senschaft nicht genügen, denn da kann man sich nicht auf die engsten Kreise beschränken. Man muß sich sogar für das Außerirdische, man muß sich für sehr weite Kreise interessieren. Und die Leute ärgert es ja, wenn jemand auch nur vorgibt, für so weite Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn, etwas wissen zu wollen. Aber die Philistrosität muß schon auf allen Gebieten der Nichtphilistrosität weichen, wenn Gei­steswissenschaft durchdringen soll. Das ist manchmal nicht bequem, denn das fordert rückhaltloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen, und ein mehr vorurteilsloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ja in der letzten Zeit einmal etwas recht Niedliches gerade auf unserem Boden passiert; aber ich habe vorgebeugt, es ist nichts Schlimmes passiert, es hätte nur etwas passieren können! Ich habe - Sie werden sich daran noch aus den vorjährigen Zürcher Vorträgen erinnern - unter den verschiedenen Beispielen, wie aus der Natur­wissenschaft selber eine Art Überwindung des Darwinismus herauswachsen kann, auf das ausgezeichnete Buch «Das Werden der Orga­nismen» von Oskar Hertwig hingewiesen. Ich habe hier und sonst überall, wo ich nur Gelegenheit gefunden habe, auf dieses ausgezeich­nete Buch hingewiesen. Nun erschien sehr bald nach diesem Buch ein kürzeres Buch, worin derselbe &#039;&#039;[[a:Oskar Hertwig|Oskar Hertwig]]&#039;&#039; über das soziale, das ethische und das politische Leben spricht, und ich hatte mir schon gedacht: Da kann passieren, daß einzelne unserer Mitglieder, wenn sie gehört haben, daß ich gesagt habe, das Buch von Oskar Hertwig «Das Werden der Organismen» sei ein ausgezeichnetes Buch, nun glauben, daß ich denselben Oskar Hertwig für eine unfehlbare Autorität an­sehe. Dieses Buch, das als zweites erschienen ist von Oskar Hertwig, ist ein Buch, das nichts taugt, ein Buch, das herrührt von einem Men­schen, der auf dem Gebiete, um das es sich da handelt, auf dem Ge­biete des sozialen, des ethischen, des politischen Lebens, absolut keinen einzigen ordentlichen Gedanken fassen kann. Ich fürchtete schon, daß einzelne unserer Mitglieder nun hätten finden können, daß auch dieses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buch irgendeinen Wert haben könnte, weil es von demselben Oskar Hertwig herrührt. So mußte ich denn vorbauen und habe auch über­all, wo ich bisher die Gelegenheit ergreifen konnte, sie ergriffen, um darauf aufmerksam zu machen, daß ich dieses zweite Buch desselben Verfassers, der ein ausgezeichnetes naturwissenschaftliches Buch ge­schrieben hat, für ein ganz unfruchtbares, törichtes Zeug halte, von einem Menschen, der gar nicht die Möglichkeit hat, über die Dinge zu reden, über die er da redet. Bequem das eine aus dem andern zu fol­gern, ohne sich jedesmal den Tatsachen aufs neue vorurteilslos gegen­überzustellen, das läßt unsere anthroposophisch orientierte Geistes­wissenschaft nicht zu. Die fordert eben wirklich von den Menschen eine Prüfung der Konkretheit gegenüber jedem einzelnen Falle. Philistrosität ist etwas, was schwinden wird, wenn die Impulse der Geisteswissenschaft sich verbreiten. Das auf dem Gebiete des Fühlens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf dem Gebiete des Wollens, da ist es dasjenige, was so ganz besonders in der neueren Zeit im weitesten Sinne die Menschheit er­griffen hat und was ich doch nicht anders benennen kann denn als Ungeschicklichkeit. Durch das Eingeschränktsein desjenigen, was man lernt auf einem engen Kreis, kann der heutige Mensch in der Regel viel auf einem engen Kreise, und er ist ziemlich ungeschickt in bezug auf alles, was außerhalb dieses Kreises liegt. Man kann heute Männer kennenlernen, die sich keinen Hosenknopf annähen können! Unge­schicklichkeit außerhalb eines engsten Kreises, das ist dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens insbesondere verbreitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun nicht mit den bloßen abstrakten Gedanken, sondern mit der ganzen Seele bei dem ist, was man hier Geisteswissenschaft nennt, der wird sehen, daß diese Geisteswissenschaft in die Geschicklichkeit der Hände hineingeht, daß sie den Menschen geschickter macht, daß sie ihn geeignet macht, wirklich wiederum sein Interesse auf weitere Kreise, sein Wollen über eine weitere Welt auszudehnen. Natürlich ist gerade mit Bezug auf die Ungeschicklichkeit Geisteswissenschaft noch zu schwach, aber je stärker wir sie aufnehmen, desto mehr wird sie eine Bekämpferin sein der Ungeschicklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist es, was beim heutigen Aufnehmen der Geisteswissen­schaft, ich möchte sagen, als eine Trinität ihr gegenübersteht: Borniertheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf intellektuellem Gebiete, Philistrosität, das heißt Engherzigkeit auf dem Fühlensgebiete, Ungeschicklichkeit auf dem Wil­lensgebiete. Und die drei liebt man heute, wenn man auch sich dessen nicht voll bewußt ist. Nichts wird heute mehr geliebt in der ganzen Welt als Ungeschicklichkeit, Philistrosität und Borniertheit. Und in­dem man diese drei liebt, wird man nicht leicht vordringen können zu den großen Aspekten, zu denen die Menschheit vordringen muß: zu den Aspekten, die sich an die Benennungen Ahriman und Luzifer anknüpfen. Und gerade hier ist etwas Wichtiges zu begreifen in unse­rer Zeit, denn in unserer Zeit ist unter mannigfaltigen andern Dingen auch ein sehr wichtiger Übergang vom Luziferischen zum Ahrima­nischen. Und da sich dieser Übergang nicht bloß sonstwo, sondern auch schon durchaus hier in der Schweiz zeigt, so kann man ja auch hier davon sprechen. Auf diesem Gebiet hat vielleicht hier das erste gerade durch schweizerische Gepflogenheiten weniger Bedeutung erlangt, aber das zweite, das hat alle Aussicht, gerade auf diesem Bo­den mehr Bedeutung zu erlangen. Die Menschheit ist nämlich in bezug auf gewisse Dinge in einem Übergang von luziferischen zu ahrimani­schen Untugenden, von luziferischen Kontraimpulsen in bezug auf die Entwickelung der Menschheit zu ahrimanischen Kontraimpulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchaus luziferisch geartet waren gewisse Impulse, die man in der früheren Zeit im Erziehungswesen geltend machte. Man rechnete im Erziehungswesen - wir alle, als wir jung waren, mit Ausnahme der Jüngsten unter uns, wissen ja das sehr genau - mit dem Ehrgeiz, mit der Eitelkeit. Also man rechnete - vielleicht hier in der Schweiz weniger, aber sonst ziemlich viel in der Welt - mit dem Ehrgeiz und der Eitelkeit, mit Ordenswesen, Titelwesen und so weiter, nicht wahr! Die ganze Laufbahn mancher Menschen war aufgebaut auf diesen luziferischen Impulsen der Eitelkeit, des Ehrgeizes, des Mehr-Geltens als ein anderer Mensch und so weiter. Versuchen Sie zurückzudenken, wie das Erziehungswesen schon aufgebaut war auf diesen luziferischen Impulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenwart strebt man danach, an die Stelle dieser luzife­rischen Impulse ahrimanische zu setzen. Sie hüllen sich heute in das niedliche Wort «Begabtenprüfungen». Das will auf ahrimanischem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete, was das Pochen auf den Ehrgeiz und die Eitelkeit schon bei dem Kinde auf luziferischem Gebiete war. Man strebt heute danach, die Begabtesten herauszufinden, diejenigen, die schon ohnedies in den Klassen am meisten können; aus denen sollen wiederum einzelne her­ausgezogen werden. Dann stellt man mit diesen Begabtenprüfungen an, Prüfungen des Intellekts, Prüfungen des Gedächtnisses, Prüfun­gen der Auffassungsgabe und so weiter. Und das ist etwas, wofür die Verfassung des Schweizer Gemütes sehr viel Veranlagung hat. Und wenn auch das Luziferische hier weniger eine Rolle spielte, dieses Ahrimanische, das zeigt sich schon in sehr niedlichen Keimen: Ver­ständnis für diese Begabtenprüfungen. Denn diese Begabtenprüfun­gen gehen ja aus von der Intelligenz, von der Wissenschaft, von der gegenwärtigen Gelehrtenpsychologie. Da setzt man sich hin, nicht wahr, diejenigen, deren Begabung man prüfen will, man schreibt ihnen auf: &#039;&#039;Mörder - Spiegel - Opfer des Mörders.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitzen sie da, die armen Lämmer, vor den drei Worten Mör­der, Spiegel, Opfer des Mörders und sollen Verbindungsglieder su­chen. Das eine Kind findet: Der Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, aber das Opfer hat einen Spiegel, und in dem spiegelt sich gerade der Mörder, und da kann sich das Opfer noch retten. - Das ist das erste Kind. Seine Auffassungsgabe geht dahin, die drei Worte so zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt kommt ein anderes: Ein Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, sieht sich in einem Spiegel; da kommt ihm sein Gesicht vor wie jemand, der kein gutes Gewissen hat, und der Mörder läßt ab von seinem Opfer, weil er sein Gesicht im Spiegel sieht. - Das ist das zweite Kind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Kind macht eine andere Kombination: Ein Mörder schleicht heran. Dieser Mörder findet einen Spiegel. Er stößt sich an dem Spiegel; der Spiegel fällt herunter, macht einen furchtbaren Lärm, poltert. Das Opfer des Mörders wird auf das Gepolter auf­merksam und kann zur rechten Zeit sich rüsten gegen den Mörder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte Kind ist das Begabteste! Das erste hat nur das Aller­nächste an Ideenkombinationen gefunden, das zweite eine nahe­liegende moralische Sache, das dritte Kind hat aber eine sehr komplizierte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideenverbindung gefunden. Das ist das Begabteste! Nun ja, es ist schon so ähnlich. Man muß ja natürlich alles, wenn man es kurz darstellen will, ein bißchen in seiner eigenartigen Wesenheit darstel­len. Aber so will man in der nächsten Zeit die Begabung der Kinder prüfen, damit man die Begabtesten herausbekomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist sicher: Wenn diejenigen Menschen, die diese Methoden erfinden, nachdenken würden, wer die Großen sind, die sie verehren, so &#039;&#039;[[a:Helmholtz|Helmholtz]], [[a:Newton|Newton]]&#039;&#039; und so weiter, so müßten sie sagen, die wären bei diesen Begabtenprüfungen alle, durch die Bank, als die unbe­gabtesten Kerlchen angesehen worden! - Es wäre nichts herausge­kommen. Denn Helmholtz, der heute bei den Leuten, die da die Be­gabtenprüfungen machen, ganz gewiß als ein großer Physiker ange­sehen wird, hatte einen Wasserkopf und war sehr unbegabt in seiner Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will man denn da prüfen? Den bloßen äußeren Organismus, lediglich dasjenige, was als physisches Werkzeug des Menschen in Betracht kommt, das rein Ahrimanische der Menschennatur! Werden jemals die Früchte dieser Begabtenprüfungen in der Menschheit irgend etwas bedeuten, dann werden noch greulichere Gedankenge­bilde heraufkommen, als diejenigen sind, die zu der gegenwärtigen Menschheitskatastrophe geführt haben. Allein wenn man heute den Menschen spricht von dem, was vielleicht erst in hundert Jahren zu katastrophalen Ereignissen führen kann, so interessiert das ja die Menschen nicht. Aber wir leben jetzt in diesem Übergang von luzi­ferischem Erziehungssystem zum ahrimanischen Erziehungssystem, und wir müssen zu denen gehören, die solche Sachen ins Auge zu fassen verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wirksame Kraft für die Zukunft ist, müssen die Menschen umsetzen in Kräfte der Gegenwart. Denn das ist es, was heute von uns gefordert wird: Gefordert wird echtes, wahres, unbefangenes Sich Gegenüberstellen dem, was konkrete, unmittelbare Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darinnen kann man ja sehr sonderbare Erfahrungen machen. Ich weiß nicht, ob ich hier eine Erfahrung schon erwähnt habe, die ganz interessant ist. Es gibt Schriften von [[a:Woodrow Wilson|Woodrow Wilson]], eine Schrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über die Freiheit, eine andere Schrift heißt «Nur Literatur», die viel bewundert worden sind, auch heute noch von vielen sehr bewundert werden. In der einen Schrift, die «Nur Literatur» heißt, ist ein in­teressanter Essay wiedergegeben, den Woodrow Wilson über die historische Entwickelung von Amerika geschrieben hat. Auch sonst sind interessante Essays von Woodrow Wilson wiedergegeben mit weiten historischen Gesichtspunkten. Als ich diese Schriften las, machte ich eine interessante Erfahrung. In diesen Schriften finden sich einzelne Sätze, die mir ungemein bekannt schienen, und die doch ganz gewiß nicht von irgend etwas abgeschrieben waren; sie schienen mir aber doch außerordentlich bekannt. Und ich kam sehr bald dar­auf, daß diese Sätze, die da bei Woodrow Wilson stehen, ebensogut bei Herman Grimm stehen könnten, ja, daß mancher dieser Sätze so­gar wörtlich bei Herman Grimm steht. Herman Grimm liebe ich; Woodrow Wilson, das wissen Sie ja wohl, liebe ich nicht gerade. Aber ich kann deshalb doch nicht die objektive Tatsache verschweigen, daß in bezug auf den Inhalt der Sätze man Sätze von Herman Grimm in Vorträgen, Aufsätzen einfach herübernehmen und hineinstellen könnte in Wilsons Aufsätze, und umgekehrt Sätze von Wilson in Werke von Herman Grimm herübernehmen könnte. Da sagen zwei dem einfachen, gewöhnlichen Wortlaute nach eines und dasselbe. Aber in der Gegenwart muß man lernen: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe! Denn es liegt die interessante Tatsache vor: Herman Grimms Sätze sind persönlich erkämpft, sind errungen, Schritt für Schritt von der Seele errungen. Woodrow Wilsons ganz gleichlautende Sätze rühren von einer eigentümlichen Besessenheit her. Von einem unterbewußten Ich ist der Mann besessen, das diese Sätze herauftreibt in das bewußte Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solche Dinge beurteilen kann, der kommt darauf, daß es sich hier darum handelt: Weizenkorn ist Weizenkorn; aber es ist ein Un­terschied, ob das Weizenkorn in diesen Boden oder in jenen Boden gesenkt wird. Es ist ein Unterschied, ob jemand eine Idee so sehr als die seinige hat, daß er sie Stück für Stück auf seinem eigenen, per­sönlichsten Wege erkämpft hat, oder ob jemand diese Idee dadurch hat, daß ein Unterbewußtes ihn von sich, von diesem Unterbewußten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besessen gemacht hat: da tönt alles aus einem besessenen Unterbe­wußten heraus, aus einem Bewußtsein, das vom Unterbewußten be­sessen ist. Also es kommt heute schon darauf an, zu verstehen: Auf den Inhalt der Gedanken, auf den Inhalt von Programmen kommt es nicht an, sondern auf das lebendige Leben kommt es an, das die Menschheit lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann materialistische Philosophie lehren, man kann bloße Gedankenphilosophie lehren, man kann bloße materialistische Na­turwissenschaft lehren, man kann mit bloß materialistischer Natur­wissenschaft ein ausgezeichneter europäischer Gelehrter sein, eine Zierde der Universität sein und daneben ein braver Staatsbürger: es ist ja der Typus nicht so selten, nicht wahr? Sie sind ja überall zu finden, die Zierden und Leuchten der Wissenschaft, die zu gleicher Zeit ganz tadellose, brave Staatsbürger sind! Das kann man ja ganz gut sein. Aber nehmen Sie irgendeine bestimmt geartete Idee, etwa den Kampf ums Dasein, um eine triviale Idee zu nennen, oder eine Idee, wie sie selbst zahmere Leute wie Oskar Hertwig vertreten, oder Ideen, wie sie &#039;&#039;Spenser&#039;&#039; oder &#039;&#039;Mill&#039;&#039; oder &#039;&#039;Boutroux&#039;&#039; und &#039;&#039;Bergson&#039;&#039; vertreten, die eben durchaus nicht zu spirituellem Leben vordringen wollen, sondern bei bloßen Gedankenphilosophien bleiben - aber noch mehr: Nehmen Sie das, was materialistische naturwissenschaftliche Ideen sind, nehmen Sie diese Ideen -, gewiß, sie können wachsen im Gehirn von braven Staatsbürgern; schön, aber Weizenkorn ist Wei­zenkorn, doch es ist ein Unterschied, ob ein Weizenkorn in weizenfruchtbarem Boden wächst oder in felsigem Boden, und es ist ein Unterschied, ob dieselbe naturwissenschaftliche Idee, die in Europa als eine Zierde der Naturwissenschaft errungen werden kann und an den Universitäten gilt, in den Gehirnen der Universitätslehrer wächst, oder ob sie wächst in dem Gehirn eines Menschen, der einen Bruder hat, welcher schon als junger Mann, am Ende der achtziger Jahre, als eine Leuchte der Wissenschaft in einem Petersburger Laboratorium gilt, der voller fruchtbarer chemischer Ideen ist, mit einer besonderen Medaille ausgezeichnet, von allen, die mit ihm gearbeitet haben, als junger Mann schon hochverehrt wird - und dieser Bruder ist plötz­[ich nicht mehr da! Eben noch von der Universitätsbehörde ausgezeichnet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
plötzlich nicht mehr da! Auf allen möglichen Umwegen sollen dann seine Kollegen erfahren haben, daß er mittlerweile ge­henkt worden ist, weil er an Verschwörungen teilgenommen hatte gegen Alexander III., den Reaktionär. Solche Tatsachen beleuchten die Dinge, die in der Gegenwart spielen, als Lichtblitze. Es ist nun ein Unterschied, ob dieselbe Idee in das Gehirn eines braven west­europäischen Universitätsprofessors fällt oder in das Gehirn des Bruders dieses unter solchen Voraussetzungen Gehenkten. Wenn sie in das Gehirn dieses Bruders fällt, dann verwandelt sich dieser Bruder in einen Lenin - denn der Bruder dieses Gehenkten ist Lenin -, und dann wird dieselbe Idee zur Triebkraft von alledem, was Sie jetzt im Osten Europas aufgehen sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idee ist Idee, wie Weizenkorn Weizenkorn ist, aber man muß er­kennen, ob etwas dieselbe Idee ist und nun auftritt, je nachdem, in dem Gehirn des Universitätsprofessors oder in dem Gehirn des Bruders des dazumal Gehenkten. Man muß den Willen haben, hineinzuschauen in diejenigen Untergründe des Daseins, wo die wirklichen Impulse des Geschehens liegen. Und man muß den Mut haben, abzu­lehnen all das Phrasenzeug von Programmen und Ideen von Wissen­schaftern, die da glauben, wenn sie dies oder jenes vertreten, so komme etwas darauf an. Vertreten kann man dem Inhalte nach dies oder jenes; doch darauf kommt es an, in welchem Gebiete des leben­digen Lebens dieses also Vertretene ist, so wie es darauf ankommt, in welches Gebiet das Weizenkorn fällt, ob in einen fruchtbaren Boden oder in einen unfruchtbaren Boden. Den Weg von der Ab­straktion, die unter den heutigen ernsten Verhältnissen überall zur Illusion oder zum Chaos führt, zu der Wirklichkeit, die einzig und allein in der Spiritualität gefunden werden kann, diesen Weg muß auf allen Gebieten die Menschheit suchen. Und wenn es noch so lange dauert: Auf diesem Wege allein kann die Menschheit das Heil und den Segen aus der gegenwärtigen Verwirrung heraus finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was wir uns ins Herz schreiben sollten, worinnen wir uns zusammenfinden sollen. Das ist es, womit wir uns in einer ernsten Begrüßung begrüßen sollten: in diesem Wissen, dazuzugehören zu dem, was die Gebrechen der Menschheit heilen muß. Sie sind heilbar,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber sie dürfen nicht mit Quacksalbereien geheilt werden wollen. Sie müssen geheilt werden mit demjenigen, durch dessen Mangel die Menschheit gerade in das Chaos hineingekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals hätte im Osten der Leninismus Platz greifen können, wenn nicht im Westen die materialistische Wissenschaft, die manchmal gar nicht sich materialistisch glaubt, gelehrt worden wäre. Denn was im Osten gemacht wird, ist direkt ein Kind der materialistischen Wissen­schaft. Ein Wechselbalg ist durch &#039;&#039;Karl Marx&#039;&#039; entstanden. Das wirk­liche Kind der materialistischen Wissenschaft ist schon im Osten vorhanden. Aber man muß den Willen haben, in alle diese Dinge wirk­lich hineinzuschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, meine lieben Freunde, ist gewissermaßen der Hintergrund, auf dem sich nun, ich möchte sagen, abhebt unser Bau. Und einzelne Menschen hier bei diesem Bau, sie arbeiten, denken an den Bau wahr­haftig recht abseits von den Ideen, die auf so vielen Territorien heute die Menschheit bewegen. Man kann sich gut denken, daß da draußen auf den andern Territorien viele Menschen sind, die da finden, daß hier Menschen leben, die sich absondern von dem, was heute die Welt bewegt und, wie die Menschen glauben, auch bewegen sollte. Man könnte sich das denken, daß die Leute vorwurfsvoll an diesen Ort hinsehen. Diejenigen, die mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei diesem Bau sind, brauchen sich aus diesem Vorwurf nichts zu machen. Denn, möge dieser Bau vielleicht gar nicht seine Aufgabe erfüllen, möge dieser Bau gar nicht sein Ziel erreichen: was an die­sem Bau aber arbeitet und was von denen aus gearbeitet wird, die an diesem Bau mit Hingabe arbeiten, das ist dasjenige, was das Aller­wichtigste ist in der Gegenwart, das ist dasjenige, was die gegenwärtige Menschheit herausführen muß aus alldem, in das sie hineingekommen ist. Und wenn die Menschen draußen etwa glauben: Hier arbeiten Leute abseits von den Aufgaben der gegenwärtigen Menschheit -, so muß man diesen Leuten sagen können: Hier wird gerade gearbeitet für das Allerwichtigste, für das Allerwesentlichste in der Gegenwart, das nur die andern nicht kennen, wovon die andern noch nichts wis­sen. Aber davon wird es gerade abhängen, daß die Menschheit werde etwas wissen wollen von dem, was hier geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal sei es betont: Nicht darauf kommt es an, ob dieser Bau sein Ziel erreicht - obgleich es gut wäre, wenn er sein Ziel er­reichen würde -, sondern darauf kommt es an, daß aus gewissen Ideen heraus an diesem Bau gearbeitet worden ist, daß sich Menschen ge­funden haben für das Arbeiten an diesem Bau. Und nicht der Inhalt dieser Ideen, sondern die Art, wie diese Ideen leben, das ist dasjenige, was die Menschheitsimpulse für die Zukunft sind, während das, woran heute viele glauben, nichts anderes ist als die zum Grabe sich neigenden, in die Auflösung übergehenden, für die Auflösung auch reifen Ideen der Vorzeit. Davon wollen wir dann morgen weiter reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute davon ausgehen, eine Art Skizze zu geben von der menschlichen Seele, so wie diese menschliche Seele in ihrem Verhalten zur Welt und zu sich selbst ist. Ich möchte diese Skizze so halten, daß man etwa sagen kann: Wir sehen uns den Menschen als Seelenwesen an im Profil. Also, damit wir uns verstehen: Wie wenn wir uns den physischen Menschen - nicht das Seelenwesen - so ansehen würden, daß wir ihn etwa nicht en face, sondern im Profil haben würden, meinetwillen nach rechts hinüberschauend. Betrachten wir ihn einmal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 029.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 29]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so. Natürlich müssen wir, wenn wir versuchen, so etwas skizzenhaft zu entwerfen, uns immer klar darüber sein, daß wir es mit imagina­tiver Erkenntnis zu tun haben, daß also das Wirkliche, das hinter einer solchen Sache steht, durch ein Bild wiedergegeben ist. Das Bild deutet auf die Sache hin, und man macht ja auch das Bild so, daß es in richtiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art auf die Sache hindeutet. Aber natürlich darf man sich eine Zeichnung, eine Skizze, welche darstellen soll ein Seelisch-Geistiges, nicht so denken, wie man sich irgend etwas vorstellt, das in natura­listischer Art eine äußere sinnenfällige Wirklichkeit kopiert. Dessen, was ich jetzt sage, muß man sich schon fortwährend bewußt sein. Ich werde also alles, was den physischen und den niederen ätherischen Organismus des Menschen betrifft, fortlassen, werde nur das Seelische, das Seelisch-Geistige zu skizzieren versuchen (siehe Zeichnung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Sie ja aus den verschiedenen Darstellungen, die gegeben wor­den sind, wissen, steht dieses Seelisch-Geistige mit der seelisch-geisti­gen Umwelt mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang als der physische Mensch mit der physischen Umgebung. Der physische Mensch ist ja gegenüber der physisch-sinnenfälligen Umgebung ein ziemlich abgeschlossenes Wesen. Man möchte sagen: Dieser physisch-sinnliche Mensch ist wirklich auch real in seiner Haut eingeschlossen. - So ist es nicht bei dem, was man als den geistig-seelischen Menschen bezeichnen kann; da muß man sich einen fortdauernden Übergang denken in den Strömungen, die im seelisch-geistigen Inneren des Menschen pulsieren, und in all den Bewegungen und Strömungen, die in der allgemeinen, universellen geistig-seelischen Welt bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich nun zunächst von der einen Seite her charakterisieren, wie dieses Verhältnis des menschlich Geistig-Seelischen zu dem Gei­stig-Seelischen der universellen Umgebung ist, so müßte ich das viel­leicht in der folgenden Weise tun. Ich müßte dasjenige, was aus dem Universum, also aus der Unendlichkeit des Raumes in geistig-seeli­scher Weise hereinkommt, zunächst in dieser Art malen. Eigentlich müßte ich den ganzen Raum so ausmalen, aber das ist ja nicht nötig, ich werde nur dasjenige, was zunächst Umgebung des Menschen ist, ausmalen. Das ist also jetzt dasjenige, was als Umwelt aufzufassen ist (siehe Zeichnung Seite 31, blau). Denken Sie sich also in seelisch-geistiger Bildhaftigkeit das, worin der Mensch hineingestellt ist. Der Mensch ist ja jetzt noch nicht da, sondern es ist nur das, was aus der Umgebung angrenzt, mit diesem Blau gekennzeichnet. Denken Sie sich das wie ein in sich wogendes blaues Meer, das den Raum aber aus­füllt. Wenn ich sage: Blaues Meer -, ist das natürlich so aufzufassen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 031 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ich das öfter in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen, charakteri­siert habe, so wie Farben als Bezeichnung des Aurischen, des Seelisch-Geistigen aufzufassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmend, möchte ich sagen, oder schwebend getragen, wie eine Woge getragen, ist nun ein anderes Geistig-Seelisches. Das ist dasjenige, welches ich jetzt etwa in der folgenden Weise darstellen müßte. Wir können also, wenn wir von der universellen Umwelt zum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen übergehen, uns und das menschliche Geistig-Seelische etwa wie schwebend auf diesem Rot denken. Da hätten wir zunächst einen Teil des Geistig-Seelischen; davon müßten wir nur, wenn wir etwas der Wirklichkeit gemäß die Skizze machen wollten, den oberen Teil in einem etwas ins Violettliche, ins Lila fallenden Rot geben. Das würde nur richtig gegeben sein, wenn hier oben das Rot sich violett abstumpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit habe ich Ihnen zunächst, ich möchte sagen, den einen Pol des Geistig-Seelischen des Menschen gegeben. Den andern Pol be­kommen wir, wenn wir das, was hier an das universell Geistig-Seeli­sche sich anschließend gegen das physische menschliche Antlitz zu schwimmend-schwebend sich verhält, etwa in der folgenden Weise eingliedern: Gelb, Grün, Orange; Grün geht ins Blaue noch hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Sie eine, ich möchte sagen Normalaura des Menschen im Profil, also von der rechten Seite aus gesehen. Ich sage ausdrück­lich: eine Normalaura von der rechten Seite aus gesehen. Dasjenige, was sich dem Schauen so darstellen würde, daß das Schauen eben diese Figur vor sich hätte, das charakterisiert das Hineingestelltsein des Menschen in seine geistig-seelische Umgebung. Es charakterisiert aber auch die Stellung des Menschen, des Seelisch-Geistigen des Men­schen zu sich selber. Man kann, gerade wenn man dasjenige studiert, was durch diese Figur dargestellt ist, so recht sehen, wie der Mensch nach zwei Seiten hin ein begrenztes Wesen ist. Diese zwei Seiten, nach denen hin der Mensch ein begrenztes Wesen ist, die werden im Leben immer bemerkt; allein sie werden nicht richtig gedeutet, sie werden nicht richtig ins Auge gefaßt, werden wenigstens nicht verstanden. Sie wissen ja, daß man in der äußeren Naturwissenschaft davon spricht, daß der Mensch, wenn er die Welt betrachtet, wenn er sich Erkennt­nisse verschaffen will von der Welt, mit seiner Wissenschaft, mit seiner Erkenntnis an bestimmte Grenzen kommt. Wir haben öfter von die­sen Grenzen gesprochen, von diesem berühmten «Ignorabimus» - wir werden niemals wissen -, welches von seiten der Naturforscher, von seiten mancher Philosophen geltend gemacht wird. Man sagt, der Mensch komme eben zu bestimmten Grenzen seines Erkennens, seines Anschauens der Außenwelt. Ich habe Ihnen wohl auch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den berühmten Ausspruch angeführt, den [[A:Du Bois-Reymond|&#039;&#039;Du Bois-Reymond&#039;&#039;]] auf der Leipziger Naturforscherversaminlung in den siebziger Jahren getan hat: In die Regionen hinein, so sagte ungefähr dazumal Du Bois­-Reymond, in denen Materie spukt, wird das menschliche Erkennen niemals dringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde richtiger über diese Erkenntnisgrenzen des Menschen sprechen, wenn man vielleicht sagen würde: Der Mensch ist genötigt, indem er die Welt betrachtet, gewisse Begriffe sich festzusetzen, welche er mit seinem naturwissenschaftlichen Erkennen, auch mit seinem gewöhnlichen Philosophenerkennen nicht durchdringt. Sie brauchen ja nur zu denken an solche Betrachtungen wie den Begriff des Atoms. Vom Atom redet die Naturwissenschaft. Aber das Atom hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn man eigentlich nicht davon reden kann, wenn man nicht sagen kann, was ein Atom ist; denn in dem Augenblicke, wo man anfangen würde, das Atom zu beschreiben, wäre es nicht mehr ein Atom. Es ist ein schlechthin Unnahbares. Und so ist es eigentlich schon die Materie, der Stoff selber. Es müssen ge­wisse Begriffe festgesetzt werden, an die man nicht herankommt. So ist es mit dem Erkennen der Außenwelt. Es müssen Begriffe festge­setzt werden, wie Materie, Kraft und so weiter, an die man nicht herankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß solche Begriffe festgesetzt werden müssen, das beruht einfach darauf, daß jenes innerlich geistig-seelisch Leuchtende des Menschen hier nach außen in ein Dunkles hinein sich erstreckt. Das, was da konstatiert wird als Erkenntnisgrenze, das kann man, ich möchte sa­gen, aurisch wirklich richtig sehen. Es liegt hier dem Menschen eine Grenze vor. Das Wesen, das er selbst ist, wird hier dargestellt durch dasjenige, was ich aurisch habe verlaufen lassen als hellgrün ins Blau-violett übergehend (siehe Zeichnung Seite 31). Aber indem es ins Blauviolette übergeht, ist es nicht mehr der Mensch, da ist es das Universelle der Umgebung. Da gelangt der Mensch mit seinem Wesen, das die innere Kraft seines Anschauens der Welt ist, an eine Grenze, da gelangt er gewissermaßen an das Nichts, und da muß er solche Begriffe, wie Materie, Atom, Stoff, Kraft festsetzen, die keinen Inhalt haben. Das liegt in der menschlichen Organisation, das liegt im Zusammenhange&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Menschen mit dem ganzen Weltenall. Da geht wirk­lich die Verbindung des Menschen mit dem Weltenall vor sich. Man kann, wenn man im Sinne geisteswissenschaftlicher Vorstellung diese Grenze da bezeichnet, das so machen, daß man sagt: Diese Grenze läßt den Menschen in bezug auf seine Seele in Berührung kommen mit dem Universum. - Man kann, indem man die Richtung nach dem Universum hin mit der einen Schleife einer Lemhiskate bezeichnet, das, was dem Menschen angehört, mit der andern Schleife bezeichnen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034a.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur geht das, was aus dem Menschen herausgeht, in das Universum, in das Unendliche hinein. Man muß daher die Schleifenlinie, die Lemniskate, auf der einen Seite offenlassen, und auf der einen zu­machen, und man muß dann diese Schleifenlinle so zeichnen: Hier ist die Schleifenlinie geschlossen, hier geht sie ins Unendliche hinaus. Es ist dieselbe Linie, die ich dort gezeichnet habe, nur gehen die Schenkel hier ins Unendliche hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034b.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich hier so zeichne als offene Lemniskate, als offene Schleifen-linie, das ist nicht bloß etwas Ausgedachtes, das ist etwas, was Sie tatsächlich wie ein- und auslaufende Blitze in einer sanften, aber sehr langsamen Bewegung als Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum sehen können. Die Strömungen des Universums nähern sich fortwährend dem Menschen; er zieht sie an, sie verschlingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in seiner Nähe und gehen wieder heraus. Also es strömt so etwas dem Menschen zu, verschlingt sich, geht wieder heraus. Der Mensch ist von solchen dem Universum angehörenden Strömungen durchsetzt, die sich hier vor ihm aufhalten. Dadurch ist der Mensch, wie Sie sich vorstellen können, von einer Art welligem Aurischen um­geben ; es kommen diese Strömungen vom Universum herein, machen hier einen Wirbel, grüßen gleichsam den Menschen, indem sie einen Wirbel vor ihm machen, so daß er hier von einer Art aurischer Strö­mung umgeben ist. Das ist wesentlich ein Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum, zur geistig-seelischen Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber können Sie dasjenige, was Sie eigentlich als in Ihrem Be­wußtsein liegend empfinden, hier dargestellt finden als bläulich-grün­lich-gelblich, nach innen zu orange verlaufend. Aber das stößt hier auf; im Inneren des menschlichen Seelischen stößt dieses Gelblich-Orange auf das auf, was auf dem blauen Meere als das Geistig-Seelische des unteren Menschen schwingt, des niederen Menschen. Was ich hier rot und im Übergang ins Orange gezeichnet habe, das gehört zu den unterbewußten Teilen des Menschen, entspricht ja auch denjenigen Vorgängen im Physischen, die sich hauptsächlich als Verdauungstätigkeit und Ähnliches abspielen, woran das Bewußtsein keinen An­teil hat. Dasjenige, was mit dem Bewußtsein zusammenhängt, das würde aurisch charakterisiert sein in den hellen Partien, die ich hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 035.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 35]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dargestellt habe (siehe Zeichnung Seite 31). So wie hier zusammen­stoßen des Menschen Geistig-Seelisches mit dem Geistig-Seelischen der Umwelt, so stößt nach innen des Menschen Geistig-Seelisches mit seinem Unterbewußten - also auch eigentlich dem Universum ange­hörig - zusammen. Dieses Zusammenstoßen muß ich in den Strö­mungen so zeichnen, daß die einen Strömungen ins Unendliche hinausgehen; anders muß ich dieses Zusammenstoßen im Inneren des Menschen zeichnen. Da muß ich auch eine Schleifenlinle zeichnen, aber diese muß ich so zeichnen, daß sie nach innen verläuft. Geben Sie acht: Ich zeichne durchaus eine Schleifenlinie, aber ich nehme die untere Schleife und schlage sie um, so daß die Schleifenlinie so wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 036.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich schlage die untere Schleife um (siehe Zeichnung, rechts). Im Gegensatz zu hier (siehe Zeichnung Seite 35), wo ich die eine Schleife ins Unendliche verlaufen lasse, also ins Unendliche vergrößere, schlage ich nun die untere Schleife um. - Dann habe ich dadurch bildlich bezeichnet die Stauungen, die sich ergeben da, wo das Geistig-Seelische hier innen auf das unterbewußte, als auch univer­selle Geistig-Seelische auftrifft. Ich muß also diese Stauungen, die im Menschen entstehen, wenn ich sie entsprechend denen hier zeichne, in dieser Weise charakterisieren (sieben Leruniskaten mit umgeschla­gener Schleife). Das sind die Stauungen, welche entsprechen einer inneren Welle im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie diese innere Welle tatsächlich verfolgen wollten, so würde die Hauptrichtung dieser Welle - aber eben nur die Hauptrichtung - etwa so verlaufen, daß sie entlangliefe dem Zusammenstoßen von den, wie Sie wissen, unrichtig benannten, aber sogenannten sensitiven und motorischen Nerven im Menschen. Das nur nebenbei gesagt, denn ich will heute hauptsächlich das Geistig-Seelische der Sache erörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 037.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 37]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen daran den starken Gegensatz, der besteht in dem Verhält­nis des Menschen zur geistig-seelischen Umwelt und zu sich selber, zu dem Stück, das er aus der geistig-seelischen Umwelt als sein Unter-bewußtes hereinnimmt, und das ich hier durch die rötliche Woge, die auf dem allgemeinen blauen Meere des geistig-seelischen Universums schwimmt, zu skizzieren gehabt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben gesagt, daß diese Welle hier (siehe Zeichnung Seite 31, rechts) gewissermaßen der Schranke entspricht, auf die der Mensch aufstößt, wenn er die Außenwelt erkennen will. Aber auch hier (links) ist eine Schranke; im Inneren des Menschen selbst ist eine Schranke. Wäre diese Schranke nicht vorhanden, dann würden Sie immer in Ihr Inneres hinuntersehen. Jeder Mensch würde in sein Inneres hinunter-schauen. So wie, wenn diese Schranke (rechts) nicht vorhanden wäre, der Mensch in die Außenwelt hineinschauen würde, so würde er, wenn diese Schranke (links) nicht vorhanden wäre, in sein Inneres hinunterschauen. Er würde allerdings, so wie der Mensch im gegen­wärtigen Entwickelungszyklus einmal ist, wenn er so in sein Inneres hinunterschauen würde, wenig Freude haben über dieses sein Inneres, weil das, was er da sehen würde, ein höchst unvollkommenes, chaoti­sches, brodelndes Gewoge der inneren Menschennatur ist, etwas, wor­über der Mensch keine große Freude haben könnte ; aber es ist das­jenige, in welches die phantastischen Mystiker glauben hinunterschauen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu können, wenn sie von Mystik sprechen. Dasjenige, was sehr häufig von phantastischen Mystikern als das Erstrebenswerte an­gesehen wird, was namentlich bei sehr vielen solchen Mystikern - ich habe sie im Vorjahre charakterisiert -, die wirklich glauben, indem sie in ihr Inneres schauen, das Universum erkennen zu können, als Mystik figuriert, das ist beim Menschen gerade durch diese Stauwelle zugedeckt, richtig zugedeckt. Der Mensch kann nicht in sein Inneres hinuterschauen. Dasjenige, was sich hier innerhalb dieser Region bildet (links), das staut sich und spiegelt sich, kann sich wenigstens in sich selbst zurückspiegeln, und die Erscheinung dieses Zurückspiegelns, das ist die Erinnerung, das Gedächtnis. Jedesmal, wenn ein Gedanke oder ein Eindruck, den Sie gefaßt haben, wiederum zurückkommt in der Erinnerung, so kommt er dadurch zurück, daß diese Stauung hier zu funktionieren beginnt. Wenn Sie diese Stauwelle nicht hätten, so würde jeder Eindruck, den Sie von außen bekommen, jeder Gedanke, den Sie fassen, durch Sie hindurchgehen, nicht in Ihnen bleiben kön­nen und in das übrige geistig-seelische Universum hineingehen. Nur dadurch halten Sie die Eindrücke auf, die Sie empfangen, daß Sie diese Stauwelle haben. Dadurch sind Sie aber imstande, durch ge­wisse Vorgänge, die wir noch charakterisieren werden, die Eindrücke wiederum zurückzubekommen. Und das drückt sich aus im Funk­tionieren des Gedächtnisses, im Funktionieren der Erinnerung. Sie können sich also vorstellen, daß Sie in sich etwas haben wie eine Tafel, was hier im Profil gezeichnet ist - denn es ist ja im Profil gezeichnet, nicht wahr, es ist solch eine Ebene, die in Ihnen ist -, da wird zurück­geschlagen dasjenige, was nicht durchgehen soll. Sie bleiben, wenn Sie wachend sind, mit der Außenwelt vereint, sonst würde alles in wachem Zustande durch Sie durchgehen. Sie würden eigentlich von den Eindrücken nichts wissen, Sie würden die Eindrücke bekommen, aber könnten sie gar nicht festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also dasjenige, was auf die Erinnerung deutet. Und das, was gewissermaßen als die Fläche dieser Stauwelle unsere Erinnerung bewirkt, deckt dasjenige zu, was der phantastische Mystiker gern in sich sehen möchte. Was da drunten ist, davon könnte man schon sagen: Für den, der die Dinge wirklich kennt, gilt das Wort: Der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch «begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie [die Götter] gnädig bedecken mit Nacht und Grauen». - Doch die Mystiker sind phantastisch und wollen da hinunterschauen. Aber sie können es ja ohnedies nicht, weil sie das normale Bewußtsein so durchlöchern, so korrumpieren würden, daß sich die Gedächtniswelle nicht zurück­schlüge. Dasselbe, was unsere Erinnerung ausmacht, was wir so not­wendig brauchen zum äußeren Leben, das bedeckt uns dasjenige, was die phantastischen Mystiker wohl schauen möchten, was aber der Mensch nicht schauen soll. Unter Ihrem Gedächtnis, unter Ihrer Gedächtnisursache, unter Ihrer Gedächtnisfläche liegt etwas Wesen­haftes vom Menschen. Aber geradeso wie die Hinterwand eines Spie­gels, wie der Belag eines Spiegels das, was vorn ist, zurückwirft, so geht, was also in Ihrem Bewußtsein ist, nicht da hinten hin; das wird wieder zurückgeworfen und kann deshalb fortwährend als Erinnerung da sein. So kann überhaupt unser ganzes Leben sich als Erinnerung spiegeln. Und im wesentlichen ist ja dasjenige, was wir das Leben unseres Ich nennen, das Spiegeln dieser Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also, unser bewußtes Leben leben wir eigentlich zwischen dieser Welle hier (rechts) und zwischen dieser Welle (links). Wir wären also Schläuche, die alles durch sich hindurchlassen, wenn wir nicht diese Stauwelle hätten, die der Erinnerung zugrunde liegt, und wir sähen in die Geheimnisse jenseits der Erkenntnisgrenze hinein, wenn wir nicht genötigt wären, außerhalb des Gebietes des Sinnen-fälligen Begriffe zu setzen, für die wir keinen Inhalt mehr haben. Wären wir so organisiert, daß wir diese Stauung hier nicht erzeugen könnten, so würden wir Schläuche sein. Wären wir so organisiert, daß wir nicht genötigt wären, diese gewissermaßen unausgefüllten Be­griffe, diese dunklen Begriffe vor uns hinzusetzen, so wären wir liebe-leere und liebelose Wesen; steinerne Naturen wären wir, trockene Naturen. Wir könnten nichts in der Welt gern haben, wir wären alle Mephistopelesnaturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß wir so organisiert sind, daß wir an gewisses Geistig-Seelisches unserer Umgebung nicht herankommen können mit unseren abstrak­ten Begriffen, mit unserem Fassungsvermögen, das bewirkt, daß wir lieben können. Denn was wir lieben sollen, an das sollen wir nicht so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
herankommen, daß wir es analysieren im gewöhnlichen Sinne des Wortes, daß wir es zergliedern, daß wir es behandeln wie der Chemi­ker im Laboratorium die chemischen Stoffe. Man liebt ja nicht, wenn man chemisch analysiert oder chemisch synthetisiert. Erinnerungsfähigkeit, Liebefähigkeit, das sind die zwei Fähigkeiten, die zugleich entsprechen zwei Grenzen der menschlichen Natur. Der einen Grenze nach innen entspricht die Erinnerungsfähigkeit; was jenseits der Er­innerungszone liegt, ist unterbewußtes menschliches Innere. Die andere Zone entspricht der Kraft der Liebefähigkeit; was jenseits dieser Zone liegt, entspricht dem Geistig-Seelischen des Universums. Das Unbewußte der menschlichen Natur liegt also jenseits dieser Zone, soweit das menschliche Innere reicht ; das Geistig-Seelische des Uni­versums geht unbegrenzt in die Weiten hinaus von der andern Zone an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können also sprechen von Liebezone, von Erinnerungszone und können dasjenige, was das menschlich Geistig-Seelische ist, inner­halb dieser Zonen einschließen; müssen aber jenseits der einen Zone da drüben (siehe Zeichnung Seite 31, links) dasjenige suchen, was un­bewußt bleibt, und was deshalb, weil es unbewußt bleibt, gerade sehr stark zusammenhängt mit der menschiichen Körperlichkeit, mit den körperlichen Verrichtungen. Natürlich sind die Dinge in der Wirk­lichkeit nicht so einfach, wie man sie darstellen muß, weil alles inein­andergreift. Das, was hier rot ist (siehe Zeichnung Seite 31), das greift in Dinge hinein, das verändert sich ; und wiederum dasjenige, was grün und blau ist, das verändert sich auch. In der Wirklichkeit greifen die Dinge alle ineinander ein. Aber trotzdem ist in der Hauptsache die skizzenhafte Zeichnung richtig und entspricht den Tatsachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus aber ersehen Sie, daß für das physische Leben auf der Erde hier ein starkes, bewußtes Geistiges ist. Hier (links) ist ein unbewußtes Geistiges, das eigentlich mit dem Universum zusammen verschwimmt. Diese zwei Stücke des Menschen unterscheiden sich sehr deutlich von­einander. Dieses Geistige (in der Mitte), das ist daher zunächst für das irdische Leben ein solches, das sehr fein gewoben ist. Wie fein gewo­benes Licht, möchte ich sagen, ist alles hier (gelb). Würde ich am Menschen zu zeigen haben, wo dieses fein gewobene Licht ist, so würde in das hinein, was ich jetzt umfassend so umschreibe, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
menschliche Haupt fallen. Also was ich so umschrieben habe, was ich dorthin als das Gelbe, Gelb-Grünliche, Gelb-Orange nach der andern Seite gezeichnet habe, das ist fein gewobenes, wenn ich so sagen darf, Geistlicht. Das hat keine starke Verwandtschaft mit der irdischen Materie ; das hat eine möglichst geringe Verwandtschaft mit der irdi­schen Materie. Deshalb, weil es wenig Verwandtschaft hat, kann es auch nicht mit der Materie sich gut verbinden, und so bleibt es zum großen Teile unverbunden mit der Materie ; es wird diesem Teil ge­geben eine solche Materie, die eigentlich immer jeweils aus der vori­gen Inkarnation des Menschen stammt. Das Haupt, das, was das menschliche. Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigent­lich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Phy­siognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem [[a:luzifer|luziferischen]] Inneren stammt, sondern mehr durch die An­passung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit ; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrod ein von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorpho­sieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form be­kommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinaus-geschrittenes. Daher ist das Haupt - wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe - eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der übrige Mensch, der ist auch ein Haupt, so sonderbar das aussieht; nur ist er noch nicht so weit als das Haupt. Wenn Sie sich den Menschen geköpft denken, so ist das, was übrigbleibt, auch ein Haupt des Menschen, aber auf einer noch sehr zurückgebliebenen Stufe. Wenn es sich weitet entwickelt, dann wird es auch Haupt, während das, was Sie als Haupt des Menschen haben, der übrige Organismus gewesen ist in früherer Inkarnation. Wenn Sie dann dasjenige entleiblicht sich denken, vom Leibe befreit, was in Ihrem gegenwärtigen Organismus noch nicht Haupt ist, wenn Sie sich also das Haupt wegdenken vom gegenwärtigen Organismus, der erst in der nächsten Inkarnation Haupt wird - aber dieser Ihr Organismus ist ja ein Abbild, alles Physische ist ein Abbild eines Geistigen -, wenn Sie sich dafür das Geistige denken, was also in seiner äußeren Form nicht bis zum Men­schen vorgeschritten ist: da sehen Sie es sich nun an unserer luziferi­schen Figur bei der [[a:Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman|Gruppe]] drüben an, da haben Sie es!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt denken Sie sich all das Geistig-Seelische, das bei Ihnen zurückgehalten ist von Ihrem Haupte, in den Menschen hineingefügt, also all das, was beim Menschen eine Grenze ist, was er nicht durch­dringen kann (rechts, siehe Zeichnung Seite 31), in den menschlichen Kopf hineingepreßt: dann wird der Mensch nicht nur ein so altes, ehrwürdiges Haupt haben, wie er es ohnedies schon hat, sondern er wird ein ganz verknöchertes Haupt haben, wird überhaupt ganz ver­knöchern, wie die Ahrimanfigur bei unserer Gruppe drüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie sich also dasjenige, was hier unter der Erinnerungsgrenze ist, ausgegossen denken über das Innere des Menschen, bekommen Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles Luziferische. Wenn Sie sich alles dasjenige, was jenseits dieser Stauwelle ist (rechts), hereinergossen denken in die menschliche Figur, bekommen Sie die [[a:Ahriman|ahrimanische]] Form. Und der Mensch ist zwischen beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, das hat nicht nur eine große Bedeutung für das Verständnis des Menschen, sondern das hat auch eine große Bedeutung für das Verständnis der geistigen Vor­gänge in der Menschheitsentwickelung. Man versteht nicht, wie das Christentum und der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung hereingekommen ist, wenn man nicht gründlich diese Dinge versteht. Man versteht auch nicht, welche Funktionen die katholische Kirche hatte, welche Funktionen [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]] und ähnliche Strömungen ha­ben, welche Osttum und Westtum haben, wenn man sie nicht im Zusammenhange betrachten kann mit diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese Strömungen, die eigentlich richtig erst verstanden wer­den können, wenn man diese Grundlagen des geistig-seelischen Men­schen sich einmal anschaulich vor das Auge führt, Ost-, Westtum, Jesuitismus, Amerikanismus und so weiter, werde ich mir morgen erlauben, ein weniges zu sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bemühte mich gestern, Ihnen ein Bild des seelischen Menschen zu geben. Dasjenige, was wir für heute einmal aus diesem Bilde des seeli­schen Menschen herausgreifen wollen, das sollen die beiden Grenz­zonen sein, die wir gestern kennengelernt haben. Die eine Grenzzone ergibt sich ja dadurch, daß der Mensch genötigt ist, haltzumachen, wenn er versucht, die Außenwelt, so wie sie sich ihm zunächst sinnen-fällig ergibt, zu durchschauen. Von Grenzen des Erkennens reden dann die Naturforscher, Philosophen und so weiter. Wir wissen, daß diese Grenzen des Erkennens nicht in Wahrheit vorhanden sind, daß sie aber in der Tat für das sinnliche, für das physische Anschauen des Menschen vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Grenze ist dadurch gegeben, daß alles in unserem Be­wußtsein Befindliche oder in das Bewußtsein Eintretende gewisser­maßen reflektiert wird, zurückgespiegelt wird an einer inneren Zone und dadurch zur Erinnerung werden kann. Es geht das, was wir im Bewußtsein haben, nicht in die volle Tiefe derjenigen Region hinunter, die nur unterbewußt für den Menschen bleibt. Wir wollen diese beiden Grenzen herauszeichnen (siehe Zeichnung Seite 45), die Erinnerungsgrenze (links) und - wir können sie geradezu nennen die Liebefähig­keitsgrenze (rechts), die zugleich die Grenze des Naturerkennens ist. Wir haben sie bezeichnet, indem wir Lemniskaten, die nach außen offen sind, hier zu zeichnen hatten (rechts), und hier (links) hatten wir gewissermaßen Lemniskaten mit einer umgestülpten Schleife zu ver­zeichnen. Das (rechts) also ist dann die Region des Außen, in das der Mensch nicht mehr hineinsieht mit dem gewöhnlichen sinnlichen Anschauung svermögen, also: nicht perzipierbar. Das (links) ist die Grenze des bewußten Lebens nach innen, in die der Mensch nicht unterzutauchen vermag mit dem Bewußtsein. Der Mensch bleibt mit seinem Bewußtsein oberhalb dieser Grenze. Würde er mit seinen be­wußten Vorstellungen hinuntertauchen, so würde er keine Erinnerung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 045.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 45]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber gerade in bezug auf das Leben des seelischen Menschen angesichts dieser beiden Grenzen etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Wenn wir in der Entwickelung der Menscheit zurückgehen etwa hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert - Sie wissen, 747 vor Christus be­ginnt der vierte nachatlantische Zeitraum -, wenn wir hinter diesen Zeitpunkt zurückgehen in die früheren nachatlantischen Zeiträume, dann gilt für den Menschen dieses, daß dasjenige, was jenseits dieser Grenze liegt, doch in einer gewissen Weise noch hereinwirkte in das Bewußtsein. Und darauf beruhte eben jenes damals noch vorhandene atavistische Hellsehen. Es drangen gewisse Impulse damals herein aus dem Universum und machten sich geltend als atavistische Schauun­gen. So daß wir sagen können: Ganz undurchsichtig - ich meine jetzt intellektuell undurchsichtig - wurde dieses Außen erst seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, und es wurde immer mehr und mehr un­durchsichtig. - Jetzt leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Es ist ja undurchsichtig geblieben. Und darauf pochen ja die Leute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute ganz außerordentlich, indem sie immerzu behaupten, daß über­haupt kein Mensch eindringen könne in jenes «Ding an sich», oder wie sie es dann nennen, was da jenseits dieser Grenze liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen darf gesagt werden, daß immer mehr und mehr sich eine andere Tendenz geltend macht und gegen den sechsten nachatlantischen Zeitraum sich immer mehr und mehr geltend machen wird. Das ist, es wird gewissermaßen diese Zone hier (links) durchiässig werden. Es wird die Zeit kommen, wo aus den Tiefen der Menschennatur das­jenige, was ich Ihnen gestern als das Brodelnde geschildert habe, als dasjenige, in das der Mensch nicht hinunterschauen soll - in dem Sinne vor allen Dingen nicht, wie die phantastischen Mystiker das wollen -, es wird aus diesem Gebiete von dem [[a:Slawische_Kultur|sechsten nachatlantischen Zeit­raum]] an gewissermaßen allerlei durchsickern wollen. Ja, es wird diese Zeit schon im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum beginnen]], in unserem Zeitraum. Es wird allerlei durchsickern wollen. Es wird sich das ja vor allen Dingen dadurch äußern, daß viel mehr Menschen, als man heute denkt, immer mehr und mehr aus gewissen rein inneren Erfah­rungen entnehmen werden, daß es wiederholte Erdenleben gibt und dergleichen. Diese Dinge kommen, man möchte sagen, heute schon, obwohl spärlich, zum Durchbruche. Ich habe öfter, hier ja wohl auch schon, den Namen eines merkwürdigen Menschen der Gegenwart genannt, des &#039;&#039;Otto Weininger&#039;&#039;, der ja besonders bekanntgeworden ist durch sein dickes Buch «Geschlecht und Charakter». Noch interessanter aber ist dasjenige Buch, das nach seinem Tode sein Freund Rappa­port herausgegeben hat, und in dem allerlei außerordentlich Interes­santes drinnensteht. Es sind zum großen Teil Aphorismen. Das Ganze trägt den Titel «Über die letzten Dinge». Einer dieser Apho­rismen besagt ungefähr dieses: Weininger behauptet, die Seele des Menschen hätte in ihrem vorgeburtlichen Leben ein gewisses Grauen vor sich selber zur Entwickelung gebracht und hätte dadurch die Sehnsucht bekommen, dieses Leben zu vergessen und sich in das Vergessen hineinzustürzen, was die Verleiblichung bedeutete. - Also Weininger spricht vollständig von dem vorgeburtlichen Leben, von dem Verleiblichen; nur spricht er in seiner düsteren, pessimistischen An­schauung davon, daß die Seele sich zu betäuben sucht gegenüber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihrem vorgeburtlichen Leben, und die Betäubung sucht sie in der Verleiblichung in einem physischen Menschenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber solche unmittelbaren Eindrücke heutiger Menschen von dem Wege der Seele gibt es ja viele, und sie werden immer zahlreicher und zahlreicher werden. Bei solch einem Menschen wie Weininger kann man schon heute sehen, wie dichter, kompakter möchte ich sagen, das Ich innerlich den Menschen anfaßt. Bei Weininger sieht man schon deutlich, wie diese Grenze etwas durchlässig wird und da allerlei her­aufdringt. Interessant ist es zum Beispiel, welche Notiz er hingeschrieben hat über seinen eigenen Tod. Er verübte frühzeitig, mit dreiund­zwanzig Jahren schon, Selbstmord. Er schrieb eine ganze Reihe von Notizen nieder, die außerordentlich interessant sind, weil sie geradezu Imaginationen astralischen Schauens darstellen. Das alles paarte sich mit einem gewissen Charakterzug, der ihn dann dahin führte, eines Tages sich einzumieten in Beethovens Sterbehaus in Wien und in diesem sich gleich am nächsten Morgen selber zu ermorden, mit drei­undzwanzig Jahren. Und darüber schrieb er die Notiz, daß er sich ermorden müsse, weil er sonst fürchten müsse, getrieben zu werden durch einen unbestimmten Drang, ein Mörder zu werden, einen andern ermorden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht, da rumoren furchtbarste Dinge in der Seele eines außer­ordentlichen genialischen Menschen, die nicht so ohne weiteres be­zwungen werden können durch das, was in seinem Bewußtsein ist, weil da vieles aus diesem Unterbewußten herauf rumort. Sie werden begreifen, daß man schon mit einem gewissen Recht darauf hinweisen muß, daß die gewöhnliche Gescheitheit, die der Mensch jetzt ent­wickeln kann, nicht ausreicht, um das, was da aus den unbekannten Tiefen herauf kommt, zu erkennen. Denn es sollte ja gar nicht herauf­kommen, es sollte da unten bleiben, aber es wird doch heraufkommen. Geradeso wie bis zum Jahre 747 vor Christus von außen etwas herein­gekommen ist, so wird nachher von innen etwas aufsteigen. Durch das, was der Mensch sich erringen wird an gewöhnlicher, normaler Ge­scheitheit, wird das nicht bezwungen werden können, bei weitem nicht bezwungen werden können. Da wird man eben brauchen jenes Ver­stehen der Welt, welches durch die Geisteswissenschaft zu erwerben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist. Es wird Harmonie, innerliche Festigkeit und innerliche Gediegen­heit in das menschliche Seelenleben nur eindringen können, wenn die Menschen dieses innerliche Seelenleben werden ordnen, harmonisie­ren wollen durch dasjenige, was aus der Erkenntnis des Geistes heraus errungen werden kann. Es strebt die Entwickelung der Menschheit also aus einem Zustande heraus, in welchem von der Außenwelt mehr wahrnehmbar war, als heute wahrnehmbar ist, und es strebt diese Ent­wickelung der Menschheit einem Zustande zu, in welchem aus dem tiefsten Inneren des Menschen mehr auftauchen wird, als heute im Normalzustand auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge, von denen ich jetzt spreche, sie kennt man eigentlich in den eingeweihten Kreisen da und dort sehr gut. Von jenem alten Erkennen, das bis ins 8. vorchristliche Jahrhundert den Menschen zu­gänglich war, spricht ja noch das ganze morgenländische Geistesleben, das ganze asiatische Geistesleben. Ja, es spricht nicht nur das Geistes­leben, es spricht im Grunde genommen die ganze asiatische Kultur davon. Daher kommt es, daß es eigentlich so schwer verständlich ist für den Europäer, wenn heute der Orientale, der asiatische Orientale von seiner Kultur spricht. Da muß man schon, wenn man diese Leute verstehen will, sich hineinfinden in eine andere Art, die Vorstellungen, die Gedanken zu bilden. Heute würde es zum Beispiel für sehr viele Menschen sehr interessant sein müssen, so etwas Tonangebendes zu verfolgen, wie die Rede ist, welche Rabindranath Tagore, der Inder, gehalten hat über den Geist Japans. Sie wissen: Tagore ist der von der Nobel-Stiftung preisgekrönte Inder. Er hat über den Geist Japans einen Vortrag gehalten. Es ist weniger wichtig, was er über den Geist Japans gerade spricht, als der Geist, aus dem heraus er spricht, der Geist des heutigen Orientalen, der nur verstanden werden kann, wenn man weiß, daß etwas in den Orientalen noch zurückgeblieben ist von jenem Her­auf-, von jenem Hereinkommen der Außenwelt, wie es heute nicht perzi­pierbar ist. Für die meisten Europäer reden die Orientalen, wenn sie im Sinne ihrer Kultur reden, eben eigentlich etwas ziemlich Unverständ­liches. Man versteht gewöhnlich gar nicht, wovon sie eigentlich reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die andere Erscheinung kommt vor, daß dasjenige, was eigent­lich erst in der Zukunft auftreten sollte, in einer gewissen Weise dann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorweggenommen wird. Vergleichen könnte ich das damit, daß ich hinweise auf Kinder, die als Kinder schon greisenhaft sind. Sie neh­men das Greisenhafte als Kinder schon voraus. Da ist die Unregelmäßigkeit in der Entwickelung dadurch eingetreten, daß etwas, das später kommen sollte, früher hereingeschoben ist, in eine frühere Zeit. Während nun im orientalischen Denken, in der orientalischen An­schauungsweise gerade bei den hervorragendsten Geistern ein aus alter Zeit Zurückgebliebenes in der Weise herrscht, wie ich es eben angedeutet habe, herrscht namentlich bei so ganz im Sinne des Ameri­kanismus denkenden Geistern ein Hereinnehmen von Späterem, ein Hereinschieben von Späterem. Da merkt man deutlich, wenn man auf solche Sachen eingehen kann, daß gerade hervorragendere Geister vieles von dem haben, was da (links) durchsickert. Sie bekommen eine Vorstellung von solchem Durchsickerndem, wenn Sie zum Bei­spiel jenen Essay lesen, den Woodrow Wilson geschrieben hat über die Entwickelung des amerikanischen, des nordamerikanischen Volkes im besonderen. Man kann sich nichts denken, das mehr den Nagel auf den Kopf trifft, das treffender wäre als dieser Essay, den &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; über die Entwickelung des amerikanischen Volkes geschrieben hat. Da ist jedes Wort darinnen so, daß man das Gefühl hat: es ist die Sache in der allerallerschärfsten Weise charakterisiert und getroffen. Und das fällt insbesondere deshalb auf, weil Wilson in diesem Fall sehr scharf aufmerksam macht darauf, daß eine ganze Anzahl von Leuten auch in Amerika die Ansicht haben, die eigentlich nur zu rechtfertigen ist, wenn man das amerikanische Volk heute noch auffaßt - wogegen er, Woodrow Wilson, sich wendet - gleichsam als eine Dependance des englischen Volkes. Diese Menschen, die heute noch die Amerika­ner so auffassen, als ob diese etwas wären wie Abkömmlinge, wie ein Zweig der europäischen Engländer, diese Leute lehnt Woodrow Wil­son im strengsten Sinne des Wortes ab. Die verstehen nichts, meint er, von der eigentlichen Entwickelung des amerikanischen Volkes im 19. Jahrhundert. Denn der Amerikaner beginnt von innen erst Ame­rikaner zu sein - so spricht Wilson aus echt amerikanischem Geiste heraus, außerordentlich prägnant und treffend - in dem Momente, wo er aufhört anzuknüpfen mit seinem Seelenhaften an das, was von England&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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herübergekommen ist, wo er beginnt, als Bebauer des Bodens von Osten nach dem Westen hinüberzudringen, von der amerikani­schen Ostküste nach der Westküste hinüberzudringen. In diesem Aus­roden der Urwäider, in der Arbeit mit der Flinte, in der Arbeit mit dem Spaten, in der Arbeit mit dem Pflug und dem Pferde, in diesem Über­winden jenes Widerstandes, der zu überwinden ist bei der Arbeit von dem Osten nach dem Westen hinüber, entwickelt sich für ihn der Westmann, der «Westerner», wie er es nennt. Und in dieser Art und Weise der Eroberung des Bodens sieht er, so daß es unmittelbar über. zeugendsten Eindruck macht, den eigentlichen Nerv der amerikani­schen Entwickelung. Man hat überall gerade das Gefühl - man muß natürlich verstehen, das Wie zu lesen in einem solchen Fall, nicht bloß das Was -, da spricht viel mehr als der Wilson. Denn wenn der Wilson selber spricht - ja, da wird nicht viel Gescheites daraus. Da spricht viel mehr, da spricht dasjenige, wovon der Mann als von seinem eigenen Inneren her besessen ist, da sprechen Därnonennaturen, die geradezu grandiose Zukunftsgeheimnisse eingeben. In diese Geheim­nisse müßte eigentlich die Menschheit eindringen, wenn die Ent­wickelung verstanden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute tatsächlich einen Unterschied machen zwischen der bloßen wissenschaftlichen und zeitungsgemäßen Erfassung der Welt, die ja bequem ist, die auch allbeliebt ist, und der wahren Erfassung der Welt. Die wahre Erfassung der Welt, die muß solche Gegensätze sich klarmachen können wie die, welche ich jetzt auseinandergesetzt habe: von dem Hereinkommen bei den orientalischen Völkern von etwas, das da draußen liegt (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) ; von dem Heraufkommen bei den amerikanischen Völkern von etwas, was da drinnen (links) liegt. Und was da heraufkommt, es braucht das nicht etwas bloß Verwerfliches zu sein, es kann in gewissem Sinne grandiose [[a:ahriman|ahrimanische]] Offenbarung sein, die da heraufkommt. Denn ahrimanische Offenbarung ist es im wesentlichen, welche in jenem ausge­zeichneten Aufsatze von Woodrow Wilson über die Entwickelung des amerikanischen Volkes gegeben ist.&lt;br /&gt;
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Die Eingeweihten des Ostens und die Eingeweihten des amerikani­schen Volkes, die wissen auch das Nötige aus diesen Dingen zu machen.&lt;br /&gt;
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Man will von beiden Seiten die Entwickelung der Menschheit durchaus in gewisse Bahnen bringen. Die orientalischen Völker, das heißt ihre Eingeweihten, haben ganz bestimmte Absichten für die Zukunftsentwickelung der Menschheit. Diese Leute sehen, was in der Entwickelung richtig liegt und versuchen dasjenige, was in der Ent­wickelung richtig liegt, soweit der Mensch es beeinflussen kann, zu beeinflussen. Sie suchen ihm eine gewisse Richtung, einen gewissen Impuls zu geben. Und der Impuls, der da von den orientalischen Eingeweihten der Entwickelung gegeben werden will, der beruht im wesentlichen darauf, daß man nicht mehr rechnen will, so ungefähr nach der Häffte der sechsten nachatlantischen Zeit, auf die mensch­liche Generation. Man möchte verzichten auf das irdische Menschen­geschlecht nach dieser Zeit. Man möchte die Entwickelung der Menschheit dahin bringen, daß die Menschen nachher eigentlich nicht mehr so recht physische Nachkommen haben, daß die Seelen dann schon sich vergeistigen, nicht mehr auf die Erde herunterkommen in Verleiblichungen. Man möchte das Reich des Geistes für die Mensch­heit schon von der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit an be­gründen. Dies würde man nur können, wenn man gewisse Kultur­ingredienzien abweisen würde. Nicht nur die Eingeweihten des Orients, sondern eigentlich instinktiv jeder gebildete Orientale lehnt daher im eminentesten Sinne gewisse Europäismen ab ; gerade die­jenigen Europäismen, auf die der Europäer ganz besonders stolz ist, lehnt er ab. Er lehnt ab namentlich alles dasjenige, was sich ja aus der rein technischen, materiellen Kultur in Europa und seinem Anhange Amerika ergeben hat. Wer die Entwickelung der Menschheit studiert, namentlich im 19. Jahrhundert und in das 20. Jahrhundert herein, der wird finden, daß man mit Recht sagt: Die Techhik hat es ungeheuer weit gebracht, die Technik hat den Menschen Arbeitskräfte abge­nommen. Wenn man heute davon redet, die Erde habe so und so viel hundert Millionen Einwohner, so ist dieses eigentlich nicht ganz richtig, weil man auch rechnen kann, wieviel die Erde Einwohner hat nach dem, wieviel gearbeitet wird. Nun wird mit vollständigem Recht gesagt, daß seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von den Maschinen, die nach und nach entstanden sind, menschliche Arbeitskraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
verrichtet wird. Man kann berechnen, ziemlich exakt berechnen, wieviel Millionen Menschen mehr die Erde haben müßte, wenn alle die Arbeit, die von den Maschinen verrichtet wird, von den Menschen verrichtet würde. Die Erde müßte fünfhundert Millionen Menschen mehr haben. Man kann schon sagen: Heute sind auf der Erde nicht nur diejenigen Menschen mit zwei Beinen und einem Kopf, die statistisch berechnet werden können, sondern fünfhundert Millionen mehr, gemessen an der Arbeitskraft; die Arbeitskraft wird eben von Maschinen verrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt nichts Materielles, hinter dem nicht ein Geistiges steht. Diese fünfhundert Millionen Menschenkräfte, die sind die Gelegen­heit zum Aufenthalte von ebensovielen ahrimanischen Dämonen innerhalb der menschlichen Kultur. Diese ahrimanischen Dämonen sind einmal da. Und diese ahrimanischen Dänionen, die lehnt der Orientale aus einem gewissen Instinkt heraus radikal ab; die will er nicht. Das sehen Sie eigentlich aus jeder Manifestation eines feingebildeten Orientalen heraus, daß er diese ahrimanische Dämonologie ab­lehnt. Denn diese ahrimanische Dämonologie, die gibt dem Menschen eine gewisse Schwere, die niemals möglich macht, daß dasjenige ge­schleht, was die orientalische Initiation anstrebt: daß das Menschen­geschlecht mit der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit physisch aufhört auf der Erde zu sein, weil die Menschen zurückgehalten wer­den durch das, was sich auf diese Weise dämonologisch-ahrimanisch entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem andern Ziel streben die Eingeweihten des Amerikanismus zu. Sie streben dem entgegengesetzten Ziele zu. Sie streben danach, eine innigere Gemeinschaft zu bilden, als im normalen Verlauf der Mensch­heitsentwickelung geschehen soll, zwischen den Menschenseelen und derjenigen Leiblichkeit, welche auf der Erde zu finden sein wird, der dichten, groben Leiblichkeit, die auf der Erde zu finden sein wird von dem sechsten nachatlantischen Zeitraume an. Die seelische Kultur wird sehr vertieft sein, aber die leibliche wird grob sein. Aber eine innigere Verbindung mit dieser groben Leiblichkeit strebt man im amerikanischen Westen an, eine innigere Verbindung als die normale ist, ein stärkeres Untertauchen in die Leiblichkeit. Man will entgegenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem, was da durchsickert (siehe Zeichnung Seite 45, links), will ihm entgegengehen durch stärkeres Eindringen in die Leiblich­keit. Während man also eine Kultur begründen will von seiten der Orientalen, die nicht rechnet mit den Menschenleibern der späteren Erdenentwickelung, will man die Seelen ketten an diese spätere Erdenentwickelung innerhalb der amerikanischen Kultur des Westens. Man will die Leiber möglichst so gestalten, daß die Seelen, wenn sie durch den Tod gegangen sind, möglichst bald wiederum in einen Leib herunterkommen können, daß sie möglichst wenig sich aufhalten in der geistigen Welt. Man will die Seelen möglichst abhalten von einem Aufenthalt in der geistigen Welt, man will, daß sie möglichst bald wiederum auf die Erde herunterkommen. Man will sie innigst ver­binden mit dem Leben der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Tendenzen, die man kennenlernen muß. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheint, wenn man von diesen Ten­denzen spricht, so schädlich ist es ihm, daß sie übersehen werden. Denn notwendig ist, daß der Mensch sich mit vollem Bewußtsein hineinstellt in dasjenige, das eigentlich mit ihm selbst gewollt wird und demgegenüber er oftmals leider, leider so steht, daß man sagen kann: er läßt alles mögliche mit sich geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieses westliche Ideal, diese Dämonologisierung des Men­schen, das wird nur erreicht werden können, wenn der geistige, psy­chische Amerikanismus unterstützt werden kann von einer andern Weltanschauungsströmung, die viel verwandter mit dem Amerikanis­mus ist, als man denkt. Sie haben ja gesehen: Es ist wesentlich ein Hinneigen des Amerikanismus zur Ahrimankultur, was das Ausschlag­gebende ist. Aber eine richtige Förderung würde dieser Amerikanis­mus erhalten können, wenn er unterstützt würde von einer andern Weltanschauung, die viel verwandter mit ihm ist, als man denkt. Das ist der [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]]. Jesuitismus und Amerikanismus sind zwei sehr, sehr verwandte Dinge. Denn als der fünfte nachatlantische Zeitraum begann, da handelte es sich darum, einen Impuls zu finden, durch den man sich in den Stand setzen konnte, die Menschen möglichst hinwegzuführen von dem Verständnisse des Christus. Und diejenige Bestre­bung in der Kulturentwickelung, welche es sich zur Aufgabe gesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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hat, kein Verständnis des Christus aufkommen zu lassen, das Ver­stänanis des Christus vollständig zu untergraben, das ist der Jesuitis­mus. Der Jesuitismus strebt danach, allmählich jede Möglichkeit eines Christus-Verständnisses auszurotten. Denn dasjenige, was da zugrun­de liegt, das hängt schon mit einem tiefen Mysterium zusammen. Damit, daß etwas von außen (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) immer da hereinkam in das menschliche Innere, hängt es zusammen, wie ich sagte, daß die Menschen vorher, vor dem 7., 8. vorchristlichen Jahr­hundert, atavistisches Hellsehen hatten. Aber durch dieses atavistische Hellsehen sahen sie auch im Universum den Christus. Der Christus war etwas, was sie sehen konnten im alten Hellsehen. Ich habe das ja oft dargestellt, ich habe es dargestellt in der «Geheimwissenschaft im Umriß», und der ganze Sinn meines Buches «Das Christentum als mystische Tatsache» gipfelt ja schließlich darin. Man sah den Christus im Kosmos, man sah den Christus im Universum. Aber nun denken Sie: Vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert ab haben wir Menschen die Möglichkeit verloren, in das Universum hinauszuschauen. Was hätten denn die Menschen mitverloren, wenn nichts anderes gekom­men wäre, dadurch, daß sie gar nicht mehr hinausschauen konnten ins Universum? Was hätten die Menschen verloren? Die Möglichkeit, von einem Christus-Geiste überhaupt etwas zu wissen, wenn der Christus nicht zu ihnen gekommen wäre durch das Mysterium von Golgatha, wenn der Christus nicht auf die Erde heruntergekommen wäre. In dem historischen Zeitmomente, wo die Menschen nicht mehr den Christus im Kosmos schauen konnten, kam der Christus auf die Erde herunter, verband sich mit dem Jesus. Von da ab war es des Menschen Aufgabe, den Christus in dem Menschen zu erfassen. Und gerettet werden muß die Möglichkeit, daß mit dem, was da durch­sickert (siehe Zeichnung, rechts), der Christus erkannt werde. Denn der Christus ist zu den Menschen heruntergestiegen. Der Jesus ist ein Mensch, in dem der Christus gewohnt hat. Wirkliche menschliche Selbsterkenntnis muß den Jesus-Keim tragen. Dadurch wird man in die Zukunft übersiedeln können. Tief begründet ist es, daß wir von einem Christus Jesus sprechen. Denn der Christus entspricht dem Kos­mischen ; aber dieses Kosmische ist auf die Erde heruntergekommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und hat in dem Jesus Wohnung genommen, und der Jesus entspricht dem Irdischen mit der ganzen irdischen Zukunft.&lt;br /&gt;
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Will man den Menschen abschließen vom Geistigen, so nimmt man ihm den Christus. Dann hat man die Möglichkeit, den Jesus so zu benützen, daß die Erde nur in ihrem irdischen Aspekt vorhanden bleibt. Sie werden daher beim Jesuitismus eine fortwährende Be­kämpfung der Christologie finden, dagegen ein scharfes Betonen des­sen, daß man ein Heer ist, eine Armee für den Jesus. Ja, natürlich: Geisteswissenschaft ist schon ein Mittel, daß solche Dinge erkannt werden, daß den Menschen die Schuppen von den Augen fallen. Da­her werden jene, die nicht erkannt sein wollen, immer wütender und wütender werden auf dasjenige, was Geisteswissenschaft will. Wüten­der, man sieht es: Das Juliheft der jesuitischen Zeitschrift «Stimmen der Zeit» - früher «Stimmen aus Maria-Laach» - enthält nicht nur einen, sondern gleich zwei Artikel gegen mich. Und wer dieses im Zusammenhang zu denken vermag mit dem, was sonst jetzt sich an neuen Aspirationen des Jesuitismus in der Welt entwickelt, der wird daraus überhaupt etwas Tieferes sehen können. Nur leider, man spricht ja von solchen Dingen heute doch zumeist vor einer schlafen­den Menschheit. Die Menschen lieben es, die wichtigsten Dinge zu verschlafen, nicht hinzuhören auf dasjenige, was nun wirklich zu­kunifbestimmend ist. Daher werden die Menschen jetzt von allen Dingen, wie ich vorgestern sagte, überrascht. Sie wollen ja auch über­rascht sein. Spricht man möglichst früh von den Dingen, die im Schoße der Zeit liegen, so betrachten die Menschen das als etwas Unbequemes, weil sie möglichst lange gut brav bürgerlich bequem auf ihren Polster­sesseln sitzen möchten, auch wenn sie verantwortungsvolle, führende Menschheitsstellen innehaben. Aber diejenigen, welche sich für Geisteswissenschaft interessieren, sollten schon sich in die Seelen ein­gravieren, daß man alles tun wird, um diese Geisteswissenschaft un­wirksam zu machen. Es ist nicht gerade gut, wenn auch wir innerhalb unserer Kreise allzusehr schlafen mit Bezug auf die Beobachtung des­jenigen, was in der Welt vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen ist es ja recht schwierig, zu sehen, wie doch immer alles, was so persönlich spielt, höhergestellt wird als dasjenige, was in der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit so ganz besonders wichtig und wesentlich ist: das Hinschauen auf die großen Angelegenheiten der Menschheit, die sich langsam vorbereiten. Die Angriffe, die zu tun haben mit den großen Wollungen, die kommen schon von den verschiedensten gegnerischen, ernst zu nehmenden Seiten. Solch ein Angriff wie der, von dem ich eben gesprochen habe, er ist schon in gewissem Sinne ernster zu neh­men. Man muß ihn in der richtigen Weise taxieren können. Nicht ernst zu nehmen nach dieser Richtung hin sind ja natürlich jene schö­nen Angriffe, welche aus dem Unterirdischen unserer Gesellschaft selber immer wiederum auftauchen, und die ja zum Teil bloß deshalb ein böses Ansehen haben, weil immer wieder und wiederum die Ten­denz bemerkbar ist, daß man gerade die größte, liebevollste Teilnahme gegenüber jenen Leuten hat, welche dasjenige, was ernst erstrebt wird in unseren Reihen, verlästern, zu verunglimpfen suchen und derglei­chen. Und erst wenn das Unheil da ist, dann entschließt man sich nach und nach, wirklich zu sehen ; vorher werden manche Leute gehätschelt, welche dann das Unheil bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage dies nicht, weil ich daran denke, daß das oder jenes anders sein sollte, sondern weil ich mich wirklich verpflichtet fühle, darauf aufmerksam zu machen, daß die Menschheit aufwachen muß, und daß wir vor allen Dingen zu denen gehören müssen, welche nach Wachheit streben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf gewissen Gebieten kann man ja heute alles mögliche tun. Der von mir hier gemeinte Schlaf der Menschheit, der nur überwunden werden kann durch ein Eindringen in die geistigen Welten, der ist außerordentlich schwer zu überwinden, der Schlaf der Menschen. Und mit Bezug auf die Verbreitung des geisteswissenschaftlichen Erkennt­nisgutes hat man es vielfach gerade mit diesem Schlaf zu tun als dem Gegner. Ich will dabei gar nicht von einer einzelnen Erscheinung sprechen, sondern in der ganzen Kulturbewegung ist gegenwärtig etwas Schläfriges gegenüber den eigentlichen Impulsen, die überall, an allen Stellen den Menschen über den Kopf hinauswachsen. Zwei Dinge sind notwendig, die man sich wie goldene Regeln eigentlich einschrei­ben müßte in seine Seele: Niemals war mehr als in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum die Notwendigkeit vorhanden, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen sich immer mehr und mehr bemühen - und daß Menschen da sind, die das können, daran ist nicht zu zweifeln -, gerade das zu erreichen, was besonders wertvoll ist: geisteswissenschaftliche Er­kenntnisse zu verstehen. Gewiß, geisteswissenschaftliche Erkenntnisse müssen gesucht werden durch hellsichtiges Eindringen in die geistige Welt ; das ist eine Notwendigkeit. Aber das ist eine Selbstverständ­lichkeit, daß es Hellseher geben muß, die eindringen in die geistige Welt, daß es Leute geben muß, die übersinnliche Erkenntnisse an­streben. Zweitens aber ist besonders wichtig, daß sich für diese geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse, für diese in übersinnlichen Welten gesuchte Erkenntnis Leute finden, die kraft des Intellekts die Sache verstehen. Das vernünftige, verständige Begreifen der Geisteswissen­schaft, das ist heute ganz besonders notwendig, denn das ist dasjenige, wodurch die widerstrebendsten Kulturmächte gerade überwunden werden. Der Intellekt der Menschen ist heute so groß, daß die ganze Geisteswissenschaft verstanden werden kann, wenn man nur will. Und gerade dieses Verständnis anzustreben, ist ein allgemein-menschliches, nicht ein egoistisches Interesse der Kultur. Denn dieses Verständnis kann angestrebt werden, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute verwendet werden auf naturwissenschaftlichen Gebieten an allerlei Kleinkram, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute volkswirt­schaftlich recht fruchtlos verwendet werden, und endlich, wenn jene Kräfte, die in einer fruchtlosen, vielleicht sogar menschenmörderi­schen Technik verwendet werden, entsprechend angewendet würden, und die Menschen nicht verzogen würden von frühester Kindheit an. Dann würde man sehen, wie leicht das spirituelle Geistesgut wirklich zum Verständnisse der Menschheit gebracht werden könnte. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere goldene Regel ist diese, daß man heute noch etwas an­deres braucht für das Fruchtbarmachen des spirituellen Geistesgutes für unsere Kultur. Das erste ist etwas, was Ahriman abgerungen wer­den muß. Die Menschen sind heute schon gescheit, denn Ahriman sorgt dafür, daß die Menschen gescheit sind. Oh, die Menschen sind gescheit! Sie verwenden ihre Gescheitheit eben nur im materialisti­schen Interesse. Die Menschen sind nicht nur gescheit, sie sind übergescheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Davon werden wir aber in den nächsten Vorträgen noch sprechen, damit Sie sehen, welchen ungeheuren Einfluß gerade das ahrimanische Element auf die menschliche Übergescheitheit der heu­tigen Zeit hat. Aber noch etwas anderes ist notwendig. Noch einem andern Geiste ist manches abzuringen. Wir brauchen nicht nur Ge­scheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich - ja, wie soll ich es ausdrücken -, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spiri­tuelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist. Gerade auf spiri­tuellem Gebiete muß den luziferischen Kräften, die sonst so wirksam jetzt sind in der Welt, dieses abgerungen werden. Es gibt einen schö­nen Anblick: es ist der Anblick desjenigen, der in ruhiger Klarheit, aber mit innerem Feuer und Enthusiasmus, weil es ihm eine Notwen­digkeit ist, für das spirituelle Geistesgut sich erwärmen kann. Es gibt einen andern Anblick: das ist der, wo man möglichst versucht, durch das spirituelle Geistesgut eingelullt zu werden, träumerisch zu werden, hingegossen warm zu werden, aufzugehen in die universellen Kräfte, die Seele zu vereinigen mit dem göttlichen All. Das sind Gegensätze, die man in der Gegenwart doch wohi beobachten kann, Gegensätze, die es notwendig ist, zu beobachten. Denn es wird nicht leicht werden, das spirituelle Geistesgut der Menschenkultur einzuverleiben. Und es muß hinein, denn die Menschenkultur braucht es. Man wird über vieles ganz, ganz anders nicht nur denken lernen müssen, sondern auch fühlen und empfinden lernen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich könnte noch manches sagen in Anknüpfung an dasjenige, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, aber ich will vielleicht lieber schweigen und will Ihnen Gelegenheit geben, nachzudenken. Man kann über manches nachdenken, was angeregt werden könnte durch manche Tücke, welche ich ganz absichtlich in die eben ausgesprochene Wahrheit hineingelegt habe. Nun, davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man eine Zeit, in der man selbst lebt, verstehen will, so muß man sie aus größeren Weltenzusammenhängen heraus verstehen. Das ist gerade das Kleinliche der gegenwärtigen Zeit, daß man nicht will die Impulse, die Kräfte, die wirksam sind in der Gegenwart, aus größerem Zusammenhang heraus sich klarmachen. Und insbesondere wird es immer wieder und wiederum notwendig sein, um das eine oder das andere gegenwärtig Wirksame zu verstehen, zurückzugreifen zu den Verhältnissen, durch welche die Menschheitsentwickelung gegangen ist zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha, wir haben es ja von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt und haben gesehen, wie tief, wie bedeutsam es eingreift in den ganzen Evolutionsgang, die ganze Entwickelung der Mensch­heit. Wir wissen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders die Welt empfanden, anders anschauten als nach dem Myste­rium von Golgatha. Natürlich geht das nicht so auf einmal aus dem einen Zustand in den andern Zustand über. Aber der rückschauenden Betrachtung ergibt sich schon dasjenige, was wir von den verschie­densten Gesichtspunkten aus dargelegt haben. Insbesondere möchte ich heute, um eine gewisse Grundlage für die nächsten Betrachtungen zu finden, auf eines hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Stimmung, die Verfassung der Menschenseelen vor dem Mysterium von Golgatha betrachten, so können wir im allge­meinen sagen, daß innerhalb der Kulturmenschheit, also derjenigen Menschheit, aus der die heutige Kulturmenschheit hervorgegangen ist, vor dem Mysteruim von Golgatha eine gewisse Fähigkeit in den Seelen vorhanden war, in die Geheimnisse der kosmischen, geistigen Welt hineinzuschauen. Es war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen selbstverständlich, nicht so zum Ster­nenhimmel hinaufzuschauen, wie heute der Mensch zum Sternenhimmel hinaufschaut. Wir wissen ja, heute schaut der Mensch zum Sternenhimmel hinauf, indem er sich sagt: Mit unserer Erde sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einige andere Planeten verbunden, die mit ihr zusammen um die Sonne kreisen; dann sind unzählige andere Fixsterne da, die wiederum ihre Planeten haben. - Und wenn dann der Mensch darauf achtet, was er eigentlich, indem er sich so etwas überlegt, für einen Gedanken hat, so muß er sich doch sagen, er hat den Gedanken einer großen Weltmaschinerie. Daß da noch anderes waltet und wirkt als die Kräfte dieser großen Weltmaschinerie, das macht sich der Mensch der Ge­genwart nur sehr, sehr wenig klar. Das war mehr oder weniger für den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha selbstverständlich. Insbesondere war für ihn selbstverständlich, die Sonne zum Beispiel nicht bloß als dasjenige anzuschauen, als was sie der heutige Pyhsiker anschaut, roh gesprochen, eine Art glühender Kugel im Weltenraume draußen, sondern der Mensch vor dem Mysterium von Golgatha wußte ganz genau: Diese Sonne, von der die Physik spricht, diese Sonne ist nur &#039;&#039;ein&#039;&#039; Element in der ganzen Sonne. Dieser Sonne liegt zu­grunde ein Seelisches und ein Geistiges. Und das Geistige, das dieser Sonne zugrunde liegt, sprach ja noch der griechische Weise als das allgemeine Weltgute an, als das Gute der Welt, als das einheitliche, die Welt durchwallende Gute. Das war ihm der Geist der Sonne. Ihm wäre es, diesem griechischen Weisen, als stärkster Aberglaube vorgekom­men, so zu denken, wie der heutige Physiker denkt, daß da draußen im Weltenraume einfach eine glühende Kugel schwebe; sondern ihm war diese glühende, schwebende Kugel die Offenbarung des einheit­lich Guten, das in der Welt zentral wirksam ist. Und mit diesem zentralen Guten, das geistiger Art ist, ist wiederum verbunden ein Seelisches: der Helios, wie es die Griechen nannten. Und erst das dritte, der physische Ausdruck des Guten und des Helios, war dann die phy­sische Sonne. Es sah also der Mensch damals an Stelle der Sonne ein Dreifaches. Und mit diesem Dreifachen, das in der Sonne in alten Zeiten gesehen worden ist, brachten diejenigen Menschen, welche in der Zeit des Mysteriums von Golgatha dachten - ausgerüstet mit dem Wissen dieses Mysteriums von Golgatha, ausgerüstet mit dem Wissen der alten Mysterien -, mit diesem dreifachen Sonnenmysterium brach­ten diese Weisen das Christus-Mysterium zusammen, das Mysterium von Golgatha selber. Mit der Sonnenverehrung war verbunden für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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diejenigen, die etwas wußten, die Christus-Verehrung. Mit der Sonnen­weisheit war wiederum für diejenigen, die etwas wußten, verbunden die Christus-Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um aber das, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, naturgemäß zu fühlen, als etwas Selbstverständliches zu empfinden, dazu war eben die Konstitution der Seele notwendig, die damals da war. Und diese Kon­stitution der Seele verschwand eben. Sie verschwand schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, mit dem Jahre 747 - dies ist die wirk­kiche Gründungszahl von Rom - vor dem Mysterium von Golgatha. Mit der Gründung Roms schwindet eigentlich die alte Möglichkeit, in dem Kosmos draußen das Geistige zu sehen. Mit dem Eintritt Roms in die Geschichte tritt das in die Menschheitsevolution ein, was man das prosaische Element nennen kann. Die Griechen zum Bei­spiel bewahrten in ihrer ganzen Weltanschauung noch die Möglich­keit, hinter der Sonne eben die zwei andern Sonnen, die seelische und die geistige Sonne zu sehen. Und nur dadurch, daß nun nicht rein in griechische Weisheit und in griechisches Empfinden das Mysterium von Golgatha getaucht worden ist, sondern in römische Weisheit und in römisches Empfinden, dadurch ist es gekommen, daß man ge­brochen hat mit dem Wissen von dem Zusammenhang des Christus mit der geistigen Sonne. Damit haben sich ja namentlich die christ­lichen Kirchenväter und die christlichen Kirchenlehrer zu befassen gehabt, dieses Mysterium von der Sonne zu verhüllen, dieses Myste­rium von der Sonne für die Menschheit vergessen zu machen, es nicht herauskommen zu lassen. Es sollte gewissermaßen ein Schleier gebreitet werden durch die fortgehende Entwickelung des Christen­tums, wie man das nennt, über die tiefe, die bedeutsame, die um­fassende Weisheit von dem Zusammenhange des Christus mit dem Sonnenmysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man definieren sollte die Aufgabe der Kirche, jener Kirche, die entstanden ist dadurch, daß das Christentum in das Römertum eingesenkt worden ist, dann müßte man dies so tun, daß man sagte: Die römisch gefärbte christliche Kirche hatte sich namentlich zur Aufgabe zu machen, das Christus-Mysterium möglichst zu ver­hüllen, es möglichst wenig bekanntwerden zu lassen. - Die Einrichtung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche die Kirche durch den Romanismus erfahren hat, die ist insbesondere geeignet gewesen, die Menschen so wenig wie moglich von dem Christus-Geheimnis wissen zu lassen. Die Kirche war da­durch eine Institution zur Geheimhaltung des Christus-Mysteriums geworden, eine Institution geworden, möglichst wenig in die Welt kommen zu lassen von dem Christus-Mysterium. Dies ist etwas, was immer mehr und mehr in der jetzigen Zeit der Menschheit klarwerden muß, weil beginnen muß diejenige Zeit, welche in der Lage ist, wie­derum mit andern Begriffen zu arbeiten als mit den römischen Be­griffen. Römische Begriffe haben gerade das Scharfumrissene, das Scharfkonturierte, das Kadaverhafte. Diejenigen Begriffe, welche ent­wickelt werden, um zum Beispiel den Menschen in seiner Wahrheit zu begreifen, wie ich ihn in seiner Normalaura, möchte ich sagen, Ihnen vor acht Tagen hier auf die Tafel gezeichnet, skizziert habe, die Be­griffe, die notwendig sind, um die wahre Wirklichkeit des Menschen wieder zu erfassen und damit die wahre Wirklichkeit der Welt einiger­maßen zu begreifen, diese Begriffe müssen flüssig sein, diese Be­griffe dürfen nicht scharf konturiert sein, denn die Wirklichkeit ist nichts Starres, sondern etwas Werdendes. Und wollen wir mit unse­ren Begriffen und Ideen die Wirklichkeit erfassen, so müssen wir mit unseren Begriffen dem Fluß, dem Werden der Wirklichkeit nachschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn außer acht gelassen wird dieses Flüssigwerden der Begriffe, dann kommt das zustande, was heute zum Unheil der Menschheit an zahlreichen Orten beobachtet werden kann. Nehmen Sie eine Erschei­nung, die heute für etwas gründlichere, nicht schlafende Weltenbeobachter sich geradezu aufdrängt. Es ist die folgende Erscheinung. Nicht wahr, wir haben in der Welt unter uns Gelehrte, Gelehrte auf den mannigfaltigsten Gebieten. Diese Gelehrten vertreten, bewahren, wie man sagt, die Wissenschaft, und die heutige Menschheit, die ja nicht autoritätsgläubig ist, glaubt aber trotz ihres aus der Welt geschafften Autoritätsglaubens aufs Wort alles dasjenige, was von den Gelehrten der verschiedenen Gebiete vertreten wird. Und die Gelehrten unter­einander glauben den andern immer dasjenige, was nicht gerade in ihrem Gebiete ist. In diese Verhältnisse sehen die Menschen heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht gern hinein, weil das ganze Zerfaserte und Chaotische unserer Kultur den Menschen auffallen müßte, wenn sie in diese Verhältnisse hineinsehen würden. Aber wir haben ja zum Beispiel das Folgende er­lebt. Nehmen wir an, so ein Gelehrter - wir könnten immer für die verschiedenen Gebiete einen herausheben - hat zu seinem speziellen Gebiete, nun, meinetwillen - ich will etwas Ausgefallenes nehmen -, die Ägyptologie. Da besteht dann sein Beruf darinnen, daß er über die Eigentümlichkeit des ägyptischen Volkes die übrigen Menschen, die sich nicht beschäftigen können mit dem, was man die Quellen nennt, unterrichtet, daß er auch über die Beziehungen des ägyptischen Volkes zu andern Völkern des Altertums die Menschen unterrichtet. Der Menschen Aufgabe ist es, das aufs Wort zu glauben, denn der Mann ist ja in der Ägyptologie eine Autorität. Nun ist aber in unserer Zeit ein Unheil gekommen: Eine große Anzahl von diesen Gelehrten, die solche Spezialgebiete vertreten, haben nicht geschwiegen, sondern über Themen gesprochen, die nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Es wäre ja besser gewesen, wenn sie geschwiegen hätten, aber sie haben nicht geschwiegen; sie haben zum Beispiel ihr Denken, ihre Gedan­kenformen, heute unter dem Eindruck dieser Ereignisse angewendet auf ihr eigenes Volk und auf seine Beziehungen zu den andern Völ­kern. Und da hat man nun genügend Gelegenheit zu sehen, was für Unsinn eigentlich die Leute reden. Nun müßte man Schlüsse ziehen, Schlüsse, die sehr real gedacht werden können. Gar mancher, der da gilt, sagen wir, auf dem Gebiete der Ägyptologie, und von dem man die Meinung hat, daß seine Begriffe mit Bezug auf die Eigentümlich­keiten des ägyptischen Volkes und seines Verhältnisses zu andern Völkern unanfechtbar seien, der redet nun plötzlich in der Gegen­wart lauter Unsinn über sein eigenes Volk und über das Verhältnis seines eigenen Volkes zu den andern Völkern. Ja, glauben Sie, er wird nun über die Ägypter und über ihre Beziehungen zu andern Völkern gescheiter reden und geredet haben? Wenn &#039;&#039;Balfour&#039;&#039; heute über das Verhältnis seines Volkes zu der übrigen Welt spricht, oder wenn &#039;&#039;Houston Stewart Chamberlain&#039;&#039; fortwährend Unsinn redet über das Ver­hältnis der Menschen zu den andern Menschen, da könnten einige auch ohne Nachdenken irgendwie herauskriegen, daß die Leute Unsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reden, völligen Unsinn reden! Aber nun hat der Chamberlain ge­schrieben «Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts» und eine große Anzahl anderer Bücher, bei denen man nicht die Gelegenheit hat, die Geschichte zu prüfen. Er hat natürlich ganz genau denselben Unsinn geredet dazumal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon einmal gegenwärtig die Zeit der Prüfung, und namentlich die Zeit der Prüfung dafür, nun endlich einmal einzusehen, daß es nicht bloß darauf ankommt, Urteile abzugeben, die einen gewissen eingeschränkten Wert haben, indem sie richtig sind auf einem be­stimmten Gebiete - das ist fast jedes Urteil, das Falscheste ist auf einem bestimmten Gebiete richtig -, sondern daß es darauf ankommt, geradezu zu suchen jene Flüssigkeit der Urteile, die nur durch die Geisteswissenschaft gefunden werden kann, die in die Realität ein­dringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja merkwürdig, welche Kollisionen zwischen gesundem Den­ken und zeitgemäßem Denken gerade heute an die Oberfläche treten. Man hat in den letzten Tagen von einer religiösen Diskussion gehört, die stattgefunden hat in Petersburg - Petrograd, so hat man eine Zeit­lang gesagt, ich weiß nicht, ob man jetzt schon wieder Petersburg sagt -, also von einer religiösen Diskussion, die in dem ehemaligen St. Petersburg stattgefunden hat. Mitten drinnen im Bolschewismus hat man von einer religiösen Diskussion gehört. Da haben über die Religion und ihre Entwickelung gesprochen Sozialisten, Popen, selbst­verständlich auch allerlei Bourgeoisleute. Die haben natürlich das Ge­scheiteste nicht geredet. Nun könnte man aus der Diskussion, die da gepflogen worden ist, die natürlich in der Wolle gefärbt war von der Gegenwart, aber durchaus mit den starrsten alten Begriffen arbeitete, wie es scheint, doch manches lernen. Zum Beispiel hat da ein Pope etwas höchst Interessantes vorgebracht. Der Pope fühlt sich genötigt, zu seinen Lämmern so zu sprechen, wie er es bisher gewohnt war. Nun hat er natürlich bisher so geredet, daß alles dasjenige, was auf der Welt ist, der Zarismus und alles, alles selbstverständlich von Gott kommt. Was kann er heute machen, der gute Pope? Er muß natürlich das, was er gewohnt war, früher seinen Lämmern zu sagen - jetzt sind es keine Lämmer mehr -, heute wenigstens irgendwie beibehalten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denn er will ja nicht zu neueren Begriffen übergehen. Da sagt er denn: Die Welt ist von Gott, alles ist von Gott; da wir jetzt eine Sowjet­regierung haben, ist sie auch von Gott. Bolschewismus ist eben von Gott der Menschheit geschickt. Da alles von Gott ist, ist auch der Bolschewismus von Gott. - Was soll er anderes sagen? Ich bin ganz überzeugt davon, die Schlußfolgerung kann auch noch weiter aus­gedehnt werden. Warum sollte man nicht sehr schön plausibel machen können, daß der Teufel von Gott ist? Der Teufel ist einge­setzt von Gott, nach ganz derselben Schlußfolgerung! - Das ist es ja, daß man wirklich einmal tiefer hineinleuchtet in dasjenige, was not­wendig ist. Das findet natürlich auf allen Gebieten stärkste Gegner­schaft. Schlafen aber kann man nicht, wenn man sich vorgenommen hat, teilzunehmen an dieser Umarbeitung des Vorstellungsvermögens der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe, die der Materialismus herausgearbeitet hat und die gerade­zu als unanfechtbar gelten, sie gehören zu demjenigen, was gewisser­maßen am gründlichsten überwunden werden müßte. Nichts begegnet einem ja heute häufiger aus der sogenannten Autorität der Wissen­schaft heraus als dasjenige, was genannt wird das Gesetz von der Er­haltung der Energie und des Stoffes, Erhaltung von Kraft und Stoff. Das ist dasjenige, was ganz besonders der Menschheit ans Herz ge­wachsen ist. Die ganz und gar mechanistisch, physikalisch gewordene Weltanschauung will sich betäuben gegenüber dem Vorhandensein des Geistes. Da sie den Geist nicht anerkennen will, kann sie dem Geist auch nicht Dauer, nicht Ewigkeit zuschreiben; sie schreibt die Ewigkeit ihrem kleinen Götzen, dem Atom, oder überhaupt dem Stoff oder der Kraft zu. Aber, die Wahrheit ist, daß von alldem, was Sie sinnlich anschauen können, was Sie da stofflich und als Kräfte in der Welt umgibt, nach den Gesetzen des Weltenalls nichts, aber auch gar nichts über die Stufe des Venuszeitalters hinaus existieren wird. Wir wissen, daß auf die Evolution der Erde die Jupiterevolution folgt, und auf die Jupiterevolution die Venusevolution, dann die Vulkanevolu­tion. So wie sich der Mensch in verschiedenen Verkörperungen wiederfindet, so findet sich die Erde wieder als Jupiter nach der Ju­piterevolution als Venus, nach der Venusevolution als Vulkan. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was heute von irgendeinem physikalischen Experiment als Stoff und Stoffgefüge gefunden werden kann, es hat nicht Bestand über das Venusdasein hinaus. Es gibt keine Erhaltung des Stoffes und der Kraft - solchen Stoffes, solcher Kraft, von der die Physiker spre­chen können - über das Venusdasein hinaus. Das ganze Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft ist lediglich ein Aberglaube, ist dasjenige, wovon alle physikalischen Begriffe beherrscht werden. Aber etwas wird zugedeckt, indem man geradezu davon spricht, die Welt bestehe aus unzerstörbarem Stoff, der sich immer in andern Gruppierungen ergibt. Zugedeckt wird das, was als Antwort kommen muß, wenn man die Frage aufwirft: Ja, was bleibt denn dann, wenn alles das, was unsere Sinne in weiterem Umkreise umgibt, schon nicht mehr da sein wird, wenn die Venuszeit gekommen oder in ihrer Mitte angelangt sein wird? Was bleibt dann? Wo ist denn irgend etwas, was bleibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, richten Sie Ihre Augen hinaus in den weiten Umkreis, den Sie überschauen können. Schauen Sie sich alles, alles an, schauen Sie sich die Gesamtheit des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen, des menschlichen Reiches an; schauen Sie sich an alles dasjenige, was Sie sehen können als Sterne, Lichterscheinungen, alle Lufterscheinungen, alle Wassererscheinungen, sehen Sie hin, wo Sie hinsehen wollen, fas­sen Sie alles zusammen, was Sie irgendwie in Ihren äußeren Sinnes­wahrnehmungen zusammenfassen können und stellen Sie sich die Frage: Wo ist etwas, was von unserem jetzigen Dasein bleibt? - In keinem Tier, in keiner Pflanze, in keinem Mineral, in keiner Luft, in keinem Wasser, nirgends als nur im Menschen! In allem, was Sie heute sehen können, ist nichts enthalten, was regelrecht über das Venusdasein hinausgeht, als einzig und allein der Mensch selber. In nichts anderem können Sie etwas Bleibendes, etwas, was mit dem Begriffe der Ewigkeit angesprochen werden kann, suchen, in nichts anderem als in dem Menschen. Das heißt: Suchen wir die Keime für die wahre Weltenzukunft, wo müssen wir sie suchen? - Wir mussen sie im Menschen suchen! Wir können sie bei keinem andern Geschöpf, in keinem Naturreiche suchen. Aber durch die Naturreiche haben die alten Menschen vor dem Mysterium von Golgatha das kosmische All,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geistig natürlich, gesehen. Wenn wir die Sonne nehmen: Sie haben einen glühenden Ball gesehen, aber sie haben durch den glühenden Ball den Helios und das Gute gesehen. Doch dieser glühende Sonnen­ball wird nicht länger vorhanden sein als das Venusdasein; dann ist er weg. Und alles dasjenige, wodurch man wie die Alten als durch einen Schleier die Konstituion irgendeines geistigen Daseins gesehen hat, es wird weg sein. Und von alledem, was jetzt da ist, bleibt für die Zukunft nur das, was in den Menschen keimhaft veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn also eigentlich geschehen? Die Menschen haben vor dem Mysterium von Golgatha hinausgesehen in das weite Weltenall; sie haben gesehen Sterne über Sterne, sie haben gesehen die Sonne und den Mond, sie haben gesehen Luft und Wasser, die verschiedenen Reiche. Aber sie haben sie nicht so angeschaut wie der heutige Mensch, sondern sie haben hinter alldem das geistig-göttliche Dasein geschaut, und sie haben hinter alldem den Christus, der noch nicht zur Erde niedergestiegen war, geschaut. In diesen alten Zeiten hat man den Christus verbunden mit dem Kosmos, außerirdisch hat man ihn ge­sehen. In all dem, worinnen man den Christus gesehen hat, ist nichts, was über das Venusdasein hinaus dauert. Alles, wodurch sich in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen das Geistige enthüllt hat und auch der Christus im Kosmos, hat nur einen Bestand bis zum Venusdasein. Die Menschen lebten vor dem Mysterium von Golgatha mit dem Himmel, aber dieser Himmel ist so sinnlich, daß er auch mit dem Venusdasein verschwindet. Was über das Venusdasein hinaus bleibt, das hat seine Keime nur im Menschen. Der Christus mußte aus dem Weltenall zu dem Menschen kommen, wenn er mit dem Menschen den Gang in die Ewigkeit antreten wollte. Weil das alles so ist, wie ich es Ihnen jetzt geschildert habe, deshalb stieg der Christus aus dem Kosmos herab, um fortan mit dem zu sein, was als Keim im Menschen in die Ewigkeit hinaus dauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große kosmische Ereignis, das man verstehen muß. Die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha konnten den Gott, den Christus im Weltenall verehren. Die Menschen, die darauf kommen mußten - und es ist die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr darauf gekommen, daß nur im Menschen der Keim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist für die ewige Weltenzukunft -, diese Menschen mußten einen Christus haben nicht im Weltenall draußen, das zerfällt, sondern ver­eint mit dem Menschen, mit der menschlichen Organisation, mit dem menschlichen Reiche. Wörtlich wahr ist es: Dasjenige, was da ist im weiten Umkreis der Sinne als Sterne, als Himmelskörper, es wird vergehen. Aber das Wort, der Logos, der erschienen ist in dem Christus, und der sich vereinigt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, der wird bleiben. Und das ist eine wörtliche Wahrheit, wie die Dinge in den wirklichen okkulten, religiösen Urkunden wört­liche Wahrheiten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist auch der Grund, warum wir gewissermaßen einen Dualismus in der Namengebung haben müssen - ich habe darauf schon hingedeutet -, in der Namengebung Christus Jesus. Den Christus, der dem außerirdischen Weltenall angehört, dieses geistige Wesen, das vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit den Menschen der Erde ver­bunden war, muß man auf der einen Seite erkennen; das darf nicht vergessen werden, denn das ist heruntergestiegen und hat sich mit der Menschennatur, mit dem Jesus verbunden. In dem Dualismus Chri­stus Jesus liegt dasjenige, was notwendig ist, zu verstehen. In dem Christus muß man das Kosmisch-Geistige sehen; in dem Jesus muß man dasjenige sehen, durch welches dieses Kosmisch-Geistige in die historische Entwickelung eingetreten ist und sich so mit der Mensch­heit verbunden hat, daß es mit dem Menschenkeim nun weiter in die Ewigkeiten leben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses mit den alten Mysterien zusammenhängende Christusge­heimnis zu verhüllen, zu entstellen, das war gewissermaßen die Auf­gabe der Kirche in den verflossenen Jahrhunderten. Und versuchen Sie einmal, den Werdegang der Menschheit in diesen verflossenen Jahrhunderten wirklich zu studieren, versuchen Sie sich klarzumachen, wie es denjenigen einzelnen Menschen gegangen ist, welche den Christus Jesus wirklich suchen wollten, die wirklich den Weg finden wollten zu dem Christus Jesus: es war immer ein Märtyrerweg. Er mußte immer gesucht werden, der Christus Jesus, gegen die Konven­tionen, wie er ja auch heute selbstverständlich gegen dasjenige, was von den Konventionen geblieben ist, gesucht werden muß. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man kann dem Christus-Geheimnis nicht nahekommen, wenn man es nicht verbindet mit dem Naturgeheimnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, die Notwendigkeit, die wir vor unsere Seele hingestellt haben, von dem Herunterkommen des Christus aus kosmischen Höhen zu dem Menschenkeim, das Geheimnis von dem Jesus-Werden des Christus, man kann es nur verstehen, wenn eine Einheit wird Naturbetrachtung, Weltbetrachtung, Kosmologie und die Wissen­schaft von dem Werden des Menschen und des Göttlichen in der Menschheit. Das möchte man gerade von einer gewissen Seite her ver­meiden, daß Naturwissenschaft zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft und Geisteswissenschaft zu gleicher Zeit Naturwissenschaft werde. Das ist ja das Bestreben der meisten Theologen, und auf der andern Seite wiederum das Bestreben der meisten Naturgelehrten der Ge­genwart, daß eine Schranke aufgerichtet werde zwischen der Natur­wissenschaft auf der einen Seite und der Geisteswissenschaft auf der andern Seite. Nur ja soll nicht über den Christus Jesus etwas gesagt werden, was zu gleicher Zeit zusammenhängt mit der Erdenevolu­tion, und nur ja soll nicht über die Erdenevolution, das heißt über ihre einzelnen Teile etwas gesagt werden, was zusammenhängt mit dem großen geistigen Mysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem man diese Dinge berührt, berührt man in der Tat Wichtigstes, Allerwichtigstes im Menschenleben der Gegenwart. Denn jenes konfuse Geschwätz von allerlei Geistigem, auf das auch unsere Freunde einen so oftmals aufmerksam machen, und zum Ekel einen aufmerksam machen, dieses konfuse Geschwätz vom Geiste nützt gar nichts. Ich meine, es kommt alle Augenblicke einer und sagt: Nun sehen Sie einmal, der hat wiederum ganz theosophisch oder anthropo­sophisch geredet, er hat das und das gesagt! - Dieses bequeme Suchen nach Stützen in der gegenwärtigen Konfusion, das ist nicht dasjenige, was wir anstreben sollen, sondern wir sollen schon auf dem Funda­ment feststehen, das uns die Geisteswissenschaft sein wird. Und die Zeit ist zu ernst, um weitere Kompromisse, besonders auf diesem Ge­biete zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke zu schaffen zwischen dem Naturwissen, überhaupt zwischen dem Wissen des Wahrgenommenen und dem Wissen desjenigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu dem die Sünde, zu dem die Erlösung, kurz, zu dem die religiösen Wahrheiten gehören, die Brücke zu schaffen zwischen die­sen zwei Gebieten, das kann nur geschehen, wenn man den Mut haben wird, in das Geistige wirklich real einzudringen. Aber auch über die Lebenswahrheiten wird man nichts Vernünftiges wissen können, wenn man nicht den Mut hat, in das Geistige real, wirklich einzudringen. Zum Eindringen in das geistig Reale gehört vor allen Dingen diese Möglichkeit: wiederum etwas zurückzublicken zu dem dreifachen Sonnenmysterium der alten Zeit, aber in dem neuen Sinne, wie es der gegenwärtigen Menschheit angemessen ist. Geradeso wie die Sonne eine Dreiheit ist, so ist ja der Mensch auch eine Dreiheit. Aber es handelt sich darum, daß wir diesen dreifachen Menschen wirklich studieren. Das ist Wichtigstes für die Gegenwart: den drei­fachen Menschen zu studieren. Ich möchte Ihnen heute einmal vor­bereitend - morgen und übermorgen werden wir diese wichtige Sache zu Ende führen - schematisch etwas angeben, was Sie führen kann auf dem Wege, der eigentlich gesucht werden müßte, um den drei­fachen Menschen zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal das Folgende - also das, was ich jetzt skizziere, soll ein Schema sein -, denken Sie sich, Sie hätten ein Gebilde, das ganz und gar nur Bild, nur Abbild sei, das im Grunde gar keine Bedeutung in sich selber hat, also Abbild ist. Das will ich so skizzieren: ich zeichne einfach einen Kreis (siehe Zeichnung Seite 71, blau), eine Kreisfläche. Das ist ein Gebilde, das Abbild ist von etwas anderem, aber dadurch, daß es Abbild ist, hat es das andere, wovon es Abbild ist, vollständig aufgezehrt. Es ist ja sonderbar, wenn ich folgendes sage, aber denken Sie sich einmal: In unserer Kuppel, in der kleinen Kuppel arbeiten vier Damen; nehmen wir einmal an, diese vier Da­men würden, auf jeder Seite zwei, malen, sich selber porträtieren, aber dieses Porträtieren hätte eine besondere Folge. Also denken Sie sich, diese vier Damen, die porträtieren sich in der kleinen Kuppel, malen sich selber da ab, aber dieses Sich selber Porträtieren, das hätte eine ganz bestimmte Folge: sie verschwänden nämlich dadurch, sie gingen über in ihr Abbild, sie hörten auf zu sein. Wenn sie fertig sind, sind sie nicht mehr da. Dadurch, daß die Abbilder entstanden sind,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie selbst nicht mehr da. - Solch ein Gebilde stellen Sie sich unter dem, was ich hier skizzenhaft aufgezeichnet habe, einmal vor: ein Gebilde, das dadurch entstanden ist, daß es gemacht worden ist von etwas, wovon es Abbild ist; aber dadurch, daß das Abbild da ist, ist das andere aufgezehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber dieses Aufgezehrte nicht allein in der Welt. Stellen Sie sich nämlich vor, es wäre die Geschichte noch nicht aus mit diesen vier Damen. Gut, diese vier Damen wären verschwunden, sie hätten sich da aufgemalt und wären verschwunden; aber die Bilder sind da. Sie sind nicht allein da im Weltenall, das Weltenall ist mit seinen Kräften außerdem noch da. Die Damen sind verschwunden, sind von den Bildern gewissermaßen aufgesogen worden; aber dadurch, daß die Bilder da sind, zieht sich aus dem Weltenall wiederum Substan­tielles zusammen und bildet die Damen neu, allerdings jetzt als Kinder: sie entstehen langsam wieder, enstehen da daneben. So entsteht neben diesem Gebilde wiederum sein Urbild (siehe Zeichnung, gelb). Ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 071.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 71]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müßte es eigentlich ein Stückchen hinein zeichnen, ich zeichne es nun daneben auf: das ist das Urbild. Das ist das Urbild, aber es ist ein sehr loser Zusammenhang zwischen diesem Abbild und dem Urbild, ein sehr loser Zusammenhang. Beide haben fast gar nichts miteinander zu tun. Dieses Abbild ist richtig verhärtet und hat fast gar nichts mit seinem Urbilde zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann denken Sie sich ein zweites Gebilde. Ich will das zweite Ge­bilde so skizzieren, daß ich es nun auch als Abbild mache (siehe Zeichnung Seite 72, violett); nur ist das erste drinnen in dem zweiten. Das erste ist etwas für sich, aber es ist auch drinnen in dem zweiten. Also ich zeichne da kühn über das erste das zweite drüber. Das ist wiederum solch ein Abbild, und wiederum so ähnlich ein Abbild von einem andern, das ich auch nun da drauf zeichnen will (siehe Zeichnung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 072.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 72]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rot); das muss ich aber nun schon inniger mit dem verbin­den. Da ist die Sache also so, daß ich nicht den Vergleich wählen könnte, den ich früher mit den vier Damen gewählt habe, sondern wenn ich bezüglich dieses Bildes und Abbildes jetzt einen Vergleich wählen würde, müßte ich so sagen: Es sind also die vier Damen da, sie malen in der kleinen Kuppel, und während sie malen, geht schon auch etwas von ihnen selber auf, wird aufgesogen. Aber nur zur Hälfte werden sie aufgesogen; zuletzt sind sie so, daß sie - nun, ich will also sagen, um nicht einen unästhetischen Vergleich hervorzu­rufen: Es wird von der einen die linke Körperhäffte aufgesogen, die rechte ragt noch heraus von dem Bilde; von der andern die rechte Körperhälfte aufgesogen, die linke ragt noch heraus. Also sie sind teilweise aufgesogen; teilweise ragen sie noch heraus. Das ist das zweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stellen Sie sich ein drittes vor, das also wiederum das erste mitumfaßt und das zweite auch mitumfaßt (siehe Zeichnung Seite 73, grün). Das aber ist zum großen Teil mit seinem Abbilde verbunden, das ist noch nicht getrennt von seinem Abbilde. Da müßte ich also, wenn ich den Vergleich festhalten wollte, sagen: Die Damen malen, aber sie bleiben auch als Damen vorhanden, und das Ganze, was ich vor mir habe, sind die Damen und ihre Abbilder. Das ist vorhanden (siehe Zeichnung, orange), das ist zum größten Teile auch im Urbilde vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben Sie also hier (Zeichnung Seite 71) etwas schematisch gezeichnet: zuerst oben ein Abbild, verhärtet, kristallisiert, es hat möglichst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 073.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 73]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenig mit seinem Urbilde zu tun; das Urbild ist daneben, neu entstehend. Das ist nämlich Ihr Kopf; der ist der materiellste, ver­härtetste Teil der Menschennatur. Sein Urbild hat geradezu nichts mit ihm zu tun, entsteht neu; und wenn Sie achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, ist Ihr Kopf so, daß er aus sich selber gar nicht ein­mal mehr etwas hergibt, ausgewachsen ist. Der größte Materialist in der Menschennatur ist das Haupt. Ein zweites Gebilde ist Brust und Atmung und alles, was dazugehört. Das ist ungefähr so, daß ich das zweite als Schema gebrauchen könnte (Zeichnung Seite 72). Das ist schon mehr verbunden, da hängen Geist und Materie schon mehr zu­sammen, das ist schon durchgeistigter. Alles das, was Lunge und Atmungsprozeß ist, ist schon für die Erde vergeistigter. Und was übrigbleibt, Gliedmaßen, im Zusammenhange damit alles das, was die Sexualität umfaßt, da ist Geistiges mit Physischem eins, da sind sie noch zusammen. Das gehört zum dritten Schema (Zeichnung oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der dreifache Mensch. Ich habe es Ihnen heute nur schema­tisch auf die Tafel zeichnen können. Dieses zu gleicher Zeit wunder­bare und furchtbare, dieses großartige und tiefeindringende Myste­rium vom dreifachen Menschen hängt wiederum mit dem dreifachen Sonnenmysterium zusammen. Das aber hängt wiederum zusammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit all den Wahrheiten, die wir brauchen wie das Brot des Lebens für alles dasjenige, was sich setzen muß an die Stelle dessen, was in das Chaos, was in die Sackgasse hineingekommen ist und zu den gegen­wärtigen Menschheitskatastrophen geführt hat. Davon werden wir morgen weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den dreigeteilten Menschen habe ich gestern schematisch hingewiesen. Es ist ja durchaus so, daß aus unserem gegenwärtigen Geistes­leben heraus wenig Empfindungen vorhanden sind für das Verständnis des Wesens des Menschen, so wie es erfaßt werden muß vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte. Allein, wir müssen uns doch bemühen, an dieses Menschenwesen heranzukommen. Die wichtig­sten Vorstellungen, die man auch über das Gesamtleben des Menschen gewinnen muß, über die Entwickelung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auch sie sind nur zu beherrschen, wenn man ausgeht von einem solchen Verständnisse, das an diesen dreige­teilten Menschen anknüpft. Betrachten wir für heute einmal im ein­zelnen diesen dreigeteilten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde ja gestern schon darauf aufmerksam gemacht, daß wir da zunächst auf das Haupt des Menschen hinweisen können. In einem gewissen Sinne ist dieses Haupt des Menschen wirklich eine Art selb­ständige Formwesenheit. Sie können sich ja selber hinstellen vor ein Menschenskelett, und Sie können leicht das Haupt abheben. Wie eine Kugel können Sie es abheben. In Wirklichkeit ist allerdings die Trennung zwischen den drei Gliedern der menschlichen Natur nicht so einfach, daß man sagen könnte: Dasjenige, was man da vom üb­rigen Skelett so bequem abhebt wie eine Kugel, das ist dieser Hauptes-teil. - So streng sind die Dinge nicht geschieden. Aber man muß sich ja allmählich herausarbeiten aus dem bloßen Schematismus, auch aus dem, den einem die Natur selbst nahelegt, zu einer lebendigen Empfindung. Und ich mußte ja gestern schon, wie Sie gesehen haben, nicht etwa drei nebeneinanderliegende Kreise aufzeichnen, sondern einen Kreis für das Haupt, einen zweiten Kreis, der dieses Haupt übergriff, und einen dritten Kreis, der wiederum beide übergriff. So daß, wenn man schematisch den dreigeteilten Menschen zeichnen würde nach seiner physischen Wesenheit, man eben ihn so zu zeich­nen haben würde, daß man sagt: Der Hauptesteil (siehe Zeichnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
roter Kreis A), der Rumpfteil (oval, gelb), und dann der Glied­maßenteil (orange) -, eigentlich drei Kugeln, wenn auch diese Kugeln in die Länge gezogen werden müssen. Mit dem Hauptesteil, also mit dem, was hier als roter Kreis A bezeichnet worden ist, mit diesem Hauptesteil steht das Geistige, das, wie Sie gestern gesehen haben, eine junge Bildung ist, im Zusammenhange (hellschraffierter kleiner Kreis, weiß). Dieses Geistige des Hauptes, das ist eine junge geistige Bildung, während das Haupt selbst eine alte physische Bildung, eine physische Formwesenheit ist. Bei dem Haupte ist daher vor allen Dingen richtig, was man sonst im allgemeinen für den Menschen an­führt, was aber in dieser Allgemeinheit, wie man es anführt, nicht ganz richtig ist; für das Haupt ist es richtig. Was ich hier als Weißes, Geistiges bezeichnet habe in bezug auf das Haupt, das ist, wenn Sie schlafen, heraußen aus dem Haupte. Wenn Sie wachen, ist es mit dem Haupt vereinigt, ist zum größten Teile im physischen Haupte drinnen. Es kann sich also am leichtesten vom physischen Haupte trennen; es geht heraus und geht wiederum zurück, hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 076.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 76]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist schon durchaus nicht so für den mittleren Menschen, nennen wir ihn meinetwillen den Brustmenschen. Alles dasjenige, was vom Thorax, vom Brustkorbe eingeschlossen ist, von den Rippen und vom Rückgrat, das ist mit dem Geistigen verbunden, aber es ist nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so ausgesprochen das Geistige heraußen, wenn Sie schlafen. Das Geistige steht schon auch während des Schlafens für diesen mittleren Menschen in einer starken Verbindung mit dem Physischen. Und für den dritten Menschen, für den Gliedmaßenmenschen, wozu auch der sexuelle Mensch gehört, da ist eigentlich praktisch eine Trennung zwischen Schlafen und Wachen in Wirklichkeit doch nicht vorhanden. Da kann man gar nicht sagen, daß wirklich das Geistig-Seelische im Schlafe sich trennt; die bleiben mehr oder weniger auch im Schlafe vereint. So daß man nach einem andern Schema den wachenden Menschen gut so zeichnen könnte, daß man sagte: Wenn das der physische Mensch ist, wachend (siehe Zeichnung a, dunkel schraf­fiert, rot), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 077.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 77]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so würde dieses der geistige Mensch sein (hell schraffiert, weiß). Das würde der schlafende Mensch sein (siehe Zeichnung b, rot und weiß); es bliebe also dieses mehr oder weniger mit dem Leib­lichen vereint, und nur das geht eigentlich heraus (siehe Zeichnung b). Das würde von einem gewissen Gesichtspunkte aus die eigentliche Zeichnung sein für den Gegensatz des wachenden und schlafenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden Sie die wichtigen Dinge, die wir zu besprechen haben, nur dann verstehen, wenn Sie diese Gliederung des dreigeteilten Men­schen, die wir eben besprochen haben, für sich durchkreuzen mit einer andern Gliederung des Menschen, die anknüpft an dasjenige, was ich die vorige Woche hier auseinandergesetzt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir so noch einmal das Haupt, den Rumpfmenschen, den Gliedmaßenmenschen durchsprechen, so können wir ja sagen: Im eigentlichsten Sinne Mensch ist nur der Rumpfmensch. Der ist daher auch derjenige, dem der lebendige Odem eingehaucht ist durch die Elohim. Er ist der atmende Mensch. Da ist die Teilung nicht so ganz bequem wie beim Skelett; der Atmungsvorgang durch Nase und Mund gehört schon zum Rumpfmenschen. Also, nicht wahr, es ist die Teilung in Wirklichkeit nicht so schematisch bequem zu machen, wie man es sich gern aufzeichnen möchte, aber das sind ja natürlich die Schwierigkeiten des Verständnisses für eine solche Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der eigentliche Mensch, der Erdenmensch, ist der Rumpfmensch. Und der Kopfmensch, als physische Gestaltung, das ist eigentlich nicht etwas durch und durch Menschliches. Man kann nicht sagen, daß der Menschenkopf etwas durch und durch Mensch­liches ist. Der Menschenkopf hat eben sehr viel [[a:Ahriman|Ahrimanisches]] in sich. Er ist im wesentlichen so gegliedert, wie er gegliedert ist, aus dem Grunde, weil gewisse Bildungsprinzipien in ihm namentlich dieje­nigen sind, die noch von der [[a:a:Alte_Sonne|alten Sonne]], also von diesem zweiten [[a:Weltentwicklungsstufen|Erdenstadium]] - [[a:alter Saturn|Saturn]], [[a:Alte Sonne|Sonne]] -, zurückgeblieben sind. Unser Haupt mit seiner ganzen komplizierten Bildung wäre nicht so, wie es ist, wenn es nicht seine erste Bildung bekommen hätte in diesen uralten Zeiten der alten Sonne. Und es sind also eigentlich alte, uralte Bil­dungsprinzipien, die heute hereinragen in die Erdensphäre, und die wir aus diesem Grunde als ahrimanische bezeichnen müssen. Zurück­gebliebene Prinzipien müssen wir ja immer als [[a:luzifer|luziferische]] oder ahrimanische, je nach den Gesichtspunkten, ansehen. Dasjenige, was den Menschen als Erdenmenschen ausmacht, wo die Prinzipien des Erdenwerdens hauptsächlich spielen, das ist der Brust-, der Rumpfmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gliedmaßenmensch ist auch nicht rein der Mensch, sondern der hat sehr viel Luziferisches in sich, und seine Bildungsprinzipien sind eigentlich noch nicht volle Bildungsprinzipien, sondern sie sind solche, welche ihre volle Ausgestaltung erst haben werden, wenn die Erde ins [[a:neue Venus|Venusstadium]] gekommen sein wird, wenn also das [[a:a:Neuer_Jupiter|Jupiterstadium]] vorausgegangen und im Übergange sein wird in das Venusstadium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann werden die Bildungsprinzipien, die heute, ich möchte sagen, noch diesen Schatten von einem Wesen ausbilden, der der Extremitätenmensch ist, dieses dritte menschliche Wesen, in ihrer vollen Intensität, in ihrer richtigen Gestalt wirken: wenn die Venuszeit da sein wird. Also das nimmt der Mensch voraus, was in der Venuszeit erst da sein wird und bildet es heute unvollkommen, keimhaft, läßt es nicht über das Keimhafte hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Sache kosmisch betrachtet. Kosmisch betrachtet also sind wir in unserer Gestaltung so, daß wir in unserem Haupte gewisser­maßen nach den Kräften die alte Sonnenzeit wiederholen, in unserer Brust das Erdenwerden tragen; indem wir Extremitätenmenschen sind, tragen wir die Keime zum Venuswerden in uns. Das ist kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humanistisch betrachtet ist es etwas anderes. Da müssen wir auf die menschliche Individualität sehen, wie diese menschliche Indivi­dualität von Inkarnation zu Inkarnation schreitet. Da müssen wir sagen: Was wir heute in dieser Inkarnation als Haupt an uns tragen, das hat sich verwandt erwiesen unserer vorigen Inkarnation; dasjenige, was wir jetzt als Brustmenschen in uns tragen, das ist eigentlich rein verwandt unserer gegenwärtigen Inkarnation; und dasjenige, was wir als Extremitätenmensch in uns tragen, das wird ja Haupt in der näch­sten Inkarnation, das ist verwandt schon mit der nächsten Inkarnation. Ich habe Ihnen in der vorigen Woche gesagt: Das Haupt hat etwas Verräterisches, insbesondere in seinem Negativ. Wenn Sie einen Abdruck nehmen würden von der Physiognomie des Hauptes und diese Phy­siognomie anschauen würden, so würden Sie in dieser negativen Physiognomie Ihres Hauptes viel von dem erkennen, was Sie in einer vorigen Inkarnation angestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt ist es mit dem Extremitätenmenschen. Da können Sie aber nicht einen Abdruck nehmen, sondern da müssen Sie anders vor­gehen. Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedesmal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es ja an einem andern Orte. Sie gehen ja außerdem herum, Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden - es würde ein sehr bewegtes Bild werden - von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation. Dar­innen würden Sie viel ablesen können von dem Karma der nächsten Inkarnation. Es ist durchaus bedeutsam: So wie der Negativabdruck der Physiognomie in seiner Ruhe, in seiner festen, konturierten Zeichnung verräterisch ist für das, was in der vorigen Inkarnation schon geschehen ist, so würde dasjenige, was man abpunktieren könnte von dem, wie sich Arme, Hände, Beine, Füße verhalten, außerordent­lich instruktiv sein für das, was der Mensch in der nächsten Inkar­nation ausführen wird. Namentlich ist es auch instruktiv für das, was der Mensch in der nächsten Inkarnation ausführt, wohin er geht, wo­hin ihn seine Beine tragen. Wenn Sie alle die Orte, wenn Sie einfach den Weg verfolgen würden, wohin Sie Ihre Beine tragen, so würde da eine Landkarte daraus werden. Sie würden merkwürdige Figuren bekommen. Nicht ganz ohne Einfluß sind die Neigungen der Men­schen auf diese Figuren. Es spricht sich viel von den geheimen Nei­gungen in diesen Figuren aus. Die sind sehr verräterisch, diese Spuren, die da bleiben, für dasjenige, was die nächste Inkarnation dem Men­schen bringt. Also das wäre humanistisch betrachtet. Das andere war kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gliederung des Menschen, die, ich möchte sagen, abzielt auf die Gegenwart, bedeutet aber wiederum eine Verbindung mit den Geheimnissen der alten Mysterien, in denen man mehr atavistisch die Sache gewußt hat, aber in denen man solche Geheimnisse, wie sie jetzt eben angeführt worden sind, schon gekannt hat. Es gibt eine schöne Sage, anknüpfend an den König Salomo, über die Bestimmt­heit, mit welcher der Mensch seine Füße dorthin setzt, wo er seinen Tod finden soll. Gleichsam ist der Sinn dieser Sage, daß ein bestimmter Ort auf der Erde ist, wo der Mensch seinen Tod finden soll - Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden einen Zweigvortrag finden, wo ich gerade über diese Salomo-Sage vorgetragen habe -, dahin setzt der Mensch dann seine Füße. Das hängt zusammen mit dem alten Mysterienwissen von diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, der Mensch hat ja eigentlich, wenn er so im allgemeinen lebt, nur sein gewöhnliches Bewußtsein; aber er ist, wie Sie sehen, ein recht kompliziertes Wesen, der Mensch. Wenn er wachend ist, wenn er sein jüngstes geistiges Glied, das Haupt, in seinem physischen Haupte drinnen hat, dann weiß er ja nichts von seinem Haupte. Sie werden mit Recht sagen: Gott sei Dank, daß man nichts vom Haupte weiß; denn weiß man vom Haupte, so ist es nur der Kopfschmerz. - Auf eine andere Weise wird sich der Mensch seines Hauptes nicht bewußt, als wenn er Kopfschmerz kriegt; dann weiß er, daß er ein Haupt hat. Sonst bleibt das unbewußt, im eminentesten Sinne unbewußt, viel un­bewußter, als ein übriges Glied des menschlichen physischen Leibes. Der Mensch darf ganz froh sein, wenn er im normalen Bewußtsein von seinem Haupte nichts weiß. Aber unter diesem Bewußtsein des Hauptes, das gewöhnlich eigentlich nur von der Außenwelt Kenntnis nimmt, das nur darauf ausgeht, zu wissen von dem, was in der Um­gebung ist, unter diesem Wissen ruht ein anderes, eine Art Traum­bewußtsein, ein Traumeswissen. Ihr Haupt träumt fortwährend. Und während Sie von der Außenwelt wissen in der Art, wie Ihnen das wohi bekannt ist, träumen Sie eigentlich unter der Schwelle des Be­wußtseins, im Unterbewußtsein, fortwährend. Und was Sie da träu­men, dieses Träumen im Haupte, wenn Sie es voll auffassen könnten, wenn Sie es ganz in das Bewußtsein hereinbringen könnten, so würde Ihnen das ein Bild geben, ein richtiges, zusammenfassendes Bild Ihrer vorigen Inkarnation. Denn Ihre vorige Inkarnation träumen Sie unterbewußt in Ihrem Haupte. Das ist schon so. Es ist immer ein leises Bewußtsein vorhanden, das nur übertäubt ist von dem stärkeren Lichte des gewöhnlichen Bewußtseins, ein träumendes Bewußtsein von der vorigen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Jahre 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist das äußere Bewußtsein so stark geworden, daß nach und nach dieses Unterbe­wußtsein der vorigen Inkarnation völlig ausgelöscht worden ist. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor diesem Jahre 747 hat man viel gewußt von diesem Traumesbewußt­sein des Hauptes. Daher finden Sie auch überall auf dem Grunde der alten Kulturen die wiederholten Erdenleben als eine Tatsache ange­führt. Das rührt einfach davon her, daß dazumal dieses Unterbewußt­sein des Hauptes noch nicht so völlig in den Hintergrund getreten war wie jetzt, wie das geschehen ist durch den vierten, namentlich durch den fünften nachatlantischen Zeitraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem, was seelisch-geistig mit dem Brustkorb und dem Rumpf des Menschen zusammenhängt, wissen Sie ja auch im gewöhnlichen Bewußtsein sehr wenig. Das ist schon an sich ein Traumhaftes. Es schlägt nur manchmal, und dann sehr chaotisch, unregelmäßig, dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein in das Bewußtsein des Menschen im Traume herauf. Wenn der Mensch regelmäßig atmen kann, wenn sein Herzschlag regelmäßig ist, also wenn alle seine Funktionen des Brustkorbes und Rumpfes regelmäßig sind, so verläuft das Bewußt­sein des Rumpfes nicht so hell wie das Kopfbewußtsein, sondern es verläuft auch im gewöhnlichen Leben traumhaft. Man träumt im Ge­fühle - ich habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt - von diesem mittleren Menschen. Aber dieses, was da im Gefühle liegt, was der Mensch nur im Gefühle erlebt, wenn es heraufgeholt wird durch ein mehr hellseherisch werdendes Bewußtsein, wenn mit andern Wor­ten der Mensch das, was in seinem Brustkorb sich bewußt abspielt, ebenso zu überschauen lernt, wie er sonst im wachen Zustande nur das überschaut, was in seinem Hauptesbewußtsein ist, ja, dann teilt sich dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein deutlich in zwei Teile. Der eine Teil träumt zurück in die ganze Zeit zwischen dem vorigen Tod und der jetzigen Geburt oder Empfängnis. Also während Sie traumhaft, in sehr tiefen Träumen in Ihrem Hauptesbewußtsein unterbewußt haben dasjenige, was in der vorigen Inkarnation war, haben Sie das, was seit der vorigen Inkarnation bis zu der jetzigen Geburt in der Zwischenzeit verflossen ist, in den Träumen des Brustkorbes. Und in den Träumen, die mehr nach den unteren Partien des Brustkorbes gelegen sind, haben Sie ein starkes Bewußtsein von dem, was zwischen Ihrem kommenden Tode und dem nächsten Erdenleben ist. Also das Bewußtsein, das im Brustkorb konzentriert ist, das aber mehr oder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger unterbewußt bleibt für den gegenwärtigen Menschen, das ist eigentlich ein traumhaftes Bewußtsein sowohl für die Zeit vor dieser Geburt wie für die Zeit nach diesem Tode. Was zwischen unserem letzten Erdentode und unserer nächsten Erdenempfängnis liegt, mit Ausnahme desjenigen oder auch mit Einschluß desjenigen, was wir jetzt erleben zwischen Geburt und Tod, das enträtselt sich für dieses Unterbewußtsein des mittleren Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in demjenigen, was recht sehr stark durch das ganze Leben hin­durch unterbewußt bleibt, was nur heraufgezogen werden kann, wenn der Mensch imstande ist, es durch immerwährendes Sich-Beschäftigen mit geisteswissenschaftlichen Studien und Übungen heraufzuziehen, so daß gewisse Momente des Schlaflebens, die sonst eben schlafend, unbewußt vor sich gehen, heraufgehoben werden und der Mensch mitten aus dem Schlaf heraus bewußt wird, da kann sich das Tableau von der nächsten Erdeninkarnation aus diesem dritten Menschen, aus dem Unterbewußtsein des Extremitätenmenschen heraus entwickeln. Dasjenige, was der Mensch als sein gewöhnliches, heute wachendes Bewußtsein hat, ist eigentlich eine Art Seitentrieb des Menschen; das strahlt in das Haupt herein von außen. Aber hinter diesem Bewußt­sein liegt ein anderes Bewußtsein, das sich verbreitet über die vorige Inkarnation, über das Leben von der vorigen Inkarnation bis zu die­ser, über das Leben von dieser Inkarnation bis zur nächsten, und dann wiederum über die nächste Inkarnation. Nur verschläft der Mensch dieses Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Bewußtsein der vorigen Inkarnation im Haupte. In all den Organen, die vorzugsweise dem Ausatmen dienen, wirkt ein starkes Bewußtsein für das Leben zwischen der vorigen Inkarnation und die­ser. In all den Funktionen, die vorzugsweise dem Einatmen dienen, wirkt ein Bewußtsein von der jetzigen Inkarnation bis zur nächsten Erdeninkarnation. Und in dem Gliedmaßenmenschen, in all den geheimnisvollen Vorgängen des Gliedmaßenmenschen wirkt ein sehr, sehr unterbewußt bleibendes Bewußtsein der nächsten menschlichen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bewußtseine sind mehr oder weniger verdeckt worden seit dem Beginn der vierten nachatlantischen Zeit, seit 747 vor dem Mysterium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Golgatha. Und der Beruf unserer Zeit ist wiederum, aus dem allgemeinen chaotischen Menschenbewußtsein heraus die be­stimmten Bewußtsejne von diesen konkreten Vorgängen der kos­mischen und der Menschheitsevolution herauszuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit alldem, was ich jetzt entwickelt habe, muß sich eine andere Einsicht in die Menschenwesenheit, ich möchte sagen, kreuzen. Ja, es ist schon notwendig, daß wir uns in so schwierige Erörterungen einlassen, wir kommen sonst nicht zum genaueren Verständnisse. Ich hätte ja so gerne, wenn für diese schwierigen Erörterungen nicht nur ein gewisses Über-sich-ergehen-Lassen waltete, sondern wenn gerade für diese schwierigen Dinge - weil das der gegenwärtigen Menschheit so notwendig wäre - ein bißchen Enthusiasmus, ein bißchen tempe­ramentvolles Eingehen aufzubringen wäre, was ja in einer Gesell­schaft der heutigen Zeit so unendlich schwierig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, Sie richten Ihre Sinne nach außen. Da finden Sie durch Ihre Sinne die Außenwelt als eine sinnenfällige ausgebreitet. Ich zeichne das schematisch, was da nach außen als sinnenfällig ausge­breitet um uns herum liegt. Bitte, es soll das, was da außen herum liegt, dieses (siehe Zeichnung, blau) sein. Wenn Sie Ihre Augen, Ihre Ohren, wenn Sie Ihren Geruchssinn, was Sie wollen, auf die Außenwelt rich­ten, so wendet sich Ihnen gewissermaßen entgegen, es wendet sich diesen Sinnen entgegen dasjenige, was die Innenseite dieses Außen ist - also bitte: die Innenseite dieses Außen (links). Nehmen Sie an, Sie wenden Ihre Sinne dem zu, was ich da gezeichnet habe (siehe Zeich­nung, Pfeile), so sind diese Sinne auf diese Außenwelt gerichtet und Sie sehen das, was sich innen hier hineinneigt. Nun folgt die schwie­rige Vorstellung, auf die ich aber schon kommen muß. Alles das, was Sie da anschauen, zeigt sich Ihnen von innen. Denken Sie sich, daß das auch eine Außenseite haben muß. Nun, ich will es schematisch da­durch vor Ihre Seele rufen, daß ich sage: Wenn Sie so hinausschauen, sehen Sie als Grenze Ihres Schauens das Firmament: das hier ist ja fast so, nur daß ich es klein gezeichnet habe. Aber jetzt denken Sie sich, Sie könnten flugs da hinausfliegen und könnten da durchfliegen und von der andern Seite gucken, Ihre sinnenfalligen Eindrücke von der andern Seite angucken. Also Sie könnten so hinschauen (siehe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 085.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 85]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeichnung, Pfeile oben). Bitte, das sehen Sie natürlich nicht; aber könnten Sie so hinschauen, so würde das der andere Aspekt sein. Sie würden aus sich heraus müssen und würden von der andern Seite Ihre ganze sinnenfällige Welt anschauen müssen. Sie würden also das, was sich Ihnen als Farbe zuwendet, von der Rückseite betrachten, das, was sich Ihnen als Ton zuwendet, von der Rückseite betrachten und so weiter; was sich Ihnen als Geruch zuwendet, würden Sie von der Rückseite betrachten, Sie würden von der Rückseite den Geruch in die Nase fassen. Also von der andern Seite denken Sie sich die Weltbetrachtung: wie einen Teppich ausgebreitet die sinnenfälligen Dinge, und nun den Teppich von der andern Seite einmal angesehen. Ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kleines Stück sehen Sie nur, ein sehr, sehr kleines Stück von dieser Rückseite. Dieses sehr kleine Stück, das kann ich hier nur dadurch zur Darstellung bringen, daß ich die Sache so mache: Denken Sie sich jetzt, ich zeichne das, was Sie da von der andern Seite sehen würden, rot ein; so daß ich sagen kann, schematisch sieht man das Sinnen-fällige so: Wie man es gewöhnlich sieht, so sieht es blau aus; sieht man es von der andern Seite, so sieht es rot aus, aber das sieht man natür­lich nicht. In diesem, was man da rot sehen würde, steckt erstens alles das drin, was erlebt werden kann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zweitens alles das, was beschrieben ist in der «Geheimwissenschaft im Umriß» als Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenentwickelung und so weiter. Dasjenige liegt da aufgespeichert, was eben verborgen ist für die sinnenfällige Anschauung. Das ist da auf der andern Seite der Kugel. Aber ein kleines Stück sehen Sie davon; das kann ich nur so zeichnen, daß ich jetzt sage: Nehmen Sie dieses kleine Stück von dem Roten, das ginge da herüber (siehe Zeichnung, unten) und durch­kreuzt sich mit dem Blauen, so daß das Blaue, statt daß es jetzt vorne ist, dahinter ist. Ich müßte eigentlich hier vierdimensional zeichnen, wenn ich es wirklich zeichnen würde, ich kann es daher nur ganz schematisch zeichnen. Also da (links) sind die Sinne jetzt hier dem Blauen zugewendet; da sind sie nicht zugewendet dem Blauen, son­dern dem Roten, das Sie sonst nicht sehen. Aber hinter dem Rot hat sich jetzt gekreuzt das, was sonst gesehen wird, und das ist jetzt dar­unter. Und dieses kleine Stück, das da sich kreuzt mit dem andern, das sehen Sie fortwährend im gewöhnlichen Bewußtsein. Das sind näm­lich Ihre aufgespeicherten Erinnerungen. Alles, was als Erinnerung entsteht, entsteht nicht nach Gesetzen dieser äußeren Wahrnehmungs-weit, sondern es entsteht nach den Gesetzen, die dieser hinteren Welt da entsprechen. Dieses Innere, das Sie als Ihre Erinnerungen haben, das entspricht wirklich dem, was da auf der andern Seite ist (rechts). In­dem Sie in sich hineinblicken, in alles das, was Ihre Erinnerungen sind, sehen Sie tatsächlich die Welt auf einem Stück von der andern Seite; da ragt das andere ein wenig herein, da sehen Sie die Welt von der andern Seite. Und wenn Sie jetzt durch Ihre Erinnerungen, wie sie so aufgeschrieben sind, durchschlüpfen könnten - ich habe vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
acht Tagen davon gesprochen -, wenn Sie da hinunter könnten, unter Ihre Erinnerungen sehen und sie von der andern Seite anschauen könnten, von da drüben (siehe Zeichnung, rechts), da würden Sie die Erinnerungen als Ihre Aura sehen. Da würden Sie den Menschen sehen als ein geistig-seelisches aurisches Wesen, wie Sie sonst die äußere Welt sinnenfällig in den Wahrnehmungen sehen. Nur wäre es eben­sowenig angenehm - wie ich das vor acht Tagen hier charakterisiert habe -, weil da der Mensch noch nicht schön ist von dieser andern Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Interessante, was man kreuzen muß mit dem an­dern Verständnis des dreigliedrigen Menschen. Diese Kreuzung hier, die liegt nun im mittleren Menschen, im Brustmenschen. Sie erinnern sich an die Zeichnung, die ich vor acht Tagen gemacht habe, wo ich ja die in sich gewundenen Lemniskaten mit den zurückgeschlagenen Schleifen hatte: die müßte ich hier zeichnen. Hier müßte ich diesen Brustmenschen zeichnen mit den zurückgeschiagenen Lemniskaten (siehe Zeichnung Seite 85, links unten): Das würde zusammenfallen mit der Erinnerungssphäre. So daß dieser dreigliedrige Mensch hier in seinem mittleren Teil diese Umwendung des Menschen hat, wo das Innere äußerlich und das Äußere innerlich wird, wo Sie ein Tableau, das Sie sonst als Welttableau, als die große Welterinnerung sehen würden, nun als Ihre eigene kleine mikrokosmische Erinnerung sehen. Sie sehen in Ihrem gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was sich zugetragen hat von Ihrem dritten Jahre an bis jetzt: das ist eine innere Aufzeichnung, ein kleines Stück für das, was gleichartig mit dem ist, was sonst Aufzeichnung für die ganze Weltenevolution ist, was auf der andern Seite liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ohne Grund habe ich seinerzeit, wie den meisten von Ihnen wohl bekannt sein wird, davon gesprochen - und ich habe es ja wieder­um ausgeführt in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln» am Schluß in der Anmerkung -, nicht ohne Grund habe ich davon ge­sprochen, daß der Mensch eigentlich zwölf Sinne hat. Diese Sinne müssen wir uns so denken, daß eine Anzahl von diesen zwölf Sinnen nach dem Sinnenfälligen zugewendet sind, eine andere Anzahl von diesen zwölf Sinnen sind aber nach rückwärts gerichtet. Sie sind auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da unten (siehe Zeichnung Seite 85) nach dem gerichtet, was schon das Gewendete ist. Und zwar sind nach dem äußeren Sinnenfaliigen gerichtet: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn, Hörsinn, Sehsinn, Ge­schmackssinn, Geruchssinn. Diese Sinne sind gerichtet nach dem Sinnenfälligen. Die andern Sinne kommen ja eigentlich dem Men­schen deshalb nicht zum Bewußtsein, weil sie zunächst nach seinem eigenen Inneren und dann nach dem Umgekehrten der Welt gerichtet sind. Das sind vorzugsweise: Wärmesinn, Lebenssinn, Gleichge­wichts sinn, Bewegungssinn, Tastsinn. So daß wir sagen können: Für das gewöhnliche Bewußtsein liegen sieben Sinne im Hellen (oben) und fünf Sinne im Dunkeln (unten). Und diese fünf Sinne, die im Dunkeln liegen, die sind der andern Seite der Welt zugewendet, auch im Menschen der andern Seite (siehe Zeichnung Seite 85).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daher einen vollständigen Parallelismus haben zwischen den Sinnen und zwischen etwas anderem, wovon wir gleich sprechen werden (siehe Zeichnung, Kreis). Also nehmen wir an, wir hätten als Sinne zu verzeichnen den Hörsinn, den Sprachsinn, den Denksinn, den Ichsinn, den Wärmesinn, den Lebenssinn, den Gleichgewichts­sinn, den Bewegungssinn, den Tastsinn, den Geruchssinn, den Ge­schmackssinn, den Sehsinn, so haben Sie im wesentlichen alles das­jenige, was vom Ichsinn geht bis zum Geruchssinn, im Hellen liegend, in dem, was dem gewöhnlichen Bewußtsein zugänglich ist (siehe Zeichnung, schraffiert). Und alles dasjenige, was abgewendet ist vom gewöhnlichen Bewußtsein, so wie die Nacht vom Tag abgekehrt ist, das gehört den andern Sinnen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist natürlich die Grenze auch wiederum nur schematisiert; es fällt etwas ineinander; es sind die Wirklichkeiten nicht so bequem. Aber diese Gliederung des Menschen nach den Sinnen ist so, daß Sie schon im Schema an die Stelle der Sinne nur zu zeichnen brauchen die Himmelszeichen, so haben Sie: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage - sieben Himmelszeichen für die helle Seite; fünf für die dunkle Seite: Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische: Tag, Nacht; Nacht, Tag. Und Sie haben einen vollständigen Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen - dem, was zugewendet ist seinen Sinnen, und dem, was abgewendet ist, aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 089.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 89]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eigentlich zugewendet ist seinen unteren Sinnen - und zwischen dem, was im äußeren Kosmos den Wechsel bedeutet von Tag und Nacht. Es geht gewissermaßen im Menschen dasselbe vor, was im Weltenge­bäude vorgeht. Im Weltengebäude wechseln Tag und Nacht, im Menschen wechselt auch Tag und Nacht, nänllich Wachen und Schlafen, wenn sich auch beide voneinander emanzipiert haben für den gegenwärtigen Bewußtseinszyklus des Menschen. Während des Tages ist der Mensch zugewendet den Tagessinnen; wir können ebensogut sagen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Lowe, Jungfrau, Waage, wie wir sagen könnten: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn und so weiter. Sie können jedes Ich eines andern Menschen sehen, Sie können die Gedanken des andern Menschen verstehen, Sie können hören, sehen, schmecken, riechen: das sind die Tagessinne. In der Nacht ist der Mensch so, wie sonst die Erde nach der andern Seite ge­wendet ist, den andern Sinnen zugewendet, nur sind diese noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|90}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vollentwickelt. Sie werden erst nach der Venuszeit so voll entwickelt sein, daß sie wahrnehmen können, was da nach der andern Seite ist. Sie sind noch nicht so voll entwickelt, daß sie das wahrnehmen kön­nen, was da nach der andern Seite ist. Sie sind in Nacht gehüllt, wie beim Durchgang durch die andern Himmelsregionen, die andern Bilder des Tierkreises, die Erde in der Nacht ist. Das Durchschreiten des Menschen durch seine Sinne ist ganz zu parallelisieren mit dem Gang - ob Sie nun sagen der Sonne um die Erde oder der Erde um die Sonne, das ist ja schließlich für diesen Zweck gleichgültig; aber diese Dinge hängen zusammen. Und diese Zusammenhänge kannten die Weisen der alten Mysterien sehr gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verschwand für das Bewußtsein eben allmählich in der vierten nachatlantischen Zeit, aber es muß wieder heraufgeholt werden, muß auch gegen die Widerstände, die sich dagegen erheben, wiederum heraufgeholt werden für die Menschheitskultur. Denn in den Be­griffen, die man sich da aneignet, liegt dasjenige, was einem auch ver­ständlich erscheinen läßt, was nun im sozialen, im geschichtlichen Leben vor sich geht. Solange Sie Naturleben und geistiges Leben in der Art trennen, wie das die moderne Menschheit heute liebt, so lange kommen Sie nicht zu solchen Begriffen, die im geschichtlichen Werden eine Rolle spielen könnten, sondern Sie werden überwältigt von den Begriffen, die im geschichtlichen Leben eine Rolle spielen. Überwältigt werden Sie. Dafür gibt es ja viele Beispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, die Menschen haben seit, nun, sagen wir zweihundert Jahren, wie sie glauben, furchtbar viel gedacht. Man kann zusammen­stellen, was die Menschen seit zweihundert Jahren gedacht haben, was sie an Idealen ausgebildet haben, wovon sie als den großen Idealen gesprochen haben und immer wieder sprechen: von dem Ideal der Aufklärungszeit bis jetzt zu dem Ideal des großen Cäsar-Ersatzes Woodrow Wilson. All dasjenige, was da über die verschiedenen Ideale ge­sprochen worden ist, das haben die Menschen durch die Jahrhunderte, durch zwei Jahrhunderte hindurch gedacht; das bildete die Gedanken der Menschen. Aber die Weltgeschichte ist wenig bewegt worden von diesen Gedanken. Die Weltgeschichte ist von etwas ganz anderem be­wegt worden: von jenen Gedanken, die in den Dingen gewirkt und gewebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
haben. Und niemals waren eigentlich die Gedanken, die in den Menschenköpfen wimmeln, weiter entfernt von den großen kosmi­schen Gedanken, die in den Dingen leben, als in unserer Zeit. Das­jenige, was seit, man kann sagen, hundertfünfzig Jahren die Menschen dazu getrieben hat, eine gewisse Gestaltung der Welt zu bewirken, das sind nicht die Gedanken von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und so weiter, sondern das sind die Gedanken, welche verwoben waren zum Beispiel mit dem Aufkommen des mechanischen Webstuhls. Daß der mechanische Webstuhl hereingekommen ist in die moderne Entwickelung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, daß sich diese bedeutsame Erfindung des mechanischen Webstuhls an die Stelle der alten Handweberei hineingefunden hat in die Mensch­heitsentwickelung, und daß von diesem mechanischen Webstuhl die ganze Maschinenkultur der neueren Zeit ausgegangen ist, darinnen weben die objektiven Gedanken, die wirklichen Gedanken, welche der Welt die Gestaltung gegeben haben, die sie bis heute hat, und aus der das gegenwärtige katastrophale Chaos entstanden ist. Man muß nicht, wenn man eine Geschichte schreiben will des gegenwärtigen katastrophalen Chaos, an die Gedanken, die in dem Menschenbewußt-sein gewimmelt haben, sich wenden, sondern an diese objektiven Ge­danken von der Begründung, von der Erfindung des mechanischen Webstuhls bis zu dem Werden der Großindustrie und ihres Schattens, des Sozialismus. Denn wenn das auch scheinbare Gegensätze sind, Großindustrie und Sozialismus, so sind sie polarische Gegensätze, die zueinander gehören, sie sind nicht voneinander zu trennen. Bei diesen objektiven Gedanken muß man anfragen und das geschichtliche Werden betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da findet man dann, daß die Menschen sich vielen Illusionen hinge­geben haben in der Zeit des 18. Jahrhunderts, das 19. Jahrhundert hindurch, und namentlich in dem Teil des 20. Jahrhunderts, in dem wir jetzt leben. Sie haben sich vielen Illusionen hingegeben in ihren Gedanken; aber überwältigt sind sie worden von den objektiven, historisch-kosmischen Gedanken. Die weben in den Dingen. Und ein Interesse für diese objektiv webenden Gedanken, wenn auch ein furchtbar einseitiges Interesse, haben eigentlich doch nur diejenigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen allmählich entwickelt, welche den Sozialismus als Weltanschauung ausgebildet haben. Und das ist etwas ungeheuer Charakteristisches. Wenn Sie das 19. Jahrhundert verfolgen: das Bourgeois­tum verliert immer mehr und mehr das Interesse für große Weltan­schauungsfragen. Große Weltanschauungsfragen werden sogar dem Bourgeoistum höchst unangenehm, sie werden womöglich in die Ästhetik hinein abgeschoben. Ob es geistige Wesen gibt oder nicht, darüber mag man, wenn man ein richtiger Durchschnittsbourgeois ist, von der Bühne herunter allerlei vernehmen, wo man nicht daran zu glauben braucht, wo es nicht darauf ankommt, ob die Dinge Wahr­heiten sind oder nicht: da läßt man sich von &#039;&#039;Björnson&#039;&#039; und ähnlichen Leuten das Mannigfaltigste vormachen. So in das Ästhetische hinein, in das Spielen mit allerlei sogenannten Künstlerischem, dahin wird das Weltanschauungsgemäße für das Bourgeoistum in der neueren Zeit abgeschoben. Wirklich für Weltanschauungsfragen die Köpfe gegen­seitig zerschlagen - womit ich das nicht als ein Ideal betrachten will im physischen Sinne, aber im geistigen Sinne ist es in gewissem Sinne ein Ideal: Sie wissen, ich habe mit einem seht starken Aplomb darauf hingewiesen, daß ich gerne Temperament haben würde auch beim Vertreten anthroposophischer Wahrheiten -, die Köpfe eingeschlagen hat man sich in den letzten Jahrzehnten auf sozialistischem Gebiete. Und darum haben sich die andern nicht gekümmert. Sie haben, möchte ich sagen, diejenigen Leute allein gelassen, welche die Welt eigentlich von einem sehr engen Aspekt aus gesehen haben, welche die Welt nur gesehen haben von dem Aspekt der Fabrik aus, von dem Inneren der Fabrik aus, von dem Inneren der Buchdruckerwerkstätte und so weiter. Und es ist ja im höchsten Maße interessant, was für eine sogenannte Weltanschauung herausgekommen ist von dem Aspekte der Fabrik aus: denn das ist der Sozialismus! Das ist vom Aspekt des Inneren der Fabrik, das ist vom Aspekt der Menschen aus, die gar nichts anderes kennen als das Innere der Fabrik. Und für das, was da sich heranentwickelte, hat sich das Bourgeoistum, das sich mit allerlei abstrakten Ideen, aber auch im Abstrakten mit Ästhetisieren befaßt, so daß man nicht sehr sich die Köpfe zu zerschlagen brauchte, für das, was da unten sich entwickelt hat, hat sich das Bourgeoistum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eigentlich wenig interessiert. Und so ist das Bourgeoistum kurioserweise in die Mitte hineingekommen zwischen der absterbenden, der ganz absterbenden alten Weltanschauung, die alles Geistige verloren hat, die alle großen Fragen überhaupt in den Ästhetizismus hinein abschieben möchte, und dem, was da neu heraufkommt, dem Sozialis­mus, der überhaupt noch keine Begriffe hat, der noch lediglich mit Worten allerlei Systeme bereitet, weil er die Welt überhaupt noch nicht sehen kann, sondern nur die Fabrik sehen kann, nur das alleräußerste Mechanische sehen kann. Denken Sie sich doch, was es eigentlich zu bedeuten hat, wenn der Mensch innerlich nichts weiß von Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich, sondern nur weiß von der Art und Weise, wie in der Maschine mechanisch sich dieser oder jener Zapfen auf und ab bewegt, das oder jenes zugefeilt und zugehobelt wird und dergleichen! Der Sozialismus ist eine Weltanschauung, die da fußt auf der Anschauung einer Welt, die rein mechanisch ist. Es ist für den Sozialisten das Stück der Welt herausgeschnitten, das mechanisch ist; danach formt er sich seine Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man entstehen lassen, weil man das Prinzip hatte, sich eigentlich nur ästhetisch um die Dinge zu bekümmern. Als die Theosophische Gesellschaft zuerst begründet worden ist, hat man ja auch ihren Hauptgrundsatz gesehen in der Liebe aller Menschen unterein­ander. Wieviel ist darüber deklamiert worden! Nun, ich habe mich ja über diesen Punkt genügend ausgesprochen. Er ist ebenso bequem wie unfruchtbar. Aber er rührt auch davon her, daß man möglichst abschieben will dasjenige, was wirklich konkreten Inhalt hat, in das Inhaltlose hinein. Und so konnte man auch nicht ein eigentliches Interesse fassen für den wirklichen Hergang der Dinge. Einzelnen Menschen fiel das Absonderliche herkömmlicher, sagen wir Ge­schichtsbetrachtung auf. Nehmen wir einen Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie eine beliebte Darstellung der römischen Kaiserzeit; versuchen Sie in den Schulbüchern oder in den Büchern auch, die die großen autoritativen Historiker geschrieben haben, über die rö­mische Kaiserzeit sich zu unterrichten. Ich glaube, Sie werden aus diesen Darstellungen außerordentlich wenig vernehmen über eine gewisse Persönlichkeit, die schon unter Nero eine bedeutende politische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Rolle gespielt hat - so unter Nero kommen bereits die politi­schen Aspirationen durch -, dann ganz besonderes Aufsehen erregte und bedeutenden Einfluß auf die Politik Roms erlangte unter Ves­pasian und Titus, so daß man sagen kann, daß diese Persönlichkeit die Seele der Regierung des &#039;&#039;Vespasianus&#039;&#039; und &#039;&#039;Titus&#039;&#039; war. Dann wendete sich diese Persönlichkeit der andern Seite zu unter der Regierung des &#039;&#039;Domitianus&#039;&#039;, den sie für einen &#039;&#039;Schädling&#039;&#039; des Römertums hielt. Sie wendete sich der andern Seite zu. Es wird ihr der Prozeß gemacht, ein sehr aufsehenerregender Prozeß in Rom, der sehr interessant verlaufen ist, in welchem Domitianus geradezu umgeschlagen hat vom Tyrannen zu einem, der sich gegenüber diesem Prozeß nicht zu helfen wußte, daher den Mann nicht verurteilen konnte. Dann wiederum, als an Stelle des Domitianus Nerva kam, sehen wir diese Persönlich­keit wieder energisch verbunden mit dem Kaiser, dem Cäsar. Da sehen wir aber diese Persönlichkeit große Politik machen aus der gesamten Weltanschauung der damaligen Zeit heraus, und wir sehen zu gleicher Zeit diese Persönlichkeit versuchen, wirklich weitgehende, aus dem Kosmos heruntergeholte Begriffe noch einmal, zum letzten Male während der römischen Kaiserzeit, den politischen Ereignissen ein­zuimpfen. Und kurioserweise finden Sie ja eine richtige Beschreibung dieser Persönlichkeit in gar keinem gebräuchlichen Geschichtsbuche, nicht einmal bei &#039;&#039;Sueton&#039;&#039; und &#039;&#039;Tacitus&#039;&#039;, sondern nur bei &#039;&#039;Philostratus&#039;&#039;. Und Philostratus schildert auch nur so, daß man nicht wußte, schildert er einen Roman oder eine Wirklichkeit. Er schildert das Leben des &#039;&#039;[[a:Apollonius von Tyana|Apollonius von Tyana]]&#039;&#039;. Denn Apollonius von Tyana ist der, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er von Nero an bis zu Nerva und nament­lich unter Vespasian und Titus einen so großen Einfluß auf die Politik hatte, und den Philostratus beschrieb. Und der Tübinger Theologe Baur, der Historiker Baur war im höchsten Grade erstaunt, daß man so gar nichts findet über eine Persönlichkeit wie den Apollonius, der eine erste Rolle spielen müßte in der Geschichtsdarstellung. Natür­lich sah Baur nicht ein, worauf es ankommt. Es kommt darauf an, daß in Apollonius eine Persönlichkeit dasteht in der Geschichte, die schon diesen großen Einfluß hatte, aber die aus dem überragenden Kosmischen die Prinzipien herunterholte. Das war dem ins Römische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hineinmündenden Christentum im höchsten Grade fatal. Und nun bitte ich Sie zu berücksichtigen, daß alles dasjenige, was historisch da ist, von der Kirche Gnaden da ist. Es ist ja sonst nichts da, als was die Kirche aus Gnade den Menschen gelassen hat. Nicht mit Unrecht hat ein alter, gar nicht dummer Mensch behauptet, daß es überhaupt einen Plato, einen Sophokles gar nicht gegeben hatte, sondern daß Mönche vom 14. und 15. Jahrhundert des Sophokles&#039; Dramen ge­schrieben hatten; denn ein strikter Beweis dafür, daß Sophokles ge­lebt hat, ist nicht da. Wenn auch die Behauptung nicht haltbar ist, selbstverständlich Unsinn ist, aber wie unsicher alles dasjenige ist, was geschichtliche Fable convenue ist, wir haben es ja schon oft be­tont. Und wir müssen uns darüber klar sein. Wir müssen ja die Gegen­wart mit der Vergangenheit in Zusammenhang bringen, denn wir nähern uns jetzt einer großen, bedeutungsvollen Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben wiederum, vom modernen Standpunkte jetzt, hinge­wiesen auf den dreigeteilten Menschen, auf diesen Zusammenhang mit kosmischen Wahrheiten, auf die Notwendigkeit, daß das wieder ent­hüllt werde. Ja, worin bestand denn eigentlich die Haupttätigkeit der Kirche, namentlich seit dem achten ökumenischen Konzil in Konstan­tinopel, das 869 stattfand? Sie bestand darinnen, auszulöschen, aus­zutilgen vom menschlichen Bewußtsein dasjenige, was in jenen alten Zeiten auch das Christentum an Verständnis für den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos, mit der großen geistigen Welt hatte. Mit einer wahren Ängstlichkeit hat man alles dasjenige beseitigt, was diesen Zusammenhang verrät. Und nur, weil nicht alles beseitigt werden kann, weil das Karma dem schon entgegenwirkt, sind solche Werke wie das des Philostratus geblieben. Und daher können Sie es begreifen, wenn Sie jetzt die Vergangenheit mit der Gegenwart zu­sammenbringen, daß gewisse Menschen von kirchlicher Seite heil­lose Angst bekommen, wenn in der Gegenwart wiederum die An­knüpfung gepflogen werden soll zwischen dem, was den Menschen zu einem Wesen des Kosmos macht, und diesem Menschen selber und seiner Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht eben nicht an, daß man nur schläfrig dasjenige verfolgt, was durch die anthroposophische Bewegung gewollt sein sollte. Man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
muß es in lebendigem, kraftvollem Bewußtsein verfolgen. Das ist schon notwendig. Damit habe ich hingewiesen auf dasjenige, was wir nun weiter ausführen wollen. Morgen werde ich den Vortrag hier halten, in dem ich diese Betrachtungen fortsetzen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewisse Fragen werden dem denkenden Menschen sich doch immer wieder und wiederum aufdrängen, wenn er auch in Zeiten, in denen die materialistische Kultur überwiegt, diesen Fragen mehr oder we­niger aus dem Wege gehen möchte. Es sind viele Fragen. Ich möchte heute ein paar aus der großen Reihe der Fragen herausheben, die da­von kommen, daß der Mensch doch, selbst wenn er sich sträubt, eine geistige Welt anzuerkennen, den Eindruck dieser geistigen Welt ver­spürt. Zu solchen Fragen gehört zum Beispiel diese, die ja, man möchte sagen, das Leben alltäglich aufwirft: Gewisse Menschen sterben jung, andere sterben ganz alt, andere dazwischen. Gegenüber dieser Tatsache, daß auf der einen Seite ganz junge Kinder sterben, auf der andern Seite Leute ganz alt werden und dann sterben, erheben sich für den Menschen Fragen, welche mit den Mitteln, die man heute wissenschaftliche Mittel nennt, niemals - bei klarer Besinnung wird das jeder zugeben müssen - werden zu beantworten sein. Und doch sind sie für das Menschenleben brennende Fragen, und jeder kann eigentlich empfinden, daß sich für das Leben Unendliches aufklären müßte dadurch, daß man diesen Fragen nahetreten könnte: Warum sterben Menschen zuweilen früher, im Kindesalter, im Jugendalter, in der Mitte der gewöhnlichen Lebenszeit? Warum sterben andere alt? Was hat das für eine Bedeutung im gesamten Weltenall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich solche Fragen zu beantworten, dazu hatten die Menschen bis zu jenem Zeitpunkte, den ich Ihnen in diesen Betrachtungen schon angegeben habe, bis zu dem Zeitpunkt der beginnenden vierten nachatlantischen Zeit, so ungefähr bis in die Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, noch Vorstellungen, Begriffe. Aus alter Weisheit her­überbekommen hatten sie Begriffe. Es gab auch in jenen alten Zeiten, die dem 8. vorchristlichen Jahrhundert vorangingen, über die da­malige Erdenkultur verbreitet überall Vorstellungen, welche nach dem Sinn der damaligen Zeit den Menschen Aufschluß gaben über solche Fragen wie die eben angedeuteten. Dasjenige, was wir heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wissenschaft nennen, kann nicht einmal einen rechten Sinn verbinden mit solchen Fragen, kommt gar nicht darauf, daß etwas mit diesen Fragen gegeben ist, wozu man irgendeine Antwort suchen sollte. Das alles rührt davon her, daß in der Zeit, die seit dem eben angedeuteten Zeitpunkte verflossen ist, eigentlich alle Vorstellungen verlorenge­gangen sind, die sich auf den geistigen und damit auf den ewigen Menschen beziehen. Es sind nur diejenigen Vorstellungen geblieben, die sich auf den vergänglichen Menschen und den zwischen Geburt und Tod eingeschlossenen Menschen beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in allen alten Weltanschauungen von einer dreifachen Sonne gesprochen wurde, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als eine leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen die seelische Sonne - im griechischen Sinne gesprochen, den Helios - und erst hinter dieser seelischen Sonne die geistige Sonne, die zum Beispiel noch Plato identifizierte mit dem Guten. Es hat für den heutigen Menschen eigentlich keinen rechten Sinn, von dem Helios, der seelischen Sonne, oder gar von der geisti­gen Sonne, von dem Guten, zu sprechen. Aber so wie uns hier zwi­schen Geburt und Tod die physische Sonne leuchtet, so scheint, wenn ich sagen darf, in unser Ich hinein in der Zeit, die wir verbringen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die geistige Sonne, die eben noch von Plato identifiziert wird mit dem Guten. Für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dieser leuchtenden Kugel zu sprechen, von der unsere heutige materialistische Weltan­schauung spricht, hat keinen Sinn; zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat nur Sinn zu sprechen von der geistigen Sonne, von dem, was Plato noch als das Gute bezeichnet. Aber gerade ein solcher Be­griff sollte uns auf etwas hinweisen. Er sollte uns darauf hinweisen, nachzudenken, wie es sich eigentlich verhält mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Welt bilden. Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, zu sehen haben eine Art von Täuschung, eine Art von Maja, das wird doch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Art Vorstellung von der Sonne hat im Grunde derjenige, der die heutige Physik, Astrophysik meinetwillen, autoritativ nimmt: Wenn er da hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne nähert - nun, sehen wir jetzt von menschlichen Lebensbedingungen ab, setzen wir voraus, daß die Lebensbedingungen absolut sein könnten -, gewaltige Hitze ver­spüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausge­füllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So stellt sich der Physiker ja das eigentlich vor: einen glühen­den Gasball oder so etwas. Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen An­schauung. Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist - ja, indem man sich nähert, da findet man schon so etwas, wie wenn man durch flutendes Licht durchgehen müßte (es wird gezeichnet: gelber Kreis, innen blauer Kern); aber wenn man da hineinkommt, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, findet man zunächst das, was man an­sprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Ich zeichne es schematisch (blau), weil eigentlich nichts dort ist. Da ist nichts, da ist leerer Raum. Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne wei­teres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständ­liches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, und er denkt sich das insbesondere, wenn er ein waschechter Kantianer ist, denn viel mehr Leute, als man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute denkt, sind Kantianer, sind unbewußte Kantianer: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! - Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein. Wenn Sie nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden Sie diesen leeren Raum, in den Sie da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt Sie nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist, wie ich besser sagen kann - als ein leerer Raum. Sie brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird Ihnen nicht ganz unklar bleiben können, was ich da meine: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer. Nehmen wir an, Sie besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß Sie alles, was Sie besitzen, ausgegeben haben, daß Sie nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit - wenn ich mich so ausdrücken darf - nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit. Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus fest­gehalten, richtig im Materialismus festgehalten, ich möchte sagen: gebannt in den Materialismus. Denn es gibt auch im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Ort, welcher leerer ist als leer; nicht in seiner Gänze, aber welcher eingelagert hat Teile, die leerer sind als leer. Im ganzen ist ja der Mensch - ich meine der physische Mensch - ein Wesen, welches einen Raum materiell ausfüllt; aber ein gewisses Glied der menschlichen Natur, von den dreien, die ich angeführt habe, hat tatsächlich etwas in sich, was sonnenähnlich ist, leerer ist als leer. Das ist - ja, Sie müssen es schon hinnehmen - der Kopf. Und gerade darauf, daß der Mensch so organisiert ist, daß sein Kopf sich immer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entleeren kann und in gewissen Gliedern leerer sein kann als leer, da­durch hat dieser Kopf die Möglichkeit, das Geistige sich einzulagern. Stellen Sie sich einmal die Sache vor, wie sie eigentlich ist. Natürlich muß man die Dinge sich schematisch vorstellen; aber denken Sie sich, alles dasjenige, was materiell Ihren Kopf ausfüllt, würde ich schematisch durch das Folgende zeichnen. Das wäre schematisch Ihr Kopf (siehe Zeichnung, rot). Nun aber muß ich, wenn ich ihn vollständig zeichnen will, in diesem Kopf leere Stellen lassen. Das ist natürlich jetzt nicht so groß, aber drinnen sind leere Stellen. In diese leeren Stellen kann dasjenige hinein, was ich Ihnen den jungen Geist genannt habe in die­sen Tagen. In die leeren Stellen hinein muß der junge Geist, gewisser­maßen in seinen Strahlen, gezeichnet werden (gelb).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 101.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 101]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Materialisten sagen: Das Gehirn ist das Werkzeug des Seelen­lebens, des Denkens. - Das Umgekehrte ist wahr: Die Löcher im Gehirn, ja sogar dasjenige, was mehr ist als Löcher, oder ich könnte auch sagen, weniger ist als Löcher, was leerer ist als leer, das ist das Werkzeug des Seelenlebens. Und da, wo das Seelenleben nicht ist, wo das Seelenleben fortwährend aufstößt, wo der Raum unseres Schädels mit Gehirnmasse ausgefüllt ist, da wird nichts gedacht, da wird nichts seelisch erlebt. Wir brauchen unser physisches Gehirn nicht zum Seelenleben, sondern wir brauchen es nur, damit wir das Seelenleben einfangen, physisch einfangen. Wenn da nicht das Seelenleben, das in den Löchern des Gehirnes eigentlich lebt, überall aufstoßen würde, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würde es verfliegen; es käme uns nicht zum Bewußtsein. Aber es lebt in den Löchern des Gehirns, die leerer sind als leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns die Begriffe allmählich korrigieren. Wir nehmen, wenn wir vor dem Spiegel stehen, nicht uns wahr, sondern unser Spiegelbild. Uns können wir vergessen. Wir sehen uns im Spiegel drinnen. So erlebt der Mensch auch nicht sich, indem er durch sein Gehirn dasjenige zusammenhält, was in den Löchern des Gehirnes liegt; er erlebt, wie sich überall sein Seelenleben spiegelt, indem es an die Gehirnmasse anstößt. Es spiegelt sich überall; das erlebt der Mensch. Er erlebt eigentlich sein Spiegelbild. Das aber, was da in die Löcher hereingeschlüpft ist, das ist dasjenige, was dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, ohne die Widerlage des Ge­hirnes seiner selbst bewußt wird, weil es dann in entgegengesetzter Weise mit Bewußtsein durchsetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun will ich ein anderes Schema aufzeichnen. Nehmen Sie das Folgende. Bitte, ich will jetzt das Gehirn recht drastisch zeichnen, wie das Löcher läßt (blau). Da sei die Gehirnmasse, da lasse es die Löcher, und dahinein in diese Löcher geht das Seelenleben (gelb). Dieses Seelenleben, das setzt sich aber vor den Löchern fort. Da kommen wir in die ja natürlich nur in der Nähe des Menschen sichtbare, aber ins Unbestimmte auslaufende Menschenaura hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 102.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 102]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken wir uns jetzt das Gehirn weg, und denken wir uns, wir sehen beim gewöhnlichen Menschen zwischen Geburt und Tod das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenleben an, dann würden wir sagen müssen: Der wahre Mensch, in dieser Weise gesehen, der ist in seinem Zustande zwischen Geburt und Tod so, daß er eigentlich - da muß ich allerdings das jetzt anders schematisch zeichnen - sein Antlitz seinem Körper so zuwendet (siehe Zeichnung Seite 105, lila); sein Seelenleben wendet er dem Körper­lichen zu. Und wenn wir auf das Gehirn sehen, so streckt dieses Seelenleben hier Fühlhörner vor, die in die Löcher des Gehirns hin­eingehen. Was ich dort (siehe Zeichnung Seite 102) gelb gezeichnet habe, zeichne ich hier lila, weil das besser dem Anblick im lebenden Menschen entspricht. Das wäre das, was sich ins Gehirn erstreckt beim lebenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich jetzt danach etwa den physischen Menschen zeichnen, so würde ich das am besten dadurch andeuten können, daß ich Ihnen etwa hier die Grenze, die mit dem Erinnerungsvermögen gegeben ist, hereinzeichne. Sie würde da nach außen gehen, und da würde die äußere Grenze, die Grenze des Erkennens sein, von der ich Ihnen ja auch gesprochen habe. Da brauchen Sie sich ja nur an die letzthin und gestern gemachte Zeichnung zu erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber ist es wirklich so,daß, wenn man von außen den Men­schen geistig anschaut, sich das Seelenleben so in den Menschen hin­ein erstreckt. Ich will also das einzelne Hineinerstrecken nur in bezug auf das Gehirn zeichnen. Aber dieses Seelenleben ist in sich auch differenziert: so würde ich, wenn ich dieses Seelenleben weiter verfolgen würde, hier eine andere Region zeichnen müssen (rot unter dem Lila), hier eine andere Region (blau); das würde also alles zu der den Menschen konstituierenden Aura gehören. Dann eine andere Region (grün): Sie sehen, dieser Teil, den ich da jetzt schematisch zeichne, liegt jenseits der Grenze des menschlichen Erkennens. Dann diese Region (gelb) - im Grunde genommen gehört das alles zum Men­schen - und diese Region (orange).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bewegt sich, wenn der Mensch einschläft, mehr oder weniger aus dem Körper heraus, sowie das gestern gezeichnet worden ist (Zeich­nung Seite 77); wenn der Mensch wachend ist, mehr oder weniger in den Körper hinein, so daß eigentlich die Aura nur in der unmittelbar­sten Umgebung des Körpers seelisch wahrzunehmen ist. Wenn man den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
physischen Menschen beschreibt, dann tut man es so, daß man sagt: Dieser physische Mensch besteht aus Lunge, Herz, Leber, Galle und so weiter. Das sagt der physische Anatom, der Physiologe und so weiter. Geradeso können Sie aber den geistig-seelischen Menschen be­schreiben, der in dieser Weise sich eigentlich in die Löcher des Men­schen hereinerstreckt, in das, was mehr ist als Leere, in den Menschen hineinerstreckt. Sie können das ebenso beschreiben. Da müssen Sie dann nur angeben, aus was dieser geistig-seelische Mensch besteht. Und ebenso wie man beim physischen Menschen Organe unterschei­det, so kann man hier Strömungen unterscheiden. Man kann sagen: Hier, wo ich das Rot gezeichnet habe, würde der physische Mensch so im Profil drinnenstehen, hierher das Gesicht gerichtet haben, hier etwa die Augen (siehe Zeichnung); hier würde sein die Region der Begierdenglut (rot). Das würde ein Bestandteil des seelisch-geistigen Menschen sein, der seiner Substanz nach entnommen ist der Region, die Sie aus der «Theosophie» kennen als die Region der Begierden­glut. Also Begierdenglut, gewissermaßen etwas von ihr entnommen, in den Menschen hineinversetzt, gibt diese Partie des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich hier lila gezeichnet habe, das würde ich bezeichnen müssen, wenn ich die Einzelheiten beschriebe, mit Seelenleben. Sie wissen, eine bestimmte Partie des Seelengebietes, des Seelenlandes, ist mit «Seelenleben» bezeichnet. Die Substanz daraus würde dieses Violette, dieses Lila sein, was im Menschen einen Teil des Geistig-Seelischen bildet. Das, was ich hier als orange bezeichnet habe, würden wir zu nennen haben, wenn wir diese Benennung beibehielten, tätige Seelenkraft. So daß Sie sich vorzustellen hätten: Dasjenige, was am intensivsten durch Ihre Sinne in Sie hineingeht beim Leben zwischen Geburt und Tod, das ist das Seelenleben; und dahinter, sich auch hin­stopfend, aber nicht so hineinkönnend, aufgehalten werdend durch das Seelenleben: tätige Seelenkraft. Und noch mehr dahinter dasjenige, was man nennen kann: Seelenlicht. Ich habe es hier gelb bezeichnet. Ziemlich anschließend an dieses Seelenlicht, sich so durchdrückend, würde dann das sein, was der Region von Lust und Unlust entnom­men ist. Das würde ich hier etwa dem grünen Gebiete zuzuschreiben haben (siehe Zeichnung). Dann würde dem schon bläulich werdenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete zuzuschreiben sein: Wünsche. Und anstoßend nun hier das Blaue, schon wiederum mehr in das Blaurote hineingehend, das würde die Region fließender Reizbarkeit sein. Das, was ich hier nenne Be­gierdenglut, fließende Reizbarkeit, Wünsche, das sind aurische Strö­mungen. Diese aurischen Strömungen konstituieren, wie Sie wissen, die Seelenwelt; sie konstituieren aber auch den seelisch-geistigen Menschen, der etwa so aufgebaut ist aus den Ingredienzien dieser Seelenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 105 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 105]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dann der Tod eintritt, dann ist das so, daß der physische Leib abfällt und der Mensch das fortnimmt, was sich durch seine Löcher in ihn hineinerstreckt hat. Er nimmt es nun fort. Dadurch, daß er es fortnimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- wir können uns diesen physischen Menschen wegdenken -, kommt nun der Mensch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelen­weit, und dann auch mit dem Geisterland, wie Sie es ja in der «Theo­sophie» dargestellt finden. Er hat eine gewisse Verwandtschaft da­durch, daß er diese Ingredienzen in sich hat. Aber während des phy­sischen Lebens sind sie gebunden an den physischen Leib; dann werden sie frei. Dadurch aber, daß sie frei werden, verwandelt sich nach und nach das Ganze. Während es so war, daß sich - wenn ich jetzt die Differenzierungen weglasse und das Seelenleben so zeichne -während des physischen Lebens die Fühler (dunkel schraffiert) in un­sere Löcher hineinerstrecken, nehmen sich nach dem Tode diese Fühler zurück. Dadurch aber, daß sich die Fühler zurücknehmen, höhlt sich das Seelenleben selbst aus, und im Seelenleben drinnen geht das geistige Leben auf; von der andern Seite geht das geistige Leben auf (hell schraffiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 106.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 106]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maße, in welchem der Mensch aufhört unterzutau­chen in den physischen Leib, hellt sich auf sein Geistig-Seelisches, diese seine Aura von der andern Seite durchleuchtend. Und wie der Mensch ein Bewußtsein erlangen kann dadurch, daß beim Hinein-stoßen des Seelisch-Geistigen in den physischen Körper dieses immer anstößt und dadurch sich immer spiegelt, so bekommt der Mensch jetzt dadurch ein Bewußtsein, daß er sich zurückzieht gegen das Licht. Aber dies ist jenes Licht der Sonne, welches das erste Licht ist: das Gute. Während der Mensch also während seines physischen Lebens als geistig-seelisches Wesen gegen das Sonnenverwandte, nämlich gegen die überleeren Löcher im Gehirn stößt, stößt er, sich zurückziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach dem Tode, nach der andern Sonne, nach der guten Sonne, nach der ersten Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, wie zusammenhängt mit den Grundvorstellungen der uralten Mysterien die Möglichkeit, Begriffe zu erhalten von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so stecken wir drinnen in diesem ganzen kosmischen Leben, wie ich es Ihnen jetzt in diesen Tagen dargestellt habe. Aber allerdings muß man, um richtige Begriffe von diesen Dingen zu bekommen, tiefer in das eigent­liche Gefüge der menschlichen Evolution durch die Erdenzeit hin­durch eingehen. Nicht wahr, es wäre ja möglich, daß jemand durch besonderen Glücksfall, wie man das so nennen könnte, hellsichtig das Ganze, was ich jetzt dargestellt habe, schaute. Aber der Glücksfall könnte nicht weiter gehen, als daß er sich verwandelnde Gebilde schaut. Etwa so: Nehmen wir an, ein Mensch würde durch irgendein Wunder - es geschieht schon nicht durch ein Wunder -, durch irgend etwas hellsichtig, übersinnlich schauend, so würde er schon, so ähnlich, wie ich es hier versucht habe aufzuzeichnen, das geistig-seelische Leben des Menschen sehen. Daß dies etwas anders ausschaut, als was ich vor einiger Zeit als Normalaura aufgezeichnet habe, das werden Sie begreiflich finden, wenn Sie verstehen, daß ich vor einigen Tagen das aufgezeichnet habe (siehe Seite 31), was sich als Aura ergibt, wenn man den ganzen Menschen sieht, also den physischen Menschen und die Aura ringsherum; jetzt habe ich aber herausgeholt den geistig­seelischen Menschen, so daß der geistig-seelische Mensch von dem physischen Menschen abstrahiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran sehen Sie schon, daß man einmal so, das andere Mal anders die Farben setzen muß; daran sehen Sie auch, daß für das übersinnliche Bewußtsein die Dinge sehr verschieden ausschauen. Nehmen Sie sich vor, die Aura des Menschen einfach so zu sehen, wie sie ist, indem der Mensch den physischen Leib hat, dann sehen Sie diese Aura - also wenn Sie sich vornehmen, abgesehen vom geistig-seelischen Men­schen jetzt den Menschen zu sehen, der nur seine Organe vorstreckt in den physischen Menschen hinein. Aber wenn Sie nun den Men­schen in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen, da sehen Sie wiederum, wie sich das Ganze verwandelt. Da geht also&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allen Dingen diese Region, die ich hier rot gezeichnet habe, weg von hier, geht hier herauf, das Gelbe geht hier herunter, das Ganze kommt nach und nach durcheinander. Man kann solche Dinge anschauen, aber das Anschauen hat etwas Verwirrendes. Und daher werden sich auch für den neueren Menschen nicht leicht Möglichkeiten finden, Sinn und Bedeutung in dieses Verwirrende hineinzu­bringen, wenn er nicht zu andern Hilfsmitteln seine Zuflucht nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hingewiesen daranf, daß das Haupt des Menschen, der Kopf, auf die Vergangenheit weist, der Extremitätenmensch auf die Zukunft weist. Es ist ein vollständiger Gegensatz, polarisch; beides, das Haupt des Menschen und der Extremitätenmensch - erinnern Sie sich nur an dasjenige, was ich gestern auseinandergesetzt habe -, beide sind eigentlich ein und dasselbe; nur daß das Haupt eben eine sehr alte Bildung ist, eine Überbildung. Daher hat es auch die Löcher. Der Extremitätenmensch hat diese Löcher noch nicht; der ist eben noch ganz von Materie ausgefüllt. Löcher kriegen, das ist ein Zeichen von Überentwickelung. Rückgängige Entwickelung im Haupte sehen können, darauf kommt viel an. Und viel kommt darauf an, daß man verstehen kann: der Extremitätenmensch ist eine junge Metamor­phose, das Haupt ist eine alte Metamorphose. Und weil der Extremi­tätenmensch eine junge Metamorphose ist, kann er noch nicht hier im physischen Leben denken, sondern es bleibt sein Bewußtsein unbe­wußt. Er öffnet nicht dem geistig-seelischen Menschen solche Löcher wie das Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von unendlicher Wichtigkeit und wird in Zukunft immer wichtiger und wichtiger werden für die Geistes kultur: einzusehen so etwas, daß zwei Dinge, die äußerlich physisch ganz voneinander ver­schieden sind wie der Kopfmensch und der Extremitätenmensch, geistig-seelisch ein und dasselbe sind, nur der Zeit nach auf verschie­denen Entwickelungsstufen. Viele Geheimnisse liegen gerade in die­ser Tatsache, daß zwei physisch verschiedene Dinge dadurch, daß sie auf zeitlich verschiedenen Entwickelungsstufen stehen, eigentlich ein und dasselbe sein können. Sie sind äußerlich physisch etwas ganz Verschiedenes, aber Verwandlungszustände, also Metamorphosen eines und desselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In elementarer Weise hat den Anfang mit Begriffen, durch die man so etwas erfassen kann, eben &#039;&#039;[[a:Goethe|Goethe]]&#039;&#039; gemacht mit seiner Metamor­phosenlehre. Während sonst eigentlich in der Ausbildung der Be­griffe ein Stillstand ist seit alten Zeiten, setzt bei Goethe wiederum die Fähigkeit ein, Begriffe zu bilden. Und diese Begriffe sind die lebendi­gen Metamorphosenbegriffe. Goethe hat allerdings angefangen mit dem Einfachsten. Er hat gesagt: Wenn wir eine Pflanze anschauen, so haben wir das grüne Pflanzenblatt, aber das verwandelt sich dann in das farbige Blumenblatt. Beides ist ein und dasselbe, es sind nur Metamorphosen voneinander. - So wie das grüne Pflanzenblatt und das rote Rosenblatt verschiedene Metamorphosen sind, ein und das­selbe auf verschiedenen Stufen, so sind das Haupt des Menschen und der Extremitätenorganismus einfach Metamorphosen voneinander. Wenn wir den Goetheschen Metamorphosengedanken für die Pflanze nehmen, haben wir etwas Primitives, Einfaches; aber es kann dieser Gedanke fruchtbar gemacht werden für ein Höchstes: für das Be­schreiben des Überganges des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Wir sehen eine Pflanze mit grünem Blatt und mit der Blüte und sagen: Die Blüte, die rote Rosenblüte ist umgewandelt aus dem grünen Pflanzenblatt. Wir sehen einen Menschen vor uns stehen und sagen: Das Haupt, das du trägst, das sind deine umgewandelten Arme, Hände, Beine, Füße aus der vorhergehenden Inkarnation; und das, was du jetzt an dir, wie Arme, Hände, Beine, Füße trägst, das wird sich umwandeln für die nächste Inkarnation in deinen Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt kommt ein Einwand, der Ihnen offenbar in der Seele schwer sitzt. Jetzt werden Sie sagen: Ja, um Gottes willen, aber ich lasse doch meine Beine und meine Füße zurück, und meine Arme und meine Hände auch; die nehme ich doch nicht mit in die nächste In­karnation! Wie soll denn da mein Kopf daraus werden? - Nicht wahr, das kann man einwenden. Wiederum stehen Sie eben hier vor einer Maja. Es ist nämlich nicht wahr, daß Sie wirklich Ihre Beine und Ihre Füße, Ihre Hände und Ihre Arme zurücklassen. Das ist nämlich nicht wahr; das sagen Sie deshalb, weil Sie an der Maja, an der großen Täuschung hängenbleiben. Was Sie nämlich mit dern gewöhnlichen Bewußtsein Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße nennen, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind nicht Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße, sondern das ist dasjenige, was als Blut und andere Säfte Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße ausfüllt. Es ist hier wieder eine schwierige Vorstellung, aber es ist so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, hier haben Sie Arme und Hände, Beine und Füße; aber das, was hier ist, ist geistig, das sind geistige Kräfte. Bitte, stellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 110.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 110]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sich vor: Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße seien Kräfte, übersinnliche Kräfte. Würden Sie nur sie haben, Sie würden sie nicht mit den Augen sehen. Sie sind angefüllt, diese Kräfte sind angefüllt mit den Säften, mit dem Blute, und das, was als mineralische Masse, flüssig oder zum Teil fest, zum geringsten Teile fest, Unsichtbares ausfüllt, das sehen Sie (schraffiert). Was Sie im Grabe lassen, was ver­brannt wird, das sind nur, ich möchte sagen, die mineralischen Ein­schlüsse. Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße sind nicht sicht­bare Füße, sind Kräfte, und diese nehmen Sie mit. Die Formen neh­men Sie mit. Sie sagen: Ich habe Hände und Füße. - Derjenige, der in die geistigen Welten hineinsieht, der sagt nicht: Ich habe Hände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Füße -, sondern er sagt: Es gibt Geister der Form, Elohim, die denken kosmisch, und deren Gedanken sind meine Arme und Hände und Beine und Füße; und deren Gedanken sind mit Blut und andern Säften ausgefüllt. - Aber Blut und andere Säfte sind auch wiederum nicht das, als was sie im Physischen erscheinen; diese Stoffe sind wie­derum die Vorstellungen der [[a:Geister der Weisheit|Geister der Weisheit]], und dasjenige, was der Physiker Stoff nennt, das ist nur der äußere Schein. Wo der Physiker den Stoff hinsetzt, müßte er sagen: Da stoße ich auf einen Gedanken der Geister der Weisheit, der Kyriotetes. Und wo Sie Arme und Hände, Beine und Füße sehen, da können Sie nicht einmal darauf stoßen, da müssen Sie sagen: Hier bilden die kosmischen Ge­danken der [[a:Geister der Form|Geister der Form]] meine Formen. - Kurz, so sonderbar das klingt: Ihren Körper gibt es ja gar nicht, sondern da, wo im Raume Ihr Körper ist, da leben durcheinander die kosmischen Ge­danken der höheren Hierarchien. Und würden Sie nicht der Maja ge­mäß, sondern richtig sehen, so würden Sie sagen: Hier erstrecken sich herein die kosmischen Gedanken der Exusiai, der Geister der Form, der Elohim. Diese kosmischen Gedanken machen sich mir sichtbar, indem sie ausgefüllt sind mit den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Das gibt Arme und Hände, Beine und Füße. Gar nicht steht das da, als was es in der Maja erscheint, vor dern geistigen Blicke, sondern da stehen die kosmischen Gedanken, und diese kosmischen Gedanken ballen sich zusammen, kondensieren sich, schieben sich ineinander, und daher erscheinen sie uns als diese Schattenfigur, als die wir herumgehen, von der wir glauben, daß sie wirklich ist. Also den physischen Menschen, den gibt es gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können mit einem gewissen Recht sagen: In der Stunde des Todes scheiden die Geister der Form ihre kosmischen Gedanken von den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Die Geister der Form nehmen ihre Gedanken in die Luft hinauf, die Geister der Weis­heit senken ihre stofflichen Gedanken in die Erde hinein. Dadurch ist im Leichnam so ein Nachschatten von den Gedanken der Geister der Weisheit noch vorhanden, wenn die Geister der Form ihre Gedanken zurückgenommen haben in die Luft. Das ist der physische Tod; das ist er in Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz, wenn wir anfangen, über Wirklichkeiten zu denken, so kom­men wir zu einer Auflösung desjenigen, was gewöhnlich die physische Welt genannt wird. Denn diese physische Welt besteht dadurch, daß die Geister der höheren Hierarchien ihre Gedanken ineinanderschieben, und deshalb - bitte stellen Sie sich vor: fein verteilte Wasser-partien gehen irgendwo hinein und bilden einen dichten Nebel - er­scheint Ihr Leib auch so als ein Schattengebilde, weil die Gedanken der Geister der Form hineindringen in die Gedanken der Geister der Weisheit, die Formgedanken in die Stoffgedanken hineingehen. Die ganze Welt löst sich vor dieser Anschauung in Geistiges auf. Aber man muß die Möglichkeit haben, die Welt wirklich geistig vorzu­stellen, zu wissen: Das ist nur etwas ganz Scheinbares, daß meine Arme und Hände, meine Füße und Beine der Erde übergeben werden. In Wirklichkeit beginnt da die Metamorphose meiner Arme und Beine, Hände und Füße und vollendet sich in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und meine Arme und Beine, Hände und Füße werden mein Kopf in der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihnen mancherlei jetzt gesprochen, was Sie wenigstens in der Form vielleicht etwas sonderbar berührt hat. Aber was ist denn das schließlich, was wir da besprochen haben, anderes, als daß wir vom scheinbaren Menschen aufsteigen zum wahren Menschen, von dem, was äußerlich in der Maja lebt, aufsteigen zu der Stufenfolge der Hierarchien? Nur wenn man das tut, kann man in einer reifen Form heute davon sprechen, daß der Mensch in sich wissen darf ein soge­nanntes höheres Selbst. Wenn man bloß daklamiert von dem höheren Selbst, wenn man bloß sagt: Ich fühle in mir ein höheres Selbst - da ist dieses höhere Selbst ein reines leeres Abstraktum, da hat es keinen Inhalt; denn das gewöhnliche Selbst gehört der Maja an, ist also selbst Maja. Das höhere Selbst hat nur einen Sinn, wenn man von ihm spricht gegenüber der Welt der höheren Hierarchien. Vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf die Welt Rücksicht zu nehmen, die da besteht aus den Geistern der Form und den Engeln, Erzengeln und so weiter, vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf diese Welt Rücksicht zu nehmen, bedeutet: man spricht von leeren Abstrak­tionen, bedeutet zugleich: man spricht nicht von demjenigen, was da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lebt im Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so wie wir hier mit Tieren, Pflanzen und Mineralien leben, so leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den Reichen der höheren Hierarchien, von denen wir oftmals gesprochen haben. Nur wenn man sich nach und nach diesen Vorstellungen und Be­griffen nähert, dann - wir werden davon erst vielleicht in acht Tagen sprechen-, dann kommt man zu einer Annäherung an so etwas, was Ant­wort geben kann auf die Frage: Warum sterben manche Menschen als junge Kinder, warum manche im höchsten Alter, andere dazwischen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen jetzt skizzenhaft dargestellt habe, sind konkrete Be­griffe für die Wirklichkeiten der Welt. Es sind ja wahrhaftig nicht abstrakte Begriffe, die ich Ihnen dargestellt habe, es sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Diese konkreten Begriffe, sie gab es, allerdings für ein mehr atavistisches Anschauen, in den alten Mysterien. Sie sind für das menschliche Anschauen verloren­gegangen von dem 8. vorchristlichen Jahrhundert an; sie müssen durch eine Vertiefung in der Auffassung des Christus-Wesens wieder­um gewonnen werden. Das kann nur auf geisteswissenschaftlichem Wege geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschaffen wir uns von einem gewissen Gesichtspunkte aus noch einmal eine Art Vorstellung von der Menschheitsevolution. Wir wollen jetzt sehr, sehr wichtige Begriffe ins Auge fassen. Da kann man sagen: Wenn man zurückgeht in der Menschheitsentwickelung, da kommt man - ich habe ja das öfter dargestellt - darauf, daß in alten Zeiten die Menschen mehr Gruppenseelen hatten und sich dann erst die individuellen Seelen hineingliederten in das Gruppenseelentum. Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen. Dann könnte man schematisch die Entwickelung der Menschheit so darstellen, daß man sagt: In alten Zeiten gab es Gruppenseelen; jede dieser Gruppenseelen spaltete sich wiederum - das würde für eine bloße seelische An­schauung sein, für eine geistige wäre es etwas anders -, aber jede solche Seele umkleidet sich mit einem Leibe, den ich hier in der Form mit einem roten Strich andeute (siehe Zeichnung Seite 114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeichnung oder etwas ähnliches wie diese Zeichnung hat man noch bis in die Pythagoräische Schule hinein immer gemacht, indem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 114.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 114]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man gesagt hat: Seht ihr die Leiber an, den Leibern nach sind die Menschen getrennt, jeder für sich ein Leib - daher sind die roten Striche hier isoliert -, den Seelen nach findet man aber eine Einheit der Menschheit, indem man hinaufgeht bis zur Gruppenseele, die allerdings weit zurückliegt. - Man hat eine Einheit. Wenn Sie sich das Rote wegdenken, so bildet das heller Schraffierte eine einheitliche Figur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es hat nur einen Sinn, über diese Figur zu sprechen, wenn man zuerst von dem Geistigen so gesprochen hat, wie wir es heute getan haben; denn dann weiß man, was in diesen Seelen alles mitwirkt, wie die höheren Hierarchien mitwirken an diesem Seelischen. Es hat keinen Sinn, von dieser Figur zu sprechen, wenn man nicht im Hin­blick auf die Hierarchien spricht. So hat man auch gesprochen bis in die Pythagoräische Schule herein, und aus den Pythagoräischen Schu­len hat wiederum Apollonius dasjenige gelernt, wovon ich gestern ge­sprochen habe, von dem ich in der nächsten Woche weiter sprechen werde. Dann aber, seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert - schon die Pythagoräischen Schulen waren Nachzügler -, hat sich die Möglich­keit, so zu sprechen, verloren. Und allmählich sind die Begriffe, die konkret sind, die wirklich sind, wenn sie sich auf die höheren Hierar­chien beziehen, den Leuten konfus geworden, verschwommen ge­worden. Und so ist ihnen statt der Welt der Engel, Erzengel, Ur­kräfte, Formen, Bewegungen, Weisheiten, Throne, statt all diesem konkreten Geistweben ist ihnen ein Begriff gekommen, der nun schon in der griechischen Anschauung eine gewisse Rolle spielt: der Begriff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Pneuma, in dem alles durcheinander schwimmt. Pneuma, allge­meiner Geist - dieser verschwommene Begriff, den noch heute die Pantheisten lieben: Geist, Geist, Geist, Geist! Ich habe öfter davon gesprochen, daß die Pantheisten überall den Geist hinsetzen. Aber das geht schon im griechischen Leben auf. Da hat man wieder diese Figur gezeichnet; aber Sie sehen: Was früher konkret war - die Fülle der Gottheiten-, ist zum abstrakten Begriff geworden, ist zum Pneuma geworden. Das Weiße ist das Pneuma, das Rote ist die physische Materie (siehe Zeichnung Seite 114), wenn man die Menschenevo­lution in Betracht zieht. Aber von diesem Pneuma, von dem haben die Griechen wenigstens noch eine Anschauung gehabt, denn sie haben immerhin noch etwas Aurisches gesehen; so daß also das, was sie sich da in dem weißen Gezweige vorstellten, für sie noch etwas Aurisches, also etwas wirklich Anschauliches war. Das ist die große Bedeutung des Überganges vom Griechentum ins Römertum, daß die Griechen in ihrer Anschauung noch das Pneuma als wirkliches Geistiges erlebt haben, die Römer nicht mehr. Bei den Römern ist es schon ganz abstrakt geworden, vollständige Abstraktion geworden, bloße Begriffe. Die Römer sind das Volk der abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, in der neueren Zeit finden Sie in der Natur­wissenschaft wiederum dasselbe Schema ! Sie können es heute in materialistischen naturwissenschaftlichen Büchern aufschlagen: da finden Sie ganz genau dieses Schema, das Sie in den alten Mysterien aufgezeichnet gefunden haben, in den Pythagoräischen Schulen, wo alles noch auf die Hierarchien bezüglich war. Sie haben es bei den Griechen, wo es auf das Pneuma bezüglich war; Sie finden es heute wieder gezeichnet. Wir werden sehen, was es heute ist. Heute sagt der Naturforscher, indem er diese selbe Zeichnung seinen Schülern auf die Tafel zeichnet: Indem das Menschengeschlecht sich fortpflanzt, geht die Keimsubstanz der Eltern über auf die Kinder; ein Teil der Keimsubstanz bleibt aber so erhalten, daß er in der nächsten Generation wiederum auf die Kinder übergehen kann, und von dem bleibt wiederum ein Teil so, daß er wieder auf die Kinder über­gehen kann, während ein anderer Teil der Keimsubstanz die Zellen des physischen Leibes bildet. - Sie haben ganz dasselbe Schema, nur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sieht der heutige Naturforscher in dern Weißen (siehe Zeichnung) die Kontinuität der Keimsubstanz. Er sagt: Wenn wir zu den alten Men­schenvorfahren hinaufgehen und ihre Keimsubstanz nehmen, die männliche und die weibliche Keimsubstanz nehmen, und gehen zu den jetzigen Menschen herunter und nehmen ihre jetzige Keimsub­stanz, so ist das ein einziger Strom; die Keimsubstanz ist kontinuierlich. Es bleibt immer in der Keimsubstanz etwas ewig - so stellt es sich der Naturforscher vor - und nur gewissermaßen die Hälfte des Keimplasmas geht über in die andere Körperlichkeit. - Der Naturforscher hat wiederum dieselbe Figur, nur hat er jetzt nicht mehr das Pneuma, sondern das Weiße, das ist ihm jetzt die materielle Keimsub­stanz. Es ist nichts Seelisch-Geistiges mehr, es ist ihm die materielle Keimsubstanz. Das können Sie bei den heutigen Naturforschern lesen, das nimmt man heute an als eine große, bedeutsame Entdeckung. Das ist Materialisierung einer hochgeistigen Vorstellung, indem sie durch die Abstraktion durchgegangen ist; der abstrakte Begriff steht mitten drinnen. Und drollig ist es, daß ein Naturgelehrter der neue­ren Zeit ein Buch geschrieben hat - für jemanden, der ordentlich denken kann, ist es drollig -, in welchem er geradezu sagt: Was die Griechen sich noch unter Pneuma vorgestellt haben, ist heute die kontinuierlich bleibende Keimsubstanz. - Ja, es ist närrisch, aber es ist heute hohe Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Sie sehen daraus eines: die Zeichnung macht es nicht! Und Sie werden daraus begreifen, warum ich immer in einer gewissen Weise mich gewendet habe gegen das Aufzeichnen von Schemen, solange wir noch versuchten, unsere Anthroposophie durch die Theo­sophische Gesellschaft durchzutragen. Man brauchte nur in irgend­einen theo sophischen Zweig einzutreten: die Wände waren in der Regel behängt mit allerlei solchen Schemen. Da war alles mögliche aufgezeichnet, da standen dann Worte dabei, und da waren ganze Stammbäume und alles mögliche aufgezeichnet. Aber auf diese Zeichnungen kommt es nicht an, sondern es kommt darauf an, daß man wirklich zu dern lebendigen Vorstellen gehen kann; denn die Zeichnung kann ganz dieselbe sein, ob Sie sie als Ausfluß der Hier­archien, Geistig-Seelisches sich vorstellen, oder ob Sie sich das kontinuierliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keimplasma, eine reine Materie, vorstellen. Diese Dinge verschwimmen dern heutigen Menschen. Daher ist es so wichtig, sich klar darüber zu sein, wie der Grieche noch etwas gewußt hat von dern realen Selbst im Menschen, von dern realen Geistigen, und wie das beim Römer in den abstrakten Begriff übergegangen ist. Sie können das an Äußerlichkeiten sehen. Indem der Grieche von seinen Göttern redet, redet er so, daß man ganz genau sieht: der Grieche denkt sich noch konkrete Figuren hinter den Göttern. Beim Römer sind die Götter im Grunde nur noch Namen, nur Bezeichnungen, sind Ab­straktionen und werden immer mehr Abstraktionen. Beim Griechen war immer noch eine gewisse Vorstellung vorhanden, daß in dern Menschen, der hier steht, die Hierarchien leben, und in jedem Menschen verschieden die Hierarchien leben. Der Grieche nahm den Menschen seiner Realität nach, und wenn er sprach: Das ist der Alki­biades, das ist der Sokrates, das ist der Plato -, so hatte er noch den Begriff: da in den Alkibiades, in den Sokrates, in den Plato, da ragen herein die kosmischen Gedanken der Hierarchien in verschiedener Weise, und dadurch, daß da die kosmischen Gedanken in verschie­dener Weise hereinragen, treten so verschiedene Figuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ging beim Römer verloren. Daher bildete sich beim Römer ein System von Begriffen aus, das sein Extrem darinnen hat, daß von Augustus an - eigentlich schon früher - der römische Cäsar selber als Gott galt. Die Gottheit war allmählich verabstrahiert, und der rö­mische Cäsar war selber ein Gott, weil der Begriff vollständig abstrakt geworden war. Aber so abstrakt wurden auch die andern Begriffe. So abstrakt wurden namentlich die Begriffe, die als Rechtsbegriffe, als moralische Begriffe das römische Wesen durchsetzten, und so trat an die Stelle von alten Lebendigkeiten eine Summe von Abstraktio­nen. Und diese Summe von Abstraktionen, die ist als Erbschaft ge­blieben durch das ganze Mittelalter hindurch, ist auf die neuere Zeit heraufgekommen, ist bis in das 19. Jahrhundert herein als Erbschaft geblieben: abstrakte Begriffe, die überall hineingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kam etwas Überraschendes im 19. Jahrhundert. Unter den ab­strakten Begriffen hat man den Menschen vollständig verloren gehabt. Der Grieche ahnte noch etwas von dern wirklichen Menschen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der aus dem Kosmos herein gebildet wird; durch das Römertum hin­durch ist der Mensch verlorengegangen. Das 19. Jahrhundert war genötigt, ihn wieder zu entdecken durch alle die Verhältnisse, auf die ich Sie schon hingewiesen habe, auf die ich Sie noch genauer hin­weisen werde. Und die Entdeckung des Menschen, die geschah jetzt von dem andern Pol aus. Das Griechentum hat sehen wollen den Menschen, der aus der Hierarchie kommt, den göttlichen Menschen; die Römer haben an die Stelle eine Reihe von abstrakten Begriffen gesetzt; das 19. Jahrhundert, schon das 18. Jahrhundert, aber nament­lich das 19. Jahrhundert war genötigt, den Menschen von der andern Seite, von seiner Tierseite aus wieder zu entdecken. Und da konnte er jetzt nicht gefaßt werden mit diesen abstrakten Begriffen. Das war der große Schock. Und das ist der große Schock, das ist die tiefe Kluft, die entsteht: Was ist denn das eigentlich, was da auf zwei Beinen vor uns steht und mit den Händen fuchtelt und allerlei ißt und trinkt, was ist denn das? Die Griechen haben es noch gewußt; dann ist es in abstrakte Begriffe verwandelt worden. Jetzt überrascht es die Men­schen im 19. Jahrhundert; da steht es, aber man hat keine Begriffe, es zu fassen. Man faßt es als bloßes höheres Tier auf: es wird auf der einen Seite der Darwinismus, naturwissenschaftlich, auf der andern Seite, im Geistigen, der Sozialismus, der den Menschen nur als Tier in die Sozietät hineinstellen will. Es ist der Mensch, der vor sich selber überrascht steht: Was ist denn das eigentlich? - und der ohn­mächtig ist, diese Frage zu beantworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Situation von heute, das ist die Situation, die nicht nur, je nachdem die Menschen es wollen, richtige oder unrichtige Be­griffe schaffen wird, sondern die dazu berufen ist, katastrophale oder heilsame Tatsachen zu schaffen. Aber das ist sie, die Situation: der Schock, den der Mensch vor sich selber hat. Wiederum müssen die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen gefunden werden. Man wird sie nicht anders finden, als wenn man auf die Metamor­phosenlehre eingeht. Da liegt der wesentliche Punkt. Die Metamor­phosenbegriffe des Goetheanismus sind allein imstande, die fluk­tuierenden Erscheinungen zu fassen, welche sich dem Anschauen der Wirklichkeit darbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nach dieser Richtung, möchte ich sagen, schob die geistige Ent­wickelung schon immer. Auch damals - ich habe das im «Reich» in einer Reihe von Aufsätzen über «Die chymische Hochzeit des Christian Rosen­kreutz» angedeutet-, als im 17. Jahrhundert «Die chymische Hochzeit» und andere Schriften auf so wunderbare Weise veröffentlicht worden sind, da war schon das Bestreben, vorzusorgen, daß eine solche soziale Struktur, die der wahren Wesenheit des Menschen entspricht, unter die Menschen kommen sollte. Auf diese Weise ist ja «Die chymische Hoch­zeit des Christian Rosenkreutz» von dem sogenannten &#039;&#039;Valentin Andreae&#039;&#039; entstanden. Aber auf der andern Seite ist ja auch das Buch entstanden, das er nannte «Allgemeine Reformation der ganzen weiten Welt», wo er einen großen politischen Überblick gibt, wie die sozialen Verhältnisse werden sollen. Der Dreißigjährige Krieg hat die Sache hinweggefegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort ist es der Dreißigjährige Krieg, der die Dinge hinweggefegt hat. Heute ist es möglich, daß die Weltordnung entweder dahin geht, die Dinge wirklich wiederum hinwegzufegen, oder aber sie in die Menschheitsentwickelung hineinzunehmen. Damit berühren wir die große Grundfrage der Gegenwart, mit der sich die Menschen beschäftigen sollten, statt mit all den sekundären Fragen, mit denen sich die Menschen heute beschäftigen. Würden sich die Menschen mit die­ser Grundfrage beschäftigen, dann würden sie die Mittel und Wege finden, fruchtbare Begriffe in die heutige Wirklichkeit hineinzutragen; dann würde man meiden die abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht so leicht, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Da muß man schon wirklich im Ernste und mit allem guten Willen ins Leben hinein wollen, nicht bei Programmen und bei Vorurtellen Halt machen wollen. Nach dieser Richtung könnte ich ja vieles er­zählen. Ich will nur ein Faktum anführen: Im Beginne der neunziger Jahre, da traten eine Anzahl von Menschen zusammen in den ver­schiedensten Städten in Europa und machten wiederum einmal etwas Amerikanisches nach: nämlich die «Bewegung für ethische Kultur». Es war dazumal unter gewissen Intellektuellen alles darauf aus, «Ge­sellschaften für ethische Kultur» zu gründen. Die Leute haben sehr schöne Sachen vorgebracht, und wenn Sie heute noch die Auf­sätze lesen, die dazumal von diesen Vertretern der Gesellschaften für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ethische Kultur geschrieben worden sind, wenn Sie Sinn haben für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ja, butteriges Zeug, so werden Sie wahrscheinlich heute noch ent­zückt sein können von all den schönen, wunderschönen Idealen, in denen die Leute dazumal geschwelgt haben. Und es war wahrhaftig keine angenehme Aufgabe, sich gegen dieses Schwelgen in den butterigen Idealen zu wenden. Ich schrieb aber dazumal in einer der ersten Nummern der Zeitschrift «Die Zukunft» einen Artikel gegen dieses ganze butterige Zeug von der «ethischen Kultur», schimpfte mordsmäßig über diese «ethische Kultur». Es war selbstverständlich eine schändliche Tat, denn wie könnte es nicht etwas Schändliches sein, wenn man sich gegen etwas so Gutes wendet, wenn die Leute daran gehen, die ganze Welt zu ethisieren, durchzumoralisieren! Ich lebte dazumal in Weimar, kam aber einmal nach Berlin, sprach auch mit Herman Grimm; der sagte: Was wollen Sie denn eigentlich mit dieser «ethischen Kultur»? Gehen Sie doch hin zu den Leuten, Sie werden sehen: die in Berlin hier zusammenkommen, diese Ethiker sind lauter recht nette, liebe Leute. Man kann gegen sie gar nichts haben. Es sind Leute, die einem ganz sympathisch sein können, die einem ganz gut gefallen können. - Das war auch gar nicht zu leugnen, und für den damaligen Moment hatte selbstverständlich Herman Grimm ebenso recht wie ich. Äußerlich genommen hatte der eine ebenso recht für den Moment wie der andere; das eine ließ sich eben­sogut beweisen wie das andere, und ich will gar nicht behaupten, daß rein logisch meine Gründe gegen die Ethiker besser waren als die Gründe, die die Ethiker vorgebracht haben. Aber aus all diesem Butteridealismus ist ja die gegenwärtige Katastrophe hervorgegan­gen, und nur diejenigen Menschen hatten recht und sind durch die Tatsachen gerechtfertigt, die dazumal gesagt haben: Mit all eurem Schwelgen und Reden von irgend solchen Butteridealen, durch die ihr allgemeinen Frieden und dergleichen und allgemeine Moral unter die Menschen bringen wollt, erzeugt ihr nichts anderes als das, was ich dann das soziale Karzinom genannt habe, was endlich in diese katastrophale Gegenwart hineinführen mußte. Die Zeit hat gezeigt, wer mit realen Begriffen arbeitete und wer mit bloßen Abstraktionen arbeitete. Nach dem bloßen abstrakten Charakter kann man gar nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entscheiden, ob irgend jemand recht oder unrecht hat; das entschei­det bloß das, ob irdendein Begriff richtig sich hineinfügt in den Gang der Tatsachen oder nicht. Wenn ein Professor an seiner Universität heute Naturwissenschaft lehrt, dann kann er selbstverständlich wun­derschön beweisen, logisch beweisen, daß das alles richtig ist, was er sagt. Das geht auch alles in die Löcher der Köpfe hinein; das darf ich ja natürlich im allerbesten Sinne heute sagen. Und siehe da, darum handelt es sich aber nicht, ob scheinbare gute logische Gründe dafür anzuführen sind, sondern: dieselben Gedanken dann in einen Lenin­ Kopf hineingesenkt, werden Bolschewismus. Was ein Gedanke in der Wirklichkeit wird, darauf kommt es an. Nicht darauf kommt es an, was man über ihn denken kann, was man über ihn abstrakt fühlen kann, sondern darauf, welche Kraft in der Wirklichkeit einen Gedan­ken bildet. Und wenn man diejenige Weltanschauung, von der am meisten in der neueren Zeit gesprochen worden ist, weil die andern ästhetisierend waren, wie ich gestern ausgeführt habe, wenn man den Sozialismus prüft, so handelt es sich heute nicht darum, sich nun hinzusetzen, um den Karl Marx oder Lassalle oder den Bernstein zu «ochsen», also deren Bücher zu studieren, diese Autoren zu studieren, sondern darum handelt es sich, ein Gefühl, eine lebendige Erfahrung dafür zu haben, was im Fortgang der Menschheit dann wird, wenn eine Anzahl von Menschen - solche Menschen, die an Maschinen stehen - diesen Gedanken haben. Darauf kommt es an, und nicht darauf, über die soziale Struktur der nächsten Zukunft die Gedanken zu haben, die man im landläufigen Gang der heutigen diplomatischen Schulung lehrt. Sondern jetzt ist die Zeit, wo es darauf ankommt, Gedanken wägen zu können, um sich die Frage beantworten zu kön­nen: Was will die Zeit in den nächsten Jahrzehnten? Es ist heute schon einmal die Zeit gekommen, wo die Bequemlichkeit nicht ge­stattet ist, auf den verschiedensten kurulischen Stühlen zu sitzen und bequem das Alte fortzupflegen, sondern die Zeit ist gekommen, wo die Menschheit den Schock vor sich selbst fühlen muß, und wo bei denen, die irgendwo verantwortlich sind für irgend etwas, der Ge­danke auftauchen muß: Wie löst man diese Frage aus dem geistigen Leben heraus? Wir werden das nächste mal davon weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit hier eine Reihe von wichtigen Tatsachen über den Menschen vorgebracht, die geisteswissenschaftlich erforscht werden können. Ich lege weniger Wert darauf, daß die Einzelheiten dieser Tatsachen aufgefaßt werden - denn ich habe mich ja über die Natur dieser Tatsachen öfter ausgesprochen-, als vielmehr darauf, daß ein gewisser Eindruck durch diese Tatsachen erweckt werde: der Eindruck über das Wesen desjenigen, was man die Täuschung der physischen Außenwelt nennen kann, auf daß Sie ein Gefühl davon erhalten, was eigentlich gemeint ist, wenn man davon spricht: Die Außenwelt, so wie wir sie um uns herum sehen - ich sage sehen, nicht haben -, ist Täuschung zunächst, und hinter ihr liegt die wahre, die wirkliche Welt. Und ich wollte ein gründlicheres Gefühl hervorrufen von dem, was gemeint ist, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft von der wirklichen Welt spricht. Also mehr um diese allgemeinen Gefühle handelt es sich. Und damit bin ich an demjenigen Punkte angelangt, wo wir gewissermaßen wiederum eine Möglichkeit haben, unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen anzuknüpfen an wichtige, an bedeutsame Interessen im Geistesleben der Gegen­wart, wobei ich natürlich an eine weitere Gegenwart denke, nicht bloß an die heutigen Tage, sondern an die Jahrhunderte, in denen wir leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Geistesleben ist in einem Zwiespalt begriffen, in einem Zwiespalt, den man in der verschiedensten Weise charakterisieren kann, den man so oder so definieren kann. Aber alle diese Definitionen müssen zuletzt wiederum zusammenlaufen in eine Art Empfindung für zwei Strömungen, die wir uns als Ideenströmungen bilden müssen aus der Geisteskultur der Gegenwart heraus, und die gewissermaßen sich nicht recht vereinigen lassen. Zwei Strömungen von Ideen sind vorhanden. Die eine, man kann sie im weitesten Sinne nennen die naturwissenschaftliche Strömung, wobei ich nicht etwa bloß das meine, was in den Kreisen der Naturforscher gedacht und behauptet wird, sondern jene naturwissenschaftliche Strömung, welche heute ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mehr oder weniger in der Empfindung der ganzen Menschheit lebt. Diese naturwissenschaftliche Strömung ist nach und nach eine popu­läre, eine weitverbreitete Anschauung geworden. Sie produziert Be­griffe, die tief, tief sich eingewurzelt haben in das Seelenleben der Menschen der Gegenwart. Man kann am besten sehen, wie diese na­turwissenschaftliche Weltanschauung sich eingewurzelt hat, wenn man bedenkt, daß sie da am tiefsten Wurzel gefaßt hat, wo man glaubt, an spirituelles Leben heranzudringen. Schließlich ist ja dasjenige, was man landläufig Spiritismus nennt und was von sehr vielen als theosophische Theorie vertreten wird, nichts anderes als ein Ausfluß ma­terialistischer Weltanschauung. Dasjenige, was man zumeist an Be­griffen hat über Ätherleib, Astralleib, dasjenige, was man experimen­tell produziert in spiritistischen Sitzungen, wird ganz und gar einge­fangen in Begriffe, welche der naturwissenschaftlichen Weltanschauung entlehnt sind, was am besten solche Leute beweisen wie zum Beispiel du Prel, der glaubt, gerade auf die Geisteswelt loszugehen. Aber alles dasjenige, was er über die Geisteswelt sagt, denkt er in naturwissen­schaftlichen Begriffen, das heißt in solchen Begriffen, in denen man bloß über die Natur denken sollte, nicht über den Geist. Ebenso ist es geradezu auffällig, wie materialistisch doch die Theorien der mei­sten Theosophen sind, wie sie sich geradezu bemühen, Vorstellungen wie Ätherleib oder selbst Astralleib an die naturwissenschaftlichen Begriffe, die man nur auf die Natur anwenden sollte, heranzurücken. Der Ätherleib wird sehr häufig vorgestellt als etwas ganz Materielles, als ein feiner Dunst oder dergleichen. Nun, ich habe mich ja über diese Dinge öfter ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die eine, ich möchte sagen Begriffsmasse, die wir haben: die naturwissenschaftlichen Begriffe. Und weniger Wert - ich betone das noch einmal, damit ich nicht mißverstanden werde - ist darauf zu legen, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe in den Naturwissen­schaften selbst sich finden, wo sie ja zum großen Teil berechtigt sind, sondern das Wichtige ist, daß sie sich eben einschleichen in die allge­meine Weltanschauung, und daß sie verwendet werden, um Spiri­tuelles begreifen zu wollen, ja, daß manche geradezu in dem Wahne leben, sie sagten etwas Besonderes, wenn sie die Ähnlichkeit der Begriffe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die sie im Spirituellen haben, mit den naturwissenschaftlichen Begriffen hervorheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutsame Tatsache, die wir da ins Auge fassen müssen, ist diese, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe nur eine gewisse Sphäre unserer Welt, eine gewisse Sphäre der Welt, in der wir leben, einfangen können in unser Verständnis, daß eine andere Welt außer unserem Verständnis bleiben muß, wenn wir nur naturwissenschaft­liche Begriffe anwenden. Diese naturwissenschaftlichen Begriffe bil­den also die eine Strömung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Strömung bilden gewisse Begriffe, die wir uns machen über Ideelles oder Ideales, und wohl auch heute, schon seit langer Zeit, über Moralisches. Nehmen Sie einen naturwissenschaftlichen Begriff wie den Begriff der Vererbung oder den Begriff der Entwicke­lung. Sie denken naturwissenschaftlich, wenn Sie diesen Begriff rein­lich und sauber denken; Sie denken verworren, wenn Sie diese Begriffe von Vererbung und von Entwickelung, wie sie in der Naturwissenschaft üblich sind, auf Spirituelles ausdehnen. Nehmen Sie gewisse Begriffe, die man im Leben braucht, zum Beispiel den Begriff der inneren Freiheit unserer Seele, den Begriff des Wohlwollens, den Be­griff der sittlichen Vollkommenheit, oder höhere Begriffe, den Begriff der Liebe und dergleichen, so haben Sie wiederum eine Strömung von Ideen, von Begriffen, die auch berechtigt sind, weil sie ja zum Leben gebraucht werden. Aber nur wenn man sich einer Selbsttäuschung hingibt, kann man sich von der Art, wie heute naturwissenschaftlich gedacht wird, zu der Art, wie heute ideal oder ideell oder moralisch gedacht wird, eine Brücke bauen. Denkt jemand rein naturwissen­schaftlich, das heißt, sucht er sich ein naturwissenschaftliches Welt­bild, so wie das heute das Ideal vieler Leute ist, so hat innerhalb einer Welt, welche diesem Weltbild entspricht, alles das keinen Platz, was unter Begriffe wie Wohlwollen, meinetwillen auch Glück, Liebe, innere Freiheit und so weiter gefaßt ist. Ein gewisses Ideal naturwissenschaftlicher Denkungsart ist, alles, wie man sagt, unter den Kausalbegriff zu bringen, alles nach Ursachen und Wirkungen zusammenzudenken. Und eine sehr beliebte Verallgemeinerung ist -ich habe das schon hier erwähnt - das Gesetz von der Erhaltung der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Kraft und der Erhaltung des Stoffes. Bilden Sie sich eine Weltan­schauung so, daß Sie dazu nur die Begriffe von Ursache und Wirkung im naturwissenschaftlichen Sinne verwenden oder von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, so können Sie nur entweder weltanschau­lich unehrlich sein, oder Sie müssen sagen: Innerhalb einer solchen Weltenordnung, in welcher nur das Kausalitätsgesetz, nur das Ur­sachengesetz gilt, oder in welcher das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gilt, in einer solchen Welt ist alles, was Ideale sind, was Ideen sind, was moralische Begriffe sind, im Grunde ge­nommen eigentlich nur Spaß. - Denn für eine Weltanschauung, welche etwa das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes univer­sell denkt, hat nichts anderes Sinn, als sich zu sagen: Nach diesem Gesetze von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes entwickelt sich unsere Weltenordnung. - Aus gewissen Ursachen heraus ist innerhalb dieser Weltenordnung auch das Menschengeschlecht hervorge­gangen. Dieses Menschengeschlecht träumt von Wohlwollen, von Liebe, von innerer Freiheit, aber all das sind Begriffe, die sich die Menschen machen, und wenn einmal jener Zustand eingetreten sein wird in unserem Weltensystem, der eintreten muß nach naturwissen­schaftlichen Vorstellungen, dann ist eigentlich ein allgemeines Grab da für alle solche Vorstellungen von Wohlwollen, innerer Freiheit, von Liebe und so weiter. Das sind Träume, welche die Menschen träumen, während sie eben der reinen naturgesetzlichen Ordnung gemäß ihr Dasein innerhalb der Erdenentwickelung vollenden, und es hat gar keinen Sinn, von etwas anderem zu sprechen in bezug auf die Geltung der Ideale und Ideen, als davon, daß sie Träume der Menschen sind, denn innerhalb einer solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauung haben Ideen und Ideale keine Kraft, sich zu realisie­ren. Was sollen denn, wenn die Welt wirklich entsprechen würde der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, die Ideen und Ideale einmal machen, sobald der Zustand eingetreten ist, den man notwendig denken muß, wenn man nur mit naturwissenschaftlichen Begriffen denkt? Sie sind begraben, die Ideen und Ideale! Die Ideen und Ideale werden heute aber von den Menschen so gedacht - wenn sie das auch nicht zugeben -, daß sie keine innere Kraft haben, sich zu realisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie sind eben bloße Gedanken, die sich dadurch realisieren, daß die Menschen ihre Gefühle daran hängen, daß die Menschen sich gegen­einander so verhalten, wie es den Ideen entspricht. Aber sie haben keine innere Kraft, sich zu realisieren, diese Ideen, wie es der Magne­tismus, wie es die Elektrizität oder die Wärme hat - die hat innere Kraft, sich zu realisieren! Die Ideen als solche - denken Sie also immer meinetwiller an die moralischen Ideen - haben nicht eine solche innere Kraft, sich zu realisieren innerhalb unserer Weltanschauung, wenn wir sie nur naturwissenschaftlich denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, die wenigsten Menschen machen sich den Zwiespalt klar, der zwischen diesen zwei Strömungen unserer Gegenwart besteht, aber er ist da, und es ist die Tatsache, daß er im Unterbewußtsein der Menschen sein Spiel treibt, viel wichtiger, als daß man sich theore­tisch darüber klar ist. Theoretisch klar ist sich nur eine Schichte der Menschen über das, was ich eben gesagt habe, und diese &#039;&#039;eine&#039;&#039; Schichte der Menschen, auf die sollte man wohl ein Auge haben im Leben der Gegenwart. Klar ausgesprochen, daß die Sache so ist, daß die ganze Welt nur naturwissenschaftlich geordnet ist und daß Ideen und Ideale nur eine Bedeutung haben deshalb, weil die Menschen nun einmal das Gefühl haben, sie müßten sich geradezu danach richten in ihrem gegenseitigen Verhalten, findet man diese Anschauung nur innerhalb der sozialistischen Theorie der Gegenwart. Die sozialistische Theorie der Gegenwart lehnt daher jede Geisteswissenschaft ab, betrachtet sogar die Spuren alter Geisteswissenschaft, die sich noch in der Juris­prudenz, in der Moral und der Theologie finden, als Vorurteile, die den Kinderjahren der Menschheitsentwickelung angehören, und sie will alles, was man Geisteswissenschaft nennen könnte, als Gesell­schaftswissenschaft aufgefaßt wissen: sie will die sozialistische Gesell­schaftswissenschaft bilden als bloß gültig für das gegenseitige Ver­halten der Menschen. Die Welt ist naturwissenschaftlich geordnet, und außer der naturwissenschaftlichen Erklärung der Welt gibt es nur noch eine Gesellschaftswissenschaft. Das ist Grundüberzeugung jedes seiner selbst bewußten Sozialisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf, wenn man solchen Dingen auf den Grund gehen will, nicht konfusen Begriffen sich hingeben. Ich weiß selbstverständlich,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kommen kann und sagen: Ja, so denken doch nicht die Sozialisten! - Aber darauf kommt es nicht an - das habe ich ja gerade in den ersten Tagen, in denen ich hier wieder vorgetragen habe, aus­geführt -, was Ideen für einen Inhalt haben, sondern durch was Ideen sich betätigen, wie sie eindringen, sich einleben. Und die sozialisti­sche Idee lebt sich dadurch ein, daß sie ablehnt jedes Reden über irgendeinen geistigen Weltinhalt, daß sie behauptet, der Weltinhalt sei nur naturwissenschaftlich geordnet und Geisteswissenschaft sei durch bloße Gesellschaftswissenschaft zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fühlt der Mensch, daß bloße Ideen und Ideale, wenn sie so gedacht werden, wie sie in der Gegenwart gedacht werden, eben wirklich nicht mehr Kraft haben, als sich in das menschiiche Gemütsleben hineinzufinden und sich dadurch zu realisieren, zu realisieren als ein Traum, den die Menschheit innerhalb der Erdenentwickelung träumt. Keine Idee, und wäre sie die schönste, die idealste, hat die Kraft, irgend etwas wachsen zu lassen, irgendwo Wärme zu erzeugen, einen Magneten zu bewegen oder dergleichen. Damit ist sie schon ver­urteilt, bloßer Traum zu sein, weil sie ja - solange man die Weltenordnung nur denkt als die Summe von elektrischen, magnetischen Kräften, von Lichtkräften, Wärmekräften und so weiter - in das Gefüge dieser Kräfte nicht eingreifen kann, insbesondere wenn man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes aufstellt, wo­nach Kraft und Stoff eine ewige Geltung haben sollen. Denn dann sind sie immer da, und dann können Ideen nirgends eingreifen, denn Kraft und Stoff haben dann ihre eigenen, ewigen Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Gesetze - das sage ich nur in Parenthese - von der Er­haltung der Kraft und des Stoffes wird ja viel Unfug getrieben. So wie man in der Literatur heute von dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, namentlich von Kraft und Energie gesprochen findet, wird es auch häufig zurückgeführt auf Julius Robert Mayer. Wer &#039;&#039;Julius Robert Mayers&#039;&#039; Schriften wirklich kennt, der weiß, daß es ebenso gescheit ist, das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes auf Julius Robert Mayer zurückzuführen, so wie es heute in der Literatur geschieht, wie wenn man etwa die Schundliteratur auf die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg zurückführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denn das, was heute in Lehrbüchern und gebräuchlichen Handbüchern als Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes fun­giert, das hat mit dem Gesetz von Julius Robert Mayer, den man für seine Tat ins Irrenhaus eingesperrt hat, nichts zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht eigentlich für den, der Geisteswissenschaft ernst nimmt, aus alledem, was ich dargestellt habe, eben die Frage: Welches Verhältnis, welcher Bezug besteht zwischen dem, was nimmer ver­einigt werden kann innerhalb der gegenwärtigen Weltanschauung: moralischem Idealismus und naturalistischem Anschauen der Welt? - Diese Frage läßt sich nicht so ohne weiteres theoretisch beantworten. Die Gegenwart wünscht vielfach theoretische Antworten, und auch diejenigen, die zur Theosophie oder Anthroposophie kommen, wün­schen manchmal am allermeisten theoretisch-dogmatische Antworten. Aber die Antworten, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­geben werden sollen, müssen Antworten der Anschauung sein. In dieser Beziehung geht es nicht, daß man gerade die Vorliebe der Gegenwart für Dogmatismen auch wiederum in die Geisteswissen­schaft hineinträgt. Die Geisteswissenschaft verlangt anderes. Die Geisteswissenschafter verlangen freilich vielfach, daß andere Dogmen aufgestellt würden, aber die Geisteswissenschaft kann ganz und gar nicht der Ansicht sein, daß bloß andere Dogmen aufgestellt werden, als sie schon aufgestellt sind, sondern daß anders gedacht und anders angeschaut werde, daß überhaupt gewisse Dinge unter ganz andern Gesichtspunkten gedacht werden. Dasjenige, was vielfach heute auch als Geisteswissenschaft, namentlich auch als Theosophie getrieben wird, das kann einem oftmals den Eindruck machen einer etwas ver­änderten Scholastik des Mittelalters. Ich will mich gar nicht gegen Scholastik wenden, denn die Scholastik hat Dinge in sich, die viel bedeutsamer sind als dasjenige, was philosophisch in der Gegenwart hervorgebracht wird. Aber der Hang vieler Menschen in der Gegen­wart ist dahingehend, nur wiederum andere Dogmen zu haben, über Gott und Unsterblichkeit und weiß Gott was, eben anders zu denken, aber eben doch nur zu denken, nicht zu Anschauungen zu kommen, die aus ganz anderem Fond heraus sind als frühere Vorstellungen. Steht man recht auf dem Boden der Geisteswissenschaft, so sagt man sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Scholastik ist über die Dreieinigkeit, über das Wesen des Menschen, über seine Unsterblichkeit, über das Christus-Problem genug spintisiert worden, wenn ich den Ausdruck jetzt gar nicht mit irgendeinem üblen Beigeschmack anwende. Denn der eigentliche Wert dieser Scholastik liegt nicht in den Dogmen, die sie aufgestellt hat, sondern in der Technik des Denkens, wie ich es einmal darge­stellt habe in meiner Schrift «Philosophie und Anthroposophie», die jetzt in einer neuen Auflage wesentlich erweitert wiederum erscheinen wird; er liegt in der Art, über die Dinge zu denken. Aber dieses Den­ken, das eignet man sich heute eigentlich besser an, wenn man zu den Scholastikern geht, als wenn man zu den vielfach konfusen Ideen, die man in der neueren Zeit theologische oder philosophische nennt, sich hinwendet. Da ist genug theoretisiert worden im Mittelalter über diese Dinge. Da hat man zum Beispiel so theoretisch mit dem Christus-Problem gerungen. Wer das Wesen dieses Ringens kennt, der kann nicht viel Geschmack abgewinnen einem etwas veränderten Scholastizieren, wie es zum Beispiel in der Theosophie vielfach getrieben worden ist, wo man halt, statt daß man früher, nicht wahr, Dreieinig­keit, Unsterblichkeit oder anderes hatte, nun wiederum physischen Leib, Ätherleib, Astralleib hat. Es ist ein anderes Theoretisieren, aber es ist im Grunde genommen qualitativ dieselbe Sache. Derjenige, der recht eingehen mag auf diese Schule des Mittelalters, der weiß, daß das gewissermaßen eine erledigte Angelegenheit ist, so vordringen zu wollen, sagen wir, zu dem Mysterium von Golgatha. Da ist heute viel wichtiger, zum Beispiel nach der Gestalt des Christus Jesus zu dringen, was versucht wird von uns hier in der Mittelpunktsgruppe des Baues, wo gesucht wird, die Gestalt des Christus Jesus wirklich wiederum zu finden. Derjenige, der sich richtig für frühere Dogmen interessiert, wird sich heute viel mehr dafür interessieren, die Ge­staltung des Christus aus dem geistigen Leben herauszuholen, weil heute die Zeit dazu da ist, dies zu tun. Im Mittelalter war die Zeit, scharfsinnig nachzudenken und scholastische Begriffe auszuspinti­sieren; heute - das habe ich ja vielfach charakterisiert - ist ein solcher Punkt der fünften nachatlantischen Zeit, wo hingelenkt werden muß die Anschauung der Menschen nach den geistigen Formen. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was früher als Gestaltung des Christus gesucht wurde, sind ja phan­tastische Gestaltungen. Ich habe über die Entwickelung der Christusgestalt ja öfter hier gesprochen. Mit den Mitteln der geistigen An­schauung wird sich die Gestalt des Christus wiederum finden lassen. So hat jede Zeit ihre besondere Aufgabe. Denn nicht darauf kommt es an, daß irgend etwas festgelegt wird, sondern darauf, daß die Mensch­heit in ihrer Entwickelung sucht und dadurch sich zu immer weiteren und weiteren Stufen ihrer Entwickelung durchringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also darauf kommt es an, daß man gewissermaßen eine Brücke finden kann da, wo die moderne Weltanschauung eine Brücke eben nicht finden kann, sondern wo, wenn sie sich selbst richtig versteht, sie notwendigerweise zum Sozialismus, das heißt zur sozialistischen Theorie kommen muß - nicht zum Sozialismus in seiner Berechti­gung; darüber habe ich ja auch schon öfter gesprochen. Diese Brücke kann man aber nur finden, wenn man den ehrlicher Willen hat, eben­so wie man in dasjenige eindringt, was zwischen der Geburt und dem Tode verläuft, auch in dasjenige einzudringen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verläuft, wenn man also nicht bloß den Willen hat, gewissermaßen die Welt hier zu analysieren, sondern wenn man den Willen hat, sich wirklich auf das Geistige einzulassen. Man redet von dem Menschen und sagt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib, Ich und so weiter. - Das ist ge­wiß berechtigt; aber es ist für den Menschen berechtigt, der hier zwischen der Geburt und dem Tode lebt. Das, was ich das vorige Mal und das vorvorige Mal hier ausgeführt habe, das kann Sie aber schon darauf hinweisen, daß man in einer ähnlichen Weise nun reden kann über den Menschen nach dem Tode, über den Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn Sie schon fragen wollen: Aus was besteht der Mensch? - so können Sie nicht bloß fragen: Aus was besteht der Mensch hier auf Erden? - und antworten: Da besteht er aus physischem, Ätherleib, Astralleib und Ich -, sondern wir müssen jetzt auch die Frage aufwerfen: Aus was besteht der Mensch, wenn er nicht auf Erden ist, sondern in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt? Wie kann man da von den Gliedern der mensch­lichen Natur reden? - Da muß man in ebenso realer Weise von den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gliedern der menschlichen Natur reden können. Und man muß sich, wenn man ganz ehrlich bei einer solchen Sache mit sich zu Rate geht, eben bewußt werden, daß jedes Zeitalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen werden sich nicht recht bewußt, daß eigentlich die Art, wie sie denken, vorstellen, selbst wie sie empfinden, ja, selbst wie sie die Außenwelt anschauen - erinnern Sie sich nur an gewisse Ausführungen, die ich in meinen «Rätseln der Philosophie» gemacht habe über den verhältnismäßig kurzen Zeitraum von sechshundert Jahren vor unserer Zeitrechnung bis zu uns -, eben nur jetzt so ist. Wir können nicht über das 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha zurückgehen mit dem Denken und dem Empfinden und dem Anschauen, das wir jetzt haben. Ich habe Ihnen das genaue Jahr angegeben: 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist die wahre Gründungszahi der Stadt Rom. Wenn man hinter dieses 8. vorchrist­liche Jahrhundert zurückgeht, dann ist die ganze Art des mensch­lichen Lebens eine andere als diejenige, die man jetzt als Seelenieben eben kennt. Da werden alle Arten, die Welt anzuschauen, anders. Da ist allerdings eine Grenzscheide, die man schon besser beobachten kann als die andere, die eigentlich auch gut zu beobachten ist, aber noch nicht für den Menschen der Gegenwart: die Grenzscheide, die im 15. Jahrhundert liegt. Das 15. Jahrhundert liegt den Menschen der Gegenwart zu nahe; da können sie sich nicht so recht in den großen Umschwung hineinversetzen, der da eingetreten ist. Im ganzen stellen sich die Menschen vor: gedacht und gesonnen hat man immer so wie jetzt, auch wenn man immer weiter zurückgeht; aber wie wenig weit geht man zurück! Nun ja, die Sache ist eben diese, daß, sobald man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht, man eine ganz andere Art zu denken hat. Und nun können wir die Frage aufwerfen: Warum hatte man denn da eine andere Art zu denken? Über diese andere Art zu denken machen sich die Menschen jetzt, wenn sie sich Vorstellungen machen, ziemlich törichte Vorstellungen, könnte man sagen. Wenn die Menschen der Gegenwart jetzt hören, wie, sagen wir, in den ägyptischen Mysterien - es waren dazumal die gesuchtesten - gelehrt worden ist, wenn sie etwas hören von der Art, wie da die Wahrheiten erörtert worden sind, da meinen sie: Nun ja, das entspricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eben der phantastischen Zeit von dazumal, da waren die Men­schen noch nicht so gescheit wie jetzt, da haben sie sich noch kindische Vorstellungen gemacht; das Richtige, das haben wir jetzt! - Es liegt besonders dem Menschen der Gegenwart nahe, so zu denken, denn er kann sich, weil er so furchtbar eingerutscht ist in diese Denk­weise der Gegenwart, nicht irgend etwas anderes dabei denken. Nehmen wir an, ein Grieche, Pythagoras zum Beispiel, sei nach Ägyp­ten gekommen und hätte dort gelernt, so wie heute irgend jemand nach einer berühmten Universität geht, um zu lernen. Aber was hat er gelernt? Ich will Ihnen etwas sagen, was der Pythagoras wirklich dort hat lernen können: Er hat dort gelernt, daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Schach gespielt hat, und bei diesem Schachspiel hat der Merkurius gewonnen. Er hat nämlich dem Monde für jeden Tag zwanzig Minuten abgewonnen, und diese zwanzig Minuten, die sind dann von den Eingeweihten zusammengezählt worden. Wieviel machen sie aus, diese zwanzig Minuten in drei­hundertsechzig Tagen? Die machen nämlich gerade fünf Tage aus. Daher hat man nicht dreihundertsechzig Tage als das Jahr gerechnet, sondern dreihundertfünfundsechzig Tage. Diese fünf Tage sind das­jenige, was der Merkur dem Monde im Spiel abgewonnen hat, und was er dann den übrigen Planeten und dem ganzen Menschenge­schlecht zu dreihundertsechzig Tagen im Jahr hinzugeschenkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, wenn man sagt, so etwas habe der Pythagoras bei den weisen Ägyptern lernen können, dann lacht jeder Mensch in der Gegenwart, ganz selbstverständlich. Dennoch ist es nur eine andere Binkleidung für eine tiefe geistige Wahrheit - wir werden davon in diesen Tagen noch sprechen -, die die Gegenwart noch gar nicht wieder entdeckt hat, die aber eine Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie könnten fragen: Warum ist dazumal ganz anders gerechnet worden? - Vergleichen Sie den Vortrag eines solchen ägyptischen Weisen, der also dem krassen Fuchs Pythagoras vorträgt: Der Mer­kur hat im Schachspiel für jeden Tag dem Monde zwanzig Minuten abgewonnen - mit einem Vortrag über moderne Astronomie, der in einem Hörsaal gehalten wird, so werden Sie besser auf den Unter­schied aufmerksam werden. Fragt man sich aber: Warum ist ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
solcher Unterschied? - dann muß man etwas tiefer hineingehen in das ganze Wesen der menschlichen Enwickelung. Denn wenn man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht - Pythagoras gehört zwar nicht dieser frühen Zeit an, aber in Ägypten haben sich die Reste einer Weisheit, die eben weit vor dem 8. vorchristlichen Jahr­hundert begründet worden ist, erhalten, da konnte man sie sich noch einprägen -, wenn in diesen alten Zeiten so gelehrt worden ist, so hat das schon seinen tiefen Grund. Es war das ganze Verhältnis des Menschen zur Welt anders angesehen worden, mußte anders in der damaligen Zeit angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte darauf hinweisen, daß ja noch verschiedene Reste alter Anschauung immer wieder und wieder atavistisch erneuert worden sind, wobei ich unter dem Wort «atavistisch» nicht irgend etwas Ab­fälliges meine und verstehe. Wer zum Beispiel ein Werk liest, wie Jakob Böhmes «De signatura rerum», der wird, wenn er ehrlich ist, eigentlich auch heute sagen: er kann nichts damit anfangen. Denn da werden ganz merkwürdige Auseinandersetzungen gegeben, die ent­weder von einem höheren Gesichtspunkte aus beurteilt werden müs­sen - dann bekommen sie einen Sinn -, oder aber die vom Stand­punkte des modern denkenden Menschen als unvernünftiges Zeug eines Laien, der ein bißchen spintisiert hat, eigentlich abgelehnt wer­den müßten. All das tolle Gerede, das vielfach getrieben wird von unreifen theosophischen Kreisen über Jakob Böhme, ist eigentlich vom Übel. Dennoch erinnert dieser Jakob Böhme von einem höheren Standpunkte aus in seinem ganzen Geistesgefüge, in der Art, wie er sich namentlich zur Analyse von gewissen Worten verhält, wenn er zum Beispiel Worte wie Sulfur zerlegt und in den zerlegten Teilen etwas sucht - wir wollen nicht auf das Materielle dabei sehen, sondern auf die Art, wie er da etwa in seinem Werke «De signatura rerum» vorgeht -, er erinnert viel mehr als irgendeine von den abstrakten Wissenschaften, die es ja nur heute in der Öffentlichkeit gibt, an einen gewissen konkreten Zusammenhang des Menschen mit der gesamten geistigen Welt. Er steht, dieser Jakob Böhme, viel mehr in dieser geistigen Welt darinnen. Und dieses Darinnenstehen in der geistigen Welt, das ist das Charakteristische für solche Denker, die vor dem 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorchristlichen Jahrhundert, vor unserer Zeitrechnung eben Denker waren. Sie dachten nicht mit der individuellen Einzelvernunft, mit der wir heute denken. Wir denken ja alle mit der individuellen Einzelver­nunft; die dachten mehr noch mit der kosmischen Vernunft, mit der schöpferischen Vernunft, mit der Vernunft, die man, ich möchte sagen, in einzelnen ihrer Schöpfungen noch erlauschen muß wenn man auf sie kommen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es eigentlich nur noch ein Gebiet, in dem man ein klein wenig merken kann, wie ins Menschenleben noch so etwas wie die schöpferische Vernunft sich hereinergießt und hereinwirkt. Man kann noch auf einem Gebiet etwas bemerken von einem Sich-Realisieren von Ideellem; aber, ich möchte sagen, es ist nur noch ein Schatten davon da, und dieser Schatten wird zumeist auch nicht berücksichtigt. Es existieren heute eine ganze Anzahl von naturalistischen anthropo­logischen Theorien über die Entstehung der Sprache, wie sie sich entwickelt haben soll. Sie wissen, es gibt - ich habe das öfter erwähnt -zwei hauptsächliche Theorien. Man nennt die eine die Wauwau-Theorie, die andere die Bimbam-Theorie. Die Wauwau-Theorie ist mehr von kontinentalen Gelehrten vertreten, die Bimbam-Theorie ist von Max Müller vertreten. Die Wauwau-Theorie beruht darauf, daß Menschen von primitivsten Zuständen ausgegangen sind und da ihre inneren organischen Erlebnisse so herausgebellt haben wie der Hund, wenn er «wauwau» macht, und durch eine entsprechende Ent­wickelung - alles entwickelt sich ja, nicht wahr, vom Primitiven bis zum Vollkommenen - ist das Wauwau des Hundes, das heute noch beim Menschen auf seiner primitiven Stufe zu bemerken ist, zur menschlichen Sprache geworden. Wenn man alles in der Entwicke­lung verfolgt vom Wauwau bis zum heutigen Sprechen, so ähnlich, nicht wahr, wie es die Deszendenztheorie macht, Darwin oder Haeckel, beginnend mit der einfachsten Monere, also von der einfachsten Weise, von der unartikuliertesten Weise bis zu der heutigen Sprache, dann ist das eben die Wauwau-Theorie. Eine andere Theorie besagt, daß man ein gewisses Gefühl entwickeln kann der Verwandtschaft mit den Tönen der Glocke: Bimbam; man hätte jedesmal einen bestimm­ten inneren Klang, den man imitiert. Danach würde man mit dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wauwau mehr eine Evolutionstheorie verfolgen, mit der Bimbam­Theorie mehr eine Anpassungstheorie, eine Anpassung des Menschen an die innere Natur der materiellen Worte. Dann kann man ja auch geistreich die Dinge verbinden, die Bimbam-Theorie mit der Wauwau-Theorie, das ist dann etwas Vollkommeneres, dann hat man Ent­wickelung mit Anpassung verbunden. Nun ja, diese Dinge sind heute mehr oder weniger gang und gäbe. Es gibt auch solche, die über diese beiden Theorien lachen und die andere Theorien haben; aber im Prinzip sind sie eben auch nicht viel anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistig betrachtet, geistig angeschaut kann gar keine Rede davon sein, daß die Sprachentwickelung eine solche ist, wie sie eben cha­rakterisiert worden ist, sondern schon rein äußerlich zeigt das Ge­füge der Sprache, daß im Sprachbilden, im Entstehen der Sprache wirkliche Vernunft waltet. Und zwar ist es interessant, gerade an der Sprache das Walten der Vernunft festzuhalten, aus dem einfachen Grunde, weil am anschaulichsten noch in der Sprache ein ideelles Moment lebt, also dasjenige, was in der einen Strömung heute ange­schaut wird, und weil die Sprache nicht bloß an das Gemüt des Men­schen sich wendet, sondern ihre eigene Gesetzmäßigkeit hat, also das Ideelle in einer gewissen Weise sich in ihr schon realisiert, wenn auch gegenüber natürlichen Gesetzen schattenhaft. Nehmen Sie zum Bei­spiel ein Wort - ich will Sie nur auf ein paar sehr elementare Fälle auf­merksam machen -, wo Sie sehen können, wie innere Vernunft im Sprachentstehen waltet; nehmen Sie ein Wort wie: Oratio, die Rede. Es ist nun merkwürdig, wenn man solch ein Wort nimmt wie Oratio, die Rede, und dann beobachtet, was aus diesem Worte wird im Leben des Menschen nach dem Tode, so stellt sich eine merkwürdige Ähn­lichkeit ein mit dem, was als werdende Vernunft in der Entwickelung der Sprache gewirkt hat. Das gibt gewisse Sicherheiten, die man heute auf einem andern Weg kaum gewinnen kann. Auf einem andern Wege kann man höchstens Hypothesen gewinnen. Der Tote wird selten, wenigstens nachdem eine bestimmte Zeit seit dem Tode verflossen ist, das Wort Oratio noch verstehen; er wird es nicht mehr verstehen, er verliert das Verständnis dafür. Dagegen wird er immer noch verstehen eine Anschauung, eine Imagination, welche zurückführt auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das, was man ausdrücken kann durch die Worte: Os, Oris, Mund, und: Ratio, Vernunft. Der Tote löst das Wort Oratio auf in Os und Ratio. Und in der Entwickelung hat sich der umgekehrte Vorgang wirklich abgespielt: Das Wort Oratio ist wirklich entstanden durch eine Synthesis ursprünglicher Wörter, Os und Ratio. Oratio ist kein so ursprüngliches Wort wie Os, Oris und Ratio, sondern Oratio ist aus Os und Ratio gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar solcher elementarer Dinge möchte ich Ihnen anführen. Diese Dinge können am anschaulichsten noch an der lateinischen Sprache studiert werden, weil sie da am deutlichsten noch zutage treten, es sind aber die Gesetze, die dabei gefunden werden können, auch für andere Sprachen von Bedeutung. Nehmen Sie zum Beispiel drei ursprungliche Worte: Ne ego otior; das würde heißen, wenn man es als Wort nimmt: Ich bin nicht müßig. Ego otior: Ich bin müßig; ne ego otior: Ich bin nicht müßig. Diese drei Worte setzen sich durch die waltende kosmische Vernunft zusammen in Negotior, das heißt: Handel treiben. Da haben Sie drei Worte in eins zusammengefügt, und Sie sehen vernunftmäßig den Aufbau der Worte. Sie sehen Vernunft walten in der Entwickelung der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde, wie gesagt, dieses nicht so strikte behaupten, wenn nicht die merkwürdige Tatsache eintreten würde, daß der Tote das, was hier in der Welt zusammengefügt worden ist, wiederum auflöst. Der Tote löst wiederum so etwas wie das Negotior auf in: Ne ego otior, und er versteht nur diese drei Worte beziehungsweise Anschauungen, die er sich aus dieser Trinität zusammenfügt, und er vergißt dasjenige, was durch die Zusammenfügung entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes naheliegendes Beispiel ist: Unus, der eine, und Alterque, der andere; das ist zusammengezogen in das lateinische Wort Uterque, jeder von beiden. Wir könnten recht froh sein, wenn wir in den mo­dernen Sprachen ein solches Wort hätten wie Uterque, das jenen Be­griff gibt; der Franzose kann es höchstens ausdrücken, indem er bei dem oberen bleibt: l&#039;un et l&#039;autre; er hat nicht einen einzigen Begriff, um das auszudrücken. Aber Uterque drückt das viel präziser aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie einen Fall, damit Sie sehen, welches Prinzip ich eigent­lich meine. Sie alle kennen selbstverständlich das Wort «se», das französische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wort «se»: sich. Sie kennen das Wort «hors»: außer sich, heraus, könnte man auch sagen, und «tirer» - ich behalte davon nur das «tir» bei -, «tir», ziehen, sich wegziehen. Wenn Sie diese drei Dinge dann nach demselben Prinzip zusammensetzen, so bekommen Sie hier das «sortir», weggehen, was nichts anderes ist als eine Zusammenfügung von «se hors tir»; «tir» ist der Rest des Wortes «tirer». Da sehen Sie noch in einer modernen Sprache diese selbe waltende Ver­nunft darinnen. Oder nehmen Sie ein Beispiel, wo die Sache etwas dadurch kaschiert ist, daß verschiedene Sprachstufen wirken: «cœur», das Herz; «rage», das ist das Lebendige, das sich Belebende, der Enthusiasmus, der vom Herzen ausgeht; zusammengesetzt: «cou­rage». Das sind nicht irgendwelche Erfindungen, sondern das sind reale Geschehnisse, die wirklich da waren. So sind die Worte ge­bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Möglichkeit, so Worte zu bilden, sie ist heute nicht mehr da. Heute hat sich der Mensch herausgestellt aus dem lebendigen Zu­sammenhang mit der kosmischen Vernunft, und daher kann höch­stens noch in ganz sporadischen Fällen eine Möglichkeit vorhinden sein, sich heranzuwagen an die Sprache, um irgendwelche Worte aus der Sprache herauszuholen, die, wie man sagt, im Geiste der Sprache sind. Aber je weiter man zurückgeht, und namentlich je weiter man zurückgeht hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert, auch bei der griechischen, bei der lateinischen Sprache, desto mehr ist im leben­digen Leben das Prinzip tätig, daß in dieser Weise gerade Sprachent­wickelung wirkt. Und dabei bleibt immer das Bedeutsame, daß man wie auf ein Eurythmisches auf dieses hinzuweisen hat dadurch, daß man beim Toten entdeckt: Er zieht die Worte wieder auseinander, er zerlegt sie wieder in ihre Teile. Er hat mehr Empfindung, der Tote, für diese Teile der Worte, als für die ganzen Worte. Denken Sie sich konsequent die Sache durchentwickelt, so würden Sie die Worte überhaupt auseinanderkriegen in die Laute, und wenn Sie die Laute wiederum umsetzen, jetzt nicht in Luftbewegungen, sondern in Be­wegungen des ganzen Menschen, dann haben Sie die Eurythmie. Die Eurythmie ist daher etwas, was der Tote in der Tat sehr gut ver­stehen kann, wenn sie vollkommen betrieben wird. Und Sie sehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß sich solche Dinge, wie auch die Eurythmie, nicht äußerlich be­urteilen lassen, sondern daß man ihre ganze Stellung im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung nur einsehen kann, wenn man auch einzugehen vermag auf diese Gesamtentwickelung des Men­schen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ließe sich noch viel mehr sagen über das, was Eurythmie eigent­lich will, aber dazu wird sich später noch Gelegenheit bieten. Ich wollte damit zunächst einmal Sie auf ein wenn auch schattenhaftes Gebiet hinweisen, wo noch in den älteren Zeiten irn lebendigen Wir­ken der Menschen selber ein Hereinspielen des Idealen in das Reale war. Ich sagte heute im Eingange: In der heutigen Weltanschauung finden wir nicht mehr die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen zwischen dem Ideellen, Idealen, Moralischen, und zwischen dem, was in der Natur lebt. Es fehlt die Brücke. Das ist auch dem heutigen Entwickelungszyklus des Menschen ganz natürlich, daß diese Brücke fehlt. Das Ideelle schafft nicht mehr. Ich wollte Ihnen im menschlichen Gebiet selbst ein Beispiel zeigen, wenn auch, wie gesagt, ein schattenhaftes, wo in dem Menschen selbst noch ein Ideelles schafft. Denn in dem Zusam­mensetzen solcher Worte, da wirkte nicht Verabredung der Menschen oder die Überlegung einer einzelnen menschlichen Individualität oder Persönlichkeit, sondern da wirkte Vernunft, ohne daß der Mensch so richtig dabei war. Heute wollen die Menschen ja bei allem dabei sein, was sie machen: Nun, wenn so etwas Schönes, Großes, Bedeutsames gemacht werden sollte wie das hier - da sollten Sie sehen, was mit der heutigen Weisheit der Menschen herauskäme, wenn heute Sprache gebildet werden sollte! Aber gerade in den Zeiten, in denen der Mensch noch nicht so bei sich war, sind diese großartigen, weisen, be­deutsamen Dinge in der Menschheit geschehen, und sie sind so ge­schehen, daß in diesem Geschehen noch ein nahes Zusammensein von Ideellem und von Realem ineinanderwirkte, nämlich ideellem, also vernünftigem Werden, und realem Bewegen der Luft durch die menschlichen Atmungsorgane. Heute können wir nicht zwischen der moralischen Idee und meinetwillen der elektrischen Kraft eine Brücke bauen; aber hier ist eine Brücke gebaut zwischen etwas Geschehendem und etwas Vernünftigem. Das führt uns natürlich nicht dazu - ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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werde das morgen weiter ausführen -, dieselbe Brücke zu bauen; sie muß heute in ganz anderer Weise gebaut werden. Aber Sie können daraus sehen, daß die Menschheit zu dem heutigen Zustande vorge­schritten ist von einem andern Zustande: von einem Drinnenstehen in einem lebendigen Weben, das nahe war dem, was in einer gewissen Weise umgekehrt Post mortem, also nach dem Tode der Menschen sich vollzieht. Der Mensch muß heute nach dem Tode, um sein Fort­kommen zu finden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das wieder auseinandernehmen, was durch Kräfte - wir werden morgen noch davon sprechen - so zusammengefügt worden ist, daß man die­ses Zusammenfügen noch deutlich sehen kann, wenn man in die älteren Stufen des Sprachbildens zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Dinge, Dinge, die man wirklich ins Auge fassen muß, wenn man den Blick darauf wendet: Wie soll sich - wir haben ja darüber oft gesprochen, daß dies von uns ins Auge gefaßt werden muß - in das ganze Gefüge des gegenwärtigen Geisteslebens hinein­stellen dasjenige, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­funden werden kann? - Und wenn man immer wieder spricht von der Wichtigkeit dieses Hineinstellens der Geisteswissenschaft in die ganze Entwickelung, so muß man schon auch auf diesem Gebiete konkret denken. In diesen Vorträgen möchte ich jetzt einiges beitragen zu diesem konkreten Denken. Wenn es einmal sein könnte, daß Geistes­wissenschaft getragen würde von einer gewissen Bewegung in der Gegenwart, von einer Menschenbewegung, dann würde auf allen Gebieten diese Geisteswissenschaft befruchtend wirken können. Aber es müßte natürlich vor allen Dingen der Wille vorhanden sein, auf solche Subtilitäten auch einzugehen, wie sie hier oftmals betont wer­den. Denn auf diese Subtilitäten, die sich immer beziehen auf das Ver­hältnis unserer Geisteswissenschaft zur gegenwärtigen Geisteskultur, müssen wir das begründen, was wir nennen können unser eigenes Uns­ Hineinstellen in die Geistesbewegung der Gegenwart mit der Geistes­wissenschaft. Es ist wirklich so, daß die traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart den Menschen aufmerksam machen soll­ten, daß alte Weltanschauungen Bankrott gemacht haben. An der Geisteswissenschaft allein nicht, aber an ihrer Beziehung zu diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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alten Weltanschauungen könnte man sehen, was zu geschehen hat, damit wir aus dem Bankrott der gegenwärtigen Zeit hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu wäre freilich notwendig, daß man endlich einginge auf die Intentionen, welche ich ja oftmals gerade als diejenigen der geisteswissenschaftlichen Bewegung ausgesprochen habe. Es wäre wirklich notwendig, einzusehen, welches die Gründe sind, warum zum Bei­spiel auf der einen Seite es innerhalb gewisser Kreise so fruchtbar ge­worden ist, hier am Bau zu wirken, und warum andere Bestrebungen der Anthroposophischen Gesellschaft gewissermaßen ebenso un­fruchtbar geblieben sind; warum, wenn man absieht von dem, was sie wirklich geleistet hat, nämlich daß sie den Dornacher Bau in die Welt setzt, die Gesellschaft doch vielfach versagt. Ein solches Leisten auf der einen Seite bedingt immer, wenn es nicht oftmals das Gegen­teil wachrufen soll, daß manches andere geschieht. Es wäre notwendig, daß auch auf andern Gebieten die Anthroposophische Gesellschaft nicht versagte, wie sie vollständig versagt hat in den Jahren, in denen sie besteht. Dieses Versagen, das brauchte man nicht immer wieder und wiederum zu betonen, wenn viel stärker die Meinung verbreitet wäre, daß man nachdenken muß, warum die Anthroposophische Gesellschaft in bezug auf so vieles andere versagt. Wenn man gründ­licher nachdenken würde, so würde man erkennen, worauf es zum Beispiel beruht, daß draußen in der Welt immer wieder und wiederum die Meinung sich verbreitet, ich führte die Anthroposophische Ge­sellschaft nur so am Gängelbande und gäbe alles an; während es kaum eine Gesellschaft in der Welt gibt, wo weniger dasjenige geschieht, was ein sogenannter Führer will, als in der Anthroposophischen Ge­sellschaft! Es geschieht ja in der Regel das Gegenteil von dem, was ich eigentlich beabsichtige. Also, nicht wahr, gerade an der Anthro­posophischen Gesellschaft kann es sich zeigen, wie im Praktischen eine Wirklichkeit weit ab ist auch von ihren sogenannten Idealen. Aber man muß dann auch den Willen haben, sich auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen. In einer Gesellschaft gibt es selbstverständ­lich Persönliches; aber man muß dieses Persönliche auch als Per­sönliches auffassen. Wenn irgendwo in einem Zweige sich die Leute streiten aus rein persönlichen Gründen, so soll man da nicht aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Weiß Schwarz machen, oder aus Schwarz Weiß machen, sondern man soll ruhig zugestehen: Wir haben persönliche Gründe, wir mögen den und den nicht aus persönlichen Gründen. - Dann ist man bei der Wahrheit; man braucht ja nicht die Wirklichkeit in Ideale zu ver­kehren. So wäre es notwendig, daß, während auf der einen Seite mein Bestreben dahin geht, alles Geisteswissenschaftliche aus dem Sek­tiererischen herauszuheben, alles Sektiererische abzustreifen, die An­throposophische Gesellschaft immer mehr und mehr in das Sek­tiererische hineinplumpst und eine gewisse Liebe gerade für das Sektiererische hat. Wenn irgendwo das Bestreben besteht, aus dem Sektiererischen herauszukommen, so haßt man gerade hier dieses Herauskommenwollen aus dem Sektiererischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte natürlich nicht irgend jemanden tadeln, möchte auch nicht undankbar sein gegen die schönen Bestrebungen, die da und dort überall sind, ich erkenne alles voll an, aber es ist notwendig, daß man über manche Dinge ein wenig nachdenkt, sonst werden sich im­mer wieder und wiederum die Dinge finden, von denen mir auch in diesen Tagen wiederum erzähit worden ist. Nicht wahr, es ist auch da das Persönliche mit der Sache schon innig verquickt. Wenn jetzt in einem Lande wiederum irgendein Unheil auftaucht, so ist wiederum die Konstitution gerade der Anthroposophischen Gesellschaft so, daß, ich möchte sagen, die Gesellschaft die Sensation hat, sich wie­derum ein bißchen zu zanken, und aus diesem ganzen Zank kommt ja das heraus, daß ich selbst persönlich in der wüstesten Weise beschimpft werde. Ja, wenn sich das immer wieder und wieder wiederholt, so kommen wir nicht weiter. Wenn ich immer in der wüstesten Weise beschimpft werde, weil die andern zanken und ich ausgespielt werde, wenn es immer wiederum darauf hinauskommt, daß ich ausgespielt werde, so kann ich natürlich nicht mehr die anthroposophische Be­wegung in der Welt halten. Es wäre möglich, in positiver Weise bloß zu wirken, wenn man sich mehr auf das Positive verlegen wollte, das ich ja genügend immer wieder andeute. Es wäre möglich, solche Dinge hintanzuhalten, die zumeist auf furchtbar inferioren Dingen beruhen. Aber man hat in vielen Kreisen viel mehr Lust, zu zanken, viel mehr Lust, namentlich auch zum Dogmenstreit, aus dem sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dann oftmals persönliche Zänkereien herausentwickeln. Und dann wird es so, daß das Schimpfen sich gewöhnlich auf mich ablenkt - was mich ja persönlich höchst kühl läßt, aber die Bewegung kann nicht weiterbestehen, wenn es so weitergehen soll. Es ist nicht so, daß ich in diesem Fall tadle, was die Freunde in einem solchen Falle getan haben, aber ich mache darauf aufmerksam, daß sie etwas anderes nicht getan haben, was mir nicht zukommt, gerade in plumper Weise anzudeuten, wodurch aber in viel sicherer Weise verhindert würde dasjenige, was fortwährend geschieht, als auf die Weise, wie es fort­während versucht wird. Heute steht es schon so, daß man sagen kann: Wir haben Zyklen nur abgegeben an Mitglieder der Gesellschaft, und ich weiß, wie ich selber oftmals sonderbar von dem oder jenem aus der Gesellschaft angesprochen werde, wenn ich viel liberaler bin, als fernerstehende Mitglieder oftmals in der Abgabe von Zyklen sein wollen. Ja, schlimmer hätte es dem, was durch die Zyklen in die Welt gesetzt worden ist, durch Außenstehende niemals ergehen können, als es durch Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ge­schehen ist! Das muß man auch in Betracht ziehen. Wir sind heute schon durchaus so weit, daß die Zyklen in einer Weise mißbraucht werden durch Mitglieder, durch abgefallene Mitglieder der Anthro­posophischen Gesellschaft, daß es eigentlich sehr bald nahe daran sein kann, daß man sagt: Wir machen gar keine Grenze mehr, wir ver­kaufen die Zyklen an jeden, der sie haben will. - Es kann nicht viel schlechter werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage nicht, daß es morgen schon geschehen soll, aber ich deute nur an, daß die Gesellschaft so gar nicht als Gesellschaft wirkt - immer außer dem Bau und außer einzelnen Kreisen -, daß sie gar nicht eigent­lich das macht, was sonst eine Gesellschaft macht. Damit ist die Ge­sellschaft gar keine Hilfe; sie ist gar nicht dasjenige, was eine Bewe­gung ergeben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist es so klar, daß ich niemanden persönlich meinen kann, daß ich ganz unbefangen dieses hier besprechen kann, aus dem einfachen Grunde, weil hier ja gerade die Stätte ist, wo eben fruchtbar aus der Gesellschaft heraus geschafft wird, nämlich am Bau. Der ist schon eine wirkliche Sache, die aus der Gesellschaft heraus entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und würden andere Dinge, die viel billiger sein könnten als der Bau, aus einem solchen Gesellschaftsgeiste heraus arbeiten, wie die Arbei­ter an unserem Bau, dann würde aus der Anthroposophischen Ge­sellschaft ungeheuer Segensreiches ersprießen können. Aber man muß dann das Weiße weiß und das Schwarze schwarz nennen. Man muß wirklich auch sagen, da wo persönliche Dinge vorliegen: das sind persönliche Dinge - und sie nicht in einen hohen Idealismus heraufschrauben; sonst wird man eben nachdenken müssen, was an die Stelle der Anthroposophischen Gesellschaft gesetzt werden muß. Eine Gesellschaft würde dann ja nicht an die Stelle gesetzt werden können, denn es würde ja wiederum dieselbe Misere sein! Nicht wahr, es kann nicht die Gesellschaft bloß ein Mittel sein, daß man sich herumbalgen sollte mit allen möglichen inferioren Persönlichkeiten. Aber sie ist ein Mittel geworden, das einen zwingt, immer wieder Rücksicht zu nehmen auf alles mögliche inferiore Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich will Sie heute nicht länger langweilen mit der Sache, son­dern ich wollte sie nur, nachdem die Zeit abgelaufen war, noch an­fügen. Ich habe den Vortrag vorher zu Ende geführt; solche Sachen sage ich nur, wenn die Vortragszeit abgelaufen ist, hinterher als An­satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde die Betrachtungen, die wir jetzt hier pflegen, so anlegen müssen, daß ich heute die gestern gemachten Auseinandersetzungen erweiternd vorbringe, um dann morgen zu einem gewissen vorläufigen kleinen Abschluß zu kommen. Daher wird das Heutige mehr eine Episode zu bedeuten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat in der Gegenwart ja sehr, sehr viel Veranlassung, auch aus den Zeitereignissen heraus, über dies oder jenes nachzudenken, wenn man nicht die Absicht hat, die wichtigsten Impulse unserer Zeit zu verschlafen. Besonders auffällig in der Gegenwart und, ich möchte sagen, Fragen herausfordernd ist ja die Erscheinung, die Ihnen doch wohl hinlänglich bekannt ist, daß im weitesten Sinne in dieser Gegen­wart die ungeheuerste Unwahrhaftigkeit Platz gegriffen hat, daß ge­rade da, wo Umfassendes heute spielt, Unwahrhaftigkeit vorhanden ist. Solche Dinge, wie das Auftreten von so wirksamer, so einschnei­dender Unwahrhaftigkeit veranlaßt dann auch, über allerlei damit Zusammenhängendes geisteswissenschaftlich nachzuforschen. Und da, kann man sagen, tritt einem oftmals ganz besonders die Tatsache entgegen, die ich auch hier schon öfter berührt habe, daß das, was zumeist als Geschichte der Menschheit mitgeteilt wird, eine Art Fable convenue ist. Dabei handelt es sich nicht so sehr darum, daß Tat­sachen, die mitgeteilt werden, etwa nicht bis zu einem gewissen Grade für richtig zu halten wären; aber andere Tatsachen - Sie erinnern sich, ich habe letzthin hier auseinandergesetzt, wie tiefstgehende Einflüsse eines Menschen aus der römischen Geschichte einfach gestrichen worden sind , sie werden einfach getilgt. Ungeheures an Tatsachen hat ja die Kirche aus der Geschichte ausgetilgt, weil der Kirche daran gelegen war, daß gewisse Tatsachen nicht zur Kenntnis der Menschen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir gestern wiederum von einem Gesichtspunkte aus über die Zeit gesprochen, welche die [[a:griechisch-lateinische Kulturperiode|griechisch-lateinische Kulturperiode]] einleitete, über den wichtigen Zeitabschnitt im 8. vorchrist­lichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahrhundert. Es ist ja eine Zeit, aus der heraus nicht mehr viel die historischen Überlieferungen sprechen. Die historischen Über­lieferungen werden da schon sehr, sehr unsicher, aber es glänzt aus dem Beginne dieser Zeitepoche heraus eine Persönlichkeit, die sehr, sehr vielen Leuten Betrachtungen der verschiedensten Art abge­rungen hat. Es glänzt da aus der Entstehungszeit, also nach dem 8. vor­christlichen Jahrhunderte, der Name des Pythagoras heraus, der Name auch der Pythagoräischen Schule. Und ich habe ja gestern darauf hin­gewiesen, was aus den Überbleibseln der alten ägyptischen Mysterien­wahrheiten Pythagoras hat empfangen können, welcher Art diese Dinge waren, die Pythagoras hat empfangen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es nicht nur interessant, das zu betrachten, was Pythagoras und seine Schüler gesagt und getan haben, was ja sehr einschneidend war, denn sie haben nicht nur eine Lehrtätigkeit entwickelt, sondern eine weitgehende politische Tätigkeit. Was Pythagoras und seine Schüler getan haben, ist interessant, aber außerdem ist es bedeutsam, die Welt zu betrachten, die gewissermaßen dieses pythagoräische Treiben umgibt, die Welt, aus der dann auch das spätere Griechentum herausgewachsen ist, das ja schon einen gewissen Einfluß aufgenom­men hat auch desjenigen, was man, von besonderem Glänze erhellt, bei Pythagoras findet. Wenn man im 7., 6., 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung das Leben nimmt, aus dem dann das spätere griechisch-lateinische herausgewachsen ist, wenn man dieses Leben nimmt auf der griechischen Halbinsel und den angrenzenden Ländern und der italienischen Halbinsel, so fällt einem dann, wenn man die Dinge nicht der geschichtlichen Fable convenue nach betrachtet, sondern wenn man sie betrachtet im Lichte der Wahrheit - dazu muß immer die geisteswissenschaftliche Forschung dann ihre Beiträge geben -, be­sonders auf, daß eine Eigenschaft der Menschheit über dieses Leben sehr verbreitet war. Es wurde nämlich kaum zu irgendeiner Zeit so viel gelogen als zu dieser Zeit über die Mittelmeerländer hin. Das Lügen, das die Unwahrheitsagen den andern Menschen, das war eine ganz auffällige charakteristische Erscheinung alles desjenigen Lebens, aus dem dann das spätere Griechentum und Römertum hervorge­wachsen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich in solchen Dingen keinen Täuschungen hingeben. Alles dasjenige, was man als die gewaltige Schönheit, als die bewun­derungswürdige Summe von Phantasieschöpfungen Griechenlands, was man als die großartigste Summe von Abstraktionen, die es je in der Welt gegeben hat, im Römertum sich entwickeln sieht, das alles wächst heraus, so wie die Pflanzenwelt aus dem Dünger herauswächst, aus einem Boden, der über die Mittelmeerländer ausgedehnt ist, aus einem Boden, den Menschen bewohnen, die ganz erfüllt sind von der Sucht, von der Leidenschaft des Lügens. Das ist etwas, was von der Geschichte weniger betont wird, was aber verstanden werden muß, wenn man richtig hineinsehen will in die untergehende [[a:dritte nachatlantische Kulturzeit|dritte nachatlantische Kulturzeit]]. Wir haben es ja, indem wir von den früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden zum 8. vorchristlichen Jahrhundert heraufkommen, mit dem untergehenden dritten nachatlantischen Kul­turzeitraum zu tun. Und die Menschen, die damals die Kulturträger waren des dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, des untergehen­den dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, die waren im wesent­lichen große Lügner. Das ist gleichzeitig diejenige Epoche, in welcher sich ganz besonders entwickelt jene Fähigkeit, von der ich Ihnen gestern gesprochen habe und die so außerordentlich interessant ist: jene Fähigkeit, aus dem Kosmischen der Vernunft heraus die Sprache zu bilden. Und es war das größte Talent eben dazumal vorhanden -neben solchen Dingen, wie ich sie gestern auseinandergesetzt habe -in der großen Sucht, zu lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sich in diesen Dingen ebensowenig einer Täuschung hingeben, wenn man die Wirklichkeit betrachten will, wie man sich einer Täuschung darüber hingeben darf, daß das Veilchen, das im Frühling blüht, wiederum vergeht und die Kräfte des Vergänglichen, während es schön und herrlich blüht, schon in sich trägt. Da hat man bei dem Veilchen gewissermaßen nacheinander Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Im Menschenleben, namentlich im großen Mensch­heitsieben, hat man das sehr, sehr häufig auch zeitlich nebeneinander, und man begreift nicht die Wirklichkeit, wenn man nicht die Notwen­digkeit begreift, daß solche Dinge nebeneinander sich bilden: Evo­lution und Devolution, die Möglichkeit, aufbauend zu wirken, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zum Beispiel eben in der Sprachbildung, und gleichzeitig jene ver­heerende Wirkung, welche auf das Geistesleben das Lügen ausübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen die Kehrseite desjenigen, was ich Ihnen gestern auseinandergesetzt habe. Es gibt auch eine Lichtseite. Diese Lichtseite ist noch geisteswissenschaftlicherer Natur. Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß es ja nicht möglich wäre, heute mit einer solchen Sicherheit über diese Dinge der Sprachbildung, die wir gestern besprochen haben, zu reden, wenn nicht das Leben des Menschen nach dem Tode einem den deutlichen Beweis davon geben würde, indem dasjenige, was hier im Leben zum Beispiel aus einzelnen Wortatomen oder Wortteilen zusammengesetzt wird an Worten, wiederum gelöst wird. Und dieses Lösen von Worten, dieses Zer­stäuben von Worten, das ist etwas, das im Leben der Toten eine be­deutsame Rolle spielt. Gewissermaßen lebt der Tote von diesem Zer­stäuben der Worte. Und der Tote hat das entschiedenste Gefühl, daß er in seinem Leben, also vor seinem Tode, von der geistigen Welt, in der er sich nach seinem Tode befindet, dadurch abgeschlossen war, daß er aus Lauten, aus Buchstaben zusammengesetzte Worte gebildet hat. Der Tote hat das Gefühl, daß die Sprache gewissermaßen ein Teppich ist, der sich im Leben vor die geistige Welt hingelegt hat. Und in dem Aufdröseln dieses Teppichs, in dem Auflösen der Worte hat er das Gefühl, daß er nun wiederum in die geistige Welt eintritt. Daher ist es eine der Eigenschaften des Toten, die Menschenworte, die der Betreffende kennengelernt hat innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod, aufzulösen, zu zerpflücken, in ihre Bestandteile aufzu­lösen. Der Tote hat zum Beispiel ein ganz feierliches, großes Gefühl, wenn es ihm gelingt, ein gewisses Verständnis sich durch solche Auf­lösung zu erwerben. Ich habe Ihnen öfter davon gesprochen, daß der Moment des Todes ja in einer gewissen Beziehung etwas Schreck­haftes ist für das Leben hier im physischen Leibe. Die Menschen wenden ja auch gerne ihr Antlitz von dem Tode ab. Nach dem Tode ist der Anblick des Todes immer da - ich habe das öfters schon be­tont -, aber er bedeutet dann nichts Furchtbares; sondern indem der Mensch hinblickt auf seinen eigenen Tod von der andern Seite des Lebens aus, ist in diesem Anblick immer die Gewißheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vorhanden, daß er ein Ich ist und ein Ich bleibt. Das habe ich ja öfter betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun handelt es sich für den Toten darum, dasjenige zu ver­stehen, was sich ihm im Anblick des Todes von der andern Seite des Lebens aus offenbart. Dieses versteht er dadurch immer besser und besser, daß er, je nachdem er diese oder jene Sprache gesprochen hat, diese oder jene Worte auflöst. Die alten Hebräer und mit einer ge­wissen Ähnlichkeit noch die Römer, haben ja ihren sogenannten ge­heiligten Namen, den unaussprechlichen Namen des Gottes, Jahve. Dieser unaussprechliche Name bestand ja für die Hebräer in einer gewissen Zusammenfügung der von uns als fünf Vokzle empfundenen Laute, die verbunden gedacht wurden während des physischen Le­bens. Noch in dem römischen Jovis, Jupiter, ist ja nur eine andere Form des Jahvenamens verdeckt enthalten; er ist im Grunde in bezug auf die fünf Vokale in einer gewissen Weise verbunden in dem Jovis. In der Auflösung desjenigen, was hier verbunden war in diesem Gottesnamen, lebte der Tote, und indem er die Vokale, die zusammen­gesetzt waren im Leben, auflöste, enthüllte sich ihm auch zugleich der Sinn, könnte man sagen, des Todes. Die Enthüllung dieses Sinnes des Todes, die muß man nur versuchen, in der richtigen Weise wenig­stens zu ahnen. Man muß verstehen, daß sich dem Toten enthüllt dieser Sinn des Todes durch die Auflösung des heiligen Namens in seine Bestandteile, die dann verklingen und verklingend forttönen in der Welt. Die Auflösung dieses heiligen Namens ist verknüpft mit dem Verständnis der Vergeistigung des Todes. Es ist das ein Begriff, den man außerordentlich schwer schildern kann. Der Tod, von der andern Seite angesehen, kann Vergeistigung genannt werden. Indem der Tod von der andern Seite angeblickt wird, ist dieser Anblick ver­knüpft mit der Entstehung von Geistigem. Und in dem Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zer­fall heraus, den der Tod bedeutet. Zerfall ist da zu gleicher Zeit Ge­burt des Geistigen, Entstehung des Geistigen. Während man den Zerfall in unsympathischer Weise als etwas Unschönes empfindet wie jede Zerstörung, enthüllt sich von der andern Seite gesehen diese Zerstörung als ein Aufleuchten des Geistigen, das dann verstanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird in dem Verklingen. Es ist, als ob das heilige Wort weit hinaus­klänge, hinausstrahlte, und im Hinausstrahien sich eben in seine vo­kalischen Bestandteile auflöste, die dann hörbar sind wie aus der Peripherie der Welt herein, und dann hörbar machen den Sinn des Todes, den Geistsinn des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schon wird Sie darauf hinleiten, daß es berechtigt ist, geradeso wie man von Gliedern der Menschennatur spricht hier im Leben, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, zu sprechen von den Gliedern der Menschennatur, die diese Menschennatur zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt hat. Denn indem ich Ihnen gewissermaßen die zentrale Erscheinung, die der Mensch fortwäh­rend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat, diese Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes selbst, hingestellt habe, muß die Frage entstehen: Wie sieht denn eigentlich diese Welt aus, die da nach dem Tod für die Menschen sich enthüllen soll? - Das kann man aber nicht anders fassen, als indem man die Natur und Wesenheit des Menschen selbst etwas kennenlernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wollen wir heute zunächst einmal versuchen, den Toten eben­so zu beschreiben, wie man sonst den Lebenden beschreibt. Da kann man zunächst anfangen mit demjenigen Gliede des toten Menschen, welches noch viel Zusammenhang - nicht Verwandtschaft, aber Zu­sammenhang - hat mit dem, was der Mensch hier durchlebt zwischen der Geburt und dem Tode. Da hat man es also dann mit dem ersten Gliede der Menschennatur zu tun, das man auch das Ich nennen kann, wie man gewissermaßen für hier das zunächst höchste Glied der Menschennatur zwischen Geburt und Tod nennt. Wir sehen jetzt da­von ab, daß es zunächst, unmittelbar nach dem Tode, noch die Hülle des Ätherleibes hat, der dann abgelöst wird, und noch die Hülle des Astralleibes hat, die auch im Laufe der Zeit abgelöst wird; das sind Bestandteile, die gewissermaßen nicht dazugehören. Wenn man von dem toten Menschen spricht, so ist als ureigenes Glied dieses toten Menschen doch zunächst nur anzuerkennen das Ich. Ich sagte, es ist ein Zusammenhang mit dem Ich des Erdenlebens, nicht aber eine eigentliche Verwandtschaft; denn in der Tat stellt sich dieses Ich nach dem Tode in einer ganz andern Weise dar, als das Ich erlebt wird zwischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Geburt und dem Tode. Zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich gewissermaßen etwas Flüssiges, etwas, was in sich die Kraft fühlt, jeden Tag anders zu werden. Denken Sie nur, wie schrecklich es im leiblichen Leben zwischen Geburt und Tod wäre, wenn Sie nicht imstande wären, den Gedanken zu fassen: Ich habe gestern irgend etwas Schlimmes getan, aber ich kann das wiederum ausbes­sern, ich kann dafür etwas Gutes tun. - Oder wenn Sie, noch jünger, sagen müßten: Ich habe wenig gelernt, aber ich kann nichts dazu­lernen. - In keinem Momente des Lebens zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich etwas so Festes, daß es nicht gewissermaßen durch seine eigene Willenskraft von innen heraus geändert werden könnte. Dasjenige, was Sie erleben als Ich nach dem Tode, das ist etwas Festgewordenes, das hat gewisse Eigenschaften angenommen, die nun nicht unmittelbar geändert werden können; das bleibt so, wie es ist. Die Umwandlung des im Leben zwischen Geburt und Tod fortdauernd flüssigen Ich in ein festes Gebilde, in dem nichts sich ändern kann, das so bleibt, wie es sich im Leben geformt hat, das ist das Wesentliche, das festgehalten werden muß zum Verständnis dieses Ich nach dem Tode. Von einer Entwickelung, von der wir ja sprechen müssen für das Ich zwischen Geburt und Tod, kann nach dem Tode nicht die Rede sein. Nach dem Tode ist das Ich gewissermaßen ein festes Geistgebilde, das herausentspringt aus dem Anblick des Todes selber, und es kann nichts an diesem Ich geändert werden. Man könnte sagen, wenn man diese Sache mehr oder weniger banal aussprechen wollte: Der Mensch ist verurteilt, nach dem Tode alle Einzelheiten seines Lebens wie etwas Festes anzusehen. Wie Sie, wenn Sie über einen Acker hinsehen, die nahen Pflanzungen und die fernen Pflan­zungen nebeneinander sehen, und wie Sie dadrinnen nichts Flüssiges, sondern ein festes, ausgedehntes, zunächst bleibendes Gebilde sehen, so übersehen Sie die ganze Strecke Ihres Lebenslaufes, aber so, daß nicht immer, wie es im Leben des physischen Leibes ist, das Vordere durch das Hintere ausgelöscht wird, sondern Sie übersehen es als ein bleibendes konkretes Feld, in dem Sie durch den bloßen Anblick zunächst nichts ändern können. Es wäre auch schlimm für den Toten, wenn das nicht so wäre; denn sein Blick, der Blick des Toten ist eigentlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zunächst hauptsächlich in Anspruch genommen von diesem Ich. Er ist wie hineingebannt in dieses Ich. Und würde dieses Ich ver­schwinden, so würde es für den Toten ebenso sein, als wenn für den Lebenden die umliegende Welt der Sinne verschwinden würde. Der einzelne Mensch in seinem Ich ist tatsächlich für sich selbst, wenn ich mich so ausdrücken darf, so wichtig - damit sprechen wir aber eine bedeutsame Wahrheit aus - wie die ganze Sinnenwelt, die wir als Menschen gemeinsam haben, für den Menschen hier im physischen Leben ist. Ein ungeheurer Abgrund täte sich auf, der Abgrund des Nichts geradezu, wenn wir nach dem Tode nicht imstande wären, das erstarrte Ich, das aus dem flüssigen Zustande erstarrte Ich im An­blick zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als zweites haben wir eine Art von Geistwesen, das wir in Analogie mit dem, was wir schon kennen, auch Geistselbst nennen können. Als zweites Glied also der menschlichen Wesenheit nach dem Tode haben wir eine Art Geistwesenheit. Diese Geistwesenheit wird dem Men­schen hauptsächlich so bewußt, daß ihm dieses Bewußtsein des Geistselbst wie von innen aufgeht. Während das Ich eine Art äußeren An­blick darbietet, geht das Bewußtsein dieses Geistselbst von innen heraus auf. Und in demselben Maße, in dem man fühlt: Dieses Geistselbst belebt sich -, in demselben Maße treten herauf aus dem Be­wußtsein, so daß man weiß, sie sind da, die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Ich nenne dieses also: «das Geistselbst» - ich muß es ge­nau so definieren, wie ich es jetzt auf die Tafel schreibe, sonst würde ich Ihnen etwas Ungenaues schreiben - «gerichtet durch die Hierar­chien auf das Ich».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt geschrieben habe, gibt ungefähr den Tatbestand ganz richtig. Sie haben das Gefühl: Da ist ein Wesen aus der Hierar­chie der Angeloi, aus der Hierarchie der Exusiai, das richtet jetzt den Blick auf Ihr Ich. Indem Sie Ihren Blick auf das Ich richten, das eine Mal durch irgendein Wesen einer Hierarchie, das andere Mal dadurch, daß Sie wissen, jetzt ist Ihr Blick auf das Ich durch ein Wesen der andern Hierarchie gerichtet, lernen Sie diese Hierarchie innerhalb des Wirkens Ihres Geistselbst kennen. Also in Ihrer eigenen Betätigung lernen Sie die Hierarchien kennen. Sie fangen an, durch Ihr Geistselbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sich in Gesellschaft der Hierarchien zu befinden. Und während Sie, bevor dieses Geistselbst aufleuchtet, noch das Gefühl haben, nur Sie selbst beschäftigen sich damit, den Blick hinzurichten auf das eigene Ich, bekommen Sie immer deutlicher das Gefühl, daß sich immer mehr und mehr Wesenheiten der höheren Hierarchien um Sie kümmern und sich hineinmischen in Ihr Schauen, Ihre Blicke lenken. Sie fühlen sich, indem Sie Ihre höhere Sinnestätigkeit entwickeln , durch das Geistselbst immer mehr und mehr so, daß in dieser Sinnestätigkeit mittätig sind die Wesen der höheren Hierarchien. Was un­erträglich wäre für den Menschen der Sinneswelt hier, das wird ge­radezu das Lebenselement für den Menschen im Zustande nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal, Sie stünden hier am Fenster und schauten hinaus und sollten die Umgebung betrachten. Einer von Ihnen stellte sich dahin und wollte die Umgebung betrachten, und der erste, der hier sitzt, geht hin, dreht Ihnen den Kopf nach der einen Seite, damit Sie irgend etwas betrachten nach jener Richtung; ein zweiter geht hin, dreht Ihnen den Kopf ein bißchen hinauf, damit Sie etwas anderes betrachten; ein dritter wiederum ein bißchen herum, damit Sie wieder etwas anderes betrachten, und so würde die ganze Gesellschaft, die hier sitzt, von hinten Ihnen sich nähern, und Sie würden nur dadurch den Aspekt Ihrer Umgebung draußen haben, daß dasjenige, was hier herinnen sitzt, Ihnen den Kopf fortwährend darnach hinrichtet. Denken Sie das jetzt nicht von außen angesehen, sondern als inneres Erlebnis, als inneres Empfinden, dann haben Sie aber etwas, was recht analog ist diesem Erleben, das Sie als Ihr Geistselbst haben. Sie leben sich in das Leben der höheren Hierarchien dadurch immer mehr hinein, daß diese höheren Hierarchien in Ihre Blickrichtung hineinkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Auflösen der Worte, von dem wir schon gesprochen haben, wirken schon die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das ist eine Seite desjenigen, was da erlebt wird. Aber es ist ja die fortdauernde Bereicherung des Lebens, die dadurch entsteht, daß man nach und nach immer mehr und mehr mit den Hierarchien bekannt wird. Und in einer ganz ähnlichen Weise wird man bekannt mit den Wesenheiten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mit denen man irgendwie karmisch vor dem Tode verbunden war. Und da fühlt man, daß man gewissermaßen geleitet und gelenkt wird. Das ist dasjenige, was gesagt werden kann über das zweite Glied der menschlichen Wesenheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Glied ist etwas, was zunächst vielleicht auf das Ver­ständnis des Menschen etwas schockierend wirken könnte. Man fühlt sich nach und nach, indem man sich in dieses Leben nach dem Tode hineinlebt, durchsetzt von einer gewissen Kraft, ich könnte vielleicht sagen, von einem Kräftezusammenhang. Indem man zuerst gefühlt hat, die Hierarchien kommen heran und leiten einen bei der übersinnlichen Sinnestätigkeit - wenn ich den Ausdruck bilden darf -, fühlt man nach und nach: diese Hierarchien durchträufeln einen mit Kraft, geben einem Kraft. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von dieser Kraft, welche die Hierarchien mit einfließen lassen, indem sie sich in einen hineinsetzen, indem sie ihr Wesen in einen hineinträufeln. Diese Kraft fühlt man allmählich. Man fühlt, daß man durch die Hierarchien nicht nur hingelenkt wird auf das oder jenes, sondern man fühlt, daß man durch diese Tätigkeit der Hierarchien, die zunächst auftritt wie eine das Schauen vermittelnde Tätigkeit, selbst innerlich krafterfüllt wird. Man fühlt die Kräfte des Kosmos, wirklich des Kosmos in sich einströmen wie belebende Säfte. Aber nun, was das Schockierende ist, das ist, daß die Kräfte, die man jetzt in sich einströmen fühlt, von einer ganz eigentümlichen Art sind. Es sind Kräfte, welche zunächst durchaus nicht fördernd, sondern auflösend, vernichtend sind für das, was man hier in der physischen Welt Leben nennt. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von kosmischer, todbringender Weltenkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, solche merkwürdigen Vorstellungen in sich aufzu­nehmen, weil nur dadurch die geistige Welt wirklich begriffen werden kann. Denken Sie sich einmal eben in Ihrer geistig-seelischen Wesen­heit nach und nach erfüllt von Kräften, von denen Sie das Bewußt­sein erhalten, indem Sie sie in sich erleben: Durch diese Kräfte wird alles dasjenige, was hier auf der Erde lebt, wenn Sie es berühren wür­den, getötet. - Also Sie kleiden sich drittens in das, was ich, in Analogie mit etwas, was wir schon kennen, nennen kann den Lebensgeist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie kleiden sich in etwas , was man Lebensgeist nennen kann, was aber seine hauptsächlichsten Eigenschaften dadurch hat, daß es ertötend ist für dasjenige, was man sonst die Kraft des Lebensleibes nennen kann. Und Sie bekommen ein drittes Glied Ihrer Wesenheit, durch das Sie in der Lage sind, jeden Ätherleib, der Ihnen in die Quere kommt, zu töten. Alles, was Sie berühren durch dieses Glied Ihrer Wesenheit, wird in dem Sinne tot, in dem man von dem Tode hier auf Erden spricht. Und indem Sie durch das, was Sie da an Kräf­ten bekommen, töten, wecken Sie aus dem Getöteten Geistiges auf, zunächst eigentlich Seelisches auf. Es ist dieses ein merkwürdiges Er­lebnis, das darin besteht, daß durch die Berührung von Lebendigem das Lebendige getötet wird, aber aus dieser Tötung Seelisches ent­springt, Seelisches erlöst wird. Es ist ein Töten, aber es ist zu gleicher Zeit eine Erlösung des Seelischen aus den Banden des Lebens. So daß man sagen kann: Der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend. Und man kommt zu dieser merkwürdigen Er­fahrung dadurch, daß in dem Leben, in dem Lebendigen gewisser­maßen Seelisches verzaubert ist, und daß durch diesen Vorgang, der da nach dem Tode geübt wird, das verzauberte Seelische aus dem Lebendigen herauserlöst wird. Man könnte geneigt sein, in der Tötung, in der ja im wesentlichen die Kraft wirkt, von der wir hier reden, etwas Furchtbares, Unsympathisches zu sehen. Für das Leben nach dem Tode ist das nicht der Fall, weil in dem Töten, in der töten­den Kraft das fortwährende Aufleuchten des Seelischen liegt, weil da­durch das fortwährende Entstehen des Seelischen entzündet wird. Aber dieses Bewußtsein muß der Tote haben: nicht nur, daß er immer hinsieht auf den Tod, den er selbst durchgemacht hat, sondern er muß auch bewußt sein dessen, daß dasjenige, was das Wesen seines Todes ist, sich gewissermaßen auf dem Untergrunde alles desjenigen ausbreitet, was er nun in der geistigen Welt erlebt. Es ist, wie wenn man in der geistigen Welt nunmehr so lebte, daß man sagen kann: Hier in dieser geistigen Welt entstehen fortwährend geistige Gebilde, zu­nächst eigentlich seelische Gebilde; Seelisches leuchtet auf in der verschiedensten Weise. Aber wenn man nachfragen würde, was der Boden ist, aus dem all dieses Seelische heraussprießt, so ist es diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Tötekraft, die wir soeben besprochen haben. Eine solche, das ge­wöhnliche hier auf der Erde befindliche Leben zerstörende Kraft ist also unser wesentliches Seelisches, das wir uns aneignen müssen zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt, wie wir uns hier im Leben aneignen müssen unseren fleischlichen Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als viertes Glied kann ich, wiederum in Analogie mit dem, was wir schon kennen, sagen: der Geistesmensch. Dieser Geistesmensch, der wird als etwas, was man in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zu sich zu rechnen geneigt ist, dadurch empfunden, daß nun wiederum mit den Kräften, die schon eingeträufelt werden durch die Hierarchien, wie ich geschildert habe, einem jetzt die Möglichkeit ein­geträufelt wird, nicht nur Leben - was man hier auf Erden Leben nennt - zu töten, zu zerstören, aufzulösen, sondern Formen zu ver­nichten beziehungsweise auch in andere zu verwandeln. Also: Erstens das Ich; zweitens das Geistselbst, gerichtet durch die Hierarchien auf das Ich; drittens der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend; viertens der Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird natürlich immer schwieriger, diese Dinge zu schildern. Aber im wesentlichen ist die Kraft dieses Geistesmenschen, wie man sie hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, darin bestehend, daß man die entgegengesetzte Tätigkeit - wenn ich mich so aus­drücken darf - von alldem verrichtet, was man nennen könnte: Er­zeugung von Formen im weitesten Sinne. Hier - wenn ich mich bei einem speziellen Beispiele beruhigen will - zeichnet man Dreiecke, Vierecke und so weiter. Nach dem Tode, vermöge der Kräfte, die hier entwickelt werden, «entzeichnet» man, man löst alles Gezeichnete, die Formen auf. Aber das Eigentümliche ist, daß dies nicht bloß be­deutet, daß man etwas entzeichnet, sondern das ist zu gleicher Zeit eine kosmische Tätigkeit. Man ist jetzt selber in der kosmischen Tätig­keit drinnen, man ist verknüpft mit der kosmischen Tätigkeit. Denn dieses Entzeichnen, dieses Entformen, dieses Auflösen von Formen, das ist eine kosmische Tätigkeit, und der Mensch, indem er sich an­geeignet hat, nachdem er mit dem Lebensgeiste durchzogen war, diese Kraft der Entformung, ist mit ein Stück der kosmischen Welt ge­worden. Er wirkt im Kosmos drinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es hat dasjenige, was hier auf der Erde Zerstörung, Untergang heißt, viel zu tun mit Entstehung, mit Bildung in den geistigen Welten. Und umgekehrt: Mit dem, was für uns Her wie Zerstörung, wie Untergang, wie Entformung, Entzeichnung aussieht, hat Ent­stehung in den andern, in den geistigen Welten viel zu tun. So daß, wenn ich von Entzeichnung, Entformung spreche, ich nicht von Untergang in der geistigen Welt, sondern nur von Untergang in der seelischen Welt, dagegen von Auftauchen von geistig Neuem in der geistigen Welt spreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Dingen hängen mancherlei Geheimnisse in der Welt zu­sammen. Sie nähern sich heute Unteritalien von Mittelitalien aus; Sie kommen, indem Sie sich Unteritalien nähern, in Gegenden, die arm sind, die gar nicht besonders fruchtbar sind, in denen wenig Naturreichtum den Menschen zur Verfügung steht. Es sind dieselben Gegenden, in denen zur Zeit des aufgehenden vierten nachatlanti­schen Zeitraumes Pythagoras gewirkt hat. Und Pythagoras&#039; Wirksam­keit war damals inmitten fruchtbarster, reichster, üppigster Gegenden. So kurz die Zeit ist seit jener Epoche: indem man gerade auf diesen Fleck Erde hinweist, wo Phythagoras gewirkt hat, hat man die Um­wandlung von einer Fruchtbarkeit und Üppigkeit, die bis zu dem Grade der Sybaris ging, die Sybaris in Armut umgewandelt, sogar bis zur Entstehung bedenklicher Krankheitserscheinungen. An der Stelle von sprossendem, üppigem Leben, das in jenen Zeiten da war, in die nur noch wenig Historisches zurückgeht, entwickelt sich etwas, was im Ver­gleich zu jenem üppigen, sprossenden Leben auch Naturarmut ist. Und es ist eigentlich im höchsten Grade interessant, solche Übergänge in der äußeren Welt zu sehen. In dieser äußeren Welt gliedern sich forwährend zusammen Entstehen, Vergehen. Die Menschen denken mit ihrer Geschichtsforschung nur nicht so weit, daß sie das fort­währende Entstehen und Vergehen miteinander richtig verknüpfen würden. Mitten in der strotzenden Üppigkeit, in der ganz großartig gelogen wurde, hat Pythagoras seine Tätigkeit entfaltet, und diese Tätigkeit setzte sich fort nach seinem Tode. Und dasjenige, was Py­Ihagoras und die Pythagoräerseelen nach dem Tode zu tun hatten, hängt vielfach mit dem zusammen, was sich äußerte in dem Untergang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des blühenden, sprossenden Lebens, imrütten dessen Pythagoras war. Nicht ganz unbeteiligt an dem Zerstörungswerk - das für das Jenseits ein Entstehungswerk ist, -, das sich an der Stätte üppigen, sprossenden Lebens innerhalb der Natur aufrichtete in der nach­pythagoräischen Zeit, sind Pythagoras und die Seelen seiner Anhän­ger. Und man muß sich, wenn man die Gesamtwelt verstehen will, eben bekanntmachen damit, daß von den verschiedenen Aspekten aus hier zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und neuer Geburt die Dinge sich ganz anders ausnehmen. Derjenige, der Frevel be­gehen würde, wenn er hier üppiges, sprossendes Leben künstlich untergraben würde, der tut gewissermaßen nur etwas, was im Sinne der ewigen Notwendigkeit geschieht, wenn er sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt an einem solchen Werke beteiligt, das hier offenbar Untergang bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem dritten nachatlantischen Zeitraum sollte auch etwas un­tergehen, und das hinterließ seine Schatten. Viel sollte untergehen auf einem andern Gebiete, als das eben besprochene. Und mit diesem Untergehen der dritten nachatlantischen Epoche hängt es im wesent­lichen zusammen, daß damals so viel gelogen worden ist. Auf der Erde wurde gelogen, weil die Menschen, wie ich Ihnen gestern aus­geführt habe, noch mit den kosmischen Kräften in Verbindung stan­den; aber gerade die kosmischen Kräfte, die dazumal vor dem 8. vorchristlichen Jahrhundert in die Erdenentwickelung hereinspielten, waren vielfach lügnerische Kräfte. Dämonische Lügner waren tätig in der Sphäre, in die der Mensch seine Seele hineinlebte, indem er die Worte so entwickelte, wie ich gestern auseinandergesetzt habe. Er mußte gleichsam seinen Seelenkopf hineinstecken in eine Sphäre, in der er das tun konnte: die Sphäre der kosmischen Vernunft. Indem er aber seinen Seelenkopf hineinsteckte, war darinnen jene ahrimanische Kraft, welche sich äußerte in der Tätigkeit von unzähligen Lügendämonen. Und aus dieser selben Quelle heraus, aus der die sprachbildende Kraft der damaligen Zeit geschöpft worden ist, aus derselben Kraft heraus entwickelte sich auf dem Boden der mittelmeerländischen Kultur diese riesige Kraft, diese gigantische Kraft des Lügens. Die Menschen logen, weil die Dämonen, die verbunden waren mit jenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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andern Dämonen, welche das sprachbildende Vermögen eingaben, Lügner waren. Und diese dämonischen Lügner, die [[a:ahrimanischer|ahrimanischer]] Natur waren , hatten die Aufgabe, dasjenige zum Untergange zu bringen, was untergehen mußte, damit der dritte nachatlantische Zeit­raum hinuntergehen konnte und der vierte nachatlantische Zeitraum heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt ist eingerichtet nach Notwendigkeiten, und man muß auf diese Notwendigkeiten hinblicken, wenn man die große Frage, die wir gestern im Beginne unserer Betrachtungen aufgestellt haben, die große Frage nach dem Zusammenhange des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen, beantworten will. Davon will ich dann morgen weitersprechen, um diese Betrachtungen vorläufig zu einem kleinen Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen, die wir gegenwärtig anstellen, betreffen Dinge, welche von vielen Menschen, die etwas in der einen oder andern Form davon wissen, als Mysterien behandelt werden. Und es wird aus ge­wissen Gründen das Wissen von diesen Dingen der Welt von vielen Seiten her ferne gehalten, weil man der Ansicht ist, daß eben die Dinge, die in Betracht kommen, Teile sind von einem umfassenden Wissen über übersinnliche Angelegenheiten, das der Menschheit heute noch nicht mitgeteilt werden solle. Ich halte diese Anschauung mit Bezug auf gewisse Dinge, von denen hier die Rede ist, nicht für richtig, sondern mir erscheint es notwendig, daß die Menschheit den mutigen Entschluß fasse, einzutreten in eine wirkliche Betrachtung der übersinnlichen Welten. Und das kann man doch nicht anders, als wenn man das, was konkret über die betreffende Frage in Betracht kommt, unmittelbar anfaßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich heute gewissermaßen zuerst eine Art von Vorfrage erledigen. Wir haben gestern gesprochen über die Gliederung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein sehr ver­breiteter Einwand gegen das Besprechen dieser Dinge, jetzt nicht von seiten der Eingeweihten, sondern von seiten der Uneingeweihten, ist der, daß man einfach sagt: Ja, wozu ist es nötig, über diese Dinge etwas zu wissen? Man könnte ja warten, bis der Mensch durch die Pforte des Todes durchgeht, und dann werde er schon sehen, wie es da in der geistigen Welt eigentlich aussieht. - Es ist also etwas, das sehr häufig gesagt wird. Nun, die Sache ist aber so, daß wir solche Fragen niemals von einem gewissermaßen absoluten Standpunkte aus beantworten können, wenn wir über das Wirkliche sprechen, sondern daß wir sie, geisteswissenschaftlich betrachtet, immer beantworten müssen von dem Gesichtspunkte der Zeit, in der wir leben. Wir leben im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]], der begonnen hat im 15. Jahrhundert un­serer Zeitrechnung. Er schloß den [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|vierten nachatlantischen Zeitraum]] ab , wie wir wissen, der im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und im 15. nachchristlichen Jahrhundert seinen Abschluß gefunden hat. Man hat sieben solcher Kulturzeiträume zu verzeichen. Daraus aber ist ersichtlich, daß wir die Mitte der Kulturentwickelung der Erde überschritten haben, die im vierten nachatlantischen Zeitraum lag, und daß wir einfach durch diesen Umstand eintreten - wir sind ja auch in der fünften großen Erdenperiode - in die Zeit, in der die Erde in absteigender Entwickelung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, können Sie darauf aufmerksam machen, daß es darauf ankommt, hinzuschauen auf die absteigende Entwickelung, auf dasjenige, was ge­wissermaßen nicht in der Evolution, sondern in der Devolution ist, was in der Rückentwickelung ist. Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Ent­wickelung da waten, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten. Und so ist es insbesondere mit Bezug auf gewisse innere seelische Fähigkeiten des Menschen. Man kann sagen: Bis zum vierten nachatlantischen Zeitraum, bis gegen die Zeit des Mysteriums von Golgatha hin, waren in den Menschen noch die Fähigkeiten vorhanden, mit der übersinnlichen Welt einen gewissen Zusammenhang zu haben. Wir wissen, daß in der mannigfaltigsten Weise diese Fähigkeiten verschwunden sind. Sie sind nicht mehr als elementarische Fähigkeiten vorhanden, sie sind gewissermaßen dahingeschwunden. Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert. Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen ha­ben müssen an dasjenige, was sie sich erworben haben hier im physi­schen Leibe, wenn sie die richtige Stellung und das richtige Verhältnis zu den Ereignissen, denen sie ausgesetzt sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wollen. Es gehört geradezu zu den notwendigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur, wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier er­worben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ist sachlich unrichtig, wenn behauptet wird, man könne warten bis zum Tode mit solchen Vorstellungen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Würden die Menschen fortfahren, in diesen Vorurteilen zu leben, würden sie es fortdauernd ablehnen, Vorstellungen schon hier gewinnen zu wol­len über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so würde dieses Leben, dieses leibfreie Leben für sie ein finsteres werden, ein unorientiertes werden; sie würden nicht - durch alles dasjenige, was ich Ihnen gestern geschildert habe - in der richtigen Weise in ihre geistige Umgebung eindringen können. Bis nahe zum [[a:Mysterium von Golgatha|Mysterium von Golgatha]] war es so, daß die Menschen sich hier ins physische Leben Fähigkeiten hereingebracht haben, die aus der geistigen Welt stamm­ten. Daher hatten sie atavistisches Hellsehen. Dieses atavistische Hellsehen kam davon, daß gewisse geistige Fähigkeiten sich aus dem Zu­stand vor der Geburt hereinerstreckten in dieses Leben. Das hörte auf. Die Menschen haben keine Fähigkeiten mehr hier im physischen Leben, die sich hereinerstrecken aus dem vorgeburtlichen Leben. Das wissen Sie ja. Aber dafür muß umgekehrt das andere eintreten: Die Men­schen müssen sich immer mehr und mehr hier auf der Erde Vorstel­lungen über das Post-mortem-Leben, das Leben nach dem Tode, erwerben, damit sie sich erinnern können nach dem Tode, damit sie durch des Todes Pforte etwas durchtragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich zu dieser Vorfrage insbesondere bemerken will. Also die bequeme Rede, daß man warten könne bis zum Tode mit solchen Vorstellungen, die gilt nicht, wenn man im Konkreten ins Auge faßt, in welchem Zeitpunkt der Erdenentwickelung wir uns eigentlich befinden. Und das muß man wirklich immer im Konkreten ins Auge fassen. Denn Ansichten, die absolut gelten, die zu allen Zeiten gelten, die gibt es nicht, sondern es gibt immer nur Anschauungen, welche für einen gewissen Zeitraum den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
orientieren können. Das ist dasjenige, was man gerade durch Geistes­wissenschaft sich in so eminentem Sinne aneignen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich auf einiges eingehen, das unsere Betrachtungen zu einem vorläufigen kleinen Abschluß bringen kann. Wir sind ausge­gangen davon, daß der gegenwärtige Mensch eine Kluft empfindet zwischen dem, was er Ideale nennt, seien es moralische oder sonstige Ideale, was er auch Ideen nennt, und dem, was er als seine Anschau­ungen empfindet über die rein natürliche Weltenordnung. Die Be­griffe und Anschauungen, die sich der Mensch macht über die natür­liche Weltenordnung, die befähigen ihn nicht, anzunehmen, daß dasjenige, was er als Ideale in seinem Herzen trägt, reale Macht hat, sich wirklich so wie eine Naturkraft realisieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesentliche, was für diese Frage in Betracht kommt, ist nun das Folgende: Wir wissen jetzt, wie es mit der Gliederung des Men­schen hier auf der physischen Erde steht. Wir wissen auch, wie es steht mit der Gliederung des Menschen in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Ich habe vor einiger Zeit eine Frage aufgeworfen, welche eigentlich schon als eine konkrete Frage vor die menschliche Seele tritt, wenn der Mensch das Leben betrachtet, welche aber gerade eine Frage ist, der gegenüber man gar nichts sagen kann, wenn man vor der eben charakterisierten Kluft zwischen Idealismus und Realismus steht, das ist die Frage: Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kin­der oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung hängt dieses zusammen? - Weder der Idealismus auf der einen Seite, noch der Realismus auf der andern Seite, der die Ideale nicht als reale Mächte ansehen kann, können irgend etwas über solche Fragen, die aber Lebensfragen sind, ausmachen. Diesen Fragen kann man auch nur dann nahetreten, wenn man etwas ganz Bestimmtes ins Auge faßt. Und das ist, wenn man ins Auge faßt, daß der gegenwärtige Mensch, so wie er einmal als Erdenmensch vor uns steht, verhältnismäßig leicht fertig wird mit dem Raume, aber er wird nicht in gleicher Weise fertig mit der Zeit. In dieser Beziehung bieten die sämtlichen philosophischen Anschauungen, die es bis heute gibt, eigentlich keinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
irgendwie nennenswerten Aufschluß, und die Frage nach dem Wesen der Zeit ist eigentlich bisher nur in engsten menschlichen Kreisen be­handelt worden. Es ist auch nicht so ganz leicht, über die Zeit und ihr Wesen populär zu sprechen, aber vielleicht gelingt es doch, bei Ihnen eine Vorstellung hervorzurufen von dem, was ich eigentlich meine, wenn ich die Zeit in Analogie mit dem Raume einmal zur Erörterung bringe. Ich muß da allerdings Ihre Geduld etwas in Anspruch nehmen, weil scheinbar, aber eben nur scheinbar, die kurze Betrachtung, die ich darüber anstellen will, einen etwas abstrakten Charakter hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie einfach ein Stück der Räumlichkeit überschauen, so wis­sen Sie, daß dasjenige, was Sie da überschauen, sich Ihnen offenbart in einem perspektivischen Charakter. Sie müssen mit der Perspektive des Raumes rechnen, wenn Sie ein Stück Raum überschauen. Wenn Sie nun das Stück Raum, das Sie überschauen und dem Sie ganz instinktiv einen perspektivischen Charakter zuschreiben, auf eine Fläche bringen, dann berücksichtigen Sie die Perspektive dabei. Nicht wahr, wenn Sie in eine Allee hineinschauen, so sehen Sie die entfernten Bäume der Allee kleiner und näher aneinandergerückt. Das können Sie in der Perspektive ausdrücken, und Sie können in einer gewissen Weise per­spektivisch auf einer Fläche zum Ausdruck bringen, was Sie im Raume sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es klar, daß dasjenige, was Sie im Raume sehen, in der Fläche nebeneinander ist. Im Raume ist es nicht nebeneinander; da sind diese zwei Bäume da vorne (siehe Zeichnung S.164), und zwei Bäume sind weit entfernt. Aber indem Sie den überschaubaren Raum in die Fläche bringen, setzen Sie dasjenige, was hintereinander ist, nebeneinander. Sie haben wiederum instinktiv die Fähigkeit, das, was Sie so male­risch oder zeichnerisch auf einer Fläche sehen, gewissermaßen in das Räumliche umzusetzen. Daß Sie diese Fähigkeit haben, das rührt da­von her, daß der Mensch, so wie er jetzt einmal als Erdenmensch ist, sich von dem Raume als solchem verhältnismäßig stark losgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht in gleicher Weise hat sich der Mensch von der Zeit losgelöst. Und das ist etwas ungeheuer Eingreifendes und Wichtiges, aber etwas leider kaum Bemerktes, kaum von der Wissenschaft Bemerktes. Der Mensch glaubt, wenn er sich in der Zeit entwickelt, die Zeit zu überschauen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 164.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 164]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeit zu haben. Aber er hat in Wirklichkeit nicht die reale Zeit. Er hat gar nicht die reale Zeit, sondern das, was Sie als Zeit er­leben, das ist eigentlich im Verhältnis zu der wirklichen Zeit etwas, was man ein Abbild nennen kann. So wie dieses Bild (siehe Zeich­nung) in der Fläche sich zu dem Raume verhält, so verhält sich das , was der gewöhnliche Mensch Zeit nennt, zu der wirklichen Zeit. Der gewöhnliche Mensch erlebt nämlich nicht die wirkliche Zeit, sondern er erlebt ein Abbild der Zeit, er erlebt tatsächlich ein Abbild der Zeit. Und das kann man sich so sehr schwer vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können sich zum Beispiel außerordentlich schwer vorstellen, daß dasjenige, was heute wirkt, gar nicht im jetzigen Zeitpunkt vor­handen zu sein braucht, sondern in einem viel früheren Zeitpunkte real ist und im heutigen Zeitpunkte nicht real ist. Sie sehen gleich­sam dasjenige, was in sehr frühem Zeitraume vorhanden ist, perspek­tivisch in Ihre eigene Zeit hereinwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt gesagt habe, hat eine sehr bedeutsame Folge. Das hat nämlich die Folge, daß alles das, was wir Natur nennen, einen ganz andern Charakter trägt als alles dasjenige, was wir als einen gewissen Teil des Menschen selbst betrachten müssen. In der Natur draußen wirkt zum Beispiel auch [[a:Ahriman|Ahriman]], beziehungsweise es wirken die ahrimanischen Mächte; aber die ahrimanischen Mächte wirken in der Natur draußen niemals gegenwärtig. Wenn Sie die gesamte Natur überschauen, so wirkt schon Ahriman in der Natur, aber er wirkt von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer entfernten Zeit her. Von der Vergangenheit her wirkt Ahriman. Und ob Sie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich über­blicken, Sie dürfen niemals sagen, in dem, was gegenwärtig vor Ihren Augen sich ausbreitet, liege etwas, worin Ahriman tätig ist. Und doch ist Ahriman drinnen tätig; aber von der Vergangenheit her. Wenn ich also die Sache zeichnen wollte, so müßte ich sagen: Hier ist die Entwickelungslinie von der Vergangenheit in die Zukunft hin, und hier überblicken Sie die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165a.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, nun müssen Sie es sich so denken, daß Sie da hineinschauen. In dem, was Sie als Gegenwärtiges überschauen, ist nichts von ahrimanischen Mächten enthalten, aber aus der Vergangenheit, aus einer bestimmten Vergangenheit wirkt Ahriman herüber in die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165b.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Ihnen erscheint Ahriman in der Natur, wenn Sie ihn da gewahr werden, perspektivisch. Würden Sie sagen: Ahriman wirkt gegen­wärtig - dann begehen Sie der Natur gegenüber denselben Fehler, wie wenn Sie sagen würden: Überschaue ich einen Raum, so stehen die entfernten Bäume, weil sie sich perspektivisch in die Fläche hinein­stellen lassen, so neben den nahen Bäumen (siehe Zeichnung Seite 164).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Grundforderung für ein reales Schauen in der geistigen Welt ist dieses, daß man zeitlich perspektivisch sehen lernt, daß man lernt, zeitlich jegliches Wesen an seinen richtigen Zeitpunkt zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich nun gestern gesagt habe: Das Ich wird nach dem Tode gewissermaßen aus dem flüssigen Zustand heraus in eine Art festen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zustandes versetzt -, so ist das noch nicht alles, sondern es kommt noch das andere dazu. Nehmen Sie an, Sie lebten hier auf der Erde mit Ihrem Ich vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1920, und im Jahre 1920 werden Sie Ihr Ich gewahr. Ich meine also: Wohl werden Sie es schon früher gewahr, aber nun blicken Sie zurück, mit dem Geistselbst durch die Hierarchien blicken Sie auf Ihr Ich zurück; da sehen Sie Ihr Ich immer als stehengeblieben vom Jahre 1850 bis 1920. Das Ich bleibt da, bleibt stehen. Das heißt: Ihre Erlebnisse gehen bald nach Ihrem Tode nicht mit Ihnen, sondern Sie sehen auf sie zurück, Sie schauen nun von einer zeitlich entfernten Perspektive auf das zurück, und Sie sehen in die Zeitenlänge hinein, wie Sie hier in der physischen Welt in die Raumeslänge hineinsehen. Ich kann es auch so ausdrücken: Indem Sie, sagen wir, 1920 sterben, leben Sie mit alidem, was ich Ihnen ge­stern als die Glieder Ihres Wesens geschildert habe, dann weiter; aber Sie sehen zurück auf die Zeitstrecke, in der Sie hier auf Erden mit Ihrem Ich gelebt haben. Und diese Zeitstrecke bleibt dort, und Sie sehen sie immer, indem Sie perspektivisch weiterleben, an der Zeitstelle, wo sie war. Und so müssen Sie sich vorstellen, daß Ahriman wirksam ist draußen in der Natur, aber von einer früheren Zeitstelle aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist sehr wichtig. Das ist etwas, was sehr wenig berücksichtigt wird. Wenn man die Welt verstehen will, wenn man geisteswissenschaftlich von der Zeit sprechen will, so muß man durchaus die Zeit raumähnlich vorstellen und muß dieses Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit ins Auge fassen. Das ist sehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das, was ich Ihnen mit Bezug auf die ahrimanischen Mächte gesagt habe, daß sie von der Vergangenheit her wirken, für die Natur so richtig. Aber beim Menschen wird es gerade anders. Beim Men­schen wird es eben, während er hier zwischen Geburt und Tod lebt, dadurch anders, daß für ihn alles in der Zeit Ablaufende eben zur Maja, zur Täuschung wird. Der Mensch lebt, während er hier lebt, selber im Laufe der Zeit drinnen, und indem er eine gewisse Anzahl von Jahren durchlebt, durchlebt er den Zeitenlauf mit. Indem die Zeit abläuft, läuft er selber mit der Zeit ab. Das ist mit dem Raume nicht der Fall. Wenn Sie eine Allee entlanggehen, bleiben die Bäume zurück&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Sie schreiten vorwärts, und Sie nehmen die Bäume, die zurückgeblieben sind, also auch Ihre Eindrücke, nicht so mit, daß Sie, indem Sie einen Schritt machen würden, die Meinung hätten, es ginge das Baumbild mit Ihnen mit. Mit dem Zeitbilde machen Sie das. Hier im physischen Leibe machen Sie das tatsächlich so - weil Sie selbst in der Zeit sich weiterentwickeln -, daß Sie sich über die Zeit in bezug auf ihre Perspektive einer Täuschung hingeben. Sie merken die Perspek­tive der Zeit nicht. Und insbesondere merkt es nicht das Unterbewußtsein des Menschen. Das Unterbewußtsein des Menschen merkt erst recht dieses Mitleben mit der Zeit nicht, gibt sich einer vollständigen Täuschung mit Bezug auf die Perspektive der Zeit hin. Das aber hat eine ganz bestimmte Folge. Das hat die Folge, daß nun in demjenigen, was im Menschen geschieht, ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte wirken können. Ins menschliche Seelenleben herein wirken ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte. So daß der Mensch der Natur so gegenübersteht: Indem er in die Natur hinaussieht, ist im Gegenwartigen nichts Ahrimanisches. In ihm wirkt das Ahrimanische als Gegenwärtiges, eben gerade als Maja, als Täuschung. Aber der Mensch ist dieser Täuschung über die Dinge, die ich Ihnen auseinandergesetzt habe, hingegeben, so daß durch den Menschen die ahri­manischen Mächte die Möglichkeit gewinnen, in die Gegenwart her­einzukriechen, in die Gegenwart hereinzuwandeln. Wir können sagen: Die ahrimanischen Mächte - und so ist es nun auch mit den luziferi­schen Mächten, wenn auch von einem gewissen andern Gesichts­punkte aus, wovon wir gleich sprechen werden - wirken in der Natur so, daß sie eigentlich mit der Gegenwart nichts zu tun haben, sondern von der Vorzeit herein ihre Wirkungen erstrecken. Im Menschen wir­ken diese ahrimanischen Mächte gegenwärtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Folge? Die Folge davon ist, daß der Mensch in seinem tiefsten Seelischen in bezug auf den eben auseinandergesetzten Punkt sich nicht verwandt mit der Natur fühlen kann. Er sieht auf sein Wesen, beziehungsweise fühlt sich in seinem Wesen, empfindet das naturgemäße Wesen. Weil in ihm ahrimanische Mächte Gegenwartsmächte sind, in der Natur ahrimanische Mächte Vergangenheitsmächte sind, erscheint ihm alles dasjenige, was naturgemäß ist, anders&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als dasjenige, was sich in ihm selbst entwickelt. Den Unterschied, den der Mensch zwischen sich und der Natur merkt, den enträtselt er sich nicht in der richtigen Weise. Würde er sich ihn in der richtigen Weise enträtseln, so wäre es so, wie ich es eben auseinandergesetzt habe. Er würde sagen: Draußen in der Natur wirkt Ahriman von der Ver­gangenheit aus; in mir wirkt Ahriman als eine gegenwärtige Macht. - Dadurch aber kommt es, wenn er auch den Unterschied nicht weiß , daß er sich im Sinne dieses Unterschiedes verhält, und die Natur als geistlos empfindet. Er empfindet es schon, daß in der Gegenwart die ahrimanischen Mächte nicht in der Natur unmittelbar wirksam sind, aber er empfindet die Natur als geistlos, weil er sich nicht sagt: Ahriman wirkt von der Vergangenheit her -, sondern er sieht nur auf die gegenwärtige Natur. Darinnen wirkt nicht Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber Ahriman, so sonderbar das klingen mag, diejenige Macht, deren sich die allgemeine Weltenschöpfung bedient, um die Natur hervorzubringen. Wenn man von dem Geist der Natur spricht, wenn man vom reinen Geist der Natur spricht, müßte man eigentlich von dem ahrimanischen Geiste sprechen. Da ist er vollberechtigt, der ahrimanische Geist. Die Wesenheiten der normalen Hierarchien, die bedienen sich des ahrimanischen Geistes, um das hervorzubringen, was sich als Natur um uns herum ausbreitet. Daß wir die Natur nicht durchgeistigt empfinden, das rührt eben davon her, daß im gegen­wärtigen Leben der Natur der Geist nicht enthalten ist, sondern daß er von der Vergangenheit her wirkt. Und das ist das Geheimnis, möchte ich sagen, der weitschöpferischen Mächte, daß sie sich eines Geistes, den sie stehengelassen haben auf einer früheren Stufe, bedie­nen zur Wirkung auf einer späteren Stufe, aber ihn von der Vergangen­heit herein wirken lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müßten, wenn wir von der Natur sprechen, nicht von Stoff sprechen, auch nicht von Kräften sprechen, wir müßten von ahrimanischen Wesenheiten sprechen; aber wir müßten dann so sprechen, daß wir diese ahrimanischen Wesenheiten in die Vergangenheit setzten. So daß das Sonderbare herauskommt: Nehmen Sie an, irgendein Naturphilosoph sinnt, sinnt nach, was hinter den Erscheinungen der Natur ist. Nun, da macht er sich allerlei Theorien und Hypothesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über Atomzusammenhänge und dergleichen. So ist aber die Sache nicht. Hinter dem, was sich da sinnenfällig um uns herum ausbreitet, ist eigentlich nicht das, was die Naturphilosophen gewöhnlich ver­muten, sondern hinter alldem ist die Summe der ahrimanischen Mächte, aber nicht als gegenwärtige. Ist also der Naturphilosoph ge­nötigt, sagen wir, hinter den chemischen Elementen irgendwelche Atomstrukturen zu vermuten, so ist das falsch; hinter den chemischen Elementen stehen ahrimanische Mächte. Aber wenn Sie das, was Sie sehen, von den chemischen Elementen abheben könnten und dahin­terschauen, so würden Sie in der Gegenwart nichts dahinter sehen: da wäre es hohl, wo man die Atome sucht, und das, was wirkt, wirkt in diesen Hohlraum aus der Vergangenheit herein. So ist es in Wirklich­keit. Daher diese vielen verunglückten Theorien über dasjenige, was das «Ding an sich» ist; denn dieses «Ding an sich» ist in der Gegen­wart überhaupt nicht da. Sondern es ist an der Stelle, wo das «Ding an sich» gesucht wird, nichts; aber die Wirkung ist dort aus der Ver­gangenheit herein. So daß man sagen könnte, wenn &#039;&#039;Kant&#039;&#039; sein «Ding an sich» gesucht hat, so hätte er sagen müssen: Da, wo ich an das «Ding an sich» heran will, da kann ich nicht heran. - Das hat er ja auch gesagt. Aber er ist nicht darauf gekommen, daß er da überhaupt zunächst gegenwärtig nichts gefunden hätte, und daß er, wenn er hinter den Schleier der Dinge gegangen wäre, hätte weit zurück­gehen müssen; dann hätte er ahrimanische Mächte gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Menschen selbst ist es anders. Gerade dadurch, daß der Mensch lebendig in die Zeit versetzt wird, dadurch ist es den ahrimanischen Mächten möglich gewesen, durch die Pforte der Menschheit in unsere Welt einzudringen und innerhalb des Menschen als solchem zu wirken. Und die Folge davon, daß die ahrimanischen Mächte im Menschen wirken, ist die, daß der Mensch loslöst dasjenige, was er in der Gegen­wart sieht, von dem Geistigen, daß der Mensch sein Gegenwartsdasein löst von dem Geistigen. Das ist die Folge dessen, daß wir die ahrimanischen Mächte innerhalb der Maja in uns tragen. So daß man sagen kann: So wie wir die Welt materiell ansehen, losgelöst vom Geiste, als bloße Naturordnung, die ihren Gipfel zu finden glaubt in dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes - was eine Illusion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist -, was wir da als eine Naturordnung sehen, es ist lediglich durch den Umstand herbeigeführt, daß wir die ahrimanischen Mächte in uns tragen, und daß sie in der Natur draußen als gegenwärtige Mächte nicht sind. - Es stimmt deshalb dasjenige, was wir über die Natur denken, indem wir sie bloß materiell denken, nicht mit der Natur überein, stimmt nur mit der gegenwärtigen Natur überein. Aber diese gegenwärtige Natur ist eben ein Abstraktum, weil in ihr der vergangene Ahriman immer hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wirkt in den Menschen nicht nur das Ahrimanische, sondern auch das Luziferische herein. Dieses Luziferische aber, das hat ge­wissermaßen eine andere Tendenz im Weltenall als das Ahrimanische. Vergegenwärtigen wir uns die Tendenz des Ahrimanischen, so wie wir die Sache jetzt ausgesprochen haben. Die Tendenz des Ahrimani­schen in uns besteht darin, die Welt materialistisch vorzustellen. Daß wir die Welt materialistisch vorstellen, daß wir uns eine bloße Naturordnung denken, ist die Folge davon, daß wir Ahrimanisches in uns tragen. Daß wir Ideale in uns tragen, welche sich loslösen von der allgemeinen Natur, nach denen wir uns in unserem gegenseitigen Ver­halten richten wollen, die uns aber doch nur wie Träume erscheinen müssen innerhalb der gegewärtigen Weltanschauung, die ausgeträumt sind, wenn nach der Naturordnung die Erde an ihrem Endzustand angekommen ist, das ist die Folge davon, daß die luziferischen Mächte , die ebenso wie die ahrimanischen in uns leben, immerfort das Bestreben haben, den Teil von uns, der ihnen zugänglich ist, ganz aus der Naturordnung herauszureißen und vollständig zu vergeistigen. Die luziferischen Mächte haben nämlich zu ihrer Haupttendenz, insofern sie in uns wohnen, uns so geistig wie möglich zu machen, uns wo­möglich loszureißen von allem materiellen Leben. Daher gaukeln sie uns solche Ideale vor, die keine Naturmächte sind, sondern die machtlos sind in der gegenwärtigen Naturordnung. Und verfiele der Mensch ganz und gar im Laufe der zukünftigen Erdenperiode dem luziferi­schen Einfluß, so daß er glauben würde, Ideale seien eben nur ge­dachte Dinge, nach denen sich das Gemüt richten kann, so würde dieser Mensch den luziferischen Mächten folgen. Die materielle Erde, zu der wir gehören, würde verfallen, zerstieben im Weltenall, würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihren Zweck nicht erfüllen, und die luziferischen Mächte würden den Menschen in eine andere geistige Welt führen, in die er nicht gehört. Dazu brauchen sie den Kniff, uns Ideale vorzugaukeln, die eigentlich bloße Träume sind. Wie uns Ahriman nach der einen Seite eine Welt vormacht, welche eine bloße Naturordnung ist, so macht uns Luzifer auf der andern Seite eine Welt vor, die rein nur in gedachten Idealen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas sehr Bedeutungsvolles. Und gegenwärtig wird nur ein Ausgleich, möchte ich sagen, in den Gebieten herbeigeführt, die noch im menschlichen Unbewußten liegen. Aber die Menschen müs­sen sich dieser Sache immer mehr und mehr bewußt werden, sonst kommen sie aus diesem Dilemma nicht heraus, kommen nicht dazu, eine Brücke zwischen dem Idealismus und dem Realismus zu bauen, welche Brücke aber notwendig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was gegenwärtig noch eine Art Ausgleich schafft, das ist das Folgende. Wenn gegenwärtig ganz junge Menschen sterben, zum Beispiel Kinder, so haben diese Kinder - bei jungen Menschen ist es ebenso - eben in die Welt hereingeschaut; sie haben nicht voll das Dasein hier auf dem physischen Plane ausgelebt. Mit einem auf dem physischen Plane unausgelebten Leben kommen sie hinüber in die andere Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verlebt wird, so verlebt wird, wie ich es gestern geschildert habe. Dadurch, daß sie einen Teil nur des Erdenlebens gelebt haben, bringen sie etwas vom Erdenleben mit hinüber in die geistige Welt, das man nicht hin­überbringen kann, wenn man alt geworden ist. Man kommt anders in der geistigen Welt an, wenn man alt geworden ist, als wenn man jung stirbt. Wenn man jung stirbt, so hat man das Leben so durchlebt, daß man noch viele Kräfte in sich hat vom vorgeburtlichen Leben. Man hat als Kind und als junger Mensch das leibliche Leben so durchlebt, daß man darinnen noch viel von den Kräften in sich hat, die man vor der Geburt in der geistigen Welt hatte. Dadurch hat man eine innige Verbindung geschaffen zwischen dem Geistigen, das man mitge­bracht hat, und dem Physischen, das man hier erlebt hat. Und durch diese innige Verbindung kann man etwas, was man auf der Erde er­wirbt, in die geistige Welt mit hinübernehmen. Kinder oder sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jung gestorbene Leute, nehmen von dem Erdenleben etwas in die geistige Welt mit hinüber, was gar nicht mit hinübergenommen wer­den kann, wenn man als älterer Mensch stirbt. Das, was da mitgenom­men wird, ist dann drüben in der geistigen Welt, und was da hinübergetragen wird durch Kinder und junge Leute, das gibt der geistigen Welt eine gewisse Schwere, die sie sonst nicht haben würde, der­jenigen geistigen Welt, in der dann die Menschen gemeinsam drinnen leben, das gibt eine gewisse Schwere der geistigen Welt und verhindert die luziferischen Mächte, die geistige Welt ganz loszutrennen von der physischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also denken Sie, auf welches riesige Geheimnis wir da blicken! Wenn Kinder und junge Leute sterben, so nehmen sie von hier etwas mit, wodurch sie die luziferischen Mächte verhindern an deren Be­streben, uns ganz loszulösen von dem Erdenleben. Das ist außer­ordentlich wichtig, daß man dies ins Auge faßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird man älter hier auf der Erde, so kann man in der geschilderten Weise den luziferischen Mächten die Rechnung noch nicht verderben; denn von einem gewissen Alter an hat man nicht mehr jene innige Verbindung zwischen dem, was man mitgebracht hat bei der Geburt und dem physischen Erdenleben. Ist man alt geworden, so löst sich diese innerliche Verbindung, und es tritt gerade das Umgekehrte ein. Von einem gewissen Lebensalter an träufeln wir in einer gewissen Weise dem innerhalb der physischen Erde befindlichen Geistigen un­ser eigenes Wesen ein. Wir machen die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Also von einem bestimmten Alter an vergeistigen wir in einer gewissen Weise, die man nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen kann, die physische Erde. Wir tragen Geistiges in die physische Erde hinein, wie wir Physisches in die geistige Welt hinauftragen, wenn wir jung sterben; wir pressen gewissermaßen Geistiges aus, wenn wir alt werden, ich kann es nicht anders sagen. Das Altwerden besteht im geistigen Sinne von einem gewissen Aspekt aus darinnen, daß man Geistiges hier auf der Erde auspreßt. Dadurch wird wiederum die Rechnung des Ahriman verhindert. Dadurch kann Ahriman nicht auf die Dauer heute schon so intensiv auf die Menschen wirken, daß völlig erlöschen könnte die Meinung, Ideale hätten doch eine gewisse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind im heutigen Zeitraume schon sehr, sehr nahe daran, daß die Menschen in die furchtbarsten Irrtümer gerade mit Be­zug auf das Gesagte verfallen. Auch Gutmeinende verfallen leicht in bezug auf das Gesagte in solche Irrtümer. Und diese Irrtümer werden immer größer und größer werden und mit zunehmender Erdenent­wickelung eben riesig werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Ihnen ein Beispiel anzuführen: Ein recht geistvoller Philosoph hat 1882 eine «Anthroposophie» geschrieben, [[a:Robert Zimmermann|&#039;&#039;Robert Zimmermann&#039;&#039;]]. Ich habe das schon einmal in einem Zusammenhange erwähnt. Diese «Anthroposophie» ist nicht dasjenige, was wir Anthroposophie jetzt nennen, sie ist mehr oder weniger ein Begriffsgestrüpp. Aber das ist ja aus dem Grunde, weil eben Robert Zimmermann nicht in die geistige Welt hineinsehen konnte, sondern nur Herbartianischer Philosoph war. Nun hat er diese «Anthroposophie» geschrieben. Aber gerade in dieser «Anthroposophie» beschäftigt sich Robert Zimmermann von seinem Gesichtspunkte aus mit der Frage, die ich in diesen Tagen an die Spitze unserer Betrachtungen gestellt habe. Er sieht auf der einen Seite die Ideen, logische Ideen, ästhetische Ideen, ethische Ideen; er sieht auf der andern Seite die Naturordnung. Und er kann nicht irgend­wie eine Brücke finden zwischen den logischen, den ästhetischen, den ethischen Ideen und der Naturordnung, sondern er bleibt doch dabei stehen: Da ist auf der einen Seite die Naturordnung, und auf der an­dern Seite sind die Ideen. Und wozu er zuletzt kommt, das ist doch außerordentlich interessant, denn es ist eigentlich typisch für einen Menschen der Gegenwart. Er kommt dahin, zu sagen, es sei ein für allemal dem Menschen versagt, die Natur mit Ideen zu bevölkern und den Ideen Naturgewalt beizulegen. Die beiden Welten seien eigent­lich nur im Kopfe des Menschen miteinander zu verbinden. So sagt er. Und daher meint er an einer Stelle, wo er geradezu alles zusammen­faßt, was er sagt und was er denkt: «Die Verwirklichung der Ideen ist weder eine Tatsache, die in der Vergangenheit, noch eine solche, die in der Gegenwart, sondern eine Aufgabe, deren Erfüllung in der Zukunft und in den Händen des Menschen liegt. Der Traum eines ,goldenen Zeitalters&#039;, von welchem ein nüchterner Rationalist wie Kant als von jenem des ,ewigen Friedens&#039;, ein extremer Positivist wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Comte als dem ,état positif&#039; schwärmte, wird dann erfüllt sein , wenn die gesamte Ideenwelt real geworden und die gesamte Wirklichkeit von den Ideen durchdrungen, d.h. wenn dasjenige, was Schiller ,das Kunstgeheimnis des Meisters&#039; nannte, die ,Vertilgung des Stoffes durch die Form&#039; offenbar, wie Schleiermacher es ausdrückte ,wenn die Ethik Physik und die Physik Ethik&#039; geworden sein wird.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber das kann nie werden! Es kann nur das werden, daß die Menschen in ihrer sozialen Ordnung die Ideen realisieren. Wenn aber die Erde einmal an ihrem Ende angelangt sein wird, so wird der ganze Ideentraum ausgeträumt sein. Ein anderes ist nach einer solchen Philosophie nicht möglich. Daher bleibt eine solche Philosophie im­mer abstrakt und muß zuletzt gestehen: «Eine Philosophie, welche, wie die vorstehende, sich weder wie die Theosophie auf einen mensch­lichem Wissen &#039;&#039;unzugänglichen&#039;&#039; theozentrischen Standpunkt versetzt , um von ihm aus den ,Vernunfttraum&#039; als längst geschaffene Wirklich­keit, noch wie die Anthropologie auf den zwar anthropozentrischen aber &#039;&#039;unkritischen&#039;&#039; Standpunkt gemeiner Erfahrung stellt, um von ihm aus eine ideenerfülite Wirklichkeit als ,Traum der Vernunft&#039; an­zusehen, welche sonach zugleich &#039;&#039;anthropozentrisch&#039;&#039; d. i. von mensch­licher Erfahrung ausgehend und doch &#039;&#039;Philosophie&#039;&#039; d. i. an der Hand des logischen Denkens über dieselbe hinausgehend sein will ist &#039;&#039;An­throposophie&#039;&#039;.» «Anthroposophie» ist also hier das Eingeständnis, daß man niemals über diese Kluft hinüberkommen könne zwischen un­realen Ideen und ideenloser Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber im Menschen selbst ein Naturwesen, das also der Naturordnung angehört, verbunden mit einem Geistwesen, das in sich aufnehmen kann das Geistige. Das leugnet ja auch nicht ein solcher Anthroposoph wie Robert Zimmermann. Aber von der gegenwär­tigen Wissenschaft kann auch der Mensch nicht so betrachtet werden, daß sich durch den Menschen, durch diesen Mikrokosmos, das Rätsel lösen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist. das habe ich schon ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schluß­notizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenrnenschen&#039; indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten ge­legen ist, also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört. Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute aus­geführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiffich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahri­manischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben. Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle - verzeihen Sie, aber es ist so - zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt, das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird. So ist ja das Rosenkreuzergemalde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das , was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose - jetzt goethisch gespro­chen - sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tier­heit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen , so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesen­heiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umge­wandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremi­tätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkar­nation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Auf­gabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden , wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Men­schenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dä­monisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mäch­ten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umge­staltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seeli­sches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luzi­ferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nlcht be­griffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirk­lich zu verstehen. Mit vollem Rechte sagt die Bibel, daß jene Gottheit, von der im Anfange der Bibel die Rede ist, dem Menschen den le­bendigen Odem einhauchte. Aber der lebendige Odem wirkt im Rumpfmenschen. Insofern wir es also zu tun haben mit den normal wirkenden göttlichen Wesenheiten, haben wir es nur mit dem Rumpfmenschen zu tun. Insofern wir es mit dem Kopfmenschen zu tun haben, haben wir es mit einem Gegner der Jahvemächte zu tun, da­durch auch mit einem Gegner des Christus. Und auch insofern wir es mit dem Extremitätenmenschen zu tun haben, haben wir es mit dem luziferischen Gegner zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittel­punktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheits­repräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und so weiter - das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleich­zeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist - das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugs­weise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturhild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- darauf komme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt. Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenrnenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen. Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in un­serem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmen­schen angehören. Würden wir , in dem wir mystisch in uns hinein­schauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Ge­dächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung Seite 179) - schematisch nur gezeichnet - der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 179.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was vor einem Spiegel ist, sondern dasjenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durch-leben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten In­karnation zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihre Geduld etwas in Anspruch genommen mit Dingen, die ja vielleicht etwas schwieriger verständlich sind, allein ich wollte zunächst wenigstens ein Gefühl dafür hervorrufen, wodurch eigent­lich die Kluft entsteht zwischen Idealismus und Realismus. Sie ent­steht dadurch, daß das Luziferische in uns den Idealismus erregt, der machtlos ist in der Natur, daß das Ahrimanische in uns die bloße Naturordnung hervorruft, welche uns geistlos erscheint. So stehen eigent­lich die Idealisten, die abstrakten Idealisten unter luziferischem Ein­fluß, die Materialisten unter ahrimanischem Einfluß. Es ist schon not­wendig, daß man auf diese Dinge sich einläßt, daß man nicht bloß sche­matisch die sogenannte Theosophie treibt, sondern auf diese genaue­ren Dinge sich einläßt. Denn es ist notwendig, daß der Mensch sich bewußt werde, er müsse etwas dazu tun, um mit dem Geiste für den Rest der Erdenentwickelung vereint bleiben zu können. Es ist eine unbequeme Wahrheit, man könnte sagen, sogar auch eine gehaßte Wahrheit, richtig eine gehaßte Wahrheit, denn sie widerspricht ja so vielem, was den Menschen sympathisch ist, aus Bequemlichkeit sympathisch ist. Nichts wird dem Menschen heute schwieriger, als wenn man ihm sagt: Wenn du dir in Zukunft deine Verbindung mit dem Geiste erhalten willst, so mußt du etwas dazu tun. - Es möchten ja die meisten Menschen, daß das Mysterium von Golgatha aus dem Grunde verflossen wäre, damit sie nur ja nichts zu tun haben zu ihrer Angelegenheit, damit sie durch Christus von ihren Sünden erlöst wer­den und ohne ihr Zutun in den Himmel kommen können. Und des­halb werden ja die meisten Theologen so wütend auf die Anthropo­sophie, weil das selbstverständlich von anthroposophischer Seite nie­mals zugegeben werden kann, daß der Mensch nichts zu tun habe, um seine Verbindung mit dem Geiste aufrechtzuerhalten, daß das ganz ohne sein Zutun auch in der Zukunft der Erdenentwickelung vor sich gehen könne. Die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Geistigen, zwischen dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Geburt und Tod, und dem, was die Glieder des Menschen sind zwi­schen Tod und neuer Geburt, diese Verbindung wird in Frage gestellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die zukünftige Erdenentwickelung, und sie wird nur dann nicht in Unordnung kommen, wenn sich die Menschen mit dem Geistigen gegen die Zukunft hin wirklich befassen werden. Dafür gibt es heute schon geisteswissenschaftliche Beweise. Diese geisteswissenschaftlichen Beweise, sie sind höchst, höchst unbequeme Wahr­heiten, aber sie werfen Licht auf Wichtiges, auf Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich sagen, schon sehr locker geworden, und der Mensch hat es notwen­dig, immer mehr und mehr bei sich Wache zu stehen, damit nicht in dem Zusammenhang zwischen seinem Physisch-Ätherischen und Seelisch-Geistigen etwas geschieht, was ihn gewissermaßen aussaugen könnte, was ihn seelisch-geistig aussaugen könnte. Denn wenn solche Vorurteile immer reger werden, man brauche im Leben nichts zu wissen über die Art, wie es nach dem Tode aussieht, oder wenn die Kluft immer größer wird zwischen sogenanntem Idealismus und rein natürlicher Ordnung, ist die Gefahr, der die Menschen entgegengehen, daß sie immer mehr und mehr ihre Seele verlieren könnten. Heute ist noch, ich möchte sagen, diesem Verlieren der Damm vorgesetzt, der dadurch gegeben ist, daß, wenn junge Leute sterben, der geistigen Welt eine gewisse Schwere verliehen wird und Luzifer die Rechnung verdorben wird, und wenn alte Leute sterben, so viel ausgepreßt wird an Geistigkeit in die physische Welt herein, daß Ahriman die Rech­nung verdorben wird. Aber man darf nicht vergessen, daß dadurch, daß die Menschen sich lossagen vom geistigen Gebiet, die ahrimani­nischen und die luziferischen Mächte immer mächtiger und mächtiger werden, und daß nach und nach, indem die Devolution der Erde im­mer weiter und weiter geht, dieser Damm nicht mehr voll wirken könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich gern möchte, daß es sich als eine Art Bodensatz aus unseren Betrachtungen ergäbe wie ein Gefühl - und Gefühle sind immer das Wichtigste, was aus dem geisteswissenschaft­lichen Leben hervorgehen kann - von der Notwendigkeit, sich vom gegenwärtigen Erdenzyklus ab mit dem Geistigen zu befassen. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus habe ich dieses betont, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es von der Gegenwart aus notwendig ist, daß die Menschen sich mit dem Geistigen befassen. Und anders wird man sich nicht mit dem Geistigen befassen können in der Zukunft als dadurch, daß man sich Verständnis erwirbt und sich nicht sträubt, solche auch schwierigere Betrachtungen wirklich in sich aufzunehmen, wie wir sie in diesen Tagen und insbesondere auch heute gepflogen haben. Es muß unter die Menschen kommen das Verständnis von der Perspektivität der Zeit. Wenn dieses Verständnis von der Perspektivität der Zeit unter die Menschen kommt, dann werden sie nicht mehr sagen: Hier ist der Idealismus, der aber nur ein bloßer Traum ist, der keine Naturgewalt hat, und auf der andern Seite liegt die Naturordnung -, sondern die Menschen werden darauf kommen, anzuerkennen, daß, was als Ideale in uns lebt, Keim ist für die Zukunft, und daß, was Naturordnung ist, Frucht ist der Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Satz ist eine goldene Regel: Jedes Ideal ist Keim für zu-künftiges Naturgeschehen; jedes Naturgeschehen ist Frucht vergangenen Geistgeschehens. - Nur durch diese Regel findet man die Brücke zwischen Idealismus und Realismus. Aber dazu ist eines notwendig. Irgendein Ideal könnte nie und nimmermehr Keim für ein zukünftiges Naturgeschehen werden, wenn dieses zukünftige Naturgeschehen durch das gegenwärtige Naturgeschehen verhindert würde. Wir kön­nen uns irgendeine Hypothese vor die Augen führen. Nehmen wir die Möglichkeit an, die heute gilt, daß einmal durch das sogenannte Gesetz der Entropie die Erdenentwickelung in eine Art von allgemeiner Durchwärmung übergehe, und daß alle andern Naturkräfte aufhören, so würde innerhalb dieses Endzustandes natürlich alles Ideale erstor­ben sein. Dieser Endzustand, der folgt ganz gut, wenn man annimmt, daß sich nach reiner Kausalität die gegenwärtigen physikalischen Zu­stände eben weiter fortsetzen werden. Denkt man so, wie die gegen­wärtige Physik denkt, daß nach dem Gesetze der Erhaltung der Kraft und des Stoffes einmal ein solcher Endzustand da sein wird, dann ist in diesem Endzustand kein Platz dafür, daß in ihm einmal ein Ideal als das zukünftige Naturgeschehen aufgehe, denn das zukünftige wird einfach die Folge des gegenwärtigen Naturgeschehens sein. Aber so ist es nicht, so stellt es sich nicht der gegenwärtigen Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dar, sondern es stellt sich dieses anders dar. Dasjenige, was heute an Stoffen, an Kräften existiert, alles das wird in einer bestimmten Zu­kunft nicht da sein. Das Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gibt es nicht. Da, wo man den Stoff sucht, ist überhaupt nichts als ein Hereinwirken eines vergangenen Ahrimanischen, und dasjenige, was uns umgibt im Sinnenfälligen, wird in einer gewissen Zukunft nicht mehr sein da. Und dann, wenn von alledem, was jetzt physisch ist, nichts mehr da ist, wenn das ganz aufgelöst ist, dann ist die Zeit da, wo sich die gegenwärtigen Ideale als Naturgeschehen anreihen werden an das, was jetzt zugrunde gehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es im großen Weltenall. Und für den einzelnen Menschen ist es so, daß er in der nächsten Welteninkarnation wieder inkarniert wird, wenn partiell alles dasjenige überwunden ist, in das er mit der gegenwartigen Inkarnation hineingewachsen ist, wenn also für ihn eine Umgebung hergestellt werden kann, die anders ist als die gegenwärtige Umgebung, wenn aus der gegenwärtigen Umgebung all das heraus sein kann, was ihn jetzt hier auf der Erde hält. Wenn sich das alles so geändert hat, daß er Neues erleben kann, dann wird er wieder inkar­niert. Die gegenwartigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein , wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr da sein wird, sondern Neues entstanden sein wird. Aber das Neue, das entsteht, ist eben nichts anderes als das Natur gewordene Geistige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Erscheinungen und hinter den Idealen müssen wir das­jenige suchen, was die Brücke über dem Abgrunde bildet. Aber zu dem muß man eben dahinterkommen. Man kommt heute nur dahinter wenn man sich nicht scheut, die Begriffe so kräftig zu entwickeln, daß sie selbst in die Realität eindringen können. Daher hat die heutige Zeit wirklich die Notwendigkeit, sich gar sehr einzulassen auf alles dasjenige, was geistig erfahren werden kann. Nur - lassen Sie mich das noch anhänglich hinzufügen -, nur wird eben notwendig sein, daß gegenüber geistigen Betrachtungen immer größere und größere Unbefangenheit walten könnte. Vorgestern habe ich zum Schlusse, wie es manchen vielleicht erscheinen könnte, recht unnötig - aber trotz­dem ich es nicht gerne tue, ist es nie unnötig - auf mancherlei hinge­wiesen, was dem gedeihlichen geisteswissenschaftlichen Wirken auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von seiten der Anthroposophischen Gesellschaft entgegensteht. Da ist vor allen Dingen auf diesem Boden immer wieder und wiederum zu fordern wirkliche Unbefangenheit. Immer wieder und wiederum erleben wir ja, daß das Auflösende, das eigentlich den Materialismus hervorgebracht hat, das die alte Geistigkeit zugrunde gerichtet hat, im menschlichen Denken gerade auch in das Spirituelle, in das gewollte Spirituelle hereindringt. Ich habe ja darauf aufmerksam gemacht, wie materialistisch manche theosophische Anschauung ist. Man hat es natürlich nicht leicht, wenn man geisteswissenschaftliche Dinge auseinandersetzt, die bezeichnenden Worte zu finden, weil ja unsere Sprache heute nicht mehr für das Geistige geeignet ist, weil wir erst wieder suchen müssen eine solche Verbindung zwischen der Sprache und der Sache, welche für das Geistige geeignet ist. Aber das ist notwendig, daß nicht immer mit dem, was das Schädlichste ist, die geisteswissenschaftliche Bewegung verdorben wird. Man muß un­befangen charakterisieren dasjenige, was im Geiste vorgeht. Immer wiederum erlebe ich, daß ich gefragt werde: Da ist jemand, dort ist jemand, der hat geistige Erlebnisse. - Der Sinn der Fragen, die häufig so gestellt werden, ist der, daß eigentlich gefragt wird: Darf man nun mit blindem Glauben an die Wahrheit dessen sich hingeben, was der oder jener schaut? - Und wenn man diese Frage bejaht, ja, dann ent­steht blinde Anhängerschaft; wenn man sie verneint, dann entsteht das, daß der Betreffende gleich verketzert wird und gesagt wird: Nun ja, das ist atavistisches Hellsehen, auf das gibt man nichts. - Ja, dieses Entweder-Oder muß doch auf diesem Gebiete ganz anders genommen werden. Wir müssen uns wirklich mit aller gesunden Vernunft auch den Aussagen über das Geistige gegenüberstellen. Wenn wir aber Dogmatiker werden wollen, können wir nicht Geisteswissenschafter werden. Wenn wir entweder vergöttern oder verketzern wollen, kön­nen wir nicht Geisteswissenschafter werden. Es werden unendlich wertvolle Beiträge zur Charakteristik der geistigen Welt auch von Seiten kommen, auf die man nicht unbedingt schwören will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das andere erlebt man, daß eine Zeitlang auf irgendeine seherische Persönlichkeit geschworen wird. Dann kann man nachweisen, daß diese seherische Persönlichkeit irgendwann - nun, vielleicht sogar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einmal ein wenig retuschiert hat, oder stark retuschiert hat; dann ist die Persönlichkeit unten durch. Vorher haben dieselben Leute auf sie geschworen, bei denen sie nachher unten durch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in dieser Weise kommt man nicht vorwärts; innerhalb der Menschheit mit dem Entweder-Oder der Vergöttlichung oder Ver­ketzerung kommt man nicht vorwärts innerhalb der Menschheit, sondern nur dadurch, daß man sich mit seinem gesunden Menschen­verstand den Dingen gegenüberstellt. Es kann zum Beispiel auch der Fall eintreten, daß durch jemanden, von dem man sogar weiß: Nun, der verschmäht es nicht, ab und zu recht stark zu schwindeln - einmal etwas ganz Wahres, Wichtiges, Wesentliches aus der geistigen Welt herauskommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde nicht zu dem Entweder-Oder kommen, das ich hier meine, wenn man nicht Dogmatik einführen wollte, sondern wenn man sich mit dem gesunden Menschenverstand gerade innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung hineinstellen wollte. Das ist das eine. Das andere ist dieses, daß es außerordentlich schwierig ist, durch die Art und Weise, wie die Dinge oftmals innerhalb unseres Kreises ge­handhabt werden, die Anthroposophische Gesellschaft in die Kulturbewegung der Gegenwart hineinzustellen. Dazu gehört Unterschei­dungsvermögen bei denjenigen Menschen, die schon drinnen sind in dieser Gesellschaft. Es erwächst einem eine gewisse Verpflichtung für diese Unterscheidungskraft, wenn man schon drinnen ist. Denn wir werden ganz fehlgehen mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft, wenn wir nicht die Anknüpfung an die allgemeine Geisteskultur der Gegenwart suchen, wenn wir immer wieder und wiederum in den Fehler verfallen, Sektiererisches zu treiben. Das wird der Tod sein unserer Bewegung, wenn wir sektiererisch werden. Bedenken Sie doch nur, daß solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen jetzt erörtert haben, sich gar nicht besonders sonderbar ausnehmen werden für den­jenigen, der gerade in Wissenschaftlichem und im Kulturleben der Gegenwart drinnensteht, wenn er sich nur die nötige Vorurteilslosig­keit erwerben wird. Aber um auf diesem Wege etwas zu erreichen, ist es notwendig, daß der Wille besteht zur Unterscheidung. Bei uns kommt es leicht vor, daß nur um irgend etwas Schematisches gefragt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird, wenn es sich darum handelt: Soll irgend jemand bei anthropo­sophischen Vorträgen zuhören, oder soll er einen Zyklus bekommen? -So wird schematisch gefragt, ohne daß man Rücksicht nimmt auf den Bildungsgrad, auf die ganze Weltstellung des betreffenden Menschen. Aber das Schematische ist das absolut Schädliche bei uns. Das Schematische bringt es dahin, daß solch ein Mensch, wie jetzt wiederum der in Holland, um den sich eine ganze Summe von Unfug kristallisiert, in die Anthroposophische Gesellschaft hineinschwimmen und dort Protektoren finden kann, währenddem Leute, die urteilsfähig sind, gerade durch das Gebaren oftmals abgestoßen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um auf ein Konkretes hinzuweisen: Sehen Sie, vor einiger Zeit trat Herr &#039;&#039;von Bernus&#039;&#039; auf innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, mit dem deutlichen Bestreben - das man ja ein bißchen besser, ein bißchen schlechter finden kann, dafür mag der gesunde Menschenver­stand sprechen -, eine Brücke zu ziehen zwischen dem allgemeinen Kulturleben, dem literarischen und wissenschaftlichen Leben der Ge­genwart, und unserem anthroposophischen Leben. Nun, Herr von Bernus hat in seiner Art zum Beispiel eine Anzahl von Dingen, die zum Teil in meinen Büchern stehen, zum Teil in Zyklen, in seiner Art dichterisch umgegossen und in die Welt gebracht. Er hat mir es selbst gezeigt: einen Stoß von Briefen, von schimpfenden Briefen hat er dafür erhalten, daß da einmal ein wirklich zeitgemäßer Versuch ge­macht worden ist! Man würde sich gar nicht wundern, wenn jemand, der vielleicht viel aufs Spiel setzt, abgestoßen werden könnte durch ein solches Gebaren, wie es dazumal aus der Anthroposophischen Gesellschaft ihm gegenüber verübt worden ist. Dennoch, die Zeitschrift, die er gegründet hat, sie wird ungeheuer dienlich sein können der anthroposophischen Bewegung. Er hatte es ja auch zuwege ge­bracht, daß die anthroposophische Bewegung in München vertreten werden konnte in seinem Kunsthaus. Aber man konnte überall gewisse Widerstände bemerken gegen etwas, was so berechtigt wie möglich war! Und wenn man gerade Bernus&#039; Erlebnisse überschaut, so hat man an ihnen so recht ein Bild von dem, wie die anthroposophische Bewegung, die Anthroposophische Gesellschaft lernen sollte, wirklich eine Gesellschaft zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Insofern der Dornacher Bau zustande gekommen ist, &#039;&#039;ist&#039;&#039; sie eine Gesellschaft. Aber vieles andere namentlich wird unterlassen, wodurch deutlich gezeigt wird, daß die Anthroposophische Gesellschaft sich gar nicht als Gesellschaft auffaßt, sondern als eine Summe von ein­zelnen sektiererischen kleinen Kreisen. Aber über dieses Stadium des Sektiererischen müssen wir hinauskommen. Und wir kommen nicht hinaus, wenn nicht über die Sache irgendwie nachgedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja so schwierig, und nicht wahr, man sagt solche Dinge sehr ungern, aber schließlich, manches wird mir ja dadurch notwendig zu sagen, da ich persönlich so stark verquickt bin mit dieser anthroposophischen Bewegung. Wenn nun die Anthroposophische Gesellschaft sich nach und nach immer mehr und mehr dazu entwickeln sollte, daß sie eigentlich eine Gesellschaft ist mit der ausgesprochenen Tendenz, mich totzuschweigen - wozu sie sich eigentlich entwickelt, und was sie immer als Tendenz gehabt hat -, so ist es nicht eine per­sönliche Eitelkeit, wenn ich dieses betone. Es ist mir sehr unange­nehm, daß ich es betonen muß, aber es ist in der Anthroposophischen Gesellschaft vielfach gerade die Tendenz vorhanden, mich totzu­schweigen, und da ist das Persönliche mit dem Sachlichen eben ver­knüpft. Dadurch - weil alles dasjenige nicht getan wird, was sonst eine Gesellschaft tut - kommt es, daß nur das als Giftblasen an die Ober­fläche kommt, was die abgefallenen Mitglieder an Geschimpfe in die Welt setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Dinge, auf die ich schon manchmal eben hinweisen muß und die nicht unbesprochen bleiben dürfen. Ich habe sie an den Orten, wo ich in der letzten Zeit sprechen konnte, zur Besprechung gebracht, weil ich ja wirklich glaube, daß in dieser katastrophalen Zeit vieles darauf ankäme, daß Anthroposophie in der richtigen Weise in der Welt vertreten wird. Aber es ist so schwer, es dahin zu bringen, daß tiefer nachgedacht würde: Wie soll man es eigentlich auf dem anthro­posophischen Felde tun, um diese Anthroposophische Gesellschaft zu einer wirklichen Gesellschaft zu machen? - Die Ansätze sind wirklich gemacht von einzelnen Menschen, aber es bleibt in der Regel in den Ansätzen alles stecken. Nun, ich denke, daß vielleicht, indem ich noch ein zweites Mal auf die Sache aufmerksam gemacht habe, ein bißchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darüber nachgedacht werden wird. Ich sage es nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus gewissen Notwendigkeiten der Zeit heraus, wie Sie ja auch aus dem, was ich gerade in diesen Tagen vorgebracht habe, mancherlei Keime entnehmen werden, die Ihnen zum Verständ­nisse unserer katastrophalen Zeit einige Dienste werden leisten kön­nen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 an diesem unserem Bau: Siehe «Der Baugedanke des Goetheanum». Lichtbildervortrag in Bern, 29. Juni1921, mit 104 Abbildungen des ersten Goetheanum. Gesamtausgabe, Stuttgart 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach längerer, erzwungener Abwesenheit: Dr. Steiner hatte zuletzt am 17. Januar 1918 zu den Mitgliedern in Dornach gesprochen, war also sieben Monate fort gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Anthropnsophische Gesellschaft: Begründet am 28. Dezember 1912 bei der Loslösung von der Thensophischen Gesellschaft. Siehe: «Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesell­schaft», 8 Vorträge, 10.-17. Juni 1923, Gesamtausgabe Dornach 1959.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 wie den Vorträgen begegnet wurde: «Das Sinnlich-Übersinnliche in seiner Verwirklichung durch die Kunst», München, 15. und 17. Februar 1918, und «Die Quellen der künst­lerischen Phantasie und die Quellen der übersinnlichen Erkenntnis», München, 5. und 6. Mai 1918, im Bande «Kunst und Kunsterkenntnis», Gesamtausgabe Dornach 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander von Bernns, 1880-1965, Dichter. Gab von 1916 bis 1921 in Manchen die Vierteljshres-Zeitschrift «Das Reich» heraus. In seinem «Kunsthaus» «Das Reich» hielt Rudolf Steiner zeitweise seine Münchner Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 IVooerow Wilson, 1856-1924, Präsident der USA von 1912 bis 1920. Verleladete am&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Januar 1918 ein Friedensprogramm, die Vierzehn Punkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 ein Universiiätsprofessor: George Santayans, 1863-1952, englischer Philosoph spani­scher Abstammung. Kam schon 1872 nach Amerika, wo er bis 1912 blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emile Boutroux, 1845-1921, französischer Philosoph. G. Ssntayar&#039;a, «L&#039;erreur dc la philosophie allemande». Paris 1917, préface d&#039;Emile Boutroux.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 so weile Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn: Es sind damit frühere Evolutionazustände des Erdplaneten gemeint, nicht die heute so genannten Weltkörper. Siehe «Die Ge­heimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962, Kapitel «Die Welt-entwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den vorjäbrigen Zürcher Vorträgen: «Anthroposophie und aleadernische Wissen­schaften», 4 Vorträge vom 5. bis 14. November 1917, Zürich 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oskar Hertwig, 1849-1922, Anatom und Biologe. «Das Werden der Organismen, zur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widerlegung von Darwins Zufsllstheorie durch das Gesetz in der Entwicklung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein kürzeres&#039; Buch: «Zur Abwehr des ethischen, des sozialen und des politischen Darwinismus». Jens 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 He,&amp;quot;&#039;ann von Helmboltz 1821-1894, Physiologe und Physiker. Erinder des Augen­spiegels, 1851.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23/24 eine Schrift über die Freiheit: Woodrow Wilson, «Die neue Freiheit». 1913. Deutsche Übersetzung München 1914. «Nur Literatur, Betrachtungen eines Amerikaners» 1893. Deutsche Übersetzung 1913, darin der Essay «Der Verlauf amerikanischer Ge­schichte».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Herman Grimm, 18281901.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26 Wladimir llfits&#039;h Lenin, eigentlich Uljsnow, 1870-1924, führte 1917 die bolsehe­wittische Revolution durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Karl Marx, 1818-1883. Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und Mitver­fasser des «Kommunistischen Manifests» 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31 in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen: «Theosophie», Gesamtausgabe Dornach 1961, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32 «Ignorahimus»: Der Ausspruch des Berliner Physiologen Emil Du Bois-Reymond,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18181896, in seiner Rede «Über die Grenzen des Naturerkennens». Leipzig 1872.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 gilt das Wort: Aus Schiller «Der Taucher». Wörtlich: «Da unten aber ist&#039;s fürchter­lich, / Und der Mensch versuche die Götter nicht/ Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 hei unserer Gruppe drüben: Die plastische Gruppe des Menschheitarepräsentanten zwi­schen Luzifer und Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 Ich habe öfter: Siehe den Vortrag vom 25. Juni 1918 in Berlin, im Bande «Erden-sterben und Weltenleben», Gesamtausgabe Dornach 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier ja wohl auch schon: Im Vortrag vom 29. Juli 1916. im Bande «Das Rätsel des Menschen», Gesamtausgabe Dornach 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Weininger, 1880-1903. «Über die letzten Dinge» 4. Auflage Wien und Leipzig 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer dieser Aphorismen: Wörtlich: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist viel­leicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren und gänzlich triebartig geboren zu wer­den verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 Und darüber schrieb er die Notiz: Wörtlich: «Ich morde mich selbst, um nicht einen andern morden zu müssen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 Babindranath Tagore, 1861-1941, indischer Dichter und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 jenen Essay: «Der Verlauf amerikanischer Geschichte» in «Nur Literatur» von Woodrow Wilson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
55 zwei Artikel gegen mich: Otto Zimmermann S. J.: Anthroposophische lirlehren, «Stimmen der Zeit», 48. Jg., 10. H., Juli 1918, S.328 ff., Joseph Kreitmaier S. J.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Vom Expressionismus», ebenda S. 356 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 der griechische Weise: Platon, im 6. Buch vom «Staat».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63 Arthur Ba«oir, 18481930; 1916-1919 Außenminister Großbritanniens. Honeton Stewart Chamberlain, 1855-1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Sie werden einen Zweigvnrtrag finden: Vortrag vom 23. Mai 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 kh habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt: Siehe den Vortrag vom 14. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finster­nis», Gesamtausgabe Dornach 1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87 von der ande&amp;quot;n Seite: Siehe den Vortrag vom 20. August 1918 (Zeichnung Seite 31) Sie erinnern sich an die Zeichnung: Auf Seite 31 dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Von Seelenrätseln», Gesamtausgabe Dornach 1960. «Skizzenhafte Erweiterungan des Ir&#039;haltes dieser Schrift: S. Über die wirkliche Grundlage der intentior&#039;alen Be-ziehung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Björnstierne Björnson, 1832-1910, norwegischer Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 Nero, regierte 54-68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 Vespasianuc, regierte 69-79&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titns, regierte 79-81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Domitianus, regierte 81-96&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ners&#039;a, regierte 96-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Si,&#039;tonius, schrieb im 1.Jahrhundert n.Chr. Kaiserbiographien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tacitns, um 55 bis um 120, römischer Geschichtsschreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flavius P. Philostratus der Altere, griechischer Sophist zu Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. Beschrieb das Leben des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apollnnius von Tyana, Prophet und Wundertäter im 1.Jahrhundert n.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tübinger Theologe Baur: Ferdinand Christian Baur, 1792-1860, protestantischer Theologe, «Apollonius von Tysna und Christus», Tübingen 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113 Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen: Zum Beispiel in «Welt, Erde und Mensch», Gesamtausgabe Dornach 1960; «Ägyptische Mythen und Mysterien», Gesamtaus­gabe Dornach 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117 Augustus, 63 v.Chr. bis 14 n.Chr., erster römischer Kaiser, Caesar Augustus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119 im «Reich»: In der Vierteljahresachrift «Das Reich». München, 2. Jahr, Buch 3 und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4; 3.Jahr, Buch 1, Oktober 1917 bis April 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;:&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In «Philosophie und Anthroposo­phie», Gesamtausgabe Dornach 1965 und in Johann Valentin Andreae, «Die Chy­mische Hochzeit des Christian Rosenkreutz Anno 1459», ina Neuhochdeutache über­tragen von Walter Weber, Stuttgart 1957; beigefügt sind die Ausführungen Rudolf Steiners in der Zeitschrift «Das Reich», Verlag Freiea Geistesleben, Stuttgart 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Valentin Andreae, 1586-1654, Dichter und theologischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Allgemeine Reformation der ganzen weiten Weil&amp;gt;: Nach W.Weber (s o.) Seite 181 ist dieses Werk die Übersetzung eines Kapitels aus Boecalnis «Ragguali di Parnasso», Venedig 1612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Bewegung für ethitehe Kultur»: Vgl. hier:&#039;:a Rudolf Steiner, «Mein Lebeosgang», Kap. XVII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120 «Dic Zukunft&amp;gt;, Wochensehrift, herausgegeben von Maximilian Harden (eig­Witkowski), 1861-1927. In «Gesamn,elte Aufsätze zur Kulturgeschichte 1887-1901», Gesamtausgabe Dornach 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was kh dann das soziale Karzinom genannt babe: Im Vortragazyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Wladimir Iljitsch Lenin: Siehe Hinweise zu Seite 26. Karl Marx: Siehe Hinweise zu Seite 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Lassalle, 1825-1864, sozialistischer Führer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edaard Ber&amp;quot;stein, 1850-1932, sozialistischer Theoretiker, der Begründer des Revisio­nismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Carl Freiherr du Pre4 1839-1899. «Das Rätsel des Menschen». Leipzig 1892.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 Julius Robert Mayer, 1814-1878, Arzt und Physiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129 «Philosophie und Anthroposophic»: Sonderdruck aus dem gleichnamigen Band der Ge­samtausgabe, Dornach 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Mittelpunktsgruppe des Baues: Holzgruppe, den Menschheitsrepräsentanten, Christus, zwischen Luzifer und Ahriman darstellend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130 Ich habe über dic Entwickelung der Christuc- Gestalt ja öfter hier geprochen: Zum Beispiel am 29. Oktober 1917, 13. Vortrag in «Kunstgeschichte als Abbild innerer geistiger Impulse», Dornach 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 Pythagoras, etwa 582-497 v.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Seharh gespielt hat: Diese Erzählung findet sich bei Plutarch in «Über Isis und Osiris».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines solehen agy ptischen Weiten: Plutarch nennt den Priester Oinuphis von Heliopolis als Lehrer des Pythagoras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 Jakob Böhme, 1575-1624.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134 Max Müller, 1823-1900, Sanskrit- und Religionaforscher in Oxford. Charles Darwin, 1809-1882, englischer Naturforscher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Ha&#039;ckel, 1834-1919, Zoologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142 Wir haben Zyklen nur abgegeben an die Mitglieder der Gesellschaft: Diese Beschränkung wurde an der Weihnachtstagung 1923 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144 tiefstgehende Einflüsse eines Menschen: des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 als fünf Vokale: Jehova (v = u).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Sybaris: Stadt in Unteritalien, gegründet 700 v.Chr., im Altertum sprichwörtlich durch die Schwelgerei ihrer Bewohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft» 1781.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 Robert Zimmermann, 1824-1898, Ästhetiker und Philosoph. «Anthroposophie im Umriß» Wien 1882, S. 307 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174 Augnste Gomte, 1798-1857, französischer Philosoph. Begründer des Positivismus und der Soziologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller, 1759-1805.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schleiermacher, 176818M, evangalischer Theologe, Prediger und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 in den Schlußnotizen: «Von Seelertratseln», Gesamtausgabe Dornach 1960, Kapitel IV,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176 in den Rosenkreuzerbildern: «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186 Alexander von Be&amp;quot;nus: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeitschrift, die er gegründet hat: Siehe Hinweis zu Seite 12. in seinem Kunethans: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wissenschaft vom Werden des Menschen&#039;&#039;, [[GA 183]] (1990), ISBN 3-7274-1830-3 {{Vorträge|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 183 Die Wissenschaft vom Werden des Menschen|1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus [[GA 183]], S. 31 coloriert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Original ===&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 031.png|700px|center|Originalzeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus [[GA 183]], S. 31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Colorierte Version ==&lt;br /&gt;
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Zeichnung aus [[GA 183]], S. 31&lt;br /&gt;
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== Colorierte Version ==&lt;br /&gt;
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=== Original ===&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA183.jpg|thumb|{{RSV|183}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die Wissenschaft&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom Werden des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Neun Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 17. August bis 2. September 1918&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 183&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1967&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mit ausführlichen Inhaltsangaben von Marie Steiner zu den Einzelausgaben (1940) der Vorträge&amp;lt;/center&amp;gt; &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sehnsucht der Seelen nach dem geistigen Leben; hemmende Einflüsse durch Trägheit und Bequemlichkeit. Ein neues Menschenverständnis wird da sein, wenn mit dem Menschlichen zusammen das Ahrimanisch-Luziferische gedacht wird, so wie es die plastische Gruppe im Dornacher Bau darstellt; innere Impulse der hier betätigten Kunstanschauung. Die Zügellosigkeit des Gedankenlebens in unserer Zeit. Nicht auf den Inhalt der Ideen kommt es an, sondern auf die Art, wie sie in den Menschen leben. Die drei Grundübel der gegenwärtigen Menschheitskultur, in denen sich der jetzige Übergang vom Luziferischen zum Ahrimanischen zeigt: Borniertheit, Philistrosität, Ungeschicklichkeit. Das Heilmittel für die Gebrechen unserer Zeit ist die Geisteswissenschaft. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918|ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Abgeschlossensein des physischen Menschen von der irdischen Umgebung; das Hineingestelltsein des geistig-seelischen Menschen in die Strömungen seines eigenen seelisch-geistigen Innern und in die des Universums. Zwei Pole des Geistig-Seelischen des Menschen. Die Grenze zwischen der Normal-Aura und dem Universellen der Umwelt. Aufblitzen, Zusammenstößen, Stauungen der Strömungen; Grenzenbildung, die Schranken außen und innen. Die Stauwelle der Erinnerung; jenseits ihrer Zone ist ein bewußtes Inneres. Die andere Zone entspricht der Liebekraft; was jenseits davon ist dem Geistig-Seelischen des Universums. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918|DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Grenzzonen des seelischen Menschen. Vor dem vierten nachatlantischen Zeitraum war die eine Grenze noch durchlässig; die andere wird es im sechsten Zeitraum sein. Schon jetzt beginnt einiges durchzusickern, von innen aufsteigend. Das muß harmonisiert werden. Osttum und Westtum (Tagore, Wilson). Die verschiedenen Ziele der orientalischen Eingeweihten und der Eingeweihten des Amerikanismus. Orientalischer Impuls des Verzichtes auf das irdische Menschengeschlecht. Amerikanischer Impuls des stärkeren Untertauchens in die Leiblichkeit. Ahrimanische Dämonologisierung der Menschheit durch die Technik. Rettung durch den Christusgeist und das Verstehen der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Naturordnung und moralische Ordnung. Der Zusammenhang des Christus mit dem Sonnenmysterium. Die notwendige Umarbeitung des Vorstellungsvermögens des Menschen, um den Dualismus Christus-Jesus zu verstehen. Das Mysterium des dreifachen Menschen. Der dreigeteilte Mensch als Abbild seines Urbildes. Der Dualismus zwischen Wahrheit und Wissenschaft und seine Überwindung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Formwesenheit des Hauptes als physische Gestaltung einer uralten Bildung geht auf ahrimanische Prinzipien zurück; das Geistige des Hauptes ist eine junge Bildung. Im Rumpfmenschen spielen hauptsächlich die Prinzipien des Erdenwerdens. Die luziferischen Bildungsprinzipien des Gliedmaßenmenschen werden ihre volle Ausgestaltung erst im Venusdasein der Erde haben. Neben der kosmischen Betrachtung ist die humanistische vom Gesichtspunkt der menschlichen Individualität ins Auge zu fassen. Bedeutung des Unterbewußtseins, das verdeckt worden ist, und dessen verschiedene Stadien in unserer Zeit vom Menschenbewußtsein wieder heraufgeholt werden müssen. Das Sinnenfällige. Durchkreuzung der Strömungen im mittleren Menschen. Erinnerung, Welttableau und mikrokosmische Aura. Die umgewendeten Sinne. Der Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen und dem kosmischen Wechsel von Tag und Nacht. Solche Begriffe, die Naturleben und geistiges Leben verbinden, enthalten das, was im sozialen und geschichtlichen Leben fruchtbar wirken kann, während die mechanische Weltanschauung die Menschheit in das Chaos geführt hat. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918|SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brennende Fragen, die niemals mit den Mitteln der heutigen Zeit beantwortet werden können, denn die Vorstellungen des geistigen und irdischen Menschen sind verloren gegangen. Die Täuschung der physischen Sonne. Leerer Raum und negative Stofflichkeit; der Begriff des weniger als leer. Löcher im Gehirn als Werkzeug des Seelenlebens, das an die Gehirnmasse stößt und sich dort spiegelt. Dieses wird sich dann nach dem Tode des Menschen seiner selbst bewußt. Die Aura des Menschen mit ihren Strömungen, die sein Seelenleben konstituieren, welches aus den Ingredienzien der Seelenwelt aufgebaut ist. Nach dem Tode kommt der Mensch dadurch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelenwelt und dem Geisterlande. Jene Ingredienzien werden frei und verwandeln sich; dadurch höhlt sich das Seelenleben selbst aus und es geht das geistige Leben auf. Die Verwandlungszustände. Der Metamorphosegedanke kann fruchtbar gemacht werden für das Begreifen des Übergangs des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Die physische Welt besteht durch das Sich-Ineinanderschieben der Gedanken der höheren Hierarchien, der Formgedanken in die Stoffgedanken. Solche konkreten Begriffe der alten Mysterien müssen durch Geisteswissenschaft neu erlebt werden. Das Schema der alten Pythagoräerschulen. Die Erbschaft der abstrakten Begriffe vom Römertum durch das Mittelalter und die neuere Zeit hindurch. Dabei hat man im 19. Jahrhundert den Menschen verloren, um ihn dann von der Tierseite aus wieder zu entdecken. Diese Situation schafft die Kluft und die katastrophalen Tatsachen. Die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen liegen in der Metamorphosenlehre. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenhang des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen. Die Täuschung der physischen Außenwelt. Die Kluft zwischen Idealismus und Realismus und der Zwiespalt unseres Geisteslebens, bewirkt durch das naturalistische Anschauen der Welt und den moralischen Idealismus. Unser lebendiger Zusammenhang mit der kosmischen Vernunft, erkennbar am Schaffen des Ideellen in der Sprache. Ihre Zerlegung durch die Toten. Die Stellung der Eurythmie im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918|ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten einschneidender Unwahrhaftigkeit in gewissen geschichtlichen Epochen; Erforschung der Zusammenhänge. Die pythagoräische Schule und die sie umgebende Welt. Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Das Zerstäuben von Worten nach dem Tode. Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes. Auflösung des unaussprechlichen Gottesnamens. Im Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zerfall heraus. In dem verklingenden Wort wird von der Seele aus das Aufleuchten des Geistigen gesehen. Vergeistigung nach dem Tode. Gliederung des geistigen Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die richtunggebende und todbringende Weltenkraft der Hierarchien. Entzauberung des Seelischen. Die kosmische Kraft der «Entformung». &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918|NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Wesen der Zeit in Analogie mit dem Raume. Der Mensch erlebt nur das Abbild der realen Zeit. Frühere Zeiträume wirken perspektivisch hinein in die Gegenwart. Das Raum-Ähnliche der Zeit und das Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit. In der Natur wirkt Ahriman von der Vergangenheit her. Der Mensch läuft mit der Zeit mit und merkt nicht die Perspektive der Zeit; die Folge ist, daß ahrimanische Mächte als Gegenwärtiges in ihm wirken können; dadurch löst der Mensch sein Gegenwartsdasein von dem Geistigen. Daß er Ideale in sich trägt, ist die Folge davon, daß er luziferische Mächte in sich trägt, die darnach streben, ihn aus der Natur herauszureißen und zu vergeistigen. Der Ausgleich liegt noch in den Gebieten des menschlichen Unbewußten; gegenwärtig wird er durch den frühen Tod von Kindern und jungen Menschen geschaffen. Der Tod alter Menschen macht die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Umwandlung menschlicher Formen aus dem Geist-Seelischen in das Menschliche: des Kopfmäßigen durch ahrimanische, des Gliedermäßigen durch luziferische Wirksamkeit. Im Brustmenschen: Wirkung der normal-göttlichen Wesenheiten durch den lebendigen Odem. Da ist auch die Grenzscheide, das Gedächtnis, wodurch in dieser Trinität die ahrima- nischen Gewalten des Hauptes abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten der Extremitäten, und uns zu keiner Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen lassen. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#HINWEISE|HINWEISE]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#Literatur|Literatur]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß es mir die tiefste Befriedigung gewährt, die Arbeit in Ihrer Mitte an diesem unserem Bau und um unseren Bau herum hier wiederum aufnehmen zu können, das werden Sie mir wohl ohne weiteres glau­ben. Es ist ja tatsächlich so, daß heute nicht nur bei tieferem Nach­denken, sondern, man darf sagen, schon bei oberflächlicherem Nach­denken demjenigen, der der ganzen Aura dieses Baues nahegetreten ist, der Gedanke aufgehen könnte, daß mit diesem Bau doch etwas verknüpft ist, was mit den bedeutungsvollsten, schwerwiegendsten Aufgaben der Menschenzukunft zusammenhängt. Und nach längerer, erzwungener Abwesenheit ist es ja selbstverständlich, daß man sich mit tiefster Befriedigung wiederum an der Stätte befindet, an der dieser Bau als ein Symbolum unserer Sache steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem Gesagten darf ich wohl hinzufügen, daß für mich besonders jedesmal, wenn ich jetzt nach längerer Abwesenheit wieder komme, die tiefste Befriedigung daraus resultiert, daß ich ja immer dann sehen kann, wie schön und wie bedeutungsvoll die Arbeit an diesem Bau durch die hingebungsvolle Tätigkeit der am Bau Arbeitenden weiter gefördert worden ist. Insbesondere in diesen Monaten meiner letzten Abwesenheit, wo ja unter so schwierigen Verhältnissen gearbeitet worden ist, ist ja gerade ein Teil der künstlerischen Arbeit in einer unvergleichlichen Weise fortgeschritten, fortgeschritten in dem Geiste, der dieses Ganze durchdringen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch mit tiefer Befriedigung sehe ich bei Verfolgung des Geistes unserer Arbeit, bei Verfolgung desjenigen, was hier entsteht, das Verbundensein treuer Gesinnung bei vielen unserer Freunde, treuer Gesinnung gegenüber dem, was sich gerade in diesem Bau ver­körpert. Und dasjenige, was dann beim Wieder-auf-sich-wirken­-Lassen dieser Sache der Seele sich offenbart, das ist doch, daß hier eine Stätte vorhanden ist, mit welcher verbunden ist eine solche treue Gesinnung einer Anzahl von Freunden unserer geistigen Bewegung, einer solch treuen Gesinnung, die da verspricht, daß sich die besten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Impulse unserer geistigen Bewegung in die Zukunft der Menschheit hinein halten werden, der sie so notwendig sein werden. Es gibt schon innerhalb gerade der diesem Bau gewidmeten Arbeit etwas, was Vor­bild sein könnte für dasjenige, was im allgemeinen mit dem, was sich unter uns heute Anthroposophische Gesellschaft nennt, eigentlich gewollt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe auf der andern Seite vielfach wiederum das Gefühl, daß das Günstige, das bedeutungsvoll Gute, das man hier im Zusam­menwirken von Menschenarbeit und Menschengefühl mit diesem Bau finden kann, gerade darinnen besteht, daß dieser Bau etwas ist, was gewissermaßen in seiner Objektivität das, was durch unsere Bewegung gewollt wird, loslöst von den subjektiven Interessen der einzelnen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dieses jetzt eben Berührte waren ja - und sind - in allen ähn­lichen Gesellschaften, auch in der Anthroposophischen Gesellschaft, gewisse merkwürdige Anschauungen vorhanden, die eigentlich nichts anderes sind als merkwürdige Illusionen. Man predigt viel von Selbstlosigkeit, von allgemeiner Menschenliebe; aber das sind oftmals bloße Masken für gewisse, nur raffinierte egoistische Interessen der einzel­nen Menschen. Gewiß, die einzelnen Menschen wissen nicht, daß es sich für sie um bloße egoistische Interessen handelt, sie sind vor ihrem eigenen Bewußtsein gewissermaßen unschuldig; aber es ist doch so. Der Bau selbst verlangt aber von einer schon ziemlich großen Anzahl unserer Freunde eine selbstlose Hingabe an etwas Objektives, an etwas, was als ein von jeder einzelnen Persönlichkeit losgelöstes Symbolum unserer Sache dasteht. Und insoferne wird wohl dasjenige, was mit diesem Bau zusammenhängt, vorbildlich sein können für das, was unsere Bewegung will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, wenn wir uns so wie heute wiederum be­grüßen, da dürfen wir insbesondere die Blicke richten auf das Frucht­bare und Umfassende dieser unserer geistigen Bewegung, und wir dürfen bei einer solchen Begrüßung bedenken, daß es uns ernst sein kann mit dem Glauben: Wie es auch immer geschehen mag - das Wie, das kann ja noch so oder so, je nach den Verhältnissen sich abspielen -, aus der furchtbaren Sackgasse, in welche die Menschheit hineingeraten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist in der Gegenwart, wird sie nicht früher herauskommen, als bis sie sich entschließt, in irgendeiner Weise Anknüpfungspunkte zu suchen für fruchtbares Wirken, fruchtbares Tun innerhalb einer solchen gei­stigen Bewegung, wie es die unsrige ist. Wir werden ja ganz gewiß nicht in egoistischer Weise darauf bestehen, die Wahrheit gerade nur innerhalb unseres engen, beschränkten Kreises zu haben; aber wir dürfen uns in einem Kreise zusammengehörig wissen, welcher er­kennt, daß die Menscheit wegen des Vernachlässigens ihrer Geistessubstanz sich in diese furchtbare Lage der Gegenwart gebracht hat. Wissen können wir uns als solche Menschen, die vereint sind mit jenen Ideen, die einzig und allein hinausführen können aus der Sackgasse, in welche die Menschheit gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja in den Seelen der heutigen Menschen ungemein vieles un­geklärt. Wenn man wiederum da und dort sich hat unterrichten kön­nen über die Bedürfnisse, die obwalten nach unserer geistigen Bewe­gung, so kann man auf der einen Seite sagen: Ja, es sind doch die Seelen derjenigen, die da dürsten nach jenem spirituellen Leben, das wir meinen, der Zahl nach in starker Zunahme begriffen. Die Sehn­sucht nach solchem spirituellem Leben, sie hat sich, das darf wohl ge­sagt werden, ungeheuer vergrößert. Die Aufmerksamkeit, welche entgegengebracht wird unseren Impulsen, sie ist unstreitig in den letzten Jahren auch eine größere geworden, wenigstens auf den Ge­bieten, die mit in äußerlicher Weise in diesen letzten Jahren und ins­besondere in den letzten Monaten zugänglich waren. Auch das wird nicht ganz bedeutungslos sein, zu bemerken, daß eine solche Ver­größerung und Verstärkung dieser Sehnsucht der Menschenseelen nach dem spirituellen Leben ganz deutlich vorhanden ist. Allerdings steht dieser Verstärkung und Verschärfung der Sehnsucht nach dem spirituellen Leben das andere gegenüber: jene furchtbare Beirrung, unter welcher der weitaus größte Teil der Menschheit leidet, jene furchtbare Beirrung, welche durch die altüberkommenen Ideen, oder man könnte besser sagen, durch die altüberkommene Ideenlosigkeit innerhalb der Menschheit bewirkt wird, die, man möchte sagen, Be­quemlichkeit gegenüber jedem starken, jedem scharfen Gedanken, jene Bequemlichkeit, die einfach herrührt aus der Laxheit, aus der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trägheit, mit der das Gedankenleben seit vielen Jahrzehnten über die Erde hin geführt worden ist. Diese Laxheit, diese Trägheit beirrt die Seelen in dem vorhandenen Sehnen nach dem spirituellen Leben. Auf der einen Seite stecken die Menschen drinnen in einer wirklichen Sehn­sucht nach Geistigkeit, nach übersinnlichen, starken Impulsen. Auf der andern Seite werden die Seelen niedergehalten von all jenen alten Mächten, die nicht abtreten mögen vom Schauplatz des Menschenwirkens und die doch sehen könnten aus dem, wie weit sie es gebracht haben, daß sie nicht mehr auf diesen Schauplatz des Menschenwirkens gehören. Man möchte sagen, daß man diesen dunkeln Eindruck, diesen zwiespältigen Eindruck überall hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja unter unseren Mitgliedern an manchen Orten, in Ham­burg, in Berlin, in München, vielfach, in Anknüpfung an durch Lichtbilder wiedergegebene Darstellungen, von unserer Gruppe gespro­chen, die an der Hauptstelle unseres Baues stehen soll. Man konnte auf der einen Seite sehen, wie tatsächlich mächtige Impulse in die Seelen auch derjenigen hlneingehen, die durch die Verhältnisse der letzten Jahre niemals einen Blick werfen konnten auf das, was hier geschieht. Ein neues Menschenverständnis geht schon aus von derArt und Weise, wie das [[a:Ahriman|Ahrimanisch-Luziferische]] mit dem Christlichen zusammen gedacht wird und dargestellt, geoffenbart wird durch unsere Gruppe. Es ergreift die Seelen, wenn das, was durch diese Dinge gegeben wird, an diese Seelen herantritt. Allein, auf der andern Seite zeigen sich über­all die hemmenden Einflüsse dessen, was als Überbleibsel des Alten, Verfaulten am sogenannten Kulturleben sich über die Menschheit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man ja insbesondere sehen können an der, man darf wahr­haftig im tiefsten Sinne sagen, humoristischen Art, wie den Vorträgen begegnet wurde, die ich im Kunsthause unseres Freundes, des Herrn von Bernus in München gehalten habe, worinnen ich versuchte, die inneren Impulse unserer hier betätigten Kunstanschauung einem größeren Publikum nahezubringen. Ja, Interesse hat das bei den Leu­ten außerordentlich viel erregt, denn ich habe im Februar und im Mai solche Vorträge in München gehalten, und ich mußte jeden dieser Vorträge zweimal halten; Herr von Bernus aber versicherte mir, es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wären so viel Anfragen da, daß ich jeden dieser Vorträge vor einem öffentlichen Publikum, worin ich die Prinzipien meiner Kunstan­schauung, wie sie hier in dem Bau zutage treten, dargelegt habe, hätte viermal halten können. Interesse war schon da. Aber da, wo man selbstverständlich unfroh sein würde, wenn Zustimmung vorhanden wäre, bei der Münchner Zeitungskritik, da war, man kann schon sa­gen, in edelstem Sinne humoristisches Zähnefletschen da. Es war ins­besondere humoristisch, weil der innere Groll gegen etwas, was man gar nicht verstehen konnte, sich da so geltend machte: Es war alles solch - nicht gesprochenes, sondern gespieenes Zeug! Verzeihen Sie den harten Ausdruck. Und es zeigte sich gerade an dem Interesse, das der Sache entgegengebracht wurde, worinnen Ehrlichkeit und Auf­richtigkeit sich aussprach, im Gegensatze zu dem, was aus diesem Kunstmittelpunkte sonst sich zeigte - das ist ja München selbstverständlich, nicht wahr, das ist ja bekannt -, es zeigte sich also, wie in diesem Kunstmittelpunkte sowohl das verständigste als auch das un­verständigste Zeug geredet wurde. Gerade an dieser Diskrepanz zeigte sich an einem Beispiel, wie diese zwei Strömungen, von denen ich Ihnen sprach, in der Gegenwart vorhanden sind; wie wir wirklich uns bewußt sein dürfen, in etwas ganz Wesentlichem und Wichtigem drinnenzustehen, das für die Welt, für die Zukunft zu erkämpfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage das alles sicher nicht deshalb, weil ich irgendwie anstreben würde, wenn die Dinge in die Öffentlichkeit treten, wie man sagt, eine «gute Presse» zu bekommen; denn ich würde in dem Augenblicke, wo eine «gute Presse» auftritt, glauben: Da muß selbstverständlich irgend etwas nicht richtig sein, da muß irgend etwas Falsches auf unserer Seite geschehen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind ja geeignet, in uns das Bewußtsein hervorzu­rufen, daß wir gar sehr nötig haben, mit aller Entschiedenheit auf dem Boden unserer Sache zu stehen. Denn nichts könnte uns in schimmere Verwirrung hineinführen, als wenn wir irgendwelche Kompromisse schließen wollten mit dem, wovon die Außenwelt meint, daß es das Richtige wäre für uns. Nur in den Prinzipien unserer Sache selbst müssen wir dasjenige finden, was uns die Richtung für unser Tun angibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für so etwas, das mehr nuttelbar mit unserer Sache zusammen­hängt, aber doch innerlich zusammenhängt, auch für die Eurythmie hat sich ja in der letzten Zeit ein immer steigendes Interesse an den verschiedensten Orten gezeigt. Und wenn wir, die wir da waren, uns erinnern, wie zum Beispiel gerade die Eurythmie in einem Orte auf­genommen worden ist, wo sie fast noch gar nicht gesehen worden ist, wo sie zum Teil sogar etwas Neues war für diejenigen, die sie gesehen haben, in Hamburg, so muß man sich wirklich an die Art, wie da die Sache aufgenommen wurde, mit einer tiefen Befriedigung erinnern. Gerade in Hamburg konnte man sehen, wie bedeutungsvoll die Impulse sind, die auch von einer solchen Sache ausgehen können. Und da waren Leute, die eigentlich im Grunde zum erstenmal so recht einen eurythmischen Wurf gesehen haben. Und es wird vielleicht auch für die Eurythmie die Möglichkeit kommen, mit ihr in die Öffentlich­keit einzutreten. Aber gerade dann mussen wir mit solch einer Sache auf dem allerfestesten Boden stehen, nichts anderes tun, als was ledig­lich aus unserer Sache selbst heraus folgt. Sonst würde sich sehr bald zeigen, daß von einem gewissen Punkte ab niemand glauben darf, daß ich in einer gewissen Sache, wenn es auf mich selbst ankommt, bieg­sam bin. &#039;&#039;Kursiver Text&#039;&#039;Die meisten von Ihnen wissen schon, daß ich selbstverständ­lich überall da, wo es nicht auf etwas Prinzipielles ankommt, sondern wo es darauf ankommt, menschlich zu sein, das Menschliche in den Vordergrund zu stellen, in jeder Weise mit allen Menschen mitgehe - aber wo es an die Grenze kommt, daß auch nur im geringsten irgend etwas Prinzipielles verleugnet werden müßte, da würde ich mich nicht als biegsam erweisen. Wenn also in der jetzigen Zeit, wo so vieles an Tänzerei gesehen werden kann - denn überall wird ja getanzt, das ist ja ganz schrecklich, man könnte an jedem Abend, wenn man in einer größeren Stadt wohnt, einen Tanzabend mitmachen, wo überall schaugetanzt wird -, wenn man da glauben würde, und ich sage diese Sache nicht so ohne Begründung, obwohl ich auf nichts Konkretes hinweise, daß, wenn diese unsere Eurythmie jetzt vor die Öffentlich­keit treten würde, wir irgendwie uns binden sollten an eine journa­listische Verständnislosigkeit, die irgendwelche Anforderungen stellte, so würde ich mich in der ganz entschiedensten Weise dagegen verwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was Geschmacksrichtung ist, was Geschmacks­tendenz ist, muß lediglich aus unserer Sache selbst hervorgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns manchmal auch erinnern, insbesondere wenn wir uns wieder begrüßen, an das aus dem Willen folgende, notwendige, geradiinige Sich-Bewegen nach Maßgabe unserer spirituellen Impulse. Diese spirituellen Impulse werden ja gegen manches zu kämpfen ha­ben. Man kann heute nicht mehr bloß sagen Vorurteil, denn die Dinge wirken zu stark, als daß man sie mit dem schwachen Wort Vorurteil belegen könnte; diese Impulse, die werden gegen mancherlei zu kämp­fen haben. Immer wieder und wiederum muß ja hingewiesen werden auf die große Krankheit unserer Zeit, welche in der Zügellosigkeit gegenüber dem Gedankenieben besteht. Denn das Gedankenleben ist schon ein spirituelles Leben, wenn man es richtig erfaßt. Und weil die Menscheit so wenig sich an das Gedankenleben halten will, findet sie so wenig den Weg in spirituelle Welten hinein. Und ich muß schon von der verschiedensten Seite immer wieder und wieder eines berüh­ren: Man hält heute furchtbar viel von dem bloßen Inhalt der Gedan­ken. Aber der Inhalt der Gedanken ist an den Gedanken das am aller­wenigsten Wichtige. Nicht wahr, ein Weizenkorn ist ein Weizenkorn; es läßt sich nicht bestreiten. Aber mag ein Weizenkorn auch ein Wei­zenkorn sein: Wenn Sie ein Weizenkorn in einen guten, fruchtbaren Weizenboden hineinsenken, so bekommen Sie eine saftige Weizen­ähre daraus; wenn Sie ein Weizenkorn in einen ganz unfruchtbaren, steinigen Boden hineinsenken, bekommen Sie entweder gar nichts oder eine sehr korrupte Weizenähre. Jedesmal haben Sie es mit einem Weizenkorn zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagen wir jetzt etwas anderes statt Weizenkorn. Sagen wir statt Weizenkorn «Idee der freien Menschheit», von der ja heute so viel gesprochen wird; «Idee der freien Menschheit» ist «Idee der freien Menscheit», wird mancher sagen. Das ist geradeso wie: Weizenkorn ist Weizenkorn. Es ist ein Unterschied, ob «Idee der freien Mensch­heit» in einem Herzen, in einer Seele gedeiht - ganz genau dieselbe Idee mit derselben Begründung -, wo dieses Herz und diese Seele fruchtbarer Boden ist, oder ob die «Idee der freien Menschheit» in Woodrow Wilsons Kopf gedeiht! So wenig wie ein Weizenkorn gedeihen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann, wenn es in einen steinigen Boden oder gar in den Felsen hineingesenkt wird, so bedeuten all die sogenannten schönen Ideen, die in den Programmen Woodrow Wilsons vorkommen, nichts, wenn sie aus diesem Kopfe kommen. Allein dies ist etwas, was der gegen­wärtigen Menschheit so unendlich schwer wird einzusehen, weil die gegenwärtige Menschheit eben der Anschauung ist: Man hält sich an den Inhalt von Programmen, an den Inhalt von Ideen. Aber der Inhalt von Programmen, der Inhalt von Ideen, der hat ebensowenig eine Bedeutung, als die Keimkraft eines Weizenkorns eine Bedeutung hat, bevor dieses Weizenkorn in einen gerade für es fruchtbaren Weizen­boden gesenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Real denken, das ist dasjenige, was der Menschheit so ungeheuer not tut. Und mit dem Unrealdenken der Gegenwart hängt etwas anderes zusammen, hängt zusammen, daß die Menschheit fast von allen Er­eignis sen überrascht wird. Man kann schon die Frage aufwerfen: Von was ist denn die Menschheit nicht überrascht worden in den letzten Jahren? - Von allem ist sie überrascht worden, und sie wird weiter noch viel mehr überrascht werden, als sie überrascht ist. Aber die Menschheit läßt sich ja nicht irgendwie auf dasjenige ein, was wirksam ist in der Welt. Daher ist es auch heute unmöglich, für irgendeine Sache die Menschheit zu irgendeiner Voraussicht zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mit bloßen Ideen arbeitet, dann kann man von allen Seiten alles durch alles begründen. Wenn man mit dem bloßen Inhalt von Ideen arbeitet, kann man wirklich alles mit allem begründen. Auch das ist etwas, was im Grunde genommen immer mehr und mehr und immer tiefer und tiefer eingesehen werden muß, was aber nicht einge­sehen werden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich wenn man von solchen Dingen spricht und dann Beispiele anführt, findet man keinen rechten Glauben, weil die Beispiele zu grotesk sich ausnehmen. Aber von solchen Dingen, die in so gro­tesken Beispielen zutage treten, ist unser ganzes gegenwärtiges Seelen- und Geistesleben durchschwirrt. Ich weiß, daß gar mancher vielleicht mit Groll zuhört, wenn ich Ihnen eine recht ausgefallene Idee als ein Beispiel anführe. Ich will eine ganz ausgefallene Idee anführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ein Universitätsprofessor, ein alter, angesehener Universitäts­professor auf die Tatsache gestoßen, daß Goethe in seinem langen Leben Neigungen gehabt hat für verschiedene Frauen. Darauf ist also ein Universitätsprofessor gestoßen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Goethes Leben und das Leben der mit ihm zusammenhängenden Gei­ster gründlich zu studieren. Und siehe da, selbstverständlich hat er, trotzdem er nicht gerade ein europäischer Universitätsprofessor ist, es sich zur Aufgabe gemacht, bei diesen Studien so gründlich zu Werke zu gehen, wie sonst in der Regel nur mitteleuropäische Universitäts­professoren zu Werke gehen: er hat die ganze Galerie der Goetheschen Frauengestalten in ihrem Verhältnis zu Goethe an seiner Seele Revue passieren lassen. Und was hat er herausgefunden? Fast wörtlich kann ich es Ihnen anführen. Er hat herausgefunden: Was man über die je­weilig geliebte Frau in Goethes Leben sagen kann, das ist, daß jede für Goethe eine Art Belgien war, gegenüber welcher er die Neutralität verletzte, und dann darüber geseufzt hat, daß sein Herz blute, indem er über eine leuchtende Unschuld herfallen mußte. Aber er hat auch nicht vergessen, jedesmal wiederum wie der deutsche Kanzler zu be­haupten, daß das Gebiet der verletzten Neutralität ein besseres Schick­sal verdient haben würde, daß aber er, Goethe, nicht anders gekonnt habe, da seine Bestimmung, die Rechte seines geistigen Lebens ihn verpflichteten, die Geliebte zu opfern, ja den Schmerz seines eigenen Herzens zu opfern auf dem Altar der Pflicht, die er habe gegen sein eigenes unsterbliches Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, aus diesem Buche könnte ich Ihnen noch manche ausgefallene Idee hier vorlegen. Sie würden sagen: Wozu das? - Aber es hat schon seine guten Gründe, denn derlei Ideen finden Sie heute überallhin über die Erde zerstreut. Sie sind so, die Ideen der heutigen Menschheit. Und nicht umsonst zeigen sich solche Ideen da, wo der Extrakt des menschlichen Denkens in der Literatur auftritt, denn diese Anschau­ung wird vertreten von &#039;&#039;Santayana&#039;&#039;, dem Professor der Harvard-Univer­sität in Amerika, einem sehr angesehenen Spanier, der sich aber ganz amerikanisiert hat, dessen Buch während dieser Menschheitskatastro­phe geschrieben worden ist, und dessen französische Ausgabe einge­leitet worden ist von Boutroux, der kurz vor dem Kriege von Heidelberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus eine große Lobrede über die deutsche Philosophie gehalten hat. Dieses Buch heißt: «L&#039;erreur de la philosophie allemande», und ist wahrhaftig nicht ein Zufallsbuch, sondern es ist ganz charakte­ristisch für das Denken der Gegenwart, weil ja wirklich mit derselben Leichtigkeit, mit welcher der Professor Santayana die Verletzung der belgischen Neutralität mit den Taten Goethes gegenüber verschiede­nen Frauen vergleicht, diese Menschheit das Entferntliegendste zusammenhält. Denn diese Art des Denkens tritt Ihnen, wenn Sie wirk­lich beobachten können, auf allen Gebieten der sogenannten heutigen Wissenschaft entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja schon einmal die Aufgabe jener geistigen Impulse, denen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gewidmet ist, gegen drei Grundübel in der gegenwärtigen sogenannten Mensch­heitskultur anzukämpfen. Sie kann gar nicht anders, als gegen diese drei Grundübel anzukämpfen. Das eine Grundübel zeigt sich auf dem Gebiete des Denkens, das andere auf dem Gebiete des Fühlens, und das dritte auf dem Gebiete des Wollens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Denkens ist es allmählich dazu gekommen, daß die Menschen nur so denken können, wie dasjenige Denken verläuft, das eng an das physische Gehirn gebunden ist. Aber dieses Denken, das eng an das physische Gehirn gebunden ist, das sich nicht erheben will in freiem Aufschwung zum Spirituellen, das ist unter allen Umständen dazu verurteilt, borniert zu werden, beschränkt zu werden. Und das bedeutungsvollste Kennzeichen, namentlich des gegenwärtigen wis­senschaftlichen Denkens, ist die Borniertheit, ist die Beschränktheit. Gewiß, man kann auf dem Felde des Beschränkten, des Bornierten, Großartiges leisten. Das tut zum Beispiel die gegenwärtige Natur­wissenschaft. Aber zur Naturwissenschaft, wie sie heute gedacht wird, ist ja keine Genialität notwendig. Also: Borniertheit, Beschränktheit, das ist dasjenige, was namentlich auf intellektuellem Gebiete be­kämpft werden muß. Ich will heute mehr skizzieren, wir werden diese Dinge genauer besprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Fühlens handelt es sich darum, daß die Mensch­heit allmählich zu einer gewissen Philistrosität gekommen ist - man kann das nicht anders nennen -, Engherzigkeit, Philistrosität, Eingeschränktheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf gewisse engumgrenzte Kreise. Das ist ja das hauptsächlichste Kennzeichen des Philisters, daß er sich nicht für große Weltenzusammenhänge interessieren kann. Kirchtumpolitiker sind immer Philister. Das kann natürlich auf dem Gebiete der Geisteswis­senschaft nicht genügen, denn da kann man sich nicht auf die engsten Kreise beschränken. Man muß sich sogar für das Außerirdische, man muß sich für sehr weite Kreise interessieren. Und die Leute ärgert es ja, wenn jemand auch nur vorgibt, für so weite Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn, etwas wissen zu wollen. Aber die Philistrosität muß schon auf allen Gebieten der Nichtphilistrosität weichen, wenn Gei­steswissenschaft durchdringen soll. Das ist manchmal nicht bequem, denn das fordert rückhaltloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen, und ein mehr vorurteilsloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ja in der letzten Zeit einmal etwas recht Niedliches gerade auf unserem Boden passiert; aber ich habe vorgebeugt, es ist nichts Schlimmes passiert, es hätte nur etwas passieren können! Ich habe - Sie werden sich daran noch aus den vorjährigen Zürcher Vorträgen erinnern - unter den verschiedenen Beispielen, wie aus der Natur­wissenschaft selber eine Art Überwindung des Darwinismus herauswachsen kann, auf das ausgezeichnete Buch «Das Werden der Orga­nismen» von Oskar Hertwig hingewiesen. Ich habe hier und sonst überall, wo ich nur Gelegenheit gefunden habe, auf dieses ausgezeich­nete Buch hingewiesen. Nun erschien sehr bald nach diesem Buch ein kürzeres Buch, worin derselbe &#039;&#039;[[a:Oskar Hertwig|Oskar Hertwig]]&#039;&#039; über das soziale, das ethische und das politische Leben spricht, und ich hatte mir schon gedacht: Da kann passieren, daß einzelne unserer Mitglieder, wenn sie gehört haben, daß ich gesagt habe, das Buch von Oskar Hertwig «Das Werden der Organismen» sei ein ausgezeichnetes Buch, nun glauben, daß ich denselben Oskar Hertwig für eine unfehlbare Autorität an­sehe. Dieses Buch, das als zweites erschienen ist von Oskar Hertwig, ist ein Buch, das nichts taugt, ein Buch, das herrührt von einem Men­schen, der auf dem Gebiete, um das es sich da handelt, auf dem Ge­biete des sozialen, des ethischen, des politischen Lebens, absolut keinen einzigen ordentlichen Gedanken fassen kann. Ich fürchtete schon, daß einzelne unserer Mitglieder nun hätten finden können, daß auch dieses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buch irgendeinen Wert haben könnte, weil es von demselben Oskar Hertwig herrührt. So mußte ich denn vorbauen und habe auch über­all, wo ich bisher die Gelegenheit ergreifen konnte, sie ergriffen, um darauf aufmerksam zu machen, daß ich dieses zweite Buch desselben Verfassers, der ein ausgezeichnetes naturwissenschaftliches Buch ge­schrieben hat, für ein ganz unfruchtbares, törichtes Zeug halte, von einem Menschen, der gar nicht die Möglichkeit hat, über die Dinge zu reden, über die er da redet. Bequem das eine aus dem andern zu fol­gern, ohne sich jedesmal den Tatsachen aufs neue vorurteilslos gegen­überzustellen, das läßt unsere anthroposophisch orientierte Geistes­wissenschaft nicht zu. Die fordert eben wirklich von den Menschen eine Prüfung der Konkretheit gegenüber jedem einzelnen Falle. Philistrosität ist etwas, was schwinden wird, wenn die Impulse der Geisteswissenschaft sich verbreiten. Das auf dem Gebiete des Fühlens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf dem Gebiete des Wollens, da ist es dasjenige, was so ganz besonders in der neueren Zeit im weitesten Sinne die Menschheit er­griffen hat und was ich doch nicht anders benennen kann denn als Ungeschicklichkeit. Durch das Eingeschränktsein desjenigen, was man lernt auf einem engen Kreis, kann der heutige Mensch in der Regel viel auf einem engen Kreise, und er ist ziemlich ungeschickt in bezug auf alles, was außerhalb dieses Kreises liegt. Man kann heute Männer kennenlernen, die sich keinen Hosenknopf annähen können! Unge­schicklichkeit außerhalb eines engsten Kreises, das ist dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens insbesondere verbreitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun nicht mit den bloßen abstrakten Gedanken, sondern mit der ganzen Seele bei dem ist, was man hier Geisteswissenschaft nennt, der wird sehen, daß diese Geisteswissenschaft in die Geschicklichkeit der Hände hineingeht, daß sie den Menschen geschickter macht, daß sie ihn geeignet macht, wirklich wiederum sein Interesse auf weitere Kreise, sein Wollen über eine weitere Welt auszudehnen. Natürlich ist gerade mit Bezug auf die Ungeschicklichkeit Geisteswissenschaft noch zu schwach, aber je stärker wir sie aufnehmen, desto mehr wird sie eine Bekämpferin sein der Ungeschicklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist es, was beim heutigen Aufnehmen der Geisteswissen­schaft, ich möchte sagen, als eine Trinität ihr gegenübersteht: Borniertheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf intellektuellem Gebiete, Philistrosität, das heißt Engherzigkeit auf dem Fühlensgebiete, Ungeschicklichkeit auf dem Wil­lensgebiete. Und die drei liebt man heute, wenn man auch sich dessen nicht voll bewußt ist. Nichts wird heute mehr geliebt in der ganzen Welt als Ungeschicklichkeit, Philistrosität und Borniertheit. Und in­dem man diese drei liebt, wird man nicht leicht vordringen können zu den großen Aspekten, zu denen die Menschheit vordringen muß: zu den Aspekten, die sich an die Benennungen Ahriman und Luzifer anknüpfen. Und gerade hier ist etwas Wichtiges zu begreifen in unse­rer Zeit, denn in unserer Zeit ist unter mannigfaltigen andern Dingen auch ein sehr wichtiger Übergang vom Luziferischen zum Ahrima­nischen. Und da sich dieser Übergang nicht bloß sonstwo, sondern auch schon durchaus hier in der Schweiz zeigt, so kann man ja auch hier davon sprechen. Auf diesem Gebiet hat vielleicht hier das erste gerade durch schweizerische Gepflogenheiten weniger Bedeutung erlangt, aber das zweite, das hat alle Aussicht, gerade auf diesem Bo­den mehr Bedeutung zu erlangen. Die Menschheit ist nämlich in bezug auf gewisse Dinge in einem Übergang von luziferischen zu ahrimani­schen Untugenden, von luziferischen Kontraimpulsen in bezug auf die Entwickelung der Menschheit zu ahrimanischen Kontraimpulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchaus luziferisch geartet waren gewisse Impulse, die man in der früheren Zeit im Erziehungswesen geltend machte. Man rechnete im Erziehungswesen - wir alle, als wir jung waren, mit Ausnahme der Jüngsten unter uns, wissen ja das sehr genau - mit dem Ehrgeiz, mit der Eitelkeit. Also man rechnete - vielleicht hier in der Schweiz weniger, aber sonst ziemlich viel in der Welt - mit dem Ehrgeiz und der Eitelkeit, mit Ordenswesen, Titelwesen und so weiter, nicht wahr! Die ganze Laufbahn mancher Menschen war aufgebaut auf diesen luziferischen Impulsen der Eitelkeit, des Ehrgeizes, des Mehr-Geltens als ein anderer Mensch und so weiter. Versuchen Sie zurückzudenken, wie das Erziehungswesen schon aufgebaut war auf diesen luziferischen Impulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenwart strebt man danach, an die Stelle dieser luzife­rischen Impulse ahrimanische zu setzen. Sie hüllen sich heute in das niedliche Wort «Begabtenprüfungen». Das will auf ahrimanischem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete, was das Pochen auf den Ehrgeiz und die Eitelkeit schon bei dem Kinde auf luziferischem Gebiete war. Man strebt heute danach, die Begabtesten herauszufinden, diejenigen, die schon ohnedies in den Klassen am meisten können; aus denen sollen wiederum einzelne her­ausgezogen werden. Dann stellt man mit diesen Begabtenprüfungen an, Prüfungen des Intellekts, Prüfungen des Gedächtnisses, Prüfun­gen der Auffassungsgabe und so weiter. Und das ist etwas, wofür die Verfassung des Schweizer Gemütes sehr viel Veranlagung hat. Und wenn auch das Luziferische hier weniger eine Rolle spielte, dieses Ahrimanische, das zeigt sich schon in sehr niedlichen Keimen: Ver­ständnis für diese Begabtenprüfungen. Denn diese Begabtenprüfun­gen gehen ja aus von der Intelligenz, von der Wissenschaft, von der gegenwärtigen Gelehrtenpsychologie. Da setzt man sich hin, nicht wahr, diejenigen, deren Begabung man prüfen will, man schreibt ihnen auf: &#039;&#039;Mörder - Spiegel - Opfer des Mörders.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitzen sie da, die armen Lämmer, vor den drei Worten Mör­der, Spiegel, Opfer des Mörders und sollen Verbindungsglieder su­chen. Das eine Kind findet: Der Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, aber das Opfer hat einen Spiegel, und in dem spiegelt sich gerade der Mörder, und da kann sich das Opfer noch retten. - Das ist das erste Kind. Seine Auffassungsgabe geht dahin, die drei Worte so zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt kommt ein anderes: Ein Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, sieht sich in einem Spiegel; da kommt ihm sein Gesicht vor wie jemand, der kein gutes Gewissen hat, und der Mörder läßt ab von seinem Opfer, weil er sein Gesicht im Spiegel sieht. - Das ist das zweite Kind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Kind macht eine andere Kombination: Ein Mörder schleicht heran. Dieser Mörder findet einen Spiegel. Er stößt sich an dem Spiegel; der Spiegel fällt herunter, macht einen furchtbaren Lärm, poltert. Das Opfer des Mörders wird auf das Gepolter auf­merksam und kann zur rechten Zeit sich rüsten gegen den Mörder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte Kind ist das Begabteste! Das erste hat nur das Aller­nächste an Ideenkombinationen gefunden, das zweite eine nahe­liegende moralische Sache, das dritte Kind hat aber eine sehr komplizierte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideenverbindung gefunden. Das ist das Begabteste! Nun ja, es ist schon so ähnlich. Man muß ja natürlich alles, wenn man es kurz darstellen will, ein bißchen in seiner eigenartigen Wesenheit darstel­len. Aber so will man in der nächsten Zeit die Begabung der Kinder prüfen, damit man die Begabtesten herausbekomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist sicher: Wenn diejenigen Menschen, die diese Methoden erfinden, nachdenken würden, wer die Großen sind, die sie verehren, so &#039;&#039;[[a:Helmholtz|Helmholtz]], [[a:Newton|Newton]]&#039;&#039; und so weiter, so müßten sie sagen, die wären bei diesen Begabtenprüfungen alle, durch die Bank, als die unbe­gabtesten Kerlchen angesehen worden! - Es wäre nichts herausge­kommen. Denn Helmholtz, der heute bei den Leuten, die da die Be­gabtenprüfungen machen, ganz gewiß als ein großer Physiker ange­sehen wird, hatte einen Wasserkopf und war sehr unbegabt in seiner Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will man denn da prüfen? Den bloßen äußeren Organismus, lediglich dasjenige, was als physisches Werkzeug des Menschen in Betracht kommt, das rein Ahrimanische der Menschennatur! Werden jemals die Früchte dieser Begabtenprüfungen in der Menschheit irgend etwas bedeuten, dann werden noch greulichere Gedankenge­bilde heraufkommen, als diejenigen sind, die zu der gegenwärtigen Menschheitskatastrophe geführt haben. Allein wenn man heute den Menschen spricht von dem, was vielleicht erst in hundert Jahren zu katastrophalen Ereignissen führen kann, so interessiert das ja die Menschen nicht. Aber wir leben jetzt in diesem Übergang von luzi­ferischem Erziehungssystem zum ahrimanischen Erziehungssystem, und wir müssen zu denen gehören, die solche Sachen ins Auge zu fassen verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wirksame Kraft für die Zukunft ist, müssen die Menschen umsetzen in Kräfte der Gegenwart. Denn das ist es, was heute von uns gefordert wird: Gefordert wird echtes, wahres, unbefangenes Sich Gegenüberstellen dem, was konkrete, unmittelbare Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darinnen kann man ja sehr sonderbare Erfahrungen machen. Ich weiß nicht, ob ich hier eine Erfahrung schon erwähnt habe, die ganz interessant ist. Es gibt Schriften von [[a:Woodrow Wilson|Woodrow Wilson]], eine Schrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über die Freiheit, eine andere Schrift heißt «Nur Literatur», die viel bewundert worden sind, auch heute noch von vielen sehr bewundert werden. In der einen Schrift, die «Nur Literatur» heißt, ist ein in­teressanter Essay wiedergegeben, den Woodrow Wilson über die historische Entwickelung von Amerika geschrieben hat. Auch sonst sind interessante Essays von Woodrow Wilson wiedergegeben mit weiten historischen Gesichtspunkten. Als ich diese Schriften las, machte ich eine interessante Erfahrung. In diesen Schriften finden sich einzelne Sätze, die mir ungemein bekannt schienen, und die doch ganz gewiß nicht von irgend etwas abgeschrieben waren; sie schienen mir aber doch außerordentlich bekannt. Und ich kam sehr bald dar­auf, daß diese Sätze, die da bei Woodrow Wilson stehen, ebensogut bei Herman Grimm stehen könnten, ja, daß mancher dieser Sätze so­gar wörtlich bei Herman Grimm steht. Herman Grimm liebe ich; Woodrow Wilson, das wissen Sie ja wohl, liebe ich nicht gerade. Aber ich kann deshalb doch nicht die objektive Tatsache verschweigen, daß in bezug auf den Inhalt der Sätze man Sätze von Herman Grimm in Vorträgen, Aufsätzen einfach herübernehmen und hineinstellen könnte in Wilsons Aufsätze, und umgekehrt Sätze von Wilson in Werke von Herman Grimm herübernehmen könnte. Da sagen zwei dem einfachen, gewöhnlichen Wortlaute nach eines und dasselbe. Aber in der Gegenwart muß man lernen: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe! Denn es liegt die interessante Tatsache vor: Herman Grimms Sätze sind persönlich erkämpft, sind errungen, Schritt für Schritt von der Seele errungen. Woodrow Wilsons ganz gleichlautende Sätze rühren von einer eigentümlichen Besessenheit her. Von einem unterbewußten Ich ist der Mann besessen, das diese Sätze herauftreibt in das bewußte Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solche Dinge beurteilen kann, der kommt darauf, daß es sich hier darum handelt: Weizenkorn ist Weizenkorn; aber es ist ein Un­terschied, ob das Weizenkorn in diesen Boden oder in jenen Boden gesenkt wird. Es ist ein Unterschied, ob jemand eine Idee so sehr als die seinige hat, daß er sie Stück für Stück auf seinem eigenen, per­sönlichsten Wege erkämpft hat, oder ob jemand diese Idee dadurch hat, daß ein Unterbewußtes ihn von sich, von diesem Unterbewußten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besessen gemacht hat: da tönt alles aus einem besessenen Unterbe­wußten heraus, aus einem Bewußtsein, das vom Unterbewußten be­sessen ist. Also es kommt heute schon darauf an, zu verstehen: Auf den Inhalt der Gedanken, auf den Inhalt von Programmen kommt es nicht an, sondern auf das lebendige Leben kommt es an, das die Menschheit lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann materialistische Philosophie lehren, man kann bloße Gedankenphilosophie lehren, man kann bloße materialistische Na­turwissenschaft lehren, man kann mit bloß materialistischer Natur­wissenschaft ein ausgezeichneter europäischer Gelehrter sein, eine Zierde der Universität sein und daneben ein braver Staatsbürger: es ist ja der Typus nicht so selten, nicht wahr? Sie sind ja überall zu finden, die Zierden und Leuchten der Wissenschaft, die zu gleicher Zeit ganz tadellose, brave Staatsbürger sind! Das kann man ja ganz gut sein. Aber nehmen Sie irgendeine bestimmt geartete Idee, etwa den Kampf ums Dasein, um eine triviale Idee zu nennen, oder eine Idee, wie sie selbst zahmere Leute wie Oskar Hertwig vertreten, oder Ideen, wie sie &#039;&#039;Spenser&#039;&#039; oder &#039;&#039;Mill&#039;&#039; oder &#039;&#039;Boutroux&#039;&#039; und &#039;&#039;Bergson&#039;&#039; vertreten, die eben durchaus nicht zu spirituellem Leben vordringen wollen, sondern bei bloßen Gedankenphilosophien bleiben - aber noch mehr: Nehmen Sie das, was materialistische naturwissenschaftliche Ideen sind, nehmen Sie diese Ideen -, gewiß, sie können wachsen im Gehirn von braven Staatsbürgern; schön, aber Weizenkorn ist Wei­zenkorn, doch es ist ein Unterschied, ob ein Weizenkorn in weizenfruchtbarem Boden wächst oder in felsigem Boden, und es ist ein Unterschied, ob dieselbe naturwissenschaftliche Idee, die in Europa als eine Zierde der Naturwissenschaft errungen werden kann und an den Universitäten gilt, in den Gehirnen der Universitätslehrer wächst, oder ob sie wächst in dem Gehirn eines Menschen, der einen Bruder hat, welcher schon als junger Mann, am Ende der achtziger Jahre, als eine Leuchte der Wissenschaft in einem Petersburger Laboratorium gilt, der voller fruchtbarer chemischer Ideen ist, mit einer besonderen Medaille ausgezeichnet, von allen, die mit ihm gearbeitet haben, als junger Mann schon hochverehrt wird - und dieser Bruder ist plötz­[ich nicht mehr da! Eben noch von der Universitätsbehörde ausgezeichnet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
plötzlich nicht mehr da! Auf allen möglichen Umwegen sollen dann seine Kollegen erfahren haben, daß er mittlerweile ge­henkt worden ist, weil er an Verschwörungen teilgenommen hatte gegen Alexander III., den Reaktionär. Solche Tatsachen beleuchten die Dinge, die in der Gegenwart spielen, als Lichtblitze. Es ist nun ein Unterschied, ob dieselbe Idee in das Gehirn eines braven west­europäischen Universitätsprofessors fällt oder in das Gehirn des Bruders dieses unter solchen Voraussetzungen Gehenkten. Wenn sie in das Gehirn dieses Bruders fällt, dann verwandelt sich dieser Bruder in einen Lenin - denn der Bruder dieses Gehenkten ist Lenin -, und dann wird dieselbe Idee zur Triebkraft von alledem, was Sie jetzt im Osten Europas aufgehen sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idee ist Idee, wie Weizenkorn Weizenkorn ist, aber man muß er­kennen, ob etwas dieselbe Idee ist und nun auftritt, je nachdem, in dem Gehirn des Universitätsprofessors oder in dem Gehirn des Bruders des dazumal Gehenkten. Man muß den Willen haben, hineinzuschauen in diejenigen Untergründe des Daseins, wo die wirklichen Impulse des Geschehens liegen. Und man muß den Mut haben, abzu­lehnen all das Phrasenzeug von Programmen und Ideen von Wissen­schaftern, die da glauben, wenn sie dies oder jenes vertreten, so komme etwas darauf an. Vertreten kann man dem Inhalte nach dies oder jenes; doch darauf kommt es an, in welchem Gebiete des leben­digen Lebens dieses also Vertretene ist, so wie es darauf ankommt, in welches Gebiet das Weizenkorn fällt, ob in einen fruchtbaren Boden oder in einen unfruchtbaren Boden. Den Weg von der Ab­straktion, die unter den heutigen ernsten Verhältnissen überall zur Illusion oder zum Chaos führt, zu der Wirklichkeit, die einzig und allein in der Spiritualität gefunden werden kann, diesen Weg muß auf allen Gebieten die Menschheit suchen. Und wenn es noch so lange dauert: Auf diesem Wege allein kann die Menschheit das Heil und den Segen aus der gegenwärtigen Verwirrung heraus finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was wir uns ins Herz schreiben sollten, worinnen wir uns zusammenfinden sollen. Das ist es, womit wir uns in einer ernsten Begrüßung begrüßen sollten: in diesem Wissen, dazuzugehören zu dem, was die Gebrechen der Menschheit heilen muß. Sie sind heilbar,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber sie dürfen nicht mit Quacksalbereien geheilt werden wollen. Sie müssen geheilt werden mit demjenigen, durch dessen Mangel die Menschheit gerade in das Chaos hineingekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals hätte im Osten der Leninismus Platz greifen können, wenn nicht im Westen die materialistische Wissenschaft, die manchmal gar nicht sich materialistisch glaubt, gelehrt worden wäre. Denn was im Osten gemacht wird, ist direkt ein Kind der materialistischen Wissen­schaft. Ein Wechselbalg ist durch &#039;&#039;Karl Marx&#039;&#039; entstanden. Das wirk­liche Kind der materialistischen Wissenschaft ist schon im Osten vorhanden. Aber man muß den Willen haben, in alle diese Dinge wirk­lich hineinzuschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, meine lieben Freunde, ist gewissermaßen der Hintergrund, auf dem sich nun, ich möchte sagen, abhebt unser Bau. Und einzelne Menschen hier bei diesem Bau, sie arbeiten, denken an den Bau wahr­haftig recht abseits von den Ideen, die auf so vielen Territorien heute die Menschheit bewegen. Man kann sich gut denken, daß da draußen auf den andern Territorien viele Menschen sind, die da finden, daß hier Menschen leben, die sich absondern von dem, was heute die Welt bewegt und, wie die Menschen glauben, auch bewegen sollte. Man könnte sich das denken, daß die Leute vorwurfsvoll an diesen Ort hinsehen. Diejenigen, die mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei diesem Bau sind, brauchen sich aus diesem Vorwurf nichts zu machen. Denn, möge dieser Bau vielleicht gar nicht seine Aufgabe erfüllen, möge dieser Bau gar nicht sein Ziel erreichen: was an die­sem Bau aber arbeitet und was von denen aus gearbeitet wird, die an diesem Bau mit Hingabe arbeiten, das ist dasjenige, was das Aller­wichtigste ist in der Gegenwart, das ist dasjenige, was die gegenwärtige Menschheit herausführen muß aus alldem, in das sie hineingekommen ist. Und wenn die Menschen draußen etwa glauben: Hier arbeiten Leute abseits von den Aufgaben der gegenwärtigen Menschheit -, so muß man diesen Leuten sagen können: Hier wird gerade gearbeitet für das Allerwichtigste, für das Allerwesentlichste in der Gegenwart, das nur die andern nicht kennen, wovon die andern noch nichts wis­sen. Aber davon wird es gerade abhängen, daß die Menschheit werde etwas wissen wollen von dem, was hier geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal sei es betont: Nicht darauf kommt es an, ob dieser Bau sein Ziel erreicht - obgleich es gut wäre, wenn er sein Ziel er­reichen würde -, sondern darauf kommt es an, daß aus gewissen Ideen heraus an diesem Bau gearbeitet worden ist, daß sich Menschen ge­funden haben für das Arbeiten an diesem Bau. Und nicht der Inhalt dieser Ideen, sondern die Art, wie diese Ideen leben, das ist dasjenige, was die Menschheitsimpulse für die Zukunft sind, während das, woran heute viele glauben, nichts anderes ist als die zum Grabe sich neigenden, in die Auflösung übergehenden, für die Auflösung auch reifen Ideen der Vorzeit. Davon wollen wir dann morgen weiter reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute davon ausgehen, eine Art Skizze zu geben von der menschlichen Seele, so wie diese menschliche Seele in ihrem Verhalten zur Welt und zu sich selbst ist. Ich möchte diese Skizze so halten, daß man etwa sagen kann: Wir sehen uns den Menschen als Seelenwesen an im Profil. Also, damit wir uns verstehen: Wie wenn wir uns den physischen Menschen - nicht das Seelenwesen - so ansehen würden, daß wir ihn etwa nicht en face, sondern im Profil haben würden, meinetwillen nach rechts hinüberschauend. Betrachten wir ihn einmal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 029.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 29]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so. Natürlich müssen wir, wenn wir versuchen, so etwas skizzenhaft zu entwerfen, uns immer klar darüber sein, daß wir es mit imagina­tiver Erkenntnis zu tun haben, daß also das Wirkliche, das hinter einer solchen Sache steht, durch ein Bild wiedergegeben ist. Das Bild deutet auf die Sache hin, und man macht ja auch das Bild so, daß es in richtiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art auf die Sache hindeutet. Aber natürlich darf man sich eine Zeichnung, eine Skizze, welche darstellen soll ein Seelisch-Geistiges, nicht so denken, wie man sich irgend etwas vorstellt, das in natura­listischer Art eine äußere sinnenfällige Wirklichkeit kopiert. Dessen, was ich jetzt sage, muß man sich schon fortwährend bewußt sein. Ich werde also alles, was den physischen und den niederen ätherischen Organismus des Menschen betrifft, fortlassen, werde nur das Seelische, das Seelisch-Geistige zu skizzieren versuchen (siehe Zeichnung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Sie ja aus den verschiedenen Darstellungen, die gegeben wor­den sind, wissen, steht dieses Seelisch-Geistige mit der seelisch-geisti­gen Umwelt mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang als der physische Mensch mit der physischen Umgebung. Der physische Mensch ist ja gegenüber der physisch-sinnenfälligen Umgebung ein ziemlich abgeschlossenes Wesen. Man möchte sagen: Dieser physisch-sinnliche Mensch ist wirklich auch real in seiner Haut eingeschlossen. - So ist es nicht bei dem, was man als den geistig-seelischen Menschen bezeichnen kann; da muß man sich einen fortdauernden Übergang denken in den Strömungen, die im seelisch-geistigen Inneren des Menschen pulsieren, und in all den Bewegungen und Strömungen, die in der allgemeinen, universellen geistig-seelischen Welt bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich nun zunächst von der einen Seite her charakterisieren, wie dieses Verhältnis des menschlich Geistig-Seelischen zu dem Gei­stig-Seelischen der universellen Umgebung ist, so müßte ich das viel­leicht in der folgenden Weise tun. Ich müßte dasjenige, was aus dem Universum, also aus der Unendlichkeit des Raumes in geistig-seeli­scher Weise hereinkommt, zunächst in dieser Art malen. Eigentlich müßte ich den ganzen Raum so ausmalen, aber das ist ja nicht nötig, ich werde nur dasjenige, was zunächst Umgebung des Menschen ist, ausmalen. Das ist also jetzt dasjenige, was als Umwelt aufzufassen ist (siehe Zeichnung Seite 31, blau). Denken Sie sich also in seelisch-geistiger Bildhaftigkeit das, worin der Mensch hineingestellt ist. Der Mensch ist ja jetzt noch nicht da, sondern es ist nur das, was aus der Umgebung angrenzt, mit diesem Blau gekennzeichnet. Denken Sie sich das wie ein in sich wogendes blaues Meer, das den Raum aber aus­füllt. Wenn ich sage: Blaues Meer -, ist das natürlich so aufzufassen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 031 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ich das öfter in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen, charakteri­siert habe, so wie Farben als Bezeichnung des Aurischen, des Seelisch-Geistigen aufzufassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmend, möchte ich sagen, oder schwebend getragen, wie eine Woge getragen, ist nun ein anderes Geistig-Seelisches. Das ist dasjenige, welches ich jetzt etwa in der folgenden Weise darstellen müßte. Wir können also, wenn wir von der universellen Umwelt zum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen übergehen, uns und das menschliche Geistig-Seelische etwa wie schwebend auf diesem Rot denken. Da hätten wir zunächst einen Teil des Geistig-Seelischen; davon müßten wir nur, wenn wir etwas der Wirklichkeit gemäß die Skizze machen wollten, den oberen Teil in einem etwas ins Violettliche, ins Lila fallenden Rot geben. Das würde nur richtig gegeben sein, wenn hier oben das Rot sich violett abstumpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit habe ich Ihnen zunächst, ich möchte sagen, den einen Pol des Geistig-Seelischen des Menschen gegeben. Den andern Pol be­kommen wir, wenn wir das, was hier an das universell Geistig-Seeli­sche sich anschließend gegen das physische menschliche Antlitz zu schwimmend-schwebend sich verhält, etwa in der folgenden Weise eingliedern: Gelb, Grün, Orange; Grün geht ins Blaue noch hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Sie eine, ich möchte sagen Normalaura des Menschen im Profil, also von der rechten Seite aus gesehen. Ich sage ausdrück­lich: eine Normalaura von der rechten Seite aus gesehen. Dasjenige, was sich dem Schauen so darstellen würde, daß das Schauen eben diese Figur vor sich hätte, das charakterisiert das Hineingestelltsein des Menschen in seine geistig-seelische Umgebung. Es charakterisiert aber auch die Stellung des Menschen, des Seelisch-Geistigen des Men­schen zu sich selber. Man kann, gerade wenn man dasjenige studiert, was durch diese Figur dargestellt ist, so recht sehen, wie der Mensch nach zwei Seiten hin ein begrenztes Wesen ist. Diese zwei Seiten, nach denen hin der Mensch ein begrenztes Wesen ist, die werden im Leben immer bemerkt; allein sie werden nicht richtig gedeutet, sie werden nicht richtig ins Auge gefaßt, werden wenigstens nicht verstanden. Sie wissen ja, daß man in der äußeren Naturwissenschaft davon spricht, daß der Mensch, wenn er die Welt betrachtet, wenn er sich Erkennt­nisse verschaffen will von der Welt, mit seiner Wissenschaft, mit seiner Erkenntnis an bestimmte Grenzen kommt. Wir haben öfter von die­sen Grenzen gesprochen, von diesem berühmten «Ignorabimus» - wir werden niemals wissen -, welches von seiten der Naturforscher, von seiten mancher Philosophen geltend gemacht wird. Man sagt, der Mensch komme eben zu bestimmten Grenzen seines Erkennens, seines Anschauens der Außenwelt. Ich habe Ihnen wohl auch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den berühmten Ausspruch angeführt, den [[A:Du Bois-Reymond|&#039;&#039;Du Bois-Reymond&#039;&#039;]] auf der Leipziger Naturforscherversaminlung in den siebziger Jahren getan hat: In die Regionen hinein, so sagte ungefähr dazumal Du Bois­-Reymond, in denen Materie spukt, wird das menschliche Erkennen niemals dringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde richtiger über diese Erkenntnisgrenzen des Menschen sprechen, wenn man vielleicht sagen würde: Der Mensch ist genötigt, indem er die Welt betrachtet, gewisse Begriffe sich festzusetzen, welche er mit seinem naturwissenschaftlichen Erkennen, auch mit seinem gewöhnlichen Philosophenerkennen nicht durchdringt. Sie brauchen ja nur zu denken an solche Betrachtungen wie den Begriff des Atoms. Vom Atom redet die Naturwissenschaft. Aber das Atom hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn man eigentlich nicht davon reden kann, wenn man nicht sagen kann, was ein Atom ist; denn in dem Augenblicke, wo man anfangen würde, das Atom zu beschreiben, wäre es nicht mehr ein Atom. Es ist ein schlechthin Unnahbares. Und so ist es eigentlich schon die Materie, der Stoff selber. Es müssen ge­wisse Begriffe festgesetzt werden, an die man nicht herankommt. So ist es mit dem Erkennen der Außenwelt. Es müssen Begriffe festge­setzt werden, wie Materie, Kraft und so weiter, an die man nicht herankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß solche Begriffe festgesetzt werden müssen, das beruht einfach darauf, daß jenes innerlich geistig-seelisch Leuchtende des Menschen hier nach außen in ein Dunkles hinein sich erstreckt. Das, was da konstatiert wird als Erkenntnisgrenze, das kann man, ich möchte sa­gen, aurisch wirklich richtig sehen. Es liegt hier dem Menschen eine Grenze vor. Das Wesen, das er selbst ist, wird hier dargestellt durch dasjenige, was ich aurisch habe verlaufen lassen als hellgrün ins Blau-violett übergehend (siehe Zeichnung Seite 31). Aber indem es ins Blauviolette übergeht, ist es nicht mehr der Mensch, da ist es das Universelle der Umgebung. Da gelangt der Mensch mit seinem Wesen, das die innere Kraft seines Anschauens der Welt ist, an eine Grenze, da gelangt er gewissermaßen an das Nichts, und da muß er solche Begriffe, wie Materie, Atom, Stoff, Kraft festsetzen, die keinen Inhalt haben. Das liegt in der menschlichen Organisation, das liegt im Zusammenhange&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Menschen mit dem ganzen Weltenall. Da geht wirk­lich die Verbindung des Menschen mit dem Weltenall vor sich. Man kann, wenn man im Sinne geisteswissenschaftlicher Vorstellung diese Grenze da bezeichnet, das so machen, daß man sagt: Diese Grenze läßt den Menschen in bezug auf seine Seele in Berührung kommen mit dem Universum. - Man kann, indem man die Richtung nach dem Universum hin mit der einen Schleife einer Lemhiskate bezeichnet, das, was dem Menschen angehört, mit der andern Schleife bezeichnen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034a.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur geht das, was aus dem Menschen herausgeht, in das Universum, in das Unendliche hinein. Man muß daher die Schleifenlinie, die Lemniskate, auf der einen Seite offenlassen, und auf der einen zu­machen, und man muß dann diese Schleifenlinle so zeichnen: Hier ist die Schleifenlinie geschlossen, hier geht sie ins Unendliche hinaus. Es ist dieselbe Linie, die ich dort gezeichnet habe, nur gehen die Schenkel hier ins Unendliche hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034b.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich hier so zeichne als offene Lemniskate, als offene Schleifen-linie, das ist nicht bloß etwas Ausgedachtes, das ist etwas, was Sie tatsächlich wie ein- und auslaufende Blitze in einer sanften, aber sehr langsamen Bewegung als Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum sehen können. Die Strömungen des Universums nähern sich fortwährend dem Menschen; er zieht sie an, sie verschlingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in seiner Nähe und gehen wieder heraus. Also es strömt so etwas dem Menschen zu, verschlingt sich, geht wieder heraus. Der Mensch ist von solchen dem Universum angehörenden Strömungen durchsetzt, die sich hier vor ihm aufhalten. Dadurch ist der Mensch, wie Sie sich vorstellen können, von einer Art welligem Aurischen um­geben ; es kommen diese Strömungen vom Universum herein, machen hier einen Wirbel, grüßen gleichsam den Menschen, indem sie einen Wirbel vor ihm machen, so daß er hier von einer Art aurischer Strö­mung umgeben ist. Das ist wesentlich ein Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum, zur geistig-seelischen Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber können Sie dasjenige, was Sie eigentlich als in Ihrem Be­wußtsein liegend empfinden, hier dargestellt finden als bläulich-grün­lich-gelblich, nach innen zu orange verlaufend. Aber das stößt hier auf; im Inneren des menschlichen Seelischen stößt dieses Gelblich-Orange auf das auf, was auf dem blauen Meere als das Geistig-Seelische des unteren Menschen schwingt, des niederen Menschen. Was ich hier rot und im Übergang ins Orange gezeichnet habe, das gehört zu den unterbewußten Teilen des Menschen, entspricht ja auch denjenigen Vorgängen im Physischen, die sich hauptsächlich als Verdauungstätigkeit und Ähnliches abspielen, woran das Bewußtsein keinen An­teil hat. Dasjenige, was mit dem Bewußtsein zusammenhängt, das würde aurisch charakterisiert sein in den hellen Partien, die ich hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 035.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 35]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dargestellt habe (siehe Zeichnung Seite 31). So wie hier zusammen­stoßen des Menschen Geistig-Seelisches mit dem Geistig-Seelischen der Umwelt, so stößt nach innen des Menschen Geistig-Seelisches mit seinem Unterbewußten - also auch eigentlich dem Universum ange­hörig - zusammen. Dieses Zusammenstoßen muß ich in den Strö­mungen so zeichnen, daß die einen Strömungen ins Unendliche hinausgehen; anders muß ich dieses Zusammenstoßen im Inneren des Menschen zeichnen. Da muß ich auch eine Schleifenlinle zeichnen, aber diese muß ich so zeichnen, daß sie nach innen verläuft. Geben Sie acht: Ich zeichne durchaus eine Schleifenlinie, aber ich nehme die untere Schleife und schlage sie um, so daß die Schleifenlinie so wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 036.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich schlage die untere Schleife um (siehe Zeichnung, rechts). Im Gegensatz zu hier (siehe Zeichnung Seite 35), wo ich die eine Schleife ins Unendliche verlaufen lasse, also ins Unendliche vergrößere, schlage ich nun die untere Schleife um. - Dann habe ich dadurch bildlich bezeichnet die Stauungen, die sich ergeben da, wo das Geistig-Seelische hier innen auf das unterbewußte, als auch univer­selle Geistig-Seelische auftrifft. Ich muß also diese Stauungen, die im Menschen entstehen, wenn ich sie entsprechend denen hier zeichne, in dieser Weise charakterisieren (sieben Leruniskaten mit umgeschla­gener Schleife). Das sind die Stauungen, welche entsprechen einer inneren Welle im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie diese innere Welle tatsächlich verfolgen wollten, so würde die Hauptrichtung dieser Welle - aber eben nur die Hauptrichtung - etwa so verlaufen, daß sie entlangliefe dem Zusammenstoßen von den, wie Sie wissen, unrichtig benannten, aber sogenannten sensitiven und motorischen Nerven im Menschen. Das nur nebenbei gesagt, denn ich will heute hauptsächlich das Geistig-Seelische der Sache erörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 037.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 37]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen daran den starken Gegensatz, der besteht in dem Verhält­nis des Menschen zur geistig-seelischen Umwelt und zu sich selber, zu dem Stück, das er aus der geistig-seelischen Umwelt als sein Unter-bewußtes hereinnimmt, und das ich hier durch die rötliche Woge, die auf dem allgemeinen blauen Meere des geistig-seelischen Universums schwimmt, zu skizzieren gehabt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben gesagt, daß diese Welle hier (siehe Zeichnung Seite 31, rechts) gewissermaßen der Schranke entspricht, auf die der Mensch aufstößt, wenn er die Außenwelt erkennen will. Aber auch hier (links) ist eine Schranke; im Inneren des Menschen selbst ist eine Schranke. Wäre diese Schranke nicht vorhanden, dann würden Sie immer in Ihr Inneres hinuntersehen. Jeder Mensch würde in sein Inneres hinunter-schauen. So wie, wenn diese Schranke (rechts) nicht vorhanden wäre, der Mensch in die Außenwelt hineinschauen würde, so würde er, wenn diese Schranke (links) nicht vorhanden wäre, in sein Inneres hinunterschauen. Er würde allerdings, so wie der Mensch im gegen­wärtigen Entwickelungszyklus einmal ist, wenn er so in sein Inneres hinunterschauen würde, wenig Freude haben über dieses sein Inneres, weil das, was er da sehen würde, ein höchst unvollkommenes, chaoti­sches, brodelndes Gewoge der inneren Menschennatur ist, etwas, wor­über der Mensch keine große Freude haben könnte ; aber es ist das­jenige, in welches die phantastischen Mystiker glauben hinunterschauen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu können, wenn sie von Mystik sprechen. Dasjenige, was sehr häufig von phantastischen Mystikern als das Erstrebenswerte an­gesehen wird, was namentlich bei sehr vielen solchen Mystikern - ich habe sie im Vorjahre charakterisiert -, die wirklich glauben, indem sie in ihr Inneres schauen, das Universum erkennen zu können, als Mystik figuriert, das ist beim Menschen gerade durch diese Stauwelle zugedeckt, richtig zugedeckt. Der Mensch kann nicht in sein Inneres hinuterschauen. Dasjenige, was sich hier innerhalb dieser Region bildet (links), das staut sich und spiegelt sich, kann sich wenigstens in sich selbst zurückspiegeln, und die Erscheinung dieses Zurückspiegelns, das ist die Erinnerung, das Gedächtnis. Jedesmal, wenn ein Gedanke oder ein Eindruck, den Sie gefaßt haben, wiederum zurückkommt in der Erinnerung, so kommt er dadurch zurück, daß diese Stauung hier zu funktionieren beginnt. Wenn Sie diese Stauwelle nicht hätten, so würde jeder Eindruck, den Sie von außen bekommen, jeder Gedanke, den Sie fassen, durch Sie hindurchgehen, nicht in Ihnen bleiben kön­nen und in das übrige geistig-seelische Universum hineingehen. Nur dadurch halten Sie die Eindrücke auf, die Sie empfangen, daß Sie diese Stauwelle haben. Dadurch sind Sie aber imstande, durch ge­wisse Vorgänge, die wir noch charakterisieren werden, die Eindrücke wiederum zurückzubekommen. Und das drückt sich aus im Funk­tionieren des Gedächtnisses, im Funktionieren der Erinnerung. Sie können sich also vorstellen, daß Sie in sich etwas haben wie eine Tafel, was hier im Profil gezeichnet ist - denn es ist ja im Profil gezeichnet, nicht wahr, es ist solch eine Ebene, die in Ihnen ist -, da wird zurück­geschlagen dasjenige, was nicht durchgehen soll. Sie bleiben, wenn Sie wachend sind, mit der Außenwelt vereint, sonst würde alles in wachem Zustande durch Sie durchgehen. Sie würden eigentlich von den Eindrücken nichts wissen, Sie würden die Eindrücke bekommen, aber könnten sie gar nicht festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also dasjenige, was auf die Erinnerung deutet. Und das, was gewissermaßen als die Fläche dieser Stauwelle unsere Erinnerung bewirkt, deckt dasjenige zu, was der phantastische Mystiker gern in sich sehen möchte. Was da drunten ist, davon könnte man schon sagen: Für den, der die Dinge wirklich kennt, gilt das Wort: Der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch «begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie [die Götter] gnädig bedecken mit Nacht und Grauen». - Doch die Mystiker sind phantastisch und wollen da hinunterschauen. Aber sie können es ja ohnedies nicht, weil sie das normale Bewußtsein so durchlöchern, so korrumpieren würden, daß sich die Gedächtniswelle nicht zurück­schlüge. Dasselbe, was unsere Erinnerung ausmacht, was wir so not­wendig brauchen zum äußeren Leben, das bedeckt uns dasjenige, was die phantastischen Mystiker wohl schauen möchten, was aber der Mensch nicht schauen soll. Unter Ihrem Gedächtnis, unter Ihrer Gedächtnisursache, unter Ihrer Gedächtnisfläche liegt etwas Wesen­haftes vom Menschen. Aber geradeso wie die Hinterwand eines Spie­gels, wie der Belag eines Spiegels das, was vorn ist, zurückwirft, so geht, was also in Ihrem Bewußtsein ist, nicht da hinten hin; das wird wieder zurückgeworfen und kann deshalb fortwährend als Erinnerung da sein. So kann überhaupt unser ganzes Leben sich als Erinnerung spiegeln. Und im wesentlichen ist ja dasjenige, was wir das Leben unseres Ich nennen, das Spiegeln dieser Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also, unser bewußtes Leben leben wir eigentlich zwischen dieser Welle hier (rechts) und zwischen dieser Welle (links). Wir wären also Schläuche, die alles durch sich hindurchlassen, wenn wir nicht diese Stauwelle hätten, die der Erinnerung zugrunde liegt, und wir sähen in die Geheimnisse jenseits der Erkenntnisgrenze hinein, wenn wir nicht genötigt wären, außerhalb des Gebietes des Sinnen-fälligen Begriffe zu setzen, für die wir keinen Inhalt mehr haben. Wären wir so organisiert, daß wir diese Stauung hier nicht erzeugen könnten, so würden wir Schläuche sein. Wären wir so organisiert, daß wir nicht genötigt wären, diese gewissermaßen unausgefüllten Be­griffe, diese dunklen Begriffe vor uns hinzusetzen, so wären wir liebe-leere und liebelose Wesen; steinerne Naturen wären wir, trockene Naturen. Wir könnten nichts in der Welt gern haben, wir wären alle Mephistopelesnaturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß wir so organisiert sind, daß wir an gewisses Geistig-Seelisches unserer Umgebung nicht herankommen können mit unseren abstrak­ten Begriffen, mit unserem Fassungsvermögen, das bewirkt, daß wir lieben können. Denn was wir lieben sollen, an das sollen wir nicht so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
herankommen, daß wir es analysieren im gewöhnlichen Sinne des Wortes, daß wir es zergliedern, daß wir es behandeln wie der Chemi­ker im Laboratorium die chemischen Stoffe. Man liebt ja nicht, wenn man chemisch analysiert oder chemisch synthetisiert. Erinnerungsfähigkeit, Liebefähigkeit, das sind die zwei Fähigkeiten, die zugleich entsprechen zwei Grenzen der menschlichen Natur. Der einen Grenze nach innen entspricht die Erinnerungsfähigkeit; was jenseits der Er­innerungszone liegt, ist unterbewußtes menschliches Innere. Die andere Zone entspricht der Kraft der Liebefähigkeit; was jenseits dieser Zone liegt, entspricht dem Geistig-Seelischen des Universums. Das Unbewußte der menschlichen Natur liegt also jenseits dieser Zone, soweit das menschliche Innere reicht ; das Geistig-Seelische des Uni­versums geht unbegrenzt in die Weiten hinaus von der andern Zone an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können also sprechen von Liebezone, von Erinnerungszone und können dasjenige, was das menschlich Geistig-Seelische ist, inner­halb dieser Zonen einschließen; müssen aber jenseits der einen Zone da drüben (siehe Zeichnung Seite 31, links) dasjenige suchen, was un­bewußt bleibt, und was deshalb, weil es unbewußt bleibt, gerade sehr stark zusammenhängt mit der menschiichen Körperlichkeit, mit den körperlichen Verrichtungen. Natürlich sind die Dinge in der Wirk­lichkeit nicht so einfach, wie man sie darstellen muß, weil alles inein­andergreift. Das, was hier rot ist (siehe Zeichnung Seite 31), das greift in Dinge hinein, das verändert sich ; und wiederum dasjenige, was grün und blau ist, das verändert sich auch. In der Wirklichkeit greifen die Dinge alle ineinander ein. Aber trotzdem ist in der Hauptsache die skizzenhafte Zeichnung richtig und entspricht den Tatsachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus aber ersehen Sie, daß für das physische Leben auf der Erde hier ein starkes, bewußtes Geistiges ist. Hier (links) ist ein unbewußtes Geistiges, das eigentlich mit dem Universum zusammen verschwimmt. Diese zwei Stücke des Menschen unterscheiden sich sehr deutlich von­einander. Dieses Geistige (in der Mitte), das ist daher zunächst für das irdische Leben ein solches, das sehr fein gewoben ist. Wie fein gewo­benes Licht, möchte ich sagen, ist alles hier (gelb). Würde ich am Menschen zu zeigen haben, wo dieses fein gewobene Licht ist, so würde in das hinein, was ich jetzt umfassend so umschreibe, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
menschliche Haupt fallen. Also was ich so umschrieben habe, was ich dorthin als das Gelbe, Gelb-Grünliche, Gelb-Orange nach der andern Seite gezeichnet habe, das ist fein gewobenes, wenn ich so sagen darf, Geistlicht. Das hat keine starke Verwandtschaft mit der irdischen Materie ; das hat eine möglichst geringe Verwandtschaft mit der irdi­schen Materie. Deshalb, weil es wenig Verwandtschaft hat, kann es auch nicht mit der Materie sich gut verbinden, und so bleibt es zum großen Teile unverbunden mit der Materie ; es wird diesem Teil ge­geben eine solche Materie, die eigentlich immer jeweils aus der vori­gen Inkarnation des Menschen stammt. Das Haupt, das, was das menschliche. Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigent­lich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Phy­siognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem [[a:luzifer|luziferischen]] Inneren stammt, sondern mehr durch die An­passung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit ; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrod ein von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorpho­sieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form be­kommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinaus-geschrittenes. Daher ist das Haupt - wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe - eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der übrige Mensch, der ist auch ein Haupt, so sonderbar das aussieht; nur ist er noch nicht so weit als das Haupt. Wenn Sie sich den Menschen geköpft denken, so ist das, was übrigbleibt, auch ein Haupt des Menschen, aber auf einer noch sehr zurückgebliebenen Stufe. Wenn es sich weitet entwickelt, dann wird es auch Haupt, während das, was Sie als Haupt des Menschen haben, der übrige Organismus gewesen ist in früherer Inkarnation. Wenn Sie dann dasjenige entleiblicht sich denken, vom Leibe befreit, was in Ihrem gegenwärtigen Organismus noch nicht Haupt ist, wenn Sie sich also das Haupt wegdenken vom gegenwärtigen Organismus, der erst in der nächsten Inkarnation Haupt wird - aber dieser Ihr Organismus ist ja ein Abbild, alles Physische ist ein Abbild eines Geistigen -, wenn Sie sich dafür das Geistige denken, was also in seiner äußeren Form nicht bis zum Men­schen vorgeschritten ist: da sehen Sie es sich nun an unserer luziferi­schen Figur bei der [[a:Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman|Gruppe]] drüben an, da haben Sie es!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt denken Sie sich all das Geistig-Seelische, das bei Ihnen zurückgehalten ist von Ihrem Haupte, in den Menschen hineingefügt, also all das, was beim Menschen eine Grenze ist, was er nicht durch­dringen kann (rechts, siehe Zeichnung Seite 31), in den menschlichen Kopf hineingepreßt: dann wird der Mensch nicht nur ein so altes, ehrwürdiges Haupt haben, wie er es ohnedies schon hat, sondern er wird ein ganz verknöchertes Haupt haben, wird überhaupt ganz ver­knöchern, wie die Ahrimanfigur bei unserer Gruppe drüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie sich also dasjenige, was hier unter der Erinnerungsgrenze ist, ausgegossen denken über das Innere des Menschen, bekommen Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles Luziferische. Wenn Sie sich alles dasjenige, was jenseits dieser Stauwelle ist (rechts), hereinergossen denken in die menschliche Figur, bekommen Sie die [[a:Ahriman|ahrimanische]] Form. Und der Mensch ist zwischen beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, das hat nicht nur eine große Bedeutung für das Verständnis des Menschen, sondern das hat auch eine große Bedeutung für das Verständnis der geistigen Vor­gänge in der Menschheitsentwickelung. Man versteht nicht, wie das Christentum und der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung hereingekommen ist, wenn man nicht gründlich diese Dinge versteht. Man versteht auch nicht, welche Funktionen die katholische Kirche hatte, welche Funktionen [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]] und ähnliche Strömungen ha­ben, welche Osttum und Westtum haben, wenn man sie nicht im Zusammenhange betrachten kann mit diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese Strömungen, die eigentlich richtig erst verstanden wer­den können, wenn man diese Grundlagen des geistig-seelischen Men­schen sich einmal anschaulich vor das Auge führt, Ost-, Westtum, Jesuitismus, Amerikanismus und so weiter, werde ich mir morgen erlauben, ein weniges zu sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bemühte mich gestern, Ihnen ein Bild des seelischen Menschen zu geben. Dasjenige, was wir für heute einmal aus diesem Bilde des seeli­schen Menschen herausgreifen wollen, das sollen die beiden Grenz­zonen sein, die wir gestern kennengelernt haben. Die eine Grenzzone ergibt sich ja dadurch, daß der Mensch genötigt ist, haltzumachen, wenn er versucht, die Außenwelt, so wie sie sich ihm zunächst sinnen-fällig ergibt, zu durchschauen. Von Grenzen des Erkennens reden dann die Naturforscher, Philosophen und so weiter. Wir wissen, daß diese Grenzen des Erkennens nicht in Wahrheit vorhanden sind, daß sie aber in der Tat für das sinnliche, für das physische Anschauen des Menschen vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Grenze ist dadurch gegeben, daß alles in unserem Be­wußtsein Befindliche oder in das Bewußtsein Eintretende gewisser­maßen reflektiert wird, zurückgespiegelt wird an einer inneren Zone und dadurch zur Erinnerung werden kann. Es geht das, was wir im Bewußtsein haben, nicht in die volle Tiefe derjenigen Region hinunter, die nur unterbewußt für den Menschen bleibt. Wir wollen diese beiden Grenzen herauszeichnen (siehe Zeichnung Seite 45), die Erinnerungsgrenze (links) und - wir können sie geradezu nennen die Liebefähig­keitsgrenze (rechts), die zugleich die Grenze des Naturerkennens ist. Wir haben sie bezeichnet, indem wir Lemniskaten, die nach außen offen sind, hier zu zeichnen hatten (rechts), und hier (links) hatten wir gewissermaßen Lemniskaten mit einer umgestülpten Schleife zu ver­zeichnen. Das (rechts) also ist dann die Region des Außen, in das der Mensch nicht mehr hineinsieht mit dem gewöhnlichen sinnlichen Anschauung svermögen, also: nicht perzipierbar. Das (links) ist die Grenze des bewußten Lebens nach innen, in die der Mensch nicht unterzutauchen vermag mit dem Bewußtsein. Der Mensch bleibt mit seinem Bewußtsein oberhalb dieser Grenze. Würde er mit seinen be­wußten Vorstellungen hinuntertauchen, so würde er keine Erinnerung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 045.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 45]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber gerade in bezug auf das Leben des seelischen Menschen angesichts dieser beiden Grenzen etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Wenn wir in der Entwickelung der Menscheit zurückgehen etwa hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert - Sie wissen, 747 vor Christus be­ginnt der vierte nachatlantische Zeitraum -, wenn wir hinter diesen Zeitpunkt zurückgehen in die früheren nachatlantischen Zeiträume, dann gilt für den Menschen dieses, daß dasjenige, was jenseits dieser Grenze liegt, doch in einer gewissen Weise noch hereinwirkte in das Bewußtsein. Und darauf beruhte eben jenes damals noch vorhandene atavistische Hellsehen. Es drangen gewisse Impulse damals herein aus dem Universum und machten sich geltend als atavistische Schauun­gen. So daß wir sagen können: Ganz undurchsichtig - ich meine jetzt intellektuell undurchsichtig - wurde dieses Außen erst seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, und es wurde immer mehr und mehr un­durchsichtig. - Jetzt leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Es ist ja undurchsichtig geblieben. Und darauf pochen ja die Leute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute ganz außerordentlich, indem sie immerzu behaupten, daß über­haupt kein Mensch eindringen könne in jenes «Ding an sich», oder wie sie es dann nennen, was da jenseits dieser Grenze liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen darf gesagt werden, daß immer mehr und mehr sich eine andere Tendenz geltend macht und gegen den sechsten nachatlantischen Zeitraum sich immer mehr und mehr geltend machen wird. Das ist, es wird gewissermaßen diese Zone hier (links) durchiässig werden. Es wird die Zeit kommen, wo aus den Tiefen der Menschennatur das­jenige, was ich Ihnen gestern als das Brodelnde geschildert habe, als dasjenige, in das der Mensch nicht hinunterschauen soll - in dem Sinne vor allen Dingen nicht, wie die phantastischen Mystiker das wollen -, es wird aus diesem Gebiete von dem [[a:Slawische_Kultur|sechsten nachatlantischen Zeit­raum]] an gewissermaßen allerlei durchsickern wollen. Ja, es wird diese Zeit schon im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum beginnen]], in unserem Zeitraum. Es wird allerlei durchsickern wollen. Es wird sich das ja vor allen Dingen dadurch äußern, daß viel mehr Menschen, als man heute denkt, immer mehr und mehr aus gewissen rein inneren Erfah­rungen entnehmen werden, daß es wiederholte Erdenleben gibt und dergleichen. Diese Dinge kommen, man möchte sagen, heute schon, obwohl spärlich, zum Durchbruche. Ich habe öfter, hier ja wohl auch schon, den Namen eines merkwürdigen Menschen der Gegenwart genannt, des &#039;&#039;Otto Weininger&#039;&#039;, der ja besonders bekanntgeworden ist durch sein dickes Buch «Geschlecht und Charakter». Noch interessanter aber ist dasjenige Buch, das nach seinem Tode sein Freund Rappa­port herausgegeben hat, und in dem allerlei außerordentlich Interes­santes drinnensteht. Es sind zum großen Teil Aphorismen. Das Ganze trägt den Titel «Über die letzten Dinge». Einer dieser Apho­rismen besagt ungefähr dieses: Weininger behauptet, die Seele des Menschen hätte in ihrem vorgeburtlichen Leben ein gewisses Grauen vor sich selber zur Entwickelung gebracht und hätte dadurch die Sehnsucht bekommen, dieses Leben zu vergessen und sich in das Vergessen hineinzustürzen, was die Verleiblichung bedeutete. - Also Weininger spricht vollständig von dem vorgeburtlichen Leben, von dem Verleiblichen; nur spricht er in seiner düsteren, pessimistischen An­schauung davon, daß die Seele sich zu betäuben sucht gegenüber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihrem vorgeburtlichen Leben, und die Betäubung sucht sie in der Verleiblichung in einem physischen Menschenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber solche unmittelbaren Eindrücke heutiger Menschen von dem Wege der Seele gibt es ja viele, und sie werden immer zahlreicher und zahlreicher werden. Bei solch einem Menschen wie Weininger kann man schon heute sehen, wie dichter, kompakter möchte ich sagen, das Ich innerlich den Menschen anfaßt. Bei Weininger sieht man schon deutlich, wie diese Grenze etwas durchlässig wird und da allerlei her­aufdringt. Interessant ist es zum Beispiel, welche Notiz er hingeschrieben hat über seinen eigenen Tod. Er verübte frühzeitig, mit dreiund­zwanzig Jahren schon, Selbstmord. Er schrieb eine ganze Reihe von Notizen nieder, die außerordentlich interessant sind, weil sie geradezu Imaginationen astralischen Schauens darstellen. Das alles paarte sich mit einem gewissen Charakterzug, der ihn dann dahin führte, eines Tages sich einzumieten in Beethovens Sterbehaus in Wien und in diesem sich gleich am nächsten Morgen selber zu ermorden, mit drei­undzwanzig Jahren. Und darüber schrieb er die Notiz, daß er sich ermorden müsse, weil er sonst fürchten müsse, getrieben zu werden durch einen unbestimmten Drang, ein Mörder zu werden, einen andern ermorden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht, da rumoren furchtbarste Dinge in der Seele eines außer­ordentlichen genialischen Menschen, die nicht so ohne weiteres be­zwungen werden können durch das, was in seinem Bewußtsein ist, weil da vieles aus diesem Unterbewußten herauf rumort. Sie werden begreifen, daß man schon mit einem gewissen Recht darauf hinweisen muß, daß die gewöhnliche Gescheitheit, die der Mensch jetzt ent­wickeln kann, nicht ausreicht, um das, was da aus den unbekannten Tiefen herauf kommt, zu erkennen. Denn es sollte ja gar nicht herauf­kommen, es sollte da unten bleiben, aber es wird doch heraufkommen. Geradeso wie bis zum Jahre 747 vor Christus von außen etwas herein­gekommen ist, so wird nachher von innen etwas aufsteigen. Durch das, was der Mensch sich erringen wird an gewöhnlicher, normaler Ge­scheitheit, wird das nicht bezwungen werden können, bei weitem nicht bezwungen werden können. Da wird man eben brauchen jenes Ver­stehen der Welt, welches durch die Geisteswissenschaft zu erwerben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist. Es wird Harmonie, innerliche Festigkeit und innerliche Gediegen­heit in das menschliche Seelenleben nur eindringen können, wenn die Menschen dieses innerliche Seelenleben werden ordnen, harmonisie­ren wollen durch dasjenige, was aus der Erkenntnis des Geistes heraus errungen werden kann. Es strebt die Entwickelung der Menschheit also aus einem Zustande heraus, in welchem von der Außenwelt mehr wahrnehmbar war, als heute wahrnehmbar ist, und es strebt diese Ent­wickelung der Menschheit einem Zustande zu, in welchem aus dem tiefsten Inneren des Menschen mehr auftauchen wird, als heute im Normalzustand auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge, von denen ich jetzt spreche, sie kennt man eigentlich in den eingeweihten Kreisen da und dort sehr gut. Von jenem alten Erkennen, das bis ins 8. vorchristliche Jahrhundert den Menschen zu­gänglich war, spricht ja noch das ganze morgenländische Geistesleben, das ganze asiatische Geistesleben. Ja, es spricht nicht nur das Geistes­leben, es spricht im Grunde genommen die ganze asiatische Kultur davon. Daher kommt es, daß es eigentlich so schwer verständlich ist für den Europäer, wenn heute der Orientale, der asiatische Orientale von seiner Kultur spricht. Da muß man schon, wenn man diese Leute verstehen will, sich hineinfinden in eine andere Art, die Vorstellungen, die Gedanken zu bilden. Heute würde es zum Beispiel für sehr viele Menschen sehr interessant sein müssen, so etwas Tonangebendes zu verfolgen, wie die Rede ist, welche Rabindranath Tagore, der Inder, gehalten hat über den Geist Japans. Sie wissen: Tagore ist der von der Nobel-Stiftung preisgekrönte Inder. Er hat über den Geist Japans einen Vortrag gehalten. Es ist weniger wichtig, was er über den Geist Japans gerade spricht, als der Geist, aus dem heraus er spricht, der Geist des heutigen Orientalen, der nur verstanden werden kann, wenn man weiß, daß etwas in den Orientalen noch zurückgeblieben ist von jenem Her­auf-, von jenem Hereinkommen der Außenwelt, wie es heute nicht perzi­pierbar ist. Für die meisten Europäer reden die Orientalen, wenn sie im Sinne ihrer Kultur reden, eben eigentlich etwas ziemlich Unverständ­liches. Man versteht gewöhnlich gar nicht, wovon sie eigentlich reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die andere Erscheinung kommt vor, daß dasjenige, was eigent­lich erst in der Zukunft auftreten sollte, in einer gewissen Weise dann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorweggenommen wird. Vergleichen könnte ich das damit, daß ich hinweise auf Kinder, die als Kinder schon greisenhaft sind. Sie neh­men das Greisenhafte als Kinder schon voraus. Da ist die Unregelmäßigkeit in der Entwickelung dadurch eingetreten, daß etwas, das später kommen sollte, früher hereingeschoben ist, in eine frühere Zeit. Während nun im orientalischen Denken, in der orientalischen An­schauungsweise gerade bei den hervorragendsten Geistern ein aus alter Zeit Zurückgebliebenes in der Weise herrscht, wie ich es eben angedeutet habe, herrscht namentlich bei so ganz im Sinne des Ameri­kanismus denkenden Geistern ein Hereinnehmen von Späterem, ein Hereinschieben von Späterem. Da merkt man deutlich, wenn man auf solche Sachen eingehen kann, daß gerade hervorragendere Geister vieles von dem haben, was da (links) durchsickert. Sie bekommen eine Vorstellung von solchem Durchsickerndem, wenn Sie zum Bei­spiel jenen Essay lesen, den Woodrow Wilson geschrieben hat über die Entwickelung des amerikanischen, des nordamerikanischen Volkes im besonderen. Man kann sich nichts denken, das mehr den Nagel auf den Kopf trifft, das treffender wäre als dieser Essay, den &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; über die Entwickelung des amerikanischen Volkes geschrieben hat. Da ist jedes Wort darinnen so, daß man das Gefühl hat: es ist die Sache in der allerallerschärfsten Weise charakterisiert und getroffen. Und das fällt insbesondere deshalb auf, weil Wilson in diesem Fall sehr scharf aufmerksam macht darauf, daß eine ganze Anzahl von Leuten auch in Amerika die Ansicht haben, die eigentlich nur zu rechtfertigen ist, wenn man das amerikanische Volk heute noch auffaßt - wogegen er, Woodrow Wilson, sich wendet - gleichsam als eine Dependance des englischen Volkes. Diese Menschen, die heute noch die Amerika­ner so auffassen, als ob diese etwas wären wie Abkömmlinge, wie ein Zweig der europäischen Engländer, diese Leute lehnt Woodrow Wil­son im strengsten Sinne des Wortes ab. Die verstehen nichts, meint er, von der eigentlichen Entwickelung des amerikanischen Volkes im 19. Jahrhundert. Denn der Amerikaner beginnt von innen erst Ame­rikaner zu sein - so spricht Wilson aus echt amerikanischem Geiste heraus, außerordentlich prägnant und treffend - in dem Momente, wo er aufhört anzuknüpfen mit seinem Seelenhaften an das, was von England&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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herübergekommen ist, wo er beginnt, als Bebauer des Bodens von Osten nach dem Westen hinüberzudringen, von der amerikani­schen Ostküste nach der Westküste hinüberzudringen. In diesem Aus­roden der Urwäider, in der Arbeit mit der Flinte, in der Arbeit mit dem Spaten, in der Arbeit mit dem Pflug und dem Pferde, in diesem Über­winden jenes Widerstandes, der zu überwinden ist bei der Arbeit von dem Osten nach dem Westen hinüber, entwickelt sich für ihn der Westmann, der «Westerner», wie er es nennt. Und in dieser Art und Weise der Eroberung des Bodens sieht er, so daß es unmittelbar über. zeugendsten Eindruck macht, den eigentlichen Nerv der amerikani­schen Entwickelung. Man hat überall gerade das Gefühl - man muß natürlich verstehen, das Wie zu lesen in einem solchen Fall, nicht bloß das Was -, da spricht viel mehr als der Wilson. Denn wenn der Wilson selber spricht - ja, da wird nicht viel Gescheites daraus. Da spricht viel mehr, da spricht dasjenige, wovon der Mann als von seinem eigenen Inneren her besessen ist, da sprechen Därnonennaturen, die geradezu grandiose Zukunftsgeheimnisse eingeben. In diese Geheim­nisse müßte eigentlich die Menschheit eindringen, wenn die Ent­wickelung verstanden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute tatsächlich einen Unterschied machen zwischen der bloßen wissenschaftlichen und zeitungsgemäßen Erfassung der Welt, die ja bequem ist, die auch allbeliebt ist, und der wahren Erfassung der Welt. Die wahre Erfassung der Welt, die muß solche Gegensätze sich klarmachen können wie die, welche ich jetzt auseinandergesetzt habe: von dem Hereinkommen bei den orientalischen Völkern von etwas, das da draußen liegt (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) ; von dem Heraufkommen bei den amerikanischen Völkern von etwas, was da drinnen (links) liegt. Und was da heraufkommt, es braucht das nicht etwas bloß Verwerfliches zu sein, es kann in gewissem Sinne grandiose [[a:ahriman|ahrimanische]] Offenbarung sein, die da heraufkommt. Denn ahrimanische Offenbarung ist es im wesentlichen, welche in jenem ausge­zeichneten Aufsatze von Woodrow Wilson über die Entwickelung des amerikanischen Volkes gegeben ist.&lt;br /&gt;
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Die Eingeweihten des Ostens und die Eingeweihten des amerikani­schen Volkes, die wissen auch das Nötige aus diesen Dingen zu machen.&lt;br /&gt;
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Man will von beiden Seiten die Entwickelung der Menschheit durchaus in gewisse Bahnen bringen. Die orientalischen Völker, das heißt ihre Eingeweihten, haben ganz bestimmte Absichten für die Zukunftsentwickelung der Menschheit. Diese Leute sehen, was in der Entwickelung richtig liegt und versuchen dasjenige, was in der Ent­wickelung richtig liegt, soweit der Mensch es beeinflussen kann, zu beeinflussen. Sie suchen ihm eine gewisse Richtung, einen gewissen Impuls zu geben. Und der Impuls, der da von den orientalischen Eingeweihten der Entwickelung gegeben werden will, der beruht im wesentlichen darauf, daß man nicht mehr rechnen will, so ungefähr nach der Häffte der sechsten nachatlantischen Zeit, auf die mensch­liche Generation. Man möchte verzichten auf das irdische Menschen­geschlecht nach dieser Zeit. Man möchte die Entwickelung der Menschheit dahin bringen, daß die Menschen nachher eigentlich nicht mehr so recht physische Nachkommen haben, daß die Seelen dann schon sich vergeistigen, nicht mehr auf die Erde herunterkommen in Verleiblichungen. Man möchte das Reich des Geistes für die Mensch­heit schon von der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit an be­gründen. Dies würde man nur können, wenn man gewisse Kultur­ingredienzien abweisen würde. Nicht nur die Eingeweihten des Orients, sondern eigentlich instinktiv jeder gebildete Orientale lehnt daher im eminentesten Sinne gewisse Europäismen ab ; gerade die­jenigen Europäismen, auf die der Europäer ganz besonders stolz ist, lehnt er ab. Er lehnt ab namentlich alles dasjenige, was sich ja aus der rein technischen, materiellen Kultur in Europa und seinem Anhange Amerika ergeben hat. Wer die Entwickelung der Menschheit studiert, namentlich im 19. Jahrhundert und in das 20. Jahrhundert herein, der wird finden, daß man mit Recht sagt: Die Techhik hat es ungeheuer weit gebracht, die Technik hat den Menschen Arbeitskräfte abge­nommen. Wenn man heute davon redet, die Erde habe so und so viel hundert Millionen Einwohner, so ist dieses eigentlich nicht ganz richtig, weil man auch rechnen kann, wieviel die Erde Einwohner hat nach dem, wieviel gearbeitet wird. Nun wird mit vollständigem Recht gesagt, daß seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von den Maschinen, die nach und nach entstanden sind, menschliche Arbeitskraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
verrichtet wird. Man kann berechnen, ziemlich exakt berechnen, wieviel Millionen Menschen mehr die Erde haben müßte, wenn alle die Arbeit, die von den Maschinen verrichtet wird, von den Menschen verrichtet würde. Die Erde müßte fünfhundert Millionen Menschen mehr haben. Man kann schon sagen: Heute sind auf der Erde nicht nur diejenigen Menschen mit zwei Beinen und einem Kopf, die statistisch berechnet werden können, sondern fünfhundert Millionen mehr, gemessen an der Arbeitskraft; die Arbeitskraft wird eben von Maschinen verrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt nichts Materielles, hinter dem nicht ein Geistiges steht. Diese fünfhundert Millionen Menschenkräfte, die sind die Gelegen­heit zum Aufenthalte von ebensovielen ahrimanischen Dämonen innerhalb der menschlichen Kultur. Diese ahrimanischen Dämonen sind einmal da. Und diese ahrimanischen Dänionen, die lehnt der Orientale aus einem gewissen Instinkt heraus radikal ab; die will er nicht. Das sehen Sie eigentlich aus jeder Manifestation eines feingebildeten Orientalen heraus, daß er diese ahrimanische Dämonologie ab­lehnt. Denn diese ahrimanische Dämonologie, die gibt dem Menschen eine gewisse Schwere, die niemals möglich macht, daß dasjenige ge­schleht, was die orientalische Initiation anstrebt: daß das Menschen­geschlecht mit der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit physisch aufhört auf der Erde zu sein, weil die Menschen zurückgehalten wer­den durch das, was sich auf diese Weise dämonologisch-ahrimanisch entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem andern Ziel streben die Eingeweihten des Amerikanismus zu. Sie streben dem entgegengesetzten Ziele zu. Sie streben danach, eine innigere Gemeinschaft zu bilden, als im normalen Verlauf der Mensch­heitsentwickelung geschehen soll, zwischen den Menschenseelen und derjenigen Leiblichkeit, welche auf der Erde zu finden sein wird, der dichten, groben Leiblichkeit, die auf der Erde zu finden sein wird von dem sechsten nachatlantischen Zeitraume an. Die seelische Kultur wird sehr vertieft sein, aber die leibliche wird grob sein. Aber eine innigere Verbindung mit dieser groben Leiblichkeit strebt man im amerikanischen Westen an, eine innigere Verbindung als die normale ist, ein stärkeres Untertauchen in die Leiblichkeit. Man will entgegenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem, was da durchsickert (siehe Zeichnung Seite 45, links), will ihm entgegengehen durch stärkeres Eindringen in die Leiblich­keit. Während man also eine Kultur begründen will von seiten der Orientalen, die nicht rechnet mit den Menschenleibern der späteren Erdenentwickelung, will man die Seelen ketten an diese spätere Erdenentwickelung innerhalb der amerikanischen Kultur des Westens. Man will die Leiber möglichst so gestalten, daß die Seelen, wenn sie durch den Tod gegangen sind, möglichst bald wiederum in einen Leib herunterkommen können, daß sie möglichst wenig sich aufhalten in der geistigen Welt. Man will die Seelen möglichst abhalten von einem Aufenthalt in der geistigen Welt, man will, daß sie möglichst bald wiederum auf die Erde herunterkommen. Man will sie innigst ver­binden mit dem Leben der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Tendenzen, die man kennenlernen muß. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheint, wenn man von diesen Ten­denzen spricht, so schädlich ist es ihm, daß sie übersehen werden. Denn notwendig ist, daß der Mensch sich mit vollem Bewußtsein hineinstellt in dasjenige, das eigentlich mit ihm selbst gewollt wird und demgegenüber er oftmals leider, leider so steht, daß man sagen kann: er läßt alles mögliche mit sich geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieses westliche Ideal, diese Dämonologisierung des Men­schen, das wird nur erreicht werden können, wenn der geistige, psy­chische Amerikanismus unterstützt werden kann von einer andern Weltanschauungsströmung, die viel verwandter mit dem Amerikanis­mus ist, als man denkt. Sie haben ja gesehen: Es ist wesentlich ein Hinneigen des Amerikanismus zur Ahrimankultur, was das Ausschlag­gebende ist. Aber eine richtige Förderung würde dieser Amerikanis­mus erhalten können, wenn er unterstützt würde von einer andern Weltanschauung, die viel verwandter mit ihm ist, als man denkt. Das ist der [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]]. Jesuitismus und Amerikanismus sind zwei sehr, sehr verwandte Dinge. Denn als der fünfte nachatlantische Zeitraum begann, da handelte es sich darum, einen Impuls zu finden, durch den man sich in den Stand setzen konnte, die Menschen möglichst hinwegzuführen von dem Verständnisse des Christus. Und diejenige Bestre­bung in der Kulturentwickelung, welche es sich zur Aufgabe gesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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hat, kein Verständnis des Christus aufkommen zu lassen, das Ver­stänanis des Christus vollständig zu untergraben, das ist der Jesuitis­mus. Der Jesuitismus strebt danach, allmählich jede Möglichkeit eines Christus-Verständnisses auszurotten. Denn dasjenige, was da zugrun­de liegt, das hängt schon mit einem tiefen Mysterium zusammen. Damit, daß etwas von außen (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) immer da hereinkam in das menschliche Innere, hängt es zusammen, wie ich sagte, daß die Menschen vorher, vor dem 7., 8. vorchristlichen Jahr­hundert, atavistisches Hellsehen hatten. Aber durch dieses atavistische Hellsehen sahen sie auch im Universum den Christus. Der Christus war etwas, was sie sehen konnten im alten Hellsehen. Ich habe das ja oft dargestellt, ich habe es dargestellt in der «Geheimwissenschaft im Umriß», und der ganze Sinn meines Buches «Das Christentum als mystische Tatsache» gipfelt ja schließlich darin. Man sah den Christus im Kosmos, man sah den Christus im Universum. Aber nun denken Sie: Vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert ab haben wir Menschen die Möglichkeit verloren, in das Universum hinauszuschauen. Was hätten denn die Menschen mitverloren, wenn nichts anderes gekom­men wäre, dadurch, daß sie gar nicht mehr hinausschauen konnten ins Universum? Was hätten die Menschen verloren? Die Möglichkeit, von einem Christus-Geiste überhaupt etwas zu wissen, wenn der Christus nicht zu ihnen gekommen wäre durch das Mysterium von Golgatha, wenn der Christus nicht auf die Erde heruntergekommen wäre. In dem historischen Zeitmomente, wo die Menschen nicht mehr den Christus im Kosmos schauen konnten, kam der Christus auf die Erde herunter, verband sich mit dem Jesus. Von da ab war es des Menschen Aufgabe, den Christus in dem Menschen zu erfassen. Und gerettet werden muß die Möglichkeit, daß mit dem, was da durch­sickert (siehe Zeichnung, rechts), der Christus erkannt werde. Denn der Christus ist zu den Menschen heruntergestiegen. Der Jesus ist ein Mensch, in dem der Christus gewohnt hat. Wirkliche menschliche Selbsterkenntnis muß den Jesus-Keim tragen. Dadurch wird man in die Zukunft übersiedeln können. Tief begründet ist es, daß wir von einem Christus Jesus sprechen. Denn der Christus entspricht dem Kos­mischen ; aber dieses Kosmische ist auf die Erde heruntergekommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und hat in dem Jesus Wohnung genommen, und der Jesus entspricht dem Irdischen mit der ganzen irdischen Zukunft.&lt;br /&gt;
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Will man den Menschen abschließen vom Geistigen, so nimmt man ihm den Christus. Dann hat man die Möglichkeit, den Jesus so zu benützen, daß die Erde nur in ihrem irdischen Aspekt vorhanden bleibt. Sie werden daher beim Jesuitismus eine fortwährende Be­kämpfung der Christologie finden, dagegen ein scharfes Betonen des­sen, daß man ein Heer ist, eine Armee für den Jesus. Ja, natürlich: Geisteswissenschaft ist schon ein Mittel, daß solche Dinge erkannt werden, daß den Menschen die Schuppen von den Augen fallen. Da­her werden jene, die nicht erkannt sein wollen, immer wütender und wütender werden auf dasjenige, was Geisteswissenschaft will. Wüten­der, man sieht es: Das Juliheft der jesuitischen Zeitschrift «Stimmen der Zeit» - früher «Stimmen aus Maria-Laach» - enthält nicht nur einen, sondern gleich zwei Artikel gegen mich. Und wer dieses im Zusammenhang zu denken vermag mit dem, was sonst jetzt sich an neuen Aspirationen des Jesuitismus in der Welt entwickelt, der wird daraus überhaupt etwas Tieferes sehen können. Nur leider, man spricht ja von solchen Dingen heute doch zumeist vor einer schlafen­den Menschheit. Die Menschen lieben es, die wichtigsten Dinge zu verschlafen, nicht hinzuhören auf dasjenige, was nun wirklich zu­kunifbestimmend ist. Daher werden die Menschen jetzt von allen Dingen, wie ich vorgestern sagte, überrascht. Sie wollen ja auch über­rascht sein. Spricht man möglichst früh von den Dingen, die im Schoße der Zeit liegen, so betrachten die Menschen das als etwas Unbequemes, weil sie möglichst lange gut brav bürgerlich bequem auf ihren Polster­sesseln sitzen möchten, auch wenn sie verantwortungsvolle, führende Menschheitsstellen innehaben. Aber diejenigen, welche sich für Geisteswissenschaft interessieren, sollten schon sich in die Seelen ein­gravieren, daß man alles tun wird, um diese Geisteswissenschaft un­wirksam zu machen. Es ist nicht gerade gut, wenn auch wir innerhalb unserer Kreise allzusehr schlafen mit Bezug auf die Beobachtung des­jenigen, was in der Welt vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen ist es ja recht schwierig, zu sehen, wie doch immer alles, was so persönlich spielt, höhergestellt wird als dasjenige, was in der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
gegenwärtigen Zeit so ganz besonders wichtig und wesentlich ist: das Hinschauen auf die großen Angelegenheiten der Menschheit, die sich langsam vorbereiten. Die Angriffe, die zu tun haben mit den großen Wollungen, die kommen schon von den verschiedensten gegnerischen, ernst zu nehmenden Seiten. Solch ein Angriff wie der, von dem ich eben gesprochen habe, er ist schon in gewissem Sinne ernster zu neh­men. Man muß ihn in der richtigen Weise taxieren können. Nicht ernst zu nehmen nach dieser Richtung hin sind ja natürlich jene schö­nen Angriffe, welche aus dem Unterirdischen unserer Gesellschaft selber immer wiederum auftauchen, und die ja zum Teil bloß deshalb ein böses Ansehen haben, weil immer wieder und wiederum die Ten­denz bemerkbar ist, daß man gerade die größte, liebevollste Teilnahme gegenüber jenen Leuten hat, welche dasjenige, was ernst erstrebt wird in unseren Reihen, verlästern, zu verunglimpfen suchen und derglei­chen. Und erst wenn das Unheil da ist, dann entschließt man sich nach und nach, wirklich zu sehen ; vorher werden manche Leute gehätschelt, welche dann das Unheil bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage dies nicht, weil ich daran denke, daß das oder jenes anders sein sollte, sondern weil ich mich wirklich verpflichtet fühle, darauf aufmerksam zu machen, daß die Menschheit aufwachen muß, und daß wir vor allen Dingen zu denen gehören müssen, welche nach Wachheit streben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf gewissen Gebieten kann man ja heute alles mögliche tun. Der von mir hier gemeinte Schlaf der Menschheit, der nur überwunden werden kann durch ein Eindringen in die geistigen Welten, der ist außerordentlich schwer zu überwinden, der Schlaf der Menschen. Und mit Bezug auf die Verbreitung des geisteswissenschaftlichen Erkennt­nisgutes hat man es vielfach gerade mit diesem Schlaf zu tun als dem Gegner. Ich will dabei gar nicht von einer einzelnen Erscheinung sprechen, sondern in der ganzen Kulturbewegung ist gegenwärtig etwas Schläfriges gegenüber den eigentlichen Impulsen, die überall, an allen Stellen den Menschen über den Kopf hinauswachsen. Zwei Dinge sind notwendig, die man sich wie goldene Regeln eigentlich einschrei­ben müßte in seine Seele: Niemals war mehr als in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum die Notwendigkeit vorhanden, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen sich immer mehr und mehr bemühen - und daß Menschen da sind, die das können, daran ist nicht zu zweifeln -, gerade das zu erreichen, was besonders wertvoll ist: geisteswissenschaftliche Er­kenntnisse zu verstehen. Gewiß, geisteswissenschaftliche Erkenntnisse müssen gesucht werden durch hellsichtiges Eindringen in die geistige Welt ; das ist eine Notwendigkeit. Aber das ist eine Selbstverständ­lichkeit, daß es Hellseher geben muß, die eindringen in die geistige Welt, daß es Leute geben muß, die übersinnliche Erkenntnisse an­streben. Zweitens aber ist besonders wichtig, daß sich für diese geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse, für diese in übersinnlichen Welten gesuchte Erkenntnis Leute finden, die kraft des Intellekts die Sache verstehen. Das vernünftige, verständige Begreifen der Geisteswissen­schaft, das ist heute ganz besonders notwendig, denn das ist dasjenige, wodurch die widerstrebendsten Kulturmächte gerade überwunden werden. Der Intellekt der Menschen ist heute so groß, daß die ganze Geisteswissenschaft verstanden werden kann, wenn man nur will. Und gerade dieses Verständnis anzustreben, ist ein allgemein-menschliches, nicht ein egoistisches Interesse der Kultur. Denn dieses Verständnis kann angestrebt werden, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute verwendet werden auf naturwissenschaftlichen Gebieten an allerlei Kleinkram, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute volkswirt­schaftlich recht fruchtlos verwendet werden, und endlich, wenn jene Kräfte, die in einer fruchtlosen, vielleicht sogar menschenmörderi­schen Technik verwendet werden, entsprechend angewendet würden, und die Menschen nicht verzogen würden von frühester Kindheit an. Dann würde man sehen, wie leicht das spirituelle Geistesgut wirklich zum Verständnisse der Menschheit gebracht werden könnte. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere goldene Regel ist diese, daß man heute noch etwas an­deres braucht für das Fruchtbarmachen des spirituellen Geistesgutes für unsere Kultur. Das erste ist etwas, was Ahriman abgerungen wer­den muß. Die Menschen sind heute schon gescheit, denn Ahriman sorgt dafür, daß die Menschen gescheit sind. Oh, die Menschen sind gescheit! Sie verwenden ihre Gescheitheit eben nur im materialisti­schen Interesse. Die Menschen sind nicht nur gescheit, sie sind übergescheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Davon werden wir aber in den nächsten Vorträgen noch sprechen, damit Sie sehen, welchen ungeheuren Einfluß gerade das ahrimanische Element auf die menschliche Übergescheitheit der heu­tigen Zeit hat. Aber noch etwas anderes ist notwendig. Noch einem andern Geiste ist manches abzuringen. Wir brauchen nicht nur Ge­scheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich - ja, wie soll ich es ausdrücken -, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spiri­tuelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist. Gerade auf spiri­tuellem Gebiete muß den luziferischen Kräften, die sonst so wirksam jetzt sind in der Welt, dieses abgerungen werden. Es gibt einen schö­nen Anblick: es ist der Anblick desjenigen, der in ruhiger Klarheit, aber mit innerem Feuer und Enthusiasmus, weil es ihm eine Notwen­digkeit ist, für das spirituelle Geistesgut sich erwärmen kann. Es gibt einen andern Anblick: das ist der, wo man möglichst versucht, durch das spirituelle Geistesgut eingelullt zu werden, träumerisch zu werden, hingegossen warm zu werden, aufzugehen in die universellen Kräfte, die Seele zu vereinigen mit dem göttlichen All. Das sind Gegensätze, die man in der Gegenwart doch wohi beobachten kann, Gegensätze, die es notwendig ist, zu beobachten. Denn es wird nicht leicht werden, das spirituelle Geistesgut der Menschenkultur einzuverleiben. Und es muß hinein, denn die Menschenkultur braucht es. Man wird über vieles ganz, ganz anders nicht nur denken lernen müssen, sondern auch fühlen und empfinden lernen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich könnte noch manches sagen in Anknüpfung an dasjenige, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, aber ich will vielleicht lieber schweigen und will Ihnen Gelegenheit geben, nachzudenken. Man kann über manches nachdenken, was angeregt werden könnte durch manche Tücke, welche ich ganz absichtlich in die eben ausgesprochene Wahrheit hineingelegt habe. Nun, davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man eine Zeit, in der man selbst lebt, verstehen will, so muß man sie aus größeren Weltenzusammenhängen heraus verstehen. Das ist gerade das Kleinliche der gegenwärtigen Zeit, daß man nicht will die Impulse, die Kräfte, die wirksam sind in der Gegenwart, aus größerem Zusammenhang heraus sich klarmachen. Und insbesondere wird es immer wieder und wiederum notwendig sein, um das eine oder das andere gegenwärtig Wirksame zu verstehen, zurückzugreifen zu den Verhältnissen, durch welche die Menschheitsentwickelung gegangen ist zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha, wir haben es ja von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt und haben gesehen, wie tief, wie bedeutsam es eingreift in den ganzen Evolutionsgang, die ganze Entwickelung der Mensch­heit. Wir wissen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders die Welt empfanden, anders anschauten als nach dem Myste­rium von Golgatha. Natürlich geht das nicht so auf einmal aus dem einen Zustand in den andern Zustand über. Aber der rückschauenden Betrachtung ergibt sich schon dasjenige, was wir von den verschie­densten Gesichtspunkten aus dargelegt haben. Insbesondere möchte ich heute, um eine gewisse Grundlage für die nächsten Betrachtungen zu finden, auf eines hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Stimmung, die Verfassung der Menschenseelen vor dem Mysterium von Golgatha betrachten, so können wir im allge­meinen sagen, daß innerhalb der Kulturmenschheit, also derjenigen Menschheit, aus der die heutige Kulturmenschheit hervorgegangen ist, vor dem Mysteruim von Golgatha eine gewisse Fähigkeit in den Seelen vorhanden war, in die Geheimnisse der kosmischen, geistigen Welt hineinzuschauen. Es war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen selbstverständlich, nicht so zum Ster­nenhimmel hinaufzuschauen, wie heute der Mensch zum Sternenhimmel hinaufschaut. Wir wissen ja, heute schaut der Mensch zum Sternenhimmel hinauf, indem er sich sagt: Mit unserer Erde sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einige andere Planeten verbunden, die mit ihr zusammen um die Sonne kreisen; dann sind unzählige andere Fixsterne da, die wiederum ihre Planeten haben. - Und wenn dann der Mensch darauf achtet, was er eigentlich, indem er sich so etwas überlegt, für einen Gedanken hat, so muß er sich doch sagen, er hat den Gedanken einer großen Weltmaschinerie. Daß da noch anderes waltet und wirkt als die Kräfte dieser großen Weltmaschinerie, das macht sich der Mensch der Ge­genwart nur sehr, sehr wenig klar. Das war mehr oder weniger für den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha selbstverständlich. Insbesondere war für ihn selbstverständlich, die Sonne zum Beispiel nicht bloß als dasjenige anzuschauen, als was sie der heutige Pyhsiker anschaut, roh gesprochen, eine Art glühender Kugel im Weltenraume draußen, sondern der Mensch vor dem Mysterium von Golgatha wußte ganz genau: Diese Sonne, von der die Physik spricht, diese Sonne ist nur &#039;&#039;ein&#039;&#039; Element in der ganzen Sonne. Dieser Sonne liegt zu­grunde ein Seelisches und ein Geistiges. Und das Geistige, das dieser Sonne zugrunde liegt, sprach ja noch der griechische Weise als das allgemeine Weltgute an, als das Gute der Welt, als das einheitliche, die Welt durchwallende Gute. Das war ihm der Geist der Sonne. Ihm wäre es, diesem griechischen Weisen, als stärkster Aberglaube vorgekom­men, so zu denken, wie der heutige Physiker denkt, daß da draußen im Weltenraume einfach eine glühende Kugel schwebe; sondern ihm war diese glühende, schwebende Kugel die Offenbarung des einheit­lich Guten, das in der Welt zentral wirksam ist. Und mit diesem zentralen Guten, das geistiger Art ist, ist wiederum verbunden ein Seelisches: der Helios, wie es die Griechen nannten. Und erst das dritte, der physische Ausdruck des Guten und des Helios, war dann die phy­sische Sonne. Es sah also der Mensch damals an Stelle der Sonne ein Dreifaches. Und mit diesem Dreifachen, das in der Sonne in alten Zeiten gesehen worden ist, brachten diejenigen Menschen, welche in der Zeit des Mysteriums von Golgatha dachten - ausgerüstet mit dem Wissen dieses Mysteriums von Golgatha, ausgerüstet mit dem Wissen der alten Mysterien -, mit diesem dreifachen Sonnenmysterium brach­ten diese Weisen das Christus-Mysterium zusammen, das Mysterium von Golgatha selber. Mit der Sonnenverehrung war verbunden für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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diejenigen, die etwas wußten, die Christus-Verehrung. Mit der Sonnen­weisheit war wiederum für diejenigen, die etwas wußten, verbunden die Christus-Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um aber das, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, naturgemäß zu fühlen, als etwas Selbstverständliches zu empfinden, dazu war eben die Konstitution der Seele notwendig, die damals da war. Und diese Kon­stitution der Seele verschwand eben. Sie verschwand schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, mit dem Jahre 747 - dies ist die wirk­kiche Gründungszahl von Rom - vor dem Mysterium von Golgatha. Mit der Gründung Roms schwindet eigentlich die alte Möglichkeit, in dem Kosmos draußen das Geistige zu sehen. Mit dem Eintritt Roms in die Geschichte tritt das in die Menschheitsevolution ein, was man das prosaische Element nennen kann. Die Griechen zum Bei­spiel bewahrten in ihrer ganzen Weltanschauung noch die Möglich­keit, hinter der Sonne eben die zwei andern Sonnen, die seelische und die geistige Sonne zu sehen. Und nur dadurch, daß nun nicht rein in griechische Weisheit und in griechisches Empfinden das Mysterium von Golgatha getaucht worden ist, sondern in römische Weisheit und in römisches Empfinden, dadurch ist es gekommen, daß man ge­brochen hat mit dem Wissen von dem Zusammenhang des Christus mit der geistigen Sonne. Damit haben sich ja namentlich die christ­lichen Kirchenväter und die christlichen Kirchenlehrer zu befassen gehabt, dieses Mysterium von der Sonne zu verhüllen, dieses Myste­rium von der Sonne für die Menschheit vergessen zu machen, es nicht herauskommen zu lassen. Es sollte gewissermaßen ein Schleier gebreitet werden durch die fortgehende Entwickelung des Christen­tums, wie man das nennt, über die tiefe, die bedeutsame, die um­fassende Weisheit von dem Zusammenhange des Christus mit dem Sonnenmysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man definieren sollte die Aufgabe der Kirche, jener Kirche, die entstanden ist dadurch, daß das Christentum in das Römertum eingesenkt worden ist, dann müßte man dies so tun, daß man sagte: Die römisch gefärbte christliche Kirche hatte sich namentlich zur Aufgabe zu machen, das Christus-Mysterium möglichst zu ver­hüllen, es möglichst wenig bekanntwerden zu lassen. - Die Einrichtung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche die Kirche durch den Romanismus erfahren hat, die ist insbesondere geeignet gewesen, die Menschen so wenig wie moglich von dem Christus-Geheimnis wissen zu lassen. Die Kirche war da­durch eine Institution zur Geheimhaltung des Christus-Mysteriums geworden, eine Institution geworden, möglichst wenig in die Welt kommen zu lassen von dem Christus-Mysterium. Dies ist etwas, was immer mehr und mehr in der jetzigen Zeit der Menschheit klarwerden muß, weil beginnen muß diejenige Zeit, welche in der Lage ist, wie­derum mit andern Begriffen zu arbeiten als mit den römischen Be­griffen. Römische Begriffe haben gerade das Scharfumrissene, das Scharfkonturierte, das Kadaverhafte. Diejenigen Begriffe, welche ent­wickelt werden, um zum Beispiel den Menschen in seiner Wahrheit zu begreifen, wie ich ihn in seiner Normalaura, möchte ich sagen, Ihnen vor acht Tagen hier auf die Tafel gezeichnet, skizziert habe, die Be­griffe, die notwendig sind, um die wahre Wirklichkeit des Menschen wieder zu erfassen und damit die wahre Wirklichkeit der Welt einiger­maßen zu begreifen, diese Begriffe müssen flüssig sein, diese Be­griffe dürfen nicht scharf konturiert sein, denn die Wirklichkeit ist nichts Starres, sondern etwas Werdendes. Und wollen wir mit unse­ren Begriffen und Ideen die Wirklichkeit erfassen, so müssen wir mit unseren Begriffen dem Fluß, dem Werden der Wirklichkeit nachschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn außer acht gelassen wird dieses Flüssigwerden der Begriffe, dann kommt das zustande, was heute zum Unheil der Menschheit an zahlreichen Orten beobachtet werden kann. Nehmen Sie eine Erschei­nung, die heute für etwas gründlichere, nicht schlafende Weltenbeobachter sich geradezu aufdrängt. Es ist die folgende Erscheinung. Nicht wahr, wir haben in der Welt unter uns Gelehrte, Gelehrte auf den mannigfaltigsten Gebieten. Diese Gelehrten vertreten, bewahren, wie man sagt, die Wissenschaft, und die heutige Menschheit, die ja nicht autoritätsgläubig ist, glaubt aber trotz ihres aus der Welt geschafften Autoritätsglaubens aufs Wort alles dasjenige, was von den Gelehrten der verschiedenen Gebiete vertreten wird. Und die Gelehrten unter­einander glauben den andern immer dasjenige, was nicht gerade in ihrem Gebiete ist. In diese Verhältnisse sehen die Menschen heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|63}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nicht gern hinein, weil das ganze Zerfaserte und Chaotische unserer Kultur den Menschen auffallen müßte, wenn sie in diese Verhältnisse hineinsehen würden. Aber wir haben ja zum Beispiel das Folgende er­lebt. Nehmen wir an, so ein Gelehrter - wir könnten immer für die verschiedenen Gebiete einen herausheben - hat zu seinem speziellen Gebiete, nun, meinetwillen - ich will etwas Ausgefallenes nehmen -, die Ägyptologie. Da besteht dann sein Beruf darinnen, daß er über die Eigentümlichkeit des ägyptischen Volkes die übrigen Menschen, die sich nicht beschäftigen können mit dem, was man die Quellen nennt, unterrichtet, daß er auch über die Beziehungen des ägyptischen Volkes zu andern Völkern des Altertums die Menschen unterrichtet. Der Menschen Aufgabe ist es, das aufs Wort zu glauben, denn der Mann ist ja in der Ägyptologie eine Autorität. Nun ist aber in unserer Zeit ein Unheil gekommen: Eine große Anzahl von diesen Gelehrten, die solche Spezialgebiete vertreten, haben nicht geschwiegen, sondern über Themen gesprochen, die nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Es wäre ja besser gewesen, wenn sie geschwiegen hätten, aber sie haben nicht geschwiegen; sie haben zum Beispiel ihr Denken, ihre Gedan­kenformen, heute unter dem Eindruck dieser Ereignisse angewendet auf ihr eigenes Volk und auf seine Beziehungen zu den andern Völ­kern. Und da hat man nun genügend Gelegenheit zu sehen, was für Unsinn eigentlich die Leute reden. Nun müßte man Schlüsse ziehen, Schlüsse, die sehr real gedacht werden können. Gar mancher, der da gilt, sagen wir, auf dem Gebiete der Ägyptologie, und von dem man die Meinung hat, daß seine Begriffe mit Bezug auf die Eigentümlich­keiten des ägyptischen Volkes und seines Verhältnisses zu andern Völkern unanfechtbar seien, der redet nun plötzlich in der Gegen­wart lauter Unsinn über sein eigenes Volk und über das Verhältnis seines eigenen Volkes zu den andern Völkern. Ja, glauben Sie, er wird nun über die Ägypter und über ihre Beziehungen zu andern Völkern gescheiter reden und geredet haben? Wenn &#039;&#039;Balfour&#039;&#039; heute über das Verhältnis seines Volkes zu der übrigen Welt spricht, oder wenn &#039;&#039;Houston Stewart Chamberlain&#039;&#039; fortwährend Unsinn redet über das Ver­hältnis der Menschen zu den andern Menschen, da könnten einige auch ohne Nachdenken irgendwie herauskriegen, daß die Leute Unsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|64}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reden, völligen Unsinn reden! Aber nun hat der Chamberlain ge­schrieben «Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts» und eine große Anzahl anderer Bücher, bei denen man nicht die Gelegenheit hat, die Geschichte zu prüfen. Er hat natürlich ganz genau denselben Unsinn geredet dazumal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon einmal gegenwärtig die Zeit der Prüfung, und namentlich die Zeit der Prüfung dafür, nun endlich einmal einzusehen, daß es nicht bloß darauf ankommt, Urteile abzugeben, die einen gewissen eingeschränkten Wert haben, indem sie richtig sind auf einem be­stimmten Gebiete - das ist fast jedes Urteil, das Falscheste ist auf einem bestimmten Gebiete richtig -, sondern daß es darauf ankommt, geradezu zu suchen jene Flüssigkeit der Urteile, die nur durch die Geisteswissenschaft gefunden werden kann, die in die Realität ein­dringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja merkwürdig, welche Kollisionen zwischen gesundem Den­ken und zeitgemäßem Denken gerade heute an die Oberfläche treten. Man hat in den letzten Tagen von einer religiösen Diskussion gehört, die stattgefunden hat in Petersburg - Petrograd, so hat man eine Zeit­lang gesagt, ich weiß nicht, ob man jetzt schon wieder Petersburg sagt -, also von einer religiösen Diskussion, die in dem ehemaligen St. Petersburg stattgefunden hat. Mitten drinnen im Bolschewismus hat man von einer religiösen Diskussion gehört. Da haben über die Religion und ihre Entwickelung gesprochen Sozialisten, Popen, selbst­verständlich auch allerlei Bourgeoisleute. Die haben natürlich das Ge­scheiteste nicht geredet. Nun könnte man aus der Diskussion, die da gepflogen worden ist, die natürlich in der Wolle gefärbt war von der Gegenwart, aber durchaus mit den starrsten alten Begriffen arbeitete, wie es scheint, doch manches lernen. Zum Beispiel hat da ein Pope etwas höchst Interessantes vorgebracht. Der Pope fühlt sich genötigt, zu seinen Lämmern so zu sprechen, wie er es bisher gewohnt war. Nun hat er natürlich bisher so geredet, daß alles dasjenige, was auf der Welt ist, der Zarismus und alles, alles selbstverständlich von Gott kommt. Was kann er heute machen, der gute Pope? Er muß natürlich das, was er gewohnt war, früher seinen Lämmern zu sagen - jetzt sind es keine Lämmer mehr -, heute wenigstens irgendwie beibehalten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|65}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
denn er will ja nicht zu neueren Begriffen übergehen. Da sagt er denn: Die Welt ist von Gott, alles ist von Gott; da wir jetzt eine Sowjet­regierung haben, ist sie auch von Gott. Bolschewismus ist eben von Gott der Menschheit geschickt. Da alles von Gott ist, ist auch der Bolschewismus von Gott. - Was soll er anderes sagen? Ich bin ganz überzeugt davon, die Schlußfolgerung kann auch noch weiter aus­gedehnt werden. Warum sollte man nicht sehr schön plausibel machen können, daß der Teufel von Gott ist? Der Teufel ist einge­setzt von Gott, nach ganz derselben Schlußfolgerung! - Das ist es ja, daß man wirklich einmal tiefer hineinleuchtet in dasjenige, was not­wendig ist. Das findet natürlich auf allen Gebieten stärkste Gegner­schaft. Schlafen aber kann man nicht, wenn man sich vorgenommen hat, teilzunehmen an dieser Umarbeitung des Vorstellungsvermögens der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe, die der Materialismus herausgearbeitet hat und die gerade­zu als unanfechtbar gelten, sie gehören zu demjenigen, was gewisser­maßen am gründlichsten überwunden werden müßte. Nichts begegnet einem ja heute häufiger aus der sogenannten Autorität der Wissen­schaft heraus als dasjenige, was genannt wird das Gesetz von der Er­haltung der Energie und des Stoffes, Erhaltung von Kraft und Stoff. Das ist dasjenige, was ganz besonders der Menschheit ans Herz ge­wachsen ist. Die ganz und gar mechanistisch, physikalisch gewordene Weltanschauung will sich betäuben gegenüber dem Vorhandensein des Geistes. Da sie den Geist nicht anerkennen will, kann sie dem Geist auch nicht Dauer, nicht Ewigkeit zuschreiben; sie schreibt die Ewigkeit ihrem kleinen Götzen, dem Atom, oder überhaupt dem Stoff oder der Kraft zu. Aber, die Wahrheit ist, daß von alldem, was Sie sinnlich anschauen können, was Sie da stofflich und als Kräfte in der Welt umgibt, nach den Gesetzen des Weltenalls nichts, aber auch gar nichts über die Stufe des Venuszeitalters hinaus existieren wird. Wir wissen, daß auf die Evolution der Erde die Jupiterevolution folgt, und auf die Jupiterevolution die Venusevolution, dann die Vulkanevolu­tion. So wie sich der Mensch in verschiedenen Verkörperungen wiederfindet, so findet sich die Erde wieder als Jupiter nach der Ju­piterevolution als Venus, nach der Venusevolution als Vulkan. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was heute von irgendeinem physikalischen Experiment als Stoff und Stoffgefüge gefunden werden kann, es hat nicht Bestand über das Venusdasein hinaus. Es gibt keine Erhaltung des Stoffes und der Kraft - solchen Stoffes, solcher Kraft, von der die Physiker spre­chen können - über das Venusdasein hinaus. Das ganze Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft ist lediglich ein Aberglaube, ist dasjenige, wovon alle physikalischen Begriffe beherrscht werden. Aber etwas wird zugedeckt, indem man geradezu davon spricht, die Welt bestehe aus unzerstörbarem Stoff, der sich immer in andern Gruppierungen ergibt. Zugedeckt wird das, was als Antwort kommen muß, wenn man die Frage aufwirft: Ja, was bleibt denn dann, wenn alles das, was unsere Sinne in weiterem Umkreise umgibt, schon nicht mehr da sein wird, wenn die Venuszeit gekommen oder in ihrer Mitte angelangt sein wird? Was bleibt dann? Wo ist denn irgend etwas, was bleibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, richten Sie Ihre Augen hinaus in den weiten Umkreis, den Sie überschauen können. Schauen Sie sich alles, alles an, schauen Sie sich die Gesamtheit des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen, des menschlichen Reiches an; schauen Sie sich an alles dasjenige, was Sie sehen können als Sterne, Lichterscheinungen, alle Lufterscheinungen, alle Wassererscheinungen, sehen Sie hin, wo Sie hinsehen wollen, fas­sen Sie alles zusammen, was Sie irgendwie in Ihren äußeren Sinnes­wahrnehmungen zusammenfassen können und stellen Sie sich die Frage: Wo ist etwas, was von unserem jetzigen Dasein bleibt? - In keinem Tier, in keiner Pflanze, in keinem Mineral, in keiner Luft, in keinem Wasser, nirgends als nur im Menschen! In allem, was Sie heute sehen können, ist nichts enthalten, was regelrecht über das Venusdasein hinausgeht, als einzig und allein der Mensch selber. In nichts anderem können Sie etwas Bleibendes, etwas, was mit dem Begriffe der Ewigkeit angesprochen werden kann, suchen, in nichts anderem als in dem Menschen. Das heißt: Suchen wir die Keime für die wahre Weltenzukunft, wo müssen wir sie suchen? - Wir mussen sie im Menschen suchen! Wir können sie bei keinem andern Geschöpf, in keinem Naturreiche suchen. Aber durch die Naturreiche haben die alten Menschen vor dem Mysterium von Golgatha das kosmische All,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geistig natürlich, gesehen. Wenn wir die Sonne nehmen: Sie haben einen glühenden Ball gesehen, aber sie haben durch den glühenden Ball den Helios und das Gute gesehen. Doch dieser glühende Sonnen­ball wird nicht länger vorhanden sein als das Venusdasein; dann ist er weg. Und alles dasjenige, wodurch man wie die Alten als durch einen Schleier die Konstituion irgendeines geistigen Daseins gesehen hat, es wird weg sein. Und von alledem, was jetzt da ist, bleibt für die Zukunft nur das, was in den Menschen keimhaft veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn also eigentlich geschehen? Die Menschen haben vor dem Mysterium von Golgatha hinausgesehen in das weite Weltenall; sie haben gesehen Sterne über Sterne, sie haben gesehen die Sonne und den Mond, sie haben gesehen Luft und Wasser, die verschiedenen Reiche. Aber sie haben sie nicht so angeschaut wie der heutige Mensch, sondern sie haben hinter alldem das geistig-göttliche Dasein geschaut, und sie haben hinter alldem den Christus, der noch nicht zur Erde niedergestiegen war, geschaut. In diesen alten Zeiten hat man den Christus verbunden mit dem Kosmos, außerirdisch hat man ihn ge­sehen. In all dem, worinnen man den Christus gesehen hat, ist nichts, was über das Venusdasein hinaus dauert. Alles, wodurch sich in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen das Geistige enthüllt hat und auch der Christus im Kosmos, hat nur einen Bestand bis zum Venusdasein. Die Menschen lebten vor dem Mysterium von Golgatha mit dem Himmel, aber dieser Himmel ist so sinnlich, daß er auch mit dem Venusdasein verschwindet. Was über das Venusdasein hinaus bleibt, das hat seine Keime nur im Menschen. Der Christus mußte aus dem Weltenall zu dem Menschen kommen, wenn er mit dem Menschen den Gang in die Ewigkeit antreten wollte. Weil das alles so ist, wie ich es Ihnen jetzt geschildert habe, deshalb stieg der Christus aus dem Kosmos herab, um fortan mit dem zu sein, was als Keim im Menschen in die Ewigkeit hinaus dauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große kosmische Ereignis, das man verstehen muß. Die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha konnten den Gott, den Christus im Weltenall verehren. Die Menschen, die darauf kommen mußten - und es ist die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr darauf gekommen, daß nur im Menschen der Keim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist für die ewige Weltenzukunft -, diese Menschen mußten einen Christus haben nicht im Weltenall draußen, das zerfällt, sondern ver­eint mit dem Menschen, mit der menschlichen Organisation, mit dem menschlichen Reiche. Wörtlich wahr ist es: Dasjenige, was da ist im weiten Umkreis der Sinne als Sterne, als Himmelskörper, es wird vergehen. Aber das Wort, der Logos, der erschienen ist in dem Christus, und der sich vereinigt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, der wird bleiben. Und das ist eine wörtliche Wahrheit, wie die Dinge in den wirklichen okkulten, religiösen Urkunden wört­liche Wahrheiten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist auch der Grund, warum wir gewissermaßen einen Dualismus in der Namengebung haben müssen - ich habe darauf schon hingedeutet -, in der Namengebung Christus Jesus. Den Christus, der dem außerirdischen Weltenall angehört, dieses geistige Wesen, das vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit den Menschen der Erde ver­bunden war, muß man auf der einen Seite erkennen; das darf nicht vergessen werden, denn das ist heruntergestiegen und hat sich mit der Menschennatur, mit dem Jesus verbunden. In dem Dualismus Chri­stus Jesus liegt dasjenige, was notwendig ist, zu verstehen. In dem Christus muß man das Kosmisch-Geistige sehen; in dem Jesus muß man dasjenige sehen, durch welches dieses Kosmisch-Geistige in die historische Entwickelung eingetreten ist und sich so mit der Mensch­heit verbunden hat, daß es mit dem Menschenkeim nun weiter in die Ewigkeiten leben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses mit den alten Mysterien zusammenhängende Christusge­heimnis zu verhüllen, zu entstellen, das war gewissermaßen die Auf­gabe der Kirche in den verflossenen Jahrhunderten. Und versuchen Sie einmal, den Werdegang der Menschheit in diesen verflossenen Jahrhunderten wirklich zu studieren, versuchen Sie sich klarzumachen, wie es denjenigen einzelnen Menschen gegangen ist, welche den Christus Jesus wirklich suchen wollten, die wirklich den Weg finden wollten zu dem Christus Jesus: es war immer ein Märtyrerweg. Er mußte immer gesucht werden, der Christus Jesus, gegen die Konven­tionen, wie er ja auch heute selbstverständlich gegen dasjenige, was von den Konventionen geblieben ist, gesucht werden muß. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man kann dem Christus-Geheimnis nicht nahekommen, wenn man es nicht verbindet mit dem Naturgeheimnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, die Notwendigkeit, die wir vor unsere Seele hingestellt haben, von dem Herunterkommen des Christus aus kosmischen Höhen zu dem Menschenkeim, das Geheimnis von dem Jesus-Werden des Christus, man kann es nur verstehen, wenn eine Einheit wird Naturbetrachtung, Weltbetrachtung, Kosmologie und die Wissen­schaft von dem Werden des Menschen und des Göttlichen in der Menschheit. Das möchte man gerade von einer gewissen Seite her ver­meiden, daß Naturwissenschaft zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft und Geisteswissenschaft zu gleicher Zeit Naturwissenschaft werde. Das ist ja das Bestreben der meisten Theologen, und auf der andern Seite wiederum das Bestreben der meisten Naturgelehrten der Ge­genwart, daß eine Schranke aufgerichtet werde zwischen der Natur­wissenschaft auf der einen Seite und der Geisteswissenschaft auf der andern Seite. Nur ja soll nicht über den Christus Jesus etwas gesagt werden, was zu gleicher Zeit zusammenhängt mit der Erdenevolu­tion, und nur ja soll nicht über die Erdenevolution, das heißt über ihre einzelnen Teile etwas gesagt werden, was zusammenhängt mit dem großen geistigen Mysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem man diese Dinge berührt, berührt man in der Tat Wichtigstes, Allerwichtigstes im Menschenleben der Gegenwart. Denn jenes konfuse Geschwätz von allerlei Geistigem, auf das auch unsere Freunde einen so oftmals aufmerksam machen, und zum Ekel einen aufmerksam machen, dieses konfuse Geschwätz vom Geiste nützt gar nichts. Ich meine, es kommt alle Augenblicke einer und sagt: Nun sehen Sie einmal, der hat wiederum ganz theosophisch oder anthropo­sophisch geredet, er hat das und das gesagt! - Dieses bequeme Suchen nach Stützen in der gegenwärtigen Konfusion, das ist nicht dasjenige, was wir anstreben sollen, sondern wir sollen schon auf dem Funda­ment feststehen, das uns die Geisteswissenschaft sein wird. Und die Zeit ist zu ernst, um weitere Kompromisse, besonders auf diesem Ge­biete zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke zu schaffen zwischen dem Naturwissen, überhaupt zwischen dem Wissen des Wahrgenommenen und dem Wissen desjenigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu dem die Sünde, zu dem die Erlösung, kurz, zu dem die religiösen Wahrheiten gehören, die Brücke zu schaffen zwischen die­sen zwei Gebieten, das kann nur geschehen, wenn man den Mut haben wird, in das Geistige wirklich real einzudringen. Aber auch über die Lebenswahrheiten wird man nichts Vernünftiges wissen können, wenn man nicht den Mut hat, in das Geistige real, wirklich einzudringen. Zum Eindringen in das geistig Reale gehört vor allen Dingen diese Möglichkeit: wiederum etwas zurückzublicken zu dem dreifachen Sonnenmysterium der alten Zeit, aber in dem neuen Sinne, wie es der gegenwärtigen Menschheit angemessen ist. Geradeso wie die Sonne eine Dreiheit ist, so ist ja der Mensch auch eine Dreiheit. Aber es handelt sich darum, daß wir diesen dreifachen Menschen wirklich studieren. Das ist Wichtigstes für die Gegenwart: den drei­fachen Menschen zu studieren. Ich möchte Ihnen heute einmal vor­bereitend - morgen und übermorgen werden wir diese wichtige Sache zu Ende führen - schematisch etwas angeben, was Sie führen kann auf dem Wege, der eigentlich gesucht werden müßte, um den drei­fachen Menschen zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal das Folgende - also das, was ich jetzt skizziere, soll ein Schema sein -, denken Sie sich, Sie hätten ein Gebilde, das ganz und gar nur Bild, nur Abbild sei, das im Grunde gar keine Bedeutung in sich selber hat, also Abbild ist. Das will ich so skizzieren: ich zeichne einfach einen Kreis (siehe Zeichnung Seite 71, blau), eine Kreisfläche. Das ist ein Gebilde, das Abbild ist von etwas anderem, aber dadurch, daß es Abbild ist, hat es das andere, wovon es Abbild ist, vollständig aufgezehrt. Es ist ja sonderbar, wenn ich folgendes sage, aber denken Sie sich einmal: In unserer Kuppel, in der kleinen Kuppel arbeiten vier Damen; nehmen wir einmal an, diese vier Da­men würden, auf jeder Seite zwei, malen, sich selber porträtieren, aber dieses Porträtieren hätte eine besondere Folge. Also denken Sie sich, diese vier Damen, die porträtieren sich in der kleinen Kuppel, malen sich selber da ab, aber dieses Sich selber Porträtieren, das hätte eine ganz bestimmte Folge: sie verschwänden nämlich dadurch, sie gingen über in ihr Abbild, sie hörten auf zu sein. Wenn sie fertig sind, sind sie nicht mehr da. Dadurch, daß die Abbilder entstanden sind,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie selbst nicht mehr da. - Solch ein Gebilde stellen Sie sich unter dem, was ich hier skizzenhaft aufgezeichnet habe, einmal vor: ein Gebilde, das dadurch entstanden ist, daß es gemacht worden ist von etwas, wovon es Abbild ist; aber dadurch, daß das Abbild da ist, ist das andere aufgezehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber dieses Aufgezehrte nicht allein in der Welt. Stellen Sie sich nämlich vor, es wäre die Geschichte noch nicht aus mit diesen vier Damen. Gut, diese vier Damen wären verschwunden, sie hätten sich da aufgemalt und wären verschwunden; aber die Bilder sind da. Sie sind nicht allein da im Weltenall, das Weltenall ist mit seinen Kräften außerdem noch da. Die Damen sind verschwunden, sind von den Bildern gewissermaßen aufgesogen worden; aber dadurch, daß die Bilder da sind, zieht sich aus dem Weltenall wiederum Substan­tielles zusammen und bildet die Damen neu, allerdings jetzt als Kinder: sie entstehen langsam wieder, enstehen da daneben. So entsteht neben diesem Gebilde wiederum sein Urbild (siehe Zeichnung, gelb). Ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 071.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 71]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müßte es eigentlich ein Stückchen hinein zeichnen, ich zeichne es nun daneben auf: das ist das Urbild. Das ist das Urbild, aber es ist ein sehr loser Zusammenhang zwischen diesem Abbild und dem Urbild, ein sehr loser Zusammenhang. Beide haben fast gar nichts miteinander zu tun. Dieses Abbild ist richtig verhärtet und hat fast gar nichts mit seinem Urbilde zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann denken Sie sich ein zweites Gebilde. Ich will das zweite Ge­bilde so skizzieren, daß ich es nun auch als Abbild mache (siehe Zeichnung Seite 72, violett); nur ist das erste drinnen in dem zweiten. Das erste ist etwas für sich, aber es ist auch drinnen in dem zweiten. Also ich zeichne da kühn über das erste das zweite drüber. Das ist wiederum solch ein Abbild, und wiederum so ähnlich ein Abbild von einem andern, das ich auch nun da drauf zeichnen will (siehe Zeichnung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 072.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 72]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rot); das muss ich aber nun schon inniger mit dem verbin­den. Da ist die Sache also so, daß ich nicht den Vergleich wählen könnte, den ich früher mit den vier Damen gewählt habe, sondern wenn ich bezüglich dieses Bildes und Abbildes jetzt einen Vergleich wählen würde, müßte ich so sagen: Es sind also die vier Damen da, sie malen in der kleinen Kuppel, und während sie malen, geht schon auch etwas von ihnen selber auf, wird aufgesogen. Aber nur zur Hälfte werden sie aufgesogen; zuletzt sind sie so, daß sie - nun, ich will also sagen, um nicht einen unästhetischen Vergleich hervorzu­rufen: Es wird von der einen die linke Körperhäffte aufgesogen, die rechte ragt noch heraus von dem Bilde; von der andern die rechte Körperhälfte aufgesogen, die linke ragt noch heraus. Also sie sind teilweise aufgesogen; teilweise ragen sie noch heraus. Das ist das zweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stellen Sie sich ein drittes vor, das also wiederum das erste mitumfaßt und das zweite auch mitumfaßt (siehe Zeichnung Seite 73, grün). Das aber ist zum großen Teil mit seinem Abbilde verbunden, das ist noch nicht getrennt von seinem Abbilde. Da müßte ich also, wenn ich den Vergleich festhalten wollte, sagen: Die Damen malen, aber sie bleiben auch als Damen vorhanden, und das Ganze, was ich vor mir habe, sind die Damen und ihre Abbilder. Das ist vorhanden (siehe Zeichnung, orange), das ist zum größten Teile auch im Urbilde vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben Sie also hier (Zeichnung Seite 71) etwas schematisch gezeichnet: zuerst oben ein Abbild, verhärtet, kristallisiert, es hat möglichst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 073.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 73]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenig mit seinem Urbilde zu tun; das Urbild ist daneben, neu entstehend. Das ist nämlich Ihr Kopf; der ist der materiellste, ver­härtetste Teil der Menschennatur. Sein Urbild hat geradezu nichts mit ihm zu tun, entsteht neu; und wenn Sie achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, ist Ihr Kopf so, daß er aus sich selber gar nicht ein­mal mehr etwas hergibt, ausgewachsen ist. Der größte Materialist in der Menschennatur ist das Haupt. Ein zweites Gebilde ist Brust und Atmung und alles, was dazugehört. Das ist ungefähr so, daß ich das zweite als Schema gebrauchen könnte (Zeichnung Seite 72). Das ist schon mehr verbunden, da hängen Geist und Materie schon mehr zu­sammen, das ist schon durchgeistigter. Alles das, was Lunge und Atmungsprozeß ist, ist schon für die Erde vergeistigter. Und was übrigbleibt, Gliedmaßen, im Zusammenhange damit alles das, was die Sexualität umfaßt, da ist Geistiges mit Physischem eins, da sind sie noch zusammen. Das gehört zum dritten Schema (Zeichnung oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der dreifache Mensch. Ich habe es Ihnen heute nur schema­tisch auf die Tafel zeichnen können. Dieses zu gleicher Zeit wunder­bare und furchtbare, dieses großartige und tiefeindringende Myste­rium vom dreifachen Menschen hängt wiederum mit dem dreifachen Sonnenmysterium zusammen. Das aber hängt wiederum zusammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit all den Wahrheiten, die wir brauchen wie das Brot des Lebens für alles dasjenige, was sich setzen muß an die Stelle dessen, was in das Chaos, was in die Sackgasse hineingekommen ist und zu den gegen­wärtigen Menschheitskatastrophen geführt hat. Davon werden wir morgen weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den dreigeteilten Menschen habe ich gestern schematisch hingewiesen. Es ist ja durchaus so, daß aus unserem gegenwärtigen Geistes­leben heraus wenig Empfindungen vorhanden sind für das Verständnis des Wesens des Menschen, so wie es erfaßt werden muß vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte. Allein, wir müssen uns doch bemühen, an dieses Menschenwesen heranzukommen. Die wichtig­sten Vorstellungen, die man auch über das Gesamtleben des Menschen gewinnen muß, über die Entwickelung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auch sie sind nur zu beherrschen, wenn man ausgeht von einem solchen Verständnisse, das an diesen dreige­teilten Menschen anknüpft. Betrachten wir für heute einmal im ein­zelnen diesen dreigeteilten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde ja gestern schon darauf aufmerksam gemacht, daß wir da zunächst auf das Haupt des Menschen hinweisen können. In einem gewissen Sinne ist dieses Haupt des Menschen wirklich eine Art selb­ständige Formwesenheit. Sie können sich ja selber hinstellen vor ein Menschenskelett, und Sie können leicht das Haupt abheben. Wie eine Kugel können Sie es abheben. In Wirklichkeit ist allerdings die Trennung zwischen den drei Gliedern der menschlichen Natur nicht so einfach, daß man sagen könnte: Dasjenige, was man da vom üb­rigen Skelett so bequem abhebt wie eine Kugel, das ist dieser Hauptes-teil. - So streng sind die Dinge nicht geschieden. Aber man muß sich ja allmählich herausarbeiten aus dem bloßen Schematismus, auch aus dem, den einem die Natur selbst nahelegt, zu einer lebendigen Empfindung. Und ich mußte ja gestern schon, wie Sie gesehen haben, nicht etwa drei nebeneinanderliegende Kreise aufzeichnen, sondern einen Kreis für das Haupt, einen zweiten Kreis, der dieses Haupt übergriff, und einen dritten Kreis, der wiederum beide übergriff. So daß, wenn man schematisch den dreigeteilten Menschen zeichnen würde nach seiner physischen Wesenheit, man eben ihn so zu zeich­nen haben würde, daß man sagt: Der Hauptesteil (siehe Zeichnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
roter Kreis A), der Rumpfteil (oval, gelb), und dann der Glied­maßenteil (orange) -, eigentlich drei Kugeln, wenn auch diese Kugeln in die Länge gezogen werden müssen. Mit dem Hauptesteil, also mit dem, was hier als roter Kreis A bezeichnet worden ist, mit diesem Hauptesteil steht das Geistige, das, wie Sie gestern gesehen haben, eine junge Bildung ist, im Zusammenhange (hellschraffierter kleiner Kreis, weiß). Dieses Geistige des Hauptes, das ist eine junge geistige Bildung, während das Haupt selbst eine alte physische Bildung, eine physische Formwesenheit ist. Bei dem Haupte ist daher vor allen Dingen richtig, was man sonst im allgemeinen für den Menschen an­führt, was aber in dieser Allgemeinheit, wie man es anführt, nicht ganz richtig ist; für das Haupt ist es richtig. Was ich hier als Weißes, Geistiges bezeichnet habe in bezug auf das Haupt, das ist, wenn Sie schlafen, heraußen aus dem Haupte. Wenn Sie wachen, ist es mit dem Haupt vereinigt, ist zum größten Teile im physischen Haupte drinnen. Es kann sich also am leichtesten vom physischen Haupte trennen; es geht heraus und geht wiederum zurück, hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 076.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 76]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist schon durchaus nicht so für den mittleren Menschen, nennen wir ihn meinetwillen den Brustmenschen. Alles dasjenige, was vom Thorax, vom Brustkorbe eingeschlossen ist, von den Rippen und vom Rückgrat, das ist mit dem Geistigen verbunden, aber es ist nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so ausgesprochen das Geistige heraußen, wenn Sie schlafen. Das Geistige steht schon auch während des Schlafens für diesen mittleren Menschen in einer starken Verbindung mit dem Physischen. Und für den dritten Menschen, für den Gliedmaßenmenschen, wozu auch der sexuelle Mensch gehört, da ist eigentlich praktisch eine Trennung zwischen Schlafen und Wachen in Wirklichkeit doch nicht vorhanden. Da kann man gar nicht sagen, daß wirklich das Geistig-Seelische im Schlafe sich trennt; die bleiben mehr oder weniger auch im Schlafe vereint. So daß man nach einem andern Schema den wachenden Menschen gut so zeichnen könnte, daß man sagte: Wenn das der physische Mensch ist, wachend (siehe Zeichnung a, dunkel schraf­fiert, rot), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 077.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 77]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so würde dieses der geistige Mensch sein (hell schraffiert, weiß). Das würde der schlafende Mensch sein (siehe Zeichnung b, rot und weiß); es bliebe also dieses mehr oder weniger mit dem Leib­lichen vereint, und nur das geht eigentlich heraus (siehe Zeichnung b). Das würde von einem gewissen Gesichtspunkte aus die eigentliche Zeichnung sein für den Gegensatz des wachenden und schlafenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden Sie die wichtigen Dinge, die wir zu besprechen haben, nur dann verstehen, wenn Sie diese Gliederung des dreigeteilten Men­schen, die wir eben besprochen haben, für sich durchkreuzen mit einer andern Gliederung des Menschen, die anknüpft an dasjenige, was ich die vorige Woche hier auseinandergesetzt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir so noch einmal das Haupt, den Rumpfmenschen, den Gliedmaßenmenschen durchsprechen, so können wir ja sagen: Im eigentlichsten Sinne Mensch ist nur der Rumpfmensch. Der ist daher auch derjenige, dem der lebendige Odem eingehaucht ist durch die Elohim. Er ist der atmende Mensch. Da ist die Teilung nicht so ganz bequem wie beim Skelett; der Atmungsvorgang durch Nase und Mund gehört schon zum Rumpfmenschen. Also, nicht wahr, es ist die Teilung in Wirklichkeit nicht so schematisch bequem zu machen, wie man es sich gern aufzeichnen möchte, aber das sind ja natürlich die Schwierigkeiten des Verständnisses für eine solche Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der eigentliche Mensch, der Erdenmensch, ist der Rumpf-mensch. Und der Kopfmensch, als physische Gestaltung, das ist eigentlich nicht etwas durch und durch Menschliches. Man kann nicht sagen, daß der Menschenkopf etwas durch und durch Mensch­liches ist. Der Menschenkopf hat eben sehr viel [[a:Ahriman|Ahrimanisches]] in sich. Er ist im wesentlichen so gegliedert, wie er gegliedert ist, aus dem Grunde, weil gewisse Bildungsprinzipien in ihm namentlich dieje­nigen sind, die noch von der [[a:a:Alte_Sonne|alten Sonne]], also von diesem zweiten [[a:Weltentwicklungsstufen|Erdenstadium]] - [[a:alter Saturn|Saturn]], [[a:Alte Sonne|Sonne]] -, zurückgeblieben sind. Unser Haupt mit seiner ganzen komplizierten Bildung wäre nicht so, wie es ist, wenn es nicht seine erste Bildung bekommen hätte in diesen uralten Zeiten der alten Sonne. Und es sind also eigentlich alte, uralte Bil­dungsprinzipien, die heute hereinragen in die Erdensphäre, und die wir aus diesem Grunde als ahrimanische bezeichnen müssen. Zurück­gebliebene Prinzipien müssen wir ja immer als [[a:luzifer|luziferische]] oder ahrimanische, je nach den Gesichtspunkten, ansehen. Dasjenige, was den Menschen als Erdenmenschen ausmacht, wo die Prinzipien des Erdenwerdens hauptsächlich spielen, das ist der Brust-, der Rumpf-mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gliedmaßenmensch ist auch nicht rein der Mensch, sondern der hat sehr viel Luziferisches in sich, und seine Bildungsprinzipien sind eigentlich noch nicht volle Bildungsprinzipien, sondern sie sind solche, welche ihre volle Ausgestaltung erst haben werden, wenn die Erde ins [[a:neue Venus|Venusstadium]] gekommen sein wird, wenn also das [[a:a:Neuer_Jupiter|Jupiterstadium]] vorausgegangen und im Übergange sein wird in das Venusstadium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann werden die Bildungsprinzipien, die heute, ich möchte sagen, noch diesen Schatten von einem Wesen ausbilden, der der Extremitätenmensch ist, dieses dritte menschliche Wesen, in ihrer vollen Intensität, in ihrer richtigen Gestalt wirken: wenn die Venuszeit da sein wird. Also das nimmt der Mensch voraus, was in der Venuszeit erst da sein wird und bildet es heute unvollkommen, keimhaft, läßt es nicht über das Keimhafte hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Sache kosmisch betrachtet. Kosmisch betrachtet also sind wir in unserer Gestaltung so, daß wir in unserem Haupte gewisser­maßen nach den Kräften die alte Sonnenzeit wiederholen, in unserer Brust das Erdenwerden tragen; indem wir Extremitätenmenschen sind, tragen wir die Keime zum Venuswerden in uns. Das ist kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humanistisch betrachtet ist es etwas anderes. Da müssen wir auf die menschliche Individualität sehen, wie diese menschliche Indivi­dualität von Inkarnation zu Inkarnation schreitet. Da müssen wir sagen: Was wir heute in dieser Inkarnation als Haupt an uns tragen, das hat sich verwandt erwiesen unserer vorigen Inkarnation; dasjenige, was wir jetzt als Brustmenschen in uns tragen, das ist eigentlich rein verwandt unserer gegenwärtigen Inkarnation; und dasjenige, was wir als Extremitätenmensch in uns tragen, das wird ja Haupt in der näch­sten Inkarnation, das ist verwandt schon mit der nächsten Inkarnation. Ich habe Ihnen in der vorigen Woche gesagt: Das Haupt hat etwas Verräterisches, insbesondere in seinem Negativ. Wenn Sie einen Abdruck nehmen würden von der Physiognomie des Hauptes und diese Phy­siognomie anschauen würden, so würden Sie in dieser negativen Physiognomie Ihres Hauptes viel von dem erkennen, was Sie in einer vorigen Inkarnation angestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt ist es mit dem Extremitätenmenschen. Da können Sie aber nicht einen Abdruck nehmen, sondern da müssen Sie anders vor­gehen. Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedesmal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es ja an einem andern Orte. Sie gehen ja außerdem herum, Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden - es würde ein sehr bewegtes Bild werden - von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation. Dar­innen würden Sie viel ablesen können von dem Karma der nächsten Inkarnation. Es ist durchaus bedeutsam: So wie der Negativabdruck der Physiognomie in seiner Ruhe, in seiner festen, konturierten Zeichnung verräterisch ist für das, was in der vorigen Inkarnation schon geschehen ist, so würde dasjenige, was man abpunktieren könnte von dem, wie sich Arme, Hände, Beine, Füße verhalten, außerordent­lich instruktiv sein für das, was der Mensch in der nächsten Inkar­nation ausführen wird. Namentlich ist es auch instruktiv für das, was der Mensch in der nächsten Inkarnation ausführt, wohin er geht, wo­hin ihn seine Beine tragen. Wenn Sie alle die Orte, wenn Sie einfach den Weg verfolgen würden, wohin Sie Ihre Beine tragen, so würde da eine Landkarte daraus werden. Sie würden merkwürdige Figuren bekommen. Nicht ganz ohne Einfluß sind die Neigungen der Men­schen auf diese Figuren. Es spricht sich viel von den geheimen Nei­gungen in diesen Figuren aus. Die sind sehr verräterisch, diese Spuren, die da bleiben, für dasjenige, was die nächste Inkarnation dem Men­schen bringt. Also das wäre humanistisch betrachtet. Das andere war kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gliederung des Menschen, die, ich möchte sagen, abzielt auf die Gegenwart, bedeutet aber wiederum eine Verbindung mit den Geheimnissen der alten Mysterien, in denen man mehr atavistisch die Sache gewußt hat, aber in denen man solche Geheimnisse, wie sie jetzt eben angeführt worden sind, schon gekannt hat. Es gibt eine schöne Sage, anknüpfend an den König Salomo, über die Bestimmt­heit, mit welcher der Mensch seine Füße dorthin setzt, wo er seinen Tod finden soll. Gleichsam ist der Sinn dieser Sage, daß ein bestimmter Ort auf der Erde ist, wo der Mensch seinen Tod finden soll - Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden einen Zweigvortrag finden, wo ich gerade über diese Salomo-Sage vorgetragen habe -, dahin setzt der Mensch dann seine Füße. Das hängt zusammen mit dem alten Mysterienwissen von diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, der Mensch hat ja eigentlich, wenn er so im allgemeinen lebt, nur sein gewöhnliches Bewußtsein; aber er ist, wie Sie sehen, ein recht kompliziertes Wesen, der Mensch. Wenn er wachend ist, wenn er sein jüngstes geistiges Glied, das Haupt, in seinem physischen Haupte drinnen hat, dann weiß er ja nichts von seinem Haupte. Sie werden mit Recht sagen: Gott sei Dank, daß man nichts vom Haupte weiß; denn weiß man vom Haupte, so ist es nur der Kopfschmerz. - Auf eine andere Weise wird sich der Mensch seines Hauptes nicht bewußt, als wenn er Kopfschmerz kriegt; dann weiß er, daß er ein Haupt hat. Sonst bleibt das unbewußt, im eminentesten Sinne unbewußt, viel un­bewußter, als ein übriges Glied des menschlichen physischen Leibes. Der Mensch darf ganz froh sein, wenn er im normalen Bewußtsein von seinem Haupte nichts weiß. Aber unter diesem Bewußtsein des Hauptes, das gewöhnlich eigentlich nur von der Außenwelt Kenntnis nimmt, das nur darauf ausgeht, zu wissen von dem, was in der Um­gebung ist, unter diesem Wissen ruht ein anderes, eine Art Traum­bewußtsein, ein Traumeswissen. Ihr Haupt träumt fortwährend. Und während Sie von der Außenwelt wissen in der Art, wie Ihnen das wohi bekannt ist, träumen Sie eigentlich unter der Schwelle des Be­wußtseins, im Unterbewußtsein, fortwährend. Und was Sie da träu­men, dieses Träumen im Haupte, wenn Sie es voll auffassen könnten, wenn Sie es ganz in das Bewußtsein hereinbringen könnten, so würde Ihnen das ein Bild geben, ein richtiges, zusammenfassendes Bild Ihrer vorigen Inkarnation. Denn Ihre vorige Inkarnation träumen Sie unterbewußt in Ihrem Haupte. Das ist schon so. Es ist immer ein leises Bewußtsein vorhanden, das nur übertäubt ist von dem stärkeren Lichte des gewöhnlichen Bewußtseins, ein träumendes Bewußtsein von der vorigen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Jahre 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist das äußere Bewußtsein so stark geworden, daß nach und nach dieses Unterbe­wußtsein der vorigen Inkarnation völlig ausgelöscht worden ist. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|82}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor diesem Jahre 747 hat man viel gewußt von diesem Traumesbewußt­sein des Hauptes. Daher finden Sie auch überall auf dem Grunde der alten Kulturen die wiederholten Erdenleben als eine Tatsache ange­führt. Das rührt einfach davon her, daß dazumal dieses Unterbewußt­sein des Hauptes noch nicht so völlig in den Hintergrund getreten war wie jetzt, wie das geschehen ist durch den vierten, namentlich durch den fünften nachatlantischen Zeitraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem, was seelisch-geistig mit dem Brustkorb und dem Rumpf des Menschen zusammenhängt, wissen Sie ja auch im gewöhnlichen Bewußtsein sehr wenig. Das ist schon an sich ein Traumhaftes. Es schlägt nur manchmal, und dann sehr chaotisch, unregelmäßig, dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein in das Bewußtsein des Menschen im Traume herauf. Wenn der Mensch regelmäßig atmen kann, wenn sein Herzschlag regelmäßig ist, also wenn alle seine Funktionen des Brustkorbes und Rumpfes regelmäßig sind, so verläuft das Bewußt­sein des Rumpfes nicht so hell wie das Kopfbewußtsein, sondern es verläuft auch im gewöhnlichen Leben traumhaft. Man träumt im Ge­fühle - ich habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt - von diesem mittleren Menschen. Aber dieses, was da im Gefühle liegt, was der Mensch nur im Gefühle erlebt, wenn es heraufgeholt wird durch ein mehr hellseherisch werdendes Bewußtsein, wenn mit andern Wor­ten der Mensch das, was in seinem Brustkorb sich bewußt abspielt, ebenso zu überschauen lernt, wie er sonst im wachen Zustande nur das überschaut, was in seinem Hauptesbewußtsein ist, ja, dann teilt sich dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein deutlich in zwei Teile. Der eine Teil träumt zurück in die ganze Zeit zwischen dem vorigen Tod und der jetzigen Geburt oder Empfängnis. Also während Sie traumhaft, in sehr tiefen Träumen in Ihrem Hauptesbewußtsein unterbewußt haben dasjenige, was in der vorigen Inkarnation war, haben Sie das, was seit der vorigen Inkarnation bis zu der jetzigen Geburt in der Zwischenzeit verflossen ist, in den Träumen des Brustkorbes. Und in den Träumen, die mehr nach den unteren Partien des Brustkorbes gelegen sind, haben Sie ein starkes Bewußtsein von dem, was zwischen Ihrem kommenden Tode und dem nächsten Erdenleben ist. Also das Bewußtsein, das im Brustkorb konzentriert ist, das aber mehr oder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|83}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weniger unterbewußt bleibt für den gegenwärtigen Menschen, das ist eigentlich ein traumhaftes Bewußtsein sowohl für die Zeit vor dieser Geburt wie für die Zeit nach diesem Tode. Was zwischen unserem letzten Erdentode und unserer nächsten Erdenempfängnis liegt, mit Ausnahme desjenigen oder auch mit Einschluß desjenigen, was wir jetzt erleben zwischen Geburt und Tod, das enträtselt sich für dieses Unterbewußtsein des mittleren Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in demjenigen, was recht sehr stark durch das ganze Leben hin­durch unterbewußt bleibt, was nur heraufgezogen werden kann, wenn der Mensch imstande ist, es durch immerwährendes Sich-Beschäftigen mit geisteswissenschaftlichen Studien und Übungen heraufzuziehen, so daß gewisse Momente des Schlaflebens, die sonst eben schlafend, unbewußt vor sich gehen, heraufgehoben werden und der Mensch mitten aus dem Schlaf heraus bewußt wird, da kann sich das Tableau von der nächsten Erdeninkarnation aus diesem dritten Menschen, aus dem Unterbewußtsein des Extremitätenmenschen heraus entwickeln. Dasjenige, was der Mensch als sein gewöhnliches, heute wachendes Bewußtsein hat, ist eigentlich eine Art Seitentrieb des Menschen; das strahlt in das Haupt herein von außen. Aber hinter diesem Bewußt­sein liegt ein anderes Bewußtsein, das sich verbreitet über die vorige Inkarnation, über das Leben von der vorigen Inkarnation bis zu die­ser, über das Leben von dieser Inkarnation bis zur nächsten, und dann wiederum über die nächste Inkarnation. Nur verschläft der Mensch dieses Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Bewußtsein der vorigen Inkarnation im Haupte. In all den Organen, die vorzugsweise dem Ausatmen dienen, wirkt ein starkes Bewußtsein für das Leben zwischen der vorigen Inkarnation und die­ser. In all den Funktionen, die vorzugsweise dem Einatmen dienen, wirkt ein Bewußtsein von der jetzigen Inkarnation bis zur nächsten Erdeninkarnation. Und in dem Gliedmaßenmenschen, in all den geheimnisvollen Vorgängen des Gliedmaßenmenschen wirkt ein sehr, sehr unterbewußt bleibendes Bewußtsein der nächsten menschlichen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bewußtseine sind mehr oder weniger verdeckt worden seit dem Beginn der vierten nachatlantischen Zeit, seit 747 vor dem Mysterium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Golgatha. Und der Beruf unserer Zeit ist wiederum, aus dem allgemeinen chaotischen Menschenbewußtsein heraus die be­stimmten Bewußtsejne von diesen konkreten Vorgängen der kos­mischen und der Menschheitsevolution herauszuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit alldem, was ich jetzt entwickelt habe, muß sich eine andere Einsicht in die Menschenwesenheit, ich möchte sagen, kreuzen. Ja, es ist schon notwendig, daß wir uns in so schwierige Erörterungen einlassen, wir kommen sonst nicht zum genaueren Verständnisse. Ich hätte ja so gerne, wenn für diese schwierigen Erörterungen nicht nur ein gewisses Über-sich-ergehen-Lassen waltete, sondern wenn gerade für diese schwierigen Dinge - weil das der gegenwärtigen Menschheit so notwendig wäre - ein bißchen Enthusiasmus, ein bißchen tempe­ramentvolles Eingehen aufzubringen wäre, was ja in einer Gesell­schaft der heutigen Zeit so unendlich schwierig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, Sie richten Ihre Sinne nach außen. Da finden Sie durch Ihre Sinne die Außenwelt als eine sinnenfällige ausgebreitet. Ich zeichne das schematisch, was da nach außen als sinnenfällig ausge­breitet um uns herum liegt. Bitte, es soll das, was da außen herum liegt, dieses (siehe Zeichnung, blau) sein. Wenn Sie Ihre Augen, Ihre Ohren, wenn Sie Ihren Geruchssinn, was Sie wollen, auf die Außenwelt rich­ten, so wendet sich Ihnen gewissermaßen entgegen, es wendet sich diesen Sinnen entgegen dasjenige, was die Innenseite dieses Außen ist - also bitte: die Innenseite dieses Außen (links). Nehmen Sie an, Sie wenden Ihre Sinne dem zu, was ich da gezeichnet habe (siehe Zeich­nung, Pfeile), so sind diese Sinne auf diese Außenwelt gerichtet und Sie sehen das, was sich innen hier hineinneigt. Nun folgt die schwie­rige Vorstellung, auf die ich aber schon kommen muß. Alles das, was Sie da anschauen, zeigt sich Ihnen von innen. Denken Sie sich, daß das auch eine Außenseite haben muß. Nun, ich will es schematisch da­durch vor Ihre Seele rufen, daß ich sage: Wenn Sie so hinausschauen, sehen Sie als Grenze Ihres Schauens das Firmament: das hier ist ja fast so, nur daß ich es klein gezeichnet habe. Aber jetzt denken Sie sich, Sie könnten flugs da hinausfliegen und könnten da durchfliegen und von der andern Seite gucken, Ihre sinnenfalligen Eindrücke von der andern Seite angucken. Also Sie könnten so hinschauen (siehe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 085.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 85]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeichnung, Pfeile oben). Bitte, das sehen Sie natürlich nicht; aber könnten Sie so hinschauen, so würde das der andere Aspekt sein. Sie würden aus sich heraus müssen und würden von der andern Seite Ihre ganze sinnenfällige Welt anschauen müssen. Sie würden also das, was sich Ihnen als Farbe zuwendet, von der Rückseite betrachten, das, was sich Ihnen als Ton zuwendet, von der Rückseite betrachten und so weiter; was sich Ihnen als Geruch zuwendet, würden Sie von der Rückseite betrachten, Sie würden von der Rückseite den Geruch in die Nase fassen. Also von der andern Seite denken Sie sich die Weltbetrachtung: wie einen Teppich ausgebreitet die sinnenfälligen Dinge, und nun den Teppich von der andern Seite einmal angesehen. Ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kleines Stück sehen Sie nur, ein sehr, sehr kleines Stück von dieser Rückseite. Dieses sehr kleine Stück, das kann ich hier nur dadurch zur Darstellung bringen, daß ich die Sache so mache: Denken Sie sich jetzt, ich zeichne das, was Sie da von der andern Seite sehen würden, rot ein; so daß ich sagen kann, schematisch sieht man das Sinnen-fällige so: Wie man es gewöhnlich sieht, so sieht es blau aus; sieht man es von der andern Seite, so sieht es rot aus, aber das sieht man natür­lich nicht. In diesem, was man da rot sehen würde, steckt erstens alles das drin, was erlebt werden kann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zweitens alles das, was beschrieben ist in der «Geheimwissenschaft im Umriß» als Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenentwickelung und so weiter. Dasjenige liegt da aufgespeichert, was eben verborgen ist für die sinnenfällige Anschauung. Das ist da auf der andern Seite der Kugel. Aber ein kleines Stück sehen Sie davon; das kann ich nur so zeichnen, daß ich jetzt sage: Nehmen Sie dieses kleine Stück von dem Roten, das ginge da herüber (siehe Zeichnung, unten) und durch­kreuzt sich mit dem Blauen, so daß das Blaue, statt daß es jetzt vorne ist, dahinter ist. Ich müßte eigentlich hier vierdimensional zeichnen, wenn ich es wirklich zeichnen würde, ich kann es daher nur ganz schematisch zeichnen. Also da (links) sind die Sinne jetzt hier dem Blauen zugewendet; da sind sie nicht zugewendet dem Blauen, son­dern dem Roten, das Sie sonst nicht sehen. Aber hinter dem Rot hat sich jetzt gekreuzt das, was sonst gesehen wird, und das ist jetzt dar­unter. Und dieses kleine Stück, das da sich kreuzt mit dem andern, das sehen Sie fortwährend im gewöhnlichen Bewußtsein. Das sind näm­lich Ihre aufgespeicherten Erinnerungen. Alles, was als Erinnerung entsteht, entsteht nicht nach Gesetzen dieser äußeren Wahrnehmungs-weit, sondern es entsteht nach den Gesetzen, die dieser hinteren Welt da entsprechen. Dieses Innere, das Sie als Ihre Erinnerungen haben, das entspricht wirklich dem, was da auf der andern Seite ist (rechts). In­dem Sie in sich hineinblicken, in alles das, was Ihre Erinnerungen sind, sehen Sie tatsächlich die Welt auf einem Stück von der andern Seite; da ragt das andere ein wenig herein, da sehen Sie die Welt von der andern Seite. Und wenn Sie jetzt durch Ihre Erinnerungen, wie sie so aufgeschrieben sind, durchschlüpfen könnten - ich habe vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
acht Tagen davon gesprochen -, wenn Sie da hinunter könnten, unter Ihre Erinnerungen sehen und sie von der andern Seite anschauen könnten, von da drüben (siehe Zeichnung, rechts), da würden Sie die Erinnerungen als Ihre Aura sehen. Da würden Sie den Menschen sehen als ein geistig-seelisches aurisches Wesen, wie Sie sonst die äußere Welt sinnenfällig in den Wahrnehmungen sehen. Nur wäre es eben­sowenig angenehm - wie ich das vor acht Tagen hier charakterisiert habe -, weil da der Mensch noch nicht schön ist von dieser andern Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Interessante, was man kreuzen muß mit dem an­dern Verständnis des dreigliedrigen Menschen. Diese Kreuzung hier, die liegt nun im mittleren Menschen, im Brustmenschen. Sie erinnern sich an die Zeichnung, die ich vor acht Tagen gemacht habe, wo ich ja die in sich gewundenen Lemniskaten mit den zurückgeschlagenen Schleifen hatte: die müßte ich hier zeichnen. Hier müßte ich diesen Brustmenschen zeichnen mit den zurückgeschiagenen Lemniskaten (siehe Zeichnung Seite 85, links unten): Das würde zusammenfallen mit der Erinnerungssphäre. So daß dieser dreigliedrige Mensch hier in seinem mittleren Teil diese Umwendung des Menschen hat, wo das Innere äußerlich und das Äußere innerlich wird, wo Sie ein Tableau, das Sie sonst als Welttableau, als die große Welterinnerung sehen würden, nun als Ihre eigene kleine mikrokosmische Erinnerung sehen. Sie sehen in Ihrem gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was sich zugetragen hat von Ihrem dritten Jahre an bis jetzt: das ist eine innere Aufzeichnung, ein kleines Stück für das, was gleichartig mit dem ist, was sonst Aufzeichnung für die ganze Weltenevolution ist, was auf der andern Seite liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ohne Grund habe ich seinerzeit, wie den meisten von Ihnen wohl bekannt sein wird, davon gesprochen - und ich habe es ja wieder­um ausgeführt in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln» am Schluß in der Anmerkung -, nicht ohne Grund habe ich davon ge­sprochen, daß der Mensch eigentlich zwölf Sinne hat. Diese Sinne müssen wir uns so denken, daß eine Anzahl von diesen zwölf Sinnen nach dem Sinnenfälligen zugewendet sind, eine andere Anzahl von diesen zwölf Sinnen sind aber nach rückwärts gerichtet. Sie sind auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da unten (siehe Zeichnung Seite 85) nach dem gerichtet, was schon das Gewendete ist. Und zwar sind nach dem äußeren Sinnenfaliigen gerichtet: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn, Hörsinn, Sehsinn, Ge­schmackssinn, Geruchssinn. Diese Sinne sind gerichtet nach dem Sinnenfälligen. Die andern Sinne kommen ja eigentlich dem Men­schen deshalb nicht zum Bewußtsein, weil sie zunächst nach seinem eigenen Inneren und dann nach dem Umgekehrten der Welt gerichtet sind. Das sind vorzugsweise: Wärmesinn, Lebenssinn, Gleichge­wichts sinn, Bewegungssinn, Tastsinn. So daß wir sagen können: Für das gewöhnliche Bewußtsein liegen sieben Sinne im Hellen (oben) und fünf Sinne im Dunkeln (unten). Und diese fünf Sinne, die im Dunkeln liegen, die sind der andern Seite der Welt zugewendet, auch im Menschen der andern Seite (siehe Zeichnung Seite 85).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daher einen vollständigen Parallelismus haben zwischen den Sinnen und zwischen etwas anderem, wovon wir gleich sprechen werden (siehe Zeichnung, Kreis). Also nehmen wir an, wir hätten als Sinne zu verzeichnen den Hörsinn, den Sprachsinn, den Denksinn, den Ichsinn, den Wärmesinn, den Lebenssinn, den Gleichgewichts­sinn, den Bewegungssinn, den Tastsinn, den Geruchssinn, den Ge­schmackssinn, den Sehsinn, so haben Sie im wesentlichen alles das­jenige, was vom Ichsinn geht bis zum Geruchssinn, im Hellen liegend, in dem, was dem gewöhnlichen Bewußtsein zugänglich ist (siehe Zeichnung, schraffiert). Und alles dasjenige, was abgewendet ist vom gewöhnlichen Bewußtsein, so wie die Nacht vom Tag abgekehrt ist, das gehört den andern Sinnen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist natürlich die Grenze auch wiederum nur schematisiert; es fällt etwas ineinander; es sind die Wirklichkeiten nicht so bequem. Aber diese Gliederung des Menschen nach den Sinnen ist so, daß Sie schon im Schema an die Stelle der Sinne nur zu zeichnen brauchen die Himmelszeichen, so haben Sie: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage - sieben Himmelszeichen für die helle Seite; fünf für die dunkle Seite: Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische: Tag, Nacht; Nacht, Tag. Und Sie haben einen vollständigen Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen - dem, was zugewendet ist seinen Sinnen, und dem, was abgewendet ist, aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 089.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 89]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eigentlich zugewendet ist seinen unteren Sinnen - und zwischen dem, was im äußeren Kosmos den Wechsel bedeutet von Tag und Nacht. Es geht gewissermaßen im Menschen dasselbe vor, was im Weltenge­bäude vorgeht. Im Weltengebäude wechseln Tag und Nacht, im Menschen wechselt auch Tag und Nacht, nänllich Wachen und Schlafen, wenn sich auch beide voneinander emanzipiert haben für den gegenwärtigen Bewußtseinszyklus des Menschen. Während des Tages ist der Mensch zugewendet den Tagessinnen; wir können ebensogut sagen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Lowe, Jungfrau, Waage, wie wir sagen könnten: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn und so weiter. Sie können jedes Ich eines andern Menschen sehen, Sie können die Gedanken des andern Menschen verstehen, Sie können hören, sehen, schmecken, riechen: das sind die Tagessinne. In der Nacht ist der Mensch so, wie sonst die Erde nach der andern Seite ge­wendet ist, den andern Sinnen zugewendet, nur sind diese noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|90}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vollentwickelt. Sie werden erst nach der Venuszeit so voll entwickelt sein, daß sie wahrnehmen können, was da nach der andern Seite ist. Sie sind noch nicht so voll entwickelt, daß sie das wahrnehmen kön­nen, was da nach der andern Seite ist. Sie sind in Nacht gehüllt, wie beim Durchgang durch die andern Himmelsregionen, die andern Bilder des Tierkreises, die Erde in der Nacht ist. Das Durchschreiten des Menschen durch seine Sinne ist ganz zu parallelisieren mit dem Gang - ob Sie nun sagen der Sonne um die Erde oder der Erde um die Sonne, das ist ja schließlich für diesen Zweck gleichgültig; aber diese Dinge hängen zusammen. Und diese Zusammenhänge kannten die Weisen der alten Mysterien sehr gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verschwand für das Bewußtsein eben allmählich in der vierten nachatlantischen Zeit, aber es muß wieder heraufgeholt werden, muß auch gegen die Widerstände, die sich dagegen erheben, wiederum heraufgeholt werden für die Menschheitskultur. Denn in den Be­griffen, die man sich da aneignet, liegt dasjenige, was einem auch ver­ständlich erscheinen läßt, was nun im sozialen, im geschichtlichen Leben vor sich geht. Solange Sie Naturleben und geistiges Leben in der Art trennen, wie das die moderne Menschheit heute liebt, so lange kommen Sie nicht zu solchen Begriffen, die im geschichtlichen Werden eine Rolle spielen könnten, sondern Sie werden überwältigt von den Begriffen, die im geschichtlichen Leben eine Rolle spielen. Überwältigt werden Sie. Dafür gibt es ja viele Beispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, die Menschen haben seit, nun, sagen wir zweihundert Jahren, wie sie glauben, furchtbar viel gedacht. Man kann zusammen­stellen, was die Menschen seit zweihundert Jahren gedacht haben, was sie an Idealen ausgebildet haben, wovon sie als den großen Idealen gesprochen haben und immer wieder sprechen: von dem Ideal der Aufklärungszeit bis jetzt zu dem Ideal des großen Cäsar-Ersatzes Woodrow Wilson. All dasjenige, was da über die verschiedenen Ideale ge­sprochen worden ist, das haben die Menschen durch die Jahrhunderte, durch zwei Jahrhunderte hindurch gedacht; das bildete die Gedanken der Menschen. Aber die Weltgeschichte ist wenig bewegt worden von diesen Gedanken. Die Weltgeschichte ist von etwas ganz anderem be­wegt worden: von jenen Gedanken, die in den Dingen gewirkt und gewebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
haben. Und niemals waren eigentlich die Gedanken, die in den Menschenköpfen wimmeln, weiter entfernt von den großen kosmi­schen Gedanken, die in den Dingen leben, als in unserer Zeit. Das­jenige, was seit, man kann sagen, hundertfünfzig Jahren die Menschen dazu getrieben hat, eine gewisse Gestaltung der Welt zu bewirken, das sind nicht die Gedanken von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und so weiter, sondern das sind die Gedanken, welche verwoben waren zum Beispiel mit dem Aufkommen des mechanischen Webstuhls. Daß der mechanische Webstuhl hereingekommen ist in die moderne Entwickelung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, daß sich diese bedeutsame Erfindung des mechanischen Webstuhls an die Stelle der alten Handweberei hineingefunden hat in die Mensch­heitsentwickelung, und daß von diesem mechanischen Webstuhl die ganze Maschinenkultur der neueren Zeit ausgegangen ist, darinnen weben die objektiven Gedanken, die wirklichen Gedanken, welche der Welt die Gestaltung gegeben haben, die sie bis heute hat, und aus der das gegenwärtige katastrophale Chaos entstanden ist. Man muß nicht, wenn man eine Geschichte schreiben will des gegenwärtigen katastrophalen Chaos, an die Gedanken, die in dem Menschenbewußt-sein gewimmelt haben, sich wenden, sondern an diese objektiven Ge­danken von der Begründung, von der Erfindung des mechanischen Webstuhls bis zu dem Werden der Großindustrie und ihres Schattens, des Sozialismus. Denn wenn das auch scheinbare Gegensätze sind, Großindustrie und Sozialismus, so sind sie polarische Gegensätze, die zueinander gehören, sie sind nicht voneinander zu trennen. Bei diesen objektiven Gedanken muß man anfragen und das geschichtliche Werden betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da findet man dann, daß die Menschen sich vielen Illusionen hinge­geben haben in der Zeit des 18. Jahrhunderts, das 19. Jahrhundert hindurch, und namentlich in dem Teil des 20. Jahrhunderts, in dem wir jetzt leben. Sie haben sich vielen Illusionen hingegeben in ihren Gedanken; aber überwältigt sind sie worden von den objektiven, historisch-kosmischen Gedanken. Die weben in den Dingen. Und ein Interesse für diese objektiv webenden Gedanken, wenn auch ein furchtbar einseitiges Interesse, haben eigentlich doch nur diejenigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|92}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen allmählich entwickelt, welche den Sozialismus als Weltanschauung ausgebildet haben. Und das ist etwas ungeheuer Charakteristisches. Wenn Sie das 19. Jahrhundert verfolgen: das Bourgeois­tum verliert immer mehr und mehr das Interesse für große Weltan­schauungsfragen. Große Weltanschauungsfragen werden sogar dem Bourgeoistum höchst unangenehm, sie werden womöglich in die Ästhetik hinein abgeschoben. Ob es geistige Wesen gibt oder nicht, darüber mag man, wenn man ein richtiger Durchschnittsbourgeois ist, von der Bühne herunter allerlei vernehmen, wo man nicht daran zu glauben braucht, wo es nicht darauf ankommt, ob die Dinge Wahr­heiten sind oder nicht: da läßt man sich von &#039;&#039;Björnson&#039;&#039; und ähnlichen Leuten das Mannigfaltigste vormachen. So in das Ästhetische hinein, in das Spielen mit allerlei sogenannten Künstlerischem, dahin wird das Weltanschauungsgemäße für das Bourgeoistum in der neueren Zeit abgeschoben. Wirklich für Weltanschauungsfragen die Köpfe gegen­seitig zerschlagen - womit ich das nicht als ein Ideal betrachten will im physischen Sinne, aber im geistigen Sinne ist es in gewissem Sinne ein Ideal: Sie wissen, ich habe mit einem seht starken Aplomb darauf hingewiesen, daß ich gerne Temperament haben würde auch beim Vertreten anthroposophischer Wahrheiten -, die Köpfe eingeschlagen hat man sich in den letzten Jahrzehnten auf sozialistischem Gebiete. Und darum haben sich die andern nicht gekümmert. Sie haben, möchte ich sagen, diejenigen Leute allein gelassen, welche die Welt eigentlich von einem sehr engen Aspekt aus gesehen haben, welche die Welt nur gesehen haben von dem Aspekt der Fabrik aus, von dem Inneren der Fabrik aus, von dem Inneren der Buchdruckerwerkstätte und so weiter. Und es ist ja im höchsten Maße interessant, was für eine sogenannte Weltanschauung herausgekommen ist von dem Aspekte der Fabrik aus: denn das ist der Sozialismus! Das ist vom Aspekt des Inneren der Fabrik, das ist vom Aspekt der Menschen aus, die gar nichts anderes kennen als das Innere der Fabrik. Und für das, was da sich heranentwickelte, hat sich das Bourgeoistum, das sich mit allerlei abstrakten Ideen, aber auch im Abstrakten mit Ästhetisieren befaßt, so daß man nicht sehr sich die Köpfe zu zerschlagen brauchte, für das, was da unten sich entwickelt hat, hat sich das Bourgeoistum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eigentlich wenig interessiert. Und so ist das Bourgeoistum kurioserweise in die Mitte hineingekommen zwischen der absterbenden, der ganz absterbenden alten Weltanschauung, die alles Geistige verloren hat, die alle großen Fragen überhaupt in den Ästhetizismus hinein abschieben möchte, und dem, was da neu heraufkommt, dem Sozialis­mus, der überhaupt noch keine Begriffe hat, der noch lediglich mit Worten allerlei Systeme bereitet, weil er die Welt überhaupt noch nicht sehen kann, sondern nur die Fabrik sehen kann, nur das alleräußerste Mechanische sehen kann. Denken Sie sich doch, was es eigentlich zu bedeuten hat, wenn der Mensch innerlich nichts weiß von Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich, sondern nur weiß von der Art und Weise, wie in der Maschine mechanisch sich dieser oder jener Zapfen auf und ab bewegt, das oder jenes zugefeilt und zugehobelt wird und dergleichen! Der Sozialismus ist eine Weltanschauung, die da fußt auf der Anschauung einer Welt, die rein mechanisch ist. Es ist für den Sozialisten das Stück der Welt herausgeschnitten, das mechanisch ist; danach formt er sich seine Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man entstehen lassen, weil man das Prinzip hatte, sich eigentlich nur ästhetisch um die Dinge zu bekümmern. Als die Theosophische Gesellschaft zuerst begründet worden ist, hat man ja auch ihren Hauptgrundsatz gesehen in der Liebe aller Menschen unterein­ander. Wieviel ist darüber deklamiert worden! Nun, ich habe mich ja über diesen Punkt genügend ausgesprochen. Er ist ebenso bequem wie unfruchtbar. Aber er rührt auch davon her, daß man möglichst abschieben will dasjenige, was wirklich konkreten Inhalt hat, in das Inhaltlose hinein. Und so konnte man auch nicht ein eigentliches Interesse fassen für den wirklichen Hergang der Dinge. Einzelnen Menschen fiel das Absonderliche herkömmlicher, sagen wir Ge­schichtsbetrachtung auf. Nehmen wir einen Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie eine beliebte Darstellung der römischen Kaiserzeit; versuchen Sie in den Schulbüchern oder in den Büchern auch, die die großen autoritativen Historiker geschrieben haben, über die rö­mische Kaiserzeit sich zu unterrichten. Ich glaube, Sie werden aus diesen Darstellungen außerordentlich wenig vernehmen über eine gewisse Persönlichkeit, die schon unter Nero eine bedeutende politische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Rolle gespielt hat - so unter Nero kommen bereits die politi­schen Aspirationen durch -, dann ganz besonderes Aufsehen erregte und bedeutenden Einfluß auf die Politik Roms erlangte unter Ves­pasian und Titus, so daß man sagen kann, daß diese Persönlichkeit die Seele der Regierung des &#039;&#039;Vespasianus&#039;&#039; und &#039;&#039;Titus&#039;&#039; war. Dann wendete sich diese Persönlichkeit der andern Seite zu unter der Regierung des &#039;&#039;Domitianus&#039;&#039;, den sie für einen &#039;&#039;Schädling&#039;&#039; des Römertums hielt. Sie wendete sich der andern Seite zu. Es wird ihr der Prozeß gemacht, ein sehr aufsehenerregender Prozeß in Rom, der sehr interessant verlaufen ist, in welchem Domitianus geradezu umgeschlagen hat vom Tyrannen zu einem, der sich gegenüber diesem Prozeß nicht zu helfen wußte, daher den Mann nicht verurteilen konnte. Dann wiederum, als an Stelle des Domitianus Nerva kam, sehen wir diese Persönlich­keit wieder energisch verbunden mit dem Kaiser, dem Cäsar. Da sehen wir aber diese Persönlichkeit große Politik machen aus der gesamten Weltanschauung der damaligen Zeit heraus, und wir sehen zu gleicher Zeit diese Persönlichkeit versuchen, wirklich weitgehende, aus dem Kosmos heruntergeholte Begriffe noch einmal, zum letzten Male während der römischen Kaiserzeit, den politischen Ereignissen ein­zuimpfen. Und kurioserweise finden Sie ja eine richtige Beschreibung dieser Persönlichkeit in gar keinem gebräuchlichen Geschichtsbuche, nicht einmal bei &#039;&#039;Sueton&#039;&#039; und &#039;&#039;Tacitus&#039;&#039;, sondern nur bei &#039;&#039;Philostratus&#039;&#039;. Und Philostratus schildert auch nur so, daß man nicht wußte, schildert er einen Roman oder eine Wirklichkeit. Er schildert das Leben des &#039;&#039;[[a:Apollonius von Tyana|Apollonius von Tyana]]&#039;&#039;. Denn Apollonius von Tyana ist der, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er von Nero an bis zu Nerva und nament­lich unter Vespasian und Titus einen so großen Einfluß auf die Politik hatte, und den Philostratus beschrieb. Und der Tübinger Theologe Baur, der Historiker Baur war im höchsten Grade erstaunt, daß man so gar nichts findet über eine Persönlichkeit wie den Apollonius, der eine erste Rolle spielen müßte in der Geschichtsdarstellung. Natür­lich sah Baur nicht ein, worauf es ankommt. Es kommt darauf an, daß in Apollonius eine Persönlichkeit dasteht in der Geschichte, die schon diesen großen Einfluß hatte, aber die aus dem überragenden Kosmischen die Prinzipien herunterholte. Das war dem ins Römische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hineinmündenden Christentum im höchsten Grade fatal. Und nun bitte ich Sie zu berücksichtigen, daß alles dasjenige, was historisch da ist, von der Kirche Gnaden da ist. Es ist ja sonst nichts da, als was die Kirche aus Gnade den Menschen gelassen hat. Nicht mit Unrecht hat ein alter, gar nicht dummer Mensch behauptet, daß es überhaupt einen Plato, einen Sophokles gar nicht gegeben hatte, sondern daß Mönche vom 14. und 15. Jahrhundert des Sophokles&#039; Dramen ge­schrieben hatten; denn ein strikter Beweis dafür, daß Sophokles ge­lebt hat, ist nicht da. Wenn auch die Behauptung nicht haltbar ist, selbstverständlich Unsinn ist, aber wie unsicher alles dasjenige ist, was geschichtliche Fable convenue ist, wir haben es ja schon oft be­tont. Und wir müssen uns darüber klar sein. Wir müssen ja die Gegen­wart mit der Vergangenheit in Zusammenhang bringen, denn wir nähern uns jetzt einer großen, bedeutungsvollen Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben wiederum, vom modernen Standpunkte jetzt, hinge­wiesen auf den dreigeteilten Menschen, auf diesen Zusammenhang mit kosmischen Wahrheiten, auf die Notwendigkeit, daß das wieder ent­hüllt werde. Ja, worin bestand denn eigentlich die Haupttätigkeit der Kirche, namentlich seit dem achten ökumenischen Konzil in Konstan­tinopel, das 869 stattfand? Sie bestand darinnen, auszulöschen, aus­zutilgen vom menschlichen Bewußtsein dasjenige, was in jenen alten Zeiten auch das Christentum an Verständnis für den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos, mit der großen geistigen Welt hatte. Mit einer wahren Ängstlichkeit hat man alles dasjenige beseitigt, was diesen Zusammenhang verrät. Und nur, weil nicht alles beseitigt werden kann, weil das Karma dem schon entgegenwirkt, sind solche Werke wie das des Philostratus geblieben. Und daher können Sie es begreifen, wenn Sie jetzt die Vergangenheit mit der Gegenwart zu­sammenbringen, daß gewisse Menschen von kirchlicher Seite heil­lose Angst bekommen, wenn in der Gegenwart wiederum die An­knüpfung gepflogen werden soll zwischen dem, was den Menschen zu einem Wesen des Kosmos macht, und diesem Menschen selber und seiner Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht eben nicht an, daß man nur schläfrig dasjenige verfolgt, was durch die anthroposophische Bewegung gewollt sein sollte. Man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
muß es in lebendigem, kraftvollem Bewußtsein verfolgen. Das ist schon notwendig. Damit habe ich hingewiesen auf dasjenige, was wir nun weiter ausführen wollen. Morgen werde ich den Vortrag hier halten, in dem ich diese Betrachtungen fortsetzen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewisse Fragen werden dem denkenden Menschen sich doch immer wieder und wiederum aufdrängen, wenn er auch in Zeiten, in denen die materialistische Kultur überwiegt, diesen Fragen mehr oder we­niger aus dem Wege gehen möchte. Es sind viele Fragen. Ich möchte heute ein paar aus der großen Reihe der Fragen herausheben, die da­von kommen, daß der Mensch doch, selbst wenn er sich sträubt, eine geistige Welt anzuerkennen, den Eindruck dieser geistigen Welt ver­spürt. Zu solchen Fragen gehört zum Beispiel diese, die ja, man möchte sagen, das Leben alltäglich aufwirft: Gewisse Menschen sterben jung, andere sterben ganz alt, andere dazwischen. Gegenüber dieser Tatsache, daß auf der einen Seite ganz junge Kinder sterben, auf der andern Seite Leute ganz alt werden und dann sterben, erheben sich für den Menschen Fragen, welche mit den Mitteln, die man heute wissenschaftliche Mittel nennt, niemals - bei klarer Besinnung wird das jeder zugeben müssen - werden zu beantworten sein. Und doch sind sie für das Menschenleben brennende Fragen, und jeder kann eigentlich empfinden, daß sich für das Leben Unendliches aufklären müßte dadurch, daß man diesen Fragen nahetreten könnte: Warum sterben Menschen zuweilen früher, im Kindesalter, im Jugendalter, in der Mitte der gewöhnlichen Lebenszeit? Warum sterben andere alt? Was hat das für eine Bedeutung im gesamten Weltenall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich solche Fragen zu beantworten, dazu hatten die Menschen bis zu jenem Zeitpunkte, den ich Ihnen in diesen Betrachtungen schon angegeben habe, bis zu dem Zeitpunkt der beginnenden vierten nachatlantischen Zeit, so ungefähr bis in die Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, noch Vorstellungen, Begriffe. Aus alter Weisheit her­überbekommen hatten sie Begriffe. Es gab auch in jenen alten Zeiten, die dem 8. vorchristlichen Jahrhundert vorangingen, über die da­malige Erdenkultur verbreitet überall Vorstellungen, welche nach dem Sinn der damaligen Zeit den Menschen Aufschluß gaben über solche Fragen wie die eben angedeuteten. Dasjenige, was wir heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wissenschaft nennen, kann nicht einmal einen rechten Sinn verbinden mit solchen Fragen, kommt gar nicht darauf, daß etwas mit diesen Fragen gegeben ist, wozu man irgendeine Antwort suchen sollte. Das alles rührt davon her, daß in der Zeit, die seit dem eben angedeuteten Zeitpunkte verflossen ist, eigentlich alle Vorstellungen verlorenge­gangen sind, die sich auf den geistigen und damit auf den ewigen Menschen beziehen. Es sind nur diejenigen Vorstellungen geblieben, die sich auf den vergänglichen Menschen und den zwischen Geburt und Tod eingeschlossenen Menschen beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in allen alten Weltanschauungen von einer dreifachen Sonne gesprochen wurde, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als eine leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen die seelische Sonne - im griechischen Sinne gesprochen, den Helios - und erst hinter dieser seelischen Sonne die geistige Sonne, die zum Beispiel noch Plato identifizierte mit dem Guten. Es hat für den heutigen Menschen eigentlich keinen rechten Sinn, von dem Helios, der seelischen Sonne, oder gar von der geisti­gen Sonne, von dem Guten, zu sprechen. Aber so wie uns hier zwi­schen Geburt und Tod die physische Sonne leuchtet, so scheint, wenn ich sagen darf, in unser Ich hinein in der Zeit, die wir verbringen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die geistige Sonne, die eben noch von Plato identifiziert wird mit dem Guten. Für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dieser leuchtenden Kugel zu sprechen, von der unsere heutige materialistische Weltan­schauung spricht, hat keinen Sinn; zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat nur Sinn zu sprechen von der geistigen Sonne, von dem, was Plato noch als das Gute bezeichnet. Aber gerade ein solcher Be­griff sollte uns auf etwas hinweisen. Er sollte uns darauf hinweisen, nachzudenken, wie es sich eigentlich verhält mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Welt bilden. Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, zu sehen haben eine Art von Täuschung, eine Art von Maja, das wird doch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Art Vorstellung von der Sonne hat im Grunde derjenige, der die heutige Physik, Astrophysik meinetwillen, autoritativ nimmt: Wenn er da hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne nähert - nun, sehen wir jetzt von menschlichen Lebensbedingungen ab, setzen wir voraus, daß die Lebensbedingungen absolut sein könnten -, gewaltige Hitze ver­spüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausge­füllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So stellt sich der Physiker ja das eigentlich vor: einen glühen­den Gasball oder so etwas. Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen An­schauung. Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist - ja, indem man sich nähert, da findet man schon so etwas, wie wenn man durch flutendes Licht durchgehen müßte (es wird gezeichnet: gelber Kreis, innen blauer Kern); aber wenn man da hineinkommt, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, findet man zunächst das, was man an­sprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Ich zeichne es schematisch (blau), weil eigentlich nichts dort ist. Da ist nichts, da ist leerer Raum. Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne wei­teres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständ­liches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, und er denkt sich das insbesondere, wenn er ein waschechter Kantianer ist, denn viel mehr Leute, als man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
heute denkt, sind Kantianer, sind unbewußte Kantianer: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! - Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein. Wenn Sie nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden Sie diesen leeren Raum, in den Sie da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt Sie nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist, wie ich besser sagen kann - als ein leerer Raum. Sie brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird Ihnen nicht ganz unklar bleiben können, was ich da meine: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer. Nehmen wir an, Sie besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß Sie alles, was Sie besitzen, ausgegeben haben, daß Sie nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit - wenn ich mich so ausdrücken darf - nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit. Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus fest­gehalten, richtig im Materialismus festgehalten, ich möchte sagen: gebannt in den Materialismus. Denn es gibt auch im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Ort, welcher leerer ist als leer; nicht in seiner Gänze, aber welcher eingelagert hat Teile, die leerer sind als leer. Im ganzen ist ja der Mensch - ich meine der physische Mensch - ein Wesen, welches einen Raum materiell ausfüllt; aber ein gewisses Glied der menschlichen Natur, von den dreien, die ich angeführt habe, hat tatsächlich etwas in sich, was sonnenähnlich ist, leerer ist als leer. Das ist - ja, Sie müssen es schon hinnehmen - der Kopf. Und gerade darauf, daß der Mensch so organisiert ist, daß sein Kopf sich immer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entleeren kann und in gewissen Gliedern leerer sein kann als leer, da­durch hat dieser Kopf die Möglichkeit, das Geistige sich einzulagern. Stellen Sie sich einmal die Sache vor, wie sie eigentlich ist. Natürlich muß man die Dinge sich schematisch vorstellen; aber denken Sie sich, alles dasjenige, was materiell Ihren Kopf ausfüllt, würde ich schematisch durch das Folgende zeichnen. Das wäre schematisch Ihr Kopf (siehe Zeichnung, rot). Nun aber muß ich, wenn ich ihn vollständig zeichnen will, in diesem Kopf leere Stellen lassen. Das ist natürlich jetzt nicht so groß, aber drinnen sind leere Stellen. In diese leeren Stellen kann dasjenige hinein, was ich Ihnen den jungen Geist genannt habe in die­sen Tagen. In die leeren Stellen hinein muß der junge Geist, gewisser­maßen in seinen Strahlen, gezeichnet werden (gelb).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 101.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 101]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Materialisten sagen: Das Gehirn ist das Werkzeug des Seelen­lebens, des Denkens. - Das Umgekehrte ist wahr: Die Löcher im Gehirn, ja sogar dasjenige, was mehr ist als Löcher, oder ich könnte auch sagen, weniger ist als Löcher, was leerer ist als leer, das ist das Werkzeug des Seelenlebens. Und da, wo das Seelenleben nicht ist, wo das Seelenleben fortwährend aufstößt, wo der Raum unseres Schädels mit Gehirnmasse ausgefüllt ist, da wird nichts gedacht, da wird nichts seelisch erlebt. Wir brauchen unser physisches Gehirn nicht zum Seelenleben, sondern wir brauchen es nur, damit wir das Seelenleben einfangen, physisch einfangen. Wenn da nicht das Seelenleben, das in den Löchern des Gehirnes eigentlich lebt, überall aufstoßen würde, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würde es verfliegen; es käme uns nicht zum Bewußtsein. Aber es lebt in den Löchern des Gehirns, die leerer sind als leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns die Begriffe allmählich korrigieren. Wir nehmen, wenn wir vor dem Spiegel stehen, nicht uns wahr, sondern unser Spiegelbild. Uns können wir vergessen. Wir sehen uns im Spiegel drinnen. So erlebt der Mensch auch nicht sich, indem er durch sein Gehirn dasjenige zusammenhält, was in den Löchern des Gehirnes liegt; er erlebt, wie sich überall sein Seelenleben spiegelt, indem es an die Gehirnmasse anstößt. Es spiegelt sich überall; das erlebt der Mensch. Er erlebt eigentlich sein Spiegelbild. Das aber, was da in die Löcher hereingeschlüpft ist, das ist dasjenige, was dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, ohne die Widerlage des Ge­hirnes seiner selbst bewußt wird, weil es dann in entgegengesetzter Weise mit Bewußtsein durchsetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun will ich ein anderes Schema aufzeichnen. Nehmen Sie das Folgende. Bitte, ich will jetzt das Gehirn recht drastisch zeichnen, wie das Löcher läßt (blau). Da sei die Gehirnmasse, da lasse es die Löcher, und dahinein in diese Löcher geht das Seelenleben (gelb). Dieses Seelenleben, das setzt sich aber vor den Löchern fort. Da kommen wir in die ja natürlich nur in der Nähe des Menschen sichtbare, aber ins Unbestimmte auslaufende Menschenaura hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 102.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 102]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken wir uns jetzt das Gehirn weg, und denken wir uns, wir sehen beim gewöhnlichen Menschen zwischen Geburt und Tod das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenleben an, dann würden wir sagen müssen: Der wahre Mensch, in dieser Weise gesehen, der ist in seinem Zustande zwischen Geburt und Tod so, daß er eigentlich - da muß ich allerdings das jetzt anders schematisch zeichnen - sein Antlitz seinem Körper so zuwendet (siehe Zeichnung Seite 105, lila); sein Seelenleben wendet er dem Körper­lichen zu. Und wenn wir auf das Gehirn sehen, so streckt dieses Seelenleben hier Fühlhörner vor, die in die Löcher des Gehirns hin­eingehen. Was ich dort (siehe Zeichnung Seite 102) gelb gezeichnet habe, zeichne ich hier lila, weil das besser dem Anblick im lebenden Menschen entspricht. Das wäre das, was sich ins Gehirn erstreckt beim lebenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich jetzt danach etwa den physischen Menschen zeichnen, so würde ich das am besten dadurch andeuten können, daß ich Ihnen etwa hier die Grenze, die mit dem Erinnerungsvermögen gegeben ist, hereinzeichne. Sie würde da nach außen gehen, und da würde die äußere Grenze, die Grenze des Erkennens sein, von der ich Ihnen ja auch gesprochen habe. Da brauchen Sie sich ja nur an die letzthin und gestern gemachte Zeichnung zu erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber ist es wirklich so,daß, wenn man von außen den Men­schen geistig anschaut, sich das Seelenleben so in den Menschen hin­ein erstreckt. Ich will also das einzelne Hineinerstrecken nur in bezug auf das Gehirn zeichnen. Aber dieses Seelenleben ist in sich auch differenziert: so würde ich, wenn ich dieses Seelenleben weiter verfolgen würde, hier eine andere Region zeichnen müssen (rot unter dem Lila), hier eine andere Region (blau); das würde also alles zu der den Menschen konstituierenden Aura gehören. Dann eine andere Region (grün): Sie sehen, dieser Teil, den ich da jetzt schematisch zeichne, liegt jenseits der Grenze des menschlichen Erkennens. Dann diese Region (gelb) - im Grunde genommen gehört das alles zum Men­schen - und diese Region (orange).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bewegt sich, wenn der Mensch einschläft, mehr oder weniger aus dem Körper heraus, sowie das gestern gezeichnet worden ist (Zeich­nung Seite 77); wenn der Mensch wachend ist, mehr oder weniger in den Körper hinein, so daß eigentlich die Aura nur in der unmittelbar­sten Umgebung des Körpers seelisch wahrzunehmen ist. Wenn man den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
physischen Menschen beschreibt, dann tut man es so, daß man sagt: Dieser physische Mensch besteht aus Lunge, Herz, Leber, Galle und so weiter. Das sagt der physische Anatom, der Physiologe und so weiter. Geradeso können Sie aber den geistig-seelischen Menschen be­schreiben, der in dieser Weise sich eigentlich in die Löcher des Men­schen hereinerstreckt, in das, was mehr ist als Leere, in den Menschen hineinerstreckt. Sie können das ebenso beschreiben. Da müssen Sie dann nur angeben, aus was dieser geistig-seelische Mensch besteht. Und ebenso wie man beim physischen Menschen Organe unterschei­det, so kann man hier Strömungen unterscheiden. Man kann sagen: Hier, wo ich das Rot gezeichnet habe, würde der physische Mensch so im Profil drinnenstehen, hierher das Gesicht gerichtet haben, hier etwa die Augen (siehe Zeichnung); hier würde sein die Region der Begierdenglut (rot). Das würde ein Bestandteil des seelisch-geistigen Menschen sein, der seiner Substanz nach entnommen ist der Region, die Sie aus der «Theosophie» kennen als die Region der Begierden­glut. Also Begierdenglut, gewissermaßen etwas von ihr entnommen, in den Menschen hineinversetzt, gibt diese Partie des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich hier lila gezeichnet habe, das würde ich bezeichnen müssen, wenn ich die Einzelheiten beschriebe, mit Seelenleben. Sie wissen, eine bestimmte Partie des Seelengebietes, des Seelenlandes, ist mit «Seelenleben» bezeichnet. Die Substanz daraus würde dieses Violette, dieses Lila sein, was im Menschen einen Teil des Geistig-Seelischen bildet. Das, was ich hier als orange bezeichnet habe, würden wir zu nennen haben, wenn wir diese Benennung beibehielten, tätige Seelenkraft. So daß Sie sich vorzustellen hätten: Dasjenige, was am intensivsten durch Ihre Sinne in Sie hineingeht beim Leben zwischen Geburt und Tod, das ist das Seelenleben; und dahinter, sich auch hin­stopfend, aber nicht so hineinkönnend, aufgehalten werdend durch das Seelenleben: tätige Seelenkraft. Und noch mehr dahinter dasjenige, was man nennen kann: Seelenlicht. Ich habe es hier gelb bezeichnet. Ziemlich anschließend an dieses Seelenlicht, sich so durchdrückend, würde dann das sein, was der Region von Lust und Unlust entnom­men ist. Das würde ich hier etwa dem grünen Gebiete zuzuschreiben haben (siehe Zeichnung). Dann würde dem schon bläulich werdenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete zuzuschreiben sein: Wünsche. Und anstoßend nun hier das Blaue, schon wiederum mehr in das Blaurote hineingehend, das würde die Region fließender Reizbarkeit sein. Das, was ich hier nenne Be­gierdenglut, fließende Reizbarkeit, Wünsche, das sind aurische Strö­mungen. Diese aurischen Strömungen konstituieren, wie Sie wissen, die Seelenwelt; sie konstituieren aber auch den seelisch-geistigen Menschen, der etwa so aufgebaut ist aus den Ingredienzien dieser Seelenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 105 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 105]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dann der Tod eintritt, dann ist das so, daß der physische Leib abfällt und der Mensch das fortnimmt, was sich durch seine Löcher in ihn hineinerstreckt hat. Er nimmt es nun fort. Dadurch, daß er es fortnimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- wir können uns diesen physischen Menschen wegdenken -, kommt nun der Mensch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelen­weit, und dann auch mit dem Geisterland, wie Sie es ja in der «Theo­sophie» dargestellt finden. Er hat eine gewisse Verwandtschaft da­durch, daß er diese Ingredienzen in sich hat. Aber während des phy­sischen Lebens sind sie gebunden an den physischen Leib; dann werden sie frei. Dadurch aber, daß sie frei werden, verwandelt sich nach und nach das Ganze. Während es so war, daß sich - wenn ich jetzt die Differenzierungen weglasse und das Seelenleben so zeichne -während des physischen Lebens die Fühler (dunkel schraffiert) in un­sere Löcher hineinerstrecken, nehmen sich nach dem Tode diese Fühler zurück. Dadurch aber, daß sich die Fühler zurücknehmen, höhlt sich das Seelenleben selbst aus, und im Seelenleben drinnen geht das geistige Leben auf; von der andern Seite geht das geistige Leben auf (hell schraffiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 106.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 106]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maße, in welchem der Mensch aufhört unterzutau­chen in den physischen Leib, hellt sich auf sein Geistig-Seelisches, diese seine Aura von der andern Seite durchleuchtend. Und wie der Mensch ein Bewußtsein erlangen kann dadurch, daß beim Hinein-stoßen des Seelisch-Geistigen in den physischen Körper dieses immer anstößt und dadurch sich immer spiegelt, so bekommt der Mensch jetzt dadurch ein Bewußtsein, daß er sich zurückzieht gegen das Licht. Aber dies ist jenes Licht der Sonne, welches das erste Licht ist: das Gute. Während der Mensch also während seines physischen Lebens als geistig-seelisches Wesen gegen das Sonnenverwandte, nämlich gegen die überleeren Löcher im Gehirn stößt, stößt er, sich zurückziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach dem Tode, nach der andern Sonne, nach der guten Sonne, nach der ersten Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, wie zusammenhängt mit den Grundvorstellungen der uralten Mysterien die Möglichkeit, Begriffe zu erhalten von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so stecken wir drinnen in diesem ganzen kosmischen Leben, wie ich es Ihnen jetzt in diesen Tagen dargestellt habe. Aber allerdings muß man, um richtige Begriffe von diesen Dingen zu bekommen, tiefer in das eigent­liche Gefüge der menschlichen Evolution durch die Erdenzeit hin­durch eingehen. Nicht wahr, es wäre ja möglich, daß jemand durch besonderen Glücksfall, wie man das so nennen könnte, hellsichtig das Ganze, was ich jetzt dargestellt habe, schaute. Aber der Glücksfall könnte nicht weiter gehen, als daß er sich verwandelnde Gebilde schaut. Etwa so: Nehmen wir an, ein Mensch würde durch irgendein Wunder - es geschieht schon nicht durch ein Wunder -, durch irgend etwas hellsichtig, übersinnlich schauend, so würde er schon, so ähnlich, wie ich es hier versucht habe aufzuzeichnen, das geistig-seelische Leben des Menschen sehen. Daß dies etwas anders ausschaut, als was ich vor einiger Zeit als Normalaura aufgezeichnet habe, das werden Sie begreiflich finden, wenn Sie verstehen, daß ich vor einigen Tagen das aufgezeichnet habe (siehe Seite 31), was sich als Aura ergibt, wenn man den ganzen Menschen sieht, also den physischen Menschen und die Aura ringsherum; jetzt habe ich aber herausgeholt den geistig­seelischen Menschen, so daß der geistig-seelische Mensch von dem physischen Menschen abstrahiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran sehen Sie schon, daß man einmal so, das andere Mal anders die Farben setzen muß; daran sehen Sie auch, daß für das übersinnliche Bewußtsein die Dinge sehr verschieden ausschauen. Nehmen Sie sich vor, die Aura des Menschen einfach so zu sehen, wie sie ist, indem der Mensch den physischen Leib hat, dann sehen Sie diese Aura - also wenn Sie sich vornehmen, abgesehen vom geistig-seelischen Men­schen jetzt den Menschen zu sehen, der nur seine Organe vorstreckt in den physischen Menschen hinein. Aber wenn Sie nun den Men­schen in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen, da sehen Sie wiederum, wie sich das Ganze verwandelt. Da geht also&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allen Dingen diese Region, die ich hier rot gezeichnet habe, weg von hier, geht hier herauf, das Gelbe geht hier herunter, das Ganze kommt nach und nach durcheinander. Man kann solche Dinge anschauen, aber das Anschauen hat etwas Verwirrendes. Und daher werden sich auch für den neueren Menschen nicht leicht Möglichkeiten finden, Sinn und Bedeutung in dieses Verwirrende hineinzu­bringen, wenn er nicht zu andern Hilfsmitteln seine Zuflucht nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hingewiesen daranf, daß das Haupt des Menschen, der Kopf, auf die Vergangenheit weist, der Extremitätenmensch auf die Zukunft weist. Es ist ein vollständiger Gegensatz, polarisch; beides, das Haupt des Menschen und der Extremitätenmensch - erinnern Sie sich nur an dasjenige, was ich gestern auseinandergesetzt habe -, beide sind eigentlich ein und dasselbe; nur daß das Haupt eben eine sehr alte Bildung ist, eine Überbildung. Daher hat es auch die Löcher. Der Extremitätenmensch hat diese Löcher noch nicht; der ist eben noch ganz von Materie ausgefüllt. Löcher kriegen, das ist ein Zeichen von Überentwickelung. Rückgängige Entwickelung im Haupte sehen können, darauf kommt viel an. Und viel kommt darauf an, daß man verstehen kann: der Extremitätenmensch ist eine junge Metamor­phose, das Haupt ist eine alte Metamorphose. Und weil der Extremi­tätenmensch eine junge Metamorphose ist, kann er noch nicht hier im physischen Leben denken, sondern es bleibt sein Bewußtsein unbe­wußt. Er öffnet nicht dem geistig-seelischen Menschen solche Löcher wie das Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von unendlicher Wichtigkeit und wird in Zukunft immer wichtiger und wichtiger werden für die Geistes kultur: einzusehen so etwas, daß zwei Dinge, die äußerlich physisch ganz voneinander ver­schieden sind wie der Kopfmensch und der Extremitätenmensch, geistig-seelisch ein und dasselbe sind, nur der Zeit nach auf verschie­denen Entwickelungsstufen. Viele Geheimnisse liegen gerade in die­ser Tatsache, daß zwei physisch verschiedene Dinge dadurch, daß sie auf zeitlich verschiedenen Entwickelungsstufen stehen, eigentlich ein und dasselbe sein können. Sie sind äußerlich physisch etwas ganz Verschiedenes, aber Verwandlungszustände, also Metamorphosen eines und desselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In elementarer Weise hat den Anfang mit Begriffen, durch die man so etwas erfassen kann, eben &#039;&#039;[[a:Goethe|Goethe]]&#039;&#039; gemacht mit seiner Metamor­phosenlehre. Während sonst eigentlich in der Ausbildung der Be­griffe ein Stillstand ist seit alten Zeiten, setzt bei Goethe wiederum die Fähigkeit ein, Begriffe zu bilden. Und diese Begriffe sind die lebendi­gen Metamorphosenbegriffe. Goethe hat allerdings angefangen mit dem Einfachsten. Er hat gesagt: Wenn wir eine Pflanze anschauen, so haben wir das grüne Pflanzenblatt, aber das verwandelt sich dann in das farbige Blumenblatt. Beides ist ein und dasselbe, es sind nur Metamorphosen voneinander. - So wie das grüne Pflanzenblatt und das rote Rosenblatt verschiedene Metamorphosen sind, ein und das­selbe auf verschiedenen Stufen, so sind das Haupt des Menschen und der Extremitätenorganismus einfach Metamorphosen voneinander. Wenn wir den Goetheschen Metamorphosengedanken für die Pflanze nehmen, haben wir etwas Primitives, Einfaches; aber es kann dieser Gedanke fruchtbar gemacht werden für ein Höchstes: für das Be­schreiben des Überganges des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Wir sehen eine Pflanze mit grünem Blatt und mit der Blüte und sagen: Die Blüte, die rote Rosenblüte ist umgewandelt aus dem grünen Pflanzenblatt. Wir sehen einen Menschen vor uns stehen und sagen: Das Haupt, das du trägst, das sind deine umgewandelten Arme, Hände, Beine, Füße aus der vorhergehenden Inkarnation; und das, was du jetzt an dir, wie Arme, Hände, Beine, Füße trägst, das wird sich umwandeln für die nächste Inkarnation in deinen Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt kommt ein Einwand, der Ihnen offenbar in der Seele schwer sitzt. Jetzt werden Sie sagen: Ja, um Gottes willen, aber ich lasse doch meine Beine und meine Füße zurück, und meine Arme und meine Hände auch; die nehme ich doch nicht mit in die nächste In­karnation! Wie soll denn da mein Kopf daraus werden? - Nicht wahr, das kann man einwenden. Wiederum stehen Sie eben hier vor einer Maja. Es ist nämlich nicht wahr, daß Sie wirklich Ihre Beine und Ihre Füße, Ihre Hände und Ihre Arme zurücklassen. Das ist nämlich nicht wahr; das sagen Sie deshalb, weil Sie an der Maja, an der großen Täuschung hängenbleiben. Was Sie nämlich mit dern gewöhnlichen Bewußtsein Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße nennen, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind nicht Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße, sondern das ist dasjenige, was als Blut und andere Säfte Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße ausfüllt. Es ist hier wieder eine schwierige Vorstellung, aber es ist so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, hier haben Sie Arme und Hände, Beine und Füße; aber das, was hier ist, ist geistig, das sind geistige Kräfte. Bitte, stellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 110.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 110]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sich vor: Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße seien Kräfte, übersinnliche Kräfte. Würden Sie nur sie haben, Sie würden sie nicht mit den Augen sehen. Sie sind angefüllt, diese Kräfte sind angefüllt mit den Säften, mit dem Blute, und das, was als mineralische Masse, flüssig oder zum Teil fest, zum geringsten Teile fest, Unsichtbares ausfüllt, das sehen Sie (schraffiert). Was Sie im Grabe lassen, was ver­brannt wird, das sind nur, ich möchte sagen, die mineralischen Ein­schlüsse. Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße sind nicht sicht­bare Füße, sind Kräfte, und diese nehmen Sie mit. Die Formen neh­men Sie mit. Sie sagen: Ich habe Hände und Füße. - Derjenige, der in die geistigen Welten hineinsieht, der sagt nicht: Ich habe Hände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Füße -, sondern er sagt: Es gibt Geister der Form, Elohim, die denken kosmisch, und deren Gedanken sind meine Arme und Hände und Beine und Füße; und deren Gedanken sind mit Blut und andern Säften ausgefüllt. - Aber Blut und andere Säfte sind auch wiederum nicht das, als was sie im Physischen erscheinen; diese Stoffe sind wie­derum die Vorstellungen der [[a:Geister der Weisheit|Geister der Weisheit]], und dasjenige, was der Physiker Stoff nennt, das ist nur der äußere Schein. Wo der Physiker den Stoff hinsetzt, müßte er sagen: Da stoße ich auf einen Gedanken der Geister der Weisheit, der Kyriotetes. Und wo Sie Arme und Hände, Beine und Füße sehen, da können Sie nicht einmal darauf stoßen, da müssen Sie sagen: Hier bilden die kosmischen Ge­danken der [[a:Geister der Form|Geister der Form]] meine Formen. - Kurz, so sonderbar das klingt: Ihren Körper gibt es ja gar nicht, sondern da, wo im Raume Ihr Körper ist, da leben durcheinander die kosmischen Ge­danken der höheren Hierarchien. Und würden Sie nicht der Maja ge­mäß, sondern richtig sehen, so würden Sie sagen: Hier erstrecken sich herein die kosmischen Gedanken der Exusiai, der Geister der Form, der Elohim. Diese kosmischen Gedanken machen sich mir sichtbar, indem sie ausgefüllt sind mit den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Das gibt Arme und Hände, Beine und Füße. Gar nicht steht das da, als was es in der Maja erscheint, vor dern geistigen Blicke, sondern da stehen die kosmischen Gedanken, und diese kosmischen Gedanken ballen sich zusammen, kondensieren sich, schieben sich ineinander, und daher erscheinen sie uns als diese Schattenfigur, als die wir herumgehen, von der wir glauben, daß sie wirklich ist. Also den physischen Menschen, den gibt es gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können mit einem gewissen Recht sagen: In der Stunde des Todes scheiden die Geister der Form ihre kosmischen Gedanken von den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Die Geister der Form nehmen ihre Gedanken in die Luft hinauf, die Geister der Weis­heit senken ihre stofflichen Gedanken in die Erde hinein. Dadurch ist im Leichnam so ein Nachschatten von den Gedanken der Geister der Weisheit noch vorhanden, wenn die Geister der Form ihre Gedanken zurückgenommen haben in die Luft. Das ist der physische Tod; das ist er in Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|112}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz, wenn wir anfangen, über Wirklichkeiten zu denken, so kom­men wir zu einer Auflösung desjenigen, was gewöhnlich die physische Welt genannt wird. Denn diese physische Welt besteht dadurch, daß die Geister der höheren Hierarchien ihre Gedanken ineinanderschieben, und deshalb - bitte stellen Sie sich vor: fein verteilte Wasser-partien gehen irgendwo hinein und bilden einen dichten Nebel - er­scheint Ihr Leib auch so als ein Schattengebilde, weil die Gedanken der Geister der Form hineindringen in die Gedanken der Geister der Weisheit, die Formgedanken in die Stoffgedanken hineingehen. Die ganze Welt löst sich vor dieser Anschauung in Geistiges auf. Aber man muß die Möglichkeit haben, die Welt wirklich geistig vorzu­stellen, zu wissen: Das ist nur etwas ganz Scheinbares, daß meine Arme und Hände, meine Füße und Beine der Erde übergeben werden. In Wirklichkeit beginnt da die Metamorphose meiner Arme und Beine, Hände und Füße und vollendet sich in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und meine Arme und Beine, Hände und Füße werden mein Kopf in der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihnen mancherlei jetzt gesprochen, was Sie wenigstens in der Form vielleicht etwas sonderbar berührt hat. Aber was ist denn das schließlich, was wir da besprochen haben, anderes, als daß wir vom scheinbaren Menschen aufsteigen zum wahren Menschen, von dem, was äußerlich in der Maja lebt, aufsteigen zu der Stufenfolge der Hierarchien? Nur wenn man das tut, kann man in einer reifen Form heute davon sprechen, daß der Mensch in sich wissen darf ein soge­nanntes höheres Selbst. Wenn man bloß daklamiert von dem höheren Selbst, wenn man bloß sagt: Ich fühle in mir ein höheres Selbst - da ist dieses höhere Selbst ein reines leeres Abstraktum, da hat es keinen Inhalt; denn das gewöhnliche Selbst gehört der Maja an, ist also selbst Maja. Das höhere Selbst hat nur einen Sinn, wenn man von ihm spricht gegenüber der Welt der höheren Hierarchien. Vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf die Welt Rücksicht zu nehmen, die da besteht aus den Geistern der Form und den Engeln, Erzengeln und so weiter, vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf diese Welt Rücksicht zu nehmen, bedeutet: man spricht von leeren Abstrak­tionen, bedeutet zugleich: man spricht nicht von demjenigen, was da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|113}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
lebt im Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so wie wir hier mit Tieren, Pflanzen und Mineralien leben, so leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den Reichen der höheren Hierarchien, von denen wir oftmals gesprochen haben. Nur wenn man sich nach und nach diesen Vorstellungen und Be­griffen nähert, dann - wir werden davon erst vielleicht in acht Tagen sprechen-, dann kommt man zu einer Annäherung an so etwas, was Ant­wort geben kann auf die Frage: Warum sterben manche Menschen als junge Kinder, warum manche im höchsten Alter, andere dazwischen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen jetzt skizzenhaft dargestellt habe, sind konkrete Be­griffe für die Wirklichkeiten der Welt. Es sind ja wahrhaftig nicht abstrakte Begriffe, die ich Ihnen dargestellt habe, es sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Diese konkreten Begriffe, sie gab es, allerdings für ein mehr atavistisches Anschauen, in den alten Mysterien. Sie sind für das menschliche Anschauen verloren­gegangen von dem 8. vorchristlichen Jahrhundert an; sie müssen durch eine Vertiefung in der Auffassung des Christus-Wesens wieder­um gewonnen werden. Das kann nur auf geisteswissenschaftlichem Wege geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschaffen wir uns von einem gewissen Gesichtspunkte aus noch einmal eine Art Vorstellung von der Menschheitsevolution. Wir wollen jetzt sehr, sehr wichtige Begriffe ins Auge fassen. Da kann man sagen: Wenn man zurückgeht in der Menschheitsentwickelung, da kommt man - ich habe ja das öfter dargestellt - darauf, daß in alten Zeiten die Menschen mehr Gruppenseelen hatten und sich dann erst die individuellen Seelen hineingliederten in das Gruppenseelentum. Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen. Dann könnte man schematisch die Entwickelung der Menschheit so darstellen, daß man sagt: In alten Zeiten gab es Gruppenseelen; jede dieser Gruppenseelen spaltete sich wiederum - das würde für eine bloße seelische An­schauung sein, für eine geistige wäre es etwas anders -, aber jede solche Seele umkleidet sich mit einem Leibe, den ich hier in der Form mit einem roten Strich andeute (siehe Zeichnung Seite 114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeichnung oder etwas ähnliches wie diese Zeichnung hat man noch bis in die Pythagoräische Schule hinein immer gemacht, indem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 114.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 114]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man gesagt hat: Seht ihr die Leiber an, den Leibern nach sind die Menschen getrennt, jeder für sich ein Leib - daher sind die roten Striche hier isoliert -, den Seelen nach findet man aber eine Einheit der Menschheit, indem man hinaufgeht bis zur Gruppenseele, die allerdings weit zurückliegt. - Man hat eine Einheit. Wenn Sie sich das Rote wegdenken, so bildet das heller Schraffierte eine einheitliche Figur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es hat nur einen Sinn, über diese Figur zu sprechen, wenn man zuerst von dem Geistigen so gesprochen hat, wie wir es heute getan haben; denn dann weiß man, was in diesen Seelen alles mitwirkt, wie die höheren Hierarchien mitwirken an diesem Seelischen. Es hat keinen Sinn, von dieser Figur zu sprechen, wenn man nicht im Hin­blick auf die Hierarchien spricht. So hat man auch gesprochen bis in die Pythagoräische Schule herein, und aus den Pythagoräischen Schu­len hat wiederum Apollonius dasjenige gelernt, wovon ich gestern ge­sprochen habe, von dem ich in der nächsten Woche weiter sprechen werde. Dann aber, seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert - schon die Pythagoräischen Schulen waren Nachzügler -, hat sich die Möglich­keit, so zu sprechen, verloren. Und allmählich sind die Begriffe, die konkret sind, die wirklich sind, wenn sie sich auf die höheren Hierar­chien beziehen, den Leuten konfus geworden, verschwommen ge­worden. Und so ist ihnen statt der Welt der Engel, Erzengel, Ur­kräfte, Formen, Bewegungen, Weisheiten, Throne, statt all diesem konkreten Geistweben ist ihnen ein Begriff gekommen, der nun schon in der griechischen Anschauung eine gewisse Rolle spielt: der Begriff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Pneuma, in dem alles durcheinander schwimmt. Pneuma, allge­meiner Geist - dieser verschwommene Begriff, den noch heute die Pantheisten lieben: Geist, Geist, Geist, Geist! Ich habe öfter davon gesprochen, daß die Pantheisten überall den Geist hinsetzen. Aber das geht schon im griechischen Leben auf. Da hat man wieder diese Figur gezeichnet; aber Sie sehen: Was früher konkret war - die Fülle der Gottheiten-, ist zum abstrakten Begriff geworden, ist zum Pneuma geworden. Das Weiße ist das Pneuma, das Rote ist die physische Materie (siehe Zeichnung Seite 114), wenn man die Menschenevo­lution in Betracht zieht. Aber von diesem Pneuma, von dem haben die Griechen wenigstens noch eine Anschauung gehabt, denn sie haben immerhin noch etwas Aurisches gesehen; so daß also das, was sie sich da in dem weißen Gezweige vorstellten, für sie noch etwas Aurisches, also etwas wirklich Anschauliches war. Das ist die große Bedeutung des Überganges vom Griechentum ins Römertum, daß die Griechen in ihrer Anschauung noch das Pneuma als wirkliches Geistiges erlebt haben, die Römer nicht mehr. Bei den Römern ist es schon ganz abstrakt geworden, vollständige Abstraktion geworden, bloße Begriffe. Die Römer sind das Volk der abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, in der neueren Zeit finden Sie in der Natur­wissenschaft wiederum dasselbe Schema ! Sie können es heute in materialistischen naturwissenschaftlichen Büchern aufschlagen: da finden Sie ganz genau dieses Schema, das Sie in den alten Mysterien aufgezeichnet gefunden haben, in den Pythagoräischen Schulen, wo alles noch auf die Hierarchien bezüglich war. Sie haben es bei den Griechen, wo es auf das Pneuma bezüglich war; Sie finden es heute wieder gezeichnet. Wir werden sehen, was es heute ist. Heute sagt der Naturforscher, indem er diese selbe Zeichnung seinen Schülern auf die Tafel zeichnet: Indem das Menschengeschlecht sich fortpflanzt, geht die Keimsubstanz der Eltern über auf die Kinder; ein Teil der Keimsubstanz bleibt aber so erhalten, daß er in der nächsten Generation wiederum auf die Kinder übergehen kann, und von dem bleibt wiederum ein Teil so, daß er wieder auf die Kinder über­gehen kann, während ein anderer Teil der Keimsubstanz die Zellen des physischen Leibes bildet. - Sie haben ganz dasselbe Schema, nur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|116}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sieht der heutige Naturforscher in dern Weißen (siehe Zeichnung) die Kontinuität der Keimsubstanz. Er sagt: Wenn wir zu den alten Men­schenvorfahren hinaufgehen und ihre Keimsubstanz nehmen, die männliche und die weibliche Keimsubstanz nehmen, und gehen zu den jetzigen Menschen herunter und nehmen ihre jetzige Keimsub­stanz, so ist das ein einziger Strom; die Keimsubstanz ist kontinuierlich. Es bleibt immer in der Keimsubstanz etwas ewig - so stellt es sich der Naturforscher vor - und nur gewissermaßen die Hälfte des Keimplasmas geht über in die andere Körperlichkeit. - Der Naturforscher hat wiederum dieselbe Figur, nur hat er jetzt nicht mehr das Pneuma, sondern das Weiße, das ist ihm jetzt die materielle Keimsub­stanz. Es ist nichts Seelisch-Geistiges mehr, es ist ihm die materielle Keimsubstanz. Das können Sie bei den heutigen Naturforschern lesen, das nimmt man heute an als eine große, bedeutsame Entdeckung. Das ist Materialisierung einer hochgeistigen Vorstellung, indem sie durch die Abstraktion durchgegangen ist; der abstrakte Begriff steht mitten drinnen. Und drollig ist es, daß ein Naturgelehrter der neue­ren Zeit ein Buch geschrieben hat - für jemanden, der ordentlich denken kann, ist es drollig -, in welchem er geradezu sagt: Was die Griechen sich noch unter Pneuma vorgestellt haben, ist heute die kontinuierlich bleibende Keimsubstanz. - Ja, es ist närrisch, aber es ist heute hohe Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Sie sehen daraus eines: die Zeichnung macht es nicht! Und Sie werden daraus begreifen, warum ich immer in einer gewissen Weise mich gewendet habe gegen das Aufzeichnen von Schemen, solange wir noch versuchten, unsere Anthroposophie durch die Theo­sophische Gesellschaft durchzutragen. Man brauchte nur in irgend­einen theo sophischen Zweig einzutreten: die Wände waren in der Regel behängt mit allerlei solchen Schemen. Da war alles mögliche aufgezeichnet, da standen dann Worte dabei, und da waren ganze Stammbäume und alles mögliche aufgezeichnet. Aber auf diese Zeichnungen kommt es nicht an, sondern es kommt darauf an, daß man wirklich zu dern lebendigen Vorstellen gehen kann; denn die Zeichnung kann ganz dieselbe sein, ob Sie sie als Ausfluß der Hier­archien, Geistig-Seelisches sich vorstellen, oder ob Sie sich das kontinuierliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|117}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keimplasma, eine reine Materie, vorstellen. Diese Dinge verschwimmen dern heutigen Menschen. Daher ist es so wichtig, sich klar darüber zu sein, wie der Grieche noch etwas gewußt hat von dern realen Selbst im Menschen, von dern realen Geistigen, und wie das beim Römer in den abstrakten Begriff übergegangen ist. Sie können das an Äußerlichkeiten sehen. Indem der Grieche von seinen Göttern redet, redet er so, daß man ganz genau sieht: der Grieche denkt sich noch konkrete Figuren hinter den Göttern. Beim Römer sind die Götter im Grunde nur noch Namen, nur Bezeichnungen, sind Ab­straktionen und werden immer mehr Abstraktionen. Beim Griechen war immer noch eine gewisse Vorstellung vorhanden, daß in dern Menschen, der hier steht, die Hierarchien leben, und in jedem Menschen verschieden die Hierarchien leben. Der Grieche nahm den Menschen seiner Realität nach, und wenn er sprach: Das ist der Alki­biades, das ist der Sokrates, das ist der Plato -, so hatte er noch den Begriff: da in den Alkibiades, in den Sokrates, in den Plato, da ragen herein die kosmischen Gedanken der Hierarchien in verschiedener Weise, und dadurch, daß da die kosmischen Gedanken in verschie­dener Weise hereinragen, treten so verschiedene Figuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ging beim Römer verloren. Daher bildete sich beim Römer ein System von Begriffen aus, das sein Extrem darinnen hat, daß von Augustus an - eigentlich schon früher - der römische Cäsar selber als Gott galt. Die Gottheit war allmählich verabstrahiert, und der rö­mische Cäsar war selber ein Gott, weil der Begriff vollständig abstrakt geworden war. Aber so abstrakt wurden auch die andern Begriffe. So abstrakt wurden namentlich die Begriffe, die als Rechtsbegriffe, als moralische Begriffe das römische Wesen durchsetzten, und so trat an die Stelle von alten Lebendigkeiten eine Summe von Abstraktio­nen. Und diese Summe von Abstraktionen, die ist als Erbschaft ge­blieben durch das ganze Mittelalter hindurch, ist auf die neuere Zeit heraufgekommen, ist bis in das 19. Jahrhundert herein als Erbschaft geblieben: abstrakte Begriffe, die überall hineingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kam etwas Überraschendes im 19. Jahrhundert. Unter den ab­strakten Begriffen hat man den Menschen vollständig verloren gehabt. Der Grieche ahnte noch etwas von dern wirklichen Menschen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der aus dem Kosmos herein gebildet wird; durch das Römertum hin­durch ist der Mensch verlorengegangen. Das 19. Jahrhundert war genötigt, ihn wieder zu entdecken durch alle die Verhältnisse, auf die ich Sie schon hingewiesen habe, auf die ich Sie noch genauer hin­weisen werde. Und die Entdeckung des Menschen, die geschah jetzt von dem andern Pol aus. Das Griechentum hat sehen wollen den Menschen, der aus der Hierarchie kommt, den göttlichen Menschen; die Römer haben an die Stelle eine Reihe von abstrakten Begriffen gesetzt; das 19. Jahrhundert, schon das 18. Jahrhundert, aber nament­lich das 19. Jahrhundert war genötigt, den Menschen von der andern Seite, von seiner Tierseite aus wieder zu entdecken. Und da konnte er jetzt nicht gefaßt werden mit diesen abstrakten Begriffen. Das war der große Schock. Und das ist der große Schock, das ist die tiefe Kluft, die entsteht: Was ist denn das eigentlich, was da auf zwei Beinen vor uns steht und mit den Händen fuchtelt und allerlei ißt und trinkt, was ist denn das? Die Griechen haben es noch gewußt; dann ist es in abstrakte Begriffe verwandelt worden. Jetzt überrascht es die Men­schen im 19. Jahrhundert; da steht es, aber man hat keine Begriffe, es zu fassen. Man faßt es als bloßes höheres Tier auf: es wird auf der einen Seite der Darwinismus, naturwissenschaftlich, auf der andern Seite, im Geistigen, der Sozialismus, der den Menschen nur als Tier in die Sozietät hineinstellen will. Es ist der Mensch, der vor sich selber überrascht steht: Was ist denn das eigentlich? - und der ohn­mächtig ist, diese Frage zu beantworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Situation von heute, das ist die Situation, die nicht nur, je nachdem die Menschen es wollen, richtige oder unrichtige Be­griffe schaffen wird, sondern die dazu berufen ist, katastrophale oder heilsame Tatsachen zu schaffen. Aber das ist sie, die Situation: der Schock, den der Mensch vor sich selber hat. Wiederum müssen die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen gefunden werden. Man wird sie nicht anders finden, als wenn man auf die Metamor­phosenlehre eingeht. Da liegt der wesentliche Punkt. Die Metamor­phosenbegriffe des Goetheanismus sind allein imstande, die fluk­tuierenden Erscheinungen zu fassen, welche sich dem Anschauen der Wirklichkeit darbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nach dieser Richtung, möchte ich sagen, schob die geistige Ent­wickelung schon immer. Auch damals - ich habe das im «Reich» in einer Reihe von Aufsätzen über «Die chymische Hochzeit des Christian Rosen­kreutz» angedeutet-, als im 17. Jahrhundert «Die chymische Hochzeit» und andere Schriften auf so wunderbare Weise veröffentlicht worden sind, da war schon das Bestreben, vorzusorgen, daß eine solche soziale Struktur, die der wahren Wesenheit des Menschen entspricht, unter die Menschen kommen sollte. Auf diese Weise ist ja «Die chymische Hoch­zeit des Christian Rosenkreutz» von dem sogenannten &#039;&#039;Valentin Andreae&#039;&#039; entstanden. Aber auf der andern Seite ist ja auch das Buch entstanden, das er nannte «Allgemeine Reformation der ganzen weiten Welt», wo er einen großen politischen Überblick gibt, wie die sozialen Verhältnisse werden sollen. Der Dreißigjährige Krieg hat die Sache hinweggefegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort ist es der Dreißigjährige Krieg, der die Dinge hinweggefegt hat. Heute ist es möglich, daß die Weltordnung entweder dahin geht, die Dinge wirklich wiederum hinwegzufegen, oder aber sie in die Menschheitsentwickelung hineinzunehmen. Damit berühren wir die große Grundfrage der Gegenwart, mit der sich die Menschen beschäftigen sollten, statt mit all den sekundären Fragen, mit denen sich die Menschen heute beschäftigen. Würden sich die Menschen mit die­ser Grundfrage beschäftigen, dann würden sie die Mittel und Wege finden, fruchtbare Begriffe in die heutige Wirklichkeit hineinzutragen; dann würde man meiden die abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht so leicht, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Da muß man schon wirklich im Ernste und mit allem guten Willen ins Leben hinein wollen, nicht bei Programmen und bei Vorurtellen Halt machen wollen. Nach dieser Richtung könnte ich ja vieles er­zählen. Ich will nur ein Faktum anführen: Im Beginne der neunziger Jahre, da traten eine Anzahl von Menschen zusammen in den ver­schiedensten Städten in Europa und machten wiederum einmal etwas Amerikanisches nach: nämlich die «Bewegung für ethische Kultur». Es war dazumal unter gewissen Intellektuellen alles darauf aus, «Ge­sellschaften für ethische Kultur» zu gründen. Die Leute haben sehr schöne Sachen vorgebracht, und wenn Sie heute noch die Auf­sätze lesen, die dazumal von diesen Vertretern der Gesellschaften für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|120}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ethische Kultur geschrieben worden sind, wenn Sie Sinn haben für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ja, butteriges Zeug, so werden Sie wahrscheinlich heute noch ent­zückt sein können von all den schönen, wunderschönen Idealen, in denen die Leute dazumal geschwelgt haben. Und es war wahrhaftig keine angenehme Aufgabe, sich gegen dieses Schwelgen in den butterigen Idealen zu wenden. Ich schrieb aber dazumal in einer der ersten Nummern der Zeitschrift «Die Zukunft» einen Artikel gegen dieses ganze butterige Zeug von der «ethischen Kultur», schimpfte mordsmäßig über diese «ethische Kultur». Es war selbstverständlich eine schändliche Tat, denn wie könnte es nicht etwas Schändliches sein, wenn man sich gegen etwas so Gutes wendet, wenn die Leute daran gehen, die ganze Welt zu ethisieren, durchzumoralisieren! Ich lebte dazumal in Weimar, kam aber einmal nach Berlin, sprach auch mit Herman Grimm; der sagte: Was wollen Sie denn eigentlich mit dieser «ethischen Kultur»? Gehen Sie doch hin zu den Leuten, Sie werden sehen: die in Berlin hier zusammenkommen, diese Ethiker sind lauter recht nette, liebe Leute. Man kann gegen sie gar nichts haben. Es sind Leute, die einem ganz sympathisch sein können, die einem ganz gut gefallen können. - Das war auch gar nicht zu leugnen, und für den damaligen Moment hatte selbstverständlich Herman Grimm ebenso recht wie ich. Äußerlich genommen hatte der eine ebenso recht für den Moment wie der andere; das eine ließ sich eben­sogut beweisen wie das andere, und ich will gar nicht behaupten, daß rein logisch meine Gründe gegen die Ethiker besser waren als die Gründe, die die Ethiker vorgebracht haben. Aber aus all diesem Butteridealismus ist ja die gegenwärtige Katastrophe hervorgegan­gen, und nur diejenigen Menschen hatten recht und sind durch die Tatsachen gerechtfertigt, die dazumal gesagt haben: Mit all eurem Schwelgen und Reden von irgend solchen Butteridealen, durch die ihr allgemeinen Frieden und dergleichen und allgemeine Moral unter die Menschen bringen wollt, erzeugt ihr nichts anderes als das, was ich dann das soziale Karzinom genannt habe, was endlich in diese katastrophale Gegenwart hineinführen mußte. Die Zeit hat gezeigt, wer mit realen Begriffen arbeitete und wer mit bloßen Abstraktionen arbeitete. Nach dem bloßen abstrakten Charakter kann man gar nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entscheiden, ob irgend jemand recht oder unrecht hat; das entschei­det bloß das, ob irdendein Begriff richtig sich hineinfügt in den Gang der Tatsachen oder nicht. Wenn ein Professor an seiner Universität heute Naturwissenschaft lehrt, dann kann er selbstverständlich wun­derschön beweisen, logisch beweisen, daß das alles richtig ist, was er sagt. Das geht auch alles in die Löcher der Köpfe hinein; das darf ich ja natürlich im allerbesten Sinne heute sagen. Und siehe da, darum handelt es sich aber nicht, ob scheinbare gute logische Gründe dafür anzuführen sind, sondern: dieselben Gedanken dann in einen Lenin­ Kopf hineingesenkt, werden Bolschewismus. Was ein Gedanke in der Wirklichkeit wird, darauf kommt es an. Nicht darauf kommt es an, was man über ihn denken kann, was man über ihn abstrakt fühlen kann, sondern darauf, welche Kraft in der Wirklichkeit einen Gedan­ken bildet. Und wenn man diejenige Weltanschauung, von der am meisten in der neueren Zeit gesprochen worden ist, weil die andern ästhetisierend waren, wie ich gestern ausgeführt habe, wenn man den Sozialismus prüft, so handelt es sich heute nicht darum, sich nun hinzusetzen, um den Karl Marx oder Lassalle oder den Bernstein zu «ochsen», also deren Bücher zu studieren, diese Autoren zu studieren, sondern darum handelt es sich, ein Gefühl, eine lebendige Erfahrung dafür zu haben, was im Fortgang der Menschheit dann wird, wenn eine Anzahl von Menschen - solche Menschen, die an Maschinen stehen - diesen Gedanken haben. Darauf kommt es an, und nicht darauf, über die soziale Struktur der nächsten Zukunft die Gedanken zu haben, die man im landläufigen Gang der heutigen diplomatischen Schulung lehrt. Sondern jetzt ist die Zeit, wo es darauf ankommt, Gedanken wägen zu können, um sich die Frage beantworten zu kön­nen: Was will die Zeit in den nächsten Jahrzehnten? Es ist heute schon einmal die Zeit gekommen, wo die Bequemlichkeit nicht ge­stattet ist, auf den verschiedensten kurulischen Stühlen zu sitzen und bequem das Alte fortzupflegen, sondern die Zeit ist gekommen, wo die Menschheit den Schock vor sich selbst fühlen muß, und wo bei denen, die irgendwo verantwortlich sind für irgend etwas, der Ge­danke auftauchen muß: Wie löst man diese Frage aus dem geistigen Leben heraus? Wir werden das nächste mal davon weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit hier eine Reihe von wichtigen Tatsachen über den Menschen vorgebracht, die geisteswissenschaftlich erforscht werden können. Ich lege weniger Wert darauf, daß die Einzelheiten dieser Tatsachen aufgefaßt werden - denn ich habe mich ja über die Natur dieser Tatsachen öfter ausgesprochen-, als vielmehr darauf, daß ein gewisser Eindruck durch diese Tatsachen erweckt werde: der Eindruck über das Wesen desjenigen, was man die Täuschung der physischen Außenwelt nennen kann, auf daß Sie ein Gefühl davon erhalten, was eigentlich gemeint ist, wenn man davon spricht: Die Außenwelt, so wie wir sie um uns herum sehen - ich sage sehen, nicht haben -, ist Täuschung zunächst, und hinter ihr liegt die wahre, die wirkliche Welt. Und ich wollte ein gründlicheres Gefühl hervorrufen von dem, was gemeint ist, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft von der wirklichen Welt spricht. Also mehr um diese allgemeinen Gefühle handelt es sich. Und damit bin ich an demjenigen Punkte angelangt, wo wir gewissermaßen wiederum eine Möglichkeit haben, unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen anzuknüpfen an wichtige, an bedeutsame Interessen im Geistesleben der Gegen­wart, wobei ich natürlich an eine weitere Gegenwart denke, nicht bloß an die heutigen Tage, sondern an die Jahrhunderte, in denen wir leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Geistesleben ist in einem Zwiespalt begriffen, in einem Zwiespalt, den man in der verschiedensten Weise charakterisieren kann, den man so oder so definieren kann. Aber alle diese Definitionen müssen zuletzt wiederum zusammenlaufen in eine Art Empfindung für zwei Strömungen, die wir uns als Ideenströmungen bilden müssen aus der Geisteskultur der Gegenwart heraus, und die gewissermaßen sich nicht recht vereinigen lassen. Zwei Strömungen von Ideen sind vorhanden. Die eine, man kann sie im weitesten Sinne nennen die naturwissenschaftliche Strömung, wobei ich nicht etwa bloß das meine, was in den Kreisen der Naturforscher gedacht und behauptet wird, sondern jene naturwissenschaftliche Strömung, welche heute ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mehr oder weniger in der Empfindung der ganzen Menschheit lebt. Diese naturwissenschaftliche Strömung ist nach und nach eine popu­läre, eine weitverbreitete Anschauung geworden. Sie produziert Be­griffe, die tief, tief sich eingewurzelt haben in das Seelenleben der Menschen der Gegenwart. Man kann am besten sehen, wie diese na­turwissenschaftliche Weltanschauung sich eingewurzelt hat, wenn man bedenkt, daß sie da am tiefsten Wurzel gefaßt hat, wo man glaubt, an spirituelles Leben heranzudringen. Schließlich ist ja dasjenige, was man landläufig Spiritismus nennt und was von sehr vielen als theosophische Theorie vertreten wird, nichts anderes als ein Ausfluß ma­terialistischer Weltanschauung. Dasjenige, was man zumeist an Be­griffen hat über Ätherleib, Astralleib, dasjenige, was man experimen­tell produziert in spiritistischen Sitzungen, wird ganz und gar einge­fangen in Begriffe, welche der naturwissenschaftlichen Weltanschauung entlehnt sind, was am besten solche Leute beweisen wie zum Beispiel du Prel, der glaubt, gerade auf die Geisteswelt loszugehen. Aber alles dasjenige, was er über die Geisteswelt sagt, denkt er in naturwissen­schaftlichen Begriffen, das heißt in solchen Begriffen, in denen man bloß über die Natur denken sollte, nicht über den Geist. Ebenso ist es geradezu auffällig, wie materialistisch doch die Theorien der mei­sten Theosophen sind, wie sie sich geradezu bemühen, Vorstellungen wie Ätherleib oder selbst Astralleib an die naturwissenschaftlichen Begriffe, die man nur auf die Natur anwenden sollte, heranzurücken. Der Ätherleib wird sehr häufig vorgestellt als etwas ganz Materielles, als ein feiner Dunst oder dergleichen. Nun, ich habe mich ja über diese Dinge öfter ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die eine, ich möchte sagen Begriffsmasse, die wir haben: die naturwissenschaftlichen Begriffe. Und weniger Wert - ich betone das noch einmal, damit ich nicht mißverstanden werde - ist darauf zu legen, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe in den Naturwissen­schaften selbst sich finden, wo sie ja zum großen Teil berechtigt sind, sondern das Wichtige ist, daß sie sich eben einschleichen in die allge­meine Weltanschauung, und daß sie verwendet werden, um Spiri­tuelles begreifen zu wollen, ja, daß manche geradezu in dem Wahne leben, sie sagten etwas Besonderes, wenn sie die Ähnlichkeit der Begriffe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die sie im Spirituellen haben, mit den naturwissenschaftlichen Begriffen hervorheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutsame Tatsache, die wir da ins Auge fassen müssen, ist diese, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe nur eine gewisse Sphäre unserer Welt, eine gewisse Sphäre der Welt, in der wir leben, einfangen können in unser Verständnis, daß eine andere Welt außer unserem Verständnis bleiben muß, wenn wir nur naturwissenschaft­liche Begriffe anwenden. Diese naturwissenschaftlichen Begriffe bil­den also die eine Strömung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Strömung bilden gewisse Begriffe, die wir uns machen über Ideelles oder Ideales, und wohl auch heute, schon seit langer Zeit, über Moralisches. Nehmen Sie einen naturwissenschaftlichen Begriff wie den Begriff der Vererbung oder den Begriff der Entwicke­lung. Sie denken naturwissenschaftlich, wenn Sie diesen Begriff rein­lich und sauber denken; Sie denken verworren, wenn Sie diese Begriffe von Vererbung und von Entwickelung, wie sie in der Naturwissenschaft üblich sind, auf Spirituelles ausdehnen. Nehmen Sie gewisse Begriffe, die man im Leben braucht, zum Beispiel den Begriff der inneren Freiheit unserer Seele, den Begriff des Wohlwollens, den Be­griff der sittlichen Vollkommenheit, oder höhere Begriffe, den Begriff der Liebe und dergleichen, so haben Sie wiederum eine Strömung von Ideen, von Begriffen, die auch berechtigt sind, weil sie ja zum Leben gebraucht werden. Aber nur wenn man sich einer Selbsttäuschung hingibt, kann man sich von der Art, wie heute naturwissenschaftlich gedacht wird, zu der Art, wie heute ideal oder ideell oder moralisch gedacht wird, eine Brücke bauen. Denkt jemand rein naturwissen­schaftlich, das heißt, sucht er sich ein naturwissenschaftliches Welt­bild, so wie das heute das Ideal vieler Leute ist, so hat innerhalb einer Welt, welche diesem Weltbild entspricht, alles das keinen Platz, was unter Begriffe wie Wohlwollen, meinetwillen auch Glück, Liebe, innere Freiheit und so weiter gefaßt ist. Ein gewisses Ideal naturwissenschaftlicher Denkungsart ist, alles, wie man sagt, unter den Kausalbegriff zu bringen, alles nach Ursachen und Wirkungen zusammenzudenken. Und eine sehr beliebte Verallgemeinerung ist -ich habe das schon hier erwähnt - das Gesetz von der Erhaltung der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Kraft und der Erhaltung des Stoffes. Bilden Sie sich eine Weltan­schauung so, daß Sie dazu nur die Begriffe von Ursache und Wirkung im naturwissenschaftlichen Sinne verwenden oder von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, so können Sie nur entweder weltanschau­lich unehrlich sein, oder Sie müssen sagen: Innerhalb einer solchen Weltenordnung, in welcher nur das Kausalitätsgesetz, nur das Ur­sachengesetz gilt, oder in welcher das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gilt, in einer solchen Welt ist alles, was Ideale sind, was Ideen sind, was moralische Begriffe sind, im Grunde ge­nommen eigentlich nur Spaß. - Denn für eine Weltanschauung, welche etwa das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes univer­sell denkt, hat nichts anderes Sinn, als sich zu sagen: Nach diesem Gesetze von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes entwickelt sich unsere Weltenordnung. - Aus gewissen Ursachen heraus ist innerhalb dieser Weltenordnung auch das Menschengeschlecht hervorge­gangen. Dieses Menschengeschlecht träumt von Wohlwollen, von Liebe, von innerer Freiheit, aber all das sind Begriffe, die sich die Menschen machen, und wenn einmal jener Zustand eingetreten sein wird in unserem Weltensystem, der eintreten muß nach naturwissen­schaftlichen Vorstellungen, dann ist eigentlich ein allgemeines Grab da für alle solche Vorstellungen von Wohlwollen, innerer Freiheit, von Liebe und so weiter. Das sind Träume, welche die Menschen träumen, während sie eben der reinen naturgesetzlichen Ordnung gemäß ihr Dasein innerhalb der Erdenentwickelung vollenden, und es hat gar keinen Sinn, von etwas anderem zu sprechen in bezug auf die Geltung der Ideale und Ideen, als davon, daß sie Träume der Menschen sind, denn innerhalb einer solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauung haben Ideen und Ideale keine Kraft, sich zu realisie­ren. Was sollen denn, wenn die Welt wirklich entsprechen würde der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, die Ideen und Ideale einmal machen, sobald der Zustand eingetreten ist, den man notwendig denken muß, wenn man nur mit naturwissenschaftlichen Begriffen denkt? Sie sind begraben, die Ideen und Ideale! Die Ideen und Ideale werden heute aber von den Menschen so gedacht - wenn sie das auch nicht zugeben -, daß sie keine innere Kraft haben, sich zu realisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie sind eben bloße Gedanken, die sich dadurch realisieren, daß die Menschen ihre Gefühle daran hängen, daß die Menschen sich gegen­einander so verhalten, wie es den Ideen entspricht. Aber sie haben keine innere Kraft, sich zu realisieren, diese Ideen, wie es der Magne­tismus, wie es die Elektrizität oder die Wärme hat - die hat innere Kraft, sich zu realisieren! Die Ideen als solche - denken Sie also immer meinetwiller an die moralischen Ideen - haben nicht eine solche innere Kraft, sich zu realisieren innerhalb unserer Weltanschauung, wenn wir sie nur naturwissenschaftlich denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, die wenigsten Menschen machen sich den Zwiespalt klar, der zwischen diesen zwei Strömungen unserer Gegenwart besteht, aber er ist da, und es ist die Tatsache, daß er im Unterbewußtsein der Menschen sein Spiel treibt, viel wichtiger, als daß man sich theore­tisch darüber klar ist. Theoretisch klar ist sich nur eine Schichte der Menschen über das, was ich eben gesagt habe, und diese &#039;&#039;eine&#039;&#039; Schichte der Menschen, auf die sollte man wohl ein Auge haben im Leben der Gegenwart. Klar ausgesprochen, daß die Sache so ist, daß die ganze Welt nur naturwissenschaftlich geordnet ist und daß Ideen und Ideale nur eine Bedeutung haben deshalb, weil die Menschen nun einmal das Gefühl haben, sie müßten sich geradezu danach richten in ihrem gegenseitigen Verhalten, findet man diese Anschauung nur innerhalb der sozialistischen Theorie der Gegenwart. Die sozialistische Theorie der Gegenwart lehnt daher jede Geisteswissenschaft ab, betrachtet sogar die Spuren alter Geisteswissenschaft, die sich noch in der Juris­prudenz, in der Moral und der Theologie finden, als Vorurteile, die den Kinderjahren der Menschheitsentwickelung angehören, und sie will alles, was man Geisteswissenschaft nennen könnte, als Gesell­schaftswissenschaft aufgefaßt wissen: sie will die sozialistische Gesell­schaftswissenschaft bilden als bloß gültig für das gegenseitige Ver­halten der Menschen. Die Welt ist naturwissenschaftlich geordnet, und außer der naturwissenschaftlichen Erklärung der Welt gibt es nur noch eine Gesellschaftswissenschaft. Das ist Grundüberzeugung jedes seiner selbst bewußten Sozialisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf, wenn man solchen Dingen auf den Grund gehen will, nicht konfusen Begriffen sich hingeben. Ich weiß selbstverständlich,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kommen kann und sagen: Ja, so denken doch nicht die Sozialisten! - Aber darauf kommt es nicht an - das habe ich ja gerade in den ersten Tagen, in denen ich hier wieder vorgetragen habe, aus­geführt -, was Ideen für einen Inhalt haben, sondern durch was Ideen sich betätigen, wie sie eindringen, sich einleben. Und die sozialisti­sche Idee lebt sich dadurch ein, daß sie ablehnt jedes Reden über irgendeinen geistigen Weltinhalt, daß sie behauptet, der Weltinhalt sei nur naturwissenschaftlich geordnet und Geisteswissenschaft sei durch bloße Gesellschaftswissenschaft zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fühlt der Mensch, daß bloße Ideen und Ideale, wenn sie so gedacht werden, wie sie in der Gegenwart gedacht werden, eben wirklich nicht mehr Kraft haben, als sich in das menschiiche Gemütsleben hineinzufinden und sich dadurch zu realisieren, zu realisieren als ein Traum, den die Menschheit innerhalb der Erdenentwickelung träumt. Keine Idee, und wäre sie die schönste, die idealste, hat die Kraft, irgend etwas wachsen zu lassen, irgendwo Wärme zu erzeugen, einen Magneten zu bewegen oder dergleichen. Damit ist sie schon ver­urteilt, bloßer Traum zu sein, weil sie ja - solange man die Weltenordnung nur denkt als die Summe von elektrischen, magnetischen Kräften, von Lichtkräften, Wärmekräften und so weiter - in das Gefüge dieser Kräfte nicht eingreifen kann, insbesondere wenn man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes aufstellt, wo­nach Kraft und Stoff eine ewige Geltung haben sollen. Denn dann sind sie immer da, und dann können Ideen nirgends eingreifen, denn Kraft und Stoff haben dann ihre eigenen, ewigen Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Gesetze - das sage ich nur in Parenthese - von der Er­haltung der Kraft und des Stoffes wird ja viel Unfug getrieben. So wie man in der Literatur heute von dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, namentlich von Kraft und Energie gesprochen findet, wird es auch häufig zurückgeführt auf Julius Robert Mayer. Wer &#039;&#039;Julius Robert Mayers&#039;&#039; Schriften wirklich kennt, der weiß, daß es ebenso gescheit ist, das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes auf Julius Robert Mayer zurückzuführen, so wie es heute in der Literatur geschieht, wie wenn man etwa die Schundliteratur auf die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg zurückführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denn das, was heute in Lehrbüchern und gebräuchlichen Handbüchern als Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes fun­giert, das hat mit dem Gesetz von Julius Robert Mayer, den man für seine Tat ins Irrenhaus eingesperrt hat, nichts zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht eigentlich für den, der Geisteswissenschaft ernst nimmt, aus alledem, was ich dargestellt habe, eben die Frage: Welches Verhältnis, welcher Bezug besteht zwischen dem, was nimmer ver­einigt werden kann innerhalb der gegenwärtigen Weltanschauung: moralischem Idealismus und naturalistischem Anschauen der Welt? - Diese Frage läßt sich nicht so ohne weiteres theoretisch beantworten. Die Gegenwart wünscht vielfach theoretische Antworten, und auch diejenigen, die zur Theosophie oder Anthroposophie kommen, wün­schen manchmal am allermeisten theoretisch-dogmatische Antworten. Aber die Antworten, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­geben werden sollen, müssen Antworten der Anschauung sein. In dieser Beziehung geht es nicht, daß man gerade die Vorliebe der Gegenwart für Dogmatismen auch wiederum in die Geisteswissen­schaft hineinträgt. Die Geisteswissenschaft verlangt anderes. Die Geisteswissenschafter verlangen freilich vielfach, daß andere Dogmen aufgestellt würden, aber die Geisteswissenschaft kann ganz und gar nicht der Ansicht sein, daß bloß andere Dogmen aufgestellt werden, als sie schon aufgestellt sind, sondern daß anders gedacht und anders angeschaut werde, daß überhaupt gewisse Dinge unter ganz andern Gesichtspunkten gedacht werden. Dasjenige, was vielfach heute auch als Geisteswissenschaft, namentlich auch als Theosophie getrieben wird, das kann einem oftmals den Eindruck machen einer etwas ver­änderten Scholastik des Mittelalters. Ich will mich gar nicht gegen Scholastik wenden, denn die Scholastik hat Dinge in sich, die viel bedeutsamer sind als dasjenige, was philosophisch in der Gegenwart hervorgebracht wird. Aber der Hang vieler Menschen in der Gegen­wart ist dahingehend, nur wiederum andere Dogmen zu haben, über Gott und Unsterblichkeit und weiß Gott was, eben anders zu denken, aber eben doch nur zu denken, nicht zu Anschauungen zu kommen, die aus ganz anderem Fond heraus sind als frühere Vorstellungen. Steht man recht auf dem Boden der Geisteswissenschaft, so sagt man sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Scholastik ist über die Dreieinigkeit, über das Wesen des Menschen, über seine Unsterblichkeit, über das Christus-Problem genug spintisiert worden, wenn ich den Ausdruck jetzt gar nicht mit irgendeinem üblen Beigeschmack anwende. Denn der eigentliche Wert dieser Scholastik liegt nicht in den Dogmen, die sie aufgestellt hat, sondern in der Technik des Denkens, wie ich es einmal darge­stellt habe in meiner Schrift «Philosophie und Anthroposophie», die jetzt in einer neuen Auflage wesentlich erweitert wiederum erscheinen wird; er liegt in der Art, über die Dinge zu denken. Aber dieses Den­ken, das eignet man sich heute eigentlich besser an, wenn man zu den Scholastikern geht, als wenn man zu den vielfach konfusen Ideen, die man in der neueren Zeit theologische oder philosophische nennt, sich hinwendet. Da ist genug theoretisiert worden im Mittelalter über diese Dinge. Da hat man zum Beispiel so theoretisch mit dem Christus-Problem gerungen. Wer das Wesen dieses Ringens kennt, der kann nicht viel Geschmack abgewinnen einem etwas veränderten Scholastizieren, wie es zum Beispiel in der Theosophie vielfach getrieben worden ist, wo man halt, statt daß man früher, nicht wahr, Dreieinig­keit, Unsterblichkeit oder anderes hatte, nun wiederum physischen Leib, Ätherleib, Astralleib hat. Es ist ein anderes Theoretisieren, aber es ist im Grunde genommen qualitativ dieselbe Sache. Derjenige, der recht eingehen mag auf diese Schule des Mittelalters, der weiß, daß das gewissermaßen eine erledigte Angelegenheit ist, so vordringen zu wollen, sagen wir, zu dem Mysterium von Golgatha. Da ist heute viel wichtiger, zum Beispiel nach der Gestalt des Christus Jesus zu dringen, was versucht wird von uns hier in der Mittelpunktsgruppe des Baues, wo gesucht wird, die Gestalt des Christus Jesus wirklich wiederum zu finden. Derjenige, der sich richtig für frühere Dogmen interessiert, wird sich heute viel mehr dafür interessieren, die Ge­staltung des Christus aus dem geistigen Leben herauszuholen, weil heute die Zeit dazu da ist, dies zu tun. Im Mittelalter war die Zeit, scharfsinnig nachzudenken und scholastische Begriffe auszuspinti­sieren; heute - das habe ich ja vielfach charakterisiert - ist ein solcher Punkt der fünften nachatlantischen Zeit, wo hingelenkt werden muß die Anschauung der Menschen nach den geistigen Formen. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
was früher als Gestaltung des Christus gesucht wurde, sind ja phan­tastische Gestaltungen. Ich habe über die Entwickelung der Christusgestalt ja öfter hier gesprochen. Mit den Mitteln der geistigen An­schauung wird sich die Gestalt des Christus wiederum finden lassen. So hat jede Zeit ihre besondere Aufgabe. Denn nicht darauf kommt es an, daß irgend etwas festgelegt wird, sondern darauf, daß die Mensch­heit in ihrer Entwickelung sucht und dadurch sich zu immer weiteren und weiteren Stufen ihrer Entwickelung durchringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also darauf kommt es an, daß man gewissermaßen eine Brücke finden kann da, wo die moderne Weltanschauung eine Brücke eben nicht finden kann, sondern wo, wenn sie sich selbst richtig versteht, sie notwendigerweise zum Sozialismus, das heißt zur sozialistischen Theorie kommen muß - nicht zum Sozialismus in seiner Berechti­gung; darüber habe ich ja auch schon öfter gesprochen. Diese Brücke kann man aber nur finden, wenn man den ehrlicher Willen hat, eben­so wie man in dasjenige eindringt, was zwischen der Geburt und dem Tode verläuft, auch in dasjenige einzudringen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verläuft, wenn man also nicht bloß den Willen hat, gewissermaßen die Welt hier zu analysieren, sondern wenn man den Willen hat, sich wirklich auf das Geistige einzulassen. Man redet von dem Menschen und sagt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib, Ich und so weiter. - Das ist ge­wiß berechtigt; aber es ist für den Menschen berechtigt, der hier zwischen der Geburt und dem Tode lebt. Das, was ich das vorige Mal und das vorvorige Mal hier ausgeführt habe, das kann Sie aber schon darauf hinweisen, daß man in einer ähnlichen Weise nun reden kann über den Menschen nach dem Tode, über den Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn Sie schon fragen wollen: Aus was besteht der Mensch? - so können Sie nicht bloß fragen: Aus was besteht der Mensch hier auf Erden? - und antworten: Da besteht er aus physischem, Ätherleib, Astralleib und Ich -, sondern wir müssen jetzt auch die Frage aufwerfen: Aus was besteht der Mensch, wenn er nicht auf Erden ist, sondern in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt? Wie kann man da von den Gliedern der mensch­lichen Natur reden? - Da muß man in ebenso realer Weise von den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gliedern der menschlichen Natur reden können. Und man muß sich, wenn man ganz ehrlich bei einer solchen Sache mit sich zu Rate geht, eben bewußt werden, daß jedes Zeitalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen werden sich nicht recht bewußt, daß eigentlich die Art, wie sie denken, vorstellen, selbst wie sie empfinden, ja, selbst wie sie die Außenwelt anschauen - erinnern Sie sich nur an gewisse Ausführungen, die ich in meinen «Rätseln der Philosophie» gemacht habe über den verhältnismäßig kurzen Zeitraum von sechshundert Jahren vor unserer Zeitrechnung bis zu uns -, eben nur jetzt so ist. Wir können nicht über das 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha zurückgehen mit dem Denken und dem Empfinden und dem Anschauen, das wir jetzt haben. Ich habe Ihnen das genaue Jahr angegeben: 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist die wahre Gründungszahi der Stadt Rom. Wenn man hinter dieses 8. vorchrist­liche Jahrhundert zurückgeht, dann ist die ganze Art des mensch­lichen Lebens eine andere als diejenige, die man jetzt als Seelenieben eben kennt. Da werden alle Arten, die Welt anzuschauen, anders. Da ist allerdings eine Grenzscheide, die man schon besser beobachten kann als die andere, die eigentlich auch gut zu beobachten ist, aber noch nicht für den Menschen der Gegenwart: die Grenzscheide, die im 15. Jahrhundert liegt. Das 15. Jahrhundert liegt den Menschen der Gegenwart zu nahe; da können sie sich nicht so recht in den großen Umschwung hineinversetzen, der da eingetreten ist. Im ganzen stellen sich die Menschen vor: gedacht und gesonnen hat man immer so wie jetzt, auch wenn man immer weiter zurückgeht; aber wie wenig weit geht man zurück! Nun ja, die Sache ist eben diese, daß, sobald man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht, man eine ganz andere Art zu denken hat. Und nun können wir die Frage aufwerfen: Warum hatte man denn da eine andere Art zu denken? Über diese andere Art zu denken machen sich die Menschen jetzt, wenn sie sich Vorstellungen machen, ziemlich törichte Vorstellungen, könnte man sagen. Wenn die Menschen der Gegenwart jetzt hören, wie, sagen wir, in den ägyptischen Mysterien - es waren dazumal die gesuchtesten - gelehrt worden ist, wenn sie etwas hören von der Art, wie da die Wahrheiten erörtert worden sind, da meinen sie: Nun ja, das entspricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eben der phantastischen Zeit von dazumal, da waren die Men­schen noch nicht so gescheit wie jetzt, da haben sie sich noch kindische Vorstellungen gemacht; das Richtige, das haben wir jetzt! - Es liegt besonders dem Menschen der Gegenwart nahe, so zu denken, denn er kann sich, weil er so furchtbar eingerutscht ist in diese Denk­weise der Gegenwart, nicht irgend etwas anderes dabei denken. Nehmen wir an, ein Grieche, Pythagoras zum Beispiel, sei nach Ägyp­ten gekommen und hätte dort gelernt, so wie heute irgend jemand nach einer berühmten Universität geht, um zu lernen. Aber was hat er gelernt? Ich will Ihnen etwas sagen, was der Pythagoras wirklich dort hat lernen können: Er hat dort gelernt, daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Schach gespielt hat, und bei diesem Schachspiel hat der Merkurius gewonnen. Er hat nämlich dem Monde für jeden Tag zwanzig Minuten abgewonnen, und diese zwanzig Minuten, die sind dann von den Eingeweihten zusammengezählt worden. Wieviel machen sie aus, diese zwanzig Minuten in drei­hundertsechzig Tagen? Die machen nämlich gerade fünf Tage aus. Daher hat man nicht dreihundertsechzig Tage als das Jahr gerechnet, sondern dreihundertfünfundsechzig Tage. Diese fünf Tage sind das­jenige, was der Merkur dem Monde im Spiel abgewonnen hat, und was er dann den übrigen Planeten und dem ganzen Menschenge­schlecht zu dreihundertsechzig Tagen im Jahr hinzugeschenkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, wenn man sagt, so etwas habe der Pythagoras bei den weisen Ägyptern lernen können, dann lacht jeder Mensch in der Gegenwart, ganz selbstverständlich. Dennoch ist es nur eine andere Binkleidung für eine tiefe geistige Wahrheit - wir werden davon in diesen Tagen noch sprechen -, die die Gegenwart noch gar nicht wieder entdeckt hat, die aber eine Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie könnten fragen: Warum ist dazumal ganz anders gerechnet worden? - Vergleichen Sie den Vortrag eines solchen ägyptischen Weisen, der also dem krassen Fuchs Pythagoras vorträgt: Der Mer­kur hat im Schachspiel für jeden Tag dem Monde zwanzig Minuten abgewonnen - mit einem Vortrag über moderne Astronomie, der in einem Hörsaal gehalten wird, so werden Sie besser auf den Unter­schied aufmerksam werden. Fragt man sich aber: Warum ist ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
solcher Unterschied? - dann muß man etwas tiefer hineingehen in das ganze Wesen der menschlichen Enwickelung. Denn wenn man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht - Pythagoras gehört zwar nicht dieser frühen Zeit an, aber in Ägypten haben sich die Reste einer Weisheit, die eben weit vor dem 8. vorchristlichen Jahr­hundert begründet worden ist, erhalten, da konnte man sie sich noch einprägen -, wenn in diesen alten Zeiten so gelehrt worden ist, so hat das schon seinen tiefen Grund. Es war das ganze Verhältnis des Menschen zur Welt anders angesehen worden, mußte anders in der damaligen Zeit angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte darauf hinweisen, daß ja noch verschiedene Reste alter Anschauung immer wieder und wieder atavistisch erneuert worden sind, wobei ich unter dem Wort «atavistisch» nicht irgend etwas Ab­fälliges meine und verstehe. Wer zum Beispiel ein Werk liest, wie Jakob Böhmes «De signatura rerum», der wird, wenn er ehrlich ist, eigentlich auch heute sagen: er kann nichts damit anfangen. Denn da werden ganz merkwürdige Auseinandersetzungen gegeben, die ent­weder von einem höheren Gesichtspunkte aus beurteilt werden müs­sen - dann bekommen sie einen Sinn -, oder aber die vom Stand­punkte des modern denkenden Menschen als unvernünftiges Zeug eines Laien, der ein bißchen spintisiert hat, eigentlich abgelehnt wer­den müßten. All das tolle Gerede, das vielfach getrieben wird von unreifen theosophischen Kreisen über Jakob Böhme, ist eigentlich vom Übel. Dennoch erinnert dieser Jakob Böhme von einem höheren Standpunkte aus in seinem ganzen Geistesgefüge, in der Art, wie er sich namentlich zur Analyse von gewissen Worten verhält, wenn er zum Beispiel Worte wie Sulfur zerlegt und in den zerlegten Teilen etwas sucht - wir wollen nicht auf das Materielle dabei sehen, sondern auf die Art, wie er da etwa in seinem Werke «De signatura rerum» vorgeht -, er erinnert viel mehr als irgendeine von den abstrakten Wissenschaften, die es ja nur heute in der Öffentlichkeit gibt, an einen gewissen konkreten Zusammenhang des Menschen mit der gesamten geistigen Welt. Er steht, dieser Jakob Böhme, viel mehr in dieser geistigen Welt darinnen. Und dieses Darinnenstehen in der geistigen Welt, das ist das Charakteristische für solche Denker, die vor dem 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorchristlichen Jahrhundert, vor unserer Zeitrechnung eben Denker waren. Sie dachten nicht mit der individuellen Einzelvernunft, mit der wir heute denken. Wir denken ja alle mit der individuellen Einzelver­nunft; die dachten mehr noch mit der kosmischen Vernunft, mit der schöpferischen Vernunft, mit der Vernunft, die man, ich möchte sagen, in einzelnen ihrer Schöpfungen noch erlauschen muß wenn man auf sie kommen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es eigentlich nur noch ein Gebiet, in dem man ein klein wenig merken kann, wie ins Menschenleben noch so etwas wie die schöpferische Vernunft sich hereinergießt und hereinwirkt. Man kann noch auf einem Gebiet etwas bemerken von einem Sich-Realisieren von Ideellem; aber, ich möchte sagen, es ist nur noch ein Schatten davon da, und dieser Schatten wird zumeist auch nicht berücksichtigt. Es existieren heute eine ganze Anzahl von naturalistischen anthropo­logischen Theorien über die Entstehung der Sprache, wie sie sich entwickelt haben soll. Sie wissen, es gibt - ich habe das öfter erwähnt -zwei hauptsächliche Theorien. Man nennt die eine die Wauwau-Theorie, die andere die Bimbam-Theorie. Die Wauwau-Theorie ist mehr von kontinentalen Gelehrten vertreten, die Bimbam-Theorie ist von Max Müller vertreten. Die Wauwau-Theorie beruht darauf, daß Menschen von primitivsten Zuständen ausgegangen sind und da ihre inneren organischen Erlebnisse so herausgebellt haben wie der Hund, wenn er «wauwau» macht, und durch eine entsprechende Ent­wickelung - alles entwickelt sich ja, nicht wahr, vom Primitiven bis zum Vollkommenen - ist das Wauwau des Hundes, das heute noch beim Menschen auf seiner primitiven Stufe zu bemerken ist, zur menschlichen Sprache geworden. Wenn man alles in der Entwicke­lung verfolgt vom Wauwau bis zum heutigen Sprechen, so ähnlich, nicht wahr, wie es die Deszendenztheorie macht, Darwin oder Haeckel, beginnend mit der einfachsten Monere, also von der einfachsten Weise, von der unartikuliertesten Weise bis zu der heutigen Sprache, dann ist das eben die Wauwau-Theorie. Eine andere Theorie besagt, daß man ein gewisses Gefühl entwickeln kann der Verwandtschaft mit den Tönen der Glocke: Bimbam; man hätte jedesmal einen bestimm­ten inneren Klang, den man imitiert. Danach würde man mit dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wauwau mehr eine Evolutionstheorie verfolgen, mit der Bimbam­Theorie mehr eine Anpassungstheorie, eine Anpassung des Menschen an die innere Natur der materiellen Worte. Dann kann man ja auch geistreich die Dinge verbinden, die Bimbam-Theorie mit der Wauwau-Theorie, das ist dann etwas Vollkommeneres, dann hat man Ent­wickelung mit Anpassung verbunden. Nun ja, diese Dinge sind heute mehr oder weniger gang und gäbe. Es gibt auch solche, die über diese beiden Theorien lachen und die andere Theorien haben; aber im Prinzip sind sie eben auch nicht viel anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistig betrachtet, geistig angeschaut kann gar keine Rede davon sein, daß die Sprachentwickelung eine solche ist, wie sie eben cha­rakterisiert worden ist, sondern schon rein äußerlich zeigt das Ge­füge der Sprache, daß im Sprachbilden, im Entstehen der Sprache wirkliche Vernunft waltet. Und zwar ist es interessant, gerade an der Sprache das Walten der Vernunft festzuhalten, aus dem einfachen Grunde, weil am anschaulichsten noch in der Sprache ein ideelles Moment lebt, also dasjenige, was in der einen Strömung heute ange­schaut wird, und weil die Sprache nicht bloß an das Gemüt des Men­schen sich wendet, sondern ihre eigene Gesetzmäßigkeit hat, also das Ideelle in einer gewissen Weise sich in ihr schon realisiert, wenn auch gegenüber natürlichen Gesetzen schattenhaft. Nehmen Sie zum Bei­spiel ein Wort - ich will Sie nur auf ein paar sehr elementare Fälle auf­merksam machen -, wo Sie sehen können, wie innere Vernunft im Sprachentstehen waltet; nehmen Sie ein Wort wie: Oratio, die Rede. Es ist nun merkwürdig, wenn man solch ein Wort nimmt wie Oratio, die Rede, und dann beobachtet, was aus diesem Worte wird im Leben des Menschen nach dem Tode, so stellt sich eine merkwürdige Ähn­lichkeit ein mit dem, was als werdende Vernunft in der Entwickelung der Sprache gewirkt hat. Das gibt gewisse Sicherheiten, die man heute auf einem andern Weg kaum gewinnen kann. Auf einem andern Wege kann man höchstens Hypothesen gewinnen. Der Tote wird selten, wenigstens nachdem eine bestimmte Zeit seit dem Tode verflossen ist, das Wort Oratio noch verstehen; er wird es nicht mehr verstehen, er verliert das Verständnis dafür. Dagegen wird er immer noch verstehen eine Anschauung, eine Imagination, welche zurückführt auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
das, was man ausdrücken kann durch die Worte: Os, Oris, Mund, und: Ratio, Vernunft. Der Tote löst das Wort Oratio auf in Os und Ratio. Und in der Entwickelung hat sich der umgekehrte Vorgang wirklich abgespielt: Das Wort Oratio ist wirklich entstanden durch eine Synthesis ursprünglicher Wörter, Os und Ratio. Oratio ist kein so ursprüngliches Wort wie Os, Oris und Ratio, sondern Oratio ist aus Os und Ratio gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar solcher elementarer Dinge möchte ich Ihnen anführen. Diese Dinge können am anschaulichsten noch an der lateinischen Sprache studiert werden, weil sie da am deutlichsten noch zutage treten, es sind aber die Gesetze, die dabei gefunden werden können, auch für andere Sprachen von Bedeutung. Nehmen Sie zum Beispiel drei ursprungliche Worte: Ne ego otior; das würde heißen, wenn man es als Wort nimmt: Ich bin nicht müßig. Ego otior: Ich bin müßig; ne ego otior: Ich bin nicht müßig. Diese drei Worte setzen sich durch die waltende kosmische Vernunft zusammen in Negotior, das heißt: Handel treiben. Da haben Sie drei Worte in eins zusammengefügt, und Sie sehen vernunftmäßig den Aufbau der Worte. Sie sehen Vernunft walten in der Entwickelung der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde, wie gesagt, dieses nicht so strikte behaupten, wenn nicht die merkwürdige Tatsache eintreten würde, daß der Tote das, was hier in der Welt zusammengefügt worden ist, wiederum auflöst. Der Tote löst wiederum so etwas wie das Negotior auf in: Ne ego otior, und er versteht nur diese drei Worte beziehungsweise Anschauungen, die er sich aus dieser Trinität zusammenfügt, und er vergißt dasjenige, was durch die Zusammenfügung entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes naheliegendes Beispiel ist: Unus, der eine, und Alterque, der andere; das ist zusammengezogen in das lateinische Wort Uterque, jeder von beiden. Wir könnten recht froh sein, wenn wir in den mo­dernen Sprachen ein solches Wort hätten wie Uterque, das jenen Be­griff gibt; der Franzose kann es höchstens ausdrücken, indem er bei dem oberen bleibt: l&#039;un et l&#039;autre; er hat nicht einen einzigen Begriff, um das auszudrücken. Aber Uterque drückt das viel präziser aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie einen Fall, damit Sie sehen, welches Prinzip ich eigent­lich meine. Sie alle kennen selbstverständlich das Wort «se», das französische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wort «se»: sich. Sie kennen das Wort «hors»: außer sich, heraus, könnte man auch sagen, und «tirer» - ich behalte davon nur das «tir» bei -, «tir», ziehen, sich wegziehen. Wenn Sie diese drei Dinge dann nach demselben Prinzip zusammensetzen, so bekommen Sie hier das «sortir», weggehen, was nichts anderes ist als eine Zusammenfügung von «se hors tir»; «tir» ist der Rest des Wortes «tirer». Da sehen Sie noch in einer modernen Sprache diese selbe waltende Ver­nunft darinnen. Oder nehmen Sie ein Beispiel, wo die Sache etwas dadurch kaschiert ist, daß verschiedene Sprachstufen wirken: «cœur», das Herz; «rage», das ist das Lebendige, das sich Belebende, der Enthusiasmus, der vom Herzen ausgeht; zusammengesetzt: «cou­rage». Das sind nicht irgendwelche Erfindungen, sondern das sind reale Geschehnisse, die wirklich da waren. So sind die Worte ge­bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Möglichkeit, so Worte zu bilden, sie ist heute nicht mehr da. Heute hat sich der Mensch herausgestellt aus dem lebendigen Zu­sammenhang mit der kosmischen Vernunft, und daher kann höch­stens noch in ganz sporadischen Fällen eine Möglichkeit vorhinden sein, sich heranzuwagen an die Sprache, um irgendwelche Worte aus der Sprache herauszuholen, die, wie man sagt, im Geiste der Sprache sind. Aber je weiter man zurückgeht, und namentlich je weiter man zurückgeht hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert, auch bei der griechischen, bei der lateinischen Sprache, desto mehr ist im leben­digen Leben das Prinzip tätig, daß in dieser Weise gerade Sprachent­wickelung wirkt. Und dabei bleibt immer das Bedeutsame, daß man wie auf ein Eurythmisches auf dieses hinzuweisen hat dadurch, daß man beim Toten entdeckt: Er zieht die Worte wieder auseinander, er zerlegt sie wieder in ihre Teile. Er hat mehr Empfindung, der Tote, für diese Teile der Worte, als für die ganzen Worte. Denken Sie sich konsequent die Sache durchentwickelt, so würden Sie die Worte überhaupt auseinanderkriegen in die Laute, und wenn Sie die Laute wiederum umsetzen, jetzt nicht in Luftbewegungen, sondern in Be­wegungen des ganzen Menschen, dann haben Sie die Eurythmie. Die Eurythmie ist daher etwas, was der Tote in der Tat sehr gut ver­stehen kann, wenn sie vollkommen betrieben wird. Und Sie sehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
daß sich solche Dinge, wie auch die Eurythmie, nicht äußerlich be­urteilen lassen, sondern daß man ihre ganze Stellung im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung nur einsehen kann, wenn man auch einzugehen vermag auf diese Gesamtentwickelung des Men­schen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ließe sich noch viel mehr sagen über das, was Eurythmie eigent­lich will, aber dazu wird sich später noch Gelegenheit bieten. Ich wollte damit zunächst einmal Sie auf ein wenn auch schattenhaftes Gebiet hinweisen, wo noch in den älteren Zeiten irn lebendigen Wir­ken der Menschen selber ein Hereinspielen des Idealen in das Reale war. Ich sagte heute im Eingange: In der heutigen Weltanschauung finden wir nicht mehr die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen zwischen dem Ideellen, Idealen, Moralischen, und zwischen dem, was in der Natur lebt. Es fehlt die Brücke. Das ist auch dem heutigen Entwickelungszyklus des Menschen ganz natürlich, daß diese Brücke fehlt. Das Ideelle schafft nicht mehr. Ich wollte Ihnen im menschlichen Gebiet selbst ein Beispiel zeigen, wenn auch, wie gesagt, ein schattenhaftes, wo in dem Menschen selbst noch ein Ideelles schafft. Denn in dem Zusam­mensetzen solcher Worte, da wirkte nicht Verabredung der Menschen oder die Überlegung einer einzelnen menschlichen Individualität oder Persönlichkeit, sondern da wirkte Vernunft, ohne daß der Mensch so richtig dabei war. Heute wollen die Menschen ja bei allem dabei sein, was sie machen: Nun, wenn so etwas Schönes, Großes, Bedeutsames gemacht werden sollte wie das hier - da sollten Sie sehen, was mit der heutigen Weisheit der Menschen herauskäme, wenn heute Sprache gebildet werden sollte! Aber gerade in den Zeiten, in denen der Mensch noch nicht so bei sich war, sind diese großartigen, weisen, be­deutsamen Dinge in der Menschheit geschehen, und sie sind so ge­schehen, daß in diesem Geschehen noch ein nahes Zusammensein von Ideellem und von Realem ineinanderwirkte, nämlich ideellem, also vernünftigem Werden, und realem Bewegen der Luft durch die menschlichen Atmungsorgane. Heute können wir nicht zwischen der moralischen Idee und meinetwillen der elektrischen Kraft eine Brücke bauen; aber hier ist eine Brücke gebaut zwischen etwas Geschehendem und etwas Vernünftigem. Das führt uns natürlich nicht dazu - ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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werde das morgen weiter ausführen -, dieselbe Brücke zu bauen; sie muß heute in ganz anderer Weise gebaut werden. Aber Sie können daraus sehen, daß die Menschheit zu dem heutigen Zustande vorge­schritten ist von einem andern Zustande: von einem Drinnenstehen in einem lebendigen Weben, das nahe war dem, was in einer gewissen Weise umgekehrt Post mortem, also nach dem Tode der Menschen sich vollzieht. Der Mensch muß heute nach dem Tode, um sein Fort­kommen zu finden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das wieder auseinandernehmen, was durch Kräfte - wir werden morgen noch davon sprechen - so zusammengefügt worden ist, daß man die­ses Zusammenfügen noch deutlich sehen kann, wenn man in die älteren Stufen des Sprachbildens zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Dinge, Dinge, die man wirklich ins Auge fassen muß, wenn man den Blick darauf wendet: Wie soll sich - wir haben ja darüber oft gesprochen, daß dies von uns ins Auge gefaßt werden muß - in das ganze Gefüge des gegenwärtigen Geisteslebens hinein­stellen dasjenige, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­funden werden kann? - Und wenn man immer wieder spricht von der Wichtigkeit dieses Hineinstellens der Geisteswissenschaft in die ganze Entwickelung, so muß man schon auch auf diesem Gebiete konkret denken. In diesen Vorträgen möchte ich jetzt einiges beitragen zu diesem konkreten Denken. Wenn es einmal sein könnte, daß Geistes­wissenschaft getragen würde von einer gewissen Bewegung in der Gegenwart, von einer Menschenbewegung, dann würde auf allen Gebieten diese Geisteswissenschaft befruchtend wirken können. Aber es müßte natürlich vor allen Dingen der Wille vorhanden sein, auf solche Subtilitäten auch einzugehen, wie sie hier oftmals betont wer­den. Denn auf diese Subtilitäten, die sich immer beziehen auf das Ver­hältnis unserer Geisteswissenschaft zur gegenwärtigen Geisteskultur, müssen wir das begründen, was wir nennen können unser eigenes Uns­ Hineinstellen in die Geistesbewegung der Gegenwart mit der Geistes­wissenschaft. Es ist wirklich so, daß die traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart den Menschen aufmerksam machen soll­ten, daß alte Weltanschauungen Bankrott gemacht haben. An der Geisteswissenschaft allein nicht, aber an ihrer Beziehung zu diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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alten Weltanschauungen könnte man sehen, was zu geschehen hat, damit wir aus dem Bankrott der gegenwärtigen Zeit hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu wäre freilich notwendig, daß man endlich einginge auf die Intentionen, welche ich ja oftmals gerade als diejenigen der geisteswissenschaftlichen Bewegung ausgesprochen habe. Es wäre wirklich notwendig, einzusehen, welches die Gründe sind, warum zum Bei­spiel auf der einen Seite es innerhalb gewisser Kreise so fruchtbar ge­worden ist, hier am Bau zu wirken, und warum andere Bestrebungen der Anthroposophischen Gesellschaft gewissermaßen ebenso un­fruchtbar geblieben sind; warum, wenn man absieht von dem, was sie wirklich geleistet hat, nämlich daß sie den Dornacher Bau in die Welt setzt, die Gesellschaft doch vielfach versagt. Ein solches Leisten auf der einen Seite bedingt immer, wenn es nicht oftmals das Gegen­teil wachrufen soll, daß manches andere geschieht. Es wäre notwendig, daß auch auf andern Gebieten die Anthroposophische Gesellschaft nicht versagte, wie sie vollständig versagt hat in den Jahren, in denen sie besteht. Dieses Versagen, das brauchte man nicht immer wieder und wiederum zu betonen, wenn viel stärker die Meinung verbreitet wäre, daß man nachdenken muß, warum die Anthroposophische Gesellschaft in bezug auf so vieles andere versagt. Wenn man gründ­licher nachdenken würde, so würde man erkennen, worauf es zum Beispiel beruht, daß draußen in der Welt immer wieder und wiederum die Meinung sich verbreitet, ich führte die Anthroposophische Ge­sellschaft nur so am Gängelbande und gäbe alles an; während es kaum eine Gesellschaft in der Welt gibt, wo weniger dasjenige geschieht, was ein sogenannter Führer will, als in der Anthroposophischen Ge­sellschaft! Es geschieht ja in der Regel das Gegenteil von dem, was ich eigentlich beabsichtige. Also, nicht wahr, gerade an der Anthro­posophischen Gesellschaft kann es sich zeigen, wie im Praktischen eine Wirklichkeit weit ab ist auch von ihren sogenannten Idealen. Aber man muß dann auch den Willen haben, sich auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen. In einer Gesellschaft gibt es selbstverständ­lich Persönliches; aber man muß dieses Persönliche auch als Per­sönliches auffassen. Wenn irgendwo in einem Zweige sich die Leute streiten aus rein persönlichen Gründen, so soll man da nicht aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Weiß Schwarz machen, oder aus Schwarz Weiß machen, sondern man soll ruhig zugestehen: Wir haben persönliche Gründe, wir mögen den und den nicht aus persönlichen Gründen. - Dann ist man bei der Wahrheit; man braucht ja nicht die Wirklichkeit in Ideale zu ver­kehren. So wäre es notwendig, daß, während auf der einen Seite mein Bestreben dahin geht, alles Geisteswissenschaftliche aus dem Sek­tiererischen herauszuheben, alles Sektiererische abzustreifen, die An­throposophische Gesellschaft immer mehr und mehr in das Sek­tiererische hineinplumpst und eine gewisse Liebe gerade für das Sektiererische hat. Wenn irgendwo das Bestreben besteht, aus dem Sektiererischen herauszukommen, so haßt man gerade hier dieses Herauskommenwollen aus dem Sektiererischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte natürlich nicht irgend jemanden tadeln, möchte auch nicht undankbar sein gegen die schönen Bestrebungen, die da und dort überall sind, ich erkenne alles voll an, aber es ist notwendig, daß man über manche Dinge ein wenig nachdenkt, sonst werden sich im­mer wieder und wiederum die Dinge finden, von denen mir auch in diesen Tagen wiederum erzähit worden ist. Nicht wahr, es ist auch da das Persönliche mit der Sache schon innig verquickt. Wenn jetzt in einem Lande wiederum irgendein Unheil auftaucht, so ist wiederum die Konstitution gerade der Anthroposophischen Gesellschaft so, daß, ich möchte sagen, die Gesellschaft die Sensation hat, sich wie­derum ein bißchen zu zanken, und aus diesem ganzen Zank kommt ja das heraus, daß ich selbst persönlich in der wüstesten Weise beschimpft werde. Ja, wenn sich das immer wieder und wieder wiederholt, so kommen wir nicht weiter. Wenn ich immer in der wüstesten Weise beschimpft werde, weil die andern zanken und ich ausgespielt werde, wenn es immer wiederum darauf hinauskommt, daß ich ausgespielt werde, so kann ich natürlich nicht mehr die anthroposophische Be­wegung in der Welt halten. Es wäre möglich, in positiver Weise bloß zu wirken, wenn man sich mehr auf das Positive verlegen wollte, das ich ja genügend immer wieder andeute. Es wäre möglich, solche Dinge hintanzuhalten, die zumeist auf furchtbar inferioren Dingen beruhen. Aber man hat in vielen Kreisen viel mehr Lust, zu zanken, viel mehr Lust, namentlich auch zum Dogmenstreit, aus dem sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dann oftmals persönliche Zänkereien herausentwickeln. Und dann wird es so, daß das Schimpfen sich gewöhnlich auf mich ablenkt - was mich ja persönlich höchst kühl läßt, aber die Bewegung kann nicht weiterbestehen, wenn es so weitergehen soll. Es ist nicht so, daß ich in diesem Fall tadle, was die Freunde in einem solchen Falle getan haben, aber ich mache darauf aufmerksam, daß sie etwas anderes nicht getan haben, was mir nicht zukommt, gerade in plumper Weise anzudeuten, wodurch aber in viel sicherer Weise verhindert würde dasjenige, was fortwährend geschieht, als auf die Weise, wie es fort­während versucht wird. Heute steht es schon so, daß man sagen kann: Wir haben Zyklen nur abgegeben an Mitglieder der Gesellschaft, und ich weiß, wie ich selber oftmals sonderbar von dem oder jenem aus der Gesellschaft angesprochen werde, wenn ich viel liberaler bin, als fernerstehende Mitglieder oftmals in der Abgabe von Zyklen sein wollen. Ja, schlimmer hätte es dem, was durch die Zyklen in die Welt gesetzt worden ist, durch Außenstehende niemals ergehen können, als es durch Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ge­schehen ist! Das muß man auch in Betracht ziehen. Wir sind heute schon durchaus so weit, daß die Zyklen in einer Weise mißbraucht werden durch Mitglieder, durch abgefallene Mitglieder der Anthro­posophischen Gesellschaft, daß es eigentlich sehr bald nahe daran sein kann, daß man sagt: Wir machen gar keine Grenze mehr, wir ver­kaufen die Zyklen an jeden, der sie haben will. - Es kann nicht viel schlechter werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage nicht, daß es morgen schon geschehen soll, aber ich deute nur an, daß die Gesellschaft so gar nicht als Gesellschaft wirkt - immer außer dem Bau und außer einzelnen Kreisen -, daß sie gar nicht eigent­lich das macht, was sonst eine Gesellschaft macht. Damit ist die Ge­sellschaft gar keine Hilfe; sie ist gar nicht dasjenige, was eine Bewe­gung ergeben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist es so klar, daß ich niemanden persönlich meinen kann, daß ich ganz unbefangen dieses hier besprechen kann, aus dem einfachen Grunde, weil hier ja gerade die Stätte ist, wo eben fruchtbar aus der Gesellschaft heraus geschafft wird, nämlich am Bau. Der ist schon eine wirkliche Sache, die aus der Gesellschaft heraus entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und würden andere Dinge, die viel billiger sein könnten als der Bau, aus einem solchen Gesellschaftsgeiste heraus arbeiten, wie die Arbei­ter an unserem Bau, dann würde aus der Anthroposophischen Ge­sellschaft ungeheuer Segensreiches ersprießen können. Aber man muß dann das Weiße weiß und das Schwarze schwarz nennen. Man muß wirklich auch sagen, da wo persönliche Dinge vorliegen: das sind persönliche Dinge - und sie nicht in einen hohen Idealismus heraufschrauben; sonst wird man eben nachdenken müssen, was an die Stelle der Anthroposophischen Gesellschaft gesetzt werden muß. Eine Gesellschaft würde dann ja nicht an die Stelle gesetzt werden können, denn es würde ja wiederum dieselbe Misere sein! Nicht wahr, es kann nicht die Gesellschaft bloß ein Mittel sein, daß man sich herumbalgen sollte mit allen möglichen inferioren Persönlichkeiten. Aber sie ist ein Mittel geworden, das einen zwingt, immer wieder Rücksicht zu nehmen auf alles mögliche inferiore Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich will Sie heute nicht länger langweilen mit der Sache, son­dern ich wollte sie nur, nachdem die Zeit abgelaufen war, noch an­fügen. Ich habe den Vortrag vorher zu Ende geführt; solche Sachen sage ich nur, wenn die Vortragszeit abgelaufen ist, hinterher als An­satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde die Betrachtungen, die wir jetzt hier pflegen, so anlegen müssen, daß ich heute die gestern gemachten Auseinandersetzungen erweiternd vorbringe, um dann morgen zu einem gewissen vorläufigen kleinen Abschluß zu kommen. Daher wird das Heutige mehr eine Episode zu bedeuten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat in der Gegenwart ja sehr, sehr viel Veranlassung, auch aus den Zeitereignissen heraus, über dies oder jenes nachzudenken, wenn man nicht die Absicht hat, die wichtigsten Impulse unserer Zeit zu verschlafen. Besonders auffällig in der Gegenwart und, ich möchte sagen, Fragen herausfordernd ist ja die Erscheinung, die Ihnen doch wohl hinlänglich bekannt ist, daß im weitesten Sinne in dieser Gegen­wart die ungeheuerste Unwahrhaftigkeit Platz gegriffen hat, daß ge­rade da, wo Umfassendes heute spielt, Unwahrhaftigkeit vorhanden ist. Solche Dinge, wie das Auftreten von so wirksamer, so einschnei­dender Unwahrhaftigkeit veranlaßt dann auch, über allerlei damit Zusammenhängendes geisteswissenschaftlich nachzuforschen. Und da, kann man sagen, tritt einem oftmals ganz besonders die Tatsache entgegen, die ich auch hier schon öfter berührt habe, daß das, was zumeist als Geschichte der Menschheit mitgeteilt wird, eine Art Fable convenue ist. Dabei handelt es sich nicht so sehr darum, daß Tat­sachen, die mitgeteilt werden, etwa nicht bis zu einem gewissen Grade für richtig zu halten wären; aber andere Tatsachen - Sie erinnern sich, ich habe letzthin hier auseinandergesetzt, wie tiefstgehende Einflüsse eines Menschen aus der römischen Geschichte einfach gestrichen worden sind , sie werden einfach getilgt. Ungeheures an Tatsachen hat ja die Kirche aus der Geschichte ausgetilgt, weil der Kirche daran gelegen war, daß gewisse Tatsachen nicht zur Kenntnis der Menschen kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun haben wir gestern wiederum von einem Gesichtspunkte aus über die Zeit gesprochen, welche die [[a:griechisch-lateinische Kulturperiode|griechisch-lateinische Kulturperiode]] einleitete, über den wichtigen Zeitabschnitt im 8. vorchrist­lichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|145}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahrhundert. Es ist ja eine Zeit, aus der heraus nicht mehr viel die historischen Überlieferungen sprechen. Die historischen Über­lieferungen werden da schon sehr, sehr unsicher, aber es glänzt aus dem Beginne dieser Zeitepoche heraus eine Persönlichkeit, die sehr, sehr vielen Leuten Betrachtungen der verschiedensten Art abge­rungen hat. Es glänzt da aus der Entstehungszeit, also nach dem 8. vor­christlichen Jahrhunderte, der Name des Pythagoras heraus, der Name auch der Pythagoräischen Schule. Und ich habe ja gestern darauf hin­gewiesen, was aus den Überbleibseln der alten ägyptischen Mysterien­wahrheiten Pythagoras hat empfangen können, welcher Art diese Dinge waren, die Pythagoras hat empfangen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es nicht nur interessant, das zu betrachten, was Pythagoras und seine Schüler gesagt und getan haben, was ja sehr einschneidend war, denn sie haben nicht nur eine Lehrtätigkeit entwickelt, sondern eine weitgehende politische Tätigkeit. Was Pythagoras und seine Schüler getan haben, ist interessant, aber außerdem ist es bedeutsam, die Welt zu betrachten, die gewissermaßen dieses pythagoräische Treiben umgibt, die Welt, aus der dann auch das spätere Griechentum herausgewachsen ist, das ja schon einen gewissen Einfluß aufgenom­men hat auch desjenigen, was man, von besonderem Glänze erhellt, bei Pythagoras findet. Wenn man im 7., 6., 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung das Leben nimmt, aus dem dann das spätere griechisch-lateinische herausgewachsen ist, wenn man dieses Leben nimmt auf der griechischen Halbinsel und den angrenzenden Ländern und der italienischen Halbinsel, so fällt einem dann, wenn man die Dinge nicht der geschichtlichen Fable convenue nach betrachtet, sondern wenn man sie betrachtet im Lichte der Wahrheit - dazu muß immer die geisteswissenschaftliche Forschung dann ihre Beiträge geben -, be­sonders auf, daß eine Eigenschaft der Menschheit über dieses Leben sehr verbreitet war. Es wurde nämlich kaum zu irgendeiner Zeit so viel gelogen als zu dieser Zeit über die Mittelmeerländer hin. Das Lügen, das die Unwahrheitsagen den andern Menschen, das war eine ganz auffällige charakteristische Erscheinung alles desjenigen Lebens, aus dem dann das spätere Griechentum und Römertum hervorge­wachsen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|146}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß sich in solchen Dingen keinen Täuschungen hingeben. Alles dasjenige, was man als die gewaltige Schönheit, als die bewun­derungswürdige Summe von Phantasieschöpfungen Griechenlands, was man als die großartigste Summe von Abstraktionen, die es je in der Welt gegeben hat, im Römertum sich entwickeln sieht, das alles wächst heraus, so wie die Pflanzenwelt aus dem Dünger herauswächst, aus einem Boden, der über die Mittelmeerländer ausgedehnt ist, aus einem Boden, den Menschen bewohnen, die ganz erfüllt sind von der Sucht, von der Leidenschaft des Lügens. Das ist etwas, was von der Geschichte weniger betont wird, was aber verstanden werden muß, wenn man richtig hineinsehen will in die untergehende [[a:dritte nachatlantische Kulturzeit|dritte nachatlantische Kulturzeit]]. Wir haben es ja, indem wir von den früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden zum 8. vorchristlichen Jahrhundert heraufkommen, mit dem untergehenden dritten nachatlantischen Kul­turzeitraum zu tun. Und die Menschen, die damals die Kulturträger waren des dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, des untergehen­den dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, die waren im wesent­lichen große Lügner. Das ist gleichzeitig diejenige Epoche, in welcher sich ganz besonders entwickelt jene Fähigkeit, von der ich Ihnen gestern gesprochen habe und die so außerordentlich interessant ist: jene Fähigkeit, aus dem Kosmischen der Vernunft heraus die Sprache zu bilden. Und es war das größte Talent eben dazumal vorhanden -neben solchen Dingen, wie ich sie gestern auseinandergesetzt habe -in der großen Sucht, zu lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sich in diesen Dingen ebensowenig einer Täuschung hingeben, wenn man die Wirklichkeit betrachten will, wie man sich einer Täuschung darüber hingeben darf, daß das Veilchen, das im Frühling blüht, wiederum vergeht und die Kräfte des Vergänglichen, während es schön und herrlich blüht, schon in sich trägt. Da hat man bei dem Veilchen gewissermaßen nacheinander Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Im Menschenleben, namentlich im großen Mensch­heitsieben, hat man das sehr, sehr häufig auch zeitlich nebeneinander, und man begreift nicht die Wirklichkeit, wenn man nicht die Notwen­digkeit begreift, daß solche Dinge nebeneinander sich bilden: Evo­lution und Devolution, die Möglichkeit, aufbauend zu wirken, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|147}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zum Beispiel eben in der Sprachbildung, und gleichzeitig jene ver­heerende Wirkung, welche auf das Geistesleben das Lügen ausübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen die Kehrseite desjenigen, was ich Ihnen gestern auseinandergesetzt habe. Es gibt auch eine Lichtseite. Diese Lichtseite ist noch geisteswissenschaftlicherer Natur. Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß es ja nicht möglich wäre, heute mit einer solchen Sicherheit über diese Dinge der Sprachbildung, die wir gestern besprochen haben, zu reden, wenn nicht das Leben des Menschen nach dem Tode einem den deutlichen Beweis davon geben würde, indem dasjenige, was hier im Leben zum Beispiel aus einzelnen Wortatomen oder Wortteilen zusammengesetzt wird an Worten, wiederum gelöst wird. Und dieses Lösen von Worten, dieses Zer­stäuben von Worten, das ist etwas, das im Leben der Toten eine be­deutsame Rolle spielt. Gewissermaßen lebt der Tote von diesem Zer­stäuben der Worte. Und der Tote hat das entschiedenste Gefühl, daß er in seinem Leben, also vor seinem Tode, von der geistigen Welt, in der er sich nach seinem Tode befindet, dadurch abgeschlossen war, daß er aus Lauten, aus Buchstaben zusammengesetzte Worte gebildet hat. Der Tote hat das Gefühl, daß die Sprache gewissermaßen ein Teppich ist, der sich im Leben vor die geistige Welt hingelegt hat. Und in dem Aufdröseln dieses Teppichs, in dem Auflösen der Worte hat er das Gefühl, daß er nun wiederum in die geistige Welt eintritt. Daher ist es eine der Eigenschaften des Toten, die Menschenworte, die der Betreffende kennengelernt hat innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod, aufzulösen, zu zerpflücken, in ihre Bestandteile aufzu­lösen. Der Tote hat zum Beispiel ein ganz feierliches, großes Gefühl, wenn es ihm gelingt, ein gewisses Verständnis sich durch solche Auf­lösung zu erwerben. Ich habe Ihnen öfter davon gesprochen, daß der Moment des Todes ja in einer gewissen Beziehung etwas Schreck­haftes ist für das Leben hier im physischen Leibe. Die Menschen wenden ja auch gerne ihr Antlitz von dem Tode ab. Nach dem Tode ist der Anblick des Todes immer da - ich habe das öfters schon be­tont -, aber er bedeutet dann nichts Furchtbares; sondern indem der Mensch hinblickt auf seinen eigenen Tod von der andern Seite des Lebens aus, ist in diesem Anblick immer die Gewißheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vorhanden, daß er ein Ich ist und ein Ich bleibt. Das habe ich ja öfter betont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nun handelt es sich für den Toten darum, dasjenige zu ver­stehen, was sich ihm im Anblick des Todes von der andern Seite des Lebens aus offenbart. Dieses versteht er dadurch immer besser und besser, daß er, je nachdem er diese oder jene Sprache gesprochen hat, diese oder jene Worte auflöst. Die alten Hebräer und mit einer ge­wissen Ähnlichkeit noch die Römer, haben ja ihren sogenannten ge­heiligten Namen, den unaussprechlichen Namen des Gottes, Jahve. Dieser unaussprechliche Name bestand ja für die Hebräer in einer gewissen Zusammenfügung der von uns als fünf Vokzle empfundenen Laute, die verbunden gedacht wurden während des physischen Le­bens. Noch in dem römischen Jovis, Jupiter, ist ja nur eine andere Form des Jahvenamens verdeckt enthalten; er ist im Grunde in bezug auf die fünf Vokale in einer gewissen Weise verbunden in dem Jovis. In der Auflösung desjenigen, was hier verbunden war in diesem Gottesnamen, lebte der Tote, und indem er die Vokale, die zusammen­gesetzt waren im Leben, auflöste, enthüllte sich ihm auch zugleich der Sinn, könnte man sagen, des Todes. Die Enthüllung dieses Sinnes des Todes, die muß man nur versuchen, in der richtigen Weise wenig­stens zu ahnen. Man muß verstehen, daß sich dem Toten enthüllt dieser Sinn des Todes durch die Auflösung des heiligen Namens in seine Bestandteile, die dann verklingen und verklingend forttönen in der Welt. Die Auflösung dieses heiligen Namens ist verknüpft mit dem Verständnis der Vergeistigung des Todes. Es ist das ein Begriff, den man außerordentlich schwer schildern kann. Der Tod, von der andern Seite angesehen, kann Vergeistigung genannt werden. Indem der Tod von der andern Seite angeblickt wird, ist dieser Anblick ver­knüpft mit der Entstehung von Geistigem. Und in dem Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zer­fall heraus, den der Tod bedeutet. Zerfall ist da zu gleicher Zeit Ge­burt des Geistigen, Entstehung des Geistigen. Während man den Zerfall in unsympathischer Weise als etwas Unschönes empfindet wie jede Zerstörung, enthüllt sich von der andern Seite gesehen diese Zerstörung als ein Aufleuchten des Geistigen, das dann verstanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|149}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird in dem Verklingen. Es ist, als ob das heilige Wort weit hinaus­klänge, hinausstrahlte, und im Hinausstrahien sich eben in seine vo­kalischen Bestandteile auflöste, die dann hörbar sind wie aus der Peripherie der Welt herein, und dann hörbar machen den Sinn des Todes, den Geistsinn des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schon wird Sie darauf hinleiten, daß es berechtigt ist, geradeso wie man von Gliedern der Menschennatur spricht hier im Leben, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, zu sprechen von den Gliedern der Menschennatur, die diese Menschennatur zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt hat. Denn indem ich Ihnen gewissermaßen die zentrale Erscheinung, die der Mensch fortwäh­rend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat, diese Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes selbst, hingestellt habe, muß die Frage entstehen: Wie sieht denn eigentlich diese Welt aus, die da nach dem Tod für die Menschen sich enthüllen soll? - Das kann man aber nicht anders fassen, als indem man die Natur und Wesenheit des Menschen selbst etwas kennenlernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wollen wir heute zunächst einmal versuchen, den Toten eben­so zu beschreiben, wie man sonst den Lebenden beschreibt. Da kann man zunächst anfangen mit demjenigen Gliede des toten Menschen, welches noch viel Zusammenhang - nicht Verwandtschaft, aber Zu­sammenhang - hat mit dem, was der Mensch hier durchlebt zwischen der Geburt und dem Tode. Da hat man es also dann mit dem ersten Gliede der Menschennatur zu tun, das man auch das Ich nennen kann, wie man gewissermaßen für hier das zunächst höchste Glied der Menschennatur zwischen Geburt und Tod nennt. Wir sehen jetzt da­von ab, daß es zunächst, unmittelbar nach dem Tode, noch die Hülle des Ätherleibes hat, der dann abgelöst wird, und noch die Hülle des Astralleibes hat, die auch im Laufe der Zeit abgelöst wird; das sind Bestandteile, die gewissermaßen nicht dazugehören. Wenn man von dem toten Menschen spricht, so ist als ureigenes Glied dieses toten Menschen doch zunächst nur anzuerkennen das Ich. Ich sagte, es ist ein Zusammenhang mit dem Ich des Erdenlebens, nicht aber eine eigentliche Verwandtschaft; denn in der Tat stellt sich dieses Ich nach dem Tode in einer ganz andern Weise dar, als das Ich erlebt wird zwischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
der Geburt und dem Tode. Zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich gewissermaßen etwas Flüssiges, etwas, was in sich die Kraft fühlt, jeden Tag anders zu werden. Denken Sie nur, wie schrecklich es im leiblichen Leben zwischen Geburt und Tod wäre, wenn Sie nicht imstande wären, den Gedanken zu fassen: Ich habe gestern irgend etwas Schlimmes getan, aber ich kann das wiederum ausbes­sern, ich kann dafür etwas Gutes tun. - Oder wenn Sie, noch jünger, sagen müßten: Ich habe wenig gelernt, aber ich kann nichts dazu­lernen. - In keinem Momente des Lebens zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich etwas so Festes, daß es nicht gewissermaßen durch seine eigene Willenskraft von innen heraus geändert werden könnte. Dasjenige, was Sie erleben als Ich nach dem Tode, das ist etwas Festgewordenes, das hat gewisse Eigenschaften angenommen, die nun nicht unmittelbar geändert werden können; das bleibt so, wie es ist. Die Umwandlung des im Leben zwischen Geburt und Tod fortdauernd flüssigen Ich in ein festes Gebilde, in dem nichts sich ändern kann, das so bleibt, wie es sich im Leben geformt hat, das ist das Wesentliche, das festgehalten werden muß zum Verständnis dieses Ich nach dem Tode. Von einer Entwickelung, von der wir ja sprechen müssen für das Ich zwischen Geburt und Tod, kann nach dem Tode nicht die Rede sein. Nach dem Tode ist das Ich gewissermaßen ein festes Geistgebilde, das herausentspringt aus dem Anblick des Todes selber, und es kann nichts an diesem Ich geändert werden. Man könnte sagen, wenn man diese Sache mehr oder weniger banal aussprechen wollte: Der Mensch ist verurteilt, nach dem Tode alle Einzelheiten seines Lebens wie etwas Festes anzusehen. Wie Sie, wenn Sie über einen Acker hinsehen, die nahen Pflanzungen und die fernen Pflan­zungen nebeneinander sehen, und wie Sie dadrinnen nichts Flüssiges, sondern ein festes, ausgedehntes, zunächst bleibendes Gebilde sehen, so übersehen Sie die ganze Strecke Ihres Lebenslaufes, aber so, daß nicht immer, wie es im Leben des physischen Leibes ist, das Vordere durch das Hintere ausgelöscht wird, sondern Sie übersehen es als ein bleibendes konkretes Feld, in dem Sie durch den bloßen Anblick zunächst nichts ändern können. Es wäre auch schlimm für den Toten, wenn das nicht so wäre; denn sein Blick, der Blick des Toten ist eigentlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zunächst hauptsächlich in Anspruch genommen von diesem Ich. Er ist wie hineingebannt in dieses Ich. Und würde dieses Ich ver­schwinden, so würde es für den Toten ebenso sein, als wenn für den Lebenden die umliegende Welt der Sinne verschwinden würde. Der einzelne Mensch in seinem Ich ist tatsächlich für sich selbst, wenn ich mich so ausdrücken darf, so wichtig - damit sprechen wir aber eine bedeutsame Wahrheit aus - wie die ganze Sinnenwelt, die wir als Menschen gemeinsam haben, für den Menschen hier im physischen Leben ist. Ein ungeheurer Abgrund täte sich auf, der Abgrund des Nichts geradezu, wenn wir nach dem Tode nicht imstande wären, das erstarrte Ich, das aus dem flüssigen Zustande erstarrte Ich im An­blick zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als zweites haben wir eine Art von Geistwesen, das wir in Analogie mit dem, was wir schon kennen, auch Geistselbst nennen können. Als zweites Glied also der menschlichen Wesenheit nach dem Tode haben wir eine Art Geistwesenheit. Diese Geistwesenheit wird dem Men­schen hauptsächlich so bewußt, daß ihm dieses Bewußtsein des Geistselbst wie von innen aufgeht. Während das Ich eine Art äußeren An­blick darbietet, geht das Bewußtsein dieses Geistselbst von innen heraus auf. Und in demselben Maße, in dem man fühlt: Dieses Geistselbst belebt sich -, in demselben Maße treten herauf aus dem Be­wußtsein, so daß man weiß, sie sind da, die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Ich nenne dieses also: «das Geistselbst» - ich muß es ge­nau so definieren, wie ich es jetzt auf die Tafel schreibe, sonst würde ich Ihnen etwas Ungenaues schreiben - «gerichtet durch die Hierar­chien auf das Ich».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt geschrieben habe, gibt ungefähr den Tatbestand ganz richtig. Sie haben das Gefühl: Da ist ein Wesen aus der Hierar­chie der Angeloi, aus der Hierarchie der Exusiai, das richtet jetzt den Blick auf Ihr Ich. Indem Sie Ihren Blick auf das Ich richten, das eine Mal durch irgendein Wesen einer Hierarchie, das andere Mal dadurch, daß Sie wissen, jetzt ist Ihr Blick auf das Ich durch ein Wesen der andern Hierarchie gerichtet, lernen Sie diese Hierarchie innerhalb des Wirkens Ihres Geistselbst kennen. Also in Ihrer eigenen Betätigung lernen Sie die Hierarchien kennen. Sie fangen an, durch Ihr Geistselbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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sich in Gesellschaft der Hierarchien zu befinden. Und während Sie, bevor dieses Geistselbst aufleuchtet, noch das Gefühl haben, nur Sie selbst beschäftigen sich damit, den Blick hinzurichten auf das eigene Ich, bekommen Sie immer deutlicher das Gefühl, daß sich immer mehr und mehr Wesenheiten der höheren Hierarchien um Sie kümmern und sich hineinmischen in Ihr Schauen, Ihre Blicke lenken. Sie fühlen sich, indem Sie Ihre höhere Sinnestätigkeit entwickeln , durch das Geistselbst immer mehr und mehr so, daß in dieser Sinnestätigkeit mittätig sind die Wesen der höheren Hierarchien. Was un­erträglich wäre für den Menschen der Sinneswelt hier, das wird ge­radezu das Lebenselement für den Menschen im Zustande nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal, Sie stünden hier am Fenster und schauten hinaus und sollten die Umgebung betrachten. Einer von Ihnen stellte sich dahin und wollte die Umgebung betrachten, und der erste, der hier sitzt, geht hin, dreht Ihnen den Kopf nach der einen Seite, damit Sie irgend etwas betrachten nach jener Richtung; ein zweiter geht hin, dreht Ihnen den Kopf ein bißchen hinauf, damit Sie etwas anderes betrachten; ein dritter wiederum ein bißchen herum, damit Sie wieder etwas anderes betrachten, und so würde die ganze Gesellschaft, die hier sitzt, von hinten Ihnen sich nähern, und Sie würden nur dadurch den Aspekt Ihrer Umgebung draußen haben, daß dasjenige, was hier herinnen sitzt, Ihnen den Kopf fortwährend darnach hinrichtet. Denken Sie das jetzt nicht von außen angesehen, sondern als inneres Erlebnis, als inneres Empfinden, dann haben Sie aber etwas, was recht analog ist diesem Erleben, das Sie als Ihr Geistselbst haben. Sie leben sich in das Leben der höheren Hierarchien dadurch immer mehr hinein, daß diese höheren Hierarchien in Ihre Blickrichtung hineinkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Auflösen der Worte, von dem wir schon gesprochen haben, wirken schon die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das ist eine Seite desjenigen, was da erlebt wird. Aber es ist ja die fortdauernde Bereicherung des Lebens, die dadurch entsteht, daß man nach und nach immer mehr und mehr mit den Hierarchien bekannt wird. Und in einer ganz ähnlichen Weise wird man bekannt mit den Wesenheiten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
mit denen man irgendwie karmisch vor dem Tode verbunden war. Und da fühlt man, daß man gewissermaßen geleitet und gelenkt wird. Das ist dasjenige, was gesagt werden kann über das zweite Glied der menschlichen Wesenheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Glied ist etwas, was zunächst vielleicht auf das Ver­ständnis des Menschen etwas schockierend wirken könnte. Man fühlt sich nach und nach, indem man sich in dieses Leben nach dem Tode hineinlebt, durchsetzt von einer gewissen Kraft, ich könnte vielleicht sagen, von einem Kräftezusammenhang. Indem man zuerst gefühlt hat, die Hierarchien kommen heran und leiten einen bei der übersinnlichen Sinnestätigkeit - wenn ich den Ausdruck bilden darf -, fühlt man nach und nach: diese Hierarchien durchträufeln einen mit Kraft, geben einem Kraft. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von dieser Kraft, welche die Hierarchien mit einfließen lassen, indem sie sich in einen hineinsetzen, indem sie ihr Wesen in einen hineinträufeln. Diese Kraft fühlt man allmählich. Man fühlt, daß man durch die Hierarchien nicht nur hingelenkt wird auf das oder jenes, sondern man fühlt, daß man durch diese Tätigkeit der Hierarchien, die zunächst auftritt wie eine das Schauen vermittelnde Tätigkeit, selbst innerlich krafterfüllt wird. Man fühlt die Kräfte des Kosmos, wirklich des Kosmos in sich einströmen wie belebende Säfte. Aber nun, was das Schockierende ist, das ist, daß die Kräfte, die man jetzt in sich einströmen fühlt, von einer ganz eigentümlichen Art sind. Es sind Kräfte, welche zunächst durchaus nicht fördernd, sondern auflösend, vernichtend sind für das, was man hier in der physischen Welt Leben nennt. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von kosmischer, todbringender Weltenkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, solche merkwürdigen Vorstellungen in sich aufzu­nehmen, weil nur dadurch die geistige Welt wirklich begriffen werden kann. Denken Sie sich einmal eben in Ihrer geistig-seelischen Wesen­heit nach und nach erfüllt von Kräften, von denen Sie das Bewußt­sein erhalten, indem Sie sie in sich erleben: Durch diese Kräfte wird alles dasjenige, was hier auf der Erde lebt, wenn Sie es berühren wür­den, getötet. - Also Sie kleiden sich drittens in das, was ich, in Analogie mit etwas, was wir schon kennen, nennen kann den Lebensgeist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie kleiden sich in etwas , was man Lebensgeist nennen kann, was aber seine hauptsächlichsten Eigenschaften dadurch hat, daß es ertötend ist für dasjenige, was man sonst die Kraft des Lebensleibes nennen kann. Und Sie bekommen ein drittes Glied Ihrer Wesenheit, durch das Sie in der Lage sind, jeden Ätherleib, der Ihnen in die Quere kommt, zu töten. Alles, was Sie berühren durch dieses Glied Ihrer Wesenheit, wird in dem Sinne tot, in dem man von dem Tode hier auf Erden spricht. Und indem Sie durch das, was Sie da an Kräf­ten bekommen, töten, wecken Sie aus dem Getöteten Geistiges auf, zunächst eigentlich Seelisches auf. Es ist dieses ein merkwürdiges Er­lebnis, das darin besteht, daß durch die Berührung von Lebendigem das Lebendige getötet wird, aber aus dieser Tötung Seelisches ent­springt, Seelisches erlöst wird. Es ist ein Töten, aber es ist zu gleicher Zeit eine Erlösung des Seelischen aus den Banden des Lebens. So daß man sagen kann: Der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend. Und man kommt zu dieser merkwürdigen Er­fahrung dadurch, daß in dem Leben, in dem Lebendigen gewisser­maßen Seelisches verzaubert ist, und daß durch diesen Vorgang, der da nach dem Tode geübt wird, das verzauberte Seelische aus dem Lebendigen herauserlöst wird. Man könnte geneigt sein, in der Tötung, in der ja im wesentlichen die Kraft wirkt, von der wir hier reden, etwas Furchtbares, Unsympathisches zu sehen. Für das Leben nach dem Tode ist das nicht der Fall, weil in dem Töten, in der töten­den Kraft das fortwährende Aufleuchten des Seelischen liegt, weil da­durch das fortwährende Entstehen des Seelischen entzündet wird. Aber dieses Bewußtsein muß der Tote haben: nicht nur, daß er immer hinsieht auf den Tod, den er selbst durchgemacht hat, sondern er muß auch bewußt sein dessen, daß dasjenige, was das Wesen seines Todes ist, sich gewissermaßen auf dem Untergrunde alles desjenigen ausbreitet, was er nun in der geistigen Welt erlebt. Es ist, wie wenn man in der geistigen Welt nunmehr so lebte, daß man sagen kann: Hier in dieser geistigen Welt entstehen fortwährend geistige Gebilde, zu­nächst eigentlich seelische Gebilde; Seelisches leuchtet auf in der verschiedensten Weise. Aber wenn man nachfragen würde, was der Boden ist, aus dem all dieses Seelische heraussprießt, so ist es diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Tötekraft, die wir soeben besprochen haben. Eine solche, das ge­wöhnliche hier auf der Erde befindliche Leben zerstörende Kraft ist also unser wesentliches Seelisches, das wir uns aneignen müssen zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt, wie wir uns hier im Leben aneignen müssen unseren fleischlichen Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als viertes Glied kann ich, wiederum in Analogie mit dem, was wir schon kennen, sagen: der Geistesmensch. Dieser Geistesmensch, der wird als etwas, was man in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zu sich zu rechnen geneigt ist, dadurch empfunden, daß nun wiederum mit den Kräften, die schon eingeträufelt werden durch die Hierarchien, wie ich geschildert habe, einem jetzt die Möglichkeit ein­geträufelt wird, nicht nur Leben - was man hier auf Erden Leben nennt - zu töten, zu zerstören, aufzulösen, sondern Formen zu ver­nichten beziehungsweise auch in andere zu verwandeln. Also: Erstens das Ich; zweitens das Geistselbst, gerichtet durch die Hierarchien auf das Ich; drittens der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend; viertens der Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird natürlich immer schwieriger, diese Dinge zu schildern. Aber im wesentlichen ist die Kraft dieses Geistesmenschen, wie man sie hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, darin bestehend, daß man die entgegengesetzte Tätigkeit - wenn ich mich so aus­drücken darf - von alldem verrichtet, was man nennen könnte: Er­zeugung von Formen im weitesten Sinne. Hier - wenn ich mich bei einem speziellen Beispiele beruhigen will - zeichnet man Dreiecke, Vierecke und so weiter. Nach dem Tode, vermöge der Kräfte, die hier entwickelt werden, «entzeichnet» man, man löst alles Gezeichnete, die Formen auf. Aber das Eigentümliche ist, daß dies nicht bloß be­deutet, daß man etwas entzeichnet, sondern das ist zu gleicher Zeit eine kosmische Tätigkeit. Man ist jetzt selber in der kosmischen Tätig­keit drinnen, man ist verknüpft mit der kosmischen Tätigkeit. Denn dieses Entzeichnen, dieses Entformen, dieses Auflösen von Formen, das ist eine kosmische Tätigkeit, und der Mensch, indem er sich an­geeignet hat, nachdem er mit dem Lebensgeiste durchzogen war, diese Kraft der Entformung, ist mit ein Stück der kosmischen Welt ge­worden. Er wirkt im Kosmos drinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Es hat dasjenige, was hier auf der Erde Zerstörung, Untergang heißt, viel zu tun mit Entstehung, mit Bildung in den geistigen Welten. Und umgekehrt: Mit dem, was für uns Her wie Zerstörung, wie Untergang, wie Entformung, Entzeichnung aussieht, hat Ent­stehung in den andern, in den geistigen Welten viel zu tun. So daß, wenn ich von Entzeichnung, Entformung spreche, ich nicht von Untergang in der geistigen Welt, sondern nur von Untergang in der seelischen Welt, dagegen von Auftauchen von geistig Neuem in der geistigen Welt spreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Dingen hängen mancherlei Geheimnisse in der Welt zu­sammen. Sie nähern sich heute Unteritalien von Mittelitalien aus; Sie kommen, indem Sie sich Unteritalien nähern, in Gegenden, die arm sind, die gar nicht besonders fruchtbar sind, in denen wenig Naturreichtum den Menschen zur Verfügung steht. Es sind dieselben Gegenden, in denen zur Zeit des aufgehenden vierten nachatlanti­schen Zeitraumes Pythagoras gewirkt hat. Und Pythagoras&#039; Wirksam­keit war damals inmitten fruchtbarster, reichster, üppigster Gegenden. So kurz die Zeit ist seit jener Epoche: indem man gerade auf diesen Fleck Erde hinweist, wo Phythagoras gewirkt hat, hat man die Um­wandlung von einer Fruchtbarkeit und Üppigkeit, die bis zu dem Grade der Sybaris ging, die Sybaris in Armut umgewandelt, sogar bis zur Entstehung bedenklicher Krankheitserscheinungen. An der Stelle von sprossendem, üppigem Leben, das in jenen Zeiten da war, in die nur noch wenig Historisches zurückgeht, entwickelt sich etwas, was im Ver­gleich zu jenem üppigen, sprossenden Leben auch Naturarmut ist. Und es ist eigentlich im höchsten Grade interessant, solche Übergänge in der äußeren Welt zu sehen. In dieser äußeren Welt gliedern sich forwährend zusammen Entstehen, Vergehen. Die Menschen denken mit ihrer Geschichtsforschung nur nicht so weit, daß sie das fort­währende Entstehen und Vergehen miteinander richtig verknüpfen würden. Mitten in der strotzenden Üppigkeit, in der ganz großartig gelogen wurde, hat Pythagoras seine Tätigkeit entfaltet, und diese Tätigkeit setzte sich fort nach seinem Tode. Und dasjenige, was Py­Ihagoras und die Pythagoräerseelen nach dem Tode zu tun hatten, hängt vielfach mit dem zusammen, was sich äußerte in dem Untergang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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des blühenden, sprossenden Lebens, imrütten dessen Pythagoras war. Nicht ganz unbeteiligt an dem Zerstörungswerk - das für das Jenseits ein Entstehungswerk ist, -, das sich an der Stätte üppigen, sprossenden Lebens innerhalb der Natur aufrichtete in der nach­pythagoräischen Zeit, sind Pythagoras und die Seelen seiner Anhän­ger. Und man muß sich, wenn man die Gesamtwelt verstehen will, eben bekanntmachen damit, daß von den verschiedenen Aspekten aus hier zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und neuer Geburt die Dinge sich ganz anders ausnehmen. Derjenige, der Frevel be­gehen würde, wenn er hier üppiges, sprossendes Leben künstlich untergraben würde, der tut gewissermaßen nur etwas, was im Sinne der ewigen Notwendigkeit geschieht, wenn er sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt an einem solchen Werke beteiligt, das hier offenbar Untergang bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem dritten nachatlantischen Zeitraum sollte auch etwas un­tergehen, und das hinterließ seine Schatten. Viel sollte untergehen auf einem andern Gebiete, als das eben besprochene. Und mit diesem Untergehen der dritten nachatlantischen Epoche hängt es im wesent­lichen zusammen, daß damals so viel gelogen worden ist. Auf der Erde wurde gelogen, weil die Menschen, wie ich Ihnen gestern aus­geführt habe, noch mit den kosmischen Kräften in Verbindung stan­den; aber gerade die kosmischen Kräfte, die dazumal vor dem 8. vorchristlichen Jahrhundert in die Erdenentwickelung hereinspielten, waren vielfach lügnerische Kräfte. Dämonische Lügner waren tätig in der Sphäre, in die der Mensch seine Seele hineinlebte, indem er die Worte so entwickelte, wie ich gestern auseinandergesetzt habe. Er mußte gleichsam seinen Seelenkopf hineinstecken in eine Sphäre, in der er das tun konnte: die Sphäre der kosmischen Vernunft. Indem er aber seinen Seelenkopf hineinsteckte, war darinnen jene ahrimanische Kraft, welche sich äußerte in der Tätigkeit von unzähligen Lügendämonen. Und aus dieser selben Quelle heraus, aus der die sprachbildende Kraft der damaligen Zeit geschöpft worden ist, aus derselben Kraft heraus entwickelte sich auf dem Boden der mittelmeerländischen Kultur diese riesige Kraft, diese gigantische Kraft des Lügens. Die Menschen logen, weil die Dämonen, die verbunden waren mit jenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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andern Dämonen, welche das sprachbildende Vermögen eingaben, Lügner waren. Und diese dämonischen Lügner, die [[a:ahrimanischer|ahrimanischer]] Natur waren , hatten die Aufgabe, dasjenige zum Untergange zu bringen, was untergehen mußte, damit der dritte nachatlantische Zeit­raum hinuntergehen konnte und der vierte nachatlantische Zeitraum heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt ist eingerichtet nach Notwendigkeiten, und man muß auf diese Notwendigkeiten hinblicken, wenn man die große Frage, die wir gestern im Beginne unserer Betrachtungen aufgestellt haben, die große Frage nach dem Zusammenhange des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen, beantworten will. Davon will ich dann morgen weitersprechen, um diese Betrachtungen vorläufig zu einem kleinen Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen, die wir gegenwärtig anstellen, betreffen Dinge, welche von vielen Menschen, die etwas in der einen oder andern Form davon wissen, als Mysterien behandelt werden. Und es wird aus ge­wissen Gründen das Wissen von diesen Dingen der Welt von vielen Seiten her ferne gehalten, weil man der Ansicht ist, daß eben die Dinge, die in Betracht kommen, Teile sind von einem umfassenden Wissen über übersinnliche Angelegenheiten, das der Menschheit heute noch nicht mitgeteilt werden solle. Ich halte diese Anschauung mit Bezug auf gewisse Dinge, von denen hier die Rede ist, nicht für richtig, sondern mir erscheint es notwendig, daß die Menschheit den mutigen Entschluß fasse, einzutreten in eine wirkliche Betrachtung der übersinnlichen Welten. Und das kann man doch nicht anders, als wenn man das, was konkret über die betreffende Frage in Betracht kommt, unmittelbar anfaßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich heute gewissermaßen zuerst eine Art von Vorfrage erledigen. Wir haben gestern gesprochen über die Gliederung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein sehr ver­breiteter Einwand gegen das Besprechen dieser Dinge, jetzt nicht von seiten der Eingeweihten, sondern von seiten der Uneingeweihten, ist der, daß man einfach sagt: Ja, wozu ist es nötig, über diese Dinge etwas zu wissen? Man könnte ja warten, bis der Mensch durch die Pforte des Todes durchgeht, und dann werde er schon sehen, wie es da in der geistigen Welt eigentlich aussieht. - Es ist also etwas, das sehr häufig gesagt wird. Nun, die Sache ist aber so, daß wir solche Fragen niemals von einem gewissermaßen absoluten Standpunkte aus beantworten können, wenn wir über das Wirkliche sprechen, sondern daß wir sie, geisteswissenschaftlich betrachtet, immer beantworten müssen von dem Gesichtspunkte der Zeit, in der wir leben. Wir leben im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]], der begonnen hat im 15. Jahrhundert un­serer Zeitrechnung. Er schloß den [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|vierten nachatlantischen Zeitraum]] ab , wie wir wissen, der im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und im 15. nachchristlichen Jahrhundert seinen Abschluß gefunden hat. Man hat sieben solcher Kulturzeiträume zu verzeichen. Daraus aber ist ersichtlich, daß wir die Mitte der Kulturentwickelung der Erde überschritten haben, die im vierten nachatlantischen Zeitraum lag, und daß wir einfach durch diesen Umstand eintreten - wir sind ja auch in der fünften großen Erdenperiode - in die Zeit, in der die Erde in absteigender Entwickelung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, können Sie darauf aufmerksam machen, daß es darauf ankommt, hinzuschauen auf die absteigende Entwickelung, auf dasjenige, was ge­wissermaßen nicht in der Evolution, sondern in der Devolution ist, was in der Rückentwickelung ist. Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Ent­wickelung da waten, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten. Und so ist es insbesondere mit Bezug auf gewisse innere seelische Fähigkeiten des Menschen. Man kann sagen: Bis zum vierten nachatlantischen Zeitraum, bis gegen die Zeit des Mysteriums von Golgatha hin, waren in den Menschen noch die Fähigkeiten vorhanden, mit der übersinnlichen Welt einen gewissen Zusammenhang zu haben. Wir wissen, daß in der mannigfaltigsten Weise diese Fähigkeiten verschwunden sind. Sie sind nicht mehr als elementarische Fähigkeiten vorhanden, sie sind gewissermaßen dahingeschwunden. Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert. Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen ha­ben müssen an dasjenige, was sie sich erworben haben hier im physi­schen Leibe, wenn sie die richtige Stellung und das richtige Verhältnis zu den Ereignissen, denen sie ausgesetzt sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wollen. Es gehört geradezu zu den notwendigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur, wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier er­worben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ist sachlich unrichtig, wenn behauptet wird, man könne warten bis zum Tode mit solchen Vorstellungen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Würden die Menschen fortfahren, in diesen Vorurteilen zu leben, würden sie es fortdauernd ablehnen, Vorstellungen schon hier gewinnen zu wol­len über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so würde dieses Leben, dieses leibfreie Leben für sie ein finsteres werden, ein unorientiertes werden; sie würden nicht - durch alles dasjenige, was ich Ihnen gestern geschildert habe - in der richtigen Weise in ihre geistige Umgebung eindringen können. Bis nahe zum [[a:Mysterium von Golgatha|Mysterium von Golgatha]] war es so, daß die Menschen sich hier ins physische Leben Fähigkeiten hereingebracht haben, die aus der geistigen Welt stamm­ten. Daher hatten sie atavistisches Hellsehen. Dieses atavistische Hellsehen kam davon, daß gewisse geistige Fähigkeiten sich aus dem Zu­stand vor der Geburt hereinerstreckten in dieses Leben. Das hörte auf. Die Menschen haben keine Fähigkeiten mehr hier im physischen Leben, die sich hereinerstrecken aus dem vorgeburtlichen Leben. Das wissen Sie ja. Aber dafür muß umgekehrt das andere eintreten: Die Men­schen müssen sich immer mehr und mehr hier auf der Erde Vorstel­lungen über das Post-mortem-Leben, das Leben nach dem Tode, erwerben, damit sie sich erinnern können nach dem Tode, damit sie durch des Todes Pforte etwas durchtragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich zu dieser Vorfrage insbesondere bemerken will. Also die bequeme Rede, daß man warten könne bis zum Tode mit solchen Vorstellungen, die gilt nicht, wenn man im Konkreten ins Auge faßt, in welchem Zeitpunkt der Erdenentwickelung wir uns eigentlich befinden. Und das muß man wirklich immer im Konkreten ins Auge fassen. Denn Ansichten, die absolut gelten, die zu allen Zeiten gelten, die gibt es nicht, sondern es gibt immer nur Anschauungen, welche für einen gewissen Zeitraum den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
orientieren können. Das ist dasjenige, was man gerade durch Geistes­wissenschaft sich in so eminentem Sinne aneignen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich auf einiges eingehen, das unsere Betrachtungen zu einem vorläufigen kleinen Abschluß bringen kann. Wir sind ausge­gangen davon, daß der gegenwärtige Mensch eine Kluft empfindet zwischen dem, was er Ideale nennt, seien es moralische oder sonstige Ideale, was er auch Ideen nennt, und dem, was er als seine Anschau­ungen empfindet über die rein natürliche Weltenordnung. Die Be­griffe und Anschauungen, die sich der Mensch macht über die natür­liche Weltenordnung, die befähigen ihn nicht, anzunehmen, daß dasjenige, was er als Ideale in seinem Herzen trägt, reale Macht hat, sich wirklich so wie eine Naturkraft realisieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesentliche, was für diese Frage in Betracht kommt, ist nun das Folgende: Wir wissen jetzt, wie es mit der Gliederung des Men­schen hier auf der physischen Erde steht. Wir wissen auch, wie es steht mit der Gliederung des Menschen in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Ich habe vor einiger Zeit eine Frage aufgeworfen, welche eigentlich schon als eine konkrete Frage vor die menschliche Seele tritt, wenn der Mensch das Leben betrachtet, welche aber gerade eine Frage ist, der gegenüber man gar nichts sagen kann, wenn man vor der eben charakterisierten Kluft zwischen Idealismus und Realismus steht, das ist die Frage: Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kin­der oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung hängt dieses zusammen? - Weder der Idealismus auf der einen Seite, noch der Realismus auf der andern Seite, der die Ideale nicht als reale Mächte ansehen kann, können irgend etwas über solche Fragen, die aber Lebensfragen sind, ausmachen. Diesen Fragen kann man auch nur dann nahetreten, wenn man etwas ganz Bestimmtes ins Auge faßt. Und das ist, wenn man ins Auge faßt, daß der gegenwärtige Mensch, so wie er einmal als Erdenmensch vor uns steht, verhältnismäßig leicht fertig wird mit dem Raume, aber er wird nicht in gleicher Weise fertig mit der Zeit. In dieser Beziehung bieten die sämtlichen philosophischen Anschauungen, die es bis heute gibt, eigentlich keinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
irgendwie nennenswerten Aufschluß, und die Frage nach dem Wesen der Zeit ist eigentlich bisher nur in engsten menschlichen Kreisen be­handelt worden. Es ist auch nicht so ganz leicht, über die Zeit und ihr Wesen populär zu sprechen, aber vielleicht gelingt es doch, bei Ihnen eine Vorstellung hervorzurufen von dem, was ich eigentlich meine, wenn ich die Zeit in Analogie mit dem Raume einmal zur Erörterung bringe. Ich muß da allerdings Ihre Geduld etwas in Anspruch nehmen, weil scheinbar, aber eben nur scheinbar, die kurze Betrachtung, die ich darüber anstellen will, einen etwas abstrakten Charakter hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie einfach ein Stück der Räumlichkeit überschauen, so wis­sen Sie, daß dasjenige, was Sie da überschauen, sich Ihnen offenbart in einem perspektivischen Charakter. Sie müssen mit der Perspektive des Raumes rechnen, wenn Sie ein Stück Raum überschauen. Wenn Sie nun das Stück Raum, das Sie überschauen und dem Sie ganz instinktiv einen perspektivischen Charakter zuschreiben, auf eine Fläche bringen, dann berücksichtigen Sie die Perspektive dabei. Nicht wahr, wenn Sie in eine Allee hineinschauen, so sehen Sie die entfernten Bäume der Allee kleiner und näher aneinandergerückt. Das können Sie in der Perspektive ausdrücken, und Sie können in einer gewissen Weise per­spektivisch auf einer Fläche zum Ausdruck bringen, was Sie im Raume sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es klar, daß dasjenige, was Sie im Raume sehen, in der Fläche nebeneinander ist. Im Raume ist es nicht nebeneinander; da sind diese zwei Bäume da vorne (siehe Zeichnung S.164), und zwei Bäume sind weit entfernt. Aber indem Sie den überschaubaren Raum in die Fläche bringen, setzen Sie dasjenige, was hintereinander ist, nebeneinander. Sie haben wiederum instinktiv die Fähigkeit, das, was Sie so male­risch oder zeichnerisch auf einer Fläche sehen, gewissermaßen in das Räumliche umzusetzen. Daß Sie diese Fähigkeit haben, das rührt da­von her, daß der Mensch, so wie er jetzt einmal als Erdenmensch ist, sich von dem Raume als solchem verhältnismäßig stark losgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht in gleicher Weise hat sich der Mensch von der Zeit losgelöst. Und das ist etwas ungeheuer Eingreifendes und Wichtiges, aber etwas leider kaum Bemerktes, kaum von der Wissenschaft Bemerktes. Der Mensch glaubt, wenn er sich in der Zeit entwickelt, die Zeit zu überschauen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 164.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 164]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeit zu haben. Aber er hat in Wirklichkeit nicht die reale Zeit. Er hat gar nicht die reale Zeit, sondern das, was Sie als Zeit er­leben, das ist eigentlich im Verhältnis zu der wirklichen Zeit etwas, was man ein Abbild nennen kann. So wie dieses Bild (siehe Zeich­nung) in der Fläche sich zu dem Raume verhält, so verhält sich das , was der gewöhnliche Mensch Zeit nennt, zu der wirklichen Zeit. Der gewöhnliche Mensch erlebt nämlich nicht die wirkliche Zeit, sondern er erlebt ein Abbild der Zeit, er erlebt tatsächlich ein Abbild der Zeit. Und das kann man sich so sehr schwer vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können sich zum Beispiel außerordentlich schwer vorstellen, daß dasjenige, was heute wirkt, gar nicht im jetzigen Zeitpunkt vor­handen zu sein braucht, sondern in einem viel früheren Zeitpunkte real ist und im heutigen Zeitpunkte nicht real ist. Sie sehen gleich­sam dasjenige, was in sehr frühem Zeitraume vorhanden ist, perspek­tivisch in Ihre eigene Zeit hereinwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt gesagt habe, hat eine sehr bedeutsame Folge. Das hat nämlich die Folge, daß alles das, was wir Natur nennen, einen ganz andern Charakter trägt als alles dasjenige, was wir als einen gewissen Teil des Menschen selbst betrachten müssen. In der Natur draußen wirkt zum Beispiel auch [[a:Ahriman|Ahriman]], beziehungsweise es wirken die ahrimanischen Mächte; aber die ahrimanischen Mächte wirken in der Natur draußen niemals gegenwärtig. Wenn Sie die gesamte Natur überschauen, so wirkt schon Ahriman in der Natur, aber er wirkt von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer entfernten Zeit her. Von der Vergangenheit her wirkt Ahriman. Und ob Sie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich über­blicken, Sie dürfen niemals sagen, in dem, was gegenwärtig vor Ihren Augen sich ausbreitet, liege etwas, worin Ahriman tätig ist. Und doch ist Ahriman drinnen tätig; aber von der Vergangenheit her. Wenn ich also die Sache zeichnen wollte, so müßte ich sagen: Hier ist die Entwickelungslinie von der Vergangenheit in die Zukunft hin, und hier überblicken Sie die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165a.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, nun müssen Sie es sich so denken, daß Sie da hineinschauen. In dem, was Sie als Gegenwärtiges überschauen, ist nichts von ahrimanischen Mächten enthalten, aber aus der Vergangenheit, aus einer bestimmten Vergangenheit wirkt Ahriman herüber in die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165b.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Ihnen erscheint Ahriman in der Natur, wenn Sie ihn da gewahr werden, perspektivisch. Würden Sie sagen: Ahriman wirkt gegen­wärtig - dann begehen Sie der Natur gegenüber denselben Fehler, wie wenn Sie sagen würden: Überschaue ich einen Raum, so stehen die entfernten Bäume, weil sie sich perspektivisch in die Fläche hinein­stellen lassen, so neben den nahen Bäumen (siehe Zeichnung Seite 164).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Grundforderung für ein reales Schauen in der geistigen Welt ist dieses, daß man zeitlich perspektivisch sehen lernt, daß man lernt, zeitlich jegliches Wesen an seinen richtigen Zeitpunkt zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich nun gestern gesagt habe: Das Ich wird nach dem Tode gewissermaßen aus dem flüssigen Zustand heraus in eine Art festen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zustandes versetzt -, so ist das noch nicht alles, sondern es kommt noch das andere dazu. Nehmen Sie an, Sie lebten hier auf der Erde mit Ihrem Ich vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1920, und im Jahre 1920 werden Sie Ihr Ich gewahr. Ich meine also: Wohl werden Sie es schon früher gewahr, aber nun blicken Sie zurück, mit dem Geistselbst durch die Hierarchien blicken Sie auf Ihr Ich zurück; da sehen Sie Ihr Ich immer als stehengeblieben vom Jahre 1850 bis 1920. Das Ich bleibt da, bleibt stehen. Das heißt: Ihre Erlebnisse gehen bald nach Ihrem Tode nicht mit Ihnen, sondern Sie sehen auf sie zurück, Sie schauen nun von einer zeitlich entfernten Perspektive auf das zurück, und Sie sehen in die Zeitenlänge hinein, wie Sie hier in der physischen Welt in die Raumeslänge hineinsehen. Ich kann es auch so ausdrücken: Indem Sie, sagen wir, 1920 sterben, leben Sie mit alidem, was ich Ihnen ge­stern als die Glieder Ihres Wesens geschildert habe, dann weiter; aber Sie sehen zurück auf die Zeitstrecke, in der Sie hier auf Erden mit Ihrem Ich gelebt haben. Und diese Zeitstrecke bleibt dort, und Sie sehen sie immer, indem Sie perspektivisch weiterleben, an der Zeitstelle, wo sie war. Und so müssen Sie sich vorstellen, daß Ahriman wirksam ist draußen in der Natur, aber von einer früheren Zeitstelle aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist sehr wichtig. Das ist etwas, was sehr wenig berücksichtigt wird. Wenn man die Welt verstehen will, wenn man geisteswissenschaftlich von der Zeit sprechen will, so muß man durchaus die Zeit raumähnlich vorstellen und muß dieses Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit ins Auge fassen. Das ist sehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das, was ich Ihnen mit Bezug auf die ahrimanischen Mächte gesagt habe, daß sie von der Vergangenheit her wirken, für die Natur so richtig. Aber beim Menschen wird es gerade anders. Beim Men­schen wird es eben, während er hier zwischen Geburt und Tod lebt, dadurch anders, daß für ihn alles in der Zeit Ablaufende eben zur Maja, zur Täuschung wird. Der Mensch lebt, während er hier lebt, selber im Laufe der Zeit drinnen, und indem er eine gewisse Anzahl von Jahren durchlebt, durchlebt er den Zeitenlauf mit. Indem die Zeit abläuft, läuft er selber mit der Zeit ab. Das ist mit dem Raume nicht der Fall. Wenn Sie eine Allee entlanggehen, bleiben die Bäume zurück&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|167}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Sie schreiten vorwärts, und Sie nehmen die Bäume, die zurückgeblieben sind, also auch Ihre Eindrücke, nicht so mit, daß Sie, indem Sie einen Schritt machen würden, die Meinung hätten, es ginge das Baumbild mit Ihnen mit. Mit dem Zeitbilde machen Sie das. Hier im physischen Leibe machen Sie das tatsächlich so - weil Sie selbst in der Zeit sich weiterentwickeln -, daß Sie sich über die Zeit in bezug auf ihre Perspektive einer Täuschung hingeben. Sie merken die Perspek­tive der Zeit nicht. Und insbesondere merkt es nicht das Unterbewußtsein des Menschen. Das Unterbewußtsein des Menschen merkt erst recht dieses Mitleben mit der Zeit nicht, gibt sich einer vollständigen Täuschung mit Bezug auf die Perspektive der Zeit hin. Das aber hat eine ganz bestimmte Folge. Das hat die Folge, daß nun in demjenigen, was im Menschen geschieht, ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte wirken können. Ins menschliche Seelenleben herein wirken ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte. So daß der Mensch der Natur so gegenübersteht: Indem er in die Natur hinaussieht, ist im Gegenwartigen nichts Ahrimanisches. In ihm wirkt das Ahrimanische als Gegenwärtiges, eben gerade als Maja, als Täuschung. Aber der Mensch ist dieser Täuschung über die Dinge, die ich Ihnen auseinandergesetzt habe, hingegeben, so daß durch den Menschen die ahri­manischen Mächte die Möglichkeit gewinnen, in die Gegenwart her­einzukriechen, in die Gegenwart hereinzuwandeln. Wir können sagen: Die ahrimanischen Mächte - und so ist es nun auch mit den luziferi­schen Mächten, wenn auch von einem gewissen andern Gesichts­punkte aus, wovon wir gleich sprechen werden - wirken in der Natur so, daß sie eigentlich mit der Gegenwart nichts zu tun haben, sondern von der Vorzeit herein ihre Wirkungen erstrecken. Im Menschen wir­ken diese ahrimanischen Mächte gegenwärtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Folge? Die Folge davon ist, daß der Mensch in seinem tiefsten Seelischen in bezug auf den eben auseinandergesetzten Punkt sich nicht verwandt mit der Natur fühlen kann. Er sieht auf sein Wesen, beziehungsweise fühlt sich in seinem Wesen, empfindet das naturgemäße Wesen. Weil in ihm ahrimanische Mächte Gegenwartsmächte sind, in der Natur ahrimanische Mächte Vergangenheitsmächte sind, erscheint ihm alles dasjenige, was naturgemäß ist, anders&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
als dasjenige, was sich in ihm selbst entwickelt. Den Unterschied, den der Mensch zwischen sich und der Natur merkt, den enträtselt er sich nicht in der richtigen Weise. Würde er sich ihn in der richtigen Weise enträtseln, so wäre es so, wie ich es eben auseinandergesetzt habe. Er würde sagen: Draußen in der Natur wirkt Ahriman von der Ver­gangenheit aus; in mir wirkt Ahriman als eine gegenwärtige Macht. - Dadurch aber kommt es, wenn er auch den Unterschied nicht weiß , daß er sich im Sinne dieses Unterschiedes verhält, und die Natur als geistlos empfindet. Er empfindet es schon, daß in der Gegenwart die ahrimanischen Mächte nicht in der Natur unmittelbar wirksam sind, aber er empfindet die Natur als geistlos, weil er sich nicht sagt: Ahriman wirkt von der Vergangenheit her -, sondern er sieht nur auf die gegenwärtige Natur. Darinnen wirkt nicht Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber Ahriman, so sonderbar das klingen mag, diejenige Macht, deren sich die allgemeine Weltenschöpfung bedient, um die Natur hervorzubringen. Wenn man von dem Geist der Natur spricht, wenn man vom reinen Geist der Natur spricht, müßte man eigentlich von dem ahrimanischen Geiste sprechen. Da ist er vollberechtigt, der ahrimanische Geist. Die Wesenheiten der normalen Hierarchien, die bedienen sich des ahrimanischen Geistes, um das hervorzubringen, was sich als Natur um uns herum ausbreitet. Daß wir die Natur nicht durchgeistigt empfinden, das rührt eben davon her, daß im gegen­wärtigen Leben der Natur der Geist nicht enthalten ist, sondern daß er von der Vergangenheit her wirkt. Und das ist das Geheimnis, möchte ich sagen, der weitschöpferischen Mächte, daß sie sich eines Geistes, den sie stehengelassen haben auf einer früheren Stufe, bedie­nen zur Wirkung auf einer späteren Stufe, aber ihn von der Vergangen­heit herein wirken lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müßten, wenn wir von der Natur sprechen, nicht von Stoff sprechen, auch nicht von Kräften sprechen, wir müßten von ahrimanischen Wesenheiten sprechen; aber wir müßten dann so sprechen, daß wir diese ahrimanischen Wesenheiten in die Vergangenheit setzten. So daß das Sonderbare herauskommt: Nehmen Sie an, irgendein Naturphilosoph sinnt, sinnt nach, was hinter den Erscheinungen der Natur ist. Nun, da macht er sich allerlei Theorien und Hypothesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|169}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über Atomzusammenhänge und dergleichen. So ist aber die Sache nicht. Hinter dem, was sich da sinnenfällig um uns herum ausbreitet, ist eigentlich nicht das, was die Naturphilosophen gewöhnlich ver­muten, sondern hinter alldem ist die Summe der ahrimanischen Mächte, aber nicht als gegenwärtige. Ist also der Naturphilosoph ge­nötigt, sagen wir, hinter den chemischen Elementen irgendwelche Atomstrukturen zu vermuten, so ist das falsch; hinter den chemischen Elementen stehen ahrimanische Mächte. Aber wenn Sie das, was Sie sehen, von den chemischen Elementen abheben könnten und dahin­terschauen, so würden Sie in der Gegenwart nichts dahinter sehen: da wäre es hohl, wo man die Atome sucht, und das, was wirkt, wirkt in diesen Hohlraum aus der Vergangenheit herein. So ist es in Wirklich­keit. Daher diese vielen verunglückten Theorien über dasjenige, was das «Ding an sich» ist; denn dieses «Ding an sich» ist in der Gegen­wart überhaupt nicht da. Sondern es ist an der Stelle, wo das «Ding an sich» gesucht wird, nichts; aber die Wirkung ist dort aus der Ver­gangenheit herein. So daß man sagen könnte, wenn &#039;&#039;Kant&#039;&#039; sein «Ding an sich» gesucht hat, so hätte er sagen müssen: Da, wo ich an das «Ding an sich» heran will, da kann ich nicht heran. - Das hat er ja auch gesagt. Aber er ist nicht darauf gekommen, daß er da überhaupt zunächst gegenwärtig nichts gefunden hätte, und daß er, wenn er hinter den Schleier der Dinge gegangen wäre, hätte weit zurück­gehen müssen; dann hätte er ahrimanische Mächte gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Menschen selbst ist es anders. Gerade dadurch, daß der Mensch lebendig in die Zeit versetzt wird, dadurch ist es den ahrimanischen Mächten möglich gewesen, durch die Pforte der Menschheit in unsere Welt einzudringen und innerhalb des Menschen als solchem zu wirken. Und die Folge davon, daß die ahrimanischen Mächte im Menschen wirken, ist die, daß der Mensch loslöst dasjenige, was er in der Gegen­wart sieht, von dem Geistigen, daß der Mensch sein Gegenwartsdasein löst von dem Geistigen. Das ist die Folge dessen, daß wir die ahrimanischen Mächte innerhalb der Maja in uns tragen. So daß man sagen kann: So wie wir die Welt materiell ansehen, losgelöst vom Geiste, als bloße Naturordnung, die ihren Gipfel zu finden glaubt in dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes - was eine Illusion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|170}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist -, was wir da als eine Naturordnung sehen, es ist lediglich durch den Umstand herbeigeführt, daß wir die ahrimanischen Mächte in uns tragen, und daß sie in der Natur draußen als gegenwärtige Mächte nicht sind. - Es stimmt deshalb dasjenige, was wir über die Natur denken, indem wir sie bloß materiell denken, nicht mit der Natur überein, stimmt nur mit der gegenwärtigen Natur überein. Aber diese gegenwärtige Natur ist eben ein Abstraktum, weil in ihr der vergangene Ahriman immer hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wirkt in den Menschen nicht nur das Ahrimanische, sondern auch das Luziferische herein. Dieses Luziferische aber, das hat ge­wissermaßen eine andere Tendenz im Weltenall als das Ahrimanische. Vergegenwärtigen wir uns die Tendenz des Ahrimanischen, so wie wir die Sache jetzt ausgesprochen haben. Die Tendenz des Ahrimani­schen in uns besteht darin, die Welt materialistisch vorzustellen. Daß wir die Welt materialistisch vorstellen, daß wir uns eine bloße Naturordnung denken, ist die Folge davon, daß wir Ahrimanisches in uns tragen. Daß wir Ideale in uns tragen, welche sich loslösen von der allgemeinen Natur, nach denen wir uns in unserem gegenseitigen Ver­halten richten wollen, die uns aber doch nur wie Träume erscheinen müssen innerhalb der gegewärtigen Weltanschauung, die ausgeträumt sind, wenn nach der Naturordnung die Erde an ihrem Endzustand angekommen ist, das ist die Folge davon, daß die luziferischen Mächte , die ebenso wie die ahrimanischen in uns leben, immerfort das Bestreben haben, den Teil von uns, der ihnen zugänglich ist, ganz aus der Naturordnung herauszureißen und vollständig zu vergeistigen. Die luziferischen Mächte haben nämlich zu ihrer Haupttendenz, insofern sie in uns wohnen, uns so geistig wie möglich zu machen, uns wo­möglich loszureißen von allem materiellen Leben. Daher gaukeln sie uns solche Ideale vor, die keine Naturmächte sind, sondern die machtlos sind in der gegenwärtigen Naturordnung. Und verfiele der Mensch ganz und gar im Laufe der zukünftigen Erdenperiode dem luziferi­schen Einfluß, so daß er glauben würde, Ideale seien eben nur ge­dachte Dinge, nach denen sich das Gemüt richten kann, so würde dieser Mensch den luziferischen Mächten folgen. Die materielle Erde, zu der wir gehören, würde verfallen, zerstieben im Weltenall, würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|171}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihren Zweck nicht erfüllen, und die luziferischen Mächte würden den Menschen in eine andere geistige Welt führen, in die er nicht gehört. Dazu brauchen sie den Kniff, uns Ideale vorzugaukeln, die eigentlich bloße Träume sind. Wie uns Ahriman nach der einen Seite eine Welt vormacht, welche eine bloße Naturordnung ist, so macht uns Luzifer auf der andern Seite eine Welt vor, die rein nur in gedachten Idealen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas sehr Bedeutungsvolles. Und gegenwärtig wird nur ein Ausgleich, möchte ich sagen, in den Gebieten herbeigeführt, die noch im menschlichen Unbewußten liegen. Aber die Menschen müs­sen sich dieser Sache immer mehr und mehr bewußt werden, sonst kommen sie aus diesem Dilemma nicht heraus, kommen nicht dazu, eine Brücke zwischen dem Idealismus und dem Realismus zu bauen, welche Brücke aber notwendig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was gegenwärtig noch eine Art Ausgleich schafft, das ist das Folgende. Wenn gegenwärtig ganz junge Menschen sterben, zum Beispiel Kinder, so haben diese Kinder - bei jungen Menschen ist es ebenso - eben in die Welt hereingeschaut; sie haben nicht voll das Dasein hier auf dem physischen Plane ausgelebt. Mit einem auf dem physischen Plane unausgelebten Leben kommen sie hinüber in die andere Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verlebt wird, so verlebt wird, wie ich es gestern geschildert habe. Dadurch, daß sie einen Teil nur des Erdenlebens gelebt haben, bringen sie etwas vom Erdenleben mit hinüber in die geistige Welt, das man nicht hin­überbringen kann, wenn man alt geworden ist. Man kommt anders in der geistigen Welt an, wenn man alt geworden ist, als wenn man jung stirbt. Wenn man jung stirbt, so hat man das Leben so durchlebt, daß man noch viele Kräfte in sich hat vom vorgeburtlichen Leben. Man hat als Kind und als junger Mensch das leibliche Leben so durchlebt, daß man darinnen noch viel von den Kräften in sich hat, die man vor der Geburt in der geistigen Welt hatte. Dadurch hat man eine innige Verbindung geschaffen zwischen dem Geistigen, das man mitge­bracht hat, und dem Physischen, das man hier erlebt hat. Und durch diese innige Verbindung kann man etwas, was man auf der Erde er­wirbt, in die geistige Welt mit hinübernehmen. Kinder oder sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jung gestorbene Leute, nehmen von dem Erdenleben etwas in die geistige Welt mit hinüber, was gar nicht mit hinübergenommen wer­den kann, wenn man als älterer Mensch stirbt. Das, was da mitgenom­men wird, ist dann drüben in der geistigen Welt, und was da hinübergetragen wird durch Kinder und junge Leute, das gibt der geistigen Welt eine gewisse Schwere, die sie sonst nicht haben würde, der­jenigen geistigen Welt, in der dann die Menschen gemeinsam drinnen leben, das gibt eine gewisse Schwere der geistigen Welt und verhindert die luziferischen Mächte, die geistige Welt ganz loszutrennen von der physischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also denken Sie, auf welches riesige Geheimnis wir da blicken! Wenn Kinder und junge Leute sterben, so nehmen sie von hier etwas mit, wodurch sie die luziferischen Mächte verhindern an deren Be­streben, uns ganz loszulösen von dem Erdenleben. Das ist außer­ordentlich wichtig, daß man dies ins Auge faßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird man älter hier auf der Erde, so kann man in der geschilderten Weise den luziferischen Mächten die Rechnung noch nicht verderben; denn von einem gewissen Alter an hat man nicht mehr jene innige Verbindung zwischen dem, was man mitgebracht hat bei der Geburt und dem physischen Erdenleben. Ist man alt geworden, so löst sich diese innerliche Verbindung, und es tritt gerade das Umgekehrte ein. Von einem gewissen Lebensalter an träufeln wir in einer gewissen Weise dem innerhalb der physischen Erde befindlichen Geistigen un­ser eigenes Wesen ein. Wir machen die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Also von einem bestimmten Alter an vergeistigen wir in einer gewissen Weise, die man nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen kann, die physische Erde. Wir tragen Geistiges in die physische Erde hinein, wie wir Physisches in die geistige Welt hinauftragen, wenn wir jung sterben; wir pressen gewissermaßen Geistiges aus, wenn wir alt werden, ich kann es nicht anders sagen. Das Altwerden besteht im geistigen Sinne von einem gewissen Aspekt aus darinnen, daß man Geistiges hier auf der Erde auspreßt. Dadurch wird wiederum die Rechnung des Ahriman verhindert. Dadurch kann Ahriman nicht auf die Dauer heute schon so intensiv auf die Menschen wirken, daß völlig erlöschen könnte die Meinung, Ideale hätten doch eine gewisse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind im heutigen Zeitraume schon sehr, sehr nahe daran, daß die Menschen in die furchtbarsten Irrtümer gerade mit Be­zug auf das Gesagte verfallen. Auch Gutmeinende verfallen leicht in bezug auf das Gesagte in solche Irrtümer. Und diese Irrtümer werden immer größer und größer werden und mit zunehmender Erdenent­wickelung eben riesig werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Ihnen ein Beispiel anzuführen: Ein recht geistvoller Philosoph hat 1882 eine «Anthroposophie» geschrieben, [[a:Robert Zimmermann|&#039;&#039;Robert Zimmermann&#039;&#039;]]. Ich habe das schon einmal in einem Zusammenhange erwähnt. Diese «Anthroposophie» ist nicht dasjenige, was wir Anthroposophie jetzt nennen, sie ist mehr oder weniger ein Begriffsgestrüpp. Aber das ist ja aus dem Grunde, weil eben Robert Zimmermann nicht in die geistige Welt hineinsehen konnte, sondern nur Herbartianischer Philosoph war. Nun hat er diese «Anthroposophie» geschrieben. Aber gerade in dieser «Anthroposophie» beschäftigt sich Robert Zimmermann von seinem Gesichtspunkte aus mit der Frage, die ich in diesen Tagen an die Spitze unserer Betrachtungen gestellt habe. Er sieht auf der einen Seite die Ideen, logische Ideen, ästhetische Ideen, ethische Ideen; er sieht auf der andern Seite die Naturordnung. Und er kann nicht irgend­wie eine Brücke finden zwischen den logischen, den ästhetischen, den ethischen Ideen und der Naturordnung, sondern er bleibt doch dabei stehen: Da ist auf der einen Seite die Naturordnung, und auf der an­dern Seite sind die Ideen. Und wozu er zuletzt kommt, das ist doch außerordentlich interessant, denn es ist eigentlich typisch für einen Menschen der Gegenwart. Er kommt dahin, zu sagen, es sei ein für allemal dem Menschen versagt, die Natur mit Ideen zu bevölkern und den Ideen Naturgewalt beizulegen. Die beiden Welten seien eigent­lich nur im Kopfe des Menschen miteinander zu verbinden. So sagt er. Und daher meint er an einer Stelle, wo er geradezu alles zusammen­faßt, was er sagt und was er denkt: «Die Verwirklichung der Ideen ist weder eine Tatsache, die in der Vergangenheit, noch eine solche, die in der Gegenwart, sondern eine Aufgabe, deren Erfüllung in der Zukunft und in den Händen des Menschen liegt. Der Traum eines ,goldenen Zeitalters&#039;, von welchem ein nüchterner Rationalist wie Kant als von jenem des ,ewigen Friedens&#039;, ein extremer Positivist wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Comte als dem ,état positif&#039; schwärmte, wird dann erfüllt sein , wenn die gesamte Ideenwelt real geworden und die gesamte Wirklichkeit von den Ideen durchdrungen, d.h. wenn dasjenige, was Schiller ,das Kunstgeheimnis des Meisters&#039; nannte, die ,Vertilgung des Stoffes durch die Form&#039; offenbar, wie Schleiermacher es ausdrückte ,wenn die Ethik Physik und die Physik Ethik&#039; geworden sein wird.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber das kann nie werden! Es kann nur das werden, daß die Menschen in ihrer sozialen Ordnung die Ideen realisieren. Wenn aber die Erde einmal an ihrem Ende angelangt sein wird, so wird der ganze Ideentraum ausgeträumt sein. Ein anderes ist nach einer solchen Philosophie nicht möglich. Daher bleibt eine solche Philosophie im­mer abstrakt und muß zuletzt gestehen: «Eine Philosophie, welche, wie die vorstehende, sich weder wie die Theosophie auf einen mensch­lichem Wissen &#039;&#039;unzugänglichen&#039;&#039; theozentrischen Standpunkt versetzt , um von ihm aus den ,Vernunfttraum&#039; als längst geschaffene Wirklich­keit, noch wie die Anthropologie auf den zwar anthropozentrischen aber &#039;&#039;unkritischen&#039;&#039; Standpunkt gemeiner Erfahrung stellt, um von ihm aus eine ideenerfülite Wirklichkeit als ,Traum der Vernunft&#039; an­zusehen, welche sonach zugleich &#039;&#039;anthropozentrisch&#039;&#039; d. i. von mensch­licher Erfahrung ausgehend und doch &#039;&#039;Philosophie&#039;&#039; d. i. an der Hand des logischen Denkens über dieselbe hinausgehend sein will ist &#039;&#039;An­throposophie&#039;&#039;.» «Anthroposophie» ist also hier das Eingeständnis, daß man niemals über diese Kluft hinüberkommen könne zwischen un­realen Ideen und ideenloser Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber im Menschen selbst ein Naturwesen, das also der Naturordnung angehört, verbunden mit einem Geistwesen, das in sich aufnehmen kann das Geistige. Das leugnet ja auch nicht ein solcher Anthroposoph wie Robert Zimmermann. Aber von der gegenwär­tigen Wissenschaft kann auch der Mensch nicht so betrachtet werden, daß sich durch den Menschen, durch diesen Mikrokosmos, das Rätsel lösen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist. das habe ich schon ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|175}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schluß­notizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenrnenschen&#039; indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten ge­legen ist, also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört. Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute aus­geführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiffich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahri­manischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben. Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle - verzeihen Sie, aber es ist so - zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt, das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|176}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird. So ist ja das Rosenkreuzergemalde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das , was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose - jetzt goethisch gespro­chen - sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tier­heit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen , so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesen­heiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umge­wandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremi­tätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkar­nation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Auf­gabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden , wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Men­schenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|177}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dä­monisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mäch­ten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umge­staltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seeli­sches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luzi­ferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nlcht be­griffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirk­lich zu verstehen. Mit vollem Rechte sagt die Bibel, daß jene Gottheit, von der im Anfange der Bibel die Rede ist, dem Menschen den le­bendigen Odem einhauchte. Aber der lebendige Odem wirkt im Rumpfmenschen. Insofern wir es also zu tun haben mit den normal wirkenden göttlichen Wesenheiten, haben wir es nur mit dem Rumpfmenschen zu tun. Insofern wir es mit dem Kopfmenschen zu tun haben, haben wir es mit einem Gegner der Jahvemächte zu tun, da­durch auch mit einem Gegner des Christus. Und auch insofern wir es mit dem Extremitätenmenschen zu tun haben, haben wir es mit dem luziferischen Gegner zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittel­punktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheits­repräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und so weiter - das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleich­zeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist - das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugs­weise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturhild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- darauf komme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt. Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenrnenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen. Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in un­serem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmen­schen angehören. Würden wir , in dem wir mystisch in uns hinein­schauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Ge­dächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung Seite 179) - schematisch nur gezeichnet - der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 179.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was vor einem Spiegel ist, sondern dasjenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durch-leben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten In­karnation zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihre Geduld etwas in Anspruch genommen mit Dingen, die ja vielleicht etwas schwieriger verständlich sind, allein ich wollte zunächst wenigstens ein Gefühl dafür hervorrufen, wodurch eigent­lich die Kluft entsteht zwischen Idealismus und Realismus. Sie ent­steht dadurch, daß das Luziferische in uns den Idealismus erregt, der machtlos ist in der Natur, daß das Ahrimanische in uns die bloße Naturordnung hervorruft, welche uns geistlos erscheint. So stehen eigent­lich die Idealisten, die abstrakten Idealisten unter luziferischem Ein­fluß, die Materialisten unter ahrimanischem Einfluß. Es ist schon not­wendig, daß man auf diese Dinge sich einläßt, daß man nicht bloß sche­matisch die sogenannte Theosophie treibt, sondern auf diese genaue­ren Dinge sich einläßt. Denn es ist notwendig, daß der Mensch sich bewußt werde, er müsse etwas dazu tun, um mit dem Geiste für den Rest der Erdenentwickelung vereint bleiben zu können. Es ist eine unbequeme Wahrheit, man könnte sagen, sogar auch eine gehaßte Wahrheit, richtig eine gehaßte Wahrheit, denn sie widerspricht ja so vielem, was den Menschen sympathisch ist, aus Bequemlichkeit sympathisch ist. Nichts wird dem Menschen heute schwieriger, als wenn man ihm sagt: Wenn du dir in Zukunft deine Verbindung mit dem Geiste erhalten willst, so mußt du etwas dazu tun. - Es möchten ja die meisten Menschen, daß das Mysterium von Golgatha aus dem Grunde verflossen wäre, damit sie nur ja nichts zu tun haben zu ihrer Angelegenheit, damit sie durch Christus von ihren Sünden erlöst wer­den und ohne ihr Zutun in den Himmel kommen können. Und des­halb werden ja die meisten Theologen so wütend auf die Anthropo­sophie, weil das selbstverständlich von anthroposophischer Seite nie­mals zugegeben werden kann, daß der Mensch nichts zu tun habe, um seine Verbindung mit dem Geiste aufrechtzuerhalten, daß das ganz ohne sein Zutun auch in der Zukunft der Erdenentwickelung vor sich gehen könne. Die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Geistigen, zwischen dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Geburt und Tod, und dem, was die Glieder des Menschen sind zwi­schen Tod und neuer Geburt, diese Verbindung wird in Frage gestellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die zukünftige Erdenentwickelung, und sie wird nur dann nicht in Unordnung kommen, wenn sich die Menschen mit dem Geistigen gegen die Zukunft hin wirklich befassen werden. Dafür gibt es heute schon geisteswissenschaftliche Beweise. Diese geisteswissenschaftlichen Beweise, sie sind höchst, höchst unbequeme Wahr­heiten, aber sie werfen Licht auf Wichtiges, auf Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich sagen, schon sehr locker geworden, und der Mensch hat es notwen­dig, immer mehr und mehr bei sich Wache zu stehen, damit nicht in dem Zusammenhang zwischen seinem Physisch-Ätherischen und Seelisch-Geistigen etwas geschieht, was ihn gewissermaßen aussaugen könnte, was ihn seelisch-geistig aussaugen könnte. Denn wenn solche Vorurteile immer reger werden, man brauche im Leben nichts zu wissen über die Art, wie es nach dem Tode aussieht, oder wenn die Kluft immer größer wird zwischen sogenanntem Idealismus und rein natürlicher Ordnung, ist die Gefahr, der die Menschen entgegengehen, daß sie immer mehr und mehr ihre Seele verlieren könnten. Heute ist noch, ich möchte sagen, diesem Verlieren der Damm vorgesetzt, der dadurch gegeben ist, daß, wenn junge Leute sterben, der geistigen Welt eine gewisse Schwere verliehen wird und Luzifer die Rechnung verdorben wird, und wenn alte Leute sterben, so viel ausgepreßt wird an Geistigkeit in die physische Welt herein, daß Ahriman die Rech­nung verdorben wird. Aber man darf nicht vergessen, daß dadurch, daß die Menschen sich lossagen vom geistigen Gebiet, die ahrimani­nischen und die luziferischen Mächte immer mächtiger und mächtiger werden, und daß nach und nach, indem die Devolution der Erde im­mer weiter und weiter geht, dieser Damm nicht mehr voll wirken könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich gern möchte, daß es sich als eine Art Bodensatz aus unseren Betrachtungen ergäbe wie ein Gefühl - und Gefühle sind immer das Wichtigste, was aus dem geisteswissenschaft­lichen Leben hervorgehen kann - von der Notwendigkeit, sich vom gegenwärtigen Erdenzyklus ab mit dem Geistigen zu befassen. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus habe ich dieses betont, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es von der Gegenwart aus notwendig ist, daß die Menschen sich mit dem Geistigen befassen. Und anders wird man sich nicht mit dem Geistigen befassen können in der Zukunft als dadurch, daß man sich Verständnis erwirbt und sich nicht sträubt, solche auch schwierigere Betrachtungen wirklich in sich aufzunehmen, wie wir sie in diesen Tagen und insbesondere auch heute gepflogen haben. Es muß unter die Menschen kommen das Verständnis von der Perspektivität der Zeit. Wenn dieses Verständnis von der Perspektivität der Zeit unter die Menschen kommt, dann werden sie nicht mehr sagen: Hier ist der Idealismus, der aber nur ein bloßer Traum ist, der keine Naturgewalt hat, und auf der andern Seite liegt die Naturordnung -, sondern die Menschen werden darauf kommen, anzuerkennen, daß, was als Ideale in uns lebt, Keim ist für die Zukunft, und daß, was Naturordnung ist, Frucht ist der Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Satz ist eine goldene Regel: Jedes Ideal ist Keim für zu-künftiges Naturgeschehen; jedes Naturgeschehen ist Frucht vergangenen Geistgeschehens. - Nur durch diese Regel findet man die Brücke zwischen Idealismus und Realismus. Aber dazu ist eines notwendig. Irgendein Ideal könnte nie und nimmermehr Keim für ein zukünftiges Naturgeschehen werden, wenn dieses zukünftige Naturgeschehen durch das gegenwärtige Naturgeschehen verhindert würde. Wir kön­nen uns irgendeine Hypothese vor die Augen führen. Nehmen wir die Möglichkeit an, die heute gilt, daß einmal durch das sogenannte Gesetz der Entropie die Erdenentwickelung in eine Art von allgemeiner Durchwärmung übergehe, und daß alle andern Naturkräfte aufhören, so würde innerhalb dieses Endzustandes natürlich alles Ideale erstor­ben sein. Dieser Endzustand, der folgt ganz gut, wenn man annimmt, daß sich nach reiner Kausalität die gegenwärtigen physikalischen Zu­stände eben weiter fortsetzen werden. Denkt man so, wie die gegen­wärtige Physik denkt, daß nach dem Gesetze der Erhaltung der Kraft und des Stoffes einmal ein solcher Endzustand da sein wird, dann ist in diesem Endzustand kein Platz dafür, daß in ihm einmal ein Ideal als das zukünftige Naturgeschehen aufgehe, denn das zukünftige wird einfach die Folge des gegenwärtigen Naturgeschehens sein. Aber so ist es nicht, so stellt es sich nicht der gegenwärtigen Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dar, sondern es stellt sich dieses anders dar. Dasjenige, was heute an Stoffen, an Kräften existiert, alles das wird in einer bestimmten Zu­kunft nicht da sein. Das Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gibt es nicht. Da, wo man den Stoff sucht, ist überhaupt nichts als ein Hereinwirken eines vergangenen Ahrimanischen, und dasjenige, was uns umgibt im Sinnenfälligen, wird in einer gewissen Zukunft nicht mehr sein da. Und dann, wenn von alledem, was jetzt physisch ist, nichts mehr da ist, wenn das ganz aufgelöst ist, dann ist die Zeit da, wo sich die gegenwärtigen Ideale als Naturgeschehen anreihen werden an das, was jetzt zugrunde gehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es im großen Weltenall. Und für den einzelnen Menschen ist es so, daß er in der nächsten Welteninkarnation wieder inkarniert wird, wenn partiell alles dasjenige überwunden ist, in das er mit der gegenwartigen Inkarnation hineingewachsen ist, wenn also für ihn eine Umgebung hergestellt werden kann, die anders ist als die gegenwärtige Umgebung, wenn aus der gegenwärtigen Umgebung all das heraus sein kann, was ihn jetzt hier auf der Erde hält. Wenn sich das alles so geändert hat, daß er Neues erleben kann, dann wird er wieder inkar­niert. Die gegenwartigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein , wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr da sein wird, sondern Neues entstanden sein wird. Aber das Neue, das entsteht, ist eben nichts anderes als das Natur gewordene Geistige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Erscheinungen und hinter den Idealen müssen wir das­jenige suchen, was die Brücke über dem Abgrunde bildet. Aber zu dem muß man eben dahinterkommen. Man kommt heute nur dahinter wenn man sich nicht scheut, die Begriffe so kräftig zu entwickeln, daß sie selbst in die Realität eindringen können. Daher hat die heutige Zeit wirklich die Notwendigkeit, sich gar sehr einzulassen auf alles dasjenige, was geistig erfahren werden kann. Nur - lassen Sie mich das noch anhänglich hinzufügen -, nur wird eben notwendig sein, daß gegenüber geistigen Betrachtungen immer größere und größere Unbefangenheit walten könnte. Vorgestern habe ich zum Schlusse, wie es manchen vielleicht erscheinen könnte, recht unnötig - aber trotz­dem ich es nicht gerne tue, ist es nie unnötig - auf mancherlei hinge­wiesen, was dem gedeihlichen geisteswissenschaftlichen Wirken auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|184}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von seiten der Anthroposophischen Gesellschaft entgegensteht. Da ist vor allen Dingen auf diesem Boden immer wieder und wiederum zu fordern wirkliche Unbefangenheit. Immer wieder und wiederum erleben wir ja, daß das Auflösende, das eigentlich den Materialismus hervorgebracht hat, das die alte Geistigkeit zugrunde gerichtet hat, im menschlichen Denken gerade auch in das Spirituelle, in das gewollte Spirituelle hereindringt. Ich habe ja darauf aufmerksam gemacht, wie materialistisch manche theosophische Anschauung ist. Man hat es natürlich nicht leicht, wenn man geisteswissenschaftliche Dinge auseinandersetzt, die bezeichnenden Worte zu finden, weil ja unsere Sprache heute nicht mehr für das Geistige geeignet ist, weil wir erst wieder suchen müssen eine solche Verbindung zwischen der Sprache und der Sache, welche für das Geistige geeignet ist. Aber das ist notwendig, daß nicht immer mit dem, was das Schädlichste ist, die geisteswissenschaftliche Bewegung verdorben wird. Man muß un­befangen charakterisieren dasjenige, was im Geiste vorgeht. Immer wiederum erlebe ich, daß ich gefragt werde: Da ist jemand, dort ist jemand, der hat geistige Erlebnisse. - Der Sinn der Fragen, die häufig so gestellt werden, ist der, daß eigentlich gefragt wird: Darf man nun mit blindem Glauben an die Wahrheit dessen sich hingeben, was der oder jener schaut? - Und wenn man diese Frage bejaht, ja, dann ent­steht blinde Anhängerschaft; wenn man sie verneint, dann entsteht das, daß der Betreffende gleich verketzert wird und gesagt wird: Nun ja, das ist atavistisches Hellsehen, auf das gibt man nichts. - Ja, dieses Entweder-Oder muß doch auf diesem Gebiete ganz anders genommen werden. Wir müssen uns wirklich mit aller gesunden Vernunft auch den Aussagen über das Geistige gegenüberstellen. Wenn wir aber Dogmatiker werden wollen, können wir nicht Geisteswissenschafter werden. Wenn wir entweder vergöttern oder verketzern wollen, kön­nen wir nicht Geisteswissenschafter werden. Es werden unendlich wertvolle Beiträge zur Charakteristik der geistigen Welt auch von Seiten kommen, auf die man nicht unbedingt schwören will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das andere erlebt man, daß eine Zeitlang auf irgendeine seherische Persönlichkeit geschworen wird. Dann kann man nachweisen, daß diese seherische Persönlichkeit irgendwann - nun, vielleicht sogar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einmal ein wenig retuschiert hat, oder stark retuschiert hat; dann ist die Persönlichkeit unten durch. Vorher haben dieselben Leute auf sie geschworen, bei denen sie nachher unten durch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in dieser Weise kommt man nicht vorwärts; innerhalb der Menschheit mit dem Entweder-Oder der Vergöttlichung oder Ver­ketzerung kommt man nicht vorwärts innerhalb der Menschheit, sondern nur dadurch, daß man sich mit seinem gesunden Menschen­verstand den Dingen gegenüberstellt. Es kann zum Beispiel auch der Fall eintreten, daß durch jemanden, von dem man sogar weiß: Nun, der verschmäht es nicht, ab und zu recht stark zu schwindeln - einmal etwas ganz Wahres, Wichtiges, Wesentliches aus der geistigen Welt herauskommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde nicht zu dem Entweder-Oder kommen, das ich hier meine, wenn man nicht Dogmatik einführen wollte, sondern wenn man sich mit dem gesunden Menschenverstand gerade innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung hineinstellen wollte. Das ist das eine. Das andere ist dieses, daß es außerordentlich schwierig ist, durch die Art und Weise, wie die Dinge oftmals innerhalb unseres Kreises ge­handhabt werden, die Anthroposophische Gesellschaft in die Kulturbewegung der Gegenwart hineinzustellen. Dazu gehört Unterschei­dungsvermögen bei denjenigen Menschen, die schon drinnen sind in dieser Gesellschaft. Es erwächst einem eine gewisse Verpflichtung für diese Unterscheidungskraft, wenn man schon drinnen ist. Denn wir werden ganz fehlgehen mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft, wenn wir nicht die Anknüpfung an die allgemeine Geisteskultur der Gegenwart suchen, wenn wir immer wieder und wiederum in den Fehler verfallen, Sektiererisches zu treiben. Das wird der Tod sein unserer Bewegung, wenn wir sektiererisch werden. Bedenken Sie doch nur, daß solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen jetzt erörtert haben, sich gar nicht besonders sonderbar ausnehmen werden für den­jenigen, der gerade in Wissenschaftlichem und im Kulturleben der Gegenwart drinnensteht, wenn er sich nur die nötige Vorurteilslosig­keit erwerben wird. Aber um auf diesem Wege etwas zu erreichen, ist es notwendig, daß der Wille besteht zur Unterscheidung. Bei uns kommt es leicht vor, daß nur um irgend etwas Schematisches gefragt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|186}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wird, wenn es sich darum handelt: Soll irgend jemand bei anthropo­sophischen Vorträgen zuhören, oder soll er einen Zyklus bekommen? -So wird schematisch gefragt, ohne daß man Rücksicht nimmt auf den Bildungsgrad, auf die ganze Weltstellung des betreffenden Menschen. Aber das Schematische ist das absolut Schädliche bei uns. Das Schematische bringt es dahin, daß solch ein Mensch, wie jetzt wiederum der in Holland, um den sich eine ganze Summe von Unfug kristallisiert, in die Anthroposophische Gesellschaft hineinschwimmen und dort Protektoren finden kann, währenddem Leute, die urteilsfähig sind, gerade durch das Gebaren oftmals abgestoßen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um auf ein Konkretes hinzuweisen: Sehen Sie, vor einiger Zeit trat Herr &#039;&#039;von Bernus&#039;&#039; auf innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, mit dem deutlichen Bestreben - das man ja ein bißchen besser, ein bißchen schlechter finden kann, dafür mag der gesunde Menschenver­stand sprechen -, eine Brücke zu ziehen zwischen dem allgemeinen Kulturleben, dem literarischen und wissenschaftlichen Leben der Ge­genwart, und unserem anthroposophischen Leben. Nun, Herr von Bernus hat in seiner Art zum Beispiel eine Anzahl von Dingen, die zum Teil in meinen Büchern stehen, zum Teil in Zyklen, in seiner Art dichterisch umgegossen und in die Welt gebracht. Er hat mir es selbst gezeigt: einen Stoß von Briefen, von schimpfenden Briefen hat er dafür erhalten, daß da einmal ein wirklich zeitgemäßer Versuch ge­macht worden ist! Man würde sich gar nicht wundern, wenn jemand, der vielleicht viel aufs Spiel setzt, abgestoßen werden könnte durch ein solches Gebaren, wie es dazumal aus der Anthroposophischen Gesellschaft ihm gegenüber verübt worden ist. Dennoch, die Zeitschrift, die er gegründet hat, sie wird ungeheuer dienlich sein können der anthroposophischen Bewegung. Er hatte es ja auch zuwege ge­bracht, daß die anthroposophische Bewegung in München vertreten werden konnte in seinem Kunsthaus. Aber man konnte überall gewisse Widerstände bemerken gegen etwas, was so berechtigt wie möglich war! Und wenn man gerade Bernus&#039; Erlebnisse überschaut, so hat man an ihnen so recht ein Bild von dem, wie die anthroposophische Bewegung, die Anthroposophische Gesellschaft lernen sollte, wirklich eine Gesellschaft zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Insofern der Dornacher Bau zustande gekommen ist, &#039;&#039;ist&#039;&#039; sie eine Gesellschaft. Aber vieles andere namentlich wird unterlassen, wodurch deutlich gezeigt wird, daß die Anthroposophische Gesellschaft sich gar nicht als Gesellschaft auffaßt, sondern als eine Summe von ein­zelnen sektiererischen kleinen Kreisen. Aber über dieses Stadium des Sektiererischen müssen wir hinauskommen. Und wir kommen nicht hinaus, wenn nicht über die Sache irgendwie nachgedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja so schwierig, und nicht wahr, man sagt solche Dinge sehr ungern, aber schließlich, manches wird mir ja dadurch notwendig zu sagen, da ich persönlich so stark verquickt bin mit dieser anthroposophischen Bewegung. Wenn nun die Anthroposophische Gesellschaft sich nach und nach immer mehr und mehr dazu entwickeln sollte, daß sie eigentlich eine Gesellschaft ist mit der ausgesprochenen Tendenz, mich totzuschweigen - wozu sie sich eigentlich entwickelt, und was sie immer als Tendenz gehabt hat -, so ist es nicht eine per­sönliche Eitelkeit, wenn ich dieses betone. Es ist mir sehr unange­nehm, daß ich es betonen muß, aber es ist in der Anthroposophischen Gesellschaft vielfach gerade die Tendenz vorhanden, mich totzu­schweigen, und da ist das Persönliche mit dem Sachlichen eben ver­knüpft. Dadurch - weil alles dasjenige nicht getan wird, was sonst eine Gesellschaft tut - kommt es, daß nur das als Giftblasen an die Ober­fläche kommt, was die abgefallenen Mitglieder an Geschimpfe in die Welt setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Dinge, auf die ich schon manchmal eben hinweisen muß und die nicht unbesprochen bleiben dürfen. Ich habe sie an den Orten, wo ich in der letzten Zeit sprechen konnte, zur Besprechung gebracht, weil ich ja wirklich glaube, daß in dieser katastrophalen Zeit vieles darauf ankäme, daß Anthroposophie in der richtigen Weise in der Welt vertreten wird. Aber es ist so schwer, es dahin zu bringen, daß tiefer nachgedacht würde: Wie soll man es eigentlich auf dem anthro­posophischen Felde tun, um diese Anthroposophische Gesellschaft zu einer wirklichen Gesellschaft zu machen? - Die Ansätze sind wirklich gemacht von einzelnen Menschen, aber es bleibt in der Regel in den Ansätzen alles stecken. Nun, ich denke, daß vielleicht, indem ich noch ein zweites Mal auf die Sache aufmerksam gemacht habe, ein bißchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|188}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darüber nachgedacht werden wird. Ich sage es nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus gewissen Notwendigkeiten der Zeit heraus, wie Sie ja auch aus dem, was ich gerade in diesen Tagen vorgebracht habe, mancherlei Keime entnehmen werden, die Ihnen zum Verständ­nisse unserer katastrophalen Zeit einige Dienste werden leisten kön­nen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 an diesem unserem Bau: Siehe «Der Baugedanke des Goetheanum». Lichtbildervortrag in Bern, 29. Juni1921, mit 104 Abbildungen des ersten Goetheanum. Gesamtausgabe, Stuttgart 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach längerer, erzwungener Abwesenheit: Dr. Steiner hatte zuletzt am 17. Januar 1918 zu den Mitgliedern in Dornach gesprochen, war also sieben Monate fort gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Anthropnsophische Gesellschaft: Begründet am 28. Dezember 1912 bei der Loslösung von der Thensophischen Gesellschaft. Siehe: «Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesell­schaft», 8 Vorträge, 10.-17. Juni 1923, Gesamtausgabe Dornach 1959.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 wie den Vorträgen begegnet wurde: «Das Sinnlich-Übersinnliche in seiner Verwirklichung durch die Kunst», München, 15. und 17. Februar 1918, und «Die Quellen der künst­lerischen Phantasie und die Quellen der übersinnlichen Erkenntnis», München, 5. und 6. Mai 1918, im Bande «Kunst und Kunsterkenntnis», Gesamtausgabe Dornach 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander von Bernns, 1880-1965, Dichter. Gab von 1916 bis 1921 in Manchen die Vierteljshres-Zeitschrift «Das Reich» heraus. In seinem «Kunsthaus» «Das Reich» hielt Rudolf Steiner zeitweise seine Münchner Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 IVooerow Wilson, 1856-1924, Präsident der USA von 1912 bis 1920. Verleladete am&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Januar 1918 ein Friedensprogramm, die Vierzehn Punkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 ein Universiiätsprofessor: George Santayans, 1863-1952, englischer Philosoph spani­scher Abstammung. Kam schon 1872 nach Amerika, wo er bis 1912 blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emile Boutroux, 1845-1921, französischer Philosoph. G. Ssntayar&#039;a, «L&#039;erreur dc la philosophie allemande». Paris 1917, préface d&#039;Emile Boutroux.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 so weile Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn: Es sind damit frühere Evolutionazustände des Erdplaneten gemeint, nicht die heute so genannten Weltkörper. Siehe «Die Ge­heimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962, Kapitel «Die Welt-entwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den vorjäbrigen Zürcher Vorträgen: «Anthroposophie und aleadernische Wissen­schaften», 4 Vorträge vom 5. bis 14. November 1917, Zürich 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oskar Hertwig, 1849-1922, Anatom und Biologe. «Das Werden der Organismen, zur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widerlegung von Darwins Zufsllstheorie durch das Gesetz in der Entwicklung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein kürzeres&#039; Buch: «Zur Abwehr des ethischen, des sozialen und des politischen Darwinismus». Jens 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 He,&amp;quot;&#039;ann von Helmboltz 1821-1894, Physiologe und Physiker. Erinder des Augen­spiegels, 1851.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23/24 eine Schrift über die Freiheit: Woodrow Wilson, «Die neue Freiheit». 1913. Deutsche Übersetzung München 1914. «Nur Literatur, Betrachtungen eines Amerikaners» 1893. Deutsche Übersetzung 1913, darin der Essay «Der Verlauf amerikanischer Ge­schichte».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Herman Grimm, 18281901.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26 Wladimir llfits&#039;h Lenin, eigentlich Uljsnow, 1870-1924, führte 1917 die bolsehe­wittische Revolution durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Karl Marx, 1818-1883. Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und Mitver­fasser des «Kommunistischen Manifests» 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31 in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen: «Theosophie», Gesamtausgabe Dornach 1961, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32 «Ignorahimus»: Der Ausspruch des Berliner Physiologen Emil Du Bois-Reymond,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18181896, in seiner Rede «Über die Grenzen des Naturerkennens». Leipzig 1872.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 gilt das Wort: Aus Schiller «Der Taucher». Wörtlich: «Da unten aber ist&#039;s fürchter­lich, / Und der Mensch versuche die Götter nicht/ Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 hei unserer Gruppe drüben: Die plastische Gruppe des Menschheitarepräsentanten zwi­schen Luzifer und Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 Ich habe öfter: Siehe den Vortrag vom 25. Juni 1918 in Berlin, im Bande «Erden-sterben und Weltenleben», Gesamtausgabe Dornach 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier ja wohl auch schon: Im Vortrag vom 29. Juli 1916. im Bande «Das Rätsel des Menschen», Gesamtausgabe Dornach 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Weininger, 1880-1903. «Über die letzten Dinge» 4. Auflage Wien und Leipzig 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer dieser Aphorismen: Wörtlich: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist viel­leicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren und gänzlich triebartig geboren zu wer­den verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 Und darüber schrieb er die Notiz: Wörtlich: «Ich morde mich selbst, um nicht einen andern morden zu müssen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 Babindranath Tagore, 1861-1941, indischer Dichter und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 jenen Essay: «Der Verlauf amerikanischer Geschichte» in «Nur Literatur» von Woodrow Wilson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
55 zwei Artikel gegen mich: Otto Zimmermann S. J.: Anthroposophische lirlehren, «Stimmen der Zeit», 48. Jg., 10. H., Juli 1918, S.328 ff., Joseph Kreitmaier S. J.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Vom Expressionismus», ebenda S. 356 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 der griechische Weise: Platon, im 6. Buch vom «Staat».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63 Arthur Ba«oir, 18481930; 1916-1919 Außenminister Großbritanniens. Honeton Stewart Chamberlain, 1855-1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Sie werden einen Zweigvnrtrag finden: Vortrag vom 23. Mai 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 kh habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt: Siehe den Vortrag vom 14. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finster­nis», Gesamtausgabe Dornach 1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87 von der ande&amp;quot;n Seite: Siehe den Vortrag vom 20. August 1918 (Zeichnung Seite 31) Sie erinnern sich an die Zeichnung: Auf Seite 31 dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Von Seelenrätseln», Gesamtausgabe Dornach 1960. «Skizzenhafte Erweiterungan des Ir&#039;haltes dieser Schrift: S. Über die wirkliche Grundlage der intentior&#039;alen Be-ziehung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Björnstierne Björnson, 1832-1910, norwegischer Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 Nero, regierte 54-68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 Vespasianuc, regierte 69-79&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titns, regierte 79-81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Domitianus, regierte 81-96&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ners&#039;a, regierte 96-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Si,&#039;tonius, schrieb im 1.Jahrhundert n.Chr. Kaiserbiographien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tacitns, um 55 bis um 120, römischer Geschichtsschreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flavius P. Philostratus der Altere, griechischer Sophist zu Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. Beschrieb das Leben des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apollnnius von Tyana, Prophet und Wundertäter im 1.Jahrhundert n.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tübinger Theologe Baur: Ferdinand Christian Baur, 1792-1860, protestantischer Theologe, «Apollonius von Tysna und Christus», Tübingen 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113 Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen: Zum Beispiel in «Welt, Erde und Mensch», Gesamtausgabe Dornach 1960; «Ägyptische Mythen und Mysterien», Gesamtaus­gabe Dornach 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117 Augustus, 63 v.Chr. bis 14 n.Chr., erster römischer Kaiser, Caesar Augustus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119 im «Reich»: In der Vierteljahresachrift «Das Reich». München, 2. Jahr, Buch 3 und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4; 3.Jahr, Buch 1, Oktober 1917 bis April 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;:&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In «Philosophie und Anthroposo­phie», Gesamtausgabe Dornach 1965 und in Johann Valentin Andreae, «Die Chy­mische Hochzeit des Christian Rosenkreutz Anno 1459», ina Neuhochdeutache über­tragen von Walter Weber, Stuttgart 1957; beigefügt sind die Ausführungen Rudolf Steiners in der Zeitschrift «Das Reich», Verlag Freiea Geistesleben, Stuttgart 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Valentin Andreae, 1586-1654, Dichter und theologischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Allgemeine Reformation der ganzen weiten Weil&amp;gt;: Nach W.Weber (s o.) Seite 181 ist dieses Werk die Übersetzung eines Kapitels aus Boecalnis «Ragguali di Parnasso», Venedig 1612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Bewegung für ethitehe Kultur»: Vgl. hier:&#039;:a Rudolf Steiner, «Mein Lebeosgang», Kap. XVII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120 «Dic Zukunft&amp;gt;, Wochensehrift, herausgegeben von Maximilian Harden (eig­Witkowski), 1861-1927. In «Gesamn,elte Aufsätze zur Kulturgeschichte 1887-1901», Gesamtausgabe Dornach 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was kh dann das soziale Karzinom genannt babe: Im Vortragazyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Wladimir Iljitsch Lenin: Siehe Hinweise zu Seite 26. Karl Marx: Siehe Hinweise zu Seite 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Lassalle, 1825-1864, sozialistischer Führer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edaard Ber&amp;quot;stein, 1850-1932, sozialistischer Theoretiker, der Begründer des Revisio­nismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Carl Freiherr du Pre4 1839-1899. «Das Rätsel des Menschen». Leipzig 1892.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 Julius Robert Mayer, 1814-1878, Arzt und Physiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129 «Philosophie und Anthroposophic»: Sonderdruck aus dem gleichnamigen Band der Ge­samtausgabe, Dornach 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Mittelpunktsgruppe des Baues: Holzgruppe, den Menschheitsrepräsentanten, Christus, zwischen Luzifer und Ahriman darstellend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130 Ich habe über dic Entwickelung der Christuc- Gestalt ja öfter hier geprochen: Zum Beispiel am 29. Oktober 1917, 13. Vortrag in «Kunstgeschichte als Abbild innerer geistiger Impulse», Dornach 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 Pythagoras, etwa 582-497 v.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Seharh gespielt hat: Diese Erzählung findet sich bei Plutarch in «Über Isis und Osiris».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines solehen agy ptischen Weiten: Plutarch nennt den Priester Oinuphis von Heliopolis als Lehrer des Pythagoras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 Jakob Böhme, 1575-1624.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134 Max Müller, 1823-1900, Sanskrit- und Religionaforscher in Oxford. Charles Darwin, 1809-1882, englischer Naturforscher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Ha&#039;ckel, 1834-1919, Zoologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142 Wir haben Zyklen nur abgegeben an die Mitglieder der Gesellschaft: Diese Beschränkung wurde an der Weihnachtstagung 1923 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144 tiefstgehende Einflüsse eines Menschen: des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 als fünf Vokale: Jehova (v = u).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Sybaris: Stadt in Unteritalien, gegründet 700 v.Chr., im Altertum sprichwörtlich durch die Schwelgerei ihrer Bewohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft» 1781.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 Robert Zimmermann, 1824-1898, Ästhetiker und Philosoph. «Anthroposophie im Umriß» Wien 1882, S. 307 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174 Augnste Gomte, 1798-1857, französischer Philosoph. Begründer des Positivismus und der Soziologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller, 1759-1805.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schleiermacher, 176818M, evangalischer Theologe, Prediger und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 in den Schlußnotizen: «Von Seelertratseln», Gesamtausgabe Dornach 1960, Kapitel IV,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176 in den Rosenkreuzerbildern: «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186 Alexander von Be&amp;quot;nus: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeitschrift, die er gegründet hat: Siehe Hinweis zu Seite 12. in seinem Kunethans: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wissenschaft vom Werden des Menschen&#039;&#039;, [[GA 183]] (1990), ISBN 3-7274-1830-3 {{Vorträge|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 183 Die Wissenschaft vom Werden des Menschen|1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 183]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: Zeichnung aus GA 183, S. 105

=== Original ===
Originalzeichnung aus GA 183, S. 31

1
Kategorie:GA Kategorie:GA (Mitgliedervorträge) Kategorie:Gesamtausgabe
en:GA 183&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung aus [[GA 183]], S. 105&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Original ===&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 105.png|700px|center|Originalzeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 183 Die Wissenschaft vom Werden des Menschen|1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
[[en:GA 183]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Odyssee</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<updated>2026-05-22T06:33:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Odyssee: /* ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:GA183.jpg|thumb|{{RSV|183}}]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot; &amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;RUDOLF STEINER&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;VORTRÄGE&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h4&amp;gt;VORTRÄGE VOR MITGLIEDERN&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT&amp;lt;/h4&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;Die Wissenschaft&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom Werden des Menschen&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h5&amp;gt;Neun Vorträge, gehalten in Dornach&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
vom 17. August bis 2. September 1918&amp;lt;/h5&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;GA 183&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;h3&amp;gt;1967&amp;lt;/h3&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inhaltsverzeichnis =&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;Mit ausführlichen Inhaltsangaben von Marie Steiner zu den Einzelausgaben (1940) der Vorträge&amp;lt;/center&amp;gt; &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918|ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Sehnsucht der Seelen nach dem geistigen Leben; hemmende Einflüsse durch Trägheit und Bequemlichkeit. Ein neues Menschenverständnis wird da sein, wenn mit dem Menschlichen zusammen das Ahrimanisch-Luziferische gedacht wird, so wie es die plastische Gruppe im Dornacher Bau darstellt; innere Impulse der hier betätigten Kunstanschauung. Die Zügellosigkeit des Gedankenlebens in unserer Zeit. Nicht auf den Inhalt der Ideen kommt es an, sondern auf die Art, wie sie in den Menschen leben. Die drei Grundübel der gegenwärtigen Menschheitskultur, in denen sich der jetzige Übergang vom Luziferischen zum Ahrimanischen zeigt: Borniertheit, Philistrosität, Ungeschicklichkeit. Das Heilmittel für die Gebrechen unserer Zeit ist die Geisteswissenschaft. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918|ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Abgeschlossensein des physischen Menschen von der irdischen Umgebung; das Hineingestelltsein des geistig-seelischen Menschen in die Strömungen seines eigenen seelisch-geistigen Innern und in die des Universums. Zwei Pole des Geistig-Seelischen des Menschen. Die Grenze zwischen der Normal-Aura und dem Universellen der Umwelt. Aufblitzen, Zusammenstößen, Stauungen der Strömungen; Grenzenbildung, die Schranken außen und innen. Die Stauwelle der Erinnerung; jenseits ihrer Zone ist ein bewußtes Inneres. Die andere Zone entspricht der Liebekraft; was jenseits davon ist dem Geistig-Seelischen des Universums. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918|DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die beiden Grenzzonen des seelischen Menschen. Vor dem vierten nachatlantischen Zeitraum war die eine Grenze noch durchlässig; die andere wird es im sechsten Zeitraum sein. Schon jetzt beginnt einiges durchzusickern, von innen aufsteigend. Das muß harmonisiert werden. Osttum und Westtum (Tagore, Wilson). Die verschiedenen Ziele der orientalischen Eingeweihten und der Eingeweihten des Amerikanismus. Orientalischer Impuls des Verzichtes auf das irdische Menschengeschlecht. Amerikanischer Impuls des stärkeren Untertauchens in die Leiblichkeit. Ahrimanische Dämonologisierung der Menschheit durch die Technik. Rettung durch den Christusgeist und das Verstehen der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918|VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Naturordnung und moralische Ordnung. Der Zusammenhang des Christus mit dem Sonnenmysterium. Die notwendige Umarbeitung des Vorstellungsvermögens des Menschen, um den Dualismus Christus-Jesus zu verstehen. Das Mysterium des dreifachen Menschen. Der dreigeteilte Mensch als Abbild seines Urbildes. Der Dualismus zwischen Wahrheit und Wissenschaft und seine Überwindung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918|FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Formwesenheit des Hauptes als physische Gestaltung einer uralten Bildung geht auf ahrimanische Prinzipien zurück; das Geistige des Hauptes ist eine junge Bildung. Im Rumpfmenschen spielen hauptsächlich die Prinzipien des Erdenwerdens. Die luziferischen Bildungsprinzipien des Gliedmaßenmenschen werden ihre volle Ausgestaltung erst im Venusdasein der Erde haben. Neben der kosmischen Betrachtung ist die humanistische vom Gesichtspunkt der menschlichen Individualität ins Auge zu fassen. Bedeutung des Unterbewußtseins, das verdeckt worden ist, und dessen verschiedene Stadien in unserer Zeit vom Menschenbewußtsein wieder heraufgeholt werden müssen. Das Sinnenfällige. Durchkreuzung der Strömungen im mittleren Menschen. Erinnerung, Welttableau und mikrokosmische Aura. Die umgewendeten Sinne. Der Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen und dem kosmischen Wechsel von Tag und Nacht. Solche Begriffe, die Naturleben und geistiges Leben verbinden, enthalten das, was im sozialen und geschichtlichen Leben fruchtbar wirken kann, während die mechanische Weltanschauung die Menschheit in das Chaos geführt hat. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918|SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Brennende Fragen, die niemals mit den Mitteln der heutigen Zeit beantwortet werden können, denn die Vorstellungen des geistigen und irdischen Menschen sind verloren gegangen. Die Täuschung der physischen Sonne. Leerer Raum und negative Stofflichkeit; der Begriff des weniger als leer. Löcher im Gehirn als Werkzeug des Seelenlebens, das an die Gehirnmasse stößt und sich dort spiegelt. Dieses wird sich dann nach dem Tode des Menschen seiner selbst bewußt. Die Aura des Menschen mit ihren Strömungen, die sein Seelenleben konstituieren, welches aus den Ingredienzien der Seelenwelt aufgebaut ist. Nach dem Tode kommt der Mensch dadurch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelenwelt und dem Geisterlande. Jene Ingredienzien werden frei und verwandeln sich; dadurch höhlt sich das Seelenleben selbst aus und es geht das geistige Leben auf. Die Verwandlungszustände. Der Metamorphosegedanke kann fruchtbar gemacht werden für das Begreifen des Übergangs des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Die physische Welt besteht durch das Sich-Ineinanderschieben der Gedanken der höheren Hierarchien, der Formgedanken in die Stoffgedanken. Solche konkreten Begriffe der alten Mysterien müssen durch Geisteswissenschaft neu erlebt werden. Das Schema der alten Pythagoräerschulen. Die Erbschaft der abstrakten Begriffe vom Römertum durch das Mittelalter und die neuere Zeit hindurch. Dabei hat man im 19. Jahrhundert den Menschen verloren, um ihn dann von der Tierseite aus wieder zu entdecken. Diese Situation schafft die Kluft und die katastrophalen Tatsachen. Die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen liegen in der Metamorphosenlehre. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918|SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusammenhang des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen. Die Täuschung der physischen Außenwelt. Die Kluft zwischen Idealismus und Realismus und der Zwiespalt unseres Geisteslebens, bewirkt durch das naturalistische Anschauen der Welt und den moralischen Idealismus. Unser lebendiger Zusammenhang mit der kosmischen Vernunft, erkennbar am Schaffen des Ideellen in der Sprache. Ihre Zerlegung durch die Toten. Die Stellung der Eurythmie im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918|ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Auftreten einschneidender Unwahrhaftigkeit in gewissen geschichtlichen Epochen; Erforschung der Zusammenhänge. Die pythagoräische Schule und die sie umgebende Welt. Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Das Zerstäuben von Worten nach dem Tode. Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes. Auflösung des unaussprechlichen Gottesnamens. Im Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zerfall heraus. In dem verklingenden Wort wird von der Seele aus das Aufleuchten des Geistigen gesehen. Vergeistigung nach dem Tode. Gliederung des geistigen Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Die richtunggebende und todbringende Weltenkraft der Hierarchien. Entzauberung des Seelischen. Die kosmische Kraft der «Entformung». &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918|NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Wesen der Zeit in Analogie mit dem Raume. Der Mensch erlebt nur das Abbild der realen Zeit. Frühere Zeiträume wirken perspektivisch hinein in die Gegenwart. Das Raum-Ähnliche der Zeit und das Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit. In der Natur wirkt Ahriman von der Vergangenheit her. Der Mensch läuft mit der Zeit mit und merkt nicht die Perspektive der Zeit; die Folge ist, daß ahrimanische Mächte als Gegenwärtiges in ihm wirken können; dadurch löst der Mensch sein Gegenwartsdasein von dem Geistigen. Daß er Ideale in sich trägt, ist die Folge davon, daß er luziferische Mächte in sich trägt, die darnach streben, ihn aus der Natur herauszureißen und zu vergeistigen. Der Ausgleich liegt noch in den Gebieten des menschlichen Unbewußten; gegenwärtig wird er durch den frühen Tod von Kindern und jungen Menschen geschaffen. Der Tod alter Menschen macht die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Umwandlung menschlicher Formen aus dem Geist-Seelischen in das Menschliche: des Kopfmäßigen durch ahrimanische, des Gliedermäßigen durch luziferische Wirksamkeit. Im Brustmenschen: Wirkung der normal-göttlichen Wesenheiten durch den lebendigen Odem. Da ist auch die Grenzscheide, das Gedächtnis, wodurch in dieser Trinität die ahrima- nischen Gewalten des Hauptes abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten der Extremitäten, und uns zu keiner Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen lassen. &lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#HINWEISE|HINWEISE]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;lt;div style=&amp;quot;font-family: &#039;Baar Zeitgeist&#039;; font-size: 100%;&amp;quot;&amp;gt;[[GA 183#Literatur|Literatur]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ERSTER VORTRAG Dornach, 17. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß es mir die tiefste Befriedigung gewährt, die Arbeit in Ihrer Mitte an diesem unserem Bau und um unseren Bau herum hier wiederum aufnehmen zu können, das werden Sie mir wohl ohne weiteres glau­ben. Es ist ja tatsächlich so, daß heute nicht nur bei tieferem Nach­denken, sondern, man darf sagen, schon bei oberflächlicherem Nach­denken demjenigen, der der ganzen Aura dieses Baues nahegetreten ist, der Gedanke aufgehen könnte, daß mit diesem Bau doch etwas verknüpft ist, was mit den bedeutungsvollsten, schwerwiegendsten Aufgaben der Menschenzukunft zusammenhängt. Und nach längerer, erzwungener Abwesenheit ist es ja selbstverständlich, daß man sich mit tiefster Befriedigung wiederum an der Stätte befindet, an der dieser Bau als ein Symbolum unserer Sache steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem Gesagten darf ich wohl hinzufügen, daß für mich besonders jedesmal, wenn ich jetzt nach längerer Abwesenheit wieder komme, die tiefste Befriedigung daraus resultiert, daß ich ja immer dann sehen kann, wie schön und wie bedeutungsvoll die Arbeit an diesem Bau durch die hingebungsvolle Tätigkeit der am Bau Arbeitenden weiter gefördert worden ist. Insbesondere in diesen Monaten meiner letzten Abwesenheit, wo ja unter so schwierigen Verhältnissen gearbeitet worden ist, ist ja gerade ein Teil der künstlerischen Arbeit in einer unvergleichlichen Weise fortgeschritten, fortgeschritten in dem Geiste, der dieses Ganze durchdringen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch mit tiefer Befriedigung sehe ich bei Verfolgung des Geistes unserer Arbeit, bei Verfolgung desjenigen, was hier entsteht, das Verbundensein treuer Gesinnung bei vielen unserer Freunde, treuer Gesinnung gegenüber dem, was sich gerade in diesem Bau ver­körpert. Und dasjenige, was dann beim Wieder-auf-sich-wirken­-Lassen dieser Sache der Seele sich offenbart, das ist doch, daß hier eine Stätte vorhanden ist, mit welcher verbunden ist eine solche treue Gesinnung einer Anzahl von Freunden unserer geistigen Bewegung, einer solch treuen Gesinnung, die da verspricht, daß sich die besten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Impulse unserer geistigen Bewegung in die Zukunft der Menschheit hinein halten werden, der sie so notwendig sein werden. Es gibt schon innerhalb gerade der diesem Bau gewidmeten Arbeit etwas, was Vor­bild sein könnte für dasjenige, was im allgemeinen mit dem, was sich unter uns heute Anthroposophische Gesellschaft nennt, eigentlich gewollt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich habe auf der andern Seite vielfach wiederum das Gefühl, daß das Günstige, das bedeutungsvoll Gute, das man hier im Zusam­menwirken von Menschenarbeit und Menschengefühl mit diesem Bau finden kann, gerade darinnen besteht, daß dieser Bau etwas ist, was gewissermaßen in seiner Objektivität das, was durch unsere Bewegung gewollt wird, loslöst von den subjektiven Interessen der einzelnen Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dieses jetzt eben Berührte waren ja - und sind - in allen ähn­lichen Gesellschaften, auch in der Anthroposophischen Gesellschaft, gewisse merkwürdige Anschauungen vorhanden, die eigentlich nichts anderes sind als merkwürdige Illusionen. Man predigt viel von Selbstlosigkeit, von allgemeiner Menschenliebe; aber das sind oftmals bloße Masken für gewisse, nur raffinierte egoistische Interessen der einzel­nen Menschen. Gewiß, die einzelnen Menschen wissen nicht, daß es sich für sie um bloße egoistische Interessen handelt, sie sind vor ihrem eigenen Bewußtsein gewissermaßen unschuldig; aber es ist doch so. Der Bau selbst verlangt aber von einer schon ziemlich großen Anzahl unserer Freunde eine selbstlose Hingabe an etwas Objektives, an etwas, was als ein von jeder einzelnen Persönlichkeit losgelöstes Symbolum unserer Sache dasteht. Und insoferne wird wohl dasjenige, was mit diesem Bau zusammenhängt, vorbildlich sein können für das, was unsere Bewegung will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, wenn wir uns so wie heute wiederum be­grüßen, da dürfen wir insbesondere die Blicke richten auf das Frucht­bare und Umfassende dieser unserer geistigen Bewegung, und wir dürfen bei einer solchen Begrüßung bedenken, daß es uns ernst sein kann mit dem Glauben: Wie es auch immer geschehen mag - das Wie, das kann ja noch so oder so, je nach den Verhältnissen sich abspielen -, aus der furchtbaren Sackgasse, in welche die Menschheit hineingeraten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|11}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist in der Gegenwart, wird sie nicht früher herauskommen, als bis sie sich entschließt, in irgendeiner Weise Anknüpfungspunkte zu suchen für fruchtbares Wirken, fruchtbares Tun innerhalb einer solchen gei­stigen Bewegung, wie es die unsrige ist. Wir werden ja ganz gewiß nicht in egoistischer Weise darauf bestehen, die Wahrheit gerade nur innerhalb unseres engen, beschränkten Kreises zu haben; aber wir dürfen uns in einem Kreise zusammengehörig wissen, welcher er­kennt, daß die Menscheit wegen des Vernachlässigens ihrer Geistessubstanz sich in diese furchtbare Lage der Gegenwart gebracht hat. Wissen können wir uns als solche Menschen, die vereint sind mit jenen Ideen, die einzig und allein hinausführen können aus der Sackgasse, in welche die Menschheit gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja in den Seelen der heutigen Menschen ungemein vieles un­geklärt. Wenn man wiederum da und dort sich hat unterrichten kön­nen über die Bedürfnisse, die obwalten nach unserer geistigen Bewe­gung, so kann man auf der einen Seite sagen: Ja, es sind doch die Seelen derjenigen, die da dürsten nach jenem spirituellen Leben, das wir meinen, der Zahl nach in starker Zunahme begriffen. Die Sehn­sucht nach solchem spirituellem Leben, sie hat sich, das darf wohl ge­sagt werden, ungeheuer vergrößert. Die Aufmerksamkeit, welche entgegengebracht wird unseren Impulsen, sie ist unstreitig in den letzten Jahren auch eine größere geworden, wenigstens auf den Ge­bieten, die mit in äußerlicher Weise in diesen letzten Jahren und ins­besondere in den letzten Monaten zugänglich waren. Auch das wird nicht ganz bedeutungslos sein, zu bemerken, daß eine solche Ver­größerung und Verstärkung dieser Sehnsucht der Menschenseelen nach dem spirituellen Leben ganz deutlich vorhanden ist. Allerdings steht dieser Verstärkung und Verschärfung der Sehnsucht nach dem spirituellen Leben das andere gegenüber: jene furchtbare Beirrung, unter welcher der weitaus größte Teil der Menschheit leidet, jene furchtbare Beirrung, welche durch die altüberkommenen Ideen, oder man könnte besser sagen, durch die altüberkommene Ideenlosigkeit innerhalb der Menschheit bewirkt wird, die, man möchte sagen, Be­quemlichkeit gegenüber jedem starken, jedem scharfen Gedanken, jene Bequemlichkeit, die einfach herrührt aus der Laxheit, aus der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trägheit, mit der das Gedankenleben seit vielen Jahrzehnten über die Erde hin geführt worden ist. Diese Laxheit, diese Trägheit beirrt die Seelen in dem vorhandenen Sehnen nach dem spirituellen Leben. Auf der einen Seite stecken die Menschen drinnen in einer wirklichen Sehn­sucht nach Geistigkeit, nach übersinnlichen, starken Impulsen. Auf der andern Seite werden die Seelen niedergehalten von all jenen alten Mächten, die nicht abtreten mögen vom Schauplatz des Menschenwirkens und die doch sehen könnten aus dem, wie weit sie es gebracht haben, daß sie nicht mehr auf diesen Schauplatz des Menschenwirkens gehören. Man möchte sagen, daß man diesen dunkeln Eindruck, diesen zwiespältigen Eindruck überall hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe ja unter unseren Mitgliedern an manchen Orten, in Ham­burg, in Berlin, in München, vielfach, in Anknüpfung an durch Lichtbilder wiedergegebene Darstellungen, von unserer Gruppe gespro­chen, die an der Hauptstelle unseres Baues stehen soll. Man konnte auf der einen Seite sehen, wie tatsächlich mächtige Impulse in die Seelen auch derjenigen hlneingehen, die durch die Verhältnisse der letzten Jahre niemals einen Blick werfen konnten auf das, was hier geschieht. Ein neues Menschenverständnis geht schon aus von derArt und Weise, wie das [[a:Ahriman|Ahrimanisch-Luziferische]] mit dem Christlichen zusammen gedacht wird und dargestellt, geoffenbart wird durch unsere Gruppe. Es ergreift die Seelen, wenn das, was durch diese Dinge gegeben wird, an diese Seelen herantritt. Allein, auf der andern Seite zeigen sich über­all die hemmenden Einflüsse dessen, was als Überbleibsel des Alten, Verfaulten am sogenannten Kulturleben sich über die Menschheit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man ja insbesondere sehen können an der, man darf wahr­haftig im tiefsten Sinne sagen, humoristischen Art, wie den Vorträgen begegnet wurde, die ich im Kunsthause unseres Freundes, des Herrn von Bernus in München gehalten habe, worinnen ich versuchte, die inneren Impulse unserer hier betätigten Kunstanschauung einem größeren Publikum nahezubringen. Ja, Interesse hat das bei den Leu­ten außerordentlich viel erregt, denn ich habe im Februar und im Mai solche Vorträge in München gehalten, und ich mußte jeden dieser Vorträge zweimal halten; Herr von Bernus aber versicherte mir, es&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|13}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wären so viel Anfragen da, daß ich jeden dieser Vorträge vor einem öffentlichen Publikum, worin ich die Prinzipien meiner Kunstan­schauung, wie sie hier in dem Bau zutage treten, dargelegt habe, hätte viermal halten können. Interesse war schon da. Aber da, wo man selbstverständlich unfroh sein würde, wenn Zustimmung vorhanden wäre, bei der Münchner Zeitungskritik, da war, man kann schon sa­gen, in edelstem Sinne humoristisches Zähnefletschen da. Es war ins­besondere humoristisch, weil der innere Groll gegen etwas, was man gar nicht verstehen konnte, sich da so geltend machte: Es war alles solch - nicht gesprochenes, sondern gespieenes Zeug! Verzeihen Sie den harten Ausdruck. Und es zeigte sich gerade an dem Interesse, das der Sache entgegengebracht wurde, worinnen Ehrlichkeit und Auf­richtigkeit sich aussprach, im Gegensatze zu dem, was aus diesem Kunstmittelpunkte sonst sich zeigte - das ist ja München selbstverständlich, nicht wahr, das ist ja bekannt -, es zeigte sich also, wie in diesem Kunstmittelpunkte sowohl das verständigste als auch das un­verständigste Zeug geredet wurde. Gerade an dieser Diskrepanz zeigte sich an einem Beispiel, wie diese zwei Strömungen, von denen ich Ihnen sprach, in der Gegenwart vorhanden sind; wie wir wirklich uns bewußt sein dürfen, in etwas ganz Wesentlichem und Wichtigem drinnenzustehen, das für die Welt, für die Zukunft zu erkämpfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage das alles sicher nicht deshalb, weil ich irgendwie anstreben würde, wenn die Dinge in die Öffentlichkeit treten, wie man sagt, eine «gute Presse» zu bekommen; denn ich würde in dem Augenblicke, wo eine «gute Presse» auftritt, glauben: Da muß selbstverständlich irgend etwas nicht richtig sein, da muß irgend etwas Falsches auf unserer Seite geschehen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Dinge sind ja geeignet, in uns das Bewußtsein hervorzu­rufen, daß wir gar sehr nötig haben, mit aller Entschiedenheit auf dem Boden unserer Sache zu stehen. Denn nichts könnte uns in schimmere Verwirrung hineinführen, als wenn wir irgendwelche Kompromisse schließen wollten mit dem, wovon die Außenwelt meint, daß es das Richtige wäre für uns. Nur in den Prinzipien unserer Sache selbst müssen wir dasjenige finden, was uns die Richtung für unser Tun angibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für so etwas, das mehr nuttelbar mit unserer Sache zusammen­hängt, aber doch innerlich zusammenhängt, auch für die Eurythmie hat sich ja in der letzten Zeit ein immer steigendes Interesse an den verschiedensten Orten gezeigt. Und wenn wir, die wir da waren, uns erinnern, wie zum Beispiel gerade die Eurythmie in einem Orte auf­genommen worden ist, wo sie fast noch gar nicht gesehen worden ist, wo sie zum Teil sogar etwas Neues war für diejenigen, die sie gesehen haben, in Hamburg, so muß man sich wirklich an die Art, wie da die Sache aufgenommen wurde, mit einer tiefen Befriedigung erinnern. Gerade in Hamburg konnte man sehen, wie bedeutungsvoll die Impulse sind, die auch von einer solchen Sache ausgehen können. Und da waren Leute, die eigentlich im Grunde zum erstenmal so recht einen eurythmischen Wurf gesehen haben. Und es wird vielleicht auch für die Eurythmie die Möglichkeit kommen, mit ihr in die Öffentlich­keit einzutreten. Aber gerade dann mussen wir mit solch einer Sache auf dem allerfestesten Boden stehen, nichts anderes tun, als was ledig­lich aus unserer Sache selbst heraus folgt. Sonst würde sich sehr bald zeigen, daß von einem gewissen Punkte ab niemand glauben darf, daß ich in einer gewissen Sache, wenn es auf mich selbst ankommt, bieg­sam bin. &#039;&#039;Kursiver Text&#039;&#039;Die meisten von Ihnen wissen schon, daß ich selbstverständ­lich überall da, wo es nicht auf etwas Prinzipielles ankommt, sondern wo es darauf ankommt, menschlich zu sein, das Menschliche in den Vordergrund zu stellen, in jeder Weise mit allen Menschen mitgehe - aber wo es an die Grenze kommt, daß auch nur im geringsten irgend etwas Prinzipielles verleugnet werden müßte, da würde ich mich nicht als biegsam erweisen. Wenn also in der jetzigen Zeit, wo so vieles an Tänzerei gesehen werden kann - denn überall wird ja getanzt, das ist ja ganz schrecklich, man könnte an jedem Abend, wenn man in einer größeren Stadt wohnt, einen Tanzabend mitmachen, wo überall schaugetanzt wird -, wenn man da glauben würde, und ich sage diese Sache nicht so ohne Begründung, obwohl ich auf nichts Konkretes hinweise, daß, wenn diese unsere Eurythmie jetzt vor die Öffentlich­keit treten würde, wir irgendwie uns binden sollten an eine journa­listische Verständnislosigkeit, die irgendwelche Anforderungen stellte, so würde ich mich in der ganz entschiedensten Weise dagegen verwahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|15}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was Geschmacksrichtung ist, was Geschmacks­tendenz ist, muß lediglich aus unserer Sache selbst hervorgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müssen uns manchmal auch erinnern, insbesondere wenn wir uns wieder begrüßen, an das aus dem Willen folgende, notwendige, geradiinige Sich-Bewegen nach Maßgabe unserer spirituellen Impulse. Diese spirituellen Impulse werden ja gegen manches zu kämpfen ha­ben. Man kann heute nicht mehr bloß sagen Vorurteil, denn die Dinge wirken zu stark, als daß man sie mit dem schwachen Wort Vorurteil belegen könnte; diese Impulse, die werden gegen mancherlei zu kämp­fen haben. Immer wieder und wiederum muß ja hingewiesen werden auf die große Krankheit unserer Zeit, welche in der Zügellosigkeit gegenüber dem Gedankenieben besteht. Denn das Gedankenleben ist schon ein spirituelles Leben, wenn man es richtig erfaßt. Und weil die Menscheit so wenig sich an das Gedankenleben halten will, findet sie so wenig den Weg in spirituelle Welten hinein. Und ich muß schon von der verschiedensten Seite immer wieder und wieder eines berüh­ren: Man hält heute furchtbar viel von dem bloßen Inhalt der Gedan­ken. Aber der Inhalt der Gedanken ist an den Gedanken das am aller­wenigsten Wichtige. Nicht wahr, ein Weizenkorn ist ein Weizenkorn; es läßt sich nicht bestreiten. Aber mag ein Weizenkorn auch ein Wei­zenkorn sein: Wenn Sie ein Weizenkorn in einen guten, fruchtbaren Weizenboden hineinsenken, so bekommen Sie eine saftige Weizen­ähre daraus; wenn Sie ein Weizenkorn in einen ganz unfruchtbaren, steinigen Boden hineinsenken, bekommen Sie entweder gar nichts oder eine sehr korrupte Weizenähre. Jedesmal haben Sie es mit einem Weizenkorn zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sagen wir jetzt etwas anderes statt Weizenkorn. Sagen wir statt Weizenkorn «Idee der freien Menschheit», von der ja heute so viel gesprochen wird; «Idee der freien Menschheit» ist «Idee der freien Menscheit», wird mancher sagen. Das ist geradeso wie: Weizenkorn ist Weizenkorn. Es ist ein Unterschied, ob «Idee der freien Mensch­heit» in einem Herzen, in einer Seele gedeiht - ganz genau dieselbe Idee mit derselben Begründung -, wo dieses Herz und diese Seele fruchtbarer Boden ist, oder ob die «Idee der freien Menschheit» in Woodrow Wilsons Kopf gedeiht! So wenig wie ein Weizenkorn gedeihen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kann, wenn es in einen steinigen Boden oder gar in den Felsen hineingesenkt wird, so bedeuten all die sogenannten schönen Ideen, die in den Programmen Woodrow Wilsons vorkommen, nichts, wenn sie aus diesem Kopfe kommen. Allein dies ist etwas, was der gegen­wärtigen Menschheit so unendlich schwer wird einzusehen, weil die gegenwärtige Menschheit eben der Anschauung ist: Man hält sich an den Inhalt von Programmen, an den Inhalt von Ideen. Aber der Inhalt von Programmen, der Inhalt von Ideen, der hat ebensowenig eine Bedeutung, als die Keimkraft eines Weizenkorns eine Bedeutung hat, bevor dieses Weizenkorn in einen gerade für es fruchtbaren Weizen­boden gesenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Real denken, das ist dasjenige, was der Menschheit so ungeheuer not tut. Und mit dem Unrealdenken der Gegenwart hängt etwas anderes zusammen, hängt zusammen, daß die Menschheit fast von allen Er­eignis sen überrascht wird. Man kann schon die Frage aufwerfen: Von was ist denn die Menschheit nicht überrascht worden in den letzten Jahren? - Von allem ist sie überrascht worden, und sie wird weiter noch viel mehr überrascht werden, als sie überrascht ist. Aber die Menschheit läßt sich ja nicht irgendwie auf dasjenige ein, was wirksam ist in der Welt. Daher ist es auch heute unmöglich, für irgendeine Sache die Menschheit zu irgendeiner Voraussicht zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man mit bloßen Ideen arbeitet, dann kann man von allen Seiten alles durch alles begründen. Wenn man mit dem bloßen Inhalt von Ideen arbeitet, kann man wirklich alles mit allem begründen. Auch das ist etwas, was im Grunde genommen immer mehr und mehr und immer tiefer und tiefer eingesehen werden muß, was aber nicht einge­sehen werden will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich wenn man von solchen Dingen spricht und dann Beispiele anführt, findet man keinen rechten Glauben, weil die Beispiele zu grotesk sich ausnehmen. Aber von solchen Dingen, die in so gro­tesken Beispielen zutage treten, ist unser ganzes gegenwärtiges Seelen- und Geistesleben durchschwirrt. Ich weiß, daß gar mancher vielleicht mit Groll zuhört, wenn ich Ihnen eine recht ausgefallene Idee als ein Beispiel anführe. Ich will eine ganz ausgefallene Idee anführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|17}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ein Universitätsprofessor, ein alter, angesehener Universitäts­professor auf die Tatsache gestoßen, daß Goethe in seinem langen Leben Neigungen gehabt hat für verschiedene Frauen. Darauf ist also ein Universitätsprofessor gestoßen, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Goethes Leben und das Leben der mit ihm zusammenhängenden Gei­ster gründlich zu studieren. Und siehe da, selbstverständlich hat er, trotzdem er nicht gerade ein europäischer Universitätsprofessor ist, es sich zur Aufgabe gemacht, bei diesen Studien so gründlich zu Werke zu gehen, wie sonst in der Regel nur mitteleuropäische Universitäts­professoren zu Werke gehen: er hat die ganze Galerie der Goetheschen Frauengestalten in ihrem Verhältnis zu Goethe an seiner Seele Revue passieren lassen. Und was hat er herausgefunden? Fast wörtlich kann ich es Ihnen anführen. Er hat herausgefunden: Was man über die je­weilig geliebte Frau in Goethes Leben sagen kann, das ist, daß jede für Goethe eine Art Belgien war, gegenüber welcher er die Neutralität verletzte, und dann darüber geseufzt hat, daß sein Herz blute, indem er über eine leuchtende Unschuld herfallen mußte. Aber er hat auch nicht vergessen, jedesmal wiederum wie der deutsche Kanzler zu be­haupten, daß das Gebiet der verletzten Neutralität ein besseres Schick­sal verdient haben würde, daß aber er, Goethe, nicht anders gekonnt habe, da seine Bestimmung, die Rechte seines geistigen Lebens ihn verpflichteten, die Geliebte zu opfern, ja den Schmerz seines eigenen Herzens zu opfern auf dem Altar der Pflicht, die er habe gegen sein eigenes unsterbliches Ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, aus diesem Buche könnte ich Ihnen noch manche ausgefallene Idee hier vorlegen. Sie würden sagen: Wozu das? - Aber es hat schon seine guten Gründe, denn derlei Ideen finden Sie heute überallhin über die Erde zerstreut. Sie sind so, die Ideen der heutigen Menschheit. Und nicht umsonst zeigen sich solche Ideen da, wo der Extrakt des menschlichen Denkens in der Literatur auftritt, denn diese Anschau­ung wird vertreten von &#039;&#039;Santayana&#039;&#039;, dem Professor der Harvard-Univer­sität in Amerika, einem sehr angesehenen Spanier, der sich aber ganz amerikanisiert hat, dessen Buch während dieser Menschheitskatastro­phe geschrieben worden ist, und dessen französische Ausgabe einge­leitet worden ist von Boutroux, der kurz vor dem Kriege von Heidelberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus eine große Lobrede über die deutsche Philosophie gehalten hat. Dieses Buch heißt: «L&#039;erreur de la philosophie allemande», und ist wahrhaftig nicht ein Zufallsbuch, sondern es ist ganz charakte­ristisch für das Denken der Gegenwart, weil ja wirklich mit derselben Leichtigkeit, mit welcher der Professor Santayana die Verletzung der belgischen Neutralität mit den Taten Goethes gegenüber verschiede­nen Frauen vergleicht, diese Menschheit das Entferntliegendste zusammenhält. Denn diese Art des Denkens tritt Ihnen, wenn Sie wirk­lich beobachten können, auf allen Gebieten der sogenannten heutigen Wissenschaft entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja schon einmal die Aufgabe jener geistigen Impulse, denen unsere anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gewidmet ist, gegen drei Grundübel in der gegenwärtigen sogenannten Mensch­heitskultur anzukämpfen. Sie kann gar nicht anders, als gegen diese drei Grundübel anzukämpfen. Das eine Grundübel zeigt sich auf dem Gebiete des Denkens, das andere auf dem Gebiete des Fühlens, und das dritte auf dem Gebiete des Wollens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Denkens ist es allmählich dazu gekommen, daß die Menschen nur so denken können, wie dasjenige Denken verläuft, das eng an das physische Gehirn gebunden ist. Aber dieses Denken, das eng an das physische Gehirn gebunden ist, das sich nicht erheben will in freiem Aufschwung zum Spirituellen, das ist unter allen Umständen dazu verurteilt, borniert zu werden, beschränkt zu werden. Und das bedeutungsvollste Kennzeichen, namentlich des gegenwärtigen wis­senschaftlichen Denkens, ist die Borniertheit, ist die Beschränktheit. Gewiß, man kann auf dem Felde des Beschränkten, des Bornierten, Großartiges leisten. Das tut zum Beispiel die gegenwärtige Natur­wissenschaft. Aber zur Naturwissenschaft, wie sie heute gedacht wird, ist ja keine Genialität notwendig. Also: Borniertheit, Beschränktheit, das ist dasjenige, was namentlich auf intellektuellem Gebiete be­kämpft werden muß. Ich will heute mehr skizzieren, wir werden diese Dinge genauer besprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiete des Fühlens handelt es sich darum, daß die Mensch­heit allmählich zu einer gewissen Philistrosität gekommen ist - man kann das nicht anders nennen -, Engherzigkeit, Philistrosität, Eingeschränktheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|19}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf gewisse engumgrenzte Kreise. Das ist ja das hauptsächlichste Kennzeichen des Philisters, daß er sich nicht für große Weltenzusammenhänge interessieren kann. Kirchtumpolitiker sind immer Philister. Das kann natürlich auf dem Gebiete der Geisteswis­senschaft nicht genügen, denn da kann man sich nicht auf die engsten Kreise beschränken. Man muß sich sogar für das Außerirdische, man muß sich für sehr weite Kreise interessieren. Und die Leute ärgert es ja, wenn jemand auch nur vorgibt, für so weite Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn, etwas wissen zu wollen. Aber die Philistrosität muß schon auf allen Gebieten der Nichtphilistrosität weichen, wenn Gei­steswissenschaft durchdringen soll. Das ist manchmal nicht bequem, denn das fordert rückhaltloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen, und ein mehr vorurteilsloses Sich-der-Sache-Gegenüberstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ja in der letzten Zeit einmal etwas recht Niedliches gerade auf unserem Boden passiert; aber ich habe vorgebeugt, es ist nichts Schlimmes passiert, es hätte nur etwas passieren können! Ich habe - Sie werden sich daran noch aus den vorjährigen Zürcher Vorträgen erinnern - unter den verschiedenen Beispielen, wie aus der Natur­wissenschaft selber eine Art Überwindung des Darwinismus herauswachsen kann, auf das ausgezeichnete Buch «Das Werden der Orga­nismen» von Oskar Hertwig hingewiesen. Ich habe hier und sonst überall, wo ich nur Gelegenheit gefunden habe, auf dieses ausgezeich­nete Buch hingewiesen. Nun erschien sehr bald nach diesem Buch ein kürzeres Buch, worin derselbe &#039;&#039;[[a:Oskar Hertwig|Oskar Hertwig]]&#039;&#039; über das soziale, das ethische und das politische Leben spricht, und ich hatte mir schon gedacht: Da kann passieren, daß einzelne unserer Mitglieder, wenn sie gehört haben, daß ich gesagt habe, das Buch von Oskar Hertwig «Das Werden der Organismen» sei ein ausgezeichnetes Buch, nun glauben, daß ich denselben Oskar Hertwig für eine unfehlbare Autorität an­sehe. Dieses Buch, das als zweites erschienen ist von Oskar Hertwig, ist ein Buch, das nichts taugt, ein Buch, das herrührt von einem Men­schen, der auf dem Gebiete, um das es sich da handelt, auf dem Ge­biete des sozialen, des ethischen, des politischen Lebens, absolut keinen einzigen ordentlichen Gedanken fassen kann. Ich fürchtete schon, daß einzelne unserer Mitglieder nun hätten finden können, daß auch dieses&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Buch irgendeinen Wert haben könnte, weil es von demselben Oskar Hertwig herrührt. So mußte ich denn vorbauen und habe auch über­all, wo ich bisher die Gelegenheit ergreifen konnte, sie ergriffen, um darauf aufmerksam zu machen, daß ich dieses zweite Buch desselben Verfassers, der ein ausgezeichnetes naturwissenschaftliches Buch ge­schrieben hat, für ein ganz unfruchtbares, törichtes Zeug halte, von einem Menschen, der gar nicht die Möglichkeit hat, über die Dinge zu reden, über die er da redet. Bequem das eine aus dem andern zu fol­gern, ohne sich jedesmal den Tatsachen aufs neue vorurteilslos gegen­überzustellen, das läßt unsere anthroposophisch orientierte Geistes­wissenschaft nicht zu. Die fordert eben wirklich von den Menschen eine Prüfung der Konkretheit gegenüber jedem einzelnen Falle. Philistrosität ist etwas, was schwinden wird, wenn die Impulse der Geisteswissenschaft sich verbreiten. Das auf dem Gebiete des Fühlens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auf dem Gebiete des Wollens, da ist es dasjenige, was so ganz besonders in der neueren Zeit im weitesten Sinne die Menschheit er­griffen hat und was ich doch nicht anders benennen kann denn als Ungeschicklichkeit. Durch das Eingeschränktsein desjenigen, was man lernt auf einem engen Kreis, kann der heutige Mensch in der Regel viel auf einem engen Kreise, und er ist ziemlich ungeschickt in bezug auf alles, was außerhalb dieses Kreises liegt. Man kann heute Männer kennenlernen, die sich keinen Hosenknopf annähen können! Unge­schicklichkeit außerhalb eines engsten Kreises, das ist dasjenige, was auf dem Gebiete des Willens insbesondere verbreitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun nicht mit den bloßen abstrakten Gedanken, sondern mit der ganzen Seele bei dem ist, was man hier Geisteswissenschaft nennt, der wird sehen, daß diese Geisteswissenschaft in die Geschicklichkeit der Hände hineingeht, daß sie den Menschen geschickter macht, daß sie ihn geeignet macht, wirklich wiederum sein Interesse auf weitere Kreise, sein Wollen über eine weitere Welt auszudehnen. Natürlich ist gerade mit Bezug auf die Ungeschicklichkeit Geisteswissenschaft noch zu schwach, aber je stärker wir sie aufnehmen, desto mehr wird sie eine Bekämpferin sein der Ungeschicklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist es, was beim heutigen Aufnehmen der Geisteswissen­schaft, ich möchte sagen, als eine Trinität ihr gegenübersteht: Borniertheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf intellektuellem Gebiete, Philistrosität, das heißt Engherzigkeit auf dem Fühlensgebiete, Ungeschicklichkeit auf dem Wil­lensgebiete. Und die drei liebt man heute, wenn man auch sich dessen nicht voll bewußt ist. Nichts wird heute mehr geliebt in der ganzen Welt als Ungeschicklichkeit, Philistrosität und Borniertheit. Und in­dem man diese drei liebt, wird man nicht leicht vordringen können zu den großen Aspekten, zu denen die Menschheit vordringen muß: zu den Aspekten, die sich an die Benennungen Ahriman und Luzifer anknüpfen. Und gerade hier ist etwas Wichtiges zu begreifen in unse­rer Zeit, denn in unserer Zeit ist unter mannigfaltigen andern Dingen auch ein sehr wichtiger Übergang vom Luziferischen zum Ahrima­nischen. Und da sich dieser Übergang nicht bloß sonstwo, sondern auch schon durchaus hier in der Schweiz zeigt, so kann man ja auch hier davon sprechen. Auf diesem Gebiet hat vielleicht hier das erste gerade durch schweizerische Gepflogenheiten weniger Bedeutung erlangt, aber das zweite, das hat alle Aussicht, gerade auf diesem Bo­den mehr Bedeutung zu erlangen. Die Menschheit ist nämlich in bezug auf gewisse Dinge in einem Übergang von luziferischen zu ahrimani­schen Untugenden, von luziferischen Kontraimpulsen in bezug auf die Entwickelung der Menschheit zu ahrimanischen Kontraimpulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchaus luziferisch geartet waren gewisse Impulse, die man in der früheren Zeit im Erziehungswesen geltend machte. Man rechnete im Erziehungswesen - wir alle, als wir jung waren, mit Ausnahme der Jüngsten unter uns, wissen ja das sehr genau - mit dem Ehrgeiz, mit der Eitelkeit. Also man rechnete - vielleicht hier in der Schweiz weniger, aber sonst ziemlich viel in der Welt - mit dem Ehrgeiz und der Eitelkeit, mit Ordenswesen, Titelwesen und so weiter, nicht wahr! Die ganze Laufbahn mancher Menschen war aufgebaut auf diesen luziferischen Impulsen der Eitelkeit, des Ehrgeizes, des Mehr-Geltens als ein anderer Mensch und so weiter. Versuchen Sie zurückzudenken, wie das Erziehungswesen schon aufgebaut war auf diesen luziferischen Impulsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenwart strebt man danach, an die Stelle dieser luzife­rischen Impulse ahrimanische zu setzen. Sie hüllen sich heute in das niedliche Wort «Begabtenprüfungen». Das will auf ahrimanischem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete, was das Pochen auf den Ehrgeiz und die Eitelkeit schon bei dem Kinde auf luziferischem Gebiete war. Man strebt heute danach, die Begabtesten herauszufinden, diejenigen, die schon ohnedies in den Klassen am meisten können; aus denen sollen wiederum einzelne her­ausgezogen werden. Dann stellt man mit diesen Begabtenprüfungen an, Prüfungen des Intellekts, Prüfungen des Gedächtnisses, Prüfun­gen der Auffassungsgabe und so weiter. Und das ist etwas, wofür die Verfassung des Schweizer Gemütes sehr viel Veranlagung hat. Und wenn auch das Luziferische hier weniger eine Rolle spielte, dieses Ahrimanische, das zeigt sich schon in sehr niedlichen Keimen: Ver­ständnis für diese Begabtenprüfungen. Denn diese Begabtenprüfun­gen gehen ja aus von der Intelligenz, von der Wissenschaft, von der gegenwärtigen Gelehrtenpsychologie. Da setzt man sich hin, nicht wahr, diejenigen, deren Begabung man prüfen will, man schreibt ihnen auf: &#039;&#039;Mörder - Spiegel - Opfer des Mörders.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sitzen sie da, die armen Lämmer, vor den drei Worten Mör­der, Spiegel, Opfer des Mörders und sollen Verbindungsglieder su­chen. Das eine Kind findet: Der Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, aber das Opfer hat einen Spiegel, und in dem spiegelt sich gerade der Mörder, und da kann sich das Opfer noch retten. - Das ist das erste Kind. Seine Auffassungsgabe geht dahin, die drei Worte so zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt kommt ein anderes: Ein Mörder schleicht sich an sein Opfer heran, sieht sich in einem Spiegel; da kommt ihm sein Gesicht vor wie jemand, der kein gutes Gewissen hat, und der Mörder läßt ab von seinem Opfer, weil er sein Gesicht im Spiegel sieht. - Das ist das zweite Kind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Kind macht eine andere Kombination: Ein Mörder schleicht heran. Dieser Mörder findet einen Spiegel. Er stößt sich an dem Spiegel; der Spiegel fällt herunter, macht einen furchtbaren Lärm, poltert. Das Opfer des Mörders wird auf das Gepolter auf­merksam und kann zur rechten Zeit sich rüsten gegen den Mörder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte Kind ist das Begabteste! Das erste hat nur das Aller­nächste an Ideenkombinationen gefunden, das zweite eine nahe­liegende moralische Sache, das dritte Kind hat aber eine sehr komplizierte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideenverbindung gefunden. Das ist das Begabteste! Nun ja, es ist schon so ähnlich. Man muß ja natürlich alles, wenn man es kurz darstellen will, ein bißchen in seiner eigenartigen Wesenheit darstel­len. Aber so will man in der nächsten Zeit die Begabung der Kinder prüfen, damit man die Begabtesten herausbekomme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eine ist sicher: Wenn diejenigen Menschen, die diese Methoden erfinden, nachdenken würden, wer die Großen sind, die sie verehren, so &#039;&#039;[[a:Helmholtz|Helmholtz]], [[a:Newton|Newton]]&#039;&#039; und so weiter, so müßten sie sagen, die wären bei diesen Begabtenprüfungen alle, durch die Bank, als die unbe­gabtesten Kerlchen angesehen worden! - Es wäre nichts herausge­kommen. Denn Helmholtz, der heute bei den Leuten, die da die Be­gabtenprüfungen machen, ganz gewiß als ein großer Physiker ange­sehen wird, hatte einen Wasserkopf und war sehr unbegabt in seiner Jugend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was will man denn da prüfen? Den bloßen äußeren Organismus, lediglich dasjenige, was als physisches Werkzeug des Menschen in Betracht kommt, das rein Ahrimanische der Menschennatur! Werden jemals die Früchte dieser Begabtenprüfungen in der Menschheit irgend etwas bedeuten, dann werden noch greulichere Gedankenge­bilde heraufkommen, als diejenigen sind, die zu der gegenwärtigen Menschheitskatastrophe geführt haben. Allein wenn man heute den Menschen spricht von dem, was vielleicht erst in hundert Jahren zu katastrophalen Ereignissen führen kann, so interessiert das ja die Menschen nicht. Aber wir leben jetzt in diesem Übergang von luzi­ferischem Erziehungssystem zum ahrimanischen Erziehungssystem, und wir müssen zu denen gehören, die solche Sachen ins Auge zu fassen verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was wirksame Kraft für die Zukunft ist, müssen die Menschen umsetzen in Kräfte der Gegenwart. Denn das ist es, was heute von uns gefordert wird: Gefordert wird echtes, wahres, unbefangenes Sich Gegenüberstellen dem, was konkrete, unmittelbare Wirklichkeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darinnen kann man ja sehr sonderbare Erfahrungen machen. Ich weiß nicht, ob ich hier eine Erfahrung schon erwähnt habe, die ganz interessant ist. Es gibt Schriften von [[a:Woodrow Wilson|Woodrow Wilson]], eine Schrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|24}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
über die Freiheit, eine andere Schrift heißt «Nur Literatur», die viel bewundert worden sind, auch heute noch von vielen sehr bewundert werden. In der einen Schrift, die «Nur Literatur» heißt, ist ein in­teressanter Essay wiedergegeben, den Woodrow Wilson über die historische Entwickelung von Amerika geschrieben hat. Auch sonst sind interessante Essays von Woodrow Wilson wiedergegeben mit weiten historischen Gesichtspunkten. Als ich diese Schriften las, machte ich eine interessante Erfahrung. In diesen Schriften finden sich einzelne Sätze, die mir ungemein bekannt schienen, und die doch ganz gewiß nicht von irgend etwas abgeschrieben waren; sie schienen mir aber doch außerordentlich bekannt. Und ich kam sehr bald dar­auf, daß diese Sätze, die da bei Woodrow Wilson stehen, ebensogut bei Herman Grimm stehen könnten, ja, daß mancher dieser Sätze so­gar wörtlich bei Herman Grimm steht. Herman Grimm liebe ich; Woodrow Wilson, das wissen Sie ja wohl, liebe ich nicht gerade. Aber ich kann deshalb doch nicht die objektive Tatsache verschweigen, daß in bezug auf den Inhalt der Sätze man Sätze von Herman Grimm in Vorträgen, Aufsätzen einfach herübernehmen und hineinstellen könnte in Wilsons Aufsätze, und umgekehrt Sätze von Wilson in Werke von Herman Grimm herübernehmen könnte. Da sagen zwei dem einfachen, gewöhnlichen Wortlaute nach eines und dasselbe. Aber in der Gegenwart muß man lernen: Wenn zwei dasselbe sagen, ist es nicht dasselbe! Denn es liegt die interessante Tatsache vor: Herman Grimms Sätze sind persönlich erkämpft, sind errungen, Schritt für Schritt von der Seele errungen. Woodrow Wilsons ganz gleichlautende Sätze rühren von einer eigentümlichen Besessenheit her. Von einem unterbewußten Ich ist der Mann besessen, das diese Sätze herauftreibt in das bewußte Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer solche Dinge beurteilen kann, der kommt darauf, daß es sich hier darum handelt: Weizenkorn ist Weizenkorn; aber es ist ein Un­terschied, ob das Weizenkorn in diesen Boden oder in jenen Boden gesenkt wird. Es ist ein Unterschied, ob jemand eine Idee so sehr als die seinige hat, daß er sie Stück für Stück auf seinem eigenen, per­sönlichsten Wege erkämpft hat, oder ob jemand diese Idee dadurch hat, daß ein Unterbewußtes ihn von sich, von diesem Unterbewußten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
besessen gemacht hat: da tönt alles aus einem besessenen Unterbe­wußten heraus, aus einem Bewußtsein, das vom Unterbewußten be­sessen ist. Also es kommt heute schon darauf an, zu verstehen: Auf den Inhalt der Gedanken, auf den Inhalt von Programmen kommt es nicht an, sondern auf das lebendige Leben kommt es an, das die Menschheit lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann materialistische Philosophie lehren, man kann bloße Gedankenphilosophie lehren, man kann bloße materialistische Na­turwissenschaft lehren, man kann mit bloß materialistischer Natur­wissenschaft ein ausgezeichneter europäischer Gelehrter sein, eine Zierde der Universität sein und daneben ein braver Staatsbürger: es ist ja der Typus nicht so selten, nicht wahr? Sie sind ja überall zu finden, die Zierden und Leuchten der Wissenschaft, die zu gleicher Zeit ganz tadellose, brave Staatsbürger sind! Das kann man ja ganz gut sein. Aber nehmen Sie irgendeine bestimmt geartete Idee, etwa den Kampf ums Dasein, um eine triviale Idee zu nennen, oder eine Idee, wie sie selbst zahmere Leute wie Oskar Hertwig vertreten, oder Ideen, wie sie &#039;&#039;Spenser&#039;&#039; oder &#039;&#039;Mill&#039;&#039; oder &#039;&#039;Boutroux&#039;&#039; und &#039;&#039;Bergson&#039;&#039; vertreten, die eben durchaus nicht zu spirituellem Leben vordringen wollen, sondern bei bloßen Gedankenphilosophien bleiben - aber noch mehr: Nehmen Sie das, was materialistische naturwissenschaftliche Ideen sind, nehmen Sie diese Ideen -, gewiß, sie können wachsen im Gehirn von braven Staatsbürgern; schön, aber Weizenkorn ist Wei­zenkorn, doch es ist ein Unterschied, ob ein Weizenkorn in weizenfruchtbarem Boden wächst oder in felsigem Boden, und es ist ein Unterschied, ob dieselbe naturwissenschaftliche Idee, die in Europa als eine Zierde der Naturwissenschaft errungen werden kann und an den Universitäten gilt, in den Gehirnen der Universitätslehrer wächst, oder ob sie wächst in dem Gehirn eines Menschen, der einen Bruder hat, welcher schon als junger Mann, am Ende der achtziger Jahre, als eine Leuchte der Wissenschaft in einem Petersburger Laboratorium gilt, der voller fruchtbarer chemischer Ideen ist, mit einer besonderen Medaille ausgezeichnet, von allen, die mit ihm gearbeitet haben, als junger Mann schon hochverehrt wird - und dieser Bruder ist plötz­[ich nicht mehr da! Eben noch von der Universitätsbehörde ausgezeichnet,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|26}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
plötzlich nicht mehr da! Auf allen möglichen Umwegen sollen dann seine Kollegen erfahren haben, daß er mittlerweile ge­henkt worden ist, weil er an Verschwörungen teilgenommen hatte gegen Alexander III., den Reaktionär. Solche Tatsachen beleuchten die Dinge, die in der Gegenwart spielen, als Lichtblitze. Es ist nun ein Unterschied, ob dieselbe Idee in das Gehirn eines braven west­europäischen Universitätsprofessors fällt oder in das Gehirn des Bruders dieses unter solchen Voraussetzungen Gehenkten. Wenn sie in das Gehirn dieses Bruders fällt, dann verwandelt sich dieser Bruder in einen Lenin - denn der Bruder dieses Gehenkten ist Lenin -, und dann wird dieselbe Idee zur Triebkraft von alledem, was Sie jetzt im Osten Europas aufgehen sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Idee ist Idee, wie Weizenkorn Weizenkorn ist, aber man muß er­kennen, ob etwas dieselbe Idee ist und nun auftritt, je nachdem, in dem Gehirn des Universitätsprofessors oder in dem Gehirn des Bruders des dazumal Gehenkten. Man muß den Willen haben, hineinzuschauen in diejenigen Untergründe des Daseins, wo die wirklichen Impulse des Geschehens liegen. Und man muß den Mut haben, abzu­lehnen all das Phrasenzeug von Programmen und Ideen von Wissen­schaftern, die da glauben, wenn sie dies oder jenes vertreten, so komme etwas darauf an. Vertreten kann man dem Inhalte nach dies oder jenes; doch darauf kommt es an, in welchem Gebiete des leben­digen Lebens dieses also Vertretene ist, so wie es darauf ankommt, in welches Gebiet das Weizenkorn fällt, ob in einen fruchtbaren Boden oder in einen unfruchtbaren Boden. Den Weg von der Ab­straktion, die unter den heutigen ernsten Verhältnissen überall zur Illusion oder zum Chaos führt, zu der Wirklichkeit, die einzig und allein in der Spiritualität gefunden werden kann, diesen Weg muß auf allen Gebieten die Menschheit suchen. Und wenn es noch so lange dauert: Auf diesem Wege allein kann die Menschheit das Heil und den Segen aus der gegenwärtigen Verwirrung heraus finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist es, was wir uns ins Herz schreiben sollten, worinnen wir uns zusammenfinden sollen. Das ist es, womit wir uns in einer ernsten Begrüßung begrüßen sollten: in diesem Wissen, dazuzugehören zu dem, was die Gebrechen der Menschheit heilen muß. Sie sind heilbar,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|27}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber sie dürfen nicht mit Quacksalbereien geheilt werden wollen. Sie müssen geheilt werden mit demjenigen, durch dessen Mangel die Menschheit gerade in das Chaos hineingekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemals hätte im Osten der Leninismus Platz greifen können, wenn nicht im Westen die materialistische Wissenschaft, die manchmal gar nicht sich materialistisch glaubt, gelehrt worden wäre. Denn was im Osten gemacht wird, ist direkt ein Kind der materialistischen Wissen­schaft. Ein Wechselbalg ist durch &#039;&#039;Karl Marx&#039;&#039; entstanden. Das wirk­liche Kind der materialistischen Wissenschaft ist schon im Osten vorhanden. Aber man muß den Willen haben, in alle diese Dinge wirk­lich hineinzuschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, meine lieben Freunde, ist gewissermaßen der Hintergrund, auf dem sich nun, ich möchte sagen, abhebt unser Bau. Und einzelne Menschen hier bei diesem Bau, sie arbeiten, denken an den Bau wahr­haftig recht abseits von den Ideen, die auf so vielen Territorien heute die Menschheit bewegen. Man kann sich gut denken, daß da draußen auf den andern Territorien viele Menschen sind, die da finden, daß hier Menschen leben, die sich absondern von dem, was heute die Welt bewegt und, wie die Menschen glauben, auch bewegen sollte. Man könnte sich das denken, daß die Leute vorwurfsvoll an diesen Ort hinsehen. Diejenigen, die mit ganzem Herzen und ganzer Seele bei diesem Bau sind, brauchen sich aus diesem Vorwurf nichts zu machen. Denn, möge dieser Bau vielleicht gar nicht seine Aufgabe erfüllen, möge dieser Bau gar nicht sein Ziel erreichen: was an die­sem Bau aber arbeitet und was von denen aus gearbeitet wird, die an diesem Bau mit Hingabe arbeiten, das ist dasjenige, was das Aller­wichtigste ist in der Gegenwart, das ist dasjenige, was die gegenwärtige Menschheit herausführen muß aus alldem, in das sie hineingekommen ist. Und wenn die Menschen draußen etwa glauben: Hier arbeiten Leute abseits von den Aufgaben der gegenwärtigen Menschheit -, so muß man diesen Leuten sagen können: Hier wird gerade gearbeitet für das Allerwichtigste, für das Allerwesentlichste in der Gegenwart, das nur die andern nicht kennen, wovon die andern noch nichts wis­sen. Aber davon wird es gerade abhängen, daß die Menschheit werde etwas wissen wollen von dem, was hier geschieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einmal sei es betont: Nicht darauf kommt es an, ob dieser Bau sein Ziel erreicht - obgleich es gut wäre, wenn er sein Ziel er­reichen würde -, sondern darauf kommt es an, daß aus gewissen Ideen heraus an diesem Bau gearbeitet worden ist, daß sich Menschen ge­funden haben für das Arbeiten an diesem Bau. Und nicht der Inhalt dieser Ideen, sondern die Art, wie diese Ideen leben, das ist dasjenige, was die Menschheitsimpulse für die Zukunft sind, während das, woran heute viele glauben, nichts anderes ist als die zum Grabe sich neigenden, in die Auflösung übergehenden, für die Auflösung auch reifen Ideen der Vorzeit. Davon wollen wir dann morgen weiter reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|29}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= ZWEITER VORTRAG Dornach, 18. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte heute davon ausgehen, eine Art Skizze zu geben von der menschlichen Seele, so wie diese menschliche Seele in ihrem Verhalten zur Welt und zu sich selbst ist. Ich möchte diese Skizze so halten, daß man etwa sagen kann: Wir sehen uns den Menschen als Seelenwesen an im Profil. Also, damit wir uns verstehen: Wie wenn wir uns den physischen Menschen - nicht das Seelenwesen - so ansehen würden, daß wir ihn etwa nicht en face, sondern im Profil haben würden, meinetwillen nach rechts hinüberschauend. Betrachten wir ihn einmal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 029.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 29]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so. Natürlich müssen wir, wenn wir versuchen, so etwas skizzenhaft zu entwerfen, uns immer klar darüber sein, daß wir es mit imagina­tiver Erkenntnis zu tun haben, daß also das Wirkliche, das hinter einer solchen Sache steht, durch ein Bild wiedergegeben ist. Das Bild deutet auf die Sache hin, und man macht ja auch das Bild so, daß es in richtiger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|30}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Art auf die Sache hindeutet. Aber natürlich darf man sich eine Zeichnung, eine Skizze, welche darstellen soll ein Seelisch-Geistiges, nicht so denken, wie man sich irgend etwas vorstellt, das in natura­listischer Art eine äußere sinnenfällige Wirklichkeit kopiert. Dessen, was ich jetzt sage, muß man sich schon fortwährend bewußt sein. Ich werde also alles, was den physischen und den niederen ätherischen Organismus des Menschen betrifft, fortlassen, werde nur das Seelische, das Seelisch-Geistige zu skizzieren versuchen (siehe Zeichnung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Sie ja aus den verschiedenen Darstellungen, die gegeben wor­den sind, wissen, steht dieses Seelisch-Geistige mit der seelisch-geisti­gen Umwelt mehr in einem unmittelbaren Zusammenhang als der physische Mensch mit der physischen Umgebung. Der physische Mensch ist ja gegenüber der physisch-sinnenfälligen Umgebung ein ziemlich abgeschlossenes Wesen. Man möchte sagen: Dieser physisch-sinnliche Mensch ist wirklich auch real in seiner Haut eingeschlossen. - So ist es nicht bei dem, was man als den geistig-seelischen Menschen bezeichnen kann; da muß man sich einen fortdauernden Übergang denken in den Strömungen, die im seelisch-geistigen Inneren des Menschen pulsieren, und in all den Bewegungen und Strömungen, die in der allgemeinen, universellen geistig-seelischen Welt bestehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich nun zunächst von der einen Seite her charakterisieren, wie dieses Verhältnis des menschlich Geistig-Seelischen zu dem Gei­stig-Seelischen der universellen Umgebung ist, so müßte ich das viel­leicht in der folgenden Weise tun. Ich müßte dasjenige, was aus dem Universum, also aus der Unendlichkeit des Raumes in geistig-seeli­scher Weise hereinkommt, zunächst in dieser Art malen. Eigentlich müßte ich den ganzen Raum so ausmalen, aber das ist ja nicht nötig, ich werde nur dasjenige, was zunächst Umgebung des Menschen ist, ausmalen. Das ist also jetzt dasjenige, was als Umwelt aufzufassen ist (siehe Zeichnung Seite 31, blau). Denken Sie sich also in seelisch-geistiger Bildhaftigkeit das, worin der Mensch hineingestellt ist. Der Mensch ist ja jetzt noch nicht da, sondern es ist nur das, was aus der Umgebung angrenzt, mit diesem Blau gekennzeichnet. Denken Sie sich das wie ein in sich wogendes blaues Meer, das den Raum aber aus­füllt. Wenn ich sage: Blaues Meer -, ist das natürlich so aufzufassen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|31}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 031 Color.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 31]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wie ich das öfter in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen, charakteri­siert habe, so wie Farben als Bezeichnung des Aurischen, des Seelisch-Geistigen aufzufassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwimmend, möchte ich sagen, oder schwebend getragen, wie eine Woge getragen, ist nun ein anderes Geistig-Seelisches. Das ist dasjenige, welches ich jetzt etwa in der folgenden Weise darstellen müßte. Wir können also, wenn wir von der universellen Umwelt zum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|32}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen übergehen, uns und das menschliche Geistig-Seelische etwa wie schwebend auf diesem Rot denken. Da hätten wir zunächst einen Teil des Geistig-Seelischen; davon müßten wir nur, wenn wir etwas der Wirklichkeit gemäß die Skizze machen wollten, den oberen Teil in einem etwas ins Violettliche, ins Lila fallenden Rot geben. Das würde nur richtig gegeben sein, wenn hier oben das Rot sich violett abstumpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit habe ich Ihnen zunächst, ich möchte sagen, den einen Pol des Geistig-Seelischen des Menschen gegeben. Den andern Pol be­kommen wir, wenn wir das, was hier an das universell Geistig-Seeli­sche sich anschließend gegen das physische menschliche Antlitz zu schwimmend-schwebend sich verhält, etwa in der folgenden Weise eingliedern: Gelb, Grün, Orange; Grün geht ins Blaue noch hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit haben Sie eine, ich möchte sagen Normalaura des Menschen im Profil, also von der rechten Seite aus gesehen. Ich sage ausdrück­lich: eine Normalaura von der rechten Seite aus gesehen. Dasjenige, was sich dem Schauen so darstellen würde, daß das Schauen eben diese Figur vor sich hätte, das charakterisiert das Hineingestelltsein des Menschen in seine geistig-seelische Umgebung. Es charakterisiert aber auch die Stellung des Menschen, des Seelisch-Geistigen des Men­schen zu sich selber. Man kann, gerade wenn man dasjenige studiert, was durch diese Figur dargestellt ist, so recht sehen, wie der Mensch nach zwei Seiten hin ein begrenztes Wesen ist. Diese zwei Seiten, nach denen hin der Mensch ein begrenztes Wesen ist, die werden im Leben immer bemerkt; allein sie werden nicht richtig gedeutet, sie werden nicht richtig ins Auge gefaßt, werden wenigstens nicht verstanden. Sie wissen ja, daß man in der äußeren Naturwissenschaft davon spricht, daß der Mensch, wenn er die Welt betrachtet, wenn er sich Erkennt­nisse verschaffen will von der Welt, mit seiner Wissenschaft, mit seiner Erkenntnis an bestimmte Grenzen kommt. Wir haben öfter von die­sen Grenzen gesprochen, von diesem berühmten «Ignorabimus» - wir werden niemals wissen -, welches von seiten der Naturforscher, von seiten mancher Philosophen geltend gemacht wird. Man sagt, der Mensch komme eben zu bestimmten Grenzen seines Erkennens, seines Anschauens der Außenwelt. Ich habe Ihnen wohl auch schon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|33}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den berühmten Ausspruch angeführt, den [[A:Du Bois-Reymond|&#039;&#039;Du Bois-Reymond&#039;&#039;]] auf der Leipziger Naturforscherversaminlung in den siebziger Jahren getan hat: In die Regionen hinein, so sagte ungefähr dazumal Du Bois­-Reymond, in denen Materie spukt, wird das menschliche Erkennen niemals dringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde richtiger über diese Erkenntnisgrenzen des Menschen sprechen, wenn man vielleicht sagen würde: Der Mensch ist genötigt, indem er die Welt betrachtet, gewisse Begriffe sich festzusetzen, welche er mit seinem naturwissenschaftlichen Erkennen, auch mit seinem gewöhnlichen Philosophenerkennen nicht durchdringt. Sie brauchen ja nur zu denken an solche Betrachtungen wie den Begriff des Atoms. Vom Atom redet die Naturwissenschaft. Aber das Atom hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn man eigentlich nicht davon reden kann, wenn man nicht sagen kann, was ein Atom ist; denn in dem Augenblicke, wo man anfangen würde, das Atom zu beschreiben, wäre es nicht mehr ein Atom. Es ist ein schlechthin Unnahbares. Und so ist es eigentlich schon die Materie, der Stoff selber. Es müssen ge­wisse Begriffe festgesetzt werden, an die man nicht herankommt. So ist es mit dem Erkennen der Außenwelt. Es müssen Begriffe festge­setzt werden, wie Materie, Kraft und so weiter, an die man nicht herankommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß solche Begriffe festgesetzt werden müssen, das beruht einfach darauf, daß jenes innerlich geistig-seelisch Leuchtende des Menschen hier nach außen in ein Dunkles hinein sich erstreckt. Das, was da konstatiert wird als Erkenntnisgrenze, das kann man, ich möchte sa­gen, aurisch wirklich richtig sehen. Es liegt hier dem Menschen eine Grenze vor. Das Wesen, das er selbst ist, wird hier dargestellt durch dasjenige, was ich aurisch habe verlaufen lassen als hellgrün ins Blau-violett übergehend (siehe Zeichnung Seite 31). Aber indem es ins Blauviolette übergeht, ist es nicht mehr der Mensch, da ist es das Universelle der Umgebung. Da gelangt der Mensch mit seinem Wesen, das die innere Kraft seines Anschauens der Welt ist, an eine Grenze, da gelangt er gewissermaßen an das Nichts, und da muß er solche Begriffe, wie Materie, Atom, Stoff, Kraft festsetzen, die keinen Inhalt haben. Das liegt in der menschlichen Organisation, das liegt im Zusammenhange&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|34}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Menschen mit dem ganzen Weltenall. Da geht wirk­lich die Verbindung des Menschen mit dem Weltenall vor sich. Man kann, wenn man im Sinne geisteswissenschaftlicher Vorstellung diese Grenze da bezeichnet, das so machen, daß man sagt: Diese Grenze läßt den Menschen in bezug auf seine Seele in Berührung kommen mit dem Universum. - Man kann, indem man die Richtung nach dem Universum hin mit der einen Schleife einer Lemhiskate bezeichnet, das, was dem Menschen angehört, mit der andern Schleife bezeichnen;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034a.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur geht das, was aus dem Menschen herausgeht, in das Universum, in das Unendliche hinein. Man muß daher die Schleifenlinie, die Lemniskate, auf der einen Seite offenlassen, und auf der einen zu­machen, und man muß dann diese Schleifenlinle so zeichnen: Hier ist die Schleifenlinie geschlossen, hier geht sie ins Unendliche hinaus. Es ist dieselbe Linie, die ich dort gezeichnet habe, nur gehen die Schenkel hier ins Unendliche hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 034b.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 34(b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich hier so zeichne als offene Lemniskate, als offene Schleifen-linie, das ist nicht bloß etwas Ausgedachtes, das ist etwas, was Sie tatsächlich wie ein- und auslaufende Blitze in einer sanften, aber sehr langsamen Bewegung als Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum sehen können. Die Strömungen des Universums nähern sich fortwährend dem Menschen; er zieht sie an, sie verschlingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|35}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in seiner Nähe und gehen wieder heraus. Also es strömt so etwas dem Menschen zu, verschlingt sich, geht wieder heraus. Der Mensch ist von solchen dem Universum angehörenden Strömungen durchsetzt, die sich hier vor ihm aufhalten. Dadurch ist der Mensch, wie Sie sich vorstellen können, von einer Art welligem Aurischen um­geben ; es kommen diese Strömungen vom Universum herein, machen hier einen Wirbel, grüßen gleichsam den Menschen, indem sie einen Wirbel vor ihm machen, so daß er hier von einer Art aurischer Strö­mung umgeben ist. Das ist wesentlich ein Ausdruck des Verhältnisses des Menschen zum Universum, zur geistig-seelischen Umwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber können Sie dasjenige, was Sie eigentlich als in Ihrem Be­wußtsein liegend empfinden, hier dargestellt finden als bläulich-grün­lich-gelblich, nach innen zu orange verlaufend. Aber das stößt hier auf; im Inneren des menschlichen Seelischen stößt dieses Gelblich-Orange auf das auf, was auf dem blauen Meere als das Geistig-Seelische des unteren Menschen schwingt, des niederen Menschen. Was ich hier rot und im Übergang ins Orange gezeichnet habe, das gehört zu den unterbewußten Teilen des Menschen, entspricht ja auch denjenigen Vorgängen im Physischen, die sich hauptsächlich als Verdauungstätigkeit und Ähnliches abspielen, woran das Bewußtsein keinen An­teil hat. Dasjenige, was mit dem Bewußtsein zusammenhängt, das würde aurisch charakterisiert sein in den hellen Partien, die ich hier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 035.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 35]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|36}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dargestellt habe (siehe Zeichnung Seite 31). So wie hier zusammen­stoßen des Menschen Geistig-Seelisches mit dem Geistig-Seelischen der Umwelt, so stößt nach innen des Menschen Geistig-Seelisches mit seinem Unterbewußten - also auch eigentlich dem Universum ange­hörig - zusammen. Dieses Zusammenstoßen muß ich in den Strö­mungen so zeichnen, daß die einen Strömungen ins Unendliche hinausgehen; anders muß ich dieses Zusammenstoßen im Inneren des Menschen zeichnen. Da muß ich auch eine Schleifenlinle zeichnen, aber diese muß ich so zeichnen, daß sie nach innen verläuft. Geben Sie acht: Ich zeichne durchaus eine Schleifenlinie, aber ich nehme die untere Schleife und schlage sie um, so daß die Schleifenlinie so wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 036.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 36]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ich schlage die untere Schleife um (siehe Zeichnung, rechts). Im Gegensatz zu hier (siehe Zeichnung Seite 35), wo ich die eine Schleife ins Unendliche verlaufen lasse, also ins Unendliche vergrößere, schlage ich nun die untere Schleife um. - Dann habe ich dadurch bildlich bezeichnet die Stauungen, die sich ergeben da, wo das Geistig-Seelische hier innen auf das unterbewußte, als auch univer­selle Geistig-Seelische auftrifft. Ich muß also diese Stauungen, die im Menschen entstehen, wenn ich sie entsprechend denen hier zeichne, in dieser Weise charakterisieren (sieben Leruniskaten mit umgeschla­gener Schleife). Das sind die Stauungen, welche entsprechen einer inneren Welle im Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie diese innere Welle tatsächlich verfolgen wollten, so würde die Hauptrichtung dieser Welle - aber eben nur die Hauptrichtung - etwa so verlaufen, daß sie entlangliefe dem Zusammenstoßen von den, wie Sie wissen, unrichtig benannten, aber sogenannten sensitiven und motorischen Nerven im Menschen. Das nur nebenbei gesagt, denn ich will heute hauptsächlich das Geistig-Seelische der Sache erörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 037.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 37]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen daran den starken Gegensatz, der besteht in dem Verhält­nis des Menschen zur geistig-seelischen Umwelt und zu sich selber, zu dem Stück, das er aus der geistig-seelischen Umwelt als sein Unter-bewußtes hereinnimmt, und das ich hier durch die rötliche Woge, die auf dem allgemeinen blauen Meere des geistig-seelischen Universums schwimmt, zu skizzieren gehabt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben gesagt, daß diese Welle hier (siehe Zeichnung Seite 31, rechts) gewissermaßen der Schranke entspricht, auf die der Mensch aufstößt, wenn er die Außenwelt erkennen will. Aber auch hier (links) ist eine Schranke; im Inneren des Menschen selbst ist eine Schranke. Wäre diese Schranke nicht vorhanden, dann würden Sie immer in Ihr Inneres hinuntersehen. Jeder Mensch würde in sein Inneres hinunter-schauen. So wie, wenn diese Schranke (rechts) nicht vorhanden wäre, der Mensch in die Außenwelt hineinschauen würde, so würde er, wenn diese Schranke (links) nicht vorhanden wäre, in sein Inneres hinunterschauen. Er würde allerdings, so wie der Mensch im gegen­wärtigen Entwickelungszyklus einmal ist, wenn er so in sein Inneres hinunterschauen würde, wenig Freude haben über dieses sein Inneres, weil das, was er da sehen würde, ein höchst unvollkommenes, chaoti­sches, brodelndes Gewoge der inneren Menschennatur ist, etwas, wor­über der Mensch keine große Freude haben könnte ; aber es ist das­jenige, in welches die phantastischen Mystiker glauben hinunterschauen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|38}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu können, wenn sie von Mystik sprechen. Dasjenige, was sehr häufig von phantastischen Mystikern als das Erstrebenswerte an­gesehen wird, was namentlich bei sehr vielen solchen Mystikern - ich habe sie im Vorjahre charakterisiert -, die wirklich glauben, indem sie in ihr Inneres schauen, das Universum erkennen zu können, als Mystik figuriert, das ist beim Menschen gerade durch diese Stauwelle zugedeckt, richtig zugedeckt. Der Mensch kann nicht in sein Inneres hinuterschauen. Dasjenige, was sich hier innerhalb dieser Region bildet (links), das staut sich und spiegelt sich, kann sich wenigstens in sich selbst zurückspiegeln, und die Erscheinung dieses Zurückspiegelns, das ist die Erinnerung, das Gedächtnis. Jedesmal, wenn ein Gedanke oder ein Eindruck, den Sie gefaßt haben, wiederum zurückkommt in der Erinnerung, so kommt er dadurch zurück, daß diese Stauung hier zu funktionieren beginnt. Wenn Sie diese Stauwelle nicht hätten, so würde jeder Eindruck, den Sie von außen bekommen, jeder Gedanke, den Sie fassen, durch Sie hindurchgehen, nicht in Ihnen bleiben kön­nen und in das übrige geistig-seelische Universum hineingehen. Nur dadurch halten Sie die Eindrücke auf, die Sie empfangen, daß Sie diese Stauwelle haben. Dadurch sind Sie aber imstande, durch ge­wisse Vorgänge, die wir noch charakterisieren werden, die Eindrücke wiederum zurückzubekommen. Und das drückt sich aus im Funk­tionieren des Gedächtnisses, im Funktionieren der Erinnerung. Sie können sich also vorstellen, daß Sie in sich etwas haben wie eine Tafel, was hier im Profil gezeichnet ist - denn es ist ja im Profil gezeichnet, nicht wahr, es ist solch eine Ebene, die in Ihnen ist -, da wird zurück­geschlagen dasjenige, was nicht durchgehen soll. Sie bleiben, wenn Sie wachend sind, mit der Außenwelt vereint, sonst würde alles in wachem Zustande durch Sie durchgehen. Sie würden eigentlich von den Eindrücken nichts wissen, Sie würden die Eindrücke bekommen, aber könnten sie gar nicht festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist also dasjenige, was auf die Erinnerung deutet. Und das, was gewissermaßen als die Fläche dieser Stauwelle unsere Erinnerung bewirkt, deckt dasjenige zu, was der phantastische Mystiker gern in sich sehen möchte. Was da drunten ist, davon könnte man schon sagen: Für den, der die Dinge wirklich kennt, gilt das Wort: Der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|39}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mensch «begehre nimmer und nimmer zu schauen, was sie [die Götter] gnädig bedecken mit Nacht und Grauen». - Doch die Mystiker sind phantastisch und wollen da hinunterschauen. Aber sie können es ja ohnedies nicht, weil sie das normale Bewußtsein so durchlöchern, so korrumpieren würden, daß sich die Gedächtniswelle nicht zurück­schlüge. Dasselbe, was unsere Erinnerung ausmacht, was wir so not­wendig brauchen zum äußeren Leben, das bedeckt uns dasjenige, was die phantastischen Mystiker wohl schauen möchten, was aber der Mensch nicht schauen soll. Unter Ihrem Gedächtnis, unter Ihrer Gedächtnisursache, unter Ihrer Gedächtnisfläche liegt etwas Wesen­haftes vom Menschen. Aber geradeso wie die Hinterwand eines Spie­gels, wie der Belag eines Spiegels das, was vorn ist, zurückwirft, so geht, was also in Ihrem Bewußtsein ist, nicht da hinten hin; das wird wieder zurückgeworfen und kann deshalb fortwährend als Erinnerung da sein. So kann überhaupt unser ganzes Leben sich als Erinnerung spiegeln. Und im wesentlichen ist ja dasjenige, was wir das Leben unseres Ich nennen, das Spiegeln dieser Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen also, unser bewußtes Leben leben wir eigentlich zwischen dieser Welle hier (rechts) und zwischen dieser Welle (links). Wir wären also Schläuche, die alles durch sich hindurchlassen, wenn wir nicht diese Stauwelle hätten, die der Erinnerung zugrunde liegt, und wir sähen in die Geheimnisse jenseits der Erkenntnisgrenze hinein, wenn wir nicht genötigt wären, außerhalb des Gebietes des Sinnen-fälligen Begriffe zu setzen, für die wir keinen Inhalt mehr haben. Wären wir so organisiert, daß wir diese Stauung hier nicht erzeugen könnten, so würden wir Schläuche sein. Wären wir so organisiert, daß wir nicht genötigt wären, diese gewissermaßen unausgefüllten Be­griffe, diese dunklen Begriffe vor uns hinzusetzen, so wären wir liebe-leere und liebelose Wesen; steinerne Naturen wären wir, trockene Naturen. Wir könnten nichts in der Welt gern haben, wir wären alle Mephistopelesnaturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß wir so organisiert sind, daß wir an gewisses Geistig-Seelisches unserer Umgebung nicht herankommen können mit unseren abstrak­ten Begriffen, mit unserem Fassungsvermögen, das bewirkt, daß wir lieben können. Denn was wir lieben sollen, an das sollen wir nicht so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|40}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
herankommen, daß wir es analysieren im gewöhnlichen Sinne des Wortes, daß wir es zergliedern, daß wir es behandeln wie der Chemi­ker im Laboratorium die chemischen Stoffe. Man liebt ja nicht, wenn man chemisch analysiert oder chemisch synthetisiert. Erinnerungsfähigkeit, Liebefähigkeit, das sind die zwei Fähigkeiten, die zugleich entsprechen zwei Grenzen der menschlichen Natur. Der einen Grenze nach innen entspricht die Erinnerungsfähigkeit; was jenseits der Er­innerungszone liegt, ist unterbewußtes menschliches Innere. Die andere Zone entspricht der Kraft der Liebefähigkeit; was jenseits dieser Zone liegt, entspricht dem Geistig-Seelischen des Universums. Das Unbewußte der menschlichen Natur liegt also jenseits dieser Zone, soweit das menschliche Innere reicht ; das Geistig-Seelische des Uni­versums geht unbegrenzt in die Weiten hinaus von der andern Zone an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können also sprechen von Liebezone, von Erinnerungszone und können dasjenige, was das menschlich Geistig-Seelische ist, inner­halb dieser Zonen einschließen; müssen aber jenseits der einen Zone da drüben (siehe Zeichnung Seite 31, links) dasjenige suchen, was un­bewußt bleibt, und was deshalb, weil es unbewußt bleibt, gerade sehr stark zusammenhängt mit der menschiichen Körperlichkeit, mit den körperlichen Verrichtungen. Natürlich sind die Dinge in der Wirk­lichkeit nicht so einfach, wie man sie darstellen muß, weil alles inein­andergreift. Das, was hier rot ist (siehe Zeichnung Seite 31), das greift in Dinge hinein, das verändert sich ; und wiederum dasjenige, was grün und blau ist, das verändert sich auch. In der Wirklichkeit greifen die Dinge alle ineinander ein. Aber trotzdem ist in der Hauptsache die skizzenhafte Zeichnung richtig und entspricht den Tatsachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus aber ersehen Sie, daß für das physische Leben auf der Erde hier ein starkes, bewußtes Geistiges ist. Hier (links) ist ein unbewußtes Geistiges, das eigentlich mit dem Universum zusammen verschwimmt. Diese zwei Stücke des Menschen unterscheiden sich sehr deutlich von­einander. Dieses Geistige (in der Mitte), das ist daher zunächst für das irdische Leben ein solches, das sehr fein gewoben ist. Wie fein gewo­benes Licht, möchte ich sagen, ist alles hier (gelb). Würde ich am Menschen zu zeigen haben, wo dieses fein gewobene Licht ist, so würde in das hinein, was ich jetzt umfassend so umschreibe, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|41}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
menschliche Haupt fallen. Also was ich so umschrieben habe, was ich dorthin als das Gelbe, Gelb-Grünliche, Gelb-Orange nach der andern Seite gezeichnet habe, das ist fein gewobenes, wenn ich so sagen darf, Geistlicht. Das hat keine starke Verwandtschaft mit der irdischen Materie ; das hat eine möglichst geringe Verwandtschaft mit der irdi­schen Materie. Deshalb, weil es wenig Verwandtschaft hat, kann es auch nicht mit der Materie sich gut verbinden, und so bleibt es zum großen Teile unverbunden mit der Materie ; es wird diesem Teil ge­geben eine solche Materie, die eigentlich immer jeweils aus der vori­gen Inkarnation des Menschen stammt. Das Haupt, das, was das menschliche. Haupt formt, die Formungskräfte des menschlichen Hauptes, das wird im wesentlichen hereingetragen aus der vorigen Inkarnation, und da ist nur eine lose Verbindung zwischen diesem feingewobenen Geistig-Seelischen und dem Körperhaften, das eigent­lich von der vorigen Inkarnation zusammengehalten wird. Ihre Phy­siognomie tragen Sie ja eigentlich nach Ihren Verrichtungen und Eigenschaften in der vorigen Inkarnation. Und derjenige, der sich gut versteht auf Deutungen von Menschen, der sieht gerade durch das Physiognomische des Hauptes hindurch; nicht durch dasjenige, was von dem [[a:luzifer|luziferischen]] Inneren stammt, sondern mehr durch die An­passung an das Universum. Man muß ja die Physiognomie so sehen, als wenn sie in den Menschen hineingedrückt wäre. Nicht so sehr, als ob sie herausginge, sondern man muß gewissermaßen das Negativ des Seelischen sehen; das sieht man in diesem Negativ des Gesichts. Wenn Sie einen Abdruck machen würden von jedem Gesicht, da würden Sie eigentlich die Physiognomie sehen, die ein furchtbar starker Verräter ist desjenigen, was Sie in der vorigen Inkarnation angestellt haben. Dagegen ist alles, was ich da unten wie nur zusammenhängend mit dem wogenden Meere des Geistig-Seelischen der Welt skizziert habe, was so aufzufassen ist, daß es des Menschen Unterbewußtem oder Unbewußtem entspricht, stark verwandt mit der Körperlichkeit ; das durchsetzt die Körperlichkeit. Diese Körperlichkeit, die verbindet sich so mit dem Geistigen, daß das Geistige als Geistiges gar nicht erscheinen kann. Daher würde man, wenn man hinunterschaute, dieses Ineinanderbrod ein von Geistigem und Leiblichem schauen, was hinter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|42}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Schwelle der Erinnerung liegt. Das ist das, was vorbereitet das Haupt der nächsten Inkarnation, das ist das, was sich metamorpho­sieren will zu dem, was in der Zukunft erst feste materielle Form be­kommt, erst Haupt sein wird in der nächsten Inkarnation. Denn das Haupt des Menschen ist ein über das Maß seiner Entwickelung Hinaus-geschrittenes. Daher ist das Haupt - wie Sie sich erinnern aus den früheren Vorträgen, die ich hier gehalten habe - eigentlich mit dem siebenundzwanzigsten, achtundzwanzigsten Jahre des Menschen in seiner Entwickelung schon abgeschlossen. Da ist schon Überbildung des Menschen, in der Hauptesform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der übrige Mensch, der ist auch ein Haupt, so sonderbar das aussieht; nur ist er noch nicht so weit als das Haupt. Wenn Sie sich den Menschen geköpft denken, so ist das, was übrigbleibt, auch ein Haupt des Menschen, aber auf einer noch sehr zurückgebliebenen Stufe. Wenn es sich weitet entwickelt, dann wird es auch Haupt, während das, was Sie als Haupt des Menschen haben, der übrige Organismus gewesen ist in früherer Inkarnation. Wenn Sie dann dasjenige entleiblicht sich denken, vom Leibe befreit, was in Ihrem gegenwärtigen Organismus noch nicht Haupt ist, wenn Sie sich also das Haupt wegdenken vom gegenwärtigen Organismus, der erst in der nächsten Inkarnation Haupt wird - aber dieser Ihr Organismus ist ja ein Abbild, alles Physische ist ein Abbild eines Geistigen -, wenn Sie sich dafür das Geistige denken, was also in seiner äußeren Form nicht bis zum Men­schen vorgeschritten ist: da sehen Sie es sich nun an unserer luziferi­schen Figur bei der [[a:Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman|Gruppe]] drüben an, da haben Sie es!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt denken Sie sich all das Geistig-Seelische, das bei Ihnen zurückgehalten ist von Ihrem Haupte, in den Menschen hineingefügt, also all das, was beim Menschen eine Grenze ist, was er nicht durch­dringen kann (rechts, siehe Zeichnung Seite 31), in den menschlichen Kopf hineingepreßt: dann wird der Mensch nicht nur ein so altes, ehrwürdiges Haupt haben, wie er es ohnedies schon hat, sondern er wird ein ganz verknöchertes Haupt haben, wird überhaupt ganz ver­knöchern, wie die Ahrimanfigur bei unserer Gruppe drüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie sich also dasjenige, was hier unter der Erinnerungsgrenze ist, ausgegossen denken über das Innere des Menschen, bekommen Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|43}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
alles Luziferische. Wenn Sie sich alles dasjenige, was jenseits dieser Stauwelle ist (rechts), hereinergossen denken in die menschliche Figur, bekommen Sie die [[a:Ahriman|ahrimanische]] Form. Und der Mensch ist zwischen beiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen da auseinandergesetzt habe, das hat nicht nur eine große Bedeutung für das Verständnis des Menschen, sondern das hat auch eine große Bedeutung für das Verständnis der geistigen Vor­gänge in der Menschheitsentwickelung. Man versteht nicht, wie das Christentum und der Christus-Impuls in die Menschheitsentwickelung hereingekommen ist, wenn man nicht gründlich diese Dinge versteht. Man versteht auch nicht, welche Funktionen die katholische Kirche hatte, welche Funktionen [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]] und ähnliche Strömungen ha­ben, welche Osttum und Westtum haben, wenn man sie nicht im Zusammenhange betrachten kann mit diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über diese Strömungen, die eigentlich richtig erst verstanden wer­den können, wenn man diese Grundlagen des geistig-seelischen Men­schen sich einmal anschaulich vor das Auge führt, Ost-, Westtum, Jesuitismus, Amerikanismus und so weiter, werde ich mir morgen erlauben, ein weniges zu sprechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|44}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= DRITTER VORTRAG Dornach, 19. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bemühte mich gestern, Ihnen ein Bild des seelischen Menschen zu geben. Dasjenige, was wir für heute einmal aus diesem Bilde des seeli­schen Menschen herausgreifen wollen, das sollen die beiden Grenz­zonen sein, die wir gestern kennengelernt haben. Die eine Grenzzone ergibt sich ja dadurch, daß der Mensch genötigt ist, haltzumachen, wenn er versucht, die Außenwelt, so wie sie sich ihm zunächst sinnen-fällig ergibt, zu durchschauen. Von Grenzen des Erkennens reden dann die Naturforscher, Philosophen und so weiter. Wir wissen, daß diese Grenzen des Erkennens nicht in Wahrheit vorhanden sind, daß sie aber in der Tat für das sinnliche, für das physische Anschauen des Menschen vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Grenze ist dadurch gegeben, daß alles in unserem Be­wußtsein Befindliche oder in das Bewußtsein Eintretende gewisser­maßen reflektiert wird, zurückgespiegelt wird an einer inneren Zone und dadurch zur Erinnerung werden kann. Es geht das, was wir im Bewußtsein haben, nicht in die volle Tiefe derjenigen Region hinunter, die nur unterbewußt für den Menschen bleibt. Wir wollen diese beiden Grenzen herauszeichnen (siehe Zeichnung Seite 45), die Erinnerungsgrenze (links) und - wir können sie geradezu nennen die Liebefähig­keitsgrenze (rechts), die zugleich die Grenze des Naturerkennens ist. Wir haben sie bezeichnet, indem wir Lemniskaten, die nach außen offen sind, hier zu zeichnen hatten (rechts), und hier (links) hatten wir gewissermaßen Lemniskaten mit einer umgestülpten Schleife zu ver­zeichnen. Das (rechts) also ist dann die Region des Außen, in das der Mensch nicht mehr hineinsieht mit dem gewöhnlichen sinnlichen Anschauung svermögen, also: nicht perzipierbar. Das (links) ist die Grenze des bewußten Lebens nach innen, in die der Mensch nicht unterzutauchen vermag mit dem Bewußtsein. Der Mensch bleibt mit seinem Bewußtsein oberhalb dieser Grenze. Würde er mit seinen be­wußten Vorstellungen hinuntertauchen, so würde er keine Erinnerung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|45}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 045.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 45]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber gerade in bezug auf das Leben des seelischen Menschen angesichts dieser beiden Grenzen etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Wenn wir in der Entwickelung der Menscheit zurückgehen etwa hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert - Sie wissen, 747 vor Christus be­ginnt der vierte nachatlantische Zeitraum -, wenn wir hinter diesen Zeitpunkt zurückgehen in die früheren nachatlantischen Zeiträume, dann gilt für den Menschen dieses, daß dasjenige, was jenseits dieser Grenze liegt, doch in einer gewissen Weise noch hereinwirkte in das Bewußtsein. Und darauf beruhte eben jenes damals noch vorhandene atavistische Hellsehen. Es drangen gewisse Impulse damals herein aus dem Universum und machten sich geltend als atavistische Schauun­gen. So daß wir sagen können: Ganz undurchsichtig - ich meine jetzt intellektuell undurchsichtig - wurde dieses Außen erst seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, und es wurde immer mehr und mehr un­durchsichtig. - Jetzt leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Es ist ja undurchsichtig geblieben. Und darauf pochen ja die Leute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|46}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute ganz außerordentlich, indem sie immerzu behaupten, daß über­haupt kein Mensch eindringen könne in jenes «Ding an sich», oder wie sie es dann nennen, was da jenseits dieser Grenze liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen darf gesagt werden, daß immer mehr und mehr sich eine andere Tendenz geltend macht und gegen den sechsten nachatlantischen Zeitraum sich immer mehr und mehr geltend machen wird. Das ist, es wird gewissermaßen diese Zone hier (links) durchiässig werden. Es wird die Zeit kommen, wo aus den Tiefen der Menschennatur das­jenige, was ich Ihnen gestern als das Brodelnde geschildert habe, als dasjenige, in das der Mensch nicht hinunterschauen soll - in dem Sinne vor allen Dingen nicht, wie die phantastischen Mystiker das wollen -, es wird aus diesem Gebiete von dem [[a:Slawische_Kultur|sechsten nachatlantischen Zeit­raum]] an gewissermaßen allerlei durchsickern wollen. Ja, es wird diese Zeit schon im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum beginnen]], in unserem Zeitraum. Es wird allerlei durchsickern wollen. Es wird sich das ja vor allen Dingen dadurch äußern, daß viel mehr Menschen, als man heute denkt, immer mehr und mehr aus gewissen rein inneren Erfah­rungen entnehmen werden, daß es wiederholte Erdenleben gibt und dergleichen. Diese Dinge kommen, man möchte sagen, heute schon, obwohl spärlich, zum Durchbruche. Ich habe öfter, hier ja wohl auch schon, den Namen eines merkwürdigen Menschen der Gegenwart genannt, des &#039;&#039;Otto Weininger&#039;&#039;, der ja besonders bekanntgeworden ist durch sein dickes Buch «Geschlecht und Charakter». Noch interessanter aber ist dasjenige Buch, das nach seinem Tode sein Freund Rappa­port herausgegeben hat, und in dem allerlei außerordentlich Interes­santes drinnensteht. Es sind zum großen Teil Aphorismen. Das Ganze trägt den Titel «Über die letzten Dinge». Einer dieser Apho­rismen besagt ungefähr dieses: Weininger behauptet, die Seele des Menschen hätte in ihrem vorgeburtlichen Leben ein gewisses Grauen vor sich selber zur Entwickelung gebracht und hätte dadurch die Sehnsucht bekommen, dieses Leben zu vergessen und sich in das Vergessen hineinzustürzen, was die Verleiblichung bedeutete. - Also Weininger spricht vollständig von dem vorgeburtlichen Leben, von dem Verleiblichen; nur spricht er in seiner düsteren, pessimistischen An­schauung davon, daß die Seele sich zu betäuben sucht gegenüber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|47}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihrem vorgeburtlichen Leben, und die Betäubung sucht sie in der Verleiblichung in einem physischen Menschenleib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber solche unmittelbaren Eindrücke heutiger Menschen von dem Wege der Seele gibt es ja viele, und sie werden immer zahlreicher und zahlreicher werden. Bei solch einem Menschen wie Weininger kann man schon heute sehen, wie dichter, kompakter möchte ich sagen, das Ich innerlich den Menschen anfaßt. Bei Weininger sieht man schon deutlich, wie diese Grenze etwas durchlässig wird und da allerlei her­aufdringt. Interessant ist es zum Beispiel, welche Notiz er hingeschrieben hat über seinen eigenen Tod. Er verübte frühzeitig, mit dreiund­zwanzig Jahren schon, Selbstmord. Er schrieb eine ganze Reihe von Notizen nieder, die außerordentlich interessant sind, weil sie geradezu Imaginationen astralischen Schauens darstellen. Das alles paarte sich mit einem gewissen Charakterzug, der ihn dann dahin führte, eines Tages sich einzumieten in Beethovens Sterbehaus in Wien und in diesem sich gleich am nächsten Morgen selber zu ermorden, mit drei­undzwanzig Jahren. Und darüber schrieb er die Notiz, daß er sich ermorden müsse, weil er sonst fürchten müsse, getrieben zu werden durch einen unbestimmten Drang, ein Mörder zu werden, einen andern ermorden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht, da rumoren furchtbarste Dinge in der Seele eines außer­ordentlichen genialischen Menschen, die nicht so ohne weiteres be­zwungen werden können durch das, was in seinem Bewußtsein ist, weil da vieles aus diesem Unterbewußten herauf rumort. Sie werden begreifen, daß man schon mit einem gewissen Recht darauf hinweisen muß, daß die gewöhnliche Gescheitheit, die der Mensch jetzt ent­wickeln kann, nicht ausreicht, um das, was da aus den unbekannten Tiefen herauf kommt, zu erkennen. Denn es sollte ja gar nicht herauf­kommen, es sollte da unten bleiben, aber es wird doch heraufkommen. Geradeso wie bis zum Jahre 747 vor Christus von außen etwas herein­gekommen ist, so wird nachher von innen etwas aufsteigen. Durch das, was der Mensch sich erringen wird an gewöhnlicher, normaler Ge­scheitheit, wird das nicht bezwungen werden können, bei weitem nicht bezwungen werden können. Da wird man eben brauchen jenes Ver­stehen der Welt, welches durch die Geisteswissenschaft zu erwerben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist. Es wird Harmonie, innerliche Festigkeit und innerliche Gediegen­heit in das menschliche Seelenleben nur eindringen können, wenn die Menschen dieses innerliche Seelenleben werden ordnen, harmonisie­ren wollen durch dasjenige, was aus der Erkenntnis des Geistes heraus errungen werden kann. Es strebt die Entwickelung der Menschheit also aus einem Zustande heraus, in welchem von der Außenwelt mehr wahrnehmbar war, als heute wahrnehmbar ist, und es strebt diese Ent­wickelung der Menschheit einem Zustande zu, in welchem aus dem tiefsten Inneren des Menschen mehr auftauchen wird, als heute im Normalzustand auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dinge, von denen ich jetzt spreche, sie kennt man eigentlich in den eingeweihten Kreisen da und dort sehr gut. Von jenem alten Erkennen, das bis ins 8. vorchristliche Jahrhundert den Menschen zu­gänglich war, spricht ja noch das ganze morgenländische Geistesleben, das ganze asiatische Geistesleben. Ja, es spricht nicht nur das Geistes­leben, es spricht im Grunde genommen die ganze asiatische Kultur davon. Daher kommt es, daß es eigentlich so schwer verständlich ist für den Europäer, wenn heute der Orientale, der asiatische Orientale von seiner Kultur spricht. Da muß man schon, wenn man diese Leute verstehen will, sich hineinfinden in eine andere Art, die Vorstellungen, die Gedanken zu bilden. Heute würde es zum Beispiel für sehr viele Menschen sehr interessant sein müssen, so etwas Tonangebendes zu verfolgen, wie die Rede ist, welche Rabindranath Tagore, der Inder, gehalten hat über den Geist Japans. Sie wissen: Tagore ist der von der Nobel-Stiftung preisgekrönte Inder. Er hat über den Geist Japans einen Vortrag gehalten. Es ist weniger wichtig, was er über den Geist Japans gerade spricht, als der Geist, aus dem heraus er spricht, der Geist des heutigen Orientalen, der nur verstanden werden kann, wenn man weiß, daß etwas in den Orientalen noch zurückgeblieben ist von jenem Her­auf-, von jenem Hereinkommen der Außenwelt, wie es heute nicht perzi­pierbar ist. Für die meisten Europäer reden die Orientalen, wenn sie im Sinne ihrer Kultur reden, eben eigentlich etwas ziemlich Unverständ­liches. Man versteht gewöhnlich gar nicht, wovon sie eigentlich reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die andere Erscheinung kommt vor, daß dasjenige, was eigent­lich erst in der Zukunft auftreten sollte, in einer gewissen Weise dann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|49}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorweggenommen wird. Vergleichen könnte ich das damit, daß ich hinweise auf Kinder, die als Kinder schon greisenhaft sind. Sie neh­men das Greisenhafte als Kinder schon voraus. Da ist die Unregelmäßigkeit in der Entwickelung dadurch eingetreten, daß etwas, das später kommen sollte, früher hereingeschoben ist, in eine frühere Zeit. Während nun im orientalischen Denken, in der orientalischen An­schauungsweise gerade bei den hervorragendsten Geistern ein aus alter Zeit Zurückgebliebenes in der Weise herrscht, wie ich es eben angedeutet habe, herrscht namentlich bei so ganz im Sinne des Ameri­kanismus denkenden Geistern ein Hereinnehmen von Späterem, ein Hereinschieben von Späterem. Da merkt man deutlich, wenn man auf solche Sachen eingehen kann, daß gerade hervorragendere Geister vieles von dem haben, was da (links) durchsickert. Sie bekommen eine Vorstellung von solchem Durchsickerndem, wenn Sie zum Bei­spiel jenen Essay lesen, den Woodrow Wilson geschrieben hat über die Entwickelung des amerikanischen, des nordamerikanischen Volkes im besonderen. Man kann sich nichts denken, das mehr den Nagel auf den Kopf trifft, das treffender wäre als dieser Essay, den &#039;&#039;Woodrow Wilson&#039;&#039; über die Entwickelung des amerikanischen Volkes geschrieben hat. Da ist jedes Wort darinnen so, daß man das Gefühl hat: es ist die Sache in der allerallerschärfsten Weise charakterisiert und getroffen. Und das fällt insbesondere deshalb auf, weil Wilson in diesem Fall sehr scharf aufmerksam macht darauf, daß eine ganze Anzahl von Leuten auch in Amerika die Ansicht haben, die eigentlich nur zu rechtfertigen ist, wenn man das amerikanische Volk heute noch auffaßt - wogegen er, Woodrow Wilson, sich wendet - gleichsam als eine Dependance des englischen Volkes. Diese Menschen, die heute noch die Amerika­ner so auffassen, als ob diese etwas wären wie Abkömmlinge, wie ein Zweig der europäischen Engländer, diese Leute lehnt Woodrow Wil­son im strengsten Sinne des Wortes ab. Die verstehen nichts, meint er, von der eigentlichen Entwickelung des amerikanischen Volkes im 19. Jahrhundert. Denn der Amerikaner beginnt von innen erst Ame­rikaner zu sein - so spricht Wilson aus echt amerikanischem Geiste heraus, außerordentlich prägnant und treffend - in dem Momente, wo er aufhört anzuknüpfen mit seinem Seelenhaften an das, was von England&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|50}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
herübergekommen ist, wo er beginnt, als Bebauer des Bodens von Osten nach dem Westen hinüberzudringen, von der amerikani­schen Ostküste nach der Westküste hinüberzudringen. In diesem Aus­roden der Urwäider, in der Arbeit mit der Flinte, in der Arbeit mit dem Spaten, in der Arbeit mit dem Pflug und dem Pferde, in diesem Über­winden jenes Widerstandes, der zu überwinden ist bei der Arbeit von dem Osten nach dem Westen hinüber, entwickelt sich für ihn der Westmann, der «Westerner», wie er es nennt. Und in dieser Art und Weise der Eroberung des Bodens sieht er, so daß es unmittelbar über. zeugendsten Eindruck macht, den eigentlichen Nerv der amerikani­schen Entwickelung. Man hat überall gerade das Gefühl - man muß natürlich verstehen, das Wie zu lesen in einem solchen Fall, nicht bloß das Was -, da spricht viel mehr als der Wilson. Denn wenn der Wilson selber spricht - ja, da wird nicht viel Gescheites daraus. Da spricht viel mehr, da spricht dasjenige, wovon der Mann als von seinem eigenen Inneren her besessen ist, da sprechen Därnonennaturen, die geradezu grandiose Zukunftsgeheimnisse eingeben. In diese Geheim­nisse müßte eigentlich die Menschheit eindringen, wenn die Ent­wickelung verstanden werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß heute tatsächlich einen Unterschied machen zwischen der bloßen wissenschaftlichen und zeitungsgemäßen Erfassung der Welt, die ja bequem ist, die auch allbeliebt ist, und der wahren Erfassung der Welt. Die wahre Erfassung der Welt, die muß solche Gegensätze sich klarmachen können wie die, welche ich jetzt auseinandergesetzt habe: von dem Hereinkommen bei den orientalischen Völkern von etwas, das da draußen liegt (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) ; von dem Heraufkommen bei den amerikanischen Völkern von etwas, was da drinnen (links) liegt. Und was da heraufkommt, es braucht das nicht etwas bloß Verwerfliches zu sein, es kann in gewissem Sinne grandiose [[a:ahriman|ahrimanische]] Offenbarung sein, die da heraufkommt. Denn ahrimanische Offenbarung ist es im wesentlichen, welche in jenem ausge­zeichneten Aufsatze von Woodrow Wilson über die Entwickelung des amerikanischen Volkes gegeben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eingeweihten des Ostens und die Eingeweihten des amerikani­schen Volkes, die wissen auch das Nötige aus diesen Dingen zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|51}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man will von beiden Seiten die Entwickelung der Menschheit durchaus in gewisse Bahnen bringen. Die orientalischen Völker, das heißt ihre Eingeweihten, haben ganz bestimmte Absichten für die Zukunftsentwickelung der Menschheit. Diese Leute sehen, was in der Entwickelung richtig liegt und versuchen dasjenige, was in der Ent­wickelung richtig liegt, soweit der Mensch es beeinflussen kann, zu beeinflussen. Sie suchen ihm eine gewisse Richtung, einen gewissen Impuls zu geben. Und der Impuls, der da von den orientalischen Eingeweihten der Entwickelung gegeben werden will, der beruht im wesentlichen darauf, daß man nicht mehr rechnen will, so ungefähr nach der Häffte der sechsten nachatlantischen Zeit, auf die mensch­liche Generation. Man möchte verzichten auf das irdische Menschen­geschlecht nach dieser Zeit. Man möchte die Entwickelung der Menschheit dahin bringen, daß die Menschen nachher eigentlich nicht mehr so recht physische Nachkommen haben, daß die Seelen dann schon sich vergeistigen, nicht mehr auf die Erde herunterkommen in Verleiblichungen. Man möchte das Reich des Geistes für die Mensch­heit schon von der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit an be­gründen. Dies würde man nur können, wenn man gewisse Kultur­ingredienzien abweisen würde. Nicht nur die Eingeweihten des Orients, sondern eigentlich instinktiv jeder gebildete Orientale lehnt daher im eminentesten Sinne gewisse Europäismen ab ; gerade die­jenigen Europäismen, auf die der Europäer ganz besonders stolz ist, lehnt er ab. Er lehnt ab namentlich alles dasjenige, was sich ja aus der rein technischen, materiellen Kultur in Europa und seinem Anhange Amerika ergeben hat. Wer die Entwickelung der Menschheit studiert, namentlich im 19. Jahrhundert und in das 20. Jahrhundert herein, der wird finden, daß man mit Recht sagt: Die Techhik hat es ungeheuer weit gebracht, die Technik hat den Menschen Arbeitskräfte abge­nommen. Wenn man heute davon redet, die Erde habe so und so viel hundert Millionen Einwohner, so ist dieses eigentlich nicht ganz richtig, weil man auch rechnen kann, wieviel die Erde Einwohner hat nach dem, wieviel gearbeitet wird. Nun wird mit vollständigem Recht gesagt, daß seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von den Maschinen, die nach und nach entstanden sind, menschliche Arbeitskraft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|52}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verrichtet wird. Man kann berechnen, ziemlich exakt berechnen, wieviel Millionen Menschen mehr die Erde haben müßte, wenn alle die Arbeit, die von den Maschinen verrichtet wird, von den Menschen verrichtet würde. Die Erde müßte fünfhundert Millionen Menschen mehr haben. Man kann schon sagen: Heute sind auf der Erde nicht nur diejenigen Menschen mit zwei Beinen und einem Kopf, die statistisch berechnet werden können, sondern fünfhundert Millionen mehr, gemessen an der Arbeitskraft; die Arbeitskraft wird eben von Maschinen verrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt nichts Materielles, hinter dem nicht ein Geistiges steht. Diese fünfhundert Millionen Menschenkräfte, die sind die Gelegen­heit zum Aufenthalte von ebensovielen ahrimanischen Dämonen innerhalb der menschlichen Kultur. Diese ahrimanischen Dämonen sind einmal da. Und diese ahrimanischen Dänionen, die lehnt der Orientale aus einem gewissen Instinkt heraus radikal ab; die will er nicht. Das sehen Sie eigentlich aus jeder Manifestation eines feingebildeten Orientalen heraus, daß er diese ahrimanische Dämonologie ab­lehnt. Denn diese ahrimanische Dämonologie, die gibt dem Menschen eine gewisse Schwere, die niemals möglich macht, daß dasjenige ge­schleht, was die orientalische Initiation anstrebt: daß das Menschen­geschlecht mit der Mitte der sechsten nachatlantischen Zeit physisch aufhört auf der Erde zu sein, weil die Menschen zurückgehalten wer­den durch das, was sich auf diese Weise dämonologisch-ahrimanisch entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem andern Ziel streben die Eingeweihten des Amerikanismus zu. Sie streben dem entgegengesetzten Ziele zu. Sie streben danach, eine innigere Gemeinschaft zu bilden, als im normalen Verlauf der Mensch­heitsentwickelung geschehen soll, zwischen den Menschenseelen und derjenigen Leiblichkeit, welche auf der Erde zu finden sein wird, der dichten, groben Leiblichkeit, die auf der Erde zu finden sein wird von dem sechsten nachatlantischen Zeitraume an. Die seelische Kultur wird sehr vertieft sein, aber die leibliche wird grob sein. Aber eine innigere Verbindung mit dieser groben Leiblichkeit strebt man im amerikanischen Westen an, eine innigere Verbindung als die normale ist, ein stärkeres Untertauchen in die Leiblichkeit. Man will entgegenkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dem, was da durchsickert (siehe Zeichnung Seite 45, links), will ihm entgegengehen durch stärkeres Eindringen in die Leiblich­keit. Während man also eine Kultur begründen will von seiten der Orientalen, die nicht rechnet mit den Menschenleibern der späteren Erdenentwickelung, will man die Seelen ketten an diese spätere Erdenentwickelung innerhalb der amerikanischen Kultur des Westens. Man will die Leiber möglichst so gestalten, daß die Seelen, wenn sie durch den Tod gegangen sind, möglichst bald wiederum in einen Leib herunterkommen können, daß sie möglichst wenig sich aufhalten in der geistigen Welt. Man will die Seelen möglichst abhalten von einem Aufenthalt in der geistigen Welt, man will, daß sie möglichst bald wiederum auf die Erde herunterkommen. Man will sie innigst ver­binden mit dem Leben der Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind Tendenzen, die man kennenlernen muß. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheint, wenn man von diesen Ten­denzen spricht, so schädlich ist es ihm, daß sie übersehen werden. Denn notwendig ist, daß der Mensch sich mit vollem Bewußtsein hineinstellt in dasjenige, das eigentlich mit ihm selbst gewollt wird und demgegenüber er oftmals leider, leider so steht, daß man sagen kann: er läßt alles mögliche mit sich geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dieses westliche Ideal, diese Dämonologisierung des Men­schen, das wird nur erreicht werden können, wenn der geistige, psy­chische Amerikanismus unterstützt werden kann von einer andern Weltanschauungsströmung, die viel verwandter mit dem Amerikanis­mus ist, als man denkt. Sie haben ja gesehen: Es ist wesentlich ein Hinneigen des Amerikanismus zur Ahrimankultur, was das Ausschlag­gebende ist. Aber eine richtige Förderung würde dieser Amerikanis­mus erhalten können, wenn er unterstützt würde von einer andern Weltanschauung, die viel verwandter mit ihm ist, als man denkt. Das ist der [[a:Jesuitismus|Jesuitismus]]. Jesuitismus und Amerikanismus sind zwei sehr, sehr verwandte Dinge. Denn als der fünfte nachatlantische Zeitraum begann, da handelte es sich darum, einen Impuls zu finden, durch den man sich in den Stand setzen konnte, die Menschen möglichst hinwegzuführen von dem Verständnisse des Christus. Und diejenige Bestre­bung in der Kulturentwickelung, welche es sich zur Aufgabe gesetzt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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hat, kein Verständnis des Christus aufkommen zu lassen, das Ver­stänanis des Christus vollständig zu untergraben, das ist der Jesuitis­mus. Der Jesuitismus strebt danach, allmählich jede Möglichkeit eines Christus-Verständnisses auszurotten. Denn dasjenige, was da zugrun­de liegt, das hängt schon mit einem tiefen Mysterium zusammen. Damit, daß etwas von außen (siehe Zeichnung Seite 45, rechts) immer da hereinkam in das menschliche Innere, hängt es zusammen, wie ich sagte, daß die Menschen vorher, vor dem 7., 8. vorchristlichen Jahr­hundert, atavistisches Hellsehen hatten. Aber durch dieses atavistische Hellsehen sahen sie auch im Universum den Christus. Der Christus war etwas, was sie sehen konnten im alten Hellsehen. Ich habe das ja oft dargestellt, ich habe es dargestellt in der «Geheimwissenschaft im Umriß», und der ganze Sinn meines Buches «Das Christentum als mystische Tatsache» gipfelt ja schließlich darin. Man sah den Christus im Kosmos, man sah den Christus im Universum. Aber nun denken Sie: Vom 7., 8. vorchristlichen Jahrhundert ab haben wir Menschen die Möglichkeit verloren, in das Universum hinauszuschauen. Was hätten denn die Menschen mitverloren, wenn nichts anderes gekom­men wäre, dadurch, daß sie gar nicht mehr hinausschauen konnten ins Universum? Was hätten die Menschen verloren? Die Möglichkeit, von einem Christus-Geiste überhaupt etwas zu wissen, wenn der Christus nicht zu ihnen gekommen wäre durch das Mysterium von Golgatha, wenn der Christus nicht auf die Erde heruntergekommen wäre. In dem historischen Zeitmomente, wo die Menschen nicht mehr den Christus im Kosmos schauen konnten, kam der Christus auf die Erde herunter, verband sich mit dem Jesus. Von da ab war es des Menschen Aufgabe, den Christus in dem Menschen zu erfassen. Und gerettet werden muß die Möglichkeit, daß mit dem, was da durch­sickert (siehe Zeichnung, rechts), der Christus erkannt werde. Denn der Christus ist zu den Menschen heruntergestiegen. Der Jesus ist ein Mensch, in dem der Christus gewohnt hat. Wirkliche menschliche Selbsterkenntnis muß den Jesus-Keim tragen. Dadurch wird man in die Zukunft übersiedeln können. Tief begründet ist es, daß wir von einem Christus Jesus sprechen. Denn der Christus entspricht dem Kos­mischen ; aber dieses Kosmische ist auf die Erde heruntergekommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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und hat in dem Jesus Wohnung genommen, und der Jesus entspricht dem Irdischen mit der ganzen irdischen Zukunft.&lt;br /&gt;
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Will man den Menschen abschließen vom Geistigen, so nimmt man ihm den Christus. Dann hat man die Möglichkeit, den Jesus so zu benützen, daß die Erde nur in ihrem irdischen Aspekt vorhanden bleibt. Sie werden daher beim Jesuitismus eine fortwährende Be­kämpfung der Christologie finden, dagegen ein scharfes Betonen des­sen, daß man ein Heer ist, eine Armee für den Jesus. Ja, natürlich: Geisteswissenschaft ist schon ein Mittel, daß solche Dinge erkannt werden, daß den Menschen die Schuppen von den Augen fallen. Da­her werden jene, die nicht erkannt sein wollen, immer wütender und wütender werden auf dasjenige, was Geisteswissenschaft will. Wüten­der, man sieht es: Das Juliheft der jesuitischen Zeitschrift «Stimmen der Zeit» - früher «Stimmen aus Maria-Laach» - enthält nicht nur einen, sondern gleich zwei Artikel gegen mich. Und wer dieses im Zusammenhang zu denken vermag mit dem, was sonst jetzt sich an neuen Aspirationen des Jesuitismus in der Welt entwickelt, der wird daraus überhaupt etwas Tieferes sehen können. Nur leider, man spricht ja von solchen Dingen heute doch zumeist vor einer schlafen­den Menschheit. Die Menschen lieben es, die wichtigsten Dinge zu verschlafen, nicht hinzuhören auf dasjenige, was nun wirklich zu­kunifbestimmend ist. Daher werden die Menschen jetzt von allen Dingen, wie ich vorgestern sagte, überrascht. Sie wollen ja auch über­rascht sein. Spricht man möglichst früh von den Dingen, die im Schoße der Zeit liegen, so betrachten die Menschen das als etwas Unbequemes, weil sie möglichst lange gut brav bürgerlich bequem auf ihren Polster­sesseln sitzen möchten, auch wenn sie verantwortungsvolle, führende Menschheitsstellen innehaben. Aber diejenigen, welche sich für Geisteswissenschaft interessieren, sollten schon sich in die Seelen ein­gravieren, daß man alles tun wird, um diese Geisteswissenschaft un­wirksam zu machen. Es ist nicht gerade gut, wenn auch wir innerhalb unserer Kreise allzusehr schlafen mit Bezug auf die Beobachtung des­jenigen, was in der Welt vorgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuweilen ist es ja recht schwierig, zu sehen, wie doch immer alles, was so persönlich spielt, höhergestellt wird als dasjenige, was in der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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gegenwärtigen Zeit so ganz besonders wichtig und wesentlich ist: das Hinschauen auf die großen Angelegenheiten der Menschheit, die sich langsam vorbereiten. Die Angriffe, die zu tun haben mit den großen Wollungen, die kommen schon von den verschiedensten gegnerischen, ernst zu nehmenden Seiten. Solch ein Angriff wie der, von dem ich eben gesprochen habe, er ist schon in gewissem Sinne ernster zu neh­men. Man muß ihn in der richtigen Weise taxieren können. Nicht ernst zu nehmen nach dieser Richtung hin sind ja natürlich jene schö­nen Angriffe, welche aus dem Unterirdischen unserer Gesellschaft selber immer wiederum auftauchen, und die ja zum Teil bloß deshalb ein böses Ansehen haben, weil immer wieder und wiederum die Ten­denz bemerkbar ist, daß man gerade die größte, liebevollste Teilnahme gegenüber jenen Leuten hat, welche dasjenige, was ernst erstrebt wird in unseren Reihen, verlästern, zu verunglimpfen suchen und derglei­chen. Und erst wenn das Unheil da ist, dann entschließt man sich nach und nach, wirklich zu sehen ; vorher werden manche Leute gehätschelt, welche dann das Unheil bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage dies nicht, weil ich daran denke, daß das oder jenes anders sein sollte, sondern weil ich mich wirklich verpflichtet fühle, darauf aufmerksam zu machen, daß die Menschheit aufwachen muß, und daß wir vor allen Dingen zu denen gehören müssen, welche nach Wachheit streben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf gewissen Gebieten kann man ja heute alles mögliche tun. Der von mir hier gemeinte Schlaf der Menschheit, der nur überwunden werden kann durch ein Eindringen in die geistigen Welten, der ist außerordentlich schwer zu überwinden, der Schlaf der Menschen. Und mit Bezug auf die Verbreitung des geisteswissenschaftlichen Erkennt­nisgutes hat man es vielfach gerade mit diesem Schlaf zu tun als dem Gegner. Ich will dabei gar nicht von einer einzelnen Erscheinung sprechen, sondern in der ganzen Kulturbewegung ist gegenwärtig etwas Schläfriges gegenüber den eigentlichen Impulsen, die überall, an allen Stellen den Menschen über den Kopf hinauswachsen. Zwei Dinge sind notwendig, die man sich wie goldene Regeln eigentlich einschrei­ben müßte in seine Seele: Niemals war mehr als in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum die Notwendigkeit vorhanden, daß die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen sich immer mehr und mehr bemühen - und daß Menschen da sind, die das können, daran ist nicht zu zweifeln -, gerade das zu erreichen, was besonders wertvoll ist: geisteswissenschaftliche Er­kenntnisse zu verstehen. Gewiß, geisteswissenschaftliche Erkenntnisse müssen gesucht werden durch hellsichtiges Eindringen in die geistige Welt ; das ist eine Notwendigkeit. Aber das ist eine Selbstverständ­lichkeit, daß es Hellseher geben muß, die eindringen in die geistige Welt, daß es Leute geben muß, die übersinnliche Erkenntnisse an­streben. Zweitens aber ist besonders wichtig, daß sich für diese geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse, für diese in übersinnlichen Welten gesuchte Erkenntnis Leute finden, die kraft des Intellekts die Sache verstehen. Das vernünftige, verständige Begreifen der Geisteswissen­schaft, das ist heute ganz besonders notwendig, denn das ist dasjenige, wodurch die widerstrebendsten Kulturmächte gerade überwunden werden. Der Intellekt der Menschen ist heute so groß, daß die ganze Geisteswissenschaft verstanden werden kann, wenn man nur will. Und gerade dieses Verständnis anzustreben, ist ein allgemein-menschliches, nicht ein egoistisches Interesse der Kultur. Denn dieses Verständnis kann angestrebt werden, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute verwendet werden auf naturwissenschaftlichen Gebieten an allerlei Kleinkram, wenn jene intellektuellen Kräfte, die heute volkswirt­schaftlich recht fruchtlos verwendet werden, und endlich, wenn jene Kräfte, die in einer fruchtlosen, vielleicht sogar menschenmörderi­schen Technik verwendet werden, entsprechend angewendet würden, und die Menschen nicht verzogen würden von frühester Kindheit an. Dann würde man sehen, wie leicht das spirituelle Geistesgut wirklich zum Verständnisse der Menschheit gebracht werden könnte. Das ist das eine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere goldene Regel ist diese, daß man heute noch etwas an­deres braucht für das Fruchtbarmachen des spirituellen Geistesgutes für unsere Kultur. Das erste ist etwas, was Ahriman abgerungen wer­den muß. Die Menschen sind heute schon gescheit, denn Ahriman sorgt dafür, daß die Menschen gescheit sind. Oh, die Menschen sind gescheit! Sie verwenden ihre Gescheitheit eben nur im materialisti­schen Interesse. Die Menschen sind nicht nur gescheit, sie sind übergescheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Davon werden wir aber in den nächsten Vorträgen noch sprechen, damit Sie sehen, welchen ungeheuren Einfluß gerade das ahrimanische Element auf die menschliche Übergescheitheit der heu­tigen Zeit hat. Aber noch etwas anderes ist notwendig. Noch einem andern Geiste ist manches abzuringen. Wir brauchen nicht nur Ge­scheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich - ja, wie soll ich es ausdrücken -, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spiri­tuelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist. Gerade auf spiri­tuellem Gebiete muß den luziferischen Kräften, die sonst so wirksam jetzt sind in der Welt, dieses abgerungen werden. Es gibt einen schö­nen Anblick: es ist der Anblick desjenigen, der in ruhiger Klarheit, aber mit innerem Feuer und Enthusiasmus, weil es ihm eine Notwen­digkeit ist, für das spirituelle Geistesgut sich erwärmen kann. Es gibt einen andern Anblick: das ist der, wo man möglichst versucht, durch das spirituelle Geistesgut eingelullt zu werden, träumerisch zu werden, hingegossen warm zu werden, aufzugehen in die universellen Kräfte, die Seele zu vereinigen mit dem göttlichen All. Das sind Gegensätze, die man in der Gegenwart doch wohi beobachten kann, Gegensätze, die es notwendig ist, zu beobachten. Denn es wird nicht leicht werden, das spirituelle Geistesgut der Menschenkultur einzuverleiben. Und es muß hinein, denn die Menschenkultur braucht es. Man wird über vieles ganz, ganz anders nicht nur denken lernen müssen, sondern auch fühlen und empfinden lernen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich könnte noch manches sagen in Anknüpfung an dasjenige, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, aber ich will vielleicht lieber schweigen und will Ihnen Gelegenheit geben, nachzudenken. Man kann über manches nachdenken, was angeregt werden könnte durch manche Tücke, welche ich ganz absichtlich in die eben ausgesprochene Wahrheit hineingelegt habe. Nun, davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= VIERTER VORTRAG Dornach, 24. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man eine Zeit, in der man selbst lebt, verstehen will, so muß man sie aus größeren Weltenzusammenhängen heraus verstehen. Das ist gerade das Kleinliche der gegenwärtigen Zeit, daß man nicht will die Impulse, die Kräfte, die wirksam sind in der Gegenwart, aus größerem Zusammenhang heraus sich klarmachen. Und insbesondere wird es immer wieder und wiederum notwendig sein, um das eine oder das andere gegenwärtig Wirksame zu verstehen, zurückzugreifen zu den Verhältnissen, durch welche die Menschheitsentwickelung gegangen ist zur Zeit des Mysteriums von Golgatha. Dieses Mysterium von Golgatha, wir haben es ja von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt und haben gesehen, wie tief, wie bedeutsam es eingreift in den ganzen Evolutionsgang, die ganze Entwickelung der Mensch­heit. Wir wissen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders die Welt empfanden, anders anschauten als nach dem Myste­rium von Golgatha. Natürlich geht das nicht so auf einmal aus dem einen Zustand in den andern Zustand über. Aber der rückschauenden Betrachtung ergibt sich schon dasjenige, was wir von den verschie­densten Gesichtspunkten aus dargelegt haben. Insbesondere möchte ich heute, um eine gewisse Grundlage für die nächsten Betrachtungen zu finden, auf eines hinweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Stimmung, die Verfassung der Menschenseelen vor dem Mysterium von Golgatha betrachten, so können wir im allge­meinen sagen, daß innerhalb der Kulturmenschheit, also derjenigen Menschheit, aus der die heutige Kulturmenschheit hervorgegangen ist, vor dem Mysteruim von Golgatha eine gewisse Fähigkeit in den Seelen vorhanden war, in die Geheimnisse der kosmischen, geistigen Welt hineinzuschauen. Es war für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha gewissermaßen selbstverständlich, nicht so zum Ster­nenhimmel hinaufzuschauen, wie heute der Mensch zum Sternenhimmel hinaufschaut. Wir wissen ja, heute schaut der Mensch zum Sternenhimmel hinauf, indem er sich sagt: Mit unserer Erde sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einige andere Planeten verbunden, die mit ihr zusammen um die Sonne kreisen; dann sind unzählige andere Fixsterne da, die wiederum ihre Planeten haben. - Und wenn dann der Mensch darauf achtet, was er eigentlich, indem er sich so etwas überlegt, für einen Gedanken hat, so muß er sich doch sagen, er hat den Gedanken einer großen Weltmaschinerie. Daß da noch anderes waltet und wirkt als die Kräfte dieser großen Weltmaschinerie, das macht sich der Mensch der Ge­genwart nur sehr, sehr wenig klar. Das war mehr oder weniger für den Menschen vor dem Mysterium von Golgatha selbstverständlich. Insbesondere war für ihn selbstverständlich, die Sonne zum Beispiel nicht bloß als dasjenige anzuschauen, als was sie der heutige Pyhsiker anschaut, roh gesprochen, eine Art glühender Kugel im Weltenraume draußen, sondern der Mensch vor dem Mysterium von Golgatha wußte ganz genau: Diese Sonne, von der die Physik spricht, diese Sonne ist nur &#039;&#039;ein&#039;&#039; Element in der ganzen Sonne. Dieser Sonne liegt zu­grunde ein Seelisches und ein Geistiges. Und das Geistige, das dieser Sonne zugrunde liegt, sprach ja noch der griechische Weise als das allgemeine Weltgute an, als das Gute der Welt, als das einheitliche, die Welt durchwallende Gute. Das war ihm der Geist der Sonne. Ihm wäre es, diesem griechischen Weisen, als stärkster Aberglaube vorgekom­men, so zu denken, wie der heutige Physiker denkt, daß da draußen im Weltenraume einfach eine glühende Kugel schwebe; sondern ihm war diese glühende, schwebende Kugel die Offenbarung des einheit­lich Guten, das in der Welt zentral wirksam ist. Und mit diesem zentralen Guten, das geistiger Art ist, ist wiederum verbunden ein Seelisches: der Helios, wie es die Griechen nannten. Und erst das dritte, der physische Ausdruck des Guten und des Helios, war dann die phy­sische Sonne. Es sah also der Mensch damals an Stelle der Sonne ein Dreifaches. Und mit diesem Dreifachen, das in der Sonne in alten Zeiten gesehen worden ist, brachten diejenigen Menschen, welche in der Zeit des Mysteriums von Golgatha dachten - ausgerüstet mit dem Wissen dieses Mysteriums von Golgatha, ausgerüstet mit dem Wissen der alten Mysterien -, mit diesem dreifachen Sonnenmysterium brach­ten diese Weisen das Christus-Mysterium zusammen, das Mysterium von Golgatha selber. Mit der Sonnenverehrung war verbunden für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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diejenigen, die etwas wußten, die Christus-Verehrung. Mit der Sonnen­weisheit war wiederum für diejenigen, die etwas wußten, verbunden die Christus-Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um aber das, was ich jetzt auseinandergesetzt habe, naturgemäß zu fühlen, als etwas Selbstverständliches zu empfinden, dazu war eben die Konstitution der Seele notwendig, die damals da war. Und diese Kon­stitution der Seele verschwand eben. Sie verschwand schon seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, mit dem Jahre 747 - dies ist die wirk­kiche Gründungszahl von Rom - vor dem Mysterium von Golgatha. Mit der Gründung Roms schwindet eigentlich die alte Möglichkeit, in dem Kosmos draußen das Geistige zu sehen. Mit dem Eintritt Roms in die Geschichte tritt das in die Menschheitsevolution ein, was man das prosaische Element nennen kann. Die Griechen zum Bei­spiel bewahrten in ihrer ganzen Weltanschauung noch die Möglich­keit, hinter der Sonne eben die zwei andern Sonnen, die seelische und die geistige Sonne zu sehen. Und nur dadurch, daß nun nicht rein in griechische Weisheit und in griechisches Empfinden das Mysterium von Golgatha getaucht worden ist, sondern in römische Weisheit und in römisches Empfinden, dadurch ist es gekommen, daß man ge­brochen hat mit dem Wissen von dem Zusammenhang des Christus mit der geistigen Sonne. Damit haben sich ja namentlich die christ­lichen Kirchenväter und die christlichen Kirchenlehrer zu befassen gehabt, dieses Mysterium von der Sonne zu verhüllen, dieses Myste­rium von der Sonne für die Menschheit vergessen zu machen, es nicht herauskommen zu lassen. Es sollte gewissermaßen ein Schleier gebreitet werden durch die fortgehende Entwickelung des Christen­tums, wie man das nennt, über die tiefe, die bedeutsame, die um­fassende Weisheit von dem Zusammenhange des Christus mit dem Sonnenmysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man definieren sollte die Aufgabe der Kirche, jener Kirche, die entstanden ist dadurch, daß das Christentum in das Römertum eingesenkt worden ist, dann müßte man dies so tun, daß man sagte: Die römisch gefärbte christliche Kirche hatte sich namentlich zur Aufgabe zu machen, das Christus-Mysterium möglichst zu ver­hüllen, es möglichst wenig bekanntwerden zu lassen. - Die Einrichtung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
welche die Kirche durch den Romanismus erfahren hat, die ist insbesondere geeignet gewesen, die Menschen so wenig wie moglich von dem Christus-Geheimnis wissen zu lassen. Die Kirche war da­durch eine Institution zur Geheimhaltung des Christus-Mysteriums geworden, eine Institution geworden, möglichst wenig in die Welt kommen zu lassen von dem Christus-Mysterium. Dies ist etwas, was immer mehr und mehr in der jetzigen Zeit der Menschheit klarwerden muß, weil beginnen muß diejenige Zeit, welche in der Lage ist, wie­derum mit andern Begriffen zu arbeiten als mit den römischen Be­griffen. Römische Begriffe haben gerade das Scharfumrissene, das Scharfkonturierte, das Kadaverhafte. Diejenigen Begriffe, welche ent­wickelt werden, um zum Beispiel den Menschen in seiner Wahrheit zu begreifen, wie ich ihn in seiner Normalaura, möchte ich sagen, Ihnen vor acht Tagen hier auf die Tafel gezeichnet, skizziert habe, die Be­griffe, die notwendig sind, um die wahre Wirklichkeit des Menschen wieder zu erfassen und damit die wahre Wirklichkeit der Welt einiger­maßen zu begreifen, diese Begriffe müssen flüssig sein, diese Be­griffe dürfen nicht scharf konturiert sein, denn die Wirklichkeit ist nichts Starres, sondern etwas Werdendes. Und wollen wir mit unse­ren Begriffen und Ideen die Wirklichkeit erfassen, so müssen wir mit unseren Begriffen dem Fluß, dem Werden der Wirklichkeit nachschreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn außer acht gelassen wird dieses Flüssigwerden der Begriffe, dann kommt das zustande, was heute zum Unheil der Menschheit an zahlreichen Orten beobachtet werden kann. Nehmen Sie eine Erschei­nung, die heute für etwas gründlichere, nicht schlafende Weltenbeobachter sich geradezu aufdrängt. Es ist die folgende Erscheinung. Nicht wahr, wir haben in der Welt unter uns Gelehrte, Gelehrte auf den mannigfaltigsten Gebieten. Diese Gelehrten vertreten, bewahren, wie man sagt, die Wissenschaft, und die heutige Menschheit, die ja nicht autoritätsgläubig ist, glaubt aber trotz ihres aus der Welt geschafften Autoritätsglaubens aufs Wort alles dasjenige, was von den Gelehrten der verschiedenen Gebiete vertreten wird. Und die Gelehrten unter­einander glauben den andern immer dasjenige, was nicht gerade in ihrem Gebiete ist. In diese Verhältnisse sehen die Menschen heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
nicht gern hinein, weil das ganze Zerfaserte und Chaotische unserer Kultur den Menschen auffallen müßte, wenn sie in diese Verhältnisse hineinsehen würden. Aber wir haben ja zum Beispiel das Folgende er­lebt. Nehmen wir an, so ein Gelehrter - wir könnten immer für die verschiedenen Gebiete einen herausheben - hat zu seinem speziellen Gebiete, nun, meinetwillen - ich will etwas Ausgefallenes nehmen -, die Ägyptologie. Da besteht dann sein Beruf darinnen, daß er über die Eigentümlichkeit des ägyptischen Volkes die übrigen Menschen, die sich nicht beschäftigen können mit dem, was man die Quellen nennt, unterrichtet, daß er auch über die Beziehungen des ägyptischen Volkes zu andern Völkern des Altertums die Menschen unterrichtet. Der Menschen Aufgabe ist es, das aufs Wort zu glauben, denn der Mann ist ja in der Ägyptologie eine Autorität. Nun ist aber in unserer Zeit ein Unheil gekommen: Eine große Anzahl von diesen Gelehrten, die solche Spezialgebiete vertreten, haben nicht geschwiegen, sondern über Themen gesprochen, die nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. Es wäre ja besser gewesen, wenn sie geschwiegen hätten, aber sie haben nicht geschwiegen; sie haben zum Beispiel ihr Denken, ihre Gedan­kenformen, heute unter dem Eindruck dieser Ereignisse angewendet auf ihr eigenes Volk und auf seine Beziehungen zu den andern Völ­kern. Und da hat man nun genügend Gelegenheit zu sehen, was für Unsinn eigentlich die Leute reden. Nun müßte man Schlüsse ziehen, Schlüsse, die sehr real gedacht werden können. Gar mancher, der da gilt, sagen wir, auf dem Gebiete der Ägyptologie, und von dem man die Meinung hat, daß seine Begriffe mit Bezug auf die Eigentümlich­keiten des ägyptischen Volkes und seines Verhältnisses zu andern Völkern unanfechtbar seien, der redet nun plötzlich in der Gegen­wart lauter Unsinn über sein eigenes Volk und über das Verhältnis seines eigenen Volkes zu den andern Völkern. Ja, glauben Sie, er wird nun über die Ägypter und über ihre Beziehungen zu andern Völkern gescheiter reden und geredet haben? Wenn &#039;&#039;Balfour&#039;&#039; heute über das Verhältnis seines Volkes zu der übrigen Welt spricht, oder wenn &#039;&#039;Houston Stewart Chamberlain&#039;&#039; fortwährend Unsinn redet über das Ver­hältnis der Menschen zu den andern Menschen, da könnten einige auch ohne Nachdenken irgendwie herauskriegen, daß die Leute Unsinn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
reden, völligen Unsinn reden! Aber nun hat der Chamberlain ge­schrieben «Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts» und eine große Anzahl anderer Bücher, bei denen man nicht die Gelegenheit hat, die Geschichte zu prüfen. Er hat natürlich ganz genau denselben Unsinn geredet dazumal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist schon einmal gegenwärtig die Zeit der Prüfung, und namentlich die Zeit der Prüfung dafür, nun endlich einmal einzusehen, daß es nicht bloß darauf ankommt, Urteile abzugeben, die einen gewissen eingeschränkten Wert haben, indem sie richtig sind auf einem be­stimmten Gebiete - das ist fast jedes Urteil, das Falscheste ist auf einem bestimmten Gebiete richtig -, sondern daß es darauf ankommt, geradezu zu suchen jene Flüssigkeit der Urteile, die nur durch die Geisteswissenschaft gefunden werden kann, die in die Realität ein­dringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja merkwürdig, welche Kollisionen zwischen gesundem Den­ken und zeitgemäßem Denken gerade heute an die Oberfläche treten. Man hat in den letzten Tagen von einer religiösen Diskussion gehört, die stattgefunden hat in Petersburg - Petrograd, so hat man eine Zeit­lang gesagt, ich weiß nicht, ob man jetzt schon wieder Petersburg sagt -, also von einer religiösen Diskussion, die in dem ehemaligen St. Petersburg stattgefunden hat. Mitten drinnen im Bolschewismus hat man von einer religiösen Diskussion gehört. Da haben über die Religion und ihre Entwickelung gesprochen Sozialisten, Popen, selbst­verständlich auch allerlei Bourgeoisleute. Die haben natürlich das Ge­scheiteste nicht geredet. Nun könnte man aus der Diskussion, die da gepflogen worden ist, die natürlich in der Wolle gefärbt war von der Gegenwart, aber durchaus mit den starrsten alten Begriffen arbeitete, wie es scheint, doch manches lernen. Zum Beispiel hat da ein Pope etwas höchst Interessantes vorgebracht. Der Pope fühlt sich genötigt, zu seinen Lämmern so zu sprechen, wie er es bisher gewohnt war. Nun hat er natürlich bisher so geredet, daß alles dasjenige, was auf der Welt ist, der Zarismus und alles, alles selbstverständlich von Gott kommt. Was kann er heute machen, der gute Pope? Er muß natürlich das, was er gewohnt war, früher seinen Lämmern zu sagen - jetzt sind es keine Lämmer mehr -, heute wenigstens irgendwie beibehalten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
denn er will ja nicht zu neueren Begriffen übergehen. Da sagt er denn: Die Welt ist von Gott, alles ist von Gott; da wir jetzt eine Sowjet­regierung haben, ist sie auch von Gott. Bolschewismus ist eben von Gott der Menschheit geschickt. Da alles von Gott ist, ist auch der Bolschewismus von Gott. - Was soll er anderes sagen? Ich bin ganz überzeugt davon, die Schlußfolgerung kann auch noch weiter aus­gedehnt werden. Warum sollte man nicht sehr schön plausibel machen können, daß der Teufel von Gott ist? Der Teufel ist einge­setzt von Gott, nach ganz derselben Schlußfolgerung! - Das ist es ja, daß man wirklich einmal tiefer hineinleuchtet in dasjenige, was not­wendig ist. Das findet natürlich auf allen Gebieten stärkste Gegner­schaft. Schlafen aber kann man nicht, wenn man sich vorgenommen hat, teilzunehmen an dieser Umarbeitung des Vorstellungsvermögens der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begriffe, die der Materialismus herausgearbeitet hat und die gerade­zu als unanfechtbar gelten, sie gehören zu demjenigen, was gewisser­maßen am gründlichsten überwunden werden müßte. Nichts begegnet einem ja heute häufiger aus der sogenannten Autorität der Wissen­schaft heraus als dasjenige, was genannt wird das Gesetz von der Er­haltung der Energie und des Stoffes, Erhaltung von Kraft und Stoff. Das ist dasjenige, was ganz besonders der Menschheit ans Herz ge­wachsen ist. Die ganz und gar mechanistisch, physikalisch gewordene Weltanschauung will sich betäuben gegenüber dem Vorhandensein des Geistes. Da sie den Geist nicht anerkennen will, kann sie dem Geist auch nicht Dauer, nicht Ewigkeit zuschreiben; sie schreibt die Ewigkeit ihrem kleinen Götzen, dem Atom, oder überhaupt dem Stoff oder der Kraft zu. Aber, die Wahrheit ist, daß von alldem, was Sie sinnlich anschauen können, was Sie da stofflich und als Kräfte in der Welt umgibt, nach den Gesetzen des Weltenalls nichts, aber auch gar nichts über die Stufe des Venuszeitalters hinaus existieren wird. Wir wissen, daß auf die Evolution der Erde die Jupiterevolution folgt, und auf die Jupiterevolution die Venusevolution, dann die Vulkanevolu­tion. So wie sich der Mensch in verschiedenen Verkörperungen wiederfindet, so findet sich die Erde wieder als Jupiter nach der Ju­piterevolution als Venus, nach der Venusevolution als Vulkan. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|66}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was heute von irgendeinem physikalischen Experiment als Stoff und Stoffgefüge gefunden werden kann, es hat nicht Bestand über das Venusdasein hinaus. Es gibt keine Erhaltung des Stoffes und der Kraft - solchen Stoffes, solcher Kraft, von der die Physiker spre­chen können - über das Venusdasein hinaus. Das ganze Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft ist lediglich ein Aberglaube, ist dasjenige, wovon alle physikalischen Begriffe beherrscht werden. Aber etwas wird zugedeckt, indem man geradezu davon spricht, die Welt bestehe aus unzerstörbarem Stoff, der sich immer in andern Gruppierungen ergibt. Zugedeckt wird das, was als Antwort kommen muß, wenn man die Frage aufwirft: Ja, was bleibt denn dann, wenn alles das, was unsere Sinne in weiterem Umkreise umgibt, schon nicht mehr da sein wird, wenn die Venuszeit gekommen oder in ihrer Mitte angelangt sein wird? Was bleibt dann? Wo ist denn irgend etwas, was bleibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, richten Sie Ihre Augen hinaus in den weiten Umkreis, den Sie überschauen können. Schauen Sie sich alles, alles an, schauen Sie sich die Gesamtheit des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen, des menschlichen Reiches an; schauen Sie sich an alles dasjenige, was Sie sehen können als Sterne, Lichterscheinungen, alle Lufterscheinungen, alle Wassererscheinungen, sehen Sie hin, wo Sie hinsehen wollen, fas­sen Sie alles zusammen, was Sie irgendwie in Ihren äußeren Sinnes­wahrnehmungen zusammenfassen können und stellen Sie sich die Frage: Wo ist etwas, was von unserem jetzigen Dasein bleibt? - In keinem Tier, in keiner Pflanze, in keinem Mineral, in keiner Luft, in keinem Wasser, nirgends als nur im Menschen! In allem, was Sie heute sehen können, ist nichts enthalten, was regelrecht über das Venusdasein hinausgeht, als einzig und allein der Mensch selber. In nichts anderem können Sie etwas Bleibendes, etwas, was mit dem Begriffe der Ewigkeit angesprochen werden kann, suchen, in nichts anderem als in dem Menschen. Das heißt: Suchen wir die Keime für die wahre Weltenzukunft, wo müssen wir sie suchen? - Wir mussen sie im Menschen suchen! Wir können sie bei keinem andern Geschöpf, in keinem Naturreiche suchen. Aber durch die Naturreiche haben die alten Menschen vor dem Mysterium von Golgatha das kosmische All,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|67}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geistig natürlich, gesehen. Wenn wir die Sonne nehmen: Sie haben einen glühenden Ball gesehen, aber sie haben durch den glühenden Ball den Helios und das Gute gesehen. Doch dieser glühende Sonnen­ball wird nicht länger vorhanden sein als das Venusdasein; dann ist er weg. Und alles dasjenige, wodurch man wie die Alten als durch einen Schleier die Konstituion irgendeines geistigen Daseins gesehen hat, es wird weg sein. Und von alledem, was jetzt da ist, bleibt für die Zukunft nur das, was in den Menschen keimhaft veranlagt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist denn also eigentlich geschehen? Die Menschen haben vor dem Mysterium von Golgatha hinausgesehen in das weite Weltenall; sie haben gesehen Sterne über Sterne, sie haben gesehen die Sonne und den Mond, sie haben gesehen Luft und Wasser, die verschiedenen Reiche. Aber sie haben sie nicht so angeschaut wie der heutige Mensch, sondern sie haben hinter alldem das geistig-göttliche Dasein geschaut, und sie haben hinter alldem den Christus, der noch nicht zur Erde niedergestiegen war, geschaut. In diesen alten Zeiten hat man den Christus verbunden mit dem Kosmos, außerirdisch hat man ihn ge­sehen. In all dem, worinnen man den Christus gesehen hat, ist nichts, was über das Venusdasein hinaus dauert. Alles, wodurch sich in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen das Geistige enthüllt hat und auch der Christus im Kosmos, hat nur einen Bestand bis zum Venusdasein. Die Menschen lebten vor dem Mysterium von Golgatha mit dem Himmel, aber dieser Himmel ist so sinnlich, daß er auch mit dem Venusdasein verschwindet. Was über das Venusdasein hinaus bleibt, das hat seine Keime nur im Menschen. Der Christus mußte aus dem Weltenall zu dem Menschen kommen, wenn er mit dem Menschen den Gang in die Ewigkeit antreten wollte. Weil das alles so ist, wie ich es Ihnen jetzt geschildert habe, deshalb stieg der Christus aus dem Kosmos herab, um fortan mit dem zu sein, was als Keim im Menschen in die Ewigkeit hinaus dauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist das große kosmische Ereignis, das man verstehen muß. Die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha konnten den Gott, den Christus im Weltenall verehren. Die Menschen, die darauf kommen mußten - und es ist die Zeit seit dem Mysterium von Golgatha immer mehr und mehr darauf gekommen, daß nur im Menschen der Keim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|68}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ist für die ewige Weltenzukunft -, diese Menschen mußten einen Christus haben nicht im Weltenall draußen, das zerfällt, sondern ver­eint mit dem Menschen, mit der menschlichen Organisation, mit dem menschlichen Reiche. Wörtlich wahr ist es: Dasjenige, was da ist im weiten Umkreis der Sinne als Sterne, als Himmelskörper, es wird vergehen. Aber das Wort, der Logos, der erschienen ist in dem Christus, und der sich vereinigt mit dem ewigen Wesenskern des Menschen, der wird bleiben. Und das ist eine wörtliche Wahrheit, wie die Dinge in den wirklichen okkulten, religiösen Urkunden wört­liche Wahrheiten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist auch der Grund, warum wir gewissermaßen einen Dualismus in der Namengebung haben müssen - ich habe darauf schon hingedeutet -, in der Namengebung Christus Jesus. Den Christus, der dem außerirdischen Weltenall angehört, dieses geistige Wesen, das vor dem Mysterium von Golgatha nicht mit den Menschen der Erde ver­bunden war, muß man auf der einen Seite erkennen; das darf nicht vergessen werden, denn das ist heruntergestiegen und hat sich mit der Menschennatur, mit dem Jesus verbunden. In dem Dualismus Chri­stus Jesus liegt dasjenige, was notwendig ist, zu verstehen. In dem Christus muß man das Kosmisch-Geistige sehen; in dem Jesus muß man dasjenige sehen, durch welches dieses Kosmisch-Geistige in die historische Entwickelung eingetreten ist und sich so mit der Mensch­heit verbunden hat, daß es mit dem Menschenkeim nun weiter in die Ewigkeiten leben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses mit den alten Mysterien zusammenhängende Christusge­heimnis zu verhüllen, zu entstellen, das war gewissermaßen die Auf­gabe der Kirche in den verflossenen Jahrhunderten. Und versuchen Sie einmal, den Werdegang der Menschheit in diesen verflossenen Jahrhunderten wirklich zu studieren, versuchen Sie sich klarzumachen, wie es denjenigen einzelnen Menschen gegangen ist, welche den Christus Jesus wirklich suchen wollten, die wirklich den Weg finden wollten zu dem Christus Jesus: es war immer ein Märtyrerweg. Er mußte immer gesucht werden, der Christus Jesus, gegen die Konven­tionen, wie er ja auch heute selbstverständlich gegen dasjenige, was von den Konventionen geblieben ist, gesucht werden muß. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|69}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man kann dem Christus-Geheimnis nicht nahekommen, wenn man es nicht verbindet mit dem Naturgeheimnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, die Notwendigkeit, die wir vor unsere Seele hingestellt haben, von dem Herunterkommen des Christus aus kosmischen Höhen zu dem Menschenkeim, das Geheimnis von dem Jesus-Werden des Christus, man kann es nur verstehen, wenn eine Einheit wird Naturbetrachtung, Weltbetrachtung, Kosmologie und die Wissen­schaft von dem Werden des Menschen und des Göttlichen in der Menschheit. Das möchte man gerade von einer gewissen Seite her ver­meiden, daß Naturwissenschaft zu gleicher Zeit Geisteswissenschaft und Geisteswissenschaft zu gleicher Zeit Naturwissenschaft werde. Das ist ja das Bestreben der meisten Theologen, und auf der andern Seite wiederum das Bestreben der meisten Naturgelehrten der Ge­genwart, daß eine Schranke aufgerichtet werde zwischen der Natur­wissenschaft auf der einen Seite und der Geisteswissenschaft auf der andern Seite. Nur ja soll nicht über den Christus Jesus etwas gesagt werden, was zu gleicher Zeit zusammenhängt mit der Erdenevolu­tion, und nur ja soll nicht über die Erdenevolution, das heißt über ihre einzelnen Teile etwas gesagt werden, was zusammenhängt mit dem großen geistigen Mysterium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem man diese Dinge berührt, berührt man in der Tat Wichtigstes, Allerwichtigstes im Menschenleben der Gegenwart. Denn jenes konfuse Geschwätz von allerlei Geistigem, auf das auch unsere Freunde einen so oftmals aufmerksam machen, und zum Ekel einen aufmerksam machen, dieses konfuse Geschwätz vom Geiste nützt gar nichts. Ich meine, es kommt alle Augenblicke einer und sagt: Nun sehen Sie einmal, der hat wiederum ganz theosophisch oder anthropo­sophisch geredet, er hat das und das gesagt! - Dieses bequeme Suchen nach Stützen in der gegenwärtigen Konfusion, das ist nicht dasjenige, was wir anstreben sollen, sondern wir sollen schon auf dem Funda­ment feststehen, das uns die Geisteswissenschaft sein wird. Und die Zeit ist zu ernst, um weitere Kompromisse, besonders auf diesem Ge­biete zu pflegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Brücke zu schaffen zwischen dem Naturwissen, überhaupt zwischen dem Wissen des Wahrgenommenen und dem Wissen desjenigen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|70}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu dem die Sünde, zu dem die Erlösung, kurz, zu dem die religiösen Wahrheiten gehören, die Brücke zu schaffen zwischen die­sen zwei Gebieten, das kann nur geschehen, wenn man den Mut haben wird, in das Geistige wirklich real einzudringen. Aber auch über die Lebenswahrheiten wird man nichts Vernünftiges wissen können, wenn man nicht den Mut hat, in das Geistige real, wirklich einzudringen. Zum Eindringen in das geistig Reale gehört vor allen Dingen diese Möglichkeit: wiederum etwas zurückzublicken zu dem dreifachen Sonnenmysterium der alten Zeit, aber in dem neuen Sinne, wie es der gegenwärtigen Menschheit angemessen ist. Geradeso wie die Sonne eine Dreiheit ist, so ist ja der Mensch auch eine Dreiheit. Aber es handelt sich darum, daß wir diesen dreifachen Menschen wirklich studieren. Das ist Wichtigstes für die Gegenwart: den drei­fachen Menschen zu studieren. Ich möchte Ihnen heute einmal vor­bereitend - morgen und übermorgen werden wir diese wichtige Sache zu Ende führen - schematisch etwas angeben, was Sie führen kann auf dem Wege, der eigentlich gesucht werden müßte, um den drei­fachen Menschen zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal das Folgende - also das, was ich jetzt skizziere, soll ein Schema sein -, denken Sie sich, Sie hätten ein Gebilde, das ganz und gar nur Bild, nur Abbild sei, das im Grunde gar keine Bedeutung in sich selber hat, also Abbild ist. Das will ich so skizzieren: ich zeichne einfach einen Kreis (siehe Zeichnung Seite 71, blau), eine Kreisfläche. Das ist ein Gebilde, das Abbild ist von etwas anderem, aber dadurch, daß es Abbild ist, hat es das andere, wovon es Abbild ist, vollständig aufgezehrt. Es ist ja sonderbar, wenn ich folgendes sage, aber denken Sie sich einmal: In unserer Kuppel, in der kleinen Kuppel arbeiten vier Damen; nehmen wir einmal an, diese vier Da­men würden, auf jeder Seite zwei, malen, sich selber porträtieren, aber dieses Porträtieren hätte eine besondere Folge. Also denken Sie sich, diese vier Damen, die porträtieren sich in der kleinen Kuppel, malen sich selber da ab, aber dieses Sich selber Porträtieren, das hätte eine ganz bestimmte Folge: sie verschwänden nämlich dadurch, sie gingen über in ihr Abbild, sie hörten auf zu sein. Wenn sie fertig sind, sind sie nicht mehr da. Dadurch, daß die Abbilder entstanden sind,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind sie selbst nicht mehr da. - Solch ein Gebilde stellen Sie sich unter dem, was ich hier skizzenhaft aufgezeichnet habe, einmal vor: ein Gebilde, das dadurch entstanden ist, daß es gemacht worden ist von etwas, wovon es Abbild ist; aber dadurch, daß das Abbild da ist, ist das andere aufgezehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber dieses Aufgezehrte nicht allein in der Welt. Stellen Sie sich nämlich vor, es wäre die Geschichte noch nicht aus mit diesen vier Damen. Gut, diese vier Damen wären verschwunden, sie hätten sich da aufgemalt und wären verschwunden; aber die Bilder sind da. Sie sind nicht allein da im Weltenall, das Weltenall ist mit seinen Kräften außerdem noch da. Die Damen sind verschwunden, sind von den Bildern gewissermaßen aufgesogen worden; aber dadurch, daß die Bilder da sind, zieht sich aus dem Weltenall wiederum Substan­tielles zusammen und bildet die Damen neu, allerdings jetzt als Kinder: sie entstehen langsam wieder, enstehen da daneben. So entsteht neben diesem Gebilde wiederum sein Urbild (siehe Zeichnung, gelb). Ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 071.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 71]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
müßte es eigentlich ein Stückchen hinein zeichnen, ich zeichne es nun daneben auf: das ist das Urbild. Das ist das Urbild, aber es ist ein sehr loser Zusammenhang zwischen diesem Abbild und dem Urbild, ein sehr loser Zusammenhang. Beide haben fast gar nichts miteinander zu tun. Dieses Abbild ist richtig verhärtet und hat fast gar nichts mit seinem Urbilde zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann denken Sie sich ein zweites Gebilde. Ich will das zweite Ge­bilde so skizzieren, daß ich es nun auch als Abbild mache (siehe Zeichnung Seite 72, violett); nur ist das erste drinnen in dem zweiten. Das erste ist etwas für sich, aber es ist auch drinnen in dem zweiten. Also ich zeichne da kühn über das erste das zweite drüber. Das ist wiederum solch ein Abbild, und wiederum so ähnlich ein Abbild von einem andern, das ich auch nun da drauf zeichnen will (siehe Zeichnung,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|72}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 072.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 72]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
rot); das muss ich aber nun schon inniger mit dem verbin­den. Da ist die Sache also so, daß ich nicht den Vergleich wählen könnte, den ich früher mit den vier Damen gewählt habe, sondern wenn ich bezüglich dieses Bildes und Abbildes jetzt einen Vergleich wählen würde, müßte ich so sagen: Es sind also die vier Damen da, sie malen in der kleinen Kuppel, und während sie malen, geht schon auch etwas von ihnen selber auf, wird aufgesogen. Aber nur zur Hälfte werden sie aufgesogen; zuletzt sind sie so, daß sie - nun, ich will also sagen, um nicht einen unästhetischen Vergleich hervorzu­rufen: Es wird von der einen die linke Körperhäffte aufgesogen, die rechte ragt noch heraus von dem Bilde; von der andern die rechte Körperhälfte aufgesogen, die linke ragt noch heraus. Also sie sind teilweise aufgesogen; teilweise ragen sie noch heraus. Das ist das zweite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stellen Sie sich ein drittes vor, das also wiederum das erste mitumfaßt und das zweite auch mitumfaßt (siehe Zeichnung Seite 73, grün). Das aber ist zum großen Teil mit seinem Abbilde verbunden, das ist noch nicht getrennt von seinem Abbilde. Da müßte ich also, wenn ich den Vergleich festhalten wollte, sagen: Die Damen malen, aber sie bleiben auch als Damen vorhanden, und das Ganze, was ich vor mir habe, sind die Damen und ihre Abbilder. Das ist vorhanden (siehe Zeichnung, orange), das ist zum größten Teile auch im Urbilde vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So haben Sie also hier (Zeichnung Seite 71) etwas schematisch gezeichnet: zuerst oben ein Abbild, verhärtet, kristallisiert, es hat möglichst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|73}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 073.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 73]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenig mit seinem Urbilde zu tun; das Urbild ist daneben, neu entstehend. Das ist nämlich Ihr Kopf; der ist der materiellste, ver­härtetste Teil der Menschennatur. Sein Urbild hat geradezu nichts mit ihm zu tun, entsteht neu; und wenn Sie achtundzwanzig Jahre alt geworden sind, ist Ihr Kopf so, daß er aus sich selber gar nicht ein­mal mehr etwas hergibt, ausgewachsen ist. Der größte Materialist in der Menschennatur ist das Haupt. Ein zweites Gebilde ist Brust und Atmung und alles, was dazugehört. Das ist ungefähr so, daß ich das zweite als Schema gebrauchen könnte (Zeichnung Seite 72). Das ist schon mehr verbunden, da hängen Geist und Materie schon mehr zu­sammen, das ist schon durchgeistigter. Alles das, was Lunge und Atmungsprozeß ist, ist schon für die Erde vergeistigter. Und was übrigbleibt, Gliedmaßen, im Zusammenhange damit alles das, was die Sexualität umfaßt, da ist Geistiges mit Physischem eins, da sind sie noch zusammen. Das gehört zum dritten Schema (Zeichnung oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der dreifache Mensch. Ich habe es Ihnen heute nur schema­tisch auf die Tafel zeichnen können. Dieses zu gleicher Zeit wunder­bare und furchtbare, dieses großartige und tiefeindringende Myste­rium vom dreifachen Menschen hängt wiederum mit dem dreifachen Sonnenmysterium zusammen. Das aber hängt wiederum zusammen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|74}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit all den Wahrheiten, die wir brauchen wie das Brot des Lebens für alles dasjenige, was sich setzen muß an die Stelle dessen, was in das Chaos, was in die Sackgasse hineingekommen ist und zu den gegen­wärtigen Menschheitskatastrophen geführt hat. Davon werden wir morgen weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|75}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= FÜNFTER VORTRAG Dornach, 25. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den dreigeteilten Menschen habe ich gestern schematisch hingewiesen. Es ist ja durchaus so, daß aus unserem gegenwärtigen Geistes­leben heraus wenig Empfindungen vorhanden sind für das Verständnis des Wesens des Menschen, so wie es erfaßt werden muß vom geisteswissenschaftlichen Standpunkte. Allein, wir müssen uns doch bemühen, an dieses Menschenwesen heranzukommen. Die wichtig­sten Vorstellungen, die man auch über das Gesamtleben des Menschen gewinnen muß, über die Entwickelung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auch sie sind nur zu beherrschen, wenn man ausgeht von einem solchen Verständnisse, das an diesen dreige­teilten Menschen anknüpft. Betrachten wir für heute einmal im ein­zelnen diesen dreigeteilten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wurde ja gestern schon darauf aufmerksam gemacht, daß wir da zunächst auf das Haupt des Menschen hinweisen können. In einem gewissen Sinne ist dieses Haupt des Menschen wirklich eine Art selb­ständige Formwesenheit. Sie können sich ja selber hinstellen vor ein Menschenskelett, und Sie können leicht das Haupt abheben. Wie eine Kugel können Sie es abheben. In Wirklichkeit ist allerdings die Trennung zwischen den drei Gliedern der menschlichen Natur nicht so einfach, daß man sagen könnte: Dasjenige, was man da vom üb­rigen Skelett so bequem abhebt wie eine Kugel, das ist dieser Hauptes-teil. - So streng sind die Dinge nicht geschieden. Aber man muß sich ja allmählich herausarbeiten aus dem bloßen Schematismus, auch aus dem, den einem die Natur selbst nahelegt, zu einer lebendigen Empfindung. Und ich mußte ja gestern schon, wie Sie gesehen haben, nicht etwa drei nebeneinanderliegende Kreise aufzeichnen, sondern einen Kreis für das Haupt, einen zweiten Kreis, der dieses Haupt übergriff, und einen dritten Kreis, der wiederum beide übergriff. So daß, wenn man schematisch den dreigeteilten Menschen zeichnen würde nach seiner physischen Wesenheit, man eben ihn so zu zeich­nen haben würde, daß man sagt: Der Hauptesteil (siehe Zeichnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|76}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
roter Kreis A), der Rumpfteil (oval, gelb), und dann der Glied­maßenteil (orange) -, eigentlich drei Kugeln, wenn auch diese Kugeln in die Länge gezogen werden müssen. Mit dem Hauptesteil, also mit dem, was hier als roter Kreis A bezeichnet worden ist, mit diesem Hauptesteil steht das Geistige, das, wie Sie gestern gesehen haben, eine junge Bildung ist, im Zusammenhange (hellschraffierter kleiner Kreis, weiß). Dieses Geistige des Hauptes, das ist eine junge geistige Bildung, während das Haupt selbst eine alte physische Bildung, eine physische Formwesenheit ist. Bei dem Haupte ist daher vor allen Dingen richtig, was man sonst im allgemeinen für den Menschen an­führt, was aber in dieser Allgemeinheit, wie man es anführt, nicht ganz richtig ist; für das Haupt ist es richtig. Was ich hier als Weißes, Geistiges bezeichnet habe in bezug auf das Haupt, das ist, wenn Sie schlafen, heraußen aus dem Haupte. Wenn Sie wachen, ist es mit dem Haupt vereinigt, ist zum größten Teile im physischen Haupte drinnen. Es kann sich also am leichtesten vom physischen Haupte trennen; es geht heraus und geht wiederum zurück, hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 076.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 76]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist schon durchaus nicht so für den mittleren Menschen, nennen wir ihn meinetwillen den Brustmenschen. Alles dasjenige, was vom Thorax, vom Brustkorbe eingeschlossen ist, von den Rippen und vom Rückgrat, das ist mit dem Geistigen verbunden, aber es ist nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|77}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so ausgesprochen das Geistige heraußen, wenn Sie schlafen. Das Geistige steht schon auch während des Schlafens für diesen mittleren Menschen in einer starken Verbindung mit dem Physischen. Und für den dritten Menschen, für den Gliedmaßenmenschen, wozu auch der sexuelle Mensch gehört, da ist eigentlich praktisch eine Trennung zwischen Schlafen und Wachen in Wirklichkeit doch nicht vorhanden. Da kann man gar nicht sagen, daß wirklich das Geistig-Seelische im Schlafe sich trennt; die bleiben mehr oder weniger auch im Schlafe vereint. So daß man nach einem andern Schema den wachenden Menschen gut so zeichnen könnte, daß man sagte: Wenn das der physische Mensch ist, wachend (siehe Zeichnung a, dunkel schraf­fiert, rot), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 077.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 77]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so würde dieses der geistige Mensch sein (hell schraffiert, weiß). Das würde der schlafende Mensch sein (siehe Zeichnung b, rot und weiß); es bliebe also dieses mehr oder weniger mit dem Leib­lichen vereint, und nur das geht eigentlich heraus (siehe Zeichnung b). Das würde von einem gewissen Gesichtspunkte aus die eigentliche Zeichnung sein für den Gegensatz des wachenden und schlafenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun werden Sie die wichtigen Dinge, die wir zu besprechen haben, nur dann verstehen, wenn Sie diese Gliederung des dreigeteilten Men­schen, die wir eben besprochen haben, für sich durchkreuzen mit einer andern Gliederung des Menschen, die anknüpft an dasjenige, was ich die vorige Woche hier auseinandergesetzt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|78}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir so noch einmal das Haupt, den Rumpfmenschen, den Gliedmaßenmenschen durchsprechen, so können wir ja sagen: Im eigentlichsten Sinne Mensch ist nur der Rumpfmensch. Der ist daher auch derjenige, dem der lebendige Odem eingehaucht ist durch die Elohim. Er ist der atmende Mensch. Da ist die Teilung nicht so ganz bequem wie beim Skelett; der Atmungsvorgang durch Nase und Mund gehört schon zum Rumpfmenschen. Also, nicht wahr, es ist die Teilung in Wirklichkeit nicht so schematisch bequem zu machen, wie man es sich gern aufzeichnen möchte, aber das sind ja natürlich die Schwierigkeiten des Verständnisses für eine solche Sache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also der eigentliche Mensch, der Erdenmensch, ist der Rumpf-mensch. Und der Kopfmensch, als physische Gestaltung, das ist eigentlich nicht etwas durch und durch Menschliches. Man kann nicht sagen, daß der Menschenkopf etwas durch und durch Mensch­liches ist. Der Menschenkopf hat eben sehr viel [[a:Ahriman|Ahrimanisches]] in sich. Er ist im wesentlichen so gegliedert, wie er gegliedert ist, aus dem Grunde, weil gewisse Bildungsprinzipien in ihm namentlich dieje­nigen sind, die noch von der [[a:a:Alte_Sonne|alten Sonne]], also von diesem zweiten [[a:Weltentwicklungsstufen|Erdenstadium]] - [[a:alter Saturn|Saturn]], [[a:Alte Sonne|Sonne]] -, zurückgeblieben sind. Unser Haupt mit seiner ganzen komplizierten Bildung wäre nicht so, wie es ist, wenn es nicht seine erste Bildung bekommen hätte in diesen uralten Zeiten der alten Sonne. Und es sind also eigentlich alte, uralte Bil­dungsprinzipien, die heute hereinragen in die Erdensphäre, und die wir aus diesem Grunde als ahrimanische bezeichnen müssen. Zurück­gebliebene Prinzipien müssen wir ja immer als [[a:luzifer|luziferische]] oder ahrimanische, je nach den Gesichtspunkten, ansehen. Dasjenige, was den Menschen als Erdenmenschen ausmacht, wo die Prinzipien des Erdenwerdens hauptsächlich spielen, das ist der Brust-, der Rumpf-mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gliedmaßenmensch ist auch nicht rein der Mensch, sondern der hat sehr viel Luziferisches in sich, und seine Bildungsprinzipien sind eigentlich noch nicht volle Bildungsprinzipien, sondern sie sind solche, welche ihre volle Ausgestaltung erst haben werden, wenn die Erde ins [[a:neue Venus|Venusstadium]] gekommen sein wird, wenn also das [[a:a:Neuer_Jupiter|Jupiterstadium]] vorausgegangen und im Übergange sein wird in das Venusstadium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|79}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann werden die Bildungsprinzipien, die heute, ich möchte sagen, noch diesen Schatten von einem Wesen ausbilden, der der Extremitätenmensch ist, dieses dritte menschliche Wesen, in ihrer vollen Intensität, in ihrer richtigen Gestalt wirken: wenn die Venuszeit da sein wird. Also das nimmt der Mensch voraus, was in der Venuszeit erst da sein wird und bildet es heute unvollkommen, keimhaft, läßt es nicht über das Keimhafte hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist die Sache kosmisch betrachtet. Kosmisch betrachtet also sind wir in unserer Gestaltung so, daß wir in unserem Haupte gewisser­maßen nach den Kräften die alte Sonnenzeit wiederholen, in unserer Brust das Erdenwerden tragen; indem wir Extremitätenmenschen sind, tragen wir die Keime zum Venuswerden in uns. Das ist kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Humanistisch betrachtet ist es etwas anderes. Da müssen wir auf die menschliche Individualität sehen, wie diese menschliche Indivi­dualität von Inkarnation zu Inkarnation schreitet. Da müssen wir sagen: Was wir heute in dieser Inkarnation als Haupt an uns tragen, das hat sich verwandt erwiesen unserer vorigen Inkarnation; dasjenige, was wir jetzt als Brustmenschen in uns tragen, das ist eigentlich rein verwandt unserer gegenwärtigen Inkarnation; und dasjenige, was wir als Extremitätenmensch in uns tragen, das wird ja Haupt in der näch­sten Inkarnation, das ist verwandt schon mit der nächsten Inkarnation. Ich habe Ihnen in der vorigen Woche gesagt: Das Haupt hat etwas Verräterisches, insbesondere in seinem Negativ. Wenn Sie einen Abdruck nehmen würden von der Physiognomie des Hauptes und diese Phy­siognomie anschauen würden, so würden Sie in dieser negativen Physiognomie Ihres Hauptes viel von dem erkennen, was Sie in einer vorigen Inkarnation angestellt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt ist es mit dem Extremitätenmenschen. Da können Sie aber nicht einen Abdruck nehmen, sondern da müssen Sie anders vor­gehen. Denken Sie sich vom Menschen das Haupt und den Rumpfmenschen weg, aber denken Sie sich alles das, was nun Ihre Hände und Beine tun, machen Sie sich ein Bild von dem, was Ihre Hände und Beine tun. Sie müssen sich da eine Art Landkarte machen. Nicht wahr, jedesmal, wenn Sie mit Ihren Händen das oder jenes tun, geschieht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|80}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es ja an einem andern Orte. Sie gehen ja außerdem herum, Sie kommen in Beziehung zu andern Wesen Wenn Sie das alles malen würden, was Ihre Hände und Beine tun, und ein Bild im Laufe Ihres Lebens entwerfen würden - es würde ein sehr bewegtes Bild werden - von dem, was Ihre Hände und Füße, Arme und Beine tun, dann würden Sie in dieser Zeichnung eine komplizierte Landkarte erblicken; aus der würden Sie viel von dem verraten bekommen, was Ihnen karmisch aufbewahrt ist für Ihre nächste Inkarnation. Dar­innen würden Sie viel ablesen können von dem Karma der nächsten Inkarnation. Es ist durchaus bedeutsam: So wie der Negativabdruck der Physiognomie in seiner Ruhe, in seiner festen, konturierten Zeichnung verräterisch ist für das, was in der vorigen Inkarnation schon geschehen ist, so würde dasjenige, was man abpunktieren könnte von dem, wie sich Arme, Hände, Beine, Füße verhalten, außerordent­lich instruktiv sein für das, was der Mensch in der nächsten Inkar­nation ausführen wird. Namentlich ist es auch instruktiv für das, was der Mensch in der nächsten Inkarnation ausführt, wohin er geht, wo­hin ihn seine Beine tragen. Wenn Sie alle die Orte, wenn Sie einfach den Weg verfolgen würden, wohin Sie Ihre Beine tragen, so würde da eine Landkarte daraus werden. Sie würden merkwürdige Figuren bekommen. Nicht ganz ohne Einfluß sind die Neigungen der Men­schen auf diese Figuren. Es spricht sich viel von den geheimen Nei­gungen in diesen Figuren aus. Die sind sehr verräterisch, diese Spuren, die da bleiben, für dasjenige, was die nächste Inkarnation dem Men­schen bringt. Also das wäre humanistisch betrachtet. Das andere war kosmisch betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gliederung des Menschen, die, ich möchte sagen, abzielt auf die Gegenwart, bedeutet aber wiederum eine Verbindung mit den Geheimnissen der alten Mysterien, in denen man mehr atavistisch die Sache gewußt hat, aber in denen man solche Geheimnisse, wie sie jetzt eben angeführt worden sind, schon gekannt hat. Es gibt eine schöne Sage, anknüpfend an den König Salomo, über die Bestimmt­heit, mit welcher der Mensch seine Füße dorthin setzt, wo er seinen Tod finden soll. Gleichsam ist der Sinn dieser Sage, daß ein bestimmter Ort auf der Erde ist, wo der Mensch seinen Tod finden soll - Sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|81}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
werden einen Zweigvortrag finden, wo ich gerade über diese Salomo-Sage vorgetragen habe -, dahin setzt der Mensch dann seine Füße. Das hängt zusammen mit dem alten Mysterienwissen von diesen Dingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, der Mensch hat ja eigentlich, wenn er so im allgemeinen lebt, nur sein gewöhnliches Bewußtsein; aber er ist, wie Sie sehen, ein recht kompliziertes Wesen, der Mensch. Wenn er wachend ist, wenn er sein jüngstes geistiges Glied, das Haupt, in seinem physischen Haupte drinnen hat, dann weiß er ja nichts von seinem Haupte. Sie werden mit Recht sagen: Gott sei Dank, daß man nichts vom Haupte weiß; denn weiß man vom Haupte, so ist es nur der Kopfschmerz. - Auf eine andere Weise wird sich der Mensch seines Hauptes nicht bewußt, als wenn er Kopfschmerz kriegt; dann weiß er, daß er ein Haupt hat. Sonst bleibt das unbewußt, im eminentesten Sinne unbewußt, viel un­bewußter, als ein übriges Glied des menschlichen physischen Leibes. Der Mensch darf ganz froh sein, wenn er im normalen Bewußtsein von seinem Haupte nichts weiß. Aber unter diesem Bewußtsein des Hauptes, das gewöhnlich eigentlich nur von der Außenwelt Kenntnis nimmt, das nur darauf ausgeht, zu wissen von dem, was in der Um­gebung ist, unter diesem Wissen ruht ein anderes, eine Art Traum­bewußtsein, ein Traumeswissen. Ihr Haupt träumt fortwährend. Und während Sie von der Außenwelt wissen in der Art, wie Ihnen das wohi bekannt ist, träumen Sie eigentlich unter der Schwelle des Be­wußtseins, im Unterbewußtsein, fortwährend. Und was Sie da träu­men, dieses Träumen im Haupte, wenn Sie es voll auffassen könnten, wenn Sie es ganz in das Bewußtsein hereinbringen könnten, so würde Ihnen das ein Bild geben, ein richtiges, zusammenfassendes Bild Ihrer vorigen Inkarnation. Denn Ihre vorige Inkarnation träumen Sie unterbewußt in Ihrem Haupte. Das ist schon so. Es ist immer ein leises Bewußtsein vorhanden, das nur übertäubt ist von dem stärkeren Lichte des gewöhnlichen Bewußtseins, ein träumendes Bewußtsein von der vorigen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Jahre 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist das äußere Bewußtsein so stark geworden, daß nach und nach dieses Unterbe­wußtsein der vorigen Inkarnation völlig ausgelöscht worden ist. Aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
vor diesem Jahre 747 hat man viel gewußt von diesem Traumesbewußt­sein des Hauptes. Daher finden Sie auch überall auf dem Grunde der alten Kulturen die wiederholten Erdenleben als eine Tatsache ange­führt. Das rührt einfach davon her, daß dazumal dieses Unterbewußt­sein des Hauptes noch nicht so völlig in den Hintergrund getreten war wie jetzt, wie das geschehen ist durch den vierten, namentlich durch den fünften nachatlantischen Zeitraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem, was seelisch-geistig mit dem Brustkorb und dem Rumpf des Menschen zusammenhängt, wissen Sie ja auch im gewöhnlichen Bewußtsein sehr wenig. Das ist schon an sich ein Traumhaftes. Es schlägt nur manchmal, und dann sehr chaotisch, unregelmäßig, dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein in das Bewußtsein des Menschen im Traume herauf. Wenn der Mensch regelmäßig atmen kann, wenn sein Herzschlag regelmäßig ist, also wenn alle seine Funktionen des Brustkorbes und Rumpfes regelmäßig sind, so verläuft das Bewußt­sein des Rumpfes nicht so hell wie das Kopfbewußtsein, sondern es verläuft auch im gewöhnlichen Leben traumhaft. Man träumt im Ge­fühle - ich habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt - von diesem mittleren Menschen. Aber dieses, was da im Gefühle liegt, was der Mensch nur im Gefühle erlebt, wenn es heraufgeholt wird durch ein mehr hellseherisch werdendes Bewußtsein, wenn mit andern Wor­ten der Mensch das, was in seinem Brustkorb sich bewußt abspielt, ebenso zu überschauen lernt, wie er sonst im wachen Zustande nur das überschaut, was in seinem Hauptesbewußtsein ist, ja, dann teilt sich dieses Rumpf- und Brustkorbbewußtsein deutlich in zwei Teile. Der eine Teil träumt zurück in die ganze Zeit zwischen dem vorigen Tod und der jetzigen Geburt oder Empfängnis. Also während Sie traumhaft, in sehr tiefen Träumen in Ihrem Hauptesbewußtsein unterbewußt haben dasjenige, was in der vorigen Inkarnation war, haben Sie das, was seit der vorigen Inkarnation bis zu der jetzigen Geburt in der Zwischenzeit verflossen ist, in den Träumen des Brustkorbes. Und in den Träumen, die mehr nach den unteren Partien des Brustkorbes gelegen sind, haben Sie ein starkes Bewußtsein von dem, was zwischen Ihrem kommenden Tode und dem nächsten Erdenleben ist. Also das Bewußtsein, das im Brustkorb konzentriert ist, das aber mehr oder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
weniger unterbewußt bleibt für den gegenwärtigen Menschen, das ist eigentlich ein traumhaftes Bewußtsein sowohl für die Zeit vor dieser Geburt wie für die Zeit nach diesem Tode. Was zwischen unserem letzten Erdentode und unserer nächsten Erdenempfängnis liegt, mit Ausnahme desjenigen oder auch mit Einschluß desjenigen, was wir jetzt erleben zwischen Geburt und Tod, das enträtselt sich für dieses Unterbewußtsein des mittleren Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in demjenigen, was recht sehr stark durch das ganze Leben hin­durch unterbewußt bleibt, was nur heraufgezogen werden kann, wenn der Mensch imstande ist, es durch immerwährendes Sich-Beschäftigen mit geisteswissenschaftlichen Studien und Übungen heraufzuziehen, so daß gewisse Momente des Schlaflebens, die sonst eben schlafend, unbewußt vor sich gehen, heraufgehoben werden und der Mensch mitten aus dem Schlaf heraus bewußt wird, da kann sich das Tableau von der nächsten Erdeninkarnation aus diesem dritten Menschen, aus dem Unterbewußtsein des Extremitätenmenschen heraus entwickeln. Dasjenige, was der Mensch als sein gewöhnliches, heute wachendes Bewußtsein hat, ist eigentlich eine Art Seitentrieb des Menschen; das strahlt in das Haupt herein von außen. Aber hinter diesem Bewußt­sein liegt ein anderes Bewußtsein, das sich verbreitet über die vorige Inkarnation, über das Leben von der vorigen Inkarnation bis zu die­ser, über das Leben von dieser Inkarnation bis zur nächsten, und dann wiederum über die nächste Inkarnation. Nur verschläft der Mensch dieses Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Bewußtsein der vorigen Inkarnation im Haupte. In all den Organen, die vorzugsweise dem Ausatmen dienen, wirkt ein starkes Bewußtsein für das Leben zwischen der vorigen Inkarnation und die­ser. In all den Funktionen, die vorzugsweise dem Einatmen dienen, wirkt ein Bewußtsein von der jetzigen Inkarnation bis zur nächsten Erdeninkarnation. Und in dem Gliedmaßenmenschen, in all den geheimnisvollen Vorgängen des Gliedmaßenmenschen wirkt ein sehr, sehr unterbewußt bleibendes Bewußtsein der nächsten menschlichen Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bewußtseine sind mehr oder weniger verdeckt worden seit dem Beginn der vierten nachatlantischen Zeit, seit 747 vor dem Mysterium&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|84}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Golgatha. Und der Beruf unserer Zeit ist wiederum, aus dem allgemeinen chaotischen Menschenbewußtsein heraus die be­stimmten Bewußtsejne von diesen konkreten Vorgängen der kos­mischen und der Menschheitsevolution herauszuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit alldem, was ich jetzt entwickelt habe, muß sich eine andere Einsicht in die Menschenwesenheit, ich möchte sagen, kreuzen. Ja, es ist schon notwendig, daß wir uns in so schwierige Erörterungen einlassen, wir kommen sonst nicht zum genaueren Verständnisse. Ich hätte ja so gerne, wenn für diese schwierigen Erörterungen nicht nur ein gewisses Über-sich-ergehen-Lassen waltete, sondern wenn gerade für diese schwierigen Dinge - weil das der gegenwärtigen Menschheit so notwendig wäre - ein bißchen Enthusiasmus, ein bißchen tempe­ramentvolles Eingehen aufzubringen wäre, was ja in einer Gesell­schaft der heutigen Zeit so unendlich schwierig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, Sie richten Ihre Sinne nach außen. Da finden Sie durch Ihre Sinne die Außenwelt als eine sinnenfällige ausgebreitet. Ich zeichne das schematisch, was da nach außen als sinnenfällig ausge­breitet um uns herum liegt. Bitte, es soll das, was da außen herum liegt, dieses (siehe Zeichnung, blau) sein. Wenn Sie Ihre Augen, Ihre Ohren, wenn Sie Ihren Geruchssinn, was Sie wollen, auf die Außenwelt rich­ten, so wendet sich Ihnen gewissermaßen entgegen, es wendet sich diesen Sinnen entgegen dasjenige, was die Innenseite dieses Außen ist - also bitte: die Innenseite dieses Außen (links). Nehmen Sie an, Sie wenden Ihre Sinne dem zu, was ich da gezeichnet habe (siehe Zeich­nung, Pfeile), so sind diese Sinne auf diese Außenwelt gerichtet und Sie sehen das, was sich innen hier hineinneigt. Nun folgt die schwie­rige Vorstellung, auf die ich aber schon kommen muß. Alles das, was Sie da anschauen, zeigt sich Ihnen von innen. Denken Sie sich, daß das auch eine Außenseite haben muß. Nun, ich will es schematisch da­durch vor Ihre Seele rufen, daß ich sage: Wenn Sie so hinausschauen, sehen Sie als Grenze Ihres Schauens das Firmament: das hier ist ja fast so, nur daß ich es klein gezeichnet habe. Aber jetzt denken Sie sich, Sie könnten flugs da hinausfliegen und könnten da durchfliegen und von der andern Seite gucken, Ihre sinnenfalligen Eindrücke von der andern Seite angucken. Also Sie könnten so hinschauen (siehe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|85}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 085.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 85]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeichnung, Pfeile oben). Bitte, das sehen Sie natürlich nicht; aber könnten Sie so hinschauen, so würde das der andere Aspekt sein. Sie würden aus sich heraus müssen und würden von der andern Seite Ihre ganze sinnenfällige Welt anschauen müssen. Sie würden also das, was sich Ihnen als Farbe zuwendet, von der Rückseite betrachten, das, was sich Ihnen als Ton zuwendet, von der Rückseite betrachten und so weiter; was sich Ihnen als Geruch zuwendet, würden Sie von der Rückseite betrachten, Sie würden von der Rückseite den Geruch in die Nase fassen. Also von der andern Seite denken Sie sich die Weltbetrachtung: wie einen Teppich ausgebreitet die sinnenfälligen Dinge, und nun den Teppich von der andern Seite einmal angesehen. Ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|86}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kleines Stück sehen Sie nur, ein sehr, sehr kleines Stück von dieser Rückseite. Dieses sehr kleine Stück, das kann ich hier nur dadurch zur Darstellung bringen, daß ich die Sache so mache: Denken Sie sich jetzt, ich zeichne das, was Sie da von der andern Seite sehen würden, rot ein; so daß ich sagen kann, schematisch sieht man das Sinnen-fällige so: Wie man es gewöhnlich sieht, so sieht es blau aus; sieht man es von der andern Seite, so sieht es rot aus, aber das sieht man natür­lich nicht. In diesem, was man da rot sehen würde, steckt erstens alles das drin, was erlebt werden kann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, zweitens alles das, was beschrieben ist in der «Geheimwissenschaft im Umriß» als Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erdenentwickelung und so weiter. Dasjenige liegt da aufgespeichert, was eben verborgen ist für die sinnenfällige Anschauung. Das ist da auf der andern Seite der Kugel. Aber ein kleines Stück sehen Sie davon; das kann ich nur so zeichnen, daß ich jetzt sage: Nehmen Sie dieses kleine Stück von dem Roten, das ginge da herüber (siehe Zeichnung, unten) und durch­kreuzt sich mit dem Blauen, so daß das Blaue, statt daß es jetzt vorne ist, dahinter ist. Ich müßte eigentlich hier vierdimensional zeichnen, wenn ich es wirklich zeichnen würde, ich kann es daher nur ganz schematisch zeichnen. Also da (links) sind die Sinne jetzt hier dem Blauen zugewendet; da sind sie nicht zugewendet dem Blauen, son­dern dem Roten, das Sie sonst nicht sehen. Aber hinter dem Rot hat sich jetzt gekreuzt das, was sonst gesehen wird, und das ist jetzt dar­unter. Und dieses kleine Stück, das da sich kreuzt mit dem andern, das sehen Sie fortwährend im gewöhnlichen Bewußtsein. Das sind näm­lich Ihre aufgespeicherten Erinnerungen. Alles, was als Erinnerung entsteht, entsteht nicht nach Gesetzen dieser äußeren Wahrnehmungs-weit, sondern es entsteht nach den Gesetzen, die dieser hinteren Welt da entsprechen. Dieses Innere, das Sie als Ihre Erinnerungen haben, das entspricht wirklich dem, was da auf der andern Seite ist (rechts). In­dem Sie in sich hineinblicken, in alles das, was Ihre Erinnerungen sind, sehen Sie tatsächlich die Welt auf einem Stück von der andern Seite; da ragt das andere ein wenig herein, da sehen Sie die Welt von der andern Seite. Und wenn Sie jetzt durch Ihre Erinnerungen, wie sie so aufgeschrieben sind, durchschlüpfen könnten - ich habe vor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|87}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
acht Tagen davon gesprochen -, wenn Sie da hinunter könnten, unter Ihre Erinnerungen sehen und sie von der andern Seite anschauen könnten, von da drüben (siehe Zeichnung, rechts), da würden Sie die Erinnerungen als Ihre Aura sehen. Da würden Sie den Menschen sehen als ein geistig-seelisches aurisches Wesen, wie Sie sonst die äußere Welt sinnenfällig in den Wahrnehmungen sehen. Nur wäre es eben­sowenig angenehm - wie ich das vor acht Tagen hier charakterisiert habe -, weil da der Mensch noch nicht schön ist von dieser andern Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also das ist das Interessante, was man kreuzen muß mit dem an­dern Verständnis des dreigliedrigen Menschen. Diese Kreuzung hier, die liegt nun im mittleren Menschen, im Brustmenschen. Sie erinnern sich an die Zeichnung, die ich vor acht Tagen gemacht habe, wo ich ja die in sich gewundenen Lemniskaten mit den zurückgeschlagenen Schleifen hatte: die müßte ich hier zeichnen. Hier müßte ich diesen Brustmenschen zeichnen mit den zurückgeschiagenen Lemniskaten (siehe Zeichnung Seite 85, links unten): Das würde zusammenfallen mit der Erinnerungssphäre. So daß dieser dreigliedrige Mensch hier in seinem mittleren Teil diese Umwendung des Menschen hat, wo das Innere äußerlich und das Äußere innerlich wird, wo Sie ein Tableau, das Sie sonst als Welttableau, als die große Welterinnerung sehen würden, nun als Ihre eigene kleine mikrokosmische Erinnerung sehen. Sie sehen in Ihrem gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was sich zugetragen hat von Ihrem dritten Jahre an bis jetzt: das ist eine innere Aufzeichnung, ein kleines Stück für das, was gleichartig mit dem ist, was sonst Aufzeichnung für die ganze Weltenevolution ist, was auf der andern Seite liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ohne Grund habe ich seinerzeit, wie den meisten von Ihnen wohl bekannt sein wird, davon gesprochen - und ich habe es ja wieder­um ausgeführt in meinem letzten Buche «Von Seelenrätseln» am Schluß in der Anmerkung -, nicht ohne Grund habe ich davon ge­sprochen, daß der Mensch eigentlich zwölf Sinne hat. Diese Sinne müssen wir uns so denken, daß eine Anzahl von diesen zwölf Sinnen nach dem Sinnenfälligen zugewendet sind, eine andere Anzahl von diesen zwölf Sinnen sind aber nach rückwärts gerichtet. Sie sind auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|88}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
da unten (siehe Zeichnung Seite 85) nach dem gerichtet, was schon das Gewendete ist. Und zwar sind nach dem äußeren Sinnenfaliigen gerichtet: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn, Hörsinn, Sehsinn, Ge­schmackssinn, Geruchssinn. Diese Sinne sind gerichtet nach dem Sinnenfälligen. Die andern Sinne kommen ja eigentlich dem Men­schen deshalb nicht zum Bewußtsein, weil sie zunächst nach seinem eigenen Inneren und dann nach dem Umgekehrten der Welt gerichtet sind. Das sind vorzugsweise: Wärmesinn, Lebenssinn, Gleichge­wichts sinn, Bewegungssinn, Tastsinn. So daß wir sagen können: Für das gewöhnliche Bewußtsein liegen sieben Sinne im Hellen (oben) und fünf Sinne im Dunkeln (unten). Und diese fünf Sinne, die im Dunkeln liegen, die sind der andern Seite der Welt zugewendet, auch im Menschen der andern Seite (siehe Zeichnung Seite 85).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können daher einen vollständigen Parallelismus haben zwischen den Sinnen und zwischen etwas anderem, wovon wir gleich sprechen werden (siehe Zeichnung, Kreis). Also nehmen wir an, wir hätten als Sinne zu verzeichnen den Hörsinn, den Sprachsinn, den Denksinn, den Ichsinn, den Wärmesinn, den Lebenssinn, den Gleichgewichts­sinn, den Bewegungssinn, den Tastsinn, den Geruchssinn, den Ge­schmackssinn, den Sehsinn, so haben Sie im wesentlichen alles das­jenige, was vom Ichsinn geht bis zum Geruchssinn, im Hellen liegend, in dem, was dem gewöhnlichen Bewußtsein zugänglich ist (siehe Zeichnung, schraffiert). Und alles dasjenige, was abgewendet ist vom gewöhnlichen Bewußtsein, so wie die Nacht vom Tag abgekehrt ist, das gehört den andern Sinnen an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist natürlich die Grenze auch wiederum nur schematisiert; es fällt etwas ineinander; es sind die Wirklichkeiten nicht so bequem. Aber diese Gliederung des Menschen nach den Sinnen ist so, daß Sie schon im Schema an die Stelle der Sinne nur zu zeichnen brauchen die Himmelszeichen, so haben Sie: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage - sieben Himmelszeichen für die helle Seite; fünf für die dunkle Seite: Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische: Tag, Nacht; Nacht, Tag. Und Sie haben einen vollständigen Parallelismus zwischen dem mikrokosmischen Menschen - dem, was zugewendet ist seinen Sinnen, und dem, was abgewendet ist, aber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|89}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 089.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 89]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eigentlich zugewendet ist seinen unteren Sinnen - und zwischen dem, was im äußeren Kosmos den Wechsel bedeutet von Tag und Nacht. Es geht gewissermaßen im Menschen dasselbe vor, was im Weltenge­bäude vorgeht. Im Weltengebäude wechseln Tag und Nacht, im Menschen wechselt auch Tag und Nacht, nänllich Wachen und Schlafen, wenn sich auch beide voneinander emanzipiert haben für den gegenwärtigen Bewußtseinszyklus des Menschen. Während des Tages ist der Mensch zugewendet den Tagessinnen; wir können ebensogut sagen: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Lowe, Jungfrau, Waage, wie wir sagen könnten: Ichsinn, Denksinn, Sprachsinn und so weiter. Sie können jedes Ich eines andern Menschen sehen, Sie können die Gedanken des andern Menschen verstehen, Sie können hören, sehen, schmecken, riechen: das sind die Tagessinne. In der Nacht ist der Mensch so, wie sonst die Erde nach der andern Seite ge­wendet ist, den andern Sinnen zugewendet, nur sind diese noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|90}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vollentwickelt. Sie werden erst nach der Venuszeit so voll entwickelt sein, daß sie wahrnehmen können, was da nach der andern Seite ist. Sie sind noch nicht so voll entwickelt, daß sie das wahrnehmen kön­nen, was da nach der andern Seite ist. Sie sind in Nacht gehüllt, wie beim Durchgang durch die andern Himmelsregionen, die andern Bilder des Tierkreises, die Erde in der Nacht ist. Das Durchschreiten des Menschen durch seine Sinne ist ganz zu parallelisieren mit dem Gang - ob Sie nun sagen der Sonne um die Erde oder der Erde um die Sonne, das ist ja schließlich für diesen Zweck gleichgültig; aber diese Dinge hängen zusammen. Und diese Zusammenhänge kannten die Weisen der alten Mysterien sehr gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verschwand für das Bewußtsein eben allmählich in der vierten nachatlantischen Zeit, aber es muß wieder heraufgeholt werden, muß auch gegen die Widerstände, die sich dagegen erheben, wiederum heraufgeholt werden für die Menschheitskultur. Denn in den Be­griffen, die man sich da aneignet, liegt dasjenige, was einem auch ver­ständlich erscheinen läßt, was nun im sozialen, im geschichtlichen Leben vor sich geht. Solange Sie Naturleben und geistiges Leben in der Art trennen, wie das die moderne Menschheit heute liebt, so lange kommen Sie nicht zu solchen Begriffen, die im geschichtlichen Werden eine Rolle spielen könnten, sondern Sie werden überwältigt von den Begriffen, die im geschichtlichen Leben eine Rolle spielen. Überwältigt werden Sie. Dafür gibt es ja viele Beispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht wahr, die Menschen haben seit, nun, sagen wir zweihundert Jahren, wie sie glauben, furchtbar viel gedacht. Man kann zusammen­stellen, was die Menschen seit zweihundert Jahren gedacht haben, was sie an Idealen ausgebildet haben, wovon sie als den großen Idealen gesprochen haben und immer wieder sprechen: von dem Ideal der Aufklärungszeit bis jetzt zu dem Ideal des großen Cäsar-Ersatzes Woodrow Wilson. All dasjenige, was da über die verschiedenen Ideale ge­sprochen worden ist, das haben die Menschen durch die Jahrhunderte, durch zwei Jahrhunderte hindurch gedacht; das bildete die Gedanken der Menschen. Aber die Weltgeschichte ist wenig bewegt worden von diesen Gedanken. Die Weltgeschichte ist von etwas ganz anderem be­wegt worden: von jenen Gedanken, die in den Dingen gewirkt und gewebt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
haben. Und niemals waren eigentlich die Gedanken, die in den Menschenköpfen wimmeln, weiter entfernt von den großen kosmi­schen Gedanken, die in den Dingen leben, als in unserer Zeit. Das­jenige, was seit, man kann sagen, hundertfünfzig Jahren die Menschen dazu getrieben hat, eine gewisse Gestaltung der Welt zu bewirken, das sind nicht die Gedanken von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und so weiter, sondern das sind die Gedanken, welche verwoben waren zum Beispiel mit dem Aufkommen des mechanischen Webstuhls. Daß der mechanische Webstuhl hereingekommen ist in die moderne Entwickelung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, daß sich diese bedeutsame Erfindung des mechanischen Webstuhls an die Stelle der alten Handweberei hineingefunden hat in die Mensch­heitsentwickelung, und daß von diesem mechanischen Webstuhl die ganze Maschinenkultur der neueren Zeit ausgegangen ist, darinnen weben die objektiven Gedanken, die wirklichen Gedanken, welche der Welt die Gestaltung gegeben haben, die sie bis heute hat, und aus der das gegenwärtige katastrophale Chaos entstanden ist. Man muß nicht, wenn man eine Geschichte schreiben will des gegenwärtigen katastrophalen Chaos, an die Gedanken, die in dem Menschenbewußt-sein gewimmelt haben, sich wenden, sondern an diese objektiven Ge­danken von der Begründung, von der Erfindung des mechanischen Webstuhls bis zu dem Werden der Großindustrie und ihres Schattens, des Sozialismus. Denn wenn das auch scheinbare Gegensätze sind, Großindustrie und Sozialismus, so sind sie polarische Gegensätze, die zueinander gehören, sie sind nicht voneinander zu trennen. Bei diesen objektiven Gedanken muß man anfragen und das geschichtliche Werden betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da findet man dann, daß die Menschen sich vielen Illusionen hinge­geben haben in der Zeit des 18. Jahrhunderts, das 19. Jahrhundert hindurch, und namentlich in dem Teil des 20. Jahrhunderts, in dem wir jetzt leben. Sie haben sich vielen Illusionen hingegeben in ihren Gedanken; aber überwältigt sind sie worden von den objektiven, historisch-kosmischen Gedanken. Die weben in den Dingen. Und ein Interesse für diese objektiv webenden Gedanken, wenn auch ein furchtbar einseitiges Interesse, haben eigentlich doch nur diejenigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Menschen allmählich entwickelt, welche den Sozialismus als Weltanschauung ausgebildet haben. Und das ist etwas ungeheuer Charakteristisches. Wenn Sie das 19. Jahrhundert verfolgen: das Bourgeois­tum verliert immer mehr und mehr das Interesse für große Weltan­schauungsfragen. Große Weltanschauungsfragen werden sogar dem Bourgeoistum höchst unangenehm, sie werden womöglich in die Ästhetik hinein abgeschoben. Ob es geistige Wesen gibt oder nicht, darüber mag man, wenn man ein richtiger Durchschnittsbourgeois ist, von der Bühne herunter allerlei vernehmen, wo man nicht daran zu glauben braucht, wo es nicht darauf ankommt, ob die Dinge Wahr­heiten sind oder nicht: da läßt man sich von &#039;&#039;Björnson&#039;&#039; und ähnlichen Leuten das Mannigfaltigste vormachen. So in das Ästhetische hinein, in das Spielen mit allerlei sogenannten Künstlerischem, dahin wird das Weltanschauungsgemäße für das Bourgeoistum in der neueren Zeit abgeschoben. Wirklich für Weltanschauungsfragen die Köpfe gegen­seitig zerschlagen - womit ich das nicht als ein Ideal betrachten will im physischen Sinne, aber im geistigen Sinne ist es in gewissem Sinne ein Ideal: Sie wissen, ich habe mit einem seht starken Aplomb darauf hingewiesen, daß ich gerne Temperament haben würde auch beim Vertreten anthroposophischer Wahrheiten -, die Köpfe eingeschlagen hat man sich in den letzten Jahrzehnten auf sozialistischem Gebiete. Und darum haben sich die andern nicht gekümmert. Sie haben, möchte ich sagen, diejenigen Leute allein gelassen, welche die Welt eigentlich von einem sehr engen Aspekt aus gesehen haben, welche die Welt nur gesehen haben von dem Aspekt der Fabrik aus, von dem Inneren der Fabrik aus, von dem Inneren der Buchdruckerwerkstätte und so weiter. Und es ist ja im höchsten Maße interessant, was für eine sogenannte Weltanschauung herausgekommen ist von dem Aspekte der Fabrik aus: denn das ist der Sozialismus! Das ist vom Aspekt des Inneren der Fabrik, das ist vom Aspekt der Menschen aus, die gar nichts anderes kennen als das Innere der Fabrik. Und für das, was da sich heranentwickelte, hat sich das Bourgeoistum, das sich mit allerlei abstrakten Ideen, aber auch im Abstrakten mit Ästhetisieren befaßt, so daß man nicht sehr sich die Köpfe zu zerschlagen brauchte, für das, was da unten sich entwickelt hat, hat sich das Bourgeoistum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
eigentlich wenig interessiert. Und so ist das Bourgeoistum kurioserweise in die Mitte hineingekommen zwischen der absterbenden, der ganz absterbenden alten Weltanschauung, die alles Geistige verloren hat, die alle großen Fragen überhaupt in den Ästhetizismus hinein abschieben möchte, und dem, was da neu heraufkommt, dem Sozialis­mus, der überhaupt noch keine Begriffe hat, der noch lediglich mit Worten allerlei Systeme bereitet, weil er die Welt überhaupt noch nicht sehen kann, sondern nur die Fabrik sehen kann, nur das alleräußerste Mechanische sehen kann. Denken Sie sich doch, was es eigentlich zu bedeuten hat, wenn der Mensch innerlich nichts weiß von Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich, sondern nur weiß von der Art und Weise, wie in der Maschine mechanisch sich dieser oder jener Zapfen auf und ab bewegt, das oder jenes zugefeilt und zugehobelt wird und dergleichen! Der Sozialismus ist eine Weltanschauung, die da fußt auf der Anschauung einer Welt, die rein mechanisch ist. Es ist für den Sozialisten das Stück der Welt herausgeschnitten, das mechanisch ist; danach formt er sich seine Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat man entstehen lassen, weil man das Prinzip hatte, sich eigentlich nur ästhetisch um die Dinge zu bekümmern. Als die Theosophische Gesellschaft zuerst begründet worden ist, hat man ja auch ihren Hauptgrundsatz gesehen in der Liebe aller Menschen unterein­ander. Wieviel ist darüber deklamiert worden! Nun, ich habe mich ja über diesen Punkt genügend ausgesprochen. Er ist ebenso bequem wie unfruchtbar. Aber er rührt auch davon her, daß man möglichst abschieben will dasjenige, was wirklich konkreten Inhalt hat, in das Inhaltlose hinein. Und so konnte man auch nicht ein eigentliches Interesse fassen für den wirklichen Hergang der Dinge. Einzelnen Menschen fiel das Absonderliche herkömmlicher, sagen wir Ge­schichtsbetrachtung auf. Nehmen wir einen Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie eine beliebte Darstellung der römischen Kaiserzeit; versuchen Sie in den Schulbüchern oder in den Büchern auch, die die großen autoritativen Historiker geschrieben haben, über die rö­mische Kaiserzeit sich zu unterrichten. Ich glaube, Sie werden aus diesen Darstellungen außerordentlich wenig vernehmen über eine gewisse Persönlichkeit, die schon unter Nero eine bedeutende politische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|94}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rolle gespielt hat - so unter Nero kommen bereits die politi­schen Aspirationen durch -, dann ganz besonderes Aufsehen erregte und bedeutenden Einfluß auf die Politik Roms erlangte unter Ves­pasian und Titus, so daß man sagen kann, daß diese Persönlichkeit die Seele der Regierung des &#039;&#039;Vespasianus&#039;&#039; und &#039;&#039;Titus&#039;&#039; war. Dann wendete sich diese Persönlichkeit der andern Seite zu unter der Regierung des &#039;&#039;Domitianus&#039;&#039;, den sie für einen &#039;&#039;Schädling&#039;&#039; des Römertums hielt. Sie wendete sich der andern Seite zu. Es wird ihr der Prozeß gemacht, ein sehr aufsehenerregender Prozeß in Rom, der sehr interessant verlaufen ist, in welchem Domitianus geradezu umgeschlagen hat vom Tyrannen zu einem, der sich gegenüber diesem Prozeß nicht zu helfen wußte, daher den Mann nicht verurteilen konnte. Dann wiederum, als an Stelle des Domitianus Nerva kam, sehen wir diese Persönlich­keit wieder energisch verbunden mit dem Kaiser, dem Cäsar. Da sehen wir aber diese Persönlichkeit große Politik machen aus der gesamten Weltanschauung der damaligen Zeit heraus, und wir sehen zu gleicher Zeit diese Persönlichkeit versuchen, wirklich weitgehende, aus dem Kosmos heruntergeholte Begriffe noch einmal, zum letzten Male während der römischen Kaiserzeit, den politischen Ereignissen ein­zuimpfen. Und kurioserweise finden Sie ja eine richtige Beschreibung dieser Persönlichkeit in gar keinem gebräuchlichen Geschichtsbuche, nicht einmal bei &#039;&#039;Sueton&#039;&#039; und &#039;&#039;Tacitus&#039;&#039;, sondern nur bei &#039;&#039;Philostratus&#039;&#039;. Und Philostratus schildert auch nur so, daß man nicht wußte, schildert er einen Roman oder eine Wirklichkeit. Er schildert das Leben des &#039;&#039;[[a:Apollonius von Tyana|Apollonius von Tyana]]&#039;&#039;. Denn Apollonius von Tyana ist der, von dem ich Ihnen gesagt habe, daß er von Nero an bis zu Nerva und nament­lich unter Vespasian und Titus einen so großen Einfluß auf die Politik hatte, und den Philostratus beschrieb. Und der Tübinger Theologe Baur, der Historiker Baur war im höchsten Grade erstaunt, daß man so gar nichts findet über eine Persönlichkeit wie den Apollonius, der eine erste Rolle spielen müßte in der Geschichtsdarstellung. Natür­lich sah Baur nicht ein, worauf es ankommt. Es kommt darauf an, daß in Apollonius eine Persönlichkeit dasteht in der Geschichte, die schon diesen großen Einfluß hatte, aber die aus dem überragenden Kosmischen die Prinzipien herunterholte. Das war dem ins Römische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
hineinmündenden Christentum im höchsten Grade fatal. Und nun bitte ich Sie zu berücksichtigen, daß alles dasjenige, was historisch da ist, von der Kirche Gnaden da ist. Es ist ja sonst nichts da, als was die Kirche aus Gnade den Menschen gelassen hat. Nicht mit Unrecht hat ein alter, gar nicht dummer Mensch behauptet, daß es überhaupt einen Plato, einen Sophokles gar nicht gegeben hatte, sondern daß Mönche vom 14. und 15. Jahrhundert des Sophokles&#039; Dramen ge­schrieben hatten; denn ein strikter Beweis dafür, daß Sophokles ge­lebt hat, ist nicht da. Wenn auch die Behauptung nicht haltbar ist, selbstverständlich Unsinn ist, aber wie unsicher alles dasjenige ist, was geschichtliche Fable convenue ist, wir haben es ja schon oft be­tont. Und wir müssen uns darüber klar sein. Wir müssen ja die Gegen­wart mit der Vergangenheit in Zusammenhang bringen, denn wir nähern uns jetzt einer großen, bedeutungsvollen Frage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben wiederum, vom modernen Standpunkte jetzt, hinge­wiesen auf den dreigeteilten Menschen, auf diesen Zusammenhang mit kosmischen Wahrheiten, auf die Notwendigkeit, daß das wieder ent­hüllt werde. Ja, worin bestand denn eigentlich die Haupttätigkeit der Kirche, namentlich seit dem achten ökumenischen Konzil in Konstan­tinopel, das 869 stattfand? Sie bestand darinnen, auszulöschen, aus­zutilgen vom menschlichen Bewußtsein dasjenige, was in jenen alten Zeiten auch das Christentum an Verständnis für den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos, mit der großen geistigen Welt hatte. Mit einer wahren Ängstlichkeit hat man alles dasjenige beseitigt, was diesen Zusammenhang verrät. Und nur, weil nicht alles beseitigt werden kann, weil das Karma dem schon entgegenwirkt, sind solche Werke wie das des Philostratus geblieben. Und daher können Sie es begreifen, wenn Sie jetzt die Vergangenheit mit der Gegenwart zu­sammenbringen, daß gewisse Menschen von kirchlicher Seite heil­lose Angst bekommen, wenn in der Gegenwart wiederum die An­knüpfung gepflogen werden soll zwischen dem, was den Menschen zu einem Wesen des Kosmos macht, und diesem Menschen selber und seiner Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht eben nicht an, daß man nur schläfrig dasjenige verfolgt, was durch die anthroposophische Bewegung gewollt sein sollte. Man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
muß es in lebendigem, kraftvollem Bewußtsein verfolgen. Das ist schon notwendig. Damit habe ich hingewiesen auf dasjenige, was wir nun weiter ausführen wollen. Morgen werde ich den Vortrag hier halten, in dem ich diese Betrachtungen fortsetzen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= SECHSTER VORTRAG Dornach, 26. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewisse Fragen werden dem denkenden Menschen sich doch immer wieder und wiederum aufdrängen, wenn er auch in Zeiten, in denen die materialistische Kultur überwiegt, diesen Fragen mehr oder we­niger aus dem Wege gehen möchte. Es sind viele Fragen. Ich möchte heute ein paar aus der großen Reihe der Fragen herausheben, die da­von kommen, daß der Mensch doch, selbst wenn er sich sträubt, eine geistige Welt anzuerkennen, den Eindruck dieser geistigen Welt ver­spürt. Zu solchen Fragen gehört zum Beispiel diese, die ja, man möchte sagen, das Leben alltäglich aufwirft: Gewisse Menschen sterben jung, andere sterben ganz alt, andere dazwischen. Gegenüber dieser Tatsache, daß auf der einen Seite ganz junge Kinder sterben, auf der andern Seite Leute ganz alt werden und dann sterben, erheben sich für den Menschen Fragen, welche mit den Mitteln, die man heute wissenschaftliche Mittel nennt, niemals - bei klarer Besinnung wird das jeder zugeben müssen - werden zu beantworten sein. Und doch sind sie für das Menschenleben brennende Fragen, und jeder kann eigentlich empfinden, daß sich für das Leben Unendliches aufklären müßte dadurch, daß man diesen Fragen nahetreten könnte: Warum sterben Menschen zuweilen früher, im Kindesalter, im Jugendalter, in der Mitte der gewöhnlichen Lebenszeit? Warum sterben andere alt? Was hat das für eine Bedeutung im gesamten Weltenall?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich solche Fragen zu beantworten, dazu hatten die Menschen bis zu jenem Zeitpunkte, den ich Ihnen in diesen Betrachtungen schon angegeben habe, bis zu dem Zeitpunkt der beginnenden vierten nachatlantischen Zeit, so ungefähr bis in die Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, noch Vorstellungen, Begriffe. Aus alter Weisheit her­überbekommen hatten sie Begriffe. Es gab auch in jenen alten Zeiten, die dem 8. vorchristlichen Jahrhundert vorangingen, über die da­malige Erdenkultur verbreitet überall Vorstellungen, welche nach dem Sinn der damaligen Zeit den Menschen Aufschluß gaben über solche Fragen wie die eben angedeuteten. Dasjenige, was wir heute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Wissenschaft nennen, kann nicht einmal einen rechten Sinn verbinden mit solchen Fragen, kommt gar nicht darauf, daß etwas mit diesen Fragen gegeben ist, wozu man irgendeine Antwort suchen sollte. Das alles rührt davon her, daß in der Zeit, die seit dem eben angedeuteten Zeitpunkte verflossen ist, eigentlich alle Vorstellungen verlorenge­gangen sind, die sich auf den geistigen und damit auf den ewigen Menschen beziehen. Es sind nur diejenigen Vorstellungen geblieben, die sich auf den vergänglichen Menschen und den zwischen Geburt und Tod eingeschlossenen Menschen beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß in allen alten Weltanschauungen von einer dreifachen Sonne gesprochen wurde, von jener Sonne, die man mit den physischen Sinnen wahrnimmt als eine leuchtende Kugel im Weltenraume draußen. Hinter dieser Sonne aber sahen die alten Weisen die seelische Sonne - im griechischen Sinne gesprochen, den Helios - und erst hinter dieser seelischen Sonne die geistige Sonne, die zum Beispiel noch Plato identifizierte mit dem Guten. Es hat für den heutigen Menschen eigentlich keinen rechten Sinn, von dem Helios, der seelischen Sonne, oder gar von der geisti­gen Sonne, von dem Guten, zu sprechen. Aber so wie uns hier zwi­schen Geburt und Tod die physische Sonne leuchtet, so scheint, wenn ich sagen darf, in unser Ich hinein in der Zeit, die wir verbringen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die geistige Sonne, die eben noch von Plato identifiziert wird mit dem Guten. Für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von dieser leuchtenden Kugel zu sprechen, von der unsere heutige materialistische Weltan­schauung spricht, hat keinen Sinn; zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat nur Sinn zu sprechen von der geistigen Sonne, von dem, was Plato noch als das Gute bezeichnet. Aber gerade ein solcher Be­griff sollte uns auf etwas hinweisen. Er sollte uns darauf hinweisen, nachzudenken, wie es sich eigentlich verhält mit dem, was wir uns als physische Vorstellung von der Welt bilden. Daß wir in dem, was wir uns als physische Vorstellungen von der Welt bilden, in dem, was sinnenfällig vor uns ausgebreitet ist, zu sehen haben eine Art von Täuschung, eine Art von Maja, das wird doch nicht im vollen Sinne des Wortes ernst genommen, wenigstens nicht so ernst, daß die Anschauung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
des Lebens wirklich mit diesen Dingen durchdrungen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So eine Art Vorstellung von der Sonne hat im Grunde derjenige, der die heutige Physik, Astrophysik meinetwillen, autoritativ nimmt: Wenn er da hinauffahren könnte, wohin die Physiker die Sonne versetzen, so würde er, indem er sich der Sonne nähert - nun, sehen wir jetzt von menschlichen Lebensbedingungen ab, setzen wir voraus, daß die Lebensbedingungen absolut sein könnten -, gewaltige Hitze ver­spüren, so stellt er es sich vor, und er würde da, wenn er innerhalb des Raumes ankommt, den sich der Physiker von der Sonne ausge­füllt denkt, innerhalb dieses Raumes glühendes Gas oder dergleichen finden. So stellt sich der Physiker ja das eigentlich vor: einen glühen­den Gasball oder so etwas. Aber so ist es nicht, das ist eine richtige Maja, eine richtige Täuschung. Und diese Vorstellung hält vor den wahren physikalischen Anschauungen, die man gewinnen kann, auch nicht stand, geschweige denn vor der wirklichen übersinnlichen An­schauung. Wenn man sich nämlich wirklich der Sonne nähern könnte und dahin kommen würde, wo die Sonne ist - ja, indem man sich nähert, da findet man schon so etwas, wie wenn man durch flutendes Licht durchgehen müßte (es wird gezeichnet: gelber Kreis, innen blauer Kern); aber wenn man da hineinkommt, wo die Physiker die physische Sonne vermuten, findet man zunächst das, was man an­sprechen könnte als leeren Raum. Da ist überhaupt nichts; es ist gar nichts da, wo man die physische Sonne vermutet. Ich zeichne es schematisch (blau), weil eigentlich nichts dort ist. Da ist nichts, da ist leerer Raum. Aber ein sonderbarer leerer Raum ist das! Wenn ich sage: Es ist nichts da -, so rede ich eigentlich nicht ganz richtig; es ist weniger als nichts da. Es ist nicht nur ein leerer Raum da, sondern es ist weniger als nichts da. Und das ist es, was als eine Vorstellung für abendländische Menschen heute außerordentlich schwer zu bilden ist. Der Morgenländer hat diese Vorstellung auch heute noch ohne wei­teres; für den ist es gar nichts Wunderbares oder Schwerverständ­liches, wenn man ihm davon spricht, daß da weniger als nichts ist. Der Abendländer denkt sich, und er denkt sich das insbesondere, wenn er ein waschechter Kantianer ist, denn viel mehr Leute, als man&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|100}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute denkt, sind Kantianer, sind unbewußte Kantianer: Wenn nichts im Raum ist, so ist es eben leerer Raum! - Aber das ist nicht der Fall; es kann auch ausgeschöpfter Raum sein. Wenn Sie nämlich da durch diese Sonnenkorona durchsehen würden, so würden Sie diesen leeren Raum, in den Sie da eintreten würden, höchst unbehaglich empfinden: er zerreißt Sie nämlich. Und darin zeigt er seine Wesenheit, daß er mehr ist - oder weniger ist, wie ich besser sagen kann - als ein leerer Raum. Sie brauchen ja nur die einfachsten mathematischen Begriffe zu Hilfe zu nehmen, so wird Ihnen nicht ganz unklar bleiben können, was ich da meine: leerer Raum ist weniger noch als bloß leer. Nehmen wir an, Sie besitzen irgend etwas an Vermögen. Aber es kann auch vorkommen, daß Sie alles, was Sie besitzen, ausgegeben haben, daß Sie nichts haben. Aber man kann weniger als nichts haben: man kann Schulden haben, dann hat man wirklich weniger als nichts. Man kann, wenn man von der Raumerfüllung zu immer dünnerer und dünnerer Raumerfüllung übergeht, bis zum leeren Raum kommen; man kann aber dann hinter die bloße Leerheit noch hinübergehen, wie man von dem Nichts zu den Schulden gehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der größte Fehler der heutigen Weltanschauung, daß sie diese eigentümliche Art von negativer Stofflichkeit - wenn ich mich so ausdrücken darf - nicht kennt, daß sie nur die Leerheit kennt und die Erfüllung, und nicht dasjenige, was weniger ist als die Leerheit. Denn dadurch, daß das heutige Wissen, die heutige Weltanschauung das, was weniger ist als die Leerheit, nicht kennt, dadurch wird diese heutige Weltanschauung mehr oder weniger im Materialismus fest­gehalten, richtig im Materialismus festgehalten, ich möchte sagen: gebannt in den Materialismus. Denn es gibt auch im Menschen, wenn ich mich so ausdrücken darf, einen Ort, welcher leerer ist als leer; nicht in seiner Gänze, aber welcher eingelagert hat Teile, die leerer sind als leer. Im ganzen ist ja der Mensch - ich meine der physische Mensch - ein Wesen, welches einen Raum materiell ausfüllt; aber ein gewisses Glied der menschlichen Natur, von den dreien, die ich angeführt habe, hat tatsächlich etwas in sich, was sonnenähnlich ist, leerer ist als leer. Das ist - ja, Sie müssen es schon hinnehmen - der Kopf. Und gerade darauf, daß der Mensch so organisiert ist, daß sein Kopf sich immer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|101}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entleeren kann und in gewissen Gliedern leerer sein kann als leer, da­durch hat dieser Kopf die Möglichkeit, das Geistige sich einzulagern. Stellen Sie sich einmal die Sache vor, wie sie eigentlich ist. Natürlich muß man die Dinge sich schematisch vorstellen; aber denken Sie sich, alles dasjenige, was materiell Ihren Kopf ausfüllt, würde ich schematisch durch das Folgende zeichnen. Das wäre schematisch Ihr Kopf (siehe Zeichnung, rot). Nun aber muß ich, wenn ich ihn vollständig zeichnen will, in diesem Kopf leere Stellen lassen. Das ist natürlich jetzt nicht so groß, aber drinnen sind leere Stellen. In diese leeren Stellen kann dasjenige hinein, was ich Ihnen den jungen Geist genannt habe in die­sen Tagen. In die leeren Stellen hinein muß der junge Geist, gewisser­maßen in seinen Strahlen, gezeichnet werden (gelb).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 101.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 101]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, die Materialisten sagen: Das Gehirn ist das Werkzeug des Seelen­lebens, des Denkens. - Das Umgekehrte ist wahr: Die Löcher im Gehirn, ja sogar dasjenige, was mehr ist als Löcher, oder ich könnte auch sagen, weniger ist als Löcher, was leerer ist als leer, das ist das Werkzeug des Seelenlebens. Und da, wo das Seelenleben nicht ist, wo das Seelenleben fortwährend aufstößt, wo der Raum unseres Schädels mit Gehirnmasse ausgefüllt ist, da wird nichts gedacht, da wird nichts seelisch erlebt. Wir brauchen unser physisches Gehirn nicht zum Seelenleben, sondern wir brauchen es nur, damit wir das Seelenleben einfangen, physisch einfangen. Wenn da nicht das Seelenleben, das in den Löchern des Gehirnes eigentlich lebt, überall aufstoßen würde, so&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|102}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
würde es verfliegen; es käme uns nicht zum Bewußtsein. Aber es lebt in den Löchern des Gehirns, die leerer sind als leer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen wir uns die Begriffe allmählich korrigieren. Wir nehmen, wenn wir vor dem Spiegel stehen, nicht uns wahr, sondern unser Spiegelbild. Uns können wir vergessen. Wir sehen uns im Spiegel drinnen. So erlebt der Mensch auch nicht sich, indem er durch sein Gehirn dasjenige zusammenhält, was in den Löchern des Gehirnes liegt; er erlebt, wie sich überall sein Seelenleben spiegelt, indem es an die Gehirnmasse anstößt. Es spiegelt sich überall; das erlebt der Mensch. Er erlebt eigentlich sein Spiegelbild. Das aber, was da in die Löcher hereingeschlüpft ist, das ist dasjenige, was dann, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, ohne die Widerlage des Ge­hirnes seiner selbst bewußt wird, weil es dann in entgegengesetzter Weise mit Bewußtsein durchsetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun will ich ein anderes Schema aufzeichnen. Nehmen Sie das Folgende. Bitte, ich will jetzt das Gehirn recht drastisch zeichnen, wie das Löcher läßt (blau). Da sei die Gehirnmasse, da lasse es die Löcher, und dahinein in diese Löcher geht das Seelenleben (gelb). Dieses Seelenleben, das setzt sich aber vor den Löchern fort. Da kommen wir in die ja natürlich nur in der Nähe des Menschen sichtbare, aber ins Unbestimmte auslaufende Menschenaura hinein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 102.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 102]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken wir uns jetzt das Gehirn weg, und denken wir uns, wir sehen beim gewöhnlichen Menschen zwischen Geburt und Tod das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|103}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seelenleben an, dann würden wir sagen müssen: Der wahre Mensch, in dieser Weise gesehen, der ist in seinem Zustande zwischen Geburt und Tod so, daß er eigentlich - da muß ich allerdings das jetzt anders schematisch zeichnen - sein Antlitz seinem Körper so zuwendet (siehe Zeichnung Seite 105, lila); sein Seelenleben wendet er dem Körper­lichen zu. Und wenn wir auf das Gehirn sehen, so streckt dieses Seelenleben hier Fühlhörner vor, die in die Löcher des Gehirns hin­eingehen. Was ich dort (siehe Zeichnung Seite 102) gelb gezeichnet habe, zeichne ich hier lila, weil das besser dem Anblick im lebenden Menschen entspricht. Das wäre das, was sich ins Gehirn erstreckt beim lebenden Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollte ich jetzt danach etwa den physischen Menschen zeichnen, so würde ich das am besten dadurch andeuten können, daß ich Ihnen etwa hier die Grenze, die mit dem Erinnerungsvermögen gegeben ist, hereinzeichne. Sie würde da nach außen gehen, und da würde die äußere Grenze, die Grenze des Erkennens sein, von der ich Ihnen ja auch gesprochen habe. Da brauchen Sie sich ja nur an die letzthin und gestern gemachte Zeichnung zu erinnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber ist es wirklich so,daß, wenn man von außen den Men­schen geistig anschaut, sich das Seelenleben so in den Menschen hin­ein erstreckt. Ich will also das einzelne Hineinerstrecken nur in bezug auf das Gehirn zeichnen. Aber dieses Seelenleben ist in sich auch differenziert: so würde ich, wenn ich dieses Seelenleben weiter verfolgen würde, hier eine andere Region zeichnen müssen (rot unter dem Lila), hier eine andere Region (blau); das würde also alles zu der den Menschen konstituierenden Aura gehören. Dann eine andere Region (grün): Sie sehen, dieser Teil, den ich da jetzt schematisch zeichne, liegt jenseits der Grenze des menschlichen Erkennens. Dann diese Region (gelb) - im Grunde genommen gehört das alles zum Men­schen - und diese Region (orange).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bewegt sich, wenn der Mensch einschläft, mehr oder weniger aus dem Körper heraus, sowie das gestern gezeichnet worden ist (Zeich­nung Seite 77); wenn der Mensch wachend ist, mehr oder weniger in den Körper hinein, so daß eigentlich die Aura nur in der unmittelbar­sten Umgebung des Körpers seelisch wahrzunehmen ist. Wenn man den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|104}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
physischen Menschen beschreibt, dann tut man es so, daß man sagt: Dieser physische Mensch besteht aus Lunge, Herz, Leber, Galle und so weiter. Das sagt der physische Anatom, der Physiologe und so weiter. Geradeso können Sie aber den geistig-seelischen Menschen be­schreiben, der in dieser Weise sich eigentlich in die Löcher des Men­schen hereinerstreckt, in das, was mehr ist als Leere, in den Menschen hineinerstreckt. Sie können das ebenso beschreiben. Da müssen Sie dann nur angeben, aus was dieser geistig-seelische Mensch besteht. Und ebenso wie man beim physischen Menschen Organe unterschei­det, so kann man hier Strömungen unterscheiden. Man kann sagen: Hier, wo ich das Rot gezeichnet habe, würde der physische Mensch so im Profil drinnenstehen, hierher das Gesicht gerichtet haben, hier etwa die Augen (siehe Zeichnung); hier würde sein die Region der Begierdenglut (rot). Das würde ein Bestandteil des seelisch-geistigen Menschen sein, der seiner Substanz nach entnommen ist der Region, die Sie aus der «Theosophie» kennen als die Region der Begierden­glut. Also Begierdenglut, gewissermaßen etwas von ihr entnommen, in den Menschen hineinversetzt, gibt diese Partie des Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich hier lila gezeichnet habe, das würde ich bezeichnen müssen, wenn ich die Einzelheiten beschriebe, mit Seelenleben. Sie wissen, eine bestimmte Partie des Seelengebietes, des Seelenlandes, ist mit «Seelenleben» bezeichnet. Die Substanz daraus würde dieses Violette, dieses Lila sein, was im Menschen einen Teil des Geistig-Seelischen bildet. Das, was ich hier als orange bezeichnet habe, würden wir zu nennen haben, wenn wir diese Benennung beibehielten, tätige Seelenkraft. So daß Sie sich vorzustellen hätten: Dasjenige, was am intensivsten durch Ihre Sinne in Sie hineingeht beim Leben zwischen Geburt und Tod, das ist das Seelenleben; und dahinter, sich auch hin­stopfend, aber nicht so hineinkönnend, aufgehalten werdend durch das Seelenleben: tätige Seelenkraft. Und noch mehr dahinter dasjenige, was man nennen kann: Seelenlicht. Ich habe es hier gelb bezeichnet. Ziemlich anschließend an dieses Seelenlicht, sich so durchdrückend, würde dann das sein, was der Region von Lust und Unlust entnom­men ist. Das würde ich hier etwa dem grünen Gebiete zuzuschreiben haben (siehe Zeichnung). Dann würde dem schon bläulich werdenden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|105}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebiete zuzuschreiben sein: Wünsche. Und anstoßend nun hier das Blaue, schon wiederum mehr in das Blaurote hineingehend, das würde die Region fließender Reizbarkeit sein. Das, was ich hier nenne Be­gierdenglut, fließende Reizbarkeit, Wünsche, das sind aurische Strö­mungen. Diese aurischen Strömungen konstituieren, wie Sie wissen, die Seelenwelt; sie konstituieren aber auch den seelisch-geistigen Menschen, der etwa so aufgebaut ist aus den Ingredienzien dieser Seelenwelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 105.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 105]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dann der Tod eintritt, dann ist das so, daß der physische Leib abfällt und der Mensch das fortnimmt, was sich durch seine Löcher in ihn hineinerstreckt hat. Er nimmt es nun fort. Dadurch, daß er es fortnimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|106}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- wir können uns diesen physischen Menschen wegdenken -, kommt nun der Mensch in eine gewisse Verwandtschaft mit der Seelen­weit, und dann auch mit dem Geisterland, wie Sie es ja in der «Theo­sophie» dargestellt finden. Er hat eine gewisse Verwandtschaft da­durch, daß er diese Ingredienzen in sich hat. Aber während des phy­sischen Lebens sind sie gebunden an den physischen Leib; dann werden sie frei. Dadurch aber, daß sie frei werden, verwandelt sich nach und nach das Ganze. Während es so war, daß sich - wenn ich jetzt die Differenzierungen weglasse und das Seelenleben so zeichne -während des physischen Lebens die Fühler (dunkel schraffiert) in un­sere Löcher hineinerstrecken, nehmen sich nach dem Tode diese Fühler zurück. Dadurch aber, daß sich die Fühler zurücknehmen, höhlt sich das Seelenleben selbst aus, und im Seelenleben drinnen geht das geistige Leben auf; von der andern Seite geht das geistige Leben auf (hell schraffiert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 106.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 106]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maße, in welchem der Mensch aufhört unterzutau­chen in den physischen Leib, hellt sich auf sein Geistig-Seelisches, diese seine Aura von der andern Seite durchleuchtend. Und wie der Mensch ein Bewußtsein erlangen kann dadurch, daß beim Hinein-stoßen des Seelisch-Geistigen in den physischen Körper dieses immer anstößt und dadurch sich immer spiegelt, so bekommt der Mensch jetzt dadurch ein Bewußtsein, daß er sich zurückzieht gegen das Licht. Aber dies ist jenes Licht der Sonne, welches das erste Licht ist: das Gute. Während der Mensch also während seines physischen Lebens als geistig-seelisches Wesen gegen das Sonnenverwandte, nämlich gegen die überleeren Löcher im Gehirn stößt, stößt er, sich zurückziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|107}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach dem Tode, nach der andern Sonne, nach der guten Sonne, nach der ersten Sonne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sehen, wie zusammenhängt mit den Grundvorstellungen der uralten Mysterien die Möglichkeit, Begriffe zu erhalten von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so stecken wir drinnen in diesem ganzen kosmischen Leben, wie ich es Ihnen jetzt in diesen Tagen dargestellt habe. Aber allerdings muß man, um richtige Begriffe von diesen Dingen zu bekommen, tiefer in das eigent­liche Gefüge der menschlichen Evolution durch die Erdenzeit hin­durch eingehen. Nicht wahr, es wäre ja möglich, daß jemand durch besonderen Glücksfall, wie man das so nennen könnte, hellsichtig das Ganze, was ich jetzt dargestellt habe, schaute. Aber der Glücksfall könnte nicht weiter gehen, als daß er sich verwandelnde Gebilde schaut. Etwa so: Nehmen wir an, ein Mensch würde durch irgendein Wunder - es geschieht schon nicht durch ein Wunder -, durch irgend etwas hellsichtig, übersinnlich schauend, so würde er schon, so ähnlich, wie ich es hier versucht habe aufzuzeichnen, das geistig-seelische Leben des Menschen sehen. Daß dies etwas anders ausschaut, als was ich vor einiger Zeit als Normalaura aufgezeichnet habe, das werden Sie begreiflich finden, wenn Sie verstehen, daß ich vor einigen Tagen das aufgezeichnet habe (siehe Seite 31), was sich als Aura ergibt, wenn man den ganzen Menschen sieht, also den physischen Menschen und die Aura ringsherum; jetzt habe ich aber herausgeholt den geistig­seelischen Menschen, so daß der geistig-seelische Mensch von dem physischen Menschen abstrahiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daran sehen Sie schon, daß man einmal so, das andere Mal anders die Farben setzen muß; daran sehen Sie auch, daß für das übersinnliche Bewußtsein die Dinge sehr verschieden ausschauen. Nehmen Sie sich vor, die Aura des Menschen einfach so zu sehen, wie sie ist, indem der Mensch den physischen Leib hat, dann sehen Sie diese Aura - also wenn Sie sich vornehmen, abgesehen vom geistig-seelischen Men­schen jetzt den Menschen zu sehen, der nur seine Organe vorstreckt in den physischen Menschen hinein. Aber wenn Sie nun den Men­schen in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen, da sehen Sie wiederum, wie sich das Ganze verwandelt. Da geht also&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|108}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allen Dingen diese Region, die ich hier rot gezeichnet habe, weg von hier, geht hier herauf, das Gelbe geht hier herunter, das Ganze kommt nach und nach durcheinander. Man kann solche Dinge anschauen, aber das Anschauen hat etwas Verwirrendes. Und daher werden sich auch für den neueren Menschen nicht leicht Möglichkeiten finden, Sinn und Bedeutung in dieses Verwirrende hineinzu­bringen, wenn er nicht zu andern Hilfsmitteln seine Zuflucht nimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben hingewiesen daranf, daß das Haupt des Menschen, der Kopf, auf die Vergangenheit weist, der Extremitätenmensch auf die Zukunft weist. Es ist ein vollständiger Gegensatz, polarisch; beides, das Haupt des Menschen und der Extremitätenmensch - erinnern Sie sich nur an dasjenige, was ich gestern auseinandergesetzt habe -, beide sind eigentlich ein und dasselbe; nur daß das Haupt eben eine sehr alte Bildung ist, eine Überbildung. Daher hat es auch die Löcher. Der Extremitätenmensch hat diese Löcher noch nicht; der ist eben noch ganz von Materie ausgefüllt. Löcher kriegen, das ist ein Zeichen von Überentwickelung. Rückgängige Entwickelung im Haupte sehen können, darauf kommt viel an. Und viel kommt darauf an, daß man verstehen kann: der Extremitätenmensch ist eine junge Metamor­phose, das Haupt ist eine alte Metamorphose. Und weil der Extremi­tätenmensch eine junge Metamorphose ist, kann er noch nicht hier im physischen Leben denken, sondern es bleibt sein Bewußtsein unbe­wußt. Er öffnet nicht dem geistig-seelischen Menschen solche Löcher wie das Gehirn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist von unendlicher Wichtigkeit und wird in Zukunft immer wichtiger und wichtiger werden für die Geistes kultur: einzusehen so etwas, daß zwei Dinge, die äußerlich physisch ganz voneinander ver­schieden sind wie der Kopfmensch und der Extremitätenmensch, geistig-seelisch ein und dasselbe sind, nur der Zeit nach auf verschie­denen Entwickelungsstufen. Viele Geheimnisse liegen gerade in die­ser Tatsache, daß zwei physisch verschiedene Dinge dadurch, daß sie auf zeitlich verschiedenen Entwickelungsstufen stehen, eigentlich ein und dasselbe sein können. Sie sind äußerlich physisch etwas ganz Verschiedenes, aber Verwandlungszustände, also Metamorphosen eines und desselben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|109}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In elementarer Weise hat den Anfang mit Begriffen, durch die man so etwas erfassen kann, eben &#039;&#039;[[a:Goethe|Goethe]]&#039;&#039; gemacht mit seiner Metamor­phosenlehre. Während sonst eigentlich in der Ausbildung der Be­griffe ein Stillstand ist seit alten Zeiten, setzt bei Goethe wiederum die Fähigkeit ein, Begriffe zu bilden. Und diese Begriffe sind die lebendi­gen Metamorphosenbegriffe. Goethe hat allerdings angefangen mit dem Einfachsten. Er hat gesagt: Wenn wir eine Pflanze anschauen, so haben wir das grüne Pflanzenblatt, aber das verwandelt sich dann in das farbige Blumenblatt. Beides ist ein und dasselbe, es sind nur Metamorphosen voneinander. - So wie das grüne Pflanzenblatt und das rote Rosenblatt verschiedene Metamorphosen sind, ein und das­selbe auf verschiedenen Stufen, so sind das Haupt des Menschen und der Extremitätenorganismus einfach Metamorphosen voneinander. Wenn wir den Goetheschen Metamorphosengedanken für die Pflanze nehmen, haben wir etwas Primitives, Einfaches; aber es kann dieser Gedanke fruchtbar gemacht werden für ein Höchstes: für das Be­schreiben des Überganges des Menschen von einer Inkarnation in die andere. Wir sehen eine Pflanze mit grünem Blatt und mit der Blüte und sagen: Die Blüte, die rote Rosenblüte ist umgewandelt aus dem grünen Pflanzenblatt. Wir sehen einen Menschen vor uns stehen und sagen: Das Haupt, das du trägst, das sind deine umgewandelten Arme, Hände, Beine, Füße aus der vorhergehenden Inkarnation; und das, was du jetzt an dir, wie Arme, Hände, Beine, Füße trägst, das wird sich umwandeln für die nächste Inkarnation in deinen Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt kommt ein Einwand, der Ihnen offenbar in der Seele schwer sitzt. Jetzt werden Sie sagen: Ja, um Gottes willen, aber ich lasse doch meine Beine und meine Füße zurück, und meine Arme und meine Hände auch; die nehme ich doch nicht mit in die nächste In­karnation! Wie soll denn da mein Kopf daraus werden? - Nicht wahr, das kann man einwenden. Wiederum stehen Sie eben hier vor einer Maja. Es ist nämlich nicht wahr, daß Sie wirklich Ihre Beine und Ihre Füße, Ihre Hände und Ihre Arme zurücklassen. Das ist nämlich nicht wahr; das sagen Sie deshalb, weil Sie an der Maja, an der großen Täuschung hängenbleiben. Was Sie nämlich mit dern gewöhnlichen Bewußtsein Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße nennen, das&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|110}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sind nicht Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße, sondern das ist dasjenige, was als Blut und andere Säfte Ihre Arme und Hände und Ihre Beine und Füße ausfüllt. Es ist hier wieder eine schwierige Vorstellung, aber es ist so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie an, hier haben Sie Arme und Hände, Beine und Füße; aber das, was hier ist, ist geistig, das sind geistige Kräfte. Bitte, stellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 110.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 110]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sich vor: Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße seien Kräfte, übersinnliche Kräfte. Würden Sie nur sie haben, Sie würden sie nicht mit den Augen sehen. Sie sind angefüllt, diese Kräfte sind angefüllt mit den Säften, mit dem Blute, und das, was als mineralische Masse, flüssig oder zum Teil fest, zum geringsten Teile fest, Unsichtbares ausfüllt, das sehen Sie (schraffiert). Was Sie im Grabe lassen, was ver­brannt wird, das sind nur, ich möchte sagen, die mineralischen Ein­schlüsse. Ihre Arme und Hände, Ihre Beine und Füße sind nicht sicht­bare Füße, sind Kräfte, und diese nehmen Sie mit. Die Formen neh­men Sie mit. Sie sagen: Ich habe Hände und Füße. - Derjenige, der in die geistigen Welten hineinsieht, der sagt nicht: Ich habe Hände&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und Füße -, sondern er sagt: Es gibt Geister der Form, Elohim, die denken kosmisch, und deren Gedanken sind meine Arme und Hände und Beine und Füße; und deren Gedanken sind mit Blut und andern Säften ausgefüllt. - Aber Blut und andere Säfte sind auch wiederum nicht das, als was sie im Physischen erscheinen; diese Stoffe sind wie­derum die Vorstellungen der [[a:Geister der Weisheit|Geister der Weisheit]], und dasjenige, was der Physiker Stoff nennt, das ist nur der äußere Schein. Wo der Physiker den Stoff hinsetzt, müßte er sagen: Da stoße ich auf einen Gedanken der Geister der Weisheit, der Kyriotetes. Und wo Sie Arme und Hände, Beine und Füße sehen, da können Sie nicht einmal darauf stoßen, da müssen Sie sagen: Hier bilden die kosmischen Ge­danken der [[a:Geister der Form|Geister der Form]] meine Formen. - Kurz, so sonderbar das klingt: Ihren Körper gibt es ja gar nicht, sondern da, wo im Raume Ihr Körper ist, da leben durcheinander die kosmischen Ge­danken der höheren Hierarchien. Und würden Sie nicht der Maja ge­mäß, sondern richtig sehen, so würden Sie sagen: Hier erstrecken sich herein die kosmischen Gedanken der Exusiai, der Geister der Form, der Elohim. Diese kosmischen Gedanken machen sich mir sichtbar, indem sie ausgefüllt sind mit den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Das gibt Arme und Hände, Beine und Füße. Gar nicht steht das da, als was es in der Maja erscheint, vor dern geistigen Blicke, sondern da stehen die kosmischen Gedanken, und diese kosmischen Gedanken ballen sich zusammen, kondensieren sich, schieben sich ineinander, und daher erscheinen sie uns als diese Schattenfigur, als die wir herumgehen, von der wir glauben, daß sie wirklich ist. Also den physischen Menschen, den gibt es gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir können mit einem gewissen Recht sagen: In der Stunde des Todes scheiden die Geister der Form ihre kosmischen Gedanken von den kosmischen Gedanken der Geister der Weisheit. Die Geister der Form nehmen ihre Gedanken in die Luft hinauf, die Geister der Weis­heit senken ihre stofflichen Gedanken in die Erde hinein. Dadurch ist im Leichnam so ein Nachschatten von den Gedanken der Geister der Weisheit noch vorhanden, wenn die Geister der Form ihre Gedanken zurückgenommen haben in die Luft. Das ist der physische Tod; das ist er in Wahrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Kurz, wenn wir anfangen, über Wirklichkeiten zu denken, so kom­men wir zu einer Auflösung desjenigen, was gewöhnlich die physische Welt genannt wird. Denn diese physische Welt besteht dadurch, daß die Geister der höheren Hierarchien ihre Gedanken ineinanderschieben, und deshalb - bitte stellen Sie sich vor: fein verteilte Wasser-partien gehen irgendwo hinein und bilden einen dichten Nebel - er­scheint Ihr Leib auch so als ein Schattengebilde, weil die Gedanken der Geister der Form hineindringen in die Gedanken der Geister der Weisheit, die Formgedanken in die Stoffgedanken hineingehen. Die ganze Welt löst sich vor dieser Anschauung in Geistiges auf. Aber man muß die Möglichkeit haben, die Welt wirklich geistig vorzu­stellen, zu wissen: Das ist nur etwas ganz Scheinbares, daß meine Arme und Hände, meine Füße und Beine der Erde übergeben werden. In Wirklichkeit beginnt da die Metamorphose meiner Arme und Beine, Hände und Füße und vollendet sich in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und meine Arme und Beine, Hände und Füße werden mein Kopf in der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihnen mancherlei jetzt gesprochen, was Sie wenigstens in der Form vielleicht etwas sonderbar berührt hat. Aber was ist denn das schließlich, was wir da besprochen haben, anderes, als daß wir vom scheinbaren Menschen aufsteigen zum wahren Menschen, von dem, was äußerlich in der Maja lebt, aufsteigen zu der Stufenfolge der Hierarchien? Nur wenn man das tut, kann man in einer reifen Form heute davon sprechen, daß der Mensch in sich wissen darf ein soge­nanntes höheres Selbst. Wenn man bloß daklamiert von dem höheren Selbst, wenn man bloß sagt: Ich fühle in mir ein höheres Selbst - da ist dieses höhere Selbst ein reines leeres Abstraktum, da hat es keinen Inhalt; denn das gewöhnliche Selbst gehört der Maja an, ist also selbst Maja. Das höhere Selbst hat nur einen Sinn, wenn man von ihm spricht gegenüber der Welt der höheren Hierarchien. Vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf die Welt Rücksicht zu nehmen, die da besteht aus den Geistern der Form und den Engeln, Erzengeln und so weiter, vom höheren Selbst zu sprechen, ohne auf diese Welt Rücksicht zu nehmen, bedeutet: man spricht von leeren Abstrak­tionen, bedeutet zugleich: man spricht nicht von demjenigen, was da&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
lebt im Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn so wie wir hier mit Tieren, Pflanzen und Mineralien leben, so leben wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt mit den Reichen der höheren Hierarchien, von denen wir oftmals gesprochen haben. Nur wenn man sich nach und nach diesen Vorstellungen und Be­griffen nähert, dann - wir werden davon erst vielleicht in acht Tagen sprechen-, dann kommt man zu einer Annäherung an so etwas, was Ant­wort geben kann auf die Frage: Warum sterben manche Menschen als junge Kinder, warum manche im höchsten Alter, andere dazwischen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich Ihnen jetzt skizzenhaft dargestellt habe, sind konkrete Be­griffe für die Wirklichkeiten der Welt. Es sind ja wahrhaftig nicht abstrakte Begriffe, die ich Ihnen dargestellt habe, es sind konkrete Begriffe für die Wirklichkeiten der Welt. Diese konkreten Begriffe, sie gab es, allerdings für ein mehr atavistisches Anschauen, in den alten Mysterien. Sie sind für das menschliche Anschauen verloren­gegangen von dem 8. vorchristlichen Jahrhundert an; sie müssen durch eine Vertiefung in der Auffassung des Christus-Wesens wieder­um gewonnen werden. Das kann nur auf geisteswissenschaftlichem Wege geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschaffen wir uns von einem gewissen Gesichtspunkte aus noch einmal eine Art Vorstellung von der Menschheitsevolution. Wir wollen jetzt sehr, sehr wichtige Begriffe ins Auge fassen. Da kann man sagen: Wenn man zurückgeht in der Menschheitsentwickelung, da kommt man - ich habe ja das öfter dargestellt - darauf, daß in alten Zeiten die Menschen mehr Gruppenseelen hatten und sich dann erst die individuellen Seelen hineingliederten in das Gruppenseelentum. Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen. Dann könnte man schematisch die Entwickelung der Menschheit so darstellen, daß man sagt: In alten Zeiten gab es Gruppenseelen; jede dieser Gruppenseelen spaltete sich wiederum - das würde für eine bloße seelische An­schauung sein, für eine geistige wäre es etwas anders -, aber jede solche Seele umkleidet sich mit einem Leibe, den ich hier in der Form mit einem roten Strich andeute (siehe Zeichnung Seite 114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeichnung oder etwas ähnliches wie diese Zeichnung hat man noch bis in die Pythagoräische Schule hinein immer gemacht, indem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|114}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 114.png|500px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 114]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
man gesagt hat: Seht ihr die Leiber an, den Leibern nach sind die Menschen getrennt, jeder für sich ein Leib - daher sind die roten Striche hier isoliert -, den Seelen nach findet man aber eine Einheit der Menschheit, indem man hinaufgeht bis zur Gruppenseele, die allerdings weit zurückliegt. - Man hat eine Einheit. Wenn Sie sich das Rote wegdenken, so bildet das heller Schraffierte eine einheitliche Figur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es hat nur einen Sinn, über diese Figur zu sprechen, wenn man zuerst von dem Geistigen so gesprochen hat, wie wir es heute getan haben; denn dann weiß man, was in diesen Seelen alles mitwirkt, wie die höheren Hierarchien mitwirken an diesem Seelischen. Es hat keinen Sinn, von dieser Figur zu sprechen, wenn man nicht im Hin­blick auf die Hierarchien spricht. So hat man auch gesprochen bis in die Pythagoräische Schule herein, und aus den Pythagoräischen Schu­len hat wiederum Apollonius dasjenige gelernt, wovon ich gestern ge­sprochen habe, von dem ich in der nächsten Woche weiter sprechen werde. Dann aber, seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert - schon die Pythagoräischen Schulen waren Nachzügler -, hat sich die Möglich­keit, so zu sprechen, verloren. Und allmählich sind die Begriffe, die konkret sind, die wirklich sind, wenn sie sich auf die höheren Hierar­chien beziehen, den Leuten konfus geworden, verschwommen ge­worden. Und so ist ihnen statt der Welt der Engel, Erzengel, Ur­kräfte, Formen, Bewegungen, Weisheiten, Throne, statt all diesem konkreten Geistweben ist ihnen ein Begriff gekommen, der nun schon in der griechischen Anschauung eine gewisse Rolle spielt: der Begriff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|115}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Pneuma, in dem alles durcheinander schwimmt. Pneuma, allge­meiner Geist - dieser verschwommene Begriff, den noch heute die Pantheisten lieben: Geist, Geist, Geist, Geist! Ich habe öfter davon gesprochen, daß die Pantheisten überall den Geist hinsetzen. Aber das geht schon im griechischen Leben auf. Da hat man wieder diese Figur gezeichnet; aber Sie sehen: Was früher konkret war - die Fülle der Gottheiten-, ist zum abstrakten Begriff geworden, ist zum Pneuma geworden. Das Weiße ist das Pneuma, das Rote ist die physische Materie (siehe Zeichnung Seite 114), wenn man die Menschenevo­lution in Betracht zieht. Aber von diesem Pneuma, von dem haben die Griechen wenigstens noch eine Anschauung gehabt, denn sie haben immerhin noch etwas Aurisches gesehen; so daß also das, was sie sich da in dem weißen Gezweige vorstellten, für sie noch etwas Aurisches, also etwas wirklich Anschauliches war. Das ist die große Bedeutung des Überganges vom Griechentum ins Römertum, daß die Griechen in ihrer Anschauung noch das Pneuma als wirkliches Geistiges erlebt haben, die Römer nicht mehr. Bei den Römern ist es schon ganz abstrakt geworden, vollständige Abstraktion geworden, bloße Begriffe. Die Römer sind das Volk der abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine lieben Freunde, in der neueren Zeit finden Sie in der Natur­wissenschaft wiederum dasselbe Schema ! Sie können es heute in materialistischen naturwissenschaftlichen Büchern aufschlagen: da finden Sie ganz genau dieses Schema, das Sie in den alten Mysterien aufgezeichnet gefunden haben, in den Pythagoräischen Schulen, wo alles noch auf die Hierarchien bezüglich war. Sie haben es bei den Griechen, wo es auf das Pneuma bezüglich war; Sie finden es heute wieder gezeichnet. Wir werden sehen, was es heute ist. Heute sagt der Naturforscher, indem er diese selbe Zeichnung seinen Schülern auf die Tafel zeichnet: Indem das Menschengeschlecht sich fortpflanzt, geht die Keimsubstanz der Eltern über auf die Kinder; ein Teil der Keimsubstanz bleibt aber so erhalten, daß er in der nächsten Generation wiederum auf die Kinder übergehen kann, und von dem bleibt wiederum ein Teil so, daß er wieder auf die Kinder über­gehen kann, während ein anderer Teil der Keimsubstanz die Zellen des physischen Leibes bildet. - Sie haben ganz dasselbe Schema, nur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sieht der heutige Naturforscher in dern Weißen (siehe Zeichnung) die Kontinuität der Keimsubstanz. Er sagt: Wenn wir zu den alten Men­schenvorfahren hinaufgehen und ihre Keimsubstanz nehmen, die männliche und die weibliche Keimsubstanz nehmen, und gehen zu den jetzigen Menschen herunter und nehmen ihre jetzige Keimsub­stanz, so ist das ein einziger Strom; die Keimsubstanz ist kontinuierlich. Es bleibt immer in der Keimsubstanz etwas ewig - so stellt es sich der Naturforscher vor - und nur gewissermaßen die Hälfte des Keimplasmas geht über in die andere Körperlichkeit. - Der Naturforscher hat wiederum dieselbe Figur, nur hat er jetzt nicht mehr das Pneuma, sondern das Weiße, das ist ihm jetzt die materielle Keimsub­stanz. Es ist nichts Seelisch-Geistiges mehr, es ist ihm die materielle Keimsubstanz. Das können Sie bei den heutigen Naturforschern lesen, das nimmt man heute an als eine große, bedeutsame Entdeckung. Das ist Materialisierung einer hochgeistigen Vorstellung, indem sie durch die Abstraktion durchgegangen ist; der abstrakte Begriff steht mitten drinnen. Und drollig ist es, daß ein Naturgelehrter der neue­ren Zeit ein Buch geschrieben hat - für jemanden, der ordentlich denken kann, ist es drollig -, in welchem er geradezu sagt: Was die Griechen sich noch unter Pneuma vorgestellt haben, ist heute die kontinuierlich bleibende Keimsubstanz. - Ja, es ist närrisch, aber es ist heute hohe Weisheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Sie sehen daraus eines: die Zeichnung macht es nicht! Und Sie werden daraus begreifen, warum ich immer in einer gewissen Weise mich gewendet habe gegen das Aufzeichnen von Schemen, solange wir noch versuchten, unsere Anthroposophie durch die Theo­sophische Gesellschaft durchzutragen. Man brauchte nur in irgend­einen theo sophischen Zweig einzutreten: die Wände waren in der Regel behängt mit allerlei solchen Schemen. Da war alles mögliche aufgezeichnet, da standen dann Worte dabei, und da waren ganze Stammbäume und alles mögliche aufgezeichnet. Aber auf diese Zeichnungen kommt es nicht an, sondern es kommt darauf an, daß man wirklich zu dern lebendigen Vorstellen gehen kann; denn die Zeichnung kann ganz dieselbe sein, ob Sie sie als Ausfluß der Hier­archien, Geistig-Seelisches sich vorstellen, oder ob Sie sich das kontinuierliche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Keimplasma, eine reine Materie, vorstellen. Diese Dinge verschwimmen dern heutigen Menschen. Daher ist es so wichtig, sich klar darüber zu sein, wie der Grieche noch etwas gewußt hat von dern realen Selbst im Menschen, von dern realen Geistigen, und wie das beim Römer in den abstrakten Begriff übergegangen ist. Sie können das an Äußerlichkeiten sehen. Indem der Grieche von seinen Göttern redet, redet er so, daß man ganz genau sieht: der Grieche denkt sich noch konkrete Figuren hinter den Göttern. Beim Römer sind die Götter im Grunde nur noch Namen, nur Bezeichnungen, sind Ab­straktionen und werden immer mehr Abstraktionen. Beim Griechen war immer noch eine gewisse Vorstellung vorhanden, daß in dern Menschen, der hier steht, die Hierarchien leben, und in jedem Menschen verschieden die Hierarchien leben. Der Grieche nahm den Menschen seiner Realität nach, und wenn er sprach: Das ist der Alki­biades, das ist der Sokrates, das ist der Plato -, so hatte er noch den Begriff: da in den Alkibiades, in den Sokrates, in den Plato, da ragen herein die kosmischen Gedanken der Hierarchien in verschiedener Weise, und dadurch, daß da die kosmischen Gedanken in verschie­dener Weise hereinragen, treten so verschiedene Figuren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ging beim Römer verloren. Daher bildete sich beim Römer ein System von Begriffen aus, das sein Extrem darinnen hat, daß von Augustus an - eigentlich schon früher - der römische Cäsar selber als Gott galt. Die Gottheit war allmählich verabstrahiert, und der rö­mische Cäsar war selber ein Gott, weil der Begriff vollständig abstrakt geworden war. Aber so abstrakt wurden auch die andern Begriffe. So abstrakt wurden namentlich die Begriffe, die als Rechtsbegriffe, als moralische Begriffe das römische Wesen durchsetzten, und so trat an die Stelle von alten Lebendigkeiten eine Summe von Abstraktio­nen. Und diese Summe von Abstraktionen, die ist als Erbschaft ge­blieben durch das ganze Mittelalter hindurch, ist auf die neuere Zeit heraufgekommen, ist bis in das 19. Jahrhundert herein als Erbschaft geblieben: abstrakte Begriffe, die überall hineingetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da kam etwas Überraschendes im 19. Jahrhundert. Unter den ab­strakten Begriffen hat man den Menschen vollständig verloren gehabt. Der Grieche ahnte noch etwas von dern wirklichen Menschen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der aus dem Kosmos herein gebildet wird; durch das Römertum hin­durch ist der Mensch verlorengegangen. Das 19. Jahrhundert war genötigt, ihn wieder zu entdecken durch alle die Verhältnisse, auf die ich Sie schon hingewiesen habe, auf die ich Sie noch genauer hin­weisen werde. Und die Entdeckung des Menschen, die geschah jetzt von dem andern Pol aus. Das Griechentum hat sehen wollen den Menschen, der aus der Hierarchie kommt, den göttlichen Menschen; die Römer haben an die Stelle eine Reihe von abstrakten Begriffen gesetzt; das 19. Jahrhundert, schon das 18. Jahrhundert, aber nament­lich das 19. Jahrhundert war genötigt, den Menschen von der andern Seite, von seiner Tierseite aus wieder zu entdecken. Und da konnte er jetzt nicht gefaßt werden mit diesen abstrakten Begriffen. Das war der große Schock. Und das ist der große Schock, das ist die tiefe Kluft, die entsteht: Was ist denn das eigentlich, was da auf zwei Beinen vor uns steht und mit den Händen fuchtelt und allerlei ißt und trinkt, was ist denn das? Die Griechen haben es noch gewußt; dann ist es in abstrakte Begriffe verwandelt worden. Jetzt überrascht es die Men­schen im 19. Jahrhundert; da steht es, aber man hat keine Begriffe, es zu fassen. Man faßt es als bloßes höheres Tier auf: es wird auf der einen Seite der Darwinismus, naturwissenschaftlich, auf der andern Seite, im Geistigen, der Sozialismus, der den Menschen nur als Tier in die Sozietät hineinstellen will. Es ist der Mensch, der vor sich selber überrascht steht: Was ist denn das eigentlich? - und der ohn­mächtig ist, diese Frage zu beantworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Situation von heute, das ist die Situation, die nicht nur, je nachdem die Menschen es wollen, richtige oder unrichtige Be­griffe schaffen wird, sondern die dazu berufen ist, katastrophale oder heilsame Tatsachen zu schaffen. Aber das ist sie, die Situation: der Schock, den der Mensch vor sich selber hat. Wiederum müssen die Elemente zum Begreifen des geistigen Menschen gefunden werden. Man wird sie nicht anders finden, als wenn man auf die Metamor­phosenlehre eingeht. Da liegt der wesentliche Punkt. Die Metamor­phosenbegriffe des Goetheanismus sind allein imstande, die fluk­tuierenden Erscheinungen zu fassen, welche sich dem Anschauen der Wirklichkeit darbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|119}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nach dieser Richtung, möchte ich sagen, schob die geistige Ent­wickelung schon immer. Auch damals - ich habe das im «Reich» in einer Reihe von Aufsätzen über «Die chymische Hochzeit des Christian Rosen­kreutz» angedeutet-, als im 17. Jahrhundert «Die chymische Hochzeit» und andere Schriften auf so wunderbare Weise veröffentlicht worden sind, da war schon das Bestreben, vorzusorgen, daß eine solche soziale Struktur, die der wahren Wesenheit des Menschen entspricht, unter die Menschen kommen sollte. Auf diese Weise ist ja «Die chymische Hoch­zeit des Christian Rosenkreutz» von dem sogenannten &#039;&#039;Valentin Andreae&#039;&#039; entstanden. Aber auf der andern Seite ist ja auch das Buch entstanden, das er nannte «Allgemeine Reformation der ganzen weiten Welt», wo er einen großen politischen Überblick gibt, wie die sozialen Verhältnisse werden sollen. Der Dreißigjährige Krieg hat die Sache hinweggefegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort ist es der Dreißigjährige Krieg, der die Dinge hinweggefegt hat. Heute ist es möglich, daß die Weltordnung entweder dahin geht, die Dinge wirklich wiederum hinwegzufegen, oder aber sie in die Menschheitsentwickelung hineinzunehmen. Damit berühren wir die große Grundfrage der Gegenwart, mit der sich die Menschen beschäftigen sollten, statt mit all den sekundären Fragen, mit denen sich die Menschen heute beschäftigen. Würden sich die Menschen mit die­ser Grundfrage beschäftigen, dann würden sie die Mittel und Wege finden, fruchtbare Begriffe in die heutige Wirklichkeit hineinzutragen; dann würde man meiden die abstrakten Begriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht so leicht, Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Da muß man schon wirklich im Ernste und mit allem guten Willen ins Leben hinein wollen, nicht bei Programmen und bei Vorurtellen Halt machen wollen. Nach dieser Richtung könnte ich ja vieles er­zählen. Ich will nur ein Faktum anführen: Im Beginne der neunziger Jahre, da traten eine Anzahl von Menschen zusammen in den ver­schiedensten Städten in Europa und machten wiederum einmal etwas Amerikanisches nach: nämlich die «Bewegung für ethische Kultur». Es war dazumal unter gewissen Intellektuellen alles darauf aus, «Ge­sellschaften für ethische Kultur» zu gründen. Die Leute haben sehr schöne Sachen vorgebracht, und wenn Sie heute noch die Auf­sätze lesen, die dazumal von diesen Vertretern der Gesellschaften für&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ethische Kultur geschrieben worden sind, wenn Sie Sinn haben für&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ja, butteriges Zeug, so werden Sie wahrscheinlich heute noch ent­zückt sein können von all den schönen, wunderschönen Idealen, in denen die Leute dazumal geschwelgt haben. Und es war wahrhaftig keine angenehme Aufgabe, sich gegen dieses Schwelgen in den butterigen Idealen zu wenden. Ich schrieb aber dazumal in einer der ersten Nummern der Zeitschrift «Die Zukunft» einen Artikel gegen dieses ganze butterige Zeug von der «ethischen Kultur», schimpfte mordsmäßig über diese «ethische Kultur». Es war selbstverständlich eine schändliche Tat, denn wie könnte es nicht etwas Schändliches sein, wenn man sich gegen etwas so Gutes wendet, wenn die Leute daran gehen, die ganze Welt zu ethisieren, durchzumoralisieren! Ich lebte dazumal in Weimar, kam aber einmal nach Berlin, sprach auch mit Herman Grimm; der sagte: Was wollen Sie denn eigentlich mit dieser «ethischen Kultur»? Gehen Sie doch hin zu den Leuten, Sie werden sehen: die in Berlin hier zusammenkommen, diese Ethiker sind lauter recht nette, liebe Leute. Man kann gegen sie gar nichts haben. Es sind Leute, die einem ganz sympathisch sein können, die einem ganz gut gefallen können. - Das war auch gar nicht zu leugnen, und für den damaligen Moment hatte selbstverständlich Herman Grimm ebenso recht wie ich. Äußerlich genommen hatte der eine ebenso recht für den Moment wie der andere; das eine ließ sich eben­sogut beweisen wie das andere, und ich will gar nicht behaupten, daß rein logisch meine Gründe gegen die Ethiker besser waren als die Gründe, die die Ethiker vorgebracht haben. Aber aus all diesem Butteridealismus ist ja die gegenwärtige Katastrophe hervorgegan­gen, und nur diejenigen Menschen hatten recht und sind durch die Tatsachen gerechtfertigt, die dazumal gesagt haben: Mit all eurem Schwelgen und Reden von irgend solchen Butteridealen, durch die ihr allgemeinen Frieden und dergleichen und allgemeine Moral unter die Menschen bringen wollt, erzeugt ihr nichts anderes als das, was ich dann das soziale Karzinom genannt habe, was endlich in diese katastrophale Gegenwart hineinführen mußte. Die Zeit hat gezeigt, wer mit realen Begriffen arbeitete und wer mit bloßen Abstraktionen arbeitete. Nach dem bloßen abstrakten Charakter kann man gar nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|121}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
entscheiden, ob irgend jemand recht oder unrecht hat; das entschei­det bloß das, ob irdendein Begriff richtig sich hineinfügt in den Gang der Tatsachen oder nicht. Wenn ein Professor an seiner Universität heute Naturwissenschaft lehrt, dann kann er selbstverständlich wun­derschön beweisen, logisch beweisen, daß das alles richtig ist, was er sagt. Das geht auch alles in die Löcher der Köpfe hinein; das darf ich ja natürlich im allerbesten Sinne heute sagen. Und siehe da, darum handelt es sich aber nicht, ob scheinbare gute logische Gründe dafür anzuführen sind, sondern: dieselben Gedanken dann in einen Lenin­ Kopf hineingesenkt, werden Bolschewismus. Was ein Gedanke in der Wirklichkeit wird, darauf kommt es an. Nicht darauf kommt es an, was man über ihn denken kann, was man über ihn abstrakt fühlen kann, sondern darauf, welche Kraft in der Wirklichkeit einen Gedan­ken bildet. Und wenn man diejenige Weltanschauung, von der am meisten in der neueren Zeit gesprochen worden ist, weil die andern ästhetisierend waren, wie ich gestern ausgeführt habe, wenn man den Sozialismus prüft, so handelt es sich heute nicht darum, sich nun hinzusetzen, um den Karl Marx oder Lassalle oder den Bernstein zu «ochsen», also deren Bücher zu studieren, diese Autoren zu studieren, sondern darum handelt es sich, ein Gefühl, eine lebendige Erfahrung dafür zu haben, was im Fortgang der Menschheit dann wird, wenn eine Anzahl von Menschen - solche Menschen, die an Maschinen stehen - diesen Gedanken haben. Darauf kommt es an, und nicht darauf, über die soziale Struktur der nächsten Zukunft die Gedanken zu haben, die man im landläufigen Gang der heutigen diplomatischen Schulung lehrt. Sondern jetzt ist die Zeit, wo es darauf ankommt, Gedanken wägen zu können, um sich die Frage beantworten zu kön­nen: Was will die Zeit in den nächsten Jahrzehnten? Es ist heute schon einmal die Zeit gekommen, wo die Bequemlichkeit nicht ge­stattet ist, auf den verschiedensten kurulischen Stühlen zu sitzen und bequem das Alte fortzupflegen, sondern die Zeit ist gekommen, wo die Menschheit den Schock vor sich selbst fühlen muß, und wo bei denen, die irgendwo verantwortlich sind für irgend etwas, der Ge­danke auftauchen muß: Wie löst man diese Frage aus dem geistigen Leben heraus? Wir werden das nächste mal davon weiter sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|122}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= SIEBENTER VORTRAG Dornach, 31. August 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe in der letzten Zeit hier eine Reihe von wichtigen Tatsachen über den Menschen vorgebracht, die geisteswissenschaftlich erforscht werden können. Ich lege weniger Wert darauf, daß die Einzelheiten dieser Tatsachen aufgefaßt werden - denn ich habe mich ja über die Natur dieser Tatsachen öfter ausgesprochen-, als vielmehr darauf, daß ein gewisser Eindruck durch diese Tatsachen erweckt werde: der Eindruck über das Wesen desjenigen, was man die Täuschung der physischen Außenwelt nennen kann, auf daß Sie ein Gefühl davon erhalten, was eigentlich gemeint ist, wenn man davon spricht: Die Außenwelt, so wie wir sie um uns herum sehen - ich sage sehen, nicht haben -, ist Täuschung zunächst, und hinter ihr liegt die wahre, die wirkliche Welt. Und ich wollte ein gründlicheres Gefühl hervorrufen von dem, was gemeint ist, wenn man auf dem Boden der Geisteswissenschaft von der wirklichen Welt spricht. Also mehr um diese allgemeinen Gefühle handelt es sich. Und damit bin ich an demjenigen Punkte angelangt, wo wir gewissermaßen wiederum eine Möglichkeit haben, unsere geisteswissenschaftlichen Betrachtungen anzuknüpfen an wichtige, an bedeutsame Interessen im Geistesleben der Gegen­wart, wobei ich natürlich an eine weitere Gegenwart denke, nicht bloß an die heutigen Tage, sondern an die Jahrhunderte, in denen wir leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Geistesleben ist in einem Zwiespalt begriffen, in einem Zwiespalt, den man in der verschiedensten Weise charakterisieren kann, den man so oder so definieren kann. Aber alle diese Definitionen müssen zuletzt wiederum zusammenlaufen in eine Art Empfindung für zwei Strömungen, die wir uns als Ideenströmungen bilden müssen aus der Geisteskultur der Gegenwart heraus, und die gewissermaßen sich nicht recht vereinigen lassen. Zwei Strömungen von Ideen sind vorhanden. Die eine, man kann sie im weitesten Sinne nennen die naturwissenschaftliche Strömung, wobei ich nicht etwa bloß das meine, was in den Kreisen der Naturforscher gedacht und behauptet wird, sondern jene naturwissenschaftliche Strömung, welche heute ja&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mehr oder weniger in der Empfindung der ganzen Menschheit lebt. Diese naturwissenschaftliche Strömung ist nach und nach eine popu­läre, eine weitverbreitete Anschauung geworden. Sie produziert Be­griffe, die tief, tief sich eingewurzelt haben in das Seelenleben der Menschen der Gegenwart. Man kann am besten sehen, wie diese na­turwissenschaftliche Weltanschauung sich eingewurzelt hat, wenn man bedenkt, daß sie da am tiefsten Wurzel gefaßt hat, wo man glaubt, an spirituelles Leben heranzudringen. Schließlich ist ja dasjenige, was man landläufig Spiritismus nennt und was von sehr vielen als theosophische Theorie vertreten wird, nichts anderes als ein Ausfluß ma­terialistischer Weltanschauung. Dasjenige, was man zumeist an Be­griffen hat über Ätherleib, Astralleib, dasjenige, was man experimen­tell produziert in spiritistischen Sitzungen, wird ganz und gar einge­fangen in Begriffe, welche der naturwissenschaftlichen Weltanschauung entlehnt sind, was am besten solche Leute beweisen wie zum Beispiel du Prel, der glaubt, gerade auf die Geisteswelt loszugehen. Aber alles dasjenige, was er über die Geisteswelt sagt, denkt er in naturwissen­schaftlichen Begriffen, das heißt in solchen Begriffen, in denen man bloß über die Natur denken sollte, nicht über den Geist. Ebenso ist es geradezu auffällig, wie materialistisch doch die Theorien der mei­sten Theosophen sind, wie sie sich geradezu bemühen, Vorstellungen wie Ätherleib oder selbst Astralleib an die naturwissenschaftlichen Begriffe, die man nur auf die Natur anwenden sollte, heranzurücken. Der Ätherleib wird sehr häufig vorgestellt als etwas ganz Materielles, als ein feiner Dunst oder dergleichen. Nun, ich habe mich ja über diese Dinge öfter ausgesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist die eine, ich möchte sagen Begriffsmasse, die wir haben: die naturwissenschaftlichen Begriffe. Und weniger Wert - ich betone das noch einmal, damit ich nicht mißverstanden werde - ist darauf zu legen, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe in den Naturwissen­schaften selbst sich finden, wo sie ja zum großen Teil berechtigt sind, sondern das Wichtige ist, daß sie sich eben einschleichen in die allge­meine Weltanschauung, und daß sie verwendet werden, um Spiri­tuelles begreifen zu wollen, ja, daß manche geradezu in dem Wahne leben, sie sagten etwas Besonderes, wenn sie die Ähnlichkeit der Begriffe,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|124}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die sie im Spirituellen haben, mit den naturwissenschaftlichen Begriffen hervorheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutsame Tatsache, die wir da ins Auge fassen müssen, ist diese, daß diese naturwissenschaftlichen Begriffe nur eine gewisse Sphäre unserer Welt, eine gewisse Sphäre der Welt, in der wir leben, einfangen können in unser Verständnis, daß eine andere Welt außer unserem Verständnis bleiben muß, wenn wir nur naturwissenschaft­liche Begriffe anwenden. Diese naturwissenschaftlichen Begriffe bil­den also die eine Strömung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Strömung bilden gewisse Begriffe, die wir uns machen über Ideelles oder Ideales, und wohl auch heute, schon seit langer Zeit, über Moralisches. Nehmen Sie einen naturwissenschaftlichen Begriff wie den Begriff der Vererbung oder den Begriff der Entwicke­lung. Sie denken naturwissenschaftlich, wenn Sie diesen Begriff rein­lich und sauber denken; Sie denken verworren, wenn Sie diese Begriffe von Vererbung und von Entwickelung, wie sie in der Naturwissenschaft üblich sind, auf Spirituelles ausdehnen. Nehmen Sie gewisse Begriffe, die man im Leben braucht, zum Beispiel den Begriff der inneren Freiheit unserer Seele, den Begriff des Wohlwollens, den Be­griff der sittlichen Vollkommenheit, oder höhere Begriffe, den Begriff der Liebe und dergleichen, so haben Sie wiederum eine Strömung von Ideen, von Begriffen, die auch berechtigt sind, weil sie ja zum Leben gebraucht werden. Aber nur wenn man sich einer Selbsttäuschung hingibt, kann man sich von der Art, wie heute naturwissenschaftlich gedacht wird, zu der Art, wie heute ideal oder ideell oder moralisch gedacht wird, eine Brücke bauen. Denkt jemand rein naturwissen­schaftlich, das heißt, sucht er sich ein naturwissenschaftliches Welt­bild, so wie das heute das Ideal vieler Leute ist, so hat innerhalb einer Welt, welche diesem Weltbild entspricht, alles das keinen Platz, was unter Begriffe wie Wohlwollen, meinetwillen auch Glück, Liebe, innere Freiheit und so weiter gefaßt ist. Ein gewisses Ideal naturwissenschaftlicher Denkungsart ist, alles, wie man sagt, unter den Kausalbegriff zu bringen, alles nach Ursachen und Wirkungen zusammenzudenken. Und eine sehr beliebte Verallgemeinerung ist -ich habe das schon hier erwähnt - das Gesetz von der Erhaltung der&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|125}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraft und der Erhaltung des Stoffes. Bilden Sie sich eine Weltan­schauung so, daß Sie dazu nur die Begriffe von Ursache und Wirkung im naturwissenschaftlichen Sinne verwenden oder von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, so können Sie nur entweder weltanschau­lich unehrlich sein, oder Sie müssen sagen: Innerhalb einer solchen Weltenordnung, in welcher nur das Kausalitätsgesetz, nur das Ur­sachengesetz gilt, oder in welcher das Gesetz von der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gilt, in einer solchen Welt ist alles, was Ideale sind, was Ideen sind, was moralische Begriffe sind, im Grunde ge­nommen eigentlich nur Spaß. - Denn für eine Weltanschauung, welche etwa das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes univer­sell denkt, hat nichts anderes Sinn, als sich zu sagen: Nach diesem Gesetze von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes entwickelt sich unsere Weltenordnung. - Aus gewissen Ursachen heraus ist innerhalb dieser Weltenordnung auch das Menschengeschlecht hervorge­gangen. Dieses Menschengeschlecht träumt von Wohlwollen, von Liebe, von innerer Freiheit, aber all das sind Begriffe, die sich die Menschen machen, und wenn einmal jener Zustand eingetreten sein wird in unserem Weltensystem, der eintreten muß nach naturwissen­schaftlichen Vorstellungen, dann ist eigentlich ein allgemeines Grab da für alle solche Vorstellungen von Wohlwollen, innerer Freiheit, von Liebe und so weiter. Das sind Träume, welche die Menschen träumen, während sie eben der reinen naturgesetzlichen Ordnung gemäß ihr Dasein innerhalb der Erdenentwickelung vollenden, und es hat gar keinen Sinn, von etwas anderem zu sprechen in bezug auf die Geltung der Ideale und Ideen, als davon, daß sie Träume der Menschen sind, denn innerhalb einer solchen naturwissenschaftlichen Weltanschauung haben Ideen und Ideale keine Kraft, sich zu realisie­ren. Was sollen denn, wenn die Welt wirklich entsprechen würde der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, die Ideen und Ideale einmal machen, sobald der Zustand eingetreten ist, den man notwendig denken muß, wenn man nur mit naturwissenschaftlichen Begriffen denkt? Sie sind begraben, die Ideen und Ideale! Die Ideen und Ideale werden heute aber von den Menschen so gedacht - wenn sie das auch nicht zugeben -, daß sie keine innere Kraft haben, sich zu realisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie sind eben bloße Gedanken, die sich dadurch realisieren, daß die Menschen ihre Gefühle daran hängen, daß die Menschen sich gegen­einander so verhalten, wie es den Ideen entspricht. Aber sie haben keine innere Kraft, sich zu realisieren, diese Ideen, wie es der Magne­tismus, wie es die Elektrizität oder die Wärme hat - die hat innere Kraft, sich zu realisieren! Die Ideen als solche - denken Sie also immer meinetwiller an die moralischen Ideen - haben nicht eine solche innere Kraft, sich zu realisieren innerhalb unserer Weltanschauung, wenn wir sie nur naturwissenschaftlich denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiß, die wenigsten Menschen machen sich den Zwiespalt klar, der zwischen diesen zwei Strömungen unserer Gegenwart besteht, aber er ist da, und es ist die Tatsache, daß er im Unterbewußtsein der Menschen sein Spiel treibt, viel wichtiger, als daß man sich theore­tisch darüber klar ist. Theoretisch klar ist sich nur eine Schichte der Menschen über das, was ich eben gesagt habe, und diese &#039;&#039;eine&#039;&#039; Schichte der Menschen, auf die sollte man wohl ein Auge haben im Leben der Gegenwart. Klar ausgesprochen, daß die Sache so ist, daß die ganze Welt nur naturwissenschaftlich geordnet ist und daß Ideen und Ideale nur eine Bedeutung haben deshalb, weil die Menschen nun einmal das Gefühl haben, sie müßten sich geradezu danach richten in ihrem gegenseitigen Verhalten, findet man diese Anschauung nur innerhalb der sozialistischen Theorie der Gegenwart. Die sozialistische Theorie der Gegenwart lehnt daher jede Geisteswissenschaft ab, betrachtet sogar die Spuren alter Geisteswissenschaft, die sich noch in der Juris­prudenz, in der Moral und der Theologie finden, als Vorurteile, die den Kinderjahren der Menschheitsentwickelung angehören, und sie will alles, was man Geisteswissenschaft nennen könnte, als Gesell­schaftswissenschaft aufgefaßt wissen: sie will die sozialistische Gesell­schaftswissenschaft bilden als bloß gültig für das gegenseitige Ver­halten der Menschen. Die Welt ist naturwissenschaftlich geordnet, und außer der naturwissenschaftlichen Erklärung der Welt gibt es nur noch eine Gesellschaftswissenschaft. Das ist Grundüberzeugung jedes seiner selbst bewußten Sozialisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf, wenn man solchen Dingen auf den Grund gehen will, nicht konfusen Begriffen sich hingeben. Ich weiß selbstverständlich,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|127}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
daß man kommen kann und sagen: Ja, so denken doch nicht die Sozialisten! - Aber darauf kommt es nicht an - das habe ich ja gerade in den ersten Tagen, in denen ich hier wieder vorgetragen habe, aus­geführt -, was Ideen für einen Inhalt haben, sondern durch was Ideen sich betätigen, wie sie eindringen, sich einleben. Und die sozialisti­sche Idee lebt sich dadurch ein, daß sie ablehnt jedes Reden über irgendeinen geistigen Weltinhalt, daß sie behauptet, der Weltinhalt sei nur naturwissenschaftlich geordnet und Geisteswissenschaft sei durch bloße Gesellschaftswissenschaft zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun fühlt der Mensch, daß bloße Ideen und Ideale, wenn sie so gedacht werden, wie sie in der Gegenwart gedacht werden, eben wirklich nicht mehr Kraft haben, als sich in das menschiiche Gemütsleben hineinzufinden und sich dadurch zu realisieren, zu realisieren als ein Traum, den die Menschheit innerhalb der Erdenentwickelung träumt. Keine Idee, und wäre sie die schönste, die idealste, hat die Kraft, irgend etwas wachsen zu lassen, irgendwo Wärme zu erzeugen, einen Magneten zu bewegen oder dergleichen. Damit ist sie schon ver­urteilt, bloßer Traum zu sein, weil sie ja - solange man die Weltenordnung nur denkt als die Summe von elektrischen, magnetischen Kräften, von Lichtkräften, Wärmekräften und so weiter - in das Gefüge dieser Kräfte nicht eingreifen kann, insbesondere wenn man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes aufstellt, wo­nach Kraft und Stoff eine ewige Geltung haben sollen. Denn dann sind sie immer da, und dann können Ideen nirgends eingreifen, denn Kraft und Stoff haben dann ihre eigenen, ewigen Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Gesetze - das sage ich nur in Parenthese - von der Er­haltung der Kraft und des Stoffes wird ja viel Unfug getrieben. So wie man in der Literatur heute von dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes, namentlich von Kraft und Energie gesprochen findet, wird es auch häufig zurückgeführt auf Julius Robert Mayer. Wer &#039;&#039;Julius Robert Mayers&#039;&#039; Schriften wirklich kennt, der weiß, daß es ebenso gescheit ist, das Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes auf Julius Robert Mayer zurückzuführen, so wie es heute in der Literatur geschieht, wie wenn man etwa die Schundliteratur auf die Erfindung der Buchdruckerkunst durch Gutenberg zurückführte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Denn das, was heute in Lehrbüchern und gebräuchlichen Handbüchern als Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes fun­giert, das hat mit dem Gesetz von Julius Robert Mayer, den man für seine Tat ins Irrenhaus eingesperrt hat, nichts zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entsteht eigentlich für den, der Geisteswissenschaft ernst nimmt, aus alledem, was ich dargestellt habe, eben die Frage: Welches Verhältnis, welcher Bezug besteht zwischen dem, was nimmer ver­einigt werden kann innerhalb der gegenwärtigen Weltanschauung: moralischem Idealismus und naturalistischem Anschauen der Welt? - Diese Frage läßt sich nicht so ohne weiteres theoretisch beantworten. Die Gegenwart wünscht vielfach theoretische Antworten, und auch diejenigen, die zur Theosophie oder Anthroposophie kommen, wün­schen manchmal am allermeisten theoretisch-dogmatische Antworten. Aber die Antworten, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­geben werden sollen, müssen Antworten der Anschauung sein. In dieser Beziehung geht es nicht, daß man gerade die Vorliebe der Gegenwart für Dogmatismen auch wiederum in die Geisteswissen­schaft hineinträgt. Die Geisteswissenschaft verlangt anderes. Die Geisteswissenschafter verlangen freilich vielfach, daß andere Dogmen aufgestellt würden, aber die Geisteswissenschaft kann ganz und gar nicht der Ansicht sein, daß bloß andere Dogmen aufgestellt werden, als sie schon aufgestellt sind, sondern daß anders gedacht und anders angeschaut werde, daß überhaupt gewisse Dinge unter ganz andern Gesichtspunkten gedacht werden. Dasjenige, was vielfach heute auch als Geisteswissenschaft, namentlich auch als Theosophie getrieben wird, das kann einem oftmals den Eindruck machen einer etwas ver­änderten Scholastik des Mittelalters. Ich will mich gar nicht gegen Scholastik wenden, denn die Scholastik hat Dinge in sich, die viel bedeutsamer sind als dasjenige, was philosophisch in der Gegenwart hervorgebracht wird. Aber der Hang vieler Menschen in der Gegen­wart ist dahingehend, nur wiederum andere Dogmen zu haben, über Gott und Unsterblichkeit und weiß Gott was, eben anders zu denken, aber eben doch nur zu denken, nicht zu Anschauungen zu kommen, die aus ganz anderem Fond heraus sind als frühere Vorstellungen. Steht man recht auf dem Boden der Geisteswissenschaft, so sagt man sich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|129}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Scholastik ist über die Dreieinigkeit, über das Wesen des Menschen, über seine Unsterblichkeit, über das Christus-Problem genug spintisiert worden, wenn ich den Ausdruck jetzt gar nicht mit irgendeinem üblen Beigeschmack anwende. Denn der eigentliche Wert dieser Scholastik liegt nicht in den Dogmen, die sie aufgestellt hat, sondern in der Technik des Denkens, wie ich es einmal darge­stellt habe in meiner Schrift «Philosophie und Anthroposophie», die jetzt in einer neuen Auflage wesentlich erweitert wiederum erscheinen wird; er liegt in der Art, über die Dinge zu denken. Aber dieses Den­ken, das eignet man sich heute eigentlich besser an, wenn man zu den Scholastikern geht, als wenn man zu den vielfach konfusen Ideen, die man in der neueren Zeit theologische oder philosophische nennt, sich hinwendet. Da ist genug theoretisiert worden im Mittelalter über diese Dinge. Da hat man zum Beispiel so theoretisch mit dem Christus-Problem gerungen. Wer das Wesen dieses Ringens kennt, der kann nicht viel Geschmack abgewinnen einem etwas veränderten Scholastizieren, wie es zum Beispiel in der Theosophie vielfach getrieben worden ist, wo man halt, statt daß man früher, nicht wahr, Dreieinig­keit, Unsterblichkeit oder anderes hatte, nun wiederum physischen Leib, Ätherleib, Astralleib hat. Es ist ein anderes Theoretisieren, aber es ist im Grunde genommen qualitativ dieselbe Sache. Derjenige, der recht eingehen mag auf diese Schule des Mittelalters, der weiß, daß das gewissermaßen eine erledigte Angelegenheit ist, so vordringen zu wollen, sagen wir, zu dem Mysterium von Golgatha. Da ist heute viel wichtiger, zum Beispiel nach der Gestalt des Christus Jesus zu dringen, was versucht wird von uns hier in der Mittelpunktsgruppe des Baues, wo gesucht wird, die Gestalt des Christus Jesus wirklich wiederum zu finden. Derjenige, der sich richtig für frühere Dogmen interessiert, wird sich heute viel mehr dafür interessieren, die Ge­staltung des Christus aus dem geistigen Leben herauszuholen, weil heute die Zeit dazu da ist, dies zu tun. Im Mittelalter war die Zeit, scharfsinnig nachzudenken und scholastische Begriffe auszuspinti­sieren; heute - das habe ich ja vielfach charakterisiert - ist ein solcher Punkt der fünften nachatlantischen Zeit, wo hingelenkt werden muß die Anschauung der Menschen nach den geistigen Formen. Dasjenige,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|130}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was früher als Gestaltung des Christus gesucht wurde, sind ja phan­tastische Gestaltungen. Ich habe über die Entwickelung der Christusgestalt ja öfter hier gesprochen. Mit den Mitteln der geistigen An­schauung wird sich die Gestalt des Christus wiederum finden lassen. So hat jede Zeit ihre besondere Aufgabe. Denn nicht darauf kommt es an, daß irgend etwas festgelegt wird, sondern darauf, daß die Mensch­heit in ihrer Entwickelung sucht und dadurch sich zu immer weiteren und weiteren Stufen ihrer Entwickelung durchringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also darauf kommt es an, daß man gewissermaßen eine Brücke finden kann da, wo die moderne Weltanschauung eine Brücke eben nicht finden kann, sondern wo, wenn sie sich selbst richtig versteht, sie notwendigerweise zum Sozialismus, das heißt zur sozialistischen Theorie kommen muß - nicht zum Sozialismus in seiner Berechti­gung; darüber habe ich ja auch schon öfter gesprochen. Diese Brücke kann man aber nur finden, wenn man den ehrlicher Willen hat, eben­so wie man in dasjenige eindringt, was zwischen der Geburt und dem Tode verläuft, auch in dasjenige einzudringen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verläuft, wenn man also nicht bloß den Willen hat, gewissermaßen die Welt hier zu analysieren, sondern wenn man den Willen hat, sich wirklich auf das Geistige einzulassen. Man redet von dem Menschen und sagt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib, Ich und so weiter. - Das ist ge­wiß berechtigt; aber es ist für den Menschen berechtigt, der hier zwischen der Geburt und dem Tode lebt. Das, was ich das vorige Mal und das vorvorige Mal hier ausgeführt habe, das kann Sie aber schon darauf hinweisen, daß man in einer ähnlichen Weise nun reden kann über den Menschen nach dem Tode, über den Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn Sie schon fragen wollen: Aus was besteht der Mensch? - so können Sie nicht bloß fragen: Aus was besteht der Mensch hier auf Erden? - und antworten: Da besteht er aus physischem, Ätherleib, Astralleib und Ich -, sondern wir müssen jetzt auch die Frage aufwerfen: Aus was besteht der Mensch, wenn er nicht auf Erden ist, sondern in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt? Wie kann man da von den Gliedern der mensch­lichen Natur reden? - Da muß man in ebenso realer Weise von den&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|131}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gliedern der menschlichen Natur reden können. Und man muß sich, wenn man ganz ehrlich bei einer solchen Sache mit sich zu Rate geht, eben bewußt werden, daß jedes Zeitalter seine besondere Aufgabe hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen werden sich nicht recht bewußt, daß eigentlich die Art, wie sie denken, vorstellen, selbst wie sie empfinden, ja, selbst wie sie die Außenwelt anschauen - erinnern Sie sich nur an gewisse Ausführungen, die ich in meinen «Rätseln der Philosophie» gemacht habe über den verhältnismäßig kurzen Zeitraum von sechshundert Jahren vor unserer Zeitrechnung bis zu uns -, eben nur jetzt so ist. Wir können nicht über das 8. Jahrhundert vor dem Mysterium von Golgatha zurückgehen mit dem Denken und dem Empfinden und dem Anschauen, das wir jetzt haben. Ich habe Ihnen das genaue Jahr angegeben: 747 vor dem Mysterium von Golgatha ist die wahre Gründungszahi der Stadt Rom. Wenn man hinter dieses 8. vorchrist­liche Jahrhundert zurückgeht, dann ist die ganze Art des mensch­lichen Lebens eine andere als diejenige, die man jetzt als Seelenieben eben kennt. Da werden alle Arten, die Welt anzuschauen, anders. Da ist allerdings eine Grenzscheide, die man schon besser beobachten kann als die andere, die eigentlich auch gut zu beobachten ist, aber noch nicht für den Menschen der Gegenwart: die Grenzscheide, die im 15. Jahrhundert liegt. Das 15. Jahrhundert liegt den Menschen der Gegenwart zu nahe; da können sie sich nicht so recht in den großen Umschwung hineinversetzen, der da eingetreten ist. Im ganzen stellen sich die Menschen vor: gedacht und gesonnen hat man immer so wie jetzt, auch wenn man immer weiter zurückgeht; aber wie wenig weit geht man zurück! Nun ja, die Sache ist eben diese, daß, sobald man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht, man eine ganz andere Art zu denken hat. Und nun können wir die Frage aufwerfen: Warum hatte man denn da eine andere Art zu denken? Über diese andere Art zu denken machen sich die Menschen jetzt, wenn sie sich Vorstellungen machen, ziemlich törichte Vorstellungen, könnte man sagen. Wenn die Menschen der Gegenwart jetzt hören, wie, sagen wir, in den ägyptischen Mysterien - es waren dazumal die gesuchtesten - gelehrt worden ist, wenn sie etwas hören von der Art, wie da die Wahrheiten erörtert worden sind, da meinen sie: Nun ja, das entspricht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eben der phantastischen Zeit von dazumal, da waren die Men­schen noch nicht so gescheit wie jetzt, da haben sie sich noch kindische Vorstellungen gemacht; das Richtige, das haben wir jetzt! - Es liegt besonders dem Menschen der Gegenwart nahe, so zu denken, denn er kann sich, weil er so furchtbar eingerutscht ist in diese Denk­weise der Gegenwart, nicht irgend etwas anderes dabei denken. Nehmen wir an, ein Grieche, Pythagoras zum Beispiel, sei nach Ägyp­ten gekommen und hätte dort gelernt, so wie heute irgend jemand nach einer berühmten Universität geht, um zu lernen. Aber was hat er gelernt? Ich will Ihnen etwas sagen, was der Pythagoras wirklich dort hat lernen können: Er hat dort gelernt, daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Schach gespielt hat, und bei diesem Schachspiel hat der Merkurius gewonnen. Er hat nämlich dem Monde für jeden Tag zwanzig Minuten abgewonnen, und diese zwanzig Minuten, die sind dann von den Eingeweihten zusammengezählt worden. Wieviel machen sie aus, diese zwanzig Minuten in drei­hundertsechzig Tagen? Die machen nämlich gerade fünf Tage aus. Daher hat man nicht dreihundertsechzig Tage als das Jahr gerechnet, sondern dreihundertfünfundsechzig Tage. Diese fünf Tage sind das­jenige, was der Merkur dem Monde im Spiel abgewonnen hat, und was er dann den übrigen Planeten und dem ganzen Menschenge­schlecht zu dreihundertsechzig Tagen im Jahr hinzugeschenkt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, nicht wahr, wenn man sagt, so etwas habe der Pythagoras bei den weisen Ägyptern lernen können, dann lacht jeder Mensch in der Gegenwart, ganz selbstverständlich. Dennoch ist es nur eine andere Binkleidung für eine tiefe geistige Wahrheit - wir werden davon in diesen Tagen noch sprechen -, die die Gegenwart noch gar nicht wieder entdeckt hat, die aber eine Wahrheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie könnten fragen: Warum ist dazumal ganz anders gerechnet worden? - Vergleichen Sie den Vortrag eines solchen ägyptischen Weisen, der also dem krassen Fuchs Pythagoras vorträgt: Der Mer­kur hat im Schachspiel für jeden Tag dem Monde zwanzig Minuten abgewonnen - mit einem Vortrag über moderne Astronomie, der in einem Hörsaal gehalten wird, so werden Sie besser auf den Unter­schied aufmerksam werden. Fragt man sich aber: Warum ist ein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|133}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
solcher Unterschied? - dann muß man etwas tiefer hineingehen in das ganze Wesen der menschlichen Enwickelung. Denn wenn man hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert zurückgeht - Pythagoras gehört zwar nicht dieser frühen Zeit an, aber in Ägypten haben sich die Reste einer Weisheit, die eben weit vor dem 8. vorchristlichen Jahr­hundert begründet worden ist, erhalten, da konnte man sie sich noch einprägen -, wenn in diesen alten Zeiten so gelehrt worden ist, so hat das schon seinen tiefen Grund. Es war das ganze Verhältnis des Menschen zur Welt anders angesehen worden, mußte anders in der damaligen Zeit angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte darauf hinweisen, daß ja noch verschiedene Reste alter Anschauung immer wieder und wieder atavistisch erneuert worden sind, wobei ich unter dem Wort «atavistisch» nicht irgend etwas Ab­fälliges meine und verstehe. Wer zum Beispiel ein Werk liest, wie Jakob Böhmes «De signatura rerum», der wird, wenn er ehrlich ist, eigentlich auch heute sagen: er kann nichts damit anfangen. Denn da werden ganz merkwürdige Auseinandersetzungen gegeben, die ent­weder von einem höheren Gesichtspunkte aus beurteilt werden müs­sen - dann bekommen sie einen Sinn -, oder aber die vom Stand­punkte des modern denkenden Menschen als unvernünftiges Zeug eines Laien, der ein bißchen spintisiert hat, eigentlich abgelehnt wer­den müßten. All das tolle Gerede, das vielfach getrieben wird von unreifen theosophischen Kreisen über Jakob Böhme, ist eigentlich vom Übel. Dennoch erinnert dieser Jakob Böhme von einem höheren Standpunkte aus in seinem ganzen Geistesgefüge, in der Art, wie er sich namentlich zur Analyse von gewissen Worten verhält, wenn er zum Beispiel Worte wie Sulfur zerlegt und in den zerlegten Teilen etwas sucht - wir wollen nicht auf das Materielle dabei sehen, sondern auf die Art, wie er da etwa in seinem Werke «De signatura rerum» vorgeht -, er erinnert viel mehr als irgendeine von den abstrakten Wissenschaften, die es ja nur heute in der Öffentlichkeit gibt, an einen gewissen konkreten Zusammenhang des Menschen mit der gesamten geistigen Welt. Er steht, dieser Jakob Böhme, viel mehr in dieser geistigen Welt darinnen. Und dieses Darinnenstehen in der geistigen Welt, das ist das Charakteristische für solche Denker, die vor dem 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|134}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vorchristlichen Jahrhundert, vor unserer Zeitrechnung eben Denker waren. Sie dachten nicht mit der individuellen Einzelvernunft, mit der wir heute denken. Wir denken ja alle mit der individuellen Einzelver­nunft; die dachten mehr noch mit der kosmischen Vernunft, mit der schöpferischen Vernunft, mit der Vernunft, die man, ich möchte sagen, in einzelnen ihrer Schöpfungen noch erlauschen muß wenn man auf sie kommen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es eigentlich nur noch ein Gebiet, in dem man ein klein wenig merken kann, wie ins Menschenleben noch so etwas wie die schöpferische Vernunft sich hereinergießt und hereinwirkt. Man kann noch auf einem Gebiet etwas bemerken von einem Sich-Realisieren von Ideellem; aber, ich möchte sagen, es ist nur noch ein Schatten davon da, und dieser Schatten wird zumeist auch nicht berücksichtigt. Es existieren heute eine ganze Anzahl von naturalistischen anthropo­logischen Theorien über die Entstehung der Sprache, wie sie sich entwickelt haben soll. Sie wissen, es gibt - ich habe das öfter erwähnt -zwei hauptsächliche Theorien. Man nennt die eine die Wauwau-Theorie, die andere die Bimbam-Theorie. Die Wauwau-Theorie ist mehr von kontinentalen Gelehrten vertreten, die Bimbam-Theorie ist von Max Müller vertreten. Die Wauwau-Theorie beruht darauf, daß Menschen von primitivsten Zuständen ausgegangen sind und da ihre inneren organischen Erlebnisse so herausgebellt haben wie der Hund, wenn er «wauwau» macht, und durch eine entsprechende Ent­wickelung - alles entwickelt sich ja, nicht wahr, vom Primitiven bis zum Vollkommenen - ist das Wauwau des Hundes, das heute noch beim Menschen auf seiner primitiven Stufe zu bemerken ist, zur menschlichen Sprache geworden. Wenn man alles in der Entwicke­lung verfolgt vom Wauwau bis zum heutigen Sprechen, so ähnlich, nicht wahr, wie es die Deszendenztheorie macht, Darwin oder Haeckel, beginnend mit der einfachsten Monere, also von der einfachsten Weise, von der unartikuliertesten Weise bis zu der heutigen Sprache, dann ist das eben die Wauwau-Theorie. Eine andere Theorie besagt, daß man ein gewisses Gefühl entwickeln kann der Verwandtschaft mit den Tönen der Glocke: Bimbam; man hätte jedesmal einen bestimm­ten inneren Klang, den man imitiert. Danach würde man mit dem&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|135}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wauwau mehr eine Evolutionstheorie verfolgen, mit der Bimbam­Theorie mehr eine Anpassungstheorie, eine Anpassung des Menschen an die innere Natur der materiellen Worte. Dann kann man ja auch geistreich die Dinge verbinden, die Bimbam-Theorie mit der Wauwau-Theorie, das ist dann etwas Vollkommeneres, dann hat man Ent­wickelung mit Anpassung verbunden. Nun ja, diese Dinge sind heute mehr oder weniger gang und gäbe. Es gibt auch solche, die über diese beiden Theorien lachen und die andere Theorien haben; aber im Prinzip sind sie eben auch nicht viel anders.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geistig betrachtet, geistig angeschaut kann gar keine Rede davon sein, daß die Sprachentwickelung eine solche ist, wie sie eben cha­rakterisiert worden ist, sondern schon rein äußerlich zeigt das Ge­füge der Sprache, daß im Sprachbilden, im Entstehen der Sprache wirkliche Vernunft waltet. Und zwar ist es interessant, gerade an der Sprache das Walten der Vernunft festzuhalten, aus dem einfachen Grunde, weil am anschaulichsten noch in der Sprache ein ideelles Moment lebt, also dasjenige, was in der einen Strömung heute ange­schaut wird, und weil die Sprache nicht bloß an das Gemüt des Men­schen sich wendet, sondern ihre eigene Gesetzmäßigkeit hat, also das Ideelle in einer gewissen Weise sich in ihr schon realisiert, wenn auch gegenüber natürlichen Gesetzen schattenhaft. Nehmen Sie zum Bei­spiel ein Wort - ich will Sie nur auf ein paar sehr elementare Fälle auf­merksam machen -, wo Sie sehen können, wie innere Vernunft im Sprachentstehen waltet; nehmen Sie ein Wort wie: Oratio, die Rede. Es ist nun merkwürdig, wenn man solch ein Wort nimmt wie Oratio, die Rede, und dann beobachtet, was aus diesem Worte wird im Leben des Menschen nach dem Tode, so stellt sich eine merkwürdige Ähn­lichkeit ein mit dem, was als werdende Vernunft in der Entwickelung der Sprache gewirkt hat. Das gibt gewisse Sicherheiten, die man heute auf einem andern Weg kaum gewinnen kann. Auf einem andern Wege kann man höchstens Hypothesen gewinnen. Der Tote wird selten, wenigstens nachdem eine bestimmte Zeit seit dem Tode verflossen ist, das Wort Oratio noch verstehen; er wird es nicht mehr verstehen, er verliert das Verständnis dafür. Dagegen wird er immer noch verstehen eine Anschauung, eine Imagination, welche zurückführt auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|136}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das, was man ausdrücken kann durch die Worte: Os, Oris, Mund, und: Ratio, Vernunft. Der Tote löst das Wort Oratio auf in Os und Ratio. Und in der Entwickelung hat sich der umgekehrte Vorgang wirklich abgespielt: Das Wort Oratio ist wirklich entstanden durch eine Synthesis ursprünglicher Wörter, Os und Ratio. Oratio ist kein so ursprüngliches Wort wie Os, Oris und Ratio, sondern Oratio ist aus Os und Ratio gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein paar solcher elementarer Dinge möchte ich Ihnen anführen. Diese Dinge können am anschaulichsten noch an der lateinischen Sprache studiert werden, weil sie da am deutlichsten noch zutage treten, es sind aber die Gesetze, die dabei gefunden werden können, auch für andere Sprachen von Bedeutung. Nehmen Sie zum Beispiel drei ursprungliche Worte: Ne ego otior; das würde heißen, wenn man es als Wort nimmt: Ich bin nicht müßig. Ego otior: Ich bin müßig; ne ego otior: Ich bin nicht müßig. Diese drei Worte setzen sich durch die waltende kosmische Vernunft zusammen in Negotior, das heißt: Handel treiben. Da haben Sie drei Worte in eins zusammengefügt, und Sie sehen vernunftmäßig den Aufbau der Worte. Sie sehen Vernunft walten in der Entwickelung der Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich würde, wie gesagt, dieses nicht so strikte behaupten, wenn nicht die merkwürdige Tatsache eintreten würde, daß der Tote das, was hier in der Welt zusammengefügt worden ist, wiederum auflöst. Der Tote löst wiederum so etwas wie das Negotior auf in: Ne ego otior, und er versteht nur diese drei Worte beziehungsweise Anschauungen, die er sich aus dieser Trinität zusammenfügt, und er vergißt dasjenige, was durch die Zusammenfügung entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes naheliegendes Beispiel ist: Unus, der eine, und Alterque, der andere; das ist zusammengezogen in das lateinische Wort Uterque, jeder von beiden. Wir könnten recht froh sein, wenn wir in den mo­dernen Sprachen ein solches Wort hätten wie Uterque, das jenen Be­griff gibt; der Franzose kann es höchstens ausdrücken, indem er bei dem oberen bleibt: l&#039;un et l&#039;autre; er hat nicht einen einzigen Begriff, um das auszudrücken. Aber Uterque drückt das viel präziser aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen Sie einen Fall, damit Sie sehen, welches Prinzip ich eigent­lich meine. Sie alle kennen selbstverständlich das Wort «se», das französische&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|137}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wort «se»: sich. Sie kennen das Wort «hors»: außer sich, heraus, könnte man auch sagen, und «tirer» - ich behalte davon nur das «tir» bei -, «tir», ziehen, sich wegziehen. Wenn Sie diese drei Dinge dann nach demselben Prinzip zusammensetzen, so bekommen Sie hier das «sortir», weggehen, was nichts anderes ist als eine Zusammenfügung von «se hors tir»; «tir» ist der Rest des Wortes «tirer». Da sehen Sie noch in einer modernen Sprache diese selbe waltende Ver­nunft darinnen. Oder nehmen Sie ein Beispiel, wo die Sache etwas dadurch kaschiert ist, daß verschiedene Sprachstufen wirken: «cœur», das Herz; «rage», das ist das Lebendige, das sich Belebende, der Enthusiasmus, der vom Herzen ausgeht; zusammengesetzt: «cou­rage». Das sind nicht irgendwelche Erfindungen, sondern das sind reale Geschehnisse, die wirklich da waren. So sind die Worte ge­bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Möglichkeit, so Worte zu bilden, sie ist heute nicht mehr da. Heute hat sich der Mensch herausgestellt aus dem lebendigen Zu­sammenhang mit der kosmischen Vernunft, und daher kann höch­stens noch in ganz sporadischen Fällen eine Möglichkeit vorhinden sein, sich heranzuwagen an die Sprache, um irgendwelche Worte aus der Sprache herauszuholen, die, wie man sagt, im Geiste der Sprache sind. Aber je weiter man zurückgeht, und namentlich je weiter man zurückgeht hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert, auch bei der griechischen, bei der lateinischen Sprache, desto mehr ist im leben­digen Leben das Prinzip tätig, daß in dieser Weise gerade Sprachent­wickelung wirkt. Und dabei bleibt immer das Bedeutsame, daß man wie auf ein Eurythmisches auf dieses hinzuweisen hat dadurch, daß man beim Toten entdeckt: Er zieht die Worte wieder auseinander, er zerlegt sie wieder in ihre Teile. Er hat mehr Empfindung, der Tote, für diese Teile der Worte, als für die ganzen Worte. Denken Sie sich konsequent die Sache durchentwickelt, so würden Sie die Worte überhaupt auseinanderkriegen in die Laute, und wenn Sie die Laute wiederum umsetzen, jetzt nicht in Luftbewegungen, sondern in Be­wegungen des ganzen Menschen, dann haben Sie die Eurythmie. Die Eurythmie ist daher etwas, was der Tote in der Tat sehr gut ver­stehen kann, wenn sie vollkommen betrieben wird. Und Sie sehen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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daß sich solche Dinge, wie auch die Eurythmie, nicht äußerlich be­urteilen lassen, sondern daß man ihre ganze Stellung im Gesamtgefüge der menschlichen Entwickelung nur einsehen kann, wenn man auch einzugehen vermag auf diese Gesamtentwickelung des Men­schen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ließe sich noch viel mehr sagen über das, was Eurythmie eigent­lich will, aber dazu wird sich später noch Gelegenheit bieten. Ich wollte damit zunächst einmal Sie auf ein wenn auch schattenhaftes Gebiet hinweisen, wo noch in den älteren Zeiten irn lebendigen Wir­ken der Menschen selber ein Hereinspielen des Idealen in das Reale war. Ich sagte heute im Eingange: In der heutigen Weltanschauung finden wir nicht mehr die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen zwischen dem Ideellen, Idealen, Moralischen, und zwischen dem, was in der Natur lebt. Es fehlt die Brücke. Das ist auch dem heutigen Entwickelungszyklus des Menschen ganz natürlich, daß diese Brücke fehlt. Das Ideelle schafft nicht mehr. Ich wollte Ihnen im menschlichen Gebiet selbst ein Beispiel zeigen, wenn auch, wie gesagt, ein schattenhaftes, wo in dem Menschen selbst noch ein Ideelles schafft. Denn in dem Zusam­mensetzen solcher Worte, da wirkte nicht Verabredung der Menschen oder die Überlegung einer einzelnen menschlichen Individualität oder Persönlichkeit, sondern da wirkte Vernunft, ohne daß der Mensch so richtig dabei war. Heute wollen die Menschen ja bei allem dabei sein, was sie machen: Nun, wenn so etwas Schönes, Großes, Bedeutsames gemacht werden sollte wie das hier - da sollten Sie sehen, was mit der heutigen Weisheit der Menschen herauskäme, wenn heute Sprache gebildet werden sollte! Aber gerade in den Zeiten, in denen der Mensch noch nicht so bei sich war, sind diese großartigen, weisen, be­deutsamen Dinge in der Menschheit geschehen, und sie sind so ge­schehen, daß in diesem Geschehen noch ein nahes Zusammensein von Ideellem und von Realem ineinanderwirkte, nämlich ideellem, also vernünftigem Werden, und realem Bewegen der Luft durch die menschlichen Atmungsorgane. Heute können wir nicht zwischen der moralischen Idee und meinetwillen der elektrischen Kraft eine Brücke bauen; aber hier ist eine Brücke gebaut zwischen etwas Geschehendem und etwas Vernünftigem. Das führt uns natürlich nicht dazu - ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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werde das morgen weiter ausführen -, dieselbe Brücke zu bauen; sie muß heute in ganz anderer Weise gebaut werden. Aber Sie können daraus sehen, daß die Menschheit zu dem heutigen Zustande vorge­schritten ist von einem andern Zustande: von einem Drinnenstehen in einem lebendigen Weben, das nahe war dem, was in einer gewissen Weise umgekehrt Post mortem, also nach dem Tode der Menschen sich vollzieht. Der Mensch muß heute nach dem Tode, um sein Fort­kommen zu finden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das wieder auseinandernehmen, was durch Kräfte - wir werden morgen noch davon sprechen - so zusammengefügt worden ist, daß man die­ses Zusammenfügen noch deutlich sehen kann, wenn man in die älteren Stufen des Sprachbildens zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Dinge, Dinge, die man wirklich ins Auge fassen muß, wenn man den Blick darauf wendet: Wie soll sich - wir haben ja darüber oft gesprochen, daß dies von uns ins Auge gefaßt werden muß - in das ganze Gefüge des gegenwärtigen Geisteslebens hinein­stellen dasjenige, was auf dem Boden der Geisteswissenschaft ge­funden werden kann? - Und wenn man immer wieder spricht von der Wichtigkeit dieses Hineinstellens der Geisteswissenschaft in die ganze Entwickelung, so muß man schon auch auf diesem Gebiete konkret denken. In diesen Vorträgen möchte ich jetzt einiges beitragen zu diesem konkreten Denken. Wenn es einmal sein könnte, daß Geistes­wissenschaft getragen würde von einer gewissen Bewegung in der Gegenwart, von einer Menschenbewegung, dann würde auf allen Gebieten diese Geisteswissenschaft befruchtend wirken können. Aber es müßte natürlich vor allen Dingen der Wille vorhanden sein, auf solche Subtilitäten auch einzugehen, wie sie hier oftmals betont wer­den. Denn auf diese Subtilitäten, die sich immer beziehen auf das Ver­hältnis unserer Geisteswissenschaft zur gegenwärtigen Geisteskultur, müssen wir das begründen, was wir nennen können unser eigenes Uns­ Hineinstellen in die Geistesbewegung der Gegenwart mit der Geistes­wissenschaft. Es ist wirklich so, daß die traurigen, katastrophalen Ereignisse der Gegenwart den Menschen aufmerksam machen soll­ten, daß alte Weltanschauungen Bankrott gemacht haben. An der Geisteswissenschaft allein nicht, aber an ihrer Beziehung zu diesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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alten Weltanschauungen könnte man sehen, was zu geschehen hat, damit wir aus dem Bankrott der gegenwärtigen Zeit hinauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu wäre freilich notwendig, daß man endlich einginge auf die Intentionen, welche ich ja oftmals gerade als diejenigen der geisteswissenschaftlichen Bewegung ausgesprochen habe. Es wäre wirklich notwendig, einzusehen, welches die Gründe sind, warum zum Bei­spiel auf der einen Seite es innerhalb gewisser Kreise so fruchtbar ge­worden ist, hier am Bau zu wirken, und warum andere Bestrebungen der Anthroposophischen Gesellschaft gewissermaßen ebenso un­fruchtbar geblieben sind; warum, wenn man absieht von dem, was sie wirklich geleistet hat, nämlich daß sie den Dornacher Bau in die Welt setzt, die Gesellschaft doch vielfach versagt. Ein solches Leisten auf der einen Seite bedingt immer, wenn es nicht oftmals das Gegen­teil wachrufen soll, daß manches andere geschieht. Es wäre notwendig, daß auch auf andern Gebieten die Anthroposophische Gesellschaft nicht versagte, wie sie vollständig versagt hat in den Jahren, in denen sie besteht. Dieses Versagen, das brauchte man nicht immer wieder und wiederum zu betonen, wenn viel stärker die Meinung verbreitet wäre, daß man nachdenken muß, warum die Anthroposophische Gesellschaft in bezug auf so vieles andere versagt. Wenn man gründ­licher nachdenken würde, so würde man erkennen, worauf es zum Beispiel beruht, daß draußen in der Welt immer wieder und wiederum die Meinung sich verbreitet, ich führte die Anthroposophische Ge­sellschaft nur so am Gängelbande und gäbe alles an; während es kaum eine Gesellschaft in der Welt gibt, wo weniger dasjenige geschieht, was ein sogenannter Führer will, als in der Anthroposophischen Ge­sellschaft! Es geschieht ja in der Regel das Gegenteil von dem, was ich eigentlich beabsichtige. Also, nicht wahr, gerade an der Anthro­posophischen Gesellschaft kann es sich zeigen, wie im Praktischen eine Wirklichkeit weit ab ist auch von ihren sogenannten Idealen. Aber man muß dann auch den Willen haben, sich auf den Boden der Wirklichkeit zu stellen. In einer Gesellschaft gibt es selbstverständ­lich Persönliches; aber man muß dieses Persönliche auch als Per­sönliches auffassen. Wenn irgendwo in einem Zweige sich die Leute streiten aus rein persönlichen Gründen, so soll man da nicht aus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Weiß Schwarz machen, oder aus Schwarz Weiß machen, sondern man soll ruhig zugestehen: Wir haben persönliche Gründe, wir mögen den und den nicht aus persönlichen Gründen. - Dann ist man bei der Wahrheit; man braucht ja nicht die Wirklichkeit in Ideale zu ver­kehren. So wäre es notwendig, daß, während auf der einen Seite mein Bestreben dahin geht, alles Geisteswissenschaftliche aus dem Sek­tiererischen herauszuheben, alles Sektiererische abzustreifen, die An­throposophische Gesellschaft immer mehr und mehr in das Sek­tiererische hineinplumpst und eine gewisse Liebe gerade für das Sektiererische hat. Wenn irgendwo das Bestreben besteht, aus dem Sektiererischen herauszukommen, so haßt man gerade hier dieses Herauskommenwollen aus dem Sektiererischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte natürlich nicht irgend jemanden tadeln, möchte auch nicht undankbar sein gegen die schönen Bestrebungen, die da und dort überall sind, ich erkenne alles voll an, aber es ist notwendig, daß man über manche Dinge ein wenig nachdenkt, sonst werden sich im­mer wieder und wiederum die Dinge finden, von denen mir auch in diesen Tagen wiederum erzähit worden ist. Nicht wahr, es ist auch da das Persönliche mit der Sache schon innig verquickt. Wenn jetzt in einem Lande wiederum irgendein Unheil auftaucht, so ist wiederum die Konstitution gerade der Anthroposophischen Gesellschaft so, daß, ich möchte sagen, die Gesellschaft die Sensation hat, sich wie­derum ein bißchen zu zanken, und aus diesem ganzen Zank kommt ja das heraus, daß ich selbst persönlich in der wüstesten Weise beschimpft werde. Ja, wenn sich das immer wieder und wieder wiederholt, so kommen wir nicht weiter. Wenn ich immer in der wüstesten Weise beschimpft werde, weil die andern zanken und ich ausgespielt werde, wenn es immer wiederum darauf hinauskommt, daß ich ausgespielt werde, so kann ich natürlich nicht mehr die anthroposophische Be­wegung in der Welt halten. Es wäre möglich, in positiver Weise bloß zu wirken, wenn man sich mehr auf das Positive verlegen wollte, das ich ja genügend immer wieder andeute. Es wäre möglich, solche Dinge hintanzuhalten, die zumeist auf furchtbar inferioren Dingen beruhen. Aber man hat in vielen Kreisen viel mehr Lust, zu zanken, viel mehr Lust, namentlich auch zum Dogmenstreit, aus dem sich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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dann oftmals persönliche Zänkereien herausentwickeln. Und dann wird es so, daß das Schimpfen sich gewöhnlich auf mich ablenkt - was mich ja persönlich höchst kühl läßt, aber die Bewegung kann nicht weiterbestehen, wenn es so weitergehen soll. Es ist nicht so, daß ich in diesem Fall tadle, was die Freunde in einem solchen Falle getan haben, aber ich mache darauf aufmerksam, daß sie etwas anderes nicht getan haben, was mir nicht zukommt, gerade in plumper Weise anzudeuten, wodurch aber in viel sicherer Weise verhindert würde dasjenige, was fortwährend geschieht, als auf die Weise, wie es fort­während versucht wird. Heute steht es schon so, daß man sagen kann: Wir haben Zyklen nur abgegeben an Mitglieder der Gesellschaft, und ich weiß, wie ich selber oftmals sonderbar von dem oder jenem aus der Gesellschaft angesprochen werde, wenn ich viel liberaler bin, als fernerstehende Mitglieder oftmals in der Abgabe von Zyklen sein wollen. Ja, schlimmer hätte es dem, was durch die Zyklen in die Welt gesetzt worden ist, durch Außenstehende niemals ergehen können, als es durch Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ge­schehen ist! Das muß man auch in Betracht ziehen. Wir sind heute schon durchaus so weit, daß die Zyklen in einer Weise mißbraucht werden durch Mitglieder, durch abgefallene Mitglieder der Anthro­posophischen Gesellschaft, daß es eigentlich sehr bald nahe daran sein kann, daß man sagt: Wir machen gar keine Grenze mehr, wir ver­kaufen die Zyklen an jeden, der sie haben will. - Es kann nicht viel schlechter werden.&lt;br /&gt;
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Ich sage nicht, daß es morgen schon geschehen soll, aber ich deute nur an, daß die Gesellschaft so gar nicht als Gesellschaft wirkt - immer außer dem Bau und außer einzelnen Kreisen -, daß sie gar nicht eigent­lich das macht, was sonst eine Gesellschaft macht. Damit ist die Ge­sellschaft gar keine Hilfe; sie ist gar nicht dasjenige, was eine Bewe­gung ergeben würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist es so klar, daß ich niemanden persönlich meinen kann, daß ich ganz unbefangen dieses hier besprechen kann, aus dem einfachen Grunde, weil hier ja gerade die Stätte ist, wo eben fruchtbar aus der Gesellschaft heraus geschafft wird, nämlich am Bau. Der ist schon eine wirkliche Sache, die aus der Gesellschaft heraus entstanden ist.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Und würden andere Dinge, die viel billiger sein könnten als der Bau, aus einem solchen Gesellschaftsgeiste heraus arbeiten, wie die Arbei­ter an unserem Bau, dann würde aus der Anthroposophischen Ge­sellschaft ungeheuer Segensreiches ersprießen können. Aber man muß dann das Weiße weiß und das Schwarze schwarz nennen. Man muß wirklich auch sagen, da wo persönliche Dinge vorliegen: das sind persönliche Dinge - und sie nicht in einen hohen Idealismus heraufschrauben; sonst wird man eben nachdenken müssen, was an die Stelle der Anthroposophischen Gesellschaft gesetzt werden muß. Eine Gesellschaft würde dann ja nicht an die Stelle gesetzt werden können, denn es würde ja wiederum dieselbe Misere sein! Nicht wahr, es kann nicht die Gesellschaft bloß ein Mittel sein, daß man sich herumbalgen sollte mit allen möglichen inferioren Persönlichkeiten. Aber sie ist ein Mittel geworden, das einen zwingt, immer wieder Rücksicht zu nehmen auf alles mögliche inferiore Zeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun, ich will Sie heute nicht länger langweilen mit der Sache, son­dern ich wollte sie nur, nachdem die Zeit abgelaufen war, noch an­fügen. Ich habe den Vortrag vorher zu Ende geführt; solche Sachen sage ich nur, wenn die Vortragszeit abgelaufen ist, hinterher als An­satz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= ACHTER VORTRAG Dornach, 1. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde die Betrachtungen, die wir jetzt hier pflegen, so anlegen müssen, daß ich heute die gestern gemachten Auseinandersetzungen erweiternd vorbringe, um dann morgen zu einem gewissen vorläufigen kleinen Abschluß zu kommen. Daher wird das Heutige mehr eine Episode zu bedeuten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man hat in der Gegenwart ja sehr, sehr viel Veranlassung, auch aus den Zeitereignissen heraus, über dies oder jenes nachzudenken, wenn man nicht die Absicht hat, die wichtigsten Impulse unserer Zeit zu verschlafen. Besonders auffällig in der Gegenwart und, ich möchte sagen, Fragen herausfordernd ist ja die Erscheinung, die Ihnen doch wohl hinlänglich bekannt ist, daß im weitesten Sinne in dieser Gegen­wart die ungeheuerste Unwahrhaftigkeit Platz gegriffen hat, daß ge­rade da, wo Umfassendes heute spielt, Unwahrhaftigkeit vorhanden ist. Solche Dinge, wie das Auftreten von so wirksamer, so einschnei­dender Unwahrhaftigkeit veranlaßt dann auch, über allerlei damit Zusammenhängendes geisteswissenschaftlich nachzuforschen. Und da, kann man sagen, tritt einem oftmals ganz besonders die Tatsache entgegen, die ich auch hier schon öfter berührt habe, daß das, was zumeist als Geschichte der Menschheit mitgeteilt wird, eine Art Fable convenue ist. Dabei handelt es sich nicht so sehr darum, daß Tat­sachen, die mitgeteilt werden, etwa nicht bis zu einem gewissen Grade für richtig zu halten wären; aber andere Tatsachen - Sie erinnern sich, ich habe letzthin hier auseinandergesetzt, wie tiefstgehende Einflüsse eines Menschen aus der römischen Geschichte einfach gestrichen worden sind , sie werden einfach getilgt. Ungeheures an Tatsachen hat ja die Kirche aus der Geschichte ausgetilgt, weil der Kirche daran gelegen war, daß gewisse Tatsachen nicht zur Kenntnis der Menschen kommen.&lt;br /&gt;
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Nun haben wir gestern wiederum von einem Gesichtspunkte aus über die Zeit gesprochen, welche die [[a:griechisch-lateinische Kulturperiode|griechisch-lateinische Kulturperiode]] einleitete, über den wichtigen Zeitabschnitt im 8. vorchrist­lichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Jahrhundert. Es ist ja eine Zeit, aus der heraus nicht mehr viel die historischen Überlieferungen sprechen. Die historischen Über­lieferungen werden da schon sehr, sehr unsicher, aber es glänzt aus dem Beginne dieser Zeitepoche heraus eine Persönlichkeit, die sehr, sehr vielen Leuten Betrachtungen der verschiedensten Art abge­rungen hat. Es glänzt da aus der Entstehungszeit, also nach dem 8. vor­christlichen Jahrhunderte, der Name des Pythagoras heraus, der Name auch der Pythagoräischen Schule. Und ich habe ja gestern darauf hin­gewiesen, was aus den Überbleibseln der alten ägyptischen Mysterien­wahrheiten Pythagoras hat empfangen können, welcher Art diese Dinge waren, die Pythagoras hat empfangen können.&lt;br /&gt;
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Nun ist es nicht nur interessant, das zu betrachten, was Pythagoras und seine Schüler gesagt und getan haben, was ja sehr einschneidend war, denn sie haben nicht nur eine Lehrtätigkeit entwickelt, sondern eine weitgehende politische Tätigkeit. Was Pythagoras und seine Schüler getan haben, ist interessant, aber außerdem ist es bedeutsam, die Welt zu betrachten, die gewissermaßen dieses pythagoräische Treiben umgibt, die Welt, aus der dann auch das spätere Griechentum herausgewachsen ist, das ja schon einen gewissen Einfluß aufgenom­men hat auch desjenigen, was man, von besonderem Glänze erhellt, bei Pythagoras findet. Wenn man im 7., 6., 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung das Leben nimmt, aus dem dann das spätere griechisch-lateinische herausgewachsen ist, wenn man dieses Leben nimmt auf der griechischen Halbinsel und den angrenzenden Ländern und der italienischen Halbinsel, so fällt einem dann, wenn man die Dinge nicht der geschichtlichen Fable convenue nach betrachtet, sondern wenn man sie betrachtet im Lichte der Wahrheit - dazu muß immer die geisteswissenschaftliche Forschung dann ihre Beiträge geben -, be­sonders auf, daß eine Eigenschaft der Menschheit über dieses Leben sehr verbreitet war. Es wurde nämlich kaum zu irgendeiner Zeit so viel gelogen als zu dieser Zeit über die Mittelmeerländer hin. Das Lügen, das die Unwahrheitsagen den andern Menschen, das war eine ganz auffällige charakteristische Erscheinung alles desjenigen Lebens, aus dem dann das spätere Griechentum und Römertum hervorge­wachsen ist.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Man muß sich in solchen Dingen keinen Täuschungen hingeben. Alles dasjenige, was man als die gewaltige Schönheit, als die bewun­derungswürdige Summe von Phantasieschöpfungen Griechenlands, was man als die großartigste Summe von Abstraktionen, die es je in der Welt gegeben hat, im Römertum sich entwickeln sieht, das alles wächst heraus, so wie die Pflanzenwelt aus dem Dünger herauswächst, aus einem Boden, der über die Mittelmeerländer ausgedehnt ist, aus einem Boden, den Menschen bewohnen, die ganz erfüllt sind von der Sucht, von der Leidenschaft des Lügens. Das ist etwas, was von der Geschichte weniger betont wird, was aber verstanden werden muß, wenn man richtig hineinsehen will in die untergehende [[a:dritte nachatlantische Kulturzeit|dritte nachatlantische Kulturzeit]]. Wir haben es ja, indem wir von den früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden zum 8. vorchristlichen Jahrhundert heraufkommen, mit dem untergehenden dritten nachatlantischen Kul­turzeitraum zu tun. Und die Menschen, die damals die Kulturträger waren des dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, des untergehen­den dritten nachatlantischen Kulturzeitraumes, die waren im wesent­lichen große Lügner. Das ist gleichzeitig diejenige Epoche, in welcher sich ganz besonders entwickelt jene Fähigkeit, von der ich Ihnen gestern gesprochen habe und die so außerordentlich interessant ist: jene Fähigkeit, aus dem Kosmischen der Vernunft heraus die Sprache zu bilden. Und es war das größte Talent eben dazumal vorhanden -neben solchen Dingen, wie ich sie gestern auseinandergesetzt habe -in der großen Sucht, zu lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man darf sich in diesen Dingen ebensowenig einer Täuschung hingeben, wenn man die Wirklichkeit betrachten will, wie man sich einer Täuschung darüber hingeben darf, daß das Veilchen, das im Frühling blüht, wiederum vergeht und die Kräfte des Vergänglichen, während es schön und herrlich blüht, schon in sich trägt. Da hat man bei dem Veilchen gewissermaßen nacheinander Entstehungskräfte und Zerstörungskräfte. Im Menschenleben, namentlich im großen Mensch­heitsieben, hat man das sehr, sehr häufig auch zeitlich nebeneinander, und man begreift nicht die Wirklichkeit, wenn man nicht die Notwen­digkeit begreift, daß solche Dinge nebeneinander sich bilden: Evo­lution und Devolution, die Möglichkeit, aufbauend zu wirken, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zum Beispiel eben in der Sprachbildung, und gleichzeitig jene ver­heerende Wirkung, welche auf das Geistesleben das Lügen ausübt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist gewissermaßen die Kehrseite desjenigen, was ich Ihnen gestern auseinandergesetzt habe. Es gibt auch eine Lichtseite. Diese Lichtseite ist noch geisteswissenschaftlicherer Natur. Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß es ja nicht möglich wäre, heute mit einer solchen Sicherheit über diese Dinge der Sprachbildung, die wir gestern besprochen haben, zu reden, wenn nicht das Leben des Menschen nach dem Tode einem den deutlichen Beweis davon geben würde, indem dasjenige, was hier im Leben zum Beispiel aus einzelnen Wortatomen oder Wortteilen zusammengesetzt wird an Worten, wiederum gelöst wird. Und dieses Lösen von Worten, dieses Zer­stäuben von Worten, das ist etwas, das im Leben der Toten eine be­deutsame Rolle spielt. Gewissermaßen lebt der Tote von diesem Zer­stäuben der Worte. Und der Tote hat das entschiedenste Gefühl, daß er in seinem Leben, also vor seinem Tode, von der geistigen Welt, in der er sich nach seinem Tode befindet, dadurch abgeschlossen war, daß er aus Lauten, aus Buchstaben zusammengesetzte Worte gebildet hat. Der Tote hat das Gefühl, daß die Sprache gewissermaßen ein Teppich ist, der sich im Leben vor die geistige Welt hingelegt hat. Und in dem Aufdröseln dieses Teppichs, in dem Auflösen der Worte hat er das Gefühl, daß er nun wiederum in die geistige Welt eintritt. Daher ist es eine der Eigenschaften des Toten, die Menschenworte, die der Betreffende kennengelernt hat innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod, aufzulösen, zu zerpflücken, in ihre Bestandteile aufzu­lösen. Der Tote hat zum Beispiel ein ganz feierliches, großes Gefühl, wenn es ihm gelingt, ein gewisses Verständnis sich durch solche Auf­lösung zu erwerben. Ich habe Ihnen öfter davon gesprochen, daß der Moment des Todes ja in einer gewissen Beziehung etwas Schreck­haftes ist für das Leben hier im physischen Leibe. Die Menschen wenden ja auch gerne ihr Antlitz von dem Tode ab. Nach dem Tode ist der Anblick des Todes immer da - ich habe das öfters schon be­tont -, aber er bedeutet dann nichts Furchtbares; sondern indem der Mensch hinblickt auf seinen eigenen Tod von der andern Seite des Lebens aus, ist in diesem Anblick immer die Gewißheit&lt;br /&gt;
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vorhanden, daß er ein Ich ist und ein Ich bleibt. Das habe ich ja öfter betont.&lt;br /&gt;
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Aber nun handelt es sich für den Toten darum, dasjenige zu ver­stehen, was sich ihm im Anblick des Todes von der andern Seite des Lebens aus offenbart. Dieses versteht er dadurch immer besser und besser, daß er, je nachdem er diese oder jene Sprache gesprochen hat, diese oder jene Worte auflöst. Die alten Hebräer und mit einer ge­wissen Ähnlichkeit noch die Römer, haben ja ihren sogenannten ge­heiligten Namen, den unaussprechlichen Namen des Gottes, Jahve. Dieser unaussprechliche Name bestand ja für die Hebräer in einer gewissen Zusammenfügung der von uns als fünf Vokzle empfundenen Laute, die verbunden gedacht wurden während des physischen Le­bens. Noch in dem römischen Jovis, Jupiter, ist ja nur eine andere Form des Jahvenamens verdeckt enthalten; er ist im Grunde in bezug auf die fünf Vokale in einer gewissen Weise verbunden in dem Jovis. In der Auflösung desjenigen, was hier verbunden war in diesem Gottesnamen, lebte der Tote, und indem er die Vokale, die zusammen­gesetzt waren im Leben, auflöste, enthüllte sich ihm auch zugleich der Sinn, könnte man sagen, des Todes. Die Enthüllung dieses Sinnes des Todes, die muß man nur versuchen, in der richtigen Weise wenig­stens zu ahnen. Man muß verstehen, daß sich dem Toten enthüllt dieser Sinn des Todes durch die Auflösung des heiligen Namens in seine Bestandteile, die dann verklingen und verklingend forttönen in der Welt. Die Auflösung dieses heiligen Namens ist verknüpft mit dem Verständnis der Vergeistigung des Todes. Es ist das ein Begriff, den man außerordentlich schwer schildern kann. Der Tod, von der andern Seite angesehen, kann Vergeistigung genannt werden. Indem der Tod von der andern Seite angeblickt wird, ist dieser Anblick ver­knüpft mit der Entstehung von Geistigem. Und in dem Zerpflücken des Wortes nach den Vokalen enthüllt sich das Geistige aus dem Zer­fall heraus, den der Tod bedeutet. Zerfall ist da zu gleicher Zeit Ge­burt des Geistigen, Entstehung des Geistigen. Während man den Zerfall in unsympathischer Weise als etwas Unschönes empfindet wie jede Zerstörung, enthüllt sich von der andern Seite gesehen diese Zerstörung als ein Aufleuchten des Geistigen, das dann verstanden&lt;br /&gt;
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wird in dem Verklingen. Es ist, als ob das heilige Wort weit hinaus­klänge, hinausstrahlte, und im Hinausstrahien sich eben in seine vo­kalischen Bestandteile auflöste, die dann hörbar sind wie aus der Peripherie der Welt herein, und dann hörbar machen den Sinn des Todes, den Geistsinn des Todes.&lt;br /&gt;
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Das schon wird Sie darauf hinleiten, daß es berechtigt ist, geradeso wie man von Gliedern der Menschennatur spricht hier im Leben, physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib und Ich, zu sprechen von den Gliedern der Menschennatur, die diese Menschennatur zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt hat. Denn indem ich Ihnen gewissermaßen die zentrale Erscheinung, die der Mensch fortwäh­rend zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hat, diese Enthüllung des geistigen Sinnes des Todes selbst, hingestellt habe, muß die Frage entstehen: Wie sieht denn eigentlich diese Welt aus, die da nach dem Tod für die Menschen sich enthüllen soll? - Das kann man aber nicht anders fassen, als indem man die Natur und Wesenheit des Menschen selbst etwas kennenlernt.&lt;br /&gt;
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Nun wollen wir heute zunächst einmal versuchen, den Toten eben­so zu beschreiben, wie man sonst den Lebenden beschreibt. Da kann man zunächst anfangen mit demjenigen Gliede des toten Menschen, welches noch viel Zusammenhang - nicht Verwandtschaft, aber Zu­sammenhang - hat mit dem, was der Mensch hier durchlebt zwischen der Geburt und dem Tode. Da hat man es also dann mit dem ersten Gliede der Menschennatur zu tun, das man auch das Ich nennen kann, wie man gewissermaßen für hier das zunächst höchste Glied der Menschennatur zwischen Geburt und Tod nennt. Wir sehen jetzt da­von ab, daß es zunächst, unmittelbar nach dem Tode, noch die Hülle des Ätherleibes hat, der dann abgelöst wird, und noch die Hülle des Astralleibes hat, die auch im Laufe der Zeit abgelöst wird; das sind Bestandteile, die gewissermaßen nicht dazugehören. Wenn man von dem toten Menschen spricht, so ist als ureigenes Glied dieses toten Menschen doch zunächst nur anzuerkennen das Ich. Ich sagte, es ist ein Zusammenhang mit dem Ich des Erdenlebens, nicht aber eine eigentliche Verwandtschaft; denn in der Tat stellt sich dieses Ich nach dem Tode in einer ganz andern Weise dar, als das Ich erlebt wird zwischen&lt;br /&gt;
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der Geburt und dem Tode. Zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich gewissermaßen etwas Flüssiges, etwas, was in sich die Kraft fühlt, jeden Tag anders zu werden. Denken Sie nur, wie schrecklich es im leiblichen Leben zwischen Geburt und Tod wäre, wenn Sie nicht imstande wären, den Gedanken zu fassen: Ich habe gestern irgend etwas Schlimmes getan, aber ich kann das wiederum ausbes­sern, ich kann dafür etwas Gutes tun. - Oder wenn Sie, noch jünger, sagen müßten: Ich habe wenig gelernt, aber ich kann nichts dazu­lernen. - In keinem Momente des Lebens zwischen der Geburt und dem Tode ist das Ich etwas so Festes, daß es nicht gewissermaßen durch seine eigene Willenskraft von innen heraus geändert werden könnte. Dasjenige, was Sie erleben als Ich nach dem Tode, das ist etwas Festgewordenes, das hat gewisse Eigenschaften angenommen, die nun nicht unmittelbar geändert werden können; das bleibt so, wie es ist. Die Umwandlung des im Leben zwischen Geburt und Tod fortdauernd flüssigen Ich in ein festes Gebilde, in dem nichts sich ändern kann, das so bleibt, wie es sich im Leben geformt hat, das ist das Wesentliche, das festgehalten werden muß zum Verständnis dieses Ich nach dem Tode. Von einer Entwickelung, von der wir ja sprechen müssen für das Ich zwischen Geburt und Tod, kann nach dem Tode nicht die Rede sein. Nach dem Tode ist das Ich gewissermaßen ein festes Geistgebilde, das herausentspringt aus dem Anblick des Todes selber, und es kann nichts an diesem Ich geändert werden. Man könnte sagen, wenn man diese Sache mehr oder weniger banal aussprechen wollte: Der Mensch ist verurteilt, nach dem Tode alle Einzelheiten seines Lebens wie etwas Festes anzusehen. Wie Sie, wenn Sie über einen Acker hinsehen, die nahen Pflanzungen und die fernen Pflan­zungen nebeneinander sehen, und wie Sie dadrinnen nichts Flüssiges, sondern ein festes, ausgedehntes, zunächst bleibendes Gebilde sehen, so übersehen Sie die ganze Strecke Ihres Lebenslaufes, aber so, daß nicht immer, wie es im Leben des physischen Leibes ist, das Vordere durch das Hintere ausgelöscht wird, sondern Sie übersehen es als ein bleibendes konkretes Feld, in dem Sie durch den bloßen Anblick zunächst nichts ändern können. Es wäre auch schlimm für den Toten, wenn das nicht so wäre; denn sein Blick, der Blick des Toten ist eigentlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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zunächst hauptsächlich in Anspruch genommen von diesem Ich. Er ist wie hineingebannt in dieses Ich. Und würde dieses Ich ver­schwinden, so würde es für den Toten ebenso sein, als wenn für den Lebenden die umliegende Welt der Sinne verschwinden würde. Der einzelne Mensch in seinem Ich ist tatsächlich für sich selbst, wenn ich mich so ausdrücken darf, so wichtig - damit sprechen wir aber eine bedeutsame Wahrheit aus - wie die ganze Sinnenwelt, die wir als Menschen gemeinsam haben, für den Menschen hier im physischen Leben ist. Ein ungeheurer Abgrund täte sich auf, der Abgrund des Nichts geradezu, wenn wir nach dem Tode nicht imstande wären, das erstarrte Ich, das aus dem flüssigen Zustande erstarrte Ich im An­blick zu haben.&lt;br /&gt;
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Als zweites haben wir eine Art von Geistwesen, das wir in Analogie mit dem, was wir schon kennen, auch Geistselbst nennen können. Als zweites Glied also der menschlichen Wesenheit nach dem Tode haben wir eine Art Geistwesenheit. Diese Geistwesenheit wird dem Men­schen hauptsächlich so bewußt, daß ihm dieses Bewußtsein des Geistselbst wie von innen aufgeht. Während das Ich eine Art äußeren An­blick darbietet, geht das Bewußtsein dieses Geistselbst von innen heraus auf. Und in demselben Maße, in dem man fühlt: Dieses Geistselbst belebt sich -, in demselben Maße treten herauf aus dem Be­wußtsein, so daß man weiß, sie sind da, die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Ich nenne dieses also: «das Geistselbst» - ich muß es ge­nau so definieren, wie ich es jetzt auf die Tafel schreibe, sonst würde ich Ihnen etwas Ungenaues schreiben - «gerichtet durch die Hierar­chien auf das Ich».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt geschrieben habe, gibt ungefähr den Tatbestand ganz richtig. Sie haben das Gefühl: Da ist ein Wesen aus der Hierar­chie der Angeloi, aus der Hierarchie der Exusiai, das richtet jetzt den Blick auf Ihr Ich. Indem Sie Ihren Blick auf das Ich richten, das eine Mal durch irgendein Wesen einer Hierarchie, das andere Mal dadurch, daß Sie wissen, jetzt ist Ihr Blick auf das Ich durch ein Wesen der andern Hierarchie gerichtet, lernen Sie diese Hierarchie innerhalb des Wirkens Ihres Geistselbst kennen. Also in Ihrer eigenen Betätigung lernen Sie die Hierarchien kennen. Sie fangen an, durch Ihr Geistselbst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|152}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sich in Gesellschaft der Hierarchien zu befinden. Und während Sie, bevor dieses Geistselbst aufleuchtet, noch das Gefühl haben, nur Sie selbst beschäftigen sich damit, den Blick hinzurichten auf das eigene Ich, bekommen Sie immer deutlicher das Gefühl, daß sich immer mehr und mehr Wesenheiten der höheren Hierarchien um Sie kümmern und sich hineinmischen in Ihr Schauen, Ihre Blicke lenken. Sie fühlen sich, indem Sie Ihre höhere Sinnestätigkeit entwickeln , durch das Geistselbst immer mehr und mehr so, daß in dieser Sinnestätigkeit mittätig sind die Wesen der höheren Hierarchien. Was un­erträglich wäre für den Menschen der Sinneswelt hier, das wird ge­radezu das Lebenselement für den Menschen im Zustande nach dem Tode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denken Sie sich einmal, Sie stünden hier am Fenster und schauten hinaus und sollten die Umgebung betrachten. Einer von Ihnen stellte sich dahin und wollte die Umgebung betrachten, und der erste, der hier sitzt, geht hin, dreht Ihnen den Kopf nach der einen Seite, damit Sie irgend etwas betrachten nach jener Richtung; ein zweiter geht hin, dreht Ihnen den Kopf ein bißchen hinauf, damit Sie etwas anderes betrachten; ein dritter wiederum ein bißchen herum, damit Sie wieder etwas anderes betrachten, und so würde die ganze Gesellschaft, die hier sitzt, von hinten Ihnen sich nähern, und Sie würden nur dadurch den Aspekt Ihrer Umgebung draußen haben, daß dasjenige, was hier herinnen sitzt, Ihnen den Kopf fortwährend darnach hinrichtet. Denken Sie das jetzt nicht von außen angesehen, sondern als inneres Erlebnis, als inneres Empfinden, dann haben Sie aber etwas, was recht analog ist diesem Erleben, das Sie als Ihr Geistselbst haben. Sie leben sich in das Leben der höheren Hierarchien dadurch immer mehr hinein, daß diese höheren Hierarchien in Ihre Blickrichtung hineinkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Auflösen der Worte, von dem wir schon gesprochen haben, wirken schon die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das ist eine Seite desjenigen, was da erlebt wird. Aber es ist ja die fortdauernde Bereicherung des Lebens, die dadurch entsteht, daß man nach und nach immer mehr und mehr mit den Hierarchien bekannt wird. Und in einer ganz ähnlichen Weise wird man bekannt mit den Wesenheiten,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|153}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit denen man irgendwie karmisch vor dem Tode verbunden war. Und da fühlt man, daß man gewissermaßen geleitet und gelenkt wird. Das ist dasjenige, was gesagt werden kann über das zweite Glied der menschlichen Wesenheit in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte Glied ist etwas, was zunächst vielleicht auf das Ver­ständnis des Menschen etwas schockierend wirken könnte. Man fühlt sich nach und nach, indem man sich in dieses Leben nach dem Tode hineinlebt, durchsetzt von einer gewissen Kraft, ich könnte vielleicht sagen, von einem Kräftezusammenhang. Indem man zuerst gefühlt hat, die Hierarchien kommen heran und leiten einen bei der übersinnlichen Sinnestätigkeit - wenn ich den Ausdruck bilden darf -, fühlt man nach und nach: diese Hierarchien durchträufeln einen mit Kraft, geben einem Kraft. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von dieser Kraft, welche die Hierarchien mit einfließen lassen, indem sie sich in einen hineinsetzen, indem sie ihr Wesen in einen hineinträufeln. Diese Kraft fühlt man allmählich. Man fühlt, daß man durch die Hierarchien nicht nur hingelenkt wird auf das oder jenes, sondern man fühlt, daß man durch diese Tätigkeit der Hierarchien, die zunächst auftritt wie eine das Schauen vermittelnde Tätigkeit, selbst innerlich krafterfüllt wird. Man fühlt die Kräfte des Kosmos, wirklich des Kosmos in sich einströmen wie belebende Säfte. Aber nun, was das Schockierende ist, das ist, daß die Kräfte, die man jetzt in sich einströmen fühlt, von einer ganz eigentümlichen Art sind. Es sind Kräfte, welche zunächst durchaus nicht fördernd, sondern auflösend, vernichtend sind für das, was man hier in der physischen Welt Leben nennt. Man fühlt sich nach und nach erfüllt von kosmischer, todbringender Weltenkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wichtig, solche merkwürdigen Vorstellungen in sich aufzu­nehmen, weil nur dadurch die geistige Welt wirklich begriffen werden kann. Denken Sie sich einmal eben in Ihrer geistig-seelischen Wesen­heit nach und nach erfüllt von Kräften, von denen Sie das Bewußt­sein erhalten, indem Sie sie in sich erleben: Durch diese Kräfte wird alles dasjenige, was hier auf der Erde lebt, wenn Sie es berühren wür­den, getötet. - Also Sie kleiden sich drittens in das, was ich, in Analogie mit etwas, was wir schon kennen, nennen kann den Lebensgeist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Sie kleiden sich in etwas , was man Lebensgeist nennen kann, was aber seine hauptsächlichsten Eigenschaften dadurch hat, daß es ertötend ist für dasjenige, was man sonst die Kraft des Lebensleibes nennen kann. Und Sie bekommen ein drittes Glied Ihrer Wesenheit, durch das Sie in der Lage sind, jeden Ätherleib, der Ihnen in die Quere kommt, zu töten. Alles, was Sie berühren durch dieses Glied Ihrer Wesenheit, wird in dem Sinne tot, in dem man von dem Tode hier auf Erden spricht. Und indem Sie durch das, was Sie da an Kräf­ten bekommen, töten, wecken Sie aus dem Getöteten Geistiges auf, zunächst eigentlich Seelisches auf. Es ist dieses ein merkwürdiges Er­lebnis, das darin besteht, daß durch die Berührung von Lebendigem das Lebendige getötet wird, aber aus dieser Tötung Seelisches ent­springt, Seelisches erlöst wird. Es ist ein Töten, aber es ist zu gleicher Zeit eine Erlösung des Seelischen aus den Banden des Lebens. So daß man sagen kann: Der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend. Und man kommt zu dieser merkwürdigen Er­fahrung dadurch, daß in dem Leben, in dem Lebendigen gewisser­maßen Seelisches verzaubert ist, und daß durch diesen Vorgang, der da nach dem Tode geübt wird, das verzauberte Seelische aus dem Lebendigen herauserlöst wird. Man könnte geneigt sein, in der Tötung, in der ja im wesentlichen die Kraft wirkt, von der wir hier reden, etwas Furchtbares, Unsympathisches zu sehen. Für das Leben nach dem Tode ist das nicht der Fall, weil in dem Töten, in der töten­den Kraft das fortwährende Aufleuchten des Seelischen liegt, weil da­durch das fortwährende Entstehen des Seelischen entzündet wird. Aber dieses Bewußtsein muß der Tote haben: nicht nur, daß er immer hinsieht auf den Tod, den er selbst durchgemacht hat, sondern er muß auch bewußt sein dessen, daß dasjenige, was das Wesen seines Todes ist, sich gewissermaßen auf dem Untergrunde alles desjenigen ausbreitet, was er nun in der geistigen Welt erlebt. Es ist, wie wenn man in der geistigen Welt nunmehr so lebte, daß man sagen kann: Hier in dieser geistigen Welt entstehen fortwährend geistige Gebilde, zu­nächst eigentlich seelische Gebilde; Seelisches leuchtet auf in der verschiedensten Weise. Aber wenn man nachfragen würde, was der Boden ist, aus dem all dieses Seelische heraussprießt, so ist es diese&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|155}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tötekraft, die wir soeben besprochen haben. Eine solche, das ge­wöhnliche hier auf der Erde befindliche Leben zerstörende Kraft ist also unser wesentliches Seelisches, das wir uns aneignen müssen zwi­schen dem Tod und einer neuen Geburt, wie wir uns hier im Leben aneignen müssen unseren fleischlichen Leib.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als viertes Glied kann ich, wiederum in Analogie mit dem, was wir schon kennen, sagen: der Geistesmensch. Dieser Geistesmensch, der wird als etwas, was man in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zu sich zu rechnen geneigt ist, dadurch empfunden, daß nun wiederum mit den Kräften, die schon eingeträufelt werden durch die Hierarchien, wie ich geschildert habe, einem jetzt die Möglichkeit ein­geträufelt wird, nicht nur Leben - was man hier auf Erden Leben nennt - zu töten, zu zerstören, aufzulösen, sondern Formen zu ver­nichten beziehungsweise auch in andere zu verwandeln. Also: Erstens das Ich; zweitens das Geistselbst, gerichtet durch die Hierarchien auf das Ich; drittens der Lebensgeist tötet irdisch Lebendiges, in ihm Seelisches auslösend; viertens der Geistesmensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird natürlich immer schwieriger, diese Dinge zu schildern. Aber im wesentlichen ist die Kraft dieses Geistesmenschen, wie man sie hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, darin bestehend, daß man die entgegengesetzte Tätigkeit - wenn ich mich so aus­drücken darf - von alldem verrichtet, was man nennen könnte: Er­zeugung von Formen im weitesten Sinne. Hier - wenn ich mich bei einem speziellen Beispiele beruhigen will - zeichnet man Dreiecke, Vierecke und so weiter. Nach dem Tode, vermöge der Kräfte, die hier entwickelt werden, «entzeichnet» man, man löst alles Gezeichnete, die Formen auf. Aber das Eigentümliche ist, daß dies nicht bloß be­deutet, daß man etwas entzeichnet, sondern das ist zu gleicher Zeit eine kosmische Tätigkeit. Man ist jetzt selber in der kosmischen Tätig­keit drinnen, man ist verknüpft mit der kosmischen Tätigkeit. Denn dieses Entzeichnen, dieses Entformen, dieses Auflösen von Formen, das ist eine kosmische Tätigkeit, und der Mensch, indem er sich an­geeignet hat, nachdem er mit dem Lebensgeiste durchzogen war, diese Kraft der Entformung, ist mit ein Stück der kosmischen Welt ge­worden. Er wirkt im Kosmos drinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|156}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat dasjenige, was hier auf der Erde Zerstörung, Untergang heißt, viel zu tun mit Entstehung, mit Bildung in den geistigen Welten. Und umgekehrt: Mit dem, was für uns Her wie Zerstörung, wie Untergang, wie Entformung, Entzeichnung aussieht, hat Ent­stehung in den andern, in den geistigen Welten viel zu tun. So daß, wenn ich von Entzeichnung, Entformung spreche, ich nicht von Untergang in der geistigen Welt, sondern nur von Untergang in der seelischen Welt, dagegen von Auftauchen von geistig Neuem in der geistigen Welt spreche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Dingen hängen mancherlei Geheimnisse in der Welt zu­sammen. Sie nähern sich heute Unteritalien von Mittelitalien aus; Sie kommen, indem Sie sich Unteritalien nähern, in Gegenden, die arm sind, die gar nicht besonders fruchtbar sind, in denen wenig Naturreichtum den Menschen zur Verfügung steht. Es sind dieselben Gegenden, in denen zur Zeit des aufgehenden vierten nachatlanti­schen Zeitraumes Pythagoras gewirkt hat. Und Pythagoras&#039; Wirksam­keit war damals inmitten fruchtbarster, reichster, üppigster Gegenden. So kurz die Zeit ist seit jener Epoche: indem man gerade auf diesen Fleck Erde hinweist, wo Phythagoras gewirkt hat, hat man die Um­wandlung von einer Fruchtbarkeit und Üppigkeit, die bis zu dem Grade der Sybaris ging, die Sybaris in Armut umgewandelt, sogar bis zur Entstehung bedenklicher Krankheitserscheinungen. An der Stelle von sprossendem, üppigem Leben, das in jenen Zeiten da war, in die nur noch wenig Historisches zurückgeht, entwickelt sich etwas, was im Ver­gleich zu jenem üppigen, sprossenden Leben auch Naturarmut ist. Und es ist eigentlich im höchsten Grade interessant, solche Übergänge in der äußeren Welt zu sehen. In dieser äußeren Welt gliedern sich forwährend zusammen Entstehen, Vergehen. Die Menschen denken mit ihrer Geschichtsforschung nur nicht so weit, daß sie das fort­währende Entstehen und Vergehen miteinander richtig verknüpfen würden. Mitten in der strotzenden Üppigkeit, in der ganz großartig gelogen wurde, hat Pythagoras seine Tätigkeit entfaltet, und diese Tätigkeit setzte sich fort nach seinem Tode. Und dasjenige, was Py­Ihagoras und die Pythagoräerseelen nach dem Tode zu tun hatten, hängt vielfach mit dem zusammen, was sich äußerte in dem Untergang&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|157}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des blühenden, sprossenden Lebens, imrütten dessen Pythagoras war. Nicht ganz unbeteiligt an dem Zerstörungswerk - das für das Jenseits ein Entstehungswerk ist, -, das sich an der Stätte üppigen, sprossenden Lebens innerhalb der Natur aufrichtete in der nach­pythagoräischen Zeit, sind Pythagoras und die Seelen seiner Anhän­ger. Und man muß sich, wenn man die Gesamtwelt verstehen will, eben bekanntmachen damit, daß von den verschiedenen Aspekten aus hier zwischen Geburt und Tod und zwischen Tod und neuer Geburt die Dinge sich ganz anders ausnehmen. Derjenige, der Frevel be­gehen würde, wenn er hier üppiges, sprossendes Leben künstlich untergraben würde, der tut gewissermaßen nur etwas, was im Sinne der ewigen Notwendigkeit geschieht, wenn er sich in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt an einem solchen Werke beteiligt, das hier offenbar Untergang bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem dritten nachatlantischen Zeitraum sollte auch etwas un­tergehen, und das hinterließ seine Schatten. Viel sollte untergehen auf einem andern Gebiete, als das eben besprochene. Und mit diesem Untergehen der dritten nachatlantischen Epoche hängt es im wesent­lichen zusammen, daß damals so viel gelogen worden ist. Auf der Erde wurde gelogen, weil die Menschen, wie ich Ihnen gestern aus­geführt habe, noch mit den kosmischen Kräften in Verbindung stan­den; aber gerade die kosmischen Kräfte, die dazumal vor dem 8. vorchristlichen Jahrhundert in die Erdenentwickelung hereinspielten, waren vielfach lügnerische Kräfte. Dämonische Lügner waren tätig in der Sphäre, in die der Mensch seine Seele hineinlebte, indem er die Worte so entwickelte, wie ich gestern auseinandergesetzt habe. Er mußte gleichsam seinen Seelenkopf hineinstecken in eine Sphäre, in der er das tun konnte: die Sphäre der kosmischen Vernunft. Indem er aber seinen Seelenkopf hineinsteckte, war darinnen jene ahrimanische Kraft, welche sich äußerte in der Tätigkeit von unzähligen Lügendämonen. Und aus dieser selben Quelle heraus, aus der die sprachbildende Kraft der damaligen Zeit geschöpft worden ist, aus derselben Kraft heraus entwickelte sich auf dem Boden der mittelmeerländischen Kultur diese riesige Kraft, diese gigantische Kraft des Lügens. Die Menschen logen, weil die Dämonen, die verbunden waren mit jenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
andern Dämonen, welche das sprachbildende Vermögen eingaben, Lügner waren. Und diese dämonischen Lügner, die [[a:ahrimanischer|ahrimanischer]] Natur waren , hatten die Aufgabe, dasjenige zum Untergange zu bringen, was untergehen mußte, damit der dritte nachatlantische Zeit­raum hinuntergehen konnte und der vierte nachatlantische Zeitraum heraufkommen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt ist eingerichtet nach Notwendigkeiten, und man muß auf diese Notwendigkeiten hinblicken, wenn man die große Frage, die wir gestern im Beginne unserer Betrachtungen aufgestellt haben, die große Frage nach dem Zusammenhange des Moralischen und des Ideellen mit dem Naturgeschehen, beantworten will. Davon will ich dann morgen weitersprechen, um diese Betrachtungen vorläufig zu einem kleinen Abschluß zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= NEUNTER VORTRAG Dornach, 2. September 1918 =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betrachtungen, die wir gegenwärtig anstellen, betreffen Dinge, welche von vielen Menschen, die etwas in der einen oder andern Form davon wissen, als Mysterien behandelt werden. Und es wird aus ge­wissen Gründen das Wissen von diesen Dingen der Welt von vielen Seiten her ferne gehalten, weil man der Ansicht ist, daß eben die Dinge, die in Betracht kommen, Teile sind von einem umfassenden Wissen über übersinnliche Angelegenheiten, das der Menschheit heute noch nicht mitgeteilt werden solle. Ich halte diese Anschauung mit Bezug auf gewisse Dinge, von denen hier die Rede ist, nicht für richtig, sondern mir erscheint es notwendig, daß die Menschheit den mutigen Entschluß fasse, einzutreten in eine wirkliche Betrachtung der übersinnlichen Welten. Und das kann man doch nicht anders, als wenn man das, was konkret über die betreffende Frage in Betracht kommt, unmittelbar anfaßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun möchte ich heute gewissermaßen zuerst eine Art von Vorfrage erledigen. Wir haben gestern gesprochen über die Gliederung des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ein sehr ver­breiteter Einwand gegen das Besprechen dieser Dinge, jetzt nicht von seiten der Eingeweihten, sondern von seiten der Uneingeweihten, ist der, daß man einfach sagt: Ja, wozu ist es nötig, über diese Dinge etwas zu wissen? Man könnte ja warten, bis der Mensch durch die Pforte des Todes durchgeht, und dann werde er schon sehen, wie es da in der geistigen Welt eigentlich aussieht. - Es ist also etwas, das sehr häufig gesagt wird. Nun, die Sache ist aber so, daß wir solche Fragen niemals von einem gewissermaßen absoluten Standpunkte aus beantworten können, wenn wir über das Wirkliche sprechen, sondern daß wir sie, geisteswissenschaftlich betrachtet, immer beantworten müssen von dem Gesichtspunkte der Zeit, in der wir leben. Wir leben im [[a:Germanisch-Angelsächsische_Kultur|fünften nachatlantischen Zeitraum]], der begonnen hat im 15. Jahrhundert un­serer Zeitrechnung. Er schloß den [[a:Griechisch-Lateinische_Kultur|vierten nachatlantischen Zeitraum]] ab , wie wir wissen, der im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und im 15. nachchristlichen Jahrhundert seinen Abschluß gefunden hat. Man hat sieben solcher Kulturzeiträume zu verzeichen. Daraus aber ist ersichtlich, daß wir die Mitte der Kulturentwickelung der Erde überschritten haben, die im vierten nachatlantischen Zeitraum lag, und daß wir einfach durch diesen Umstand eintreten - wir sind ja auch in der fünften großen Erdenperiode - in die Zeit, in der die Erde in absteigender Entwickelung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Betrachtungen, die wir in diesen Tagen angestellt haben, können Sie darauf aufmerksam machen, daß es darauf ankommt, hinzuschauen auf die absteigende Entwickelung, auf dasjenige, was ge­wissermaßen nicht in der Evolution, sondern in der Devolution ist, was in der Rückentwickelung ist. Unsere ganze Erdenentwickelung ist in der Rückentwickelung. Da hören gewisse Fähigkeiten, gewisse Kräfte auf, die in der vorhergehenden Zeit der aufsteigenden Ent­wickelung da waten, und andere müssen für diese aufhörenden Kräfte und Fähigkeiten eintreten. Und so ist es insbesondere mit Bezug auf gewisse innere seelische Fähigkeiten des Menschen. Man kann sagen: Bis zum vierten nachatlantischen Zeitraum, bis gegen die Zeit des Mysteriums von Golgatha hin, waren in den Menschen noch die Fähigkeiten vorhanden, mit der übersinnlichen Welt einen gewissen Zusammenhang zu haben. Wir wissen, daß in der mannigfaltigsten Weise diese Fähigkeiten verschwunden sind. Sie sind nicht mehr als elementarische Fähigkeiten vorhanden, sie sind gewissermaßen dahingeschwunden. Nicht nur hat sich das Leben des Menschen auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode geändert mit Bezug auf solche Fähigkeiten, sondern eigentlich, und noch radikaler, hat sich das Leben der Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geändert. Und da muß gesagt werden, daß für diesen Zeitraum, vom Tode bis zur neuen Geburt, es im gegenwärtigen Menschheitszyklus, der also schon zu den absteigenden gehört, so ist, daß die Menschen, wenn sie durch die Pforte des Todes treten, gewisse Erinnerungen ha­ben müssen an dasjenige, was sie sich erworben haben hier im physi­schen Leibe, wenn sie die richtige Stellung und das richtige Verhältnis zu den Ereignissen, denen sie ausgesetzt sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, finden wollen. Es gehört geradezu zu den notwendigen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|161}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbedingungen eines rechten Lebens nach dem Tode, daß die Menschen immer mehr und mehr hier vor dem Tode gewisse Vorstellungen sich erwerben über das Leben nach dem Tode, denn nur, wenn sie sich erinnern an diese Vorstellungen, die sie sich hier er­worben haben, können sie sich orientieren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Es ist sachlich unrichtig, wenn behauptet wird, man könne warten bis zum Tode mit solchen Vorstellungen über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Würden die Menschen fortfahren, in diesen Vorurteilen zu leben, würden sie es fortdauernd ablehnen, Vorstellungen schon hier gewinnen zu wol­len über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, so würde dieses Leben, dieses leibfreie Leben für sie ein finsteres werden, ein unorientiertes werden; sie würden nicht - durch alles dasjenige, was ich Ihnen gestern geschildert habe - in der richtigen Weise in ihre geistige Umgebung eindringen können. Bis nahe zum [[a:Mysterium von Golgatha|Mysterium von Golgatha]] war es so, daß die Menschen sich hier ins physische Leben Fähigkeiten hereingebracht haben, die aus der geistigen Welt stamm­ten. Daher hatten sie atavistisches Hellsehen. Dieses atavistische Hellsehen kam davon, daß gewisse geistige Fähigkeiten sich aus dem Zu­stand vor der Geburt hereinerstreckten in dieses Leben. Das hörte auf. Die Menschen haben keine Fähigkeiten mehr hier im physischen Leben, die sich hereinerstrecken aus dem vorgeburtlichen Leben. Das wissen Sie ja. Aber dafür muß umgekehrt das andere eintreten: Die Men­schen müssen sich immer mehr und mehr hier auf der Erde Vorstel­lungen über das Post-mortem-Leben, das Leben nach dem Tode, erwerben, damit sie sich erinnern können nach dem Tode, damit sie durch des Todes Pforte etwas durchtragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich zu dieser Vorfrage insbesondere bemerken will. Also die bequeme Rede, daß man warten könne bis zum Tode mit solchen Vorstellungen, die gilt nicht, wenn man im Konkreten ins Auge faßt, in welchem Zeitpunkt der Erdenentwickelung wir uns eigentlich befinden. Und das muß man wirklich immer im Konkreten ins Auge fassen. Denn Ansichten, die absolut gelten, die zu allen Zeiten gelten, die gibt es nicht, sondern es gibt immer nur Anschauungen, welche für einen gewissen Zeitraum den Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
orientieren können. Das ist dasjenige, was man gerade durch Geistes­wissenschaft sich in so eminentem Sinne aneignen muß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun möchte ich auf einiges eingehen, das unsere Betrachtungen zu einem vorläufigen kleinen Abschluß bringen kann. Wir sind ausge­gangen davon, daß der gegenwärtige Mensch eine Kluft empfindet zwischen dem, was er Ideale nennt, seien es moralische oder sonstige Ideale, was er auch Ideen nennt, und dem, was er als seine Anschau­ungen empfindet über die rein natürliche Weltenordnung. Die Be­griffe und Anschauungen, die sich der Mensch macht über die natür­liche Weltenordnung, die befähigen ihn nicht, anzunehmen, daß dasjenige, was er als Ideale in seinem Herzen trägt, reale Macht hat, sich wirklich so wie eine Naturkraft realisieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesentliche, was für diese Frage in Betracht kommt, ist nun das Folgende: Wir wissen jetzt, wie es mit der Gliederung des Men­schen hier auf der physischen Erde steht. Wir wissen auch, wie es steht mit der Gliederung des Menschen in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Ich habe vor einiger Zeit eine Frage aufgeworfen, welche eigentlich schon als eine konkrete Frage vor die menschliche Seele tritt, wenn der Mensch das Leben betrachtet, welche aber gerade eine Frage ist, der gegenüber man gar nichts sagen kann, wenn man vor der eben charakterisierten Kluft zwischen Idealismus und Realismus steht, das ist die Frage: Wie kommt es, daß in unserer Weltenordnung manche Menschen ganz jung sterben, schon als Kin­der oder als junge Leute oder im mittleren Lebensalter, andere erst sterben, wenn sie alt geworden sind? Mit was in der Weltenordnung hängt dieses zusammen? - Weder der Idealismus auf der einen Seite, noch der Realismus auf der andern Seite, der die Ideale nicht als reale Mächte ansehen kann, können irgend etwas über solche Fragen, die aber Lebensfragen sind, ausmachen. Diesen Fragen kann man auch nur dann nahetreten, wenn man etwas ganz Bestimmtes ins Auge faßt. Und das ist, wenn man ins Auge faßt, daß der gegenwärtige Mensch, so wie er einmal als Erdenmensch vor uns steht, verhältnismäßig leicht fertig wird mit dem Raume, aber er wird nicht in gleicher Weise fertig mit der Zeit. In dieser Beziehung bieten die sämtlichen philosophischen Anschauungen, die es bis heute gibt, eigentlich keinen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|163}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwie nennenswerten Aufschluß, und die Frage nach dem Wesen der Zeit ist eigentlich bisher nur in engsten menschlichen Kreisen be­handelt worden. Es ist auch nicht so ganz leicht, über die Zeit und ihr Wesen populär zu sprechen, aber vielleicht gelingt es doch, bei Ihnen eine Vorstellung hervorzurufen von dem, was ich eigentlich meine, wenn ich die Zeit in Analogie mit dem Raume einmal zur Erörterung bringe. Ich muß da allerdings Ihre Geduld etwas in Anspruch nehmen, weil scheinbar, aber eben nur scheinbar, die kurze Betrachtung, die ich darüber anstellen will, einen etwas abstrakten Charakter hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie einfach ein Stück der Räumlichkeit überschauen, so wis­sen Sie, daß dasjenige, was Sie da überschauen, sich Ihnen offenbart in einem perspektivischen Charakter. Sie müssen mit der Perspektive des Raumes rechnen, wenn Sie ein Stück Raum überschauen. Wenn Sie nun das Stück Raum, das Sie überschauen und dem Sie ganz instinktiv einen perspektivischen Charakter zuschreiben, auf eine Fläche bringen, dann berücksichtigen Sie die Perspektive dabei. Nicht wahr, wenn Sie in eine Allee hineinschauen, so sehen Sie die entfernten Bäume der Allee kleiner und näher aneinandergerückt. Das können Sie in der Perspektive ausdrücken, und Sie können in einer gewissen Weise per­spektivisch auf einer Fläche zum Ausdruck bringen, was Sie im Raume sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es klar, daß dasjenige, was Sie im Raume sehen, in der Fläche nebeneinander ist. Im Raume ist es nicht nebeneinander; da sind diese zwei Bäume da vorne (siehe Zeichnung S.164), und zwei Bäume sind weit entfernt. Aber indem Sie den überschaubaren Raum in die Fläche bringen, setzen Sie dasjenige, was hintereinander ist, nebeneinander. Sie haben wiederum instinktiv die Fähigkeit, das, was Sie so male­risch oder zeichnerisch auf einer Fläche sehen, gewissermaßen in das Räumliche umzusetzen. Daß Sie diese Fähigkeit haben, das rührt da­von her, daß der Mensch, so wie er jetzt einmal als Erdenmensch ist, sich von dem Raume als solchem verhältnismäßig stark losgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht in gleicher Weise hat sich der Mensch von der Zeit losgelöst. Und das ist etwas ungeheuer Eingreifendes und Wichtiges, aber etwas leider kaum Bemerktes, kaum von der Wissenschaft Bemerktes. Der Mensch glaubt, wenn er sich in der Zeit entwickelt, die Zeit zu überschauen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|164}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 164.png|300px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 164]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeit zu haben. Aber er hat in Wirklichkeit nicht die reale Zeit. Er hat gar nicht die reale Zeit, sondern das, was Sie als Zeit er­leben, das ist eigentlich im Verhältnis zu der wirklichen Zeit etwas, was man ein Abbild nennen kann. So wie dieses Bild (siehe Zeich­nung) in der Fläche sich zu dem Raume verhält, so verhält sich das , was der gewöhnliche Mensch Zeit nennt, zu der wirklichen Zeit. Der gewöhnliche Mensch erlebt nämlich nicht die wirkliche Zeit, sondern er erlebt ein Abbild der Zeit, er erlebt tatsächlich ein Abbild der Zeit. Und das kann man sich so sehr schwer vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können sich zum Beispiel außerordentlich schwer vorstellen, daß dasjenige, was heute wirkt, gar nicht im jetzigen Zeitpunkt vor­handen zu sein braucht, sondern in einem viel früheren Zeitpunkte real ist und im heutigen Zeitpunkte nicht real ist. Sie sehen gleich­sam dasjenige, was in sehr frühem Zeitraume vorhanden ist, perspek­tivisch in Ihre eigene Zeit hereinwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das, was ich jetzt gesagt habe, hat eine sehr bedeutsame Folge. Das hat nämlich die Folge, daß alles das, was wir Natur nennen, einen ganz andern Charakter trägt als alles dasjenige, was wir als einen gewissen Teil des Menschen selbst betrachten müssen. In der Natur draußen wirkt zum Beispiel auch [[a:Ahriman|Ahriman]], beziehungsweise es wirken die ahrimanischen Mächte; aber die ahrimanischen Mächte wirken in der Natur draußen niemals gegenwärtig. Wenn Sie die gesamte Natur überschauen, so wirkt schon Ahriman in der Natur, aber er wirkt von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|165}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
einer entfernten Zeit her. Von der Vergangenheit her wirkt Ahriman. Und ob Sie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich über­blicken, Sie dürfen niemals sagen, in dem, was gegenwärtig vor Ihren Augen sich ausbreitet, liege etwas, worin Ahriman tätig ist. Und doch ist Ahriman drinnen tätig; aber von der Vergangenheit her. Wenn ich also die Sache zeichnen wollte, so müßte ich sagen: Hier ist die Entwickelungslinie von der Vergangenheit in die Zukunft hin, und hier überblicken Sie die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165a.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (a)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, nun müssen Sie es sich so denken, daß Sie da hineinschauen. In dem, was Sie als Gegenwärtiges überschauen, ist nichts von ahrimanischen Mächten enthalten, aber aus der Vergangenheit, aus einer bestimmten Vergangenheit wirkt Ahriman herüber in die Natur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 165b.png|700px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 165 (b)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Ihnen erscheint Ahriman in der Natur, wenn Sie ihn da gewahr werden, perspektivisch. Würden Sie sagen: Ahriman wirkt gegen­wärtig - dann begehen Sie der Natur gegenüber denselben Fehler, wie wenn Sie sagen würden: Überschaue ich einen Raum, so stehen die entfernten Bäume, weil sie sich perspektivisch in die Fläche hinein­stellen lassen, so neben den nahen Bäumen (siehe Zeichnung Seite 164).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Grundforderung für ein reales Schauen in der geistigen Welt ist dieses, daß man zeitlich perspektivisch sehen lernt, daß man lernt, zeitlich jegliches Wesen an seinen richtigen Zeitpunkt zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich nun gestern gesagt habe: Das Ich wird nach dem Tode gewissermaßen aus dem flüssigen Zustand heraus in eine Art festen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|166}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zustandes versetzt -, so ist das noch nicht alles, sondern es kommt noch das andere dazu. Nehmen Sie an, Sie lebten hier auf der Erde mit Ihrem Ich vom Jahre 1850 bis zum Jahre 1920, und im Jahre 1920 werden Sie Ihr Ich gewahr. Ich meine also: Wohl werden Sie es schon früher gewahr, aber nun blicken Sie zurück, mit dem Geistselbst durch die Hierarchien blicken Sie auf Ihr Ich zurück; da sehen Sie Ihr Ich immer als stehengeblieben vom Jahre 1850 bis 1920. Das Ich bleibt da, bleibt stehen. Das heißt: Ihre Erlebnisse gehen bald nach Ihrem Tode nicht mit Ihnen, sondern Sie sehen auf sie zurück, Sie schauen nun von einer zeitlich entfernten Perspektive auf das zurück, und Sie sehen in die Zeitenlänge hinein, wie Sie hier in der physischen Welt in die Raumeslänge hineinsehen. Ich kann es auch so ausdrücken: Indem Sie, sagen wir, 1920 sterben, leben Sie mit alidem, was ich Ihnen ge­stern als die Glieder Ihres Wesens geschildert habe, dann weiter; aber Sie sehen zurück auf die Zeitstrecke, in der Sie hier auf Erden mit Ihrem Ich gelebt haben. Und diese Zeitstrecke bleibt dort, und Sie sehen sie immer, indem Sie perspektivisch weiterleben, an der Zeitstelle, wo sie war. Und so müssen Sie sich vorstellen, daß Ahriman wirksam ist draußen in der Natur, aber von einer früheren Zeitstelle aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist sehr wichtig. Das ist etwas, was sehr wenig berücksichtigt wird. Wenn man die Welt verstehen will, wenn man geisteswissenschaftlich von der Zeit sprechen will, so muß man durchaus die Zeit raumähnlich vorstellen und muß dieses Verbundenbleiben des Wesenhaften mit der Zeit ins Auge fassen. Das ist sehr wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist das, was ich Ihnen mit Bezug auf die ahrimanischen Mächte gesagt habe, daß sie von der Vergangenheit her wirken, für die Natur so richtig. Aber beim Menschen wird es gerade anders. Beim Men­schen wird es eben, während er hier zwischen Geburt und Tod lebt, dadurch anders, daß für ihn alles in der Zeit Ablaufende eben zur Maja, zur Täuschung wird. Der Mensch lebt, während er hier lebt, selber im Laufe der Zeit drinnen, und indem er eine gewisse Anzahl von Jahren durchlebt, durchlebt er den Zeitenlauf mit. Indem die Zeit abläuft, läuft er selber mit der Zeit ab. Das ist mit dem Raume nicht der Fall. Wenn Sie eine Allee entlanggehen, bleiben die Bäume zurück&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
und Sie schreiten vorwärts, und Sie nehmen die Bäume, die zurückgeblieben sind, also auch Ihre Eindrücke, nicht so mit, daß Sie, indem Sie einen Schritt machen würden, die Meinung hätten, es ginge das Baumbild mit Ihnen mit. Mit dem Zeitbilde machen Sie das. Hier im physischen Leibe machen Sie das tatsächlich so - weil Sie selbst in der Zeit sich weiterentwickeln -, daß Sie sich über die Zeit in bezug auf ihre Perspektive einer Täuschung hingeben. Sie merken die Perspek­tive der Zeit nicht. Und insbesondere merkt es nicht das Unterbewußtsein des Menschen. Das Unterbewußtsein des Menschen merkt erst recht dieses Mitleben mit der Zeit nicht, gibt sich einer vollständigen Täuschung mit Bezug auf die Perspektive der Zeit hin. Das aber hat eine ganz bestimmte Folge. Das hat die Folge, daß nun in demjenigen, was im Menschen geschieht, ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte wirken können. Ins menschliche Seelenleben herein wirken ahrimanische Mächte als gegenwärtige Mächte. So daß der Mensch der Natur so gegenübersteht: Indem er in die Natur hinaussieht, ist im Gegenwartigen nichts Ahrimanisches. In ihm wirkt das Ahrimanische als Gegenwärtiges, eben gerade als Maja, als Täuschung. Aber der Mensch ist dieser Täuschung über die Dinge, die ich Ihnen auseinandergesetzt habe, hingegeben, so daß durch den Menschen die ahri­manischen Mächte die Möglichkeit gewinnen, in die Gegenwart her­einzukriechen, in die Gegenwart hereinzuwandeln. Wir können sagen: Die ahrimanischen Mächte - und so ist es nun auch mit den luziferi­schen Mächten, wenn auch von einem gewissen andern Gesichts­punkte aus, wovon wir gleich sprechen werden - wirken in der Natur so, daß sie eigentlich mit der Gegenwart nichts zu tun haben, sondern von der Vorzeit herein ihre Wirkungen erstrecken. Im Menschen wir­ken diese ahrimanischen Mächte gegenwärtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist die Folge? Die Folge davon ist, daß der Mensch in seinem tiefsten Seelischen in bezug auf den eben auseinandergesetzten Punkt sich nicht verwandt mit der Natur fühlen kann. Er sieht auf sein Wesen, beziehungsweise fühlt sich in seinem Wesen, empfindet das naturgemäße Wesen. Weil in ihm ahrimanische Mächte Gegenwartsmächte sind, in der Natur ahrimanische Mächte Vergangenheitsmächte sind, erscheint ihm alles dasjenige, was naturgemäß ist, anders&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
als dasjenige, was sich in ihm selbst entwickelt. Den Unterschied, den der Mensch zwischen sich und der Natur merkt, den enträtselt er sich nicht in der richtigen Weise. Würde er sich ihn in der richtigen Weise enträtseln, so wäre es so, wie ich es eben auseinandergesetzt habe. Er würde sagen: Draußen in der Natur wirkt Ahriman von der Ver­gangenheit aus; in mir wirkt Ahriman als eine gegenwärtige Macht. - Dadurch aber kommt es, wenn er auch den Unterschied nicht weiß , daß er sich im Sinne dieses Unterschiedes verhält, und die Natur als geistlos empfindet. Er empfindet es schon, daß in der Gegenwart die ahrimanischen Mächte nicht in der Natur unmittelbar wirksam sind, aber er empfindet die Natur als geistlos, weil er sich nicht sagt: Ahriman wirkt von der Vergangenheit her -, sondern er sieht nur auf die gegenwärtige Natur. Darinnen wirkt nicht Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber Ahriman, so sonderbar das klingen mag, diejenige Macht, deren sich die allgemeine Weltenschöpfung bedient, um die Natur hervorzubringen. Wenn man von dem Geist der Natur spricht, wenn man vom reinen Geist der Natur spricht, müßte man eigentlich von dem ahrimanischen Geiste sprechen. Da ist er vollberechtigt, der ahrimanische Geist. Die Wesenheiten der normalen Hierarchien, die bedienen sich des ahrimanischen Geistes, um das hervorzubringen, was sich als Natur um uns herum ausbreitet. Daß wir die Natur nicht durchgeistigt empfinden, das rührt eben davon her, daß im gegen­wärtigen Leben der Natur der Geist nicht enthalten ist, sondern daß er von der Vergangenheit her wirkt. Und das ist das Geheimnis, möchte ich sagen, der weitschöpferischen Mächte, daß sie sich eines Geistes, den sie stehengelassen haben auf einer früheren Stufe, bedie­nen zur Wirkung auf einer späteren Stufe, aber ihn von der Vergangen­heit herein wirken lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir müßten, wenn wir von der Natur sprechen, nicht von Stoff sprechen, auch nicht von Kräften sprechen, wir müßten von ahrimanischen Wesenheiten sprechen; aber wir müßten dann so sprechen, daß wir diese ahrimanischen Wesenheiten in die Vergangenheit setzten. So daß das Sonderbare herauskommt: Nehmen Sie an, irgendein Naturphilosoph sinnt, sinnt nach, was hinter den Erscheinungen der Natur ist. Nun, da macht er sich allerlei Theorien und Hypothesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
über Atomzusammenhänge und dergleichen. So ist aber die Sache nicht. Hinter dem, was sich da sinnenfällig um uns herum ausbreitet, ist eigentlich nicht das, was die Naturphilosophen gewöhnlich ver­muten, sondern hinter alldem ist die Summe der ahrimanischen Mächte, aber nicht als gegenwärtige. Ist also der Naturphilosoph ge­nötigt, sagen wir, hinter den chemischen Elementen irgendwelche Atomstrukturen zu vermuten, so ist das falsch; hinter den chemischen Elementen stehen ahrimanische Mächte. Aber wenn Sie das, was Sie sehen, von den chemischen Elementen abheben könnten und dahin­terschauen, so würden Sie in der Gegenwart nichts dahinter sehen: da wäre es hohl, wo man die Atome sucht, und das, was wirkt, wirkt in diesen Hohlraum aus der Vergangenheit herein. So ist es in Wirklich­keit. Daher diese vielen verunglückten Theorien über dasjenige, was das «Ding an sich» ist; denn dieses «Ding an sich» ist in der Gegen­wart überhaupt nicht da. Sondern es ist an der Stelle, wo das «Ding an sich» gesucht wird, nichts; aber die Wirkung ist dort aus der Ver­gangenheit herein. So daß man sagen könnte, wenn &#039;&#039;Kant&#039;&#039; sein «Ding an sich» gesucht hat, so hätte er sagen müssen: Da, wo ich an das «Ding an sich» heran will, da kann ich nicht heran. - Das hat er ja auch gesagt. Aber er ist nicht darauf gekommen, daß er da überhaupt zunächst gegenwärtig nichts gefunden hätte, und daß er, wenn er hinter den Schleier der Dinge gegangen wäre, hätte weit zurück­gehen müssen; dann hätte er ahrimanische Mächte gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Menschen selbst ist es anders. Gerade dadurch, daß der Mensch lebendig in die Zeit versetzt wird, dadurch ist es den ahrimanischen Mächten möglich gewesen, durch die Pforte der Menschheit in unsere Welt einzudringen und innerhalb des Menschen als solchem zu wirken. Und die Folge davon, daß die ahrimanischen Mächte im Menschen wirken, ist die, daß der Mensch loslöst dasjenige, was er in der Gegen­wart sieht, von dem Geistigen, daß der Mensch sein Gegenwartsdasein löst von dem Geistigen. Das ist die Folge dessen, daß wir die ahrimanischen Mächte innerhalb der Maja in uns tragen. So daß man sagen kann: So wie wir die Welt materiell ansehen, losgelöst vom Geiste, als bloße Naturordnung, die ihren Gipfel zu finden glaubt in dem Gesetz der Erhaltung der Kraft und des Stoffes - was eine Illusion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ist -, was wir da als eine Naturordnung sehen, es ist lediglich durch den Umstand herbeigeführt, daß wir die ahrimanischen Mächte in uns tragen, und daß sie in der Natur draußen als gegenwärtige Mächte nicht sind. - Es stimmt deshalb dasjenige, was wir über die Natur denken, indem wir sie bloß materiell denken, nicht mit der Natur überein, stimmt nur mit der gegenwärtigen Natur überein. Aber diese gegenwärtige Natur ist eben ein Abstraktum, weil in ihr der vergangene Ahriman immer hereinwirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wirkt in den Menschen nicht nur das Ahrimanische, sondern auch das Luziferische herein. Dieses Luziferische aber, das hat ge­wissermaßen eine andere Tendenz im Weltenall als das Ahrimanische. Vergegenwärtigen wir uns die Tendenz des Ahrimanischen, so wie wir die Sache jetzt ausgesprochen haben. Die Tendenz des Ahrimani­schen in uns besteht darin, die Welt materialistisch vorzustellen. Daß wir die Welt materialistisch vorstellen, daß wir uns eine bloße Naturordnung denken, ist die Folge davon, daß wir Ahrimanisches in uns tragen. Daß wir Ideale in uns tragen, welche sich loslösen von der allgemeinen Natur, nach denen wir uns in unserem gegenseitigen Ver­halten richten wollen, die uns aber doch nur wie Träume erscheinen müssen innerhalb der gegewärtigen Weltanschauung, die ausgeträumt sind, wenn nach der Naturordnung die Erde an ihrem Endzustand angekommen ist, das ist die Folge davon, daß die luziferischen Mächte , die ebenso wie die ahrimanischen in uns leben, immerfort das Bestreben haben, den Teil von uns, der ihnen zugänglich ist, ganz aus der Naturordnung herauszureißen und vollständig zu vergeistigen. Die luziferischen Mächte haben nämlich zu ihrer Haupttendenz, insofern sie in uns wohnen, uns so geistig wie möglich zu machen, uns wo­möglich loszureißen von allem materiellen Leben. Daher gaukeln sie uns solche Ideale vor, die keine Naturmächte sind, sondern die machtlos sind in der gegenwärtigen Naturordnung. Und verfiele der Mensch ganz und gar im Laufe der zukünftigen Erdenperiode dem luziferi­schen Einfluß, so daß er glauben würde, Ideale seien eben nur ge­dachte Dinge, nach denen sich das Gemüt richten kann, so würde dieser Mensch den luziferischen Mächten folgen. Die materielle Erde, zu der wir gehören, würde verfallen, zerstieben im Weltenall, würde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
ihren Zweck nicht erfüllen, und die luziferischen Mächte würden den Menschen in eine andere geistige Welt führen, in die er nicht gehört. Dazu brauchen sie den Kniff, uns Ideale vorzugaukeln, die eigentlich bloße Träume sind. Wie uns Ahriman nach der einen Seite eine Welt vormacht, welche eine bloße Naturordnung ist, so macht uns Luzifer auf der andern Seite eine Welt vor, die rein nur in gedachten Idealen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist etwas sehr Bedeutungsvolles. Und gegenwärtig wird nur ein Ausgleich, möchte ich sagen, in den Gebieten herbeigeführt, die noch im menschlichen Unbewußten liegen. Aber die Menschen müs­sen sich dieser Sache immer mehr und mehr bewußt werden, sonst kommen sie aus diesem Dilemma nicht heraus, kommen nicht dazu, eine Brücke zwischen dem Idealismus und dem Realismus zu bauen, welche Brücke aber notwendig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasjenige, was gegenwärtig noch eine Art Ausgleich schafft, das ist das Folgende. Wenn gegenwärtig ganz junge Menschen sterben, zum Beispiel Kinder, so haben diese Kinder - bei jungen Menschen ist es ebenso - eben in die Welt hereingeschaut; sie haben nicht voll das Dasein hier auf dem physischen Plane ausgelebt. Mit einem auf dem physischen Plane unausgelebten Leben kommen sie hinüber in die andere Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verlebt wird, so verlebt wird, wie ich es gestern geschildert habe. Dadurch, daß sie einen Teil nur des Erdenlebens gelebt haben, bringen sie etwas vom Erdenleben mit hinüber in die geistige Welt, das man nicht hin­überbringen kann, wenn man alt geworden ist. Man kommt anders in der geistigen Welt an, wenn man alt geworden ist, als wenn man jung stirbt. Wenn man jung stirbt, so hat man das Leben so durchlebt, daß man noch viele Kräfte in sich hat vom vorgeburtlichen Leben. Man hat als Kind und als junger Mensch das leibliche Leben so durchlebt, daß man darinnen noch viel von den Kräften in sich hat, die man vor der Geburt in der geistigen Welt hatte. Dadurch hat man eine innige Verbindung geschaffen zwischen dem Geistigen, das man mitge­bracht hat, und dem Physischen, das man hier erlebt hat. Und durch diese innige Verbindung kann man etwas, was man auf der Erde er­wirbt, in die geistige Welt mit hinübernehmen. Kinder oder sonst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|172}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jung gestorbene Leute, nehmen von dem Erdenleben etwas in die geistige Welt mit hinüber, was gar nicht mit hinübergenommen wer­den kann, wenn man als älterer Mensch stirbt. Das, was da mitgenom­men wird, ist dann drüben in der geistigen Welt, und was da hinübergetragen wird durch Kinder und junge Leute, das gibt der geistigen Welt eine gewisse Schwere, die sie sonst nicht haben würde, der­jenigen geistigen Welt, in der dann die Menschen gemeinsam drinnen leben, das gibt eine gewisse Schwere der geistigen Welt und verhindert die luziferischen Mächte, die geistige Welt ganz loszutrennen von der physischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also denken Sie, auf welches riesige Geheimnis wir da blicken! Wenn Kinder und junge Leute sterben, so nehmen sie von hier etwas mit, wodurch sie die luziferischen Mächte verhindern an deren Be­streben, uns ganz loszulösen von dem Erdenleben. Das ist außer­ordentlich wichtig, daß man dies ins Auge faßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird man älter hier auf der Erde, so kann man in der geschilderten Weise den luziferischen Mächten die Rechnung noch nicht verderben; denn von einem gewissen Alter an hat man nicht mehr jene innige Verbindung zwischen dem, was man mitgebracht hat bei der Geburt und dem physischen Erdenleben. Ist man alt geworden, so löst sich diese innerliche Verbindung, und es tritt gerade das Umgekehrte ein. Von einem gewissen Lebensalter an träufeln wir in einer gewissen Weise dem innerhalb der physischen Erde befindlichen Geistigen un­ser eigenes Wesen ein. Wir machen die physische Erde geistiger als sie sonst wäre. Also von einem bestimmten Alter an vergeistigen wir in einer gewissen Weise, die man nicht mit äußeren Sinnen wahrnehmen kann, die physische Erde. Wir tragen Geistiges in die physische Erde hinein, wie wir Physisches in die geistige Welt hinauftragen, wenn wir jung sterben; wir pressen gewissermaßen Geistiges aus, wenn wir alt werden, ich kann es nicht anders sagen. Das Altwerden besteht im geistigen Sinne von einem gewissen Aspekt aus darinnen, daß man Geistiges hier auf der Erde auspreßt. Dadurch wird wiederum die Rechnung des Ahriman verhindert. Dadurch kann Ahriman nicht auf die Dauer heute schon so intensiv auf die Menschen wirken, daß völlig erlöschen könnte die Meinung, Ideale hätten doch eine gewisse Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|173}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind im heutigen Zeitraume schon sehr, sehr nahe daran, daß die Menschen in die furchtbarsten Irrtümer gerade mit Be­zug auf das Gesagte verfallen. Auch Gutmeinende verfallen leicht in bezug auf das Gesagte in solche Irrtümer. Und diese Irrtümer werden immer größer und größer werden und mit zunehmender Erdenent­wickelung eben riesig werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Ihnen ein Beispiel anzuführen: Ein recht geistvoller Philosoph hat 1882 eine «Anthroposophie» geschrieben, [[a:Robert Zimmermann|&#039;&#039;Robert Zimmermann&#039;&#039;]]. Ich habe das schon einmal in einem Zusammenhange erwähnt. Diese «Anthroposophie» ist nicht dasjenige, was wir Anthroposophie jetzt nennen, sie ist mehr oder weniger ein Begriffsgestrüpp. Aber das ist ja aus dem Grunde, weil eben Robert Zimmermann nicht in die geistige Welt hineinsehen konnte, sondern nur Herbartianischer Philosoph war. Nun hat er diese «Anthroposophie» geschrieben. Aber gerade in dieser «Anthroposophie» beschäftigt sich Robert Zimmermann von seinem Gesichtspunkte aus mit der Frage, die ich in diesen Tagen an die Spitze unserer Betrachtungen gestellt habe. Er sieht auf der einen Seite die Ideen, logische Ideen, ästhetische Ideen, ethische Ideen; er sieht auf der andern Seite die Naturordnung. Und er kann nicht irgend­wie eine Brücke finden zwischen den logischen, den ästhetischen, den ethischen Ideen und der Naturordnung, sondern er bleibt doch dabei stehen: Da ist auf der einen Seite die Naturordnung, und auf der an­dern Seite sind die Ideen. Und wozu er zuletzt kommt, das ist doch außerordentlich interessant, denn es ist eigentlich typisch für einen Menschen der Gegenwart. Er kommt dahin, zu sagen, es sei ein für allemal dem Menschen versagt, die Natur mit Ideen zu bevölkern und den Ideen Naturgewalt beizulegen. Die beiden Welten seien eigent­lich nur im Kopfe des Menschen miteinander zu verbinden. So sagt er. Und daher meint er an einer Stelle, wo er geradezu alles zusammen­faßt, was er sagt und was er denkt: «Die Verwirklichung der Ideen ist weder eine Tatsache, die in der Vergangenheit, noch eine solche, die in der Gegenwart, sondern eine Aufgabe, deren Erfüllung in der Zukunft und in den Händen des Menschen liegt. Der Traum eines ,goldenen Zeitalters&#039;, von welchem ein nüchterner Rationalist wie Kant als von jenem des ,ewigen Friedens&#039;, ein extremer Positivist wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|174}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Comte als dem ,état positif&#039; schwärmte, wird dann erfüllt sein , wenn die gesamte Ideenwelt real geworden und die gesamte Wirklichkeit von den Ideen durchdrungen, d.h. wenn dasjenige, was Schiller ,das Kunstgeheimnis des Meisters&#039; nannte, die ,Vertilgung des Stoffes durch die Form&#039; offenbar, wie Schleiermacher es ausdrückte ,wenn die Ethik Physik und die Physik Ethik&#039; geworden sein wird.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, aber das kann nie werden! Es kann nur das werden, daß die Menschen in ihrer sozialen Ordnung die Ideen realisieren. Wenn aber die Erde einmal an ihrem Ende angelangt sein wird, so wird der ganze Ideentraum ausgeträumt sein. Ein anderes ist nach einer solchen Philosophie nicht möglich. Daher bleibt eine solche Philosophie im­mer abstrakt und muß zuletzt gestehen: «Eine Philosophie, welche, wie die vorstehende, sich weder wie die Theosophie auf einen mensch­lichem Wissen &#039;&#039;unzugänglichen&#039;&#039; theozentrischen Standpunkt versetzt , um von ihm aus den ,Vernunfttraum&#039; als längst geschaffene Wirklich­keit, noch wie die Anthropologie auf den zwar anthropozentrischen aber &#039;&#039;unkritischen&#039;&#039; Standpunkt gemeiner Erfahrung stellt, um von ihm aus eine ideenerfülite Wirklichkeit als ,Traum der Vernunft&#039; an­zusehen, welche sonach zugleich &#039;&#039;anthropozentrisch&#039;&#039; d. i. von mensch­licher Erfahrung ausgehend und doch &#039;&#039;Philosophie&#039;&#039; d. i. an der Hand des logischen Denkens über dieselbe hinausgehend sein will ist &#039;&#039;An­throposophie&#039;&#039;.» «Anthroposophie» ist also hier das Eingeständnis, daß man niemals über diese Kluft hinüberkommen könne zwischen un­realen Ideen und ideenloser Realität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist aber im Menschen selbst ein Naturwesen, das also der Naturordnung angehört, verbunden mit einem Geistwesen, das in sich aufnehmen kann das Geistige. Das leugnet ja auch nicht ein solcher Anthroposoph wie Robert Zimmermann. Aber von der gegenwär­tigen Wissenschaft kann auch der Mensch nicht so betrachtet werden, daß sich durch den Menschen, durch diesen Mikrokosmos, das Rätsel lösen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blicken wir jetzt zurück auf etwas, was wir auch schon während des diesmaligen Aufenthaltes erwähnt haben. Wir haben gesagt, daß wir eigentlich den Menschen gliedern müssen in drei Teile, natürlich nicht so bequem, wie es am Skelett ist. das habe ich schon ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aber ich habe mich ja darüber auch ausgesprochen in den Schluß­notizen zu meinem Buche «Von Seelenrätseln». Wir können den Menschen gliedern in drei Teile: den Hauptesmenschen, den Rumpfmenschen und den Extremitätenrnenschen&#039; indem zum Extremitätenmenschen alles dasjenige gehört, was inwärts der Extremitäten ge­legen ist, also auch alles Sexuelle zum Extremitätenmenschen gehört. Wenn wir den Menschen so gliedern und jetzt anwenden dasjenige, was wir schon wissen: daß die Kopfbildung, die Kopfform auf Kräfte hinweist der vorigen Inkarnation, der Extremitätenmensch hinweist auf die zukünftige Inkarnation und eigentlich nur der Rumpfmensch der Gegenwart angehört, so werden Sie nach dem, was ich heute aus­geführt habe, es nicht mehr sehr unbegreiffich finden, wenn ich Ihnen sage: Insofern der Mensch sein Haupt trägt, weist dieses Haupt auf die frühere Inkarnation zurück, in die Vergangenheit. Ins Haupt herein wirken Kräfte der Vergangenheit, ahrimanische Kräfte, und dasjenige, was für die ahrimanischen Kräfte im allgemeinen gilt, gilt für das menschliche Haupt im besonderen. Alles, was eigentliche Hauptesbildung im Menschen ist, gehört nicht eigentlich der Gegenwart an, sondern in das Haupt wirken hinein die Kräfte der vorgehenden Inkarnation; und die schöpferischen Mächte bedienen sich der ahri­manischen Mächte, um unser Haupt zu formen, um unserem Haupte die eigentliche Formung zu geben. Würden nicht die schöpferischen Mächte sich der ahrimanischen Geister bedienen, um unser Haupt zu formen, dann würden wir alle - verzeihen Sie, aber es ist so - zwar ein viel weicheres Haupt tragen, aber wir würden alle ein tierisches Haupt tragen: der eine, welcher in seinem Charakter stiermäßig ist, würde ein Stierhaupt, der andere, der in seinem Charakter lammäßig ist, würde ein Lämmerhaupt tragen und so weiter. Von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte, deren sich die schöpferischen Gewalten bedienen, um uns zu formen, rührt es her, daß dieses tierische Haupt, das wir sonst tragen würden, nicht wirklich uns aufsitzt, so wie es die Ägypter gezeichnet haben an manchen ihrer Figuren; daß wir nicht so herumgehen wie diese ägyptischen Gestalten, die ihre guten Gründe haben, weil in den ägyptischen Mysterien auch, wenn auch von einem atavistischen Standpunkte aus, solche Dinge gelehrt worden sind, wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
sie jetzt wieder gelehrt werden können; daß wir auch nicht so noch herumgehen wie in den Rosenkreuzerbildern etwa, wo jede Frau mit einem Löwenkopf, jeder Mann mit einem Ochsenkopf gemalt wird. So ist ja das Rosenkreuzergemalde des Menschen. Die Rosenkreuzer haben mehr ein Durchschnitts-Tier gewählt und haben daher das , was für die Frauen am meisten ähnlich ist, den Löwenkopf, den Frauen aufgesetzt, und dem Manne, was ihm am meisten ähnlich ist, den Ochsenkopf, den Stierkopf. Sie sehen daher auf rosenkreuzerischen Figuren Mann und Frau nebeneinandergestellt: die Frau mit dem schönsten Löwenkopf, den Mann mit einem Stierkopfe. Dies ist aber durchaus richtig. Daß die Metamorphose - jetzt goethisch gespro­chen - sich vollziehen kann, daß unser in seiner Form nach der Tier­heit tendierendes Haupt so gestaltet wird, daß es Menschenhaupt ist, rührt von dem Einfluß der ahrimanischen Mächte her. Würden sich nicht die Gottheiten Ahrimans bedienen, um unser knöchernes Haupt zu formen, dann würden wir mit Tierhäuptern herumgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die göttlichen Mächte bedienen sich auch der luziferischen Geister. Würden sie sich dieser luziferischen Geister nicht bedienen , so würde wiederum unser Extremitätenmensch von der jetzigen zu der nächsten Inkarnation sich nicht umwandeln können. Dazu sind die luziferischen Wesenheiten notwendig. Den luziferischen Wesen­heiten verdanken wir es wiederum, daß, indem wir sterben, umge­wandelt wird nach und nach die Form, die jetzt noch der Extremi­tätenmensch hat, in die weitere Form, die sie in der nächsten Inkar­nation haben soll. Da muß dann in der Mitte des Weges zwischen dem Tod und einer neuen Geburt Ahriman eintreten, um die andere Auf­gabe zu übernehmen: um das Haupt wiederum in der entsprechenden Weise umzuformen. Wie wir mit Tierhäuptern herumgehen würden , wenn wir es Ahriman nicht zu verdanken hätten, daß wir einen Men­schenkopf bekommen, so würde unsere Extremitätennatur sich nicht ins Menschliche metamorphosieren bis zur nächsten Inkarnation, sondern sie würde ins Dämonische übergehen. Unseren Kopf, wie wir ihn jetzt haben, verlieren wir ja unter allen Umständen durch den Tod, nicht nur als Materie, die sich mit der Erde vereinigt, sondern auch als Form; in die nächste Inkarnation tragen wir ja das, was Kopf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird, vom Extremitätenmenschen hinüber. Aber das würde ein dä­monisches Wesen werden, wenn wir es nicht den luziferischen Mäch­ten, die mit uns verbunden sind, zu verdanken hätten, daß die Umge­staltung stattfinden könne vom Dämon, der ein bloß Geistig-Seeli­sches wäre, in die Menschengestalt der nächsten Inkarnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So müssen bei unserem Menschenwerden ahrimanische und luzi­ferische Mächte mitwirken, und es kann das Menschliche nlcht be­griffen werden, ohne daß das Ahrimanische und das Luziferische zu Hilfe gerufen wird. Der Menschheit kann es gegen die Zukunft hin nicht erspart werden, die Wirksamkeit Ahrimans und Luzifers wirk­lich zu verstehen. Mit vollem Rechte sagt die Bibel, daß jene Gottheit, von der im Anfange der Bibel die Rede ist, dem Menschen den le­bendigen Odem einhauchte. Aber der lebendige Odem wirkt im Rumpfmenschen. Insofern wir es also zu tun haben mit den normal wirkenden göttlichen Wesenheiten, haben wir es nur mit dem Rumpfmenschen zu tun. Insofern wir es mit dem Kopfmenschen zu tun haben, haben wir es mit einem Gegner der Jahvemächte zu tun, da­durch auch mit einem Gegner des Christus. Und auch insofern wir es mit dem Extremitätenmenschen zu tun haben, haben wir es mit dem luziferischen Gegner zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher wird man den Menschen nur verstehen, wenn man ihn unter diesen drei Aspekten vorstellt. Sie haben daher in unserer Mittel­punktsgruppe für unseren Bau eben diese Trinität: den Menschheits­repräsentanten, der aber so ausgebildet ist, daß in ihm vorzugsweise die Kräfte der Atmung, des Rumpfes wirken, die Herztätigkeit und so weiter - das ist die mittlere Figur -, dann diejenige Figur, in der alles Hauptmäßige, Kopfmäßige wirkt: Ahriman; diejenige Figur, in der alles Extremitätenmäßige wirkt: Luzifer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muß das Menschliche in dieser Weise auseinandernehmen, wenn man den Menschen verstehen will, denn im Menschen ist der Mensch als solcher mit Ahriman und Luzifer vereint. Das ist gleich­zeitig wohl darauf hinweisend, daß alles, was mehr oder weniger mit dem menschlichen Denken zusammenhängt, welches ja in bezug auf seinen physischen Zusammenhang an den Kopf gebunden ist - das menschliche Denken verfließt auf Grund der Wahrnehmungen als&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|178}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines Äußerlich-Sinnenfälligen -, daß alles das einen ahrimanischen Charakter hat. Durch die Sinne des Kopfes nehmen wir ja vorzugs­weise die Natur wahr, und wir bauen uns ein Naturhild auf mit dem eben vorhin geschilderten ahrimanischen Charakter, weil wir selbst das Ahrimanische in der Bildung, in der Formung unseres Kopfes an uns tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ideale wiederum haben innerlich, psychologisch- darauf komme ich dann in der nächsten Zeit noch zurück -, sehr viel mit der Liebe zu tun, mit alldem, was dem Extremitätenmenschen angehört. Daher hat zu den Idealen die luziferische Macht den besonderen Zutritt. Durch unser Haupt faßt uns Ahriman, durch unsere Extremitäten faßt uns Luzifer. Durch unser Haupt verführt uns Ahriman dazu, die Natur geistlos vorzustellen; durch unseren Extremitätenrnenschen verführt uns Luzifer dazu, die Ideale ohne Naturgewalt vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber ist die Aufgabe des gegenwärtigen Menschen, dadurch, daß er solches überschaut, zu einer richtigen Übersicht zu kommen. Denn sehen Sie: In uns ist eine gewisse Grenzscheide, gerade in un­serem Brustmenschen, in unserem Rumpfmenschen, wodurch die Gewalten des Hauptes, welche ahrimanische Gewalten sind, abgetrennt werden von den luziferischen Gewalten, die dem Extremitätenmen­schen angehören. Würden wir , in dem wir mystisch in uns hinein­schauen, uns ganz durchschauen können, dann würden wir zwar durch das Haupt die Naturordnung begreifen, aber wir würden auch durch die Naturordnung in uns selbst hineinschauen. Und würden in uns die luziferischen Mächte entscheiden, dann würden die luziferischen Mächte uns auch über die ahrimanischen Mächte aufklären, und wir würden auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen Naturordnung und Geistordnung kommen. Aber das können wir aus einem gewissen Grunde nicht, und zwar aus dem Grunde, weil wir ein Gedächtnis haben. Dasjenige, was wir aus der Natur aufnehmen an Vorstellungen und Begriffen, an Eindrücken, das speichern wir in unserem Ge­dächtnisse auf. Und wenn das da hier (siehe Zeichnung Seite 179) - schematisch nur gezeichnet - der Hauptesmensch, das der Brust- und Rumpfmensch, das der Extremitätenmensch ist, so ist im Rumpfmenschen die Scheidewand, die dazu führt, daß dasjenige, was wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei:GA183 179.png|200px|center|Zeichnung aus GA 183, S. 179]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
durch das Haupt aufnehmen an Naturordnung, uns wiederum als Gedächtnisstoff zurückkommt. Dadurch sehen wir nicht bis zum Luziferischen hinunter, und dadurch bemerken wir das Ahrimanische nicht, wie wir das nicht sehen, was vor einem Spiegel ist, sondern dasjenige, was sich spiegelt. Hier spiegelt sich die Naturordnung in dem, was zu gleicher Zeit unser Ahrimanisches von unserem Luziferischen abtrennt, und was die Grundlage ist für das sich bildende Gedächtnis, für die sich bildende Erinnerungskraft. Wenn wir uns nicht an die erlebten Dinge erinnern könnten, wenn diese Scheidewand nicht da wäre, wenn wir uns, in uns blickend, durchschauen würden, so würden wir bis zum Luziferischen hinunterblicken in uns. Dann würden wir auch das Ahrimanische wahrnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber jetzt bedenken Sie: Dasjenige gerade, was uns durch diesen Spiegel erscheint, das ist ja dasjenige, was wir im Lebenslauf durch-leben, das ist, worauf wir nach dem Tode zurückblicken, das ist, was aus einem flüssigen Ich zu einem festen Ich wird. Darauf blicken wir zurück. Das ist dasjenige, womit wir leben. Und Ahriman und Luzifer wirken mit uns, wirken mit uns so, daß Ahriman uns dahin bringt, ein Menschenhaupt zu tragen, Luzifer uns dahin bringt, nicht zum Dämon&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
zu werden, sondern die Möglichkeit zu haben, zu einer nächsten In­karnation zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Ihre Geduld etwas in Anspruch genommen mit Dingen, die ja vielleicht etwas schwieriger verständlich sind, allein ich wollte zunächst wenigstens ein Gefühl dafür hervorrufen, wodurch eigent­lich die Kluft entsteht zwischen Idealismus und Realismus. Sie ent­steht dadurch, daß das Luziferische in uns den Idealismus erregt, der machtlos ist in der Natur, daß das Ahrimanische in uns die bloße Naturordnung hervorruft, welche uns geistlos erscheint. So stehen eigent­lich die Idealisten, die abstrakten Idealisten unter luziferischem Ein­fluß, die Materialisten unter ahrimanischem Einfluß. Es ist schon not­wendig, daß man auf diese Dinge sich einläßt, daß man nicht bloß sche­matisch die sogenannte Theosophie treibt, sondern auf diese genaue­ren Dinge sich einläßt. Denn es ist notwendig, daß der Mensch sich bewußt werde, er müsse etwas dazu tun, um mit dem Geiste für den Rest der Erdenentwickelung vereint bleiben zu können. Es ist eine unbequeme Wahrheit, man könnte sagen, sogar auch eine gehaßte Wahrheit, richtig eine gehaßte Wahrheit, denn sie widerspricht ja so vielem, was den Menschen sympathisch ist, aus Bequemlichkeit sympathisch ist. Nichts wird dem Menschen heute schwieriger, als wenn man ihm sagt: Wenn du dir in Zukunft deine Verbindung mit dem Geiste erhalten willst, so mußt du etwas dazu tun. - Es möchten ja die meisten Menschen, daß das Mysterium von Golgatha aus dem Grunde verflossen wäre, damit sie nur ja nichts zu tun haben zu ihrer Angelegenheit, damit sie durch Christus von ihren Sünden erlöst wer­den und ohne ihr Zutun in den Himmel kommen können. Und des­halb werden ja die meisten Theologen so wütend auf die Anthropo­sophie, weil das selbstverständlich von anthroposophischer Seite nie­mals zugegeben werden kann, daß der Mensch nichts zu tun habe, um seine Verbindung mit dem Geiste aufrechtzuerhalten, daß das ganz ohne sein Zutun auch in der Zukunft der Erdenentwickelung vor sich gehen könne. Die Verbindung zwischen dem Physischen und dem Geistigen, zwischen dem, was die Glieder des Menschen sind zwischen Geburt und Tod, und dem, was die Glieder des Menschen sind zwi­schen Tod und neuer Geburt, diese Verbindung wird in Frage gestellt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
durch die zukünftige Erdenentwickelung, und sie wird nur dann nicht in Unordnung kommen, wenn sich die Menschen mit dem Geistigen gegen die Zukunft hin wirklich befassen werden. Dafür gibt es heute schon geisteswissenschaftliche Beweise. Diese geisteswissenschaftlichen Beweise, sie sind höchst, höchst unbequeme Wahr­heiten, aber sie werfen Licht auf Wichtiges, auf Bedeutungsvolles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Ätherischen im Menschen der Gegenwart ist, möchte ich sagen, schon sehr locker geworden, und der Mensch hat es notwen­dig, immer mehr und mehr bei sich Wache zu stehen, damit nicht in dem Zusammenhang zwischen seinem Physisch-Ätherischen und Seelisch-Geistigen etwas geschieht, was ihn gewissermaßen aussaugen könnte, was ihn seelisch-geistig aussaugen könnte. Denn wenn solche Vorurteile immer reger werden, man brauche im Leben nichts zu wissen über die Art, wie es nach dem Tode aussieht, oder wenn die Kluft immer größer wird zwischen sogenanntem Idealismus und rein natürlicher Ordnung, ist die Gefahr, der die Menschen entgegengehen, daß sie immer mehr und mehr ihre Seele verlieren könnten. Heute ist noch, ich möchte sagen, diesem Verlieren der Damm vorgesetzt, der dadurch gegeben ist, daß, wenn junge Leute sterben, der geistigen Welt eine gewisse Schwere verliehen wird und Luzifer die Rechnung verdorben wird, und wenn alte Leute sterben, so viel ausgepreßt wird an Geistigkeit in die physische Welt herein, daß Ahriman die Rech­nung verdorben wird. Aber man darf nicht vergessen, daß dadurch, daß die Menschen sich lossagen vom geistigen Gebiet, die ahrimani­nischen und die luziferischen Mächte immer mächtiger und mächtiger werden, und daß nach und nach, indem die Devolution der Erde im­mer weiter und weiter geht, dieser Damm nicht mehr voll wirken könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist dasjenige, was ich gern möchte, daß es sich als eine Art Bodensatz aus unseren Betrachtungen ergäbe wie ein Gefühl - und Gefühle sind immer das Wichtigste, was aus dem geisteswissenschaft­lichen Leben hervorgehen kann - von der Notwendigkeit, sich vom gegenwärtigen Erdenzyklus ab mit dem Geistigen zu befassen. Von den verschiedensten Gesichtspunkten aus habe ich dieses betont, daß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
es von der Gegenwart aus notwendig ist, daß die Menschen sich mit dem Geistigen befassen. Und anders wird man sich nicht mit dem Geistigen befassen können in der Zukunft als dadurch, daß man sich Verständnis erwirbt und sich nicht sträubt, solche auch schwierigere Betrachtungen wirklich in sich aufzunehmen, wie wir sie in diesen Tagen und insbesondere auch heute gepflogen haben. Es muß unter die Menschen kommen das Verständnis von der Perspektivität der Zeit. Wenn dieses Verständnis von der Perspektivität der Zeit unter die Menschen kommt, dann werden sie nicht mehr sagen: Hier ist der Idealismus, der aber nur ein bloßer Traum ist, der keine Naturgewalt hat, und auf der andern Seite liegt die Naturordnung -, sondern die Menschen werden darauf kommen, anzuerkennen, daß, was als Ideale in uns lebt, Keim ist für die Zukunft, und daß, was Naturordnung ist, Frucht ist der Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Satz ist eine goldene Regel: Jedes Ideal ist Keim für zu-künftiges Naturgeschehen; jedes Naturgeschehen ist Frucht vergangenen Geistgeschehens. - Nur durch diese Regel findet man die Brücke zwischen Idealismus und Realismus. Aber dazu ist eines notwendig. Irgendein Ideal könnte nie und nimmermehr Keim für ein zukünftiges Naturgeschehen werden, wenn dieses zukünftige Naturgeschehen durch das gegenwärtige Naturgeschehen verhindert würde. Wir kön­nen uns irgendeine Hypothese vor die Augen führen. Nehmen wir die Möglichkeit an, die heute gilt, daß einmal durch das sogenannte Gesetz der Entropie die Erdenentwickelung in eine Art von allgemeiner Durchwärmung übergehe, und daß alle andern Naturkräfte aufhören, so würde innerhalb dieses Endzustandes natürlich alles Ideale erstor­ben sein. Dieser Endzustand, der folgt ganz gut, wenn man annimmt, daß sich nach reiner Kausalität die gegenwärtigen physikalischen Zu­stände eben weiter fortsetzen werden. Denkt man so, wie die gegen­wärtige Physik denkt, daß nach dem Gesetze der Erhaltung der Kraft und des Stoffes einmal ein solcher Endzustand da sein wird, dann ist in diesem Endzustand kein Platz dafür, daß in ihm einmal ein Ideal als das zukünftige Naturgeschehen aufgehe, denn das zukünftige wird einfach die Folge des gegenwärtigen Naturgeschehens sein. Aber so ist es nicht, so stellt es sich nicht der gegenwärtigen Naturbetrachtung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
dar, sondern es stellt sich dieses anders dar. Dasjenige, was heute an Stoffen, an Kräften existiert, alles das wird in einer bestimmten Zu­kunft nicht da sein. Das Gesetz der Erhaltung des Stoffes und der Kraft gibt es nicht. Da, wo man den Stoff sucht, ist überhaupt nichts als ein Hereinwirken eines vergangenen Ahrimanischen, und dasjenige, was uns umgibt im Sinnenfälligen, wird in einer gewissen Zukunft nicht mehr sein da. Und dann, wenn von alledem, was jetzt physisch ist, nichts mehr da ist, wenn das ganz aufgelöst ist, dann ist die Zeit da, wo sich die gegenwärtigen Ideale als Naturgeschehen anreihen werden an das, was jetzt zugrunde gehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es im großen Weltenall. Und für den einzelnen Menschen ist es so, daß er in der nächsten Welteninkarnation wieder inkarniert wird, wenn partiell alles dasjenige überwunden ist, in das er mit der gegenwartigen Inkarnation hineingewachsen ist, wenn also für ihn eine Umgebung hergestellt werden kann, die anders ist als die gegenwärtige Umgebung, wenn aus der gegenwärtigen Umgebung all das heraus sein kann, was ihn jetzt hier auf der Erde hält. Wenn sich das alles so geändert hat, daß er Neues erleben kann, dann wird er wieder inkar­niert. Die gegenwartigen Ideale, die im Menschen sich bilden können, werden Natur sein , wenn alles dasjenige, was jetzt Natur ist, nicht mehr da sein wird, sondern Neues entstanden sein wird. Aber das Neue, das entsteht, ist eben nichts anderes als das Natur gewordene Geistige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter den Erscheinungen und hinter den Idealen müssen wir das­jenige suchen, was die Brücke über dem Abgrunde bildet. Aber zu dem muß man eben dahinterkommen. Man kommt heute nur dahinter wenn man sich nicht scheut, die Begriffe so kräftig zu entwickeln, daß sie selbst in die Realität eindringen können. Daher hat die heutige Zeit wirklich die Notwendigkeit, sich gar sehr einzulassen auf alles dasjenige, was geistig erfahren werden kann. Nur - lassen Sie mich das noch anhänglich hinzufügen -, nur wird eben notwendig sein, daß gegenüber geistigen Betrachtungen immer größere und größere Unbefangenheit walten könnte. Vorgestern habe ich zum Schlusse, wie es manchen vielleicht erscheinen könnte, recht unnötig - aber trotz­dem ich es nicht gerne tue, ist es nie unnötig - auf mancherlei hinge­wiesen, was dem gedeihlichen geisteswissenschaftlichen Wirken auch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
von seiten der Anthroposophischen Gesellschaft entgegensteht. Da ist vor allen Dingen auf diesem Boden immer wieder und wiederum zu fordern wirkliche Unbefangenheit. Immer wieder und wiederum erleben wir ja, daß das Auflösende, das eigentlich den Materialismus hervorgebracht hat, das die alte Geistigkeit zugrunde gerichtet hat, im menschlichen Denken gerade auch in das Spirituelle, in das gewollte Spirituelle hereindringt. Ich habe ja darauf aufmerksam gemacht, wie materialistisch manche theosophische Anschauung ist. Man hat es natürlich nicht leicht, wenn man geisteswissenschaftliche Dinge auseinandersetzt, die bezeichnenden Worte zu finden, weil ja unsere Sprache heute nicht mehr für das Geistige geeignet ist, weil wir erst wieder suchen müssen eine solche Verbindung zwischen der Sprache und der Sache, welche für das Geistige geeignet ist. Aber das ist notwendig, daß nicht immer mit dem, was das Schädlichste ist, die geisteswissenschaftliche Bewegung verdorben wird. Man muß un­befangen charakterisieren dasjenige, was im Geiste vorgeht. Immer wiederum erlebe ich, daß ich gefragt werde: Da ist jemand, dort ist jemand, der hat geistige Erlebnisse. - Der Sinn der Fragen, die häufig so gestellt werden, ist der, daß eigentlich gefragt wird: Darf man nun mit blindem Glauben an die Wahrheit dessen sich hingeben, was der oder jener schaut? - Und wenn man diese Frage bejaht, ja, dann ent­steht blinde Anhängerschaft; wenn man sie verneint, dann entsteht das, daß der Betreffende gleich verketzert wird und gesagt wird: Nun ja, das ist atavistisches Hellsehen, auf das gibt man nichts. - Ja, dieses Entweder-Oder muß doch auf diesem Gebiete ganz anders genommen werden. Wir müssen uns wirklich mit aller gesunden Vernunft auch den Aussagen über das Geistige gegenüberstellen. Wenn wir aber Dogmatiker werden wollen, können wir nicht Geisteswissenschafter werden. Wenn wir entweder vergöttern oder verketzern wollen, kön­nen wir nicht Geisteswissenschafter werden. Es werden unendlich wertvolle Beiträge zur Charakteristik der geistigen Welt auch von Seiten kommen, auf die man nicht unbedingt schwören will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das andere erlebt man, daß eine Zeitlang auf irgendeine seherische Persönlichkeit geschworen wird. Dann kann man nachweisen, daß diese seherische Persönlichkeit irgendwann - nun, vielleicht sogar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
einmal ein wenig retuschiert hat, oder stark retuschiert hat; dann ist die Persönlichkeit unten durch. Vorher haben dieselben Leute auf sie geschworen, bei denen sie nachher unten durch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in dieser Weise kommt man nicht vorwärts; innerhalb der Menschheit mit dem Entweder-Oder der Vergöttlichung oder Ver­ketzerung kommt man nicht vorwärts innerhalb der Menschheit, sondern nur dadurch, daß man sich mit seinem gesunden Menschen­verstand den Dingen gegenüberstellt. Es kann zum Beispiel auch der Fall eintreten, daß durch jemanden, von dem man sogar weiß: Nun, der verschmäht es nicht, ab und zu recht stark zu schwindeln - einmal etwas ganz Wahres, Wichtiges, Wesentliches aus der geistigen Welt herauskommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man würde nicht zu dem Entweder-Oder kommen, das ich hier meine, wenn man nicht Dogmatik einführen wollte, sondern wenn man sich mit dem gesunden Menschenverstand gerade innerhalb dieser anthroposophischen Bewegung hineinstellen wollte. Das ist das eine. Das andere ist dieses, daß es außerordentlich schwierig ist, durch die Art und Weise, wie die Dinge oftmals innerhalb unseres Kreises ge­handhabt werden, die Anthroposophische Gesellschaft in die Kulturbewegung der Gegenwart hineinzustellen. Dazu gehört Unterschei­dungsvermögen bei denjenigen Menschen, die schon drinnen sind in dieser Gesellschaft. Es erwächst einem eine gewisse Verpflichtung für diese Unterscheidungskraft, wenn man schon drinnen ist. Denn wir werden ganz fehlgehen mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft, wenn wir nicht die Anknüpfung an die allgemeine Geisteskultur der Gegenwart suchen, wenn wir immer wieder und wiederum in den Fehler verfallen, Sektiererisches zu treiben. Das wird der Tod sein unserer Bewegung, wenn wir sektiererisch werden. Bedenken Sie doch nur, daß solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen jetzt erörtert haben, sich gar nicht besonders sonderbar ausnehmen werden für den­jenigen, der gerade in Wissenschaftlichem und im Kulturleben der Gegenwart drinnensteht, wenn er sich nur die nötige Vorurteilslosig­keit erwerben wird. Aber um auf diesem Wege etwas zu erreichen, ist es notwendig, daß der Wille besteht zur Unterscheidung. Bei uns kommt es leicht vor, daß nur um irgend etwas Schematisches gefragt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
wird, wenn es sich darum handelt: Soll irgend jemand bei anthropo­sophischen Vorträgen zuhören, oder soll er einen Zyklus bekommen? -So wird schematisch gefragt, ohne daß man Rücksicht nimmt auf den Bildungsgrad, auf die ganze Weltstellung des betreffenden Menschen. Aber das Schematische ist das absolut Schädliche bei uns. Das Schematische bringt es dahin, daß solch ein Mensch, wie jetzt wiederum der in Holland, um den sich eine ganze Summe von Unfug kristallisiert, in die Anthroposophische Gesellschaft hineinschwimmen und dort Protektoren finden kann, währenddem Leute, die urteilsfähig sind, gerade durch das Gebaren oftmals abgestoßen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um auf ein Konkretes hinzuweisen: Sehen Sie, vor einiger Zeit trat Herr &#039;&#039;von Bernus&#039;&#039; auf innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, mit dem deutlichen Bestreben - das man ja ein bißchen besser, ein bißchen schlechter finden kann, dafür mag der gesunde Menschenver­stand sprechen -, eine Brücke zu ziehen zwischen dem allgemeinen Kulturleben, dem literarischen und wissenschaftlichen Leben der Ge­genwart, und unserem anthroposophischen Leben. Nun, Herr von Bernus hat in seiner Art zum Beispiel eine Anzahl von Dingen, die zum Teil in meinen Büchern stehen, zum Teil in Zyklen, in seiner Art dichterisch umgegossen und in die Welt gebracht. Er hat mir es selbst gezeigt: einen Stoß von Briefen, von schimpfenden Briefen hat er dafür erhalten, daß da einmal ein wirklich zeitgemäßer Versuch ge­macht worden ist! Man würde sich gar nicht wundern, wenn jemand, der vielleicht viel aufs Spiel setzt, abgestoßen werden könnte durch ein solches Gebaren, wie es dazumal aus der Anthroposophischen Gesellschaft ihm gegenüber verübt worden ist. Dennoch, die Zeitschrift, die er gegründet hat, sie wird ungeheuer dienlich sein können der anthroposophischen Bewegung. Er hatte es ja auch zuwege ge­bracht, daß die anthroposophische Bewegung in München vertreten werden konnte in seinem Kunsthaus. Aber man konnte überall gewisse Widerstände bemerken gegen etwas, was so berechtigt wie möglich war! Und wenn man gerade Bernus&#039; Erlebnisse überschaut, so hat man an ihnen so recht ein Bild von dem, wie die anthroposophische Bewegung, die Anthroposophische Gesellschaft lernen sollte, wirklich eine Gesellschaft zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Insofern der Dornacher Bau zustande gekommen ist, &#039;&#039;ist&#039;&#039; sie eine Gesellschaft. Aber vieles andere namentlich wird unterlassen, wodurch deutlich gezeigt wird, daß die Anthroposophische Gesellschaft sich gar nicht als Gesellschaft auffaßt, sondern als eine Summe von ein­zelnen sektiererischen kleinen Kreisen. Aber über dieses Stadium des Sektiererischen müssen wir hinauskommen. Und wir kommen nicht hinaus, wenn nicht über die Sache irgendwie nachgedacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja so schwierig, und nicht wahr, man sagt solche Dinge sehr ungern, aber schließlich, manches wird mir ja dadurch notwendig zu sagen, da ich persönlich so stark verquickt bin mit dieser anthroposophischen Bewegung. Wenn nun die Anthroposophische Gesellschaft sich nach und nach immer mehr und mehr dazu entwickeln sollte, daß sie eigentlich eine Gesellschaft ist mit der ausgesprochenen Tendenz, mich totzuschweigen - wozu sie sich eigentlich entwickelt, und was sie immer als Tendenz gehabt hat -, so ist es nicht eine per­sönliche Eitelkeit, wenn ich dieses betone. Es ist mir sehr unange­nehm, daß ich es betonen muß, aber es ist in der Anthroposophischen Gesellschaft vielfach gerade die Tendenz vorhanden, mich totzu­schweigen, und da ist das Persönliche mit dem Sachlichen eben ver­knüpft. Dadurch - weil alles dasjenige nicht getan wird, was sonst eine Gesellschaft tut - kommt es, daß nur das als Giftblasen an die Ober­fläche kommt, was die abgefallenen Mitglieder an Geschimpfe in die Welt setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das sind Dinge, auf die ich schon manchmal eben hinweisen muß und die nicht unbesprochen bleiben dürfen. Ich habe sie an den Orten, wo ich in der letzten Zeit sprechen konnte, zur Besprechung gebracht, weil ich ja wirklich glaube, daß in dieser katastrophalen Zeit vieles darauf ankäme, daß Anthroposophie in der richtigen Weise in der Welt vertreten wird. Aber es ist so schwer, es dahin zu bringen, daß tiefer nachgedacht würde: Wie soll man es eigentlich auf dem anthro­posophischen Felde tun, um diese Anthroposophische Gesellschaft zu einer wirklichen Gesellschaft zu machen? - Die Ansätze sind wirklich gemacht von einzelnen Menschen, aber es bleibt in der Regel in den Ansätzen alles stecken. Nun, ich denke, daß vielleicht, indem ich noch ein zweites Mal auf die Sache aufmerksam gemacht habe, ein bißchen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
darüber nachgedacht werden wird. Ich sage es nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus gewissen Notwendigkeiten der Zeit heraus, wie Sie ja auch aus dem, was ich gerade in diesen Tagen vorgebracht habe, mancherlei Keime entnehmen werden, die Ihnen zum Verständ­nisse unserer katastrophalen Zeit einige Dienste werden leisten kön­nen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
= HINWEISE =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu Seite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9 an diesem unserem Bau: Siehe «Der Baugedanke des Goetheanum». Lichtbildervortrag in Bern, 29. Juni1921, mit 104 Abbildungen des ersten Goetheanum. Gesamtausgabe, Stuttgart 1958.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach längerer, erzwungener Abwesenheit: Dr. Steiner hatte zuletzt am 17. Januar 1918 zu den Mitgliedern in Dornach gesprochen, war also sieben Monate fort gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 Anthropnsophische Gesellschaft: Begründet am 28. Dezember 1912 bei der Loslösung von der Thensophischen Gesellschaft. Siehe: «Die Geschichte und die Bedingungen der anthroposophischen Bewegung im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesell­schaft», 8 Vorträge, 10.-17. Juni 1923, Gesamtausgabe Dornach 1959.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
12 wie den Vorträgen begegnet wurde: «Das Sinnlich-Übersinnliche in seiner Verwirklichung durch die Kunst», München, 15. und 17. Februar 1918, und «Die Quellen der künst­lerischen Phantasie und die Quellen der übersinnlichen Erkenntnis», München, 5. und 6. Mai 1918, im Bande «Kunst und Kunsterkenntnis», Gesamtausgabe Dornach 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander von Bernns, 1880-1965, Dichter. Gab von 1916 bis 1921 in Manchen die Vierteljshres-Zeitschrift «Das Reich» heraus. In seinem «Kunsthaus» «Das Reich» hielt Rudolf Steiner zeitweise seine Münchner Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
15 IVooerow Wilson, 1856-1924, Präsident der USA von 1912 bis 1920. Verleladete am&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
8. Januar 1918 ein Friedensprogramm, die Vierzehn Punkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
17 ein Universiiätsprofessor: George Santayans, 1863-1952, englischer Philosoph spani­scher Abstammung. Kam schon 1872 nach Amerika, wo er bis 1912 blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emile Boutroux, 1845-1921, französischer Philosoph. G. Ssntayar&#039;a, «L&#039;erreur dc la philosophie allemande». Paris 1917, préface d&#039;Emile Boutroux.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 so weile Kreise, wie Mond, Sonne, Saturn: Es sind damit frühere Evolutionazustände des Erdplaneten gemeint, nicht die heute so genannten Weltkörper. Siehe «Die Ge­heimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962, Kapitel «Die Welt-entwickelung und der Mensch».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus den vorjäbrigen Zürcher Vorträgen: «Anthroposophie und aleadernische Wissen­schaften», 4 Vorträge vom 5. bis 14. November 1917, Zürich 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oskar Hertwig, 1849-1922, Anatom und Biologe. «Das Werden der Organismen, zur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widerlegung von Darwins Zufsllstheorie durch das Gesetz in der Entwicklung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jena 1916.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein kürzeres&#039; Buch: «Zur Abwehr des ethischen, des sozialen und des politischen Darwinismus». Jens 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|190}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23 He,&amp;quot;&#039;ann von Helmboltz 1821-1894, Physiologe und Physiker. Erinder des Augen­spiegels, 1851.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
23/24 eine Schrift über die Freiheit: Woodrow Wilson, «Die neue Freiheit». 1913. Deutsche Übersetzung München 1914. «Nur Literatur, Betrachtungen eines Amerikaners» 1893. Deutsche Übersetzung 1913, darin der Essay «Der Verlauf amerikanischer Ge­schichte».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
24 Herman Grimm, 18281901.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
26 Wladimir llfits&#039;h Lenin, eigentlich Uljsnow, 1870-1924, führte 1917 die bolsehe­wittische Revolution durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
27 Karl Marx, 1818-1883. Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus und Mitver­fasser des «Kommunistischen Manifests» 1848.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
31 in den Büchern, die Ihnen ja vorliegen: «Theosophie», Gesamtausgabe Dornach 1961, und «Die Geheimwissenschaft im Umriß», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
32 «Ignorahimus»: Der Ausspruch des Berliner Physiologen Emil Du Bois-Reymond,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
18181896, in seiner Rede «Über die Grenzen des Naturerkennens». Leipzig 1872.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38 gilt das Wort: Aus Schiller «Der Taucher». Wörtlich: «Da unten aber ist&#039;s fürchter­lich, / Und der Mensch versuche die Götter nicht/ Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, / Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
42 hei unserer Gruppe drüben: Die plastische Gruppe des Menschheitarepräsentanten zwi­schen Luzifer und Ahriman.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
46 Ich habe öfter: Siehe den Vortrag vom 25. Juni 1918 in Berlin, im Bande «Erden-sterben und Weltenleben», Gesamtausgabe Dornach 1967.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier ja wohl auch schon: Im Vortrag vom 29. Juli 1916. im Bande «Das Rätsel des Menschen», Gesamtausgabe Dornach 1963.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Weininger, 1880-1903. «Über die letzten Dinge» 4. Auflage Wien und Leipzig 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer dieser Aphorismen: Wörtlich: «Aus unserem Zustand vor der Geburt ist viel­leicht darum keine Erinnerung möglich, weil wir so tief gesunken sind durch die&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geburt: wir haben das Bewußtsein verloren und gänzlich triebartig geboren zu wer­den verlangt, ohne vernünftigen Entschluß und ohne Wissen, und darum wissen wir gar nichts von dieser Vergangenheit.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
47 Und darüber schrieb er die Notiz: Wörtlich: «Ich morde mich selbst, um nicht einen andern morden zu müssen.»&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
48 Babindranath Tagore, 1861-1941, indischer Dichter und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
49 jenen Essay: «Der Verlauf amerikanischer Geschichte» in «Nur Literatur» von Woodrow Wilson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|191}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
55 zwei Artikel gegen mich: Otto Zimmermann S. J.: Anthroposophische lirlehren, «Stimmen der Zeit», 48. Jg., 10. H., Juli 1918, S.328 ff., Joseph Kreitmaier S. J.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Vom Expressionismus», ebenda S. 356 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 der griechische Weise: Platon, im 6. Buch vom «Staat».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
63 Arthur Ba«oir, 18481930; 1916-1919 Außenminister Großbritanniens. Honeton Stewart Chamberlain, 1855-1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
81 Sie werden einen Zweigvnrtrag finden: Vortrag vom 23. Mai 1916 in «Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste», Gesamtausgabe Dornach 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
82 kh habe das im vorigen Jahre hier ausgeführt: Siehe den Vortrag vom 14. Oktober 1917 in «Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finster­nis», Gesamtausgabe Dornach 1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
87 von der ande&amp;quot;n Seite: Siehe den Vortrag vom 20. August 1918 (Zeichnung Seite 31) Sie erinnern sich an die Zeichnung: Auf Seite 31 dieses Bandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Von Seelenrätseln», Gesamtausgabe Dornach 1960. «Skizzenhafte Erweiterungan des Ir&#039;haltes dieser Schrift: S. Über die wirkliche Grundlage der intentior&#039;alen Be-ziehung».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
92 Björnstierne Björnson, 1832-1910, norwegischer Dichter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
93 Nero, regierte 54-68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
94 Vespasianuc, regierte 69-79&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titns, regierte 79-81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Domitianus, regierte 81-96&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ners&#039;a, regierte 96-98&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Si,&#039;tonius, schrieb im 1.Jahrhundert n.Chr. Kaiserbiographien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tacitns, um 55 bis um 120, römischer Geschichtsschreiber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flavius P. Philostratus der Altere, griechischer Sophist zu Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. Beschrieb das Leben des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Apollnnius von Tyana, Prophet und Wundertäter im 1.Jahrhundert n.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Tübinger Theologe Baur: Ferdinand Christian Baur, 1792-1860, protestantischer Theologe, «Apollonius von Tysna und Christus», Tübingen 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
113 Sie können das in verschiedenen Zyklen lesen: Zum Beispiel in «Welt, Erde und Mensch», Gesamtausgabe Dornach 1960; «Ägyptische Mythen und Mysterien», Gesamtaus­gabe Dornach 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
117 Augustus, 63 v.Chr. bis 14 n.Chr., erster römischer Kaiser, Caesar Augustus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
119 im «Reich»: In der Vierteljahresachrift «Das Reich». München, 2. Jahr, Buch 3 und&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4; 3.Jahr, Buch 1, Oktober 1917 bis April 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;:&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In «Philosophie und Anthroposo­phie», Gesamtausgabe Dornach 1965 und in Johann Valentin Andreae, «Die Chy­mische Hochzeit des Christian Rosenkreutz Anno 1459», ina Neuhochdeutache über­tragen von Walter Weber, Stuttgart 1957; beigefügt sind die Ausführungen Rudolf Steiners in der Zeitschrift «Das Reich», Verlag Freiea Geistesleben, Stuttgart 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann Valentin Andreae, 1586-1654, Dichter und theologischer Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Allgemeine Reformation der ganzen weiten Weil&amp;gt;: Nach W.Weber (s o.) Seite 181 ist dieses Werk die Übersetzung eines Kapitels aus Boecalnis «Ragguali di Parnasso», Venedig 1612.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
«Bewegung für ethitehe Kultur»: Vgl. hier:&#039;:a Rudolf Steiner, «Mein Lebeosgang», Kap. XVII.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
120 «Dic Zukunft&amp;gt;, Wochensehrift, herausgegeben von Maximilian Harden (eig­Witkowski), 1861-1927. In «Gesamn,elte Aufsätze zur Kulturgeschichte 1887-1901», Gesamtausgabe Dornach 1966.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was kh dann das soziale Karzinom genannt babe: Im Vortragazyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
121 Wladimir Iljitsch Lenin: Siehe Hinweise zu Seite 26. Karl Marx: Siehe Hinweise zu Seite 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferdinand Lassalle, 1825-1864, sozialistischer Führer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Edaard Ber&amp;quot;stein, 1850-1932, sozialistischer Theoretiker, der Begründer des Revisio­nismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
123 Carl Freiherr du Pre4 1839-1899. «Das Rätsel des Menschen». Leipzig 1892.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
127 Julius Robert Mayer, 1814-1878, Arzt und Physiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
129 «Philosophie und Anthroposophic»: Sonderdruck aus dem gleichnamigen Band der Ge­samtausgabe, Dornach 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in der Mittelpunktsgruppe des Baues: Holzgruppe, den Menschheitsrepräsentanten, Christus, zwischen Luzifer und Ahriman darstellend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
130 Ich habe über dic Entwickelung der Christuc- Gestalt ja öfter hier geprochen: Zum Beispiel am 29. Oktober 1917, 13. Vortrag in «Kunstgeschichte als Abbild innerer geistiger Impulse», Dornach 1957.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 Pythagoras, etwa 582-497 v.Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SE|193}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
132 daß in Urzeiten der Merkur mit dem Monde einmal Seharh gespielt hat: Diese Erzählung findet sich bei Plutarch in «Über Isis und Osiris».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eines solehen agy ptischen Weiten: Plutarch nennt den Priester Oinuphis von Heliopolis als Lehrer des Pythagoras.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
133 Jakob Böhme, 1575-1624.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
134 Max Müller, 1823-1900, Sanskrit- und Religionaforscher in Oxford. Charles Darwin, 1809-1882, englischer Naturforscher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Ha&#039;ckel, 1834-1919, Zoologe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
142 Wir haben Zyklen nur abgegeben an die Mitglieder der Gesellschaft: Diese Beschränkung wurde an der Weihnachtstagung 1923 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
144 tiefstgehende Einflüsse eines Menschen: des Apollonius von Tyana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
148 als fünf Vokale: Jehova (v = u).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
156 Sybaris: Stadt in Unteritalien, gegründet 700 v.Chr., im Altertum sprichwörtlich durch die Schwelgerei ihrer Bewohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
169 Immanuel Kant, 1724-1804. «Kritik der reinen Vernunft» 1781.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
173 Robert Zimmermann, 1824-1898, Ästhetiker und Philosoph. «Anthroposophie im Umriß» Wien 1882, S. 307 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
174 Augnste Gomte, 1798-1857, französischer Philosoph. Begründer des Positivismus und der Soziologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schiller, 1759-1805.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Schleiermacher, 176818M, evangalischer Theologe, Prediger und Philosoph.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
175 in den Schlußnotizen: «Von Seelertratseln», Gesamtausgabe Dornach 1960, Kapitel IV,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. «Die physischen und die geistigen Abhängigkeiten der Menschen-Wesenheit».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
176 in den Rosenkreuzerbildern: «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer».&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
186 Alexander von Be&amp;quot;nus: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die Zeitschrift, die er gegründet hat: Siehe Hinweis zu Seite 12. in seinem Kunethans: Siehe Hinweis zu Seite 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Literatur =&lt;br /&gt;
* [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]: &#039;&#039;Die Wissenschaft vom Werden des Menschen&#039;&#039;, [[GA 183]] (1990), ISBN 3-7274-1830-3 {{Vorträge|183}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GA}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA 183 Die Wissenschaft vom Werden des Menschen|1]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:GA]] [[Kategorie:GA (Mitgliedervorträge)]] [[Kategorie:Gesamtausgabe]]&lt;br /&gt;
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